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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Der fehlende Caravaggio in Santa Maria della Scala

| 24 Lesermeinungen

In den Petersdom kann jeder gehen. "The winner takes it al", und in diesem Zusammenhang nimmt er alle Touristen. Die wirklich spannenden Kirchen Roms, die mit der nicht glattpolierten Geschichte, mit dem Plunder und dem versagen an der Kunst, werden gemieden. Das ist schade, denn sie sind zwar nicht schön, aber dafür um so geschichtsträchtiger. Wie Santa Maria della Scala in Trastevere.

Wissen Sie nicht, dass das Lesen der Schriften die katholische Kirche ruiniert?
Papst Paul V. (1605-1621)

[von Don Alphonso] Auf dem flachen Land ist es für Kirchen einfach, die Dörfer zu dominieren – sie sind das Zentrum der Ortschaft, alles Leben läuft auf sie zu, drinnen wird getauft und draussen begraben. In Städten wird das schon schwieriger, denn dort finden sich viele Kirchen. Es kommt zum Wettstreit um die schönsten Altarbilder und die höchsten Gewölbe, um die farbenfrohesten Priesterkleider und die segensbringendsten Reliquien. Elite sind sie alle, die Schäferhütten des Herrn, aber das reicht ihnen nicht, denn die Elite der Elite wollen sie sein. Und nirgendwo ist der Verdrängungswettbewerb härter als in der Hauptstadt der katholischen Christenheit, wo jeder Orden, jede Bruderschaft und jeder Würdenträger etwas Besonderes leisten wollte, um im Kampf um Awareness der Gläubigen vorne dran zu sein. Denn in Massen strömten die Pilger nach Rom, brachten Geld und Fürbitten mit, und wer da nicht etwas Besonderes zu bieten hatte, war eben nur eine weitere Kirche an der Ecke, von denen es in Rom ein paar hundert gibt.

Bild zu: Der fehlende Caravaggio in Santa Maria della ScalaSanta Maria della Scala ist so ein Gotteshaus, das das Rennen gegen die Konkurrenz lange Jahre mit vielen Mitteln geführt hat. So hat es die grösste Sammlung von zweitklassigen Kronleuchtern in den Bögen, die ich kenne. Es ist gnadenlos vollgestopft mit mehr oder weniger heiligen Nippessachen, es ist knallbunt und nicht wirklich ein Ausbund an feinem Geschmack. Es liegt in Trastevere, also jenem Viertel, dem die Päpste die Rolle des Rotlichtbezirks zuwiesen, in den Strassen wimmelte es laut zeitgenössischen Berichten von Prostituierten, Falschspielern und Hobbymördern auf der Suche nach Aufträgen. Trastevere war Seuchenherd und Nepp, Kloake und Armenhaus, ein unverzichtbarer Teil Roms und derjenige, vor dem heimische Bischöfe die Pilger eindringlich warnten. Heute ist der ehemalige Arbeiterbezirk Trastevere inmitten einer Gentrifizierung, die engen Gassen sind wieder eine Partymeile und der Quadratmeter Wohnfläche kostet schnell mal 6000 Euro, nur die Prostitution ist ausgelagert an die Schnellstrasse hinaus zum modernen Wohnkomplex EUR, dem Neuperlach oder auch der Gropiusstadt von Rom.

Man darf darüber debattieren, ob Santa Maria della Scala so viel ehrlicher und aufrichtiger ist als die Szenerie, die sie im 16. Jahrhundert umgab. Der Name – heilige Maria von der Treppe – verweist auf den Ursprung des wichtigsten Gegenstandes, der sich darin befindet. Der Legende zufolge soll ein Heiligenbild der Maria eines Morgens auf der Treppe gefunden worden sein, und während gottlose Kunsthistoriker dem Bild einen allenfalls mittelmässigen künstlerischen Wert sowie eine nichtgöttliche Herkunft zumessen, war man unter Klerikern der Meinung, dass dieses Heiligenbild eine Spende der allerobersten Instanz war, was als Wunder wirklich generös gewesen wäre: Die Katakomben von Rom waren zwar voll von Reliquien aller Art, aber da konnte natürlich jeder Presbyter kommen, eine Leiche ausgraben und dazu eine fromme Geschichte erfinden, was naturgemäss unter Konkurrenten zu übler Nachrede und Kritik an der Wundertätigkeit führte. Ein von oben geliefertes Gnadenbild, speziell für diesen Ort gestiftet, war etwas anderes. Das hatte nicht jeder. Das war sogar in Rom so selten wie der Zufall, dass der Hütchenspieler draussen hundertmal in Folge gewinnt, oder der Herr, der dem Besucher schnell die Tasche abnahm, einem nur beim Tragen helfen wollte. So selten war so eine Gabe.

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In der Zeit um 1600 jedenfalls war die Kunstgeschichte eine reichlich junge Disziplin und noch nicht so störend-besserwisserisch wie heute, und so erfreute sich dieser Bau am Strassenstrich durchaus einer gewissen Beliebtheit. Es war zu eben dieser Zeit, als die katholische Kirche die Gottesmutter Maria massiv aufwertete, um den von Prostestanten umworbenen Gläubigen eine Identifikationsfigur an die Hand zu geben. Man spekulierte eifrig über die Himmelfahrt Mariens, man räumte ihr einen dominanteren Platz ein, gleich nach der Dreifaltigkeit und bald auch als Schutzpatronin für die katholischen Soldaten, die es im 30-jährigen Krieg bei der Bekehrung auch nicht an Brandschatzung, Mord und Vergewaltigung fehlen liessen. Santa Maria della Scala hat von der Mode profitiert, und so verwunderte es auch nicht, dass der Jurist Laerzio Alberti genau dort eine Privatkapelle einrichten liess. Alberti hatte allen Anlass zur Dankbarkeit, war er doch Hausjurist des Papstes geworden, und um seinen Ruhm zu mehren, erteilte er 1604 den Auftrag für ein Gemälde des Marientodes an Michelangelo Merisi da Caravaggio, dem skandalösen Kunststar seiner Zeit, der mit dem Chiaroscuro, der dramatischen Helldunkelmalerei, heute als Wegbereiter der Moderne gilt.

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Caravaggio stellte seinen typischen Zeitvertreib – saufen, spielen, duellieren, durch die Unterwelt von Trastevere ziehen und vermutlich auch so manchen Geschlechtsakt ohne besondere Differenzierung des Geschlechts seiner Partner – für eine Weile ein und schuf den „Tod der Jungfrau„, der heute als eines der Hauptwerke der Barockmalerei im Louvre zu sehen ist: Eine junge, offensichtlich tote Frau mit nackten Beinen wird von den Aposteln betrauert. Es ist eine sehr menschliche Maria und ein sehr menschlicher Tod, vielleicht auch zu menschlich: Denn schnell verbreitete sich das Gerücht, Caravaggio habe eine stadtbekannte Prostituierte als Modell genommen. Was natürlich die Frage aufwerfen könnte, wieso überhaupt in ausgerechnet dieser heiligen Stadt eine Prostituierte so allgemein bekannt war, dass nach der Aufhängung des Bildes die Massen wie nie zuvor zur Santa Maria della Scala strömten – in einer Zeit, da es keine Massenmedien gab, ein durchaus bemerkenswerter Erfolg, der massgeblich zum Ruhme Caravaggios unter Europas Fürsten beitrug.

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Denn diese Maria ist heute nicht mehr in Santa Maria della Scala. Nach kurzer Zeit war es vorbei mit den nackten Füssen und der toten Jungfrau und dem Skandal: Man hängte das Bild bald ab und ersetzte es durch eine bedeutungslose die Augen verdrehende Jungfrau, die heute noch dort hängt, und, wie man anhand der Engel darüber annehmen darf, sogleich in den Himmel aufsteigen wird. Der Maler kopierte Caravaggios Technik, nicht aber seine Dreistigkeit, das Überirdische auf die Erde unter Hetären und Paragraphenhengste, Nepoten und Strauchdiebe zu bringen, er klotzte mit goldenen Hintergründen und fetten Engeln und erfreute sich bald unter Auftraggebern der Wertschätzung, die einst Caravaggio gegolten hatte. Der begnadete Maler mit seinem Hang zur Gewalt jedoch trieb es zu weit, er brachte im Streit einen Mann um, und diesmal schützte ihn niemand: Er musste aus Rom und Trastevere fliehen, reiste ein paar Jahre ziellos und getrieben umher, und starb 1610 beim Versuch, nach Rom zurückzukehren, an einer Krankheit. Sagt man. Andere munkeln von Mord. 

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Seine tote Jungfrau jedoch erfreute bald den englischen König Charles I, der das Werk kaufte, und danach die französischen Könige, die offensichtlich kein Problem damit hatten, eine tote Frau zu sehen, die möglicherweise in Trastevere mehr als nur nackte Beine zeigte. Santa Maria della Scala erhielt noch viel Kitsch und Plunder, verkam zu einer Rumpelkammer des Glaubens in einem schlechteren Viertel, und wer nur ein wenig Empfindung für Kunst hat, kann dort die Leere fühlen, die Abwesenheit, die verpassten und vergeudeten Chancen, die dummen Dünkel, die zur Ablehnung der Kunst führten, die Bereitschaft, sich mit Zweitklassigem abzugeben, wenn das Erstklassige zu mutig ist. Santa Maria della Scala verströmt die gleiche Hässlichkeit, die auch der provinziellen Elite zu eigen ist, die man flieht, wie Caravaggio damals in jungen Jahren aus der Provinz nach Rom geflohen ist, um dort an die Spitze der Kunst zu gelangen – und dort selbst erneut an all den Vorurteilen zu scheitern, die allen Schichten, Klassen, Religionen und Eliten immer und jederzeit zu eigen sind. Sie ist ein Monument der Dummheit, der Intoleranz und des Scheiterns an der Moderne, sie ist leer und vergessen, und wenn man es nicht weiss, ist es nur eine von den vielen hundert Kirchen Roms, fernab aller Strassen des sächsischen Pauschaltouristen, der gleichzeitig Leichenwurm der Religion und Trüffelschwein des allzu gewöhnlichen, weithin Bekannten ist.

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24 Lesermeinungen

  1. Sie schreiben tatsächlich...
    Sie schreiben tatsächlich über Hässliches, es sei „n i c h t w i r k l i c h ein Ausbund an feinem Geschmack“. Die Verwendung dieser, schon vor über 6 Jahren in der ZEIT aufgespiessten Schlechtfloskel zeugt im gegebenen Kontext und zumal in der popgermanistischen Ära Sick von gutem Stil. Complimenti! – Oder hatten Sie einfach nur Glück?

  2. Lieber Don,
    ich empfehle Dir...

    Lieber Don,
    ich empfehle Dir den freundschaftlichen Besuch einer deutschen Autobahnkirche. Nach allem, was Du so schreibst, wird sie Dir ästhetischer und stimmiger erscheinen als Santa Maria della Scala — und womöglich heimeliger als alle Kirchen Roms.
    Und: Füssen ist ein Kaff in Bayern. Menschen gehen auf Füßen.

  3. "Ein von oben geliefertes...
    „Ein von oben geliefertes Gnadenbild, speziell für diesen Ort gestiftet, war etwas anderes. Das hatte nicht jeder.“ Aber fast jeder. „Nicht von Menschenhand gemalt“ oder „vom Himmel“ – das galt für ungezählte Kunstwerke in ganz Europa. Allerdings waren diese Zusatzbezeichnungen immer auf den Inhalt bezogen, nicht aufs Material. Sie waren „bildlich“ gesprochen. Dass der liebe Gott Sachen vom Himmel wirft, glauben nur wir, dass die anderen -oder früheren- das glauben.

  4. Es schien dem sächsischen...
    Es schien dem sächsischen Gewürm schon Besorgnis angezeigt, man hätte hier seinen Platz verloren.

  5. Gern gelesen. Danke....
    Gern gelesen. Danke.

  6. Werter Don, eine klitzekleine...
    Werter Don, eine klitzekleine Anmerkung sei erlaubt: Köln hat mit 250 Kirchen wahrscheinlich eine – auch bezogen auf die Einwohnerzahl – eine wesentlich höhere Kirchendichte als Rom… Schließlich war es auch die Stadt Köln, welche mit dem Geschäft der Pilger über die Jahrhunderte viel mehr Geld verdiente als Rom. Dass das heutzutage mittlerweile nicht mehr so ist und Rom von der vatikanischen Präsenz profitiert, sei unbestritten. Doch was zählen ein paar Dutzend Jahrzehnte im Vergleich zu der Millennien-zählende Kirchengeschichte?
    .
    Ansonsten konnte ich nur zustimmend nicken bei Ihrer Einschätzung „…die dummen Dünkel, die zur Ablehnung der Kunst führten, die Bereitschaft, sich mit Zweitklassigem abzugeben, wenn das Erstklassige zu mutig ist“ Denn dieses Phänomen ist nachgerade keine zeitgeistliche, regionalspezifische und institutionell-gebundene Erscheinung. So wie ja ganz generell eigenständiges Denken eher als unsympathisch empfunden wird von der breiten Masse und von denjenigen, welche gerade das Sagen haben.

  7. ja, daran sieht man, nach...
    ja, daran sieht man, nach welchen erfolgsrezepten sekten funktionieren. sex sells. crime auch. heute ist das alles durch SAT1 und ähnliche dinge ersetzt.
    (mein größerer kleiner bruder, ungetauft und gottlos, musste in der auf dem land einzig verfügbaren grundschule selbstverständlich auch am katholischen religionsunterricht teilnehmen. nachdem die lehrerin mit verzücktem gesichtsausdruck das österliche leiden christi erklärt und die klasse dazu aufgefordert hatte, jesus am kreuz zu malen, zeichnete mein bruder den nackten, schlanken, langhaarigen und mit einem erotischen lendenschurz versehenen sohn gottes mit kindlich-realistischer akribie auf das zur verfügung gestellte papier und versah anschließend den leichnam mit einer sprechblase: „ich breche die herzen aller frauen!“ – nichts hätte es besser auf den punkt bringen können. das bild hängt noch heute gerahmt im arbeitszimmer meines gottlosen vaters.)

  8. Rupolt, ich schreibe schon...
    Rupolt, ich schreibe schon immer so.

  9. Tomahawk, das Generve wegen ss...
    Tomahawk, das Generve wegen ss und ß ist so alt wie dieses Blog, und ich bin reichlich taub für diese Besserwisserei. Und es mag durchaus sein, dass es noch was Schlimmeres gibt, aber das andert nichts an der Aussage des Beitrags.

  10. weisbescheid, mit Verlaub,...
    weisbescheid, mit Verlaub, aber das ist so nicht wahr. Die Anzahl der tatsächlich dergestalt zugeschriebenen Gnadenbilder ist sehr klein, und das hat eine Reihe von guten in der Kirchen- und Kunstgeschichte liegenden Gründen.

  11. huu.rrha, niemand wird...
    huu.rrha, niemand wird vergessen und zurückgelassen.
    .
    Loreley, gern geschehen.

  12. Itha, als Historiker wird man...
    Itha, als Historiker wird man entweder zum Zyniker, oder aber zu Ungläubigen, was die Fähigkeiten der Menschen zur Besserung angeht. Dass die Glotze heute die sinnstiftende Institution ist, steht leider ausser Frage, und es sieht auch nicht so aus, als würde sich da so schnell etwas ändern.

  13. nun ja, da ist es vielleicht...
    nun ja, da ist es vielleicht gut, dass nicht alle historiker sind. ich weiß es ja auch nicht. aber die hoffnung darf man nicht aufgeben. falls ich mal einen grabstein haben sollte, möchte ich darauf geschrieben sehen: „sie hat es immerhin probiert.“ oder so. aber wahrscheinlich sterbe ich ja gar nicht.

  14. Köln sei das vergönnt -...
    Köln sei das vergönnt – schliesslich verprasste der Kölner das Geld für den Wein, der wiederum auf Kloster Eberbach kam, und der Pilger ist nur ein Teil der vatikanischen Einnahmen gewesen – Ämterkauf, der berüchtigte Ablass, der Peterspfennig und überhaupt: Es gibt Gründe, warum die sich das alles leisten konnten, so wie es sich darstellt. Geld ist der eine Grund. Fehlender Geschmack der andere. Und dass alles Geld auch nicht gereicht hat, de Kölner Dom beizeiten zu vollenden, ist eben auch so eine Geschichte.

  15. "er hat s versucht, aber nun...
    „er hat s versucht, aber nun mag er nicht mehr“ wäre auch nicht schlecht. Was ich mir immer denke: Wenn der Mensch das Beste ist, was Gott zu machen verstand, und wir annehmen, dass er so eine Art Handwerker ist – würden wir von ihm nochmal eine Schöpfung bestellen? Oder würden wir nicht zumindest ein anderes Angebot einholen?

  16. @Don
    So viel liebevoll...

    @Don
    So viel liebevoll differenziert ausgeurteilte Abneigung habe ich bisher noch nicht einmal von einem Jesuitenschüler erkennen dürfen.
    Eigentlich ist dies mehr als nur die Bestätigung kirchlicher Leitmotive, deren Nach-er-leben doch immer wieder nur allzu menschliche Schwächen zumindest als teilweises Scheitern programmieren.
    Nachlässige Ignoranz, niedrigschwelliges Beachten, toxisches Lob auf vermeintlich kirchliche Tugenden, würde Ihre Intentionen vielleicht wirksamer gewichten.
    Die innere Anteilnahme an den Befindlichkeiten einer römisch-katholisch geprägten Mentalität, in Manifestation wohlbegründeter Ablehnung, machen Sie hier geradezu offenbar.
    Aber so müssen Sie sich mit dem Sortiment von empfundenen banalen Niedrigkeiten in bezug setzen. Bei aller Ärgerlichkeit, die bei dieser, in Ihrer Wirkung nicht zu unterschätzenden kirchlichen Angelegenheit aufkommen mag, rechnet sich soviel eigentlich wert-schätzende Aufmerksamkeit?
    Andererseits: vielleicht findet sich nichts g´ttgefälligeres, als seinen Weg bei allen rechtens genommenen Zweifeln, zu suchen, selbst dann, wenn wie beim freudigen winterlichen Bergabrodeln, das Ziel schon bekannt ist.

  17. ein anderes angebot: ja, ich...
    ein anderes angebot: ja, ich wäre dafür. und würde dafür auch nicht erst die entscheidung des geschäftsführers abwarten.
    .
    „nun mag er nicht mehr“ – also, es gibt ja vieles, worum man tagtäglich gebeten wird (und ich habe zurzeit etwa 10 stunden am tag den hut der personalmanagerin auf), aber das unterschreibe ich nicht!:)

  18. "er hat s versucht, aber nun...
    „er hat s versucht, aber nun mag er nicht mehr“
    Und selbst wenn er nur ein intentionsloser Künstler war und es nicht besser können wollte, die in der Welt abgesetzten Unikate bleiben auch nach mehrmaliger Angebotsprüfung unbezahlbar.

  19. codizil, man kann nicht Bayer...
    codizil, man kann nicht Bayer sein und gegenüber dem Katholizismus ignorant, dafür ist er überall zu präsent und zu sehr in den Leuten drin. Nicht so, wie es der Kirche gefallen würde, aber auch nicht so, dass man es nicht beachten sollte. Und natürlich kann man sich auch ganz andere Spielfelder heraussuchen, so gross der Komplex ist. Ich hatte Lust auf diese spezielle Kirche.

  20. itha, ich finde es persönlich...
    itha, ich finde es persönlich durchaus in Ordnung, dass es mal sein Ende hat, oder wie alte Leute in Bayern nach geglückten Operationen sagen: „Dabei hätt ich so schön sterben könen.“

  21. Oh ja, der Katholizismus ist...
    Oh ja, der Katholizismus ist in Bayern in den Leuten drin. Nicht so wie es die Kirche will und er ändert sich wohl auch im Lauf der Zeit nicht so wie es die Kirche will.
    Dies war schon vielen geneigten Beobachtern ein Rätsel.
    Zwar fielen auch schon Vielen, die vom Norden Deutschlands nach Süden reisten „die runderen und milderen Gesichter“ dort auf, aber auch das blieb ein Rätsel.
    Und da ist etwas: 18 Generationen lang etwa wurden landwirtschaftliche Betriebe mit allem Zubehör an Metzgereien, Mühlen und Verwaltung südlich des Mains, zumeist südlich der Donau, nördlich der Alpen von beurkundet römischen Bürgern betrieben. Und zwar kaum weniger als auch in besten Zeiten Soldaten dort stationiert waren. Die Auswirkung dieses Sachverhalts zusammen mit der geradezu magischen Attraktivität des Corpus Juris Civilis als effektiver Limes ist erst noch von Historikern darzustellen, die nicht nur die Tage der Schlachten, sondern auch die Monate davor und die Wochen danach ins Auge fassen, einstmals fassen können. Das Ganze hat sich übrigens vor zirka 65 Generationen zugetragen.
    Es ist aber gleich zu dementieren, daß hier nur auf Gene angespielt wird. Vielmehr stellt sich die Frage nach direkter, offener und unterschwelliger, traditioneller Übermittlung.
    Wenn dem aber so wäre, stellte sich Kulturelles samt seinen Affinitäten als bemerkenswert zählebig heraus. Eine der Affinitäten wäre, nebenbei bemerkt, die zu speziellem Kitsch, nicht aber zum Gelsenkirchener Barock.
    So, genug der Spekulation, mögen sie auf ihre Weise glücklich werden.

  22. Wastlsohn, das ist irgendwie...
    Wastlsohn, das ist irgendwie auch Thema des nächsten Beitrags. Es ist ja nicht so, dass es ich volständig verstehe, aber es ist eine logische Erklärung für vieles. Ich merke es an mir selbst, wenn Gäste aus dem Norden da sind und denen etas fremdartig vorkommt, was für mich völlig normal ist, angefangen beim Grüss Gott, das ihnen vom Bergwanderer entgegenschallt, über die zahllosen Marterl bishin zur immer noch oft erstaunten Frage, ob man denn evangelisch sei.

  23. Die Aufklärung hat noch den...
    Die Aufklärung hat noch den meisten Historikern gefallen, Berufsmisanthropie ist nicht zwingend.

  24. Ich würde denken, das hängt...
    Ich würde denken, das hängt ganz vom Forschungsgegenstand ab. Bei Technikgeschichte glaubt man eher an Fortschritte denn bei, sagen wir mal, Glaubensgeschichte oder Totalitarismusforschung.

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