Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Kleiner Ausreiseführer für Gehirnausfliessende

| 113 Lesermeinungen

Gehören Sie auch zu jenen Neureichen, die allenthalben drohen, dieses neidige Land Ihrer Anwesenheit verlustig gehen zu lassen? Glauben Sie auch, dass man hier als Leistungsträger nur drangsaliert und ausgenommen wird? Suchen Sie neue Herausforderungen für sich und ihre 125.000 Jahreseinkommen? Dann habe ich ein paar Ratschläge für sie, mit denen sie ganz sicher nicht als Opfer baltischer Währungskrisen oder als Spucknapfreiniger an der Riviera enden werden.

Das Komitee hatte entschieden, angesichts des Beginns einer neuen Ära die Prostitution für abgeschafft zu erklären und das Bordell in der Firmen Galan zu schliessen.
Ilja Ehrenburg, Was der Mensch braucht

Es ist ganz erstaunlich – in den letzten Tagen habe ich mal im besseren Viertel der Stadt ein wenig rumgefragt, wie hoch der Anteil der Deutschen ist, die mehr als 125.000 Euro im Jahr verdienen. Die Schätzungen lagen stets zwischen 10 und 25%. Was möglicherweise damit zu tun hat, dass der Anteil dieser Leute im Viertel sehr viel höher ist; das verzerrt natürlich die Perspektive. 125.000 wird übrigens auch nicht als unbedingt „viel“ angesehen. Der Umstand, dass eine Steuererhöhung für diese Gruppe nur 1,6% der Bevölkerung betrifft, wurde mit Erstaunen, aber doch auch mit einer gewissen Mannhaftigkeit aufgenommen. Niemand polterte im Sinne von Wirtschaftsverbänden, Klientelpolitikern und anderen Mietmäulern los, man werde seine Sachen packen und gehen.

 Für Letztere sind das natürlich grosse Zeiten, und nachdem neben dem wirtschaftsliberalen Irland nun auch Grossbritannien Abgaben erhöht und dabei die Reichen von 40 auf 50% Abgabenlast hochsetzt, trennt sich auch dort die neureiche Spreu der Cityarbeiter mit lautem Klagen vom wohlhabenden Weizen der Upper Class. Zwischen Mitleid und einem gewissen Ekel nehme ich zur Kenntnis, wie sich manche leitende Journalisten, die es mit Hängen und Würgen über die gar nicht mal so magische Gehaltsgrenze schaffen, die Blösse geben und nun dergestalt geplünderten Leistungsträgern anraten, mit einem „Brain Drain“ zu gehen und jene Länder aufzusuchen, die noch nicht so leistungsfeindlich sind.

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Ekel, weil es der weinerliche Verrat des Landes und der Demokratie für ein paar lumpige Euro ist, und Mitleid, weil ich es irgendwie verstehen kann: Diese Leute ahnen, dass die Reichensteuer so oder so kommen wird. Nach den Wahlen wird man wieder zusammenrücken, und diejenigen Volksvertreter, die dergleichen Elitenschröpfung schockiert, schockiert! ablehnen, werden sagen, dass die SPD in dem Punkt absolut unnachgiebig war, und so habe man sich darauf geeinigt, die Reichensteuer gleich mal auf 50% anzuheben. Abgesehen davon würde es mich auch gar nicht überraschen, wenn es demnächst wieder die ein oder andere Vermögenssteuer gäbe, denn die wohlhabenden Deutschen haben so viel auf der hohen Kante, dass sie mit ein wenig Konsum jede Krise locker wegverschwenden könnten. Da könnte eine Steuer ein probates Mittel sein, sie vor die Wahl zu stellen: Möchtest Du Dein Geld lieber dem Staat oder dem Rieslingwinzer, dem Galeristen und dem Möbelrestaurator zukommen lassen?

Ein Angebot, das man nur ablehnen kann, wenn man es vorzieht, das Land zu verlassen. Ich bedaure es absolut nicht, dass gerade die Propagandisten aus den Medien wenig Chancen haben werden, sich dem Zug der internationalen Leistungselite in Richtung freundlicher Gefielde anzuschliessen, denn die Moderatorenposten beim Urlaubsradio auf Malle sind bereits vergeben, und generell wird man im Stand der Journalisten keinem böse sein können, der im schönen Bayernland die charmante Auffassung vertritt, dass man mit ihnen gerade „d’Sei fuadan ko“. Ich bin ja gern in Deutschland, aber ich finde auch, dass man als Elite die Pflicht hat, nicht nur den Maulhelden zu spielen, sondern konsequent und entschlossen zu handeln. Also möchte ich hier nicht nur dazu aufrufen, gleich die modern-kahle Wohnung in den nicht gerade gesunden Immobilienmarkt mit ein paar Zehntausend Verlust hineinzuverkaufen, sondern auch gleich hochgelobte Länder in Augenschein zu nehmen, wohin man mit all den anderen globalisierten Leistungsträgern ziehen kann.

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Warnen muss ich jedoch vor dem in anderer Hinsicht so beliebten Österreich. Nicht nur, dass dort der Immobilienerwerb für Piefkes schwer und eine ausländerfeindliche Partei nie fern ist: Obwohl Österreich bei den einschlägigen Kreisen einen famosen Ruf für Steueroptimierung in Jungholz, wo angeblich auch deutsche Firmengrössen vertrauensvoll anlegen, und für die Vermeidung von Erbschaftssteuern hat, schaut es mit der Einkommensteuer nachgerade leninistisch aus: Bei 50% ab einer Grenze von 60.000 Euro ohne Ehegattensplittuíng darf man davon ausgehen, dass die KPdSU im Wiener Finanzministerium ihre Auslandsorganisation betreibt. Das finde sogar ich hart, aber für einen Bayern ist es ja auch kein Problem, Österreich zu verraten.

In der Schweiz ist natürlich alles besser. Gerade Zürich. Dieser wunderbare Blick über den See, die drollige Sprache, wegen der man gar nicht versteht, wenn sich die Eingeborenen über einen lustig machen, das Klima im Sommer, wenn  der Schnee weg ist, die Kultur, der internationale Flair, die unerreichbaren Villen in Locarno, und das alles bei lumpigen, knapp 20% liegenden Einkommensteuern. Paradiesisch. In der New Economy kannte ich einen Abteilungsleiter einer berühmten Beratungsfirma, der dort drei Wochen weilte und nicht anders lebte, als in München. Am Anfang. Am Ende kappte er die Kosten, wo es nur ging. Das machte er sonst nie. Das SchnellEss-Brötchen am Bahnhof für 8,50 Franken fand er immer noch teuer. Zürich hat niedrige Steuern. Und sehr hohe Kosten, die man spürt, wenn einem ein paar tausend Euro Steuern weh tun.

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Und dann ist da noch ein grundlegendes Problem mit der Schweiz. Das Land kann auf Steuern pfeifen, weil alle Welt dort Schwarzgeld bunkert. Das ging lange gut, aber mit dem Niedergang des Bankgeheimnisses und der Schweizer Grossbanken gerät das Land in eine bedrohliche Schieflage: Sollte die UBS wirklich schweren Schaden nehmen, bräuchte das Land plötzlich sehr schnell sehr viel Geld. Und abgesehen davon: Schon jetzt stellen Schweizer Banken eher aus als ein. Die Schweiz steht plötzlich selbst auf der Kostenbremse. Und wenn Zehntausende von Hochtalentierten aus den Firmen zwangsweise gehirnausfliessen, ist da ein deutscher Finanzmarktspezialist wirklich noch gefragt? Ausfliessen ist nicht schwer, aber wo kann man heute noch einfliessen? Eine schwierige Frage

In Steuerfragen sagenhaft günstig, gar nicht teuer und obendrein für ausländisches Geld immer offen ist Osteuropa. Bisher gewesen. Ich kenne Leute, die dort vor 10 Jahren Banken aufgebaut haben. Die waren begeistert von Osteuropa und dem Spirit, der dort in der Elite herrscht. Die fehlenden Grenzen, die unternehmerische Freiheit, und wenn man im richtigen Viertel war, gab es auch keine Kriminalität. Im Baltikum, in Ungarn und in Polen ging was voran, da konnte man sehr schnell sehr viel verdienen, und das bei läppischen Steuern. Diese Länder wussten mit ihrer „Flat Tax“ für alle noch, wie man Leistung belohnt. Leider verbrennt man im Baltikum gerade Puppen, man redet vom Staatsbankrott, in Ungarn braucht man Geld vom Internationalen Währungsfond, und Österreich steht am Rande des Abgrunds, weil es dort zu viele Geschäfte gemacht hat. Vielleicht doch nicht so toll, dieses Osteuropa.

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Natürlich gäbe es noch Dubai. Da ist gerade wieder einiges frei. Und Steuern gibt es nicht. Solange man nicht wegen Sex am Strand verhaftet wird und kein Problem damit hat, dass die meisten Ausländer aus Bangladesch und Indien wie Sklaven gehalten werden, solange man mit Medien leben kann, die über das Land so offen und ehrlich wie deutsche Wirtschaftspresse über die FDP berichtet, und einem die Sandstürme nichts ausmachen, die netterweise Bauruinen verdecken, ist es super. Die Skorpione in den Bädern sind auch angeblich nicht sehr giftig. Nur einen Job müsste man dort bekommen. In einer Zeit, in der das Land selbst Hilfszahlungen braucht: Nicht ganz einfach. Wer gefeuert wird, muss sofort das Land verlassen. Nach Deutschland. Da will man aber nicht hin.

Monaco? Pardon, aber wer wegen ein paar tausend Euro mehr Steuern winselt, braucht in Monaco noch nicht mal als Spucknapfreiniger anfangen. Und wie lange das Fürstentum noch mit seinem Ruf als Geldwäschenation weitermachen kann und will, steht auch in den Sternen. Die USA, die angeblich so liberal sind, schrauben gerade auch an den Abgeben für Besserverdienende, und die dortigen Steuerbehörden sind nicht so nett wie ihre deutschen Kollegen. Es ist alles nicht einfach, aber dennoch, einen Rat möchte ich den Gehirnausfliessenden mitgeben, die es wegen der Steuern tun: Weitgehend unbekannt sind die famosen Bedingungen im Schweizer Monaco des Ostens, im Libanon. Man zahlt nie mehr als 21% Steuer, Sicherheitskräfte sind billig, es gibt massenhaft Organisationen, die Finanzfachleute brauchen, es gibt Meer und schöne Frauen und eine mächtige Geschichte als Handelsnation, und das Land gibt sich auch alle Mühe, Monaco als sicherer Geldhafen gerade für die aufstrebenden Diktaturen des mittleren Ostens zu beerben. Im Winter kann man Skifahren, im Sommer baden, und wer im drusischen Bereich etwas ausgefressen hat, indem er kein Schutzgeld bezahlt, geht einfach rüber zu den Schiiten. Im Libanon geht noch was. Drogen, Waffen, Geldwäsche, Korruption, lauter Geschäftszweige, für die sich die angebliche erste Welt zu leistungsfeindlich ist und die immer Konjunktur haben. Die wissen noch, was Leistung wert ist. Da heult keiner wegen Mobbing im Büro, da trägt man es mit Autobomben aus. Die tun was, im Libanon. Feine Sache.

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Begleitmusik: Nicht wegen der niedrigen Steuern, sondern für eine üppige Entlohnung kam der italienische Komponist und Musiker Giovanni Benedetto Platti 1722 an den Hof des Fürstbischofs Johann Philipp Franz von Schönborn, bekannt als Gründer der Würzburger Residenz und damals auch gefürchtet als Steuertreiber, mit dem er seinen Prunk finanzierte. Als er 1724 starb, wurde sein Tod in Würzburg bejubelt, und Platti war einer der wenigen Musiker, die bleiben durften. Er war wenig beschäftigt und hatte somit viel Zeit, für andere Herren zu arbeiten. So entstanden seine Concerti Grossi nach Arcangelo Corelli, die bei Harmonia Mundi erschienen sind und angenehm leicht den Tag versüssen, wenn man wieder bittere Tränen wegen ein paar Euro vergossen hat, die man wegen dieser bösen, leistungsfeindlichen Steuerpolitik nun nicht dem seriösen Betreiber eines Altersheimes auf dem grauen Kapitalmarkt zuschieben kann. 

 

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113 Lesermeinungen

  1. Als Lösung bleibt immer noch...
    Als Lösung bleibt immer noch der Kauf einer unbewohnten Insel im Pazifik. Keine Steuern, keine Risiko von unverschämten neureichen Nachbarn, die ulimative Abschottung von allen Störfaktoren (am besten ohne Familie).

  2. Aber was tur man, wenn die...
    Aber was tur man, wenn die Klimaerwärmung kommt und das alles unter Wasser setzt? Und: Gibt es dort eine Pizzeria, die mit Blattgold belegt?

  3. Ich habe den starken Verdacht,...
    Ich habe den starken Verdacht, dass diejenigen „Leistungseliten“, welche jetzt mit Auswanderung drohen (hihi), ungefähr ein bisschen exakt mit jenen „Leistungseliten“ identisch sind, welche die Karre a,n die Wand gefahren haben.
    Denen möchte ich da nur die alte altbundesdeutsche Forderung zurufen:
    „Wenn es Dir hier nicht passt, dann geh‘ doch nach drüben!“
    Also ab mit denen nach Burkina Faso oder Somalia, den Musterländern des Neoliberalismus!

  4. Ich frage mich gerade, wie es...
    Ich frage mich gerade, wie es wohl wäre, wenn die selbsternannten Leistungsträger hier alle süffisanten Warnungen in den Wind schlagen, lieber noch einmal trotzig das FAZ-Westerwelle-Interview lesen, dabei ausrufen: „So ist es! Ganz genau!“, und dann wirklich meinetwegen in Richtung Singapur, Malaysia (oder Mars?) aufbrechen. Wenn sie dann, dort (nicht wirklich) angekommen, vom Lost-in-Translation-Heimweh gebeutelt, verstohlen in bundesdeutsches Sat-TV und Import-Stern und -Faz lugen, auf verzweifelte „Kommt zurück!“-Rufe hoffend. Auf Niedergang und Reue. Wenn diese dann aber unerwarteterweise ausbleiben. Der „Schaden“ gar nicht bemerkt wird. Wenn sie merken, wie ersetzbar sie waren, wie Andere, Aufsteiger, Einwanderer, längst ihre ehemaligen Positionen eingenommen haben, die gut mit den Zuständen in D. leben können. Wenn ihre spezielle „Leistung“ also gar nicht vermisst wird.
    Vor einigen Jahren gab es ja mal so eine Flut von „Ich-wandere-aus!“-TV-Dokusoaps bei den Privaten. Die Flut ebbte dann aber rasch ab, um wenig später von einer Welle von „Ich-komm-jetzt-wieder-zurück!“-Dokusoaps abgelöst zu werden. Betraf in dem Fall eher sog. „kleine Leute“. Über deren Rückkehr freute man sich dann tatsächlich.
    Die Robinson-Variante halte ich für unwahrscheinlich: Kein Personal, keine Infrastruktur. Man muss alles selber machen, und dann schauen wahrscheinlich bald die Piraten vorbei. Nicht sehr komfortabel.

  5. Pitcairn, hätte ich mal...
    Pitcairn, hätte ich mal gedacht. Aber die sind wohl doch auf Subventionen aus England angewiesen – schlecht.
    Aber irgendein Eckchen wird’s schon wieder geben, wohin gebraindraint bzw. wenigstens gedraint (Michael Schumacher, Boris Becker) werden kann.

  6. Was kostet so ein Paar -...
    Was kostet so ein Paar – Auswanderschuhe?

  7. Sollen sie doch gehen,...
    Sollen sie doch gehen, diejenigen, die meinen, wegen ein paar eingesparter Steuerprozentpunkte das Land verlassen zu müssen. Ich hätte da auch eine Antwort parat, an die sich die Politik natürlich nicht herantraut: Ausbürgerung. Je nach Höhe der solcherart “eingesparten” Prozente ließe sich auch über ein späteres Einreiseverbot nachdenken. Wollen wir dann doch mal sehen, wie wehmütig die Herrschaften mit 80+ (reiche Menschen neigen ja dazu, sehr alt zu werden) auf die Annehmlichkeiten der bundesrepublikanischen Infrastruktur zurückblicken werden. Aber natürlich wird dies niemals geschehen…

  8. Erinnert sich eigentlich noch...
    Erinnert sich eigentlich noch jemand an den letzten Wahlkampf? Wie war das nochmal mit der Mehrwertsteuer? Don hat schon recht, eine Erhöhung der Steuern im Herbst ist – völlig unabhängig vom Wahlausgang – zu erwarten.

  9. Flusskiesel, es gibt solche...
    Flusskiesel, es gibt solche und solche: Wer in Deutschland im Bereich der Kommunikation arbeitet, wird es international nicht leicht haben. Beratung über Grenzen hinweg ist nicht ganz leicht, wie auch Juristerei. Wirklich global uneingeschränkt mobil sind nicht viele Menschen, aber natürlich könnten Hedge Fonds von London an den Zürichsee übersiedeln. Haben sie ja auch schon angedroht, falls man sie beobachten möchte.

  10. Metten1, an dieses Beispiel...
    Metten1, an dieses Beispiel musste ich auch denken. Aber diesmal geht es wirklich ans Eingemachte. Letztes Mal kam die Erhöhung in den Boom hinein. Diesmal geht es wirklich nur noch um das Stopfen immer neuer Löcher bei steigender Arbeitslosigkeit. Man kann gar nicht anders.

  11. na, dass man tatsaechlich im...
    na, dass man tatsaechlich im aussland elitestatus geniesst, ist richtig.
    richtig insofern, als dass man, zumal in metropolen, einer gruppe internationaler menschen angehoert, die in der regel schnell und unkompliziert entscheidungen treffen, einander helfen und auch in den gastlaendern in der regel direkt oder indirekt ueber kontakte verfuegen, die geschaeftliches, privates und gesellschaftliches fuer alle beteiligten ungleich leichter und einfacher machen, als in der heimat.
    ueber geld wird dort tataechlich nicht geredet. und auch alles ‚elite‘-empfinden ueberlaesst man mit einer gewissen aufgeklaert modernen distanz denen, die drin stecken, im oertlichen feinwerk aus DOs and DON’Ts.
    nein. das faktisch elitesein im internationalen zirkus der weltmetropolen verpflichtet eher, von irgendeinem duenkel weit abstand zu nehmen.
    es ist ein schoenes leben.
    und nach deutschland moechte kaum einer zurueck. – auch wenn mancher vielleicht manchmal an den webseiten von spiegel, sz und faz haengt, wie an einem lebensfaden, der ihn mit der skurilen und doch so bekannten und innig geliebten heimat verbindet.

  12. Lieber Don,
    beim Verfassen...

    Lieber Don,
    beim Verfassen Ihrer Meldung hatten Sie wohl auch Probleme den Brain Drain (in der von Ihnen gewählten Übersetzung wortlich genommen) zu verhindern. Denn wenn Sie auch die Folgen eines individuellen Exodus ganz zu Recht marginalisieren, bleibt der institutionelle Exodus (it est: von Unternehmen samt deren Eigentümern) und deren fiskalischer Vorteile im Ausland ebenso sträflich vernachlässigt wie die individuelle innere Emigration. Und gerade letztere müsste Sie schrecken: Leistungsträgern, die zur Steuervermeidung den Arbeitseinsatz reduzieren, bleibt nunmehr die Zeit, das noch immer nicht nur zur Subsistenz benötigte, wenn auch reduzierte Nettoeinkommen auf den Spielplätzen am Tegernsee, bei Orgelkonzerten in Asamkirchen oder ganz allgemein bei der Besichtigung der Westenden bayerischer Gemeinden mit der Betrachtung des dortigen Lokalkolorits zu verbringen.
    Und das täte Ihnen und Ihresgleichen wirklich weh. Sie sehen, es sollte auch Eigennutz der besitzenden Klasse sein, den von Arbeitseinkommen abhängigen soviel Eigenbehalt von der Mehrarbeit zu versprechen, dass diese (bis auf 2 Wochen Malediven) nicht aus den Bürokäfigen herauskommen.
    PRINCIPIIS OBSTA!!

  13. Don,
    .
    das sind doch wohl...

    Don,
    .
    das sind doch wohl keine gekleben Sohlen, die vom letzten Bild, oder ?
    .
    Im übrigen tragen derzeit Kappen wie im Bild 1 („Schnäbel“) lediglich Finanzdienstleister in mittlerer Führungsposition ohne ein tiefes Gefühl von Peinlichkeit (die in den unteren Chargen, denen ist eh alles egal, die tragen auch Karreeschuhe).

  14. In Fachkreisen gilt "Steuern...
    In Fachkreisen gilt „Steuern sparen ist der Sex alter Männer“, ich sehe die Steuer eher als Mitgliedsbeitrag für einen paradiesischen Club, denn nichts anderes ist Deutschland (Europa). Jedes der oben aufgeführten Länder hat 2 oder 3 Vorteile und dafür muss man 20 oder 30 Nachteile in Kauf nehmen. Was nützt der teure Sportwagen wenn ich in Monaco nur im Stau stehe, was nützt die Villa unter Palmen wenn ich das Wasser aus dem Hahn nicht trinken darf, was nützt mir meine Belesenheit wenn ich im Steurparadies nur mit Deppen am Tisch sitze. Wir haben im Norden Meer und Dünen, im Süden schneebedeckte Berge mit klaren Seen, dazwischen die wohl beste Infrastruktur des Planeten und größtenteils nette Menschen in allen Gesellschaftsschichten. Lohnt es sich nicht dafür einen Teil seines Einkommens zu investieren? …aber die ganzen „Gordon Gekkos“ die wir uns gezüchtet haben, möchten natürlich alles nutzen und andere dafür bezahlen lassen.

  15. Nun, Ich bin vor einem Jahr...
    Nun, Ich bin vor einem Jahr ausgewandert – aber nicht als Banker und nicht nach Zürich sondern als (junger)Architekt an den Genfer See.
    Von den Sandwichpreisen unterscheidet sich dass wenig, aber die Perspektive ist doch besser als für den Derivatehändler – ein Häuschen am See hat noch keinem Portfolio geschadet, nicht wahr? Hier schlummert Post-Lehman Cash in den Schliessfächern das investiert werden will, und auch wenn die Eintrittsschwelle sehr hoch liegt haben wir sehr gut zu tun.

  16. @Don:
    Ja, an die...

    @Don:
    Ja, an die Kommunikatoren hatte ich jetzt nicht direkt gedacht (obwohl ja in Deinem Beitrag ja angesprochen). Aber es gibt ja noch viele andere „Leistungseliten“ in den Banken usw.
    Aber die werden auch nicht gehen. Den Gefallen tun die uns nicht.

  17. @Fragezeichner

    Wenn's...
    @Fragezeichner
    Wenn’s wirklich ultimativ sein soll, wie wär’s dann mit einem prunkvollen Mausoleum?

  18. Wehrter Don,
    danke für die...

    Wehrter Don,
    danke für die Aussicht auf einen“ Bomben“ sicheren Tip in Sachen Neuorientierung und Broterwerb.
    Doch glauben Sie nicht das in Cuba etwas zu machen währe?
    Totgesagte leben zwar lang, aber auch nicht ewig und bis Miami
    ne Stunde mit dem Wasserski.
    Herzlichst Paulchen

  19. Spaßig ist ja auch, dass die...
    Spaßig ist ja auch, dass die Politiker viel von Differentialrechnung verstehen. In Integralrechnung sind sie dagegen Nieten.
    .
    Da wird zur Recht von allen Seiten gegen den Progressionsbauch geschimpft, weil gerade dieser eine leistungsfeindliche und schwer zu überwindende Schranke für den gesellschaftlichen Aufstieg bedeutet, der ja hierzulande nur vom Geld abhängt. Die unterhalb des Bauchnabels der Progression dürfen sich abstrampeln wie sie wollen. Bevor sie akkumulieren können – eine technische Voraussetzung für den gesellschaftlichen Aufstieg -, knöpft ihnen der Staat alles wieder ab. Die oberhalb des Bauchnabels können sich dagegen entspannt zurücklehnen. Bei ihnen steigen die Zinsen und Renditen schneller als die Progression es ihnen wieder abnehmen kann (vor allem bei wegen des Steuersatzes von 25% auf Kapitalerträge).
    Dabei gibt es diesen Bauchnabel nur, weil die Politiker in diesem Punkt bauernschlau den maximalen Grenznutzen für das Steuersäckel erkennen. Sie können genau an diesem Punkt mit der maximalen Steigung der Ableitung immer sagen: „Liebe Leute, es ist nur ein zehntel Prozent Steuererhöhung, das könnt ihr doch verkraften“, aber ihre Gesamtbeute ist an diesem Punkt am größten.
    .
    Dagegen werden sie auf einmal tumb wie Schimpansen, wenn man sie bittet, die Steuerkurve doch bitteschön zu linearisieren. Dann behaupten sie: „Das können wir uns nicht leisten. Der Einnahmeausfall wäre zu groß“. Dabei braucht man nur die Steigung einer Gerade so zu berechnen, dass unter der Fläche die Gesamtsteuereinnahmen gleich bleiben. Simple Integralrechnung also. Natürlich müsste man den Spitzensteuersatz dann ordentlich erhöhen. Aber das wollen sie partout nicht begreifen.
    .
    Die Differentialrechnung beherrschen sie perfekt. Bei der Integralrechnung schaffen sie die Versetzung nicht!

  20. Herrlicher...
    Herrlicher Artikel!
    @Fragezeichner:
    Na unbewohnt? Ohne Infrastruktur? Da muss man den ganzen Mist ja auch noch bezahlen … Und das will von den Leuten niemand. Das ist dann irgendwie wie die Schweiz: Man spart Steuern, aber irgendwie bleibt am Ende doch nicht mehr übrig …

  21. Sie sagen, die...
    Sie sagen, die Wirtschaftspresse würde nicht ‚offen und ehrlich‘ über die FDP berichten? – – – Asohörnsema, da in diesem bunten Manager Magazin stand in einer umfangreichen Home Story sogar schon mal, dass der Guido einen männlichen Lebensabschnittsgefährten hat. Das ist dann doch wohl kritischer Journalismus genug!

  22. @eyes: So ungefähr wird es...
    @eyes: So ungefähr wird es dann sein (frei nach Douglas Adams):
    „…The planet Golgafrincham creatively solved the problem of middle managemers: it blasted them in to space.
    Golgafrinchan Telephone Sanitisers, Management Consultants and Marketing executives were persuaded that the planet was under threat from an enormous mutant star goat. The useless third of their population was then packed in Ark spaceships and sent to an insignificant planet.
    That planet turned out to be Earth, where the arrival of the Golgafrincham B Ark rather disrupted an experiment designed to find the question to the ultimate Answer. …“
    Und ob die Hiergebiebenen wirklich an einer durch ein infiziertes Telefon ausgelösten Seuche sterben, bleibt noch offen….
    MD

  23. eyes, ich kenne zwar viele,...
    eyes, ich kenne zwar viele, die im Osten Banken aufgebaut haben (eine Weile war das unter vom Normaldienst gelangweilten Hoffnungsträgern sehr beliebt, gewissermassen der Schnellgang beim Aufstieg), aber ich kenne keinen, der das länger als drei, vier Jahre gemacht hätte. Die meisten waren nachher froh, wenn sie in die Zentrale zurück konnten. Das ist alles nicht so ernst, sondern eher wie die Kolonien im britischen Empire. Gibt es auch als Version für die ganz Kleinen: Dort heisst das dann MBA in den USA oder in England. Keiner will wirklich für immer weg, spätestens, wenn man älter wird und die Vorzüge der kostenlosen Gesundheitseinrichtungen zu schätzen lernt, passt man auf, dass man nicht länger als 4 Stunden im Auto fern der Heimat ist.

  24. nnier, bei Boris Becker war...
    nnier, bei Boris Becker war das ja in Sachen Steuer nicht so erfolgreich, wie man gesehen hat.
    .
    Ruiniert, meine unteren? Sag ich nicht. ich wandere aber auch nicht aus.

  25. Chat Atkins, in Zeiten wie...
    Chat Atkins, in Zeiten wie diesen ist das ja auch nur Stimmenfischerei. man mache doch mal die Probe aufs Exempel und fordere die totale Liberalisierung von Anwaltsleistungen, Notarbeglaubigungen und eine Freigabe des Apothekenmarktes, leistungsbezogene Bezahlung hoher Beamter sowie die Streichung staatlicher Steuerprivilegien. Und schaue dann, was die FDP sagt. Wenn es eine Partei gibt, die gegen den freien Markt ist, sollte dieser die Klientel beengen, dann ist es die FDP.

  26. Werter Vetter!
    Die...

    Werter Vetter!
    Die 4-Stundenrechnung zur heimischen Gesundheitseinrichtung passt nicht ganz zu den Toskanasiedlern [siehe auch Euren blog-Beitrag vom 20.4. (sic)]
    Das sind immerhin mindestens 6-7 nach München und ca 10 Std ins Rhein-Main Gebiet!
    Sonst kann ich nur zustimmen!

  27. don, die komparative qualitaet...
    don, die komparative qualitaet heimischer gesundheitsversorgung ist ein irrglaube – ein perfides komplott reaktionaerer kraefte. – lassen sie sich nicht taeuschen! auch der naechste deutsche chefarzt ist in auslaendischen privatkliniken nie fern.

  28. Ich bin ja eine Mischung von...
    Ich bin ja eine Mischung von amüsiert und entsetzt, dass Sie die ganzen gehypten „high potentials“ in den Libanon schicken möchten. Vor 10 Jahren war´s ja dort noch hübsch, dazu das Meer, die Sonne usw. Vielleicht – bevor jetzt der Trek der McKrinskis gen Osten einsetzt – sollte man noch kurz warnen, dass heutzutage einige Viertel von Beirut von der Hisbollah kontrolliert werden.

  29. Hisbollah, Schmisbollah......
    Hisbollah, Schmisbollah… wenn die Jungs nicht die Drogen liefern, tut es ja sonst keiner. Und was würde dann aus der Unterstützung durch den Iran? Die Hisbollah ist auch nur ein Wirtschaftsfaktor. Und Geld hat keine Ideologie.

  30. @Don, @ignatius, @egghat, ...
    @Don, @ignatius, @egghat, Service-Personal gehört natürlich dazu, inklusive Blattgold-Pizzabäcker, Mausoleums-Wärter, Rettungsleute für die Notfall-Backup-Insel und was man sonst noch so braucht (peanuts)…

  31. Fragezeichner, da kommt man...
    Fragezeichner, da kommt man aber ganz schnell in Regionen, bei denen man mit 125k erst gar nicht anzufangen braucht.
    .
    abf, das Problem ist nur: Der deutsche Chefarzt ist in der privatklinik genauso wurschtig, nur noch viel halsabschneiderischer.
    .
    Don Ferrando, ich würde sagen: Bis 75 Toskana, danach geht es in Richtung Arco, Riva oder Meran. Und wer wohnt schon nur im Rhein-Main-Gebiet? Die besten Kliniken gibt es gleich hinter der Grenze in Bad Wiesssee.

  32. Wie stünde es denn mit...
    Wie stünde es denn mit Georgien, Usbekistan, Tadjikistan ua? Ich glaube mich dunkel zu erinnern, mal was von unglaublichen Ölreserven gehört zu haben, die es dort angeblich geben soll. Vielleicht haben die ja Verwendung für abgehalfterte MBAler aus D. Ich bin nicht darüber informiert, wie hoch dort die Steuern sind, aber ich nehme mal an, nach einem Abendessen mit irgendeinem lokalen Ministerialbeamten hat sich das sowieso erledigt.

  33. Ih, Öl, das ist ja echte...
    Ih, Öl, das ist ja echte Arbeit, ausserdem kann man doch schlecht sagen, dass man in eine leuchtende Zukunft geht, und dann sitzt man in einem Plattenbau nahe des Urals neben einer Giftmüllkippe. Nein, es muss schon etwas sein, das gut, wenn nichtt gar mondän klingt.

  34. Hisbollah: die Drogen liefern...
    Hisbollah: die Drogen liefern die sicher, verderben aber auch das Nachtleben! Und Mitarbeiter der City sind partywürtig. In London hieß der Wahlspruch früher: party,booze & toys for the boys.

  35. Dann muss man eben schnell mal...
    Dann muss man eben schnell mal über Zypern nach Tel Aviv.

  36. abf, ich meine ja auch nicht...
    abf, ich meine ja auch nicht den klassischen Weggeher, der woanders seinen Spass sucht. ich meine explizit Leute, die alle Vorteile des Landes, seine kostenlosen Unis und seine Sicherheit genossen haben und jetzt wegen ein paar Euro meinen, mit ihrem Weggang drohen zu müssen. Als ob sie in dieser Zeit überall sofort neu und besser anfangen könnten, als würde man nur auf sie warten.

  37. Ich glaube, dass Mondäne...
    Ich glaube, dass Mondäne können die McKrinskis in Zukunft vergessen. Die müssen nehmen, was kommt. Und wenn´s der Plattenbau in Duschanbe oder einer anderen zentralasiatischen Klitsche ist.

  38. kein problem, don. - bin weit...
    kein problem, don. – bin weit davon entfernt, einen allgemeinem opportunismusvorwurf persoenlich zu nehmen. – …sehr weit entfernt, um ehrlich zu sein.

  39. ...wichtig sei zu erwähnen,...
    …wichtig sei zu erwähnen, dass ohne unsere selbsternannten „Waterwalker“ auch mal wieder echte Impulse möglich wären. Denn man darf nie vergessen, dass diese „Spezialisten“ Phantasie & Rückrat während ihrer Global-Praktikums-Studiums-Affentour begraben haben. Übrig blieb ein Häufchen Elend mit aufgesetztem Individualismus. Also liebe Wanderer, lasst euch nicht aufhalten, denn ohne eure Anwesenheit werden sogar Städte wie Frankfurt und München wieder lebenswert & echt.

  40. also Ilja Ehrenburg geht ja...
    also Ilja Ehrenburg geht ja gar nicht Don…. und Lenin fuehrte bei Bedarf (als mal wieder gar nix ging die NOEK ein, da war auf einmal privates wieder gefragt

  41. Als würde man nur auf sie...
    Als würde man nur auf sie warten — pffft! ich lach mir ’nen Ast! Das, was diese, unsere überbezahlten Gelfrisuren hier in den letzten Jahren an Performance hingelegt haben, das hätte ein Klippschüler im Dunkeln besser gemacht. Für einen Bruchteil der Apanagen …

  42. Einfach ist das nicht....
    Einfach ist das nicht.

  43. Steuern, Steuern, immer nur...
    Steuern, Steuern, immer nur Steuern! Kann man das nicht handhaben wie die F.D.P., wo jeder nur soviel Beitrag zahlt, wie er gerade will oder wieder DAX erlaubt? Selbst wenn wir jetzt einige Steuern erhoehen, das Zeitalter der Tilgung ist vorueber. Getilgt wurde ja waehrend des Bubble-Wachstums auch nicht, warum also jetzt? Wenn also das Schiff sinkt (hatten wir schon, ich weiss), muss man den Schampus trinken.
    Der Don hat mit seinem „Gehirnausfluss“ einen Meilenstein der Ent-Anglifizierung gesetzt. Hoffentlich faehrt den kein amerikanischer Opel ueber den Haufen. Aber zum „Gehirnausfluss“ gehoeren zwei: Die mit den Fernsehphrasen hier, und die, die sich schlucken, dort. Denn das Gerede vom „Leistungstraegertum“ und auch vom „Sozialneid“ beherrscht doch die „Talkshows“ mehr oder weniger unwidersprochen. Keiner deckelt die Gehaelter, und wenn sie 1000 mal so hoch sind wie die eines Facharbeiters 5×8. Wer dann noch mit Ausreise droht oder vom ZDF zu SAT wechselt, kriegt nochmal mehr fuer nix. A propos Facharbeiter: Hat die Gewerkschaft die Arbeitszeit verkuerzt oder die Krise?
    Man koennte die deutsche „Sicherheit“ mit AOK, Autobahn und beigen Vogelscheuchen mit Rollator auch anders lesen: Ein verkalktes Gehirn fliesst nirgends mehr hin. Beispielrechnungen erwarten 4 Mio Demente und 12 Mio Betreuer. So werden „brain“ und „labor“ doch wohl eher zu uns fliessen, auch in den Tegernsee. Von Bildung redet eh lange keiner mehr.
    P.S. – Zahlen mag der Don gerne fuer sich behalten, z.B. wo der Vermoegensreichtum beginnt. Aber den Radius um die deutsche Scholle, der noch die rettende Rueckreise zum heimischen Kassenarzt erlaubt, wuerde ich gerne kennen. Die Warteschlange in der deutschen Praxis wiegt die Reisezeit locker auf. Britische Verhaeltnisse!

  44. Die im Text gezogenen...
    Die im Text gezogenen Schlussfolgerungen sind teils nicht korrekt. So stellt, wie vom Autor angenommen, eine Steuererhöhung die oberen 1,6 Prozent (genauso wie jeden anderen steuerzahlenden Deutschen) keinesfalls „vor die Wahl“, ob das Geld beim Rieslingwinzer oder beim Staat verbleiben soll. Im Gegenteil: Die Steuer nimmt den Reichen die Entscheidung ab und das Geld weg (das dann leider oft vom Staat verschwendet wird). Beim Rieslingwinzer hätte es wenigstens Arbeitsplätze geschaffen.
    Darüber hinaus möchte ich betonen, dass die Hauptforderung des (moderaten) wirtschaftsliberalen Flügels in Deutschland keinesfalls eine massive Steuersenkung für die Spitzenverdiener ist (obwohl man dieser Idee sicherlich kaum abgeneigt ist), sondern eine steuerliche Entlastung derjenigen Familen (das bedeutet: hier wird oftmals der Einkommen zweier Personen betrachtet), die zwischen 60.000 und 100.000 Euro im Jahr verdienen und gewissermaßen Deutschlands Mittelklasse darstellen. Diese Leute haben es sich verdient.

  45. Ad nicht zugelassenen...
    Ad nicht zugelassenen Kommentar: Ich bitte um Verständnis, wenn ich hier nicht zu gezielten Unterstellungen zu meiner Person aus dem Internet Stellung beziehe. Das ist nicht das Thema dieses Blogs. Nur weil ich Lügnher in aller Regel nicht verklage, heisst es nicht, dass es nicht, dass deshalb alles stimmt, was irgendwer schreibt.
    .
    Gast191, nun schafft allerdings auch der Staat Arbeitsplätze, und Vermögenssteuer kann man natürlich reduzieren, indem man Vermögen reduziert. Kauft man etwa einen Biedermeiersekretär, wird kaum jemand auf die Idee kommen, den zu nbesteuern.
    .
    Brutto oder Netto? Falls Brutte, würde ich sogar bis 40,000 runtergehen.

  46. Vielleicht triumphiert ja...
    Vielleicht triumphiert ja gerade ein gewisser Bolko Hoffmann, der 2001 auch die ach so klugen Köpfe mit ganzseitigen Anzeigen unterhielt: „Die Argentinien-Krise zeigt es: Der Euro wird uns in die Katastrophe führen!“ Wenn sich ein findiger Anwalt daran erinnert, könnten die Nicht-Euro-Staaten vielleicht eine Sammelklage in den USA gegen die Euro-Staaten anstrengen und Schadensersatz für „die Krise“ einklagen. So ein Staatsbanquerott wäre vielleicht ganz lustig zur Abwechslung, und früher oder später wird er auch nicht bloß die Euro-Staaten ereilen.
    @driver: das Zeitalter der Tilgung endete in Deutschland mit dem Zeitalter des Bundesfinanzministers Dr. Franz J. Strauß… mag sein, allzu lange liegt das noch nicht zurück, aber für eine unwiderruflich desaströse Haushaltsbilanz allemal lange genug.

  47. Driver, nächste Woche kommt...
    Driver, nächste Woche kommt der Reichtum dran. Vermutlich am 1. Mai. Passt, oder?
    .
    „Leistungsträger“ ist sicher auch ein Thema. Wer Immobilien kauft und mit Notaren zu tun hat, kennt das ja. Auch manche Anwälte wären da so ein Thema, wie auch unsere Gebührenverordnung bei Streitfällen. Insofern hat die Kkrise auch etwas lehrhaftes, denn über den Umverteilern sind jene, die das Umverteilte verwalttet haben, und nun eben auch gerade verlieren. Da ist es natürlich schon schmerzhaft, wenn nun wieder seitenverteilt wird. Aber wenn wir ehrlich sind: Nie ging es den Leistungsträgern besser als während der letzten Jahre. Die werden das schon noch verstehen. lernen. müssen.

  48. Ich denke, mit dem Euro hat...
    Ich denke, mit dem Euro hat das ganze Spektakel herzlich wenig zu tun, bis zu dem Moment, da alle auf die Idee kommen, die Inflation anzuschieben. Man sollte aber nicht übersehen, dass der Euro auch heute noch reichlich hoch zujm Dollar steht, zum britischen Peso ganz zu schweigen. Die Diskussion, die man eigentlich mal führen müsste, und die so schwer in zeiten bankrotter Banken ist, lautet: Wieviele Banken und Bankgeschäfte brauchen wir wirklich? Warum haben wir noch so viele Landesbanken? Welche Produkte müssen sein? Welche hedge Fonds? Woe bekommt man Pensionsfonds unter Kontrolle und wickelt sie ab? Das klingt jetzt alles sicher ketzerisch, aber wenn es gelingt, Überkapazitäten im Automobilsektor abzubauen, sollte das doch auch bei Banken möglich sein.

  49. Ich bin empört. Über den...
    Ich bin empört. Über den Ausfluss – nicht der Gehirne, die mögen fließen wohin sie wollen. Ich empöre mich über den Ausfluss an frecher Dreistigkeit, mit der in diesem ansonsten sehr schönen Artikel mit Fremdworten um sich geworfen wird: „d’Sei fuadan ko“. Häää? Was soll denn das sein? Erschließt sich mir wegen dieser verschlüsselten Botschaft der Rest des geschriebenen Werkes nicht mehr? :-)
    Hilfe – ich bitte um Aufklärung!

  50. Sehr geehrter Don,

    ein...
    Sehr geehrter Don,
    ein schöner Beitrag. Nicht zu plump, sehr gut.
    Auch ich möcht meinen Senf dazu geben. Ich lobe all diejenigen (ich hoffe es gibt sie), die es zu (finanziellem) Reichtum gebracht haben und sich nicht bei der erstbesten Gelegenheit ins Steuerparadies verziehen. Die wissen, ihr Reichtum wäre ohne die vom deutschen Staat (mittelbar also von den Bürgern in unserem Land) geschaffenen Strukturen nicht möglich gewesen. Respekt.
    Doch all zu oft vergisst der Mensch im Erfolg zu schnell, wem er ihn zu verdanken hat. Leider sympathisieren wir auch noch all zu gerne mit diesen Erfolgreichen. Auch ich erfreute mich der Siege eines Michael Schuhmachers oder Boris Beckers. Doch was nehmen sich diese Stars (übertragbar auf alle Erfolgreichen, sei es dem Sport, der Wirtschaft, den Medien usw.) heraus. Wo wäre ein Michael Schuhmacher gelandet, wenn nicht so viele Bürger über ihre Arbeit (und der Leistungsabgabe Steuern) ein Land aufgebaut hätten, das ihm eine wohlbehütete Kindheit beschehrte, die die Förderung seines Talents erst ermöglichte. Wir nehmen alle die Vorzüge unseres Staates (unserer) Gemeinschaft gerne entgegen, doch sich dankbar zu zeigen und seinen Beitrag zur Gemeinschaft zu leisten, das ist dann doch zu viel verlangt.
    Natürlich kann man niemanden daran hindern, sein Leben in Zürich usw. zu genießen. Dort ein paar lumpige Steuern aus dem in Deutschland (oder aufgrund unserer Strukturen) verdienten Geld zu zahlen.
    Nur dann muss man doch auch wenigstens konsequent sein. Dann nehm ich meinen deutschen Pass und gebe ihn ab. Nur mal so am Rande…

  51. Es gibt immer noch Länder, wo...
    Es gibt immer noch Länder, wo die Menschen nicht so staatsgläubig sind und wo der Staat nicht mit aller Macht alles umverteilen muß (was nie funktioniert) Es gibt auch noch Länder, wo man sich als Arbeitloser schämt und nicht damit arrangiert. Das sind die Länder, wo die Abgaben nicht alle harterarbeitetenden Leistungen auffressen. Ich bin einer, der bisher viel zuviel gezahlt hat und nun dahingeht. Ich freue mich schon auf das Chaos in D, wenn hier ertsmal Grüne, SPD und Kommunisten um die Macht gieren.

  52. funzen, Der Fall von Paris ist...
    funzen, Der Fall von Paris ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher, insofern geht Ehrenburg für mich immer. Und auch die Neuleninisten in österreichischen Ämtern haben ja was für Privatwirtschaft übrig, sobald die richtige Einheitspartei den richtigen Minsiter mit dem richtigen projekt betreut.
    .
    Chat Atkins, man muss bei aller Kritik natürlich auch sagen: So eine Blase so lang aufbauen und sie mit diesen Folgen platzen zu lassen – das ist nicht so einfach. Das ist Kunst! Jeder normale Trickbetrüger wäre schon nach ein paar Tagen in haft gewesen.

  53. Personalausweis, dafür...
    Personalausweis, dafür müsste Sie erstmal ein anderes Land einbürgern. Staatenlos sein ist nicht so witzig.

  54. Für Leute die ein paar...
    Für Leute die ein paar Tausend Euro Steuern im Jahr sparen wollen wird es überall schwierig und ich bezweifele, dass die gewillt sind mir nichts dir nichts ihren Lebensschwerpunkt dafür einfach so zu verlegen.
    Für die anderen die ein paar Millionen Kapitalerträge oder mehr jedes Jahr kassieren kann man alle Standorte empfehlen, die eine ähnliche Steuer haben wie die non-domicile tax in Großbrittanien. Zum Beispiel Österreich (Beckenbauer & Co), die Schweiz (kommt auf den Kanton an) und auch Belgien und Luxemburg sollen dieses nette Bonbon für Superreiche anbieten. Dass heißt, man kann dann praktisch die Kapitalerträge zum Nulltarif verbuchen, was in den meisten Fällen eine Verbesserung zum Heimattarif darstellen sollte.

  55. @flawed
    Wie, das Geld eines...

    @flawed
    Wie, das Geld eines Steuerflüchtigen nehmen, ihn aber nicht einbürgern „wollen“? Also, das gäbe mir zu denken …

  56. Aber, aber, "Verrat des...
    Aber, aber, „Verrat des Landes“ ist doch etwas starker Tobak. Aber lassen wir das und kommen zur Schweiz, wo ich in letzter Zeit häufiger bin und wohin der brain drain einer Berufsgruppe bevorzugt fließt, mit der ich ein wenig zu tun habe. Deutsche Ärzte. Da hat es Kliniken in der Schweiz, in denen 50 % (oder mehr) des medizinischen Personals Deutsche sind. Auf die gesamte Schweiz bezogen sind wohl etwa 10 % der Ärzte mittlerweile aus Deutschland. Die scheinen dort recht zufrieden zu sein. Auch wenn das Brötchen teurer ist. Bessere Bezahlung, bessere Arbeitsbedingungen (man behandelt dort am Tag nur etwa die Hälfte der Patienten, die man in Deutschland durchschleusen müsste) und dadurch und auch mentalitätsbedingt höflichere und zufriedenere Patienten. Gleichzeitig wirbt man in Ostdeutschland Ärzte aus dem ehemaligen Ostblock an und ganze Landkreise sind dort ohne niedergelassenen Arzt. Mittlerweile bemüht man sich sogar um jene osteuropäischen Mediziner, die beim ersten Mal die Gleichwertigkeitsprüfung nicht bestanden haben…
    Ich für meine Teil kann jeden dieser „Landesverräter“ verstehen, der keine Lust mehr hat, wöchentlich zehn Stunden mit Papier- und Formularkram zu verplempern, die er sich eigentlich seinen Patienten widmen könnte.

  57. Zyniker und Opportunist
    Eine...

    Zyniker und Opportunist
    Eine ketzerische Ansicht von einem Marxisten, aber ich denke, dass die Prostitution im Sozialismus nicht aufgehört hatte, aber sie wurde entweder verstaatlicht oder anderen Zwecken zugeführt, für beides waren dann wohl die Staatssicherheitsorgane direkt zuständig. Am Anfang mag das noch frei von Doppelbödigkeit gewesen sein.
    Allerdings, die sexuelle Freizügigkeit war im sowjetischen Sozialismus lange Zeit sprichwörtlich. Es ging natürlich um das Geschäft mit dem Sex, das, solange der Markt, sprich die Marktwirtschaft, nicht völlig abgeschafft war, auch nicht so einfach verschwinden konnte.
    Die Auseinandersetzung um diese Frage, ging verloren, spätestens dann als unter Stalin die „sozialistische Ehe“ propagiert wurde (als ungeahnte oder doch schon geahnte Vorbereitung auf den „Vaterländischen Krieg“ – es ging nicht mal um die Produktion von Soldaten, sondern um die Haltung gegenüber dem Staat, nämlich eine sich unterordnenden), womit das Patriarchat einen entscheidenden Sieg verbuchen konnte. Nicht der Sozialismus gewann, aber der Kapitalismus errang seinen ersten großen Etappensieg, ganz ohne Waffen. Die Konsolidierung des Sozialismus ging doch wohl nur als Zugeständnis an das Kleinbürgertum, der „5. Kolonne des Kapitals“. Hier wurde nicht nur eine Schlacht verloren, sondern ein ganzer Krieg, allerdings dann erst nach dem Ende des „Großen Vaterländischen“. Den Faschismus konnte man noch besiegen, den Kapitalismus nicht mehr.
    Ehrenburg war ein Zyniker und Opportunist (ein wenig Rassist war er auch, hätte er doch gerne alle Deutsche nach dem Krieg sterilisiert gesehen – einem Juden ein verständliches Anliegen, aber er war Marxist!), er lebte mit dem Regime sehr gut und erst recht dagegen. Ich frage mich daher, was uns das Zitat in diesem Zusammenhang wohl sagen soll. Er amüsiert sich hier über ein Regime, das er im Großen und Ganzen mit zu verantworten hat. Unter Stalin duckten sie sich alle, erst nach seinem Tod, wagte der Schwanz mit dem Hund zu wedeln:
    Es lebe der intellektuelle Zyniker oder/und: es lebe der bourgeoise Opportunist?!

  58. Off topic:
    Lieber Don Fernando...

    Off topic:
    Lieber Don Fernando Nino de Guevera (18:26 ),
    bitte ändern Sie doch Ihren Nickname ab, alldieweil es sonst zu Verwechslungen kommen kann. Lassen Sie einfach den „Nino de Guevera“ stehen und den Rest weg!
    Besten Dank!

  59. @ Don: Schon recht - aber wenn...
    @ Don: Schon recht – aber wenn du die Politik und die Medienhorde nahezu geschlossen und mühelos als Hilfstruppen zum Bubble-Blowing rekrutieren konntest, und auch die Wissenschaft mit erwünschten ‚Ergebnissen‘ an Bord gern mal den Kompass verdrehte und ihr Treiben ‚Sinn‘ nannte, dann relativiert sich das mit der Kunst bei unseren Trickbetrügern doch erheblich. Aber gut – sie überragten den üblichen Kniewuchs schon ein wenig, trotzdem war’s keine Kunst, bei diesen Mitspielern …

  60. Anderl, es bestaht ja kein...
    Anderl, es bestaht ja kein Zweifel daran, dass ich ein freund der Schweiz bin, und besonders von Graubünden. Die Ärzte, gerade die jungen Ärzte, die sind ein ganz eigenes Thema, denn früher war es die garantie für Reichtun und den Erwerb einer höheren Tochter – heute jedoch ist der Weg sehr steinig und am Ende nicht im Mindesten so lukrativ, wie sich das Mama ausgerechnet hat, als sie einen dazu drängte. Und natürkich ist „Arzt in St. Moritz“ besser als „Arzt in Lückenrade“.

  61. Devin08, wer die Stelle kennt,...
    Devin08, wer die Stelle kennt, weiss, dass sie ein böser Hinweis auf den Opportunismus einer Elite ist. Und ich habe kein Problem, mir die Zitate auch aus jeweils ganz anderem Kontext zu suchen, um ein wenig Interesse für zu selten gelesene Bücher zu wecken, wenn ich schon mal die Gelegenheit habe.

  62. ProfessorWittgenschwein, ich...
    ProfessorWittgenschwein, ich glaube nicht, dass Österreich das noch allzu lange so handhaben wird, und auch die Versuche in der Schweiz, eine degressive Steuer einzuführen, wurden verboten. Ich denke, man wird sich anschauen, was andere Länder verlangen, und dann doch erheblich die Preise anheben. Die jeweilige Person kann sich dann ja überlegen, ob sie lieber 10% spart, oder 0%. Abgesehen davon macht es den Eindruck, als gebe sich Steinbrück wirklich alle Mühe, denen das Leben reichlich unerfreulich zu gestalten. Die Zeiten, da es vollkommen normal war, Steuern zu hinterziehen, sind meiner Beobachtung zufolge vorbei.

  63. Goethe62, zu Deutsch hiesse...
    Goethe62, zu Deutsch hiesse das, dass man mit ihnen „die paarhufigen Borstrentiere füttern könnte“ Was in etwa bedeutet, dass es so viele davon gibt, dass man sie allenfalls noch den Schweinen geben kann, aber sonst keine Verwendung hat. Vergeben Sie mir meine Ausflüge in meine Heimat, aber deren Ausdrucksfähigkeit gefällt mir stets und immerdar.
    .
    Personalausweis, ich würde das gar nicht so als „nationale“ oder territorial-staatliche“ Frage sehen, und noch nicht mal als Frage der Gesellschaft, für die man steht, sondern einfach als Frage der inneren Haltung. Man kann nicht immer davonlaufen. Man muss auch mal zu Sachen stehen, die einem nicht passen.

  64. @ Goethe 62: "d'Sei fuadan...
    @ Goethe 62: „d’Sei fuadan ko“. Häää?
    Der Don ist kein Preusse und beherrscht den norddeutsch-protestantischen Zungenschlag nur an Feiertagen wie dem 1. Mai. Sehen wir es ihm nach angesichts seiner (doch wieder intelligenten) Frage, wieviel Banken wir eigentlich brauchen. Eben! Und ich fuege an: Wieviele TV-Programme, PR-Agenturen, wieviele Autofabriken, wieviel chinesischen Plastemuell fuer Kinder, wieviele Milchkuehe und Gummibaerchen und wieviele 1000 Kilo Schweinespeck pro Kopf und Jahr (tief sueddeutsch: „Sei“)? So kommen wir vom Gehirnausfluss zur Ablehnung jeder Verschwendung und zur Verteufelung alles Ueberfluessigen. Und das ist dann der Sieg des Preussentums: Sparen, Guertel enger schnallen, verschlanken. Und nur noch eine Volkssparkasse fuer alle, die nur innerhalb der EU Kredite vergibt (einschl. Kanalinseln). Ich bin dabei, aber ob die Bajuwaren mitspielen…

  65. Sehr schöner Artikel - und...
    Sehr schöner Artikel – und nach der Anzahl der Kommentare auch wieder ins Schwarze getroffen. Es gibt halt nur wenige Orte, die *dauerhaft* eine ähnliche Qualität und vor allem auch Rechtssicherheit bieten wie in Deutschland. Schon das spanische Immobilienrecht wäre ein Thema für sich. Oder
    Und natürlich hat niemand auf „die deutschen Manager“ gewartet. Auch wenn dieser Mythos immer wieder genutzt wird, um deutsche Gehälter an das „internationale“ Niveau (heißt Amerika, niemand will Holland oder Irland) anzupassen.
    Und zu trennen ist das noch von der Kaste der Businessmen, die wirklich mit dem Strom um die Welt ziehen und alle vor Jahre weiterwandern. Die Leute gibt es, aber es sind bei weitem nicht so viele wie geglaubt wird. Und dieser Lebenswandel hat auch heftige Nachteile auf der privaten Seite.

  66. Latifundius: Nicht zu...
    Latifundius: Nicht zu vergessen das hier:
    http://ftalphaville.ft.com/blog/2009/04/24/55090/at-least-youre-not-spanish/
    17.4% Arbeitslosenquote in Spanien. ich glaube im Übrigen auch nicht, dass dieses Rumzockeln auf der Suche nach ein paar Euro mehr auf Dauer gesund ist. Es macht hässlich und gierig, und man verlernt den Genuss.
    .
    Ansonsten bin ich Vegetarier, regionaler Wochenmarkteinkäufer und denke, wenn schon Verschwendung, dann gleich richtig und so, dass was bleibt. Nächste Woche zum Beispiel, ach, Kinder, das wird was geben.

  67. Georgina Darcy, natürlich...
    Georgina Darcy, natürlich wird es für Berater sehr viel enger, nachdem gerade das M&A-geschäft ziemlich tot ist und wohl auch noch lange tot bleiben wird. Wer jetzt eine Firma kauft, macht es, um Märkte zu bekommen, und weniger, um die Firma bald wieder an die Börse zu bringen. Und an Beratern herrscht auch kein echter Mangel.
    Chat, was die Schweiz angeht: Schön zum durchfahren, aber auf dauer wären mir die Täler zu eng und die Berge zu hoch.

  68. Don, "Spanien" war eher als...
    Don, „Spanien“ war eher als Beispiel gedacht für „nahe“ Auswanderungsziele, die sich bei genauem Hinsehen doch als nicht ganz so unproblematisch erweisen. Auch Holland oder Luxembourg können schwierig sein.
    Ansonsten gilt weiterhin, dass man nicht falsch liegt, wenn man auf Unruhen in Spanien und Irland in den nächsten 6 Monaten tippt – Baltikum haben wir schon.
    Vegetarier, Wochenmarkt und keine Kinder – damit dürftest du ja einen ganz kleinen CO2-Footprint haben – auch ein Konzept, das niemand mehr erwähnt, weil wir ja die KRISE haben, sehr praktisch.
    Ich halte es eher mit Kind und Fleischessen, aber dafür habe ich auch nicht so ein fesches Spielzeug von der Insel

  69. @Don

    Ich glaube auch, dass...
    @Don
    Ich glaube auch, dass die Zeiten für Steuerhinterziehung vorbei sind oder zumindest, dass die Menschenjagd in den Bergen bald wirklich den Namen verdient.

  70. Der süße Geschmack und die...
    Der süße Geschmack und die Pockennarben der alten Gesellschaft
    @Don Alphonso: Also ich kenne die Umstände dieses Zitates, ich kenne das Buch und ich glaube zu wissen, was seine damit verbundene Parole war: „bewusstes Denken“ forderte er immer wieder, denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein, er braucht das „bewusste Denken“. Nur was sagt uns das „bewusste“ Denken, dass es auch ein unbewusstes gibt? Möglicherweise war das keine Banalität, vor dem Hintergrund der russischen Geschichte, im Kontext Jahrhunderter zaristischer und klerikaler Unterdrückung. Eine Unterdrückung, die es den Völkern dieses Riesenreiches so schwer gemacht hat, klar zu denken, frei zu denken. Das wäre dann auch die Formulierung, die ich dem entgegen zu setzen hätte: frei denken. Denn nur ein solches „freies Denken“, das es natürlich auch gab, führte dieses Russland, aus dem Morast des Mittelalters, an die Spitze der Geschichte, ermöglichte ihm die sozialistische Revolution. Und hier beginnt das Problem konkret zu werden, offenbaren gewisse Phrasen ihren verborgenen Sinn, ihre eigentliche Botschaft, allzu oft ihre konterrevolutionäre Absicht. Nehmen wir Doktor Schiwago von Boris Pasternak, einem intimen Freund von Ehrenburg. Die Kritik an den sowjetischen Aufsteigern und neuen Bürokraten war sicherlich berechtigt, aber war es berechtigt, die zaristische Kultur zu beweinen, die da gerade untergegangen war? Und war es nicht so, dass auch diese neuen Aufsteiger eben genau dieser zaristischen Kultur geschuldet waren? – Der Vorherrschaft dieser Kultur! Einer Kultur, die es einem angesagt ließ, sich anzupassen, korrupt zu sein, mit den Wölfen zu heulen. Das Volk zu reiten. Was den sowjetischen Intellektuellen der damaligen Zeit fehlte, insbesondere den Literaten, war tatsächlich ein „bewusstes“, nämlich sozialistisches Denken. Sonst hätten Sie keine Schwierigkeiten gehabt, die Fehler der neuen Zeit nicht nur zu bemängeln – das war ihnen ein leichtes -, sondern diese bis in die Zeit ihrer eigenen Vorfahren, ja ihrer eigenen Klasse, ihrer aristokratischen und bürgerlichen Kultur hinein zu verfolgen. – Denn waren sie nicht alle Aufsteiger – Emporkömmlinge, irgendwann einmal? Den vorherrschenden Opportunismus (die Bürokratie) zu entlarven, ist eine Sache, dessen Spuren zu folgen, eine andere. Die sozialistische Gesellschaft ist voll der Muttermale der alten Gesellschaften, ja sie ist übersät mit den Blatternarben der Klassengesellschaft(en). Und war nicht der „Pockennarbige“, der „Stählerne“, jener Stalin, die dazu passende Gestalt? Auch äußerlich schon unverkennbar, gezeichnet von den Krankheiten und Brutalitäten der alten Gesellschaft, eingemeißelt in seinem Gesicht, in seiner oft perversen Doppelzüngigkeit und Hinterhältigkeit und Grausamkeit, und somit unfähig in sich und an sich ein humaneres Bild vom Menschen abzubilden, denn dieses passte doch noch gar nicht zu der Gesellschaft, auch nicht zu der sozialistischen. Für „Katzen“ soll er sie gehalten haben, die Russen (angeblich soll er bei seinem Ableben gejammert haben: was machen die nur ohne mich, die sind doch wie Katzen?). Was für ein Bild ? – Katzenmenschen!
    Die offene Kritik am Sozialismus, an den Blatternarben der alten Gesellschaft, die hat gefehlt, anstatt jener devoten Beschönigung der Hässlichkeit von Narben. Dann wäre auch ein Stalin weder möglich geworden, noch gar verherrlicht worden, ja ganz sicher nicht „notwendig“ gewesen. So war er die Peitsche auf die Zuckerlis der alten Gewohnheiten aus uralten Zeiten, auf den verdorbenen Geschmack. Auch ein Ehrenburg war dieser Aufgabe nicht gewachsen, auch er war dem Süßstoff seiner Klasse noch verfallen.

  71. Achja, und während diejenigen...
    Achja, und während diejenigen über ihre Steuern jammern, die Banken und Firmen in den Bankrott treiben, weil sie keine echte Verantwortung tragen, findet die echte Auswanderung von Potential statt, weil niemand mehr in der Lage ist, Wissenschaftler, Ärzte usw. angemessen zu bezahlen oder ihnen nur passable Lebensbedingungen zu verschaffen.

  72. Reisende sollt man nie...
    Reisende sollt man nie aufhalten. Lasst sie alle gehen, die überzahlten High-Potentials. Sie sind allesamt ersetzbar.
    Wir stehen heute vor einer ganz anderen Frage. 10% der arbeitenden Bevölkerung decken alle unsere Ansprüche an den 2. Weihnachtsbaum, den 3. Fernseher und den 4. mp3 Player im Haushalt ab. Für die anderen unterprivilegierten ohne Arbeitsplatz werden wir wohl eine Art „Bürgergeld“ schaffen müssen (derzeit min. ca. EUR 1.200 / Monat) – nur dafür dass diese eben da sind und konsumieren.
    Endloses Wachstum, 25% Rendite – dies sind alles Themen von gestern. Heute ist die Frage (in D) wie 80 Mio. Personen in diesem Lande friedlich zusammen leben können (siehe auch Club of Rome – 1970).
    Weiter ist da natürlich die Frage was ist mit den armen Teufeln die nach hier kommen wollen um das Paradies zu erleben ? Wir beuten Afrika und andere aus um unseren Lebessstandard zu erhalten. Nach Somalia schicken wir unsere tolle Marine, nachdem wir denen alle Fische geklaut haben, ganz toll.
    Ich hab auch keine Idee wie das alles gelöst werden soll, aber bestimmt nicht dadurch, dass eine reiche Minderheit in D vor irgendeiner Enteignung verschont werden soll (abgesehen davon – Reiche gehören weltweit zur Kasse gebeten).

  73. Verehrter Don Alfonso
    Vor...

    Verehrter Don Alfonso
    Vor weiteren Ausführungen zunächst folgende Frage: Wo kann man die braunen Budapester ganz vorn im 3. Bild erwerben ? ….
    Ansonsten: Ich vermisse in diesem Beitrag Ihre sonst so herausragende nüchterne Distanz. Sie lassen sich allzusehr mitreissen. Die meisten deutschen Steuervermeider begehen ihre Delikte oder simplen Fluchten aus reiner Erbsenzählerei. Egal in welcher Gehalts- oder Vermögensgruppe sie sich befinden. Da kommt halt der typische Schnäppchenjäger raus auch in großen Fällen. Billig und sauber muß es sein. Die kriminelle Energie in unserem Land ist immer eine Administrative bzw. Buchhalterische. Und wenn die Millionen verpuffen werden sie abgehakt und von der Steuer abgesetzt. Die Meisten in D sind doch gar nicht so mobil, wie sie immer tun und wenn sie noch so viele Urlaubsflüge hinter sich haben. Wenns ernst wird und für länger dauern soll reichts doch gerade noch für einen Trip über eine der direkten Grenzen. Ohne Beratung durch ein vertrautes Institut rutscht ihnen doch sofort das Herz in die Hose. Außerdem stimme ich @abf zu: Sobald man über den zweiten Gartenzaun hinaus ist trifft man immer auf dieselben Leute, egal ob in Budapest oder Shanghai, Marakesh oder Blumenau. Diejenigen, die Sie da noch sehen und die bei >=125 liegen kümmerts i.d.R. einen Dreck ob sie 30% 40% oder 50 % zahlen. Denen sind andere Dinge wichtiger. Energie tankt man dann beim Heimattrip im deutschen Wald und nicht auf irgendeiner Scene und schon gar nicht beim Erbsenzählen. Diese Leute haben sich auch schon längst damit arrangiert, daß sie für das Versagen des Finanzsektors sowie der Wasserträger aus Administration und Presse zahlen müssen. Seit Oktober 08 ist das da nicht mal mehr Thema beim Absacker am Abend im Shangrila. Man schaut nach vorn und hofft beim Auschecken, daß die Kreditkartenfirmen auch unter den Rettungsschirm dürfen.

  74. @Don: Danke! Die Schweine...
    @Don: Danke! Die Schweine füttern kann… Ich fass es nicht :-) Jetzt, wo ich es weiß, Sei = Schweine, kann ich ich es lautsprachlich sogar nachvollziehen … *Kopfschüttelnd ab*

  75. Ja, das Ausbürgern. Ich...
    Ja, das Ausbürgern. Ich plädiere seit Jahren für ein radikales Vorgehen. Immer wenn Manager ihre Produktion in Billiglohnländer verlagern, dabei die Verhältnisse dort über den Grünen Klee loben, wünsche ich mir eine Zwangsausweisung jener Manager in das entsprechende Billiglohnland. Schließlich ist es da nach Aussage des Managers ganz toll, hier beschi…, und ein Manager muss nun mal vor Ort sein. Ähnliches sollte mit neoliberalen Politikern und ihren Finanziers geschehen. Einfach am Zielflughafen im ach so tollen Land aussetzen.
    Umgekehrt sollten wir uns mit der Einbürgerung nicht so zieren. Jemand möchte hier ein Firma gründen? Kein Problem, darf’s die Staatsbürgerschaft dazu sein? Jemand möchte hier eine anständige Summe investieren? Kein Problem, darf’s die Staatsbürgerschaft dazu sein? Die Abwicklung sollte direkt bei der Einreise erfolgen. Dazu bedarf es neben dem roten und grünen Ausgang nur einer dritte, goldene Tür mit Blaskapelle zur Begrüßung.

  76. Vielleicht hilft auch ein...
    Vielleicht hilft auch ein Blick in die nicht allzuferne Vergangenheit unter einem groß genannten alten Rhöndorfer oder gar das Leben unter einem beliebten Zigarrenraucher marktwirtschaftlichen Feinschnitts.
    Wegen 65% in der Spitze hörte man nicht allzuviel Jammern und die konservative Führungsmannschaft, auch die bayrische, sah keine verwerfliche Belastung.
    Man sollte nicht verschweigen, mancher verstand sich hier sein Paradies leicht einzurichten, was die tatsächlich zu tragenden Lasten betraf.
    Die Abschreibungsmöglichkeiten wurden weit großzügiger gehandhabt. So manche Yacht, auch vieler höherer Töchter Pferde, mußten als Betriebsvermögen vor dem Prüfer gar nicht erst versteckt werden. Da wurde gerne und viel im Betrieb investiert, auch wenns vielleicht nur privater Konsum war.
    Und die Betriebsprüfer konnten gar nicht alles abarbeiten, als sie sich noch als kleine Minderheit verstehen durften.
    Will die Zeit nicht unbedingt loben, war eben steuerlich doch ganz anders, irgendwie ganz offen und letztlich doch sehr diskret.
    Manche Äußerlichkeit täuscht eben vor dem Blick auf das Gesamtkunstwerk.
    Mit der Steuererhöhung wirds genommen, aber wer weiß, bei starkem Konjunkturrückgang wird das Vertrauen und das Kapital der Investoren gesucht und das kann man dann mit verständig gestaltetem steuerlichem Regelwerk gewinnen.
    Da hat mancher Staat schon viel mehr wieder indirekt zurückgegeben.
    Auch der weniger abreisefreudige 125000er könnte dann den steuerlich bedingten Bleibeschmerz nachträglich mit einer ehrlichen Glücksträne abschreiben.

  77. vielleicht gibt es da was für...
    vielleicht gibt es da was für leistungsbereite, polyglotte überflieger:
    die bezüge von angestellten der un und ihrer unterorganisationen sind in deutschland meines wissens steuerfrei.

  78. geheimtipp: alaska. dieser...
    geheimtipp: alaska. dieser bundesstaat der usa hat seine einnahmen aus der ausbeutung der vorhandenen rohstoffe für die einwohner rentierlich angelegt, da gibts für die mit legalem aufenthalt was ausbezahlt. so von mai bis september ist der aufenthalt dort angenehm, von oktober bis april ist es dort eher frisch.
    noch ein tipp: tätigkeit für die un oder einer ihrer unterorganisationen. diese bezüge sollen in deutschland steuerfrei sein.

  79. Latifundius, ich sehe auch nur...
    Latifundius, ich sehe auch nur wenige Optionen, mit denen man leute Beschwerden auf den Strassen verhindern könnte. Zumindest im Ausland. Und dieses Jahr gibt es keine Fussball-WM. mit der man das irgendwie kanalisieren könnte. Und ja, auch ich halte ein ganz dickes Ende nicht für ausgeschlossen. Schon gar nicht für Spanien, wenn die erst mal bei über 20% sind, und dieses Jahr sie Urlauber ausbleiben.

  80. ProfessorWittgenschwein, sagen...
    ProfessorWittgenschwein, sagen wir mal so: Da gab es einfach zu viel davon. Gerade in den letzten Jahren. Zu viele profiteure, zu viele Banken, zu viele Asoziale. Zu viele, die dachten, sie könnten dem Staat immer und ewig auf der Nase rumtanzen. Es ist letztlich die Gier, die all die Erinnerungen an kleine Grenzüberschreitungen zerstört hat. Es war kein Sport mehr. Es war kriminell.

  81. Don, ich war gerade wieder...
    Don, ich war gerade wieder eine Woche in der Schweiz und muss sagen, der Steinbrück gibt sich alle Mühe, das (Klischee-)Bild, das die Schweizer vom Deutschen haben, zu bestätigen: laut, aggressiv, unhöflich, ohne Umgangsformen. Der Hinweis, dass man doch mal etwa mannhaft durchstehen könnte, geht fehl: Verantwortung übernimmt man für Dinge, die man selbst vermasselt hat. Ich kann für mich aber nicht sagen, dass ich jemals Milliardenbeträge, die mir anvertraut wurden, in einem gigantischen schwarzen Loch verschwinden ließ. In Deutschland wünscht man sich jedoch eher den Untertanen statt den Bürger: Wo der Schweizer zu allerlei Sachthemen selbst entscheiden darf und daher auch eher bereit ist, abweichende Abstimmungergebnisse zu akzeptieren und so im Konsens mit den Mitmenschen zu leben, darf man hierzulande alle paar Jahre den Regenten wählen. Das war’s dann schon.

  82. Nun, meine einschneidenden...
    Nun, meine einschneidenden Erfahrungen mit der Schweiz kommen aus der Zeit der „nachrichtenlosen Konten“. Da kam eine absolut nicht liebenswerte Schweiz zum Vorschein, der man auch eine menge nachsagen könnte. Im Prinzip kann die Schweiz froh sein, dass danach die Zwangsarbeiterdebatte in Deutschland und das blaubraune Regime in Österreich kamen, die jene schlimme Geschichte überdeckten.
    .
    Man muss den Steinbrück nicht mögen, aber den eigentlichen Schlag hat der Schweiz die amerikanische Steuerbehörde versetzt. Ich finde (und das wäre eigentlich schon wieder was für einen eigenen Beitrag), dass es sowohl für die satten Schweizer wie auch für die fetten Steuerhinterzieher ganz gesund ist, wenn sie jetzt etwas bejagt werden. Vielleicht hilft es ja der Schweiz weg von ihrer in den letzten Jahren gefährlichen Bankenorientierung, und macht aus Steuerhinterziehung wieder einen echten Sport für echte Herren in den Bergen, und nicht dieses läppische Beratergespräch in Deutschland, wonach der Geldtransporter kommt.

  83. Devin08, das spezifisch...
    Devin08, das spezifisch russische im Leninismus-Stalinismus ist ein ganz eigenes Kapitel. Und ich denke, dass Stalin durchaus erkennt hat, dass Leute wie Ehrenburg nicht so richtig in diese ungebrochenen und anders deklarierten Traditionslinien passten. Ist ja auch kein Wunder, denn die Erfahrungen der Juden im Ansiedlungsrayon waren gänrlich anders als die der Arbeiter in Petersburg oder die gelangweilten Söhne der Oberschicht. Man muss sogar fragen, ob der Kommunismus nicht einfach nur eine Mischung des schlechtesten Traditionen aus totalitärer Denke und Zarentum war, ein Unglück, eine der verpassten Urchancen des 20. Jahrhunderts.
    .
    Zynika, das ist der sehr fein erkannte nächste Schritt – wobei man aber auch mal den Staat fragen muss, warum er die Vermögenssteuer abschafft und Unis übervoll laufen lässt. (Vermutlich, weil die Jammerer oft genug auch im Bundestag und in den Landtagen sitzen)

  84. Hallo Don Alphonso, wie immer...
    Hallo Don Alphonso, wie immer brilliant geschrieben, doch leider fehlt ein ganz wichtiges Detail. Wer 125TSD Brutto zu versteuern hat, ist nicht reich, sondern reichlich gut für die Steuer erreichbar. Die richtig Reichen haben, wenn man Ihr Steueraufkommen sieht, Steuersätzte weit unterhalb der Regelsätze. Diese Diskussion über eine Reichensteuer übersieht völlig, dass Steinbrück ganz einfach die Eingangsverdienste, ab denen der Spitzensatz gilt, gesenkt hatte. Es wird also erheblich mehr von „höheren Normalverdienern“ abgezogen. Die richtigen Spitzenverdiener bekommen weiterhin keine steuerlichen Probleme. Die will sich der Staat auch nicht auch noch einhandeln, sonst würden die s.g. 1.6% Einkommensmillionäre wohl zu viel Lärm machen?

  85. Wie schon gesagt: Ich glaube...
    Wie schon gesagt: Ich glaube durchaus, dass die ein oder andere Besteuerung von Besitz demnächst wieder kommen wird. Auch ganz oben. Der Steinbrück hat da meines Erachtens absolut keine Nachsícht.

  86. Tja, nur ist der nach der...
    Tja, nur ist der nach der kommenden Wahl „Weg vom Fenster“ und hat seit seinem Amtsantritt nichts in dieser Richtung bewirkt. Vor der Wahl wird Er jetzt wahlwirksam hyperaktiv. Warum nicht wie in den USA? 15% vom Umsatz, keine weiteren steuerlichen Möglichkeiten.

  87. Glaube ich nicht. Ich denke...
    Glaube ich nicht. Ich denke eher, das wird wie letztes Mal. Die Union hat einfach nichts gelernt, und das wird sich bitter rächen – auch und gerade wegen der CSU. Und ich kann das auch nicht bedauerlich finden.

  88. Sind Investitionen etwa nicht...
    Sind Investitionen etwa nicht mehr steuerlich absetzbar oder werden es nicht mehr sein? Bedeutet jedes Geheule in Wahrheit, daß der sich für leistungsgerecht bezahlt haltende „Entscheider“ zähneklapperndes Jammern kriegt, sowie er über eigenes Geld entscheidend am Risiko seiner eigenen Entscheidungen beteiligt wird? Oder geht es doch mehr darum, daß es immer teurer wird, sich Rücken und Kopf von profanen Nebensächlichkeiten frei zu halten? Nun, auch den Butler kann wohl weiterhin steuerlich absetzen — und hat dann einen weiteren virtuell Arbeitslosen geschaffen, nämlich einen, der kaum meßbar zur Wirtschaftsleistung beiträgt. Fazit: auch die „Steuerer“ haben das wahre Wesen dieser Wirtschaftskrise noch nicht erfaßt.

  89. Ich erlaube mir folgende Frage...
    Ich erlaube mir folgende Frage erneut „an die Runde“ zu stellen:
    Was ist für einen „reichen Deutschen“ = EUR 125.000 jährl. Einkommen“ (der weder Frau noch Kind und auch sonst kein Vermögen mitbringt) in einem der günstigen- und was in einem der teueren Kantone absolut in EUR vom Brutto an Schweizer Steuern und sonstigen !!Pflicht!!abgaben (z.B. Sozialversicherung (da kann man sich in D noch drum drücken) + ggf. Krankenversicherung – die ist leider seit kurzem Pflicht in D!) derzeit in CH mindestens zu beRappen? Es geht hier nur um eine „dicke Daumen“ Größe und nicht um ein Gutachten einer internationalen Steuerkanzlei.
    Von den üblichen Lebenshaltungskosten ist abzusehen.

  90. Don Alphonso,
    zu Dubai sei...

    Don Alphonso,
    zu Dubai sei angemerkt, daß bei Auswanderung ein Hauskauf auf einer der Palmeninseln in jedem Fall zu empfehlen ist. Die werden irgendwann auch vom steigenden Meeresspiegel wieder verschluckt (das Wasser steigt doch überall an oder?). Ist es dann nicht die Ironie der Geschichte, daß Dubai mit fossilen Energieträgern reich wurde – einen Großteil seines Reichtums durch eine Irrsinnsaktion ins Meer vor der eigenen Küste schüttet, um dann irgendwann von den Spätfolgen des eigenen Reichtums eingeholt zu werden?
    Die Bewohner der Malediven (das sind die ohne die ölverseuchten Strände) suchen jedenfalls angeblich bereits nach einer neuen Bleibe.

  91. @Don Alphonso: „ein...
    @Don Alphonso: „ein Unglück, eine der verpassten Urchancen des 20. Jahrhunderts“
    Da sind wir uns wohl einig. Und doch ist es wichtig, die Gründe auch in der Rolle der Intelligenz zu suchen. Die stalinschen Massaker sind nicht auf eine paranoide (wegen mir auch „asiatische“, Stichwort: „asiatischer Despotismus“ – Ernst Jünger / Der gordische Knoten) Struktur zu reduzieren!
    Der Hölle entkommt man nicht, indem man sich nach oben durchkämpft, man muss sie komplett durchleben, in sie richtig tief einsteigen, die dort Harrenden abholen, mit nach draußen (nicht nach oben!). Denn „oben“ bilden sich neue Höllen, neue Hierarchien, die ein „unten“ bedingen, wenn vielleicht auch nur mit umgepolten Entitäten. Stalin kannte wohl die Dantesche Hölle nicht, er war vermutlich nicht lange genug Schüler der Jesuiten, vor allem aber beherrschte er nicht die Dialektik (was man von Lenin definitiv nicht sagen kann). Ihm schien „Hammer oder Amboss sein“ Erklärung genug. Er verstand nicht, dass das nur für den Kapitalismus – für die „Unterklasse“ gilt, für die „Herrenklasse“, die die Diktatur des Proletariats ausmachen soll, konnte das nicht mehr gelten, denn es fragt sich sofort: wer wird der Amboss sein? Die nun plebejisch gewendete Bourgeoisie neben dem immer noch plebejischen Kleinbürgertum, oder nicht doch wieder ein plebejisches Proletariat, das sich nun einer sozialistischen Aristokratie (den neuen Zaren) gegenüber sieht? Einer jenen, die letztlich klassenmäßig die sog. Sozialistische Intelligenz beinhaltete. Eine Intelligenz, die nahtlos von der alten feudalen Aristokratie in den Sozialismus wechselte. Es schien so, als hätte sich für das Proletariat nichts geändert! Stalin wusste das. Er war skrupellos genug, sie zu ködern, mit ihrem Geschmack, dem verzuckerten. Mit der Architektur finden wir das im stalinschen Zuckerguss wieder, dem Klebstoff, der die Intelligenz, das Kleinbürgertum einfangen sollte. Aber es nützte nichts, es waren zu viele, er schuf damit nur den Stil seiner Zeit, er selbst schien diesem Geschmack verfallen: einem zuckersüßen, kleinbürgerlichen, denn terroristischen, grässlich realen, eben surrealen Sozialismus. Er verzuckerte damit den Geschmack des Proletariats, er wickelte es in Zuckerwatte – dieses Proletariat, wodurch es nicht bemerken konnte, welche Klasse da am Werk war, nicht die seinige jedenfalls. Die Intelligenz nistete sich in der Partei ein und entging so den wütenden Pendelschlägen des „Stählernen“, sie opferte hin und wieder Mitglieder ihrer Klasse und sicherte sich – instinktsicher solchermaßen – ihr Überleben. Mal spielte sie Hammer, mal Amboss und bediente damit Stalins Dialektikverständnis, erweckte den Anschein von sozialistischer Regelmäßigkeit, von Klassenkampf im Sozialismus. Zugleich bildete sie unter sich eine neue/alte Bürokratie aus.
    Vom kapitalistischen Realismus zu einem sozialistischen terroristischen Surrealismus, das war diese Wende mit der Sprache der Kunst. Surreal war dieser Realismus eben wegen dessen Verkennungs- und Verblendungszusammenhängen, die doch das Gegenteil zu imaginieren suchten, nicht wegen der Formen, die waren gar naturalistisch, plump die Tatsachen, die wahre Entwicklung, ignorierend.
    Und die Bourgeoisie? – Die lauerte, denn sie hoffte auf die Intelligenz, deren Durchhaltevermögen, deren Elastizität, wissend, dass diese Intelligenz nie ganz aufgehört hat, zu ihrer Klasse zu gehören, nie den Traum aufgegeben hat, eine Aristokratie sein zu wollen, die wahre herrschende Klasse.
    Die Bauern wurden vernichtet, die Bourgeoisie wird’s überleben, ein Teil der Intelligenz wurde ebenso vernichtet, auch das konnte sie überleben, und das Proletariat blieb unten, das war letztlich der Garant ihres Überlebens.
    Das Proletariat blieb nämlich der Amboss, das ist das Wesen dieses Trauerspiels.

  92. Armer Dütscher. Die...
    Armer Dütscher. Die Einkommenssteuern in der Schweiz bei einem Einkommen von etwa 125000.- EUR dürften -z.B. im von DA bevorzugten Graubünden- 25.000.- EUR nicht übersteigen.
    Deswegen frag ich mich ja: Warum fragen hierzulande immer alle nur danach, wie der Staat an mehr Geld heran kommt und nicht, wo all die Steuereinnahmen bleiben? Es ist doch nicht so, dass die Steuereinnahmen in den vergangenen Jahren versiegt wären, im Gegenteil, die Quelle hat gesprudelt. Dennoch reicht es auch ohne Krise nie aus, siehe diese schöne, grafische Darstellung Staatsverschuldung:
    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Staatsverschuldung3.png&filetimestamp=20071023081511
    Tarifrechner Einkommenssteuer Schweiz:
    http://www.estv.admin.ch/d/dienstleistungen/steuerrechner/steuerrechner.htm

  93. Zwei brennende Fragen und zwei...
    Zwei brennende Fragen und zwei Bemerkungen:
    F 1: Darf ich mit meinem Jahreseinkommen von 10.614,72 € hier mitkommentieren (zumal ich die ab 1. 7. greifende Rentenerhöhung verheimliche)?
    F 2: Wird ein Leistungsträger wie Herr Wiedeking demnächst die 125.000-Euro-Schranke reißen?
    B 1: Zürich gänzlich ungeeignet – zutiefst leninverseucht.
    B 2: Libanon, Dubai scheinen bedingt empfehlenswert. Unschlagbar aber: Guantanamo!

  94. F1: Aber immer!
    F2: ich halte...

    F1: Aber immer!
    F2: ich halte das nicht für ausgescjlossen, je nach revolutionärem Impetus. Viel wichtiger aber scheint die Frage, was 125.000 in vier Jahren noch wert sind.

  95. Als Akademiker prüfe ich...
    Als Akademiker prüfe ich derzeit die eigene Drainage in die Schweiz, da ich von den hiesigen Berufsaussichten mehr als bedient bin. Im Gegensatz zur saturierten Bussi-Bussi-Gesellschaft befinden sich nicht wenige deutsche Akademiker in echten wirtschaftlichen Nöten, nicht selten muß der Staat finanziell intervenieren, damit das eigene Zimmer unterm Dach und das Dosengulasch gesichert sind. In der Schweiz könnte ich das alles mit meinem eigenen Geld bezahlen !

  96. Sag ich doch immer,...
    Sag ich doch immer, Deutschland ist gar nicht so schlecht :-)

  97. ich bin auch ein freund von...
    ich bin auch ein freund von graubünden. in chur entfernete man mir vor drei wochen einen angelhaken aus meinem handrücken.
    nun weiß ich dass so etwas dort 150 franken kostet,und es hilfsbereite menschen dort hat.
    die schuhe irritieren mich-
    ansonsten stimme ich den vier stunden zu, die der exilist zur ( deutschen) heimat
    absteckt.
    was soll auch der quatsch mit der insel oder dubai.
    ich mag mich ja irren,aber die erfogreichen auswanderstories sind doch die,
    wo menschen mit ihrem letzten hab und gut, aus not dieses land verlassen haben, oder globetrotter ihre religion in huskies investieren.
    meine dringlichste frage aber:
    was sind private schulden auf dem girokonto in der kommenden inflation noch wert?

  98. Don Alphonso, Herrscher...
    Don Alphonso, Herrscher süddeutscher Ländereien, geniesse den steuerfreien Wertzuwachs deiner Immobilie(n) im Müchner Speckviertel. Da kann man schön solidarisch mit dem Sozialstaat sein, wenn Steuer für Einkünfte aus Arbeit erhöht werden soll. Schliesslich dienen diese Steuern dazu, daß die Stützen der Gesellschaft ihre tragende Rolle ungeschoren und vom Pöbel unbelästigt erfüllen können. Keine Steuer auf Wertanstieg von Besitz, kleine Steuer auf Kapitalerträge, kein Zwang zu ALV, RV, GKV: ein herrliches Leben für die Lebemänner in Deutschland. Und die anderen sind die Doofen, dankeschön.Der arme Staat: was macht der Bund mit 283 Mrd. EUR in 2008 (im Vorjahr waren es 272 Mrd.) ?
    69 Mrd. für die Rentner: und zusätzlich wird RV-Beitrag gezahlt !
    35 Mrd. für Arbeitslosenhilfe: und zusätzlich ALV-Beitrag gezahlt !
    48 Mrd. für die Staatsschulden: war Ponzi als Finanzminister bekannt geworden ?
    —–Zwischensumme—-die Hälfte der Bundeseinnahmen sind schon mal weg—–
    29 Mrd. für die Verteidigung gegen Feinde der Republik
    5 Mrd. für Entwicklungshilfe (KfW-Zahlungen an Lehmann nicht mitgerechnet)
    8 Mrd.für Forschung ausserhalb der Hochschulen
    ———————————–
    und noch so ein bisschen Kleinkram:
    0,1 Mrd für Jugendhilfe
    0,3 Mrd für Kindergeld
    4,5 Mrd für Erziehungsgeld und Mutterschutz
    2 Mrd. für den Bergbau
    5,7 Mrd. für Autobahnen und Bundesstrassen
    3,7 Mrd für die Eisenbahnen
    0,4 Mrd für Kultureinrichtungen
    2,4 Mrd für Hochschulen
    2,6 Mrd für die Bundespolizei
    0,12 Mrd für Gerichte, Sozialgerichte, Verwaltungsgerichte, Finanzgerichte
    Scheint mir nicht angebracht, auf die Tränendrüse zu drücken wegen des Genusses der „Vorteile des Landes, seiner kostenlosen Unis und seiner Sicherheit“ . Gerade diese Vorteile würden sich mit niedrigeren Steuersätzen finanzieren lassen.

  99. Bundeshaushaltsplan 2008 ...
    Bundeshaushaltsplan 2008 Startseite

  100. Dr. Hartz, süss scheint die...
    Dr. Hartz, süss scheint die Fremde dem Unwissenden. Ich würde aber erst mal probewohnen empfehlen – mit den Schweizern muss man können, wie auch mit ihren kleinen Überraschungen wie Blocher und der UBS.

  101. kleinerberg, hoffentlich...
    kleinerberg, hoffentlich weniger. Ich kenne Leute, die genau auf solche Veränderungen spekulieren. Mit Schulden kann man Inflation prima hedgen, wenn sie denn kommt, und nicht eine Geldentwertung, die Schulden jedoch anpasst.
    .
    Mme, man muss das viel öfters sagen. Einfach, um es den Miesmachern schwerer zu machen.

  102. @anderl ("Don, ich war gerade...
    @anderl („Don, ich war gerade wieder eine Woche in der Schweiz und muss sagen, der Steinbrück gibt sich alle Mühe, das (Klischee-)Bild, das die Schweizer vom Deutschen haben, zu bestätigen: laut, aggressiv, unhöflich, ohne Umgangsformen.“)
    man könnte aber auch sagen, die berichterstattung ist tendenziös, chauvinistisch, nationalistisch und mit dem opfermythos der hilflosen kleinen schweiz bekränzt, mit dem alle verantwortung woanders liegt.
    ich habe den blick hier grade liegen – schön ist das nicht. dagegen ist bild schon fast reine unterhaltung.

  103. Hallo,
    .
    Eine Frage zu den...

    Hallo,
    .
    Eine Frage zu den Fakten, bitte: Von wie vielen Leuten reden wir hier eigentlich? Also, diejenigen Großverdiener, die wirklich nur aus rein steuerlichen Gründen das Land verlassen?
    .
    Ich vermute, es sind so extrem wenige, dass es sich gar nicht lohnt, darüber einen Blog zu schreiben bzw. sich über sie aufzuregen, wie das einige der Kommentatoren hier tun.
    .
    Sogar in mehreren Büchern über Steueroasen, die ich gelesen habe (z.B. von Hans-Lothar Merten), raten die Autoren davon ab, nur wegen der Steuerersparnis auszuwandern. Weil das Klima, soziale Umfeld, die Sprache, etc. auch noch sehr große Rollen spielen, um sich im Ausland wohlzufühlen. Einleuchtend.

  104. don, gute fragen:
    .
    Die...

    don, gute fragen:
    .
    Die Diskussion, die man eigentlich mal führen müsste, und die so schwer in zeiten bankrotter Banken ist, lautet: Wieviele Banken und Bankgeschäfte brauchen wir wirklich? Warum haben wir noch so viele Landesbanken? Welche Produkte müssen sein? Welche hedge Fonds? Woe bekommt man Pensionsfonds unter Kontrolle und wickelt sie ab?
    .
    hat sich hier schon wer mit dem bankenwesen der ddr beschäftigt? solltet ihr tun, wahrscheinlich wird es darauf hinauslaufen und der rest gleich mit.
    .
    oder ausführlicher:
    .
    Wieviele Banken und Bankgeschäfte brauchen wir wirklich?
    – eine einzige bank genügt. die filialen können verschiedene namen haben.
    .
    an bankgeschäften brauchen wir die annahme von spareinlagen und die verwaltung von kontokorrentkonten im guthabenbereich. kredit bekommt nur noch der staat, private haben die wahl, sparen oder verzichten. je weniger es zu kaufen gibt, desto leichter fällt dann auch das sparen, das passt auch einigen supergrünen und edelprotestanten ins weltbild.
    .
    Warum haben wir noch so viele Landesbanken?
    – weil wir so viele politiker haben, die versorgt sein wollen, damit sie den anderen nicht im weg sind. keine alten lasten, keine landesbanken, so einfach könnte es sein.
    .
    Welche Produkte müssen sein?
    – entgegennahme von spareinlagen, irgendwoher muss das geld, das der staat als kredit braucht, ja kommen.
    kontokorrentkonten auf guthabenbasis, wegen der kontrolle, wer wo was einnimmt und ausgibt.
    vergabe von krediten an den staat. und die wirtschaft? das ist doch der staat.
    .
    Welche hedge Fonds?
    – keinen einzigen mehr.
    ausser dem einen, grossen, der hier staat genannt wird und praktischerweise auch gleich die wirtschaft mit betreibt, ganz planmässig.
    hat da eben einer marxundengels gesagt?
    von wegen. fichte, der geschlossene handelsstaat.
    übrigens, vorausschauend, dass die ddr auch schulen nach fichte benannte und die bundesrepublik das beibehielt, weil die fichte für einen idealistischen philosophen oder weltfremden theoretiker und damit für harmlos halten. aber von wegen, eben das sind die gefährlichsten.
    .
    Wie bekommt man Pensionsfonds unter Kontrolle und wickelt sie ab?
    – schritt eins: staatsgarantie mit haarschnitt der berechtigten. schritt zwei: auszahlung der erworbenen pensionen bei anrechnung auf die rente. schritt drei: siehe weiter unten zu den rentnern und der rente.
    .
    nach der gesetzlichen rente wurde nicht gefragt, dabei finden sich die erworbenen anwartschaften nicht weit weg von den pensionsfonds, generationenvertrag hin oder her. also ungefragt:
    .
    die rentner und ihre rente. das wird dann in zukunft, so etwa 10 jahre wirds noch dauern, auf sozialverträgliches ableben hinauslaufen. oder glaubt hier jemand, dass bis dahin eine ernsthafte versorgung pflegebedürftiger sozialhilfeempfänger, verzeihung, mindestrentner, finanzierbar sein wird.
    die werden dann wieder, wie früher, an ihren krankheiten, nicht mehr an der behandlung, sterben. für den rest gibts suizidberatung, schnäppchenjäger aufgepassst, die kosten übernimmt die kasse, voll und ganz.

  105. Don, Blochers Zeit ist doch...
    Don, Blochers Zeit ist doch schon vergangen. In Sachsen schmuggeln dafür vom Volk gewählte NPD-Abgeordnete Waffen in den Landtag. Über die UBS muss man sich angesichts des Schicksals der hiesigen Landesbanken, IKB und Hypo Real Estate doch wahrlich nicht mokieren. Die Schweizer, mit denen ich befreundet bin, über die kann ich mich nicht beklagen. Ich freue mich immer, sie zu sehen und bin doch tatsächlich-obwohl Deutscher- dort willkommen. Leider braucht mich dort niemand.
    Übrigens: Deutschland und die Schweiz haben ein Doppelbesteuerungsabkommen, das von Deutschland ohne mit der Wimper zu zucken derzeit gebrochen wird: die Finanzamter kassieren bei deutschen Ärzten momentan doppelt ab. Da soll der Bürger staatstreu sein oder wieder werden, wenn der Staat sich seinerseits nicht an die von ihm eingegangenen Verpflichtungen hält? ?
    Vert, „Blick“ lese ich nicht. Die Zeitungslektüre (Schweiz) beschränkt sich bei mir auf den Tagesanzeiger und ab und an die NZZ.

  106. in diesem zusammenhang...
    in diesem zusammenhang erinnere ich an das ende der ddr mit diesem grandiosen lied:
    http://iclweb01.fsw.leidenuniv.nl/walhain/eindexamen/level_4/cse/Duitsland/liedjes/1988/1988.htm

  107. Diesen Beitrag habe ich vor...
    Diesen Beitrag habe ich vor etwa einer Stunde in einem anderen Blog gesendet, dann war er plötzlich weg. Kleines Rätsel am Rande: Welcher Blog war das wohl? – Soviel verrate ich: er war in der FAZ!
    Nun hoffend, dass Don Alphonso nicht so humorlos ist, wie mancher seiner Kollegen, und da der Beitrag ja auch ganz gut hier rein passt – Finanzkapital und seine Märchen, möchte ich ihn daher auch umtaufen -, sähe ich ihn gerne hierher gerettet! – Und Gott dafür danken, dass es noch diesen Blog gibt. Es ist auch ein Thema, mit dem ich immer wieder in Berührung komme, wenn ich von Klassenkampf und von Geschichte rede (von oben wie von unten) und der andere versteht nur ein „Illuminatikomplott“:
    Märchen und Geschichten, oder: der semantische Zirkel
    Verschwörungen und die darauf aufbauenden Verschwörungstheorien bilden u.U. einen semantischen Zirkelschluss. Will heißen: Da es sicher schon zu allen Zeiten Leute gegeben hat – mächtige Leute – die ihrerseits an Verschwörungen und an Verschwörungstheorien geglaubt haben, wird es wohl auch wiederum möglich sein, dass solche Leute dieser Art von Geschichte (und ihrer Beschreibung) dann zum Durchbruch, gewissermaßen nachhelfend, verhelfen wollten. Konkret: Wer an die Voraussagen der Apokalypse glaubt, wird vielleicht einiges tun, damit sie stattfindet! Solche Verrückte werden bei wachsender Weltbevölkerung eben nicht gerade weniger!
    In diesem Sinne mögen Verschwörungstheorien realistisch sein, sozusagen empirisch evident, nur ob sie auch die Geschichte beschreiben, steht auf einem anderen Blatt. Denn selbst wenn solches möglich ist, und wenn es tatsächlich geschähe, dann doch nur, weil es in einem ganz konkreten geschichtlichen Kontext geschieht, einem solchen, der das ermöglicht, um nicht zu sagen: es notwendig macht, also in einem ganz „objektiven“ Sinne erlaubt. Das könnte bedeuten, dass bestimmte gesellschaftliche Zustände nur als Treppenwitz eben, nur als Verschwörung vielleicht, überhaupt Akzeptanz finden.
    Insbesondere natürlich die Klassengesellschaft, mit all ihren absonderlichen Gestalten, an der Spitze, wie am Ende, könnte durchaus auch als Treppenwitz mit sich geschleift werden, eben indem sie auch als Verschwörung „funktioniert“, als absurdes Theater sozusagen (nehmen wir die gegenwärtige Finanzkrise: die Herrschenden selber, stellen sie als Verschwörung dar, die ihrer gierigen Klassengenossen – Brecht hätte seinen Spaß daran). Verschwörung doch allerdings nur, weil die Herrschenden auf streng metaphysische Weise an den Mythos ihrer Macht gebunden sind, an den ihrer Unbesiegbarkeit, also von ihrer ethischen nicht zu überbietenden Größe überzeugt sind, ja von ihrer übergeschichtlichen quasi „Alternativlosigkeit“ ausgehen, und somit jeden Fehltritt als „Verschwörung“ abtun (müssen). – Und daher feste an diese glauben, und somit an ihrer Verwirklichung arbeiten. – Eine große Bühne für einen Treppenwitz!
    Dass sie das letztlich nicht sind, all das, und noch viel mehr, widerlegt dann auch den Mythos von den Verschwörungen, und ihren Möglichkeiten, ihren „Wahrheiten“, demontiert ihre Bühnen. Will heißen: Wenn ein Rockefeller am Ende der Geschichte abtritt, nicht als Person – die wäre dann vermutlich ehe schon Geschichte -, sondern als Vertreter, als Metapher einer Klasse, verschwinden auch alle Mythen über dessen Geschichte(n), neben all den Begebenheiten seiner Klasse in deren „wahren“ Geschichte, all den Wirklichkeiten in Toto, des gesamten Mythos wie der Wahrheit.
    Das bedeutet für diesen Fall: Beides ist möglich! Die Geschichte wurde gefälscht in dem beschriebenen oder bisher unbeschriebenen Sinne. Das geschieht doch täglich und beginnt zum Beispiel bei ganz gewöhnlichen Lebensläufen – um sich bewerben, zum Beispiel. Und endet dann bei womöglich ganz witzigen Retuschen, wie bei Hitler, und seinem „Mein Kampf“. Wer wollte schon wissen, dass er mal ein kleiner verkommener Gauner war – ein Lumpenprolet, wie Marx ihn bezeichnet hätte -, wenn er doch dann ein ganz großer geworden ist: nämlich ein Lump. Da kann man sich doch vorstellen, wie erst ganz andere historische – wahrlich historische – Persönlichkeiten an ihrer Geschichte feil(t)en!?
    Und doch gibt es natürlich d i e Geschichte, nur ist die halt noch nicht abgeschlossen – nicht ganz – und damit noch nicht wirklich verifiziert, oder falsifiziert. An dieses Märchen, von der Geschichte, nämlich einer solchen der Sieger, glauben doch diese Leute, und sie schreiben munter weiter, an ihrem nicht enden wollenden Sieg.
    Lassen wir noch mal 500 oder 1000 Jahre vergehen (vielleicht wird es auch nicht so lange dauern) und „wir“ (nicht wirklich w i r) wissen eine Menge mehr über all diese Märchen/jene Geschichte(n) der letzten 10000 Jahren.

  108. Oh, ich bringe ihn, aber...
    Oh, ich bringe ihn, aber generell denke ich, dass eine gewisse Kürze die Wahrscheinlichkeit erhöht, letztlich nicht nur gesehen, sondern auch gelesen zu werden. Ich habe hier keine Probleme, weder mit kommunistischen Sichtweisen, noch mit jenen von Reichen.

  109. Gegen den Zensor...
    Gegen den Zensor geschrieben!
    @Don Alphonso: danke, Sie haben was gut bei mir! Und das mit der „Kürze“ – ich gebe mir Mühe. Aber man kommt da auf so gewisse Ideen. Denn manchmal scheint es mir so, dass der „Zensor“ (auch der „innere“) eben wegen der Länge, erst nach ein oder zwei Stunden begriffen hatte, dass er das eigentlich gleich hätte verschwinden lassen müssen. – Und gelesen werde ich, doch wenigstens vom Zensor! Fasse ich mich aber kürzer, na ja, wer kommt denn dann noch dazu, mich zu lesen? – Eine Stunde Zeitschiene, ist doch richtig viel in der heutigen Zeit!

  110. Ich habe absolut nichts gegen...
    Ich habe absolut nichts gegen Länge, aber es ist nur meine Erfahrung, dass zu lange Kommentare selten inhaltlich beantwortet werden. Es ist also nur eine Empfehlung. Drei Absätze ist nach dem, was ich so mitgenommen habe, das Maximum, das die Leute sich in der Regel antun.

  111. devin08: TLDR....
    devin08: TLDR. Ernsthaft!
    Don: Sie haben absolut recht mit den drei Absätzen, was zu einem anderen Thema führt: Wer seinen Text ein wenig strukturiert, erhöht ebenfalls drastisch die Wahrscheinlichkeit, daß sich jemand den Beitrag antut.

  112. Also statt auszuwandern, ein...
    Also statt auszuwandern, ein gutes Stück Klassik hören? Das ist eine interessante Alternative :) Ich kenne keinen Auswanderer, der ausschließlich oder zuerst wegen Steuerersparnis ausgewandert wäre.
    Bedeutet das nun, dass dieser Kleine Ausreiseführer sein Thema missverstanden hat? Oder dass die Steuerflüchtlinge von gestern mittlerweile Platti entdeckt haben?

  113. Steuern hin oder her. In die...
    Steuern hin oder her. In die Schweiz auszuwandern bei der derzeitigen Entwicklung des Euros und den Pleiten der Länder sicherlich eine Option.
    @Knut: Die Steuerflüchtlinge sind doch schon längst aus Europa raus…

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