Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Wie die kleine, dumme Stadt noch einmal davon kam

| 41 Lesermeinungen

Was wäre eigentlich geschehen, wenn Porsche wirklich den VW-Konzern geschluckt hätte? Wir werden es nun nie erfahren, aber besonders zimperlich wirkten die Überlegungen von Porsche nicht. Was wiederum extrem schlecht für alle anderen Standorte von VW-Firmen gewesen wäre, und besoinders für jenes idyllische bayerische Städtchen, dem ich entstamme und das alles, wirklich alles dem Hauptkonkurrenten von Porsche verdankt. Nicht wirklich grosses Bedauern möchte ich deshalb in folgendem Beitrag vorstellen.

Wer nix daheirad und nix dairbt, bleibt oam ois wiara schtiabt.
Bayerisches Sprichwort

Gewiss, die Buchläden auch dieser Stadt sind voll mit Karriereratgebern und Titeln, die Reichtum und schnellen Aufstieg versprechen. Sicher, es scheint, als gäbe es dafür Patentrezepte, denn in dieser Stadt laufen so viele wirklich vermögende, wirklich einflussreiche Menschen herum, mit allen Insignien des Erfolges. Von aussen betrachtet wirkt es, als hätte sich da eine ganze Schicht nach oben gearbeitet und würde nun dieser reizenden und immens reichen Stadt vorstehen, die nicht weiss wohin mit ihrem Geld, und wo sie noch Bauflächen ausweisen soll. Da muss es einen Weg geben, den man lernen und für sich selbst nutzen kann, denken die Aufsteiger.

Und wundern sich, wenn daraus nichts wird. Denn eigentlich gibt es nichts einfacheres, als in dieser Stadt den Stützen der Gesellschaft anzugehören: Man wird als eine solche geboren. Es ist keine Mühe und kein Verdienst, und der Rest kam ganz von alleine. Bis zum Ende der offensichtlichen Klassengesellschaft gegen Ende der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts war das üblich, und danach begann der Aufstieg, die einzigartige Erfolgsgeschichte dieser Stadt im Zusammenhang mit einem bekannten Automobilhersteller, der sich vom Ruf der Rentnerfahrzeuge löste und heute der Traum aller Sachberarbeiter und anderer Aufstiegswilliger ist.

Bild zu: Wie die kleine, dumme Stadt noch einmal davon kam

Bis zu jenem Zeitpunkt war die Elite dieser Stadt das Übliche: Honoratioren, die in jener Stadt das Sagen und ausserhalb nichts zu melden hatten; kleine Möchtegerns, die nach München in die Wagneroper fuhren, und für die der Standortball der Höhepunkt des gesellschaftlichen Lebens war. Danach änderte sich nichts, aber von aussen strömten neue Arbeitskräfte zu. Zehntausende von Arbeitskräften, die wohnen mussten, konsumieren, die unterhalten werden wollten und versorgt werden mussten. Das Ausnehmen und Schröpfen dieser Massen durch jene, die schon hier sassen, war gediegener als ein Goldrausch und vornehmer als eine Raubritterburg, aber es war lukrativ. Extrem lukrativ.

Und simpel. Man sass einfach auf der Spitze einer Pyramide, die von unten her anwuchs. Man maulte über den Zugezogenen und lud ihn nicht auf die Gartenparty ein, und der Zugezogene der 70er Jahre verfuhr mit dem Nachzügler der 90er Jahre nicht anders. Wie im tiefsten Mittelalter profitierte der Alteingesessene vom Zuzügler, ohne auch nur einen Finger zu rühren. Das machte alles der Weltmarktführer. Alles war gut und einfach. Man wurde reich, aber keiner wusste so richtig, wie das geht. Es ging halt.

Bild zu: Wie die kleine, dumme Stadt noch einmal davon kam

Bis zu jenem Tag, da die schwäbische Firma Porsche auf den Plan trat und die Mutterfirma des Weltmarktführers kaufen wollte. Das ist schlimm für die kleine, dumme Stadt, denn schon immer galt dieser VW-Konzern als lahme Bude, die ihr Juwel in jener Stadt nicht richtig glänzen lassen wollte. Wenn es schon mit dem VW-Mühlstein so gut laufen würde, wie wäre es erst, wenn der Weltmarktführer ganz allein wäre? Und wie schlimm würde es werden, wenn Porsche plötzlich das Sagen hätte, die doch im gleichen Marktsegment Ambitionen hegen?

Vielleicht hätte Porsche aber auch noch weitere Ideen: Einen kombinierten Porschekonzern, dem der Weltmarktführer die Basismodelle stellt. Eine Ausbeutung der hiesigen Marke, ein Raubzug bei der technischen Entwicklung, ein Aussaugen der Kompetenz, und am Ende gar Finanzmanipulationen, die dem Weltmarktführer künstliche Verluste zuwiesen. Sollte es Porsche plötzlich nicht mehr gut gehen, wer weiss, ob sie nicht einfach das Werk teilweise nach Stuttgart verlegten? Arbeitsplätze transferierten, Produktionslinien verlagerten?

Bild zu: Wie die kleine, dumme Stadt noch einmal davon kam

Die kleine, dumme Stadt lebt allein von diesem Hersteller. All das, was sie zu sein vorgab, die protzigen Imagebroschüren, die Erfolgsgeschichte, die fortschrittliche, kommende Metropole in Bayerns Mitte, und mit ihr auch die führende Schicht, die sich bestens eingerichtet hatte im Zuwachs des Reichtums, die ganze Welt vom einen nahen Horizont bis zum anderen, schien plötzlich unsicher und brüchig. Hatte man nicht mit R8 und Lamborghini dem 911er das Leben schwer gemacht, hatte man dem Cayenne nicht Kunden genommen, war man Porsche nicht mit dem A8 im Weg? Solche und andere Fragen stellten jene, die hier mehr als drei, vier Häuser hatten, und andere, deren Geschäfte auf Wachstum ausgerichtet waren, hatten auch keine Antwort.

Denn für die Elite sind solche Veränderungen nicht leicht zu bewältigen. Man wurde reich, weil man blieb, und man wird arm, wenn man nun nicht weg kann. Und wie sollte man hier weg, unter Aufgabe des Status? Wo sollte man hin, wo würde man wieder als Stütze der Gesellschaft aufgenommen werden, wenn man als Flüchtling aus einer Region käme, die das Gespött der Leute wäre, eine Wüste wie das Ruhrgebiet und Bremen? Die Besitztümer hier sind teuer und nicht leicht zu verkaufen in diesen Zeiten, und auch Fluchtorte sind gerade nicht wirklich sicher. Man ist also abhängig von den Entscheidungen, die Porsche in Salzburg und Weissach trifft, und nicht mehr vom eigenen Können draussen in der Fabrik. Noch vor kurzem hatten andere Hersteller Angst vor dieser Firma und ihrer kraftstrotzenden Region, die schon bald nur noch Empfehlsempfänger, Gnadenbrotesser oder gar gebrandschatzte Ruine von Porsche sein könnte. Man hatte Angst, dass man plötzlich wieder, wie schon die Urgrosseltern, die Elite eines zurückgebliebenen, bayerischen Kaffs sein könnte.

Bild zu: Wie die kleine, dumme Stadt noch einmal davon kam

So darf es nicht wundern, wenn nach einem Jahr der Unsicherheit nun die Freude gross ist – denn Porsche hat sich beim Kauf von VW massiv übernommen, und kann offensichtlich nicht mehr zahlen. Statt dessen wird aus Porsche auch nur ein Hersteller unter dem Dach von VW. Da lacht die Elite. Der ehemalige Unterdrücker steht mit qualmender Warze am Strassenrand, und Audi mit der zehn mal so grossen Fahrzeugproduktion kann wieder schalten, wie es will. Die herrschaftlichen Häuser sind voller Freude darüber, dass der Hedgefonds Porsche mit seiner unsoliden Finanztrickserei nun gegen die bodenständige Qualität der Heimat verloren hat. Niemand wird dieser Stadt etwas von ihrem hart erarbeiteten Erfolg und der Elite von der Immobilienbewertung nehmen. Das Goldene Zeitalter wird fortgesetzt, die Tochter bekommt nun doch den TT anstelle des anfälligen Maseratis, und nur zur Sicherheit erwirbt man, man kann ja nie wissen, nun doch eine Wohnung in München oder am Starnberger See.

Es sind schöne Tage in der bayerischen Provinz, der Arbeiter lacht, der Bürgermeister strahlt und wir besprechen die Gartenparties, zu denen niemand einen Porschemitarbeiter einladen muss, wo alles so bleibt, wie es schon immer war, nur noch ein wenig besser könnte es natürlich schon werden, in dieser fleissigen Vorzeigeregion, von der alle anderen noch was lernen können, Sprüche wie „von nichts kommt nichts“ oder das besondere Selbstbewusstsein, das nur jenen Menschen zu eigen ist, die nie etwas anderes getan haben, als am richtigen Ort zu sein und gar nicht zu verstehen, warum die in Eisenach, Rüsselsheim und Bochum solche Probleme haben.

Bild zu: Wie die kleine, dumme Stadt noch einmal davon kam

Begleitmusik: Zu unseren Gartenparties passt natürlich unbeschwerte, französischen Barockmusik für Schäferstunden ganz vorzüglich – einerseits wegen des leichten, frohen Lebens, das in der Einspielung des Romans „l’Astrée“ vorgestellt wird; andererseits auch, weil es vergessen lässt, welchem Raubbau an Natur und Welt wir eigentlich dies leichte Leben verdanken, in dem ansonsten die Fabrik vor der Stadt kaum in Erscheinung tritt, denn bei uns daheim gibt es nur Felder, Seen und Wiesen.

0

41 Lesermeinungen

  1. Naa, Bremen ist scho ok. In...
    Naa, Bremen ist scho ok. In Lesmona z.B.

  2. Tja als Bremer kann ich nur...
    Tja als Bremer kann ich nur sagen: Schade dass wir damals den Borgward vergeigt haben. Von der Kaufmannsschaft und ihrem Geschick ist in Bremen zumindest bei den Politikern nichts übrig mehr!
    Hm sollte ich wählen zwischen 911 und R8, würde der R8 klar das Rennen machen!
    Was sagt den die werte Nachbarschaft zum neuen Oldtimer??

  3. Borgward ist nichts gegen das,...
    Borgward ist nichts gegen das, was dieser Region blühen würde, wenn man Audi dichtmacht. Das wäre wie Werftenkrise, Borgward und Rüsselsheim mit einem Schuss Zwickau.
    .
    Die Nachbarschaft hat den Wagen noch nicht gesehen, weil er zur technischen Abnahme noch in Frankfurt steht. Vermutlich am Dienstag ist dann die Überführung in die Berge.

  4. Mal ehrlich, stand denn Audi...
    Mal ehrlich, stand denn Audi am Standort wirklich zur Debatte?
    Wohl doch eher nicht! Und so´n bischen Bammel vor der Krise solll ja durchaus den Kreislauf verschlafener Stadtbewohner wieder in Schwung bringen können!

  5. wow.
    gut gemacht, don...

    wow.
    gut gemacht, don a.
    extrem flotter artikel.

  6. Kurzfristig nicht, nein. Aber...
    Kurzfristig nicht, nein. Aber Porsche hätte natürlich Druck machen können, gewisse Dinge zu bremsen, andere Produktionsorte mit einzubeziehen, Gewinne abzuführen – es würde vermutlich schon reichen, ein Viertel der Produktion zu streichen und zu verlagern, um die Region zu ruinieren. Supermärkte werden immer durchkommen, aber alles, was sich an besseren Läden angesiedelt hat, würde dann heftigst leiden. Und Porsche würde man viel zutrauen.

  7. Ist man bei AUDI nicht alleine...
    Ist man bei AUDI nicht alleine schon weiter: Q7 und TT kommen laengst aus Konzernfabriken in Osteuropa…

  8. "Man [die Elite] ist also...
    „Man [die Elite] ist also abhängig von den Entscheidungen, die Porsche in Salzburg und Weissach trifft, und nicht mehr vom eigenen Können draussen in der Fabrik. “
    Haha, wunderbar. Vom eigenen Können. Ich hätte das irgendwie herausgearbeitet und dabei die ganze Eleganz vernichtet. Für so einen Satz würde ich morden ;-)

  9. Und nun könnte man also hinzu...
    Und nun könnte man also hinzu fügen zum Motto der Baden Württemberger:
    „Wir können alles außer Hochdeutsch und rechnen!“
    Aua das muss weh tun

  10. Aber wenn eine Region...
    Aber wenn eine Region dermaßen abhängig ist von einem Arbeitgeber, müßte dann nicht gerade die Elite (und natürlich auch die Politik) darauf pochen ein zweites oder gar drittes Standbein für die Region aufzubauen? To be on the safe site!

  11. Nur so aus Interesse, ich...
    Nur so aus Interesse, ich kenne mich in diese Kreisen ja wirklich nicht aus: Gibt’s die Gartenparties bei den Stützen der Gesellschaft auch in der Realität oder ist das nur eine in diesem Blog immer wiederkehrende Metapher? Und wenn es sie gibt, will man da wirklich hingehen? Und grämt man sich tatsächlich, wenn man nicht eingeladen wird?

  12. Weckt sofort Erinnerungen an...
    Weckt sofort Erinnerungen an den lindgrünen glänzenden und chromblitzenden AUDI 100 C 1 der Familie, den ich heute noch jedem aktuellen Modell vorziehen würde, bei aller Rostanfälligkeit der damaligen VW-Konzern Produkte.

  13. Dear Sir, how was your T in...
    Dear Sir, how was your T in Great Britain?
    Let’s have a talk about moving T-pots. Ihre Kolumne fährt rückwärts, ich meine blickt gewissermassen etwas retro drein. Schreiben Sie mal im Vorwärtsgang.
    Borgwardt, Talbot, Simca, Hanomag Henschel, Vauxhaul, British Leyland, Wartburg, Trabant, DAF, Buick, Opel. Es ist ein Friedhof der Kuscheltiere, und der ist gleichzeitig der Beweis, daß früher alles besser war, als es noch richtige Frabriken gab mit rauchenden Schloten. Die Ordnung Kathedrale/Fabrik/Universität kann sich gar nicht entwickeln, der Bauch der Gesellschaft und damit die Produktion ist uns allen am nächsten. Die meiste Trauerarbeit leistet daher nicht die überflüssige Elite, sondern die überflüssige Arbeiterschaft. Immerhin darf sie jetzt nochmal ihre alten Schüsseln restaurieren wie Clint Eastwood seinen „Gran Torino“ … Am Anfang (KdF-Stadt) und am Ende (GM) steht eben doch Papa Staat, damit alles so bleibt, wie es ist.
    Was wird man (endlich) von Ihren automobilen Phantasien denken, wenn Mr. Spok erstmal das Beamen mit Warp-Antrieb erfunden hat? Reisen wir dann endlich selbst in die Vergangenheit mit ausladenden Kotflügeln?
    Grillen Sie nicht soviel, es riecht nach billigem Benzin und Unterschichtenernährung! Kind regards

  14. Elite und Ingolstadt? Kann...
    Elite und Ingolstadt? Kann keinen Zusammenhang erkennen.

  15. "deutschland ist eben...
    „deutschland ist eben insgesamt keine elite“. alle und alles zusammen nicht.
    .
    sonst wäre „lehmannbrüder“ eine firma in berlin gewesen – und wir hätten die 5000 miliarden der welt verbrannt.
    .
    so lange man nur die vehikel der welt produziert, also teilproduzent von gegenständen ist, statt die daraus schlussendlich resultiert-habenden globalen (finanz-)mehrwerte von jahrzehnten zu vernichten (lustvoll &dekadent?), kann man nicht sagen, „wir hätten was erreicht – oder „größe gezeigt“ (*g*).
    .
    aus ingolstadt in die welt? auch weiterhin ganz sicher. mit dem pkw.
    .
    „landkartenneuordnungen“ oder „neue geldscheine für alte schulden“ kommen daher auch in zukunft nicht.
    .
    . und warum beklagen wir das eigentlich?
    .
    klasse beitrag mal wieder: unter millionen lügen muss und werde ich das eine wahre wort erkennen. es springt mich an. danke also fürs menschsein.
    .

  16. Die Berichte aus der Audistadt...
    Die Berichte aus der Audistadt erscheinen mir zunehmend wie Reiseberichte eines Ethnologen von Reisen nach Neu-Guinea – mit dem Rest der Bunzrepublik hat das Treiben dort nicht viel zu tun. Gut, man spricht ja nicht einmal dieselbe Sprache wie in Deutschland…

  17. Für Ingolstadt wäre es eng...
    Für Ingolstadt wäre es eng geworden. Stuttgart dagegen kann es sich leisten, wenn Porsche baden geht. Es gibt da ja noch ein paar andere wahnsinnig erfolgreiche erste Adressen: Daimler, Bosch, LBBW …
    Im übrigen ist Porsche gut gerüstet: Das Museum ist soeben fertiggeworden. Sieht zwar aus wie ein aufgebockter Flugzeugträger. Trotzdem: Vorbildlich für einen geordneten Abgang.

  18. Guten Abend, die beiliegenden...
    Guten Abend, die beiliegenden Kommentare scheinen mir doch arg von regionalen Befindlichkeiten zugekleistert, deshalb empfehle ich Prof.Dr.Stadelmaiers „Schleudertrauma“, nachzulesen im heutigen Feulleton der FAZ. Auch ein Bayer…und so ein netter!!!

  19. Heißt das jetzt, Sie kommen...
    Heißt das jetzt, Sie kommen aus Ingolstadt?
    Wo gibt es denn da gediegene Anwesen mit hohen Hecken? Oder spielte der Beitrag mit den Anliegerstraßen woanders?

  20. Nun, das Prominentenviertel...
    Nun, das Prominentenviertel der Stadt liegt bekanntlich zwischen der westlichen Ringstrasse, der Donau, dem Baggersee und einem schmalen Streifen zum Krankenhaus. Natürlich gibt es dort stattliche Anwesen.
    .
    Wenn ich hier aber Privatstrassen beschreibe, meine ich damit meine Heimat, den Tegernsee. Ich bin zwar in jener kleinen Stadt geboren und aufgewachsen und zu jener Schule gegangen, die 6 LKs Physik und nur einen LK Deutsch hatte, aber wie jeder anständige Bayer lebe ich natürlich am Tegernsee.

  21. Ich frage mich: wird das in...
    Ich frage mich: wird das in ihrer „kleinen, dummen Stadt“ denn nicht mit sozialen Sanktionen geahndet, wenn man sie öffentlich als solche bezeichnet? So mit dem Entzug von Gartenparty-Einladungen für eine Saisaon? (Länger geht ja nicht, in kleinen Städten ist der Personenkreis ja begrenzt und man muss irgendwie miteinander auskommen…)

  22. Ach, die wissen doch alle...
    Ach, die wissen doch alle genau, dass es so ist. Ich habe schon in der Grundschule in Sachkunde bei Frau Gerheiser gelernt, dass es hier ein Problem gibt. Die Stadt ist einfach faul und bequem vom Erfolg geworden und hofft, damit durchzukommen. Was es hier sonst noch gibt – Eliteuni, Rüstung, Maschinenbau – ist nett, aber auch keine Rettung, sollte es mal krachen. Und die einzigartige Partnerschaft von Stadt und Firma wäre wohl auch nicht so toll, wenn sich die Stadt von der Firma emanzipieren müsste. Dafür ist die Firma an sich auch zu gut, denn nicht mal ich kann etwas wirklich Schlechtes über sie sagen. Ich mag auch das Engagement ihrer Arbeiter, und deren Bewusstsein, hier etwas besonderes zu machen. Dort, wo die Firma ist, kommt man nicht hin, wenn man die Leute nicht mitgenommen hat. Wäre ich Bandarbeiter, würde ich nur dort am Band stehen wollen.
    .
    Ansonsten, was solll die Stadt denn bitte machen? Auch wenn man dort dank Monopolpresse keine Erfahrung mit Pressefreiheit hat, kann sie mich nicht ausladen. Die kennen das nun alles schon länger, und ewas anderes als auf dem Wochenmarkt sage ich auch nicht.

  23. "Ich bin herzlich froh, daß...
    „Ich bin herzlich froh, daß ich aus Bayern heraus bin. Dieses Land zeigt einem nichts als Jammer und Not. Auf einer Station von München auf hier schlossen gewiß achtzig Bettler einen Kreis um mich, in dem ich vielleicht noch stünde, wenn der Postillion nicht die Peitsche gezeigt hätte. Dies war auf einem elenden Dorfe,, Sie können sich denken, wie es in Städten ist. In München laufen einem ganze Familien nach und schreien, man möchte sie doch nicht verhungern lassen“ [aus einem Brief von Eva Königs (der Braut Lessings) aus dem Jahr 1771]
    Nebenbei bemerkt: Gerade Bremen hat, statistisch gesehen, die höchste Zahl an ‚Altvermögenden‘ in Deutschland aufzuweisen. Daran kann euer neureiches München längst noch nicht klingeln. Man redet hier bloß – anders als in der geschwätzigen Bussi-Bussi-Stadt – nicht so gern davon. Understatement prägt den Lebensstil, die Leute steigen in einen Volvo, Bentley, Citroen, wenn’s sein muss auch mal in einen Mercedes. Status gibt die Yacht im Segel-Club …

  24. "und ewas anderes als auf dem...
    „und ewas anderes als auf dem Wochenmarkt sage ich auch nicht“.
    A bisl a Schmäh muas scho sei, gäh?
    (hochdeutsch: Sie gestatten sich gelegentliches verbales Kokettieren?)

  25. Des is des wo I sog: Es is...
    Des is des wo I sog: Es is wias is. Und der Wochenmarkt hat erstaunlich oft recht. Wäre ich Politiker in bayern, würde ich den Wochenmarkt nicht ignorieren. Denn der Wochenmarkt ist das weibliche Gegenstück zum Stammtisch, aber klüger und schlagfertiger.
    .
    Ja, Bayern kommt aus einem tiefen Loch, wenn man mal von den Reichsstädten Nürnberg und Augsburg absieht. Und manche Städte haben erst vor ein paar Jahrzehnten begonnen, Karriere zu machen. Um so weniger will man dorthoin zurück, wo andere schon sind.

  26. Es kursiert (SZ, FTD usw.) 1...
    Es kursiert (SZ, FTD usw.) 1 Liste mit 10 Gründen, warum Blogs hierzulande nicht funktionieren. Da steht u.a.:
    Da ein deutscher Blog kaum Ruhm oder Bekanntheit bringen wird, gibt es keinen wirklichen Grund zu bloggen. (ISv Bloggen bringt kein Geld.)
    Und: Blogger haben nie Ferien.
    Mei, arme Schweinderln. Aber Herr Alphonso, Sie lassen sich´s nicht verdrießen, oder?

  27. für jemanden,der gewöhnlich...
    für jemanden,der gewöhnlich alles verwertet, liegt die wichtigkeit von
    gartenparties vielleicht eher,in dem was er dort zu hören bekommt,als in dem,
    was er zu sagen hat.
    .
    heute habe ich gelesen,es waren schüler die die daten ausgewertet haben,
    bezüglich der eisschmelze am nordpol. die zahlen variieren zwischen
    2040 und 2048.
    für die felder und wiesen gibt es also bald auch in bayern mehr erfrischung.

  28. << Hm sollte ich wählen...
    < < Hm sollte ich wählen zwischen 911 und R8, würde der R8 klar das Rennen machen! >>
    Nun ja, es kann ja nicht jeder mit gutem Geschmack gesegnet sein. Und wenn schon 8, dann doch wesentlich lieber Z8. R8 kann schliesslich jeder…

  29. Juhu, da wurde einfach ein...
    Juhu, da wurde einfach ein Text abgedruckt, ohne sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Es ist erwiesenermassen falsch, denn zwei Blogs mit wirtschaftspolitischen Schwerpunkten, die die FAZ auf dem freien Markt von Bloggern hat entwickeln lassen, beweisen das Gegenteil. Und ich bin es leid, all den geistig Minderbemittelten da draussen zu erklären, dass die Welt genug inzestöus verauten Journalistenpudel hat und Bloggerwölfe über Zuspruch nicht klagen können.

  30. Kleinerberg, ich schreibe nur...
    Kleinerberg, ich schreibe nur sehr selten über Gartenparties, denn dort geht man hin, um anwesend zu sein. Erzählt wird normalerweise im kleineren Kreis. OK, es gibt gerade eine muttertägliche und wirklich blogbare Ausnahme, manchmal ist es anders, aber ich glaube, ich will nicht. Ich habe für morgen ein besseres Thema.
    .
    virtualmono, generell fasziniert mich neues Automobilgut nicht besonders, aber der 911 hat in der Regel einen gewissen Typ am Steuer, mit dem ich nicht verwechselt werden will. Es gibt immer Ausnahmen, aber wenn Porsche, dann entweder den 912 mit 90 PS oder den 356, der aber reichlich teuer und klein ist.

  31. Driver, ich bin in der...
    Driver, ich bin in der angenehmen Lage, mir das Lebensumfeld selbst nach Bedarf bauen zu können. Meine Modephilosophen sind seit 220 Jahren tot, mein Wohnort ist der Prominententreff von 1870 bis 1955, meine Bücher mag ich mit Lederrücken und zur Ausfahrt habe ich nun zwei alte Autos. Trotzdem bin ich an der tastaur und beim hochmodernen Bloggen meinen Zeitgenossen mehr als nur ebenbürtig, und das ohne es nötig zu haben, mich als peinlicher Wurmfortsatz von PR-Meldungen oder Themen aus der Glotze zum fremdbestimmten Horst zu machen. Erstaunlicherweise gibt es auch genug Menschen, die diese Kombination aus modernsten Datengeräten und alten Strukturen zu schätzen wissen. Dass es nicht jeder so machen kann, ist mir schon klar, aber so ist das nun mal. Morgen werde ich ein ähnliches Thema anschneiden.

  32. Ok, Lob den...
    Ok, Lob den Wirtschaftspolitischen. aber Ihrer hats auch. Nebenher: was beideutet „verauten“?

  33. Woher die harschen Worte...
    Woher die harschen Worte werter Don?
    Porsche Aktien im Folio?

  34. Aber bitte... also wirklich...
    Aber bitte… also wirklich nicht. Aber so was von gar nicht. Ausserdem bevorzuge ich generell Anlagen in Immobilien.

  35. Grüß Gott Herr Proust von...
    Grüß Gott Herr Proust von Ingolstadt,
    bei aller kenntnisreichen Erörterung über die abgesagte Mesalliance wäre noch ein Kelch aufzulisten, der an Ihnen samt städtischer Umbauung gerade noch vorbeiging: die mögliche Ausbremsung des neuen A7 zugunsten des deutlich hässlicheren Panamera.

  36. Arme dumme kleine Stadt! Sind...
    Arme dumme kleine Stadt! Sind wir nicht alle irgendwie Ingolstadt?

  37. Nun, die meisten könnten sich...
    Nun, die meisten könnten sich glücklich schätzen, wenn sie so eine kleine, dumme Stadt wären.

  38. verlausten?...
    verlausten?

  39. versauten...
    versauten

  40. "und das ohne es nötig zu...
    „und das ohne es nötig zu haben, mich als peinlicher Wurmfortsatz von PR-Meldungen oder Themen aus der Glotze zum fremdbestimmten Horst zu machen“
    Korrekte Einstellung werter Don, entweder blogt man, was man selbst erlebt hat, oder seine Gedanken zu gewissen Themen, aber copy and blog ist deppig!
    Deswegen mag ich Ihren Blog, der ist nicht deppig!!

  41. Don, gibt es den Ausdruck...
    Don, gibt es den Ausdruck Lokalpantheismus eigentlich schon? Wenn nicht: bittschön, gern geschehn :-)

Kommentare sind deaktiviert.