Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die Untauglichkeit schlechterer Söhne aus besserem Hause

| 53 Lesermeinungen

Ich mag höhere Töchter. Ich bin gerne mit ihnen zusammen. Ich kann mit ihren Dünkeln und Marotten leben, denn sie passen zu meinen Vorurteilen und Spleens. Aber heiraten? Ach du liebe Gute. Nicht mal zusammenleben. Und das, obwohl es durchaus Versuche gibt, die höhere Tochter an den besseren Sohn zu bringen. Versuche, die meist scheitern. Ein Erklärungsversuch aus Betroffenenperspektive.

My girlfriend’s run off with my car,
and gone back to her Ma and Pa,
telling tales of drunkenness and cruelty.
The Kinks, Sunny Afternoon

Es ist nichts Ehrenrühriges, wenn Frauen ab einem gewissen Alter eine Versorgungsehe eingehen wollen. Das Konzept hat sich historisch bewährt, besser zumindest als Patchworkfamilien und Erziehung durch Videospiele, und diejenigen meiner Bekannten, die diese Option im Auge haben, sehen gut aus, können sich gewählt ausdrücken, verstehen in allen Lebenslagen den richtigen Ton zu treffen und stellen auch keine besonderen Ansprüche an sexuelle Fähigkeiten, die, wie allgemein bekannt ist, bei Männern ab einem gewissen Alter nicht mehr zu den primären Vorzügen gehören. Eine Bekannte etwa, die alle Vorzüge im Übermass mitbringt und obendrein finanziell unabhängig ist, und den Mann deshalb nur für den ein oder anderen kleinen Luxus, die intelligente Konversation und eine gewisse private Lebensabsicherung bräuchte, schaut sich aktiv nach solchen Gelegenheiten um. Und ist dafür viel zu oft, elegant hingeworfen und leicht unzufrieden, auf einem Lounge Chair aus feinem Teakholz am Tegernsee anzutreffen.

Bild zu: Die Untauglichkeit schlechterer Söhne aus besserem Hause

Dieser Lounge Chair eines bekannten dänischen Designers steht in meiner Wohnung, und er dürfte der allerletzte Ort auf dieser Welt sein, an dem sie einem entsprechenden Mann für eine derartige  Beziehung begegnen wird, denn dort sitze nur ich ihr gegenüber. In der antiquierten Form des 18. Jahrhunderts, das mit emphatischen Übertreibungen kein Problem hat, würde ich jederzeit sagen, dass ich sie liebe; mit der Offenheit der Kinder der 68er habe ich kein Problem sie wissen zu lassen, dass ich ihren Anblick sehr schätze, und all unsere Eltern sind sich sicher, dass wir ganz wunderbar zueinander passen könnten, so ähnlich sind unsere Interessen, die Herkunft und das Betragen. Als ich sie zum ersten Mal unter einem Haufen normaler Studenten sah, wusste ich instinktiv, dass sie von meiner Art ist.

Trotzdem scheide ich definitiv aus. Ich gehöre wie viele andere in meinem – nicht mehr wirklich heiratsfähigen – Alter zu jener Gruppe Söhne aus besserem Hause, die auf die eine oder andere Art Junggesellen bleiben werden. Um jene Gruppe jedoch dreht sich die Angebotsseite des sogenannten zweiten Heiratsmarktes, in dem versucht wird, Geschiedene, alleinerziehende Mütter und notorische Alleinstehende, die Torschlusspanik bekommen, an den passenden Mann zu vermitteln. Was nach meiner Beobachtung eher nicht funktioniert.

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Früher war das anders. Glaubt man den alten Tanten, sorgte man in sexuell repressiven Zeiten einfach dafür, dass Mann und Frau zusammenkamen, dann passierte ein Kind, und sie heirateten. Das jedoch war vor der Erfindung der Pille, der Patchworkfamilie und einer Ära, in der Unverheiratete problemlos ein Hotelzimmer bekommen. Auch der soziale Druck, der in den kleinen Städten Kinderlosigkeit und eine laxe Haltung in Fragen fester Beziehungen verunmöglichte, ist selbst in kleinen, besseren Kreisen mit all ihren Scheidungen, Tennislehrern und ähm gleichgeschlechtlichen äh Siewissenschon nicht mehr aufrecht zu erhalten. Wenn Zwang nicht mehr wirkt, hilft nur noch die Verbesserung des Angebots.

Nur – es fehlt an ernsthafter Nachfrage der richtigen Kunden. Geschiedene Männer sind zwar nicht selten und mitunter auch nicht unwillig, aber es umgibt sie oft wüstes Getratsche und die Aura des gehörnten Verlierers, der nicht in der Lage war, einer Tochter das zu geben, was sie wollte – warum sollte er es jetzt besser machen? Ebenfalls nicht erwünscht sind die stadtbekannten, aber nicht offen angesprochenen Fehlentwicklungen der besseren Erziehung, als da wären psychische Problemfälle, Alkoholiker, Freunde der Gewalt in der Beziehung und jene, die aus ihren Vorlieben für falsche Ernährung, Autorennsport, Urlaub in Thailand und andere unschickliche Dinge keinen Hehl machen.

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Bleibt also ein überschaubarer Kreis von nicht mehr ganz jungen Männern, die nicht in allzu festen Händen sind, einen erträglichen Beruf ausüben, einer guten Familie entspringen und keine allzu grosse Distanz zu Kultur und Wesen jener Schicht haben. Den ein oder anderen Spleen tolerierte man durchaus, doch es bewegt sich wenig, nur seltenst sind Abschlüsse zu vermelden. Warum? Nun, einige der Herren sind anderen Herren zugetan, ohne es an die grosse Glocke zu hängen. Andere sehen ihre bevorzugten Jagdgründe eher in den letzten Jahrgangsstufen der Gymnasien oder unter beruflich Untergebenen, und das ist – im Gegensatz zu meiner Jugend – heute kein Skandal mehr. Nicht ganz zu Unrecht verweisen jene Herren darauf, dass die Pflege und Umsorgung einer besseren Tochter, die zudem 40 Jahre Zeit hatte, ungehindert und gar von den Eltern gefördert Ansprüche und Marotten zu entwickeln, entschieden ihre Mittel übersteige, die sie bei jungen Frauen, denen man noch mit einem Wochenende im Wellnesshotel am Comer See und anderen Dienstmädchenträumen imponieren kann, weitaus besser angelegt sehen.

Das Kernproblem aber ist meines Erachtens anders gelagert. Der Umstand, dass die Kinder der besseren Häuser bundesweit so leicht und plaudernd umgehen können, die Ähnlichkeit der Erziehung und des Benehmens, die Lingua Franca jener Schicht und die Gleichartigkeit der Jugenderlebnisse, der Wertekanon und das Bildungsniveau: Das alles sorgt dafür, dass man das alles schon kennt. Und in aller Regel auch schon hatte. Mehrfach. Weil es sich anbietet, weil man sonst niemanden kennt, woher auch, und weil man leichter Zugang findet. Fern läge es mir zu behaupten, dass alle Apothekerstöchter gleich wären, und jede Bankdirektorentochter in der S-Klasse das gleiche Vergnügen bereiten könnte: Aber jene, die das Gewohnte wollten, haben es schon geheiratet. Und jene, die in der Fortschreibung der besseren Gesellschaft nicht ihre Lebensaufgabe sehen, sind nach ein paar entsprechenden Liebeleien weitgehend immun gegen den diskreten Charme der grossbürgerlichen Töchter.

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Ich möchte mir hier keinesfalls anmassen, für alle zu sprechen, aber egal welches Geschlecht, mir fällt dazu jener Spruch ein, mit dem man im Motorsport die Hassliebe zu einem unzuverlässigen Ferrari ausdrückt: A hell of a fun to be with, but hell to live with. Man heiratet nicht nur den Partner, sondern auch alle Dünkel, die die Familie dort hineingelegt hat, man kettet sich an ein Umfeld, mit dem man gerne nur Tee trinkt, man riskiert die individuelle Freiheit für Ketten, mit ungewissem Ausgang: Vielleicht die Langeweile des gewohnten Zusammenseins, vielleicht das Erneuern der alten Fehler dieser Schicht. Vielleicht wird es auch eine gute und kluge Zweckehe mit schönen Reisen und angenehmen Konzertbesuchen, der Applaus der alten Tanten wäre gewiss, und dennoch könnte man hintenrum frei sein.

Aber auch so sitzt oft eine Frau auf meinem Lounge Chair, die je nach Laune ein wenig wie Romy Schneider oder Grace Kelly aussieht, sie erzählt von Einkäufen und Inszenierungen, wir treffen uns in Museen, um den Faltenwurf der Peploskoren und Frauenportraits der Schule von Fontainbleau zu besprechen. Ich schätze sie, keine Frage, und ich würde es schade finden, nähme mir ein Depp jene Momente, um an der dauerhaften Erfüllung ihrer Ansprüche sein mediokres Leben zu ruinieren. Aber so weit wird es nicht kommen. Die Unvermittelbarkeit der schlechteren Söhne aus besserem Hause sorgt trotz frustrierter Tanten letztlich doch wieder für stabile Verhältnisse, modern und anders als früher; ohne Kinder zwar, aber auch ohne Hepatitis, und dafür, dass unsereins nicht ausstirbt, sorgen schon genug andere.

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53 Lesermeinungen

  1. Nach Diktat nach Italien zur...
    Nach Diktat nach Italien zur Mille Miglia verreist, Kommentare werden aber freigeschaltet!

  2. Ha ha, der ist mal richtig...
    Ha ha, der ist mal richtig witzig!! Sollen die Photos etwa Werbung sein, für den Deutschen Designer, der gerade in Geldnot ist und laut Ihnen das häßlichste Geschäft am Tegernsee betreibt??
    Ansonsten würde mich ein tieferer Einblick in die Modewelt der besserern Tochter interessieren!

  3. Das ist schlimmstes Rottach,...
    Das ist schlimmstes Rottach, aber durchaus Läden, die ihre Umsätze der Versuchsjugendlichkeit mancher Käufer verdanken.
    .
    Das Thema Mode wäre sehr gross, lässt sich aber mit dem Wort „Prada“ abhandeln. Das müsste mal meine Schwester schreiben, die hat das sehr gut erklärt, warum gerade Prada, die anstrengende und nicht schmeichelnde Mode machen, so gut geeignet ist.

  4. "Man heiratet nicht nur den...
    „Man heiratet nicht nur den Partner, sondern auch alle Dünkel, die die Familie dort hineingelegt hat…“
    .
    Meine Frau formuliert es etwas anders: „Man heiratet nicht den Mann, sondern die Familie.“ Und die ist das weitaus größere Problem. Man kann in der Ehe sich noch so sehr auf halben Wege entgegenkommen – um die Macken des jeweils anderen auszugleichen- das bringt alles nichts, wenn mal wieder irgendwelche „Partisanen“ diese Wege vermint haben.
    .
    Und wir sind leider schon ein paar Mal in solchen Minenfeldern gelandet.

  5. Nun, Familie kann man ausladen...
    Nun, Familie kann man ausladen oder meiden, aber das ist bei Dünkeln so gut wie unmöglich. Die hat man immer, zusammen mit den eigenen Ekinstellungen, die auch nicht besser sind.

  6. Das Problem ist, das wir etwas...
    Das Problem ist, das wir etwas haben, an dem die Anteil haben wollen: Kinder bzw. Enkel. Und da noch nicht abzusehen ist, wann denn der Rest meiner Geschwister, die Kinder wollen, oder theoretisch dazu in der Lage sind, für weitere Enkel sorgen, nützt meiden, ignorieren etc. nichts. Die sind so impertinent und drängen sich einem immer wieder auf.
    .
    Und meinen Dünkel, bisweilen auch „verlorener Länder-Wahn“ genannt, den habe ich mir ganz gut „weggeschlossen“. Im Gegenteil, ich versuche die Leute dort abzuholen, wo sie selber stehen. Aber wenn ich ihn brauche, ist er wieder da. Wie der Spargelschäler: Den braucht man nur ein paar Mal im Jahr, ist aber trotzdem immer griffbereit.

  7. gerade nur ueberflogen - werde...
    gerade nur ueberflogen – werde spaeter lese.
    nur kurz: /ZITAT) „Aber jene, die das Gewohnte wollten, haben es schon geheiratet. Und jene, die in der Fortschreibung der besseren Gesellschaft nicht ihre Lebensaufgabe sehen, sind nach ein paar entsprechenden Liebeleien weitgehend immun gegen den diskreten Charme der grossbürgerlichen Töchter.“
    !!!!!! – besonders der erste satz. – so is es.

  8. Die Staffel weitergeben?
    @Don...

    Die Staffel weitergeben?
    @Don Alphonso: „Die Unvermittelbarkeit der schlechteren Söhne aus besserem Hause sorgt trotz frustrierter Tanten letztlich doch wieder für stabile Verhältnisse.“
    Ich überlege, ob ich darin eine tiefere (gar dialektisch vermittelte) Botschaft vermuten soll, oder ob Sie nur, wie gewohnt, das verlästern, das offen anzugreifen, Ihnen noch die Courage zu fehlt. Nehmen wir doch mal an, dass die „Tanten“ die Herren der gehobenen Klasse seien, die altbackene Großbourgeoisie, dann stehen die „schlechteren Söhne“ für eine Klasse, die sich selbst entwurzelt (indem sie keine Nachkommen/keine Produkte mehr zeugt), will heißen: in der Krise bestenfalls noch das Tafelsilber verhökert/die alten Autos durch die Gegend fährt (und damit den Markt noch eine Weile am Laufen hält). Stabile Verhältnisse schaffen sie dadurch aber nicht, sondern in sie sich selbst nicht mehr fortpflanzen und das „anderen überlassen“. – Den Neureichen gar, oder gewissenlosen Gangstern aus der sog. 3. Welt, aus den sog. Schwellenländern. Alles setzt doch auf diese Schwellenländer, nicht wahr? Selbst die USA hofft, dass ein postkommunistisches China sie aus der „Sch….e holt. Das hat was von der Aristokratie des Ancien Régime, welche sich nur noch als Ehepartner/Namensgeber/Heiratsschwindler eignete, sobald die Bourgeoisie das Terrain übernommen hatte.
    Kann es sein, dass Sie glauben, dass die Herrschenden auf diese oder ähnliche Weise die Staffel weitergeben? Dann aber bitte an wen? Die Klassengesellschaft ist mit der Bourgeoisie am Ende, wenn diese am Ende ist.

  9. Versuchsjugendlichkeit mancher...
    Versuchsjugendlichkeit mancher Käufer?? LOL da erkenne ich mich wieder:
    http://schwarzmarkt.blog.de/2009/05/11/fashionluxusstreet-big-m-6095001/
    Aber Geld darf nicht ruhen sondern muss im Fluss bleiben, wie ich immer sage :-)

  10. Ich denke (ganz kurz), dass es...
    Ich denke (ganz kurz), dass es nicht um das Ende der Klassengesellschaft, sondern um ihre Anpassung an die Moderne gehen muss, wo es nötig ist, und um ihre Bewahrung, wo die Moderne in den Dreck abgleitet. Kann es nicht sein, dass diese Schicht auch ihren Nutzen und ihr Gutes hat? Ich jedenfalls würde einer Entmachtung slter Strukturen zustimmen, wenn sie dadurch bewahrt werden.

  11. (Und nun wirklich: Mille...
    (Und nun wirklich: Mille Miglia!) Heute Abend bin ich wieder online.

  12. Die Guten ins Kröpfchen!...
    Die Guten ins Kröpfchen!
    @Don Alphonso: Wo der Nutzen und das Gute sein sollen, kann ich eigentlich nicht beurteilen, ich gehöre wohl nicht dazu. Meine Chance eine der „besseren Töchter“ abzugreifen, habe ich nun mal vertan (jenes frühe Erlebnis hatte mich zu sehr schockiert, war wohl noch zu jung dafür), und nun bleibt mir nichts übrig als meine eigene Tochter zu einer wahrlich besseren zu machen (bei meinem Sohn habe ich schon versagt, er kämpft für die falsche Seite – nämlich in Afghanistan). Die Guten wandern wohl nicht immer ins Töpfchen.

  13. Gute Fahrt! Und aufpassen,...
    Gute Fahrt! Und aufpassen, daß Sie Ihrem Stand erhalten bleiben!

  14. Lounge Chair? Hans Wegner?...
    Lounge Chair? Hans Wegner? Finn Juhl? Ich bitte um Aufklärung.

  15. Es koennten aber auch diese...
    Es koennten aber auch diese Herren zu Wort und Gehoer kommen (wenn die Distanz zu Kultur und Schicht es erlaubt)
    – The Who, Bargain (DIE Gelegenheit) und My Wife (Doch daneben gelangt) , von ein-und demselben Album Who’s next

  16. Es gibt Nichts Aufregenderes...
    Es gibt Nichts Aufregenderes als eine schöne Frau, die nicht aus der von Ihnen skizzierten Schicht stammt. Der Umkehrschluss gilt auch.

  17. Wenn ich jetzt noch wüsste,...
    Wenn ich jetzt noch wüsste, wie ich als schlechte Tochter an einen guten Sohn aus gutem Hause herankomme, wäre die Serie perfekt!

  18. Servus, Don!
    Sie werden's...

    Servus, Don!
    Sie werden’s vermutlich nicht beantworten, wär‘ ja auch sub omnibus canonibus: Aber erblicken wir in der Kurzbeschreibung
    „… die je nach Laune ein wenig wie Romy Schneider oder Grace Kelly aussieht“
    nicht die sagenumwobene Prinzessin?
    Aber vielleicht finden Sie sich zu einer hilfreichen Andeutung bereit, Euer Gnaden?

  19. Als ich in den...
    Als ich in den Jugendtagen
    Noch ohne Grübelei,
    Da meint‘ ich mit Behagen,
    Mein Denken wäre frei.
    Seitdem hab‘ ich die Stirne
    Oft auf die Hand gestützt
    Und fand, daß im Gehirne
    Ein harter Knoten sitzt.
    Mein Stolz, der wurde kleiner.
    Ich merkte mit Verdruß:
    Es kann doch unsereiner
    Nur denken, wie er muß.

  20. für mich klingt das, wie eine...
    für mich klingt das, wie eine sehr persönlich gemeinte(aber verallgemeinerte )ansprache an eine geliebte,
    deren sie don sich sicher sein möchten, auf dem lounge chair wiederzusehen,wenn
    sie die mille miglia, überstanden haben.
    .
    mit der idee“ gelegentlich mit ihnen zusammenzusein,aber niemals zusammenzuleben“ begründen sie überhauptnicht,warum die geliebte keine
    chance haben soll,eine zukunftsorientierte verbindung mit ihnen einzugehen.
    .
    alleine, dass diese person einmal in den eigenen reihen „gescheitert“ ist, reicht nicht
    als argument.
    freiheit ohne verbindlichkeit,scheint mir eher der verhinderungsgrund.
    schichten hin oder her.

  21. kleinerberg, würde ich sowas...
    kleinerberg, würde ich sowas tun, wäre die FAZ der allerletzte Ort dafür. Und es ist niemand, über die ich je geschrieben hätte. Einfach nur ein Exemplum.

  22. La Malcontenta, wenn Sie die...
    La Malcontenta, wenn Sie die namensgebende Villa kennen, ist es schon der erste Schritt zur Mesaliance, über die ich schon lange mal schreiben wollte.

  23. Kleinerberg - Gehens doch...
    Kleinerberg – Gehens doch einfach in Ihr problemüberladenes Psychoseminar zurück und störens bitte nicht dauernd des Dons Plauderei mit diesem weibisch zänkigen Gehabe. Plaudern und polemisieren aber nicht alles komplizieren ist -für mich- die Essenz dieses Blogs. Don Sie mögen das veröffentlichen oder nicht – ich wollts bloss mal loswerden.

  24. Die beschriebenen 40 jaehrigen...
    Die beschriebenen 40 jaehrigen Damen aus besserem Haus sind fuer jeden nicht gerade masoschistisch veranlagten Mann ein Desaster.
    Diese 40 jaehrige wird in allen Faellen spaetestens nach der Verliebtheitsphase alle Regeln des Zusammenlebens zu bestimmen suchen. Die Warscheinlichkeit das Mann die Hosen anbehaelt ist 0
    Die Wuensche und Erwartungen einer derartigen Dame sind in der Regel von einem irdischen Wesen nicht erfuellbar.
    Die Leistungen die eine derartige Dame gegenueber ihrem Partner zu erbringen gewillt ist liegen bei 0.
    Die Alternative eine Russin/Brasilianerin, oder eine junge Sachbaerbeiterin in der Firma zu heiraten ist Gold wert. Aufgrund des Deutschen Scheidungssytems ist jedoch dringend geboten einen Wohnsitz ausserhalb Deutschlands zu waehlen.
    Vandale

  25. Ach, so absolut würde ich das...
    Ach, so absolut würde ich das gar nicht sehen wollen. Es geht um eine nüchterne Abwägung der Chancen und Risiken, das ist alles. Und ich glaube nicht, dass das Leben mit den männlichen Gegenstücken so viel besser und einfacher ist, denn die haben im Kern die gleichen Probleme.

  26. Wehrter Don,
    hat eine Ihrer...

    Wehrter Don,
    hat eine Ihrer lieben Tanten Sie unter Druck gesetzt, oder bekamen Sie einen ungewollten Antrag?
    Herzlichst P.

  27. Endlich eine Liebesgeschichte!...
    Endlich eine Liebesgeschichte! War doch eine, oder?
    Ben

  28. "nähme mir ein Depp jene...
    „nähme mir ein Depp jene Momente, um an der dauerhaften Erfüllung ihrer Ansprüche sein mediokres Leben zu ruinieren“
    Ich würde das in der Tat so provokant absolut wie vandale sehen wollen und ich sehe Sie mit obigen Zitat – mit einem leichten Augenzwinkern – als sich selbst widerlegend an: Liegt es an den schlechteren Söhnen oder an – nach der angesprochenen Verliebtheitsphase (wieder) zu Tage tretenden – Ansprüchen dieser Töchter, die man(n) oft auch als realitätsfern bezeichnen könnte?
    Ein Weiteres: Die Frauen unserer Zeit haben eine Kluft zwischen vermeintlich emanzipierter Unabhängigkeit und Abhängigkeit in einer zu gründenen Familie zu überwinden. Den meisten in der von Ihnen angesprochenen Klasse gelingt dies nicht oder erst so spät, dass an Kinder nicht mehr zu denken ist. Problem in der von Ihnen angesprochenen Weise erledigt, ganz ohne „schlechtere Söhne“.
    Aber um vielleicht auch ohne Schuldzuweisung an sich für zu gut haltende Töchter aus gutem Hause auszukommen: Keine Tochter aus gutem Hause, finanziell unabhängig, wäre Bereit, sich finanziell in Abhängigkeit zu begeben um ihrem Partner bei einem beruflichen Wechsel ins Ausland (ohne eigene berufliche Chancen) zu folgen. Wie eine Bekannte so sagte: „Nur um dem schwer Arbeitenden abends noch gute Laune zu vermitteln und die ein oder andere Massage, das reicht mir nicht zur Lebenserfüllung.“ Es müssen also Kinder her, um diesem Rollenkonflikt die Basis zu entziehen. Schwupps sind sie wieder im klassischen, angeblich überkommenen Rollenbild gelandet. Und das für Frau ab 40 nur noch schwerlich.

  29. An Devin08,
    "Die...

    An Devin08,
    „Die Klassengesellschaft ist mit der Bourgeoisie am Ende, wenn diese am Ende ist.“
    Verzeihen Sie, wenn ich Sie missverstehe, aber glauben Sie wirklich es gäbe nach dem Ende des Bürgertums keine Klassen mehr? Also eine Gesellschaft in der alle gleich sind und es kein „oben“ und „unten“ mehr gibt?
    Ich fürchte Sie verkennen das menschliche Naturell.

  30. schoener artikel. haelt auch...
    schoener artikel. haelt auch dem zweitlesen stand.
    auf umwegen klingt da in mir alfred de musset an. besonders ‚les deux maîtresses‘ – ‚der mann mit den zwei geliebten‘ – kann ich als atmosphaerischen ausflug jedem empfehlen, der spass hat an gedankenwelt und posen ewigjunger maenner aus gutem hause. – nicht wegen des etwas eindimensionalen plots dieser mehrdimensionalen verwebungen, sondern wegen des schoen hellen weltklangs.
    werde das buechlein mal wieder zur hand nehmen.

    auch bei musset wird nett erfahren, dass die – wir nennen es hier – ‚bessere gesellschaft‘ sich nur ueber die hoehere tochter perpetuiert. ihr gegenstueck – der ‚junge mann aus gutem hause‘ – sodann er sich mit eben jenem label identifiziert, taugt nicht mehr zum stuetzpfeiler. er wird literat, kunst- oder weinhaendler, fruehstuecksdirektor in der firma des onkels oder jurist in der kanzlei des schwiegervaters. er laeuft mit, wird mitgetragen, bereichert gespraech und nette runde, bleibt ewig jung und in der tendenz verantwortungsfremd.
    er taugt viel als freund, als geliebter auch, aber wenig als gatte. und nur eine frau mit sehr viel humor und mit sehr wenig sorgen wird sich seiner ueberhaupt ernsthaft annehmen koennen. – und wenn er die nicht will, diese tochter aus sehr gutem hause, dann ist sein dilemma eigentlich perfekt.
    mussets junger mann mit den zwei geliebten ist hin- und hergerissen zwischen armem maedchen und reicher tochter (beide aehneln einander optisch sogar wie ein ei dem anderen) und findet zum schluss heim und heimat bei seiner mutter. – ein plot freilich, der auch in der literatur nur schwach funktioniert.

    alfred de musset ‚les deux maîtresses‘. – empfehlung des tages.

  31. @Köstlich- erleichtern tut...
    @Köstlich- erleichtern tut sich hier noch jeder auf seine art. sie eben auf die ihre.
    von der diskretion des menschen don alphonso, bin ich im prinzip ohnehin überzeugt.
    persönlich etwas zu mutmaßen, war insofern überflüssig von mir.

  32. Christoph, das Anstreben der...
    Christoph, das Anstreben der Klassenlosigkeit wird nie anders enden als in animal Farm beschrieben.

  33. um es nochmal pointierend...
    um es nochmal pointierend weiterzufuehren: wenn ein mann aus gutem hause sich ueber seinen stand gedanken macht – gar anfaengt sich philosophierend darin zu gefallen, dann hat er dort eigentlich nichts mehr verloren.
    nicht dass er verstossen wuerde, das haette man selbst aus den tiefsten bayern lange nicht gehoert. nur dass er eben doch ganz augenfaellig aus einem ganz anderen material gemacht ist als die, auf welche er sich beruft.

    wir kennen thomas manns tonio kroeger, wir kennen seinen bajazzo und all die anderen gestalten, in denen dieser konflikt so herrlich lebt.
    reingeboren aber nicht reingehoeren. wo andere imperien lenken, da pflegt er erscheinung, kultur und gespraech. wo andere sich beim polospiel, beim off shore cup oder in der felswand messen, da verfeinert er stil. wo andere ihre kinder zu bett bringen, da lauscht er – den blick weit schweifend – der musik.

    reingeboren aber nicht reingehoeren. ein epischer topos. – dass auch dieser hier anklingt, macht dieses blog nicht unbedingt reizloser.

  34. reingeboren aber nicht...
    reingeboren aber nicht reingehoeren. – prince charles of england ist ein weiteres schoenes beispiel dafuer. – koenig wird der nicht.

  35. Kleinerberg - eben Diskretion...
    Kleinerberg – eben Diskretion ist doch alles – ganz speziell im Umgang mit den Damen. Der Gentleman schweigt ….

  36. Kleinerberg - eben Diskretion...
    Kleinerberg – eben Diskretion ist doch alles – ganz speziell im Umgang mit den Damen. Der Gentleman schweigt ….

  37. Kleinerberg - eben Diskretion...
    Kleinerberg – eben Diskretion ist doch alles – ganz speziell im Umgang mit den Damen. Der Gentleman schweigt ….

  38. An anderl,
    das sehe ich...

    An anderl,
    das sehe ich ähnlich, deshalb ja auch mein Kommentar zu Devin08.

  39. reingeboren aber nicht...
    reingeboren aber nicht reingehoeren. Och, das ist das Schicksal aller, die etwas feinnerviger sind. Ich kann jedem hier versichern, dass dieser Zustand in einer ehrbaren Arbeiter- oder Bahnererfamilie auch kein passables Vergnügen ist. Man ist sowas wie ein Ziereremit, auch wenn man beweist, dass man Zement anrühren kann. Mit unsichtbarem Schild auf der Stirn: Achtung lebensunfähiger Kulturtrottel :-)

  40. Oh Don, danke für diesen...
    Oh Don, danke für diesen wunderschönen Beitrag. Er kam zur rechten Zeit und beschreibt das alltägliche Dilemma um uns.
    Man stelle sich mal die betroffenen Damen beim Lesen dieses Artikels vor und schon huscht ein Lächeln über die Lippen.
    Das Dilemma liegt heute aber im Allgemeinen bei den Herren. Von zunehmender, unbegründeter Angst vor Einsamkeit & unter einem enormen gesellschaftlichen Druck, neigen diese dazu, sich früher oder später sich in die Fänge einer solchen Tochter zu begeben. Und damit ist das Spiel verloren. Es folgt unweigerlich die Selbstzerstörung & Selbstauflösung dieser Herren. Für ihre Freunde, für Ihre Familie und schließlich auch für ihre „freundliche“ Dame.
    Die Herren, die diesen Schritt gegangen sind…..ja sie würden den Beitrag ängstlich wegklicken….denn die Tür hinter ihnen könnte sich unerwartet schnell öffnen.

  41. Wenn ich die Kommentare hier...
    Wenn ich die Kommentare hier so lese, sieht es wohl ganz düster für Ihre Schicht aus. Zickige Frauen vs. verantwortungslose Männer. Keine Traumkombination, egal wie man es dreht und wendet.

  42. Mir leuchtet nicht so ganz...
    Mir leuchtet nicht so ganz ein, was obiges Konzept zu einem Junggesellen-Dasein macht. War das nicht das altmodische Wort für ewigen Single-Status? Das beschriebene Lebensmodell ist doch eher das eines klassischen Libertins: die wilde Ehe ohne gesellschaftliche Fesseln. Sartre und Beauvoir war auf diese Weise Jahrzehnte „verheiratet“….

  43. @vandale: Ach, Sie wollen doch...
    @vandale: Ach, Sie wollen doch nur provozieren. Sie kaufen sich doch nicht wirklich ein solches Katalogfrauchen aus Rußland/Brasilien/Thailand, etc. Oder suchen Sie krampfhaft nach einem Weg, Mitleid zu erregen?

  44. @Georgiana Dracy: Wieso...
    @Georgiana Dracy: Wieso Mitleid? Eher mit denjenigen, die Brautschau in den Heiratsmarktseiten von ZEIT oder FAZ halten müssen. Außerdem, auch Russinnen, Brasilanerinnen und Thailänderinnen sind Frauen und nicht Frauchen. Unangebrachter Rassismus, denn die Frauen aus besagten Ländern sind in der Regel nicht nur attraktiver sondern auch emmanzipierter als Ihre deutschen Geschlechtsgenossinnen.

  45. Für die Ehe brauchts eine...
    Für die Ehe brauchts eine gewisse herzerfrischende Dummheit kombiniert mit der Unfähigkeit zu Berechnung. Schläuerle heiraten besser nicht.

  46. Vroni,
    "Ehe ist die Abkürzung...

    Vroni,
    „Ehe ist die Abkürzung für errare humanum est“
    (mir ist leider der Autor des Zitats entfallen)

  47. @ Christoph. Es stammt vom...
    @ Christoph. Es stammt vom hochgeschätzten Herrn Lembke.

  48. @alle: das Mehrfachposting...
    @alle: das Mehrfachposting soll das Dargelegte NICHT unterstreichen – es ist wohl meiner Unfähigkeit im Umgang mit dem „Hinzufügen“ geschuldet!

  49. @Christoph: Die Debatte...
    @Christoph: Die Debatte darüber, dass es im „Naturell“ der Menschen läge, in Klassengesellschaften zu leben, ist vermutlich so alt wie eben diese Klassengesellschaft. Aber wie alt ist sie denn, diese Klassengesellschaft? Nun, die Vermutungen gehen bis in etwa zu Beginn der Bronzezeit – im Westen jedenfalls. Und wie alt ist die Menschheit. Da wird noch drum gestritten, je nach dem, ob man Lucy drinnen oder draußen haben möchte. 2 -20 Millionen Jahren werden da gehandelt. Nun: wie alt ist daher eines Menschen Naturell, das sich die Klassengesellschaft wünscht? Nicht allzu lange, denke ich doch! Lassen Sie sich was Besseres einfallen. Oder gleich besser: Studieren Sie Marx (und Engels) zur Frage der Geschichte der Klassengesellschaft, der Geschichte überhaupt. Vielleicht kommen Sie dahinter, was es bedeuten könnte, die Zeit der Klassengesellschaft noch zur Vorgeschichte zu zählen.

  50. @Plebejer: Monsieur, es geht...
    @Plebejer: Monsieur, es geht hier nicht um Männer, die sich neben einer Kultur auch noch in eine Frau aus dieser verlieben, Sprachkurse besuchen, Geschichtsbücher fremder Länder wälzen und gemeinsam mit ihrer Angebeteten die Kulturschätze deren Heimat abklappern. Sondern um solche, die glauben, sie könnten sich eine Partnerin wie einen Kühlschrank bestellen und kein Problem damit haben, Endnutzer einer human traffic chain zu sein.
    .
    Darüber hinaus: Glauben Sie wirklich, eine höhere Tochter aus dem nicht-europäischen Raum fällt Ihnen voller Ergebenheit um den Hals und liest Ihnen des Rest ihres Lebens alle Wünche von den Augen ab, nur weil Sie Mitteleuropäer sind? Ich will ihre kolonialen Phantasien ja nicht stören, aber ich habe einige solcher Töchter in UK kennen gerlent und die entsprechen weitaus mehr dem high maintenance girl als die aus europäischen Breitengraden. Wenn Sie also glauben, auf diesem Weg an eine anspruchslose Freundin zu kommen, werden Sie sich ziemlich wundern.

  51. @ Christoph
    Intelligenz ist...

    @ Christoph
    Intelligenz ist maßlos überschätzt. Sie macht zumindest nicht glücklich.

  52. Devin08,
    ich habe keine Lust...

    Devin08,
    ich habe keine Lust mir etwas besseres einfallen zu lassen, denn so dumm finde ich die Argumentation mit der menschlichen Natur nicht.
    Zwar habe ich keine Ahnung von menschlicher Frühgeschichte, aber ich erlaube mir mal den Schluss von der Tierwelt auf die Menschen: So wie es in jeder Herde ein Alphatier gibt und es nach diesem in einem genau festgelegtem Rangverhältniss weiter geht, wird es wahrscheinlich auch bei den Menschen, die vor der Bronzezeit lebten, einen Anführer gegeben haben und alle anderen Menschen der Gruppe werden sich diesem untergeordnet haben. Es gab wohl noch keine Klassen, (schlichtweg weil die Anzahl der Menschen die zusammenlebten zur Ausbildung von Klassen zu gering war), aber ein Rangordnungsverhältniss in dem „oben“ und „unten“ festgelegt war wird es, meiner Ansicht nach, gegeben haben. Somit waren auch vor der Bronzezeit mitnichten alle Menschen gleich, wenn auch nicht in Klassen aufgeteilt. Es mag vielleicht nicht in des Menschen Naturell liegen sich die Klassengesellschaft zu wünschen, aber es liegt nunmal in unserer Natur danach zu streben besser als andere zu sein und uns abzugrenzen, mithin ein Verhältniss untereinander zu schaffen in dem eine klare Rangordnung herrscht, eben im Sinne von einige „oben“ der Rest „unten“.
    Marx und Engels lese ich im übrigen aus völlig irrationalen persönlichen Gründen nicht.

  53. Ist Stuetzen der Gesellschaft...
    Ist Stuetzen der Gesellschaft ein spoettischer oder autoironischer Blog?

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