Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Der Wohlstand der Regionen oder Man möchte kein Bochumer sein

| 86 Lesermeinungen

Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm, sagt Brecht. Solange es nicht Wohlstand in Bochum ist, sage ich. Ich nämlich sage, dass man Deutschlands bessere Gesellschaft als Sanierungsfall betrachten muss, wenn ihre Heimatregionen ebenfalls zum Sanierungsfall werden. Wenn Städte untergehen, schwimmen die Patrizier zwar immer noch oben - aber es gibt angenehmere Orte in solchen Zeiten, wie die Geschichte lehrt.

„Danke, good bye“, sagte ich und ging, die Glacéhandschuhe überstreifend,, ohne Eile hinaus, ganz langsam und erhobenen Hauptes wie eine Königin.
Dacia Maraini, Aus den Memoiren einer Diebin

Man möchte kein Bochumer sein. Man möchte auch kein Rüsselsheimer sein, und drüben schon gleich gar nicht, aber das wollte man ja ohnehin noch nie. Aber es ist noch nicht so arg lang her, da war Opel ein respektabler Autohersteller, und die heutige die Boomregion Deutschlands“ – so steht das bei uns im Lokalblatt – scharaubte Mofas und Kleinstwagen zusammen. Wie beim Paternoster: Die einen steigen auf, den anderen fällt der Boden unter den Füssen weg. Bochum war früher reich und hässlich, und die Boomregion war arm und schön. Heute ist Bochum immer noch nicht wirklich schön, aber arm. Die Boomregion ist wunderhübsch herausgeputzt, kaum ein Haus in der Altstadt erstrahlt nicht, und die Stadtverwaltung weiss gar nicht mehr, wohin mit dem Geld.

Bochum dagegen ist, sagen wir es schonungslos, am Ende. Wenn Opel dort dichtgemacht wird, fallen mit indirekten Auswirkungen ein paar zehntausend Stellen weg. In einer Region, die ohnehin schon stark geschwächt ist, seitdem man keine Kohle mehr braucht. Nebenan liegt Gelsenkirchen, darunter aufgelassene Schächte. Bochum ist der Ort, an dem man nicht sein will, und doch ist Bochum die Zukunft: Die Zukunft eines Landes mit Problemen in den schlechteren, sich überlebt habenden industriellen Zonen.

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Ganz gleich, wie die Hasardeure aus Politik und Wirtschaft am Ende übereinkommen: Man wird sich mit dem Gedanken anfreunden müssen, dass die Grube mit all dem schönen Geld leer ist, und die Unternehmen sich davonmachen. Opel-Freier Magna aus österreichisch-Vorrumänien, wage ich zu behaupten, ist ein selbst nicht gut dastehender Zulieferer, der eine Möglichkeit sucht, an den Tropf des deutschen Steuerzahlers zu gelangen; ein verzichtbarer Zulieferer auf der Suche nach einer Chance, to big to fail zu werden. Es ist absehbar, dass Bochum bei diesem Spiel zuerst zum Drohpotential und dann, nach ein paar hundert Millionen, abgewrackt wird. Mit allen Folgen, die man sich nach einer Bundestagswahl eher leisten kann.

Historisch gesehen sind solche Entwicklungen normal; aus der Weltmacht England wurde nach dem zweiten Weltkrieg erst ein Art Gross-Bochum auf einer Insel und nun, mit dem Industrieersatz der Banken, Gross-Island an der Themse. Hamburg war früher einmal Welthafen, Wien die Hauptstadt einen Weltreiches, Venedig eine Handelsnation; dort jedoch hat sich das ein oder andere gehalten, was nun ästhetisch anregend verfallen und versinken kann; Bochum jedoch…. Bochum hat das Pech, nicht als glänzendes Zentrum unterzugehen, sondern als Industrieregion. Und das geht dann eher in Richtung Bitterfeld, Chemnitz und andere Regionen von Vorder- und Hintersibirien.

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Geschrumpfte Städte wie Schwaz, Brügge, Orvieto oder Konstanz, denen in der frühen Neuzeit die Märkte und Industrien weggebrochen sind, all die Siedlungen, aus denen nur die Flucht blieb, um nicht zu krepieren, weisen nun jenen den Weg, die in Bochum ohnehin kaum etwas zu verlieren haben. Für Mieter ist es ein leichtes, derartige Städte zu verlassen, wenn die Lichter ausgehen und der Kraftwagen woanders von den Bändern rollt. Das Fehlen eines festen Besitzes, seit je her Zeichen der Oberschicht, erlaubt es, sich schnell den Gegebenheiten anzupassen. Natürlich wird Bochum nicht über Nacht zur Wüstung, aber man geht sicher nicht fehl in der Annahme, dass dort in naher Zukunft 20000 Menschen weniger arbeiten werden. Und etwas besseres als den Tod in Bochum findet man überall, also: Wer sollte es ihnen verdenken?

Jene, die bleiben müssen. Man mag glauben, dass jene, die man gemeinhin als „vermögend“ bezeichnen kann, als erste verschwinden und den Rest seinem Schicksal überlassen. Nichts könnte fälscher sein; allein der Neureiche, dessen Vermögen eher in seinem Auto denn in seiner Wohnung steckt, kann sicher ohne Probleme an Orte gehen, wo andere Neureiche sind. Vor der Pest konnte man davonlaufen, um dann nach dem grossen Sterben heimzukehren. Aber Auswandern? Für Menschen, die über Generationen und Jahrzehnte mit einer Region verbunden sind, die ihnen Glück brachte, ist das so gut wie unmöglich.

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Man verstehe mich nicht falsch; schon die Hartknäckigkeit, mit der sich das römische Patriziat an die Ruinen Roms im frühen Mittelalter klammerte, hat weder ihm selbst noch der Stadt gut getan. Diese erstaunliche Beharrung ist ein Ausdruck mangelnder Alternativen. Man ist nur dort etwas, wo man ist. Man bleibt bei dem, was bleibt. Wie soll man auch weg? Wer in Bochum heute das zehnfache dessen an Immobilien besitzt, was er selbst für sich benötigt, und somit als vermögend gelten kann, wird kaum in den Markt einer schrumpfenden Stadt hinein verkaufen können. Sinkende Mieteinnahmen sind dagegen weiterhin echtes Geld und keine realisierten Verluste. Man kann Häuser nicht verkaufen, als wären es Brötchen. Schon gar nicht in einer Stadt wie Bochum.

Am Tegernsee ist das übrigens ganz anders, dort könnte man momentan alles verkaufen – nur denkt gerade keiner daran, diese sichere Region mit ihren Kliniken, Bergen, Aufspritzern und Urlaubsgästen zu verlassen. Es wäre aber auch nicht genug Platz für die Restreichen der Stadt Bochum: Bei 400.000 Einwohnern könnten sich 40.000 für meinen Wohnort qualifizieren. Der wäre dann von Bad Tölz bis zum Spitzingsee voll, randvoll. Die Regionen, die sicher sind und deren Reiche das Problem nicht so wie die Unglücklichen aus Bochum fühlen, haben im Moment keine Kapazitäten frei. Die Krise, deren Teil Bochum ist, verschärft die Trennung des Landes in Regionen, in die jeder will und nur wenige können, und die anderen, in die jeder könnte und keiner will.

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Natürlich wird die Politik alles tun, um solche Gedanken erst gar nicht aufkommen zu lassen; man wird das Ruhrgebiet 2010 mit Kultur noch etwas bunter pinseln und Trinkhallen streichen; man wird Förderungen versprechen und täglich neue chinesische und arabische Investoren empfangen, während die russischen Freunde von Magna mal wieder Geld brauchen, um ihre Schulden zu restrukturieren. Deutschland war nie „ein Land“, weder zu jenen Tagen der Schlotbarone, als die Elite in Bayern sich noch über Tagwerke definierte, noch heute, da man sich weigert, sinnlose Überkapazitäten ohne milliardenteure Nebelwerfer der politischen Einflussnahme abzubauen. Natürlich ist es für Bochum schrecklich, Man möchte kein Bochumer sein, und schon gar kein Bochumer, der die Schattenseiten seiner Klassenzugehörigkeit mit der Unmöglichkeit der Veränderung erfahren muss.

Glücklicherweise ist der Klassenbegriff, der in diesem Projekt so geschätzt wird, einer mit langen Laufzeiten. Ich will nicht ausschliessen, dass es in 100, 200 Jahren wieder ein Vergnügen ist, Bochumer zu sein und an jene zu vermieten, die aus dem untergegangenen Hamburg fliehen mussten. Manches renkt sich nach ein paar Dekaden wieder ein; schlimmstenfalls wird man eben ein paar zehntausend Wohnungen – dann sicher wieder mit Staatshilfe – abreissen. In zwei Generationen ist die kommende Bochumkrise, die später weite Teile des Landes erfasste, nur noch eine blasse Erinnerung, geprägt von Bildern schwitzender Politiker und hoher Abwanderung. Aber trotzdem möchte ich kein Bochumer sein, und schon der Gedanke daran lässt mich zur Überzeugung kommen, dass ein wenig Ablenkung mit Italienbildern das Schlimmste des Unvermeidlichen dämpfen kann.

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Begleitmusik: In Erinnerung an die gute, alte Zeit möchte ich zu Georg Kreislers Chanson „Gelsenkirchen“ auf dem Tonträger, idealerweise der schwarzen Platte „Everblacks“ raten, der in unnachahmlicher Weise die Reize der Region einzufangen wusste. Überhaupt höre ich im Moment gerne Kreisler, dessen Zugang zu unserer schönen Welt mir im Moment sehr angemessen und nur halb so zynisch wie jenes ist, was führende Mitglieder der Gesellschaft aus Politik und Wirtschaft zwischen Rüsselsheim und Bochum so treiben.

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  1. Wohl der best nicht verlor, im...
    Wohl der best nicht verlor, im Kampf des Lebens den Humor! (Der kann auch ruhig so schwarz sein, wie einst die Kohle aus Bochum)

  2. *grummel* Verdammte...
    *grummel* Verdammte Funktastatur, schluckt einfach ein paar Buchstaben, also es sollte heißen: Wohl dem, der’s Beste nicht verlor, im Kampf des Lebens den Humor!!

  3. Ich würde gerne erfahren, was...
    Ich würde gerne erfahren, was Sie persönlich zum Wohlstand der Region beigetragen haben, in der Sie residieren?

  4. Ich pflege und erhalte einen...
    Ich pflege und erhalte einen der grössten in Bürgerbesitz befindlichen Gebäudekomplexe der Zeit um 1600, und das praktisch zum Gotteslohn. ich versuche damit, ein wichtiges Baudenkmal der jesuitischen Geschichte vor der Umnutzung zu einer kanzleienverseuchten Gewinnmaximierungsmaschine zu verhindern. Ausserdem kaufe ich wenn möglich nur regionale Waren und besonders Nahrungsmittel ein – und gebe dafür reichlich Geld aus. Ich unterstütze die Konzerttätigkeit der Stadt und bin gern gesehener Gast besserer Konditoren. ich fahre fast alles mit dem Rad und bin zu allen freundlich. Reicht das?

  5. @Don Herrliche Antwort! Besser...
    @Don Herrliche Antwort! Besser als der Artikel :)
    Schönes Wein & Käse Wetter – genießt die Pfingsttage (draußen).
    Mario

  6. Waren da nicht kürzlich diese...
    Waren da nicht kürzlich diese neuen, handgeklöppelten Schuhe von jenseits der Alpen ? Region wäre das aber nur für Otto III anno 980 oder ?

  7. Das war Welschtirol und...
    Das war Welschtirol und ausserdem von meiner Haustür am Tegernsee näher als beispielsweise Frankfurt oder gar Bochum.

  8. Ein wenig <i>italianità</i>...
    Ein wenig italianità kann in diesen Tagen sowieso nicht schaden. Wenn das Unglück schon nicht abzuwenden ist, dann soll man’s wenigstens mit heiterem Gemüt ertragen.

  9. Wenn hier schon Wiener(?)...
    Wenn hier schon Wiener(?) Sänger empfohlen werden, dann doch bitte auch Qualtinger und Heller: gestrige und heurige Lieder. zum Beispiel das Krüppellied. Schlägt das ‚Tauben vergiften im Park‘.

  10. Herr Kreisler wäre eher...
    Herr Kreisler wäre eher Schweizer, würde ich meinen.

  11. "Natürlich ist es für Bochum...
    „Natürlich ist es für Bochum schrecklich.“ – Ich glaube, da irren Sie. Es ist nicht schrecklich, wenn sich eine Industrie nicht mehr lohnt, sondern es ist Wohlstand. In China lohnen sich alle Industrien (in Bayern fast alle.)

  12. böser fehler - mea culpa. Man...
    böser fehler – mea culpa. Man sollte doch erst googlen oder wikipedian, bevor man drauf losschreibt.

  13. bob, darf ich fragen, wovon...
    bob, darf ich fragen, wovon Bochum dann sein Auskommen haben will? Ich bin ein Freund des Konzepts der Apanage, aber bei einer verdreckten Stadt nahe der Ruhr sehe ich da eine ganze Reihe von Voraussetzungen nicht erfüllt.

  14. Ich habe, zugegeben, den...
    Ich habe, zugegeben, den kleinen Vorteil, mit dem Meister persönlich über diese Frage gesprochen zu haben. Sonst wüsste ich es vielleicht auch nicht.

  15. Wenn es wirklich nichts mehr...
    Wenn es wirklich nichts mehr zu tun gibt, dann müssen die jetzt eben auch konsumieren.

  16. <<Die Boomregion ist...
    < >
    Doch, weiß sie schon: Sie verabreicht dem eben abgestiegenen FC mal eben 20 Mio. rektal: http://www.sueddeutsche.de/z5738F/2900235/Stadt-spielt-Bank-beim-Stadionbau.html

  17. Der weisse steinerne Baer im...
    Der weisse steinerne Baer im Flieder ist ein tolles Bild!! – Ja, fuer Bochum kann es schwer werden. Aber schon in den fruehen 1980er Jahren war doch deren Universitaet die mit der hoechsten Selbstmordrate der Studierenden (wie es damals noch nicht hiess :)). Mit der Industrialisierung zogen die Menschen erst dorthin, nun ziehen sie halt vielleicht wieder weg … alles fliesst und auch das Spanische Weltreich ist untergegangen. Falls ihre Familie dort noch Immobilienbesitz hat, ist auch nicht gerade alles heil, bis auf die allerbesten Lagen. – Es wird wohl noch etwas dauern, bis der Sunbeam bei Ihnen seinen Dienst am Tegernsee antreten darf.

  18. Och, datt vertailt sich in...
    Och, datt vertailt sich in Ruhrgebiet.
    Man sollte die diversen Städte un Gemeinden zwischen Unna und Rheinhausen eher als dynamisches Gesamtkunstwerk sehen. Die Region an sich steht nicht so schlecht da, wie es sich die Nordösterreicher immer vorstellen. Die Wirtschaft wird schon seit der ersten Zechenkrise 1966 immer kleinteiliger, aber sichert das Leben der Bewohner. Deshalb wandern die da nicht weg, sondern höchstens von Bochum nach – sammerma – Castrop-Rauxel (sehr grün da!). Unbedingter Überlebenswille zeichnet den Menschen der Region aus; man betrachte mal wie Rheinhausen das Krupp-Desaster überstanden hat. Der Ort ist schöner geworden, und die Leute haben umgeschult. Und wenn die Handyfrickler weg sind, dann macht man halt was anderes.
    Hat noch immer gut gegangen.

  19. sagen wir mal so: fuer den...
    sagen wir mal so: fuer den pott ist das auf und ab nichts neues. – ein bischen wie in england – und ein bischen wie in england hat man dort auch immer etwas ‚lust am untergang‘. episches schicksal und hartes brot ist dieser region gewisserweise direkt in die wiege gelegt worden. und so sind die menschen dort: stoisch, direkt, ein klein wenig dauertraumatisiert, ehrlich und langmuetig. industrielandschaft aus flaechengreifender kohle- und stahlzeit mutet auch als ruine noch gewaltig an. eine stolze melancholie liegt in der luft – und das lag sie auch schon als alle schlote noch volldampft rauchten… – ein bischen wie im peloponnes oder andernorts wo menschlich uebermenschliche gewalten in massvoller achtungskultur sich an der kraft der goetter massen. – bitterfeld kann da nicht mit. bayern auch nicht. niemals.

  20. Bild 1
    Was veranlasst die...

    Bild 1
    Was veranlasst die beiden Gestalten (2. und 4. von rechts) in eine Richtung zu starren, aus der Beistand nun wirklich nie und nimmer kommen kann? Liegt dort ein verlorener Rubel aus westsibirisch-oligarchischer Hosentasche?
    Einleuchtender scheint mir das Verhalten der übrigen Bochumer Bürgerschaft, die in unterschiedlicher Richtung in den Himmel hinauf starrt. Dort, nehme ich an, schwebt auf einem Rundflug ihr früherer Hoffnungsträger Clement und wedelt mit Leiharbeitsverträgen, die Voraussetzung für Überbrückungskredite sind.

  21. Bochum ist (wie das gesamte...
    Bochum ist (wie das gesamte Ruhrgebiet) nicht (nur) hässlich: http://bit.ly/3X3pk9

  22. moralist, das ist eine dieser...
    moralist, das ist eine dieser sagenhaften Geschichten aus einer Stadt, die mehr Geld als Hirn hat. Das obige Zitat mit der Boomregion deutschlands stammt aus einem Kommentar eben jener zeitung, die laut für diese Geldnachschmeisse trommelt. Überhaupt, wäre das hier kein Blog über die bessere Gesellschaft, man müsste unbedingt mal etwas über diese unfassbare Grossmannssucht schreiben, die ein „Universitätsstadt“ auf die Ortsschildert klebte, weil die Uni Eichstätt hierher ein einziges, lumpiges Fach auslagerte. Reich. Aber ohne den Weltmarktführer das toteste Kaff an der Donau bis Wien

  23. bob, von was sollen die wo was...
    bob, von was sollen die wo was konsumieren?
    .
    CaoKy60, man munkelt, dass es nächste Woche mit dem Wagen klappen soll. Im Norden haben wir glücklicherweise nichts, das ist alles im Süden zwischen Donau und österreichischer Grenze. Sollte ich es mal nach Italien schaffen (bessere Angebote von Agenten werden gerne geprüft), dann will ich auch so ein Tier über dem Flieder. Jenes stammt aus Rom und ist auf dem Capitolinischen Hügel zu finden.

  24. Schon Herbert G. wusste vor 20...
    Schon Herbert G. wusste vor 20 Jahren treffend über Bochum zu singen… „Du bist keine Schönheit usw.“

  25. Rainersacht, nun, irgendwoher...
    Rainersacht, nun, irgendwoher müssen ja auch die Zuzügler in meine Heimat kommen, die dann was anderes als die Staatspartei wählen. Schon in meiner Schule waren reichlich Leute aus NRW. Man kann das niemandem verdenken. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es diesmal so glimpflich abgeht, wie bei den letzten Veränderungen. Dazu ist die Gesamtlage zu unerfreulich.

  26. Menschlich ist das Ruhrgebiet...
    Menschlich ist das Ruhrgebiet mit Tegernsee nicht zu vergleichen: Die Bürger von Bochum, Duisburg, Gelsenkirchen und Bottrop sind freundlich, insbesondere gastfreundlich, witzig, großzügig, offen und gutgelaunt. Als Fremder fühlt man sich sofort wohl.
    In Tegernsee ist es das Gegenteil.

  27. Ich meine, ganz praktisch...
    Ich meine, ganz praktisch gedacht, die müssen ihre Zeit dann anders zwischen Arbeit und Konsum aufteilen. Wenn weniger Arbeit da ist, muss um so mehr konsumiert werden- das ist doch logisch. Was das nun genau ist, weiss ich doch nicht. Ins Planetarium gehen, öfter in Urlaub, k.A.?

  28. Verehrter Don, wäre es...
    Verehrter Don, wäre es erlaubt, hier mal ein Länzchen zu brechen für die von Ihnen gerne u. allzuoft geschmähten Gebiete in „Vordersibirien“, i.e. so ziemlich alles (nord-)östlich der Vier-Ringe-Stadt u. des vormaligen Kurfürstentums Bayern ?
    Als ein selbst (for my whole lifetime) im hübschen Oberbayern in Nachbarschaft zum Tegernsee Ansässiger, kann ich Ihren lokalpatriotischen Stolz durchaus nachvollziehen, aber -gemach- es gibt tatsächlich auch sehr lebens- und liebenswerte Kulturlandschaften z.B. in –schier unglaublich, bei der Sprache- Sächsischen Elbtal, oder (horribile dictu) in der Oberlausitz! Künstlerisches und Kulinarisches gibt es eben nicht nur in den Klöstern Tegernsee oder Ettal, sondern auch (nur ein Beispiel von unzähligen) im lausitzischen Stift St.Marienthal, dem ältesten Frauenkloster der Zisterzienser in Deutschland.(In seiner Nähe hat übrigens Althörnitz ein ehrwürdiges, stilvolles Schlosshotel, erbaut im Jahre des Herrn 1654, zu bieten..)
    Oder vielleicht hätten Sie Ihre regelmäßigen Kavalierstouren anstatt ins (natürlich unvermeidliche) Italien oder nach UK auch mal zur Abwechslung in die „hintersibirische“ (?) Tschechische Republik führen sollen. Dort würde ich den „Cesky Raj“ (Böhmische Paradies) problemlos mit den Reizen unserer hiesigen voralpenländischen Idylle gleichstellen und dort steht die kulturelle Substanz und Relevanz von beispielsweise Schloss Frydlant (kurzzeitig unter der Ägide des vor allem durch Schiller bekannten „Friedländers“) in nichts derjenigen von Oberschleissheim oder Herrenchiemsee nach. By the way, Don, Spuren der „sehr alt-vermögenden“ verblichenen deutsch-österreichischen Aristokratie, der Dietrichsteiner, Waldsteiner, Lobkowitzer, Schwarzenberger und Liechtensteiner (etc.p.p.) finden sich für den aufgeschlossenen Flaneur in „Böhmen und Mähren“ (ich bitte um Nachsicht für diese political incorrectness) an jeder Straßen- und Parkecke, in Gestalt unzähliger mehr oder minder gut erhaltener „zamky a hrady“…. – Savoir vivre scheint also für diese Blaublütler jahrhundertelang (zumindest ab ca. 1620) auch in diesem „Sibirien“ möglich (gewesen) zu sein.
    Anyway, Don, zugegebenermaßen gäbe es in den dortigen Breiten aufgrund der vergangenen sozialistischen Malaise noch eine Menge potentieller Objekte für Ihre denkmalschützerischen Intentionen, (diverse „Baudenkmäler der jesuitischen Geschichte“, die Sie „vor der Umnutzung zu Gewinnmaximierungsmaschinen schützen“ könnten). Das nötige Kleingeld vorausgesetzt, böten sich hier dem gehobenen Geschmack noch jede Menge selbstverständlich nur tugendhafte „Objekte der Begierde“.

  29. ich darf alexander dill...
    ich darf alexander dill beipflichten. hab mich als gebürtiger oberfranke im ruhrpott acht jahre reichlich wohlgefühlt, weit besser als irgendwo im süddeutschen. die leutchen im ruhrgebiet besitzen eine überaus entspannte und offene mentalität. und ehrlich gesagt sind mir sympathische mitmenschen lieber und wichtiger als schöne landschaften. nochmal drauf hinweisen, daß zechen und stahlwerke als zeugnisse unserer kulturgeschichte genauso erhaltenswert und geschichten-erzählend sind wie altstädte und sakralbauten muß ich hier wohl nicht, tue es aber trotzdem mal.

  30. ähm, kleine korrektur: nur...
    ähm, kleine korrektur: nur weil kreisler das lied vom ausländer singt, in dem es heißt „obwohl ich schweizer bin …“ ist und bleibt er doch gebürtiger wiener.

  31. "Bochum hat das Pech, nicht...
    „Bochum hat das Pech, nicht als glänzendes Zentrum unterzugehen, sondern als Industrieregion. Und das geht dann eher in Richtung Bitterfeld, Chemnitz und andere Regionen von Vorder- und Hintersibirien.“
    wie weltfremd ist das denn. kulturhauptstadt europas 2010, klavierfestival ruhr, ruhrfestspiele, schauspielhaus bochum. die dichteste landschaft an hochschulen, museen, schauspielhäusern und konzerthäusern. alles im ruhrgebiet. und das alles innert der letzten 20-30 jahre, vor allem aber seit den neunzigern gestemmt.
    don, wir wissen ja, dass in bayern einiges geht. aber woanders eben auch. die vergleiche, die sie bemühen, sind wirklich etwas, naja, surreal.

  32. So schnell gehen wir nicht...
    So schnell gehen wir nicht unter hier oben und die hohen Suizidraten an der Ruhr-Universität sind ein Gerücht, die RUB hat nur früher angefangen, solche Zahlen zu erheben. (Der Campus ist übrigens nicht hässlich, auch wenn das oft behauptet wird und nun einen Beitrag über irgendwelche denkmalgeschützten Uraltbauten provoziert.)
    Und wer weiß – wenn die Krise richtig schlimm wird, sitzen wir immer noch auf einem Haufen Kohle. Womit heizt denn der Stadtpalast, wenn die Russen kein Gas mehr liefern? ;-)

  33. Grüße bei dieser Gelegenheit...
    Grüße bei dieser Gelegenheit auch aus dem am äußersten anderen Ende von NRW gelegenen Ostwestsibirien-Lippe, wo die Menschen im hiesigen Landkreis gerade in der vergangenen Woche mit der Prognose eines Bevölkerungsrückgangs von 15,1% für den Zeitraum 2008 – 2030 beglückt wurden (ja ja, ich tu aktiv auch nichts dagegen, bevor jemand fragt).
    Die Statistiker von IT.NRW lügen bestimmt nicht, ich empfehle einen Besuch im schönen Corvey, solange die angrenzende Kleinstadt noch zur Bequemlichkeit des Besuchers zur Verfügung steht.

  34. Hallo Don, die Richtung Ihrer...
    Hallo Don, die Richtung Ihrer Reflexionen finde ich sehr interessant. Danke

  35. Schöne Bilder, besonders die...
    Schöne Bilder, besonders die aus dem Auto schief geschossenen, echt innovativ, das sag ich übrigens deswegen, weil ich vor kurzem das aus dem fahrenden Auto beim Fahren heraus Bilder machen entdeckt habe…aber muss ich ewig Loblieder auf die vorzüglichsten Immobilienlagen Deutschlands hören? Tegernsee hinten, Tegernsee vorne. Wollen Sie die Immobilien-Preise dort noch ein bisschen anheizen? Tegernsee der Nabel der Welt! Tegernsee der Gral! Tegernsee das Höchste, Tegernsee der Gipfel! Teeegernseeeeeee! Und jetzt alle noch mal:
    Teeeeegernseeeeeeee!

  36. Teile des Blogs hatten fast...
    Teile des Blogs hatten fast die noch gewohnte Qualität, ansonsten war die Grenze zur Geschmacklosigkeit diesmal leider ungefähr erreicht.
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    Man räsnoniert nicht öffentlich und aus zeitlicher und monetärer Distanz über das Elend anderer. (Zumal nicht, wenn diese „aus Dummheit“ – und mehr noch fortgesetzter und gefühlt unabänderlicher Dummheit – „objektiv auch noch selbst schuld wären“ – und sich daher für eine (bloß vermeindlich?) überlegene Position leicht anbieten. (Insgeheim kann man so vielleicht mal denken und urteilen – und wohl am besten nur für sich selbst …)
    .
    „Geschmacklosigkeit?“ Was für ein unangenehmes Wort. Noch ein bißchen Tee?
    .

  37. Der Blog wirkt diesmal...
    Der Blog wirkt diesmal irgendwie viel zu schnell geschrieben. Und zeigt gut, „wie leicht ich mit meinen Meinungen an die Grenzen meines Weltbildes stoße“.
    .
    „ziemlichgut“ z.B. hat auch Recht und zeigt auch m. E. n. wesentliche ergänzende Punkte auf.
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    Und es geht nicht um „Bochum“. „Bochum“ ist nur das Exemplum (wie der Blog ja beginnt festzustellen).
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    Es geht eben schon um mehr: Um unser Verhältnis als Nation zur Industriearbeit (die ja bekanntlich u. u. auch Spaß macht und mit Stolz erfüllt) – und auch diesbezüglich zum Rest der Welt.
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    „Alles, was ich äußere zeigt nur, wer ich bin und wie ich zur Welt stehe.“ Über „die Welt an sich“ sagen meine Äußerungen nichts aus, wie bekannt.
    Daher eben auch halten wir uns meist besser an „das bißchen Tee“.
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    Gruesse
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  38. pefekt57, man kann mir ja...
    pefekt57, man kann mir ja vieles nachsagen, aber Gefallsucht oder Anpassungsfähigkeit gehört nicht dazu. Hier gibt es ungeschminkte und unverstellte Ansichten aus einer Perspektive, die es nicht darauf anlegt, gemocht zu werden. Und im Gegensatz zu Ihrer Einschätzung sagt der Beitrag nichts über mein Verhänltnis zu Industriearbeit aus – das im Übrigen durch eigene Erfahrungen sehr positiv geprägt ist – sehr wohl aber Veränderung vin Industriearbeit. Wie Sie dem Link zu meinem anderen Beitrag entnehmen können, bin ich da gegenüber meiner Heimatstadt auch nicht netter als gegenüber Bochum. Man kann sich natürlich auch über die Politik und Magna freuen und glauben, dass wirklich „so vieole Arbeitsplätze wie möglich gerettet werden“. Ich habe da eine andere Ansicht. Sie ist historisch gut begründet. Nicht nett, aber darauf kommt es hier nicht an. Das Missfallen dann über einen Qualitätsmangel ausdrücken zu wollen, sehe ich als Ausweichen an.

  39. wessinger, dann eben deutlich:...
    wessinger, dann eben deutlich: Kochelsee, Walchensee, das blaue Land, der Ammersee, der Starnberger See, Bad Tölz, Berchtesgaden und – mit gewissen Grenzen – der Chiemsee sind ähnlich schöne Wohnlagen. Der Tegernsee jedoch, das ist der König aller bayerischen Wohnlagen. Tatsächlich fühlt es sich an der mangfallbrücke so an, als endete dort Deutschland.
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    Abgesehen davon speist sich die Subjektivität dieses Blogs natürlich auch aus dem Umstand, dass der Autor in eben jener, dem Rest kaum verbundenen Welt lebt. Der See ist ohne jede Frage abgehoben, die Preise sind schon seit Jahrzehnten prohibitiv. Letztlich würde man sich auch bei einem Berliner Blog nicht beschweren, wenn dort der Berliner Horizont einfliessen würde.
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    (Wenn Sie so wollen: Der Tegernsee ist in diesem Blog eine Mischung aus Ernst und kunstfigürlicher Überhöhung, die jedesmal sofort wieder zusammenbricht, wenn der Autor im verhassten Rottach-Egern war, wo all die Nazis begraben liegen)

  40. don alphonso,

    bevor sie mit...
    don alphonso,
    bevor sie mit den selbstgenähten italienischen schuhen die seele eines angeblich barfüßigen bochumers betreten, wäre es vielleicht sinnvoller auf dem wege nach san zeno, innsbruck, meran, gardaseno & co einen kleinen umweg über bochum zu machen um dort ein wenig mit den menschen zu plaudern?
    denn es kann sehr schnell passieren, daß gerade ihre perspektive unsensibel wirken kann. und vielleicht wenn sie geschrieben hätten, daß sie kein bochumer sein möchten, würde es dezenter klingen.
    übersensible grüße aus dem sonnigen ffm

  41. Laperla, nun, für das...
    Laperla, nun, für das Sensible fühlen sich jene zuständig, die behaupten, ein krisengeschüttelter Autozulieferer und eine Staatsbank eines am Abgrund stehenden Staates würden ernsthaft in den Hochpreisländern UK und Deutschland Autos für den russischen Markt produzieren und dabei alle Werke ohne grosse Einschnitte weiter laufen lassen. Ich halte das für höchst, höchst unrealistisch. Ich glaube, dass das Werk Bochum bei der Geschichte wenig Chancen haben wird. Ich glaube, man belügt die Leute, entweder die Steuerzahler, die den Mist bezahlen, oder die Arbeiter, vermutlich aber beide. Und tatsächlich würde ich in meiner Lage nicht in Bochum stecken wollen. Nicht nur, weil ich schon dort war und Bochum nicht schön fand. Sondern vor allem, weil sich kein klar denkender Mensch wirklich wünschen würde, in Regionen des Niedergangs zu leben. Mir ist durchaus klar, dass diese meine Haltung nicht diplomatisch ist, aber was ist denn besser: Gräben wegignorieren oder sich Gedanken machen, warum es so ist?

  42. Don,

    in diesen Zeiten ist es...
    Don,
    in diesen Zeiten ist es wichtig zu lesen, dass wenigstens einer einen geraden Weg fährt und ungeschminkte Ansichten zu Tage fördert.
    Es führt zu einer Art Erleuchtung, wenn ich lese, wie sehr die meisten Leute hier „Diplomatie & Weichspüler“ fordern und ihr Haupte vor der Wahrheit wegdrehen.
    Erleuchtung, denn dann verstehe ich plötzlich, warum unsere Staatsgeister so einen unglaulichen rosa Mist erzählen….denn das möchten alle gerne hören, möchten sich daran regelrecht betrinken.
    Also, auch ich war schon einige Male in Bochum und mag den Charakter der dortigen Leute sehr. Es herrscht eine wunderbare Direktheit, ein toller Humor gepaart mit echtem Tiefgang.
    Aber trotzden ist die Stadt grottenhässlich und ich möchte dort ( wie viele Millionen andere Menschen ) nicht tot an die Wand genagelt sein. Und eine Zukunft gibt´s dort die kommenden Jahrzehnte wohl eher nicht. Das muss man doch schreiben dürfen !!!
    Und wer beleidigt ist, der soll doch dort hinziehen und sich seine Zukunft zurechtbasteln. Denn es gibt ja bekanntlich nichts Gutes ausser man tut es. Glück auf !

  43. sadeler, ein Teil meiner...
    sadeler, ein Teil meiner Familie war – das sit aber schon ein paar Jahrhunderte her – aus dem heutigen Tschechien nach Oberfranken eingewandert. Und ich selbst kenne für einen Westdeutschen Ostdeutschland sehr gut, in meiner Berliner Zeit und danach habe ich immer gerne angehalten, und bin durch die Ruinen der ostdeutschen Industrien gegangen. Vockerode, Wittenberg, Chemnitz, Halle zum Beispiel. Und habe dort auch mit den Leuten geredet. Vockerode ist vielleicht das beste Beispiel, gleich daneben ist die schönste Natür mit dem Elbufer und all den Schlössern. Der Höhepunkt war Neustadt an der Orla, das muss man gesehen haben, wunderbare Industriearchitektur am Bach und alles am Ende, abgerissen, kaputt. Vielleicht fahre ich mal in den Osten im Rahmen deses Blogs.
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    Was ich ganz sicher nicht bin, ist einer dieser Durchbretterer, die in Stuttgart einsteigen und erst in Berlin wieder ans Tageslicht kommen und dann so tun, als wäre dieses Leben auf Kosten anderer sowas wie eine Akzeptanz des Molochs. ich pflege mir schon anzuschauen, worüber ich schreibe. A ber gerade, wenn man die Slowakei, Ungarn und Tschechien betrachtet: Natürlich ist es dort schön. Aber gleichzeitig haben die gerade eine Wirtschaftskrise, gegen die der Zustand von Opel ein Klacks sein wird. Und das, siehe Ostdeutschland, ist auch für die Denkmäler nicht gut.
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    Mein Haus dagegen ist gross. Früher, unter meinen Ururgrosseltern, waren noch acht Bedienstete nötig, um es am Laufen zu halten. Heute mache ich das mit ein paar Handwerkern. Es ist das, was ein Mensch schafft. Mehr geht nicht. Obwohl ich einmal bei einem Jagdhaus im Thüringer Wald wirklich schwer am Rechnen war.

  44. In Regionen des Niedergangs zu...
    In Regionen des Niedergangs zu leben, ist in der Tat für positiv denkende Menschen kein Vergnügen.
    Verfügt man jedoch über das gewisse Maß Zynismus, kann es auch Spass machen, der Lokalprominenz (Bürgermeister etc.) bei ihrer öffentlichen Realitätsverweigerung zuzuschauen.
    Wie auch immer, in jedem Fall vielen Dank für die wahren Worte. Davon braucht das Land in der Tat mehr.

  45. Feste Arbeitsplätze werden...
    Feste Arbeitsplätze werden sowieso gnadenlos überschätzt. Drumrum sammeln sich ewig nur die Spießer. Dann lieber Lebenskünstler in Bochum. Richtig aufregend ist nemmich nur die schlechte Gesellschaft. In guter Gesellschaft dagegen schlafen dir die Füße ein …

  46. Fassen wir zusammen: Jemand,...
    Fassen wir zusammen: Jemand, der Bayern für ein schönes Land hält mit netten Bewohnern hält und das Ruhrgebiet mit ganz NRW gleichsetzt (es fehlen: das Rheinland, das Bergische Land, das Sauerland, Westfalen, Lippe-Detmold), sollte einfach nicht über Bochum, den Pott und schon gar nicht über die vielen wunderbaren Städte im Rheinland räsonieren. Da gilt ganz einfach Dieter Nuhr: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fr**** halten ;–))
    Ich würd mir auch nicht zutrauen – sammerma – über Wolfratshausen, Geretsried oder Penzberg zu urteilen, wiewohl ich eine Handvoll Jahre dorthin verwandschaftlich gebunden war. Mir war’s der Vorhof zur Hölle.

  47. Wolfratshausen ist schon nicht...
    Wolfratshausen ist schon nicht mehr der Vorhof zur Hölle, denn davor liegt Höllriegelskreuth und das sagt ja wohl alles.

  48. neulich sagte einer im...
    neulich sagte einer im radiointerview: karstadt ist mein leben.30 jahre karstadt.
    wieviele menschen, die bei opel arbeiten, denken so auch?
    tatsächlich hält keiner mehr die schützende hand über diese menschen-
    weil es keine alternativen gibt?
    warum mästet die regierung diese industrie,die schon lange ächzst:
    lasst mich sterben,ich will nicht mehr?
    aber 2010, da bin ich ein staubkorn bei „ruhr 2010“ und halte die heilige barbara
    im geschäft( schutzheilige der kumpels u.a.)

  49. @rainersacht: recht haben sie,...
    @rainersacht: recht haben sie, aber das Ganze ist natuerlich auch eine Frage der Position; fuer den nicht mehr aktiv am Arbeits- und sozialen Leben teilnehmenden (Frueh)rentner, ist das Ruhrgebiet weit weniger akzeptabel als der Tegernsee – dort wird man weder von umhereilenden Arbeitnehmern noch von spaetaufstehenden Studenten noch von schrecklichen Kindern belaestigt und kann sich ganz und gar auf das agglomerieren und ordnen immer neuer Habseligkeiten konzentrieren, was ja auch eine schoene Beschaeftigung ist. Steht einem der Sinn nach Kultur besucht man ein Konzert eines ortsansaessigen Laienorchesters oder wartet auf eine durchreisende (wenn auch meist zweitklassige) Musikertruppe. Man vermeidet so das maesten aufgeblaehter Apparate wie etwa den des allmaechtigen WDR (und bezahlt mit etwas Qualitaetsverlusten – gut, aber das Gehoehr ist ja eh‘ nicht mehr das allerbeste.) Es ist halt eine Frage der Position, wie gesagt. Einigen wir uns doch einfach darauf, den Rentnern der Tegernsee, den Anderen die … Welt?.

  50. Der Autor dieses Textes...
    Der Autor dieses Textes bedient hier Vorurteile aller erster Güte. Eine Sicht die nur mit Unkenntnis zu begründen ist.
    Bochum hat den Strukturwandel nach der Hochzeit der Steinkohle, die jetzt immerhin schon 40-50 Jahre zurückliegt vollzogen und ist nunmehr anerkannte Universitätsstadt mit insgesamt ca. 40.000 Studenten. Die Beschäftigungsstruktur ist stark geprägt von Dienstleistung und wenig von Industrie.
    Wie der Autor nun darauf kommt, dass Bochum durch eine evtl. Schliessung von Opel seine Substanz verliert verbirgt sich dem gesunden Geist.
    Alleine der Vergleich von der Gemeinde Tegernsee mit einer Großstadt wie Bochum verschließt sich jeder Sinnhaftigkeit.
    Ich empfehle daher dem Autor sich besser zu informieren, bevor er irgendwelche Vorurteile, die er für allgeimeingültig hält zum Besten zu geben.

  51. Ah, das Regionalmarketing....
    Ah, das Regionalmarketing. Nun, Deus, Bochum hat im Moment 10,4% Arbeitslosenquote und dazu noch eine erhebliche Kurzarbeiterquote. Würde man jetzt Opel dichtmachen und – was wirklich vorsichtig geschätzt ist – die gleiche Zahl an Arbeitslosen in der Folge bei anderen Betrieben ansetzen, dann ginge die Arbeitslosigkeit mitten in der Krise auf gut 20% hoch. 20% ist für eine Grossstadt heftig, und da helfen auch die Studenten nicht weiter, weil es nun mal wichtig ist, dass Leute in der Regel sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze haben.
    .
    Ob Ihnen der Vergleich mit dem Tegernsee nicht gefällt, ist mir egal – offensichtlich haben Sie wie „Seniorenstudent“ den Text nur überflogen, denn es geht mitnichten um die Kinderlandverschickung vin ganz Bochum, sondern nur um die Frage, wo man die hinsteckt, die Vermögen haben. ALso lesen Sie erst mal und reden Sie dann. Das ist hier Grundvorausseztzung.

  52. Miner, wie man sieht: Es kann...
    Miner, wie man sieht: Es kann nicht jeder in Bochum mit Direktheit. Zugereiste aus dem Norden vielleicht? Das unter „Deus“ würde ich als Schweizer Humor verbuchen.
    .
    Chat Atkins, sowas ist natürlich Wasser auf die Mühlen von Berliner Vulgär-Neoliberalen, nur werden diese hippen jungen Leute es schwer haben, einen 50-jährigen Verwaltungsangestellten als einen der Ihren und ihrer Bohäm zu akzeptieren.

  53. Oh, Don Alphonso zeigt Zähne!...
    Oh, Don Alphonso zeigt Zähne!
    Leider komme ich nicht aus Bochum. Also kein Regionalmarketing. Ihre Arbeitslosenquotenberechnung im Falle einer Schließung ist nicht korrekt und entbehrt jeglicher Grundlage. Selbst wenn alle 3 Werke in Bochum geschlossen würden und kein Arbeiter eine neue Anstellung finden würde, wäre das Resultat eine Quote von zugegeben hohen 13,1%. Ihre 20% sind jedoch utopisch.
    Da man an Ihren Aussagen entnehmen kann, dass Sie die Strukturen des Ruhrgebietes nicht wirklich kennen, sondern Vorurteile „nachplappern“, gehe ich davon aus, dass Sie auch nicht wissen, dass kein Vermögender aus dem Ruhrgebiet in die Region Tegernsee möchte, wenn die Großstädte an Rhein und Ruhr verödet sind :-)
    Mit Verlaub Seen gibt es viel…

  54. <p>Bitte, ich bin gern bereit...
    Bitte, ich bin gern bereit zu reden, solange es nicht lächerlich wird, und Sie zumnindest die Freundlichkeit haben würden, zu lesen, was ich schreibe. Ansonsten kann ich auch mit meiner Wand reden. Bei einer Arbeitslosenquote von 10,4% plus Kurzarbeit an vielen Orten kann man zienlich fest davon ausgehen, dass die Vermittlungsquote extrem schlecht sein dürfte. Abgesehen davon ist Automobilproduktion inzwischen ausgesprochen komplex, weshalb da auch viele andere dranhängen – Sie können sich ja hier erst mal schlau machen:
    http://www.stern.de/…/533086.html
    Und wie es nun mal so ist im Kapitalismus: Mit dem Eintritt in die Arbeitslosigkeit bleibt der Konsum auf der Strecke, was weitere Auwirkungen haben wird. Es ist ja nicht so, dass man in Ostdeutschland und anderen Krisenregionen bessere Erfahrungen gemacht hätte. Soviel zum Thema plappern. Und nun viel Spass an Ihren Seen mit hoffentlich halbwegs weitem Horizont.

  55. Ich weiß ja nicht...dasselbe...
    Ich weiß ja nicht…dasselbe wurde schon bei der Schließung von Nokia gesagt und nichts ist passiert. Das Bermudadreieck ist so gut gefüllt wie selten und die Clubs in Bochum sind voll. Vom Eierberg will ich gar nicht erst reden :D
    Die jungen wollen gar nicht raus. Die Identifikation mit der Region ist deutschlandweit unerreicht. Der normale „Ruhrpottler“ wird seine Region nur unter zwingenden Gründen den Rücken zukehren und im Stich lassen.
    Unsere Großväter haben aus „Asche ein Königreich“ erbaut. Auf ihre Leistung sind wir Stolz. Und wenn es sein muss, bauen wir den Pott immer wieder neu auf!
    Mario

  56. Don, Bochum scheint ein...
    Don, Bochum scheint ein richtiges Wespennest zu sein.
    Aber ich denke der Aufschrei wäre ähnlich heftig, wenn Sie sich ein 5000 SeelenOrt aus der Eifel als Vergleichsbeispiel ausgesucht hätten. Denn auch dort gibt es wahrscheinlich auch einen Unser-Dorf-soll-schöner-werden-Fanclub, mit unerschütterlichem Glauben an die Ortschaft.
    Es mag wohl so eine Mischung aus Lokalpatriotismus & Glaube an Wunder sein.
    Und da gibts doch auch noch den alten, weisen Spruch: Nichts ist leichter als Selbstbetrug, denn was ein Mensch wahr haben möchte, hält er auch für wahr.
    Ich mache mich jetzt auf jeden Fall mal auf in die schönen Wälder des Taunus, um dort auf dem Limes noch ein wenig über Bochum nachzudenken. Die Idee gefällt mir einfach besser, als jetzt in Bochum über den Taunus nachzudenken.

  57. Uii, lieber Don, da sitzt eine...
    Uii, lieber Don, da sitzt eine wohlsaturierte Kröte am Tegernsee – unter lauter Uralt-Lurchen, die ihre Zukunft lange hinter sich haben – und quakt doch tatsächlich die mageren, aber quicklebendigen Frösche nordwestlich des Weißwurst-Äquators und ihre Biotope krottenhäßlich. Bitte nicht vergessen, die Junghüpfer dort kennen die schönen Voralpen-Tümpel nur von Postkarten oder aus dem Vorbeifahren – sie bleiben lieber am vertraut stinkenden Rhein-Herne-Kanal und fahren mit Studi-Ticket oder ihrer alten Möhre in die Querenburg (oder eine der anderen Puschen-Unis im Stunden-Abstand), um dort kräftig zu strampeln für ihre Zukunft, wohl wissend, daß sie selbst die Schmiede ihres kleinen Glückes sein werden, weil in ihnen (immerhin an die 100.000 Studis zwischen Duisburg und Dortmund) die technischen Innovationskräfte schlummern, die es für den nächsten Aufstieg braucht. Bitte auch nicht vergessen: Zwar war auch Großbritannien nach 1945 ein Groß-Bochum – aber darüber haben die versnobten Eliten-Jünglinge aus Oxbridge entschieden, nämlich für eine komplette De-Industrialisierung. Exakt diesen Kardinalfehler werden die Leute an Rhein und Ruhr nicht machen – es käme ihnen nicht mal andeutungsweise in den Sinn. Auch Ingolstadt und Ottobrunn sind mit viel Geld (aus anderen Gegenden!) hochgepäppelt worden, zu einem Zeitpunkt, als technische Fortschritte noch das Tempo eines Zuckeltrabs hatten. Intelligente Manpower in kritischer Masse ist nötig – wo gibt es die in einem Oberbayern der Geldpensionäre?

  58. (leider ohne Quelle - muss ich...
    (leider ohne Quelle – muss ich noch suchen) Die Existenzgründerquote im Ruhrgebiet ist enorm hoch. Das fängt viele Schließungen a la BenQ, Nokia und Opel immer wieder ab. Wenn’s so grau und trostlos im Pott wäre, müsste die Abwanderungsquote doch viel höher sein. Die angesprochene Auswanderungswelle aus NRW nach Bayern datiert doch wohl eher aus den 60er- und 70er-Jahren.
    Ich denke, das Ende von Opel wäre – auch für Bochum und Umgebung – eine prima Chance gewesen, sich nach der Abhängigkeit von Kohle und Stahl auch von der Abhängigkeit vom Auto zu lösen.

  59. Ich schließe mich mal ...
    Ich schließe mich mal Rainersacht an, im Sinne von „Schuster, bleib bei deinen Leisten“.
    Lieber Herr Don, meiner Meinung nach sind es die stärksten Momente dieses Blogs, wenn Sie über die Befindlichkeiten der „bessere Gesellschaft“ im wohlhabenden Bayern und deren Distinktionsmechanismen schreiben. Vom Ruhrgebiet und Bochum, verwurzelt in einer starken Arbeiterkultur, mit seinen Brüchen und Ambivalenzen durch jahrzehntelangen Strukturwandel und den Niedergang der Industriegesellschaft usw. haben Sie, mit Verlaub, keine Ahnung. Dieser Beitrag spiegelt doch vielmehr typische „bayerische“ oder süddeutsche Vorurteile gegenüber dem Ruhrgebiet wieder. Diese sind mir, die ich beide Seiten kenne (aufgewachsen am größten (und – soviel Regionalstolz muss erlaubt sein – auch schönsten) Voralpensee und bis vor drei Jahren wohnhaft in Bochum) sehr vertraut. Zutreffend sind sie deshalb aber noch lange nicht.
    Es gibt einen etwas älteren, sehr viel zutreffenderen Zeitartikel zu „Bochum in der Krise“, dessen Lektüre ich empfehlen würde:
    http://www.zeit.de/2009/06/DOS-Bochum?page=1
    „Woanders is eben auch Scheiße“

  60. Liebe...
    Liebe Bildungsaufsteigertochter, wie sich unschwer erlesen lässt, handelt dieser beitrag nur sehr begrenzt vom Nachfolger des Bergwerkskumpels, sondern eher vin den Problemen, die jene Schicht, die ich als die meinige bezeichnen darf, mit dem Niedergang haben wird. Ich will der Bewrtelsmann Stiftung nicht das Wort reden, aber seit 15 Jahren ist Bochum eine „shrinking City“ und hat 10.000 Einwohner verloren – und das ist möglicherweise ein längerfristiger Trend:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Einwohnerentwicklung_von_Bochum#Bev.C3.B6lkerungsprognose
    Natürlich werden die Wegziehenden hier kaum auflaufen, aber ganz so einfach sollte man es sich mit der Bochumer Poststeinkohlenprosa dann doch nicht machen. Foe besitzende Kreise ist der Rückgang der Einwohnerzahlen mit allen unschönen Nebeneffekten natürlich ein Problem.

  61. Verehrter Don Alfonso,
    a)...

    Verehrter Don Alfonso,
    a) Hinweis: Bochum spricht man mit zwei O also: Boochum… sonst bekommt man Ärger mit den Boochumesen. b) Warum halten sich die meisten Japaner in D im Großraum Boochum und nicht im Großraum Ingolstadt auf ?… Weil es Boochum einfach mehr bringt und die Boohumesen weltoffener und gastfreundlicher sind als die Ingolnuken ! c) Vorsicht ! Die nächste Industrieruine könnte Minga sein, wenn die Hauptverwaltung am Wittelbacher Platz von chinesischen Rettern zum Seniorenheim umgebaut wird. d) Tegernsee kann nicht mehr gerettet werden, denn es ist bereits zum Seniorenheim umgebaut. e) Die Einzigen, an denen die Krise spurlos vorübergehen wird san d‘ Schwoba und die Niedersachsen. Grund 1: Johnny Winter kam zu seinem einzigen Konzert in Süddeutschland ins Ländle. Grund 2: Wenn es mit den Autos nicht mehr läuft saniert Hannover seine Beteiligungen in den Boomregionen Deutschlands zu einem internationalen Spätzlesmaschee – Giganten mit Fertigungen an den Niedrigkostenstandorten Weisach und Sindelfingen und überflutet damit die SchickiMicki – Läden von Dalian bis Ahmedabad. Ansonsten kann ich mich mit Ihren Gedankengängen anfreunden, denn auch ich sehe die ideale Lebensform darin, mit dem Apotheker, dem Arzt, dem Lehrer und dem Pfarrer (und falls es am Ort einen gibt … möglichst noch dem Dichter ) am Stammtisch zu sitzen und zu entscheiden wo die Bürgersteige gebaut werden.

  62. Der Hinweis auf Kreisler war...
    Der Hinweis auf Kreisler war gut und wie bekannt auch darauf, als Immobilienbesitzer natürlich in der Krise gerade nicht zu verkaufen (und damit Verluste zu realisieren), sondern höchsten die Miete anzupassen.
    .
    Und wir hatten nix gegen den Blog an sich. Man kenne die Position ja nur zu gut und aus eigener Erfahrung: „Wir haben inhaltlich nichts gegen das, was sie da sagen, sondern nur wie.“ Und meistens hatte ich mich meinem Widerspurch dagegen nicht Recht.
    .
    Z. B. auch Kostolany hat immer wieder darauf hingewiesen, dass er erst mit dem Eintritt ins Rentenalter seine Ruhe hatte. Mit den Eintritt ins Rentenalter der Gleichaltrigen natürlich. Weil es anscheinend eben nur einer zahlenmässigen Minderheit gegeben ist, langfristig finanziell klug für sich selber handeln zu können – was wie bekannt zur Not auch heißt antizyklisch handeln zu können; alleine gegen alle anderen, viel früher als „die Herde“ an der Börse z. B. auf der Verkäuferseite schon sein zu können.
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    Die Unterschiede sind aber charakterlicher Natur, nicht erlernbar: Sich „gefühlt von den Freunden wegzubewegen“ für eine große Zahl von Menschen dauerhaft viel schlimmer, als nicht die gleichen (falschen) Fonds zu haben, wie die Freunde auch.
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    Das ist nun mal so. Und auch daher steckt viel Weisheit darin, wenn – ich glaube in Indien – „Aufstieg“ oder „Veränderung“ von Kastenzugehörigkeit – aus durchaus höherer Warte – als unnötig und überflüssig empfunden wird: „Jeder Mensch lernt auf seinem Weg von der Wiege zur Bahre durch Freude, Leid, Verzicht, Glück und Schmerz, was nötig ist, um erfüllt zu sterben und in Frieden loslassen zu können“. („Noch ein bißchen Tee?“)
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    Bochum als Nicht-Tergernsee zu definieren kann gemacht werden. Sogar witzig. Ist aber im heute auch nicht die allernotwendigste Aufgabe, wie wohl der Ein- oder Andere Blog-Leser wohl empfand.
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    Auch das Arbeiter sich vom finanziell unabhängigen Menschen unterscheiden, vor allem in der tatsächlich geübten Lebenspraxis, war den meisten FAZ-Lesern höchstwahrscheinlich schon vorher bekannt.
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    Und auch, dass Regionen sich unterscheiden. Und auch das eine überalterte Bevölkerung Politk tatsächlich lieber als quasi triviallitrarisches Fernsehschauspiel will, als nette Aufführung, die sie höchsten wohlig bestärkt, dass das meiste gut und richtig und gelungen ist und am Ende doch politisch gut beherrscht, sie aber nicht mehr zur nächsten Demo zwingt, vor oder nach der morgenlichen Pilleneinnahme und/oder der Taxenfahrt zu Doktor, kann vorrausgesetzt sein.
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    Es bleibt aus meiner Sicht die alten Fußballerwahrheiten: „Der Mund ist rund. Ein Alphabet hat 26 Buchstaben. Und nach dem blog ist vor dem blog“.

  63. Dass die Städte des...
    Dass die Städte des Ruhrgebiets bislang nicht in ihren Kohlegruben versunken sind hat sicher eine Menge mit der Beharrlichkeit der Bewohner zu tun. Und da es davon eine Menge gibt, kann man sich Schauspielhäuser, Ruhrfestspiele etc pp leisten.
    Was man allerdings nie hinbekommen wird: einen Münchner nach Bochum zu locken. Und wenn’s da noch so viel Kultur gibt.
    Umgekehrt…

  64. No. 6, die Frage der...
    No. 6, die Frage der Zuwanderung, nun, würde man die zugrunde legen, dann wären die grantelnden Münchner die Offensten aller Deutschen. Und auch sonst hat meine Heimat einen sehr hohen Anteil an Migranten: 12,7%. Und die haben hier auch keinen Grund zum Jammern, wie mir scheint. Die Kinder des algerischen Kolpinghausbesorgers etwa sind Mitglieder im hiesigen Trachtenverein.
    .
    Natürlich ist das Wegziehen in die Fremde ein Bruch. Aber in Bochum haben das schon einige getan. Die Stadt ist, ohne das jetzt böse zu meinen, auf dem Weg in eine Zone, die der ehemals sowjetisch besetzten Zone der letzten Jahre ähnelt. Dagegen wird mit den gleichen Patentrezepten – Dienstleistung, Unis, Kulturbohemetralala – gearbeitet. Kennt man vom idyllischen Chemnitz. Die Frage ist: Wann zervricht die ökonomische Realität die ortsgebundenen Beziehungen, und wie weit sind sie bereits beschädigt? Das alles ist nicht mein Problem, aber darüber sollte man sich in Bochum schon den ein oder anderen Gedanken machen.

  65. perfekt!57, ich habe generell...
    perfekt!57, ich habe generell die Erfahrung gemacht – auch auf Basis eines Buches, das zu seiner zeit als die böseste Abrechnung mit der Munich Area seit langem galt – dass man im Süden der Republik erheblich leichter mit kritik, auch ätzender Kritik umgehen konnte. Da gab es einen Risikokapitalgeber, der sich durchaus angesprochen fühlen durfte und das alles sehr spassig fand. Ich höre auch aus meiner Heimat, die oft genug schlecht wegkommt (siehe den Beitrag über die dumme, kleine Stadt an der Donau) kein böses Geplärre; im Gegenteil, m,an freut sich auf dem Wochenmarkt, dass es denen (der Lokalpresse und der Staatspartei) endlich mal eine neireibt. Dabei waren beide Städte in den letzten zwei Jahrzehnten wirklich gut zu mir, und gerade die Stadt an der Donau hat sich bei aller Kritik wirklich gut gemacht. Aber wehe, man wagt es, auch nur andeutungsweise auf Strukturprobleme und das Abrutschen gen Osten zu verweisen… ich könnte noch ganz anders. In meinem Kopf ist von der letzten Reise immer noch der Beitrag über Trinkhallen. Ich bin nett. Relativ nett. Was wäre hier los, würde ich meine bayerischen Massstäbe anlegen?

  66. Avantgarde, stimmt, die...
    Avantgarde, stimmt, die Vorstellung, in den Pott zu gehen, ist ähnlich realistisch wie nach Bitterfeld zu ziehen, oder Bukarest, wo sie auch eine gute Oper habenm sollen.

  67. Ein kleiner Gedanke ging mir...
    Ein kleiner Gedanke ging mir gestern mitten auf dem Limes nicht mehr aus dem Kopf.
    Kein beruhigender Gedanke aber immerhin ein Gedanke, den ich, der ich mich als Realist bezeichne, trotzdem nicht vernachlässigen sollte. Wird nicht gerade aktuell ersichtlich, dass es in unserer Gesellschaft gar keine echte, leistungsbezogene Marktwirtschaft gibt?
    Unsere Erziehung, seitens unserer Eltern, in Schule und Universität hat uns gelehrt: Ohne Fleiss, kein Preis. Aber was ist nun? In Anbetracht der Tatsache, dass alles irgendwie gerettet wird, kommt langsam aber stetig das Gefühl heraufgekrochen: Hey, it´s just a game to keep us busy !
    Es scheint wohl doch der Glaube zu sein der zählt. Und wenn jetzt eifrig Geld gedruckt wird, im Ruhrgebiet eine riesige Kunst-&Kulturmaschine künstlich aufgebaut wird und alle Besucher&Teilnehmer das frisch gedruckte Geld als echten Wert ansehen, dann könnte das doch klappen. Wie lange das klappen kann, weiss ich nicht….aber…
    …im Mikrokosmos klappts doch auch. Ich habe schon im Dunstkreise der Bekanntschaft und Verwandschaft Damen gesehen, die Ihren Gatten wenige Tage nach der Enthüllung pikater&schmerzlicher Wahrheiten wieder tief verliebt angeschaut haben. Und solche auf Sand gebauten Beziehungen halten doch auch oft bis zur institutionellen Entsorgung der beiden Liebespartner. Warum also soll das Projekt nicht auch im Ruhrgebiet aufgehen.
    Und sollte jemals ein Don Alphonso dort eintreffen und lauthals verkünden: Entschuldigen Sie, das ist doch alles gar nicht echt und hat nichts mehr mit der Realität zu tun ! Dann halten sich im besten Falle alle die Augen, Ohren und den Mund zu. Im schlechtesten Falle lernt der Hüter der Wahrheit die medizinische Versorgung des Ruhrpotts kennen. Danach gehen alle wieder mit einem Lächeln in eines der vielen Schauspielhäuser.

  68. Verehrter Don Alfonso,
    Auf die...

    Verehrter Don Alfonso,
    Auf die Frage „Warum lassen sich Menschen hier und nicht dort nieder ?“ gibt es die immer die gleichen Antworten. 1.) Zunächst muß der tägliche Lebensunterhalt bestritten werden können. 2.) Zum Schluß (oder gar nicht) kümmert sich Mensch um all die Themen, die nicht offensichtlich direkt mit ihm selbst zu tun haben. Jedes Jahrhundert hat den einen oder anderen Reset im Programm. Wenn die Strände übervölkert sind wird eine neue Küste fashionable. … Vielleicht sollte der Programmablauf ausgehend von den beiden Endpunkten mal parallelisiert werden. Mein Eindruck ist, daß der Resetknopf gerade mal wieder gedrückt worden ist. Wollen wir hoffen, daß das System auch vernünftig bootet. Eine Chance, um die Bugs zu beseitigen ! … Zugegeben: In Süd D wurden in der Vergangenheit weniger Fehler gemacht als in anderen Teilen von D; auch aus Mangel an Gelegenheit, denn in den 50ger u. 60ger Jahren boomte es in Bochum und nicht in Ingolstadt ! Dank dafür, daß Süd D nicht trotzdem eingeebnet wurde schuldet die Region einigen wenigen starrköpfigen Mit-der-Scholle-Verwachsenen und sturen BasisGrünen Ökofreaks. Manchmal sogar aus der besseren Gesellschaft (Mitglieder jener Minderheit, die schon lange ansässig ist und EIGENTUM VERPFLICHTET ernst nimmt !) Die Mainstreampolitik, -wirtschaft, -Bessere-Gesellschaft, wie christlich und sozial auch immer, hat über den Vier.Jahres-Zyklus oder den aktuellen Businessplan nie hinausgedacht bzw. Wachstum immer quantitativ verstanden. Da vertritt sogar heute noch ein großer Vorsitzender, daß man sich Nachhaltigkeit in der Krise nicht leisten kann. Die Boom-Regionen in Süd D bemühen sich also gegenwärtig redlich, den Rückstand hinsichtlich Potenzial als Industriebrachen der Zukunft aufzuholen. Und was wird aus Tegernsee ? Ich kenn da so manches Template entlang der Sauerlandlinie, das auch schon mal bessere Zeiten gesehen hat und das als Ausgangspunkt für ein Scenario dienen könnte. Gute Bewertungsindikatoren sind: Wasserqualität des Sees. Baumbestand und -alter in den Gartenanlagen. Angebot in und allgemeiner Erhaltungszustand von Supermärkten. Umfang von Straßenbaumaßnahmen und Breite der Straßen. Marktanteil lokaler Brauereierzeugnisse. Wissen Sie verehrter Don, auch die Côte d’Azur und das Cap d’Antibes sind nicht mehr das, was sie vor 40 Jahren waren ! Und wenn Sie zwischen Sophia Antipolis und Bochum wählen könnten dann würden Sie heute Freiburg oder Genf wählen. …. aber in 100 Jahren ?

  69. Musik dazu, die in mir...
    Musik dazu, die in mir aufsteigt: John Lennon „A Working Class Hero is something to be“ (@Youtube „Working Class Hero – John Lennon“)
    Wir sind das (WCH’s) ja nun nicht wirklich – aber unsterbliche Musik ists unbedingt. Und auch ein recht gutes Gegengewicht (resp,. Ergänzung) zum Blog für mich.

  70. Man verkauft, wenn man einen...
    Man verkauft, wenn man einen Mehrwert anbieten kann. Bochum kann … oder könnte. Leider gibt es im Ruhrgebiet traditionell viele Verteiler, zu wenig Innovation. Wichtig ist der konsequente Weg zu den Mehrwerten, die man bspw. in den vielen Exporterfolgen sehen kann. Leider nicht bei NOKIA, wo man lieber Subventionen verteilt. Bochum ist Ruhrgebiet, das Ruhrgebiet ist Deutschland. Ein Abschied ist oft nicht einfach. Wenn wir – bin aus Bochum – schnell den Blick auf die Zukunft kriegen, erzeugen wir kein schwarzes Loch für Subventionen, sondern eine Brücke zur Zukunftstechnologie. Also Bildung, Qualifizierung, „fordern & fördern“!

  71. Kleiner spelling mistake:...
    Kleiner spelling mistake: to(o) big to fail

  72. Die Darstellung der Stadt...
    Die Darstellung der Stadt Bochum entspricht schlichtweg nicht der Wahrheit. Warum der Autor hier versucht gerade das Ruhrgebiet in ein so schlechtes Licht zu rücken ist mir unerklärlich.
    Die Stadt Bochum hat einen beeindruckenden Grünflächenanteil, verbindet Großstadt und Natur. Die Ruhr-Universität gehört zu den renommiertesten Universitäten unseres Landes, an der Königsallee liegt das bundesweit bekannte Schauspielhaus, Starlight Express ist das erfolgreichste Musical der Welt an einem Standort und die Innenstadt zeigt sich mit Bongard-Boulevard und preisgekrönten U-Bahn-Stationen fit für das frische Jahrhundert.
    Vom ebenfalls bundesweit bekannten Bergbaumuseum, der facettenreichen Natur (Ruhrwiesen, Kemmnader See, Weitmarer Holz) mal ganz zu schweigen. Die Liste an attraktiven Orten in Bochum ist hier noch deutlich ergänzbar.

  73. An dem Punkt, dass Bochum eine...
    An dem Punkt, dass Bochum eine schrumpfende Stadt mit hoher Arbeitslosigkeit und einem Klumpenrisiko im Automobilbau ist, kommt man mit solchen Darstellungen nur vorbei, wenn man sich über neue Grünflächen freut – die sind nämlich in schrumpfenden Städten unvermeidlich, egal wie das Problem aufgehübscht wird. In Halle steht einer der bedeutendsten Palastbauten der deutschen Frührenaissance – trotzdem geht es bergab.

  74. The Bochumer, das Problem...
    The Bochumer, das Problem dabei ist doch, dass alle in diese Zukunftstechnologien wollen. Kein Standortvertreter, der das nicht fordert. ich persönlich finde Industrie eigentlich prima: Dinge machen und verkaufen. Klares Geschäft. Zukunftstechnologien sind immer staatliche Investitionslöcher.

  75. Miner, dass der Kapitalismus...
    Miner, dass der Kapitalismus in einer Existenzkrise steckt, steht ja ausser Frage: Zu viel Produktion, zu ungleiche Verteilung, man soll weniger verdienen und mehr kaufen… und das hält natürlich die leute auf Trab, solange es eben geht. Oder auch nicht. Hilft gegen Nachdenken Menschen tendieren nun mal dazu, das dann für die beste aller möglichen Welten zu halten.

  76. No. 6, nun, der Tegernsee hat...
    No. 6, nun, der Tegernsee hat eine durchgängige und ungebrochene Erfolgsgeschichte seit nunmehr fast 200 Jahren hinter sich. Und was dort geht – Torten und Kuren – wird immer gehen. Da mache ich mir keine Sorgen. Um die Riviera schon eher. Aber am Tegernsee gibt es seit vielen Jahren ein Neubaumoratorium. Während die Riviera zugeballert wird, bleibt am See alles, wie es ist. Und die Nachfrage wird immer grösser als das Angebot sein.

  77. perfekt57: Alessandro Striggio...
    perfekt57: Alessandro Striggio (gest 1592), Ecce beatam lucem – etwas, das man sich auch in Bochum zurufen kann, wenn mal wieder die Sonne durch die Kohlengasschwad äh die Wolken dringt.

  78. Werter Don Alphonso,...
    Werter Don Alphonso, nachstehender Link hilft, Ihre einseitige und von Vorurteilen geprägte Sicht zu relativieren. Freundliche Grüße an den Tegernsee
    http://www2.capital.de/immobilien-kompass/jsp/do?page=home&mapZoom=11&mapCenterY=51.481382896101&mapCenterX=7.21115112304688

  79. Ich hatte dies bereits in...
    Ich hatte dies bereits in einem leider nicht veröffentlichten Kommentar angemerkt, aber die englische Phrase ‚too big to fail‘ ist in diesem Blog-Beitrag nicht korrekt buchstabiert.

  80. Leser, 02. Juni 2009, 17:29:...
    Leser, 02. Juni 2009, 17:29: Da steht der Kommentar.

  81. Da haben Sie natürlich...
    Da haben Sie natürlich vollkommen recht, ich bitte meine Unaufmerksamkeit zu entschuldigen.
    Interessieren würde mich allerdings doch, warum sie auf eine Korrektur ihres Beitrages ob dieses offensichtlichen wenn auch nichtigen Fehlers verzichtet haben.

  82. Weil ich es fair finde, Fehler...
    Weil ich es fair finde, Fehler stehen zu lassen, die mir nicht bei den ersten Durchlesegängen auffallen. Ich habe eine Aversion gegen nachträglich beschönigte Texte, die dann im Widerspruch zu Kommentaren stehen, die ich hier noch nicht mal verlinken kann. Sie haben natürlich recht, und ich denke, dass ein entsprechender Kommentar auch eine Art Korrektur ist. Es ist keine glatte Lösung; denn ich ändere sehr wohl sachliche Fehler mit einer deutlichen Editierung, aber bei einem Verschreiber, nun.

  83. Wenn Opel geht, gehten Bochum...
    Wenn Opel geht, gehten Bochum und das Ruhrgebiet nicht unter: Von früher 20.000 Jobs sind nur noch 5.000 da – das Schlimmste haben wir also schon hinter uns. Das Problem ist nicht das Opel wegbricht, sondern das die Politik nur dafür kämpft das zu halten, was nicht zu halten ist anstatt sich darauf zu konzentrieren, was zukunftsträchtig sein könnte. So gesehen ist das Ruhrgebiet eine sehr konservative Region. Die Kulturhauptstadt halte ich in ihrer Bedeutung für überschätzt. Wir werden ein paar schöne Veranstaltungen erleben, ein paar werden floppen, aber das war es dann. Die ganze Kulturhaupstadt-Geschichte ist mit viel zu hohen Erwartungen verbunden.
    Unser größter Vorteil im Ruhrgebiet ist, neben Unis und all den ganzen anderen Geschichten, die wir haben, aber alle anderen ja auch, dass das Revier Menschen sehr schnell aufnimmt – im Gegensatz zu anderen Städten. Wer dazugehören will gehört dazu – und auch die „Klassenunterschiede“ sind etwas geringer als im Rest der Republik: Man rägt den „Pelz nach innen“, „haut nicht auf die Kacke“ und hat eine Tendenz sich nach zwei Bieren zu verbrüdern. Das muß man nicht mögen, aber ich tue das. Warten wir mal die nächsten Jahrzehnte ab: Durch höhere Energiekosten werden sich immer weniger Menschen erlauben können auf dem Land zu leben und in den Städten zu arbeiten. Durch den Bevölkerungsschwund wird es immer aufwendiger die Strukturen im Umland (Schulen, Krankenhäuser etc.) aufrecht zu erhalten. Davon werden alle Ballungsgebiet profitieren – auch das Ruhrgebiet. Die Speckgürtel in Westfalen, am Niederrhein und im Sauerland werden sehr große Probleme bekommen. Schon heute sagen Immobilienexperten voraus, dass das kleine Häuschen im Kreis Borken in 30 Jahren kaum mehr etwas Wert sein wird. Die nächsten Jahrzehnte werden nicht einfach, aber was wir hinter uns haben hat der Raum Stuttgart noch vor sich. Aber wir erklären dann gerne wie das geht mit dem Wandel und was man nicht machen darf. Denn Fehler gab es in großer Zahl.

  84. Ich amüsiere mich köstlich!...
    Ich amüsiere mich köstlich! Wer nicht alles eine Meinung für/gegen Bochum übrig hat. Hätte sich irgendjemand aufgeregt, wenn hier Recklinghausen, Wanne-Eickel oder Dortmund niedergeschrieben worden wären? Aber alle sind meeega-objektiv, verwenden capital, wikipedia, zeit & Co als Zitat-Quellen um sich und anderen was zu beweisen – nur was denn? Das es nicht überall in Deutschland gleich ist?
    Wann wird der gemeine WELTbürger eigentlich mal aufhören immer nur bis zur nächsten Dorfgrenze zu blicken? Fangt doch mal an Bochum mit Mexico City und den Tegernsee mit Camps Bay zu vergleichen und nicht Äpfel und Birnen…
    Aber wenn es um den Entertainment-Wert und die ‚Diskussion‘ hier geht: Bitte weitermachen – nicht aufhören!

  85. Die Frage ist doch, wie...
    Die Frage ist doch, wie kriegen wir hier was produziert (auch Dienstleistungen), das man verkaufen kann. Wenn man pauschal sagt, in China wird billiger produziert, in Indien schreibt man billigere Software und am Tegernsee kann man besser wohnen, ist es wirklich vorbei. Nur durch Bildung kann sich sowelche Produkte einfallen lassen. In Bochum gibt es mehrere Hochschulen, in den letzten Jahren haben wir die Rahmenbedingungen deutlich verbessert (Gründerzentrum etc.) und auch Bochum ist aufgehübscht worden, damit es den Abgängern auch Spaß macht zu bleiben. Ein großer Fehler wäre, weiter an den alten Zöpfen (Auto, Stahl, Nokia …) mit aller Gewalt hängen zu wollen, besser ist der vorsichtige Übergang, aber mit einer klaren Vision (früher: „Der Himmel über dem Ruhrgebiet soll wieder blau sein“, heute: „Wir bauen Sachen, die alle wollen“).

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