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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Flucht an das Ende des Regenbogens

| 81 Lesermeinungen

Grosse Krisen hat das Bürgertum schon oft durchgestanden, gerade in Deutschland. Kriege und Pleiten, Diktaturen und moralischer Bankrott. Wenigstens war die letzte grosse Krise über 60 Jshre her, und so trifft die aktuelle Krise ein dicke und runde Elite unvorbereitet und in grösster Scheinsicherheit. Es wird schon irgendwie enden, das ist sicher, aber man darf gespannt sein, wie sich das Leben und die bürgerliche Moral verändern wird.

Karl Freiherr Menu von Minotuli hatte bereits viel von der Unreinlichkeit der savoyischen Gasthöfe gehört; allein was er dort sah, übertraf noch seine Erwartungen.
Dr. A. Dreyer, Alpenreisen und Bergbesteigungen im 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts

Meiner staatsbürgerlichen Mitbestimmungsrechte durch Teilnahme an der Wahl vorerst wieder entkleidet – es war sehr leer und der Aufpasser im gestreiften Hemd eines bekannten Herstellers fragte sich wohl, ob er nicht besser im Strandcafe oder auf dem Tennisplatz sein sollte – ging ich hinunter zum See. Irgendwo dort hinten wohnen mitunter sowohl Otto Beisheim als auch Madelaine Schickedanz, Herr Metro/Kaufhof und Frau Arcandor/Karstadt. Kleine Geschäfte unter Nachbarn. Manchmal beginne ich mich hier zu fragen, ob die Welt wirklich umfangreicher als die Region zwischen Bad Wiessee und St. Quirin ist. Wenn es so wäre, könnte man damit leben. Allein, so ist es nicht.

Bild zu: Flucht an das Ende des Regenbogens

Manchmal frage ich mich auch, ob der Boom des Tegernsees und vergleichbarer Orte, die steigenden Immobilienpreise und die Namen der Bewohner, die ihr Geld in eher gegenteiligen Regionen verdienen, nicht auch einer Krise der Eliten geschuldet ist. Erstaunlicherweise ist man in der Lage, noch Geld mit der sich verändernden Welt zu verdienen. Man baut Einkaufszentren auf der grünen Wiese, man handelt mit Plattenbauten im Osten und besitzt Rohstofffonds.  Selbst in der aktuellen Krise geht es zwar vielen erheblich schlechter, aber nicht schlecht – man fährt eben den Mercedes ein Jahr länger auf und plant noch etwas an der neuen Dekoration, bevor man den Auftrag an den Inneneinrichter vergibt.

Gleichzeitig aber ist da das Gefühl, die Gegenwart könnte einem entgleiten. Die Erfahrung ist nicht vollkommen neu; sie ist eher typisch für solche Verwerfungen. Jede Krise hat ihre eigenen Auswirkungen auf die Betroffenen, und eigene Lehren, die gezogen und tradiert werden. Der Gründerkrach war der Anlass, es lieber mit Immobilien zu versuchen – die Baurechnung von 1880 haben wir noch. Der erste Weltkrieg war der Abschied vom Nationalismus, die Inflation von 1923 hat die Neigung zu sicheren Werten bestärkt, und meine Haltung zu moderner Wirtschaft ist stark von den Erfahrungen der New Economy geprägt. Man lernt dazu, man hat immer einen Plan B, man minimiert Risiken, man hat stets die Grossmutter im Ohr, angefangen bei der Mehlschwitze bis zur richtigen Wohnlage.

Bild zu: Flucht an das Ende des Regenbogens

Was die Krise diesmal so schwierig macht, ist nicht der Untergang grosser Marken und Namen, es sind nicht die Kurse oder die Deflation – es ist das Gefühl, dass man diesmal in einem System gefangen ist, das nicht mehr direkt oder indirekt kontrollierbar ist. Dass die Nationalökonomie am Ende ist, dass insolvente Hausbesitzer in den USA zu Bankenverstaatlichungen in England führen, dass der Aufschwung in den USA die deutsche Exportwirtschaft nur rettet, wenn die Chinesen genug Geld für Obamas Schulden verleihen. Frühere Krisen waren rational erklärbar, sie hatten eine innere Logik und einen äusseren Rahmen, von dem man sich meist – Elite ist dafür prädestiniert – abzusetzen in der Lage war. Selbst die alles miteinbeziehenden Jahrhundertkatastrophen der Weltkriege waren erklärbar und in ihren Auswirkungen so, dass man am Ende wusste, warum man vor einer Hausruine stand oder dem Gut in Ostpreussen hinterher trauerte. Diesmal versteht kaum jemand so richtig, was eigentlich diese Derivate da bewirken, die Landesbanken gehortet haben.

Eine der zentralen Bestrebungen der Eliten ist das Gefühl, Kontrolle zu haben. Kontrolle über die eigenen Finanzen, den Besitz, die Kinder, den Ruf und das Ansehen. Kontrolle generiert den inneren und äusseren Zwang der Klasse, Kontrolle ist das Asset, das man den anderen voraus hat. Kontrolle ist ein Grund, warum man nie mieten würde, sie definiert Kleidung, Besuchszeiten und Erziehung. Natürlich nennt man das nicht Kontrolle, man bevorzugt das Wort Sicherheit. Sicherheit bedeutet im Kern, alles unter Kontrolle zu haben und keiner Kontrolle unterworfen zu sein. Das gelang dem Patrizier und dem Privatier, dem Realienbesitzer und dem Unternehmer. Und plötzlich unterliegt alles, vom Geld bishin zur Kontrolle der Lebensumstände, einer Amok laufenden Globalisierung, die sich einen Dreck darum schert, ob man mit dem Staatssekretär Essen war oder die Tochter das neue gschlamperte Verhältnis des Oberbürgermeisters ist.

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Ein ungastlicher Ort ist diese Welt geworden, und alle Sicherungssysteme erweisen sich als angekoppelt an den Gang, oder besser, den möglichen Untergang der Weltwirtschaft. Deutsche Eliten kaufen diesmal Gold, Gold und noch mal Gold, es schlagen die Erinnerungen an die schlechten Zeiten durch, man möchte sich abkoppeln und über das Einzige verfügen, was in einer drohenden, dann leider gelebten Dystopie noch Kontrolle erlaubt: Physisch, glänzend, und global begehrenswert. Vor allem: Scheinbar sicher vor Inflation, von der man ja auch nicht weiss, ob sie einem über die Amerikaner und Briten aufgezwungen wird. Überall Drohung, überall Unsicherheit, also hört man beiläufig auf dem Weg zum Konditor, dass die Unze sicher auch noch 2000 Dollar… sollte sich doch alles zum Guten wenden, werden sich Zehntausende von Erben dereinst über das sinnlose Metall im Depot ärgern.

Es ist schwer vorherzusagen, welche Lektion man diesmal gelernt haben wird. Man kann sich privat zurückziehen an den Tegernsee, wo Eier aus Käfighaltung und anderen Regionen aus den Supermärkten verbannt sind, man kann zwischen Leeberg und Konditorei so tun, als lebte man in einem abgeschlossenen Wirtschaftssystem, das zum Heil nur Strom aus AKWs bei den Niederbayern und Autos aus Maranello, München und Ingolstadt benötigt. Es ist leider kein Geschäftsmodell für die Zukunft und die globale Wirtschaft, nicht mehr als eine Realitätsflucht an das Ende des Regenbogens, während draussen von anderen in anderen Ländern Entscheidungen getroffen werden, die einen selbst nicht mehr berücksichtigen, sehr wohl aber betreffen.

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Die Verträge von Versailles 1919/20 griffen ähnlich brutal in das Leben der Menschen ein, wie auch der Wiener Kongress 1815. 1920 entstand daraus die Ordnungszelle Bayern mit übelsten Folgen, 1815 der Obrigkeitsstaat a la Metternich, aber wenigstens auch mit aufgeklärtem Bürgertum. Vielleicht wird diesmal die Familie als perfekte Kontrollinstanz wieder modern, vielleicht entdeckt man für und gegen Frauen die Schönheiten des Herdes wieder, vielleicht sogar findet man sich damit ab, dass die Regeln nun andere machen, denen ein Haus am Tegernsee nichts bedeutet, und hofft, dass sie einen in Ruhe lassen. Es bleibt allein die Angst, dass man schon lange auf dünnem Eise dahinglitt, und nun in der Mitte fern der Ufer steht, während alles knirscht und knackst. Ich höre seit einiger Zeit oft von Alpträumen.

Es wird vermutlich nicht ohne Folgen bleiben.

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81 Lesermeinungen

  1. Werter Don,
    das Eis ist...

    Werter Don,
    das Eis ist dünn, doch konnte ich am Sonntag erst erleben, das es immer Klassenunterschiede geben wird. Die einen sorgen sich, die andeen verlustrieren sich: Pane et circences
    http://schwarzmarkt.blog.de/2009/06/08/rtl-castingshow-supertalent-2009-muenchen-6260649/
    Von daher alles bleibt beim alten, sie können beruhigt bleiben, der Mensch mag lernen, die Menschheit anscheinend nicht!

  2. Nun ist ja gerade die...
    Nun ist ja gerade die Lernfähigkeit ein weiterer Aspekt, der Elite ausmacht. Der Depp rennt in jede sich bietende Falle, die Elite dagegen lernt dazu und weiss, was sie besser bleiben lässt. Das ist schon mal die halbe Miete. Zusammen mit der Absetzbewegung in Gruben sogar mehr als die Hälfte.

  3. Werter Don,
    vielleicht lernt...

    Werter Don,
    vielleicht lernt Ihre Klasse dazu, vielleicht sind es aber nur erprobte Rezepte. Dass das Alte durchaus Stil hat habe allerdings auch erst gestern wieder gesehen.
    http://schwarzmarkt.blog.de/2009/06/08/oldtimertreffen-nandlstadt-6260486/
    Doch Ihnen das zu erzählen, wäre ja Eulen nach Athen tragen.

  4. Vielleicht ist das ein Teil...
    Vielleicht ist das ein Teil des Problems: diese selbstgefällige Bräsigkeit der Tegernsee-Elite, die geglaubt hatte, alles im Griff zu haben. Man brauchte sich nicht informieren, man wußte ja schon immer wie es geht. Da kann einem der Bänker dann schon mal was unterjubeln, das er selber nicht verstanden hat. Und nun befindet sich die Wirtschaft im Trudeln. Gute Piloten schaffen es, ein Flugzeug auch aus dem Trudeln wieder in eine stabile Fluglage zu bringen, zwar in geringerer Höhe als zuvor, aber immerhin. Bange Frage: Sitzt da jemand im Cockpit? Und wenn ja, wer? Sicher niemand vom Tegernsee …

  5. Nein. Die Elite lernt nicht...
    Nein. Die Elite lernt nicht dazu. Wozu auch. Solange sie noch genügend Kapital, oder die Hoffnung auf Kapital aus Besitz hat, muss sie nicht lernen. Sie kann ausweichen und tanzt diesen Tanz aus alter Erfahrung sehr geschickt. Allerdings fallen immer häufiger welche vom Tanzboden. Weil es an Masse fehlt. Denn das einzige wahre Kennzeichen dieser Elite ist die finanzielle Masse. Es ist nicht Reichtum sondern gefühlte Sicherheit und ganz sicher ein Irrtum.

  6. 2000 Dollar? So weit muss Gold...
    2000 Dollar? So weit muss Gold erst mal steigen. Und solange man nur auf dem Weg zum Konditor von Gold hört und nicht auch beim Friseur vom Friseur dann ist das alles noch im Rahmen …

  7. Wenn ich das richtig sehe, hat...
    Wenn ich das richtig sehe, hat man sich seit 61 Jahren nicht mehr so richtig um die Piloten gekümmert, und die Tür zum Cockpit scheint auch nicht gerade offen zu sein.
    .
    Im Ernst, natürlich ist das ein Problem. Man war eingelullt. Es hat einem ja auch keiner was gesagt, warum auch. Frau Schickedanz hatte einen genialen und von den Medien hochgelobten Selbstvermarkter als Boss, und selbst, als Arcandor längst im Trudeln war, hat man ihn für seinen Investmentfonds noch bejubelt. man mekrt sowas immer erst, wenn es zu spät ist. Gerade, wenn es 61 jahre lang nur aufwärts ging.

  8. die ignoranz oder das...
    die ignoranz oder das nichtwissen klingen plausibel, ja, aber für mich persönlich wenig überzeugend. viel mehr spricht mich die these an, daß man dies und jenes las, da und dort sich unterhielt, die ungefähre konsequenzen abzuschätzen wußte, aber inständig hoffte sich noch schnell enorm zu bereichern, bevor es abwärts geht & bevor die strukturen sich zu verändern drohen.
    ich bin jedoch kein ökonom, sondern eine kaffeehausphilosophin die am rande ihrer serviette nur ein paar vermutungen zu skizzieren versucht, die vielleicht die mit der realität wenig gemeinsam haben.

  9. Ja, das ist dann immer das...
    Ja, das ist dann immer das schlimmste, wenn einer dann wissen soll, wie es rausgeht. Wenn der sich vertut sind alle in den Wicken. Lieber mal ein bisschen dezentral rumexperementieren, das schwächt die Anfälligkeit des ganzen Systemes. Fehlentscheidungen beseitigen sich von selbst. So wie auch unser grandioses wirtschaftssystem jetzt aufgedeckt hat, dass es gewaltiger Quatsch ist “low income people” mit Krediten zum Eigenheim zu verhelfen, wenn das daruf hinausläuft das ein Kredit nach dem anderen platzt…
    Ich warte schon darauf, dass die Goldpblase platzt…

  10. Wenn die Stadt Bremen ihre...
    Wenn die Stadt Bremen ihre Immobilien verkauft hat, um kurzfristig etwas Geld in die Kasse zu bekommen, und sich zugleich verpflichtet hat, dieselben Immobilien langfristig zu mieten, so dass in 20 Jahren das Geld auch wieder weg ist und dann aber auf ewig weitergezahlt wird – dann habe ich immer gedacht, so ein Unsinn, das würde doch niemand mit seinem Privateigentum machen, und in der “freien Wirtschaft” gäbe es so etwas auch nicht. He he. Ermitteln die nun eigentlich gegen den?

  11. nnier, solche Geschäfte haben...
    nnier, solche Geschäfte haben oft auch noch eine Steuervermeidungscharakter und sind hochkomlex. Ich wäre nicht überrascht, wenn das alles wasserdicht wäre. Aber natürlich wäre das ein harter Schlag für Middelhoff, und andererseits auch eine angemessene Warnung.

  12. Also das mit "der Krise" ist...
    Also das mit “der Krise” ist nun wirklich ein ernsthaftes Problem! Da sitzen nicht nur die Eliten in der Sch…! Aber, obwohl ich sonst vom Kohl´schen Prinzip nicht viel halte und mit einem gewissen Fatalismus: abwarten und Tee trinken! Was bleibt und denn anderes übrig?

  13. egghat, das war die...
    egghat, das war die Zukunftshoffnung. Ich wäre auch nicht grenzenlos überrascht, wenn es soweit käme. Ein kleines Beispiel aus England: Der Sunbeam, den ich vor meinem im Auge hatte, kostete knapp 2000 Pfund. Und wurde vor ein paar Tagen für 3200 Pfund versteigert. Da macht man sich schon so seine Gedanken.
    .
    Franz von Hahn, man wird es sehen. Das Blöde am Gold ist: Bis das wieder auf dem heutigen Kurs ist, braucht man eine neue Krise. Und dann verkauft man nicht. Blöd gelaufen.

  14. Soso, "vielleicht entdeckt man...
    Soso, “vielleicht entdeckt man für und gegen Frauen die Schönheiten des Herdes wieder”. Von diesem Blog war ich eigentlich höheres Niveau gewohnt. Als Quintessenz aus all dem dunklen Geraune über die Komplexitäten der globalisierten Wirtschaft erscheint dies als Ausweg der angeblichen “Eliten” dann doch zu unterkomplex.

  15. Eine Matte aus Stacheldraht...
    Eine Matte aus Stacheldraht unters Ehebett
    @Don Alphonso:„Vielleicht wird diesmal die Familie als perfekte Kontrollinstanz wieder modern, vielleicht entdeckt man für und gegen Frauen die Schönheiten des Herdes wieder, vielleicht sogar findet man sich damit ab, dass die Regeln nun andere machen, denen ein Haus am Tegernsee nichts bedeutet, und hofft, dass sie einen in Ruhe lassen.“
    Es ist sicherlich so, dass die Menschen zunächst mal so reagieren, wie in einem Wasser, das sie in die Tiefe zieht, dann aber doch noch einen Strohhalm, wie zum Witz, nach oben treiben lässt. So ein Strohhalm dürfte die Familie sein, denn diese säuft eben gerade auch ab. Und da erzähle ich Ihnen wohl nichts Neues, zumindest was die Lage in den oberen Klassen betrifft. Aber auch in den unteren Klassen sieht es nicht besser aus. 30 % des sog. Mittelstandes (und wer gehört da nicht alles zu?) hat massive Probleme mit der Entwicklung, sprich der Erziehung, der Kinder, mehr als 50 % aller Ehen scheitern – sichtbar, die anderen tun das nur etwas langsamer. Die Frauen haben längst in das Klassenkampfgeschehen eingegriffen, und zwar ganz anders als das sich das (männliche) Proletariat so gedacht hat. Sie sind Konkurrenz zu ihrem eigenen Mann. Im Zweifel verliert die Liebe, und den Teufel hole die Familie. Da beschweren sich zuhauf die Männer, dass sie als Kindesväter abgewrackt werden, sie dürfen nur noch zahlen. Aber weit und breit kein Begriff davon, was hier eigentlich geschieht.
    Dass das Proletariat, zusammen mit seinen Frauen, also gemeinsam das elende Schicksal erträgt, wurde auch von den Begründern des wissenschaftlichen Sozialismus so wirklich niemandem versprochen (es wurde bestenfalls nur so eine Hoffnung diesbezüglich ausgedrückt, allerdings tendiere ich eher zu einer anderen „marxistischen“ Interpretation: ein Proletariat, das sich nicht wehrt, das sich an die Sklaverei gewöhnt, ist einer treuen wie loyalen Frau nicht wert). Der Untergang der (bürgerlichen) Familie wurde hingegen sehr wohl voraus gesehen. Und auch eine proletarische Familie ist dahingehend eine bürgerliche.
    Somit Klassenkampf an allen Fronten, am härtesten im Ehebett!
    An diesen Strohhalm sich zu hängen, bedeutet sich an den Henker zu klammern.
    Diese Krise wird daher die Mutter aller Krisen werden (der gute Saddam hatte doch wenigstens noch Sinn für eine gewisse boshafte Ironie, indem er all dies und jenes, was da von nun an über uns kommt, weiblich belegt).
    Und was die Hoffnung auf das Stillhalten, das „Weiter so“, wenigstens in Beziehung zu solchen Destinationen wie dem Tegernsee angeht, so denke ich doch, dass die nächste („Umwelt”)Krise, die nächste „Überschwemmung”, diesen Schwachsinn wegschmiert.
    Wenn eine Pyramide, und als eine solche muss man sich den Kapitalismus vorstellen, ins Wanken kommt, dann sorgt eine jene Statik, die da auf der Erdoberfläche lagert wie auf Rollen (die Rollen muss man sich als die proletarische Unterschicht vorstellen), für, dass es erst unten ins Rutschen gerät und dann oben ins Purzeln.
    Insofern mögen sich die Herren (und deren Damen) da oben noch einstweilen sicher fühlen, aber das ist doch eher wie auf einer Titanic, wo die erste Klasse natürlich ein wenig länger hoffen darf (sie sind schließlich auf dem Oberdeck), aber ins rettende Boot steigen, durften auch nur die Damen, im Zweifel gar die aus dem Unterdeck, die Herren hatten ritterlich zu sterben oder weniger ritterlich die Damen vom Boot zu werfen.
    Und genau solches, nämlich, dass da nicht wenige Ganoven sind, die sie im Zweifel vom Boot werfen, das wissen die Damen längst, entgegen allen lyrisch beschönten Versprechungen, also, dass sie nicht mit Rittern, sondern mit Strauchdieben und Angsthasen das Ehebett teilen. – Raubritter sind halt alles andere als Ritter, und Schafhirte glaubten schon in ihrer Frühzeit nur all zu gerne, dass ihre Damen von der Gauklergottheit Pan heimgesucht wurden! Der Besitz und schon gar nicht der Kleinbesitz machen halt noch lange nicht männlich, auch wenn Eigentum männlich konnotiert sein soll (vgl. Strobls Parallelblog, http://faz-community.faz.net/blogs/chaos/archive/2009/05/27/eigentum-ist-maennlich.aspx). So legt man dem Angebeteten recht bald eine Matte aus Stacheldraht unter, als das wärmende Deckchen.

  16. Als Mensch, der sich...
    Als Mensch, der sich hauptsächlich an kleinen Dingen erfreut, kann ich mich meinen Gefühlen nicht erwehren: In Zeiten wie diesen, schmeckt eine Tasse Kaffee auf dem sonnigen Balkon am besten. Irgendwie besser als noch vor einem Jahr…

  17. Früher (vor gefühlten 40...
    Früher (vor gefühlten 40 Jahren) schrieb ein ähnlich wie Sie umhergetriebener, als Literat getarnter Moralist grandios erfolgreiche Kolportageromane mit solch schönen Titeln wie “Und Jimmy ging zum Regenbogen”. Johannes M. Simmel war ein unverbesserlicher Pessimist – und wählte ein ums andere Mal SPD. Angesichts des seit gestern wieder mal beschworenen Niedergangs der linksliberalen Eliten in Europa (F. Walter, C. Matthäus), die für nichts ein Konzept hätten, weder für den Postkapitalismus noch für einen bezahlbaren Sozialstaat, wäre es sehr reizvoll, den ollen Simmel in Sichtweite zu Ihnen am Tegernsee in die Tasten hämmern zu sehen. Was für ein unterhaltsames Unken-Duett wäre das! Sie beide blinzelten in den Regenbogen – und wenn es noch Mönche in St. Quirin gäbe, dann hätten diese Ihnen verraten können, was der Regenbogen über den Bergen zu bedeuten hätte: Das jüngste Gericht, der Pantokrator auf dem Regenbogen sitzend, mit dem blanken Schwert quer durch den Mund. Apocalypse now! Und die Goldbesitzer erwischt es zu allererst… Zuvor aber – gemach, gemach – vollzieht sich der Abstieg stufenweise, nach Gruppen sortiert. Und die ganz besonders kundigen Prophete wissen auch, daß das Stück immer wieder gegeben wird. In der Vision eines anglonormanischen Bauern des 13. Jh. namens Thurkill gehen die Teufel immer am Samstagnachmittag ins Theater, um die Sünder leiden zu sehen. Es könnte sein, daß wir demnächst sehr viel mehr Samstage haben werden…

  18. In der Unfähigkeit mancher...
    In der Unfähigkeit mancher Besitzenden ihr Vermögen zu erhalten, liegt eine der Gerechtigkeit dieser Welt.

  19. Es gibt kaum ein großes,...
    Es gibt kaum ein großes, vernichtetes Individualvermögen, das nicht zugleich mit einer großen Gerechtigkeit einher geht – mit Ausnahme vom Kriegsfall.

  20. schoene headline.
    leider etwas...

    schoene headline.
    leider etwas zu geschafft, um konzentriert weiterzulesen. … und das schon montagabend. … ladies and gentlemen, the ice indeed is cracking….. blubblubblub gurglegurgle gurgle … auch lustige musik btw. – kommt so ganz von innen und aus der tiefe raus.

  21. Middelhoff.

    New Economy meets...
    Middelhoff.
    New Economy meets Old Economy.
    Habe mich zu Zeiten der New Economy recht oft in der ost-westfälischen Einöde aufgehalten. Bald gabs keinen Grund mehr sich da oben aufzuhalten. Ich bin dann Old Economy gegangen und er hinterher. Er hat mich verfolgt. So schnell konnte ich gar nicht die Jobs wechseln. Hoffentlich ist er mal richtig draußen. Noch einen Kunden mit irgendwo Middelhof im Impressum der Website vertrage ich nicht mehr.

  22. man schalte für die nächsten...
    man schalte für die nächsten jahre das menschliche Notfallprogramm ein, vergesse die Toleranz und pflege seine Vorurteile:
    wenn einer aussieht wie der Middelhof, dann ist er kein Guter. Denn wenn´s bei der Betrachtung prickelt in den Fingerspitzen, ist auch immer etwas faul mit der Person. Kleine Kinder laufen vor solchen Gestalten einfach schreiend weg, Erwachsene vertrauen ihnen ihr Geld an.
    wenn einer etwas von swips und swaps und green und blue chips erzählt und keiner versteht es so richtig, dann gibt es da auch nichts zu verstehen.
    und wenn einer was von synergien erzählt und man erahnt nach stunden nicht, wo da eine synergie sein soll, dann gibt es da auch keine.

  23. Tegernsee, Tegernsee,...
    Tegernsee, Tegernsee, Tegernsee – ich kanns nicht mehr hoeren!
    Koennen wir uns hier mal um etwas anderes als diesen ewig gleich lahmen Tuempel kuemmern? Ginge das? FAZ nicht TAZ … oder heisst es doch eher “Gmunder Dorfbote”?

  24. Leser, nehmen sie den...
    Leser, nehmen sie den Tegernsee als Blaupause für all die besseren Viertel dieses Landes, nur eben noch besser. Was am Tegernsee ist, wird bald auch in den Anliegerstrassen und den 300m²-Villen so sein. Und bei den Bildern sehen Sie das, was ich auch sehe. Das ist ja nicht so schlecht.
    .
    laperla, Getratsche darf man als weitere Quelle der Weisheit nicht vergessen. Es ist sicher keine Anlagestragie, wie sie vom Wealth Management empfohlen wird, aber sie ist sehr oft doch erstaunlich stabil – bis auf diesmal, wo es alle Werte und ihre Luftwerte erwischt.

  25. FS, es bleibt Kosten...
    FS, es bleibt Kosten reduzieren und rechtzeitig Schnäppchen machen.
    freelancer, ich sage nicht, dass das meine Vorschläge sind. Ich bitte aber zu bedenken, dass wir so einen Trend längst wieder haben, namentlich selber kochen (siehe TV) und Handarbeit (siehe Etsy, Kunstversuche, Handytäschchen stricken). Das wirkt zwar neu, ist aber reichlich reaktionär. Ich weiss es auch nicht. Ich weiss nur, dass nach der New Economy massenhaft Verlegenheitsehen geschlossen wurden von Leuten, die man so nicht eingeschätzt hätte. Flexible Lebensentwürfe, die nichts ausschliessen. Ich kann da nur mutmassen. Meine individuelle Antwort dagegen ist Sunbeam kaufen, über die Alpen fahren, Leben geniessen. Das Heine-ideal.

  26. Devin08, mag alles stimmen,...
    Devin08, mag alles stimmen, aber obwohl ich einige Geschiedene, kenne ich keine, die bei der heirat dachte, dass es nach ein paar Jahren auseinander gehen würde. Alle dachten, dass es alle erwischt, nur sie nicht. Alle anderen hatten Makel, nur bei ihnen würde es perfekt laufen. Man unterschätze nie die menschliche Fähigkeit zur Fehleinschätzung. In besseren Kreisen ist die Scheidung auch kein grosses finanzielles Drama – allein schon, um den Skandal klein zu halten, wird das schon zu aller Zufriedenheit geregelt. Ich kenne zwar auch chefärztliche Ausnahmen, aber meist findet sich eine Lösung, mit der alle leben können. Und bei den anderen 50% funktioniert es ja noch. Muss man auch sehen. Manche sind einfach füreinander geschaffen. Sage ich neidlos.
    ,
    Miner, bei mir sind es die Kühe vor der Terrasse und ihr langsames Grasen. ich kann denen stundenlang zuschauen. Und ein Abendspaziergang auf den nächsten Berg.

  27. <p>und für diese Äusserung...
    und für diese Äusserung dürfen Sie mich gern verklagen.Allerdings: Ich bin selbst 32 Jahre lang ein erfolgreicher Hamburger Anwalt gewesen mit vielen befreundeten österr.Kollegen. Viel VERGNÜGEN!

  28. Zum Beginn wäre es mir schon...
    Zum Beginn wäre es mir schon genug, wenn die Aussage einen Sinn machen würde. Interpunktion wäre auch nett. Und überhaupt.

  29. Wenn die Krise zur Katastrophe...
    Wenn die Krise zur Katastrophe wird, verlieren auch die Eliten (fast) alles: die Villa in Da Lat, das Anwesen in Vung Tau – da ist man froh wenn man sich und die Familie (und vielleicht etwas eingenaehtes Gold) retten kann. Und wenn man das Mercedes Cabrio nach fast vierzig (!) Jahren in einer fremden Garage unter neuen Eigentuemern wiedersehen kann – was soll man da sagen?! – Sicherer als alles Materielle, einschliesslich des Goldes, ist doch nur “human capital” – die eigene Bildung, Erziehung, Fremdsprachenkenntnisse und vor allem der unbaendige Wille, es woanders, wo auch immer, neu zu versuchen und sich und seiner Familie ein neues Leben aufzubauen – wenn man nur ueberlebt. Dafuer muss man den Eltern danken! – Freuen Sie sich Ihres Sunbeams und fahren Sie in aus, solange es geht. Wer weiss welcher Kader ihn nach Ihnen fahren wird.

  30. Cao Ky, was mich ja wirklich...
    Cao Ky, was mich ja wirklich mal interessieren würde: Ob da unten auch Schalck-Golodkowski in seinem Haus sitzt und sich schief lacht über den Niedergang des Kapitalismus.
    .
    Was man nicht vergessen kann: Es gibt sie meist noch, die geheime Grube, in der solche Familien noch etwas haben. Ein Pölsterchen, um 7 schlechte Jahre schlecht, aber erträglich durchzustehen. Länger Atem als andere zu haben. Das hulft beim Neustart.

  31. Nur die halbe Sache
    @Don...

    Nur die halbe Sache
    @Don Alphonso: Was die Leute glauben, ändert eigentlich nicht viel an der Geschichte, sondern bringt nur bei Gelegenheit, die eine oder andere besondere Dramatik nach oben, und doch ist genau dies die wahre Geschichte. In jeder Hinsicht verhalten wir uns alle so, als würde es uns nicht treffen, das gilt zum Beispiel ja auch im Straßenverkehr, eine Art Krieg, wo man keine Soldaten für braucht; und es sterben doch so viele wie in einem großen Krieg. Das ist vielleicht gar die größte Leistung dieses Systems, nämlich den Menschen die Illusion eben n i c h t zu nehmen, und daher überleben auch gewisse produktive Illusionen. Eine Gesellschaft, die alles durchrationalisiert, mag die bessere sein, aber sie ist wenig attraktiv. Und genau dies nicht wahr haben zu wollen, ist vielleicht des bisherigen Sozialismus größter Fehler. Es ist nicht die produktive Seite am Kapitalismus, die es zu erhalten gibt, wie da Gysi kürzlich meinte, die ist kein Geheimnis (siehe auch: „Denn was ist schlecht daran?“, Leserbrief zu: „Bankenverband trägt Spott mit Fassung“, http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~E4BC2EC3D94AD4721A172FEE006C84D6D~ATpl~Ecommon~Scontent.html), sondern das Geheimnis eben genau jenes unproduktiven Ideals. Denn, dass der Tod so vieler Menschen im Straßenverkehr produktiv sei, kann man ja nicht wirklich annehmen, und doch liegt hierbei womöglich der tiefere Grund für die Produktivität dieses Systems an ganz anderer Stelle. Und genau so ist es mit der Familie. Die Familie stirbt, aber noch im Sterben, schafft sie es, sich als wahre Überlebende zu imaginieren. Und darin, und nicht in der Familie selbst, liegt die Quelle für eine ständige Erneuerung, einer Erneuerung, die viele Opfer kostet, zu viele, und doch immer wieder stattfindet. Und so stirbt auch das Kapital auf ähnliche Weise und somit nicht wirklich. Ich glaube daher nicht an sog. „innere Schranken“ (Robert Kurz).
    Ein solches System zu schlagen, bedeutet in erster Linie die menschlichen Empfindungen zu begreifen, nicht die ökonomischen Zusammenhänge. Ich bin mir daher bewusst, dass meine Analyse nur die halbe Sache ist.

  32. Ob Schalck-Golodkowski lacht...
    Ob Schalck-Golodkowski lacht oder nicht, weiss ich nicht :-~. Nur Gary Glitter wurde nach seiner Haftstrafe ziemlich unzeremoniell des Landes verwiesen. – Geheime Grube? Nicht immer. Wenn man wirklich neu anfangen muss und alles, ausser dem was man im Kopf und auf der Haut traegt (und soooviel eingenaehtes Gold war es auch nicht!), verloren hat, kann es schwer werden. Als Kinder sieht man das eher als Abenteuer, doch die Erinnerungen an das Verlorene kommen auch mit der Zeit. – Aber dann siegt vielleicht doch der Kopf :). Das muessen die Menschen aus Ostpreussen doch auch erlebt haben. Und wenn es ganz woanders weitergehen soll, ist es schwer, eine Grube zu finden – wenn Sie nicht die innere Einstellung meinen, die in den besten der sogenannten Eliten im Geist bestehen sollte.

  33. der tag hat vierundzwanzig...
    der tag hat vierundzwanzig stunden,und sie don a. können den kühen stundenlang beim grasen zusehen.
    sowas, glaube ich verdient lob-.
    es entspricht nämlich dem gegenteil, was üblicherweise nicht nachhaltig
    funktioniert-im alltag der politiker z.b.,denen bleibt doch immer nur ein anreissen
    der nicht abreissenden probleme,oder?
    sonst könnte man doch das wissen benutzen,was “uns” in die krise geführt hat,
    diese wieder aus sich selbst herauszuführen.
    .
    wenn ich in der kindererziehung etwas sinnvolles tun soll, dann beruht das
    auf ein langfristiges geduldsspiel,deren früchte ich dann ernte-
    oder eben auch nicht.
    wenn es keine kindererzieher mehr geben würde-
    dann nämlich gäbe es eine wahre revolution-aus dem selben grund
    es nie eine geben wird.

  34. Hilflosigkeit und...
    Hilflosigkeit und Kontrollverlust – schrecklich!
    Dabei ist es -ein angemessenes Anfangs-Vermögen vorausgesetzt- doch gar nicht so schwer, dem Kontrollverlust zu entgehen:
    1. Die eigene Existenz durch die Möglichkeit! (nicht die tatsächliche Übung) der Selbstversorgung und das Potential zum Tauschhandel absichern. Da der gehortete Samen im Selbstversorgergarten erst nach einem Jahr treibt und eine Missernte nie auszuschliessen ist, sollte man genug Vreneli im Keller haben um 2-3 Jahre am Existenzminimum zu überleben. Ein Brunnen, ein kleines Waldstück, Feuerstelle und Jauchegrube noch dazu -passt. Das Krisen-Refugium muss ja nicht mitten in Hamburg oder direkt am Tegernsee liegen (schön für den, der sich das leisten kann; zu bedenken sind allerdings die marodierenden Banden aus den nahen Städten, wenn dereinst alle hungrig + durstig sind).
    2. Für den Luxus-Rest gilt:
    Breiteste Diversifikation in Dingen die wertbeständig sind weil sie einem selbst und Anderen gefallen.
    Das fängt bei schönen Oldtimern (ohne Elektronik, d.h. auch zur Eigenreparatur geeignet) an, geht über wertige Möbel und Silberkannen (die man in allergrößter Not auch einschmelzen könnte) und Immobilien auf unterschiedlichen Kontinenten (weit weg von AKWs; gelegen in ländlichen Gebieten in deren Scheunen auch die Autos aus Maranello stehen) hin zu einer hochseetauglichen Segelyacht mit großem Trinkwassertank (um im Weltuntergangsszenario weit weg vom hungrigen Festland-Mob auf den Weltmeeren zu überleben). Zur final globalen Weltuntergangsfeier unter allen Luxusyachteignern + Piraten ausserhalb der 12 – Meilen Zone (H. Simpson lässt grüßen) sollte dann doch ein Geschütz und ausreichend Munition an Bord sein.
    3. Erst wenn 1 und 2 erfüllt sind sollte eigentlich an Sparguthaben bei Banken, Aktien und Rentenpapiere gedacht werden.
    Das traurige an der Sache: Die meisten (nix erheiert oder ererbt…) müssen, um 1 und 2 zu realisieren mit 3 anfangen und werden dabei ständig über die Latte gehoben (Provisionen und Gebühren hier, Totalverlust dort…).
    Der letzte große Raubzug gegen die armen Sklaven der Kapitalbildung (unter 3) ging von Amerika aus.
    Die Amerikaner wissen schon, weshalb sie ihre eigenen Goldfische vor dem bösen Finanz-Hai aus dem Rest der Welt über Ihre SEC so perfekt schützen, selbst aber den Wolf (die Investmentbanken) im Schafspelz in Gestalt der Ratingagenturen auf die Schafe im Rest der Welt hetzen! Zu dumm, daß die Landesbanken in Deutschland als Rotkäppchen im Renditezauberwald der auslaufenden Staatshaftung die falsche Grossmutter (senior + secured debt) nicht erkannten.

  35. @nnier + Don: Nimm nie einen...
    @nnier + Don: Nimm nie einen Scheck vom Beteiligten an einem Sale and Leaseback! Es ist schon verwunderlich, wenn sich öffentliche Kommunen von “Experten” zu Steuersparmodellen (teuer) beraten lassen, um mit deren Rat Cross Border Leasing für die Kanalisation abzuschliessen (Oh shit) oder sonstige abstruse Steuersparmodelle (die Kita vielleicht doch als Verein, als Stiftung oder als GmbH?) durchrechnen lassen. Da kostet das Gutachten und das ganze Beraten in den Gremien über derart komplexe Konstrukte schnell so viel wie das Holz-Häuschen auf dem per Pachtvertrag an die Kita vergebenen Grundstück (oder 10 Jahre Lohn für (die gerade streikende) Kita-Betreuerin) !
    Die Staatsfinanzen sind selbst im “soliden” Deutschland “auf Kante genäht” und die reisst gerade ein…

  36. alPtraum - ist das jetzt gang...
    alPtraum – ist das jetzt gang und gebe

  37. Werter Don,
    wann konnten wir...

    Werter Don,
    wann konnten wir je ein System kontrollieren? Denn auch wenn wir glaubten
    das sagen zu haben war es nur eine Illusion, die dann auch zu den Verlusten
    in Ostpreussen führten.
    So stellt sich mir die Frage was kann ich noch investieren, Geld kann es
    ja nicht mehr sein. Manchmal ist ein Verlust an materiellen Dinge auch die
    Chance daraus zu wachsen, nicht das ich die Orte und Geschichten aus der Jugend vermissen würde, sie fehlen schon.
    Doch auch hier heist es abwarten bis die Endscheidung etwas zu sagen und es kontrollieren zu können, wieder kommt.
    Nur möchte ich heute nicht in die erste Reihe gestossen werden um das Desaster zu regeln.
    Geniesen Sie den See und auch den Tag.
    Herzlichst Ihr P.

  38. Es gibt meines Erachtens...
    Es gibt meines Erachtens zwischen Schuhen aus Verona
    http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2009/05/27/die-gute-unverkaeuflichkeit-veroneser-schuhe.aspx
    und der zusammenbrechenden Weltwirtschaft und ihren chinesischen Billigschuhen durchaus einen Bereich, in dem Angebot und Nachfrage funktionieren, und den man auch unter Kontrolle haben kann.
    .
    Ich denke, es schadet nicht jedem Vermögen, wenn es rasiert wird, solange den Betreffenden genug zum Leben bleibt. Ich kann über mich selbst sagen, dass es mir reicht – und damit ist es auch gut. Besten Dank für die guten Wünsche.

  39. Köstlich, ich nhabe ja mal...
    Köstlich, ich nhabe ja mal eine Serie darüber geschrieben, wo man momentan mit 200.000 Euro vernünftig hingehen kann, um das alles zu überstehen. Das Problem ist, dass viele vielleicht nur 20.000 auf der hohen Kante haben. Das ist sehr viel, wenn andere nichts haben, aber sehr wenig, wenn es um sturmsichere Fundamente geht. Selbst 200.000 sind nach Tegernseeverhältnissen sehr wenig, aber man ist zumindest flexibel und, wenn man klug damit verfährt, auf der sicheren Seite. Bei alten Autos würde ich widersprechen: Ich rate eher zum Kauf eines zuverlässigen Fahrrades.

  40. kleinerberg, ich war gestern...
    kleinerberg, ich war gestern Abend auf einem kleinen Berg und habe Kühe geguckt – und viele Bilder. Vielleicht schreibe ich morgen mal über Kühe und was man als schlechterer Sohn aus besserem Hause von ihnen in Zeiten der Krise lernen kann. Ich habe es momentan nicht so mit dem Lernen von Menschen.
    .
    Cao Ky, als Kind hat man noch andere Bedürfnisse und nimmt vieles, was man später seltsam finden würde, nicht so wahr. Die Perspektive verschiebt sich, wobei gewisse Eigenheiten wie das manische Sammeln durchaus Züge hat, die sich aus der eigenen Vergangenheit herleiten. Die Art des Besitzes ändert sich, aber ich war schon mit 8 Jahren furchtbar stolz, als ich mehr als 300 Bücher hatte.

  41. Unglaublich macht uns die...
    Unglaublich macht uns die Finanzkrise am Ende alle gleich?
    Wird sich der Don auf neue Nachbarn einstellen müssen?
    Die Flodders aus Neuköln oder Marzahn am Ende in einer Sozialwohnung am Tegernsee?
    Fragen über Fragen. Aber eines wissen wir doch genau, die Elite wird nicht untergehn. Notfalls gewährt man dem ein oder anderen mit entsprechendem Einfluss den Eintritt in die exklusive Welt in Gegenleistung der Bewahrung der eigenen Pfründe.
    Das eigentliche Merkmal der Elite ist das konsequente bluten lassen Anderer…
    Es ist halt wie mit den hübschen Bunnies die sich nach oben schlafen.

  42. Nein, die Unterschiede werden...
    Nein, die Unterschiede werden eher weiter gefestigt, weil man sie braucht. Aber: Sollte es schlimmer kommen, kann es sein, dass ich den ein oder anderen invitiere, der sich einen Urlaub sonst nicht mehr leisten kann.
    .
    Abgesehen davon: Doe Menschen sind hier gerzlich und würden niemanden verjagen, der im Zweifelsfall eine gute Schwiegertochter abgeben würde. Ostelbischer Grossgrundbesitzverlust schadet nicht, ist aber auch nicht von Nöten, wenn die Person bereit ist, sich anzupassen.

  43. Köstlich! Sowohl als auch......
    Köstlich! Sowohl als auch… “man hat stets die Grossmutter im Ohr, angefangen bei der Mehlschwitze bis zur richtigen Wohnlage.”

  44. Herold, kann man das...
    Herold, kann man das Ökonimische vom Menschlichen in einer Klasse trennen, die das Menschliche nach draussen trägt, aber vom Ökonomischen gestützt wird? Dieser Dualismus ist einer der Wesenskerne der besseren Kreise, so wie ich sie kenne. Das sind sehr oft unheimlich liebe Menschen, offen und gebildet, charmant und wirklich liebenswert. Nicht umsonst fühle ich mich unter ihnen wohl, nicht umsonst ist es schön, einer von ihnen zu sein. Aber das Ökonomische zu ignoroeren, dafür muss man schon sehr sorglos, vielleicht zu sorglos sein, wie ich es leider bin.

  45. Miner, Reinhar Mohn sagte...
    Miner, Reinhar Mohn sagte einmal nach der Trennung von Middelhoff: “Eitle Manager sind egoistisch und schwer zu beeinflussen.”
    .
    Die ganze Causa ist Teil eines anderen Dramas, über das erstaunlicherweise nicht geschrieben wird: Der Niedergang des Wealth Managements. Wenn es in den letzten 10 Jahren eine Boombranche neben den Derivaten und Hedge Funds gab, dann war es die Vermögensverwaltung. Zu schnell gewachsen, zu viel Mittelmass, zu wenige Leute, die wissen, was sie tun, zu viel Beratung und zu wenig Grundlagenwissen. Dieser Sektor geht gerade vor die Hunde. Verwalter wie Middelhoff werden dafür sorgen, dass man in Zukunft vielleicht wieder selbst aktiv wird, statt sich auf derartige Jongleure zu verlassen.

  46. Mario, meine Grossmutter war...
    Mario, meine Grossmutter war eine sehr resulte Ftau, aber alles andere als unkommod. Das waren noch richtige Frauen, die sich für nichts zu schade waren. Hausverwalterin bis zum 86. Lebensjahr. Sowas gibt es heute nicht mehr.

  47. Don, wie von Ihnen...
    Don, wie von Ihnen beschrieben, lässt es sich auch in der grössten wirtschaftlichen Krise gut leben, wenn man nur seine Maßstäbe entsprechend angelegt hat.
    Nehmen wir an, ein grosser Teil meines Guthabens&Besitzes verschwindet in windigen Löchern. Ich denke, ich kann damit leben, denn Natur, Ruhe, Freundschaften und ein gewisses Mass an Grundernährung dürften nicht besonders krisenanfällige Bedürfnisse sein.
    Was mich allerdings seit geraumer Zeit ein wenig nervös macht, sind angedachte Freiheitseinschränkungen und die öffentlichen Lügen im Tagestakt. Denn die Lüge ist immer der Anfang der Tyrannei…diese Gefahr sollte man nicht unterschätzen.

  48. Grüß Gott Don...
    Grüß Gott Don Alphonso,
    vielleicht können Sie mir helfen, denn ich habe eine Sache nie verstanden und das wäre die reale und erstaunlich gut funktionierende Kollektivhypnose rund ums Gold.
    Ist es eine Nachwirkung mittelalterlicher Alchimie? Oder antiker Dekadenz, deren Währung sie war? Folge mittelalterlich-metaphysicher Schönheitsideale in ihrem Koordinatensystem aus Licht und Proportionen? Was ist es?
    Ein nüchterner Blick darauf zeigt doch, dass es gelber Dreck ist, den man mit hochgiftigen Mitteln in Entwicklungsländern plus Australien und Südafrika herauskratzt, um ihn dann, tausende Kilometer weiter, wieder unterirdisch einzulagern.
    Ja warum denn nicht gleich dalassen? Oder eine entspanntere Haltung wie die Indianer Perus pflegen, die Werkzeuge und Ackerplüge daraus machten (die einzig sinnvolle Verwendung, die mir bekannt ist)?
    Ist es (wieder einmal), ihr Lieblingsthema, die Illusion von Permanenz, diesmal mit dem weltweit summarischen Goldkubus von 20 Metern Seitenlänge im Hinterkopf, der durch seine Begrenztheit die Gesetze der Entwertung trotzdem aushebelt, auch wenn alle dasselbe tun und dasselbe horten?
    viele Grüße

  49. "Das waren noch richtige...
    “Das waren noch richtige Frauen, die sich für nichts zu schade waren. Hausverwalterin bis zum 86. Lebensjahr. Sowas gibt es heute nicht mehr.”
    versuch einer provokation oder einfach eine verallgemeinende arrogante unterstellung? :)

  50. Mein lieber Don, dich hat...
    Mein lieber Don, dich hat nicht die Schweinegrippe, aber die Grippe eines jenes „Schweinesystems“ erfasst, um mal diese so unpopulär verbliebene Betitelung neu zu gebrauchen – da wo sie passt womöglich. Schauen wir uns doch Schweine an, sind sie nicht niedlich? Wer ahnt schon, was da für ein Dreck drin steckt, in diesen niedlichen Körpern. Sie fressen wohl (beinahe) dasselbe wie wir, aber sie haben vermutlich ein anderes Verdauungssystem. Hinzu kommt, dass sie uns in unseren Krankheiten, wie auch in so manch unserer Gewohnheit – welcher Mann hat noch nicht von seiner Frau zu hören bekommen: hör auf so zu grunzen, wenn du auf mir liegst? – so furchtbar ähnlich sind. So kommt es, dass nur die, die ihr Fleisch verschmähen, die Moslems zum Beispiel, wissen, was für gefährlich-eklige Kreaturen sie sind. Man muss sie ja nicht unbedingt töten, im Zeitalter von Animal Peace und Amnestie International, aber man sollte nicht einen zu nahen Umgang mit ihnen haben. Die Ökonomie, auf der das ganze (Missverständnis?) beruht, ist bedauerlicherweise nie ganz verstanden worden. Nämlich den Schweinen geben wir oft das bessere Futter, obwohl sie eine perfektere Verdauung haben als wir Menschen, das mag vielleicht daran liegen, dass wir Menschen zu gut zu diesen Schweinen sind.

  51. laperla, um so stark zu werden...
    laperla, um so stark zu werden wie meine Grossmutter, muss man so viel erlebt haben wie meine Grossmutter. Seien wir froh, dass es heute nicht mehr diese Gelegenheiten gibt. Aber seien wir uns bewusst, dass damit auch nur das epigonenhafte bleibt.

  52. doch kurz zwei takte zur...
    doch kurz zwei takte zur sache:
    a) die tage von verteilungswirtschaft und massenmarketing sind lange vorbei. karstadt und opel haben abgesehen von witzstaffage schon lange keine berechtigung mehr. interessen von mitarbeitern, angehoerigen und zulieferern ausgenommen. es geht nicht um protektion sondern um marktfaehigkeit in ganz einfacher und nobler kundenorientierung. hier wirkt der markt – hier hat der kunde als souveraen geurteilt – und straft mittelmass, phantasielosigkeit, halbherzigkeit und instutitionalisierte ignoranz gnadenlos ab. punkt. und das ist gut so.
    b) gut ist ebenfalls der ganz allgemein drohende bankrott einer wirtschafts- und managementlogik, die investoreninteresse vor produkt- und servicequalitaet stellt. wir sprechen von curated consumption, von markt- und produktkultur, wir haben alle spass an den schoenen und den wahren dingen und wir lieben diese welt, die so reich ist an wunderbar durchdachtem und designten – sein es weine, schuhe oder fahrraeder. wir sind alle laengst an einem punkt, an dem wir unternehmen ‘fuehlen’ wollen, um mit ihnen in tauschbeziehungen zu gehen und zu interagieren.
    wir alle lieben unser leben und das selbstverwirklichungsspiel, das uns die jetztzeit bietet, zu sehr, um in individuellen konsumentscheidungen etwas anderes zu akzeptieren als nur das beste, das wahre und das gute. und wir sind alle als konsumenten und als kreateure unserer selbst laengst so trainiert und so sensibel, dass wir halbherzigkeit und pure profitinteressen auf 500 meter riechen und muede laechelnd abstrafen… – anders herum: wer in imobilien investiert, in denen er nicht selber wohnen wuerde, ist bei lichte betrachtet ein zyniker und menschenfeind. – ein wirtschaftliches interessensystem, das solchen zynismus foerdert, entleert das leben seiner kulturellen werte und macht zu tiefst ungluecklich.
    fragen sie frau schickedanz. – der verlust ihrer milliarden ist ihr relativ egal. das sie ihr unternehmen aber schon lange nicht mehr herz zu herz gefuehrt wird und auf universale gegenliebe stoesst, macht sie zu einer sehr ungluecklichen frau. auch sie wollte nur von allen geliebt werden. von ihren eltern, von ihren maennern, von ihren mitarbeitern und kunden.

  53. Griasdi Besucher,
    .
    ich...

    Griasdi Besucher,
    .
    ich glaube, Gold wird von der Gewissheit getrieben, dass man im Notfall immer einen findet, der noch blöder ist als man selber. Gold ist das ultimative Derivat für den Handel mit der menschlichen Dummheit. So gesehen ist es legitim, etwas für Notzeiten zu kaufen, in denen man mit dem Zeug noch weniger als sonst anfangen kann.
    .
    ic bin zwar auch ein Freund der Edelmetalle – aber Silber kann man zu Teekannen formen.

  54. miner, ich glaube, das...
    miner, ich glaube, das Verschwinden von Vermögen und von Freiheit gehört zusammen. Solange die Elite reich ist, ist es ihr vollkommen egal, was der Rest tut. Sobald das alte Beherrschungsmittel wegfällt, sucht man Alternativen, um Elite zu sein. Damit kann man einige unschöne Kapitel der deutschen Katastrohengeschichte erklären. Irgendwann bildet sich dann wieder Vermögen aus der Unterdrückung heraus, und das Spiel beginnt von Neuem.

  55. John Dean, das sehe ich...
    John Dean, das sehe ich anders. Es gibt genug Menschen, die sich ihr Vermögen hart und unter grossen Risiken erarbeitet haben. Und andere haben es leicht und ohne Schandtat ererbt. Was ist daran ungerecht?

  56. Werter Don Alphonso,
    Sie haben...

    Werter Don Alphonso,
    Sie haben da doch nicht etwa eine dieser greuslichen Plastikgartenliegen in Ihrem Garten stehen? Ich hoffe die dient nur zur Abschreckung der Diebesbanden und Sie bestitzen auch welche aus Holz.

  57. ja, das wäre nett über...
    ja, das wäre nett über kuhverhalten und dessen ableitung ans menschliche
    zu lesen.
    es ist auch vielleicht der lohn, vielleserei, was das erkennen solcher verhalten
    erst möglich macht.
    jedenfalls finde ich es durchaus gerechtfertigt, die überlegung anzustellen,ob man nicht den
    opelmitarbeitern lieber je 200 000 euro in die hand gegeben hätte……..
    da hätte das modelldenken unter punkt eins von Köstlich doch gleich eine
    kontrollierbare menge von versuchskandidaten.

  58. Die Liege steht im...
    Die Liege steht im Ferienvillengarten eines leitenden Mitarbeiters eines grossen Arbeitgebers der Region München.

  59. es gibt so viele Gründe, die...
    es gibt so viele Gründe, die momentane Zeit und ihre relative Ruhe noch einmal ausgiebig zu geniessen…traurig ist es nur, dass bei dem o.g. Dauerspielchen machtliebender Testosteronmännchen immer so viele schöne & gute Charaktere auf der Strecke bleiben, die eigentlich in diesem Spiel gar nicht mitspielen wollten…

  60. don nennt es 'kontrolle' - man...
    don nennt es ‘kontrolle’ – man kann es auch etwas weicher als ‘einfluss’ und moeglichkeit zur ‘einflussnahme’ bezeichnen und dann bin ich wieder ganz bei ihm.
    es mag nun sein, dass den einen einfluss entgleitet, und das ist dann die freiheit der anderen. es ist, wenn man eine ganz klassisch deutsche dichotomie bemuehen moechte, der einfluss des buergerlichen vs. der freiheit – und damit wieder des einflusses – der boheme. – mann muss dabei nicht imer das hier so gescholtene berlin als beispiel nehmen, in anderen metropolen dieser welt findet man ebenfalls ein agenda setting in aller kulturelle breite und praegekraft, das im durchaus positiven und kritisch konstruktiven sinn von der strasse ausgeht.
    don ist doch, das haben wir hier schon heraus gefunden, ein zwitterwesen zwischen buerger und boheme. wenn den buerger don a. der kontrollverlust etwas schaudern laesst, dann kann es fuer den kulturmenschen don a. nicht ganz reizlos sein, wenn alle baelle in der luft und wenig verbindliche richtungen definiert sind (ein tatbestand auch, dem er nicht zuletzt seinen faz-gig verdankt).
    wenn dem so ist, warum nur hasst er berlin so? weil es ihn abstoesst und anzieht zugleich, dieses haltlose loch, das ihn anstarrt und in dem er sich schneller und gruendlicher verlieren koennte, als man haette ‘sachertorte’ sagen koennen?
    wir wissen es nicht.
    wir ahnen es nur.

  61. Hallo Don, ich habe die Option...
    Hallo Don, ich habe die Option und den Wunsch, elegante Schuhe beim Radfahren zu tragen. Was halten Sie davon?:)

  62. um nochmal den schoenen titel...
    um nochmal den schoenen titel zu wuerdigen… – das ende des regenbogens, diesen ort, an dem das gold liegt, gibt es nicht. – ergaenzt um den begriff ‘flucht’ erhaelt das bild zusaetzlich zum utopischen eine schoen fatalistische note. – verbranntes land hinter und unwirklichkeit der schutzbehausung vor sich. … zumwinkels burg? gated communities mit eingeflogenem export bier und nackttaenzern? … the only way out ist ins totale und vollstaendig bodenlose nichts. – willkommen am tegernsee 2015. – ich wusste schon, warum mir der titel so gut gefiel.
    mit den abgruenden berlins auf der einen und dem zarten schauder seiner heimat auf der anderen seite ist unser don wahrlich nicht zu beneiden. – der fluch von sensibilitaet, intelligenz und sarkasmus. – es bleiben andere freuden. womit wir wieder bei tee und torte sind.

  63. cao cy
    Das muessen die...

    cao cy
    Das muessen die Menschen aus Ostpreussen doch auch erlebt haben.
    .
    zumindest erinnere ich mich daran, es ist gut vierzig jahre her, ich war eben erstklässler, dass der hausarzt meiner tante, ein gewisser dr. henseleit, mir damals sagte: lerne, was du lernen kannst. das was du im kopf hast, kann dir keiner nehmen.
    ich begriff damals, dass er wusste, wovon er sprach.

  64. abf

    wir alle lieben unser...
    abf
    wir alle lieben unser leben und das selbstverwirklichungsspiel, das uns die jetztzeit bietet, zu sehr, um in individuellen konsumentscheidungen etwas anderes zu akzeptieren als nur das beste, das wahre und das gute.
    kann ich so nicht feststellen.
    geiz ist geil. zwanzich prozent auf alles, ausser auf tiernahrung.

    ist kein witz, geh mal zu tedi, kik oder ernsting und wie die konsorten alle heissen, die den armen die illusion von luxus vorspiegeln.
    diese einzelhändler sind die eigentlichen gewinner der krise, die bleiben uns nach karstadt, hertie und woolworth – woolworth, ironie des schicksals, der hat doch das gemacht, mit dem tedi heute erfolg hat.
    .
    gerne auch im bundle. ein aldi, ein kik, ein k+k schuhgeschäft, ein schlecker und ein tedi, dazu noch ein getränkemarkt und fertig ist das urbane zentrum für die, na ja, bald kann man sie wieder arme nennen.

  65. Werter Don, bitte fügen Sie...
    Werter Don, bitte fügen Sie doch einen Link zum 200.000 Eur Blog ein.
    Merci vielmals

  66. Ich komme gerade von einer...
    Ich komme gerade von einer fünfstündigen 3-Berge-Tour, von denen der letzte einer zu viel war, und brauche jetzt erst mal ein Vollbad, dann eine Kanne Tee, dann ein Gratin und dann suche ich die alten links raus.

  67. Werter Don, es pressiert nicht...
    Werter Don, es pressiert nicht – morgen ist hoffentlich trotz Krise auch noch ein Tag!
    Genießen Sie Ihr Basin&Gratin!

  68. Sehr geehrter Don, was Sie...
    Sehr geehrter Don, was Sie sagen, mag auf eine gewisse Subkultur oder eine gewisse Gruppe von Menschen in Deutschland zutreffen. Diejenigen jedoch, die in diesem Land wirkliche Macht besitzen, haben die durch die Globalisierung veränderten Rahmenbedingungen längst akezeptiert und sich ihnen angepasst. Die deutsche Führungsriege der nächsten Jahrzehnte ist international, flexibel, fährt einen geleasten Firmenwagen und mietet die Wohnung, und ist nicht mehr auf die Aufrechterhaltung überholter gesellschaftlicher Strukturen (mit dem Ziel, “Sicherheit” zu gewährleisten) bedacht.
    Ihre Darstellung ist sicherlich nicht falsch, aber die hier behandelte Entwicklung ist schlichtweg nicht relevant. Das von Ihnen beschriebene reaktionäre, ja geradezu ängstliche Bürgertum hat im globalisierten Deutschland nichts mehr zu sagen.

  69. Ach, da wäre ich mir nicht so...
    Ach, da wäre ich mir nicht so sicher. Aufsteiger absteigen zu lassen ist für viele immer noch ein edler Jagdsport. Und das Pack giert gerade zu nach Anerkennung, egal wie unpassend es sich aufführt. Sollen sie mal mieten. Mieten. Ts.

  70. Lieber Leser fühlen Sie sich...
    Lieber Leser fühlen Sie sich als globaler Leasingnehmer und Mieter einer piefigen DHH ruhig als Avantgarde. Was die meisten Ihres Kreditstandes vergessen ist, dass Sie sich regelmässig überschätzen. Weiter viel Spaß mit Ihrem Q 7 oder zahlt Ihr Arbeitgeber den nicht und Sie müssen sich mit einen A6 zufrieden geben? Ich würde nie ein Leasing- oder Kreditangebot als Knebel eines Arbeitgebers annehmen!

  71. Sehr geehrter Leser,

    hat man...
    Sehr geehrter Leser,
    hat man Ihnen seitens Ihrer Erzieher zuviel verbotene Substanzen ins Fläschchen gefüllt ? War es Misshandlung auf dem Schulhof oder war es mangelnde Anerkennung in ihrer Jugend seitens wohlhabenderer Mitschüler / seitens einem gebildeten Mädchen?
    Oder haben Sie einfach nur in der Mitte Ihres Lebens beschlossen Ihre bröckelnde Scheinwelt vehement zu verteidigen, um nicht in die Verlegenheit zu kommen, Ihre gesamte fehlgeleitete Vergangenheit zu negieren ?
    Was auch immer schiefgelaufen ist, die Gesellschaft muss die Selbstheilung Ihrer gekränkten Seele nun wohl leider ertragen.
    Das Beruhigende daran ist jedoch der Gedanke, dass sie in Ihrer gewählten Umlaufbahn fast immer nur auf gleichermassen gestörte hyperflexible-barfußjoggende-Cooperat-Männchen treffen werden…um diese dann mit Ihren Ideen zu beglücken.

  72. die herren koestlich und...
    die herren koestlich und miner, wo frechheit sich mit dummheit paart, zwei schoene beispiele dafuer. – merke: davor schuetzt einen bessere gesellschaft nicht, sondern nur gute.

  73. abf, wie man am letzten Bild...
    abf, wie man am letzten Bild sieht, ist das Ende des Regenbogens gleich nebenan, vielleicht 200 Meter vom Haus entfernt auf der nebenliegenden Alm.

  74. don, manchmal ist es der...
    don, manchmal ist es der rezensent, der dichter am dichter ist – garnicht der dichter selbst.

  75. auch einer, so wird das...
    auch einer, so wird das vermutlich zerfallen: Eine Sphäre für die Reichen und eine für jene, die gern so viel wie die Reichen haben wollen. Blöderweise sackt der Hertie/Karstadt-Bereich nach unten durch, ohne Hilfe für den besseren (und hoffentlich auch nachhaltigeren) Teil ohne sklavenarbeit in China.

  76. Ich bin zutiefst verwundert...
    Ich bin zutiefst verwundert von der ja geradezu aggressiven Ablehnung, auf die ich hier ob meines Kommentars stoße (seitens der Herren (so vermute ich) Köstlich und miner).
    Persönlich besitze ich weder ein Automobil, noch habe ich einen Leasingvertrag abgeschlossen (was als Student, gerade hier in Münster, auch vollkommen überflüssig wäre). Allerdings bin ich nicht in irgendwelchen veralteten Konventionen verhaftet, und sollte sich die Notwendigkeit ergeben, fühle ich mich nicht auf Grund irgendwelcher kaum zu begründbaren Gepflogenheiten oder der ‘Etiquette’ dazu verpflichtet, vom Mieten einer Wohnung Abstand zu nehmen.
    Köstlichs allzu eilige Versicherung, dass er “nie ein Leasing- oder Kreditangebot eines Arbeitnehmers annehmen würde” indiziert, dass er die Bestätigung, einem bestimmten Oberklassenideals zu entsprechen, viel nötiger zu haben scheint als, zum Beispiel, ich.

  77. Leser,

    danke für den Hinweis...
    Leser,
    danke für den Hinweis auf Ihr Alter. Denn von Ihresgleichen erwartet man ja auch diesen ungebremsten Enthusisasmus hinsichtlich Flexibilität etc..
    Nun wünsche ich Ihnen viel Glück und Freude beim Eintritt in Ihren beruflichen Circulus Vitiosus….oder wie sagte man zum Anfang des letzten Jahrhunderts einmal: bis Weihnachten sind wir alle wieder zurück.

  78. Sie missverstehen mich. Ich...
    Sie missverstehen mich. Ich teile mitnichten den “ungebremsten Enthusiasmus” der New Economy, und habe ich auch nicht vor, mich später einmal bei McKinsey zu bewerben.
    Nichtsdestotrotz glaube ich, dass diese Gruppe von Menschen mittlerweile die Macht in Deutschland bestitzt, und dass wirtschaftlicher Erfolg nicht zwangsweise mit Reaktionismus und dem von Don Alphonso beschriebenen überholten Sicherheitsstreben verbunden ist.

  79. Ach, die Macht... ich glaube,...
    Ach, die Macht… ich glaube, die Gebrüder Albrecht wissen schon, warum sie nicht öffentlich auftreten und anderen den Vortritt lassen. Ich hatte mal mit dem vermutlich wichtigsten Investor in einem bestimmten Wirtschaftszweig zu tun, von dem gibt es im Internet exakt 0 persönliche Informationen und keine zwei Dutzend Treffer. Öffentlichkeit ist das Letzte, was Macht braucht. Da ist es immer angenehm, wenn sich irgendwelche Vorzeigejüngelchen den Ärger antun.

  80. Und glauben Sie tatsächlich,...
    Und glauben Sie tatsächlich, dass diese wirklich Mächtigen in einer Scheinwelt leben, deren Fassade nur langsam “knirscht und knackst”? Im Gegenteil, diese Persönlichkeiten sind sich der ökonomischen Notwendigkeiten bewusster als viele andere, und lassen sich bei ihren Geschäften sicherlich von irgendwelchen überholten Konventionen beirren. Deren Handeln ist pragmatisch und am wirtschaftlichen Erfolg orientiert.
    Darüber hinaus: Als Inhaber gewisser Ämter/Funktionen steht man nun einmal weniger in der Öffentlichkeit als bei anderen. Ich glaube nicht, dass der allen Politikern sowie Josef Ackermann eigene Drang, Zentrum des öffentlichen Interesses zu sein, einen Mangel an Macht indiziert.

  81. Lieber Leser,
    da habe ich wohl...

    Lieber Leser,
    da habe ich wohl den Falschen angebellt – herzlichen Glückwunsch für die Standortbestimmung bereits in Ihren Studienjahren. Enthusiasmus ist wichtig, er sollte aber nicht unreflektiert sein, dann können Sie auch gerne zu McKinsey gehen.

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