Home
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Weitersagen Kommentieren (87)
 

Das nicht existierende Selbstbestimmungsrecht der besseren Kinder

17.06.2009, 08:53 Uhr  ·  Die Existenz höherer Töchter und besserer Söhne setzt zwingend in Existenz der zugehörigen Mütter vorraus, und die sind folglich nicht nur höher, sondern gleich oben, und nicht nur besser, sondern auch besser wissend. Man nimmt sie mit der gleichen stoischen Ruhe, mit der der Kubaner sein Haus nach dem Hurrikan wieder aufbaut, man kennt das ja alles nicht anders. Nur ab und an, wenn man klatschnass durch die Wohnung rennt, ohne dass es wirklich nötig wäre, fällt einem die natürliche Ordung der Dinge ein: Keine bessere Gesellschaft ohne bessere Diktatur.

Von

Ma mère es une femme impossible.
Sybille Bedford, Rückkehr nach Sanary

Ich habe Zeit. Ich nehme ein Bad. Kein Vollbad, aber doch eine gründliche Reinigung, und intoniere dabei, rücksichtslos und nicht leise, die Registerarie. Die Mauern sind dick, und es ist mein Haus. Ich habe immer noch Zeit und bin nicht mehr schaumgeboren, sondern nur noch nass, da zerreisst das Stakkato einer Klingelgarbe meinen Sangeslünste: Schirr schirr schirr – 2 Sekunden Pause – schirr schirr schirr – 2 Sekunden Pause – schirr schirr schirr – 2 Sekunden Pause – schirr schirr schirr – reichlich nass springe ich auf, hopse fluchend über die Perserteppiche des Empfangsraumes, vorbei an einer Galerie von Frauenbildnissen, die den Anblick sicher nicht adäquat finden, zur Sprechanlage und protestiere, das Unvermeidliche antizipierend: Es ist erst 20 nach! Wir hatten um halb ausgemacht! Darauf meine Mutter: Komm jetzt runter, sonst schaffen wir es nicht.

Bild zu: Das nicht existierende Selbstbestimmungsrecht der besseren Kinder

Ich hatte für meine Mutter ein paar Besorgungen in der Stadt erledigt, und sie bot mir an, vorbeizukommen, die Einkäufe abzuholen und mich bei dieser Gelegenheit gleich zum Bahnhof zu bringen. Dieser liegt zwar auf der anderen Seite der Donau und damit in einem Viertel, in dem man nicht wohnt, stammt aber noch aus einer Zeit, da die kleine dumme Stadt an der Donau wirklich noch sehr klein, unrepräsentativ und ohne Elitestudenten war, und so dauert es nicht lang – 8 bis 10 Minuten, je nach Verkehr. Der Erwerb einer Karte für den Zug nach Frankfurt sollte nicht mehr als 5 Minuten in Anspruch nehmen. Es ist also legitim und richtig, um 18.30 Uhr aufzubrechen und um 19 Uhr den Zug zu nehmen. Aber nicht in den Augen meiner Mutter, die zwar die Zeit abgesegnet, dann aber für sich selbst als unpassend verworfen und mich folglich ohne Absprache aus der Badewanne gebimmelt hat. Bei all der Hektik finde ich natürlich meine Socken nicht, vergesse beinahe das moderne Sklavenabzeichen des Mobiltelefons, und bin um 18.31 Uhr an der Haustür.

Natürlich reicht die Zeit vollkommen aus, auch als am Bahnhof die Automaten streiken und die Schalterbeamtin meint, mich von den Vorzügen einer Bahncard angesichts dieser hoffentlich letzten Bahnfahrt für alle Zeiten überzeugen zu müssen. Und so stehe ich dann am Bahnsteig, pünktlich, abgehetzt und ermahnt, dass man  bei mir immer früher kommen müsse, sonst würde ich nie rechtzeitig sein, und immer auf die letzte Minute schickt sich auch nicht, und überlegte mir: Warum ist das so?

Bild zu: Das nicht existierende Selbstbestimmungsrecht der besseren Kinder

Ich bin jenseits der 40. Ich bin erwachsen. Ich habe eigene Immobilien, ein eigenes Auto und morgen, wenn ich Glück habe, einen Zweitwagen, ich habe einen Beruf und Bücher geschrieben. Ich bin wahrlich nicht mehr jung und bedrohlich nah an dem, was man euphemistisch als “im besten Alter” bezeichnet. Kurz: Ich bin volljährig. Ich darf dem Ministerpräsidenten seine Tätigkeit für einen Vertrieb unsauberer Fonds vorhalten, ich darf wählen und Firmenimperien gründen. Trotzdem wüsste ich auf die Schnelle keinen Lebensbereich, in dem man mir nicht mit Ratschlägen käme, die ich besser befolgte. Oder gleich eine Politik anwendete, die man zwischen Staaten als Fait-accompli oder Kanonenboot-Diplomatie bezeichnen würde.

Und das geht nicht nur mir so. Niemand in meinem Umfeld würde diese matriarchalisch gesetzten Grenzen der Selbstverwirklichung hinterfragen. Das geht hier allen so, besseren Söhnen und Töchtern. Im Übrigen auch meiner Mutter. Denn meine Gossmutter fehlte nie, wenn sie anderer Meinung war zu sagen: Herr bin imma no I. Wenn sie dazu auf den Tischn klopfte, war damit die Diskussion beendet. Auch noch in ihrem 95. Lebensjahr. Und  meine Grossmutter hatte damit natürlich wie immer recht. Der Umstand, dass die Despotie der Grossmutter einer argumentierenden Diktatur der Mütter gewichen ist, ändert nichts an den allerorten anzutreffenden Machtverhältnissen: “Also, Herr Porcamadonna, was sagen Sie zu den Schuhen meiner Tochter. Das kann man doch nicht tragen. Das müssen Sie ihr ausreden.” “Da habe ich ihr gesagt: Kind, Du bist erwachsen, tu was Du willst, ich mische mich da nicht ein, aber…” “Beim besten Willen, Hannerl, das passt nicht zu uns… Ja, Schneck, natürlich ist das Dein Leben. Aber am Ende muss ich…”

Bild zu: Das nicht existierende Selbstbestimmungsrecht der besseren Kinder

Man kennt das. Und das Gemeine ist: Es wird auch genau so akzeptiert. Meine begrenzte persönliche Freiheit erlebte ich vor ein paar Jahren, als meine Eltern die Loireschlösser besuchten und im Haus eine Heizung defekt war. Also rief ich beim alteingesessenen Schornsteinfeger an.

Firma Nissl?

Ja, guten Tag, Porcamadonna hier, Baudenkmal Siewissenschon, bei einer Wohnung im dritten Stock gurgelt der Heizkessel und wärmt nicht mehr richtig, könnten Sie jemanden vorbei schicken.

Jo, I kennt scho… Porcamadonna… ah, se san da Sohn von eanara Muada – hom’Ses iwahabt gfrogt, ob’S des deafa?

Meine Mutter ist in Urlaub, und natürlich darf ich, also bitte, würden Sie…

Oder wenn man etwas will, von dem man weiss, dass ich es ablehnen würde: Ruft man eben meine Mutter an. Die wird es dann ihrem Sohn schon sagen. Es dauert immer ein wenig, bis mir selbst dann klar wird: Das sollte eigentlich nicht so sein. Ist aber so. Als eine gute Freundin sich scheiden lassen wollte, sagte ihre Mutter: Kommt gar nicht in Frage. Das Elend zog sich noch ein Jahr hin. Von der alten Frau B., damals in ihren 90ern, wird berichtet, dass sie ihre an Rheuma leidende Tochter in den 70ern bechied: Arbeite, dann denkst Du nicht mehr daran.

Bild zu: Das nicht existierende Selbstbestimmungsrecht der besseren Kinder

Die Bahnfart nach Frankfurt ist hässlich und schnell wie immer, und die Zeit reicht nicht aus, das Problem zu ergründen; weder die Macht, die hier usurpiert wird, noch die Bereitschaft, das zu akzeptieren. Es is wias is, sagte meine Grossmutter immer. Es fällt einem auch nur in Extremsituationen, plitschnass über den Perserteppich hüpfend, auf, und fraglos meinen sie es auch nur gut, wenn sie ihren Kindern alle Lebenserfahrung und Kompetenz absprechen. “Wenn Du  nur endlich auf eigenen Füssen stehen könntest, könnte ich ruhig sterben” ist auch so ein Spruch, den man sich mit 40 noch anhören muss. Und er beschreibt exakt das System der Herrschaftsabfolge:

Sind nämlich die Vorfahren tot, wächst man selber schlagartig in die Rolle des Befehlshabers hinein. Dann ist man nicht mehr nur der “junge Porcamadonna”, dann ist man der Porcamadonna. Reichlich spät und obendrein sinnlos, denn bei der niedrigen Vermehrungsrate gibt es nur wenige, die man noch herumscheuchen könnte.  Die Chancen also stehen gut, dass diese bessere Gesellschaft ohnehin ausstirbt und damit die Gesetze der Despotie mit in die Gräber nimmt, und bessere Söhne werden nach Frankfurt fahren können, ohne Angst haben zu müssen, ihre Mütter könnten die Drohung wahr machen und ihre Abwesenheit nutzen, mitsamt der Putzfrau in ihrer Wohnung einzufallen und die verlotterte Junggesellenbude unter Verletzung aller Intimsphären einmal so richtig sauber zu machen. Denn putzen kann er natürlich auch nicht. Auf den Bildern ist Staub! Alles muss man ihm machen. Der bräuchte ein gescheite Frau. Aber nicht so eine wie die Iris oder die Susi, denn die sind auch soichane, wie man von deren Müttern hört.

 

Veröffentlicht unter: Elite, Tradition, Aufzucht, Stadtpalast

  Weitersagen Kommentieren Empfehlen Drucken
 

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Lesermeinungen zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 6000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung der Lesermeinung weisen wir am Beitrag den Klarnamen des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Lesermeinungen von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Lesermeinungen zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Weitere Artikel

Datenschutzerklärung

Allgemeine Nutzungsbedingungen von FAZ.NET und seinen Teilbereichen

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Lesermeinungen automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden
Lesermeinungen zu diesem Artikel (87)
Sortieren nach
0 Eigenständiger 17.06.2009, 09:09 Uhr

Ja, das sind die Nachteile,...

Ja, das sind die Nachteile, wenn man sich auf den Lorbeeren (und Silberlingen) der Vorfahren ausruht. Fühlen sie sich eigentlich männlich, so generell?

0 donalphonso 17.06.2009, 09:14 Uhr

Eigenständiger, fühlen Sie...

Eigenständiger, fühlen Sie sich neidisch, so generell, oder ist es nur hier?

0 donalphonso 17.06.2009, 09:18 Uhr

Um das gleich noch...

Um das gleich noch klarzustellen: Geistig Minderbemittelte, die aus Streublumenmuster und Mahagonitischen meinen intime Rückschlüsse auf andere Menschen ziehen zu müssen, sollen einfach etwas anderes, Ihren Fähigkeiten Angemessenes lesen.

Erstaunt mich immer wieder,...

Erstaunt mich immer wieder, wie nah sich doch der bayrische und der österreichische Dialekt manchmal sind. Stimmt halt offenbar doch: Bayern ist der missglückte Versuch Gottes, aus den Preussen Ösis zu machen...

0 donalphonso 17.06.2009, 09:23 Uhr

Komisch, bei uns meint man,...

Komisch, bei uns meint man, dass Österreicher Bayern sind, die zu viel Balkan abbekommen haben.

Porcamadonna?? Das ist doch...

Porcamadonna?? Das ist doch erstens gar nicht spanisch sondern italienisch, und was sollte "Balkendame" oder gar "Saudame" denn bedeuten?? - Ja, fuer die Eltern ist man immer Kind, da aendern die Jahre gar nichts, porca miseria! - Doch hoffe ich wirklich dass es nicht Ihre letzte Bahnfahrt war, Don Alphonso - es scheint, diesmal war es angenehmer als beim letzen Mal! Mit Spannung erwartet man 13 Uhr in Frankfurt/Main! - Eine huebsche Dame ganz links oben im ersten Photo :)

0 kittykoma 17.06.2009, 09:31 Uhr

erwachsen ist ein mann in den...

erwachsen ist ein mann in den augen der mutter erst, wenn er verheiratet ist und kinder hat. dann kann sie die ehefrau bevormunden und die enkel verwöhnen.

0 donalphonso 17.06.2009, 09:34 Uhr

Kittykoma, da bevorzuge ich...

Kittykoma, da bevorzuge ich doch die bekannte Diktatur vor dem aus dem Ruder laufenden, juvenlien Vandalensturm und der Plünderung durch Scheidungswalküren. . cao Ky, es war wenigstens nicht so voll.

0 Karin Minkmann 17.06.2009, 09:40 Uhr

Woran liegt es eigentlich,...

Woran liegt es eigentlich, dass aus den besseren Töchtern keine bessessenen Mütter werden? Warum sind Iris und Susi auch "soichane" aber "nisowi I"?

Lieber Don Alphonso, also das...

Lieber Don Alphonso, also das mit dem Porcamadonna moechte man vielleicht doch noch mal weiter verfolgt sehen ... wer Signor Porcocaposquadra ist wissen Sie vielleicht ;-)

0 langhaariger Bombenleger 17.06.2009, 09:47 Uhr

Des sog i dir glei - mit mir...

Des sog i dir glei - mit mir macht er des ned. Wieso wollen die Oidn immer durchregieren? Da sind ja die Bauern noch schlauer - die hobn die Austragshaisl - und gut is. Also: Berlin - gleich morgen früh

0 donalphonso 17.06.2009, 09:47 Uhr

Scheidung, keine Putzteufel,...

Scheidung, keine Putzteufel, kein Kinderwunsch, keine festen Beziehungen, das ganze Programm unsteter Lebensweise (ohne Patchworkfamilie)

0 Don Ferrando 17.06.2009, 09:48 Uhr

Werter Vetter, ich frage mich,...

Werter Vetter, ich frage mich, ob Eure Mama Eure Ehe- und Kinderlosigkeit als ihr eigenes Erziehungsversagen auffasst oder es als freie Entscheidung eines autonomen Menschen erkennt?

Wehrter Don, das Ihre Mutter...

Wehrter Don, das Ihre Mutter noch die Hände über Sie hat, ist ein feiner Zug von Ihr. Eines Tages und hoffendlich noch in weiter Ferne werden Sie Ihre Bilder abstauben und dann darüber nachdenken wie " toll" es doch früher war. Und sein Sie ehrlich zu sich selbst, Sie erwarten es auch ein wenig von Ihrer Mutter und geniessen hoffendlich. Denn sonst währe doch dieser Beitrag nicht so vollendet enstanden. Herzlichst P.

tja ich glaube Max Frisch war...

tja ich glaube Max Frisch war es , der schon feststellte: Richtig Erwachsen wird man erst mit dem Tod der Eltern.

Die patria postestas kann eben...

Die patria postestas kann eben immer nur in den Händen einer Person liegen – und das ist anscheinend in dem Fall weniger der pater als die mater familias ...

0 freelancer 17.06.2009, 10:20 Uhr

"Scheidungswalküren" gibt es...

"Scheidungswalküren" gibt es nicht mehr, vgl. Neufassung §§ 1570 ff. BGB.

0 kleinerberg 17.06.2009, 11:12 Uhr

einmal mutter,immer...

einmal mutter,immer mutter. man kann es nicht abbestellen-zum glück. ich hoffe ja daran zu lernen.

"Richtig Erwachsen wird man...

"Richtig Erwachsen wird man erst mit dem Tod der Eltern." Als Max Frisch das geschrieben hat, wurden die meisten Leute nicht so alt. Heute gibt es häufiger die Zwischenstufe "Eltern werden zu Kindern". Dann hat man Zeit darüber nachzudenken, ob es vorher nicht besser war. Die meinen kamen zum Beispiel 30 Jahre lang selber mit ihren Mietern klar, vor fünf Jahren wurde das schlagartig meine Aufgabe.

@kittykoma: Ich kenne Fälle,...

@kittykoma: Ich kenne Fälle, da sind die Kinder auch nach der Heirat noch nicht erwachsen... Und schon gar nicht, wenn es um die Erziehung der Enkel geht. . @Thomas Strobl & Don: Interessant wird es, wenn man noch Freiburg im Breisgau hinzu nimmt. Die reden wie die Vorderösterreicher, haben ein Stadtwappen mit österreichischen Farben, fühlen sich aber als Nabel Badens. Österreicher und Bayern sind im übrigen sehr eng verwandt, hat doch die Wittelsbacherin Sissi ihren Cousin 1. Grades geheiratet.

"...und bessere Söhne werden...

"...und bessere Söhne werden nach Frankfurt fahren können, ohne Angst haben zu müssen, ihre Mütter könnten die Drohung wahr machen und ihre Abwesenheit nutzen, mitsamt der Putzfrau in ihrer Wohnung einzufallen und die verlotterte Junggesellenbude unter Verletzung aller Intimsphären einmal so richtig sauber zu machen. Denn putzen kann er natürlich auch nicht. Auf den Bildern ist Staub! Alles muss man ihm machen. Der bräuchte ein gescheite Frau. Aber nicht so eine wie die Iris oder die Susi, denn die sind auch soichane, wie man von deren Müttern hört. + Göttlich! In die Wohnung einzufallen... Das habe ich meiner Frau Mama von Anfang an unmöglich gemacht.

don. man kann einer solchen...

don. man kann einer solchen porca misèria immer gut ins ausland entkommen. ...und wenn man sich dann noch des 'modernen sklavenabzeichens' entledigt - bzw das eine nur selten und das andere noch seltener eingeschaltet hat... ... (btw. schreib doch bei gelegheit mal etwas zu phaenomenologie des 'handys')

Oha! Am Ende ist dieser Blog...

Oha! Am Ende ist dieser Blog also das Dampfdruckventil der bevormundeten Realität. Nebenbei bemerkt. Sprach da aus dem Blog zum Georg III. dann letztlich Ihre Mutter durch Sie? Und in Ermangelung des eigenen bevormundbaren Sprösslinge bleibt ihnen wohl nur ihre Leserschaft. Wie amüsant ...

0 maria-theresia 17.06.2009, 12:53 Uhr

Ich stieß erst kürzlich auf...

Ich stieß erst kürzlich auf Ihren Blog und das Lesen der - zumindest letzten (ich bin in Wien zuhause) - Betrachtungen fühlte sich an wie ein Nachhause-Kommen. Könnten Sie nicht auch einmal darüber sinieren, dass die Stützen der Gesellschaft auch die Stützen der Kultur sind? Z.B. der Sprachkultur durch Verweigerung von "lecker" und "Snack" oder der Handwerkskultur durch Stammkundschaft bei Sattlern und Vergoldern oder darüber, daß man Fahrrad selbst 280 km weit auch ohne Helm und "Dress" fahren kann? Kurzum, ich wünschte, Sie hätten noch viel zu tun. Nur Ihr persönliches Manifest der Ehe- und Kinderlosigkeit halte ich für eine Sackgasse, was ja eigentlich niemanden etwas angeht. Aber mit diesem Hintergrund ist alles zungenfertige Zündeln nur kapriziös-kultivierte Theorie. Und das finde ich schade, mit Verlaub.

Das ist nun freilich nicht den...

Das ist nun freilich nicht den besseren Kreisen vorbehalten.

Aha, jetzt werden also bereits...

Aha, jetzt werden also bereits ödipale Defekte als Signum (fast hätte ich Sigmund geschrieben) der »besseren Gesellschaft« gewertet. Sind Sie sicher, dass es sich bei Ihrem Umfeld nicht eher um eine »bessere Parallelgesellschaft« handelt?

0 elbsegler 17.06.2009, 13:24 Uhr

Da geht es den Leuten wie den...

Da geht es den Leuten wie den Menschen. Kind bleibt Kind. Das ist nun mal so. Sie ersparen ja der nächsten Generation diese Erfahrung. Schade eigentlich.

@maria-theresia Geben Sie...

@maria-theresia Geben Sie sich keinen Illusionen hin. Sie bewahren im besten Fall das Alte, nein es ist nicht zwingend das Bessere! Kultur ist immer aber auch Veränderung, dass die "bessere" Gesellschaft dazu weder Beitrag leistet noch daran teilhat wurde hier schon in aller breite beschrieben. Viel Spaß beim Nachziehen!

@ GRS2: Freilich weitgehend....

@ GRS2: Freilich weitgehend. Denkens nur net, dass Kevin oder Murat so flink auf Mutter hören.

Interessanter Beitrag, kleiner...

Interessanter Beitrag, kleiner Tippfehler im Zitat: .

@kittykoma: Da ist was dran....

@kittykoma: Da ist was dran. Ich kriege den genauen Wortlaut nicht mehr zusammen, aber sinngemäß hat Esther Vilar es mal so ausgedrückt: Erst wenn der Sohn in die dauerhafte Obhut einer anderen Aufpasserin (oder Sklavenhalterin, je nachdem) gegeben ist, sieht die Mutter ihr Werk als getan.

0 maria-theresia 17.06.2009, 15:43 Uhr

@denken: Das ist ja die...

@denken: Das ist ja die Tragödie dieser Zeit, das die Menschheit allein Veränderung schon für Kultur hält. Die Verarmung des Wortschatzes, der Verlust der Sinnlichkeit des Alltags ist definitiv ein Rückschritt. Das sich in diesen immer enger werdenden Ausdrucksformen auch eine geistige Verflachung breit macht, fällt nur denen auf, die eine Bandbreite brauchen. Fragen Sie mal die Leute spontan nach anderen Ausdrücken für 'lecker', sie werden Verlegenheit und Stottern erleben. Und die Unkultur der Uniformierung nicht nur im Gewand, wie der Österreicher so passend sagt, schreit einem auch die real existierende Trostlosigkeit der Fantasie entgegen. Angesichts der geistigen Möglichkeiten unsere Speziees ist die allgemeine Lebensform eine Verschwendung von natürlichen Nuancen und Zwischentönen. Sich dieser stumpfen Lemmingen-Sucht nach dem Verschwinden in der Masse nicht anzuschließen, bedeutet der Vielfalt wenigstens hier und da noch ein Fähnchen hochzuhalten.

0 donalphonso 17.06.2009, 16:52 Uhr

Bin gerade am Auto - alles...

Bin gerade am Auto - alles Bestens. Antworte später.
.

ein befreundeter psychologe,...

ein befreundeter psychologe, dem ich einmal die misere eines befreundeten junggesellen beschrieb, der sich der bedrückenden beeinflussung durch seine mutter, die zudem noch im selben haus wohnte, nicht zu erwehren wusste, weshalb ihm seine freundinnen nach einer kurzen weile immer wieder abhanden kamen, antwortete nach einer denkpause knapp: "bei dem muss mutter halt erst sterben, bevor er eine dauerhafte beziehung eingehen kann."

Sehr geehrter Hr....

Sehr geehrter Hr. Alphonso, es ist mir immer ein stilles vergnügen Ihre Beiträge zu lesen und auch die entsprechenden Kommentare dazu. Dass ich bisher noch keinen Beitrag zu ihren Artikeln gemacht habe liegt wohl daran, dass ich ein stiller Geniesser bin. Bei ihrer Erziehung hat Frau Mutter vollen Erfolg erzielt! Das ist wie eine militärische Ausbildung, sie werden geschliffen und zurechtgestutzt bis sie so sind wie sich Frau Mutter ihren Sohn wünscht. Sicher die eine oder andere Eskapaden lässt sie ihnen durchgehen, aber im großen und ganzen hat die Indoktrination funktioniert. Hätten sie gewollt, es wäre ihnen möglich gewesen diese Erziehung zu boykottieren/sabotieren. So aber haben sie sich dieser Erziehung gefügt, aus welchen Beweggründen auch immer und geniessen nun deren Vorzüge (ich sehe mehr Vorzüge darin als Nachteile). Da kann man die eine oder andere Unannehmlichkeiten schon verkraften und ein wirkliches Problem scheinen sie am Ende mit der Kanonenboot-Politik ihrer Frau Mutter auch nicht zu haben. Sicher, es ist, wie sie schreiben, etwas verwirrend wenn man als gestandenes Mannsbild solchen Attacken fast hilflos gegenübersteht, aber diese kommen ja nur von ihrer Frau Mutter und böse können sie ihr deswegen wohl auch nicht wirklich sein (?). Ich selbst bin kein Abkömmling von Eltern aus der besseren Gesellschaft, im Gegenteil, meine Wurzeln reichen fast bis in die Gosse der Gesellschaft. Trotz meiner Herkunft bin ich aber, was Anstandsregeln und Verhalten an geht, der besseren Gesellschaft zugetan. Woher dies kommt kann ist mir ein Rätsel. Ich bin zu meinen 7 Geschwistern, was Verhalten und Ansichten betrifft, so verschieden wie man es nur sein kann. Mit freundlichen Grüßen ein P.S. Ich bin nicht im Besitz einer Homepage und muss gestehen, dass mir auch nicht wirklich daran liegt solch eine anzuschaffen. Meine Email: t.lenz63@gmx.de Bitte diese nicht in ihren Blog mit übernehmen

0 michael1366 17.06.2009, 19:45 Uhr

Vor die Wahl gestellt ein...

Vor die Wahl gestellt ein betüdelndes Muttertier mit hohem Nervfaktor bis in die besten Jahre zu ertragen, die einem aber auch das ein oder andere an grundsätzlichem Benehmen und gerader Sitz- und Geisteshaltung mitgegeben hat, oder eine geistig wie wirtschaftliche Prekariatsdrohne, deren Erziehungsauftrag im Abstellen der Nachkommenschaft vor Glotze und deren Benimmregeln beim unfallfreien Aufreißen der Chipstüte endet, fällt mir zumindest die Wahl nicht schwer

Der Sunbeam faehrt, hurrah!!! ...

Der Sunbeam faehrt, hurrah!!! Yi feng fan shun!!!!!!!!!!!!

0 donalphonso 17.06.2009, 21:31 Uhr

Paulchen, wenn man es nicht...

Paulchen, wenn man es nicht anders kennt - ich begreife es ja auch nur beim Sprint vom bade zur Sprechanlage. . Don Ferrando, ich denke, meine Mutter weiss um die Probleme des Kinderhabens und verstaht daher meine Haltung.

0 donalphonso 17.06.2009, 21:38 Uhr

Jan, cherchez la...

Jan, cherchez la femme! . freelancer, das Gesetz ist das eine. Die üble Nachrede, wenn man nicht passend versorgt, ist das andere, siehe Seehofer.

Werter Don, Mütter kann man...

Werter Don, Mütter kann man nicht aufhalten! Genießen Sie Ihre Anwesentheit so lange Sie Können. Fehlen werden Sie uns den Rest unseres Lebens! Frau Mama wird der Wagen gefallen! Grüße FS

Werter Don, Mütter kann man...

Werter Don, Mütter kann man nicht aufhalten! Genießen Sie Ihre Anwesentheit so lange Sie Können. Fehlen werden Sie uns den Rest unseres Lebens! Frau Mama wird der Wagen gefallen! Grüße FS

0 donalphonso 17.06.2009, 22:03 Uhr

FS, meine Mutter hat mich...

FS, meine Mutter hat mich bereits wissen lassen, ich solle den Wagen keinesfalls mit nach hause bringen. . slbvic1, da ist wohl wirklich was dran.

0 donalphonso 17.06.2009, 22:11 Uhr

il-nonno, die Frauen in meiner...

il-nonno, die Frauen in meiner Familie überleben die Männer immer, sind zaach wie Nägel und geistig immer voll da. Keine Chance, dem Gesetz (ausser durch frühen Tod) zu entgehen. . cvs, nanana, es wurden zu Straubing manche schon aus geringerem Anlass gevierteilt. Man gibt ja nur ungern zu, überhaupt mit den Oberpfälzern zusammen zu gehören - d'Eesis sind nochmal eine ganz andere Nummer, derentwegen ich ja auch eine abgemauerte Transitstrecke nach Italien als geschäftsmodell ins Auge fasse, wenn ich einmal nicht mehr bei der FAZ im Internet suabermache.

0 donalphonso 17.06.2009, 22:16 Uhr

abf, gerne. Dazu muss ich aber...

abf, gerne. Dazu muss ich aber erst mal Miliöstudien betreiben. . Vroni, einmal war ein guter Freund zu Gast in der Gästewohnung. Er stand auf und wusste nicht, ob er einfach bei mir eintreten könnte, schliesslich hatte ich noch lange gearbeitet. da kam meine Mutter, fragte, was er tat, er sagte es, und sie meinte, ich hätte genug geschlafen, kam herein und warf mich aus dem Bett, schlieslich sei es unhöfloich, den Gast um diese Tageszeit noch kein Frühstück zu geben. So ist das nun mal.

0 dunnhaupt 17.06.2009, 22:17 Uhr

Ganz besonders gut wirkt die...

Ganz besonders gut wirkt die mütterliche Schuld-Methodik: "Aber natürlich kannst Du an die Riviera reisen, meine lieber Junge. Vergnüge Dich nur, und mach Dir keine Sorge um Deine gebrechliche alte Mutter. Ich werde mich schon irgendwie behelfen." -- Man beachte das besonders effektive "irgendwie".

0 donalphonso 17.06.2009, 22:20 Uhr

Das geht bei uns viel...

Das geht bei uns viel einfacher: "DU hast es gut."

Ohne Frauen wären wir...

Ohne Frauen wären wir zivilisatorisch längst am Abgrund. Habe mal meine Großmutter, mittlerweile seilig, besucht und danach wurde meiner Mutter recht resolut vorgeworfen, dass mein Anzug nicht geplättet, also so was wie nicht gebügelt gewesen wäre. Ich war damals schon länger aus dem Haus, den Anzug hat Mutter niemals gesehen, aber seitdem achte ich sogar bei meiner Mutter, bei der ich als Punk ausgezogen bin, auf korrekte Garderobe.

Ja mei, was gefällt denn an...

Ja mei, was gefällt denn an dem kleinen Schmuckstück nicht?

0 donalphonso 17.06.2009, 23:00 Uhr

Die Farbe. Meine Mutter bekam...

Die Farbe. Meine Mutter bekam mit 18 einen ebenfalls dunkelgrün-hellgrünen Käfer Cabrio. Wenn es regnete, musste sie den Regenschirm aufspannen. Unter dem Verdeck. Das prägte. Ausserdem meint sie, dass zwei Autos bei einem Alleinstehenden, der kaum Autos fährt, eine Verschwendung sind. . schusch, zu so einer Grossmutter kann man nur gratulieren!

Lieber Don, ab einem gewissen...

Lieber Don, ab einem gewissen Alter (je nachdem, wie wichtig Ihnen ihre Freiheit ist) ist Erziehung eine Sache der Gegenseitigkeit. Tipps für Strategien der Mütter entnehmen Sie bitte dem Buch "How to be a yewish mother" von Dan Greenberg. Mit diesem Wissen ausgerüstet, sollte es Ihnen nicht mehr schwer fallen "Waffengleichheit" herzustellen, um in den Genuß Ihrer Freiheit (und der damit verbundenen Verantwortung für das eigene Leben) zu kommen. - Stillschweigende Vorraussetzung ist natürlich, dass Sie das wollen... MfG slj

0 bluecotton 18.06.2009, 01:43 Uhr

Pitigrilli war lesenswert,...

Pitigrilli war lesenswert, danke

0 Muttersöhnchen 18.06.2009, 03:18 Uhr

Warum hat Ihre Mutter...

Warum hat Ihre Mutter eigentlich keinen Schlüssel? Dann müsste sie nicht läuten.

@schusch: Meine Mutter warf...

@schusch: Meine Mutter warf uns Kindern - hauptsächlich uns 3 Jungs - nach einem Besuch bei ihren Eltern immer vor, völlig verkorkst zu sein. Könnte aber unter anderem daran liegen, dass sie sich ungern mit ihrer Mutter vergleichen ließ, zum Beispiel bei der Zubereitung des Mittagessens. Und inzwischen? Werfe ich ihr vor, die selben Fehler zu machen, die bei ihr von ihrer Mutter begangen wurden. . @don: Franz Josphs und Elisabeths Mütter waren Schwestern. Biodiversität war im europäischen Hochadel nicht sonderlich erwünscht. (Bin ich froh, dass meine 16er Reihe nicht rein ist...)

@Thomas Strobl die in...

@Thomas Strobl die in Österreich gesprochenen Dialekte gehören zu den bairischen Dialekten. Daher die Ähnlickeit. s. auch hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Bairische_Dialekte

Wahrscheinlich ist eine...

Wahrscheinlich ist eine wirtschaftliche Voraussetzung für den mütterlichen Kontrollwahn, den es ja auch in der Mittelschicht gibt, dass die Mutter keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, sondern ihre meist beträchtlichen Energien auf Haus, Familie, Kindererziehung, Kultur und Wohltätigkeit konzentriert. Voll berufstätige Frauen müssen ihrem Nachwuchs mehr Freiraum lassen.

Auch Müttern kann der einen...

Auch Müttern kann der einen oder andere Zahn gezogen werden. Aber nicht von kleinen Cavalier.

Grüß Gott Don Alphonso und...

Grüß Gott Don Alphonso und herzlichen Glückwunsch zur neuen Fahrbereitschaft. Ich habe Ihren Beitrag wie immer mit viel Vergnügen gelesen und finde, dass Sie im Eifer des erzwungenen Perserteppichgießens ein wenig ungerecht geworden sind. Denn das, worüber Sie (in genannter Situation zurecht) lamentieren ist im Grunde nur der letzte zaghafte Versuch, die verschwundene ehrwürdige "Chaperone"- Institution in stark abgeschwächter Form über die Zeiten zu retten. In meiner Familie war es z.B., so die Anekdote, Aufgabe älterer Tanten, Großmütter und Großtanten, bei einem Ball am Rande der Tanzfläche möglichst wortkarg Platz zu nehmen, der Jugendversammlung vor Augen ein eins a Soziogramm im Geiste zu verpassen und sie zugleich permanent auf moralische Sauberkeit zu inspizieren. Das gab dann einerseits genug Tratschmaterial und Werweissen bis zum nächsten gesellschaftlichen Anlass, andererseits jedoch erfüllten sie, vielleicht sogar ohne es bewusst wahrzunehmen, sowas wie die Rolle eines Dancing-Piecrust-Tables :-) für Umgangsformen und einwandfreie Haltung des Nachwuchses. Der Ausfall dieses oder ähnlich institutionalisierter Wächterräte muss eben auch noch in der Erziehung kompensiert werden, denken pflichtbewusste Mütter leider oder zum Glück. Es kommt wohl auf die Dosierung an.

0 bluecotton 18.06.2009, 11:21 Uhr

wenn man die familiären...

wenn man die familiären Verflechtungen in Ihren Beiträgen nachvollzieht, dann müsste man die Norm des selbständigen, freien Individuums anfangen als eine hypothetische, wissenschaftlich definierte Konstellation zu begreifen. Ich vermute, dass der Wunschzustand vieler in Selbsthilfegruppen (Partnerschaft, Fobien etc.), also der Sprung in die Freiheit, den man mit viel Konsens befürwortet etwas aktionistisches haben kann. Zum Beispiel, auch Gender Study Literatur (Frauenprobleme, Medikamentensucht), Fall Studien, stützen sich auf der Fähigkeit des Individuums sich in der Gesellschaft zu emanzipieren. Das impliziert, dass man für sich selbst sorgen kann und sein Leben im weitesten Sinne meistern und gestalten kann. Ist das freiheitsideologische Selbstbedienung?

0 donalphonso 18.06.2009, 12:49 Uhr

bluecotton, ich glaube absolut...

bluecotton, ich glaube absolut nicht an ein gebebenes freies Individuum, Schon gar nicht in einer bürgerlichen Gesellschaft, und besonders nicht, weil alle Alternativen noch weniger lässig sind. Was bleibt einem schon anderes übrig, als die Regeln zu modifizieren?

@cvs: Was hat man unter der...

@cvs: Was hat man unter der "Biodiversität" Ihrer "nicht reinen" "16er Reihe" zu verstehen? Sind Bürgerliche so was ähnliches wie Gelbbauchunken?

0 elbsegler 18.06.2009, 16:50 Uhr

Wenn Sie so in Ihrem neuen...

Wenn Sie so in Ihrem neuen Spielzeug namens Sunbeam sitzen (um das ich sie aufrichtig beneide!), könnte Ihnen dämmern, warum Söhne von ihren Müttern zeitlebens wie Kinder behandelt werden.

Papa-Mama-gestört Das ist ja...

Papa-Mama-gestört Das ist ja das perverse, das raffinierte, am Patriarchat, das es der „Mama“ die Ausübung überlässt, zumindest innerhalb der Heiligen Familie. Im Ergebnis sind die Jungs in aller Regel „Mama-gestört“, und all zu oft die Mädels „Papa-gestört“. Letzteres scheint ein paradox, was aber darauf zurück zu führen ist, dass sich in der Beziehung zwischen Vater und Tochter noch einmal das Patriarchat schiebt – doppeltes Patriarchat der Tochter gegenüber also. Dadurch dass die Tochter die Mama zu ersetzen sucht, bekommt sie nicht nur die Wut der Mama, sondern auch die ganze Wucht des männlichen Unterdrückungsapparats zu spüren, ohne Delegationsventil. Daher sind es oft die Töchter, besonders die aus den besseren Häusern, die an „Hysterie“ (heute differenziert man da in Neurosen und Psychosen) leiden. Der gute Freud dachte da immer an sexuelle Fantasien, was die aber nicht wirklich sind, sondern Rollenspiele (man denke da mehr an die Spiele mit Puppen als die Mama-Papa-Spielchen der Kleinen), die natürlich auch eine sexuelle Komponente haben (können). Zur Mama stehen sie in Konkurrenz und daher zu Papa in einer Art geistigem Konkubinat. Sie denken sich alle, sie wären die bessere Mama, wo doch der Papa das Problem ist, und die Mama (auch nicht die in der Tochter) eben nicht die Lösung. Und die „schlechten Söhne“ sind daher oft – analog zu den guten Mädels – doppelt gestört. Einmal als Mamasöhnchen, ein andermal als Konkurrent zu Papa. Da ist er, der mythische Konflikt, der Ödipussi! Papa mag solche Bengels natürlich nicht und vertreibt sie – naja, oft nur geistig. Und Söhnchen möchte den Papa am liebsten umbringen, und mit Mama stiften gehen. Und Mama? Ja diese erkennt plötzlich ihr Leid im Patriarchat und hält sich an den Sohn, den einzigen Mann, den sie an ihrer Seite noch ertragen kann. Manchmal läuft das ganz streng nach diesem Konzept. Dann klebt das Söhnchen ewig an der Mama, wie die Mama an dem Söhnchen. Glück für all diese Geplagten, wenn da noch eine Oma ist, die dann diese Konflikte etwas dämpft oder auf sich nimmt. Das ist aber keine Generallösung, denn wenn Oma Mama spielt, dann wird’s ganz übel, weil sie nämlich dann das alte Patriarchat gegen das jeweilig jüngere gleich mit spielt. Interessantes Detail am Rande: in vielen Sprachen, wie zum Beispiel im persischen, gibt es keinen Unterschied zwischen Mama und Großmama, oder Papa und Großpapa, da wird bestenfalls noch unterschieden zwischen den Verwandten in der männlichen, bzw. weiblichen Linie. Was darauf hin zu weisen scheint, dass sowohl das Matriarchat als auch das Patriarchat in einer merkwürdigen Verbindung zu einander stehen. In den Verwandtschaftsbeziehungen des 2. Grades dominiert die matrilineare Linie. Ansonsten scheint der älteste „Papa“ der unangefochtene Platzhirsch zu sein (und die älteste Mama, dessen Zugeordnete), was darauf schließen lassen könnte, dass das in früheren Zeiten auch mit sexuellen Rechten und Pflichten einher gegangen sein könnte, was auf einen ganz realen Hintergrund für den Ödipuskonflikt verwiese.

Je länger ich diesen Blog...

Je länger ich diesen Blog verfolge, desto weniger erstrebenswert erscheint es mir, der gehobenen Gesellschaft anzugehören. Bildung, Kultur, Umgangsformen und ökonomischen Erfolg kann ich auch ohne reaktionäre bzw. veraltete Ansichten, einen unzeitgemäßen Verhaltenskodex und "ödipale Komplexe" haben. Dies ist keine Kritik an der Person des Autors.

0 donalphonso 18.06.2009, 19:46 Uhr

Ich muss mich für meine lange...

Ich muss mich für meine lange Abwesenheit entschuldigen: Nicht nur, dass ich mit dem Sunbeam 4 (!) Mal liegen geblieben bin - zu allem Unglück war auch die mir beim Freischalten behilfliche Person mit im Automobil. Wenigstens hatten wir Tee und Torte dabei.

0 Grimaldeli 18.06.2009, 22:11 Uhr

EIGENSTAENDIGER & LESER: Si...

EIGENSTAENDIGER & LESER: Si tacuisses, philosophus mansisses

0 Grimaldeli 18.06.2009, 22:20 Uhr

"Wenn du noch eine Mutter...

"Wenn du noch eine Mutter hast, dann danke Gott und sei zufrieden! Nicht jedem auf dem Erdengrund ist dieses grosse Glueck beschieden!" Den Satz kenn ich noch von meiner Grossmutter!

@ Don Tritt nicht auch einmal...

@ Don Tritt nicht auch einmal eine Situation ein, in der die Eltern einen Rat suchen weil sie sich in einem Sachverhalt nicht ausreichend zurechtfinden? Welche Haltung nehmen Sie dann gegenüber dem um Auskunft gebetenen Sohn ein? Wird dann vergleichbarer Respekt geübt? Werden die gesellschaftlichen Rollen kurzristig getauscht?

Guten Morgen, lieber Don...

Guten Morgen, lieber Don Alphonso! 4x Panne? Man ist sehr gespannt zu lesen, was da alles kaputtgegangen ist! Ihren naechsten Blog erwarte ich daher sehr gerne. Ob dem alten britischen Herrn so etwas auch auf den Ausfahrten nach Brighton passiert ist? - Da wird es wohl noch etwas gegenseitiges Gewoehnen zwischen Ihnen und dem Sunbeam beduerfen, bis Sie ihn ueber die Alpen in ihr geliebtes Italien mitnehmen!

0 donalphonso 19.06.2009, 07:37 Uhr

Ein lumpiger...

Ein lumpiger 2-Euro-Kondensator im Lucas-Zündverteiler. . Man sagt in England ja "Lucas - the prince of darkness".

;-) !! Das mit dem...

;-) !! Das mit dem Lucas-Zitat trifft voll ins Schwarze! Doch freue ich mich dass es nichts Schlimmeres war.

0 donalphonso 19.06.2009, 08:19 Uhr

Nun...

Nun ja:
.

.
Mehr hier:
.
rebellmarkt.blogger.de/.../1429149

0 Grimaldeli 19.06.2009, 08:23 Uhr

Cher Don Alphonso! Ein Trost:...

Cher Don Alphonso! Ein Trost: Seit die englischen Marken im deutschen Besitz sind, ist zwar die Zuverlaessigkeit gestiegen, aber diese besondere Ausstrahlung ist halt auf der Strecke geblieben.

0 donalphonso 19.06.2009, 08:24 Uhr

codizil, eher nicht. Manchmal...

codizil, eher nicht. Manchmal schon, aber in der Regel sind beide Generation bockig und wollen, dass der andere zu eben jenem Arzt geht, zu dem er selbst natürlich nie gehen würde.

0 donalphonso 19.06.2009, 08:26 Uhr

Grimaldeli, man nennt es...

Grimaldeli, man nennt es "Dying with Dignity". Tatsächlich gibt es kaum eine stilvollere Art liegenzubleiben, als mit einem alten Briten.

Vielen Dank fuer den Link zum...

Vielen Dank fuer den Link zum rebellmarkt. Da gibt es so viele schoene Bilder vom Sunbeam und man kann auch mehr ueber Sie erfahren. So war es also diesmal nicht die Copilotin, sondern Ihr Freund Holgi, der Sie begleitet hat. Es spricht fuer Ihre erwaehnte Toleranz dass Sie mit einem bekennenden Weintrinker Tee und Kuchen teilen koennen. - Das Plakat ganz unten links dort ist allerdings geschmacklos, wenn man an die flaechendeckende Bombenzerstoerung Ihrer deutschen Staedte durch "Bomber Harris" (mit Denkmal in London) denkt. Und Rottach-Egern wuerden wohl selbst Sie nicht in Schutt und Asche legen wollen!

0 donalphonso 19.06.2009, 08:53 Uhr

Rottach zerbomben? Niemals!...

Rottach zerbomben? Niemals! ich bin aber sehr für eine Auffaltung der Voralpen mit gleichzeitiger Absenkung des Südufers mit Überflutung von Rottach. Im Ernst: An Rottach hängt mein Herz nun so gar nicht. Und die Copilotin war auch dabei.

0 Grimaldeli 19.06.2009, 09:03 Uhr

Wir haben sehr viele "alte...

Wir haben sehr viele "alte Schoenheiten" in unserer Region. Aber die Briten sehe ich doch eher selten eine Panne haben. Meist sind sie italienischer Provenance! Aber selbst im Pannenfall sind sie alle gleich schoen anzusehen!

Na, zum 30. Juni wuenscht man...

Na, zum 30. Juni wuenscht man sich von Ihnen einen Blog zu Bad Wiessee, nachdem Sie sich vorher noch mal Luchino Visconti's La caduta degli dei (1969) auf dem laptop angesehen haben :-)

@leser. - das ganze hier ist...

@leser. - das ganze hier ist natuerlich schon etwas ueberzeichnet und es ist auch nen bisken 'punk'. - 'gesellschaftspunk' - wie mancher so was gerne nennt. nicht ganz gumball3000, nicht ganz steampunk, eher son bisken die bedaechtig misantrophische herrentorte bei widerwaertig guter laune. ich vermute, der don hoert es nicht gerne, aber er erscheint mir deutlich weniger als der kotzbrocken, fuer den ich ihn am anfang hielt. das hier ist kein spiegel der 'besseren kreise'. es sind manchmal radikale ausmalungen und bisweilen originelle beobachtungen, die das kollektiven bewusstseins eines gewissen milieus und eines gewissen typus mensch zum klingen bringen. so lustig, so irrelevant, so vorgestrig und zickig wie das automobil in obigen bildern. besonders amuesantes manifestiert sich auch haeufig in den kommentaren. "wie man in ihren kreisen so lebt, werter alphonso, was man da so denkt und tut... ich muss schon sagen: dass sie uns diese schoenen einblicke gewaehren ... herrlich, herrlich, herrschaftlich fuer wahr." dieser 'vorauseilenden gehorsam' und die braven ehrerbietung mancher kommentatoren... das ist schon eine kleine soziologische sensation.

Auf jeden Fall sind alle...

Auf jeden Fall sind alle gespannt, wie die Fahrt in die Heimat verlaufen ist. Hat sich denn die werte Frau Mama schon geäußert? Oder gehört die anfängliche, technische Unzuverläßigkeit zu den Themen, zu denen sie keine Meinung haben muss - und somit auch nichts davon erfährt? . Und an den Fragesteller: Was haben Gelbbauchunken mit aristokratischem Standesdünkel zu tun?

Mensch abf, das ist doch ein...

Mensch abf, das ist doch ein feines Blog aus dem Don seinen Kreisen! Nur zu dumm, dass das Schnauferl den Herrn so ablenkt. Statt über nebensächliches zu maulen, abf, sollten Sie den Don um mehr Mitteilungsgeist bitten.

Das wohnen in alten Gemäuern...

Das wohnen in alten Gemäuern hat viele Vorteile. Es ist stilvoller und hat auch eine viel angenehmere Raumaufteilung. Und niemand stört es wenn die Klingel immer dann nicht funktioniert wenn unerwünschter Besuch unangemeldet oder zu früh vorbeischaut.

cde, mein lieber, maulen, das...

cde, mein lieber, maulen, das hab ich im eifer erster irritation anfangs mal versucht - wurde allerdings nicht gedruckt. nein, maulen ist das nicht. - eher freundliche wuerdigung des geschehens hier. - auch an dons sendungsbewusstsein hab ich bereits oben appelliert - mit themenwunsch.

0 donalphonso 20.06.2009, 00:58 Uhr

Um den Kommentator "Cosmas"...

Um den Kommentator "Cosmas" anzusprechen: Wir hatten hier leider auch schon Homophobe; bedauerlich, dass Sie den Dreck mit Ihrer Haltung zu ergänzen nicht umhin konnten.

0 donalphonso 20.06.2009, 01:02 Uhr

cvs, nun ist wohl die...

cvs, nun ist wohl die Benzinpumpe defekt - die heimfahrt wird sich noch verschieben. . abf, ich denke, im Ungewissen und Unklaren ist das Ganze hier gut aufgehoben. Wollte ich Freunde, würde ich mir einen Hund kaufen und nicht bloggen; wollte ich Verstäündnis, wäre das Internet der letzte Ort, um danach zu suchen. Man nehme es als Geplauder, sonst nichts.

0 donalphonso 21.06.2009, 08:06 Uhr

Jakamara, ich würde es auch...

Jakamara, ich würde es auch nicht mehr missen wollen. Auf gerade Mauern lege ich keinen Wert, und auch neue Häuser brauchen Pflege; sehr viel mehr vielleicht, denn bevor Patina entsteht, wirkt Neues im Altern erst mal nur schäbig.

also wie immer herrlich,danke...

also wie immer herrlich,danke also bei so einer Autopanne würde ich sie mit ihrem herrlichen Dialekt gerne mal hören.

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.