Home
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
Weitersagen Kommentieren (88)
 

Artigkeiten und Unartigkeiten im Städel

23.06.2009, 07:32 Uhr  ·  Es gibt Wochenenden, da hat man den Eindruck, man kommt zu nichts. Lauter Verpflichtungen, hier einen Tee und dort ein Konzertbesuch, zwischendrin der artige Anruf bei Tante Elfriede, und einen Brief sollte man auch wieder schreiben. Eine stets gute Entschuldigung - "Liebe Adelgunde, schon zu lang blabla doch leider blabla Verpflichtungen mit Tonien blabla" - sind die Sonderausstellungen der üblichen Museen, die man natürlich auch erst an den letzten Tagen besucht. Zu allen anderen Verpflichtungen dazu. Damit man beim Tee auch sagen kann: "Also, diese Caravaggioaustellung im Staedel, also ich weiss nicht, das Niveau war da schon sehr gemischt."

Von

Beten wir zu Gott, dass unsere so natürliche Art der Darstellung nicht einfach eine üble Fälschung ist.
Agostino Carracci

Sechs mal, würde ich sagen, sollte man im Jahr in die Oper gehen, dazu ein, zwei mal im Urlaub, auf dass man die feinen Kleider nicht umsonst vom Provinzkaff in andere Metropolen schleppt. Zwölf Konzerte sollte man besuchen, zudem ein gutes Dutzend Matineen, ein halbes Dutzend Schlösser. Parks und Kirchen, wie es sich eben anbietet; keinesfalls gehe man einfach an den Häusern der Gesellschaft Jesu vorbei, die sind immer so ostentativ und prunksüchtig, ein gebautes Theater voll kühner Verachtung der Aufklärung, die diesen Herren des Glaubens letztlich auch nichts gebracht hat – und zwölf mal in ein Museum. Am besten Sonntag.

Bild zu: Artigkeiten und Unartigkeiten im Städel

Sonntag sind dort keine Schulklassen unterwegs, und auch sonst wenige, die dort hinein gezwungen werden – Touristen etwa, die sich vom Baedeker versklaven lassen, Reisegruppen, die sich an einen Terminplan halten müssen, und nicht zuletzt Journalisten, die in aller Regel nur kommen, wenn es ein Buffet oral zu bestaunen und einen Katalog zum Weiterverkauf gibt. Am Sonntag gibt es neben den Bildern auch die aktuellen Trends des Bildungsbürgertums zu betrachten, oft auch dessen Beharrung und seinen unerschütterlichen, an weidende Kühe gemahnenden Zugang zur Kunst.

Da ist zuerst diese unausrottbare Gleichmütigkeit, mit der alles angestarrt wird. Unterschiedslos. Im Städel etwa ist eine Ausstellung zu Caravaggio und seinen niederländichen Nachfolgern. Eine mit einer drallen Frau plakatierte Schau, die ein paar Bilder des Meisters des Chiaroscuro mit ähnlichen, meist moralisch lockeren Sujets holländischer Herkunft in Verbindung bringt. Angefangen bei den qualitativ sehr schwankenden Werken Caravaggios, die man offensichtlich nicht beliebig auf bestem Niveau ausleihen konnte, bis hinab zu den Holländern, die von der Lichtverteilung ihres Vorbilds oft nichts verstanden haben, und anstatt der feinen Psychologie die Möglichkeit entdeckten,  schlüpfrige Themen zu verkaufen – überall verweilen die Betrachter in etwa die gleiche Zeit.

Bild zu: Artigkeiten und Unartigkeiten im Städel

Mich erinnert das an den Corso in der Münchner Staatsoper, im Piano Nobile über den Treppen, wo man stets gemessen im Kreise flaniert und schaut, was die anderen so tragen, die immer gleich langen, abschätzenden Blicke, gerade so lang, dass man nicht gafft, aber auch nicht so kurz, dass es Verachtung ausdrücken konnte. Freundliches Interesse. Ich bin mir nicht sicher, ob die Übertragung dieser Regelhaftigkeit des Betrachtens nur Ignoranz ist, oder nicht auch anerzogen: Man bringt alles und jedem den gleichen Respekt entgegen.

Ich bin da etwas anders; wenn man Kulturgeschichte studiert, geht man selektiv vor, man geht mitunter achtlos am Vermeer vorbei, wenn man Kalfs Prunkstillleben sehen möchte, und bleibt eine halbe Stunde vor einem einzigen Gemälde. Mir persönlich reichen drei, vier Bilder, auch wenn andere der Ansicht sind, dass sie für den Eintritt alles sehen wollen, den Macke und den niederländischen Altar, die historistischen Verbrechen und den Überschwang des Manierismus. Und dann ermattet niedersinken, während die anderen vorbeigehen. Jedes Bild eine halbe Minute. Man kann die Uhr danach stellen. Aber alle sind sauber bekleidet. Man ist erkennbar unter sich.

Was man offensichtlich gar nicht mehr trägt, sind Kinder. Vielleicht, weil man sie gnädigerweise nebenan im Liebighaus abgeben kann, wo sie selbst Kunst machen dürfen, vielleicht, weil es heute schwierig als zu meiner Jugendzeit ist, sie für einen Museumsbesuch zu begeistern. Bei uns war das anders; es gab kein Museum, in das unserer Eltern uns nicht geschleppt hätten, und wir benahmen uns dort natürlich auch. Wir gaben niemanden einen Anlass, die Augen zu verdrehen – heute ist da niemand, der einem dazu Anlass geben könnte.

Bild zu: Artigkeiten und Unartigkeiten im Städel

Früher war das übrigens in Bayern anders. Da war der Zutritt zu den staatlichen Museen am Sonntag kostenlos, entsprechend, sagen wir mal, gemischt war das Publikum. Obwohl es nicht immer angenehm war – ich wohnte in München neben den Pinakotheken und ging jeden Sonntag hinüber, für jeweils ein einziges Bild pro Besuch, und es gibt dort genug Räume, die auch am Sonntag allenfalls achtlos durcheilt werden – obwohl es also ziemlich laut und voll zuging, fand ich das gut. Gerade für ärmere Familien (Man lese es!) war es einfach, so ohne Obolus ins Museum zu kommen. Und besser scheint es mir, man lässt sie hinein, und sie kaufen ihren Kindern dann noch ein Buch, als dass man sie draussen hält. 10 Euro kostet der Eintritt in das Staedel. Diejenigen meiner Bekannten, die de facto auf Hartz IV Niveau leben, aber zu stolz sind, die Hilfe des Staates anzunehmen, könnten sich das nicht leisten.

Früher konnte man die Hoffnung haben, jenseits des Vermögens könnte Kunst beim einen oder anderen etwas bewirken, den Wunsch nach Bildung oder einen Drang nachzulesen, was die Kunst einem sagen will. Heute, fürchte ich, ist nur noch der Dreck der Glotze scheinbar umsonst, den wir alle durch den Konsum und die Werbung bezahlen. Gesponsort sind die Boulevardblätter der Verblödung, aber auch, wenn natürlich die Museen staatlich stark gefördert werden: Es sind wieder Treffpunkte derer, die es sich leisten können. Ein Stück Umverteilung mit einer Hürde, Kleingeld für die einen, eine Woche gesünderes Frühstück für die anderen. Alles zusammen kostet ein Museumsbesuch für Ärmere so viel, wie sie für ein Videospiel ausgeben, mit dem sie ihre Kindern ein paar Wochen ruhig stellen können. Vielleicht ist das ein ziemlich hoher Preis dafür, dass nur die südkoreanische Touristin ein etwas schräges T-Shirt trägt, und man ansonsten unter sich bleibt. Als wäre man wieder im 18. Jahrhundert angekommen, als es Kunst nur für die Reichen und Mächtigen gab. Und natürlich jene, die sich der Kirche unterwarfen – dort gab es auch Kunst zum Nulltarif für Indoktrination.

Bild zu: Artigkeiten und Unartigkeiten im Städel

Museumsbesuche sind für unsereins eine angenehme Routine, sie sind natürlicher Teil des Lebens, eine gern genutzte Alternative bei schlechtem Wetter und natürlich auch ein Freiraum vor den Zumutungen der Moderne, der Massenkultur und – sehen Sie, ich war gestern in Frankfurt mit der S-Bahn unterwegs. Alle Sitze waren dreckig, alle Fenster zerkratzt, und noch während man ausstieg, drängten auch schon die ersten in den Zug, egal wie wenig förderlich das für alle sein mag. Das alles gibt es im Museum nicht, man hält sich die Türen auf und wechselt Höflichkeiten, man kann sich bedenkenlos niederlassen, um Bilder zu studieren, alles ist ordentlich, und kein Elend schreit einen an. Ich gehe wirklich gern in Museen, und kaufe dort auch Bücher, soviel ich eben schleppen kann. Es ist eine idealisierte Welt für meine Klasse.

Aber gerade deshalb keine ideale Welt. Eine Oase in der Wüste des Unbehagens. Die Oase ist schön. Die Frage ist nur: Wie entgeht man der Wüste.

 
  Weitersagen Kommentieren Empfehlen Drucken
 

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Lesermeinungen zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 6000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung der Lesermeinung weisen wir am Beitrag den Klarnamen des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Lesermeinungen von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Lesermeinungen zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Weitere Artikel

Datenschutzerklärung

Allgemeine Nutzungsbedingungen von FAZ.NET und seinen Teilbereichen

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Lesermeinungen automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden
Lesermeinungen zu diesem Artikel (88)
Sortieren nach
0 malaparte 23.06.2009, 07:46 Uhr

"Giotto und das Trecento" war...

"Giotto und das Trecento" war die Ausstellung, die ich genau vor einer Woche in Rom besuchte. Als jemand der de facto auf Hartz IV Niveau lebt, aber zu stolz ist, die Hilfe des Staates anzunehmen, war es mir mit Easyjet und Mitfahrgelegenheit zum Flughafen gerade so vergönnt, das wunderschöne Complesso Vittoriano zu besuchen. Soetwas muss einfach sein und es hat sich wirklich gelohnt. Aber: es war wirklich eine Oase in der Wüste, denn die Nacht, die ich bis zum Rückflug wach auf Roms Straßen verbracht habe, hat mich wirklich verstört. Die Eindrücke waren so häßlich - im Gegensatz zur Schönheit der alten Bilder.

0 BlackJack 23.06.2009, 07:53 Uhr

Respekt Don Alphonso, ein sehr...

Respekt Don Alphonso, ein sehr gelungener Artikel. Diese Frage beschäftigt mich auch öfter, warum Menschen sich so wenig dafür begeistern sich fortzubilden. Nun bei mir hapert es manchmal durchaus an der Rechtschreibung, wobei Computertastatur das anscheinend verschärft! Warum aber schaue ich mir lieber eine Billig Soap an, als ein gutes Buch zu lesen oder mal ein mich verwirrendes Gemälde auf mich wirken zu lassen, das mich zum nachdenken anregt. Ich glaube inzwischen fast, das Denken manchen Menschen weh tut! Schade, ist es doch das, was uns abhebt vom Affen. Der Verstand, der auch genutzt und erweitert wird. Von daher Chapeau und ich werde innerhalb der nächsten 2 Wochen garantiert in ein schönes Münchener Museeum gehen und nicht nur wieder einen Tag am See: http://schwarzmarkt.blog.de/2009/06/15/tag-see-6305486/ oder auf eine Rockstyleparty in Grünwald gehen: http://schwarzmarkt.blog.de/2009/06/22/rockstars-muenchen-gruenwald-6360417/ Versprochen, Danke für die Anregung!

Museen sind Oasen - sehr...

Museen sind Oasen - sehr schoen ausgedrueckt, lieber Don!! Das sind Gaerten und Schloesser in der Tat auch. Was den weggefallenen kostenfreien Sonntagseintritt angeht, nun - es ist leider so, dass viele Menschen oft irrtuemlich annehmen, was umsonst ist, ist auch nichts wert. - Vielleicht koennten ja mal Unternehmen freie Museumstage sponsorn ;-)! - Als wir in Deutschland ankamen, waren Strassenbahnen und Busse sauber, niemals die Scheiben zerkratzt oder alles verschmiert. Hier trifft leider die Theorie des eingeschlagenen Fensters zu, oder "wehret den Anfaengen:" man hat sich dem Sittenzerfall des Graffiti - uerspruenglich doch nur zu politischen Aussagen angewandt! - nicht entgegengestemmt, es teilweise idiotischerweise noch gefoerdert, und nun versinkt alles in vielen deutschen Grossstaedten in blindem Vandalismus. - Dazu passt, dass nun auch die meisten Kirchen Oeffnungszeiten haben und ansonsten geschlossen bleiben muessen - da ist ein Wertekonsens in Deutschland zusammengebrochen, den wir noch anders erlebt haben. - In diesem Sinne, lasst uns die Oasen geniessen, solange man sie uns noch geniessen laesst! Und wehren wir uns der Wueste und lassen sie wenigstens nicht in unser Leben dort eindringen, wo wir sie nicht eindringen lassen muessen.

Guten morgen Don...

Guten morgen Don Alphonso, und danke für die Nichterwähnung des populärsten Exponats im Städel, denn wer will sich schon über die angemalte Schweinshaxe eines Dicherfürsten unterhalten. Finden Sie die britische Museumslösung des freien Eintritts für alle jetzt empfehlenswert oder nicht?

0 Pius Xaver Kaltspiel 23.06.2009, 08:39 Uhr

@Cao Ky: Wertekanon,...

@Cao Ky: Wertekanon, "Leitkultur" - gibt es das wirklich? Wenn jetzt nicht (mehr), gab es ihn/sie denn früher? Man bedenke, wie ungelegen manchem Bürger Frankfurts das "Das Magnifikat der Kunst" eines J F Overbeck kam - obwohl es nur eine nachvollziehbare religiöse Weltsicht wiedergab. - Sicher, der (für uns Heutige) offensichtliche Chauvinismus, der in diesem Bild auch zum Ausdruck kommt, irritiert. Am Zwiespältigen das Verderbliche erkennen, das Gute aber zu ergreifen ist hilfreiches Moralhandwerk. - Zurück zum niederen Alltag: Museale und damit oft unberührbare Kunstdarbietung, Sauberkeit und ruhige (sedierte?) Kinder - ist es das, was uns als Gemeinschaft weiterbringt? Wenn ja, schreien diese Forderungen dann nicht förmlich nach einem ideologischen, darzustellenden Überbau?

Das ist eben eine weitere...

Das ist eben eine weitere Facette der kulturellen Entmischung. Es gibt kaum mehr die Mietshäuser und Stadtteile, in denen Zahnarzt- neben Arbeiterfamilie lebt, die Kinder besuchen nicht mehr die gleichen Schulen, und man begegnet sich sonntags nicht im Museum (oder im Wald oder im Park), sondern gar nicht mehr und wenn, dann mit Unverständnis. Schön für die, die nun im Museum oder in der Bibliothek ihre Ruhe haben, aber keine gute Entwicklung insgesamt. Ob es gleich gänzlich freier Eintritt sein muss, bezweifle ich aber auch, denn, wie weiter oben in einem Kommentar steht, wird das Kostenlose tatsächlich schnell geringgeschätzt (und dann sind am Ende vielleicht nicht nur die S-Bahn-Scheiben zerkratzt).

Der Wüste entgehen @Don...

Der Wüste entgehen @Don Alphonso: Wieso sagen Sie nicht rechtzeitig, dass Sie in Frankfurt weilen werden, ich hätte Sie vielleicht vom Bahnhof abholen können (oder sind Sie etwa mit dem Auto hierher gefahren?), auf einen Espresso – es gibt da im Bahnhof einen guten Italiener. Ein schöner Satz übrigens, ich liebe solche dialektische Wendungen: „Wir gaben niemanden einen Anlass, die Augen zu verdrehen - heute ist da niemand, der einem dazu Anlass geben könnte.“ Das mit den U- und S-Bahnen ist übrigens noch viel schlimmer, als Sie ahnen. Meine Frau ist einmal aus der U-Bahn ausgestiegen und von so einem „Ochsen“ mit voller Wucht umgerannt worden. Sie trug über Wochen eine Halskrause. Und der Kerl war schneller weg als er angerannt kam. Der muss bekloppt oder auf der Flucht gewesen sein. Einer der Gründe, warum wir in den Taunus gezogen sind. Ochsen gibt es wohl auch hier, aber die sind übersichtlicher vertreten. Die schönste Oase, die ich je zu sehen bekam, war im Hotel Abbas, in Isfahan/Iran. Auch dort zahlen die Leute mittlerweile Eintritt, auch wenn sie nur auf einen Tee kommen wollen. Es ist wirklich eine Oase, um diese wurde einst die ganze Stadt gegründet. Bedauerlich nur, wie schlimm die Wüste drum herum ist, wahrlich eine Wüste, eine emotionale, nicht nur im Iran. Wobei die Gegenwart dort, sich mal ganz anders offenbart, ungeahnt emotionsgeladen. Das Volk erobert die Straßen und kauft sich nicht mehr ein – nur zum Besuch in die Museen. Ein Gedanke ist das wohl wert, ein solcher Versuch, der Wüste zu entgehen.

Sonntags kosten die...

Sonntags kosten die Pinakotheken ja immer noch nur einen Euro, was grundsätzlich absolut zu begrüßen ist. Oft aber sind sie deswegen rappelvoll und man bekommt alle zehn Minuten einen dieser Kinderwagen-Porsches in die Hacken gefahren. Dass nämlich die besseren Kreise immer die besseren Sitten haben, halte ich für ein Gerücht. Und etwa im selben Abstand schrillen die Alarmglocken, denn offenbar kann man dem Pöbel nicht über den Weg trauen, der da ins Museum findet. Zuletzt äußerst verärgert festgestellt beim Besuch der grafischen Werke aus der Sammlung Pierpont Morgan, die man einfach mal aus der Nähe anschauen will und muss. Fazit: Ein Museum kann - im Idealfall - eine solche Oase sein, und es ist schön, wenn Sie das im Städel erlebt haben. Ideale Vermittlungs- und Rezeptionsbedingungen sind aber keineswegs selbstverständlich.

0 donalphonso 23.06.2009, 09:03 Uhr

Ivar, das Beste in der...

Ivar, das Beste in der Hinsicht: Das naturwissenschaftliche Museum in Florenz. Und die Pinacotheka von Siena im Dezember. Einsam, allein, alles ist gut. . Devin08, nun bin ich schon wieder auf dem Heimweg, aber ich werde öfters kommen. Ich bin halt ziemlich dörflich geworden, bei uns hängen an den Laternen die Blumenkörbe und nicht die Telefonkontakte für Sex. . Blackjack, es stimmt. Ich bin nochmal drüber gegangen. Ärgerlich, aber jetzt ist es besser.

0 donalphonso 23.06.2009, 09:08 Uhr

malaparte, Rom bei Nacht hat...

malaparte, Rom bei Nacht hat leider so gar nichts von dem, was man aus Filmen wie Dolce Vita oder Roma kennt, Entweder der grausame Trübel vor dem Pantheon und dem Brunnen, oder eine triste Verkommenheit, die erst in der Nacht auffällt. Aber immerhin, es ist Rom. . Cao Ky, als in Bayern Aufgewachsener hat man eine innere Abscheu vor CSU-Thesen wie "Null Toleranz". Das Problem ist natürlich, dass sich vieles seitdem zum Schlechteren geändert hat. Das mit den S-Bahnen verstehe ich einfach nicht, es ist nur unhöflich und dumm. Kümmert aber offensichtlich kaum mehr jemanden. Nur mich, und ich komme vom Dorf, wo umgeworfene Blumenkübel noch eine Nachricht in der Presse sind.

In Berlin gab es meinerzeit...

In Berlin gab es meinerzeit das Völkerkundemuseum Sonntags gratis mit - für Kinder wunderbar - zwei begehbaren Exponaten in gedämpftem Licht (einem Boot und einem Langhaus, ohne weiteres Gedöns, auch nicht zum Abenteuerspielplatz gemacht, aber doch so, dasz man kindgerecht etwas die Gedanken spielen lassen konnte). Natürlich gab es noch viele andere Exponate, die nicht zu berühren waren. Es war ruhig, beruhigend, meistens recht leer und eine tiefsitzende, angenehme Erinnerung - Museum kann etwas Schönes sein, und angucken auch. Dieser gleichermaszen kind- und museumsgerechte Köder bewerkstelligte meiner Meinung nach eine museale Akkulturation (oder das Gefühl für bestimmte Oasen). . Und, Leute, Oasen ohne Wüste sind weniger eindrucksvoll - der Kontrast bewirkt doch den Genuss. . Für den ÖPNV gibt es Grafitifeindliche Sitzbezüge. Siehe u.A. die Berliner S-Bahn.

Bei unseren Kindern ist die...

Bei unseren Kindern ist die Drohung „…dann gehst Du ins Liebighaus Kunst machen“ ein höchst effektives erzieherisches Mittel, gilt quasi als Höchststrafe.

0 donalphonso 23.06.2009, 09:13 Uhr

Guten Morgen Besucher, die...

Guten Morgen Besucher, die Wahrheit ist: Ich weiss es nicht. Ich finde es aber bedenklich, wenn es keine derartigen Möglichkeiten mehr gibt. Ausserdem sollte Kunst für alle da sein, und nicht nur für eine Elite. . Pius Yaver Kaltspiel, zum 100. Beitrag lege ich hier einen Bildungskanon vor, der natürlich auch ein Wertekanon ist - ich freue mich schon auf die Debatte. . nnier, ich glaube, dass Kostenlos alleine nicht wirken wird, Vermittlung gehört sicher auch dazu. Aber besser, der Staat zahlt junge Akademiker der Orchideenfächer, als marode Banken.

@Pius Xaver Kaltspiel: ...

@Pius Xaver Kaltspiel: Gemeinsamer Wertekanon doch immerhin soweit, dass man nicht mutwillig oeffentliches oder fremdes Eigentum beschaedigt, das haben wir noch als weitgehend allgemeingueltig in Deutschland erlebt. Kant's kategorischer Imperativ ist da wirklich das allerbeste, was das gemeinsame Miteinanderleben regeln sollte. -- Sedierte Kinder: nein, ganz und gar nicht!! Physisch austoben auf dem Fussballplatz und im Schwimmbad, aber zur Aufnahme von Kunst muss eine gewisse Ruhe und Gelassenheit bestehen, die man als Eltern auch vorleben muss. Und ueber das Gesehene kann man sich dann im Museumskaffee bei Schokolade, Cola, Tee, Kaffee oder auch einem Glas Wein oder sogar Bier (letzteres beides fuer die Erwachsenen) unterhalten, gerade auch mit Kindern. Kleinkinder ins Museum wie von Ivar bemerkt ist sinnlos, wohl dem, der Freunde oder die Grosseltern der Kinder hat, wo sie einen Nachmittag spielen duerfen, waehrend sich die Eltern und groessere Geschwister, die davon schon etwas haben, die Kunst ansehen.

Hallo Don, Für Ihren...

Hallo Don, Für Ihren nächsten Frankfurt-Besuch, möchte ich Ihnen den Chinesischen Garten empfehlen. (Für den Fall, dass Sie nicht nur Gärten schätzen, die mindestens 100 Jahre alt sind.) . Hier in Frankfurt ist es kein Problem (zumindest für mich nicht), so einige „Oasen in der Wüste des Unbehagens“ zu finden: Parks, der Botanische Garten, der Stadtwald, der Dom, etc.

Was ist denn ein "sauber...

Was ist denn ein "sauber gekleidetes Bild"?

Kunst ist meistens ein Spiegel...

Kunst ist meistens ein Spiegel - ein Spiegel, den der Künstler den Menschen vorhält. Und das was man dort sieht ist oft sehr unbequem. Im Gegensatz zum Fernsehen. Das wenigste dort ist unbequem oder regt zum Nachdenken an. Der Unwille sich mit Kunst auseinander zu setzen ist somit oft auch der Unwille, sich mit sich selbst zu beschäftigen.

Lieber Don Alphonso, sicher...

Lieber Don Alphonso, sicher ist es ein Problem, wenn sich eine politische Partei einer eigentlich vernuenftigen Maxime zu ihren eigenen Zwecken bedient, aber die Maxime selber wird dadurch nicht falsch. Wenn die kleine Tochter oder Ihr junger Neffe im Wald das erste Mal ein Papiertaschentuch oder Candywrapper auf den Boden wirft, heben Sie ihn doch wohl auch gleich auf und sagen, "das macht man nicht, Du willst doch auch nicht, dass Fremde Dein Zimmer zumuellen," und geht nicht etwa weiter und sagt, "mach das nicht noch mal" oder "Plastik schmeisst man aber nicht so weg." Es muss nicht alles so drakonisch wie in Singapore zugehen, wenn sich die Mitmenschen an gute Regeln halten und Verstoesse schnell, sofort und selbstverstaendlich angemessen ahnden.

Auch S-Bahnfahren muss gelernt...

Auch S-Bahnfahren muss gelernt sein, das gleichzeitige Ein- und Aussteigen funktioniert sehr wohl, die Türen sind breit genug. Ist auch nicht alles Elend. Außerdem ist es nicht weniger interessant echte Menschen in den S-Bahnen zu studieren als die alten Schinken und ihre sklerotischen Betrachter im Städel. @nnier: Ihre These der Entmischung wird durch den Folgekommentar von Devin08 scheinbar toll bestätigt. Die Leute ziehen inzwischen jedoch von Ihren kulturlosenTaunuskäffern zurück in die Stadt. Ansonsten, die Jahreskarte für alle Frankfurt Museen (Museumsufercard) kostet 75 Euro, für Familien 130 Euro.

fliegen durch museen. sich den...

fliegen durch museen. sich den farbrausch um die ohren hauen. selektiv einzoomen. schwaetzchen halten mit nie beachteten bild hier, mit alten bekannten dort. mit skulpturen tanzen oder marschieren, wenn einem danach die laune ist. - jedem, dem das spass macht, dem empfehle ich "russkiy kovcheg"- "the russian ark" - eine 'ganz alltaegliche' reise durch die petersburger hermitage. - dvd in die buechertuete! - jetzt! - http://www.imdb.com/title/tt0318034/

@Vermeer vielleicht die...

@Vermeer vielleicht die Ansicht von Delft ohne auch nur einen schmutzigen Hafenarbeiter? :-)

Das Verhalten mancher...

Das Verhalten mancher Besuchender hat schon den Altmeister der Moderne, T.S. Eliot, gestoert. Siehe The Wasteland: "In the room the women come and go, talking of Michelangelo."

und tatsaechlich: wenn auf...

und tatsaechlich: wenn auf heimatbesuch in deutschland (berlin mal ausgenommen - da geht man ja nur ins museum, wenn man auf ein privatissime vom kurator o. ae. eingeladen wird - ansonsten ist da ja genug kunst jeden tag in jeder garage, in jedem vorder- und hinterhaus, und in jeder potsdamvilla sowieso)... wenn also auf heimatbesuch in d'dorf oder ffm in den letzten jahren, die entrittspreise sind erschreckend. beim runden zehner faengt es an - ...wenn sie wenigstens einstellig bleiben koennten... - und schaukelt sich dann in froehlichen schwuengen hoch auf 16, 18 euro, als wolle man damit besitzstandsproleten beindrucken... - nur was teuer ist, so scheint die logik, kann auch gut sein. dass hinter den preisen horrende versicherungssummen stehen, weiss ich. dass ich daran aber ueberhaupt und garnicht erinnert werden moechte, weiss ich auch. - kunst erschliesst sich nur dem, der sich oeffnet und der sich oeffnen kann - angstfrei, respektlos und spielerisch. mit dem oeffnen der geldboerse hat das nichts zu tun. gar nichts. - ausstellungspreise, die die sprichwortliche vierkoepfige familie abrubt stocken lassen in der neugierigen annaeherung an das lustige und schoene, sind - ich sage es, wie es ist - zivilisationsgift.

@ Devin08 & Don Alphonso: Gute...

@ Devin08 & Don Alphonso: Gute Idee, setzt euch zusammen und plant einen "Don-Alphonso-Begleit-Tag". Eine Art Boys-day der Blogkommentatoren. Treffen in I-Stadt oder Ffm? Jeder muss aber ein Geschenk mitbringen, ein paar Schrauben (mit englischem Linksgewinde) oder ein antik gebeiztes Konsölchen.

0 Don Ferrando 23.06.2009, 10:20 Uhr

Zum Thema Museumsbesuch fällt...

Zum Thema Museumsbesuch fällt mit immer wieder diese Textstelle des großartigen Thomas Bernhard ein: "Ich habe naturgemäß die größten Museen aufgesucht und nicht nur in Europa und habe ihre Inhalte studiert, mit der größten Intensität studiert, glau- ben Sie mir, und es ist mir bald vorgekommen, als beinhalteten alle diese Museen nichts anderes als die gemalte Hilflosigkeit, die gemalte Unfähigkeit, das gemalte Scheitern, den stümperhaften Teil der Welt, alles in diesen Museen ist ja gescheitert und stümperhaft, sagte er gestern, gleich in was für ein Museum Sie eintreten und anfangen zu betrachten und zu studieren, Sie studieren nur Gescheitertes und Stümperhaftes. Mein Gott, der Prado, sagte er, sicher das bedeutendste Museum der Welt, was die Alten Meister betrifft, aber jedesmal, wenn ich gegenüber im Ritz sitze und meinen Tee trinke, denke ich doch, daß auch der Prado nur Unvollkommenes, Gescheitertes, letzten Endes nur Lächerliches und Dilettantisches enthält. Manche Künstler werden zu gewissen Zeiten, wenn es Mode ist, sagte er, ganz einfach bis zu einer welterregenden Ungeheuerlichkeit aufgeblasen; dann sticht plötzlich ein unbestechlicher Kopf in diese welterregende Ungeheuerlichkeit hinein und diese welterregende Ungeheuerlichkeit zerplatzt und ist nichts, genauso ur-plötzlich, sagte er."

Gute Gedanken in dem Artikel,...

Gute Gedanken in dem Artikel, die Sitaution war wie richtigerweise bemerkt wird, schonmal ähnlich, im Grunde ist sie über die Jahrtausende wohl der Normalfall. Scheiße für die Massen, Torte für die Privilegierten. Davon weggekommen ist eigentlich nur kurze Zeit der auklärerische neuzeitliche Nationalstaat, der von einem gewissen Idealismus getrieben wurde. Aber der hat sich (oder wurde er???) hierzulande ja offenbar so stark diskreditiert, dass die Leute nun wieder fressend und onanierend in ihren Sklaventräkten allein gelassen werden. Schade, dass das offenbar der Zustand ist, der ohne enorme Kraftanstrengung eintritt.

La Specola, auf jeden Fall....

La Specola, auf jeden Fall. Überhaupt italienische Städte und Museen nur im Winter...

Also ich bin eigentlich gegen...

Also ich bin eigentlich gegen Kunst, vor allem gegen ihre Akkumulation in Museen. Dafuer sind die guten alten Stücke ja wohl nicht gepinselt worden. Und der moderne Müll von H.A. Schult gehoert sowieso in die Tonne, wo er ja auch im Grunde schon ist. Das Problem ist, dass der "Impact" der Kunst auf das Bewusstsein der "Besucher" doch arg ueberschaetzt wird. Warum hat noch keiner Onkel Adorno zitiert? "Der Bürger wünscht die Kunst üppig und das Leben asketisch. Umgekehrt wäre es besser." Meine Chefin ist auch Kunsthistorikerin, deswegen will ich zugeben, dass die "Orchideenfächer" besser überleben sollten als die Deutsche Bank mit ihrer Kunstetage (gibts die noch?), in der ja auch mal Adornos Kompositionen erklingen sollten. Aber die Mehrheit der Leute (fürchte ich) fühlt und perzipiert wie ich: Schöngeistiges Zeug ist Tand, Computerspiele aber sind im Hier und Jetzt. Und wollen wir nicht vergessen, dass die Museen sich auch über ihre unendliche "Museumspädagogik" rechtfertigen müssen - die Schulklassen lassen grüßen. Das Zeitalter der Aufklärung ist eben vorbei, rette sich wer kann. Notfalls in die Sonderausstellung.

'ein unbestechlicher Kopf'...

'ein unbestechlicher Kopf' ohne herz, don fernando. - fuerwahr, der prado ist das beste museum der welt. es ist intim, beinahe skuril und gewaltig. hier gewinnt man allen noetigen respekt, weil man falschen verliert.

Blechtrommel...

Blechtrommel mitbringen @Treff: Nur keinen Neid. Wir können uns auch in der Stadt X treffen, und dorthin bringen Sie eine Blechtrommel mit, das macht dann richtig Laune.

0 prince Matecki 23.06.2009, 11:26 Uhr

Wehmütige Erinnerung an jene...

Wehmütige Erinnerung an jene Reise nach Franken, als mein Vater noch in jeder Hinsicht gut beisammen war und wir nach Bamberg gelangten. Neben Dom mit "Bamberger Reiter" dann die Hofhaltung, damals Zweiggalerie der Bayrischen Gemäldesammlungen. Das untere Geschoß offen, das obere geschlossen wegen Mangel an Aufsichtspersonal. Auf meine schüchterne Frage ob es denn keine Möglichkeit gäbe der Anruf beim Chef. Dieser erschien, abschätzender Blick zwecks Einordnung unserer potentiellen Gefährlichkeit - und dann wurde uns geöffnet und hinter uns abgeschlossen mit der Bemerkung, in der einen Ecke sei ein Haustelefon und am Ende unserer Rundganges möge man die Nummer .... anrufen, wir würden hinausgelassen. Eine spätbarocke raumflucht und Niederländer und Flamen ( sicher teils zweiter Klasse, die erste halt in der Alten Pinakothek) aus allen Entfernungen, also auch nahen, anschauber. Fülle des farblichen Wohlklangs nur für uns, so kurz war mir die Zeit selten. Tempi passati

0 kleinerberg 23.06.2009, 11:28 Uhr

das erste foto bringt diese...

das erste foto bringt diese notwendige ruhe sehr gut rüber. . donnerstags zwischen 18 und 22 uhr ist z.b. der eintritt in die gemäldegalerie am kulturforum berlin, frei. jetzt aber war ich zuletzt vor einem halben jahr sonntags da-das museum war bereits im entrée eine oase für kinder mit hunger,durst und lust am basteln....weiter in den ausstellungsräumen robbten verkleidete kunstpädagogen den kindern zu füssen,um ihnen das ein oder andere gemälde näher zu bringen........ für mich,die ich mit meinen kindern auch ins museum gehe(aber schon auch sehr gerne alleine),war der genuss deutlich gesunken. . erwachsene fachkräfte trauen offensichtlich nicht mehr ihren fähigkeiten, den kindern das leben anhand von gemälden zu erzählen, ohne sich zu erblöden; dann m.e. ganau das falsche zu machen,nämlich den kindern in den ar*** zu kriechen , ihre aufmerksamkeit zu erbuhlen. . es ist scheinbar wie es ist: man möchte kaffee kaufen und verlässt die filiale mit einem duschhandtuch. nieder mit der seuche der : überallundimmer bekomme ich alles und nocheins obendrauf!

@Devin08: Nichts da. Wir...

@Devin08: Nichts da. Wir wollen Don für alle! Platz ist ja da. Und dort. Sollen wir einfach einen Termin ausmachen? Und Herfried und Waltraud mitbringen? Sowas hiesse dann bei unserer Qualität ganz modern: "Flash-Snob".

0 Don Ferrando 23.06.2009, 11:42 Uhr

@Treff: Also dann doch lieber...

@Treff: Also dann doch lieber in Gmund im Café Wagner !

Das ist ja lustig. Da schaue...

Das ist ja lustig. Da schaue ich hier hinein und es hat ja mal einen richtigen "Selbstläufer" unter den Kommentatoren gegeben. Wenn man an solch eine Versammlung denkt, kommt man wohl nicht um ein Lächeln drumrum. Mal ganz abgesehen davon, dass der Don dabei wohl eher eine Gänsehaut bekommt.

Don Ferrando, reicht dort der...

Don Ferrando, reicht dort der Platz für alle? Hier kommentiert sicher ein gutes Dutzend.

Bravo! 7 EUR im LWL-Museum...

Bravo! 7 EUR im LWL-Museum für Archäologie in Herne ohne einen einzigen freien Eintrittstag torpediert völlig die Forderung nach Strukturwandel im Ruhrgebiet. Aber dafür kümmert sich NRW nicht um Bildungskanäle wie BR-Alpa, sondern um Shopping-TV wie QVC. Wer keine Bildung hat, soll wenigstens sehen können, wofür das Geld fehlt.

@ heringh: 7 Euro Eintritt?...

@ heringh: 7 Euro Eintritt? Wau, da hat sich der Wegzug des Museums aus Münster (dort 3,-) ja regelrecht gelohnt! Falls nur jemand da wäre, der für Herne 7,- zahlte. So gilt eben auch: mit dem Abzug von funktionierenden Einrichtungen aus funktionierenden Städten Westfalens ins nicht mehr funktionierende Ruhrgebiet macht man die zwangsumgesiedelten Einrichtungen tot, belebt aber nicht das Ruhrgebiet. Bluttransfusionen für eine Leiche, das dazu gezwungene Umland blutet aus. Müssten nun auch rheinische Städte sich so sinnlos opfern, der Spuk wäre schnell vorbei.

1 Euro kostet der Eintritt am...

1 Euro kostet der Eintritt am Sonntag in den Pinakothken in München. Ich kann das nicht viel finden. Im Stadtmuseum ist, glaube ich, immer noch freier Eintritt am Sonntag. Ausstellungen haben immer extra gekostet. Egal an welchem Tag.

Museumslatschen...

Museumslatschen mitbringen @Alle: Die Idee mit dem Treffen ist mal gar nicht so übel, da käme ein wenig Leben in den virtuellen Schuppen. Vielleicht treffen wir uns gar in Dons Villa am Tegernsee. Die scheint doch groß genug zu sein. Nur so ein paar Museumslatschen müsste vielleicht jeder mitbringen, sonst wären die Unkosten für ihn vielleicht doch zu hoch, und so polieren wir mal seinen Parkett, ganz nebenbei. Aber ich höre gar nichts mehr von ihm, der wird sich doch nicht verdrückt haben?

@ Devin08: es könnte sein,...

@ Devin08: es könnte sein, dass er auf der Zulassungsstelle sitzt und überlegt, ob er sein erstes Bier im Leben trinkt. http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1431944/#1432055

0 donalphonso 23.06.2009, 13:41 Uhr

Kirschsahnetorte. 3 Stück auf...

Kirschsahnetorte. 3 Stück auf einmal.

Nett heute !Ist wirklich mal...

Nett heute !Ist wirklich mal eine durchaus angenehme Plauderei! Beim Thema Museen schient hier doch ausmahmsweise mal überwiegend Konsens zu herrschen!

0 donalphonso 23.06.2009, 14:38 Uhr

Oh, das können wir auch...

Oh, das können wir auch ändern. Morgen bin ich wieder in die heimische Gesellschaft eingelegt wie die Ente in der Sosse, das wird auch wieder auf meine Tätigkeit durchschlagen. In der Fremde bin ich schüchtern. . loreley, hier in Frankfurt sind es 10 Euro. München hat es da zwar besser, aber FFM ist schon so naja.

0 donalphonso 23.06.2009, 14:42 Uhr

miner, ich mache das, was in...

miner, ich mache das, was in meinem Sklav äh Arbeitsvertrag mit der FAZ steht. Da ist nur was von einer "Bergtour nach drei Jahren mit den letzten vier Lesern" geschrieben. Man kann sich natürlich gern an den Verlag wenden und fragen, ob die das grosse Bloggersommerfest im Bachmair am See mit 5 Gängen übernehmen. Ich glaube es aber fast nicht. . Euro für ein Nischenmuseum finde ich auch ganz schön üppig. Staedel ist immerhin Staedel.

0 donalphonso 23.06.2009, 14:46 Uhr

prince matecki, ich wurde mal...

prince matecki, ich wurde mal in Bayreuth von den Wärtern an einem Wintertag übersehen. Normalerweise folgen die einem, wenn man dort allein unterwegs ist, aber an diesem Tag war ich wirkklich vollkommen allein. Fand ich toll. Oder auch in Siena: Man ging in einen Raum, der Wärter schaltete das Licht ein, und wenn man fertig war, rief man ihn, und er erleuchtete den nächsten Raum. Bei Lorenzetti und Duccio ein wirklich sagenhaftes Vergnügen.

Devin08, Tegernsee-"Villa",...

Devin08, Tegernsee-"Villa", Jesuitenwohnheim: da geht sicher etwas. Statt der Konsölchen wären aber wohl Süßspeisen mitzubringen.

0 Ephemeride 23.06.2009, 14:56 Uhr

'Werte'-Wandel in Deutschland:...

'Werte'-Wandel in Deutschland: Das sind abgeschlossene Kirchen mit Öffnungszeiten. Das sind Menschen, die ihre abgerauchten Kippen aus den Fenstern ihrer SUVs schnippen. Das sind Bücherketten mit Bestseller-Tristesse. Das ist elternentsagende Kinderdiktatur in ICE-Zügen. Das sind plappernde Medienstimmen ohne eigenständige Rechechere. Das ist die überall währende 'Was-bist-Du-wert?"-Frage, auch bei Kunst, auch in der Medizin, auch in der Bildung. Das ist die eine unbefleckte Hauswand-Oase in einer Wüste aus Graffiti-Schmierereien. Das sind musikunterlegte Radionachrichten. Das sind Handy-Nutzer-befüllte Restaurants und Theaterfoyers. Das sind Eliten, die sich nicht einmal mehr Mühe geben, ihre Gier zu kaschieren. Das ist Kulturfeindlichkeit, mit der man sich schmückt. Das sind hochgezüchtete Motorradmotoren im Altmühltal...

0 Alter Bolschewik 23.06.2009, 15:38 Uhr

Ich war ja gerade auf der...

Ich war ja gerade auf der Insel, wo die Museen alle nichts kosten, und ich hatte keinesfalls den Eindruck, daß das, was nichts kostet, als etwas angesehen wird, was nichts wert sei. Und es kamen auch ganz andere Besucher als hierzulande - was allerdings nicht nur am freien Eintritt, sondern auch an der deutlich besseren Präsentation lag: Vernünftige, ja sogar kluge Beschriftungen und ein reichhaltiges Führungsangebot (oft durch Freiwillige) locken dort Leute in die Museen, die man hier so gut wie nie sieht. Das hat dann zwar nicht mehr ganz den Oasencharakter, aber man freut sich trotzdem darüber, daß man nicht das Gefühl haben muß, von lauter Leuten umgeben zu sein, die zwar dem, was sie sehen, nicht die Bohne abgewinnen können, aber meinen, ihr gesellschaftlicher Status verpflichte sie, in eine Ausstellung zu gehen, damit sie mitreden können.

0 Mehr als 6500 23.06.2009, 16:04 Uhr

Kommentare. Io cesso....

Kommentare. Io cesso.

0 Alter Bolschewik 23.06.2009, 16:09 Uhr

Apropos Kalfs Prunkstilleben:...

Apropos Kalfs Prunkstilleben: Waren Sie, werter Don, schon einmal in Strasbourg im Palais Rohan? Dort gibt es eine ganze Galerie nur mit Stilleben, von den ganz großen Meistern wie Claesz oder Chardin (allerdings, wenn ich mich recht entsinne, nichts von Kalf) bis zu (zumindest mir) unbekannten, aber interessanten Kleinmeistern. Und man hat dort absolut seine Ruhe, selbst die Aufsicht verkrümelt sich nach einer gewissen Zeit, wenn sie mitbekommt, daß man nicht vorhat, die Bilder von der Wand zu reißen.

Werter Don Alphonso, eine...

Werter Don Alphonso, eine Möglichkeit wäre übrigens auch Kunst-Affirmation „in situ“ in weitgehend Event-befreiten No-Go-Areas. Was für uns Gegenwärtige im Städel o.ä. nur mit viel Mühe & Literatur zu rekonstruieren u. zu begreifen ist, erschliesst sich „in situ“ etwas leichter. Auf einer kürzlich erfolgten bildungsbürgerlichen Kavalierstour nach Ostmähren hatte ich Gelegenheit, zahlreiche überkommene Artefakte weltlicher und geistlicher Sekundogenituren zu sehen, nicht nur in bzw. qua Schlösser, sondern in der ganzen epischen Breite der kulturhistorischen „Landschaft“, in Landkapellchen und Stadtpalais, auf Marktplätzen, den ubiquitären Johann-Nepomuk-Steinplastiken, (Jesuiten-)Kollegs und den Jagdsitzen nichtsnutziger aristokratischer Abkömmlinge. Überall dort, im Empfangsraum, im Rauchsalon, in Nischenalkoven, dem Toilettenraum oder der Schlosskapelle: jeweils gattungs- und funktionsspezifisch die passenden Themen fürs künstlerische Objekt; für die vormals Damit-Lebenden pure, aber sinnvolle Selbstverständlichkeit im tagtäglichen Umgang mit Kunst, sachlich-passgenau im Kontext, gezielt gewählt oder gesammelt in der Symbolik, ergo verständlich weil „sinnvoll“ an genau diesem topographischen Ort. (Manchmal findet sich sogar völlig unvermutet, only to look and admire, irgendwo a.a.O. mein persönliches „Highlight“, ein Objekt der rudolphinischen Hofkunst….) Die baulichen „Verlassenschaften“ sind (Gründe beiseite) vielfach noch nicht geschleckt von hunderten von Kunsthistoriker-Fingern, noch nicht zu geschmacksneutralen, hübsch-anzuschauenden Puppenstuben oder Spekulationsobjekten geschönt, sondern häufig roh und harsch dem Zahn der Zeit überlassen (absolut sehenswert: Plumlov), gezeichnet von den Verfallsspuren der Jahrhunderte, aber dafür noch sehr (Verzeihung für’s folgende, ich bekenne mich dazu) „himmlisch authentisch“ . Alles nicht weiter weg als A oder CH, aber immer noch eine mitteleuropäische „terra incognita“, Trotzdem -oder deswegen- : kaum Besucher dieser „Oasen“ der Zumutungs-Befreiung & Entschleunigung (ich weiß: die haben Krise) , auch keine Deutschen, versprengt mal ein paar Österreicher; (die Tschechen selbst tun sich vielleicht etwas schwer mit den zahlreichen Relikten vormaliger germanischer Besatzer.) Offensichtlich sind diese reiz- und substanzvollen Landstriche für das Gros unserer (u. nicht nur unserer) Landsleute viel zu, gähn.., langweilig: keine Spektakel, keine Events, kein Hype, keine Superlative. Sondern eben nur spektakulär un-spektakulär. Nur zu erschließen durch langwieriges Sich-darauf-Einlassen: also nicht gerade durch die vorherrschenden Tugenden. Mit entsprechenden Reiseberichten kann man ja hierzulande nicht mal einen Distinktionsgewinn erzielen. Na ja, frei nach Don A.: „Will ich denn überhaupt, dass alle….“. Aber mir ist auch klar: Touristen sind ja bekanntlich immer nur die anderen…. Als Begleitmusik würde ich Zelenkas „Concerto a 8 cocertanti in G“ empfehlen…

0 Kunstrat Fraischdörfer 23.06.2009, 17:21 Uhr

Es gab da einmal einen...

Es gab da einmal einen österreichischen Kabarettisten, der von seinem Traum sprach, das intrigenfreie Theater zu schaffen. Ja, aber wie soll das gehen, immer wird im Theater intrigiert werden, es geht nicht ohne das. Das ist einfach, war die Antwort, in meinem intrigenfreien Theater mache ich alles selbst.

0 hugoservatius 23.06.2009, 17:57 Uhr

Sehr geehrter Herr...

Sehr geehrter Herr Alphons, ich werde Sie für meinen beruflichen Niedergang verantwortlich machen. Denn statt die drängenden E-Mails meiner Auftraggeber und Geschäftspartner zu beantworten, verbringe ich einen erklecklichen Teil meiner Arbeitszeit mit dem Studium Ihrer Texte und eines Teiles der Kommentare. Zu Ihrem heutigen Stück nur so viel: Es ist Ihnen einfach nicht zu widersprechen. Hohe Eintrittsgelder für staatliche Museen sind meines Erachtens eine der größten Ungerechtigkeiten und auch Dummheiten unserer Gesellschaft. Vor allem, wenn man bedenkt, daß gerade diejenigen, denen der Eintritt nichts ausmachen würde, häufig die Einladung zur Eröffnung erhalten, mit der ja ein kostenloser Besuch der Ausstellung verbunden ist, das Hauptaugenmerk dieser Personengruppe jedoch weniger auf dem Betrachten der Kunst, sondern auf dem Betrachten der anderen Besucher und dem Verzehr der kostenlosen Kaltgetränke und Häppchen liegt. Besonders gut zu beobachten bei den Eröffnungsveranstaltungen für die Freunde der Berliner Nationalgalerie, allerdings hat das den Vorteil, daß man nach der Eröffnung des Buffets völlig ungestört die Ausstellung betrachten kann. Beste Grüße, hs.

rom bei nacht. die strassen...

rom bei nacht. die strassen schaebig. spaerliche beleuchtung baumelt faul in stickiger sommerluft. geschaefte und eingaenge mit rolltoren verbarrikadiert. irgendwo knattert ein motorrad, eine dunkle gestalt kommt verdaechtig nahe. dann oeffnet sich mit knarrendem schwung ein rostiges portal. dahinter gruesst das zarte plaetschern eines springbrunnens und eine henry moore skulptur nimmt dich mit grossmuetiger eleganz in empfang. roma - citta aperta. - aber nur fuer den, der dort freunde oder familie hat.

0 Museumsführer 23.06.2009, 18:40 Uhr

Herr Don gehört in ein...

Herr Don gehört in ein Museum.

und sadler, auch ich bekenne...

und sadler, auch ich bekenne mich zum „himmlisch authentischen“. in meiner berliner zeit waren die wochenendausfluege in "die baulichen Verlassenschaften" der neuen laender ganz besondere highlights. - "noch nicht geschleckt von hunderten von Kunsthistoriker-Fingern"... - vielfach ist es wohl immer noch so.

Freud war der Ansicht, dass...

Freud war der Ansicht, dass Leute Dinge nicht wertschätzen, wenn sie nichts oder wenig dafür bezahlen müssen. Deshalb verlangte er für seine Therapie auch ordentlich was.

0 philipp sch. 23.06.2009, 20:55 Uhr

die einzig wahre zeit um rom...

die einzig wahre zeit um rom zu "sehen" (wenn man sich dort ein bischen auskennt) ist von ca. 01:00 bis 06:00 uhr - die verkommenheit, wenn sie denn existiert, fällt meiner meinung ganz besonders gut im tageslicht auf und wird gerade nachts 'traumhaft' abgedämpft. außerdem: nichts wiegt das erlebnis auf, die spanische treppe, fontana di trevi oder piazza navona menschenleer zu er'leben'...

0 Frundsberg 23.06.2009, 21:11 Uhr

Sehr schön, dieser Beitrag,...

Sehr schön, dieser Beitrag, er vermittelt schon beim Lesen die andächtige Distinguiertheit, die den Besucher beim Verweilen in diesen so herrlich vergessenen Parallelwelten überkommt. Das leise Knacken der Parkettböden unter den miittels unförmiger Filzpantinen zum leisen Hindurchschlurfen vergatterten Spektanten, die dem genius loci des musealen Geschehens nur mit dem unvermeidlichen und degoutanten Raucherhusten, genau wie in der Oper und im Thaeater, die Verbindung zur gelegentlich Peinlichkeit des menschlichen Seins aufzwängen, das atemlose Staunen der Kinder, die wieder einmal erkennen, daß ihre Welt dereinst nicht nur aus dem bestand, was ihnen die Werbewelt in den Pausen zwischen den Zeichentrickfilmchen beschert; ein Besuch einer derartigen Kultureinrichtung ist einfach das sofortige Umlegen eines inneren Schalters, hin zur dringend benötigten "Entschleunigung" - und deshalb entziehen sich diese Oasen dem Verständnis des Mainstreams und der Ökonomie, wenn sie an diesen Antipoden des guten Geschmacks nicht sogar im Grunde verhasst sind. Nun, jetzt habe ich mich ein wenig von der durch Euere Gnaden kunstvoll beschriebenen Atmosphäre dieser heiligen Orte hinreissen lassen; spätestens beim nächsten Betreten eines öffentlichen Verkehrsmittels in Deutschland verfliegt diese Illusion und weicht der nüchternen Erkenntnis des weit verbreiteten Mangels an guten Manieren in diesem unserem Lande. Was jedoch leider nicht die Frage beantwortet, wie der zunehmenden Ausbreitung der Wüstenei zu begegnen ist. Ich empfehle mich.

0 Don Sebastian 23.06.2009, 21:15 Uhr

Bilder werden von den meisten...

Bilder werden von den meisten Besuchern tatsächlich so abgehakt, wie Inventurposten. Viele Menschen, auch die, die Sie als "Unsereins" bezeichnen, haben Angst vor der Tiefe des Genies. Sie verharren lieber an der Oberfläche, da ist es ruhiger, macht nicht verdächtig und lenkt nicht ab von all den wichtigen Nichtigkeiten. Die Menschheit scheint ihren künstlerischen Höhepunkt überschritten zu haben. Die Reste einstiger Größe nennen wir heute Oasen. Und wir dürfen froh sein, wenn wenigstens diese erhalten bleiben. Wer so eine Oase in Form eines Gesamtkunstwerkes kennenlernen möchte, der besuche das Museo Cerralbo in Madrid. Sonntags bei freiem Eintritt.

Also mal ehrlich, die meisten...

Also mal ehrlich, die meisten Kommentatoren hier gehen doch eher selten in ein Museum. Sei es aus Zeitmangel oder Desinteresse! Die ganzen Geschichten, von " ich war mal hier, ich war mal dort" sind doch die reinste, man verzeihe mir, Arschkriecherei! Museumsbesuche sind, bei den meisten Menschen (auch denen der vermeintlich besseren Gesellschaft) doch eher selten (den Don vielleicht ausgenommen, der hat Zeit! , obwohl ich das, mit den 1000 Opernbesuchen auch nicht so ganz ernst nehme)! Aber seis drum. einmal im Jahr sollte es schon etwas offentlich-rechtlich gesponsorte Kultur im Kalender schon geben! Und sei es nur um hier mitreden zu können!

0 donalphonso 23.06.2009, 23:11 Uhr

Ein mal im Monat ins Museum...

Ein mal im Monat ins Museum ist jetzt wirklich nicht viel. Gerade in grösseren Städten macht man das doch nebenbei. Ich sehe schon, ich werde im Herbst mal was über unseren lokalen Kunstverein schreiben müssen, und seine alljährliche Ausstellung. Manches nimmt man einfach so mit: Es gibt ja auch genug an Wegesrändern. Eigentlich unspektakulär und simpel. . Andererseits gibt es gerade in München den Witz, dass mehr Einwohner den Aphaiatempel auf Ägina gesehen haben, als die Giebelfiguren des Tempels in der Glyptothek.

Ein mal im Monat?... In den...

Ein mal im Monat?... In den Wintermonaten vielleicht, theoretisch! Aber wer sitzt an eimen trüben Sonntag-Novembernachmittag nicht lieber mit einer schönen Tasse Tee, Torte und Plauderei auf dem Sofa anstatt in die Stadt zu fahren um Kunstwerke zu betrachten( ob 30 sec. oder ne Stunde?)! Is ne Frage der Wertigkeit. oder? Also ich bevorzuge Tee, Torte und Plauderei! Bis zum Abendessen! :)

Ein Bloggersommerfest, welch...

Ein Bloggersommerfest, welch Rosamunde-Pilcher-Late-Night-Gedanke. Also Menschen in echt? Live und in Farbe? Na wenn das mal gut geht. Im Taunus würd ich ja ersatzweise einige Runden für Freund und Feind werfen, das Hotel Bachmair am See ist mir aber leider nicht bekannt. Trotzdem ich nicht weiss, was Blogger wirklich sind und wollen (wahrscheinlich würde ich einen Schreck bekommen, wenn ich sehen könnte wer sich hinter all diesen Kürzeln verbirgt.... vielleicht aber auch nicht) Kurz und bündig: ihre Artikel sind gut und die Leute, die hier schreiben, schreiben oft echt gehaltvoll und mit ner Menge Tiefgang ( man entschuldige meine Trivialität im Ausdruck). Manchmal nervig, manchmal weniger nervig und da ich nicht weiss, was man Ihnen alles so unveröffentlicht schreibt, seh ich es wahrscheinlich durch die rosa Brille eines Nicht-Bloggers. Ein Treffen war zumindest eine Idee zum Schmunzeln, denn zu diesen Netz-Plaudereien befällt mich doch hin und wieder, im Gegensatz zum „echten Leben“, der traurige Gedanke: Schade, dass das all diese mühevollen Kommentare und Artikel so untergehen im…Nichts.

0 donalphonso 23.06.2009, 23:59 Uhr

Bei der netzeitung haben sie...

Bei der netzeitung haben sie im "Blogblick" einen Kommentar der Woche, und ich habe an der Blogbar auch schon mal den ein oder anderen Kommentar als Beitrag gebracht - wie auch immer, die Zugriffszahlen auch bei den Kommentaren sind hier erstaunlich hoch, so dass nichts verloren geht. Die Erfahrung mit dem echten Leben ist einfach nur banal. Ich bin ein runder Bayer mit freundlchem Auftritt und werde nur ganz selten rabiat. . FS, auch im Sommer gibt es verregnete Wochenenden, Stichwort Balkantief in Bayern. Und so schön der Tegernsee auch ist, irgendwann werden die ewig gleichen Berge, die gute Luft und die Almen auch fad, also schaut man eben, was die Region so zu bieten hat, und geht hier in eine Landesausstellung und da in eine Kirche, nimt noch eine Galerie in Tölz mit und geht auf den Antikmarkt von Bad Wiessee. In Kochel gibt es ein neues Museum und ins Müntnerhaus könnte man auch mal wieder, und wenn man schon in Innsbruck ist, schaut man zu Schloss Ambras hoch, da sind dann auch die Ambraser Konzerte. http://www.culturall.de/?http://www.culturall.de/kultur/innsbruck/festival/festival.alte.musik/alte.musik.html Man geht da eigentlich gar nicht hin. Man kann ihm eigentlich nicht entgehen.

denken wird angemahnt. dieses...

denken wird angemahnt. dieses findet aber nicht in der oase, vielmehr in der wüste statt. oasen sind prollig. gehn sie mal in eines der sahara-hotels.

0 Don Ferrando 24.06.2009, 04:11 Uhr

"Die Erfahrung mit dem echten...

"Die Erfahrung mit dem echten Leben ist einfach nur banal. Ich bin ein runder Bayer mit freundlchem Auftritt und werde nur ganz selten rabiat" Werter Vetter, ich glaube, das ist der Punkt. Wie immer kann man beim Lesen noch seine Phantasie spielen lassen und sich die Figur selbst vorstellen. Wenn ich Euch dann aber sprechen hörte mit einem Akzent wie Erwin Huber oder ihr Nachbar Horst Seehofer, wäre ich vermutlich furchtbar enttäuscht.

sollte sollte sollte Opern...

sollte sollte sollte Opern sollten von denen finanziert die sie besuchen, auch die im Urlaub!

0 Alter Bolschewik 24.06.2009, 08:39 Uhr

FS, Sie sollten es vielleicht...

FS, Sie sollten es vielleicht mal öfter versuchen, ins Museum zu gehen - es macht Spaß, gerade im Sommer. Hier am Oberrhein hat man mit Basel, Colmar, Strasbourg, Baden-Baden und Karlsruhe eine Fülle hervorragender Museen, die pro Jahr locker zwölf Besuche verdienen. Und wenn man nicht zu den Stützen der Gesellschaft gehört, sondern zu den Maulwürfen, kauft man sich zusammen mit der Geliebten ein Länderticket bei der Bahn, fährt - eingepfercht in ein Zugabteil mit all den vom Don so verachteten kulturlosen Banausen - nach, sagen wir mal, Baden-Baden ins Museum Frieder Burda, besucht eine schöne Ausstellung (hervorragend jüngst die Leihgaben aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien), gönnt sich danach ein Stück Torte auf der Terrasse eines der dortigen Hotels, schlendert noch etwas durch Baden-Baden und verabschiedet sich dann wieder Richtung Heimat. Das ist das, was ich mir unter einem perfekten Sonntagnachmittag vorstelle.

@Denken Dann sollte das...

@Denken Dann sollte das Privatfernsehen auch von denen finanziert werden, die es schauen. Seine Tage waeren schnell gezaehlt. Wuerden dann noch die Millionen, welche die GEZ fuer das Fernsehen jedes eintreibt nicht fuer Musikantestadel und Bundesligarechte ausgegeben, sondern in die Unterstuetzung von Museen gesteckt, waere auch ein Tag mit freiem Eintritt drin!

Im Unterschied zum - im...

Im Unterschied zum - im Wortsinn - alltäglichen Bücherlesen an häufig vertrauten Orten hat das seltenere Bilderbetrachten in Museumsoasen immer wieder was Überwältigendes, ein Aug in Aug mit weissnichtwas. S-Bahnfahren in Frankfurt, darf man nicht machen. In Berlin gibts sogar manch pittoreske Strecke entlang der Stadtrückseite. In Ffm ist das nur ein Beförderungsschlauch für Stadtrand- und Vortortbewohner. Deshalb in Ffm immer nur irgendwo im Dreieck von Nordend, Westend und Sachsenhausen. Und dort geht U-Bahn oder zu Fuß.

Alter Bolschewik, ja, Sie...

Alter Bolschewik, ja, Sie haben ja recht! Ich sollte öfter der Lethargie entsagen und mich Kunstsuchend auf die Socken machen! Mal sehen was der Sommer noch so bringt! :)

0 donalphonso 24.06.2009, 12:46 Uhr

Kleiner Ratschlag:...

Kleiner Ratschlag: Wunderkammer von Burg Trausnitz bei Landshut, eines der schönsten deutschen Museen. Und gar nicht so überlaufen

0 dj michistmeinbesterkunde 24.06.2009, 13:16 Uhr

Ja servas, des trifft ja so...

Ja servas, des trifft ja so nicht nur den Nagel auf dem Kopf, nein!!!! Die Realität ist doch noch viel grausamer!!! Ich empfinde, das in den letzten 10 Jahren die gesellschaftliche Verrohung in einem Maße zugenommen hat, die ich mir am Anfang meines Kunststudiums nie hätte träumen lassen. Heutzutage muss man ja schon froh sein, das noch irgendjemand über " GEMÄLDE " als wohl zutiefst in der Kunsthistorie verankertem Genre zu referieren weiss!!! Ich glaube jetzt noch Medienkunst als Genre anzuführen würde da doch vollkommen überfordern? Selbst das vielzitiert, hochgehaltene öffentlich rechtliche kann dort weder Linderung noch Abhilfe schaffen- Hauptsache man hockt im Café und tut klug- auch wenn man über Frankfurter Küchen nicht so viel weiß. Und wer bittschön ist denn schon Tobias Rehberger - Hauptsache das Kleid sitzt und Hauptsache pumperl g´sund...

@Ivan Damit hätte ich...

@Ivan Damit hätte ich überhaupt kein Problem! Nur zu!

0 Kunstrat Fraischdörfer 24.06.2009, 15:39 Uhr

Alter Bolschewik. . der...

Alter Bolschewik. . der Kunstgenuss in Herrn Burdas Museum wird dadurch ermöglicht, dass jede Woche die Super-Illu verkauft wird. In so ein Museum gehe ich nicht.

Verehrter Don Alphonso, bei...

Verehrter Don Alphonso, bei aller Begeisterung, darf ich zur Abrundung mal an Erich Kästner erinnern? "Die Toren besuchen in fremden Ländern die Museen. Die Weisen aber gehen in die Tavernen." Gruß Hanskarl

0 Alter Bolschewik 24.06.2009, 17:41 Uhr

Kunstrat Fraischdörfer, Sie...

Kunstrat Fraischdörfer, Sie haben da natürlich ein Argument; allerdings ließe sich dieses ausweiten, im Sinne Benjamins (und mit der Gefahr, Devin08 auf den Plan zu rufen ;-) ): . "Wer immer bis zu diesem Tage den Sieg davontrug, der marschiert mit in dem Triumphzug, der die heute Herrschenden über die dahinführt, die heute am Boden liegen. Die Beute wird, wie das immer so üblich war, im Triumphzug mitgeführt. Man bezeichnet sie als die Kulturgüter. Sie werden im historischen Materialisten mit einem distanzierten Betrachter zu rechnen haben. Denn was er an Kulturgütern überblickt, das ist ihm samt und sonders von ener Abkunft, die er nicht ohne Grauen bedenken kann. Es dankt sein Dasein nicht nur der Mühe der großen Genien, sondern auch der namenlosen Fron ihrer Zeitgenossen." . Wer vor einem Gemälde Leonardos nicht mitbedenkt, daß dieser im Dienste Cesare Borgias stand, wird etwa wesentliches an diesem Kunstwerk verfehlen; insofern ist jeder Kunstgenuß bis zu einem gewissen Grad vergiftet. . Zurück zum Burda Museum - soweit ich das sehe, wird das Museum von einer Stiftung getragen, nicht aus den aktuellen Einnahmen des Burda Verlagsimperiums. Was natürlich nichts daran ändert, daß das Stiftungsvermögen dennoch aus Quellen stammt, die dem, was uns die Kunst verspricht, diametral entgegengesetzt sind. Aber welche bedeutende Kunstsammlung ruht nicht auf solchen Fundamenten, von denen man lieber nichts genaues wissen möchte? Und was wäre die Lösung angesichts dieses Dilemmas? Grundsätzlich auf die Kulturgüter verzichten?

Kultur gegen die...

Kultur gegen die Sklavenseele @Alter Bolschewik: Benjamin haut mich nicht so von den Socken, Kästner schon eher. Ich liebe daher alte Tavernen, solche, die mich in ein Museum führen. Und noch mal zu Benjamin: ein wenig zu trivial, dessen Materialismus. Ich halte es da eher mit Lenin, der die Kultur, gerade die alte, fürs Proletariat doch sehr schätzte. Man sollte allerdings in der Lage sein, hierbei das Genie der „Massen“ zu sehen. Solange Ausbeutung herrscht, bliebe der Anblick dessen, und damit mal in einen für sie sehr vorteilhaften Spiegel, der Trostpreis für die geknechteten Proletarier. Nehmen wir nur die Pyramiden in Ägypten oder auch die der Mayas, sind das doch nicht nur Monumente architektonischen und planerischen Genies, sondern eben auch eines der Organisation der Massen. Letzteres – die Organisation der Massen – geht nicht ohne das Zutun dieser Massen. Gesellschaftliche Arbeit, in einer Entwicklungsphase der Geschichte der Klassengesellschaft, in der es eine solche noch gar nicht gab – herrschte doch im Prinzip Sklaverei ringsum (aber eben nicht in Ägypten!) -, als die wichtigste Form ihrer Lebensäußerung (solange die Arbeit insgesamt noch nicht obsolet ist), konnte nur so den Massen vor Augen geführt werden, wo doch ihr übriges Leben ziemlich armselig war. Solch herausragende Events prägen das Genie der Massen, stärken ihr Selbstbewusstsein, machen sie immun gegen Sklavenseelen. Und genau letzteres ist die Voraussetzung für eine revolutionäre Erhebung, falls diese nötig wird. War das doch der Grund für, warum Marx davon so überzeugt war, dass das Proletariat die einzig noch revolutionäre Klasse ist – ihre Organisation in der Industrie nämlich. Inwieweit die abstrakte Ausbeutung einer abstrakten Arbeit (siehe auch zu Strobl: http://blog.herold-binsack.eu/?p=295 – Keine semantische Offensive), nun seine Kriterien noch erfüllt, darüber darf man ruhig nachdenken, wenn man zur Frage des Vorhandenseins eines revolutionären Subjekts im aktuellen Kapitalismus eine Antwort sucht.

0 donalphonso 25.06.2009, 09:40 Uhr

Kunstrat Fraischdörfer, auch...

Kunstrat Fraischdörfer, auch wenn es noch ganz andere Schändlichkeiten beim Zusammentragen von Museen gibt: Diese fortgesetzte Scheusslichkeit tut weh.

0 donalphonso 25.06.2009, 09:42 Uhr

Hanskarl, ich glaube, auf die...

Hanskarl, ich glaube, auf die richtige Mischung kommt es an - abgesehen davon, dass ja auch Museen inzwischen Tavernen besitzen.

nach der beeindruckenden...

nach der beeindruckenden cranachausstellung (haben sie diese gesehen?) im jahre 2008 bin ich bereit dem städel sogar die caravaggisten zu verzeihen ;) aber die museen sind sowieso eine sache für sich. ein befreundeter kunsthistoriker von mir stellte in bezug auf die wahrnehmungsunterschiede einen schönen vergleich an: er war nämlich der meinung, daß das empfindungs- & warnehmungsspektrum, das einem wiederfährt- wenn man sich einerseits mit gedruckten reproduktionen befasst bzw. dazu gezwungen wird sich in überlaufenen ausstellungen den werken anzunähern und auf der anderen seite die möglichkeit erhält das original aus nächster nähe in einem ruhigen einsamen raum wissenchaftlich zu untersuchen, anzufassen, zu betrachten etc.- dem unterschied zwischen einer bezahlten peepshow und zwischen einer tief empfundenen liebe gleichen würde.

0 Kunstrat Fraischdörfer 25.06.2009, 18:18 Uhr

la perla, . Ein schöner...

la perla, . Ein schöner Vergleich. Dafür danke ich Ihnen und dem mit Ihnen befreundeten Kunsthistoriker.

0 Alter Bolschewik 25.06.2009, 21:04 Uhr

@Devin08: Es tut mir leid,...

@Devin08: Es tut mir leid, aber in den Monumentalbauten religöser Kunst, sei's nun der Ägypter, der Maja oder auch des christlichen Mittelalters kann ich wenig von einer positiv konnotierten "Massenseele" entdecken. Für mich ist das steingewordene Ideologie, illusorisch Gemeinschaftlichkeit, die gerade die Klassenspaltung verhüllte und keineswegs Ausdruck einer durch ein wie auch immer geartetes freies Einverständnis zustandegekommenen Kollektivität. Und ich glaube, daß die armen Schweine, die die Steinquader für das Grabmal ihres Gottkönigs zuhauen und aufeinanderschichten durften, dies noch nicht einmal in ideologischer Verblendung freiwillig taten, sondern daß dort gnadenlos die Peitsche geschwungen wurde. Doch, doch, Benjamins "namenlose Fron der Zeitgenossen" trifft es zweifellos besser. . @laperla: Letzte Woche, als ich in der Glasgower Burrell Collection völlig unerwartet zwei superbe Cranachs in einem kleinen Raum ungestört und lange bewundern durfte, mußte ich auch an die Frankfurter Cranach-Austellung, das damalige Geschiebe und Gedänge denken; ich wäre nicht auf den von Ihnen angeführten Vergleich gekommen, aber das trifft mein Gefühl schon ziemlich genau. Und trotzdem hätte ich die Frankfurter Peepshow damals nicht missen mögen...

In den USA gibt es häufig...

In den USA gibt es häufig Tage, an denen Besucher kostenlos in den Genuss eines Museumsbesuch kommen können. Die Museen müssen in der Tat verwahrlost und vom Vandalismus gezeichnet sein. @Blackjack: Warum denn keine "billigen Soaps"? Es gibt Universitätsseminare, die sich dieser Kunst- und Kulturform der Postmoderne widmen. Und es gibt sogar eine große Anzahl Akademiker, die sich ihr tagtäglich hingeben. Eine mainstreamhafte Ergänzung zum scheinbar elitär anmutenden Museumsbesuch.

0 ErnstWilhelm 27.06.2009, 11:30 Uhr

Nach laengerer Zeit mal wieder...

Nach laengerer Zeit mal wieder ein wirklich gelungener Beitrag. Bildung und das Streben nach Wissen sind global auf dem absteigenden Ast. Zwei Entwicklungen treten hier hervor. Die Unterschicht will sich durch Bildung nicht (mehr) emanzipieren. Und in der Oberschicht dient die Bildung zunehmend nur noch als Instrument des oekonomischen Machterhalts. Insgesamt ein Rueckschritt in der kulterellen Entwicklung der Menschheit, insbesondere des Westens. Ich werde mich bei Gelegenheit mal etwas laenger darueber auslassen. Gruss aus Baku Ernst Wilhelm

0 dunnhaupt 28.06.2009, 18:41 Uhr

Bei freiem Eintritt für alle...

Bei freiem Eintritt für alle dürfte sich nach anfänglichem Ansturm schon bald herausstellen, dass genau dieselben Leute genau so oft wie vorher ins Museum gehen. Und das ist gut so.

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.