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Der sehr lange Todesatem der nicht ganz so guten Kreise

28.06.2009, 02:11 Uhr  ·  Wo man hinschaut: Prozente. Was früher ein sicheres Zeichen für Ramsch war, frisst sich wie ein Geschwür in gute und beste Lagen, und noch nicht einmal die noble Brienner Strasse - bestes München für die beste Gesellschaft - bleibt verschont. Kissenbezüge für 15 Euro, Quasten 70% Nachlass, Lampenfüsse 550 statt 1200 Euro - es wird billig, und es ist alles so entsetzlich billig. Weil es zu viel davon gibt. Noch.

Von

 

Das Penchant fürs Bizarre und Exzessive, das ich mit so vielen meiner Altersgenossen teilte, ist gewiss nicht nur auf Snobismus und Originalitätssucht zurückzuführen.
Klaus Mann, Der Wendepunkt

[Nächtliches Gerede ohne Hand und Fuss] Wir waren jung, verwöhnt, vielleicht ein klein wenig dumm und ziemlich unerfahren. Wir studierten ohne grosse Begeisterung und brachten die Nächte an den Orten zu, wo man uns kannte und andere nicht einliess. Es waren die letzten Tage der alten Bundesrepublik, der Osten war noch rot und nicht langweilig verkommen. Manchmal standen wir am Montag Morgen im Brunnen des alten botanischen Gartens, eine Reminiszenz an jene berühmte Szene in Fellinis Dolce Vita, die Ohren dröhnten noch vom Rausch der Nacht, und vor uns floss der Berufsverkehr vorbei; eine Welt, die wir nicht verstanden, und, so das Versprechen der Jugend, auch nicht verstehen mussten.

Wir trugen schwarze Anzüge von Gaultier und Hemden von Byblos, und I., die auch nach München gewechselt war, hatte das leichte Sommerkleid von Laura Ashley an, das sie sich ein paar Tage vorher in unserem Beisein ausgesucht hatte. Kurz darauf beging ihr Vater einen Selbstmordversuch, ein paar Wochen später, als es zu kalt für den Brunnen war, fiel die Mauer, und wir sassen leicht derangiert in einem TV-Studio, als Vertreter der Jugend angesichts historischer Zeiten, und benahmen uns schrecklich unpatriotisch daneben, weil wir ahnten, dass es nicht gut enden würde. Deutschland wurde wiedervereint, I. musste ihr Kleid einpacken und München verlassen, und bald war auch das Park Cafe nicht mehr das, was es einmal war.

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Kleider von Laura Ashley waren und sind, wie der ganze Konzern, so eine Sache, die nicht allen und jedem gefallen muss. Auch ich hatte meine Vorbehalte, aber an I. sah es sehr fein aus. Es gibt für alles einen gewissen Typ. Zudem wird man milde, und als ich vor drei Jahren meine aktuelle Hauptwohnung renovierte, nahm ich Farben eben jener Marke, und strich den Hauptraum in I.s kühlen Sommerkleidtönen. Es war gar nicht so leicht, die Farben zu bekommen; billig sind sie nicht, und trotzdem waren sie praktisch kaum lieferbar. Zu viel globaler Bedarf, von den Lofts in Manhattan über Cottages in Surrey bis hin zur Münchner Isarvorstadt. Es war die Zeit der Inflation bei den Luxusmarken; es gab immer mehr Firmen mit immer höheren Preisen und dennoch steigender Nachfrage.

Und so gegen 2004, zuerst im angloamerikanischen Sprachraum und dann auch in Deutschland, stellte man fest, dass man all das Geld in diesen kalten Designerwohnungen nicht unterbringen kann. Dolce&Gabbana präsentierten ihre Modelle auf persischen Teppichen unter Kronleuchtern. Schlagartig ging das alles wieder. Muster. Farben. Byzantinische Pracht. Mosaik. Schwere Stoffe für den Winter, leichte Stoffe für den Sommer. Goldene Wände. In einem goldenen Zeitalter, finanziert durch Überschuldung, wertlose Bankpapiere und den Glauben, es werde schon alles gut gehen. Und die Käufer würden auch jede Saison neue Vorhänge brauchen, neue Quasten und andere Posamenten. Glaubte man. Wohl auch bei eben jener Firma.

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Nun, jung bin ich nicht mehr, verwöhnt schon eher, und immer noch ein klein wenig dumm genug, mir grüngoldgestreifte Vorhänge aus Naturseide nähen zu lassen. Dazu fand ich in einem kleinen Laden in Mantua die passenden Quasten. Die Wohnung am Tegernsee ist ergänzend grün gestrichen, und mit goldenen Schnitzereien der Rokoko versehen. Auch der Brokat der barocken Stühle greift die Farben auf. Ich wäre verrückt, würde ich das ändern. Das alles ist zeitlos, hält praktisch unbegrenzt, und gerade jetzt werde ich sicher nicht anfangen, in dieser Krise, mich neu einzurichten. Es hält, es ist gut, es war nicht billig, und so werde ich keine neuen Stoffe und Quasten kaufen, auch wenn es heute weniger als die Hälfte kostet. Season Sale nennt sich das.

Man könnte es auch als Käuferstreik bezeichnen. Käufer entdecken gerade, dass man in den letzten Jahren einen grossen Fundus angelegt hat, an Tagesdecken und Bettüberzügen, an Schuhen und Nippes, an Möbeln und Geschirr. Gewisse Kreise lebten sehr davon, dass Mode nicht mehr die Kleidung war, sondern alles, was einen umgab. Geraffte Lampenschirme statt silbergestreifte Exemplare, Seidenbrokat statt Ledersofas, Labradoodle statt Siamkatzen. Nicht jede dieser Entwicklungen gereichte der Klasse zum Vorteil, und nun, da man sich enthaltsam gibt, ist alles auf diesem Status eingefroren. Die tonangebenden Zeitschriften, frei von Werbung und Wallstreet-Wohnungen, zeigen Bauernhäuser und Biedermeier. In dieses Nichts, dieses monetäre Vakuum hinein ist entlang der Brienner Strasse in München Räumungsverkauf. Nicht schick.

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Auch die Saudis frequentieren diesmal andere Geschäfte; ihre Blagen krakeelen auf der Strasse herum, während die Verschleierten billiges Zeug in einem Souvenirgeschäft erwerben. Auch andere zurückgebliebene Wüstenregionen müssen sparen: So hat die Landesbank Baden-Württemberg gerade allen besseren Immobilienbesitzern Münchens einen Schock verpasst, als sie die feierliche Grundsteinlegung zweier Prestigebauten im Stadtzentrum vorerst absagte. Sollte, so fragt man sich, nun die Zeit vorbei sein, als man den Quadratmeter noch für 6000 Euro anbieten konnte? Gibt es gar eine Blase der Residenzen, eine Krise im Palaisgeschäft, droht die Pleite im Carrée? Fast drei schwäbische Milliarden sollten in den München Boden sickern. Wenn die das jetzt in Frage stellen…

Nun, dann muss sich auch so mancher Münchner überlegen, ob seine Immobilie wirklich so viel wert ist wie das, was in edel auftretende Anzeigen offiziell verlangt wird. Dazu kommt der Umstand, dass nur die wenigsten ein paar Millionen haben, die sie auf Risiko investieren können. Immobilienerwerb in München ist schuldenbasiert. Diese Dinger, die gerade in Amerika so üble Folgen haben. Nebenbei wird in München gerade eher entlassen. Nicht die beste Zeit für ein neues Luxussofa, wenn das alte Sofa auch erst zwei Jahre alt ist. Und so kommt es dann zum grossen Innehalten, die Maden brauchen tatsächlich erst den alten Speck auf, und wenn sie in ein, zwei Jahren immer noch da sein sollten, werden sie bei den Überlebenden vorbei schauen und wieder konsumieren. Wenn sie nicht nach Nordschwabing ziehen mussten.

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Es ist nicht die beste Zeit, um jung, verwöhnt, vielleicht ein klein wenig dumm und ziemlich unerfahren zu sein. Sorglosigkeit ist kein Zukunftskonzept, man muss genau rechnen und natürlich dennoch so tun, als gäbe es keine Probleme. Die Verweigerung schön reden, auch wenn man nicht weiss, was man in der Zeit tun soll, die man mit dem einkaufen verbracht hat. Worüber man redet, wenn man nichts Neues besitzt. Die Gründe für diesen Umstand sind jedenfalls nicht geeignet, einen Abend ansprechend zu gestalten. Den man auch nicht mehr in den teureren Restaurants zubringt. Im Sommer lässt sich das leicht durch den Besuch der Biergärten kaschieren. Statt der Wohnung dekoriert man das Leben um.

Und überlässt jenen das Geschäft mit den Prozenten, die gerne Luxus hätten, aber den Preis nicht zahlen wollten. Ein seltsames Publikum ziehen solche Aktionen an. Der charmante Herr P. etwa wird sich anschauen, wenn Creti und Pleti durch seinen Laden marodiert, alles anfasst und noch handeln will. Aber es gibt zu viel Luxus für die Krise der reichen Leute, das alles muss erst mal weg, und dann wird es Leichen geben, Ausverkäufe, leere, teure Immobilien, und die Gewissheit, dass die guten Zeiten erst mal vorbei sind. Jetzt wären ein paar innere Werte ganz nett. Oder zumindest eine DVD-Beilage.

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Begleitmusik: Ganz sicher unmodern und zeitlos ist dagegen der Tonträger 40 voices, der zu einer Entdeckungsreise zur polyphonen Vokalmusik der Renaissance einlädt. Zu komplex, um wie die Vulgärgregorianik als modischer Entspannungssingsang zu enden, der Masse unbekannte Komponisten, die nicht partysmalltalktauglich sind, und eine erfreuliche Alternative zu all den Netrebkovereien, mit denen eingängige Konzertsommer aufzuwarten belieben.

 
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Lesermeinungen zu diesem Artikel (94)
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0 Don Ferrando 28.06.2009, 08:01 Uhr

Sehr schön und...

Sehr schön und treffend! Vielleicht sollte man den nicht-Münchnern noch sagen, dass Nord-Schwabing eigenlich Milbertshofen heisst und mit dem Wedding oder anderen No Go Areas vergleichbar ist !

0 perfekt!57 28.06.2009, 08:42 Uhr

... sondern vor allem auf...

... sondern vor allem auf meine Drogensucht (Klaus Mann). Er lag wohl mit Teilen seiner Selbsterkenntnis nicht ganz weit daneben. . Wobei Thomas und Katia dies Wort (Sucht) nie in den Mund genommen hätten und haben. Die verständigten sich, wie bekannt, anders, waren aber einer Meinung: "Wenn der Junge doch bloß das Kleinbürgerliche sein lassen könnte... ."

0 donalphonso 28.06.2009, 08:49 Uhr

"Freimann" ist auch noch so...

"Freimann" ist auch noch so ein Wort, das man nicht erwähnt. Oben sind übrigens die Blocks beim Schwabinger Krankenhaus - auch nicht die feinste aller Gegenden. Eigentlich ist sowieso die Maxvorstadt das wahre Schwabing.

0 donalphonso 28.06.2009, 08:51 Uhr

Ich habe mal ein Interview mit...

Ich habe mal ein Interview mit einem alten, drogensühtigen Vetreter der beatliteratur gemacht, und der meinte, dass die Drogen früher sehr viel weicher waren. Nicht umsonst liest sich ein Skandalschocker der 20er Jahre wie Pitigrillis Kokain heute wie eine leichte Sommersatire.

0 Alter Bolschewik 28.06.2009, 09:11 Uhr

Werter Don, um 4.11h noch am...

Werter Don, um 4.11h noch am Recher und um 10.49 (sonntags!!!) schon wieder der erste Kommentar - was für einen entsetzlichen Ausbeutungsvertrag haben Sie mit der FAZ? Der (ganz gelegentlich doch irgendwie verspürte) Neid ob Ihres Daseins beginnt sich langsam in Mitleid zu verwandeln... Oder ist es einfach die Sorge um den Sunbeam, der Sie nicht schlafen läßt?

einfach nur schön, einen...

einfach nur schön, einen Sommer-Sonntag mit diesem Artikel zu beginnen.

0 ErnstWilhelm 28.06.2009, 09:48 Uhr

Gibt es in München noch ein...

Gibt es in München noch ein Laura-Ashley-Geschäft? Dann sollte ich mal meine Frau dorthin einladen. Das Geschäft in Hamburg schloss gerade, als wir 2004 nach Moskau zogen. Mit einigen Accessoires eben dieser Marke. Vor allem die Vorhänge machen sich in der postsowjetischen Innenarchitektur mit Kronleuchter und Stuckdecke sowohl in Moskau als auch in Baku sehr gut. Gruß aus Baku Ernst Wilhelm

0 Don Ferrando 28.06.2009, 10:12 Uhr

Bei nochmaliger Lektüre...

Bei nochmaliger Lektüre erinnere ich mich plötzlich, dass die Vereingten Werkstätten schon 1991 Konkurs gemacht haben. Das war schon der eigentliche Niedergang in der Brienner Straße!

0 Grimaldeli 28.06.2009, 10:29 Uhr

Danke fuer den Tip Don...

Danke fuer den Tip Don Alphonso! Habe in "40 VOIX" kurz reingehoert. Gefaellt mir sehr und morgen werd ich die Disc bei FNAC abholen! Sie ist auf disponible und , quelle ironie, preiswert zu haben.

danke für die...

danke für die musikempfehlung!

0 Grimaldeli 28.06.2009, 12:54 Uhr

@Alter Bolschewik Aus...

@Alter Bolschewik Aus Erfahrung: 5 Stunden Schlaf reichen vollkommen aus. Dazu zwischendurch ab und zu autogenes Training usw.usw. Bin jetzt 55 Lenze und praktiziere das seit ewigen Zeiten!

0 kleinerberg 28.06.2009, 14:57 Uhr

nordschwabing ist doch...

nordschwabing ist doch überall. irgendwann kommen die menschen und wollen zur stadt gehören. billig in die höhe gebaut muß dieses gelumpe überall aber teuer bezahlt werden. man gucke mal in die "immowelt 24"- und die autos die davor parken sind nicht das letzte. nur gerade da landet garantiert kein laura ashley an der wand oder auf dem sofa, egal wie preisverfallen. . andererseits geschiehts ganz recht( nicht dem charmanten herrn p.-dem wird spätestens jetzt klar,dass der schein trügt),wenn firmen in taiwan china sonstwo produzieren lassen-sich auf diese weise wahrscheinlich nur ladenräume in bester lage leisten konnten- denn vermutlich drückt eher bei den mieten der schuh,als beim ausbleibenden konsum. die konsumenten sind da nichts anderes als zahlende mieter gewesen. es ist doch komplett anders von edler ware zu sprechen,wenn es sich meinetwegen um frankfurter schuhhandwerkskunst handelt. so jemanden würde man auch in der hintersten gasse aufsuchen,als geheimtip quasi.

Luxusraumfarben sind aber eher...

Luxusraumfarben sind aber eher prollig, intellektuelle Wohlhabende benutzen nur beste schadstofffreie Biofarben, die auch nicht günstig, wenns oberflächlich nur darum geht.

0 Schönwetter 28.06.2009, 15:33 Uhr

Schönes Wort: "...ihre BLAGEN...

Schönes Wort: "...ihre BLAGEN krakeelen..." (im Absatz "Auch die Saudis...). Liegt da vielleicht ein "freudscher Verschreiber" = Mischung aus PLAGEN und BALGEN vor?

Enthalten Laura Ashley Farben...

Enthalten Laura Ashley Farben irgendwelche geheimnisvollen Zusätze, die nicht an der Standard-Farbmischstation vorhanden sind? Gemahlene Fischschuppen? Ich denke, dass eigentlich die Farbrezeptur ausreichen sollte, um sowas in jedem Baumarkt weltweit anzurühren. Bei Autolacken ist es so. Ist ja auch nicht sehr umweltfreundlich, fertig angerührte Farbe dann um den halben Globus zu schicken.

0 Klingenberger 28.06.2009, 16:10 Uhr

Ganz netter Artikel. Doch wie...

Ganz netter Artikel. Doch wie schrieb Karl Jaspers (Dieser Herr Jaspers wird den jungen Menschen kaum noch bekannt sein, denn sie waren ja mit Konsum beschäftigt) im Jahre 1946 so schön:"Politische Schuld: Sie besteht in den Handlungen der Staatsmänner und in der Staatsbürgerschaft eines Staates, infolge derer ich die Folgen der Handlungen dieses Staates tragen muß, dessen Gewalt ich unterstellt bin, und durch dessen Ordnung ich mein Dasein habe.

0 Wessinger 28.06.2009, 16:51 Uhr

Sehr geehrter Don...

Sehr geehrter Don Silberkännchen! Hier ein Tischchen, dort ein Sessel mit Brokatbelag, ein Sofa, goldgrün, Barockengel an den Wänden, Schuhe von Pellegrini aus Mantua oder Brescia oder sonst woher, zwischen all den Dingen hocken Sie herum und hören Musik der Rennaissance, dann viel Spaß in ihrer Höhle von Dingen, die von Motten zerfressen werden, von Räubern bedroht und dem Untergang geweiht sind. Halten Sie sich fest am Silberkännchen, das gibt Ihnen noch ein bisschen Halt in Zeiten der Krise! Oder noch besser, lassen Sie den ganzen Krempel los! Verschwenden Sie nicht Ihr Herz an diesen käuflichen Unsinn!

0 Grimaldeli 28.06.2009, 17:09 Uhr

@Wessinger Armer Wessinger!...

@Wessinger Armer Wessinger! Sie werden es nie verstehn! Aber das ist halt der feine Unterschied. Gott sei es gedankt!

0 donalphonso 28.06.2009, 17:28 Uhr

Wessinger, es wäre schlimm,...

Wessinger, es wäre schlimm, wenn alle so wie Sie oder ich dächten. Ihnen das Nichts, mir alles. Glauben Sie mir, ich lebe in meinen Gemäuern glücklich und zufrieden, und nur, wenn ich mal wieder in einem Schloss war, denke ich, dass noch das ein oder andere möglich wäre. Ich betrachte das alles einfach als Bereicherung meines Lebens. Es muss natürlich nicht sein, aber es ist alles sehr angenehm. Und das ist ion Zeiten wie den unsrigen schon einiges.

0 Frundsberg 28.06.2009, 17:35 Uhr

Laura Ashley ist...

Laura Ashley ist selbstverfreilich absolut comme il faut, und außerdem: de gustibus non est disputandem. Solange es nicht Unartigkeiten wie der sogenannte Kolonialstil sind, die man nur sehr guten Freunden nachsieht. Von Versace ganz zu schweigen, aber wer will schon solche merkwürdigen Leute zu seinen Bekannten zählen. Nun zu den sogenannten "Blagen", lieber "Schönwetter": Eine nicht nur in Bayern gebräuliche Bezeichnung für die halslosen Ableger gewissenloser Leute, die zur Beruhigung der eigenen Nerven meinen, ihrem soziopathischen Nachwuchs an jedem Sonntagmorgen konzedieren zu müssen, die vom charmanten Bacchanal des Vorabends und/oder der erfolgreichen Jagd nach dem anderen Geschlecht geschwächten und daher sehr ruhebedürftigen Nachbarn durch lautes Geplärre und Gekreische vom dringend benötigten Regenerationszyklus abzuhalten. Womit dann nur noch hilft, mit grimmigen Gesicht und den Überresten 'ihrer' La Perla-Dessous zwischen den Zähnen auf den Balkon zu treten und laut "Kiiinder - Bonbons !" zu rufen - und siehe da, sofort werden die Wänste von besorgten Müttern in ihre Behausungen zurück gezerrt. Um wieder auf das Thema zurückzukommen: Untergehen wird das System so oder so; wollen wir es doch wenigstens stilvoll begehen.

0 donalphonso 28.06.2009, 18:19 Uhr

Alter Bolschewik, es ist eine...

Alter Bolschewik, es ist eine Zweitbeschäftigung. Ich muss noch an etwas anderem arbeiten, als da waren a) die übervollen Dachrinnen meiner Eltern. Da gäbe es zwar einen Gärtnerdienst, aber eben nicht am Samstag, als die Unwetter kamen. b) ein vom hiesigen Texten losgelöstes Konzept für etwas gänzlich anderes was zur Verspätung des Freitagsbeitrags geführt hat. Und heute musste ich unbedingt auf den Antikmarkt. Daher das schnelle Aufstehen, Freischalten und Loseilen. . Ich denke, man muss mich weder bedauern noch neidisch sein. Ich mache das gerne und freue mich, wenn es gefällt.

0 perfekt!57 28.06.2009, 18:22 Uhr

Eigentlich ist Don ja kein...

Eigentlich ist Don ja kein Bürgerlicher; man weiß auch nicht recht, ob er das von sich glaubt. "Ach wenn in unsrer engen Zelle // Die Lampe freundlich wieder brennt, // Dann wird's in unserm Busen helle, // Im Herzen, das sich selber kennt. // Vernunft fängt wieder an zu sprechen // Und Hoffnung wieder an zu blühn; // Man sehnt sich nach des Lebens Bächen, // Ach! nach des Lebens Quelle hin." - Faust I, Vers 1194 ff. . "Sie streiten sich, [..] um Freiheitsrechte; // Genau besehn, sind's Knechte gegen Knechte." - Faust II, Vers 6962 f./ Mephistopheles . "Rechnung für Rechnung ist berichtigt, // Die Wucherklauen sind beschwichtigt, // Los bin ich solcher Höllenpein; // Im Himmel kann's nicht heitrer sein." - Faust II, Vers 6041 ff. / Marschalk . "Wie sich Verdienst und Glück verketten, // Das fällt den Toren niemals ein; // Wenn sie den Stein der Weisen hätten, // Der Weise mangelte dem Stein." - Faust II, Vers 5061 ff. / Mephistopheles . "Daran erkenn ich den gelehrten Herrn! // Was ihr nicht tastet, steht euch meilenfern, // Was ihr nicht faßt, das fehlt euch ganz und gar, // Was ihr nicht rechnet, glaubt ihr, sei nicht wahr, // Was ihr nicht wägt, hat für euch kein Gewicht, // Was ihr nicht münzt, das, meint ihr, gelte nicht." - Faust II, Vers 4917 ff. / Mephistopheles . Oder noch anders: Ossietzkys "Weltbühne" hatte maximal 33.000 Abonnenten. Und die NSDAP vereinte bei der Reichstagswahl am 5.3.33 reichsweit 43,9% der abgegeben Stimmen auf sich. Und Thomas Mann kam erst garnicht von seiner Lesereise nach Deutschland zurück. Weil der wusste, was geschrieben steht. . Die genannten Kreise also sterben nicht aus. Sie sind wohl vielmehr die Substanz. . http://de.wikipedia.org/wiki/Ossietzky . "Ossietzkys Leistungen in Mathematik bzw. im kaufmännischen Rechnen waren aber auch im Gegensatz zu anderen Fächern nur schwach. Seine Interessen waren eher auf Literatur und Geschichte gerichtet. So schwänzte er schon in jungen Jahren die Schule, um ungestört literarische Klassiker wie Schiller, Goethe und Hölderlin zu lesen. ... . Ossietzkys Biographen bemerken, dass er während seiner Zeit im Justizdienst eine Art Doppelleben geführt habe. Tagsüber verbrachte er die Stunden auf dem Amt, abends besuchte er so viele kulturelle und politische Veranstaltungen wie möglich. Nebenher schrieb er viele Gedichte. ... . Von Spandau aus wurde Ossietzky am 6. April 1933 in das neu errichtete Konzentrationslager Sonnenburg bei Küstrin verschleppt. Dort wurde er ebenso wie die anderen Häftlinge schwer misshandelt. Die Zustände in dem anfänglich von der SA geführten Lager führten schließlich dazu, dass die SS unter Heinrich Himmler im Frühjahr 1934 das Lagersystem professionalisierte. ... . Ende 1934 wurde der völlig abgemagerte Ossietzky in das Krankenrevier verlegt. Dem Bericht eines Mithäftlings zufolge sollte Ossietzky im Krankenlager durch Spritzen getötet werden. Ob Ossietzky aber, wie der Häftling behauptet, tatsächlich Tuberkulose-Bazillen injiziert wurden, ist nicht zweifelsfrei erwiesen. ... . Aufgrund der im folgenden Absatz geschilderten öffentlichen Aufrufe wurde Ossietzky schließlich im Mai 1936 in das Berliner Staatskrankenhaus der Polizei überführt, wo eine schwere offene Lungentuberkulose im fortgeschrittenen Zustand diagnostiziert wurde. ... . Trotz der Mobilisierung der internationalen Öffentlichkeit scheute sich das Nobelpreiskomitee im Jahre 1935, den Preis an Ossietzky zu verleihen. Denn die nationalsozialistische Regierung hatte starken außenpolitischen Druck auf die norwegische Regierung ausgeübt. Daraufhin wurde der Preis für 1935 an keinen anderen Kandidaten vergeben." . . Sterben tun am Ende immer nur die Anderen. .

0 donalphonso 28.06.2009, 18:29 Uhr

Ernstwilhelm, soweit ich...

Ernstwilhelm, soweit ich weiss, ist es das einzige Geschäft in deutschland. Man munkelt zwar so einiges - dem gesamten Konzern soll es gerade eher mau gehen - aber es sieht nicht nach Geschäftsauflösung aus. . Das Ende der Vereinigten Werkstätten ist natürlich tragisch gewesen, hatte aber auch, nun, ich will nicht ungerecht sein, aber man fühlte sich in jenem geschäft nicht immer wie ein König, sondern mitunter eher störend, wenn man nicht kaufen, sondern etwas anmerken wollte. Als bei den VW-Sesseln meiner Eltern ein paar Eisenstreben in den Polstern brachen, wurden sie dann andernorts restauriert. Erstklassige Qualität, sicher, es lohnte sich. Nur eben nicht dort, wo sie in den 70er Jahren herkamen.

0 bluecotton 28.06.2009, 18:36 Uhr

Ja, es hat sehr gefallen. Das...

Ja, es hat sehr gefallen. Das auf jeden Fall.

0 donalphonso 28.06.2009, 18:37 Uhr

Nun, was die Musik angeht: Ich...

Nun, was die Musik angeht: Ich wünschte, icn hätte einen umfassenden Geschmack, aber so wird es wohl dauerhaft in diesem Rahmen vom Mittelalter bis (meist) zum Ende des 18. Jahrhunderts bleiben. Wobei auch mitunter in den Zitaten eine Empfehlung ist. . Mir hängen solche Nächte durchaus nach. ich kann durchmachen, aber dann schlafe ich auch 14 Stunden am Stück. Heute aber hat es sich rundum gelohnt.

0 donalphonso 28.06.2009, 18:45 Uhr

Kleinerberg, was Herrn P....

Kleinerberg, was Herrn P. angeht; ich vermute, dass der Kundenstamm ihn mittelfristig retten wird. Einfach, weil eine gewisse Schicht in solchen Zeiten auch zusammenrückt und ihre Dinge eben nur dort kauft. Wel man diese Leute gezielt unterstützen will. Das ändert nichts an dem Problem, dass die Überproduktion von Luxus auf einen gesättigten Markt trifft, und auch nichts am Zwang, unter Preis und unter Niveau zu verkaufen. Mittelfristig sehe ich bei solchen eingesessenen Betrieben mehr Chancen als bei jenen, die global austauschbar sind. Die leben aktuell nur vom Preisdiktat in schrumpfenden Märkten gegenüber den Herstellern. Das wird nach einer Weile nicht mehr gehen, weil sie zu gross sind, und jeder schon ein neues Sofa hat.

Der Don kann nur nicht anders,...

Der Don kann nur nicht anders, er ist in seiner Weltsicht und Lebenserfahrung stark beschränkt, dass dann aber intensiv und unterhaltsam. München Anfang der 90er ist in etwa so spannend wie den jährlich wachsenden Wohlstandsbauch zu betrachten. Wirklich leben tat man damals und tut es auch heute nur in Berlin, zumindest auf Deutschland bezogen, der Rest ist nett, aber halt ungemein langweilig. Deutschland hat viele schöne Ecken, da reicht dann aber auch jeweils eine Woche Urlaub, bei längeren Aufenthalten wird man depressiv, aber wem das als Lebensanspruch schon reicht... ;-)

@Philipp Gewiss ist die...

@Philipp Gewiss ist die Weltsicht des Don beschränkt, das dürfte er mit Ihnen, mit mir und den meisten anderen Menschen gemein haben, wer hat schon eine olympische Weltsicht? Außerdem ist der Don eine literarische Figur und keine reale Person - Literarische Figuren sind immer etwas enger konzipiert. Gerade die Beschränktheit macht ihn interessant, weil er ein Milieu vorstellt, in das ich im realen Leben nur sporadisch Einblicke erhalte. Und er ist in seinem eigenen Milieu exzentrisch genug, um es beobachten zu können. Was heißt eigentlich "wirklich leben"? Geht das - bei den heutigen Kommunikations- und Reisemöglichkeiten - wirklich nur in Berlin? Im Gegensatz zum Don schätze ich Berlin durchaus und bin auch jedes Jahr mehrmals dort, aber etwa mit Paris und New York verglichen hat selbst Berlin etwas Verschlafen-Kleinstädtisches (man beachte die hohe Zahl der Matratzen-Paradiese in Berlin, die mir kein Zufall zu sein scheint, der Berliner als solcher pennt gern und viel, besonders zur andernorts üblichen Kernarbeitszeit, so scheint es mir). München ist eben eine Stadt, in der auch sehr viel Geld erarbeitet, nicht nur ausgegeben wird wie in Berlin. Vielleicht wäre es auch möglich, dass die Vielfalt als solche, z.B. die regionale Vielfalt Deutschlands oder auch die soziale Vielfalt der Teilmilieus faszinierend ist. Warum sollte München dann langweiliger sein als das seinerseits in fest gegeneinander abgeschottete Kieze unterteilte Berlin? Diese unterschiedlichen Berliner Milieus haben auch nur eine sehr begrenzte Wahrnehmung voneinander.

0 Schönwetter 28.06.2009, 22:45 Uhr

@Frundsberg (19:35 Uhr) Besten...

@Frundsberg (19:35 Uhr) Besten Dank für die Definition (für "Blagen"). So kann man beruhigt, weil wieder ein Stückchen schlauer, schlafen gehen...

oh jaaa, es waren noch zeiten,...

oh jaaa, es waren noch zeiten, in denen man in irgendeinem möblelladen in der nähe von frankfurt eine filliale von laura ashley aufsuchen konnte und sich dort mit wunderschön geschliffenen weingläsern bis zum geht nicht mehr eindecken konnte... ach der konsumrausch... & heute? heute blieb nichts mehr davon übrig: die stammkundenkarte höchstpersönlich liegt seelenruhig aufbewahrt in irgendwelchen schuhkartons als erinnerungsstück, edel verblaßt und gediegen mit spinnweben bedeckt. & die gläser? die sind längst kaputt gegangen... zu filigran & zu oft benutzt... :)

0 kleinerberg 28.06.2009, 23:29 Uhr

perfekt57, ich wüsste mal...

perfekt57, ich wüsste mal gerne wie strassen und schulen konkret zu ihrem namen kommen. vor zwei wochen hatte ich in der carl von ossietzky schule,blücherstrassse berlin zu tun. diese schule ist eine bauliche katastrophe-ist es nicht eigentlich eine frechheit, sich mit einem geistigen überbau zu schmücken und gelehrt wird in bauschrott?

@Frundsberg: Gerundien werden...

@Frundsberg: Gerundien werden im Lateinischen o- bzw. a-Dekliniert! . Wäre ich gehässig, käme mir - ach nein lassen wir das lieber, oftmals zählt ja auch der Wille. Wenngleich der erste Satz und der letzte in dieser Form wie eine selbsterfüllende Prophezeihung wirken. Und dennoch muss ich da an einen älteren Artikel von Don Alphonso hier in diesem Blog denken.

don. sehr schoen geschrieben....

don. sehr schoen geschrieben. stimmungsdicht. - ...anzuege von gaultier, hemden von byblos... ... "Deutschland wurde wiedervereint, I. musste ihr Kleid einpacken und München verlassen, und bald war auch das Park Cafe nicht mehr das, was es einmal war." du kannst ja richtig schreiben. die ersten absaetze sind wunderbar dicht. schoene kabinettstueckchen. gratulation.

0 Philipp v. M. 29.06.2009, 08:01 Uhr

@Krokodil Die Sicht vom Don...

@Krokodil Die Sicht vom Don ist nicht etwa herausragend investigativ, selbst kenne ich diese Themen und Gespräche auch, bin allerdings stets nicht bereit, sie zu vertiefen, da es die weibliche Sicht der Dinge ist, Männer kommunizieren über Wesentlicheres, die Themenauswahl unterfordert immens, wenn auch kurzzeitig oberflächlich unterhaltend. Zudem bewege ich mich eher in intellektuellen begüterten Kreisen, da würde man derartige Thematisierungen und deren Vortragende ob der Gehaltlosigkeit zum Anlass überraschter Blicke nehmen und mit künftigen Inakzeptanzen beider würdigen. Denn sich ausschließlich über hohe Mietpreise, teure Wandfarbe und verstaubten Museumsscharm zu identifizieren, ist da in etwa so üblich, wie über Lustige Taschenbücher oder Jerry Cotton-Werke zu kommunizieren. Paris und New York, alles sehr nett, aber schon lange eben nicht mehr innovativ genug, die kreativsten Zeiten sind vorbei, in New York dabei schon länger. Mit Berlin können freilich nur Menschen etwas anfangen, die genug eigene Kreativität besitzen um diese und die Innovationen der Stadt zu schätzen, nutzen und forcieren, das sind global dann doch sehr viele und es werden immer mehr. Das belegen auch schlicht die stetig steigenden Touristenzahlen, wo sich Berlin mit seinen 17 Millionen mit den Münchner 9 Millionen nicht vergleicht. Im Fazit fühlt sich die bräsige Klientel halt eher an Orten zu Hause, die nicht von Veränderungen geprägt sind, wo man wenig spontan oder wesentlich neu denken muss, diese sind freilich falsch in Berlin und mir auch oftmals mental schon zu langweilig, an dauerhaften Umgang wäre nicht zu denken. Naja und die These vom Schlafverhalten ist unterhaltsam, Fakt ist, dass Berlins überragende Kreativität dafür sorgt, dass die Menschen häufig bis spät in die Nacht arbeiten, also zu Zeiten, wo der Münchner bspw. schon lange passiv im Bettchen ruht und seinen Kopf abgeschaltet hat.

Ach Don, es ist auch heute...

Ach Don, es ist auch heute noch eine gute Zeit um jung, unerfahren, dumm und verwöhnt zu sein. Es gibt keine, sagen wir mal genervten, Blicke von Verkäuferinnen; jener Sorte, die der Meinung ist, Geld würde sich in BlingBling und dem besonders fettem Aufdruck des Namens auf der Kleidung ausdrücken. Die sind nun sofort freundlich, nicht erst nachdem sie den Namen auf der Kreditkarte gelesen haben. @ Philipp Berlin? Eine furchtbar grässliche Stadt. Mir fällt spontan nur eines ein, was ich an dieser Stadt loben kann: die Mousse au Chocolat Torte im Möhring am Gendarmenmarkt.

Also entweder erbt man den...

Also entweder erbt man den schönen 925er Tand oder man verzichtet modern und aufgeklärt. Ich liebe meine vielen geerbten Sachen; nicht ein Möbelstück - geschweige denn Geschirr, Besteck - habe ich in meinem Leben gekauft. Da ich zudem kein Geld habe, bleibe ich bei "Bohème". Manche Freunde finden es bei mir "interessant" (also schauderhaft!), aber sich selbst für viel Geld in Richtung "alte Familie" einzurichten, hat etwas Geschmackloses...

@schönwetter: "Blagen" ist...

@schönwetter: "Blagen" ist schon ok, kommt aus dem Nordwestdeutschen, das dem Don zuweilen durchschlüpft. Ähnlich in seinem Blogeintrag "hatte..Kleid...an": das ist normales Plattdeutsch ("anhaben" bedeutet "tragen").

0 hugoservatius 29.06.2009, 10:34 Uhr

Lieber Herr Alphons, Ihre...

Lieber Herr Alphons, Ihre Beschreibung der seligen Vorwendezeiten hat mich melancholisch gemacht, zwar war es bei mir München nur Anfang der achtziger Jahre, danach dann wieder Hamburg, aber die Empfindungen dürften vergleichbar gewesen sein, diese heile Welt mit Freund und Feind, die Geborgenheit eines festgefügten politischen Systems, München und Hamburg stritten auf harmlose Art und Weise um den Titel der lebenswertesten Stadt, Berlin war ein Feuchtbiotop für LehramtsstudentInnen aus Fulda und Iserlohn, man war noch Student und glaubte sich unverwundbar, selbst schwäbische Sportwagen hatten noch etwas positiv-naives, man nahm sich vor, nach dem Studium nach London oder New York zu gehen und dann: 9. November 1989, die Mauer fällt, die alte Bundesrepublik wurde überschwemmt mit Trabanten und Menschen, die auf der Zunge das Wort "Freiheit" und im Kopf das Wort "Konsum" trugen und nix war mehr wie es war. Meine damalige Freundin kaufte auch bei Laura Ashley. Aber die Zeit schreitet voran, und auch wenn man die Vergangenheit kennt und schätzt, wirklich interessant ist nur die Zukunft und das Konservieren der Vergangenheit (dem ich auch häufiger anheim falle) ist Stillstand. Ziehen Sie in die Welt, kommen Sie zum Beispiel nach Berlin und versuchen Sie die neue Zeit zu gestalten und zu kultivieren und verkriechen Sie sich nicht in Ihren Antiquitäten und Ihrer geliebten Musik, sondern versuchen Sie Ihre Werte nicht nur virtuell in der FAZ zu kommunizieren! Beste Grüße, hs. P.S. Bei einem irgendwann fälligen Neuanstrich Ihrer Räume empfiehlt es sich, die Farben auf dem NCS-Fächer auszusuchen und dann mischen zu lassen, sind dann zwar nicht von Laura Ashley, funktioniert aber sehr gut!

0 donalphonso 29.06.2009, 10:38 Uhr

oiso i kehn jo de Blogn vo uns...

oiso i kehn jo de Blogn vo uns dahoam, und wandsd wos ohost, hosdas hoid o. Gleida drogn deamma fei ah ned. Es is oiso ois a so wias is und boarisch fei eh.

0 Don Ferrando 29.06.2009, 10:45 Uhr

"boarisch fei ähh " dad i...

"boarisch fei ähh " dad i sogn !

0 donalphonso 29.06.2009, 10:52 Uhr

Lieber Hugoservatius, ich war...

Lieber Hugoservatius, ich war in Berlin, von Dezember 2003 bis Anfang Juni 2005. Ich hatte einen Medienberuf und eine Altbauwohnung, ich kenne von da her Massen von Berliner Szeneleuten, ich liess mich in angesagten Lokalen mies behandeln und langweilte mich in der Bertelsmannstiftung, ich war mit französischen Praktikantinnen unter den Linden und habe mein Buch im roten Salon der Volksbühne präsentiert. Ich besuchte Clubs und Parties, ich war im obersten Stockwerk bei Springer feiern und habe Leuten Geld in die Hand gedrückt, die schnell was brauchten. Ich denke, ich kenne Berlin. Und es hat mich nicht nur wegen seiner Kulturlosigkeit und seinen asozialen Bewohnern angewidert. . Es hat mich gelangweilt. Nun ist das Shugar Shake in Rottach sicher auch nicht die spannendste Veranstaltung jenseits von Paris und London, aber wenn ich Spass haben will, ist München nah und angenehm. In der Oper sind die Menschen gut angezogen, und die jungen Leute sehen ärmlich aus, weil sie so aussehen wollen. Ich bin zufrieden, und wenn ich Aufregung brauche, besteige ich einen scharfen Berg. Oben sind fast nie Berliner. Das ist grandios.

0 Maximilian 29.06.2009, 11:18 Uhr

Ach Don, wer schon mit...

Ach Don, wer schon mit Begriffen wie Kulturlosigkeit um sich wirft, hat nicht nur eine Kultur nicht verstanden, sondern versteht keine. Wer länger in Berlin lebt, wie ich, versteht natürlich mehr vom Thema, sowohl von vielen Kulturen, als auch dem kulturellem Wandel. Anfang der 90er war eine großartige und für mich hochintensive Zeit der kulturellen Boheme in Berlin Kreuzberg und Prenzlauer Berg, Charlottenburg und Zehlendorf, auf deren Partys Du mit derartigen kleinbürgerlichen Ansichten nie Zugang bekommen hättest. Aber das weißt Du sicher und kompensierst mit derartig provokanten Zeilen vermutlich lediglich eigene Defizite und versuchst durch Aufmerksamkeit und Klickraten Einkommen zu erzielen, das ist ebenso oberflächlich wie offensichtlich, aber für unabgesicherte Existenzen natürlich soziologisch nachvollziehbar. Vieles hat sich in Berlin gewandelt und verändert sich weiterhin, das hält den Geist frisch, macht Berlin global so attraktiv und das Leben erst intensiv lebenswert. Konserviertes unflexibles Denken hingegen bietet sich an für sarghafte und schon verdörrte Kleingeister, die das langweilige Umfeld entsprechend einer Aura anziehen, die sie selbst ausstrahlen, aber wem das als Lebensanspruch reicht.

0 Don Ferrando 29.06.2009, 11:29 Uhr

Werter Vetter, bei meinem...

Werter Vetter, bei meinem letzten Besuch in der Bayerische Staatsoper war ich entsetzt, wie schlecht das Publikum gekleidet war. Smoking kaum mehr, dunkler Anzug in der Minderheit und Krawatten auch nur ca 50% ! Bei den Damen sah es etwas besser aus.

0 donalphonso 29.06.2009, 11:46 Uhr

Maximilian, ich weiss...

Maximilian, ich weiss durchaus, dass die mannschaft des neuen deutschland eine bruchlose Kontinuität im Beschönigen des streng riechenden Müllhaufens hat, wie auch um die Kompetenz dessen Bewohner, sich als Avantgarde zu definieren. Von ein paar dummen Kulturbeamten zwische n Frankfurt und Klagenfurt abgesehen glaubt im Westen niemand, der auch nur halbwegs bei Trost ist, diesen Legenden. Bleibt mal schön ih Euren verranzten Kellern und lest Euch Zeug vor, der nach 200 verkauften Exenmplaren verramscht wird. Berlin ist super wie der Schwamm, mit dem man das Bad reinigt, gäbe es Berlin nicht, müsste man es erfinden, es entlastet den Westen, und wenn man es an die Russen verkaufen könnte,. wäre ich zufrieden. München ist zwar auch nur ein eingebildetes Kaff, aber dafür gibt es wenigstens Gründe und keine Landschaft aussenrum, bei der dem Schöpfer die Ideen ausgegangen sind. Don Ferranbo, bei den Damen sieht es immer besser aus. Ich rate inzwischen ja auch zu den Festspielen. Ansonsten halte man sich an die Japaner, die bewahren die Lultur des Westens. Ist aber immer noch besser als die 80%-Jeansquote in Berlin.

Hmm, hmm. Don Alphonso, die...

Hmm, hmm. Don Alphonso, die hippen Berliner "schlagen" zurück. Mir ging und geht dieses ganze Kreativitätsgeschwätz auch ziemlich gegen den Strich. Was ist denn schon in dieser Stadt? Eine selbsternannte "Kulturelite", die den Abend saufend in irgendeinem leerstehenden Ladenlokal (jetzt "Galerie" - da hängen ein paar Schmierereien von zugekoksten Leuten an der Wand) verbringen. Darüber hinaus wird über die Weltrevolution nachgedacht. Es wird auch Bier in der U-Bahn getrunken. Ich erinnere mich da dunkel an eine Wette mit Wolf Jobst Siedler. Der meinte, innert einer gewissen zeit keinen einzigen Berliner mit Krawatte auf der Strasse zu sehen, und: er gewann diese Wette. Ulf Poschardt durfte einmal im Merkur (ob das nun ein Ritterschlag für ihn ist oder ein Ausrutscher des M., sei einmal dahingestellt) einen Beitrag über die Sichtbarkeit der Unterschicht schreiben. Welche Stadt diente ihm wohl als Beispiel? Kunst und Müssiggang ist und war in bürgerlichen Kreisen Freitags bis Sonntag angesagt; in Berlin dürfte dieses Verhältnis wohl ganz anders liegen. Aber, es gibt hippe Kellerparties mit Fussel und jeder Berliner hat irgendein "Projekt am Start". Lassen wir die Grossberliner in ihrem Irrglauben. Da bleibt nur Proudhon: Täuschung ist immer nur Selbsttäuschung.

Ich freue mich bis heute, dass...

Ich freue mich bis heute, dass es Berlin gibt. Denn es zieht seit Jahrzehnten sinnlose Gestalten aus allen anderen Teilen Deutschlands magisch an und behält sie meist bei sich. Eine Fliegenfalle weit, weit im Osten...wie schön. Berlin hat also eine absolut wichtige Reinigungsfunktion für dieses Land !

München war schon immer...

München war schon immer kulturärmer als Berlin und als die Welt ohnehin, angefangen von den Philharmonikern bis zu den innovativsten underground-locations. Was manche an München als Kultur definieren ist nur der eigene Drang nach einem kleinen bisschen Sicherheit im kleinbürgerlichen Dasein aufgrund der überragenden Angst vor der Globalisierung und mangelnder Konkurrenzfähigkeit gründend in der eigenen das Denken beschränkenden Borniertheit und Unkreativität. Nichtsdestotrotz, ich bin gerne alle paar Jahr mal in München, genauso wie in Konstanz, Heidelberg, Regensburg, Dresden, Hamburg, Leipzig, Nord- und Ostsee und sowieso überall anders, denn alles hat seinen Reiz, aber eben immer nur sehr temporär.

@Philipp Na, dass Männer ...

@Philipp Na, dass Männer über Wesentlicheres kommunzieren als Frauen, das halte ich - mit Verlaub gesagt - eher für ein Gerücht. Ich habe auch nicht behauptet, der Don sei "investigativ" (so ein Wort aus dem Spiegel-Sumpf, bezieht sich meist darauf, dass ein Spiegel-Online-Redakteur irgendeinen Artikel aus der New York Times paraphrasiert hat), ich genieße eher, dass er aus eigener Kenntnis und Beobachtung über Dinge schreibt, die symptomatisch interessant sind, aber in meinem Milieu nicht diskutiert oder wahrgenommen werden, weil wir uns für anderes interessieren und nicht über die finanziellen Möglichkeiten des Don verfügen (man muss beides sehen, nicht nur das eine oder das andere, ich sage das völlig ohne Neid). Soll man dann gleich den Bildungsbürger- und Kreativstolz so dick auftragen? Mir ist durchaus bekannt, dass es in Berlin gute Universitäten und viele Künstler gibt, beide Milieus kenne ich jedenfalls als eigener Anschauung sehr viel besser als das der Stützen der Gesellschaft - die Arroganz des Don ist die ironisch gebrochene einer konstruierten Persona, die er hier für uns erfindet (wer heißt schon Porcamadonna?), manche Äußerungen der Entrüstung, die ihm Oberflächlichkeit vorwerfen, sind eher ernst gemeint, fürchte ich.

Scheintot und lethargisch...

Scheintot und lethargisch würde man es im Rentnerpensionat München vielleicht notgedrungen aushalten müssen, wer sich noch halbwegs bewegen und denken kann ist da allerdings ganz schnell weg.

Nun gut, in München, das gebe...

Nun gut, in München, das gebe ich zu, kann man sehr gepflegt pleite gehen. Viel gepflegter als in Berlin. In Berlin ist sichtbarer Platz für verschiedene Leute. Schon seit Fritze Zwo, glaubt man dort jedenfalls gerne. In München hat man's halt gerne etwas ansehnlicher da werden die nicht so feinen Leit halt vertrieben. Ich wette aber, dasz die meisten von Ihnen Berliner Bürgertum - Stichwort, Wilmersdorfer Witwen - nie getroffen haben. Die Hippster sind doch meistens zugezogen. Sollen Se man. Kommen Se her, und machen Se mal. Hier is Platz.

0 donalphonso 29.06.2009, 12:57 Uhr

Das amüsante ist doch:...

Das amüsante ist doch: Angeblich ziehen all die tollen und kreativen und wunderbaren Leute nach Berlin. . Gleichzeitig überaltert die Stadt, und schrumpft obendrein auch noch. . Ich persönlich glaube, dass die Leute irgendwann wieder wegziehen, aus Frust, enttäuschter Hoffnung, wasauchimmer, und darüber nicht gross reden, im Gegensatz zu jenen, die Deutschlands grössten Hundekotspeicher für eine Haupstadt halten.

Um einmal auch ein...

Um einmal auch ein Nebelbömbchen in diesen München-Berlin-Krieg zu werfen: Was mich an Berlin, zumal an Stadteilen wie Prenzlauer Berg ('pregnant city') wundert, ist die fast komplette Abwesenheit von Infrastruktur, die im Leben ab und wann nützlich ist. Tankstellen? Fehlanzeige. Bankautomaten? Mit der Lupe zu suchen. Drogeriemärkte? Haben den Osten noch nicht entdeckt. Stattdessen dutzendhundertfach so genannte Szenecafés und Läden mit Sächelchen, die keiner braucht. Mir scheint die Berliner Gehetztheit, sich ständig neu und neu zu erfinden, ein wenig wie das Strampeln des Frosches in der Milch. Wenn man nicht noch einen neuen Wurstlampenladen (Lampen aus Wurstgläsern, sic!) und noch einen Designer-T-Shirt-Laden auf- und wieder zu macht, geht man unter... Ob solches Zeitgeist-Erfinden-Rennen dann aber wirklich lebenswertes Alltagsleben erzeugt, liegt letztgültig im Auge des Betrachters. . Aber, lieber Don Alphonso, ob München und die Natur rundherum wirklich so anziehend ist, wie es die horrenden Lebenshaltungskosten immer vorgaukeln, möchte ich dann doch bezweifeln. Außerhalb des innerstädtischen Ringes jedenfalls ist München sogar abgrundtief hässlich (Nordschwabing, jaja; nur ist Laim und Moosach und Untermenzing und Neukeferloh und Lerchenau auch nicht besser; und wer sich einmal das nigelnagelneu bebaute Gelände zwischen Donnersbergerbrücke und Bahnhof anschaut, muss sich - gelinde gesagt - übergeben). Und dann die Berge! Ach ja, welch Mythos von der unberührten Natur. Als Habenichts, welcher wie viele andere regelmäßig arbeiten muss und daher nur an den Wochenenden frei hat, steht man auf dem Weg zu den vielgerühmten Gipfeln zunächst im Stau und anschließend einander auf den Füßen. Die Luft ist voller Gleitschirmpiloten, die Hänge werden von Mountainbikern und die Wege von Wanderern bevölkert. Es gab sogar schon Szenen, da sich Mountainbiker bemüßigt fühlten, Wanderer zu schlagen, weil sie nicht schnell genug aus der Bahn sprangen. Na, da ist mir die tiefe brandenburgische Ruhe, die dortigen Wälder und Seen aber lieber. Dort begegnet man im Zweifel nur Luchsen, aber keinen aufgestylten Nordicwalker-Kolonnen - und das sogar an den Wochenenden.

@ Krokodil - Natürlich, Sie...

@ Krokodil - Natürlich, Sie haben ja recht! Berlin ist ein Topos im Weltbild des Westdeutschen. Erinnere mich, dasz meinerzeit Studenten aus dem Westdeutschen gesagt bekamen, sie dürften überall, nur nicht in Berlin, dem Sündenpfuhl, studieren. Und wie einer mit feuchtem Blick nach SO 36 hinüber sah: da habe er mal gewohnt. Nun gut, da war mein Augenarzt. . Und ich füge jetzt nicht hinzu, dass Sauberkeit ab einem bestimmten Grad tödlich ist. Japan, z.B. soll grosse Schwierigkeiten mit Umweltgiften wg. eines besonders hohen Hygienestandards haben.

0 donalphonso 29.06.2009, 13:21 Uhr

Jmense, meine Wohnung - die...

Jmense, meine Wohnung - die ich inzwischen nicht mehr bewohne und einer Freundin überlassen habe - ist in der Theresienstrasse genau zwischen den Pinakotheken. Ich weiss, dass es auch andere Regionen gibt. Aber das Prinzip München reicht nach Norden nicht mal in die Leopoldstrasse, endet über die Isar auf dem Hochufer, schliesst gerade noch das Glockenbachviertel mit ein, klammert die Scheusslichkeiten des BR-Hochhauses aus und hat eine Dependance rund um Schloss Nymphenburg. Das andere heisst nur München und ist eine überteuerte Illusion, aber, wie schon erwähnt, ich bin Maxvorstädter.

0 donalphonso 29.06.2009, 13:42 Uhr

Generell würde ich davor...

Generell würde ich davor warnen, auf Basis dieser Texte hier allzu tief in die Küchentischpsychologie einzusteigen. Man gehe besser davon aus, dass hier zwar alles ausgedeückt, aber mitunter auch klar überspitzt wird, Der Spielplatz nennt sich Literatur und nicht zwingend Journalismus.

0 Felicitas von und zu 29.06.2009, 13:59 Uhr

Da der Don weder Aristokrat...

Da der Don weder Aristokrat ist, nicht einmal verarmter Adel, noch je auf einer Bilderberg-Konferenz war, kann er auf dem versuchten Niveau eigentlich nicht wirklich mitreden. Aber der untaugliche Versuch ist unterhaltsam. Selbt finde ich Berlin aber auch wesentlich angenehmer, zumindest noch unterhalb des eigenen Pensionsalters.

@Ernst-Wilhelm Die Filiale in...

@Ernst-Wilhelm Die Filiale in München ist, wie schon mehrmals erwähnt, die einzige im Lande geblieben, allerdings nehmen sie dort seit ca. einem Jahr keine Möbelbestellungen mehr an. In den umliegenden Ländern wäre Holland eine gute Ausweichmöglichkeit, da sich dort (noch) das zentrale Warenlager für Westeuropa befindet. freundliche Grüße

0 Grimaldeli 29.06.2009, 14:24 Uhr

Berlin war noch schoen, als es...

Berlin war noch schoen, als es die Mauer gab! Ich hab zwar noch immer einen Koffer da, aber, es zieht mich heut nichts mehr hin! Muenchen ist dagegen doch alles, was im Umfeld von 100km wohnt. Und Biergaerten hats auch anderswo. Ich weiss, warum ich seit vielen Jahren Westdeutschland den Ruecken gekehrt habe und in Monaco lebe! Dafuer muss ich mich jetzt zwar von roten Socken "Heuschrecke" schimpfen lassen, aber es fackelt mir hier auch keiner meine Karossen ab! NO GO-AEREAS haben wir keine

0 Grimaldeli 29.06.2009, 14:54 Uhr

@Felicitas von und...

@Felicitas von und zu Bilderberg-Konferenz heisst nicht nur Adel. Oder ist Walter Scheel inzwischen in den Adelsstand gehoben worden? Und wenn, dann waers ja eh nur "Papieradel". Davon haben wir viele.

@ Felicitas: Pech, der Adel...

@ Felicitas: Pech, der Adel ist seit anno 18 abgeschafft.

0 donalphonso 29.06.2009, 15:19 Uhr

Spätestens seit Frau von...

Spätestens seit Frau von der Leyen ist norddeutscher Adel in meinen Augen fast wieder so cool wie 1849, so sehr ich mir auch Mühe gebe, deren Auswüchse nicht zu verallgemeinern.

0 Kurfürst Friedrich 29.06.2009, 15:33 Uhr

Maximal an Fasching: "Don von...

Maximal an Fasching: "Don von Weisswurst zu schaler Maß", aber keine Angst, wir Preussen regieren Euch und denken für Euch mit, das haben wir doch schon immer getan. ;-) Auch wenn ich Bayern nett aber langweilig finde, einige interessante politische Ideen kommen schon von da und der CSU mitunter einher, auch gerne mal EU-Kritik - was auf noch nicht gänzliche Bräsigkeit der Almdudler schließen lässt.

0 donalphonso 29.06.2009, 15:48 Uhr

Jo wann dös ned da Fritz vo...

Jo wann dös ned da Fritz vo Hochgsoacht und Brunzkachling is!

Norddeutsch?? Von der Leyen??...

Norddeutsch?? Von der Leyen?? Weil alles nördlich von Milbertshofen Norddeutschland ist?

@ Felicitas von und zu "Da...

@ Felicitas von und zu "Da der Don weder Aristokrat ist, nicht einmal verarmter Adel, noch je auf einer Bilderberg-Konferenz war...blahblah" Ja da hat der Don doch Glück gehabt! Denn es bleiben ihm somit die, durch häufigen verwandschaftlichen Beischlaf entstehenden physiognomischen Besonderheiten ihres Standes erspart.

0 donalphonso 29.06.2009, 16:27 Uhr

Naja, auch bei uns gibt es ein...

Naja, auch bei uns gibt es ein paar Gene, die nach 5 Generationen immer noch frisch mit dem Hackebeil am Strang zu Werke gehen und sich eine Bresche bahnen.

@Felicitas: Nichts ist so...

@Felicitas: Nichts ist so stillos wie andere auf mangelnden Stil hinzuweisen. Nichts so unaristokratisch wie der Hinweis auf mangelnde aristokratische Abstammung. Adel liegt im Gemüt, nicht im Geblüt. Richtig verstanden, sollte der Wahlspruch des englischen Königshauses wegweisend sein: "Ich dien."

0 Georgiana Darcy 29.06.2009, 18:13 Uhr

Ursula vdL hat höchstens...

Ursula vdL hat höchstens adelig geheiratet, ist aber die Tochter des ehemalige CDU-Ministerpräsidenten von Niedersachsen, Ernst Albrecht: http://de.wikipedia.org/wiki/Ursula_von_der_Leyen. Abgesehen davon: ist das bei den von der Leyen ein adeliges oder bürgerliches von?

0 beobachter 29.06.2009, 18:17 Uhr

@ Berlinfreunde - wer...

@ Berlinfreunde - wer kürzlich mal wieder in N.Y. war, weiß, wie albern der Vergleich Berlins mit dieser Stadt ist: ich sags mal so - Middtown Manhatten ist derzeit vielleicht der Ort, an dem das, was man "Zivilisation" nennen könnte (war früher mal eine Ausdruck voller Wertschätzung"), in so konzentrierter Form existiert, wie sonst nirgends, schon gar nicht in Berlin. Dort hat man ja schon Probleme beim Buchstabieren solcher Worte wie Höflichkeit. Wirklich beeindruckend fand ich in Manhatten den Respekt der unterschiedlichsten Menschen im Umgang miteinander. In Berlin bellt Dich einer an, um Dir anschließend vor die Füße zu spucken. Na ja, vielleicht nicht in der Friedrichstraße. Will sagen: Berlin ist genauso wie München, Hamburg oder Köln zu differenziert, um auf einen Nenner gebracht zu werden (klar, ist trivial) - haben aber alle nichts zu tun mit Städten wie New York, abgeschwächt auch London oder Paris.

aber bitte, meine damen und...

aber bitte, meine damen und herren, geht es denn noch anachronistischer? :) denn so langsam habe ich das gefühl, daß man hier ohne den adelsbrief (bzw. ohne andere legitimationsversuche) vorweisen zu können keinen zugang mehr erhalten wird...

0 donalphonso 29.06.2009, 18:33 Uhr

Wenn es nach mir geht, reicht...

Wenn es nach mir geht, reicht zur Legitimation auch eine reich verheiratete Urgrosstante mit fragwürdigem Umgang mit der Wiskeyflasche und diesem kleinen Italiener.

0 beobachter 29.06.2009, 18:55 Uhr

@ laperla Das Schöne am...

@ laperla Das Schöne am Anachronismus ist ja, dass er nicht von den Moden und Drogen der Saison abhängt (Prinzip Lemminge) - muss man sich halt leisten können.

NY ist totlangweilig geworden,...

NY ist totlangweilig geworden, seit dort alles saniert wurde, die Szene weg ist und nur noch der Konsum dominiert, wie München halt, aber dazwischen liegen natürlich wirklich Welten. Die globalen wirklich Kreativen sammeln sich schon länger in Berlin, weil die Stadt teils noch günstig ist und eh alle hier sind und her wollen. In München sammelt sich max. die zweite Garde, aber es ist gut, dass es wenigstens noch Sammelbecken der Langsamkeit wie in Mu gibt, das finde ich sehr sozial von den Bayern, in Berlin hingegen bestehen nur die Besten.

0 donalphonso 29.06.2009, 21:38 Uhr

Die besten was? Schnorrer?...

Die besten was? Schnorrer? PR-Witzfiguren? Hungerleider? Projektemacher? Manuskriot- und Pfandflaschensammler? Wenn Berlin auch nur ansatzweise so gut wäre, wie hier alle tun - warum sind sie dann so arm, runtergeschlunzt und streng riechend?

0 Grimaldeli 29.06.2009, 21:57 Uhr

NY ist seit dem Ende von...

NY ist seit dem Ende von Studio54 tot! Und, naja, wir sind auch etwas ruhiger geworden. Wie das aber mit Berlin oder Muenchen zu vergleichen ist? OK, NY hatte Warhol und Muenchen immerhin Mooshammer. Aber was hatte Berlin ausser Bolle?

0 Graf Regentius 30.06.2009, 03:41 Uhr

Die bedeutendste deutsche...

Die bedeutendste deutsche Stadt und zugleich heißeste Stadt der Welt muss sich mit einem bayerischen Bauerndörfle wirklich nicht messen, musste sie auch noch nie, also lasst die Almdeppen ruhig bei Weißwurst und Bierfässern weiter verfetten, deren Ansprüche waren schon immer unrelevant niedrig und selbst für ein Alltagsgespräch sind Münchhausener für Großstädter aus Berlin zu ermüdend langsam - somit einfach arrogant ignorieren, wie es dem Status als Bundeshauptstädter einzig angemessen ist, letztlich tanzen sie ohnehin stets nach unserer Pfeife, das ist wie das jahrhundertelang bewährte Verhältnis einfältiger unwissender Hofnarren zu aristokratischen allmächtigen Regenten. Liest man das Zitat am Anfang des Beitrages "Penchant fürs Bizarre und Exzessive", so delegitmiert sich der Beitrag ganz offensichtlich schon zu Beginn, denn beides war München und das Lebensumfeld der Bewohner nie, "Penchant für Langeweile und Lethargie" würde einzig passen, so weit reichte die Kreativität des Verfassers hinterm Weißwurstäquator jedoch wieder nicht, der lieber ein wahllos unpassendes Zitat aus seinem einzigen Buch im Regal zieht, als selbst schöpferisch am Thema zu bleiben und wenigstens zu versuchen, Reste von Hirn für Inhalte zu erweichen. ;-)))

0 donalphonso 30.06.2009, 07:45 Uhr

Grimaldeli, Berlin jat Berlin....

Grimaldeli, Berlin jat Berlin. Das ist zwar blöd, aber es ist so. Berlin wird per se als "gut", "richtig" und "einzigartig" eingestuft. Und wenn man es in Berlin tut, was immer es auch ist, ist es so gut wie Berlin, so richtig und so einzigartig. Berlin ist eine Berührungsreliquie, der heilige Scheisshaufen vom Köter des heiligen Berlinus.

vom anachronismus bis zum...

vom anachronismus bis zum sandkastenniveau? denn irgendwie bewegen sich die letzten kommentare doch sehr stark in diese richtung und die kommentatoren haben spaß daran sich mit nicht mal witzigen provokationen & co zu überwerfen. @ beobachter: wenn es so wirklich sein sollte, wie sie meinen, so kann man sich es auch leisten dies nicht so demonstrativ zur schau tragen zu müssen, oder? :)

Eigentlich mögen wir doch...

Eigentlich mögen wir doch alle Gegenden in D, die berechtigte Reaktion der Berlinmetropolitans folgte wohl nur kurz auf den unrealistischen Versuch der Erhöhung Münchens und Zuspruch einer besonderen Kulturhaftigkeit, beides ist grotesk, bedarf daher keiner näheren Befassung. Somit ist es doch schön zu konstatieren, dass wir in D Städte als Filter für die unterschiedlichsten Mentalitäten haben, so dass alle glücklich werden können. In Köln leben die Spassnasen des Alltags gleichgeschlechtlicher Interessen, in Hamburg ist stocksteifer Küstenhumor gefragt, München erfreut die bodenständig-bideren Zeitgenossen, in Berlin konzentriert sich der direkte Kommunikator mit globaler Geltung unter hohem Leistungsdruck, Dresden beherbergt den gemütlichen Halbsüddeutschen... Dem einen reicht die bewährte Wandfarbe, der Andere braucht konstant neueste kreative inputs, es wäre doch grausig, wenn sich alle an einem Ort aufhalten müssten, der ihren Ansprüchen gegenseitig nicht gerecht wird...

0 donalphonso 30.06.2009, 16:51 Uhr

Ich sehe da keine Erhöhung...

Ich sehe da keine Erhöhung von München. Das sähe erheblich anders aus, ohne Konsumwüsteneien. Aber so etwas würde man in Berlin ohnehin nicht verbreiten. Ist ja alles so cool dort.

0 Scienceworld 30.06.2009, 20:42 Uhr

In der Blog-Beschreibung...

In der Blog-Beschreibung steht "Blog der besseren Gesellschaft", dem ist auf jeden Fall hinzuzufügen "und dümmeren Gesellschaft", denn wer sich derart über Konsum identifiziert,
.
[Edit: Langsam reicht es wieder mit den anonymen Beschimpfungen. Man lebe diese peinliche Seite seiner Existenz bitte anderswo aus. Don]

0 Grimaldeli 30.06.2009, 21:29 Uhr

@Florence Natuerlich mögen...

@Florence Natuerlich mögen wir alle Gegenden in D, nur, ch vermisse KASSEL( das liegt unterhalb Hannover und oberhalb von Frankfurt) in dieser Auflistung! Alle gefuehlten 1000 Jahre DOCUMENTA-TOWN und CULTURHOCHBURG von Kunst schlechthin mit einer tollen Fressgass auf der Fussgaengerzone; wobei die erste Silbe von"schlechthin".....?

0 Grimaldeli 30.06.2009, 21:53 Uhr

@Don Alphonso Nochmals ...

@Don Alphonso Nochmals "merci" fuer den tip der 40 voix! Ich war heutmorgen vor Ort und man hatte mir vorher nicht die Haende auf den ruecken gebunden! Ich bin selten in diesen "Einkaufsparadiesen", wie bei uns im Metropole! hinteher hab ich mich gefragt, wo ist die Krise? Nur eine kleine Auswahl: Angel Romero plays Bach Arias et Duets de Beniamino Gigli Et Ça Tournait - Anthologie De La Chanson Musette Letztere Music hatte ich schon fast vergessen. Beim Reinhoeren war ich sofort spirituell am Place de Vosges, obwohl das nicht unbedingt mein Ar ist! Nochmals Merci! muss jetzt noch ein bissel mit USA parliern. der tag ist noch jung A+ G

Don Alphonso,kommt nicht einer...

Don Alphonso,kommt nicht einer der symphatischten Münchner überhaupt,der Monaco Franze ,auch aus einem "Münchner Problemviertel" ,der "Au" ? Somit ist auch bewiesen,daß aus Problemvierteln manchmal die liebenswertesten Menschen kommen !

BEOBACHTER @ "Berlinfreunde -...

BEOBACHTER @ "Berlinfreunde - wer kürzlich mal wieder in N.Y. war, weiß, wie albern der Vergleich Berlins mit dieser Stadt ist: ich sags mal so - Middtown Manhatten ist derzeit vielleicht der Ort, an dem das, was man "Zivilisation" nennen könnte (war früher mal eine Ausdruck voller Wertschätzung"), in so konzentrierter Form existiert, wie sonst nirgends, schon gar nicht in Berlin. Dort hat man ja schon Probleme beim Buchstabieren solcher Worte wie Höflichkeit. Wirklich beeindruckend fand ich in Manhatten den Respekt der unterschiedlichsten Menschen im Umgang miteinander. In Berlin bellt Dich einer an, um Dir anschließend vor die Füße zu spucken." NANANA ! Also ,ich bin als geborener Münchner seit vieln Jahren recht oft in Berlin! Und ich wage einmal zu sagen,daß die Berliner (von Deppen abgesehen,aber die gibt es überall auf dem Planeten) zu den höflichsten und zuvorkommendsten Leuten in Deutschland gehören. Da meine ich (in Frankfurt lebend seit vielen Jahren)doch,daß sich hier gerade etwa die Frankfurter (wie die Hessen allgemein) erhebliche und große Scheiben abschneiden könnten ! Um in Frankfurt mit jemand ins Gespräch zu kommen,müßen Sie diesen schon vor seiner Geburt persönlich gekannt haben ! Grimaldi und andere NewYOrk-Verächter "NY ist seit dem Ende von Studio54 tot!" Auch hier ein ganz großes NANANA - New York ist quicklebendig ! Das Studio 54 war lediglich der zentrale Sammelpunkt für "Kokisten" und andere Drogensüchtige aus aller Welt ! Man kann aber auch Stimmung machen (und diese haben),OHNE am weißen Pulver geschnuppert zu haben. Obwohl,die sich für besonders HIPP halten,können das meistens nicht .Deswegen das Spritzerl oder das weiße Stauberl,gell ?!

0 hugoservatius 01.07.2009, 11:28 Uhr

...oh Gott, war ich das, der...

...oh Gott, war ich das, der diesen Berlin-München-Streit losgetreten hat? Ich bitte um Pardon. Aber kurz Stellung nehmen muß ich trotzdem! Ich bin in Hamburg groß geworden, der bis heute für mich schönsten deutschen Stadt und lebe seit bald 19 Jahren in Berlin. Allerdings frage ich mich immer, in welchem Berlin. Wenn ich die Kommentare hier lese, besteht Berlin vorwiegend aus kreativen Habenichtse, die in versifften Szenekneipen saufen, sich cool finden und nicht am Müll und Dreck der Stadt stören. Oder aber aus supergestylten kreativen Dandys in Helmut Lang-Anzügen, die mit weißen Apple-Notebooks unter dem Arm auf einem 1000 €-Rennrad durch Mitte flltzen und abends im Borchard eine Mischung aus Studio 54 und Brasserie Lipp installieren. Liebe Mitkommentatoren, lieber Herr Alphons, mein Berlin sieht ganz anders aus. Wenn ich morgens aus meinem Haus im Westend trete und mein Cabriolet aus der Garage fahre, zwitschern die Vögel, die Nachbarn von Gegenüber grüßen freundlich und ich fahre ganz zivilisiert in mein Büro in einer Ku'damm-Seitenstraße. Auch das Mittagessen mit einem befreundeten Galeristen oder mit Geschäftsfreunden nehme ich nicht in einer Szenekneipe, sondern in einem freundlichen italienischen Restaurant ein. Um mich herum Anwälte, Makler, Galeristen, Kaufleute, eigentlich wie in Hamburg oder München. Auch beim Abendessen in Mitte, sei es nun in einer sogenannten "Promi-Kneipe" oder im Sterne-Restaurant, ist es nicht wirklich anders als anderswo. Und auch mein Auto ist noch nicht angezündet worden. Gut, der Berliner ist nicht eben der sympatischste aller deutschen Großstadtbewohner und auf sein Äußeres legt er nicht wirklich Wert, aber so schlimm, wie Sie, Herr Alphons, ihn überzeichnen, ist er nun wirklich nicht. Und so kreativ und avantgardistisch wie mancher ihn hier sieht, ist er auch nicht. Eigentlich ist er etwas proletarisch und ansonsten ganz normal. In den achtziger Jahren war es schick, die Münchner als Bussi-Gesellschaft zu diskriminieren, das hab' ich auch nie so richtig verstanden. Hamburger sollen ja angeblich kühl und arrogant sein. Fand ich auch noch nie. Mensch Leute, schaut doch 'mal, wenn keiner guckt, hinter dem schweren Samtvorhang Eurer Vorurteile hervor und übt Euch in ein wenig Toleranz. Gut leben läßt es sich in Westeuropa überall. Auch in Bochum und sogar in Monaco...

0 auxtroisglobes 01.07.2009, 16:16 Uhr

Wer Prenzlauer Berg & die...

Wer Prenzlauer Berg & die Kreativschwaben gut findet, ist kein Berliner. "Pornoschwaben raus!" skandieren die burschikoseren unter den Berlinern schon eine Weile... auch ich verbitte mir gleichsetzungen der selbstabgeschobenen Wessiewigkinder mit unserer Stadt. http://www.matthiaskandel.de/blog/wp-content/uploads/2006/04/kandel_schwaben_raus_boxi.jpg

0 donalphonso 01.07.2009, 17:20 Uhr

Wessiewigkinder muss ich mir...

Wessiewigkinder muss ich mir merken. Wenn ich mal wieder in Berlin sein sollte.

0 Letizia von Globus 01.07.2009, 23:51 Uhr

Ach weeste, wenn ick abends...

Ach weeste, wenn ick abends mit den jrößten internationalen filmstars zur berlinale jemeinsam im restaurant sitze und extremen spaß habe, mit internationalen modejrößen uff stylischen partys üppig locker abfeiern gehe, uff konferenzen mit de internationalen politischen jrößen taje etc., dann fraje ick ma doch eenfach mal, wat bitte sollte mich am kleenen münchen reizen, die langeweile?

0 Grimaldeli 02.07.2009, 10:44 Uhr

@arathorn Die einzige Droge,...

@arathorn Die einzige Droge, in der ich Linien ziehe, ist im Winter am Col de Turini. Wenn ich mit meinem alten 75er 911er quer durch den schnee schiebe... Das gibt den Kick. Ansonsten ziehe ich gegorenen Traubensaft vor.

Schneeschieber spielen ist...

Schneeschieber spielen ist sowas von totlangweilig für Rentner, dann doch lieber mit meinem DS http://www.classiccars.de/Oldyrent/plz7/images/71665.jpg Schuss auf die speedski-Piste, während eine Puppe den Schampus aus der Hose schleckt - cool wird man geboren, zB in Berlin...

0 Grimaldeli 02.07.2009, 12:03 Uhr

Sorry, aber kann mir jemand...

Sorry, aber kann mir jemand helfen und den restringierten Code von Baron C. verstaendlich machen! Oder ist das das Berlin?!?

0 stilkritik 03.07.2009, 13:52 Uhr

@Don: Berlin als...

@Don: Berlin als Berührungsreliquie... das ist brillant. Bitte dieses köstliche Bonmot auf Ihrer Streuobstwiese nicht untergehen lassen, für alle, die hinter Wessikindern und Pornoschwaben das versinkende Venedig sehen: bröckelnde Fassaden, leere Fensterhöhlen, melancholische Kanäle. @prince matecki: danke für die blumen.

0 ladylatina 05.07.2009, 01:26 Uhr

persische teppiche?...

persische teppiche? kronleuchter? billiger gehts wohl nicht....

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.