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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Nicht von der Leyen oder Das hübsche Gesicht der Unterdrückung

| 82 Lesermeinungen

Kennen Sie das Königreich beider Sizilien? Ein widerliches Regime voller Zensur und Unterdrückung, gegen das sich zu Zeiten der Restauration selbst Metternich wie ein Liberaler ausnahm. Ein Ehrenmitglied auf dem Müllhaufen der Geschichte. Ich habe gestern ein Bild eines Funktionshelfers dieses Regimes gerettet. Man kann viel Schlechtes darüber sagen, aber immerhin, es ist hübscher anzusehen als jene Bundespolitiker, die unter dem Vorwand der Kinderpornographie am Rechtsstaat sägen.

Wenn die Windrichtung stimmt, verspürt man einen leichten Geruch von Kerosin bei Senator McCarthy.
Ray Bradbury

Ich kleide mich jeden vierten Sonntag schäbig; alte Schuhe, Hemden aus dem Alpinismusfundus, in den Jacken ein paar Falten, keine Rasur. Zu eloquentes und gepflegtes Auftreten verrät nur, dass ich nicht ohne Geld und Wissen bin, und beides schadet bei den Halsabschneidern, denen ich auf dem Volksfestplatz von Pfaffenhofen einen Besuch abstatte. Dort nämlich ist Antikmarkt, dort plündert man oder wird ausgeplündert, man betrügt sich mit gemeiner Lust, und hat man erst mal bei einem Händler den Ruf eines Süchtigen, der zu viel zahlt, weil er es sich leisten kann, wissen es bald alle. Abgerissen wird man zwar oft für dumm verkauft und mit falschen Datierungen belogen, dem Kenner jedoch kommt man mit „Nochad wissen’S jo wos dös bei Sosäbbies kost“. In diesem Fall – es ist ja nicht die Bildzeitung – lasse ich mich doch lieber belügen.

Bild zu: Nicht von der Leyen oder Das hübsche Gesicht der Unterdrückung

Ich gehe also entlang der Stände, nehme hier einen Pastetenheber mit und dort Elfenbeinbesteck, parliere bei einem Bekannten ein wenig über alte Drucke und schlürfe um die Ecke – da fliegt meine Tarnung auf. Vor mir, auf dem Boden, steht ein Mann von dreissig Jahren, gut gekleidet und mit einem leichten Lächeln um die Lippen; er sieht mich mit seinen klugen Augen an, durchschaut mein billiges Schuhwerk und sagt: Mein Herr, obwohl wir uns nicht kennen, muss ich mich mit einem dringlichen Anliegen an Sie wenden. Sie sehen dort im Osten die Regenwolken, die sich unzweifelhaft in der nächsten Stunde hier entladen werden. Zu meinem Unglück stehe ich hier im Kot des Platzes, und der Schauer wird mich nicht nur durchnässen, sondern auch fraglos auflösen, so unvorsichtig, wie mein Besitzer mich hier hat liegen lassen. Wäre es Ihnen, von dem ich trotz der Lumpen annehme, dass Sie über einen Stadtpalast mit mehr als 50 Zimmern gebieten, eventuell möglich, mich vor diesem tragischen Schicksal zu bewahren? Ich könnte Ihnen zum Dank auf Lebenszeit ein angenehmer Freund sein, aus bestem Hause, wie Sie sich überzeugen können, wenn Sie kurz einen Blick auf meinen Rücken werfen wollen.

Ich hebe ihn mit einem sehr abschätzigen Blick auf – der Besitzer soll nichts mitbekommen – drehe ihn um und lese auf einem aufgeklebten Zettel: Anton Bruno Xaver von Blumenthal, 1819 – 1851 Leutnant b. III. Infant. Reg. in königl. neap. Diensten 1859 entlassen und als I.2. Leutnant pensioniert. Ts ts, mache ich. Nun, fragt er, habe ich zu viel versprochen? Nun, wäge ich ab, ich gebe zu bedenken: Obwohl ich fraglos ein Penchant für Kardinalportraits habe, weil ich deren von Bosheit und Hass zerfressene Gesichter als Element des Horrors schätze, muss ich sagen: Sie, werter Anton Bruno Xaver von Blumenthal, sehen aus wie jemand, der mit Heine über Voltaire sprach. Sie könnten ein famoser Dichter sein. Sie sind hübsch, Sie können gefallen, Sie waren in Neapel sicher ein Frauenschwarm, Ihre Abstammung ist vorzüglich, Sie sind nicht nur ein reingeheirateter Tochteradel 3. Peinlichkeitsordnung, kurz, Sie sind das absolute Gegenteil moderner Zensoren, Sie gleichen nicht unserer „von der“ Familienministerin, die hier eine Überwachung haben möchte, die man mit etwas Gespucke auf unser Grundgesetz und die Gewaltenteilung leicht in chinesische Zustände für alle Belange vom Musikdownload bis zur anderen Meinung erweitern kann. Sie sehen nicht so aus.

Bild zu: Nicht von der Leyen oder Das hübsche Gesicht der Unterdrückung

Aber Sie waren nicht zwingend besser. Sie waren Teil der übelsten Reaktion in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie dienten einem verkommenen und später verrückten Despoten in einem korrupten Land, das sich einen Dreck um Menschenrechte scherte, Ihre Einheit schlug Aufstände nieder, Sie haben sich dafür benutzen lassen wie ein regierungstreuer Redakteur von ZEIT und Springer, kurz, Sie haben vielleicht Ihre Pflicht getan wie viele andere Militärs Ihrer Familie, und trotzdem: Es war abscheulich. Ein wenig Regen ist nichts gegen das, was Sie anderen bereitet haben. Warum konnten Sie kein Zizibeh werden? Heiratsschwindler? Bonvivant?

Nun, erwiderte Anton Bruno Xaver von Blumenthal, das ist eine lange Geschichte; wäre ich in Preussen geblieben, hätte es Ihnen politisch auch nicht besser gefallen, im Gegenteil, die wahrlich hässlichen Traditionslinien vom preussischen Obrigkeitsstaat über das Celler Loch von Papa Albrecht bis zur Internetüberwachung wären auf norddeutschem Platt und Eben noch deutlicher hervorgetreten; ich bin geflohen, war immerhin in Ihrem geliebten Italien, habe Feigen gegessen und Süsses verspeist – übrigens fände ich es nett, wenn ich bei Ihnen mit Blick auf die Torten verweilen könnte. Vielleicht könnten Sie mich ja als Ergänzung auffassen – einen arsengiftigen Kardinal werden Sie noch finden, das moderne Angesicht der Verfassungsverhöhnung sehen Sie im Internet, und in mir hätten Sie die Eleganz und kluge Ironie des Bösen – wäre das nicht ein gangbarer Weg? Die Wolken sehen wahrlich drohend aus, möchte ich noch bemerken, und der Boden hier ist nass.

Bild zu: Nicht von der Leyen oder Das hübsche Gesicht der Unterdrückung

Hoho, wirklich, Sie haben schon einige Schlammspritzer abbekommen, stimme ich ihm zu, ich wünschte, man würde dergleichen Unachtsamkeit bei Unterdrückern im braunen Dreck immer walten lassen, aber so etwas passiert in unseren Zeiten leider nur mit Biedermeierportraits. Aber es stimmt: Sie sitzen da auf einem wirklich hübschen, kardinalsroten Sofa, Ihre Haltung ist vorbildlichst, wie ich es schätze, Sie haben wenigstens Stil, und vielleicht waren Sie sogar ehrenwerter Betrüger beim Kartenspiel statt Lügner in Berlin, und ich würde ja vielleicht – aber andererseits, Leute wie Sie sind teuer. Für das Erdulden Ihrer Nachfolgerin in neapolitanischer Unterdrückung zahle ich mit meiner individuellen Freiheit, wenn dereinst ein Politiker es für angemessen hält, mich wegen meiner Meinung mit einem Stoppschild zu versehen; bei Ihnen dagegen würde ich mich ruinieren und kein Geld mehr haben für barocke Schnitzereien, die ich eigentlich zu jagen hierher gekommen bin.

Mir scheint, als würde leichter Ärger die Lippen des Anton Bruno Xaver von Blumenthal umspielen, denn er sagt: Es stimmt, so mancher hob mich auf und liess mich liegen, aber ich versichere Ihnen: Es war nicht die Abscheu vor meinem damaligen Tun; von dem versteht die gegenwärtige Generation so viel wie vom heutigen Kampf gegen Ihre Grundrechte jenseits der täglichen Torte. Und es war auch nicht der Preis, sondern vielmehr die Wirtschaftskrise und das Wetter, die Käufer desinteressiert werden lassen. Fragen Sie, es wird Ihr Schaden nicht sein. Ich also frage, und höre einen Preis, der mir den Atem so weit raubt, als ich noch sagen kann: Irrsinn! Wucher! Noch hat Merkel die Mehrwertsteuer nicht erhöht! Und denken: Her damit!

Bild zu: Nicht von der Leyen oder Das hübsche Gesicht der Unterdrückung

Später reicht mein Geld auch noch zu einer barocken Schnitzerei. Anton Bruno Xaver von Blumenthal gestaltet sich natürlich als diffiziler Partner. Er passt kaum auf den Sitz, aber lieber habe ich seinen Rahmen in der Schaltung, als eine neue Restauration der Junker in Berlin. Das Aufhängen ist nicht leicht, denn die Firnis reflektiert das Licht wie die SPD-Fraktion die Ahnungslosigkeit beim Umgang mit dem Internet. Am Ende habe ich aber einen Platz gefunden: Wenn ich von meinem Arbeitszimmer in mein Wohnzimmer gehe, fällt mein Blick erst auf die 1766 entstandene Rötelzeichnung einer Frau, die sich vor einem Kind auf einem phallischen Delphin entblösst, und dann auf Anton. Toni, wie ich ihn nenne. Toni lächelt tolerant. Ich werde einfach behaupten, das sei Fabrizio del Dongo aus Stendhals Karthause von Parma.

Sollten jedoch Sie, werte Leser, ob der französischen Rötelfrivolität mehr als nur erröten und sich mehr belästigt fühlen, als, sagen wir mal, von den Hunderttausenden von Deutschen, die im Ausland eben jenes tun, was im Bild im Internet zu verbreiten seit jeher illegal war, nun aber noch mit wirkungslosen Stoppschildern versehen wird – wenden Sie sich vertrauensvoll an Frau von der Leyen. Sie wird sich gerne dessen annehmen und auch das hier mit Schildern vollklatschen.

Sobald sie mal nicht ihre eigenen  Kinder für die Polit-PR bei Cicero und anderen genehmen Publikationen vorführt.

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82 Lesermeinungen

  1. Das Schlürfen -<em>"und...
    Das Schlürfen –„und schlürfe um die Ecke“ – ist mir als Trollingerzahn vertraut. Vor allem, wenn ich heimwärts schlurfe.
    Macht aber nichts. Es geht ja nur um zwei Pünktchen.
    Was mich wieder in die Welt von Pünktchen und Anton katapultiert, in der Frau Ursula von der Leyen sich verheddert zu haben scheint:

  2. Möglichst gammlige Kleidung...
    Möglichst gammlige Kleidung für den Antik- und Trödelmarkt zu tragen, habe ich bis jetzt nur an Orten wie Beijing oder Samarkand ausprobiert – dort gilt man als Ausländer sowieso automatisch als ungeheuer reich, und wer gut gekleidet ist, als noch viel reicher. Eigentlich eine gute Idee, dass auch mal in D zu versuchen. Wenn ich mal wieder im Lande bin, probiere ich das aus….
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    Was mich jedoch interessiert: was ist denn ein Zizibeh?

  3. jo, oh mei, in Bayern sagen...
    jo, oh mei, in Bayern sagen wir in beiden Fällen schliafn.
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    Ab einem gewissen Alter sieht man in Anzug automatisch wie ein Sammler aus, wie ein Spezialist, und zudem wie jemand, der es sich vermutlich auch leisten kann, auf dem Flohmarkt einen Anzug zu tragen. Auffallen ist einfach teuer, wie auch Begeisterung und Geifer in dem Mundwinkeln.
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    Ein Zizibeh ist die lautmalerische Umschreibung für die Kohlmeise, die ja auch einen Frack trägt und sehr sprunghaft ist. Der Zizibeh ist am besten umschrieben als gut aussehender junger Mann, der bessere Kleidung als konservative Manieren hat, und vor dem man sich als Jungfrau in Acht nehmen sollte. Zumindest sagt man das so in Bayern.

  4. „Er passt kaum auf den Sitz,...
    „Er passt kaum auf den Sitz, aber lieber habe ich seinen Rahmen in der Schaltung, als eine neue Restauration der Junker in Berlin“.
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    Da hatte die alte W108er S-Klasse, an der ich glaube Sie mal auf einem Foto lehnend gesehen zu haben, aber deutlich mehr Stauraum. Für zukünftige Trödelmarktbesuche mit dem Mark III empfehle ich als Tarnung ein altes Kaschmir-Sakko mit durchgescheuerten Armeln.
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  5. Neulich war "Cicero"...
    Neulich war „Cicero“ allerdings gar nicht so gnädig zu U.v.d.L., sondern brachte eine durchaus ätzende Strilkritik ihres peinlichen Auftritts bei „Wetten, dass…?“, wo sie „feixend, flirtend, giggelnd“ auf den Armen von Hugh Jackman landete und dann noch in eine Mülltonne (sic!) kroch:
    http://www.cicero.de/97.php?ress_id=6&item=3725

  6. Bald werden wir die...
    Bald werden wir die liebreizende Miss O’Murphy aus der Alten Pinakothek retten müssen, bevor Ursel ihr Stoppschild draufklebt.

  7. Sogar bei Wikipedia ist dieser...
    Sogar bei Wikipedia ist dieser Schund!
    http://de.wikipedia.org/wiki/Marie-Louise_O%E2%80%99Murphy
    Wenn man jetzt noch beweisen könnte, dass Ludwig XV. Mohammedaner, Parteimitglied bei der Linken oder wenigstens nicht allerchristlichster Herrscher war, wäre es wirklich prima für die rechtsopportunistischen Kräfte.

  8. Apropos Kohlmeise: Denjenigen...
    Apropos Kohlmeise: Denjenigen hier, die was Lustiges lesen wollen, empfehle ich, sich den englischen Namen der Kohlmeise anzusehen. So ein kleiner, harmlos aussehender Vogel … :-)
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    Also, z. B. bei http://www.wikipedia.de „Kohlmeise“ eintippen, danach auf den englischen Beitrag in der linken Spalte klicken.

  9. sehr schön. zizibeh, ja. aber...
    sehr schön. zizibeh, ja. aber darf ich das anmerken: die auswahl der bilder erscheint doch sehr eklektizistisch. eine art postmoderne des historischen konservatismus. nicht ohne witz, aber letztlich kann man doch alles in dieser art rechtfertigen. wo ist der innere zusammenhang? darf man das psychologisch interpetieren, oder geht es gerade darum, das zu vermeiden? (je mehr historisch gewirtschaftet wird, desto weniger kann man ja auf persönliches hoffen.)

  10. Wie man es nimmt. Ich habe ein...
    Wie man es nimmt. Ich habe ein Faible für das 18. Jahrhundert und speziell diese frivole Ausprägung. Ich glaube an die Aufklärung durch Sex. ich schätze aber auch Biedermeier und hier besonders den Vormärz. Und japanische Farbholzschnitte. Und das Chiaroscuro in Folge von Caravaggio. Ableiten lässt sich daraus wenig bis nichts. neben meinem Schreibtisch hängt auch ein Hrdlicka und am Tegernsee gegenüber von meinem Bett zwei Siebdrucke von Geiger. Solange es nicht die Leipziger Schule ist, bin ich offen für fast alles.

  11. Dichterische Freiheit oder...
    Dichterische Freiheit oder unglaublicher Zufall, dass der gute Bruno tatsächlich ein Vasall von Ferdinand II. war?

  12. Zufall. Das war einer dieser...
    Zufall. Das war einer dieser „Könnte der Autor vielleicht noch in meinen Lebensroman hineinschreiben, dass der Sunbeam nie wieder eine Panne hat“-Momente. Soll ich ein Bild des angeklebten Zettels bringen?

  13. geiger, how awful! leipziger...
    geiger, how awful! leipziger schule, d’accord. ansonsten ist es sehr wie bezug zu irgendwas „je ne sais quoi“, i.e. nichts spezifisches. scheiß sucht halt. kenne ich auch. aber aufklärung durch sex geht gar ja nicht. sex ist doch absolut die totale nullnummer, ebenso wie liebe oder schönheit. das ist doch eine nullstelle, die immer erst durch was bestimmtes gefüllt werden muss, weil ansonsten ist es nur leeres zeuch – oder etwa nicht?

  14. Ich halte mich da an den...
    Ich halte mich da an den verehrten Wedekind:
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    „Meide nicht die ird’schen Schätze,
    wo sie liegen, nimm sie mit.
    Hat die Welt doch nur Gesetze
    dass man sie mit Füssen tritt.“
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    Es gibt ein paar Leute, die wissen, was ich suche. Und ein paar glückliche Fügungen. Dass ich so ein Portrait so sehr wollte, dass ich sogar den an der Stelle hängenden und lange gesuchten Stich von Pietro Longhi umhängen würde, wusste ich gestern morgen auch noch nicht.

  15. Ich warte ja mit täglichem...
    Ich warte ja mit täglichem Schrecken auf die morgendliche Meldung im DLF (bitte nicht mit DSF verwechseln!), dass die gute v.d.L. sich mit dem Dr. Schäuble 2.0 verpaart hat zwecks Zeugung neuer Früchtchen. Statt bunter Stoppschilder und Wolfis Trojaner ließen sich diese doch nur als wahrhaftig rechtsbeugende Missgeburten denken. Doch wahrscheinlich wird es zu einer solch spektakulären Kreuzung niemals kommen – sind doch die sich gern als ‚water boarding‘ und ‚Staatsschutz‘ und ‚Kriminalitätsbekämpfung‘ apostrophierenden Bemühungen weit satanischer, weil sie sich mit dem Mäntelchen der Harmlosigkeit (wie jener Herr von Blumenthal) viel einfacher durchsetzen lassen.
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    Ihr Beitrag, lieber Don Alphonso, war für mich bisher der Beste, was ich in diesem Blog lesen durfte! Perfekt und in Sammlung mit den anderen Texten zu einem schönen Buch gebunden jeder Messe wert!
    .
    Als kleine Randbemerkung erlaube ich mir noch, dass die werten Kohlmeisen im Frühjahr nicht ‚Zizibeh‘ sondern ‚Zizidä‘ rufen. So heißt es doch in einem Liedchen von Heinrich Seidel: „Zizidä, zizidä! Der Frühling ist da! // So ruft sie im knospenden Wald, // Und wehn auch die Winde noch kalt: // Sie weiss es, glaubt es nur ja!“ (3. Strophe aus „Die Meise“). Wer bis März 2010 warten kann, wird den kleinen Unterschied hören. Wenn Fr. v.d.L. bis dahin nicht auch diesen noch kostenfreien Genuss verboten hat, weil’s der Unterhaltungsindustrie nicht gefällt…

  16. Zizibeh ist übrigens...
    Zizibeh ist übrigens keinesfalls zu verwechseln mit der in Bayern auch heimischen (oder gern zuwandernden) Hupfdoin (Hupfdohle)

  17. Danke. ich darf an dieser...
    Danke. ich darf an dieser Stelle verraten, dass es auch objektiv der Teuerste war, viel teurer als alle Teekannenbeiträge. Vielleicht versuche ich mal, das bei der FAZ als Recherchekosten unterzubringen, denn so, wie ich ihn betreibe, ruiniert mich der Beruf. Spätestens, wenn ich hier meiner Liebe zum erworbenen Kalf-Stillleben Ausdruck gebe, ist klar, wo das enden wird.
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    Es ist ja nicht so, dass nicht der ein oder andere Agent bereits angeklopft und mich mit halbseidenen Versprechungen gelangweilt hätte, auch zwei wenig erfreuliche Verlage waren schon auf Schnäppchenjagd, aber ich glaube ohnehin, dass online das ideale Format für diese Geschichten sind. Romane schreibe ich erst ab 400 Seiten, alles andere ist Berlin, Klagenfurt und peinlich.
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    Schäuble. Ach je. Anderes Wort für Kleingeist. Möchte nicht wissen, was in dem vorgeht. Aber heute ist ja jeder von Besenstiel ministrabel.

  18. Werter Don, Ihre Beiträge...
    Werter Don, Ihre Beiträge zeichnen sich nicht zuletzt dadurch aus, dass ihr Autor über den Rand des Meißener Streublümchentellers hinweg schaut. Sie vermögen es, Verbindungen herzustellen, die durchaus verblüffende Einsichten provozieren können. Heute verknüpften Sie eine gezeichnete Bade-Nixe auf Papier einerseits mit Bildern von Vorgängen anderseits, die (noch junge) Menschen aus Fleisch und Blut auf ihr Leben hin verletzen, von Schlimmerem zu schweigen. Diese journalistische Volte ist leider nicht mehr originell, sondern geschmacklos.

  19. Das ist falsch. Ich verknüpfe...
    Das ist falsch. Ich verknüpfe eine Zeichnung mit einer öffentlichen Hysterie, aus der völlig untaugliche Mittel erwachsen, die keinem einzigen Opfer helfen wird und ansonsten fundamentale Grundsätze unseres Rechtsstaates verletzt. Die Netzsperren werden problemlos umgehbar sein, und zwanghafte Nutzer werden sich einen Dreck um die dummen Sprüche der Ministerin auf Profilsuche kümmern. Statt dessen wird es eine Infrastruktur der Zensur geben, die nach Meinung diverser Kollegen und Lobbyisten schnellstens auf andere Bereiche erweitert werden soll. Dieser Haltung unverantwortlicher Politikvortäuscher und ihrer Handlanger halte ich den drallen Hintern einer Nixe hin.

  20. Das "Zizibeh" kenn ich noch...
    Das „Zizibeh“ kenn ich noch aus meiner Kindheit. Es wurde gleichgesetzt mit dem Fragesatz „Sitz ich gruen?“ Es war der Ruf der Kohlmeise gegen Ende des Winters mit dem ersten Gruenen des Fruehjahsr.
    Ich denke, das kam in Hermann Loens -Geschichten vor. Ich muss bei Gelegenheit schauen.

  21. Werter Jean-Jacques

    Obwohl...
    Werter Jean-Jacques
    Obwohl der Autor schon selbst geantwortet hat, eine kleine Anmerkung.
    Ihr Vorwurf ist nicht nur unzutreffend, sondern erinnert – in einer subtileren und sich in Andeutungen ergehenden Weise – an die Infamie der Ministerin und ihrer Hintermänner, Gegner ihres grob verfassungswidrigen Gesetzes in die Nähe derjenigen zu rücken, die sich am Leid (sehr) junger Menschen delektieren.
    Dabei wollen wir dann aber bitte nicht vergessen, dass diese Regierung den vorher recht klaren Begriff der Kinderpornografie aufgeweicht hat, in dem man den Begriff der „Jugendpornographie“ einführte. Unter den nun auch 17,5 Jahre alte Teenager fallen, die ihrem Freund ein unbekleidetes Abbild ihrer selbst schicken. Aber man ging noch weiter und stellt sogar die mehr oder wenige sexuelle Abbildung von sog. „Scheinjugendlichen“ unter Strafe. Darunter wird ein Mensch verstanden, der zwar volljährig ist, aber von einigen Dummbratzen als unter 18 angesehen werden könnte.
    Noch mehr? Auch die künstlerische erotische Darstellung von Minderjährigen (was zwangsläufig die künstlerische Darstellung von Menschen beinhalten muss, die möglicherweise so aussehen, als wären sie noch nicht 18), ist nicht mehr erlaubt.
    Dann muss man allerdings wirklich die zauberhafte Miss O’Murphy aus der Pinakothek entfernen, denn die war erst 14. Egon Schiele geht noch viel weniger, und vermutlich kann man die meisten Frauenakte der großen Meister knicken.
    KEIN Mensch verteidigt hier „Bilder von Vorgängen, die (noch junge) Menschen aus Fleisch und Blut auf ihr Leben hin verletzen“.
    Einen hab ich noch. Eine Pressemitteilung der CDU/CSU
    „Damit ist eine gefährliche Entwicklung gestoppt worden. Unter Berufung auf eine angebliche Internetzensur durch den Staat wollten die Linksaußen in der SPD durchsetzen, dass das Internet zum rechtsfreien Raum wird. Die SPD wäre dadurch Gefahr gelaufen, Straftaten im Internet Vorschub zu leisten, von der Vergewaltigung und Erniedrigung kleiner Kinder bis hin zu Urheberrechtsverletzungen in breitestem Ausmaß gegenüber Künstlern und Kreativen.“
    Bitte diesen Satz mehrmals lesen, und dann darüber nachdenken.

  22. Darf ich das übersetzen:...
    Darf ich das übersetzen: „Verleger, stopft mal eben Euren Journalisten die Fresse, lasst Eure besten Koofmichs ein wenig gegen Andersdenkende hetzen, dann kümmern wir uns um jene, die Ihr dafür verantwortlich macht, dass es Euch so dreckig geht – unter Missachtung der Realität, dass die Leute nicht mehr jeden Dreck anspruchsvoll hinnehmen und auch nicht mehr glauben, dass Ihr die Wahrheit gepachtet habt.“

  23. "eine neue Restauration der...
    „eine neue Restauration der Junker in Berlin“
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    Ich möchte doch mal erwähnen, dass der preußische Junker weniger das Problem ist.
    Zensursula ist die Tochter des niedersächsischen Ministerpräsidenten a.D. Ernst Albrecht, in dessen Amtszeit zum Beispiel der fingierte Sprengstoffanschlag auf die JVA Celle fiel. Auch hier wurden Mittel verwendet, die mehr Schaden anrichten, als dem Zweck zu dienen. Das ist hier wohl eher ein Fall von „der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“.

  24. Schöner Artikel und leider...
    Schöner Artikel und leider mit wahrem Hintergrund. Schade ist nur die relativ geringe Anzahl an Kommentaren (=Aufmerksamkeit?) im Verhältnis zu den sonstigen Artikeln in diesem Blog. Aber mit „Reichensteuern“ und „gehobenen Töchtern“ kann wohl mehr Reaktionen erreichen als mit Zensurbestrebungen.

  25. Der Beitrag ging gestern recht...
    Der Beitrag ging gestern recht spät online, und schwups, wurde bis heute Morgen 8.30 Uhr auch schon wieder rausrotiert von, sagen wir mal, anderen Blogbeiträgen anderer Autoren, So erklärt sich das vielleicht. Aufmerksamkeit gibt es leider nur, wenn die Aufmerksamkeit den Beitrag findet. Immerhin, mit mehr als 20 Kommentaren in einer Montag Nacht ist es nicht so arg schlecht.

  26. Sterngucker, es gab mal so ein...
    Sterngucker, es gab mal so ein Bild – leider war der Wagen noch schlimmer dran als der Sunbeam, und er war auch nicht zu verkaufen. Aber das sieht man auf dem Bild nicht, und ich wollte explizit einen Old-Economy-Wagen.
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    cvs, eben jenes ist im Text angedeutet, siehe Celler Loch. Aber es ist schon erstaunlich, was für vons gerade so bar jeder Kompetenz in Berlin in Politik und Medien was schmeissen dürfen. Da hat sich ein unschöner Zug herausgebildet, über den man mal reden sollte.

  27. Muß dem Don mal wieder...
    Muß dem Don mal wieder zustimmen! So widerlich das ist was mam im Netz so finden kann (und damit meine ich nicht nur Kinderpornigraphie!) so untauglich sind die geplanten Sanktionen dagegen! Hier werden schleichend Strukturen vorbereitet die für die Meinungsfreiheit in der Zukunft nur Böses ahnen lassen!

  28. Dammit, Don Alphonso - das war...
    Dammit, Don Alphonso – das war ziemlich gut.

  29. Es gibt eine wissenschaftliche...
    Es gibt eine wissenschaftliche Untersuchung, die besagt, dass entweder Politiker mit kurzem, „knackigen“ Namen, oder Adlige gewählt werden. Vertreter dieser Zunft, die einen Namen wie z. B. Schäfer-Gümpel haben, sind meistens chancenlos.
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    Allerdings finde ich persönlich, dass Gutenberg bei den gegebenen Verhältnissen noch einen guten Job macht. Wenigstens würde er Opel auch lieber pleite gehen lassen.
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    Aber es stimmt schon, die meisten Adligen sollten mal wieder daran erinnert werden, woher die Bezeichnungen „Adel“ und „Aristokratie“ kommen.
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    Die meisten in Politik und Medien glänzen derzeit nicht gerade durch Kompetenz und „Machertum“. Egal ob mit oder ohne „von“.

  30. @Latifundius
    Ich denke, auch...

    @Latifundius
    Ich denke, auch dieser Eintrag hat die übliche Aufmerksamkeit gefunden.
    Er deucht mir aber ungleich schwerer kommentierbar, da er noch „literarischer“ ist, als die vorangegangenen! Allersdings nach meinem Geschmack ist er einer der Besten!

  31. Opportunist! Meine...
    Opportunist! Meine Erwiderungen, erkennbar durch „Trallala mit Alfonsolala“ auf deine mitunter doch recht schwächliche Anmache gg. die vorgeblich Gewöhnlichen die z. B. E-Books lesen, hast du zweimal wegzensiert.
    Die „bessere Gesellschaft“ gibt sich nach außen „besser“ weil sie ernst zu nehmende Vergleiche von vornherein abblockt und nicht in den mitunter grausamen Spiegel der Selbsterkenntnis blickt. Könnte dort doch ein Schneewittchen vom Wannsee erscheinen, untermalt mit „… ist vieltausendmal … als ihr“.
    Verträgt das Megafon der „besseren Gesellschaft“ weder Kritik noch Vergleich?
    Früher oder später werden auch die Begabten unter den „Besseren“ anerkennen: Die bessere Tegernseegesellschaft ist im Vergleich mit einfachen Wannseeleuten eine Ansammlung von Langeweilern!

  32. Für eine differenzierte...
    Für eine differenzierte Betrachtung des Themas (Was sind „Kinder“, Wie läuft das Geschäft, warum stehen die Server eigentlich alle in Deutschland?) empfehle ich folgenden Beitrag. Er ist nicht einfach, moralisch nicht einwandfrei, nicht 100% glaubwürdig – aber auf jeden Fall gespickt mit Details:
    http://wikileaks.org/wiki/Einblicke_in_die_Kinderpornoszene

  33. Werter Don A.,
    das war einer...

    Werter Don A.,
    das war einer der bisher besten Beiträge in diesem Blog, das – so fürchtete ich – schon ein wenig zu sehr in die Misanthropie abglitt. Merci, mille fois merci für dieses funkelnde Splitterchen im Tag!
    PS: so oft in Pfaffenhofen kennen sie vielleicht auch den:
    Francois Simon Paff von Pfaffenhofen (1753-1840)
    Eine wirklich illustre Persönlichkeit des ausgehenden 18. Jhs. Es gibt leider wenig biographisches über ihn, daher nur kurz:
    er wurde in Frankreich als Sohn eines adeligen Bildhauers geboren, war als Beichtvater Marie Antoinette bei Hofe, dort in JEDEN Skandal verwickelt, stellte während der Französischen Revolution von Lüttich aus ein königstreues Regiment auf, verschuldete sich hoch, verklagte hinterher fast jeden europäischen Monarchen auf Schadensersatz, gewann seine Prozesse, verspielte alles und verbrachte seinen Lebensabend auf einer kleinen Insel im Rhein, wo er landwirtschaftliche Experimente durchführte.
    MD

  34. Zu Hrdlicka fällt mir eine...
    Zu Hrdlicka fällt mir eine schöne Anekdote ein, die ich vor einigen Jahren im Radio in Vorarlberg gehört habe. Hrdlicka hatte das Renner-Denkmal entworfen, das nach wie vor in Wien am Ring zu bewundern ist. Nach der Enthüllung sagte einer der (zweiten) Bürgermeister Wies zu Hrdlicka, das Denkmal sei doch so schön, das müsse doch ins Museum. In Wahrheit fand er das Denkmal grauenhaft. Den Schmäh in der Stimme vermag ich nicht zu imitieren, er war aber köstlich.
    Wie schön wäre unsere Politik, wenn sie wenigstens geistreich wäre, wenn schon nicht gut. Tu felix austria…

  35. Naja, Österreich halt. Ich...
    Naja, Österreich halt. Ich habe teilweise den Prozess gegen Heinrich Gross in Sachen NS-Mordanstalt Spiegelgrund mitbekommen, danach wundert einen gar nichts mehr.
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    MD, bitte, das war nicht mehr als meine staatsbürgerliche Pflicht.
    Ja, von dem Manne habe ich schon vernommen. Wenn ich mich nicht irre, ist damit aber das schöne Pfaffenhofen im Elsass und nicht das fragwürdige Kaff nahe meiner dummen, kleinen Heimatstadt an der Donau gemeint.

  36. @Latifundius: Der Artikel ist...
    @Latifundius: Der Artikel ist wie seine Vorgänger herrlich direkt und läßt – zumindest mir – einfach keinen Raum für anderes als eine Zustimmung.
    @Don Alphonso: Ziehe sämtlichen vorhandenen (und nichtvorhandenen) Hüte

  37. Mit Dank an den Don und...
    Mit Dank an den Don und Avantgarde für Ihre Gegenäußerungen möchte ich meine Anmerkung zur „Geschmacklosigkeit“ der hier veröffentlichten Assoziationen ausgehend von einer gerahmten Salon-Schönen präzisieren. Der Don schlägt in einem Satz und Atemzug den Bogen zwischen einer „französischen Rötelfrivolität“ über „was im Bild im Internet zu verbreiten seit jeher illegal war“ hin zu „wirkungslosen Stoppschildern“.
    Klar erkennbar ist aus dem Zusammenhang des Beitrags der sehr unterstützenwerte Zweck dieser Verknüpfung: Protest gegen die Installation einer Zensur-Infrastruktur, die bei aller Wirkungslosigkeit im konkreten Fall für die Zukunft ein handliches Instrument zur Einschränkung von Kommunikationsgrundrechten bietet. Erfreulich ist grundsätzlich auch das hierzu eingesetzte stilistische Mittel: Der Don ficht mit dem Florett, nicht mit dem Degen.
    Was ich geschmacklos nenne, ist die Zweck-Mittel-Relation. Denn wenn der Don mit dem Florett erst auf den drallen Hintern seiner Nixe zeigt um anschließend mit diesem Werkzeug die Stop-Schilder aufzuspießen, so streift er dabei aus Gründen der gedanklichen und sprachlichen Konsequenz (s.o.) in Bildern festgehaltene Sachverhalte der Folter und Tötung von Menschen. Es ist gerade dieses „en passant“, das sich nicht verträgt mit der Verletzung denkbar fundamentaler Menschenrechte.
    Im Übrigen wollte ich niemandem unterstellen, der Verbreitung von Bildern der Misshandlung Minderjähriger das Wort zu reden; sollte meine knappe Formulierung hierzu Anlass gegeben haben, bedauere ich das. Vielmehr ist allen denjenigen zu danken, die in der aus durchsichtigen Wahlkampfgründen mit Scheingerechtigkeit geführten Stopschild-Debatte die Fahne der Grundfreiheiten hoch halten. Und sich angesichts der Anlass gebenden Bild-Inhalte dabei Totschlagargumenten und anderen Holzhammer-Methoden aussetzen.
    Letzes Wort: Miss O’Murphy nimmt sich selbstverständlich zauberhaft aus auf ihrem Sofa. Bei der sonntäglichen Betrachtung in der Pinakothek sollte man dennoch im Hinterkopf haben, dass diese 14jährige dem allerchristlichsten König schutzlos ausgeliefert war. Die Folgen zu zeigen derjenigen Freiheiten, die sich der über aller Verantwortlichkeit stehende, absolute Sonnenkönig mit ihr vor und nach der Sitzung genommen hat, erspart uns des Malers Geschick.

  38. @ Don Alphonso
    Sie haben das...

    @ Don Alphonso
    Sie haben das Talent einen Text so zu gestalten, dass ich nicht aufhören kann ihn zu lesen auch wenn mich das Thema nicht so anspricht. Ich lese Ihren Blog regelmäßig und kann nur zustimmen: Das ist definitiv einer der besten Beiträge! Obwohl die anderen nicht weniger gut sind.

  39. @ Don Alphonso: Ach, mein...
    @ Don Alphonso: Ach, mein nächtlicherweise an Sie gerichteter Buchwunsch entstammte auch nur der schönen Vorstellung, dass einen fernen Tages eine Ephemeride No2 beim Durchstöbern irgendeines ‚Trödelmarktes‘ über dieses Werk stolpern könnte – so wie Sie über den von Blumenthal. Es wäre doch schade, wenn Ihre Text-Kleinodien und tief und mehrfach gebrochene Gedanken eines Tages einfach im elektronischen Nirvana verschwinden würden. Ich jedenfalls freute mich, hielte ich einen Don Alphonso beispielsweise aus dem 19. Jahrhundert in den Händen…

  40. @D.A.
    Oh das im Elsaß war...

    @D.A.
    Oh das im Elsaß war durchaus in Betracht, aber es war nie ganz klar, welches der schönen Pfaffenhofen nun gemeint sei. Er selbst referiert sogar einmal (- aus taktischen Gründen -) auf „das fragwürdige Kaff nahe (Ihrer) dummen, kleinen Heimatstadt an der Donau“. Denn der Herr Vater war dem Kaiser Untertan, bis er einen Mord beging und nach Frankreich exilierte, dort heiratete und zu einer nicht kleinen Reputation als Künstler kam.
    Der Herr Sohn sprach beide Sprachen deutsch und französisch fließend, im DHM, als wir den Nachlaß trankripierten, war Pfaffenhofen nie definiert. Durch seine Bemerkung nahmen wir aber an, es sie das in Bayern.
    Deshalb dürfen Sie ihn ruhig zu den Nachbarn zählen;-)
    Nichtsdestotrotz, er ist eine illustre Erscheinung, und ein Weilchen dachte ich daran, über seine Prozeßhanselei mit der Monarchie, die er doch so vehement vertrat, eine längere Arbeit zu verfassen, aber es kam leider nicht dazu.
    Zum Blogbeitrag- und zum Blog:
    Ja, ich wünsche mir, daß sie öfters diese Schärfe haben, weniger trauriges Gerede über den Untergang des Abendlandes und das Verkommen des Pöbels. Brauch ich das, muß ich in den vergangenen Jahrhunderten nicht lange suchen, das trägt in Ihrem Blog nur Eulen nach Athen.
    Oder um es mal etwas bissiger zu formulieren: wenn sich die Eliten in ihrem Wohnzimmer gemütlich eingerichtet haben, warum verlangen Sie dann vom Pöbel auf die Straße zu gehen, und dort die Arbeit zu machen, die genau diese Eliten, wenn sie denn eine solche wären, eigentlich leisten müssten …?
    So, mit Misanthropie und Weltuntergangsgerede, unterstützen Sie nur die cons bourgeois, über die der böse Brel so schön singt: ce sont les vieux cochons, qu’on en fait du bon ….
    Genug Rabulistik, ich verschwinde wieder in der Versenkung
    MD

  41. @ Latifundius

    Eines sollte...
    @ Latifundius
    Eines sollte man nicht vergessen: Wir sind hier bei der FAZ und nicht bei der taz.
    Dort würde der Kampf gegen die stetige Einschränkung der Bürgerrechte möglicherweise mehr sichtbare Resonanz finden.

  42. Ich denke, man ist hier etwas...
    Ich denke, man ist hier etwas von den Kommentarzahlen verwöhnt. Alles, was über 50 geht, ist schon ausgesprochen gut. Das hier ist Kommentar 42, und das hier
    http://faz-community.faz.net/statistics.aspx
    ist die Statistik aller FAZ-Blogs. Damit hat der Beitrag mehr Kommentare als 14 andere Blogs insgesamt. Dazu kommt noch die Ferienzeit und, das gebe ich zu, eine schauderhafte Arbeitsmoral meiner Person beim Beantworten der Lommentare. Zu gern würde ich das auf die Dachterrasse schieben, aber es ist Arbeit, die mich ruft.

  43. MD, ich habe da was im...
    MD, ich habe da was im Köcher, aber ich muss erst mal schauen, ob das hier geht. Es ist ein Ding, bei dem ich selbst verstehe, wenn ein Medium dafür die Verantwortung nicht übernehmen will.
    .
    Allerdings sagt mir mein verleger immer, ich sollte nicht so bissig sein und lieber eine kleine Sommergeschichte mit Liebe und Johannisbeerquark an einem See schreiben. Es gibt unterschiedliche Ansprüche, und ich kann nur zur Langmut aufmuntern.

  44. Auch ich kann mich nur...
    Auch ich kann mich nur kleinlaut einfügen in den Strom der Dankenden, Bewundernden und Neidischen, sehr geehrter Herr Alphonso….
    Doch dessen nicht genug. Dem Alphonso wurde und wird genügend gelobdudelt (zu Recht- zu Recht). Das Sahnehäubchen obenauf sind die köstlichen Kommentare. Dank also auch mal an die Kommentatoren!
    Darauf ein Bäuerchen

  45. Ihre Tarnung, verehrter Don,...
    Ihre Tarnung, verehrter Don, dürfte schon aufgrund Ihres Bewegungsablaufes auffliegen. Ein freier Mensch bewegt sich eben anders. Ist er zudem ein Kenner der schönen Dinge, macht er sich auf dem Flohmarkt durch seine behäbigen Kopfbewegungen verdächtig. Schließlich entlarvt ihn die Ruhe vor dem schönen Objekt.
    Was die politischen Wichtigtuer angeht, würde ich mir ebenfalls ein Stopp-Schild im Internet wünschen, welches rechtzeitig vor Artikeln warnt, die in irgendeinem Bezug zu diesen Personen stehen. Denn was nützt die Abschaffung des Fernsehers, wenn selbige Propaganda auf dem Kabelwege, an den Palastwachen vorbei, wieder in die Festung hineinschleicht?

  46. Zur Frage von Frau Georgiana...
    Zur Frage von Frau Georgiana Darcy (Was ist ein Zizibeh):
    Mit den Kräften des Wassers und des Windes zeigt Zizibeh eine Respekt gebietende Performance für Vögel. Ihr Kopf ist rundum drehbar und wird von einem eleganten Windruder am Hinterhaupt in alle Richtungen gelenkt. Im Hin- und Herwenden speit sie anmutig und doch selbstbewusst in eine Tasse und verteilt Wasserküsse in alle Richtungen. Während ihr Kopf sich mit dem Wind dreht, streift ein Klöppel über die Klangscheiben ihrer Halskrause und erzeugt silberhelle Töne.

  47. danke für das...
    danke für das flohmarktvergnügen. am wochenende in paderborn werde ich sehen,ob meine irdischen überundunterreste abnehmer finden.
    mein wichtigster vorsatz: nicht mehr wegtragen als hintragen( lebensmotto
    für alle krisen)

  48. na, was ein tag. - heute...
    na, was ein tag. – heute gehoere ich nicht zu den wenigen, die hier bisweilen direkt ihre anerkennung zollen. heute gehoere ich zur breiten masse. – ein komisches, ein beinahe unangenehmes gefuehl.
    was soll ich sagen? – der don hat Русский ковчег (copy paste /=russian ark) nicht nur gesehen, er lebt sie natuerlich auch. was soll man da noch sagen…
    dances with art. lovely.

  49. "Allerdings sagt mir mein...
    „Allerdings sagt mir mein verleger immer, ich sollte nicht so bissig sein und lieber eine kleine Sommergeschichte mit Liebe und Johannisbeerquark an einem See schreiben.“ Mensch Don Alphons, Ihr Verleger ist nicht Rowohlt und von Ihnen zu Tucholsky ist doch ein hübsches Stück Weg. Keine Imitate, bitte. Oder fahren Sie an den Mälarsee, auf lange Zeit.

  50. Was der Blumenthal wohl vom...
    Was der Blumenthal wohl vom Risorgimento gehalten haben mag, und ob er noch in Sizilien war, als die „Mille“ in den Süden marschierten? Und ob er etwas mit der Bankiersfamilie gleichen Namens zu tun hatte?

  51. @Jean-Jacques: Die bemängelte...
    @Jean-Jacques: Die bemängelte Mittel-Zweck-Relation zeigt doch nur die (meiner Meinung nach akute) Gefahr, dass bei oberflächlicher Betrachtung Frivoles (z.B. die Rötelzeichnung) und Verbrecherisches unangemessen über den selben Leisten geschlagen werden können. Der sicherheitspolitsche Drift geht seit Jahren in Richtung „Fahrenheit 451“ [*] – auch wenn wir hier in diesem saturierten Land – Gott sei’s gedankt – noch lange nicht so weit sind.

    [*] @Don Alphonso: Stammt das einleitende Zitat aus diesem Roman? Ich mag die teils gleißenden, teils farbkräftigen, teils doppelbödigen und oft anrührenden Sprachbilder in Ray Bradburys Geschichten.

  52. Verehrter Don Alphonso,

    zu...
    Verehrter Don Alphonso,
    zu „den Politikern“ ein Ausspruch von La Rochefoucauld:
    „Erst wenn ein Zwerg sich auf einen Sockel stellt, sieht man, wie klein er ist.“
    Gruß Hanskarl

  53. Hanskarl, das ist kaum...
    Hanskarl, das ist kaum glaubhaft. Vorher war der Zwerg doch auch sichtlich klein, sonst ist er kein Zwerg. Das erinert mich an die Nacktbader bei Ebbe, die hier mal zitiert wurden. Halbgare Sprüche taugen auch dann nicht, wenn sie einer (naja) Berühmtheit zugesprochen werden. Von La Rochefoucauld stammen übrigens auch „Hier schließt sich der Kreis“ und „Der Weg ist das Ziel“. Mit La Rochefoucaulds Großmama bleibt nur zu seufzen: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

  54. "Whether or not my ideas on...
    „Whether or not my ideas on censorship via the fire department will be old hat by this time next week, I dare not predict. When the wind is right, a faint odor of kerosene is exhaled from Senator McCarthy.“
    –Ray Bradbury, 1953

  55. <p>Fertig! Hach, fertig mit...
    Fertig! Hach, fertig mit der Arbeit! Fest gemauert in den Erden…
    .
    Ganz ehrlich, an Politiker wäre jede höhere Bildung einfach nur verschwendet. Die besagte Frau liest vor dem Einschlafen Donna Leon.

  56. Georgina Darcy, diese...
    Georgina Darcy, diese Blumenthals dürften diese alte Militätfamilie gewesen sein. Rechlich typisch.
    .
    Pius Xaver Kaltspiel, ich denke, die Leute zwischen dieser Frau und Herrn Schäuble wollen einfach metternichen: „Führungsstärke zeigt sich nicht darin, kernige Ziele zu vereinbaren, sondern knackige Resultate zu erreichen.“ Den Rest lässt man 5 Jahre später vom Verfassungsgericht prüfen und feilt dann Schlupflöcher in die Gesetze.

  57. Feinster Camp. Habe das Lesen...
    Feinster Camp. Habe das Lesen genossen.

  58. Merci für all die...
    Merci für all die interessanten Ausführungen zum Zizibeh!

  59. Wie absurd die Argumente sind,...
    Wie absurd die Argumente sind, mit denen Ursel für ihr Stoppschild argumentiert, zeigt ihr ständig wiederholter Satz:
    „Die bittere Wahrheit ist, dass bisher nur die Hälfte der Länder Kinderpornographie ächtet. Das heißt, die andere Hälfte toleriert sie“
    Ah ja. Damit wird unterstellt, dass man sperren müsse, weil es ja so viele Länder gibt, in denen man ungestraft und nicht angreifbar Kinderpornographie hosten könne.
    Nun gibt es tatsächlich eine Studie des ICMEC (International Center for Missing and Exploited Children) von 2006, das 95 Länder benennt, in denen es keine expliziten Gesetze gegen Kinderpornografie gibt.
    Auf dieser Liste findet man dann Länder wie [sic!] Iran und Saudi Arabien…
    Echt jetzt? Oder ist es nicht doch eher so, dass in diesen Ländern – in denen eine Frau noch nicht mal ihr Haar zeigen darf – Pornographie sowie illegal ist und sogar mit Todesstrafe (!) geahndet werden kann?
    Und kein Journalist fragt mal nach, während Zensur mit immer dümmeren Argumenten verteidigt wird?

  60. @Karlhans,
    nun, der eine oder...

    @Karlhans,
    nun, der eine oder andere übersah schon mal den Zwerg – ohne Sockel.
    Bezüglich der Politiker wollte ich nur mal darauf aufmerksam machten, daß wir ihnen zu viel Aufmerksamkeit schenken und sie dadurch zu sehr „aufwerten“.
    Allerdings habe auch ich keine Lösung dafür, wie man „Bessere produziert“. In unserer Demokratie geht es doch immer darum, welcher Teil sich auf Kosten des anderen Vorteile zu verschaffen vermag – und darum geht es ja wohl auch im Beitrag von Don Alphonso.
    Gruß Hanskarl

  61. cvs, bei Quelle war von und zu...
    cvs, bei Quelle war von und zu dann aber doch wieder ganz lieb. Ist ja auch daheim. Papiertiger, der Mann.
    .
    xenon, danke für den Link.

  62. Ursula von der Leyen wurde...
    Ursula von der Leyen wurde übrigens schon mal ausführlich in der FAZ porträtiert:
    Teil 1 – Eine steile Karriere
    http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~EC39080B297FE43769D2F72A953345A01~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    Teil 2 – „Ein Geflecht aus Intrigen“
    http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~EA984FFD2451B4B7BA3E1AEA5A97F507B~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  63. Don, Gutenberg war offenbar...
    Don, Gutenberg war offenbar aber nicht lieb genug, sonst würde der Seehofer nicht so schäumen.
    .
    Richtig pervers finde ich die Taktik der Zensursula, jetzt kurz vor Schluss noch eigentlich substantielle Gesetze durchpeitschen zu wollen. Gott sei Dank spielt die SPD nicht so mit, wie sie soll. Aber da müssen beim Familienministerium wohl doch noch ein paar Erfolge her, nachdem man sich auf dem Elterngeld so ausgeruht hat – das ja nun den gewünschten Erfolg (dauerhaft steigende Geburtenzahlen) nicht gebracht hat. Auch wenn Gegenteiliges behauptet wurde.

  64. @Irene und cvs: wie gesagt:...
    @Irene und cvs: wie gesagt: die gute Frau v.d.L. hat spätestens durch ihren Wetten-dass-Auftritt unauslöschlich gezeigt, wes Geistes Kind sie ist. Wenn die FAZ da schreibt: „Der Zeitgeschmack verlangt heute nach einem anderen Idealbild: dem der vollberufstätigen Mutter. Dem entspricht Frau von der Leyen wie niemand sonst“, dann kann ich nur lachen. Tatsächlich hat sie in ihrem Beruf als Ärztin nie wirklich verantwortungsvoll gearbeitet und hat daher offenbar auch keine Ahnung von den Anforderungen an Seriosität und Ernsthaftigkeit, die im wahren Leben gelten. Ein Rollenmodell für berufstätige Mütter sieht für meinen Geschmack anders aus.
    @Don: Und, ja, die Nachtlektüre von Donna Leon. Eigentlich doch ein ziemlich subtiler Verriss im „Cicero“, sie inmitten ihrer privaten „Bibliothek“ vor lauter schönen und praktischen schwedischen Regalen voll derartiger Blüten der Weltliteratur zu fotografieren. Leider kapiert keiner die Subtilität. Das Land hat die Politiker, die es verdient.

  65. Aus welcher Familie dieser...
    Aus welcher Familie dieser Blumenthal kam, müsste man noch genauer prüfen.
    Neben den in Preußen militärisch stark engagierten von / Grafen Blumenthal
    (höchster Dienstgrad aus der Familie: Generalfeldmarschall Leonhard Graf v.B., er hat Kriegstagebücher zu 1866 und 1870 veröffentlicht) und dem aus diesem Geschlecht stammenden Hans Jürgen Graf B., Widerstandskämpfer und am 13.10.1944 in Plötzensee hingerichtet gibt es noch die österreichischen Blumenthals mit Johan Heinrich aus dem 20. Jh, der ein bekannter Militärschriftsteller war. Allmeyer-Beck, Hofrat und eigentlich Freiherr, den ich als Leiter des Heeresgeschichtlichen Museums noch kennengelernt habe, sprach rühmend von ihm.
    Und finden Sie gern weiter solche Pretiosen, bildende wie literarische.

  66. stilkritik, ich habe mir alle...
    stilkritik, ich habe mir alle Mühe gegeben, in der Cicero ein Anzeichen von Ironie zu finden, aber da war nichts. Man muss damit leben, dass diesem PR-Organ halbvolle Ikearegale mit Billigstereo als Inbegriff der Bildung gilt.
    .
    Was meinen Toni angeht, spricht die Herkunft des Händlers und die weitere Geschichte gegen die österreichischen Vertreter: Es soll aus einem Nachlass aus Nordhessen stammen, und die „Beifunde“ hatten klar norddeutschen Charakter. Aber vielleicht sollte ich wirklich mal die Familie fragen.

  67. cvs, da sieht der Sohn eines...
    cvs, da sieht der Sohn eines Maurers nicht ein, dass er mit der gräflichen Attitüde abgebürstet wird. Und die Graf Attitüde sieht nicht ein, dass er sich vom Sohn eines Maurers was sagen lassen soll, als dessen natürlicher Nachfolger er sich schon fühlt.
    .
    Frau von der Leyen war, das muss man wohl so sehen, ein Totalausfall in der Regierung. Die Ziele wurden klar nicht erreicht, die Kinderarmut steigt an, Scheidungsrate wird auch nicht besser – ich sage, ohne die Frau wäre nichts anders geworden. Zum Ende dann eben ein Thema, das alle benicken können, mal abgesehen der CDU-kernzielkgruppe alter, schlecht gebildeter Menschen mit Thailandurlaub.

  68. Georgina Darcy, wenn er unter...
    Georgina Darcy, wenn er unter Fernando ein treuer Diener war, dann war er ganz sicher kein Freund von Garibaldi und seinen doch etwas wüst auftretenden Leuten.
    .
    Avantgarde, ich glaube nicht, dass die Medien besonderes Interesse hatten. Es betrifft sie vermutlich in keinem Fall, und bestenfalls sogar die Inhaltediebe, die sie so hassen. Für manche wäre ein Stoppschild vor Google. Und natürlich ist so ein gesetz auch leichter zu machen, als sich um Kinderarmut zu kümmern, oder um Chancengleichheit, die man in diesen Kreisen ohnehin nicht kennen und schätzen dürfte.

  69. Don, Fragen an die Familie...
    Don, Fragen an die Familie würde ich als Ultima Ratio ansehen. Und auch erst mal schauen, ob die einen Familienverband mit entsprechendem Geneanologen haben. Da wäre es einfacher, in die Münchenr Unibibliothek zu gehen und nach dem „Gotha“ zu fragen. Dann die neueste Ausgabe hernehmen und im Register nachschauen, wann die Familie das letzte Mal aufgeführt wurde (nicht jede Familie steht jedes Jahr drin). Aber Vorsicht, falls er „unterm Strich“ geführt wurde, könnte es sein, dass er in späteren Ausgaben nicht mehr erwähnt wird.

  70. Den Gotha bzw. in neuerer...
    Den Gotha bzw. in neuerer Zeit das GHdA Genealogisches Handbuch des deutschen Adels, Gräfliche Häuser und Adelige Häuser ( zweitweilig auch „Reihe B briefadelige“ und Reihe A „uradleige…“ habe ich gerade nicht zur Hand, da dienstlich unterwegs. Offizier ist ja auch heute noch eine standesgemäße Beschäftigung. Übrigens, bei der Marotte der Republik Österreich gegen die offizielle Führung der Titel könnte selbst der Wiener Militärgeschichtler aus der im brandenburgische, anhaltinischen usw landgesessenen Familie kommen. Der Damalige Armeekommandant E. Spanocchi der auch Bücher schrieb war ja auch Graf….(ebenso wie Nikolaus Harnoncourt, de la Fontaine Unverzagt usw)

  71. Für einen Kulturhistoriker...
    Für einen Kulturhistoriker mag es seltsam klingen, aber vielleicht will ich das doch nicht wissen. Es gibt einen Reiz des Unklaren und Vergessenen.

  72. ...des Nebulösen auch....
    …des Nebulösen auch.

  73. Vielleicht braucht "Cicero" ja...
    Vielleicht braucht „Cicero“ ja gar keine Ironie, um entblößend zu wirken. Sowas funktioniert manchmal gerade dann besonders gut, wenn es völlig ernst gemeint und gutgläubig daherkommt. So wie weiland der plantschende Verteidigungsminister in der „Bunten“. Cicero ist die „Bunte“ für Berlin-Mitte.

  74. @stilkritik:
    Cicero ist die...

    @stilkritik:
    Cicero ist die „Bunte“ für die gehobenen Stände in Berlin-Mitte oder die sich dafür halten – köstlich!

  75. @Don Alphons: "wenn er unter...
    @Don Alphons: „wenn er unter Fernando ein treuer Diener war, dann war er ganz sicher kein Freund von Garibaldi und seinen doch etwas wüst auftretenden Leuten.“ Das kann gut sein. Bei Sizilien und dieser Epoche kam mir jedoch gleich der Gedanke an den Gattopardo, und Tancredi de Falconeri, der zuerst im jugendlichen Idealismus in Palermo mit Garibaldi kämpft und später Karrierist wird, gesponsort vom neureichen Vater seiner Angelica. Aber für solche Eskapaden wäre der Blumenthal da vermutlich schon zu alt gewesen….

  76. Gegen ihre Stützen muss man...
    Gegen ihre Stützen muss man treten
    Nicht jene französische Rötelfrivolität, die da der modernen Pornographie – im Netz oder sonst wo – gleich gesetzt wird, ist der Skandal, noch die literarische Form in der das dem Publikum geboten wird, sondern die hier gebotene Naivität gegenüber den Herrschenden, den wahren Herrschenden. Nicht erst seit den Stürmen in Teheran, Isfahan und anderswo wissen wir doch, dass das Netz nur im beschränkten Sinne dem Aufstand dienlich ist.
    Wir wissen doch, dass die Software längst geschaffen ist, die uns allen demnächst, das – gewaschene wie das ungewaschene – Maul stopft, so wie die Herrschenden – Päderasten oder nicht – ihren Opfern ungefragt die Körperöffnungen. Die einen wie die anderen haben die Macht dazu, hierzu gilt es sich zu verhalten. So schön die Literatur, so sinnlos ist sie, vor allem dort, wo nicht verstanden: unter den Massen. Wir müssen ihn offen austragen, diesen Kampf, der doch eigentlich ein Krieg ist, Klasse gegen Klasse, nicht versteckt, hinter metaphorischen und anderen Ausdrücken äsopischer Sprachkunst.
    Das Netz ist das ultimative Machtmittel der Herrschenden, das Mittel, das die Macht, die abstrakte Macht, auf die derzeit höchste Spitze zu treiben vermag. Es macht die Macht so abstrakt, wie das Kapital virtuell. Das müssen wir begreifen, aufgreifen und zum Gegenstand des Kampfes machen, die Gegenwehr führen. Zum Mittel der Gegenmacht kann es werden, aber nur im Rahmen der Erkenntnis, dass es das in der Hauptsache eben nicht ist.
    Die Macht wird nicht verschwinden, durch ihre Abstrahierung, noch wird das Kapital obsolet im Webspace, sowenig wie die Klassendifferenzierung überhaupt (auch ein derzeit noch schändlich überzahlter Auftragsblogger, in einer großen deutschen Zeitung, kann recht bald ein Proletarier sein, einer, der nichts mehr hat, außer die Kraft seiner Arbeit). Auch die Pornographie wird nicht verschwinden, sowenig wie die Welt der Waren, das Zeitalters des Patriarchats, das Reichs des Elends, der Notwendigkeit, der Lohnarbeit, wie überhaupt die Frivolität des Herrschens, jener doch recht eigentlichen Frivolität.
    Den konservativen Anläufen – sie nennen das voll der Selbstverblendung hin und wieder Revolution – auf all dies und jenes, gilt das entgegen zu halten, jene Heuchelei, ihre Besitzstandsideologie, ihre Doppelmoral, ihre Schliche und Tricks, schlicht: ihre Klasseninteressen, ihr falsches wie gleichermaßen verlogenes Bewusstsein.
    Das Netz schafft neue Paradigmen, radiert alte aus, zerschlägt Besitzstände, demaskiert Konservativismus und Heuchelei, denn es wirkt demokratisch, gleichmachend, aber das ist nur der Schein. Denn, wenn auch dies im Widerspruch steht zur konservativen Ideologie, es steht nicht im Widerspruch zu ihrer konservativen Welt, dieser materialen Welt, jener aufgeteilten – in Kapital und Arbeit. Diese muss man stürzen. Gegen ihre Stützen muss man treten.

  77. stilkritik, man muss bei...
    stilkritik, man muss bei Cicero nur die Anzeigen anschauen um zu wissen, wes Geistes Findelkind die sind, und von wem es gezeugt wurde.
    .
    Georgina Darcy, ich nehme an, der gute Mann hat einfach die Chancen im Asland genützt, wie andere es heute noch immer tun, in Bereichen, in denen Deutschen ein besonderer Ruf anhaftet. Und dann blieb er wohl hängen. ich kann es voll verstehen.

  78. @Don: Ich würde das...
    @Don: Ich würde das Genealogische Handbuch des deutschen Adels nicht gering schätzen. Es ist äußerst nützlich, etwa dann, wenn man es mit nur vermeintlichen Vertretern dieses Standes zu tun hat, die sich als — wie sagten Sie: — Zizibeh? Heiratsschwindler? o.dgl. betätigen. Dann ist manchmal die dezente Frage erstaunlich wirkungsvoll: „Verzeihen Sie, Hochwohlgeboren, aber ich konnte Sie in GHdA Band xy auf S. z nicht finden… können Sie mir da weiterhelfen?“ Doch irgendwie eleganter, als gleich den Staatsanwalt auf den Plan zu rufen.

  79. Ach ja, und keine Sorge, ich...
    Ach ja, und keine Sorge, ich hatte keinerlei Absicht, „Cicero“ zu verteidigen. Wer Eva Herman auf den Schild hebt, verdient schon mal grundsätzlich keine Gnade.

  80. devin08, man wird die...
    devin08, man wird die Problemstellung sicher im Auge behalten müssen. Andersdenkende schätzt man stets nur im Feindesland, daheim sind es keine Freiheitskämpfer, sondern Terroristen. Was mir Sorge bereitet, ist die Auflösung der Exekutive, wo sich jeder sein eigenes de facto Schutztrüppchen schnitzen kann.
    .
    Stilkritik, was ich damit sagen wollte, ist nur: Vielleicht lese ich etwas über ihn, das mich entsetzlich langweilt, und dann ist die Illusion auch weg.

  81. Ein sehr schöner und...
    Ein sehr schöner und treffender Text, guter Don!
    Anscheinend haben auch Ihre FAZ-Stammkollegen ihren Kommentar gelesen und äußern sich endlich reflektierter zum Thema. Diejenigen die das Thema auf FAZ-online verfolgen, werden wissen, wer gemeint ist.
    Danke Don!

  82. Lieber Don,
    leider ist meine...

    Lieber Don,
    leider ist meine Zeit etwas knapp bemessen um dem Blog ausgiebig zu fröhnen.
    Temporär..aber wenn, dann lese ich wie immer mit Vergnügen.
    ………………………………………
    Was die Ministerin von der Leyen angeht,…das ist nicht das erstmal das sie sich verheddert und Unterdrückung,Irreführung so langsam eine Spezialität zu werden scheint.
    Ein Hinweis zu einem anderen Bock der Gärtnerin scheint gestattet.
    Seit 2007 gibt es Kinderzuschlag,an und für sich eine nette Sache für Menschen die nicht ganz Arm sind aber auch nicht zuviel Credits haben.
    Somit gibt es dort eine Mindest- und eine Höchsteinkommensgrenze.
    Bei der Mindesteinkommensgrenze habe ich schon Bauchschmerzen,ob es denn gerecht ist, einem Teil der Kinder den Zuschlag zu verwehren ,weil die Eltern nicht genug verdienen.
    Was mich am meisten erzürnt sind Abwicklungsvorgänge like DDR.
    Einen Sachbearbeiter zu sprechen geht garnicht,da ist das Callcenter als Blockwart dazwischen,eine Unart die nicht nur dieses Feld betrifft.
    Bearbeitungszeiten als ob man nen Trabbi in der DDR bestellt und um dem die Krone aufzusetzen ein Wort aus dem Reich der Willkür…angemessen!!!
    Hinter diesem Wort versteckt sich die Fähigkeit eines Sachbearbeiters Einmaleinkommen,wie Weihnachtsgeld,Urlaubsgeld usw angemessen aufzuteilen.
    Angemessen…tja,es gibt keine klare Richtlinie und was dem einen zum Vorteil ist dem anderen zum Nachteil,immer unter der Ruprik,gefällt dem Sachbearbeiter die Nase oder nicht?
    Reine Willkür,keine Gleichheitsgrundsatz, keine Fairness.
    Es gibt Leute die würden mit der Verteilung des Weihnachtsgeldes auf 12 Monate das ganze Jahr über Anspruch haben,
    Es gibt Leute bei denen würde so der Anspruch komplett wegfallen.
    Der Sachbearbeiter aber kann,und glauben Sie mir Don..die haben auch Bekannte die den Zuschlag bekommen, die Verteilung nach Gutdünken vornehmen, also nur auf einen Monat anrechnen oder bis auf zwölf Monate verteilen.
    Je nachdem wie der Sachbearbeiter dies willkürlich entscheidet,kann das zum Vorteil oder zum Nachteil einer Familie werden,aber glauben sie nicht,sie könnten mit dem Mensch reden.
    Mal davon abgesehen,80% der Anträge werden abgelehnt,teilweise weil eben Einmaleinkommen unterschiedlich angerechnet werden und x davon landen im Widerspruchsverfahren oder vor dem Sozialgericht.
    Und warum?..Weil die Ministerin Von der Leyen es versäumt hat hier Willkürentscheidungen zu unterbinden.
    Warum es so viele Anträge gibt die nicht bewilligt werden,auch so ne Sache..
    Das Ministerium stellt einen Kinderzuschlagsrechner ins Net..aber..der ist kein Sachbearbeiter,kann mit Weihnachts und Urlaubsgeld nicht wirklich was anfangen, sowie diverse andere Einkommens/ Kostengruppen nicht richtig verarbeiten.
    Somit hat die Ministerin einiges geschaffen….
    Kinderzuschlagsrechner – Unmengen Fehlanträge
    Callcenter – Abblockdienst
    Sachbearbeiter – Willkürfähigkeit bei Einmaleinkommensanrechung
    Feeling like DDR
    Einen Rattenschwanz an Ablehnungen,Widersprüchen,Sozialgerichtsfällen.
    Bei manchen Ministern und deren Gefolge frägt man sich manchmal wo sie leben,auf jeden Fall etwas abseits von Gleichheitheitsgrundsätzen diverser Werke.
    Eben nicht gleiches Recht für alle..warum auch?
    Auf dem Weg in einen Willkürstaat..und das als CDU Ministerin..um Himmels Willen…macht doch einfach aus CDU die SPD und andersrum,scheint mir zur Zeit wesentlich sinniger.

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