Home
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
Blog: Stützen der Gesellschaft
Stützen der Gesellschaft

Willkommen im Blog der besseren Gesellschaft oder dem, was heute davon übrig ist, in der finanziellen Sorglosigkeit und beim Klassenkampf von oben gegen Neureiche und andere Zumutungen. Mehr

Von und

Monatliches Archiv: Juni 2009

Nicht von der Leyen oder Das hübsche Gesicht der Unterdrückung

Kennen Sie das Königreich beider Sizilien? Ein widerliches Regime voller Zensur und Unterdrückung, gegen das sich zu Zeiten der Restauration selbst Metternich wie ein Liberaler ausnahm. Ein Ehrenmitglied auf dem Müllhaufen der Geschichte. Ich habe gestern ein Bild eines Funktionshelfers dieses Regimes gerettet. Man kann viel Schlechtes darüber sagen, aber immerhin, es ist hübscher anzusehen als jene Bundespolitiker, die unter dem Vorwand der Kinderpornographie am Rechtsstaat sägen. Mehr 29.06.2009, 16:27 Uhr von Don Alphonso 82 0 0

Der sehr lange Todesatem der nicht ganz so guten Kreise

Wo man hinschaut: Prozente. Was früher ein sicheres Zeichen für Ramsch war, frisst sich wie ein Geschwür in gute und beste Lagen, und noch nicht einmal die noble Brienner Strasse - bestes München für die beste Gesellschaft - bleibt verschont. Kissenbezüge für 15 Euro, Quasten 70% Nachlass, Lampenfüsse 550 statt 1200 Euro - es wird billig, und es ist alles so entsetzlich billig. Weil es zu viel davon gibt. Noch. Mehr 28.06.2009, 02:11 Uhr von Don Alphonso 94 0 0

Der eingekellerte Vermögensverwalter

Einerseits profitieren wir alle davon, dass es Recht und Gesetz gibt. Der Autonome ist froh, wenn ihn die Polizei aus den Klauen der Neonazis rettet, der Reiche schläft gut im Wissen, dass nicht jeder Verbrecher sein Konto plündern kann. Andererseits aber wird der Autonome wieder den Stein zur Hand nehmen, und der Reiche kommt zum Entschluss, dass es an der Zeit ist, den Vermögensverwalter in den Keller zu verbringen. Ich würde das an dieser Stelle gern nach Recht und Gesetz verurteilen, aber es scheint, dass ich damit in meiner Klasse in der Minderheit wäre. Mehr 24.06.2009, 20:10 Uhr von Don Alphonso 99 0 0

Artigkeiten und Unartigkeiten im Städel

Es gibt Wochenenden, da hat man den Eindruck, man kommt zu nichts. Lauter Verpflichtungen, hier einen Tee und dort ein Konzertbesuch, zwischendrin der artige Anruf bei Tante Elfriede, und einen Brief sollte man auch wieder schreiben. Eine stets gute Entschuldigung - "Liebe Adelgunde, schon zu lang blabla doch leider blabla Verpflichtungen mit Tonien blabla" - sind die Sonderausstellungen der üblichen Museen, die man natürlich auch erst an den letzten Tagen besucht. Zu allen anderen Verpflichtungen dazu. Damit man beim Tee auch sagen kann: "Also, diese Caravaggioaustellung im Staedel, also ich weiss nicht, das Niveau war da schon sehr gemischt." Mehr 23.06.2009, 07:32 Uhr von Don Alphonso 88 0 0

Garnelen, Buddha und Abwracken als deutsche Stilikonen

Mitunter weiss ich nicht, ob ich die anderen bedauern soll, oder einfach nur zufrieden sein sollte, weil sie mich und meinesgleichen mit ihren Eigenheiten in Frieden lassen. Denn manchmal findet deren Realität auch zu mir, und ich kann mich nur wundern, oder, wie hier, meinem Befremden ob eines Möbelprospekts Ausdruck geben. Mehr 19.06.2009, 21:57 Uhr von Don Alphonso 112 0 0

Das nicht existierende Selbstbestimmungsrecht der besseren Kinder

Die Existenz höherer Töchter und besserer Söhne setzt zwingend in Existenz der zugehörigen Mütter vorraus, und die sind folglich nicht nur höher, sondern gleich oben, und nicht nur besser, sondern auch besser wissend. Man nimmt sie mit der gleichen stoischen Ruhe, mit der der Kubaner sein Haus nach dem Hurrikan wieder aufbaut, man kennt das ja alles nicht anders. Nur ab und an, wenn man klatschnass durch die Wohnung rennt, ohne dass es wirklich nötig wäre, fällt einem die natürliche Ordung der Dinge ein: Keine bessere Gesellschaft ohne bessere Diktatur. Mehr 17.06.2009, 08:53 Uhr von Don Alphonso 87 0 0

Stilvolle Zurichtung missratener Blagen mit George III.

Ich hatte eine hervorragende Erziehung: Traditionell, stark und vom Willen geleitet, aus mir schon in früher Jugend einen kleinen Cavalier zu machen. Nun haben leider nicht alle das Glück so einer Erziehung, und so manch scheinelitärer Student wurde schon schlägernd und betrunken unter meinem Fenster gesichtet. Ich wäre kein Cavalier, würde ich versagenden Eltern nicht nachhelfen, solche Missgeschicke nachträglich und stilvoll gerade zu rücken. Mehr 15.06.2009, 13:14 Uhr von Don Alphonso 126 0 0

Fussfaule Millionäre oder der Bürgerkrieg, der nicht kommt

Die einen auf der Linken wollen die bösen Millionäre schröpfen, die anderen fragen sich in der FAZ, warum es eigentlich noch keinen Bürgerkrieg der Leistungsträger gegen den Staat gibt, der ihnen so viel nimmt. Beiden gemein ist, dass sie nicht am Tegernsee wohnen, sonst wüssten sie es besser. Obwohl wir hier zwar alle der Überzeugung sind, dass die "uns ois nemma", gibt es wirklich andere Probleme, die wichtiger sind. Einerseits, weil die grössten Millionärshalunken aus dem nächsten Millionärsdorf kommen, andererseits, weil man doch eher träge und gut eingerichtet ist. Und weder so reich, wie das die Linke glaubt, noch so geschröpft, wie man das gerne auf der Terrasse mit See- und Bergblick behauptet. Mehr 12.06.2009, 11:07 Uhr von Don Alphonso 79 0 0

Die Ikonographie der Glotzenlosigkeit

Manche sagen ja, man müsse etwas kennen, um es zu beurteilen. Nun, ohne geköpft worden zu sein, bin ich mir sicher, dass es mir nicht gefallen würde; ohne je tatsächlich den Montblanc bestiegen zu haben, weiss ich, dass mir die Aussicht behagen würde. Und ohne eine Glotze zu besitzen und mehr als ein paar Rudimente des darin verbreiteten Mülls zu kennen, kann ich auch ausführen, warum man sich in meinen Kreisen beharrlich weigert, sich mit einem derartigen Gerät abbilden zu lassen. Mehr 10.06.2009, 10:53 Uhr von Don Alphonso 172 0 0

Flucht an das Ende des Regenbogens

Grosse Krisen hat das Bürgertum schon oft durchgestanden, gerade in Deutschland. Kriege und Pleiten, Diktaturen und moralischer Bankrott. Wenigstens war die letzte grosse Krise über 60 Jshre her, und so trifft die aktuelle Krise ein dicke und runde Elite unvorbereitet und in grösster Scheinsicherheit. Es wird schon irgendwie enden, das ist sicher, aber man darf gespannt sein, wie sich das Leben und die bürgerliche Moral verändern wird. Mehr 08.06.2009, 12:35 Uhr von Don Alphonso 81 0 0

Der Generationenkonflikt auf meiner Terrasse

Das Leben ist auch unter Reichen nicht leichter: Die Kinder lassen sich nichts sagen, sind frech und aufmüpfig, schlagen gute Ernmahnungen in den Wind und lachen auch noch all der Bedenken, die alte Weisheit vorzutragen weiss. Sogar öffentlich, in einem Blog der FAZ! Mehr 05.06.2009, 11:11 Uhr von Don Alphonso 67 0 0

Konservative, an die Wand klatschend

Früher, in Zeiten von Thron und Altar, war es noch leicht, konservativ zu sein. Auch unter Wiederaufbereitungsanlage und Franz Josef Strauss war der Zusammenhalt des bürgerlichen Lagers stark. Nur zwanzig Jahre später ist das alles dahin; jeder treibt, was er will, man trägt Piercings zum Dirndl und einen Konservativismus a la mode, wenn er gerade der Scheidung oder dem Vergnügen nicht im Weg ist. Man kann mit dieser dekoration seinen Spass haben - aber wie will man damit in Bayern und im Bund Wahlen gewinnen? Mehr 03.06.2009, 10:46 Uhr von Don Alphonso 109 0 0

Soziale Sicherung auf dem feiertäglichen Erdbeerfeld

Natürlich könnte man den Staat umkrempeln und noch mehr arbeiten, die Unternehmen entlasten und die Bevölkerung ihre Feiertage gefällogst selbst zahlen lassen. Natürlich geht es auch ohne Nettigkeit, und Maschinen und Schwarzarbeiter und die Inder auf der verlängerten Werkbank verlangen keinen freien Pfingstmontag. Und würde man das Erdbeerfeld überbetonieren und eine Verkaufshalle darauf errichten, könnte man auch viel Geld verdienen. Sowie jede Menge Verachtung meinerseits, für diese elende Effizienzsuche auf Kosten des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Mehr 01.06.2009, 13:59 Uhr von Don Alphonso 60 0 0

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.