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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Herr Burda ist ein kunstsinniger Mann.

| 87 Lesermeinungen

Und ich bin kunstsinnig und obendrein elitär. Deshalb habe ich Probleme, Herrn Burda und seiner Klage über die Inhalteenteignung im Internet durch Suchmaschinen zu folgen. Das Problem ist nicht Google - das Problem sind die wertlosen Inhalte.

C’est le souverain Bien, le reste n’est rien.
François Francœur, Amans, voulez-vous être heureux (Alpha 076)

Herr Burda ist ein kunstsinniger Mann. Herr Burda ist auch Besitzer eines bekannten Medienkonzerns. Und in der zweiten Eigenschaft hat Herr Burda in diesem Blatt einen Beitrag geschrieben, wie unfair es im Internet zugeht: Grob gesagt werde das Geld nicht mehr durch Verbindung von hochwertigen und teuren Inhalten mit Werbung verdient, sondern mit der Suche nach Inhalten und der bei der Suche geschalteten Werbung. Vereinfacht gesagt: Herr Burda will, wie so viele andere Verlage auch, Geld von Google und anderen Suchmaschinen. Es geht um das Urheberrecht und die Frechheit mancher, sich alle Inhalte nicht mehr brav bei der eigenen Publikation abzuholen, sondern sich das Gewünschte zusammen zu suchen, wie es ihnen gefällt. Das betrifft die Musik, die nicht mehr in Alben mit zwei Hits und all den Füllstücken gekauft werden, es betrifft aber auch die Medien. Dazu hätte ich einiges anzumerken.

Bild zu: Herr Burda ist ein kunstsinniger Mann.

Ein wenig kunstsinniger Hinweis hat mit meiner eigenen, auch nicht immer kunstsinnigen Vita zu tun. In jenen schwarzen Tagen der New Economy war ich in München, der einzigartigen Munich Area, wie man damals sagte, in jenen Kreisen der Startups und Finanziers gern gesehener Gast. Am Anfang war das alles auch noch amüsant, die Buffets waren gut und die Chancen für junge Mitarbeiter exzellent. Damals wurden von einer Tochterfirma von Burda namens Tomorrow Focus kräftig angeworben, bei Medien, Universitäten und auf dem freien Markt. Büros wurden angemietet, eine sehr teure Werbekampagne mit einem Promi gedreht, und all das zu dem Zweck, Netguide nach vorne zu bringen. Netguide sollte, oh Wunder, eine dieser heute verdammten Suchmaschinen werden. Zu jener Zeit drohte jedoch der ganze Konzern in Schieflage zu geraten, und so wurde Netguide nach heftigen Millionenverlusten mitsamt Kampagne abgeblasen, ohne das Licht des Internets zu erblicken. Die Leute wurden damals in ein berufliches Nichts gekippt, in dem auch die Buffets nur noch Fingerfood waren. Man möchte Herrn Burda dennoch fragen: Wie würde seine Rede heute lauten, wenn Netguide zum neuen Google geworden wäre? Und wie steht er eigentlich zur Verteilung der Werbeeinkünfte von Fitter.de und Travel IQ? So heissen nämlich die Suchmaschinen für Gesundheit und Reise, an denen sich Burda erst vor Kurzem selbst beteiligt hat.

Nun sind wir hier in diesem Projekt allerdings in der übersättigten und besseren Gesellschaft, und neben Zweitoldtimer, Dreifachgarage und Viertwohnsitz ist auch eine feine Doppelmoral nichts weniger als ein Zeichen des Umstandes, dass, wer ko, der ko, wie man in meiner schönen bayerischen Heimat so trefflich zu sagen pflegt. Ich ko, und zwar sowohl doppelmoralisch als auch kunstsinnig.

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Denn ganz ehrlich: Ich kann dieses Gejammer nicht mehr hören. Das Geheule von Plattenfirmen, dass die Kunden den billigst abgemischten Kommerzpop inzwischen billiger beziehen, als er hergestellt wird – das ist in meinen Augen nur angemessene Preisfindung. Die Klagen von Herrn Burda, seine wertvollen Inhalte würden schleichend enteignet – was meint er damit? Auf Focus.de finde ich den gleichen Infomüll wie überall, angereichert mit einem „Strandführer Ibiza“ und „Richtungsstreit in der Busenpartei„. In den Produktplatzierungssumpf der Freundin muss man dabei erst gar nicht hinabsteigen. Mit Verlaub: Da ist die Zahlungsbereitschaft der Leser nur angemessen. Andere kunstsinnige Männerfreunde von Herrn Burda, wie Springer, die Süddeutsche Zeitung und Gruner + Jahr bedienen sich bei Bildern und Videos schamlos aus dem Netz und bringen kostenlose PR-Fotos zum Abwinken, und darunter findet sich in den Nutzungsbedingungen der fette Hinweis auf ihr eingebildetes Urheberrecht. Warum sollten Leser und Google nicht genauso wurschtig, beliebig und desinteressiert sein, wie die Inhalte, die man ihnen darbietet?

Denn es geht auch anders. Ganz anders. Ich stelle hier jeden Freitag am Ende meines Beitrages eine CD vor. Eine CD aus dem grossen Angebot der Plattenfirmen, die sich mit alter Musik beschäftigen. Es ist nichts, was man im Radio hören würde, aber für Kenner ein Genuss, anders als Wohlfühlklassik und Wellnessbarock, anspruchsvoll in Inhalt und Aufmachung. Und niemand, kein Label und kein Herausgeber dieser Szene käme auf die Idee, sich laut über Raubkopien zu beschweren. Denen geht es gut. Alle paar Wochen kommt ein neues Label hinzu. Weil die Raubkopie in diesem Bereich der Musikindustrie kein Thema ist. Und das nicht, weil die typische Musikanlage der audiophilen Käufer die 20 Euro für eine CD irrelevant erscheinen lässt, oder die Käufer Extremisten sind, die datenreduziertes mp3 für eine Ausgeburt des Teufels halten. Es liegt daran, dass diese Firmen ein Angebot machen, das man gerne annimmt, und das sich mehr als die Raubkopie lohnt.

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Ausgehend vom Label Alpha aus Frankreich wurden in den letzten Jahren Tonträger geschaffen, die meinesgleichen begeistern. Diese CDs sind schön und haptisch befriedigend. Man kann sie neben die besten Bücher des Rokoko stellen, ohne dass es ein Stilbruch wäre. Die Hüllen sind nicht aus Plastik, die Informationen sind präzise und umfassend, und in allen Aspekten ist es den Firmen gelungen, einen Gegenstand herzustellen, den man exakt so haben möchte. Diese CDs sind dauerhaft, elegant, eine Bereicherung für das Leben, und in jeder Hinsicht das Gegenteil einer Burda’schen Kruschkiste wie Focus Online, sie sind hochwertig, begehrenswert, etwas, zu dem man sich bekennen kann, ein Ausdruck des Besitzers. Es gibt in den Begleitbüchern keine seitenlangen Verbote des Verleihens und Weitergenbens, man vertraut den Käufern, und ich würde meine CDs auch niemandem zum Kopieren geben. Ich wünsche, dass man diese Ersteller des digitalen Datenträgers CD finanziell belohnt. Gleichzeitig bin ich hocherfreut, wenn das Kommerzgedudel grosser Labels wegen der Klauerei vor die Hunde geht. Ich empfinde das als gerecht.

Obwohl es das natürlich nicht ist, laut Gesetzbuch. Aber bei meinen Plattenfirmen habe ich den Eindruck, als Kunde und Kenner geschätzt zu werden. Bei der Plattenindustrie der Popmusik bin ich nur der potenzielle Dieb. So geht man mit mir nicht um. Für Herrn Burda bin ich die halbe Schlachtsau, die möglichst effektiv auf seinen Seiten ausgeweidet wird, ein Klickdepp, der sich die Inhalte nur anschaut, damit die Kasse über die Werbebanner klingelt. Genau so, mit Verlaub, lesen sich die Produkte von Burda auch. Und genau so möchte ich nicht behandelt werden. Mitunter muss ich damit leben. Aber ich gedenke nicht, dafür zu zahlen. Weder für Google, noch für die GEMA, eine Content Flatrate (allein schon der den Billigheimern und dem Alkoholismus entlehnte Name!) oder den kunstsinnigen Herrn Burda.

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Herr Burda ist ein kunstsinniger Mann. Er würde an dieser Stelle sicher einwerfen, meine Haltung sei elitär, achte nicht die Bedürfnisse der Massen und verweigere sich einer Realität, die sich hinter meiner Welt des Stucks und der Streublumen erstreckt, mit nackten Mädchen, die auf Seite drei und nicht auf einer Rötelzeichnung sind. Seinem Geschäft ist mit meiner Haltung nicht geholfen, es sei schon immer so, dass Verlage für die Inhalte Geld bekämen, und nun würde das unterlaufen. Ein anderer käme vielleicht sogar mit dem Einwurf, es gefährde die Pressevielfalt, und verhindere zudem den Diskurs etwa über jenen „Richtungsstreit der Busenpartei„. Ich muss gestehen: Natürlich bin ich elitär. Ich habe das Geld, das jene Herrschaften wollen. Ich bin der Kunde, ich bin oben, sie unten. Ich kaufe, was mir gefällt. Sie sind die Diener. Ich bin froh und dankbar, kunstsinnige Männer zum Diener zu haben, da gibt es noch ganz andere Figuren in der Szene, und ich bemühe mich selbst redlich, meinen Lesern kunstsinnig und anregend zu dienen. Ich habe absolut kein Problem damit, wenn mir Google Leser schickt. Bin ich gut genug, dass es ihnen gefällt, werden sie bleiben, verweilen und nebenbei zum Wohlergehen der FAZ beitragen. Bin ich nicht gut genug, muss ich besser werden. Gut genug für die Leser und besser als eine dumme, nicht kunstsinnige Suchmaschine. Das sollte nicht so schwer sein.

Ich bin gern elitär. Ich finde, jeder sollte elitär sein. Es gibt auf dieser Welt und im Internet nicht zu viel Niveau, sondern zu viel kostenoptimierten Müll, der suchmaschinenoptimiert Google zur Müllmaschine macht. Dass die Nutzer in diesem Müll wühlen, dass Google so viele Klicks von genervten Suchern bekommt, die irgendwann angeödet auf eine Anzeige drücken, ist gerade kein Zeichen von zu viel Qualität, sondern ein Zeichen des Mangels, und da unterscheidet sich Google keinesfalls von den Favelas in Südamerika und Prenzlauer Berg. Natürlich sollte man da rauskommen. Aber die Lösung des Mülls ist nicht die bessere Finanzierung des Abfalls, sondern ein besseres, müllfreies Angebot.

Und ich hoffe, dass Herr Burda, der ja ein kunstsinniger Mann ist, das auch so sehen könnte.

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87 Lesermeinungen

  1. Werter Don,
    ein kunstsinniger...

    Werter Don,
    ein kunstsinniger Beitrag. Noch habe ich mir zwar keine CD, die von Ihnen beworben wurde gekauft, spiele aber immer mal mit dem Gedanken. Heute würde ich Ihnen gerne eine Frage stellen, die mir schon Jahrelang im Kopf rumschwirrt. Von Ihnen nehme ich an, dass Sie diese beantworten können. Ein französischer Adeliger soll auf dem Weg zum Schafott im Karren stehend ein Buch gelesen haben. Als er die Stufen zum Schafott hinaufsteigt, reicht er das Buch einem Henkersknecht mit den Worten, das dieser sich die Stelle merken solle wo er war, er würde dann nämlich gleich weiterlesen wollen. Diese Geschichte habe ich vor über 20 Jahren gelesen, sie spielte wohl während der Französischen Revolution. Ich kann mich aber weder an den Adeligen noch an den Buchtitel erinnern! Können Sie mir sagen wer das war und welches Buch? Mich hat diese stoische Haltung im Angesicht des Todes damals sehr faziniert!

  2. Lustigerweise ist die...
    Lustigerweise ist die Populärmusik (zumindest das Segment, das ich zu konsumieren pflege) offensichtlich noch einen Zacken elitärer als der Don: Hier kommt eigentlich nur der Kauf der Vinyl-Version in Frage. Beim hiesigen Rhythm Island Records zum Beispiel gibt’s in der Regel zur Vinylversion die CD dann gratis dazu, damit man auch im Auto die Musik seiner Wahl hören kann, weil das mit dem Plattenspieler doch etwas Probleme bereitet. Ich glaube nicht, daß der Einmann-Betrieb Rhythm Island Records groß Geld verdient mit seinen Veröffentlichungen, aber ich weiß, daß die Produkte mit sehr viel Liebe gemacht sind und daß ich hier ernstgenommen werde, nicht als Konsument, sondern als Musikliebhaber. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal eine CD von einem dieser Major-Labels, die seit Jahren darüber jammern, daß niemand mehr für ihren Schrott zahlen will, gekauft habe. Und da eben der Regen aufhört, werde ich mich jetzt auf mein Rad schwingen und den Plattenladen meines Vertrauens aufsuchen…

  3. Genau liegt der Punkt... Da...
    Genau liegt der Punkt… Da wird Müll produziert. Ich selbst beschränke mich ja auf (weitgehend) sorgfältig recherchierte Blätter, in denen der Spaß an der Sprache abzulesen ist. Eigentlich kaufe ich nur den Economist. Alles andere erhältliche (mit der möglichen Ausnahme dieses Blattes) ist voll mit reißerrischen LowQuality Müll für den ich nicht bereit bin zu zahlen. Daher auch kein Fernseher. Es kommt nur Müll.
    Im klassischen Marketing heißt das: Übervorteilungsstrategie. Und genau so wird es von den Kunden behandelt.

  4. Blackjack, ich muss gestehen,...
    Blackjack, ich muss gestehen, ich habe nicht die leiseste Ahnung. Sollte es so gewesen sein, ist dem Manne natürlich meine Hochachtung gewiss. Und falls es erfunden ist – was ich dem besagten Adligen wünsche, möge er frei von Schaffott gewesen sein – dann ist es zumindest gut erfunden. Ich kenne die Geschichte jedoch nur mit einem Korb Pflaumen. Vielleicht eine urbane Legende des 19. jahrhunderts?
    .
    Alter Bolschewik, das ist fein. natürlich gibt es im Bereich der Audiophilie auch viele, die auf den Plattenspieler schwören und tausende für einen Tonarm ausgeben. Von Paolo Pandolfo etwa gibt es vieles, was nur auf Platte erhältlich ist, und eine Plattenwaschmaschine ist auch nicht teuer.
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    Mein Problem ist, dass neben meinem Haus der beste barocke Konzertsaal Altbayerns steht. Wenn ich darin ein Konzert gehört habe, erscheint mir jede CD läppisch. Abrr gut, es geht nicht anders.

  5. „Freier,...
    „Freier, verantwortungsvoller Journalismus muss refinanzierbar bleiben.“ Zumindest ehrlich ist der Herr Burda, der kunstsinnige. Es geht um die Gewinnmaximierung der Verlage. Aber sie haben doch schon eine Lösung gefunden: Den freien Autoren, Journalisten + Illustratoren (bei letzteren brechen z Zt. alle Dämme) nur noch die Hälfte zahlen + Buy-out-Verträge unterzeichnen lassen, ohne die es keine Aufträge mehr gibt. Aber dann über das böse Internet jammern, das alle aller Rechte beraube. Große Heuchelei, das!

  6. "In jenen schwarzen Tagen der...
    „In jenen schwarzen Tagen der New Economy war ich in München, der einzigartigen Munich Area, wie man damals sagte, in jenen Kreisen der Startups und Finanziers gern gesehener Gast.“
    Herr Don, so oder ähnlich schreiben Sie recht oft. Auch wenn ich Sie, die Sie mir wie eine Mimose vorkommen, vielleicht nicht erfreue mit der Frage „Die gute Zeit als Hansdampf ist ja vorbei, wie ging es Ihnen danach?“, sei sie doch gestellt.

  7. Werter Vetter,
    was...

    Werter Vetter,
    was „Wohlfühlklassik ist“ weiß ich spätestens seit Klassik Radio sendet.
    Was aber ist um Himmels Willen denn nur „WellnessBarock“ ??

  8. Der Witz an Burdas...
    Der Witz an Burdas Einlassungen ist ja: Man kann binnen 30 Sekunden seine Webseite so konfigurieren, dass Google ausgesperrt ist und nicht mehr „profitieren“ kann. Aber das macht natürlich keiner.

  9. don kann ein ganz moderner...
    don kann ein ganz moderner sein. – und genau hier treffen sich heute progressive und konservative: im bestehen auf substanz. – eine schoene revolution.

  10. <p>Sommer,grob gesagt war ich...
    Sommer,grob gesagt war ich in der Frühzeit der Geschichte zu pessimistisch und habe dem Ganzen ein brutales Ende vorhergesagt. Das wollte keiner hören, und als es dann eintrat, war man wieder sehr von mir angetan. Ich habe Firmengeheimnisse bei Dotcomtod ausgewalzt, mich über diese Leute lustug gemacht, einen Roman über meine Erfahrungen geschrieben – und der wurde von VCs zu Weihnachten verschenkt. Manche beklagten sich, dass sie darin nicht vorkamen. ich kann mich individuell nicht über die New Economy nicht beklagen, aber es war kein Spass, Leute mit Tablettenproblem wieder einzusammeln, auf zu viele beerdigungen zu gehen und zu erleben, wie man Menschen ausgenutzt und ausgebeutet hat.

  11. Da ich nicht kunstsinnig bin,...
    Da ich nicht kunstsinnig bin, nur ein paar praktische Anmerkungen. Was mich immer ärgert an der Behauptung von Verlegern wie Burda, dass sie kein Geld verdienen können im Internet, ist, dass sie es gar nicht versuchen.
    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man viel experimentieren muss, um die richtigen Werbeformate und -platzierungen zu finden. Die schlechtesten Formate sind bunte Anzeigen, möglichst noch animiert, denn deren Botschaft ist eindeutig: Hier nicht hingucken, hier gibt’s Werbung. Die schlechteste Platzierungen sind oben außerhalb des Navigations-/Inhaltsbereichs und rechts außen. Nun schaue man sich die Anzeigen auf focus.de an. Bunt (grad nicht animiert), oben außerhalb und rechtsaußen.
    Oder der Versuch, sich für Inhalte bezahlen zu lassen. Die FAZ hat gestern den Burda-Erguss bis etwa 16 Uhr zum Lesepreis von zwei Euro angeboten. Eine ganze FAZ am Kiosk kostet 1,90 und nach 16 Uhr war der Artikel kostenlos zu haben. Was ist das für ein Geschäftsgebaren? So trägt man sein Geschäft auf Bahren zu Grabe oder, wenn man kunstsinnig ist, dann eben zu Staate.

  12. Ob Musikindustrie oder...
    Ob Musikindustrie oder Verlage, es ist wohl schwer morgens in den Stall zu schauen und zu sehen, dass der Goldesel kein Geschäftchen mehr machen möchte. Sich dann auch noch einzugestehen, dass man das Tierchen evtl. recht unzeitgemäss gehalten hat ….eiei, da kommen Schweissperlen auf die Stirn.
    Und genau ab diesem Moment fängt der hässliche/peinliche Teil der Geschichte an, wo die verwöhnten Herren auf ihre Pfründe pochen wie grantige Pensionäre auf ihre „wohlverdiente“ Pension.

  13. Booooster, bitte die...
    Booooster, bitte die Intelligent Life nicht vergessen! ich verstehe ohnehin nicht, warum keiner in Deutschland das kopiert.
    .
    Ladyjane, das Vergnügliche ist natürlich auch, dass Herr Burda seinen Konzern in den fetten Jahren nach der New Economy nochmal gestärkt hat, indem die Kosten gesenkt und die Gewinne gesteigert wurden. Das Spiel hiess „Es geht immer mit noch weniger“. Es gibt da eine Person, die ich als extrem pflichtbewusst erlebt habe, freundlich, kompetent, die alles immer zur Zufriedenheit gemacht hat und nebenbei noch ein anderes Projekt stemmte – und trotzdem entlassen wurde. Aber das ändert nichts daran, dass Herr Burda ein sehr kunstsinniger Mann ist.

  14. Don Ferrando, damit meine ich...
    Don Ferrando, damit meine ich beispielsweise die „Bach4all“-Einspielungen, das „die hundert besten Jagdmusiken“ und die „Tafelkonzerte simpelster Natur“, mit denen bekannte Labels versuchen, die Kleinen nachzuahmen.
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    Tim, das ist durchaus richtig, aber Herr Burda möchte ja den Traffic. Und das Geld. Kunstsinnig edoch ist er.

  15. abf, das eine schliesst das...
    abf, das eine schliesst das andere nicht mehr aus, in Zeiten wie diesen.
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    hape, ich persönlich gebe gerne zu, dass ich die Art, wie das bei den Stützen gehandhabt wird, für den einzig sinnvollen Weg im Internet betrachte. Aber die Erfahrungen des Bloggers müssen nicht die Erfahrungen eines Verlages sein. Sagen wir es so: Ich habe mich hier bequem eingerichtet. Und ich hoffe, es versöhnt mit anderen Dingen.

  16. Werter Don, Sie sprechen mir...
    Werter Don, Sie sprechen mir aus dem Herzen was Alpha-Production betrifft. Ich bin auch auf diese kleinen Labels ausgewichen, als die Plattenfirmen begannen, ihre Kunden als Verbrecher zu betrachten. Das Maß war für mich voll, als eine Kronos Quartet-CD mit Kopierschutz erschien. Wer im Himmel kommt denn auf die Idee, so ein Nischenprodukt zu kopieren? Im übrigen könnte Kronos für jedes bißchen zusätzliche Werbung dankbar sein. Mein momentaner musikalischer Hausgott ist Jordi Savall (weswegen ich mir frecherweise das Pseudonym ausborgte) mit seinem Label Alia Vox. Andreaffm weiß übrigens schon davon. Auch sehr zu empfehlen aus deutschen Landen sind Tacet, cpo und Winter & Winter. Bei allen merkt man die Liebe zur Musik und Ideenreichtum, dafür gibt man gern Geld. Auch wenn ich das meine ein wenig schwerer verdienen muß als Sie das Ihre. Ich würde die CDs auch kaufen, wenn es die Musik anderweitig kostenlos gäbe. Der physische Datenträger ist doch nur ein Teil der von der Plattenfirma erbrachten Leistung. Viel wichtiger ist doch für mich die gewissermaßen redaktionelle Leistung, die Werkauswahl oder die Kompilation. Bei mir läuft gerade im Hintergrund „Venezia Stravagantissima“ (Alpha 049). Selbst wenn es eine kostenlose Musikdatenbank mit aller verfügbaren Musik gäbe, wäre ich doch selbst nie in der Lage, eine solche Kompilation aus weltlicher Musik des Venedigs von 1550 – 1630 herzustellen. Bei solchen Fragen versagt auch Google ganz schmählich. Die Zeitungsverleger scheinen mir mit ihrem Verständnis vom Internet-Geschäft den Pferdepeitschenherstellern zu gleichen, die beim Aufkommen des Automobils über ihr zusammenbrechendes Geschäft klagen. Womit sich meiner Meinung nach im Internet Geld verdienen ließe wären eben genau solche redaktionellen Dienstleistungen. Ein Schneise durch den Wirrwarr schlagen, Qualität beurteilen und entsprechend ordnen, Informationen zu Themen und nicht nur zu Schlagwörtern zusammenfassen. Derlei hat Zukunft denke ich. Wer schon mal bei Google Books gesucht hat, weiß was ich meine.

  17. Zum Beitrag kann ich erst...
    Zum Beitrag kann ich erst etwas sagen, wenn ich ihn eingehender gelesen habe; Blackjack jedoch meine ich aushelfen zu können: Louis Antoine Léon Florelle de Saint-Just hieß der Herr, der sein Buch bis kurz vor der Hinrichtung gelesen haben soll, um es dann kurz vor seiner Hinrichtung gemeinsam mit Robespierre mit Merkzeichen zur Seite zu legen. Und das Buch war glaube ich eines von Seneca.
    So steht es zumindest im Buch mit dem Titel „Robespierre oder die reine Ideologie“ von Otto Zierer, welches ich mit jüngeren Jahren mehrmals verschlungen habe.

  18. Verehrter Don Alphonso,

    Herrn...
    Verehrter Don Alphonso,
    Herrn Burda fällt halt nichts anderes ein, als zuerst einmal die Änderung der Regeln zu verlangen.
    Gruß Hanskarl

  19. Sollte Herr Burda tatsächlich...
    Sollte Herr Burda tatsächlich unstsinnig sein – was ich keineswegs bezweifele – dann sollte er am Besten seinen Onlineportalen was von dieser Kunstsinnigkit vermitteln. Denn nachdem ich jetzt den Richtungsstreit der Busenpartei „bewundert“ habe und vor allem die Kommentare der Redaktion darunter, fehlen mir leider die Worte. Sicher bin ich mir jedoch, dass es in der Redaktion viele Dackel und Jägerzäune gibt.

  20. Werter Don Alphonso,

    meinen...
    Werter Don Alphonso,
    meinen Musikgeschmack würde Sie wohl eher zu einem Heben der Augenbrauen veranlassen, jedoch habe ich selten so einen Blog gelessen, der mir aus dem tiefsten Herzen spricht.
    Auch im Bereich der „modernen“ Musik gibt es einige hervorragende Labels (z.B. Stockfisch oder Cooking Vinyl) die es immer wieder schaffen hervorragende Künstler zu finden, eine tolle Klangqualität produzieren und das ganze ist oft auch noch hübsch verpackt. Komisch, von diesen Labels jammert auch keiner oder nur ein ganz klein wenig und über die bis 20 € Kaufpreis regt sich auch niemand aus dem Kundenkreis auf.
    Warum schaffen sowas eigentlich die Großen nicht, zu satt, zu dumm, zu träge? Ich weiß es nicht und will es wahrscheinlich auch gar nicht wissen.
    Nebenbei noch die Frage, welche Lautsprecher haben Sie in Ihrem Blog abgebildet?

  21. Bitte bedenken Sie, Herr...
    Bitte bedenken Sie, Herr Alfonso, dass Dr. Hubert Burda nicht nur kunstsinnig, sondern auch väterlich ist.
    Er muss sich bei jedem seiner Schritte heute klar sein, dass er seinen Kindern Rede und Antwort stehen muss für die Folgen seiner Handlungen und auch seiner Unterlassungen.
    Ihm ist durch seine späten Vaterfreuden die Leichtigkeit abhanden gekommen, mit der er einst Herrenmagazine gegen die Familientradition in den Markt gedrückt hat, Nachrichtenmagazine für Frauen, Wirtschaftsmagazine, Horoskopgazetten, Kunstmagazine, Onlinedienste, Boulevardzeitungen usw. usf.
    Allesamt haben diese Produkte bis heute nicht überlebt, aber es war wenigstens eine schöne Zeit als sie wuchsen und gedeihten, bei manchen sogar als sie untergingen.
    Was ist heute ?
    Am meisten Gewinn werfen Blättchen ab, die sein Vater ersonnen oder gekauft hat. Bunte, Freizeit Revue, Mein schöner Garten und Freundin, eine Armada von Rätselheften, Strick- und Schminkgazetten.
    Focus kämpft sich redlich mit der schwarzen Null ab und im Interaktivbereich sind nur Investments in Modelle finanziell erträglich, die kaum etwas mit Kerngeschäft zu tun haben.
    Gute Beteiligungen wurden verschleudert, bevor sie richtig werthaltig wurden, mit Ciao reüssiert heute Microsoft (Bing), mit Onvista eine Bank, Netguide wurde noch vor dem Start eingestampft und statt dessen die Druckerei in Offenburg modernisiert und ein Papierlager nebst Bürokomplex und Parkhaus gebaut.
    Dort arbeitet man nun kurz und vermietet zunehmend unter.
    Es ist ein ständiges Rotieren, Umbenennen des Immergleichen und doch auf der Stelle treten, weil das wirklich Neue nicht gelingen mag.
    Es wirkt wie in der Endzeit der Buddenbrooks.
    Wird langsam tragisch, weil der Mann weder zum kaltblütigen Zocker noch zum Krämer geboren ist – das kann die Familie Bauer viel besser, die leidet nicht an den Zumutungen der jetzigen Zeit wie er.
    Wer kunstsinnig ist, leidet auch.

  22. Lieber Don,
    apropos Musik: Es...

    Lieber Don,
    apropos Musik: Es gab einen wunderbaren Tenorsaxophonisten der unvergesslichen Skatalites (Miterfinder des Skas) der Ihren Nachnamen (Siehe „Ihre Website“) trug: Rolando Alphonso, berührend sind seine Soli auf zartem Offbeatbeet.
    Es lebe die Musik und neben gepflegten 60er-Jahre-Ska natürlich auch die alles überragende, prägende und sexuell aufgeladene Barockmusik!
    (Der Bachpot von Helmuth Rilling ist sehr zu empfehlen, ebenso seine Konzerte, die er in diesem Jahr wohl zum letzten Male geben wird, im fleißigen Schwabenland). Genug geklugtsch…, aber wir müssen uns elitär geben, jawohl! Übrigens: Im Vorprogramm eines Sting-Konzertes vor einigen Jahren spielte ein Gitarrist eine Bach-Sonate mit dem Kommentar – und er hat Recht – Besseres gäbe es nicht!
    Hochachtungsvoll im molligen C,
    Inette

  23. Werter Don Alphonso,
    ich...

    Werter Don Alphonso,
    ich fürchte, Sie verwechseln die beiden Burda-Brüder:
    Frieder Burda ist der kunstsinnige, Hubert Burda ist der Geschäftsmann, der allenfalls durch seinen Sinn für schauspielkünstlerische Frauenzimmer aufgefallen ist.

  24. Es begab sich zu den seligen...
    Es begab sich zu den seligen Zeiten, als unsägliche Privatsender noch nicht ihren geschmacksfreien Müll über den Televisor an das Volk verteilten, als in der ARD ein witziger junger Herr namens Andreas Lukoschek eine höchst amüsante Boulevardsendung gestaltete, die dem Flaggschiff des Burda-Imperiums namens „BUNTE“ die Boulevardhoheit vermeintlich abspenstig zu machen drohte. Abgesehen davon, dass sich Herr Lukoschek weder an der Beweihräucherung von Großindustriellen und den „ganz, ganz Wichtigen“ Großkropferten unrechtmäßig beteiligte, noch das „Tue Gutes und rede bis zum Abwinken darüber“ zur Lebensmaxime erhob, verstand damals kein Mensch, warum im vorgenannten Klatschpamphlet ein geifriger und desavouierender Artikel nach dem anderen über den bedauernswerten Herrn L. erschien. Schade nur um die Bäume, die für die Produkte dieses Hauses über die Klinge springen müssen …

  25. hape, wenn selbst Springer und...
    hape, wenn selbst Springer und Jacoby in Insolvenzgefahr geraten, sollte man sich über den Zustand der Werbung keine allzu grossen Illusionen machen. Es ist halt so, dass es zu viele Klicks gibt, und Google es verstanden hat, dennoch gute Geschäfte zu machen. bei Verlagen sieht das schon erheblich anders aus; die sind zudem von grossen Kunden abhängig, während Google das Kleinzeug verwertet. Wenn man zudem mit Leuten aus der Hausbankenszene der Verlage – sehr oft Landesbanken – redet, versteht man auch, warum diese Leute im Moment derartige Ideen vortragen. ich würde nicht darauf wetten, dass alle grossen deutschen Tageszeitungen ungeschoren überleben werden. Magazine schon gleich gar nicht.
    .
    Miner, die Krise dauert nun schon 18 Monate und wird noch mindestens 6 Monate anhalten. Das ist das Kernproblem von Herrn Burda, aber da kann er auch nichts ändern. Die Frage ist nur: Wenn Google verzichten würde, Herrn Burdas googleoptimiertes Imperium zu finden, wäre es ihm sicher auch nicht recht.

  26. Savall, ich habe einmal eine...
    Savall, ich habe einmal eine CD von Alia Vox vorgestellt. Das Problem ist bei denen, dass sie eben nur Savall machen, und ich wechsle gern die Interpreten durch. Was ich aus Deutschland auch sehr empfehlen kann, ist Raumklang, deren Aufnahmetechnik gewöhnungsbedürftig ist, aber je nach Tonmöbel sehr gut ist. Bei meinen Duevel-Omnilautsprechern waren sie etwas zu hallig, aber auf den Monitoren – Audiodata Mignon und Sub – sehr gut.
    .
    Was die Medien angeht, erwarte ich viel Gejammer, während im Hintergrund schpon für den Endkampf gerüstet wird. In der Gosse werden Spiegel Online und Bild das Rennen machen, und ich wäre nicht überrascht, wenn Herr Blau vin der Zeit versuchen würde, sich im oberen Teil des Marktes gegen die FAZ durchzusatzen. Dazwischen, mit Hang zum Niederen und zum nichtredaktionellen Inhalt, mühsam kaschierte Boulevardangebote wie Tagesspiegel, derwesten, rponline und Süddeutsche. Ich habe so Lust auf ein Vollbad.
    .
    Karl, wie heisst es nicht so schön: Der Wurm muss dem Fisch schmecken, aber nicht dem Angler.

  27. Sehr schön.

    In Zukunft...
    Sehr schön.
    In Zukunft sollen also Radiosender dafür bezahlen, dass sie durch das Spielen von Musik Werbung für die Labels machen.
    MTV soll für das Senden der Videoclips bezahlen, die Werbung für die Labels machen.
    Zeitungen sollen Geld an die Verlage bezahlen, wenn sie deren Bücher rezensieren.
    Und Don wird demnächst eine Rechnung von den empfohlenen kleinen feinen Klassiklabels bekommen.
    Nein, letzteres wohl nicht.

  28. Bladnoch71, weil bei denen die...
    Bladnoch71, weil bei denen die Strukturen und Wasserköpfe extrem teuer sind und finanziert werden müssen. Das Starsystem ist reine geldvernichtung, wenn nicht Millionenverkäufe reinkommen. Das ist bei klassischer Musik eher anders, da läuft viel über Empfehlung und Kennerschaft.
    .
    Zeitschriftenleser, einen langen Atem kann man Burda oft nicht nachsagen; ich habe den Eindruck, dass der Konzern manchmal zu impulsiv ist und beim Rückzug zu schnell vorgeht. Aktuelle Beispiele für wenig Ansprechendes sind Glam Media, die gerade ihre Website hoffentlich mehr als nur umbauen, die Unsäglichkeit von Suite 101 und Zeug wie Bequeen und Lesmads. Immerhin: Der Mann wagt. Das aber mit Leuten, dass man sich nur wundern kann. Dennoch, es ist ein kunstsinniger Mann.

  29. Es gibt die kleinen, aber...
    Es gibt die kleinen, aber feinen Labels durchaus auch im Bereich der neueren Musik – Silver Wave Records in Boulder zum Beispiel, oder Ponderosa in Mailand, oder Monika in Berlin.
    Die Majors haben es in der Tat mit ihrer potentiellen Kriminalisierung der Kundschaft und den sinnbefreiten Kopierschutzversuchen (man denke nur an das Rootkit-Debakel von BMG-Sony…) gründlich vergeigt – so lasse auch ich als Kunde nicht mit mir umspringen. Wozu um alles in der Welt gibt es schließlich den Redbook-Standard für Audio-CDs, wenn sich keine Sau mehr daran hält?

  30. Wenn man mal auf Burdas...
    Wenn man mal auf Burdas Website schaut, dann wird schnell klar: dieses Unternehmen ist voellig uberfluessig. Die verlegten Zeitschriften eignen sich eigentlich nur fuer Obdachlose, die sich damit im Winter zudecken koennen!
    Weiter so Herr Don Alphonso

  31. Wertender Don,
    um die nähere...

    Wertender Don,
    um die nähere Zukunft des Burda-Konzerns muß man sich wohl weniger
    Sorgen machen, sofern man die (pflicht)veröffentlichten Zahlen (www.unternehmensregister.de) würdigt.
    Allerdings gehen die Zahlen diverser Konzerngesellschaften wg. Gewinn-abführungsverträgen im Konzernabschluß unter, jeweils mit Hinweis auf entfallende Veröffentlichungspflichten.
    Schade, dachte man doch, daß gerade internetaffine Unternehmen größtmögliche Transparenz wahren.
    Indikatoren einer sich möglicherweise abzeichnenden Krise sind schon rein technisch bedingt nur schwer auszumachen.
    Die veröffentlichten Veränderungen, auch personelle, könnten ebenfalls einen Hinweis auf die Entwicklungsrichtung geben.
    Der berufliche Weg einer, angeheiratet adligen, ehemaligen Geschäftsführerin dieses Konzerns, könnte dem interessierten Krisendeuter eine weitere Würdigung wert sein. Na wenigstens soll sie auch kunstsinnig sein.

  32. heisst das...
    heisst das „schauspielkünstlerische Frauenzimmer“ (Zitat Don Wolfgang), das wohl nur von der Oeffentlich Rechtlichen Anstalt engagiert wird, in der auch die wenig kunstsinnige Bambiverleihung laueft. Hony soit qui mal y pense.

  33. Unfassbar, nun muss ich Ihnen...
    Unfassbar, nun muss ich Ihnen auch noch zustimmen. Ein sehr schöner Beitrag.
    Aber Google würde ich eher als Müllsortiermaschine betrachten.

  34. Vielen Dank, werter Don, für...
    Vielen Dank, werter Don, für den „Raumklang“-Tip. Das Gute liegt manchmal so nahe. Die „Ioculatores“-CD hab ich schon seit vielen Jahren. Eine nicht uninteressante Truppe übrigens. Außerdem sollten wir nicht vergessen, zu seinem heutigen 295. Geburtstag des Ritters Gluck zu gedenken.
    .
    Was nun die Presse im Internet betrifft, so scheint mir die Krux vor allem darin zu liegen, daß bis neute niemand ein wirklich einfach funktionierendes Micropayment-Verfahren hat etablieren können. Eine hundertprozentige Werbefinanzierung ist wirtschaftlich wohl nicht tragfähig und ästhetisch eine Zumutung. Außerdem werden Nischenprodukte damit von vornherein zum Scheitern verurteilt. Die Massenprodukte werden sich im Mix zwischen Print und Online noch irgendwie finanzieren lassen, für ambitioniertere Sachen wird das nicht gelten. Zum Beispiel für eine von mir schmerzlich vermißte cinephile Zeitschrift a la „Cahiers du cinema“. Da ist eine echte Marktlücke zwischen Kostenlos und Online-Abonnement, die niemand scheint schließen zu können.

  35. "Hubert Burda Media und seine...
    „Hubert Burda Media und seine Partnerverlage publizierten 2008 weltweit 261 Titel, davon 75 in Deutschland. Die inländischen Verlage erreichen 81,7 Prozent der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren “ [http://www.burda.de/geschaeftsfelder/magazine/starke_titel__11709]
    In Deutschland sind das [http://www.burda.de/geschaeftsfelder/magazine/deutschland]:
    ARD BUFFET
    BUNTE
    BURDA MODEMAGAZIN
    BURDA SPEZIAL
    CHIP
    CHIP FOTO-VIDEO DIGITAL
    CHIP SPECIAL ISSUES
    CHIP TEST & KAUF
    CINEMA
    DAS HAUS
    DAS HAUS IDEENMAGAZIN
    DAS HAUS SPEZIAL
    DOMICIL
    ELLE
    ELLE DECORATION
    FIT FOR FUN
    FOCUS
    FOCUS-MONEY
    FOCUS-SCHULE
    FRAU IM TREND
    FRAU IM TREND WOHNEN & WOHLFÜHLEN
    FREIZEIT AKTUELL
    FREIZEIT REVUE
    FREIZEIT REVUE PROFI RÄTSEL
    FREIZEIT REVUE RÄTSEL HITPARADE
    FREIZEIT REVUE RÄTSEL KAISER
    FREIZEIT REVUE RÄTSEL WELT
    FREIZEIT REVUE RÄTSEL WOCHE
    FREIZEIT REVUE SENATOR RÄTSEL
    FREIZEIT REVUE SUDOKU RÄTSEL
    FREIZEIT REVUE SPECIAL RÄTSEL
    FREIZEIT SPASS
    FREUNDIN
    FREUNDIN WELLFIT
    GARTENSPASS
    GARTENTRÄUME
    GLÜCKS-REVUE
    GUTER RAT
    INSTYLE
    LISA
    LISA BLUMEN & PFLANZEN
    LISA WOHLFÜHLJOURNAL
    LISA KOCHEN & BACKEN
    LISA WOHNEN & DEKORIEREN
    LUST AUF GENUSS
    MAX CREATIVE
    MEIN SCHÖNER GARTEN
    MEIN SCHÖNER GARTEN SPEZIAL
    MEINE FAMILIE & ICH
    MY LIFE
    NEUE WOCHE
    PLAYBOY
    SUPER ILLU
    TV SCHLAU
    TV SPIELFILM
    TV SPIELFILM XXL
    TV TODAY
    TV TODAY DIGITAL
    VIEL SPASS
    WOHNEN & GARTEN
    WOHNENTRÄUME
    Unter diesen illustren Blättern macht ein Titel (TV SCHLAU) neugierig, ob er das Niveau der übrigen Organe noch unterschreitet. Selbst die sich halbwegs seriös gerierenden Magazine Focus und Chip bedienen bestenfalls die Bedürfnisse des Leserprekariats. Der Welt entginge nichts Wesentliches, Interessantes oder wenigstens Amüsantes, wenn keine Suchmaschine dieser Welt auf das Burdaische Oeuvre verlinken würde.
    Allerdings läßt mich die ausladende Berichterstattung anläßlich des Todes einer Ikone der Popkultur allmählich auch an der sonst so geschätzten FAZ zweifeln.

  36. Nestor, ich würde meinen,...
    Nestor, ich würde meinen, dass das Burdaproblem die Krise des Mittelstandes ist, den er bedient. Keine komplette Gosse, aber auch nichts wirklich Hochwertiges. Und dann eben auch in einem Bereich, der überaltert. Sicher kein Spass.
    .
    Savall, die Einführung des freien Marktes durch Micropayment würden die meisten Journalisten hassen. Weil es sie und ihre Arbeit benachteiligen würde. ich habe bei Rebellen ohne Markt mal spasseshalber geschrieben, dass ich einen Empireschreibtisch will und vielleicht doch Werbung auf mein Blog nehme – trotzdem kamen an dem Tag genug Angebote für Geschenke rein, um den Tisch zu kaufen. Ein anderes Beispiel ist das Blog Medienlese, das eingestellt werden sollte, und für das sich Sponsoren unter den Lesern fanden. Aber das geht nur bei einem sehr spezifischen Journalismus gut. Für den Rest – mei, ein Blick auf die FAZ-Blogstatistik zeigt, wo die Luft brennt, und wo die Lüfte lau bleiben.

  37. @Inette: Heute geht meine...
    @Inette: Heute geht meine Hochachtung einmal nicht an den Don, sondern an Sie, werte Inette. Sehr berührend und sehr gescheit geschrieben. Da sitze ich gewissermaßen mit offenem Munde vor Staunen und Hochachtung.
    .
    @Don Alphonso: Die Tendenz zur Kriminalisierung der Menschen, seien sie nun Staatsbürger oder schnöde Melkkühe, ist mittlerweile eine flächendeckende. Man führt das Wort ‚Partner‘ und ‚Service‘ dort inflationiär im Munde, wo man doch nur Täuschung und Verbrecher vermutet. Die einen sitzen im Innenministerium und wittern in jeder Schrankritze Sprengstoff. Die nächsten finden sich bei Discountern und Telekommunikationsunternehmen und schnüffeln am liebsten jedem Mitarbeiterinnenhöschen hinterher. Und die letzten, wenn nicht gar die allerletzten, verdienen sich in Gebührenzentralen mit russisch Inkasso-Methoden ihre Brötchen. Der Handschlag als Kaufmannsehrenwort ist selten geworden (und von mir nur noch bei Autoverkauf erlebt), stattdessen reiben sich juristische Heerscharen die Hände bei jedem noch so kleinem Abschluss. Und nichts fürchtet der innenministrielle (Chef-)Beamte mehr als den eigenständig lebendenkenden Demokraten.

  38. Avantgarde, man nennt das...
    Avantgarde, man nennt das Value Chain Extension. Ausserdem kann man dann so tun, als hätte man die tollen Inhalte, und andere hätten nichts. Bloss niemand aus der Vermarktungssklavenkette entlassen. Freie Entscheidung? Pah!
    .
    CCKL, sagen wir mal so: Es sieht nicht wirklich so aus, als hätte da etwas eine wirklich felsenfeste Marktmacht. Alles irgendwie zweite Reihe. Man wird sehen.

  39. Eine kleine Ergänzung in...
    Eine kleine Ergänzung in eigener Sache – mehr oder minder. Ich wage die These, dass dieses Blog hier letztgültig auch nur so spannend und suchtmachend ist, weil als sehrgroßes I-Tüpfelchen die Leserkommentare dazu kommen. Das soll die Leistung des Don nicht mindern, uns in herrlicher Sprache mit so verzüglichen Ideen und so hinreißenden Meinungen und so erregendem Wissen zu unterhalten, aufzuklären und aufzurütteln. Aber ginge es immer im Leben um Geld und Gier, so müssten zumindest viele der Stützen-Kommentatoren von der FAZ ebenfalls entlohnt werden. Weil es in der Welt aber doch noch anders zugehen kann, bekommen wir Leser den Don ganz frei Haus und geben im Gegenzug gerne frank und frei unseren Senf dazu.

  40. Ein Kerzchen für Herrn...
    Ein Kerzchen für Herrn Burda:
    http://www.freischreiber.de/home/ein-kerzchen-für-herrn-burda

  41. Liebhaber der "Alten Musik"...
    Liebhaber der „Alten Musik“ bis hin zur „Moderne“ laden tatsächlich keine mp3 kostenlos runter.
    In den trotzdem reichlich vorhandenen kostenlosen download-Angeboten für diese Klientel benutzt man in der Regel APE oder FLAC. Dazu gibt’s meist auch Cover und Booklet zum Ausdrucken: kammermusikkammer.blogspot.com; fauteuildoreille.blogspot.com; zzzyvasmusicroom.blogspot.com; passacaille.blogspot.com; officetenebres.blogspot.com usw. Auf den meisten dieser Sites findet man fünf bis zehn Links zu anderen, ähnlichen Download-Seiten mit meist ganz hervorragender Musik, von Dowland bis Bartok. Und auf diesen Sites dann wiederum andere… Es ist im Internet ein großer Markt für „diese“ Musik vorhanden, manchmal eingebettet in ganz hervorragende Begleit-Texte, allerdings nicht immer in Deutsch oder Englisch.

  42. @Avantgarde "In Zukunft sollen...
    @Avantgarde „In Zukunft sollen also Radiosender dafür bezahlen, dass sie durch das Spielen von Musik Werbung für die Labels machen.“
    Sie bezahlen schon seit einigen Jahrzehnten für das Recht, Musik von Platten zu spielen: an die GVL, die’s an die betreffenden Interpreten und Plattenfirmen weitergibt (50:50), und an die GEMA, die’s an die Komponisten & Texter weitergibt.

  43. @Ephemeride: Womit wir wieder...
    @Ephemeride: Womit wir wieder bei der Naturalwirtschaft wären. Wogegen in vorliegendem Fall nichts einzuwenden ist. Aber auf Dauer sind daran schon Römische Weltreiche zugrunde gegangen.

  44. "Allerdings läßt mich die...
    „Allerdings läßt mich die ausladende Berichterstattung anläßlich des Todes einer Ikone der Popkultur allmählich auch an der sonst so geschätzten FAZ zweifeln.“(Zitat Nestor)!
    Wie war !
    sic transit gloria mundi!!

  45. Deutschland ist gegenwärtig...
    Deutschland ist gegenwärtig noch das Land des einerseits – andererseits: Burda ist geistlos, ich bin geistvoll. Man kann keine gehaltvolle Diskussion führen, ohne daß irgendwann zu Gegensätzen gegriffen wird, die gar nicht bestehen, aber das Denken scheinbar erleichtern. Die Gegensätze haben aber hier ein Gemeinsames: Geld. Denn nicht nur haben sich die Produktvermarktungsmöglichkeiten verändert, sondern auch das Medium, in dem sie einen Wert zugeschrieben bekommen. Und nicht jeder ist ein Objektfetischist wie Sie, verehrter Herr Don Alphonso. Geld ist nicht materiell. Es ist Geist. Es kann alle Formen annehmen, auch den dieses Blogs. Denn personenbezogene Daten sind das Geld. Burda kriegt die Daten von Leuten, die Sie richtig beschreiben, Sie kriegen die Daten von anderen Leuten. Sie bestätigen nur die Weisheit eines junk mailers: there is no junk mail, there is only junk people. Es geht deshalb in Ihren – interessanten – Ausführungen eigentlich immer nur um eines: Status, tatsächlich oder eingebildet. Geist ist sehr viel mehr.

  46. ich darf nochmal einen anderen...
    ich darf nochmal einen anderen gedanken hier skizzieren: wenn ich oben sagte, dass sich in dons ausfuehrungen (minus latenter griesgraemigkeit) sowohl avantgarden wie konservative finden koennen, dann kann man hier beinahe eine verschiebung des gesellschaftichen felds erkennen. – auch in dieser wirtschaftskrise bedraengen uns weniger themen wie „haben vs. nichthaben“ sondern es befluegeln uns eher die oberflaechlichen inneren welten ganz allgemeiner schlagwoerter wie ‚glueck‘, ‚kultur‘, ’substanz‘, ‚authentizitaet‘. – so wie die politische linke abgewirtschaftet hat und zu einem minderheitenphaenomen zu werden angetan ist, so verliert auch der zynismus der intellektuellen an reiz und die sueffisanz des bildungsbuergers auch.
    auch die gesellschaftlichen grenzen, die der don hier bestaendig heraufbeschwoert, sind zum einen in gewissem sinne spiegelfechterei, zum anderen – bei starkem lichte betrachtet denn gut getarnt – aber auch nicht in der klassisxchen dichotomie von ‚haben und nichthaben‘ angesiedelt, sondern viel mehr in der metaphysischen von ‚haben und sein‘.
    dons klassenkampf von fast ganz oben in maslows pyramide richtet sich nicht gegen habenichtse, die ihm die torte streitig machen, sondern gegen seinnichtse, die ihm den appetit vergellen. – oder schlimmer noch: ungebildete, ueberhebliche und zyniker, die glauben, die welt bestuende einzig aus ’seinnichtsen‘, die ihnen treue kundschaft schulden.
    die (r)evolution findet statt.

  47. p.s. mit thomasriedls post,...
    p.s. mit thomasriedls post, den ich nicht las, bevor ich meinen schrieb, bin ich ganz einverstanden.

  48. Und auch hier helfe ich mit...
    Und auch hier helfe ich mit Diskussionsfördernden Links aus:
    Clay Shirky über die Medienkrise und mit dem erwähnenswerten Satz:
    „Niemals in der Geschichte haben Menschen für Inhalte bezahlt – sie haben für die Dienstleistung des Druckens, Anlieferns, bezahlt – aber nie für die Inhalte. Der Preis einer Zeitung deckt ja auch in keinster Weise die Produktionskosten“
    http://de.sevenload.com/videos/zFqsgWt-Clay-Shirky-ueber-die-Medienkrise
    (Auch wenn ich weiß, dass der Autor eine gewisse Ablehnung gegen 7load hat)

  49. "Das Geheule von...
    „Das Geheule von Plattenfirmen, dass die Kunden den billigst abgemischten Kommerzpop inzwischen billiger beziehen, als er hergestellt wird – das ist in meinen Augen nur angemessene Preisfindung.“
    Großartig!

  50. "Das Geheule von...
    „Das Geheule von Plattenfirmen, dass die Kunden den billigst abgemischten Kommerzpop inzwischen billiger beziehen, als er hergestellt wird – das ist in meinen Augen nur angemessene Preisfindung.“
    Grandios!

  51. Herr Würtenberger von...
    Herr Würtenberger von Springer ist meines Erachtens übrigens absolut kein kunstsinniger Mann:
    .
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30650/1.html
    .
    Verlagssubventionierung durch Zwangsabgabe auf Rechner. Das wäre dann der Tag, an dem ich meine Computer in Österreich kaufe.

  52. Und welche Musik lief jetzt...
    Und welche Musik lief jetzt dazu?

  53. Die oben im Zitat angegebene...
    Die oben im Zitat angegebene Musik: heute weitgehend vergessener Hofkomponist unter dem frühen Ludwig XV, mit einigen Liebesliedern im üblichen Bereich zwischen „Du Scheusal, Du hast mich gemeuchelt“ bis „Ach, ich vergehe“.

  54. @abf: man muss nicht immer von...
    @abf: man muss nicht immer von Ihrer Meinung begeistert sein, aber man ist des Öfteren verpflichtet Ihre Klarheit & Ihren Tiefgang zu mögen.
    Sich vorzustellen, wer sich hinter a b f verbirgt fällt nicht leicht.

  55. Bei dem in jeder Hinsicht...
    Bei dem in jeder Hinsicht treffenden Artikel gibt es wirklich keinen Anlass für irgendwelche Stilkritik. Weil bloße Zustimmung aber so langweilig ist, vielleicht nur dies: In meiner Jugend war ich so elitär, dass die einzige Musik, die ich gelten ließ, die selbstgespielte und nur allenfalls die im guten Konzertsaal gehörte war. Es gab gar kein Tonmöbel außer dem mitten im Raum stehenden eigenen Instrument. Und ich mache auch heute einen Unterschied zwischen einer Bibliothek des Rokoko und einer CD-Sammlung, so hochwertig sie auch sein mag. Es gibt Dinge, die kann man gar nicht kaufen. Nicht bei Burda, soviel ist klar. Aber auch sonst nicht.

  56. Nun, hier gegenüber ist ein...
    Nun, hier gegenüber ist ein musisches Gymnasium, und die übten bis vor einer halben Stunde Blockflöte. Abba. Ich würde sagen: es kommt immer darauf an. Und meine Audiodata sind in Verbindung mit geschlossenen Fensterns ausreichend.

  57. herzlichen dank fuer ihr...
    herzlichen dank fuer ihr freundliches feedback, miner. – wer sich hinter dem kuerzel abf verbirgt, darauf kann ich nur ebenso freundlich und ganz sachlich und wahrheitsgemaess antworten: einer wie sie.

  58. Geschenkt. Da stellt sich dann...
    Geschenkt. Da stellt sich dann eher die Frage, wieso man dafür extra ein „musikalisches“ Gymnasium braucht. Hoffentlich sind Ihre Fenster dicht.

  59. @ Ephemeride: Ja, das ist...
    @ Ephemeride: Ja, das ist verbreitet: Von den Kunden rundum profitieren… Selbst Autobauer haben schon Kundenportale, wo die Leser kostenlos ihre Designideen oder Verbesserungsvorschläge abliefern können. Dumm nur, dass hier beim Don nicht mal eine Verlosung winkt („Unter allen braven Palatinen verlose ich 2 Pfund Antiquitäten“).

  60. Stilkritik, sie sind...
    Stilkritik, sie sind es.
    .
    1tagsfliege, oh doch, eine Verlosung gab es schon:
    http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2009/04/16/popstmoderne-und-profanisierung-mit-verlosung.aspx
    .
    Und gerade hier kann ich mich über Zuspruch nicht beklagen. Besser als ein Autoportal ist das allemal.

  61. Das war doch nur wegen der...
    Das war doch nur wegen der Flitztour durch I. Solche Souvenirverlosungen macht das Lokalfernsehen wöchentlich. Also gehmses zu: Sie wollen nur keine Ihrer Silberkannen ausloben, und nicht einen Kuchenkrümel. Jaja.

  62. Nun, Silber schenke ich an...
    Nun, Silber schenke ich an mich, Versilbertes verschenke ich an andere, und wer Ratschläge haben will, wie man an dergleichen kommt, soll hier einfach fragen. Leider war die Beschaffung des Gemäldes für den Montagsbeitrag so teuer, dass weitergehende Geschenke mich in der FAZ-Mitarbeitsbilanz auf längere Zeit ins Minus reissen würden – und so weit geht mein Altruismus dann doch nicht.

  63. abf, zuerst mal führe ich gar...
    abf, zuerst mal führe ich gar keinen Klassenkampf. Ich will gewisse leute einfach nicht in meinem Umfeld haben. Dass der Diskurs hier läuft, ist Teil des Programms, und gäbe es ihn nicht, müsste ich was ändern. Dann könnte ich auch normale Beiträge schreiben. Ansonsten ist es ja ein PÜlatz, wo jeder weiss, dass er ein Gespräch haben kann.
    .
    xenon, 7load ist teilweise eine Burda-Tochter (sic).

  64. (wobei ich mich schon frage,...
    (wobei ich mich schon frage, ob die Tochter nicht auch irgendwann verstossen wird.)

  65. Wehrter Don,
    sollten Sie eines...

    Wehrter Don,
    sollten Sie eines Tages in der FAZ am Sonntag schreiben dann währe
    das ein Grund für mich noch vor 08.00 Uhr nach Basel Bad zu fahren.
    Ich kann Ihnen versichern, das Ihre Einstellung des Schreibens meinen vollen Respekt findet und ich lese seit langem schon nicht mehr was mir angeboten
    wird. Leider war es in früheren Tagen viel leichter gut unterhalten zu werden.
    Das was sich heute so schimpft, währe zu meiner Zeit schon aus der Bildung
    und des Anstandes nicht geschrieben, geschweige veröffendlicht worden.
    Herzlichst Ihr P.

  66. Der Artikel macht dem über...
    Der Artikel macht dem über den fehlenden Caravaggio in Trastevere Konkurrenz! Eine schöne Hommage an Alte Musik und ihre Produzenten.
    .
    Zum Medienmüll: Ignacio Ramonet, ehemaliger Chefredakteur der Le monde diplomatique, spricht von einer „Vergiftung der Informationen“, einen Begriff, den ich sehr passend finde. Er vergleicht das mit dem Bereich der Lebensmittelproduktion, und fordert auch im Medienbereich einen Entgiftungsprozess. Sein erster Schritt dazu war die Gründung von Media Watch Global: http://www.mwglobal.org/.

  67. Chapeau! Mal nebenbei...
    Chapeau! Mal nebenbei angemerkt, ich liebe Ihren Umgang mit der deutschen Sprache. Bitte weiter so!

  68. abf, -einer wie ich- ...es mag...
    abf, -einer wie ich- …es mag etwas dran sein.
    Doch bin ich mehr von Impuls und Instinkt getrieben. Faul in meiner Sprache, munter in meiner Tat.
    Klarer sprachlicher Ausdruck in Verbindung mit einer Prise Poesie sind mir leider nicht so gegeben, wie ich´s gerne hätte.
    Ein guter Grund, sich weiterhin an diesem Blog zu erfreuen.

  69. Oh, ein Alchemist Kraken auf...
    Oh, ein Alchemist Kraken auf dem ersten Foto, wenn ich nicht irre.
    Habe ich ewig nicht mehr gesehen. Damit lässt sich vermutlich in der Tat sophisticated Barockmusik hören. Was ich übrigens hier gerne lesen würde: Wie die „Stützen der Gesellschaft“ ihren musikalischen Geschmack heraus bilden. Stichwort „Klavierstunde“ und so. Das kann ja Abneigung genauso wie Zuneigung zur Folge haben. Wie auch immer: Ein Instrument zu spielen, scheint mir die einzige Kulturtechnik zu sein, die bei den „Stützen“ noch ziemlich verbreitet ist, nachdem das Reiten und das Fechten ja nicht mehr obligatorisch sind.

  70. Der Kampf zwischen Klasse und...
    Der Kampf zwischen Klasse und Masse bleibt interessant.
    Leider verdient nicht der Bauer das Geld, sondern der, der die Kirschen zum Markt bringt.
    Ich schätze Herr Burda sehr, er gilt für mich als der Macher.
    In diesem Falle ist es ähnlich wie beim dem Papst und der Kirche.
    „Muss“ er nicht diese Position einnehmen und die Zunft der Medienmacher in seiner „Qualitätsjournalismus ist unterbezahlt Meinung“ vertreten?

  71. hg, auch nach 15 Jahren immer...
    hg, auch nach 15 Jahren immer noch ein Design, das das herz erfreut. Das mit der musikalischen Bildung war gestern erst Thema, Stichwort Blockflöte. Wenngleich ich etwas anderes geplant hatte: Doch, das wäre ein Thema.
    .
    Mario, bei uns auf dem Wochenmarkt bringen die Bauern die Kirschen selbst hin. Überhaupt wird ein grosses Thema eine Neuorientierung weg von Werbung und genehmen Kreisen hin zum Leser sein. Wenn die Süddeutsche Zeitung jetzt heult, weil die Vertriebserlöse unter den Werbeerlösen sind: Ist doch prima! Sollen sie sich endlich wieder an den Kunden orientieren! Wenn die Kunden das Blatt gern lesen, hat man schon mal Fürsprecher. Dann klappt es vielleicht auch wieder mit der Werbung. Und gerade die Stellenanzeigen, die keine Werbung im eigentlichen Sinn sind, sondern Veröffentlichungen, sind ja nicht abhängig von Textmüll und einem billigen Umfeld, sondern davon, dass dort die Leute lesen, die das Beste wollen und auch leisten wollen.

  72. mme, paulchen und miner, jetzt...
    mme, paulchen und miner, jetzt lassen Sie mich aber erröten. Es ist nur eine Plauderei eines reichlich geistlosen, schlechteren Sohnes aus besserem Hause, dünkelbelastet und nicht ohne Arroganz, und schon gar nicht relevant. Sollte aber etwas in der FASZ zu finden sein, werde ich gern darauf hinweisen.

  73. Georgina Darcy, ich habe für...
    Georgina Darcy, ich habe für mein Schreiben ein Vorbild, und das ist der Wochenmarkt. Das hier ist gentechnikfreier Journalismus von alten Obstbäumen, ohne Unkrautjätung darunter und Pflanzenschutz, sekbst erzeugt und ohne Schadstoff- und Gifteintrag von sonstigen Grossbauern. Daher auch meine normale Aversion gegen Übernahme der relevanten Themen anderer Medien.

  74. @Georgiana Darcy, Don...
    @Georgiana Darcy, Don Alphonso. „Vergiftung der Informationen“ Also mir gefällt das Bild vom Müll, wahlweise Schrott entschieden besser. Gift kann in kleinen Dosen ja durchaus vorteilhaft sein. Und entgiften, säubern, reinigen, nunja, Geschmacksache…

  75. Tröstende Erkenntnis
    @abf:...

    Tröstende Erkenntnis
    @abf: Sie haben den Vogel getroffen. Philosophisch betrachtet ist der Unterschied zwischen „Substanz“ und „Lücke“ irrelevant. Man stelle sich nur eine genügende Anzahl an Lücken zwischen der „Substanz“ vor und die Lücken wären die eigentliche Substanz. Die dazu passende Analogie zum Kosmos wäre dann das Verhältnis zwischen der bekannten Materie und der besagten „Schwarzen Materie“. Zizek hat Recht: Was ist, sind Lücken. Der Revolutionär allerdings, ist dabei, das zu erkennen, der Konservative hingegen, scheut dies. Somit haben wir es hier bestenfalls mit einem konservativen Revolutionär zu tun (Sie entschuldigen, lieber Don – für das „revolutionär“), einem solchen also, der noch an Substanz glaubt. Für den Revolutionär indes, ist diese Erkenntnis auch nicht leicht, muss er doch anerkennen, dass seine Sache, u.U. auch kein Substanz hat. Hat sie ja oft auch nicht, das bleibt dann als tröstende Erkenntnis von Substanz.

  76. mme, paulchen und miner,...
    mme, paulchen und miner, Georgiana Darcy und Don Alphonso: ja, erröten muss man. Au weia.

  77. Lückenichtse!
    @abf –...

    Lückenichtse!
    @abf – Ergänzung zu Ihrem 2. Beitrag:
    Was den zweiten Beitrag angeht, könnte man eigentlich fragen, inwieweit „Seinnichtse“ nicht ein Widerspruch in sich ist, entweder Sein oder Nichts, aber unter der Prämisse, dass alles was ist, „Lücke“ wäre – nach Zizek -, wäre dieser Begriff gar obsolet. Man stelle sich nun vor: „Lückenichtse“.
    P.S. zu meinem obigen Beitrag: „Schwarze Materie“ soll natürlich heißen „dunkle Materie“. Habe da immer „schwarze Löcher“ im Kopf, wie gesagt: alles Lücke.

  78. maulchen, es ist keine...
    maulchen, es ist keine Schande, sich zu bedanken. Auch kein Mangel an Stil und Höflichkeit.

  79. @ Don: "gentechnikfreier...
    @ Don: „gentechnikfreier Journalismus von alten Obstbäumen, ohne Unkrautjätung darunter und Pflanzenschutz, sekbst erzeugt und ohne Schadstoff- und Gifteintrag“ – es ist gut, dass es noch Journalisten gibt, die diesen Anspruch haben!
    .
    @Ladyjane: Ich befürchte, wir haben leider sowohl das Gift als auch den Müll. Der Müll, das sind die Privatsender, die Castingshows, die Schmodderzeitungen. Das Gift, das sind beispielsweise die öffentlich-rechtlichen Sender, oder die ehemaligen Qualitätszeitungen, die seit einigen Jahren glauben, es den privaten und dem Schmodder nachtun zu müssen. Ich kann mich noch an eine Zeit erinnern, als ZDF, ARD &Co noch nicht krampfhaft versuchten hip&müllig zu tun – das war zwar alles ein bißchen bieder, ein bißchen piefig, aber ehrlich gesagt finde ich es im Nachhinein doch recht sympathisch.

  80. Kleine Nachanmerkung: Ich...
    Kleine Nachanmerkung: Ich würde die im obigen Artikel beschriebene Haltung jedoch nicht als elitär bezeichnen, sondern schlicht qualitätsbewußt.

  81. "Tenor sax ace Roland aka...
    „Tenor sax ace Roland aka Rolando Alphonso with a rocksteady take on Procul Harum’s Whiter Shade of Pale. Produced by ska superstar Derrick Morgan for his Hop label with backing from rocksteady kings Lynn Taitt and the Jets.“

  82. @don...
    @don „KirschenzumMarktbringAspekt“ Bei uns auch! Die haben aber auch keine strombetriebene Legebatterie im Hof und beim Bildzeitungsverkaufenden Lidl habe ich auch noch keinen Trecker gesehen – zumindest keinen der anliefert. Vielleicht ist das gut so wenn der Markt wieder entscheidet.
    Rendite bei Qualität!

  83. Wunderbar, lieber Don, wie Du...
    Wunderbar, lieber Don, wie Du anhand des Beispiels des Alpha-Labels zeigst, was am Gebahren der großen Medienhäusern krankt. — Großartiger Eintrag!
    Ich muss ja gestehen, dass ich noch in Schockstarre bin, was die Überlegungen von Leuten wie Burda und Neumann angeht. Unglaublich, was man da vor hat.

  84. Man neigt ja grundsätzlich...
    Man neigt ja grundsätzlich zur Verklärung vergangener Zeiten, ich frage mich wirklich, ob das allgemeine Niveau früher höher war – mit früher meine ich vor bspw. 20 Jahren. Ich befürchte, es war genauso niedrig wie heute. Die dümmliche Kundschaft für den Müll der Privatsender muß ja bereits vor deren Einführung vorhanden gewesen sein. Mir scheint, wir alle hier, als Elite, haben einfach ein Problem mit dem Verhalten der nicht elitären Massen. Diese hören oder konsumieren nunmal den letzten Dreck, und zwar in Massen. Diese wollen eben keine Klassik, oder wie in meinem Fall Jazz hören, sondern diese Rumtata-„Künstler“, deren Namen ich nicht kenne, da ich weder Radio höre, noch Fernsehe. Dafür werde ich von meiner, übrigens absolut nicht ungebildeten Frau, allerdings als Weltfremd bezeichnet… Vermutlich hat sie mit dieser Aussage durchaus recht – aber es ist mir egal, ich bin stolz darauf und werde mir nun mal wieder einen „sweet“ über Röhren verstärkten Nils Petter Molvaer gönnen!
    @Ephemeride: bin übrigens ganz Ihrer Meinung, die „Kriminalisierung“ der Bevölkerung ist beängstigend. Meine Frau hatte bspw. mal Probleme mit der GEMA, die drohen gleich mit Strafanzeige und die Approbation ist dahin. Wahnsinn ist das.

  85. Georgina Darcy, das ist sowas...
    Georgina Darcy, das ist sowas wie der kommunistische Traum vin der Urgesellschaft. Und ich glaube, dass es nicht das schlechteste Zukunftsmodell ist. Ich glaube, wir sind in der Textproduktion dort, wo wir bei den Nahrungsmitteln vor 15 Jahren waren.
    .
    Mario, bei mir auf dem Dorf (Gmund am Tegernsee) hat man auch die Supermärkte dazu gebracht, die Billigeier aus dem Programm zu nehmen. Finde ich sehr ermutigend.

  86. Mawu, letztlich kommt es...
    Mawu, letztlich kommt es darauf an, sich einen Teil der Welt passend zu machen und dort dafür zu sorgen, dass es lebenswert bleibt. Andere sollen es anders machen, und genauso, wie manche sich nie ändern werden, wird es andere geben, die sich entwickeln. Nichts ist vorgeschrieben, es geht einfach darum, die besten Wege aufzuzeigen.
    .
    Molosovsky, man muss sie nur machen lassen. Man sah ja an der Musikindustrie, wie das ausgegangen ist. Man kann als Medium gemocht werden und Kunden haben. Oder als Zwangsmassnahme den Hass zu spüren bekommen. Wenn Herr Burda das für den richtigen Weg hält, soll er es probieren.

  87. hi,
    ich wuerde gerne ein paar...

    hi,
    ich wuerde gerne ein paar Anregungen fuer den Blog geben:)
    fuer die Recherche:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bartholom%C3%A4us_Grill
    Dr. Stephan Marks
    Freiburger Institut für Menschenrechtspaedagogik
    see ya
    Andi

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