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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Werbung oder Das Gegenteil von Oben

| 150 Lesermeinungen

Manche behaupten ja, dass gewisse Dinge für alle unvermeidlich wären, und ihnen niemand entginge: Geburt, Tod, Erbsünde, Liebe, Lügen, Betrug, Enttäuschung - und vielleicht stimmt das auch. Aber gerade, was Lügen, Betrug und Enttäuschung angeht, so erweist sich das Leben in den bevorzugten Wohnlagen doch reichlich befreit von deren professioneller Variante. Begleiten Sie mich einfach an das Ufer des Tegernsees.

Ab und zu verschwand er auf dem Rad und kam dann doch wieder zurück.
Cesare Pavese, Der Teufel auf den Hügeln

Den ersten echten Arbeiter lernte ich mit 17 Jahren kennen. Arbeiter im Sinne von „schafft etwas mit der Hand in einer Fabrik“, und kennenlernen im Sinne von „war ich mit dem mehr als nur mal einen Tag unterwegs“. Meine Eltern waren so freundlich, mir einen Ferienjob beim globalen Marktführer der dummen, kleinen Stadt an der Donau zu vermitteln, was nicht weiter schwer war, weil die fraglichen Verantwortlichen die Strasse runter wohnten. Ich arbeitete vier Wochen im Bereich der Installation von Rohren für technische Gase, lernte viel über Gewindeschneider und Kurvenradien von Kupferrohren, und nahm das alles gelassener hin, als man es von jemandem erwarten würde, der qua Herkunft eigentlich nie mit diesen Kreisen in Kontakt kommen müsste. Für das Geld kaufte ich mir einen Uecker und einen Fuchs.

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Den ersten Werber lernte ich dagegen erst nach dem Ende meines nicht allzu kurzen Studiums kennen. Das allerdings eher im Sinne von „ich war mit dem mal einen Abend unterwegs“, namentlich im Rahmen sogenannter Pressetermine. Es gab ein paar Werber, mit denen ich mal einen Abend unterwegs war. Und ich war mittelfristig weniger begeistert. Vermutlich wusste mein Vater schon, warum er mich mit 17 Jahren bei den technischen Gasen und dem Rohrbiegen untergebracht hat, und nicht bei den diversen Geschäftspartnern, die sich im Bereich der Werbung, der PR und der Politikkommunikation herumtrieben.

Denn Rohre braucht man. Unsere Wirtschaft ist hochgradig abhängig von Rohren; jede grössere Firma ist eine gigantische Bombe, wenn bei den Rohren und ihrer Verlegung geschlampt wird. Die Männer in meiner Abteilung waren alle sehr langsam, keiner machte etwas schneller als nötig, und selbst bei Ausfällen in der Produktion liessen sie sich nicht hetzen. Wer einmal gesehen hat, was ein Rohrbruch mit einem technischen Gas anrichten kann, versteht diese Langsamkeit, aus der Verantwortung erwächst. Sie machten eine viertel Stunde vor der Stechuhr Schluss und reinigten die Werkstatt, dass man vom Fussboden hätte essen können. Ich erinnere mich daran gern zurück. Viel lieber als an jene Abende, da man kostenlos essen konnte, um etwas Nettes zu schreiben.

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Nun bin ich bekanntlich Angehöriger einer Schicht, die sich nicht einladen lassen muss und ihr Essen in der Regel selbst bezahlt, um nicht gegenüber Leuten verpflichtet zu sein, die sich dann als lästig herausstellen. Und so nötig, wie die Rohrbauer sind, so überflüssig sind meines Erachtens die Werber. Wie Sie, liebe Leser, an den Bildern sehen, beschreiben sie meinen morgendlichen Weg hinunter von meiner Wohnung etwas oberhalb von Gmund an den Tegernsee. Und wie Sie sehen: Es gibt dort keine Werbung. Keine Werbebotschaft. Nichts.

Sie begleiten mich, weil ich Ihnen etwas zeigen möchte. Ich gehe diesen Weg jeden Morgen, beginnend auf meiner Terrasse, wo Hummeln Blütenstaub erfolgreicher finden, als ich frisches Gebäck, über einen Weg entlang einer saftigen Wiese, dann vorbei an einer Kirche und Bauernhäusern mit blumenübersättigten Gärten, bis ich zur Strasse Richtung Österreich gelange. Diese Strasse überquere ich, und gelange zu meinem Bäcker. Es gab auf dem gesamten Weg keine Werbebotschaft. Nichts. Und ich habe absolut nichts vermisst.

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Das geht hier so weit, dass selbst meine Bäckerei nur „Bäckerei Konditorei“ heisst. Es gibt dort all die phantastischen Brezenzöpfe, die am See das Bildmaterial für meine Blogeinträge liefern, es finden sich Zwiebelbrote, die auch genau so heissen, und auch nur dann, wenn ich vor 12 Uhr komme. Von 12 bis 14 Uhr ist zu. Die Bäckerei ist weder das, was man heute für kundenfreundlich hält, noch mit einer Marke versehen. Oder einem Branding. Oder einem flotten Werbespruch. Es ist der Bäcker. Und ich musste für diesen Beitrag erst nachfragen, wie dieser Bäcker heisst. Nach über einem Jahr am Tegernsee kenne ich erst seit heute den Namen. Aber er tut nichts zur Sache. Er braucht keine Werbung.

Das geht den ganzen Weg zum See so weiter. Es gibt ein Schild beim Heimatmuseum, auf dem Heimatmuseum steht. Der Seglershop heisst Seglershop. Und die Pension erkennt man nur daran, dass „Fremdenzimmer besetzt“ auf dem Balkon über dem traumhaft schönen Bauerngarten zu lesen ist. Angeblich sieht der heutige Mensch jeden Tag Tausende von werbenden Markenbotschaften, aber hier gibt es sie nicht. Und es gibt auch niemanden, der sie vermissen würde.

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Halten wir einen Moment, da die Nusshörnchen in der Tüte rascheln, inne auf der Brücke, schauen wir auf den Mangfall und denken wir nach: Haben wir etwas vermisst? Gäbe es ausser den Werbern irgendjemanden, der über das Ende von Werbung traurig wäre? Würde jemand, der nicht von einer Diktatur profitiert, das Ende einer Diktatur beweinen? Und tut Werbung etwas, das man als gut bezeichnen kann? Und wieso kommen diese Typen überhaupt auf die Idee, öffentliche Strassen und Plätze als Ort für ihre schrägen Realitätskonstrukte, Zielgruppenansprache, und, sagen wir es deutlich, Lügen zu missbrauchen?

Natürlich werden Werber behaupten, sie wären schon immer da gewesen, auch Ludwig XIV. hätte Herrschaftspropaganda lügen lassen wie unsere Familienministerin, gute Werbung würde gute Produkte voranbringen, und gerade die Medien sollten doch froh sein, weil die Vertriebserlöse keinesfalls reichten, um die Verlage ausreichend zu bezahlen. Man würde ihnen entgegenhalten wollen, dass dem nicht ganz so ist, denn nichts währt ewig, und auch Werbung ist nicht geschenkt; vielmehr zahlt der Kunde über den Produktpreis die Werbung und damit eine Zeitung, die er ohne – ich hoffe, man nimmt mir das nicht übel – das parasitäre Zwischenwesen der Werber insgesamt natürlich billiger bekäme. Wie gesagt, man würde ihnen das entgegenhalten, aber hier sind keine Werber. Sehen Sie da hinten die Mutter mit ihrem Kind auf dem Steg?

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Unten schwimmt ein Fischotter vorbei, und der Weg geht zu einem Strandbad, das auch keine Werbung hat, aber einen Blick über den See, der jene ikonographische Relevanz besitzt, die Werbung zu erzeugen versucht. Stellen Sie sich bitte dazu einen Werber vor, einen jener gschaftlhuberischen Fachwortausscheider, seine Kraftpunktpräsentation vortragend, sowie das Schönste aller Werbeplakate, und zwar bitte in dieser Erhabenheit der Natur:

Nicht wirklich das, was man einen gelungenen Ausblick nennen würde. Und damit kommen wir, nach diesem Weg vom Berg über dem Mangfall hinunter zum See, zu dem Punkt, der mir wichtig zu sein scheint: Dass es dieses Zeug hier nicht gibt, hat sehr viel mit jenen zu tun, die hier wohnen. Je besser die Gesellschaft, je höher das Einkommen, je grösser die Grundstücke und je bewundernswerter die Natur, desto weniger Werbung. Es gibt einen Kausalzusammenhang zwischen gepflegten Wohnlagen und der Freiheit von Werbung. Das Prinzip der Werbung steht diametral dem Selbstverständnis einer Klasse gegenüber, die nicht mehr was werden muss, die keine Drängelei benötigt und kein Geprotze, keine Erfindung von Realitäten und Zielgruppen, kein scheinbar kostenloses Geschenk und 10% mehr Inhalt, sondern eher hohe Hecken, Ruhe und Abgeschiedenheit. Nicht das Prinzip von „Unten“, sondern das Prinzip von Werbung, mit allen Mitteln, Lügen und Anmassungen nach „Oben“ kommen zu wollen, ist die Negation dessen, was oben ist. Irgendwie schaffen es Orte reicher Menschen dann, die Werbung auszuschliessen, oder in Form eines schmiedeisernen Schildes sozialverträglich zu gestalten.

Anders gesagt: Der Weg von Unten nach Oben führt über die Verdrängung von Werbung. Sobald man auf dem Weg zum Bäcker keine Werbung mehr sieht, ist man oben. Werbung definiert das Unten. So einfach ist das eigentlich.

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150 Lesermeinungen

  1. In der Tat. Ich habe nach dem...
    In der Tat. Ich habe nach dem Lesen des Beitrages mal so einige meiner letzten Anschaffungen angeschaut und die meisten Hersteller/Lieferanten sind ohne nennenswerte Werbung ausgekommen !
    Allerdings fangen ab einer gewissen Größe auch alte Traditionshäuser mit der Werbung an. Zum Beispiel Dallmayr, dass seitdem auch viel an seinem Charme verloren hat !

  2. Dass Außenwerbung an...
    Dass Außenwerbung an ästhetischen Terror grenzt und abgeschafft werden sollte, darin gehe ich seit Anno ‚Cluetrain‘ mit dir einig. Deine sozialen Schlussfolgerungen sind trotzdem falsch. So ziehe ich demnächst in ein kleines Dorf im Aller-Leine-Tal. Dort wohnen Bauern, retirierte Architekten, pensionierte Lehrer, Landhandwerker und so’n Volk. Keine armen Leute, aber es ist eben auch kein sonderlicher Reichtum. Dort siehst du ebenfalls keinerlei Werbung, vielleicht beim Dorfschmied ein angerostetes Veedol-Schild aus den 50er Jahren. Sonst nichts – noch nicht einmal Eigenwerbung des Busunternehmers auf dem Schulbus. Das Ausmaß an optischer Umweltverschmutzung nimmt also schlicht mit der Zahl der Menschen zu, die an diesem unvermeidlichen Blinky-Blinky vorbeilaufen müssen – oder anders ausgedrückt: Der Londoner Piccadilly-Circus oder New Yorks Fifth Avenue sind nicht gerade Armenviertel. Noch ein Gegenbeispiel: Schau die gewisse verrottete und verarmte Ecken in Neufünfland an: Dort hängt vielleicht noch ein Plakat vom XX. Parteitag der SED, aber sonst keine kommerzielle Werbung. Es lohnt sich nämlich nicht …

  3. Geschätzer Don,

    wie immer...
    Geschätzer Don,
    wie immer ist das Lesen ein Genuß. Sie schreiben mir aus der malträtierten Seele.
    Ich hoffe, Sie bereichern noch länger mein Gemüt. Bis dorthin feile ich an meinen Versprechern und der Wortwahl….

  4. Lieber Don, ab jetzt liebe ich...
    Lieber Don, ab jetzt liebe ich Sie wirklich. Oder Ihr werbefreies Produkt. Ich denke mit Wehmut an mein erstes (unbezahltes) Praktikum, das ich dann mit (bezahlter) Werbedichtung finanzieren durfte. Und schon war die redaktionelle Arbeit kompromittiert. Seit jener Zeit versuche ich täglich, der Werbung zu entkommen. Aber in meiner Klasse (DHH 150m2) schwappt das Zeug täglich in die Bude. Kinder und Medien, Sie wissen schon. Ich selbst werbe schon lange nicht mehr selbst, aber die jüngere Generation an meiner höheren Lehran-s-talt verlangt nach visuellen Reizen, Comics, Sprüchen, und findet das Zeug gut bis interessant. Allerdings macht sich kaum einer die Mühe, eine Werbung fremder Zunge zu studieren, z.B. in französisch, chinesisch oder bayrisch. Obwohl doch da die reine Kultur lauert. Meine Frage: Wo entlang führt der Weg nach oben, weg von den schmutzigen kommunikativen Ebenen? Und ist nicht auch das Geld ein bisschen schmutzig, mit dem sich manche die werbefreie Zone erkaufen? Gibt es einen sauberen Weg zum Reichtum? Sicher: lieber reich und werbefrei als arm und screen-addicted, aber auch das Selbstverständliche ist Geheimnisvoll. Denken Sie nur an die Kaffeewerbung mit dem Spruch: „Ich will, dass alles so bleibt, wie es ist.“ DAS könnte von Ihnen sein!

  5. PS.
    Heisst es nicht "die...

    PS.
    Heisst es nicht „die Mangfall“ ??

  6. Herr Jarchow, Ihre Beobachtung...
    Herr Jarchow, Ihre Beobachtung zum fehlenden Werbelohn scheint mir berechtigt, sie verliert aber an Substanz, wenn man bedenkt, dass die Werber doch selber nicht wissen, was ihre Maßnahmen in Geld ausgedrückt überhaupt bringen. Am Piccadilly-Circus etc. muss man vielleicht einfach sein, egal was es ökonomisch bringt, denn die anderen sind ja auch da – oder wären es gerne. Selbstbezogenheit muss in diesen Kreisen herrschen, sonst wären einige Auswüchse nicht zu erklären.

    Don Alphonso, Sie können sich glücklich schätzen, mal wieder. Der sommermorgendliche Gang zum Bäcker sollte allein zum Glück reichen, ob nun mit oder ohne Werbung. Und ob nun oben oder unten, jede Werbung überschreitet die Grenzen angebrachter höflicher Distanz. Die meiste schreit einen sogar an. Womöglich wird in Ihrem Umfeld einfach weniger als allgemein üblich geschrien.

  7. Don Ferrando, natürlich sind...
    Don Ferrando, natürlich sind die Werbebestrebungen für Dllmayr bedauerlich, aber wir hatten vorgestern Torte von Dallmayr, die ja nicht gesondert beworben wird –
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1446869/
    und da kann man wahrlich nicht klagen. Im Kern ist Dallmayr immer noch das alteingesessene Geschäft, das es immer war, und für die japaner können sie nichts.
    Und es stimmt natürlich: Die Mangfall. Wie konnte ich nur. Pardon.

  8. 99% aller Werbung besteht...
    99% aller Werbung besteht aus:
    1) Produkten die keiner braucht (schwarze Ausbeuterbrause etc.)
    2) Produkten, die jeder braucht, von denen es aber mehrere Konkurrenzprodukte gibt.
    Für den Käufer ist Werbung in diesen Fällen nur lästig. Eine Zahnpasta oder Höschenwindel ist ja nicht besser, weil sie beworben wird. Meist eher schlechter.
    Heftig beworbene Produkte kaufe ich, wenn es sich vermeiden lässt, überhaupt nicht. Zensurfreudige Mobilfunkanbieter mit penetranter, mich verarschender Werbung nutze ich schon mal überhaupt nicht.
    Die Verbraucher zahlen übrigens jede Werbung über den Produktpreis mit. Die Zahnpastawerbung versaut mir also nicht nur den – im TV ohnehin seltenen – Genuss eines guten Films, ich bezahle die, weil die Werbung im Zahnpastapreis mit drin ist. Nützen tut sie mir gar nichts.

  9. Werbung in fremder Zunge wirkt...
    Werbung in fremder Zunge wirkt immer, vor allem bei der gehobenen Gesellschaft. Eau de Cologne ist wesentlich erfrischender als Kölnisch Wasser, das lässt sich nicht leugnen, oder? Wer könnte schon verlangen, dass eine höhere Tochter ihr Taschengeld in einem ordinären Zuckerwarenladen investiert, eine Confiserie muss es schon sein. Und, seien wir mal ganz ehrlich, schmeckt Ihnen Café au lait nicht wesentlich besser als Kaffee mit Milch?

  10. Ich trinke vor allem Tee, und...
    Ich trinke vor allem Tee, und die Lieferanten haben wir wenn möglich auch schon seit Generationen.

  11. Lieber Don, so ganz stimmt...
    Lieber Don, so ganz stimmt Ihre These „Werbung für die da unten“ nicht. Zwar hieß das vor beinahe 100 Jahren nicht Werbung, sondern Reklame, aber egal, ob ich mir Zeitungen aus den 1920er Jahren oder sonst was anschaue, Reklame von für Fingerhüten, von einfachen Automobilien für die „Bürgerlichen“ bis hin zu Kompressor-Benzen für die Herrenfahrer (was waren denn schliesslich die Autorennen früherer Jahre anders als Werbeveranstaltungen), von einer Übernachtung im Stadl hinter der Dorfkirche bis hin zu Ritters Park-Hotel, vom Urlaub am Achensee bis hin zur Schiffsreisen auf Luxuslinern, wurde damals so wie heute alles für alle (Kaufkraft-) Schichten angepriesen.
    Mit der Begriffsänderung von Reklame zur Werbung ist glaube ich auch eine Änderung der Methodik die dahinter steckt eingetreten. Ich habe in Frankfurt die Zeiten Anfang der 70er Jahre erlebt, als die wie Pilze aus dem Boden schießenden Agenturen alles was zwei Beine hatte einstellte und zunächst dorthin verfrachtete, wo der geringste Schaden entstehen konnte: in die Kreativabteilung.
    Werbung ist heute listig (sonst taugt sie null), sie nervt einem und auch ich vermisse sie in meiner ländlichen Region nahe Frankfurt nicht, was mich aber nicht davon abhält, die Regale meiner Oldtimerwerkstatt mit jeder alten Öldose oder Petroliana-Memorabilie voll zu stellen und zu hängen.

  12. "...und für die japaner...
    „…und für die japaner können sie nichts.“
    Höre ich da Ressentiments gegenüber unsereren asiatischen Freunden?

  13. Lieber Don,
    es tut wohl, Sie...

    Lieber Don,
    es tut wohl, Sie zu lesen. Und es macht stets nachdenklich, aber mit einer ungeahnten Schwerelosigkeit, völlig ungrüblerisch und ruhig … Es ist wie eine Rückkehr in Kindertage, als die Welt noch überschaubar war und sich in stiller Gelassenheit drehte — einfach drehte, und wir mit ihr. Und als die Menschen vor 2+2=4 das wichtigere Einmaleins lernten, nämlich „servus“ und „pfiat di“ (oder deren hochdeutsche Entsprechungen) und „bitte“ und „danke“ zu sagen — und das Maul zu halten, wenn nur Platitüden darin schlummern und erlebte Schönheit eh allen Wörtern überlegen ist.
    Vielen Dank und herzliche Grüße!

  14. Und was ist mit Ihrer...
    Und was ist mit Ihrer englischen Einrichtungszeitschrift? Die quoll doch bis neulich über von Werbung. War das Reklame für Arme?

  15. Wenn eine Firma, wie in...
    Wenn eine Firma, wie in England üblich, ein Bild ihrer Pridukte und einen Firmennamen bringt, dann ist das weniger Werbung als vielmehr Produktinformation. Dagegen ist meines Erachtens kaum etwas zu sagen. Aber wenn mir suggeriert wird, dass ich mit einem Tarif und vielem Kleingedrickten plötzlich einer tollen Generation angehöre, dann ist das lächerlich und verachtenswert.
    Japaner, nichts gegen eben solche, aber der Touristenaufmarsch bei Dallmayr macht das Einkaufen mitunter zu einem argen Gedrängel, und das geht auch auf die Servicequalität.

  16. Hm, da schlagen gleich mehrere...
    Hm, da schlagen gleich mehrere Herzen in meiner Brust. Ich moechte es relativ kurz fassen:
    Da ist die esthaetische Umweltverderbnis selbst kleinster Staedte, Staedtchen, die es vorgestern gerade noch schafften, vom Kaff zum Grosskaff zu promovieren. Die Bewohner sind (unschuldig) beschraenkt, werden es verschuldet bleiben, moechten aber gerne Anschluss an eine vermutete Grosse Welt. Weder Geist noch Geld ist ausreichend vorhanden-und so sieht das alles aus. Dooof!
    Bei, sagenwirmal gesellschaftlich relevanter Werbung (Politik, Versicherungen, Banken etc..) faellt mir der grinsende Werbefotograf ein, der mir ein Dia aus seinem Archiv zeigte, und dabei bemerkte: „One size fits all!“ Das Foto passte zu Margarine wie zur Butter, zur FDP wie zur SPD, es passte zu Versicherungen, wie auch zur guenstigen Hypothek. Was war zu sehen? Ein junges Paar auf einem Fahrrad, das vor einer schoen sinkenden Abendsonne ins Glueck strebte…
    Andererseits moechte ich doch gelegentlich wissen, was so ausserhalb meines provinziellen Horizontes passiert. Dass mir die Werbung dieses und jenes, und allerlei anderes mit dem notwendigen Schmus, mit der bloedesten Verheissung von Glueck, Nutten und grosser Welt aufs Auge kleben will…Geschenkt!
    Ich moechte auf Werbung nicht so ohne weiters verzichten. Sie dient zu vielem. Und ziemlich oft auch dazu, das beworbene Produkt unter keinen Umstaenden in naehere Betrachtung zu ziehen. Werbung ist sehr oft ein veritables Brechmittel, einem ironischen Menschen aber auch viel Anlass zur Heiterkeit.

  17. "Werbung definiert das Unten."...
    „Werbung definiert das Unten.“ – das ist leider wahr. Und je weiter unten, desto penetranter die Werbung. Aber wer oben ist, braucht ja auch keine Werbung mehr bzw. er verkauft sein Produkt über Werbung, die er sich selbst nicht antun muss. Sondern er beballert die, die sich nicht wehren können, mit seiner Werbung und ist selbst erhaben darüber.
    Majakowski (kennt den noch einer?) meinte einst, dass es keine Kunst sei, in Italien Gedichte zu schreiben. Aber im kalten Russland, wenn das Tintenfass einfriert, da gute Lyrik zu verfassen – das ist Kunst. Und genau mag es einfach sein, am Tegernsee ohne Werbung auszukommen, wo (vielleicht gar nicht mal reiche) solide Strukturen seit Generationen das Auskommen sichern. Aber versuch beispielsweise mal als Dumpinglohnempfänger in Berlin-Mitte, ein T-Shirt zu kaufen, auf dem nicht irgendein Schwachsinn draufsteht. Das ist Kunst!

  18. Klaus Jarcjow, ich rede...
    Klaus Jarcjow, ich rede natürlich nur von Deutschland und nicht von der DDR und was davon übrig ist feat. Berlin. Natürlich hängt es auch noch von anderen Faktoren ab, aber hier kommen massenhaft Leute reicherer Natur vorbei, und trotzdem gibt es keine Werbung.
    .
    Astarte, aber sicher. ich höre, dass sich die Unzufriedenheit mit meiner Leistung in recht engen Grenzen hält, auch wenn sich mancher im PR-Sumpf diese Woche über meine Krütenschluckkur in der gedruckten FAZ sehr laut geärgert hat.

  19. Ich weiß nicht, ob das mit...
    Ich weiß nicht, ob das mit dem oben und unten wirklich so funktioniert, die Stützen der Gesellschaft haben einfach eher die Mittel, sich gegen diese aufdringliche Pest zu wehren; und wer auf Hartz IV ist, der braucht nun mal den Aldi-Prospekt, um mitzubekommen, wann es die billige Schulhefte für die Kinder gibt. Doch wenn man es sich leisten kann, das örtliche Käsblatt zu verschmähen, das hauptsächlich als Einwickelpapier für das tägliches Bündel Werbeprospekte konzipiert zu sein scheint, und stattdessen die FAZ abonniert, stellt man schnell fest, daß es einen exklusiven Werbemarkt für die Stützen der Gesellschaft gibt: Was gelegentlich aus der „Zeitung für Deutschland“ auf den Frühstückstisch plumpst, gehört eigentlich, zumindest wenn es in Hände wie meine gerät, in die Rubrik „Aufstachlung zum Klassenhaß“. Das sind dann beileibe nicht nur beigelegte Prospekte von, sagen wir mal: Automobilherstellern aus Stuttgart, sondern auch „redaktionelle“ Hochglanzhefte wie das (ich glaube) vierteljährliche „Piazza“ oder sonstige „Sonderbeilagen“. Da werden gezielt Leute angesprochen werden, die augenscheinlich so viel Geld haben, daß es ihre offenkundig beschränkte Phantasie übersteigt, ohne Anregung durch diese Hefte Ideen zu entwickeln, für welchen hochpreisigen Blödsinn sie es noch verpulvern könnten. Und sage jetzt keiner, diese Hefte zielten ins Leere oder nur auf Parvenüs, während die „wahren“ Stützen der Gesellschaft sie sofort mit spitzen Fingern ins Altpapier entsorgten.

  20. Damals, das ist ein sehr...
    Damals, das ist ein sehr richtiger Einwurf – gerade der Umstand, dass die Profiteure von Werbung auch hier ihre Ruhe davon haben wollen. Nun, zum einem gibt es den giftigen Wurm der Freundschaftswerbung für tödliche Steuersparmodelle, und zum anderen kann ich nur über mich reden. Und ich investiere nur in Immobilien, Kunst und Silberkannen. Schlechte Rendite und gutes Gewissen.
    .
    Driver, meine Grossmutter hatte die griffige Formel: Kaffa und bhoidn, kaufen und behalten. Aber wie das nun genau geht, kann ich auch nicht sagen, denn diejenigen in der Familie, die das gemacht haben, können das nicht mehr erzählen.

  21. Werter Don,
    pardon aber...

    Werter Don,
    pardon aber „Bäckerei Konditorei“ ist selbstverständlich Werbung, schon der gediegene Schriftzug, das hat ein Schildermaler hergestellt, der heute meist Grafiker ist und womöglich hat man sich einige Gedanken um das branding gemacht und dann mit Schlichtheit überzeugt.
    Der schöne Prospekt und die hochglänzende Broschüre über das begehrte Objekt wurden 1955 ebenso gern genommen wie heute. Ist nicht das eigentlich handwerklich solide Gerwerbe der Werber (Konzept+Grafik+Produktion) auch im Zuge der New Economie zu einem Tummelplatz für anglizismenschwätzer auf der Jagd nach dem schnellen Geld geworden?! Anders gefragt: ist diese Banalisierung und diese nervige Überheblichkeit nicht auch in (fast) allen Bereichen der Wirtschaft anzutreffen?

  22. sabine365: ist sie. Und nicht...
    sabine365: ist sie. Und nicht nur in fast allen Bereichen, sondern in ausnahmslos allen Bereichen. Und natürlich ist das von Don Alphonso beschriebene Konditorschild Werbung. Und natürlich sind die Anzeigen in den von Don Alphonso gelesenen Einrichtungsmagazinen Werbung – mag er sie noch so spitzfindig als „Produktinformation“ bezeichnen. Werbung ist eben auch Produktinformation, und umgekehrt. Denn gäbe es die Werbung nicht, wüsste ich auch nicht, daß es ein neues (oder meinetwegen: neuverpacktes oder neubepreistes) Produkt gäbe, dessen Kauf ich doch – bitte – in Erwägung ziehen sollte. Werbung ist eben nicht nur Telekomtarifgedöns, sondern auch ein Weg durch den Telekomtarifdschungel. Und daß die Kreise, aus denen Don Alphonso uns immer wieder erfrischende Beobachtungen liefert, natürlich deutsche, hochpreisige Autos bewegen, liegt nicht nur daran, daß in diesen Kreisen ausschließlich auf Qualität geachtet wird – dann würde es ja auch für ’nen Toyota reichen –, sondern vor allem auch auf die Marke. Die wiederum über Jahrzehnte nicht zuletzt durch markenbildende Werbung aufgebaut wurde. (Dasselbe gilt übrigens auch für manch englische Automarke.)
    Kurzum: der Werbung entkommt man nicht. Auch in Don Alphonsos Kreisen nicht. Don Alphonso macht nur aus seiner Antipathie gegenüber Werbern keinen Hehl – und wer sollte ihm das verübeln? Bei DER Werbung hierzulande.

  23. Naja, auch wenn Devins...
    Naja, auch wenn Devins historisch-materialistisches Vorturnen Nichteingeweihte wie mich manchmal überfordert: bei der Frage, wem diese Bewusstseinsmanipulationsindustrie nutzt, die neuerdings beim wehrlosen Niklas Luhmann systemtheoretisch fremdparkt, kommt man an den begünstigten Kapitalbesitzern nur schlecht vorbei und ein Beweis wäre die Abwesenheit der Werbung in deren eigenen Viertel. Ganz so wie ein Einbrecher nur ungern beim Nachbarn einsteigt.
    Also tragen Sie es mit Fassung, werter Don und sehen Sie in jedem Werbespot und jeder Plakatwand nicht nur das trottelhafte Lügengehüpfe und die faschistoide Kommunikationsästhetik sondern in abstrahierter Form dahinter auch…das nächste Stück Torte.

  24. "... und ein Beweis wäre die...
    „… und ein Beweis wäre die Abwesenheit der Werbung in deren eigenen Viertel.“
    Nochmal: ich sehe darin keinen Beweis für die vom Don aufgestellte, doch recht steile These. Diese Vakanz kann gänzlich andere Gründe haben – nicht zuletzt, daß solche Gemeinden keine ausgewiesenen Plakatflächen haben; möglicherweise, weil einflussreiche Gemeindemitglieder (also so ziemlich jeder im Ort) sich erfolgreich gegen den Wunsch von Ströer oder JCDecaux und Wie-sie-alle-heißen stemmen, vis-à-vis vom Bäcker ein paar Großflächen aufzustellen, s. visual pollution. Möglicherweise macht es aber auch schlicht keinen Sinn, dort Plakatwände aufzustellen. (Was für Produkte sollten es auch sein, die dieser doch sehr speziellen Einwohnerstruktur mittels 18/1 angedient werden können?) Es gibt andere Wege.
    Also: dies beweist EBEN NICHT, daß die Stützen der Gesellschaft nie werblich angesprochen werden, und SCHON GAR NICHT, daß sie nicht auf Werbung ansprechen, sondern lediglich, daß ihrer Klasse andere Produkte mittels anderer Kanäle und Werbemittel nahegelegt werden – Mittel, die oftmals nicht im landläufigen Sinne als Werbung erkennbar sind.
    Nochmal: der Werbung entkommt man nicht. Völlig unmöglich. JEDER ist ansprechbar, und eines jeden Unterbewusstsein wird auch von Werbebotschaften erreicht und auf die eine oder andere – wissenschaftlich noch nicht hundertprozentig verstandene – Art „massiert“. Sich aus einer „Us-vs.-them“-Haltung heraus vom Heer der Rezipienten abgrenzen zu wollen, ist nicht nur elitistisch, sondern verkennt diese simplen Tatsachen. Da ist schon unser aller Veblen davor.
    Und selbst die vom Don so geschätzte „World of Interiors“ verkauft lt. ihrer – zugegebenermaßen recht schlanken – Preisliste eine Anzeigenseite für bis zu 13.500 Pfund Sterling.

  25. Zwischen den Urlauben mal kurz...
    Zwischen den Urlauben mal kurz am Rechner, natürlich hier hineingelesen und wie immer bereit Zustimmung zu verteilen. Diese Werbung ist es, die einen wie mich – der unten lebt – wirklich schmerzt.
    Aber kennen Sie São Paulo? Dort hat man Außenwerbung verboten. Den entsprechenden Artikel habe ich unter meinem Namen verlinkt. Ja wenn das auch bei uns möglich wäre…

  26. Werter Herr Don, was sie da...
    Werter Herr Don, was sie da beschrieben haben, klang fast nach einer Idylle, einem Refugium. Frage, gibt es da eigentlich schon genügend Golfplätze? Wie sieht es aus mit Wellnesshotels und einem Heliport? Kann man auf dem Tümpel Speedboat fahren? Ist das Gelände bergprüfungstauglich? Don, ich denke, da geht was! Die Ecke da bei Euch kann man noch richtig geil aufhübschen. Und dann machen wir mal so richtig Werbung für die Gegend. Im Capital, Vanity Fair, Playboy und Jagd und Hund und und und… Daß es mal was wird da bei Euch…

  27. Obwohl ich aus den...
    Obwohl ich aus den unaussprechlichen Bundesländern komme und so ziemlich (mit Ausnahme des Buchbestandes) jedem Feindbild-Topos des Dons entspreche, so liebe ich es doch, die Welt zuweilen mit den Augen des Dons zu betrachten. Eine mitunter staunenswerte Erfahrung. Ich habe heute auf dem Weg zur Firma aber festgestellt, daß viel Werbung = viel Unten so doch nicht aufgeht. Ich stimme da Klaus Jarchow zu, daß eher die Dichte der potentiellen Kunden die Dichte der Werbung bestimmt. An unserem See steht keine Werbung für Telefone, sondern für die nächste Strandparty. An der generellen Lästigkeit der Außenwerbung ändert das freilich nichts. Daß es in reicheren Vierteln weniger davon gibt wird einfach daran liegen, daß niemand für ein paar Pesos eine Werbefläche vermieten muß. Ästhetisch halte ich die besseren Kreise in dieser Beziehung für genauso niveaulos wie Aldi-Kunden. Die unsäglich Piazza-Beilage wurde schon erwähnt. Es gibt wohl auch ab und zu eine Uhren-Werbung auf ähnlichem Niveau. In Anbetracht der heutigen Commerzbank-Anzeige auf Seite 11 wünsche ich mir gerne Parteitagswerbung zurück, die hatte wenigstens unfreiwilligen Humor.

  28. Sehr schön Don Alphonso. Es...
    Sehr schön Don Alphonso. Es nervt gewaltig, wenn einem erklärt wird, mit diesem und jenem Produkt würde man gleichzeitig dieses und jenes „Image“ erwerben. Dabei will man eigentlich nur eines: Qualität.
    Umso grösser der Name auf einem Kleidungsstück steht, umso schwacher ist die Persönlichkeit des Träger – bis hin zur völligen Austauschbarkeit.
    Einmal hat man mir erzählt, dass ein grosses deutsches Bekleidungshaus mit Sitz im Schwäbischen (Sie würden es wahrscheinlich den Kleidertraum der Sekretärinnen und Veraltungsangestellten nennen) Anzüge für einen lächerlichen Dollarbetrag in China produzieren lässt – die Dinger hängen dann für einige hundert Euro auf der Stange. Allerdings findet man in jedem grässlichen Hochglanzmagazin wie „Vanity Fair“ (ich muss auch manchmal die Haare schneiden lassen) doppelseitige Anzeigen. Da geh ich lieber gleich zum Schneider, zahle etwas mehr und –das Beste daran- das Ding sitzt perfekt.

  29. Werter Klaus...
    Werter Klaus Jarchow.
    Schreiten Sie vom Piccadilly Circus mit seiner schreienden Werbung nur einige yards in die Jermyn Street und weiter in die St James’s Street!
    Hier findet die von Herrn Alphons aufgestellte These wieder Nahrung !

  30. KAN, danke, aber genau das war...
    KAN, danke, aber genau das war auch einer der Gründe, warum ich hergezugen bin: Ich mag lieber Blumenkörbe an den Laternenmasten, als Werbetafeln. Es trägt einfach zum Wohlbefinden bei.
    .
    Avantgare, das bisonders Ärgerliche ist: Ich kann dabei nicht bestimmen, wohin das Geld verteilt wird. Sicher sehr oft an Medienvortäuschungen schlechtester Art von Bild bis Spiegel Online. Und das kann wirklich nicht in meinem Sinne sein.

  31. Lieber Don Alphonso, liebe...
    Lieber Don Alphonso, liebe Lesenden: es muss keinen staerkeren Kontrast zum Tegernsee als Bukarest geben! Dort lassen sich die Bewohner gegen Bezahlung ihrer Miete bis zu 7-stoeckige Werbebanner vor ihre Fassaden (einschliesslich ihrer Fenster) haengen, und die meterhohen Werbeflaechen schlagen alle in Bann. Fuer eine Metropole deren Bewohner bis 1989 wirklich nicht wussten, was Coca Cola ist (!), ein Extremausschlag in die andere Richtung. – Doch muss gesagt werden, dass Werbung wie angesprochen in jeder gesellschaftlichen Schicht vorkommt, zu allen Zeiten der Menschheit bestand, nur eben jeweils anders daherkommt. Es gab in den USA Experimente mit werbefreien Zeitungen, die aber nicht angenommen wurden. Dagegen vereint Consumer Report und MAD Magazine, dass beide keine Werbung annehmen. – Viel Spass an ihrem schoenen Fleckchen Erde, Don Alphonso – und was ist eine bunte Bluete denn anderes als eine Werbetafel fuer die Hummel, die aufgefordert wird, gegen das „Geschenk/ free gift / cadou“ des Nektars die Arbeit der Bestaeubung durchzufuehren?! (Gruesse an mawu)

  32. Sterngucker, es war ein weiter...
    Sterngucker, es war ein weiter Weg von der Produktinformation zu den kalifornischen Erlösersekten, die Werbung heute für Konsumenten erfindet. Und natürlich ist alles auch Elite, Premium, First Class, Betrug, nichts anderes. Allerdings habe ich vorgestern Bergschuhe in einem alteingesessenen Geschäft in Bad Tölz gekauft, das einfach mitteilt: Das Haus der guten Fabrikate. Sonst nichts. Das finde ich legitim. Wie sonstige Produktinformation auch.
    .
    Und da, Sabine365, kann man auch etwas nachsichtig sein. Natürlich möchte man nicht, dass die Schilder hässlich sind. Aber nachdem eine Kette meinen Bäcker in München übernommen hat, war da eine über die ganze Front verlaufende, gelbe Anzeige, einen Meter hoch und beleuchtet mit Name, ein paar Ähren und einem schlecht gereimten Claim. Bei gleichzeitiger Preiserhöhung und Ermordung des guten Sortiments. Das ist dann schon die andere Seite. Dolange jemand nur sagt, was wirklich ist, ist es für mich in Ordnung.

  33. Auch die berühmte englische...
    Auch die berühmte englische Hochglanz-Einrichtungszeitschrift wirbt – und sei es nur, indem der oder jener Architekt ‚platziert‘ wird oder jenes oder dieses Produkt beiläufig Erwähnung findet im Text oder in der Bebilderung. Die Mechanismen, die dahinter stecken, sollten Ihnen, werter Don, geläufig sein nach den vielen Erfahrungen mit ‚Presseevents‘.
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    Rügen mag eine schöne Insel sein. Doch der Billigheimerwerbeschreimüll, den dort so mancher Ort zugelassen hat, vergällt einem jeglichen Appetit, dort noch einmal Erholung zu suchen. In einem Ort nahe der Nordspitze dieser Insel wurde das hiesige Bauernmuseum (bestehend aus einem Bauernhof) mit riesigen gelben Plakaten rund um das Dorf angepriesen. Und damit es der letzte Depp dann auch nicht übersah, war der einst schmucke Hof ebenfalls mit Hinweistafeln in Orange und Neon zugekleistert.
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    Werbung ist so alt wie die Menschheit. Irgendwann warb Adam um seine Eva – und wer nur genau hinschaut, wird feststellen, dass auch in Don Alphonsos Kreisen ab und wann der Herr des Hauses um die Aufmerksamkeit der aparten Nachbarin wirbt…

  34. Ephemeride, was ich an der...
    Ephemeride, was ich an der besagten Zeitschrift im Gegensatz zu den deutschen Gegenstücken mag: Sie macht nur Vorschläge. Deshalb steht bei den Stoffen ja auch keine Produktlyrik, sondern nur Hersteller, Muster und Preis. Das ist ein ganz anderer Ansatz, mehr in der Berating verortet als im Aufdrängen. Und die meisten Leser dürften das meiste ohnehin entweder erben oder auf Flohmärkten kaufen.
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    Das mir Rügen ist eben das Beispiel, gegen das es sich zu wehren gilt. Um beim Beispiel zwischen Mann und Frau zu bleiben: Man kann das zivilisiert tun, man muss keine blöde Anmache oder Einladung in einen Gummi- oder Golfclub vorbringen.

  35. das ist schön, auch das...
    das ist schön, auch das dialog-marketing mit den kommentierenden, sehr idyllisch, kein hauch von bullshitbingo, nur der autor & das diamental kontemplative, stets absichtslose rascheln der selbstbetrachtung..

  36. Ich hab noch eine werbefreie...
    Ich hab noch eine werbefreie Zone für die unteren Schichten anzubieten: Die Bundeswehrkaserne, die ja ein kleines Dorf für sich ist. Mir ist das damals als sehr wohltuend aufgefallen, dass man dort nicht mehr von Außenwerbung belästigt wurde – im Gegensatz zu „draußen“. Trotzdem ist das natürlich kein Argument, zum Bund zu gehen.

  37. In der Epigene wird Werbung...
    In der Epigene wird Werbung bald sein
    Kapitalismus funktioniert überhaupt nur, weil Produkte auf den Markt gebracht werden, die zunächst keiner braucht. Es handelt sich ja auch nicht um sog. Gebrauchsgüter („Gebrauchswerte“!, das wohl auch, aber nur in abgeleiteter Linie), sondern um Tauschgüter. Man tauscht ein Gut gegen ein anderes. Und was tauscht man? Was man nicht braucht, selbstredend. Ware gegen Ware, bzw. Ware gegen Geld. Aber das Geld, das braucht man. Man tauscht es, man will es wieder haben (nicht die Ware – dass mir jetzt keiner auf die Idee kommt, Gewinn realisiere man durch den einfachen Tausch – dieser wäre gesamtgesellschaftlich gleich Null -; da muss noch ein anderer Wert sein, ein „Mehrwert“, den es da zu verramschen und zu vereinnahmen gälte).
    Abstrakte Arbeit ist es, was da auf den Markt kommt, womit gehandelt wird; und eine solche hat so recht eigentlich keine Form. Flüssige abstrakte Arbeit muss es sein, damit sie in Form bleibt und Geld umsetzt, Kapital realisiert, Mehrwert erheischt. Und wer kauft schon freiwillig flüssige, abstrakte, Arbeit? Ein Grund mehr für Werbung. Denn die Innovation solch flüssiger Arbeit geht weit über dem hinaus, was ein Mensch braucht, in aller Regel auch an dem vorbei, aber nicht an dem, was das Kapital braucht, um sich erneut zu verwerten, den Wert zu verwerten.
    Ohne Werbung kämen solche Produkte niemals an den Mann/an die Frau, sowenig wie der Kapitalist an seinen Mehrwert, den aus der Ware Arbeit. Werbung gilt allen, richtet sich an alle, da sie alle den inneren Markt bilden, ohne das es kein Kapital gäbe. Auch das Kapital selber ist hier „innerer Markt“ – Kunde. Sich Werbung wegzuwünschen ist legitim, erinnert sie einem doch ständig daran, wie gleich wir sind, wie gleich wir dem Kapital sind, wie gleichförmig wir alle sind, als Kunde, als Kapital, als abstrakte Arbeit, gleich doch alle vor ein und demselben Kapital – gleich vor unserem „Gott“; aber dies hieße sich gleich den Kapitalismus wegzuwünschen, Gott zum Teufel zu verdammen.
    Werbung ist heute allerdings subtiler. Man öffnet seine virtuelle Tageszeitung und bekommt ständig ungebetene Werbebanner. Derer so viele, dass selbst der Popupblocker überfordert scheint, bzw. ein jener ausgetrickst wird.
    Man wohnt am Tegernsee, aber man arbeitet woanders, und auch dort ist Werbung. Werbung ist heute überall, nur noch nicht im Blut, in der Gene, aber das wird noch kommen. Neurotransmitter werden uns in Zukunft sagen, was wir zu wünschen haben, brauchen mögen, kaufen sollen, ja überhaupt zu denken haben. In der Epigene wird Werbung bald sein.

  38. Wehrter Don,
    Sie leben in...

    Wehrter Don,
    Sie leben in einem netten Idyll, und können sich an dm erfreuen was nicht da ist.
    Nur währe ich vorsichtig das nicht eines Tages, etwas bei Ihnen auftaucht weil
    junge dynamische “ inteligente?“ Werber genau Sie als Zielgruppe erkannt haben.
    Denn ich muss leider sagen in heutiger Zeit sind wir vor nichts mehr sicher.
    Der Ort an dem ich lebe läst keine Werbung zu und doch liegen in grossen Tageszeitungen genug wertlose Blätter herrum, was mir fehlt sind gute Beiträge und ein gewisser Geist der zu Diskusionen anregt.
    Eventuell sollte ich mir mal Gedanken darüber mache für welche Produkte geworben wird?
    Macht nicht ein Ort ohne Werbung schon dadurch Werbung für sich selbst?
    Herzlichst P.

  39. Lieber Don Alphonso,

    wenn Sie...
    Lieber Don Alphonso,
    wenn Sie mir auch in Teilen aus der Seele sprechen, kann ich eben nur in Teilen zustimmen. Es ist schon was wahres an Henry Ford’s Aussage dran „wer nicht wirbt, der stirbt“! Zumindest was kleine Anbieter betrifft, die nicht die nötigen Finanzen für ein Geschäft in A-Lage haben. Oft liegen kleine Anbieter abseits der Haupteinkaufsstraßen und müssen irgendwie auf sich aufmerksam machen, um die kritische Masse an Kunden zu erreichen – selbst der Bäcker, der vielleicht nur mittels einem Schild Angebot anpreist oder über eine schöne Ladengestaltung Kunden anlockt. Werbung fängt ja nicht immer erst bei lähmenden TV-Spots sondern bereits im Kleinen an – mit einem genialen Kundenservice, der Mund-zu-Mund-Propaganda anstößt (auch eine Form von Werbung).
    Auch wenn ich als Konsument selbst häufig durch plumpe Werbung entnervt bin, freue ich mich über charmante Hinweise auf Anbieter/Produkte, die ich bisher nicht kannte – aber es kommt eben auf die Art und Weise an.

  40. "gschaftlhuberischen...
    „gschaftlhuberischen Fachwortausscheider“ Ich würde töten für solche Formulierungen …
    „Der Bäcker heisst hier Bäcker“ ist auch so eine Formulierung, die man in der brotfreien Zone mit dem Tarnnamen Holland so richtig schätzen lernt …

  41. "No logo" auf bayrisch?...
    „No logo“ auf bayrisch? Bravissimo!

  42. Lieber Don,

    bei aller...
    Lieber Don,
    bei aller Sympathie für die Vorzüge einer medienbefreiten Umgebung und den Genuß eines solchen Morgenspaziergangs komme ich nicht umhin festzusteleln: diesem Beitrag liegen drei elementare Fehlschlüsse zugrunde.
    a) eine werbefreie Umgebung ist keineswegs Indiz für erhöhte Sozialschichten, oder eine Form gesellschaftlichen Widerstands (man besuche die Uckermark)
    b) die „Realität“ unserer hochentwickelten Welt ist das Produkt von Fiktionen, die zu Ihrem sie zu ihrem eigenen Zusammenhalt erzeugt, weshalb sie in beinah völliger Abhängigkeit von diesen lebt (oder 70h/week dafür stillhält)
    c) die Abwesenheit von Werbe/Medienbotschaften jeder Form rund um den Tegernsee ist ebenfalls eine Werbebotschaft – sobald sie nämlich als Gegenbotschaft empfunden und (wie hier geschehen) massenmedial verbreitet wird.
    Dies mindert nicht im geringsten die richtige Empfindung von Überflüssigkeit, die sowohl Sie als auch der Spaßbauer aus Niedersachsen gegenüber Form, Inhalt und dem entlohnten Kroppzeug dahinter verspüren.
    Nur ist das eine zuvorderst ästhetische Position.

  43. Lieber Don,

    jeden frühen...
    Lieber Don,
    jeden frühen Morgen vorbei an diesen langweiligen Wiesen zum Brötchen holen?
    Auge in Auge mit stumpfsinnigen Widerkäuern? Flatus und Gegenwind? Nein, diese monotonen Reize wären meine Armut.
    Wie liebe ich da den frühen Streifzug durch die steinernen Häuserschluchten? Die Stadt, noch von der Nacht erschöpft, spricht zu mir im Schlaf aus 70 Plakaten. Von den Wänden aus Beton hinunter versprechen mir die gestylten Avatare jeden Morgen das kleine Glück. Guten Hunger.

  44. @Devin08: Nun, auch im...
    @Devin08: Nun, auch im Sozialismus/Kommunismus gab/gibt es Werbung („Plaste und Elaste aus Schkopau“ – „Trabant – ein Meister seiner Klasse“), nur meistens fuer Sachen, die die dort lebenden Menschen einfach nicht kaufen konnten … und selbst im nordkoreanischen Staatsfernsehen wird neuerdings fuer Bier geworben – ist das, weil Kim Jong Il krebskrank ist?! Nur die Killing Fields von Pol Pot waren absolut frei jedweder kommerzieller Werbung, da Angka nach eigener Aussage die „neuen Menschen“ mit all dem versorgt hat, was sie wirklich brauchten (ihre Gebrauchswaren) – nur leider sind dabei 1,7 Millionen Menschen ermordet worden. Ob Sie es ins Demokratische Kampuchea hin gezogen haette? Oder ziehen Sie doch den kapitalistischen Taunus selbst mit naechtlichen Krawallmachern vor?

  45. Wunderbar!
    Da hört man immer,...

    Wunderbar!
    Da hört man immer, die Werber wären ach-so-kreativ. Kreativität braucht man aber nur, um überflüssigen (oder auch unappetitlichen) Kram zu verkaufen, den keiner braucht.
    Würde man die Dinge tatsächlich brauchen, wäre ja keine Werbung nötig, sondern nur Information. Darüber nämlich, was mich als Käufer erwartet, wenn ich das jeweilige Produkt anschaffe.
    Und wenn wir Werbung wieder als Information (die gern ansprechend aufbereitet sein kann) verstünden, wäre sie auch nicht mehr überflüssig.
    Finde ich zumindest. Aber ich bin ja auch aus der Branche und gehöre insofern zu den Betroffenen :-)

  46. Zunächst einmal crispinus: es...
    Zunächst einmal crispinus: es kommt nicht darauf an, ob Schlusse richtig sind oder fehl gehen, sondern ob sie hübch und angemehm sind, oder nicht. Das hier jedenfalls ist keine Werbung, sondern so, wie es einfach mal ist:
    http://faz-community.faz.net/cfs-file.ashx/__key/CommunityServer.Blogs.Components.WeblogFiles/stuetzen.Bilder7/16jul1faz.jpg
    .Ob die Welt wirklich das Ergebnis von Fiktionen ist? Es mag ironisch klingen, doch das sehe ich als Kunstfigur immer noch etwas anders. Wenn, dann Einbildung. Fiktion ist zuviel der Ehre.
    .
    Lucie, in den schon angesprochenen Anzeigen britischer Einrichtungsblätter ist das so. Um es neudeutsch zu sagen: Gelebtes „Pull-Marketing“. Und Überzeugung durch Qualität.
    .
    n. thusias, Wiederkäuer sind nicht stumpfsinnig, sondern sehr freundliche und intelligente Tiere mit einem grossartigen Rhythmus. Ich kann ihnen stundenlang zuschauen. Ich mag grüne Wiesen. Man muss mir da nicht folgen, aber es ist so.

  47. So wie es dargelegt, ist es...
    So wie es dargelegt, ist es antimoderner Reflex. Ist nicht die Frage, warum deutsche Werber so unendlich schlecht und unkreativ sind? Es gibt amüsante, pfiffige meinetwegen aufdringliche auf jeden Fall aber Werbung, in denen viel Schmalz und Schweiß steckt.
    Warum nicht bei uns?
    Anders gesagt: Wenn man die Sinnfrage als beantwortet sieht, scheitern die deutschen Werber an den Maßstäben, die sich sich selber setzen, und erfüllen keines ihrer Versprechen.

  48. Georgina Darcy, einfach...
    Georgina Darcy, einfach boarische Sturheit. Der Übergang vom Baum über den Strom bis zur Werbung in 10 Jahren war zu schnell.
    .
    egghat, Holland ist ganz, ganz schrecklich, man verhungert dort als Bayer oder schaltet um auf Schokolade.
    .
    Greta, ich bin ja der Überzeugung, dass das „Sein“ und das „Handeln“ die beste Werbung ist, zusammen vielleicht mit der negativen Werbung der Bäckertaufe, die ich auch in anderen Branchen – Banken, Verischerungsvertrieb, Atomlobbyismus, Journalismus – sehen möchte. Ich glaube, das Gute spricht sich einfach irgendwann herum, und ein Bestandskunde ist nun mal besser als 10 Schnäppchenjäger, die man mit immer neuen Kosten ködern muss.

  49. Wunderbar der Text....
    Wunderbar der Text. Aber:
    „und damit eine Zeitung, die er ohne – ich hoffe, man nimmt mir das nicht übel – das parasitäre Zwischenwesen der Werber insgesamt natürlich billiger bekäme.“
    Ist das so? Ohne Werbung würde die Zeitung doch teurer werden, irgendwie müssen die Produktionskosten unserer Schundblätter (wenige Ausnahmen) doch wieder reinkommen.

  50. auxtroisglobes, das ist...
    auxtroisglobes, das ist richtig, aber selbst die beste Werbung ist immer nur an der Unterkante der Qualität der Produkte, die sie bewirbt. Werbung leitet sich aus dem beworbenen Ding ab, und ist noch etwas ruch- und charakterloser. Seweit ich weiss, wohnen hier übrigens auch keine Werber.
    .
    Paulchen, natürlich ist werbeloses Sein wiederum die beste „Werbung“, die es gibt, aber das auch nur, weil dadurch der Vergleich mit Werbung besteht. Ich plädiere ja nicht für bessere Werbung, sondern für deren Abschaffung und Bestrafung der übleren Schuldigen bei gleichzeitigem Vermögenseinzug zugunsten sozialer Zwecke.
    .
    Devin08, das Kernproblem ist, dass es heute unbegrenzte Produktionsmöglichkeiten und begrenzte Absatzmärkte gibt. Daher der Übergang vom Besitz zu einer de facto Miete mit jährlichen Produktzyklen und dem Bau von Dingen, die bald nicht mehr funktionieren. Kurz, der Tegernsee funktioniert exakt andersherum: Zu wenig See für zu viele, die dorthin wollen.

  51. Sicher, Klaus, aber damit...
    Sicher, Klaus, aber damit würden auf der anderen seite die gekauften Produkte erheblich billiger werden. Was ich vorschlage, ist nichts als die „kill the middle man“-Ideologie, die Werber oft genug selbst verbreiten. Werbung ist ein Ekzem des Wirtschaftslebens, eine massive Fehlentwicklung, extrem teuer und eine, pardon, Verarschung der Kunden, die das am Ende alles bezahlen müssen.
    .
    hape, dafür haben sie beim Bund zu viel Corporate Identity und Commitment. Muss auch nicht sein.
    .
    lokalreporter, freut mich.

  52. Mein Lieber, aber ohne...
    Mein Lieber, aber ohne Osterberg wäre Gmund noch schöner. `s ist nicht nur die Werbung!

  53. @Don, egghat:

    In Holland...
    @Don, egghat:
    In Holland verhungert nicht nur der Bayer, auch der Nordrhein-Westfale darbt dorten. Broetchen koennen sie nicht, Torten sind ein Unding…
    …deren Brot nimmt man in die Hand, knetet es kurz-und erhaelt ein schneeballgrosses Etwas.
    Es ist zum Heulen!
    …nur: 7 km hinter Grenze in D siehts inzwischen auch nicht mehr gut aus: Rewe, Edeka und Baeckereiketten, auch Metzger sind eine aussterbende Spezies.
    Dies als kurzer Einwurf.
    Zurueck zum Thema, bitteschoen.

  54. cao Ky, die Frage ist: Wann...
    cao Ky, die Frage ist: Wann wird aus einem fairen Geschäft, das es zu verkünden gilt, der Betrug, die Belästigung, das Belügen? Die Antwort ist nicht immer einfach, aber es lohnt sich, das mal zu besprechen.
    .
    Dipsy, überhaupt verliert man etwas Achtung vor der Produktion von Damenoberbekleidung, wenn man Roberto Saviano liest – und das sind noch die europäischen Produkte. Was in Asien passiert, daran will man gar nicht erst denken.
    .
    Savall, es gibt genug Beispiele für elendes Veredelungssprech im Berich von Finanzprodukten, keine Frage. Und es gibt auch viele, die darauf reinfallen. Niemand soll glauben, er sei davor sicher. Aber: Einj gesundes Misstrauen kann man sich immer wieder aneignen. Und das geht vielleicht besser, wenn man ab und zu den Unterschied zwischen Werbelosigkeit und der Normalität erlebt.

  55. @jaques
    "der Werbung entkommt...

    @jaques
    „der Werbung entkommt man nicht. Völlig unmöglich. JEDER ist ansprechbar, und eines jeden Unterbewusstsein wird auch von Werbebotschaften erreicht und auf die eine oder andere – wissenschaftlich noch nicht hundertprozentig verstandene – Art „massiert“. Sich aus einer „Us-vs.-them“-Haltung heraus vom Heer der Rezipienten abgrenzen zu wollen, ist nicht nur elitistisch, sondern verkennt diese simplen Tatsachen.“
    Sie verwechseln Werbung mit Kommunikation, dabei ist sie, solange sie (zum Glück) nur dem Konsum dient, deren totalitäre Parodie, und den verdächtigen Eifer, mit dem sich das Gewerbe vor ein paar Jahren Luhmann für dem Eigengebrauch zurechtgelogen hat erwähnte ich ebenfalls. Darauf hereinzufallen bleibt natürlich jedem freigestellt.

  56. Wo er Recht hat, hat er Recht,...
    Wo er Recht hat, hat er Recht, der Don. Bleibt nur das Phänomen: des nicht Nicht-Kommunizierens.

  57. Sozialistische Werbung und...
    Sozialistische Werbung und Ersatzhandlungen
    @Cao Ky: Ein wenig ermüden Sie mich, einen solch militanten Prokapitalisten erwartete man gar nicht mehr heutzutage. Doch sollten Sie (wenigstens bei mir) etwas genauer lesen. Ich habe nicht die Werbung verteufelt, sondern den systemischen Zusammenhang zwischen Markt und Werbung dargestellt. Und natürlich haben Sie Recht, dass der Sozialismus (den ich jetzt mal für Kambodscha definitiv ausschließen möchte, ähnlich wie für Korea und so anderen Irrenhäusern), da wo er noch einen Markt bedient (Stichwort: „Sozialistische Marktwirtschaft“ – ein Anachronismus und doch real, die klassenlose Gesellschaft, die Produktion für den Bedarf, kommen nicht wie Phönix aus der Asche, nach 500 Jahren Marktwirtschaft), Werbung macht.
    Ich möchte mich jetzt aber nicht über die Besonderheiten einer sozialistischen Marktwirtschaft und deren Beziehung zur Entwicklung einer klassenlosen Gesellschaft und damit zum Thema Werbung auslassen. Das habe ich an anderer Stelle mehrfach getan („Einfache Wahrheiten“, http://blog.herold-binsack.eu/?p=331). Nicht hier, nicht heute. Ich denke, so mancher Kollege hier, wird mir dafür dankbar sein.
    @Don Alphonso: Damit rekurrieren Sie auf eine Minderheitenveranstaltung, nämlich die Ihres Refugiums. Glück für Sie, aber eigentlich kein Thema um die Welt zu beglücken. Es so stehen zu lassen, hieße einem „antimodernistischen Reflex“ nachzugeben, wie „auxtroisglobes“ richtig feststellt. Das Problem ist, dass Sie damit eine Menge begeistern, bis auf ein paar Ausnahmen, aber niemanden zu irgendwas Sinnvollem bewegen. Sie liefern uns nur ein weiteres Beispiel einer Aporie des Kapitals. Man stelle sich vor, es entstünde jetzt so etwas wie eine Form der Stadtguerilla, die sämtliche öffentliche Werbeplakate entfernt. Mal abgesehen von den rechtlichen Problemen, die da womöglich auf Sie zurollten, schüfe das einen weiteren Bereich nutzlosen Terrorismus‘ – Ersatzhandlungen.

  58. Wehrter Don,
    entschuldigen Sie...

    Wehrter Don,
    entschuldigen Sie meine Aufdringlichkeit, doch jetzt möchte ich von Ihnen wissen wenn wir die Werbung abschaffen, was soll dann aus all Jenen werden die Ihr klägliches Dasein damit fristen.
    Diese von Willen ergeitzig Getriebenen müssten dann eine Tätigkeit aufnehmen welche nicht, oder nur in Teilen vom Erfolg und der Richtigkeit Ihres Handelns ausgehen könnten. Müssten Sie nicht darüber nachdenken ob die Tätigkeit des Tages nicht nur Ihnen sonder eventuell auch Anderen von Nutzen sein könnte?
    Wobei ich schon den Nutzen sehe, das aus handwerklicher Arbeit, gefertigte Reklametafeln zumindest den Arbeiter`n Lohn und Brot geben.
    Entschuldigen Sie herzlichst P.

  59. Don Alphonso, versuchen wir...
    Don Alphonso, versuchen wir es: wie in jeder Kommunikation, versucht die anbietende Seite sich so gut wie moeglich darzustellen ( der schoenste Duft des zu erwartenden Nektars durch die Bluete); Betrug wird es dann, wenn nachweislich die Unwahrheit gesagt wird („ich bin so gut wie geschieden“) – und das ist in der deutschen Werbung wegen der Gesetze wohl eher selten, kommt aber sicher auch vor. Bei Belaestigung wird es schwer, denn was den einen belaestigt erfreut den anderen (siehe n.thusias‘ Liebe fuer Werbeplakate und seine Ablehnung gegen Ihre Kuehe), das hatten wir ja schon im Fall des Stadtfests. Hier wuerde ich wieder mit Kant argumentieren – sei nicht so aufdringlich wie Du es nicht moechtest dass man Dich bedraengen wuerde. Solange Ihr Schild am Briefkasten „Bitte keine Reklame“ respektiert wird, lassen Sie anderen Mitmenschen ihre Freude an der bunten Post (die sie aber dann auch anstaendig entsorgen und nicht auf die Strasse werfen sollten). – Beluegen schliesslich faellt unter Betrug und kann geahndet werden, aber die Grenze zwischen Halbwahrheit und Luege ist wie im ganzen Leben fliessend. Vielleicht helfen diese Gedanken weiter – die unverschandelte Landschaft des Tegernsees sei Ihnen von Herzen gegoennt, und den mietfrei wohnenden Bukarestern ihr Blick durch das Werbetransparent vom Wohnzimmerfenster aus ebenso.

  60. Werbung, Reklame? Wurde das...
    Werbung, Reklame? Wurde das nicht schon vor ein par Lichtjahren vom ganzheitlichen Ansatz namens MARKETING abgeloest? Koennte um den Tegernsee noch Touristenbuero heissen, in Bochum eher Stadtmarketing.

  61. @Devin08: Ach, ich finde Ihren...
    @Devin08: Ach, ich finde Ihren Vorschlag, als Stadtguerilla das eine oder andere Werbe-Plakat zu entfernen, gar nicht mal so übel – und Freunde von mir haben es fernvergangenen Tages im fernen Lübeck auch haargenau so praktiziert. Nur dass dort auf den Plakaten nicht die Margarine oder Baumarktunseligkeiten gepriesen wurde, sondern allerlei Glatzen-Einerlei aus dem NPD-Sumpf.
    .
    @Don Alphonso: D’accord – es geht also auch um den Stil von Werbung. Ein gemeinhin wenig beachtetes Phänomen ist dabei auch, dass am denglischen ‚Point of Sale‘, also am Ladenlokal, sich die Werbung buchstäblich in die Häuserfassaden gefressen hat – und zwar flächendeckend auch in Bad Tölz, auch in München, auch in Kleinkleckersdorf. Will sagen: Unten riesige Schaufenstermäuler, oben das verbliebene Restchen Originalfassade. Unten die Tattoos der Telekommunikationsbüdchen, die pinkschreiende Tristesse der 1-Euro-Shops, die Beliebigkeit der Ich-bin-ganz-schön-blöd-Läden, oben das, was im Dumont beschrieben wird. Der gemeine Tourist darf in Deutschland daher eher mit nach oben gerecktem Kopf die Architekturpracht genießen. Oder gleich nach Italien fahren.

  62. Don, die "Krütenschluckkur in...
    Don, die „Krütenschluckkur in der gedruckten FAZ“ müssen Sie erklären.

  63. Die Werbung für die...
    Die Werbung für die Oberschicht ist weniger penentrant, aber dafür noch verlogener. Die Spitzen der Gesellschaft umwirbt man nicht durch grelle Anzeigen, sondern …. nun, darüber sollte der Don mal gesondert schreiben. Umworben werden die jedenfalls auch!
    Und außerdem: Der ganze Luxussektor (Autos, Kleidung, Parfum, etc.), verdankt seine Existenz dem eitlen Wunsch der Reichen nach Prestigegewinn, und damit im Grunde ebenfalls nur einem (erhofften) Werbeeffekt.
    Edelkurtisanen sind gepflegter und besser erzogen als Straßenmädchen, aber dafür müssen sie sich auch viel grausamer prostituieren: Nicht nur mit dem Körper, sondern auch mit der Seele. Anstatt ein paar Minuten ekstatisch zu stöhnen, müssen sie Gefühle vortäuschen.
    Aber wäre die Welt ohne Armanduhren, Laufstege und Parfumreklame wirklich ästhetischer? Wäre gespannt zu erfahren, wie der Don diesen Widerspruch auflöst.

  64. @ Ephemeride: "Will sagen:...
    @ Ephemeride: „Will sagen: Unten riesige Schaufenstermäuler, oben das verbliebene Restchen Originalfassade“. In Frankreich sagen sie dazu: „den Häusern Hosen anziehen“. Charmant gedacht, aber – auch hierzulande – schlecht gemacht.

  65. "Heute gibt Audi eine große...
    „Heute gibt Audi eine große Gala in Ingolstadt. Der Autohersteller wird 100 Jahre alt und hat auch einigen Grund zum Feiern.“ Don, hin!

  66. @HansMeier555: Der Don, so...
    @HansMeier555: Der Don, so wie er sich hier darstellt, ist doch kein typischer Vertreter der Oberschicht, sondern eher ein nobler Aussteiger aus der gegenwaertigen Massen-Konsumgesellschaft. Der Vergleich mit Gottfried dem Spassbauern ist gar nicht so abwegig! Ungleich den aktiven Vertretern der Oberschicht, die sich abhetzen, mehr zu bekommen und mehr zu verbrauchen, ohne daran noch irgendeine wahre Freude zu haben, hat sich Don Alphonso aus diesem Leben verabschiedet und lebt in eleganter Stille und Eintracht mit sich selbst. Die silberne Teekanne und die antiken Moebel vom Flohmarkt sind nichts gegen die Gueter, die sich die im Hamsterrad abstrampelnden anderen Vertreter seiner gesellschaftlichen Abkunft glauben kaufen zu muessen. Daher ist er auch weitgehend werbungsresistent :-)

  67. @Besucher: Werbung IST...
    @Besucher: Werbung IST Kommunikation, Marktkommunikation genaugenommen. Und wie schon ein Vorkommentator richtig festgestellt hat, kann auch das Fehlen (offensichtlicher) Kommuniqués Kommunikation sein – man kann eben nicht nicht kommunizieren. Ebenso findet die Werbung auf vielerlei verschlungenen Pfaden ihren Weg in das (Unter-)Bewusstsein der Menschen. Aller Menschen. Auch derjeniger, die von sich behaupten, vor Werbung gefeit zu sein. Totalitär ist daran aber rein gar nichts, parodistisch hingegen leider oft.
    @Neu: Marketing ist nicht Werbung. Werbung ist ein Instrument des Marketings; letzteres ist eher ganzheitlich. Marketing ist, vereinfacht ausgedrückt, die Ausrichtung eines Unternehmens – und mithin seines Vertriebes – auf den Markt und seine Erfordernisse. Böse ausgedrückt ist aber genau „das“ Marketing eine, wenn nicht die, Brutstätte dieses widerwärtigen Neusprechs, mit dem gestandene Werber nicht mehr als allernotwendigst zu tun haben möchten.
    @Ephemeride: Ihre Freunde schütten – mit Verlaub – das Kind mit dem Bade aus, was bei politischer Kommunikation leider häufig passiert. Plakate zur Wahl zugelassener, schlechterdings also „demokratischer“ Parteien abzureissen, greift zu kurz. Stattdessen sollten sich ihre Freunde überlegen, wie sie ihre eigene Gegenkommunikation verbessern können, oder besser noch: wie sie die Parteien und Organisationen, denen sie zugeneigt sind, dazu bringen könnten, bessere Politik zu machen, damit solche Furunkel wie die NPD über kurz oder lang überflüssig werden.
    .
    Generell habe ich den Eindruck, daß in dieser Diskussion mal wieder der Überbringer der Nachrichten, und nicht der Verursacher, angegangen wird. Daß Symptome weggewünscht werden, anstatt die Krankheit zu bekämpfen.

  68. Das Fehlen von Markennamen...
    Das Fehlen von Markennamen zwingt zur Prüfung der Produktqualität. Das ist vielen Menschen schon zu mühselig und risikoreich. Außerdem erfordert es Erfahrung. So gut Ihre veronesischen Schuhe auch sein mögen, die meisten Menschen würden bei gleichen Preisen wohl Mittelklasse-Treter mit Markennamen vorziehen.

  69. Mensch Meier555, woher wissen...
    Mensch Meier555, woher wissen Sie das alles von den „Edelkurtisanen“ und dn „Straßenmädchen“? Echter Profi, hm?

  70. Marketing, Propaganda und...
    Marketing, Propaganda und Staatsanwälte
    @Ephemeride: Politische Propaganda ist natürlich ein Sonderfall, obwohl Werbung, Reklame, also Marketing, mit der politischen Propaganda wiederum so einiges gemeinsam hat. Beispiele:
    Scharf ist nur der Ketchup, Kerry wählen! – oder so ähnlich.
    Andere mögen’s vielleicht heißer:
    „Nur Monsantos Roundup beschert Ihnen den freien Blick – keine Maisdschungel mehr, in Mexico wie anderswo. Freie Sicht für freie Bürger – von Kalifornien bis nach Chile! – Wählen Sie den Diktatur XY, sponsering by CIA and Monsanto!
    Oder: „Gesunder Körper in einem gesunden Geist, das war gestern, jetzt heißt es: „Gesunder Geist für einen gesunden Körper“ – eine Gemeinschaftswerbung von BASF und der Partei Biotech Ludwigshafen – brain stuffs for all (ein wenig Anglizismen – für die jetzt schon Schlauen).
    Naja, so offen wird’s nicht gehandhabt, oder vielleicht doch?
    Apropos „Freunde“! Seien Sie vorsichtig, mit Ihren offenen Aussagen, die NPD beschäftigt nicht nur Verfassungsschützer, sondern vielleicht auch Staatsanwälte.

  71. Das ist immerhin dreist. Wie...
    Das ist immerhin dreist. Wie heißt das im Reklamejargon – affirmative Dialektik ? Eine von der Werbeindustrie produzierte Stilberatung mit extrem glaubwürdiger Werbeverteufelung. Wenn Sie diesen Bogen mal nicht überspannen.

  72. Don Alphonso, bei dem Kauf...
    Don Alphonso, bei dem Kauf Ihrer Laufschuhe kam mir mein Lieblingskrawattenmacher in den Sinn. Deren Mailänder Dependance (Via San Maria alla Porta, falls Sie bei einem Mailandausflug mehr als nur die Tüten der Damen tragen dürfen). Da ist nur ein kleines Messingschild draussen vor der Türe – keine Leuchtreklame. Das Allerbeste an diesem Laden ist aber die Glocke. Erst läuten, dann kommt eine Dame und -sieht man vertrauenserregend aus- so öffnet sie die Türe.

  73. Don Alphonso,
    kann Dir noch...

    Don Alphonso,
    kann Dir noch immer nur zur Hälfte zustimmen.
    Zitat von Dir „ich bin ja der Überzeugung, dass das „Sein“ und das „Handeln“ die beste Werbung ist…“ und „“Ich glaube, das Gute spricht sich einfach irgendwann herum, und ein Bestandskunde ist nun mal besser als 10 Schnäppchenjäger, die man mit immer neuen Kosten ködern muss“.
    Das lässt einen Aspekt völlig aussen vor und zwar, wie lange ein kleiner Anbieter durhchalten kann, bis er mal eine relevante Menge an Kunden über Mund-zu-Mund-Propaganda erreicht hat. Denn oft gehen gerade kleine Händler und Dienstleister davor schon wieder insolvent. Was rätst Du denn solchen Anbietern – wie sollen die bekannter werden, ohne vorher auszusterben?
    LG
    Greta

  74. Daß ich hinterher meistens...
    Daß ich hinterher meistens ein klein bißchen schlauer bin als vorher, das ist es, was ich an diesem Blog (inklusiver seiner fleißigen Kommentatoren) so mag, und sei’s nur, weil ich des Dons vereinfachende Zuspitzungen durchdenken muß. Zum Beispiel die schöne Dichotomie von Werbung vs. Produktinformation und ihre moralische Bewertung. Als alter Dialektiker weiß ich natürlich genau, daß das keine zwei entgegengesetzten Begriffe sein können.
    .
    Daß die beiden ineinander übergehen liegt in der Natur der Produkte selbst: Während die Werbung, so suggeriert der Don und viele, die ihm hier zustimmen, mit den Produkten noch etwas zusätzliches verkaufen will, was mit dem Produkt gar nichts zu tun hat (ein Image), stellt die Produktinformation allein auf die objektive Qualität des Produktes ab, seine direkte Nützlichkeit für den Verbraucher. Das Problem ist, daß die Produkte selbst längst nicht mehr so gestrickt sind. Das funktioniert vielleicht noch bei der Brezn, bei der es rein um die handwerkliche Qualität geht (es ist frustrierend, daß die Bäcker hier im Badischen einfach keine ordentlichen Brezn hinkriegen – aber ich schweife ab).
    .
    Doch bei den meisten Produkten ist das Image inzwischen direkt in das Produkt eingebaut. Das gilt nicht nur für Autos oder Handtaschen, klassische Produkte für den Sieg des Images über die Funktionalität; selbst Lebensmittel sind, dank Bio, inzwischen mit dieser Zwitternatur behaftet. Dabei kann die Qualität selbst zu einem Imagefaktor werden, der werbetechnisch ausgeschlachtet wird, um Leute wie den Don mit schlichten „Produktinformationen“ zu ködern. Gerade der Gegensatz zur schreienden Lifestylewerbung läßt die Produktinformation selbst zur Werbung werden, zur Werbung für die Klientel, die ihr Selbstbild gerade aus der Ablehnung der Lifestylewerbung bezieht. Und so zielt auch die einfache Produktinformation inzwischen zumindest genauso auf das Image des Käufers wie auf die sachgerechte Beschreibung des Produktes.
    .
    Die Werbung ist jedoch, egal in welchem Gewande, nur der Überbringer der Botschaft, daß die Menschen in dieser Gesellschaft sich vor allem durch das definieren, was sie konsumieren. Und das ist beim Don nicht anders als bei uns allen (ich sage nur Sunbeam!).

  75. @ Alter Bolschewik: Sunbeam?...
    @ Alter Bolschewik: Sunbeam? welcher Sunbeam?

  76. Devin08,
    "ein solch militanten...

    Devin08,
    „ein solch militanten Prokapitalisten erwartet man gar nicht mehr heutzutage“
    ein solch militanten Maxisten/Kommunisten aber auch nicht.

  77. Estimable Don Alphonso e...
    Estimable Don Alphonso e amigos,
    da ist Ihnen eine liebenswert unaufdringliche Werbung für den Tegernsee gelungen. So eine subversiv aufrichtige PR ertrage ich gerne mit schmunzelnd vergnüglichem Konsens.
    Dagegen könnte sich Ihr Teil-Arbeitgeber FAZ schon etwas zurücknehmen.
    Kaum habe ich versucht, Ihren Blog zu öffnen, gewährt er mir eine aufdringlich aufploppende „für irgendetwas“ Promotion, die aus technischen Gründen, länger als eine geziemende Schrecksekunde zu dulden, ich den Vorzug genieße.
    Bei allem Verständnis der Erfordernis das Zeitungswesen begleitender Werbeeinahmen, empfiehlt es sich, die Erwartungshaltung potentiell zu gewinnender Interessenten, angemessen bei der Gestaltung der Werbung zu berücksichtigen.
    Wer mag in diesem Kreis den Werbe-Faustdruck auf dem Auge als adäquaten Kaufanreiz verstehen?
    Vielleicht ist das ja auch nur eine hilfreiche Vorgabe der FAZ, die Distanz zu den Lesern dieses Blogs ganz beiläufig definieren.

  78. @sterne: Wenn der Don eins...
    @sterne: Wenn der Don eins ist, dann hartnäckig – früher oder später wird er die Kiste zum Laufen kriegen und auch eine Zulassung bekommen; und wenn er dann vor der Oper vorfährt und die Damen aussteigen läßt, werden alle anderen vor Neid erblassen…

  79. Alter Bolschewik: Wäre eine...
    Alter Bolschewik: Wäre eine Wette wert! Limit Saison 2012?

  80. Verehrter Don Alphonso, also...
    Verehrter Don Alphonso, also ich weiß nicht? An die „HB-Reklame“ ( das Männchen: „… doch nicht gleich in die Luft gehen, greife lieber …“ ) erinnere ich mich heute noch mit schmunzeln – hieß ja auch Reklame. War aber weder sinnvoll noch richtig, oder?
    .
    Mein Großvater war Bauer und ließ sich seine Anzüge beim Dorf-Schneider machen, wenn der ihm seinen Namen auf das Jackett genäht hätte, hätte mein Großvater ihm „eine gelangt“, wie er später einmal sagte ( er stammte aus Metzingen ).
    .
    Viele Leute, denen ich begegnet bin, kaufen sich mit den Produkten, die sie erwerben „Imponat“ und „Profilat“.
    .
    Als ich mir einen AUDI A8 gekauft habe, gab ich dem Verkäufer ( etwas arrogant ) zu verstehen, daß ich damit Ihn und sein Haus ehre, denn er habe schließlich nur AUDI zu verkaufen, ich aber die Wahl zwischen vielen Fabrikaten. Eine Banalität, die den Verkäufer sprachlos werden ließ.
    .
    Immer wieder staunen meine Frau und ich darüber, wie oft bei gesellschaftlichen Zusammentreffen, vor allem wenn Damen zugegen sind, über TV-Werbung gesprochen wird. Wenn wir diese nicht kennen und daher auch nicht mitreden können, werden wir indigniert angesehen.
    .
    Jeder nach seinem Geschmack – das TV kann man abschalten, den Werbemüll wegschmeißen, Tafeln und Plakate ignorieren.
    .
    ABER: Wenn meine Frau z. B. einen Rohrreiniger sucht, schaut sie ins Anzeigenblättchen.
    .
    Gruß Hanskarl

  81. Gerade höre ich im Radio,...
    Gerade höre ich im Radio, dass die kleine, dumme Stadt das hundertjährige Jubiläum ihres großen, klugen Autoherstellers feierlich begeht. Das wird kaum ohne PR-Peinlichkeiten geschehen. Don Alphonso, übernehmen Sie!

  82. Genauso schlimm wie Werbung im...
    Genauso schlimm wie Werbung im Straßenbild finde ich die Selbstanpreisung von Häusern durch Selbstbeleuchtung, die meist auch noch farbig ist. Diese grell farbigen Neonröhren und Scheinwerfer lenken die Blicke auf sich, saugen sie förmlich an. Das ist Umweltverschmutzung, das ist optischer Lärm, den man verbieten müsste. Genauso wie man Werbung im Stadtbild einfach verbieten könnte, wenn man wollte. Man sollte!

  83. @Hanskarl
    "Imponat" und...

    @Hanskarl
    „Imponat“ und „Profilat“ hat gefallen und wird dank begleitendem Beispiel (A8) recht anschaulich. Die standesgemäße Haltung wurde auch nicht vergessen.
    Danke für die köstliche Stilprobe.

  84. @sterne: Top - die Wette gilt!...
    @sterne: Top – die Wette gilt! Nur um was? Und wie begleichen virtuelle Internetpersönlichkeiten ihre Wettschulden? Soll ich versprechen, im Falle meiner Niederlage vier Wochen lang keine verquasten pseudo-gesellschaftskritischen Kommentare mehr zu schreiben?

  85. Illegale Wettsucht bei der...
    Illegale Wettsucht bei der FAZ! Ich bin erschüttert.

  86. Militanter...
    Militanter Marxist/Kommunist
    @Christoph: Ich erlaube mir das als Kompliment anzunehmen, oder wie ich das von Iranern so schön formuliert finde: Ich schicke mir die Blumen selber nach Hause. Danke.

  87. Wirklich sehr persönliche...
    Wirklich sehr persönliche Betrachtungen unseres Don. Scheint vor allem auch ein Lebensabschnitt von ihm zu sein. Schließlich leben Millionen Menschen auch so wie er. Kennen sowieso keine Werber. Man kann die Welt eben „bipolar“ sehen, muss aber nicht.
    .
    Oder: „Zurück in die Zukunft also“, sagt die Biographie, so gesehen. Wie wär’s z. B. mit einem ausbaufähigen Job als Rohrbieger-Assistent? Ob einer Geld hat, oder nicht, ist einem guten Rohrbieger eh sowas von wurscht, Hauptsache die Arbeit wird gut gemacht. Kann ja auch relativ anonym in einem Kleinbetrieb sein und etwas weiter weg.
    .
    Ansonsten ist das wie gesagt „alles Überbau“. Proletarische Arbeit macht eben glücklicher, q.e.d. Weil sie weniger selbstentfremdet ist, als ein kleinbürgerlicher (Büro-)Job. Nichts neues unter der Sonne. Wusste wie wir seit Rousseau schon schon.
    .
    Vielleicht auch: Alles teils enge, kleine katholische Schmerz-Selbstbespiegelungen, oder? Soll vorkommen, wenn man nicht aus Hamburg oder Berlin kommt, sondern aus katholischer Enge einer so oft stark negativ beschrieben/empfundenen Stadt; eine Enge, die „trotz Zweitem Vatikanischem Konzil“ und Küng und Drewermann sich nie selbst heilen wird, wie wohl festzustehen scheint. (Sieht er so aus der „Verstärte Dialog mit Andersgläubigen“, der seit dem 2. Konzil vermutut und geprobt wird, so wie Don schreibt? Wiki: ZVK).
    .
    Ja, wir wissen, alle großen Kulturleistungen Deutschlands der letzten 200 Jahre (außer dem Beharrungsvermögen, das war überwiegend rein katholisch, smile), kamen von Evangelen oder Juden.
    .
    Wie nicht von uns ist, sondern wie behauptet gut erforscht und gesellschaftlich Konsens: Gauß, Linde, Haber, Bosch, Zeiß, Daimler, Maybach, Einstein, Liebig, Mommsen, Mann und Hunderte andere, alles Nicht-Katholiken. (Die hatten dafür immer Schmerzen mit ihrem Glauben und ihrer „Freiheit“? (Nein: Glaube ist Bindung!) Katholisch dagegen ist für mich vor allem Oswald Nell-Breuning.)
    .
    http://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_Mommsen
    .
    (Ud bzgl. Heinrich Ritter von Srbiks Konfession waren wir uns nicht ganz sicher, g).
    .
    Wie gesagt: „Selbstentfremdung“ heißt wohl der bekannte, übergeordnete Begriff. „Entfremdung bezeichnet einen individuellen oder gesellschaftlichen Zustand, in dem eine ursprünglich organisch gedachte Beziehung (zwischen Menschen, Menschen und Arbeit, Menschen und dem Produkt ihrer Arbeit sowie von Menschen zu sich selbst) aufgehoben, verkehrt oder zerstört wird. … Als „Entfremdung“ wird auch das individuelle und der Steigerung fähige Gefühl der Vereinzelung und Abgegrenztheit von allen anderen Lebewesen und Dingen bezeichnet, zu dem Menschen kraft ihrer Selbstreflexion in der Lage sind, und das durch psychische Konstrukte zu überbrücken versucht wird. Verbindungen zwischen diesen Aspekten bestehen insbesondere in der notwendig eingenommen Gegenposition des Menschen zur Natur und der resultierenden Gefühle von Vereinzelung und Abgegrenztheit des einzelnen Menschen von allem anderen. …“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Entfremdung)

  88. Vollkommen einverstanden.
    Nur...

    Vollkommen einverstanden.
    Nur könnten Sie bitte aufhören, ständig diese (zugegeben: gut getextete) Werbung für unseren See zu machen?
    Sonst kommen noch mehr Zuagroaste, oder schlimmer noch: Preissn oder andere Haumdaucha und verletzen seine Oberfläche mit ihren grausam gesegelten Halsen.

  89. Mit dem tüddeligen Tegernsee...
    Mit dem tüddeligen Tegernsee kann São Paulo seit 2007 locker mithalten. São Paulo: The End of Advertising:
    http://www.cpb.co.uk/blog/2009/03/sao-paulo-the-end-of-advertising/

  90. Es ist gar nicht nötig...
    Es ist gar nicht nötig Werbung aus der Perspektive einer Nostalgie der besseren Kreise abzulehnen. Werbung ist schädliche und unnötige Information. Schon die schiere Menge an interessanter Information übersteigt unsere Aufmerksamkeitsmöglichkeiten – und nachgedacht hat man dann auch noch nicht. Sollte man sich dann auch noch mit Desinformation füttern lassen? Auf keinen Fall.
    Vielleicht reiten Sie gegen Windmühlen an, geschätzter Don, aber ich werde mir erlauben bescheiden auf Ihrer Seite zu stehen.

  91. @vroni:

    War 'ne nette Idee in...
    @vroni:
    War ’ne nette Idee in Sao Paulo. Eine Freundin war voriges Jahr, kurz nach Beginn der Kampagne, dort. Nee, sagt sie, Business as usual. Na, vielleicht hat sie eine andere Sicht auf die Dinge, sie ist Israelin.

  92. Ich gehe davon aus, dass viele...
    Ich gehe davon aus, dass viele Ihrer Nachbarn am Tegernsee erst durch Werbung groß geworden sind. Ihnen sei es gegönnt.

  93. Endlich spricht mir jemand aus...
    Endlich spricht mir jemand aus der Seele.
    Kurze Frage: gehöre ich zur Oberschicht, wenn ich Firefox mit Adblock verwende?

  94. Ob Verona Blubb-Spinat,...
    Ob Verona Blubb-Spinat, Steffi-Tee, Ditsche-Elektronik, Glatzkopf-Putzmittel oder ein weichgespültes Gewissen … ist doch pillepalle. Die schlimmsten Werbungen sind die der Parteien vor Wahlen: erstens bewerben sie ganz bewusst „Mogelpackungen“ und zweitens ist die äußere Form meistens noch einfaltsloser als der Inhalt.

  95. Man sieht ja auch für wen...
    Man sieht ja auch für wen welche Werbung gedacht ist. Media Markt setzt deutliche Zeichen mit so Werbung wie: „Mach mir Latte“ – Oder:“ Besorgs mir billig“.
    Mir scheint, „unten“ wird die Werbung dümmer und dümmer und die Leute merken es garnicht, und „oben“ hat die Werbung NULL aber auch NULL Chancen egal wie gut sie gemacht ist. Leute von oben lassen sich einfach nicht „zulallen“ mit irgendwelchem Schwachsinn. Adblocker Plus und Firefox haben die schon sehr lange in Verwendung !

  96. Es muss tatsächlich einen...
    Es muss tatsächlich einen Zusammenhang zwischen dem Wohlstand einer Region und der „Werbungsdichte“ geben. In der ärmeren Gegend, in der ich arbeite, grassiert momentan sogar die „Meta-Werbung“. Auf Werbetafeln, die Werbeunternehmen nicht vermieten können, wird man mittels Werbeplakate aufgefordert, man möge doch hier bitte Werbung plazieren(„Hierkönnte Ihre Werbung stehen!“).

  97. Einfach köstlich, am frühen...
    Einfach köstlich, am frühen Morgen diese Kommentare zu lesen, während rechts im Browser die Oral B von Braun auf „klick-mich-an“ mahnt. Passend hierzu der Artikel der faz/Gesellschaft aus 2001: die Arbeitslosenfirma. Ein echter Knaller. Hieran anknüpfend ist die Werbung für „da unten“ ein notwendiges und konsequentes Übel, ein absolutes Muß, das man in der Politik nicht zu erkennen vermag, da keine Lobby vorhanden. Das für diese Staatsform so notwendige Wachstum wird nicht durch Boni für Landesbankchefs generiert – die haben alles – , sondern von denen da unten. Fazit: lieber Millionen für die unten und Steuerbefreiung für die Werbebranche, dann läuft die Wirtschaft wie zu Erhardts Zeiten! Dann kann man auch am Tegernsee residieren und………..

  98. @PowerUser

    bitte keine...
    @PowerUser
    bitte keine Werbung für Adblock, die Werbefritzen versuchen schon ihn zu überlisten.

  99. Stützen der Gesellschaft auch...
    Stützen der Gesellschaft auch unter: An allen tagen sollst du ruhn. Der ewige Sonntag als Chance und Utopie: Thesen zur Kultur der arbeitslosen Gesellschaft
    = http://fazarchiv.faz.net/webcgi?WID=53923-3970789-41503_1
    sehr köstlich und empfehlenswert

  100. Den Sunbeam hat der Don aber...
    Den Sunbeam hat der Don aber ganz ohne vorherige Werbeanpreisung gekauft.

  101. Wie gerne würde ich Dir...
    Wie gerne würde ich Dir zustimmen, Don. Nur ohne Werbung und Anzeigengeschäft würde es leider auch die FAZ und damit Deinen Blog nicht geben. Aber die leckeren Torten würden Dir immerhin bleiben…

  102. Lieber Don,
    koestlich ist mal...

    Lieber Don,
    koestlich ist mal wieder ihr Artikel. Ich muss allerdings @Klaus Jarchow recht geben, da ich den genannten Zusammenhang ebenso feststellen konnte wie er. Im provinziellen Umland ist die Werbedichte gering bis nicht vorhanden, waehrend in der Grossstadt einen von quasi jeder verfuegbaren freien Flaeche Werbung anbruellt.

  103. Ich schüttele ja auch als...
    Ich schüttele ja auch als Erstes die Werbebeilagen aus der Tageszeitung und ärgere mich über diese Menge Altpapier, aber bei Ihrer Aussage, ohne Werbung wären die Zeitungen billiger, irren Sie, Don Alphonso.
    Denn es macht ja keine Zeitung in ihrem (oder einem anderen) Blatt Werbung für sich, sondern sonstige Produkte werden über das Medium Zeitung beworben. Die Kosten hierfür verbilligen den Preis der Zeitung, verteuern aber den Preis der beworbenen Produkte. Ohne Werbung wären viele Waren tendenziell wohl etwas billiger, Zeitungen hingegen deutlich teurer!

  104. Sehr guter Artikel und sehr...
    Sehr guter Artikel und sehr gehaltvoller Meinungsaustausch around it.
    Was mir dazu noch einfiel: Ein schoenes Beispiel fuer die optisch-emotionale Verschandelung einer Landschaft, die an sich keiner Nachhilfe bedarf, ist der Plattensee – aus dieser Sicht war frueher alles besser: Was man dort ausgerollt hat, ist teilweise schlimmer als das durchschnittliche Mass an aesthetischer Belaestigung im Mutterland des Marktschreiens, den USA.

  105. So manche Stadt sähe ohne...
    So manche Stadt sähe ohne Werbung aber auch richtig scheiße aus. Nicht mal mehr
    schwarz weiß sondern allenfalls nur grau in grau und auch sonst stinklangweilig.
    Da wäre dann auch gar nichts mehr bunt. Den einzigen Vorwurf den ich hier machen kann, ist eigentlich nur, daß die Masse der Werbung weder witzig, inspirierend und zum großen Teil einfach nur langweilig und stupide ist. Was ja eigentlich nicht am Medium“Werbung“ liegt, sondern eher an ihren Machern. Wir sollten vielleicht eher jene mit dem Gesicht zur Wand an die Selbe nageln. Ich als Angehöriger der eher minderfinanziell bemittelten habe auch schon oft von Werbung in mir fremden Städten profitiert. Zum Beispiel im Zustand des Ausgehungert seins, wurde mir der
    Weg zur örtlichen Filiale einer amerikanischen Frittenbude gewiesen. Wer schon mal
    ausgehungert durch eine fremde Stadt geirrt ist(am schlimmsten mit ebenfalls ausgehungert Kindern im Gepäck), kann mit Sicherheit bestätigen wie lebensrettend
    solch ein Werbeservice sein kann. Am Tegernsee wäre ich wahrscheinlich verhungert. Auch kann Werbung schön sein. In vielen Städten
    scheint das lachende Gesicht auf einem Werbeplakat auch das einzige Gesicht in der Stadt zu sein das lacht. Da lache ich doch gerne zurück. Am Tegernsee hätte ich wahrscheinlich überhaupt kein Gesicht gesehen, dafür aber die besagten Hecken – die sind wenigstens schön grün. Gut ich gebe zu, gerade in Wahlkampfzeiten, würde
    es mich draußen in solchen urbayrisch Gegenden, (bin ja im Trend der Zeit mit Urlaub im Inland) wo ich gerade meine „schönsten Tage des Jahres“ verbringe
    nerven, wenn mir an jeder Ecke das Gesicht eines bayrischen Kandidaten der
    Bundestagswahl auflauern würde. Wer die Gesichter von bayrischen Politikern
    mal gesehen hat, kann meine Ängste wahrscheinlich verstehen. Ist aber dann doch
    nicht so schlimm, am Tegernsee. Die wissen ja eh schon 4 Jahre vorher was
    sie wählen.

  106. Hallo, so schön oder nicht...
    Hallo, so schön oder nicht schön man sich das ausmalen mag – Werbung ist ein Teil unserer Wirtschaft und letztendlich unsereres Wohlstandes. Das Rosinenpicken gab es flächendeckend noch nie. Wenn man anständig, ruhig und sicher leben möchte, so muss man eben auch seinen Beitrag zur Finanzierung leisten. Wenn man um einen besseren Job zu haben, jeden Tag weiter fahren muss, dann darf man sich nicht über mangelndes Umweltbewußtsein beklagen. Wenn man Medien wie Internet und Zeitung günstig nutzen möchte, so muss man Werbung als elementares Standbein der Finanzierung akzeptieren. Wenn man günstige Produkte kaufen möchte, so muss man Wettbewerb und Transparenz zulassen.
    Ich würde mir auch wünschen, dass ich gemütlich und in Ruhe, fernab von Verkehr, Lärm etc. und mit „vernünftiger“ Werbung leben kann. Aber das heißt eben – in Urlaub fliegen möchte ich gerne, schnell und günstig dahinkommen auch – aber in dem Rest der Zeit möchte ich den Flughafen/die Strasse weder hören noch sehen.

  107. Ja, und wozu ist Werbung...
    Ja, und wozu ist Werbung da?
    Um Produkte besser an die „da unten“ zu bringen damit die da oben (die ohne Werbung leben) mehr Geld verdienen um auch so paradiesisch, ohne Werbung, leben zu können.
    Wer Geld wie Heu hat muss nicht nach Angeboten, beworbenen Reduzierungen usw. Ausschau halten. Da ist es egal ob es den Porsche im Autohaus diesen Monat 5% günstiger gibt weil Jubiläumsangebot.

  108. Wer sich hierzulande über zu...
    Wer sich hierzulande über zu viel Werbung beschwert, empfehle ich Spanien; ein Land, in dem die Werbung nie zur Ruhe kommt, in dem es so etwas schönes wie öffentl.-rechtl. TV nicht gibt – auch wenn deren Intendanten hierzulande sagen, Werbung sollen die Privaten machen ( siehe ARD-Sportschau:-)) – , in dem es ein eben solches Radioprogramm auch nicht gibt, in dem es noch Fahrzeuge mit Lautsprechern auf den Dächern gibt, die zur Siesta zum Restaurant- oder Ferreteriabesuch schallend mahnen, in dem haushohe Plakatwände und Leuchtreklame die Küsten, Landstraßen und Gewerbegebiete farblich gestalten und illuminieren. Soll doch niemand sagen, er kaufe nur Dinge, für die es keine Werbung gibt. Zeitungen kann man sich – ohne Einlage – am Kiosk holen, Weiße Waren kaufen, mit dem selbstgebauten Fahrrad zur Parzelle fahren, Wein und Tabak im Schräbergarten anbauen oder mit demselben zum Winzer, Zeitungen selbst drucken…….um dann sagen zu können: ich bin es mir nicht wert. In diesem Sinn

  109. @anderl: Natürlich hat der...
    @anderl: Natürlich hat der Don den Sunbeam nicht aufgrund von Werbung gekauft – aber er hat ihn auch nicht einfach als solides, zuverlässiges und ökobilanziell lobenswertes Fortbewegungsmittel erworben, sondern mit dem Kauf hat er zugleich an seinem Image gearbeitet. Und an diesem Produkt = Image setzen die Werbefritzen an, nur ist das (gewünschte) Selbstbild bei den Stützen der Gesellschaft ein anderes als bei denen, die Stütze beziehen. Insofern ist das Argument, des Dons Inneneinrichtungszeitschriften würden keine Werbung, sondern Produktinformationen liefern, hinfällig: Produktinformation ist die adäquate Form der Werbung für die höheren Stände.

  110. @ anderl: Eben!...
    @ anderl: Eben!

  111. Alter Bolschewik, was ist das...
    Alter Bolschewik, was ist das für ein Image, wenn man nach Hause entweder auf dem Abschleppwagen oder schiebend kommt?

  112. Verehrter Don, das wird schon,...
    Verehrter Don, das wird schon, ich bin ganz fest davon überzeugt, wie meine Wette mit sterne belegt!

  113. Alter Bilschewik, ich werde...
    Alter Bilschewik, ich werde mein Bestes geben – vielleicht noch zu den Salzburger Festspielen. Oder vielleicht doch München, das ist näher.
    .
    Dipssy, die meisten guten Schneider sind ähnlich. Am Monte Argentario zum Beispiel ist so einer. Nur wenn man die Klingel kennt, kann man eintreten.

  114. Nico, was den meisten Werbern...
    Nico, was den meisten Werbern offenkundig ein Graus zu sein scheint: Der Gedanke, dass der in Frage kommende Konsument sich lieber auf persönliche Empfehlungen vertrauenswürdiger Personen und Mundpropaganda verlässt. Und ja, man kann Wein direkt beim Winzer kaufen. Nach Verkostung, ganz alleine danach, ob der edle Tropfen geschmacklich zusagt. Und man kann sein Rad auch beim Fachhändler des Vertrauens kaufen, der seit Jahrzehnten den örtlichen Radsportverein betreut und offen sagt, was er für marktschreierischen Kokolores hält und stattdessen ein Rad maßgeschneidert für die Bedürfnisse des Kunden hinstellt. Weitere Beispiel gefällig?

  115. @ greterl: Ja, der Sunbeam ist...
    @ greterl: Ja, der Sunbeam ist ein wundervoller Hinweis darauf, dass etwas Werbung manches verhüten kann.
    @ Don: Das ist kühn! Falls Sie die nächste oder übernächste Saison meinen.
    @ Alter Bolschewik: Ach, der Don, er feilscht ja schon. Er wird sich bereits zum Helden erklären, wenn das Autochen nur bergab zum Gmunder Schultheater ausrollt (wo die Volksschule der slowenischen Partnergemeinde ein Singspiel geben wird).

  116. U.B., Werbung ist dazu da,...
    U.B., Werbung ist dazu da, denen „da unten“ Sachen aufzuschwätzen, die sich sie eigentlich nicht leisten können, was man immer wieder dann erfährt, wenn man die Gläubigerverzeichnisse in Privatinsolvenzverfahren von „denen da unten“ einsieht: Es sind immer die gleichen, denen Geld geschuldet wird: Mobilfunkanbieter, Versandhändler, Neuwagenfinanzierer/Leasinggeber. Kauft heute. Alles, was ihr wollt. Bezahlt frühestens morgen, in Raten die ein Klacks sind. Und damit dieses Konsumhamsterrad am Laufen bleibt, hat der freundliche Gesetzgeber die Privatinsolvenz ermöglicht: Zahlen nicht mehr nötig. Naive Seelen glauben hier an Verbraucherschutz, wo es vielmehr darum geht, so viel wie möglich an den Verbraucher Schmutz loszuwerden.

  117. OT: Weil mir etwas dazwischen...
    OT: Weil mir etwas dazwischen gekommen ist und ich heute mittag kaum zum nächsten Beitrag komme, möchte ich auf gleichwertigen Zuwachs bei der FAZ hinweisen:
    .
    http://faz-community.faz.net/blogs/ding/archive/2009/07/17/der-spaten.aspx
    .
    sterne, ich werde mich zu behaupten wissen! München Staatsoper oder Seegrund.
    .
    evm, vor Kurzem heulte die Süddeutsche Zeitung, inzwischen seien die Werbeerlöse kleiner als die Vertriebserlöse. Dabei ist das doch nicht schlecht! Nebenbei – aber man nagle mich da nicht fest – ist die FAZ eher durch Stellenanzeigen abgesichert. Das ist nochmal was anderes. Und ich hoffe natürlich, mit diesem Projekt all jene für die FAZ einzunehmen, die darin dann auch nach Posten suchen.

  118. Aber lieber Don, so ernst ist...
    Aber lieber Don, so ernst ist das nicht mit der Wette! Sie müssen nicht hastig fliehen. Ich glaube, auch Alter Bolschewik wird nicht drauf bestehen!

  119. Mir käme es mehr darauf...
    Mir käme es mehr darauf an,
    1. Werbung zu zivilisieren und
    2. ihren Umfang zu beschränken.
    Mit weniger Werbung wäre die Welt besser.
    Ich hätte nur wenig gegen ein Gesetz, das den Anteil von Werbung in Funkmedien auf 10 Prozent beschränkt – und in Printmedien auf 20 Prozent. Man könnte zudem die diversen Verordnungen (z. B. Preisangabenverordnung) wieder zum Leben erwecken, etwa auf dem Stand von 1980, welche im Rahmen „europäischer“ Deregulierungen bis zur Unkenntlichkeit verschlankt wurden.
    Das geschah in Interesse gerne lügender Konzerne.
    Man könnte Mobilfunkanbieter zwingen, die Kosten über die gesamte Vertragslaufzeit als Preis zu nennen, sehr groß sichtbar und für die Kunden leicht erkennbar. Man könnte generell verbieten lassen, mit Methoden der „Werbung“ Kunden zu täuschen und in die Irre zu führen. Überhaupt könnte man den Umfang von Lügen und Falschbehauptungen in der Werbung reduzieren. Schadlos.
    Okay, das wären harte Eingriffe. Sehr hart. Und sie wären überfällig.
    Das allzu freie Treiben lügenhafter Werber und PR-Arschenturen – auf Kosten der Addressaten bzw. Kunden – vergiftet das öffentliche Klima. Es wäre ein guter Konsens: Einigkeit darüber, dass das Lügen in der Öffentlichkeit unerwünscht ist.
    Unabhängig davon: Weniger Werbung wäre ein Fortschritt.

  120. @ Alter...
    @ Alter Bolschwik
    Produktinformation ist generell die adäquate Form von Werbung.

  121. Quelle: "der Freitag",Das...
    Quelle: „der Freitag“,Das Meinungsmedium:
    …“ Beckham war nicht nur der erste Profi, der mit Werbeverträgen mehr Geld verdiente als mit Fußball.Er war auch der erste Spieler der Fußballgeschichte, dessen Gesicht einen höheren Versicherungswert hatte als seine Beine…….“
    noch mehr:
    …“Entscheidend ist mittlerweile auf dem Marktplatz:Der heute beinahe bescheidend anmutende Wechsel von David Beckham im Jahre 2003 für 35 mio Euro zu Real Madrid zeigte der Branche, dass die Refinanzierung eines solchen Deals nicht mehr nur im sportlichen Bereich erfolgen muß. Allein mit Merchandising-Produkten wie etwa dem Verkauf von Trikots soll Real die Summe seinerzeit wieder hereingeholt haben…….“

  122. Soeben habe ich mich bei...
    Soeben habe ich mich bei FAZ.net registriert, um bei Frau Diener kommentieren zu können. Wurde immer wieder abgelehnt, weil ich das Datenschutzerklärungskreuzchen nicht gemacht hätte, was ich aber definitiv habe. Beim xten genervten Versuch habe ich überdies das Häkchen dort gemacht, wo man sich einverstanden erklärt, WERBUNG aus dem Hause FAZ zu erhalten. Da hats geklappt. Aha. Jetzt versuche ich, zu widerrufen. Man hat ja sonst nix zu tun.

  123. Fast hätte ich vergessen,...
    Fast hätte ich vergessen, dass der Fc St. Pauli sein neustes Produkt seiner Werbeüberlebensstrategiepallette(ein mischkaltgetränk): kalte Muschi- nennt.
    Viele Fans scheinen sich damit schwer zutun, verkauft sich die Bockwurst bereits als St.Pauli-Lümmel.

  124. Vor kurzem las ich über die...
    Vor kurzem las ich über die mehrfache Häutung der Werbeagenturen im Bereich der Online-Werbung. Viele Unternehmen sind dazu übergegangen, keine Budgets an Agenturen auszugeben, sondern Agenturen machen Kampagnen und erhalten nach Klicks und daraus erfogten Verkäufen ihre Provision. Ist ja heute alles nachvollziehbar, woher ein Besucher kommt, wohin er geht und was er macht und besucht. Insofern gibt es Lob und Tadel auf der Stelle und vieles wird sich in Luft auflösen – möglicherweise auch viele Agenturen. Im Prinzip eine gute Entwicklung, sie bringt genaue Überprüfbarkeit. Da sich viele kleine Zeitungen nicht mehr finanzieren können werden, lässt auch die Flut der Hauswurfsendungen nach. Also, etwas Geduld bitte!

  125. Mann, ey, Dons (Alphonso,...
    Mann, ey, Dons (Alphonso, Fernando, u.ä.),
    jetzt mal wirklich..
    Was ist das denn hier?
    Ein Alt-Herren-Club bayrischer Art?
    Zu Dallmayr „Condomo“ fällt mir nur Biederkeit ein, nicht Produktqualität. Die Qualität italienischen Kaffees und italienischer Mode ist oftmals etwas, was einem die Medien suggeriert haben, weniger die eigene Erfahrung (Kritiker mögen mich falsch verstehen, nicht in meinem Fall!) ..
    Diese „mir san´mir“ Mentalität kommt mir eher vor wie ein Mangel an Selbstreflektion und so sehr ich kritische Betrachtungen über Werbung
    schätze, muss ich sagen, dass mein Lieblingsblog an seinem/meinem Tiefpunkt angekommen ist..
    Denn dann „seid´s ihr eben ihr“ und der Blog sollte sich umbenennen in „Bayrische Stützen der Gesellschaft“, denn das ist das, was fränkischer oder bayrischer oder wie auch immer Mittelstand nun mal ist..
    Menschen, die mit einem steten Blick nach oben versuchen aus ihrem ökonomisch gesicherten Mittelfeld die Lebensart der höhergestellten „Klassen“ nachzuahmen (hab gehört das die meisten Klatschblätter wie „Adel exklusiv“ oder auch „Neue Post“ sowieso auf Werbung verzichten können).
    Diese ganze Unterschichtenproblematik wird hier bagatellisiert und simplifiziert und wird mir zu wenig als intelektuelle Herausforderung verstanden. Mir fehlt das Verständnis für den revolutionären Geist (Rousseau und Hegel nicht Ludwig II. und Ratzinger) der versteht wie die Uhren ticken und wo die Avantgarde zu finden ist ..
    Auch sollte man als Stützen der Gesellschaft wissen, dass die wirklichen Stützen schon immer der 3. Stand waren und dass die Unterschicht am unteren Ende der Oberschicht beginnt..
    Denken wir zurück an die Ursuppe aus der wir wohl alle irgendwie stammen, so müssen wir einsehen, dass soziale Vertikalität gesunde Gesellschaften erzeugt und „gottgegebene“ Ordnungen vielleicht am Tegernsee noch überleben können.
    Falls Sie nun nämlich argumentieren, dass Gott am zweiten Montag im Monat den Arbeiter schuf und bereit sind sich auf eine wissenschaftliche Debatte über Kreationsimus einzulassen, dann werden sie sich wiederum mit einer Unterschicht ganz anderer Art rumschlagen müssen.
    Grundsätzlich sind ihre Ausführungen sehr eloquent und schärfen das Klassenbewusstsein, dass gerade von Medien und Werbung durch ebenjene Konsumversprechen versucht werden zu kaschieren..
    Aber es gehört wohl mehr dazu, als zu wissen wo man die besten italienischen Schuhe kauft, um Ihrem Sunbeam gerecht zu werden..
    Grundsätzlich kann ich nur empfehlen, weiterhin das zu tun, was man schon seit Jahrtausenden mit schlechter (!) Werbung (und anderen Medien) macht; nämlich ignorieren ..

  126. Lieber Don Alphonso,
    nun denn,...

    Lieber Don Alphonso,
    nun denn, die Werber in die Produktion. Warum auch nicht gleich die Blogger? Es soll ja welche geben, die mit Bloggen ihr Geld verdienen. Deshalb seien Sie vorsichtig. Sie gefährden Arbeitsplätze. Schlimmstenfalls den Ihrigen. Eine der Grundfragen der heutigen Zeit streifen Sie leider mal wieder nur am Rande. Wird die Unterschicht, in diesem Fall durch die Werbung, ausgeschlossen, oder schließt sie sich selbst aus? Ich neige dem Letzteren zu.
    Gruss aus Baku
    Ernst Wilhelm

  127. So sind sie, diese...
    So sind sie, diese Sunbeam-Fahrer und genüsslich Torten-essend-nur-von-alten- Porzellanservicen-Kaufverweigerern.
    .
    In Wahrheit ist das die neue, luxuriöse Form des Maschinensturms.
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    Ausgerechnet die Arbeitnehmer, die dank gut situierten Elterhauses nicht an Maschinen stehen müssen, in bequemen Büros oft dubiosen Tätigkeiten nachgehen, Reisen an Orte wo andere mühsam ersparten Urlaub machen fürstlich honorriert bekommen und ansonsten die Tage im Internet vertrödeln, bringen die Arbeiter an den Maschinen durch ihre Konsumverweigerung um ihre Arbeitsplätze. Das um solches Tun zu rechtfertigen, Grundsätze des Umweltschutzes, der Ressourcenschonung (”Nachhaltigkeit”) von den Geschäftemachern der Oldtimerszene mißbräuchlich vorgeschoben und von der Menge ahnungslos nachgeplappert, ist ja nicht neu.
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    Würde mich nicht wundern, den Don demnächst schreiben zu sehen, dass die zur Überprüfung der Fahrzeugpapiere stur auf der linken Fahrzeugseite stehenden Gmund’ner Dorfpolizisten keine Ahnung hätten und dass das beim morgenlichen Brötchenholen vor der Bäckerei auf den Boden tropfende Öl konstruktionsbedingte “Verlustschmierung” sei.
    Ich sehe deshalb hinter dem „Gegenteil von Oben“ nur eine kleine PR-Aktion für einen Tegernsee’er Lüftlmaler, dem McWürg eine Hauswand neben der Dorfkirche streitig gemacht hat.
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    http://www.guenter-pilger.de/mittenwald_2.htm
    Jetzt mit dem 1970er Altbenz gleich auf dem Weg zum Bäcker etwas Feinstaub und satte 300 mg CO-2 in die frische Taunusluft versprühend…
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  128. @Don Alphonso: Boarisch...
    @Don Alphonso: Boarisch Sturheit – dieses widerborstige, oft auch antiobrigkeitliche „mir san mir“ ist ein Zug bayrischer Kultur, der mir immer sehr sympathsich war und ist. (Leider hat es die CSU perfektioniert, das für sich zu vereinnahmen.) Ansonsten fällt mir auf, dass Werberesistenz auch eine Milieufrage zu sein scheint: auf diese ausgeprägte Anti-Werbung Haltung trifft man entweder im Kontext klassisch humanistischer Bildungskulturen oder bei alternativen Milieus (gelegentlich überlappten die beiden auch).

  129. Bitte den Verantwortlichen...
    Bitte den Verantwortlichen noch eine Ohrfeige verpassen und das Zeugs nicht mehr euphemistisch „Werbung“ nennen. Das ist Reklame.

  130. Ein tiefdunkelgrüner, extrem...
    Ein tiefdunkelgrüner, extrem grosser Briefkasten ist ausserhalb unseres Gartentores (individuell entworfen von meinem Mann, gefertigt von einem Altmeister) das Objekt der Begierde derer, die Werbung loswerden wollen.
    Gedacht war er dafür nicht. Er war gedacht für handgeschriebene Briefe, für Zeitungen jedweder Couleur zwecks Übersicht, er war gedacht für die unvermeidliche Geschäftspost.
    Er ist aber auch Sammelbecken für Prospekte. Auch jedweder Couleur. Habe ich einen Hinweis angebracht „Keine Werbung, bitte“….. nein, habe ich nicht.
    Ich sage Ihnen auch warum. Mich lässt diese Werbung kalt, sie fliegt dahin wohin sie gehört….. in den Müll. Was mich aber nicht kalt lässt, ist der Umstand, dass da Menschen, oftmals halbe Kinder an unserem Gartentor, ziemlich weit entfernt von unserem Haus, auf dem auch noch Hunde frei rumlaufen, Papier reinstecken um damit ein bisschen Geld zu verdienen.
    Ich muss, ich will dieser Werbung nicht folgen. Aber ich muss auch nicht einen Nebenverdienst ausmerzen. Diesen „Luxus“ gönne ich mir nicht. Ich erkenne eher, dass das Wort Demut…. sprich Dankbarkeit angesagt ist, dass ich dies eben nie musste und vermutlich auch nicht muss.
    Gehobene Texte in allen Ehre….. ich lese Sie sehr gerne, schon etwas länger….in Ihrem Lästermäulchen mich sehr wohl wiedererkennend. aber in einem unterscheiden wir uns…… grundsätzlich.
    Mein Bewusstsein einer anderen Klasse anzugehören mündet darin, auch Verantwortung zu tragen. Nicht nur beruflich…. sondern auch bei Nebenverdienstlern, die nichtmal mein Haus erreichen, aber auf dieses Geld angewiesen sind.
    Nennen Sie mir einen Grund warum ich mich dem verweigern sollte.

  131. @Cao Ky, herzlichen Dank für...
    @Cao Ky, herzlichen Dank für Ihre Grüße, die ich heute lese! Ich hätte mich bei der Werbediskussion gerne mehr eingebracht, da ich aus dieser Profession komme, war aber ein paar Tage unterwegs.
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    Grundsätzlich kann ich Don Alphonso zustimmen, denn ich teile seine Aversion und mir ist klar, was er meint, wenn er „Werbung“ in Kontrast zu „Produktinformation“ setzt. Wir alle haben diese primitive, schon als betrügerisch zu bezeichnende, marktschreierische und agressive Werbung satt.
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    @FritzV, schöne Golfplätze gibt es eigentlich genügend, Heliports empfinde ich eher als Problem.
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    @Herold – „Und was tauscht man? Was man nicht braucht, selbstredend.“ Natürlich, der Schuster braucht ja auch nur ein einziges Paar Schuhe und tauscht eben die anderen, die er hergestellt hat an Nicht-Schuster. Dafür kauft er als Nicht-Bauer beim Bauern etwa Brot. Das Geld ist ein anerkanntes, allgemeines Tauschgut und sehr praktisch in seiner Funktion, denn der Tauschwert kann sehr wohl variieren: bei schlechter ernte gibt’s für die Schuhe eben weniger Brot. Der Bauer versucht auch im direkten Tauschhandel möglichst wenig Brot herzugeben, um es gegen möglichst viele andere Dinge tauschen zu können, der Schuster versucht das Gleiche. Die Menge und Aggressivität heutiger Werbung ist allerdings uneträglich, wie gesagt.

  132. @Don Alphonso und alle anderen...
    @Don Alphonso und alle anderen – also man kann sich wirklich hinsetzen, und diesen Blog mit seinen Kommentaren den ganzen Nachmittag lesen, darüber nachdenken, Antworten verfassen und auch herzlich über den einen oder anderen Kommentar lachen! Ich würde sagen: Mission accomplished!

  133. Danke für das Lob - ich...
    Danke für das Lob – ich denke, es kann gut so weitergehe, auch wenn ich nicht damit gerechnet habe, dass es so läuft, wie es läuft.

  134. @mawu

    So ging es mir auch....
    @mawu
    So ging es mir auch. Durch Zufall auf diesen Blog gestossen und hängengeblieben. Als Leserin. Amüsiert, nachdenklich, aber mich auch wiedererkennend….. in meiner Voreingenommenheit, die andere als weltfremd abgehoben bezeichnen würden.
    Was ist geblieben von meinem Zufallskontakt?….. ich lese regelmässig und nehme es als das was dieser Blog durchaus sein kann. Die kleine Auszeit vom Alltag, jenseits von Geschmiere. Einfach nur ein Bonmot….. aus einer anderen Zeit?
    Nein, nicht aus einer anderen Zeit. Aus einem Lebensgefühl welches wirklich noch existiert. Stilisiert hochgeschrieben von Don Alphonso. Manchmal sehr persönlich, involviert geschrieben. Manchmal einfach nur „jetzt ist aber mal wieder ein Thema fällig“……
    Es macht Spaß das zu lesen….. ebenso wie die Kommentare zu durchkämmen. Hier wird geschrieben aus Lust am Leben. Wie auch immer das ausschaut.
    Weiter so. Ich werde weiter lesen.

  135. @Weltenbürgerin - Ich denke,...
    @Weltenbürgerin – Ich denke, das angenehme Klima macht insbesondere der durch Don Alphonso praktizierte höfliche und respektvolle Stil dieses Blogs. Man möchte einfach diskutieren, und sich nicht stillos befetzen oder beleidigen. Weiter so!

  136. @mawu: Ist der Blog denn bald...
    @mawu: Ist der Blog denn bald zuende? Was wissen Sie dazu? Ich finde, er wird nur langsamer. Aber ganz aus?

  137. @wuma: ich lese diesen Blog...
    @wuma: ich lese diesen Blog erst seit relativ kurzer Zeit, daher habe ich keinen Überblick über die Qualität von Don Alphonsos Artikeln. Ich würde es zumindest nicht schaffen, zwei solche Artikel pro Woche zu verfassen, irgendwann wiederholt man sich vielleicht zu oft. Aber Don Alphonso scheint ja ein erfahrener Blogger zu sein…

  138. die fotos waren es...
    die fotos waren es nicht.
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    ja, nun habe ich werbung für ihren blog gemacht.
    erstmal nur, daß es ihn gibt.
    wie die brötchen schmecken, werde ich mit den wochen bemerken.
    bislang einwenig seltsam, aber nicht wirklich unangenehm.
    gewiß wird irgendwann der erwartete beigeschmack die aristokratische lockerheit des teiges dominieren.
    .
    aber vielleicht ist es ja auch gar nicht werbung, wenn mann nur annonciert, daß es da einen bäckerschreibersinnierer gibt, den man auf dem sonntagsausflug zufällig …
    .
    ja, die photos sind schon recht nett, auch wenn ich gelbe blüten persönlich viel zu gelb finde.

  139. Eine kleine Klageprosa um...
    Eine kleine Klageprosa um Mitternacht.
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    Es funkelt der Calvados im Glase. Die Freundin liegt im Bett und laesst sich von der Katze die Waden zerkratzen, waehrend ich hier sitze und warte. Draussen murmelt der Platzdealer: „Brauchst du was?“. Kein Gewitter, kein Sturm fegt ueber meinen Dachgarten. Ein leichter Nieselregen labt den Bambus, jedenfalls den, der den letzten Winter ueberlebte. Kein Mond am Himmel, und morgen wird es erwartbar keine Sonne geben.
    .
    Im Salon aber gaehnt die Leere. Auf dem blanken, glatten Parkett verschallt mit oedem Echo mein Ruf: „Ïst hier wer? Was ist passiert?“
    .
    Keine Antwort. Ich schau mal in die Teekueche…

  140. Im Übrigen bin ich der...
    Im Übrigen bin ich der Meinung, daß aggressiv aufpoppende oder blinkende Banner auf der Website einer Zeitung absolut nichts zu suchen haben. Die FAZ befindet sich da noch etwa an der Schmerzgrenze, die SZ hingegen deutlich darüber. Lieber Don Alphonso, machen Sie Ihren Einfluß geltend! (falls jemand auf uns hier hört…)

  141. Ich habe bereits interveniert,...
    Ich habe bereits interveniert, wenn es zu schlimm wurde.

  142. Zwei Dinge merke ich an: Meine...
    Zwei Dinge merke ich an: Meine Zeitung wäre nicht billiger, sondern teurer, würde die Zeitung auf die Hereinnahme von bezahlten Anzeigen verzichten. Insofern toleriere ich Werbung gerne. Zweitens glaube ich nicht, dass die bessere Gesellschaft frei von Werbung lebt bzw. frei von Werbung leben möchte. Denken wir an diverse Markenuhren, an diverse Automarken und diverse Kosmetika. Der Absatz dieser Produkte an die bessere Gesellschaft und an die, die sich dafür halten, fußt zu 90 bis 99% auf intelligenter und subtiler Werbung. Niemand würde einen Bentley wegen seiner Fahrleistungen kaufen, wenn er ihm nicht den erhofften Prestigegewinn mitliefert.

  143. Hallo,

    ich bin gerade auf...
    Hallo,
    ich bin gerade auf diesen wunderbaren Blog gestoßen. Mein Kompliment! Dennoch ein paar kleine kritische Einsichten meinerseits:
    Zitat:
    „vielmehr zahlt der Kunde über den Produktpreis die Werbung und damit eine Zeitung, die er ohne – ich hoffe, man nimmt mir das nicht übel – das parasitäre Zwischenwesen der Werber insgesamt natürlich billiger bekäme.“
    Kritik: ganz so einfach ist es leider nicht. Denn die Fixkosteneffekte (durch Massenkonsum und -produktion erzielte Stückkostensenkungen für Produkte) stellen sich nur ein, wenn genug „Dumme“ mehr kaufen als sie eigentlich brauchen –> durch die Werbung verführt.
    Zitat:
    „Werbung definiert das Unten. So einfach ist das eigentlich.“
    Kritik: treffend formuliert. Nur meiner Meinung nach hat es doch ein wenig von Bourgeoisie. Denn diejenigen, welche sich im Lichte des werbefreien Umfeldes sonnen können, können dies oftmals nur auf Kosten der oben erwähnten dummen „Konsumterroristen“.
    Viele Grüße

  144. Die wahre schöne neue Welt...
    Die wahre schöne neue Welt des Kapitals
    @Mawu: Wie bereits gesagt: Der Tauschhandel kann im Durchschnitt besehen keinen Gewinn realisieren, gleich wie ungleich die jeweiligen Tauschakte sind. Im Durchschnitt würden sie sich ausgleichen. Wäre das Geld nur hierfür gedacht, könnte man es leicht ersetzen, durch Muscheln, Teppiche, Reis, Safran, gleich was auch immer. Denn jedes Produkt könnte gleichzeitig Äquivalent des anderen sein.
    Erst die Mehrwertgenerierung, d.h. der Gewinn, der über dem Durchschnitt eines Tauschhandels gemacht wird (die Anhäufung von Gewinn), macht ein allgemeines Äquivalent quasi unersetzlich (denn soviel Reis kann man nicht anhäufen, ohne ihn zu vernichten, bzw. der Verwertung zu entziehen), zumal in dieser Phase alles zu Wert gemacht wird, auch das Gold, das bisher dem Geld zugrunde lag. Daher auch die Abkoppelung vom Goldstandard. Soviel Gold gibt es gar nicht mehr, wie Geld notwendig ist. Das ist im Übrigen nicht alles der Spekulation (der Inflation) zu verdanken, sondern natürlich auch der Masse der geschaffenen Werte. Diese Werte auf den Markt zu bringen, sie in ein Tauschverhältnis zu bringen, ist im Übrigen ohne Marketing (Werbung…) nicht mehr möglich, ohne die Gesellschaftsordnung, die dem zugrunde liegt in Frage zu stellen. Die moderne Werbung hat die Aufgabe grundsätzlich jeden dieser Werte auf den Markt zu bringen, ihn gegenüber grundsätzlich jeden anderen Wert ins Verhältnis zu setzen. Das ist ein höchst abstrakter Vorgang, und er wird definitiv erst dort enden (innerhalb der Marktgesellschaft, der Kapitalgesellschaft), wo ein äußerlicher Abgleich obsolet sein wird; wenn das entsprechende Gehirn auf dem Markt ist (und die dazu kompatiblen Computerchips), kann uns jeder dieser Werte direkt ins Gehirn eingespeist werden. Dann kann jeder sofort und unmittelbar alles was er hat/er ist auf den Markt bringen, und auch alles empfangen, was auf dem Markt ist, per „Gedankenübertragung“. Dann ist das Elend vorbei, dann merken wir es nicht mehr. Das ist die wahre schöne neue Welt des Kapitals. Wir kommunizieren nicht mehr, wir markten, wir sind dann nämlich wahrlich totale Marktidioten. Und der Tegernsee wird dann nicht mehr der einzige Ort sein, wo es keine lästige und geschmacklose Werbung mehr gibt

  145. Herold, es ist ja wirklich...
    Herold, es ist ja wirklich ganz interessant, Ihre Ausführungen zu lesen. Jedoch muß ich Ihnen bereits in der ersten These Ihrer Antwort widersprechen. Erstens ist es sehr wohl möglich, einen Mehrwert durch Tauschhandel zu erziehlen. Je mehr Brot der Schuster für sein Paar Schuhe vom Bauern bekommt, desto höher sein Gewinn, und sowohl Schuster als auch Bauer wollen ihren Gewinn maximieren – wie jedes andere Lebewesen auch. Der „durchschnittlichen Tauschhandel“, wie Sie ihn beschreiben, ist rein fiktiv.
    .
    Sie kritisieren anscheinend die Tatsache, daß ein Unternehmer „Kapital“ leiht, mit dem er ein Unternehmen in Form von Produktionsanlagen und Abreitskräften zu bestimmten Preisen finanziert und durch die Verkaufserlöse deutlich mehr Geld bekommt, als seine Arbeiter. Erinnern Sie sich noch an mein Beispiel mit den Grafikern? Im Prinzip kann jeder „Unternehmer“ werden, Sie auch.
    .
    Wir sind uns alle hier über bestimmte Produkte und Arten von Werbung ungefähr einig denke ich. Werbung jedoch grundsätzlich zu verteufeln, halte ich für stark übertrieben, denn es ist doch völlig normal und menschlich, seine Schuhe oder Brote and möglichst viele zu einem möglichst hohen Tauschkurs zu verkaufen. Sie zogen doch sicher auch „alle Register“ der Selbstdarstellung, als Sie etwa Ihre Frau kennenlerneten – oder nicht?

  146. elitäres Arschloch !...
    elitäres Arschloch !

  147. Ach je, soll mich das jetzt...
    Ach je, soll mich das jetzt betroffen machen?

  148. Wen meint Dedira überhaupt...
    Wen meint Dedira überhaupt damit?

  149. Ich habe den Artikel nur...
    Ich habe den Artikel nur ueberflogen aber moechte meinen Beitrag leisten mit dem Hinweis auf den Film 39,90 von Jan Kounen der eine Verfilmung des gleichnamigen Buchs von Frédéric Beigbeder ist. Der Film verbindet eine realistische Einschaetzung der Werbewelt mit einer durchaus auch humorvollen Herangehensweise.
    Der obrige Link verweist auf eine Vorschau des Films.
    Es gibt ihn in deutscher als auch franzoesischer Sprache.
    Viel Vergnuegen!

  150. ja es kommt etwas für den...
    ja es kommt etwas für den Sommer, ich wollte zwar den Beitrag suchen wo sie
    auf den Bergen zu sehen sind habe ihn aber nicht gefunden. Wissen Sie wo und
    auf welchem Bild ich Sie erkannt habe? Es ist die Beschreibung ihres Weges zum
    Bäcker – so sah mein Schulweg in der Grundschule aus, wenn ich die Abkürzung übers Feld nahm Sommerblumen, Steinnelken Margeriten und Butterblumen es war
    nur ein schmaler Weg in der Blumenwiese mit Bienen und Hummeln. Es gibt dieses
    Feld heute nicht mehr. Als Historiker wissen Sie – ihr Leben ist eingebunden in den
    großen Kreislauf der Geschichte. So wie Ihre Worte haben mich noch keine Worte
    so ergriffen gemacht – mein Herz ist gefangen. Das Leben ist nichts anderes als
    sein eigenes Leben gemäß den großen geschichtlichen Ereignissen zu erkennen.

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