Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Das stilvolle Überleben der Pandemie II: Pest und Brand am Brennerbad

| 85 Lesermeinungen

Wer sehen will, wie der Paradigmenwechsel im Bereich Exklusivität seine Scharten in den Zeitläufen hinterlassen hat, möchte auf den Brenner fahren, Keine hundert Jahre ist es her, dass man dort im exklusivsten Bad des Kontinents Krankheiten ausheilte, die mit der Schweinegrippe konkurrieren konnten. Heute gibt es dort keinen Badebetrieb mehr, nur noch Scheinexklusivität mit Outlet, Sale und Prozenten. Und manchmal ist es deshalb auch ganz gut, wenn die Vergangenheit restlos weggeräumt wird, um nicht als leere Hülle für das Neue missbraucht zu werden

Auf der Brennerhöhe blieb ich einen Tag in dem hübschen Brennerbad und machte von da Sonntag, 24. August, eine sehr schöne Bergtour auf das Schlüsseljoch.
Ernst Haeckel in einem Brief an seine Frau Agnes, 1902

Es ist ja nicht so, dass man sich am Tegernsee nicht rührend um uns bemüht hätte. Da war das sagenhaft schöne Wetter. Die silbrige Luft. All die netten Menschen wie Thomas. Thomas ist KFZ-Mechaniker und kam nach ein paar Stunden über dem Motorraum des Dienstroadsters zum Schluss, dass ein Pleuellagerschaden vorliegt. Und das war noch nicht mal die Ursache für das Liegenbleiben, das uns in schönster Landschaft auf den ersten Höhenzügen der Holledau ereilte. Ginge es nach Thomas, würden wir hier bleiben. Und ginge es nach den Neuerungen bei unserem Hofkonditor Wagner, würden wir auch hier bleiben und ein Rennen veranstalten, wer uns schneller dahinrafft: Die ordinäre Schweinegrippe oder, ganz klar unser Favorit, der edle und marzipansüsse Zuckerschock.

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Damit jedoch wäre auch der besten Tradition des alten Europas Ehre getan, auf deren Spuren wir nun zu wandeln gedenken, denn schon früh floh man die natürlichen Krankheiten, um Platz zu schaffen für selbst verschuldete Schmerzen und Leiden. Nicht umsonst sind in Kurorten die besten Konditoreien, nicht ohne Grund stehen dort Spielkasinos und Gastwirtschaften üppiger Ausprägung. Der Höhepunkt dieser Gleichzeitigkeit von Körperpflege und Laster (Heutige Version: Darstellung 1 (wahr), Darstellung 2 (glatt gelogen)) war fraglos die Belle Epoque um den Wechsel zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert, da man an den Kurorten Grandhotels errichtete, die einem gehobenen Publikum gleichermassen Gesundheit und Luxus aller Art versprachen.

An einem der damals berühmtesten dieser Bäder kommt man auf dem Weg vom Tegernsee nach Meran vorbei. Es ist Brennerbad, jener heute so unscheinbare Ort hinter der Grenze zwischen Österreich und Italien. Die Region war schon in römischer Zeit für ihre warmen Heilquellen bekannt, und avancierte bis ins frühe 20. Jahrhundert zu einem der beliebtesten Kurorte Europas: Exklusiv, mondän, mit einer Eisenbahn und einem luxuriösen Palasthotel versehen, das die modernste Technik und die beste Ausstattung auf die Passhöhe brachte. So sieht das Grandhotel Brennerbad heute aus:

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Die feine Gesellschaft feierte hier nur 12 Jahre, von 1902 bis 1914. Dann kam der erste Weltkrieg, darauf die Annexion Südtirols durch Italien, und schliesslich 1922 ein Kaminbrand, der den gesamten Komplex mit seinen Türmchen, Dächern, Ballsälen und Kureinrichtungen bis auf die Grundmauern niederlegte. Was heute davon übrig ist, ist marginal, oder schlimmer, neu errichtet und nur ein Schatten einstiger Grösse. Die Epoche der Grandhotels endete meist mit dem Krieg, den man in Unkenntnis der weiteren Geschichte den „Grossen Krieg“ nannte; aber während in Ischl, Bad Gastein und im Hochpustertal noch die Reste alter Herrlichkeit erhalten sind, ist Brennerbad ein Durchgangsort, ein Nichtort zwischen Italien und Österreich, geprägt von Autonbahn und Zügen, deren Reisende keinen Grund haben, hier anzuhalten.

Immerhin blieb diesem Grandhotel das Schicksal erspart, das so viele andere Häuser jener Zeit ereilt, deren Bewirtschaftung sich nicht mehr lohnte und deren Besucher, nun nicht mehr durch Heilquellen, sondern durch Tabletten und Morphin kuriert, auf die Seychellen oder nach Südfrankreich weiterzogen: Umgebaut zu Eigentumswohnungen, entkernt und in Shopping Malls verwandelt, oder Besitzern preisgegeben, die sie langsam vor die Hunde gehen lassen in der Hoffnung, einen Blöden zu finden, der auf dem grauen Kapitalmarkt dafür Geld sammelt, oder gar einen russischen Oligarchen. Grandhotels in den Bergen sind heute Spekulationsobjekte einer Zeit, der es an Grösse und Eleganz mangelt, und die es aber versteht, auch heute wieder Investoren zu ködern, die damit genau so eingehen und betrogen werden, wie ihre Vorgänger zu des Kaisers Zeiten. Von Brennerbad jedoch bleibt nur der Mythos, die Erinnerung, die allem innewohnt, was unwiederbringlich verschwunden ist.

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Hätte jenes Feuer 1922 den Kamin nicht verlassen und Stuckdecken, Kronleuchter und Bleigläser verzehrt, wäre diese kleine, feine Welt nicht ausgeglüht in sich zusammengestürzt, hätte man in sie vielleicht das hineingezwungen, was man heute, 100 Jahre später, am Brenner besichtigen kann: Ein Palast, der nicht mehr dem Verweilen und Auskurieren, dem Disput und der Literatur geweiht ist, sondern dem modernen Touristen, der gern viel ausgibt, wenn es nur billig erscheint. Mitten am Brenner steht dieses Kaufhaus, mit Parkdecks und Restaurants wie überall auf der Welt, austauschbar wie schon die Schlossarchitektur der Belle Epoque. Es ist aber nicht dem Müssiggang geweiht, sondern allein errichtet und geplant, um dem Besucher in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Geld abzunehmen. Es gibt keinen Grund, hier lang zu bleiben, man ist ohnehin unterwegs nach Süden oder Norden, niemand würde hier übernachten, und um den Pass herum zerfallen überall die alten Gasthöfe.

Dieser Huldigung an den globalisierten Kapitalismus also mit seinen Prozenten und Sales und Outlets also hat das Feuer von 1922 die Chance auf eine noble Hülle weggefressen, die es sonst vermutlich okkupiert hätte, um jenen Anschein von Luxus, Gediegenheit und Geschichte zu erhalten, der kaum unangemessener sein könnte. Der neuerliche Scheinluxus der bürgerlichen Gesellschaft mit seinen in Vietnam zusammengeklebten Schuhen, den in der Türkei genähten Kleidern und all den Billigsegnungen des fernen Ostens lechzt nach Traditionen, die er nicht hat und nicht haben kann in einer Epoche, da alle Märkte längst übersättigt sind, und es nur noch darum geht, noch mehr sinnloses Zeug mit noch glänzenderen Lügen hineinzupumpen. Dinge, die man haben muss; Dinge, die einen dazu gehören lassen zur In-Crowd, zu den Trägern eines Brands, zu einer Kaste der Marktlakaien, die durch ihre massenhafte Austauschbarkeit auch heute noch keinerlei Anlass hätte, ein Grandhotel zu bevölkern – es sei denn als Diener der Absatzwirtschaft, als hemmungslose Pandemie der fiebrigen Konsumschweinegrippe und ihrer eitrigen Geldaushustungen.

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So also sitzt die Globalisierung auf der Passhöhe in ihrem eigenen Gehäuse, entwickelt für Geschwindigkeit und die schnelle Konversation um die Frage, ob es sitzt und die Speckrollen auch gut wegretuschiert, ob die Schuhe das richtige Label tragen und wie lange es noch dauert, heim in die Vorstädte von Bochum, Leipzig, Amsterdam und Altötting. Es ist ehrlich wie rosa Söckchen und praktisch wie Ballonseide, es ist, was man bekommt, und es ist allen und jedem zugänglich, immer und ohne dass jemand die Augen verdrehen würde. Niemand muss sich hier Mühe geben, intelligent zu unterhalten, keiner muss hier die beste Garderobe tragen, eine Zange zum Weiten der Handschuhe verwenden oder gar ein Aquarell malen; und dennoch träumen auch sie, von prallen Papiertüten und all den tollen Rabatten und Preisnachlässen, wie das Dienstmädchen vor hundert Jahren davon träumte, einmal durch den Ballsaal zu wandeln.

Natürlich verkaufte auch das Grandhotel an seine bürgerlichen Gäste die eitle Lüge, in einem jener Paläste zu leben, zu dem sie jenseits der Sommerfrische keinen Zutritt hatten. Man vermarktete die Illusion, für ein paar Wochen dazu zu gehören, sich mit dem Tourismus zu erhöhen und der Klassengesellschaft ein Schnippchen zu schlagen.

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Es waren feine Lügen, gut ausgedacht und eine zwingende Folge der gesellschaftlichen Veränderungen ihrer Zeit, an deren Ende nach Kriegen und Umwälzungen heute die Pest der gleichmachenden Einkaufszentren steht; auch sie Nichtorte und Durchgangsstationen, die Lügen sind nicht mehr so fein, und die Ansprüche gleich Null. Nach 30 Jahren wird man sie rational und kühl abreissen, weil sie nicht mehr genug Kundschaft ziehen, und Platz für eine neue Sensation benötigt wird. Kein Flammeninferno. Nur ein eitriges Geschwür, das durch eine neue, schlimmere Metastase ersetzt wird.

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85 Lesermeinungen

  1. Metastase, Geschwür, Pest,...
    Metastase, Geschwür, Pest, Pandemie, Konsumschweinegrippe,
    eitrige Geldaushustungen, Pleuellagerschaden.
    Wobei Pleuellagerschaden das für meine Begriffe schlimmste Übel ist.
    Oldman wünscht gute Erholung, Ventilstösselbruch und immer
    ausreichend Öl in der Wanne.

  2. Bitte um Korrektur: In Ischgl...
    Bitte um Korrektur: In Ischgl gibt es nicht einmal Reste früherer Herrlichkeit, weil es in dem armen Schmugglernest an der Schweizer Grenze nie eine Herrlichkeit gegeben hat, dafür ist es heute zum berüchtigten Tiroler Ballermann-Dorf aufgestiegen. Gemeint ist wohl Bad Ischl im Salzkammergut.

  3. Werter Don, gerade wollte ich...
    Werter Don, gerade wollte ich anraten, die Schweinegrippe gemäß ihrer Herkunft etwas niedlicher zu benennen: la gripe porcino – da sehe ich schon die Fortsetzung. Andalusien geht in Rauch auf während Sie texten, aber ich werde zunächst lesen, was es neues gibt.

  4. Oldman, wir waren da drin, und...
    Oldman, wir waren da drin, und ich muss sagen: Im Motor mit Pleuelschaden wäre ich lieber, als dort beschäftigt.

  5. Blogdriver, natürlich. Der...
    Blogdriver, natürlich. Der Beitrag entstand unter massivem Zeitdruck; Runter von den Pässen, rein in das Internet.
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    nco, in Meran ist alles wie immer: Die alten Leute sind in Mengen da, die darauf schliessen lassen, dass keine Krankheit wütet, die gebrechliche Menschen zuerst sterben lässt.

  6. genau das ist es, was ich an...
    genau das ist es, was ich an Ihnen schätze: ein faible für die Nüchternheit ohne Verklärung und Sie schätzen dem Vernehmen nach das Beständige, die zahlungskräftige Kundschaft: den Silberfuchs.

  7. Lieber Don Alphonso, welches...
    Lieber Don Alphonso, welches ist auf dem Bild vor dem graesslichen Billigkonsumtempel denn Ihr werter geparkter Leihwagen, der gelbe Porsche oder der silberne Kombi? – Mir tut nur der arme 30-jaehrige Saudi leid, der als Erster seines Landes am Samstag an der unsaeglichen Schweinegrippe gestorben ist. Das muss ein schweres Schicksal sein, gerade an solch einer Krankheit dort zu verenden!! Grunz!!!

  8. Wehrter Don,
    wo in Meran...

    Wehrter Don,
    wo in Meran würde ich, als älterer „Leut“, noch in den Erinnerungen
    meiner Grossmutter schwärmen und ein Ballsaal wie um 19 hundert
    finden?
    Entschuldigen Sie meine Frage doch leider bin ich nie über Bayern
    hinaus nach Süden gekommen.
    Das was ich heute noch am Meer im Norden finde kann ich meinen
    Enkeln leider nicht zumuten.
    Danke für Ihre Mühe,
    herzlichst P.

  9. Der Schokoladenbrunnen
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    Man...

    Der Schokoladenbrunnen
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    Man hofft ja inständig, daß sich der Kunsumwahn an billigen Replikaten wenigstens nun, im Rahmen der Wirtschaftskrise, wieder etwas legt und die Einsicht breite Schichten der Bevölkerung erreicht, daß weniger in heimischer Qualität besser ist, als mehr Schrott aus China, von Kindern oder Wanderarbeitern zusammengebaut.
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    Meine Schwiegereltern waren bisher leider begeisterte Verschenker von dutzenden Paketen, möglichst groß und gefüllt mit China-Ramsch. Übrigens kommen sie nicht gerade aus der Unterschicht, aber die Begeisterung ging wohl mal wieder mit ihnen durch, als sie uns einen Schokobrunnen schenkten. Das sind diese Dinger, die ab und zu mal auf Buffets stehen und in deren fließende Schokolade man allerlei Früchte hineinhalten kann. Dort mag da als Nachspeise ja durchaus nett sein, aber braucht man soetwas auch zuhause?
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    Mit Feunden machten wir uns nach einem gemütlichen Essen daran, das Ding auszuprobieren – nachdem die Hotdog-Maschine, der 2. Aufliegetoaster, der Digital-TV Empfänger und der Uhrzeit-Beamer bereits im Keller verschwunden waren. Tafelweise Schokolade wurde geraspelt, die der Schokobrunnen heizte, die Spirale drehte sich, nur Schokolade kam keine hervor. Nach vielen mißlungenen Versuchen packte ich das Ding, mitsamt Schokolade, steckte es in die Verpackung zurück und warf es direkt in die Mülltonne.
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    Leider ist dies der Ort, an dem fast der gesamte Schrott aus besagtem Brenner-Outletcenter so ziemlich direkt landen wird – und hoffentlich Quell der Einsicht auf für ärmere Schichten, daß man auf private Schokoladenbrunnen absolut verzichten kann…

  10. omg, meran. du bist also schon...
    omg, meran. du bist also schon da. – wie oft ich an diesem ort gewesen bin, ich kann und will es nicht zaehlen. mit den eltern und immer auf durchreise. onkels und tanten mit cousins und cousinen zweiten grades moeglichst kurz dort besuchen, die fuer unvorstellbare drei wochen sich in oesterliche verdammniss begeben hatten. unglaublich. ich habe die vegetierende ferienjugend dort immer bedauert. wer noch nicht obese war, er wurde es dort. wer noch nicht einzelkind war, er wurde es zwangslaufig in diesem autistenloch, das alle schreie in kashmir, wampen und fahrsofas erstickt. grauenvoll. ich brauche es nicht erst zu erwaehnen, aus diesen cousins und cousinen ist im leben nichts mehr geworden.

  11. Wir haben uns heute beim...
    Wir haben uns heute beim „Regieren“ zwar auch den Fragen der gripe porcino gewidmet (oder ihren möglichen Auswirkungen auf die Schlagkraft der Truppe und der Verteidigung des christlichen Abendlandes). Allerdings taten wir es bei einer mitgebrachten Straciatella-Johannisbeer-Torte. Wenn mein Boss da ist verdonnert er Frau Gemahlin für die Stabsbesprechungen Kuchen zu backen. Als Vertreter in der Urlaubszeit mochte ich die Tradition nahrhafter Besprechungen nicht unterbrechen, als Pendler hier allerdings nicht mit schwerem Backofen bewaffnet blieb nur der Griff in die Tiefkühlkiste. Dieser entpuppte sich jedoch als durchaus geeignet, den Anfechtungen der Seuchendiskussion zu widerstehen. Jedenfalls immer noch besser als das was unsere Kantine als Süßwaren zumutet.
    Ansonsten sehen wir Pest und Seuche mit der Fassung entgegen die aus der Erfahrung langer Jahre rührt.
    Auch die Metastasen der Neuzeit werden nicht alle Mauern im Strom der Zeit verdrängen – und das ist gut so!

  12. 30 Grad in Meran schätze ich....
    30 Grad in Meran schätze ich. Ich bin neidisch.

  13. Die Geschichte wiederholt sich...
    Die Geschichte wiederholt sich gleich drei mal!
    „Es waren feine Lügen, gut ausgedacht und eine zwingende Folge der gesellschaftlichen Veränderungen ihrer Zeit, an deren Ende nach Kriegen und Umwälzungen heute die Pest der gleichmachenden Einkaufszentren steht…“
    Eine gute Allegorie zu dem Thema, bei dem wir zuletzt endeten: „Die Geschichte wiederhole sich nicht.“
    Nun, dass sie sich nicht wiederhole, ist offenbar so nicht richtig. Die „Pest“ war lange Zeit eine Geißel der Menschheit, und sie ist heute noch nicht ausgerottet, also eine wahre und solchermaßen reale Tragödie, wenn auch nunmehr als Minderheitenveranstaltung, nämlich dort, wo die Pest als Massenveranstaltung noch nicht gewütet hatte, die Menschen dort also noch nicht ausreichend immunisiert sind. Schon „komisch“, dass dort, wo die Pest noch nicht gewütet hat, immer noch eine Gefahr darstellt.
    Als Synonym für Unausweichliches bleibt sie uns dennoch erhalten, in allen Regionen dieser Erde, bzw. in der Semantik der Sprachen, die diese Tragödie noch erinnern, also genau dort, wo sie real keine Gefahr mehr darstellt. „Die Pest der gleichmachenden Einkaufszentren“!
    Und so ist es mit dem „Krieg“. Die beiden Weltkriege sind wahre Tragödien und beiden folgten Revolutionen, Konterrevolutionen, nochmal Krisen und weitere Kriege, wie Kriegsvorbereitungen. Dem letzteren gar ein 60-jähriger „kalter Krieg“. Auch eine „Kriegswirtschaft“ folgte beiden.
    Nunmehr haben wir gar eine „Kriegswirtschaft ohne Krieg“ (Robert Kurz), das scheint neu. Auch das ist schon Krieg – und das ist nicht neu -, wenn auch der semantische Begriff hiervon, eine gewisse Abgeklärtheit erfordert, eine gewisse Abwesenheit von Krieg, und doch ist es Krieg, Krieg gegen die Massen, ein asymetrischer Krieg also – neu und nicht neu. Dass dem weitere Kriege folgen, auch das wird nicht ganz neu sein, heiße wie kalte, symmetrische wie asymtrische. Und dass soziale Revolutionen und Konterrevolutionen hieraus hervorgehen, das wird schon gar nicht neu sein. Schon die letzten beiden Kriege waren nicht zu verhindern, trotz des Wissens um all diese und jene daraus folgenden Katastrophen. Selbst die Sieger, mit ihrer Kriegswirtschaft riskieren eine soziale Revolution, das wusste man schon vor dem 1. Weltkrieg. Wurde er deshalb verhindert? – Nun, die USA waren die Sieger, und auch den nächsten überstanden sie als solchen und sogar den kalten Krieg.
    Neu könnte nun sein, dass sie die Verlierer sein werden, so in dem Maße, wie sich nun das Schwergewicht der kapitalistischen Welt nach Osten verlagert, das Schwergewicht der sozialen Revolution hatte dies ehe schon längst. Und neu könnte damit sein, dass dieses Schwergewicht, das der sozialen Revolution, nun zurück in den Westen kehrt. Neues und nicht Neues!
    Nein, die Geschichte wiederholt sich nicht, aber wenn sie noch nicht abgeschlossen ist, dann dreht sie sich im Kreis, und Teile von ihr, nicht die Urtragödien vielleicht, aber die sie begleitenden Anekdoten, diese können sich doch wiederholen, in all dem Neuen, manchmal seitenverkehrt, manchmal 1:1. Wenn sie sich wiederholt, dann eben – laut Marx, und darin Hegel korrigierend – als Komödie. Und irgendwo habe ich gelesen, ich glaube, es war im „Freitag“ (http://www.freitag.de/2002/51/02511301.php), dass sie sich gar ein drittes Mal wiederhole, dann aber als Tragikomödie.

  14. Nico, alte Herrschaften sind...
    Nico, alte Herrschaften sind die schlechtesten Kunden, weil sie schon alles haben, und obendrein genug Fehler gemacht haben, um nicht mehr dauernd reinzufallen, Die Frage ist: Wie wird man so klug, ohne vorher so dumm gewesen zu sein?
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    Cao Ky, ich glaube auch nicht, dass Schweinegrippe das ist, was man als Koscher bezeichnet. Mein Wagen ist nicht im Bild, aber ich kann es ja sagen: Die Vermietung hat uns einen 1er „Dackelbauch“ BMW in Schwarz gegeben. Ein netter kleiner Leichenwagen, lahm und zu weich gefedert.

  15. Paulchen, das Hotel Emma ist...
    Paulchen, das Hotel Emma ist inzwischen eine Schule, aber im Kurhaus und im Palace Hotel lässt sich das 19. Jahrhundert immer noch nachspielen. Das Palace erfreut sich wohl auch bester Gesundheit, denn ganz ausgestorben ist die Klientel wohl nicht.
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    mawu, kann man die Grosseltern nicht anders instruieren? Lieber einmal eine ordentliche Silberkanne als 10 schlechte Thermoskannen? Und das sage im im vollen Bewusstsein des Umstandes, dass die nach Meran mitgenommene Silberkanne weder richtig geputzt, noch gross genug für zwei war. Schokoladenbrunnen jedenfalls klingt, wie soll ich sagen, so klebrig wie der Körper eines Outletcenterbesuchers. Übrigens gab es dort komischen Süssigkeitenkugelautomaten.

  16. abf, meine Reisebegleiterin...
    abf, meine Reisebegleiterin ist auch so ein Meranopfer. Und hat es lange Zeit gehasst, bis ich sie bei unserer ersten Italienreise dort erneut vorbei brachte. Ich übrigens bin „Brixenopfer“, und ich habe das als Kind absolut geliebt. Inzwischen denkt die Begleiterin mittelernst darüber nach, ob Meran als solches nicht doch ein netterer Wohnort, als, sagen wir mal den deutschen Durchschnitt, Bochum wäre.
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    prince Matecki, ich werde dazu auch was schreiben. So schlimm das individuell ist: Es ist vielleicht auch die Antwort auf die Wirtschaftskrise und deren deflationäre Tendenzen. Zumindest hat es im Mittelalter ganz ordentlich auf das Lohnniveau eingewirkt. Und würde man einen Deutschbankster fragen, was ihm lieber wäre: Mitarbeiter teuer zu entlassen oder sie billig an die Seuche zu verlieren, wäre die Antwort ja offensichtlich.
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    egghat: Heiss, schwül, stickig, aber wir haben eine Suite und ein kühles Bad.

  17. Liebe Frau Diener, einen...
    Liebe Frau Diener, einen Leichenwagen, sagen Sie? Wie angemessen fuer die Flucht vor der Pandemie! Dann kann ich nur „Harold and Maude“ empfehlen, als DVD fuer den Laptop, da es kaum in einem der Kinos, die es hoffentlich in Merano noch gibt, gerade laufen wird. – „Dackelbauch“ – super!!! Sie und der Don kommen schon auf die schoensten Begriffe!! – Aber passt da ein ganzer Sarg hinein, selbst mit umgeklappten Ruecksitzen? Auch Sixt wuerde damit wohl nicht werben: „Fuenfzig Euro am Tag stoppen die Saerge!“ ;-)

  18. "Let's all go to a hotel and...
    „Let’s all go to a hotel and have a cold bath!“ Daisy Buchanan, F. Scott Fitzgerald, „The Great Gatsby“

  19. Zur Konsumschweinegrippe und...
    Zur Konsumschweinegrippe und all dem häßlichen Drumherum fiel mir dies von Bukowski ein: „Es wird übertrieben. Selbst den Göttern kommt das große Kotzen. Die menschliche Rasse übertreibt alles, ihre Helden, ihre Feinde, ihre Bedeutung.“
    Apropos Sales und Outlet – vor vielen Jahren hat mich mal eine Freundin überredet an einem Samstag nach Metzingen, eines der ersten „Schnäppchen“-Eldorados im Schwabenländle, zu fahren. Also, ich bin kein Fan von Maaultäääschle, aber nach einem erstaunten Spazierkucken bei Boss, habe ich mich in eine gediegene Gaststätte verabschiedet, und bei Maultaschen, Essays von John Berger und badischem Wein gewartet, bis ich abgeholt wurde.
    Das rettete meinen Tag.

  20. Sehr geehrte D***, sehr...
    Sehr geehrte D***, sehr geehrter Don,
    hoffe, wohl geruht zu haben, um diese gute Nachricht zu vernehmen: Berlin ist vorn und demoliert/renoviert das B5 design outlet center unweit des verrottenden olympischen Dorfes. Ein Projekt der englischen Heron Group, glaube ich. Wo bekomme ich jetzt die 3erPacks Fußlinge der weltbekannten Design-Brand a++++s nur her. Aus Meran etwa?

  21. Nun sind Sie also doch im...
    Nun sind Sie also doch im fieberschwülen, seuchengeschwängerten Tal von Merano gelandet, verehrter Don, anstatt die herrliche klare reine Luft des schönen Asolo zu atmen, wie so viele große Autoren in der Vergangenheit. Sagen Sie nicht, man hätte Sie nicht gewarnt. Selbst wenn die Schweinepandemie Sie bislang noch nicht erreicht haben sollte, so grassieren dort zweifellos bereits jene eitrigen Geldaushustungen, vor denen Oldman Sie warnte.
    Doch Ernst beiseite, man darf Ihnen auf jeden Fall gratulieren, zumindest die Ansteckungstempel von Bayreuth und Salzburg diesen Sommer gemieden zu haben. Viel haben Sie offenbar nicht verpasst, wenn man Ihren einschlägigen Kollegen Glauben schenken darf.

  22. Don, nichts gegen den Artikel....
    Don, nichts gegen den Artikel. Halt schnell & schmerzlos. Aber dieses Zitat:
    „Wie wird man so klug, ohne vorher so dumm gewesen zu sein?“ hat´s mir für heute Nacht angetan. Danke !

  23. Verehrter Don...
    Verehrter Don Alfonso,
    granadios sind Sie, nach einigen Anfällen von SmallTalk, endlich wieder beim Kern der Dinge angekommen. … Dem Wertegerüst des vermeintlich entspannten -Hier Und Jetzt-. Ich zitiere:
    „Was heute davon übrig ist, ist marginal, oder schlimmer, neu errichtet“ … eben von jenen STÜTZEN DER GESELLSCHAFT … oder weiter zitiert: „deren Bewirtschaftung sich“ (für die STÜTZEN DER GESELLSCHAFT) „nicht mehr lohnte und deren Besucher, nun nicht mehr durch Heilquellen,“ (beruhigt) „sondern durch Tabletten und Morphin“ (sowie im weiteren Verlauf durch Schaffung eines geriatromedizinischen Apparates und extensive Anwendung von Massenmedien, von Kindheit an sämtlich zu Dauerpatienten gemacht, zur Vervielfältigung des Mammons der STÜTZEN DER GESELLSCHAFT manipuliert, normiert und kontrolliert, demnächst zwangsgeimpft,) „kuriert,“ (zunächst nach Alicante, dann) „auf die Seychellen oder nach Südfrankreich weiterzogen“ (Zu Alledem brauchten die STÜTZEN DER GESELLSCHAFT) „Kein Flammeninferno. Nur ein eitriges Geschwür, das durch eine neue, schlimmere Metastase ersetzt wird.“
    (Es ist den STÜTZEN DER GESELLSCHAFT damit innerhalb von 50 Jahren gelungen, diverse kleine Paradiese, die noch übrig waren in Geld zu verwandeln, das sie nun weiterarbeiten lassen.)
    Habe ich so richtig zwischen Ihren Zeilen gelesen ?
    Da kann man eigendlich nur beten, daß dieser Kelch an Tegernsee vorübergeht.

  24. Die Russen muessen verrueckt...
    Die Russen muessen verrueckt sein:
    Luxusmode-Hersteller: „Escada-Großaktionäre verschenken Aktien“, Quelle FTD, 29.07.2009.

  25. @miner/Don
    Genau, ein genialer...

    @miner/Don
    Genau, ein genialer Spruch, auch an dieser Stelle. Mit einer lapidar erscheinen Antwort quasi ein neues Faß aufmachen, dem ich mich am frühen Morgen erst nach einer Tasse anregenden Hochlandgewächses aus Kolumbien/fair trade, mit andalusischem, stillem Gebigswasser gebrüht (beides mit Segelschiffen in die heimischen Häfen überführt), stellen und widmen will.
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    Die Dummheit, ja, man sollte sich ihr mehr widmen. Es diente bis Pandemie 25 und mehreren best-offs. Ich möchte ergänzen: Selig sind die Klugen, die nicht (mehr) wissen, daß sie vorher dumm wahren. Aber wie alt muss man dafür werden?

  26. Tand, das Haus Escada und sein...
    Tand, das Haus Escada und sein Schrecken wären einen Extrabetrachtung wert, wie man bar jeder Grandezza zugrunde geht.
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    Und was das klug werden angeht, ohne vorher dumm gewesen zu sein: Vielleicht ist es schon mal ein guter Anfang, die bessere Art der Dummheiten zu praktizieren. Ich habe ja eine Menge standestypischer Torheiten begangen, aber stets nur jene, die keine dauerhaften Folgen hatten, und wenig Einfluss auf die Resultate hatten. Dafür: Kein Alkohol, kein Rauchen, keine Drogen, keine psychischen Defekte. Das ist schon mal was.

  27. Cao ky, ich war versehentlich...
    Cao ky, ich war versehentlich als Frau Diener angemeldet. Mir jedenfalls, der ich sonst nur offene Zweistzer und einen Oldtimer bewege und schiebe, kommt dieser kleine Kombi wie ein Leichenwagen vor, se es nun in Anmutung wie auch in Geschwindigkeit. Allerdings haben wir nicht die Absicht, das Ding in einen Abgrund zu stürzen.
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    Devin08, dass der Weg des Menschen zur Illusion marginaler Verbesserung seiner Existenz immer über unschöne Erscheinungen führt, steht ja wohl ausser Frage. Es gibt enorm viel Elend auf der Welt, aber das ist eher eine Kontinuität als eine Wiederholung.

  28. crispinus, es wäre nett von...
    crispinus, es wäre nett von Berlin, wenn man erst mal die Verkehrsmittel, die Hooligans und die Finanzen in Griff bekäme, bevor man sich an das nächste Pleiteprojekt zur Ablenkung von altem Versagen macht. Oder die Stadt gleich auflöst, eonplaniert und etwas sinnvolles damit macht (Ackerland, Viehzucht, Spreeauen, Parklandschaft mit Ruinen).
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    christina, bei uns daheim haben sie auch so ein Ding vor der Stadt gebaut, auf dem Areal einer ehemaligen petrochemischen Anlage, und es Ingolstadt Village genannt. Da kommen sie zwar von Fern, aber nicht von nah. Die Einheimischen wissen schon, wo sie sich besser nicht ausnehmen lassen.

  29. dunnhaupt, wir fahren heute ja...
    dunnhaupt, wir fahren heute ja auch hinauf nach Dorf Tirol und besuchen einen kühlen Park. Frau Diener wird zudem nachher den Unterschied zwischen Sommer- und Winterpromenade erklären, und Hitze macht mir ohnehin nichts aus. Sie ist hier leichter zu ertragen als im Dieseldunst des Berliner Vorurals oder den Rennstreckengerüchen Münchens.
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    No. 6, ich will keineswegs sagen, dass die Kundschaft der besseren Gesellschaft unschuldig an diesen Entwicklungen ist. Der Markt gibt her, was nachgefragt wird. Allerdings muss man auch sehen: Ab einer gewissen Vermögensklasse fährt man heute nicht mehr in Kur, sondern hat einen Zweitwohnsitz. Den aber wiederum oft in der Nähe eines Kurortes. Deshalb werde Kuranlagen ja auch oft in Appartments umgebaut, so etwa an der Riviera. Der Rest macht irgendwo Wellness. Naja.

  30. Der cafè wirkt, daher etwas...
    Der cafè wirkt, daher etwas zum Thema: für die elpais.com existiert eine gripe porcino gar nicht mehr. Das schätze ich an diesem Land, wie es im Eiltempo gemäß seiner wirtschaftlichen, momentan aber stockenden Entwicklung – wegen la crisis inmobiliaria – und der Überwindung der noch fast greifbaren Diktatur über solche mortalitätsbefördernden Erscheinungen hinwegsieht. Nur im Teil sociedad/salud will man (sogar) noch auf den virus a/gripe aviar sprich Vogelgrippe eingehen und verkündet hier Maßnahmen der britischen Regierung laut BBC. OK, meine zeitweilige Heimat, die ETA macht wieder zu schaffen und die Brände, die wahrscheinlich die gripe porcino – klingt so lecker nach Spanferkel/cochinillo, hat auch so schöne Vokale – ausgeräuchert haben. Leider sind die Spanier für ihre Fremdsprachenresistenz bekannt, würde denen sonst gerne den faz.blog empfehlen, um sozusagen auf Augenhöhe zu bloggen.

  31. Don Alphonso, das Problem mit...
    Don Alphonso, das Problem mit dem Chinaschrott (und mit den Schwiegereltern) ist das bisherige hohe Werteempfinden für Produkte, dieses schlägt uns heute ein Schnippchen. Ein Toaster zum Rösten von Broten für 8 Euro? Der muß her, das ist doch praktisch, toll, daß sowas jetzt so billig ist! Daß es sich dabei um funktionslosen Schrott höchster Kategorie handelt wird dabei übersehen.
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    Man hat dieses Problem teilweise selbst: Unmengen von Werbegeschenken, wie Lanyards, kleine Radios, Schälchen, Kinderspielzeug von Schnellrestaurants, Plastik-Yo-Yos und tausenderlei andere Dinge bevölkern die Wohnung. Und bei jedem einzelnen Stück denkt man intuitiv „das könnte man nochmal brauchen“ oder „das kann ich doch nicht einfach wegwerfen“. Doch, genau das kann und muß man.
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    Ansonsten kaufen die Schwiegereltern durchaus auch Qualität und stöbern auf Antikmärkten. Aber es ist eben die Begeisterung für Maschinelles und das falsche Werteempfinden, was ihnen einfach nicht beizubringen ist…
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    „Wie wird man so klug, ohne vorher so dumm gewesen zu sein?“ – Ja, zum Teil geht das nicht anders. Durch reines Nachdenken kann man nur einen Teil antizipieren: Rauchen, Saufen, Drogen zum Beispiel. Schwieriger wird’s dann schon, wenn man zuviel Benzin im Blut hat… Sie verstehen…?

  32. Don, "Dackelbauch" ist gut....
    Don, „Dackelbauch“ ist gut. Ich werde beim dem unschönen Ding an eine Badewanne auf Rädern erinnert. Bitte etwas ausführlicheren Fahrbericht, nur so zum Freuen.

  33. Bevor der cafè nachlässt: Im...
    Bevor der cafè nachlässt: Im Geiste aller mache ich einen konstruktiven Vorschlag bzw. stelle ich die Vertrauensfrage: Ist es nicht an der Zeit, lieber Don, uns die ftp-daten des faz-servers zu übertragen, denn so könnten wir schneller posten, in Echtzeit sozusagen, müssten Sie nicht ständig belästigen bei Tiroler Speck, Walnussbrot und Veltliner und um Freischaltung bangen!? Dieses neue Angebot könnte heißen: die faz.blog.don-alphonso-realtime-flatblog-premiumcard-special-edition. Eine Geschäftsidee am Rande. Verzichte aus Dank auch auf copyright.

  34. Das mit den Kommentaren und...
    Das mit den Kommentaren und der Freischaltung ist nicht meine Idee und meines Erachtens auch nicht optimal, aber an einer Lösung wird gearbeitet.

  35. @Frau Diener, oh, ich wähnte...
    @Frau Diener, oh, ich wähnte Sie nicht mehr am Leben. Sehr geschickt, so auf Ihren neuen blog zu verweisen. Nach Neutralisationsphase werde ich mich auch Ihnen widmen, denn ich halte hier es mit dem: ….ich kann auch nichts, aber das reicht offensichtlich auch……..

  36. @nico: Irgendeine quality...
    @nico: Irgendeine quality control muss der Don doch bei den Kommentaren haben, siehe die unflaetigen Trolls vor ein paar Tagen. Von Ihnen haette ich allerdings nicht erwartet, dass Sie vergessen/ueberlesen, dass der Don aus religioesen Gruenden dem Alkohol entsagt – also einen Veltliner wird er hoechstens der Frau Diener oder dem Holgi anbieten, aber niemals selber verkoestigen.

  37. @mawu: ich wollte mich hier...
    @mawu: ich wollte mich hier erst garnicht einmischen, habe ich doch haesslichen Terrassenbeton anzustreichen. Aber das Stichwort „Toaster“loest bei mir eine Phobie aus.
    Toaster? In meinem ganzen langen Leben habe ich noch keinen gefunden, der nicht extrem haesslich ist, und keinen, der bei mir laenger als 6 Monate ueberlebte. So schnell gingen sie kaputt, und die kamen noch nicht mal aus China.
    Toaster und Kleiderbuegel….

  38. Pardon, ich war mal wieder...
    Pardon, ich war mal wieder versehentlich als Frau Diener angemeldet. Ärgerlich. Wie auch immer: Hier der ergänzende Beitrag von der Kurpromenade von Frau Diener:
    http://faz-community.faz.net/blogs/ding/archive/2009/07/29/beobachtungsposten-zwischen-rabatten-die-promenade.aspx

  39. Filo, es ist natürlich auch...
    Filo, es ist natürlich auch nicht alles optimal, was hierzulande, oder zumindest von deutschen Unternehmen produziert wird. Und ich weiss auch nicht, was Sie so mit Ihren Toastern anstellen… Im Notfall hilft aber oft das Ausweichen auf Profi-Produkte oder deren Ableger, die man am besten im Fachgeschäft bezieht. Diese Produkte sind meist sehr solide gebaut und reparierbar (!), speziell mit dem entsprechenden Kundendienst der Bezugsquelle. Die Konsumerprodukte sind oft Dreck und, im Internet gekauft, schwer umtausch- oder reparierbar.

  40. das ist kein versehen, der...
    das ist kein versehen, der Mediziner nennt das posttraumatische Schizophrenie. kenne ich, ist kurierbar. Sie sind ja gerade an geeignetem Ort.

  41. Kleine Ergänzung zum...
    Kleine Ergänzung zum Thema:
    Ein bekannter Anbieter von sog. „Last-Minute-Reisen“ wirbt derzeit mit „Schweinepreisen für Mallorca“, amüsanterweise inclusive „Krankenversicherung für 12 €“. Schön, daß der moderne Kapitalismus auch für potenziell Pandemiebetroffene hurtig eine praktikable Internierungsmöglichkeit generiert.

  42. hallo,

    ich BIN das...
    hallo,
    ich BIN das einkaufszentrum. ich werde nicht halt machen, bis nicht die ganze welt ein einziges großes einkaufszentrum ist. ich habe in den siebzigerjahren angefangen, den stationären einzelhandel auszulöschen, habe mit den ersten centern riesige gewinne gemacht. jetzt dehne ich mich krankenartig über die gesamte verbliebene einzelhandelswelt aus. nicht und niemand kann mich aufhalten. ich entkerne die innenstädte, ich versetze berge und historische quartiere um noch näher bei euch sein zu können. ich nehme euch aus, ich versklave euch mit ssv, wsv und parkgebühren. ich biete euch parkraum und lasse euch nie mehr los. um ein mittel gegen schweinegrippe in der einzigen erhaltenen apotheke, natürlich IN mir gelegen, kaufen zu können, musst du auf mein parkdeck. überschreitest du die erste stunde, nehme ich dir dein letztes hemd. wird dein auto aufgebrochen, erwarte nicht, dass ich dir dein auto ersetze. ich ziehe vor gericht, bis du kein geld mehr hast, um weiter gegen mich zu streiten. bist du erstmal in mir, wirst du mich nicht mehr los. ich verköstige dich, ich verarzte dich in den obersten stockwerken, ich kleide dich ein, schminke dich und wenn es so erfolgreich weitergeht, werde ich dich auch in mir begraben. sei auf der hut, dass du nie in einem geschäft gesehen wirst, das nicht in mir liegt. ich sehe alles und verzeihe nichts. ich zeichne mit neuester computer- und cameratechnik deine blicke auf und schiebe genau die produkte in dein gesichtsfeld, an die du erst in zehn sekunden denken wirst. ich kann gedanken lesen. freue dich auf dein leben, deine zukunft bin mir…du gehörst mir… mir….nur mir…. bis in alle ewigkeit….

  43. @Cao Ky

    Hätte sich der Saudi...
    @Cao Ky
    Hätte sich der Saudi mal zur Sommerfrische nach Ägypten aufgemacht, wäre er seinem Schicksal entgangen.
    http://www.sueddeutsche.de/wissen/482/467060/text/

  44. @Nestor: Die saudischen...
    @Nestor: Die saudischen Behoerden stehen hier vor einem Raetsel: „The man had never traveled outside the country and had no communicable diseases, said Saudi Ministry of Health spokesman Khalid Al-Marghalani.“ Aber ob Aegypten besser gewesen waere? Die Behoerden wollten dort zwar alle Schweine schlachten, die die dortigen Christen halten (und die sie nach Bekanntgabe des Schlachtvorschlags erstmal zur Sicherheit in die Wueste zum Verstecken trieben), aber haben dann doch von diesem drastischen Vorhaben Abstand genommen. Jetzt sind die Saudis aber sehr besorgt, was waehrend der anstehenenden Pilgerfahrt passieren wird: „Saudi Arabia has launched an investigation into its first fatality from the H1N1 Virus as it tries to head off a swine flu epidemic before millions descend for the annual Hajj pilgrimage, health officials said.“ Quelle: CNN

  45. an brixen hab ich keine...
    an brixen hab ich keine erinnerung. ich muss mir mit wikipedia behelfen.
    „Über Brixen lag ein Ausdruck schwerster Versimplung, der auch dadurch nicht gemildert wurde, dass der Gasthof zum Andenken an den ersten in Brixen durchgeführten Elefanten anno 1566 seinen Namen hienach erhalten, und dass der Wirt zur Bequemlichkeit der durchreisenden Herren Geistlichen im zweiten Stock eine Kapelle hat bauen lassen.“
    – Joseph Victor von Scheffel: Römische Episteln (1853)[3]
    „[…] ist Brixen und seine Umgebung aufrichtig und kurz gesagt ein miserables, durch Mißbrauch der Religion verdorbenes Nest voll Dummköpfe und Heuchler, mit wenigen Ausnahmen, von denen ich aber nach einem Aufenthalt von 13 Monaten noch keine kennen gelernt habe. […] Und Brixen ist in dieser Beziehung nach dem allgemeinen Urteile selbst der Tyroler die schlechteste Gegend!“
    – Karel Havlíček Borovský: Brief vom 1. Februar 1853 an Emilie Zöldnerová in Prag[4]
    http://de.wikipedia.org/wiki/Brixen
    sich zwischen brixen und meran zu entscheiden, die wahl scheint keine leichte.

  46. Wenn Cao Ky schon Poe ins...
    Wenn Cao Ky schon Poe ins Spiel bringt, dann bietet sich hier ein weiterer Verweis auf das Horrorgenre an. Den ultimativen Kommentar zu Einkaufzentren hat George A. Romero bereits 1978, als diese Pest noch neu war, abgegeben. In „Dawn of the Dead“ (schade, daß der Don nicht nur auf Fleisch, Alkohol, sondern auch auf Filme verzichtet), einem Klassiker des Zombie-Films, flüchtet sich eine kleine Gruppe vor der Zombiepandemie in ein Einkaufzentrum. Als sie feststellen müssen, daß die Zombies wie magisch von der Shoppingmall angezogen werden, entspinnt sich folgender legendäre Dialog:
    .
    Peter: They’re after the place. They don’t know why, they just remember. Remember that they want to be in here.
    Francine Parker: What the hell are they?
    Peter: They’re us, that’s all, when there’s no more room in hell.
    Stephen: What?
    Peter: Something my granddad used to tell us. You know Macumba? Voodoo. My granddad was a priest in Trinidad. He used to tell us, „When there’s no more room in hell, the dead will walk the earth.“
    .
    Und wenn die Hölle sie ausspuckt, dann wollen sie ersatzweise ins Einkaufszentrum. Doch, der allegorische Charakter und tiefschwarze (bzw. blutrote) Humor des Filmes könnten dem Don eigentlich gefallen. Die Splatter- und Gore-Effekte vielleicht weniger…

  47. Lieber Don,
    Ihre...

    Lieber Don,
    Ihre Wortschöpfung „des Berliner Vorurals“ ist zu höflich. „Berliner Vorurinal“ trifft das Ambiente und das Parfüm dieser Stadt besser. Damit sei aber nichts gegen die Gunstgewerblerinnen gesagt, die in den Culturati-Hotels in Zweierreihen die Theken bevölkern; denn zumindest bis zum ersten Freier aus der Business-, Werbe-, Film- und Theaterszene riechen diese Zeitgenossinen besser als ihre Stadt.

  48. Tomahawk, das eine schliesst...
    Tomahawk, das eine schliesst das andere weniger aus, als es das beinhalten würde. Ich denke, der Wohlgeruch ist auch ein Marketingtrick, denn damit bekommt man nicht nur das, was solche Männer offensichtlich brauchen, sondern auch ein wenig Abwechslung von der berüchtigten „Berliner Luft“. Hier in Meran jedenfalls ist die Luft vervorragend.
    .
    Alter Bolschewik, viele lebende Zombies sind heute so abgerichtet, dass Leben gleich Einkaufen und der Billigladenkatalog identisch mit Literatur ist. Insofern kann das alles nicht überraschen. (Allerdings möchte ich den florentiner Modistinnenhut, den die Begleiterin heute auf mein Zuraten erwarb, ausdrücklich ausnehmen – das galt der Sonnenstichabwehr.

  49. abf, Brixen ist für mich ein...
    abf, Brixen ist für mich ein Sonnenhang voller Preiselbeeren, ein Ozean von Preiselbeeren, davor ich mit einem riesigen Flechtkorb und einem Eisenrechen, und dann ein grosses Feuer in der Küche, wo daraus Preiselbeermarmelade gemacht wird.
    .
    ece, das ist nur eine Zeit- und Sozialerscheinung, die eine Weile läuft und dann irgendwann wieder, weil die Menschen es nicht mehr sehen können, in Schäbigkeit zugrunde geht. Der wirklich sehr schöne Modistinnenhut heute jedenfalls kommt von unter den Lauben.

  50. Ja, die Konsumitis. Ich habe...
    Ja, die Konsumitis. Ich habe auch wirklich kein Verstädnis dafür, was die Leute immer in diese Shoppingghettos treibt. Was kann man denn da eigentlich kaufen ohne sich stigmatisieren lassen zu müssen?
    Einrichtungsgegenstände und Haushaltsbedarf wird es kaum sein; Lebensmittel wird es dort auch keine vernünftigen geben und schon gar keine tragbaren Krawatten. Allerdings ist ein solches Ghetto wohl die Antwort auf die Frage, woher gewisse Herren grässlichste Krawatten beziehen.
    Don Alphonso, was haben Sie denn gegen rosa Kniestrümpfe? Ich habe Unmengen von rosafrabenen, hellblauen, violetten und roten Kniestrümpfen. Die passen sehr gut zu schweren bielleser Stoffen.
    Gerade Bad Ischl ist ein Musterbeispiel des Niedergangs. Nur noch der Zauner treibt einen dorthin.Dabei gibt es herrliche Kurbauten. Nicht nur das Friedrichsbad, auch die Therme von Bad Wildbad (allerdings). Ich weiss wirklich nicht, warum man die Mastanlagen der Mittelmeerküste solchen Bädern vorzieht.

  51. <p>Wenn es mich von der Küste...
    Wenn es mich von der Küste in andere Gefilde zieht, so ziehe ich Bad Ischl, Bad Aussee, Altaussee und Gössl am Grundlsee vor. Wenn sich doch alles immer und überall verändern muss, so will ich eine Konstante im Leben haben und das ist nunmal das Ausseer Land. Wer einmal dort gewesen ist und einen mal nicht komplett verregneten Sommer verlebt hat, der weiss, dass man eigentlich nirgends die Sommerfrische stilvoller verbringen kann. Sollte es dann – eigentlich wie jedes zweite Mal – regnen, dann besteht eine wahnwitzige Gefahr. Die Gefahr des Platzens. Denn bei Regen lässt es sich eigentlich nur beim Zauner in Bad Ischl erträglich verweilen. Am Samstag am Nachmittag bei lauen Temepraturen an der Traun sitzen unter gestutzten Platanen, einem Pianospieler, der dafür extra dort ist, lauschen, einen großen Braunen trinken und Zaunerschnitte um Zaunerschnitte zu sich nehmen – aaacchhh herrlich. Und das nun schon so lange ich denken kann. Also: weg von Meran und den anderen Hochburgen der Modistinnen und Feierabend-Machos hin nach den alten Werten gereist…..

  52. Heinz Peterlicht, vielleicht...
    Heinz Peterlicht, vielleicht sollte man einfach die Rückflüge ausfallen lassen und die Maschinen – die Luftfahrtindustrie hat ohnehin Überkapazitäten – an Ort und Stelle auseinandersägen. Damit wäre allen geholfen; die einen hätten Party für ein sehr langes Immer, und die anderen ihre Ruhe. Schweinegrippe wird erst nach Malle ein Problem.
    .
    mawu, as ich an meinem Photohändler so schätze: Er macht immer einen Aufkleber seines Hauses auf die Kamera. Damit die Kunden wissen, an wen sie sich im Garantiefall wenden können, und damit er sie zurückgeben kann, wenn sie mal gefunden werden. Sehr fein, das.

  53. Nun hab ich`s: Unten ist nicht...
    Nun hab ich`s: Unten ist nicht nur zu viel Werbung, auch herrscht hohe Ansteckungsgefahr für gripe porcino. Das wusste schon Martin Luther: Lernst du wohl/wirst du gebratener Hühner voll/Lernst du übel/musst du mit der Sau zum Kübel.
    Gut, das Hühner keine Vögel sind, sonst……………

  54. Dipsy, ich tippe auch den...
    Dipsy, ich tippe auch den Grosskomplex des „Entertainment“. Für manche Menschen ist das Prozentzeichen schöner als sie Nike von Samothrake.
    .
    Gegen pinkfarbene Socken dagegen entwickelt man hier eine Aversion, wenn die Komplettpackung mit Tätowierung, blonde Strähnchen und ganz speziellen taschen in Erscheinung tritt, und zudem meint, dass Studierte blöd sind, weil sie kein Geld verdienen. Letzthin am Tegernsee selbst erlebt.
    .
    Nun, Luther würde ich jederzeit eine Reise nach Malle schenken.

  55. don,... - ganz, ganz...
    don,… – ganz, ganz eigenartig… – ich kriege gerade das brueno-filmplakat nicht ausm kopf.

  56. ...und sonst?...
    …und sonst?

  57. Geschätzte...
    Geschätzte Sommerfrischler,
    steht denn auch Trauttmansdorff (am östl. Ortsrand) auf Ihrer Agenda ? Buona giornata !

  58. Taetowierung geht absolut...
    Taetowierung geht absolut nicht! Ich sehe hier ueberall diese schrecklichen Menschen. Neulich,die Kroenung schlechthin, einen 150kg Jeans-Menschen, welcher auf dem ueberbreiten Gesaess den goldenen Aufdruck „RICH“ hatte! Dazu goldene Halbschuhe (wohlbemerkt, keine Turnschuhe), das Hemd offen bis zum Nabel…§ Naja, es war F1-Zeit.
    Man muss nicht nach Malle, um so etwas zu sehen! Die einzige Entschuldigung,welche ich diesem Wesen noch zugestehe: Ich hoerte seinen saechsischen Dialekt

  59. Don Alphonso, das war meine...
    Don Alphonso, das war meine heimliche Hoffnung. Vielleicht bricht die Seuche aber auch schon vor Ort aus und Mallorca wird zum Sperrgebiet erklärt. Resteuropa verlebt dann ein paar schöne Spätsommerwochen ohne die Insassen der Insel. Die derzeit angenehm leeren Städte und Straßen genieße ich gerne auch in der Nebensaison. Im Winter können die Leute von mir aus in alter Frische wieder heim kommen.

  60. Don Alphonso, jetzt habe ich...
    Don Alphonso, jetzt habe ich mal einen Musiktipp für Sie, anläßlich Ihrers Promenierens mit Frau Diener: Gonzalo Rubalcaba, „Promenade“ auf dem Album „Inner Voyage“, erschienen auf Blue Note. Sehr, sehr elegante Musik. Ist zwar Jazz, aber es könnte ja sein, daß Sie zwischendurch auch mal etwas neues hören wollen.

  61. Still und heimlich verfaehrt...
    Still und heimlich verfaehrt man mit dem Tod im neuen Deutschland. Wann haben Sie das letzte Mal einen als solchen erkenntlichen Leichenwagen im Einsatz gesehen – und ich meine nicht den dackelbaeuchigen schwarzen Leihwagen des Don und seiner geschaetzten Copilotin! Und auch nicht den Zweitgenutzten von Ex-hippies auf der Autobahn. Richtig: der Tod, und alle seine Anzeichen, wird aus dem oeffentlichen Leben weitgehend verbannt. Wenn noch einmal ein altes Familienmitglied wie die Grossmutter zu Hause sterben sollte, statt wie im Regelfall im Krankenhaus, kommt diskret ein VW-Van im neutralen Silber oder Weiss – so neutral und ohne Firmenaufschrift dass es wieder auffallen sollte! – und holt die Leiche am Besten auch noch nach Einbruch der Dunkelheit, damit auch ja keine Befindlichkeiten der Anwohner verletzt werden. Und selbst die letzte Fahrt auf den Friedhof findet nun oft auch in unmarkierten weissen Transportern statt, alles schoen diskret – und verdraengt. Nun sollte man bei den kuenftigen Opfern der Schweinegrippe sicher keine Sau vor dem Leichenzug hertreiben – aber diese totale Verdraengung des Todes aus dem (noch) oeffentlichen Leben sollte zu denken geben. Diese Gedanken nur, weil der Blog ja von Pandemie – und damit kuenftigen „megadeaths“ – handelt.

  62. abf, das war ganz anders. Wir...
    abf, das war ganz anders. Wir schreiben ohnehin mal was über Traum und Trauma Südtirol, da werde ich das etwas ausführen. Und ich hatte auch keine Lederhose an..
    .
    sadeler, da waren wir heute. Schon aus der Ferne beschlich uns das Gefühl, dass es keinen Park um Trautmannsdorf hat, wie wir das mögen. Aber die Villeb auf dem Weg waren toll.

  63. Taetowierung, man entgeht dem...
    Taetowierung, man entgeht dem woh nur in Ländern, in denen die Codes sehr viel strikter sind, und da gibt es dann andere Fehltritte. Trotzdem, so wie es ist, müsste es einfach nicht sein. Aber wir arbeiten daran.
    .
    Heinz Peterlicht, nachdem ich die Ballermänner am Tegernsee auf der Durchfahrt in voll beschallte Skigebete habe, wäre ich für ene beständige und irreversible Lösung. Es würde denen und uns nichts ausmachen.

  64. mawu, ich werde morgen vom...
    mawu, ich werde morgen vom dornigen Weg durch Kateen beim Versuch, galant zu sein berichten. Nichts könnte umlyrischer und weniger musiktauglich sein. Aber ich höre mir das gern an.
    .
    Cao Ky, nun, ich wohne zwischen Kirchen, wo der Tod ein Thema ist, einem Kloster, dessen Schwestern nicht die Jüngsten sind, und einem Spital. Der Leichenwagen ist hier ein oft gesehener und in der Regel unwillkommener Gast. Aber natürlich: Man mag den Tod nicht, und es gibt auch keine Kultur des Todes mehr. Aber das kann man ja ändern.

  65. @Cao Ky/Don Lese just deine...
    @Cao Ky/Don Lese just deine Auführungen über den Tod und Leichenwagen. Ich kann von Kaffeefahrten berichten, die genau das Gegenteil praktizieren – mit Erfolg. Tod und Begräbnis als öffentlicher Raum und kommunikatives Erlebnis. Und dies ganz günz günstig zum Mitfahren nach Polen beispielsweise. Die Leich immer im Nacken – im Hänger. Keine Sorge also.

  66. Naja, diese scheußliche...
    Naja, diese scheußliche Architektur ist doch genau das, was der automobilisierte westliche Hobbynomade verdient und letzlich auch kriegt.
    Ein Grandhotel war eben nur für jene, die an einem Ort verweilen wollten.

  67. Don Alphonso, Sie haben recht....
    Don Alphonso, Sie haben recht. Als nichtalpiner Mensch vergaß ich kurzzeitig, daß dieselben Leute, die sommers die Mallorquiner drangsalieren, im Winter über den Alpenraum herfallen. Mein Beileid.

  68. Interessant, welche...
    Interessant, welche Weltansichten hier publiziert werden. Ich kann ja verstehen, dass es nicht zu Rüschenkleidern und Gehrock passt, wenn jemand tätowiert ist. Dass man aber wohl entschuldigt ist, wenn jemand stark übergewichtig, seltsam gekleidet, tätowiert UND einen sächsischen Akzent hat, das deutet doch klar auf Vorbehalte gegen ganze östliche Bevölkerungsgruppen hin. Sprich: wenn jemand einen sächsischen Akzent hat, dann kann er auch ruhig asozial sein, das passt schon. Ich komme nicht aus Sachsen, nicht mal aus dem östlichen Teil der Bundesrepublik. Und ich mag den sächsischen Akzent auch nicht besonders. Trotzdem finde ich es seltsam, dass diese Aussage hier so unkommentiert freigeschaltet wird. Oder liegt es eben daran, dass die „Stützen der Gesellschaft“ fest zementierte Ansichten haben und diese Aussage schon ganz gut ins eigene kleine Weltbild reinpasst?

  69. @ Cao Ky: immerhin geht es...
    @ Cao Ky: immerhin geht es noch auf den Friedhof und nicht zur Keksfabrik. Der neue Soylent „Leibnitz“, nur echt mit 32 Zähnen. Das kommt aber auch noch – wenn uns die Natur mit dem nächsten fiesen Virus nicht zuvorkommt.

  70. Altötting hat Vorstädte?...
    Altötting hat Vorstädte? Interessant… ;-)

  71. Doctor Snuggles, daß der...
    Doctor Snuggles, daß der sächsische Dialekt von manch einem mit Vulgarität gleichgesetzt wird, finde ich auch als Nichtsachse ziemlich unverschämt.
    Es zeigt aber, daß die eine oder andere kommentierende vermeintliche „Stütze der Gesellschaft“ mit eigener Limitierung zu kämpfen hat.

  72. Doctor Snuggles, das gehört...
    Doctor Snuggles, das gehört in diesem Blog zum guten Ton, daß man hemmungslos seinen sozialen Vorurteilen frönt. Und das noch lustig findet. Wobei man als Ostdeutscher noch eher eine Chance hat denn als Berliner. Und genau das macht das hier unter anderem so faszinierend, der Einblick in die Geisteswelt der Bessersituierten, die sich von der Kunstfigur „Don Alphonso“ dahingehend provozieren lassen, ihren ganzen Dünkel offenzulegen. Das ist nicht wirklich schlimm, wenn man sich daran gewöhnt hat, sondern lehrreich. Gelegentlich kann man ja auch ein bißchen gegen den Stachel löcken, dann lernt „meinesgleichen“ nicht nur etwas über den Klassenfeind, sondern auch umgekehrt.

  73. @Snuggles&Peterlicht
    Und von...

    @Snuggles&Peterlicht
    Und von der Zensur vor der Freischaltung bekommt man noch irgendwie dann wieder die Kurve zur Buecherbrennung! Aber was ist schon Meinungsfreiheit?
    Deutschland, Deutschland ueber …..!

  74. Grimaldeli, die...
    Grimaldeli, die Meinungsfreiheit wird durch gute Manieren nicht gefährdet. Versuchen Sie es ruhig mal…

  75. @Heinz Peterlicht
    In meinem...

    @Heinz Peterlicht
    In meinem Alter laesst man sich nicht mehr benoten!
    Und schon gar nicht vom“Klassenfeind“!

  76. Grimaldeli, ich fürchte,...
    Grimaldeli, ich fürchte, dieser Versuch ist recht kläglich gescheitert. Zu Ihren Gunsten nehme ich an, daß es weniger mangelnder Intellekt, als Ihr temperamentvolles Naturell ist, welches Ihnen den Blick auf den Sachinhalt meiner Anmerkungen von 11:30 und 15:35 verstellt.

  77. Ah ja, das Sochsentum. Nun,...
    Ah ja, das Sochsentum. Nun, einerseits ist es ja nicht so, dass auch nicht andere Landsmannschaften leiden müssteb; als Bayer, der schon mal in NRW war und merkt, dass die sich dort überlegen vorkommen, kennt man das.
    .
    Wie es der Zufall haben will, haben wir heute im Cafe Elisabeth über das Problem gesprochen und sind übereingekommen, dass das urteil über Sachsen besser begründet sein sollte. Wir plädieren im gesamten Osteb auf eine unglückliche Kombination eines gewissen Menschenschlags mit einer Diktatur, deren Freudlosigkeit, Mangel an bürferlichen Manieren und ruppige Genossenschaftlichkeit gut zu Land und Leuten passe.

  78. Alter Bolschewik, ich möchte...
    Alter Bolschewik, ich möchte hier auch eine Lanze für soziale Vorurteile brechen. Keine Vorurteile, keine Klassenabtrennung. Man braucht einfach Werkzeuge, um die Klassengesellschaft zu perpetuieren, und da sind Vorurteile hemmungsloser Natur bestens geignet – zumal die anderen sich tatsächlich Bildchen in die Haut stechen lassen, Sportsandalen tragen und den Finger nicht abspreizten, selbst wenn sie Tee trinken würden.

  79. Don Alphonso, vielen Dank für...
    Don Alphonso, vielen Dank für die salomonische transalpine Prise. Den Rückenwind nutzend, verlasse ich nun diesen Teil Ihres schönen Blogs.
    P.S.: Danke auch für Ihre Nachsicht bezüglich der kleinen Rauferei in Ihrem Vorgarten.

  80. nico, zum Thema Altern in...
    nico, zum Thema Altern in Würdelosigkeit komme ich noch.
    .
    Lebowski, sicher: Das kommt am Ende dabei raus. Bettenburgen statt Bürgerpaläste. Ich glaube aber nicht, dass man die Zeit zurückdrehen kann: es gibt heute kaum mehr Lederkoffer, aber dafür Millionen Trolleys. Es gubt keine Kultur des Bedienens mehr, aber ein Frühstückbüffet. Man zieht sich nicht mehr um. Es ist in allen Aspekten anders. Traurig, aber nur zu ändern, wenn man für vier Tage sechs Paar Schuhe mitnimmt. Ja, auch als Mann.

  81. @Heinz Peterlicht
    Scheitern...

    @Heinz Peterlicht
    Scheitern kommt in meinem Sprachschatz nicht vor!
    Wir haben das in unserer Familie seit Generationen denke und was schlichtweg durch die Vokabel „ERFOLG“ ersetzt!
    Aber nach einigen Blogbeitraegen, jemandem, den man nun wirklich nicht kennt, mangelndes Benehmen vorzuwerfen, dazu gehoert schon eine wahrhaft gute Kinderstube.
    Ich sag grundsaetzlich, was ich will. Meine Beitraege waren nie direkt gegen eine Person aus dem Forum gerichtet.Aber ich kaeme nie auf die Idee, Ihnen oder einer anderen Person im Forum vorzuschreibenzu , was ich nicht hoeren will (mit der Ausnahme, jemand wuerde behaupten, Auschwitz waere Luege).
    Woher also Ihre Anmassung? Persoenliche Probleme oder vieleicht sind Sie nicht tough genug im Beruf oder Beamtentum? Ich weiss es nicht und, ehrlich gesagt, ich will es auch nicht wissen!
    Ich bin nicht Bestandtel einer Encounter-Group an der Sie teilnehmen. Ich bin nur ein Konsument der FAZ, welcher die Blogs von Don Alphonso verfolgt, da er sie interessant findet.
    Und ich verwehre mich gegen persoenliche Angriffe.
    Ihr P.S. an Don war von der Rhetorik her ausserdem mehr als deutlich.
    Hofschranzen hatten wir schon immer. Nur heute werden sie nicht mehr vom Hof gejagt.
    Wir haben eine feinere Art gefunden: Wir lassen sie „IHR“ Leben leben.
    Machen Sie die Augen auf und schauen Sie sich um. That’s it!!!!
    Adieu de MC
    P.S.: Desolais Don Alphonso! Ich klinke mich hier aus. Lesen werde ich Ihre Blogs mit Sicherheit weiterhin, aber dem Volke lasse ich lieber, was des Volkes ist!
    Dafuer ist das Leben einerseits zu schoen und andererseits manchmal auch zu kurz

  82. Grimaldeli, es lohnt sich...
    Grimaldeli, es lohnt sich nicht, sich die Lust nehmen zu lassen. Ich würde dergleichen einfach ignorieren, das wäre ich mir wert.

  83. Werter Don, ich habe vollstes...
    Werter Don, ich habe vollstes Verständnis für die Vorurteile der privilegierten Klassen, die ja tief in deren Traditionen wurzeln. Schließlich legitimierten sie ihr Dasein (zumindest in Gesellschaften, in denen das Privileg der Legitimation bedurfte) eigentlich immer durch die Minderwertigkeit der weniger Privilegierten. War diese früher noch einer Inferiorität des Blutes geschuldet – noch im 19. Jahrhundert wurden die englischen Proletarier als „race“ bezeichnet -, so ist heute nurmehr die kulturelle Distinktion geblieben. Doch wodurch legitimierte sich das Privileg besser als durch den abgespreizten Zeigefinger beim Teetrinken.
    .
    Ich wünschte nur, meine Klasse verfügte noch über das gesunde Arsenal von Vorurteilen, die früher einmal unter dem Begriff des „Klassenbewußtseins“ zusammengefaßt wurden. Aber wenn ich die Leserbriefe in meiner Gewerkschaftszeitung als halbwegs repräsentativen Ausdruck akzeptiere, dann sieht es mau aus – viel mehr als ein moralisierendes Gegreine über „die da oben“ ist davon nicht mehr übriggeblieben. Aber in Ihrer Klasse sieht es, unter dem Strich, wahrscheinlich auch nicht viel besser aus…
    .
    PS: @Grimaldeli: Lassen Sie sich doch nicht so schnell abschrecken, ein klein bißchen Zoff belebt das Blog, und beim nächsten Beitrag des Dons ist dann auch schon wieder alles vergessen.

  84. Nun, das Problem ist ja, dass...
    Nun, das Problem ist ja, dass die Arbeiterklasse sich gar nicht mehr als Klasse, sondern als Miteigentümer betrachtet und dabei übersieht, wie sie allenthalben rausgedrängt wird. Reallohnverlust, die Forderung nach höheren Mehrwertsteuern, Verblödung durch Raab und andere Schmierendarsteller… selbst nicjht ganz unschuldig, möchte man da sagen.

  85. @Grimaldeli, ich insistiere:...
    @Grimaldeli, ich insistiere: halte durch!
    @Don, ich bitte Sie inständig, lassen Sie „comedians“ ein Thema werden. Ich verließe das Haus nicht mehr, gibt ja 24h catering…

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