Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Das stilvolle Überleben der Pandemie V: Die Rettung des jungen Alphonso

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Ich gehöre noch zu der Generation, die vor dem Modernisierungswahn der Alpen einen letzten Rest dessen erhaschen konnte, was man früher nicht proletarisch "Urlaub" nannte, sondern gehoben "Sommerfrische". In den 70er Jahren konnte man mit etwas Glück noch so reisen und und so artig leben, wie man es vor hundert Jahren tat, die Hühner terrorisieren und beim Kartenspiel betrügen, bergwandern und Pfifferlinge sammeln. Mein wirklich sehr vorteilhaftes Bild von Südtirol und Meran stammt aus jener Zeit, und im Gegensatz zu meiner Reisebegleiterin ist es auch heute noch ein Traum ohne Trauma.

Kinder (durcheinander, gurgelnd) : In Tiroll – in Tiroll – im schönen Land Tiroll!
Maria (entsetzt): Gott, ist das eine verknödelte Gesellschaft!
Oskar Panizza, Das Liebeskonzil

Fahr nicht so schnell, sagte meine Mutter, aber wir hopsten natürlich unangegurtet auf dem Rücksitz und riefen Schel-ler Schnel-ler, und dann tat mein Vater das, was ihm auch Spass machte, trat das Gaspedal durch, und die Nadel des runden Tachos zitterte sich den 170 entgegen. Auf der linken Spur brauste der signalgrüne – die Farbe hatten wir Kinder stilsicher ausgesucht – Audi 100 GL das Inntal entlang, und dann wich mein Vater auf die Brenner Staatsstrasse aus und jagte den Wagen über all die Kurven hoch zum Pass, wo meine Schwester, im Gesicht nun ebenfalls signalgrün, zum Beweis ihres damenhaft nervösen Magens kotzte. Dann fuhren wir weiter. Nach Südtirol, in die Nähe von Brixen, auf einen Bauernhof.

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Wir waren sehr oft in Südtirol. Zum Skifahren sowieso, und auch im Sommer. In Meran, im Vinschgau, im Grödnertal. Meine Ärzte waren noch vom alten Schlag und hatten mir, ganz klassisch, wegen des Heuschnupfens Höhenluft verschrieben. Mein Onkel, seines Zeichens Schuldirektor eines berüchtigten Sportlergymnasiums am Rand der Berge, kannte einen besonderen Hof hoch oben über Brixen, dessen Besitzer ausgewählte Gäste aufnahm. Dort oben war ein Professor und seine Frau, drei ältere Damen aus dem Rheinland, mein Onkel und meine Tante, meine Eltern, wir Kinder und der Hofbesitzer. Damit war der Mikrokosmos des guten, alten Westdeutschlands voll, und der Urlaub konnte beginnen.

Ich schreibe ja oft etwas, sagen wir mal, despektierlich über Sommerfrischler in Südtirol. Mir ist durchaus bewusst, dass dieser Landstrich zwischen Österreich und Meran als spiessig gilt, und natürlich habe ich auch so meine Probleme. Aber das erste, was mir bei Südtirol einfällt, sind nicht die Reste der k.u.k.-Herrlichkeit und die letzten Ausläufer deren Sommerfrische, die ich noch weitgehend unzerstört erleben durfte. Was mir in den Sinn kommt, bin ich selbst am Fusse eines kleinen Berges, auf dem Rücken eine viel zu grosse Kraxe und in der Hand ein Beerenrechen. Vor mir ist der Berg, und er ist voll mit Preiselbeerbüschen. Überall rote Preiselbeeren. Ein Meer von Früchten. Auf dem Weg nach oben räume ich die Sträucher ab, bis die Kraxe voll ist. Auf dem Weg nach unten verderbe ich mir den Magen an Brombeeren am Wegesrand. Ich bringe die Preiselbeeren in die schwarzgerusste Kuchel, und dort steht Louis am Holzherd, kippt die Beeren in einen riesigen Topf, und schüttet Zucker dazu. Heisses Preiselbeerkompott, aus dem Topf gestohlen, das ist Südtirol. Ich esse, bis mir schlecht werden sollte, aber mir wird nie schlecht.

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Am Morgen standen wir auf. Es gab kein fliessendes Wasser im Haus, nur Waschkommoden, Kannen und Schüsseln, Standard von 1900. Waren wir fertig, gingen wir mit den Schüsseln auf den Balkon und lauerten auf die Hennen. Jeder lauerte auf die Hennen. Das war der Frühstückssport: Hennen unter Wasser setzen. Nicht nett. Aber eine Henne, die fühlt, was auf sie herabstürzt, die Flügel zur Flucht spreizt und nach einem Schritt vom Inhalt der Schüssel – nicht nett, noch dazu, wenn man sich der Jagderfolge beim Frühstück brüstet und deren Eier isst. Aber ein Höllenspass.

Die alten Damen aus dem Rheinland waren noch echte Damen. Damen, die sich dreimal am Tag umgezogen haben. Sehr distinguiert, elegant, gebildet. Mit uns Kindern spielten sie im Wintergarten Rommée, wenn am Abend die Sonne den Schlern blutrot färbte. Sie brachten uns bei, wie man unauffällig in ander Leute Karten blickt, wie man das Blatt zinkt, wie gut man Kreuz und Karo mischen kann, ohne dass es auffällt (bei den kleinen Zahlen schaut keiner so genau hin), wie man Handrommée vorbereitet und beim Klopfen auf den richtigen Moment wartet. Sie waren echte Damen, durchtrieben und von krimineller Energie beseelt, mit Lust am Betrügen und daher sehr katholisch, und den gesammelten Topf durften wir Kinder dann am Freitag in Brixen in Eis umsetzen, woraufhin meiner Schwester schlecht wurde, und sie beim Rückweg wieder kotzte.

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Wir machten Wanderungen. Die ganze Plose, den ganzen Schlern, die Mittagsscharte und die Rosszähne. Im Donautal wäre ich beinahe wegen der Pollen krepiert, hier stürmte ich die Geröllfelder, sprang in und über Bäche, trank Plosewasser und ass alles, was am Wegesrand wartete. Erstaunlicherweise wurde mir dabei nie schlecht, nur meine Schwester lief signalgrün an und, naja. Ich streichelte Kühe und lernte, mit der Sense umzugehen, ich hackte Holz, rechnete Heu zusammen und hütete ab und zu auch Ziegen. Es gab dort oben keinen Pool, keinen Fernseher, kein Radio und keine Touristenattraktion, nur Wald, weiter oben Latschen und dann die Felsen. Jeden Morgen kam der Postbote, brachte die Post aus Deutschland und nahm die Postkarten mit, und Louis schenkte ihm einen selbstgebrannten Obstler ein. Alle tranken Obstler. Ich will nicht sagen, dass die Gäste am Abend besoffen waren, aber die Stimmung war sehr gelöst und heiter, was naturgemäss in meinen Kreisen nicht die Regel ist – ausserhalb des Urlaubs erst recht nicht. Es gab Luft, langen Schlaf und freies Atmen. Das mag banal klingen, aber für einen Allergiker ist es die Erlösung. Hätte es so etwas wie eine Kurzeitung noch gegeben, hätte sie geschrieben: „St. Andräa/Brixen: Bedeutende Gesundung ist auch vom jungen Herrn Porcamadonna zu vermelden. Nur wenige Tage nach seiner Ankunft scheint der Knabe wieder vollkommen hergestellt. Kurärzte führen das auf die gute Luft an der Plose, die Bewegung und das natürliche Essen zurück.“

Später war ich auch in Geldangelegenheiten in Davos, beim Skifahren in Chamonix, ich besuchte den Dom in Lausanne und die karolingische Kirche von Müstair, ich war in Kitzbühl, Lech, Ischl, am Wolfgangsee und den Lago di Como, sehr oft in Innsbruck und Salzburg, sogar in Wien war ich und habe es überlebt, ich fahre leidenschaftlich gern Pässe, und heute wohne ich die Hälfte meiner Zeit direkt auf dem ersten Nordhang der Alpen. Das ist alles wirklich hübsch, nur die Österreicher, diese Schluchten-Ossis, die hätte es nicht, aber gut… Tirol mit seinen Gartenzwergfaschisten ist nicht mein Ding, aber Südtirol, das ist es. Es riecht anders, die Luft ist leichter, der Himmel ist wirklich blauer, nicht das schmutzige Graublau von Berlin oder das bayerische Hellblau, es ist ein schon mediterranes Reinbeissblau, satt und kräftig. Am Brenner lebe ich auf und am Jaufenpass denke ich immer an Heines Italienreise, wo zu Beginn ein Bayer, der das Ziel vernimmt, aufspringt, sich dreht und dreimal Tirili singt. 

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Natürlich hat sich vieles verändert. Die altem Landgasthäuser am Brenner sind aufgegeben und zerfallen, der Gastwirt und die meisten Gäste von damals sind tot, der Hof wurde umgebaut und umgebracht, ich esse keinen Speck mehr, der damals im Rauchfang über dem Feuer hing, und der signalgrüne Audi 100 ging den Weg allen Rostes. Aber Meran ist immer noch so kitschig schön wie zu meiner Kindheit, der Wein riecht immer noch betörend, und selbst in meinen schwärzesten Momenten fällt mir nichts Böses über die Bewohner ein. Ich verliere hier jedes Interesse an Nachrichten, Hauptsache, es gibt im Cafe Imperial noch Haselnusscremetorte. Ich werde ein freundlicher Mensch, ich freue mich über stilsichere alte Damen mit viel Schmuck und Terrier, für den sie ein Tuch dabei haben, um ihn auf den Schuss und ihre Marlene-Dietrich-Hose zu nehmen, und Rollstuhlschieber am Ende des gemeinsamen Lebens. Ich höre sogar auf, mich über Kinder zu ärgern. Meistens.

Und ich kann nicht verstehen, wie man das alles nicht lieben kann. Als ich zum ersten Mal mit der Reisebegleiterin nach Italien fuhr, machte ich ihr den Vorschlag, doch über Meran zu fahren. Hätte ich ihr vorgeschlagen, zu Roland Kochs Sommerfest zu fahren, wäre die Begeisterung nicht kleiner gewesen. Scheinbar ist es möglich, sogar hier möglich, Menschen dieses Land zu verleiden. Für mich, der ich um all die einfachen Herrlichkeiten der alten Sommerfrische weiss, ohne ihre Schattenseiten wie Tuberkulose, Aderlässe oder Klassendiktatur erdulden zu müssen – für mich war es herrlich. Es ist vom Kartenzinken über die Preiselbeeren bis zum Geschirr abwaschen der ideale Ort der Herzensbildung der Kinder der besseren Gesellschaft, wo sie alles lernen, was sie später brauchen können.

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Natürlich brüllten wir auf der Heimfahrt nicht Schnel-ler Schnel-ler. Niemand wollte heim, in die Unfreiheit der Schule, in den engen Rahmen des Lebens in der Stadt, in die Verpflichtungen und, wenn ich ehrlich bin, auch nicht in die Sonntagskonzerte. Ich glaube, es ist ein guter Ort, um der Pandemie zu entgehen, und sicher kein schlechter Ort, um den Nachwuchs meiner Gesellschaftsklasse ordentlich aufzuziehen. Im Idealfall blicken die Kinder später voller Verachtung auf jene herab, die in die Spiesser- und Piercinghochburg Mallorca fliegen und sich dort an Schweinegrippe anstecken müssen, weil sie es nicht anders kennen. Aber bitte – sollen sie. Vor hundert Jahren war Südtirol bei meiner Klasse beliebt, weil nicht jeder kommen konnte. Heute schätze ich es, weil nicht jeder kommt.

(Morgen folgt von Andrea Diener nach diesem Traum Südtirol das Trauma Südtirol)

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106 Lesermeinungen

  1. Das klingt ja fast wie "Ferien...
    Das klingt ja fast wie „Ferien auf Immenhof“. Fehlen nur noch die Pferde und die Mädchen.

  2. Sie werden lachen, aber direkt...
    Sie werden lachen, aber direkt hinter meiner Wohnung am Tegernsee ist die Koppel mit vier Pferden, die sich über mein Kommen freuen, und vier schlanken, blonden Mädchen aus besserem Hause, die alle mal ganz phantastische Mütter sein werden.

  3. Ja, genau. Ich verweigern in...
    Ja, genau. Ich verweigern in solch beschaulichen Städtchen auch die Aufnahme jeglicher „News“; allenfalls das Feuilleton darf da heran. Nun ist aber die grosse Zeit der Pässe ist vorbei, nach Klosters/Davos führt inzwischen eine sehr moderne Brücke und ein grässlicher Tunnel. Und hat es noch richtige Pässe (ein Traum: das Schanfigg hinauf nach Arosa), dann sind da nicht selten rollende Holländervillen. Man muss bei der Musikauswahl aber acht geben. Die Schwarzkopf brachte meine Fahrleidenschaft schon häufig in Wallung und fast wäre ein neuer Wagen fällig gewesen.
    Falls Sie es einmal ganz nostalgisch wollen, das Bellevue des Alpes auf der kleinen Scheidegg ist –sobald die Tagestouristen fern sind- ein Traum. Da lebt es sich wie am Ende des 19. Jahrhunderts.

  4. Die Mädchen stehen auf der...
    Die Mädchen stehen auf der Koppel?

  5. Sehr schön geschrieben, wenn...
    Sehr schön geschrieben, wenn der Ausdruck etwas eloquenter wäre, könnte es ein T. Mann sein! Hätte Herr Mann jemals „kotzen“ geschrieben.
    Ansonsten kann ich als Münchener nur sagen, sie dürfen für Südtirol nicht zu viel Werbung machen, sonst kommen die gepiercten auch noch hier her!

  6. Bei so einem Kommentar denke...
    Bei so einem Kommentar denke ich mir wie toll es ist Kinder zu haben. Und wie schön und einfach die Welt für diese doch ist.
    Tun sie endlich mal was für sich selbst Don und werden sie Vater.
    Es ist viel besser als man denkt!

  7. Denken, es fehlt hier noch der...
    Denken, es fehlt hier noch der beitrag über die nordostdeutschen Bälger mit ihren Tretrollern, die an der Winterpromenade von einem Blumenbeet zum nächsten gerollt sind und dort die Blumen über den Haufen gefahren haben, unter den zufriedenen Blicken ihrer Eltern, die es absolut nicht gut fanden, dass ich nach dem vierten Beet eingeschritten bin. Solche Dinger? Aber bitte. (Photobeweis vorhanden)
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    BlackJack, da würde ich mir keine Sorge machen. Am Ende wollen die doch alle Rämdämdäm und Paarung mit Ihresgleichen unter Alkoholeinfluss. Und ich bin nun mal leider nicht Thomas Mann, sondern nur der Rest einer Epoche, die an eben jenem Qualitätsmangel verendete, den auszudrücken meine Schande ist.

  8. Dipsy, danke für die...
    Dipsy, danke für die Hinweise. Noch immer ein Traum und ganz ohne Wohnwagen ist das Stilfser Joch, und ich glaube mit dem grossen bewegungsphilosophen Jeremy Clarkson sagen zu dürfen: „The best driving road in the world“. Das ist kein Pass mehr, das ist surreal. Eine Strasse nicht für Menschen, sondern für Götter. Ansonsten gibt es aber auch sehr feine und unbekannte Strassen in den französischen Seealpen. (Ein kleiner Hinweis auf das hoffentlich nächste Reiseziel). Schwarzkopf ist grandios, und gut, dass es keine Nedräbgo (oder so) ist.
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    Doctor Snuggels, mitunter auch, ja, die Pferde müssen ja auch gepflegt werden.

  9. Kinder brauchen kein größer,...
    Kinder brauchen kein größer, höher, weiter. Der Wegrand ist spektakulär genug. In unserer Generation können sich viele noch an die Urlaube auf dem Land, in den Bergen, auf dem Bauernhof erinnern. Und wenn heute Eltern mit ihren Fratzen um die Welt fliegen, machen sie es nicht, um dem Kind etwas zu bieten. Sie machen es, um sich selbst etwas zu bieten.
    Sehr schöner Text.

  10. Auch wenn ich dann hier...
    Auch wenn ich dann hier vermutlich geschlachtet werde: Über der Grenze am Achensee steht ein Kinderhotel, über dessen Ruhigstellungstristesse ich gerne etwas schreiben würde. Heute ist das alles nicht mehr denkbar, denn in fast jedem Hotel gibt es eine Glotze und 40 Programme. (Nur einmal gebraucht: Um in Meran im Hotel Imperial zu erfahren, dass der Haider etwas zu, na, weiss man eh)

  11. stilbildung
    warum sollten...

    stilbildung
    warum sollten solche kindheitserlebnisse und -prägungen nicht auch in thüringen oder in schleswig für lehrer-, schneider- oder melkerkinder möglich gewesen sein?

  12. Das paßt ja zur...
    Das paßt ja zur von-der-Leyen-Diskussion. Da tut man schon alles für die Familie, mehr Geld für die besseren Mütter und so, aber die Babyzahlen gehen trotzdem runter. Das ist tragisch. Lieber Don, Ihre Einstellung zu Kindern (und Norddeutschen) ist viel zu kommun, um akzeptabel zu sein. Kinder sind wie immer und können nach wie vor mit einem Nichts an Spielzeug auskommen. Das Problem ist, daß wir=die Industrie den ganzen Plastikmüll und Digitalschrott in ihre Welt hineindrückt.
    Die Zahl sinkt, weil die Eltern bis zur Panikgrenze konsumieren wollen, weil Kinder schlicht teuer sind, und weil wir keine Kontrolle mehr über die Kinder haben, d.h. weil die Kinder sich selbst nicht mehr kontrollieren können. Ich musste beim Lesen spontan an Frollein Rottenmeier denken: „DIS-ZI-PLIIN!!“ Genau die lernt Heidi aber auch nur in den Bergen, wo die sinnlichen Eindrücke überwiegen. Nur wer einen Körper hat, kann ihn auch beherrschen. Lieber Don, denken Sie mal über die Psychosomatik Ihres Heuschnupfens nach und reflektieren Sie die latente Gesellschaftskritik im literarischen „Heidi“-Nachbarland. Auf wiadaluaga!

  13. @ Don: Dachte immer, Pferde...
    @ Don: Dachte immer, Pferde werden vor oder in den Stallungen gestriegelt. Aber was weiß ich, habe zu Pferden keinen Bezug, höchstens in Wurstform. Ja, nennen sich mich ruhig einen Banausen, das kann ich ab.
    @ Frau B.: Urlaub auf dem Bauernhof kann man auch immer noch machen, nicht nur in den Bergen, auch in gesunder Küstenluft. Habe einen Kollegen, der das bald mit seinen Kindern macht. Ich selber habe diverse Urlaube mit meinen Eltern in Dänemark verbracht und mein Schaden war es nicht. Bei gutem Wetter war der Strand das Ziel, bei schlechtem Wetter wurden die Keramikläden der Region besucht oder Spiele gespielt. Spaß machte das auch, es muss nicht immer volldynamisches Tauchen mit Manta-Rochen sein.

  14. Driver, das mit dem...
    Driver, das mit dem Heuschnupfen ist schnell erklärt: Meine Kindheit war zu jener Zeit, als man Kleinkinder exrem übersauber und keimfrei gewickelt und gekleidet hat, und deshalb, sagen die Ärzte, konnte ich keine Resistenzen aufbauen. Pünktlich mit 5 ging es dann bei den meisten entsprechend wohlbehüteten Kindern mit dem Heuschnupfen los.
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    Disziplin finde ich persönlich gar nicht schlecht, man muss Kindern ja nicht alles rausgehen lassen, ich mag sie halt nicht, das ist alles. Auch nicht für Frau von der leyen und ihre verkorkste Politik. Ich mag mein freies Leben. Das ist mir wichtig. Heidi habe ich nie gelesen, mich interessierten damals griechische Sagen.
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    swina, auszuschliessen ist es nicht, aber die Millionen auf der Transitautobahn und die Hunderttausende, die sich durch das Tegernseer Tal zur „Pistengaudi“ mit Vollbeschallung und Strohrumparty drängeln, kommen schon mal sicher nicht aus meinem Umfeld.

  15. @ Swina: der Don ist halt...
    @ Swina: der Don ist halt süddeutsch – was die Nordsee angeht, siehe Kinderbücher aus dem letzten Jahrhundert (ähäm: Nesthäkchen). Und was das Soziale angeht: sind Lehrer-, Handwerker-, Landarbeiterkinder in die Sommerfrische gefahren? Ferienlager (mir in der Form der Trainingslager und Reiterferien bekannt) sind etwas anderes, ohne alte Damen.
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    Ist diese Kinderverweigerung eine Weigerung, erwachsen zu werden? Ich jedenfalls habe den Eindruck seit der Geburt meines Nachwuches einen ähnlich formenden Umbruch zu erleben wie seinerzeit zur Pubertät. Biologisch soll das bei Frauen sowieso so sein. Jedenfalls freue ich mich schon darauf, mit meinen Kindern Ferien auf dem Bauernhof nicht weit von hier (vielleicht im Jura) zu machen, sobald sie alt genug dafür sind.
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    Sehr geehrter Don, schreiben Sie mal, wenn Ihnen Kinderhotels kein zu unerfreuliches Thema sind. Es gibt Menschen die Kinder haben aber selbige nicht vor das elektronische Kindermädchen setzen. Andere Menschen, auch besser Verdienende so Madame arbeitet, sind jedoch so wenig an ihre eigenen Blagen gewöhnt: sind ja immer in der Obhut anderer, dass Sie sich dem Schock Kinder zu haben, wie allem Urtümlichen, auch im Urlaub nicht aussetzen wollen.

  16. Ich war schon auf vielen...
    Ich war schon auf vielen deutschspachigen Bauernhöfen und das Ranking ist eindeutig. Die Wegesränder, die für mich geboten waren, waren überall toll, keine Frage. Aber ein schöner Urlaub hängt auch von der Laune der Eltern ab.

  17. Das waren die...
    Das waren die Urlaubserlebnisse der Kinder der gehobenen Klasse.
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    Bei der nicht gehobenen Klasse war das genauso aber ganz anders:
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    Die Sommerferien fingen an und meine Mutter kaufte mir mir eine Bahnfahrkarte nach Rügen. Dort wohnten meine Großeltern in einem alten Fischerdorf am Meer.
    Mit 10 Jahren fuhr man dann allein mit Bahn und Bus und zwei mal umsteigen in eine Gegend, die viel schöner finde, als die Berge.
    Der Hofhund erkannte mich nicht wieder und kläffte mich erst mal an. Nach 10 Minuten waren wir dann wieder beste Freunde.
    Meine Großelter freuten sich und es folgte der obligatorische Rundgang durchs Dorf zu den Verwandten.
    Und dann waren wirklich Ferien. Rumstrolchen, im Meer baden usw.
    Der Rest siehe oben.
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    Heute ist meine Verwandschaft nicht mehr und mein Fahrad ging den Weg allen Rostes.
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    Auch in der nicht gehobenen Gesellschaft kann man eine schöne Kindheit haben.

  18. Südtirol ist ein ganz...
    Südtirol ist ein ganz wunderbarer Flecken Erde. An kaum einem anderen Ort fühlen sich meine Sinne so angesprochen.
    Das Stilfser Joch ist insbesondere an jedem letzten Samstag im August ein Traum.

  19. @Doctor Snuggles: Wäre ich...
    @Doctor Snuggles: Wäre ich weiter nördlich aufgewachsen, wären meine Eltern sicher an die See gefahren. So waren es halt die Berge.
    @Vadder Krause: das ganze hat nichts mit der Gesellschaftsschicht zu tun. Der Bauernhof der Sommerferien war bei vielen der der Großeltern.

  20. @grs2: Wir wollen ehrlich...
    @grs2: Wir wollen ehrlich sein: Kinder machen Arbeit, können einen ganz schön auf die Nerven gehen, lassen sich nicht dressieren wie Hunde, stellen in unpassenden Momenten die falschen Fragen, usw. Kinder interessieren sich in der Regel auch nicht für Kirchen oder andere tote Orte und zeigen einem das auch. Natürlich behindert einen das, wenn man sich nur um sich selber und die eigenen Belange kümmern will.
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    Es gibt noch die andere Seite an Kindern, die Fröhlichkeit beim Spiel (die einem vielleicht selber abhanden gekommen ist), die Dankbarkeit bei Hilfen, der Stolz der Eltern, wenn das Kind von sich aus halbwegs intelligente Sätze bringt, die nicht einfach auswendig gelernt klingen. In der Summe gleichen sich die negativen und positiven Punkte ungefähr wieder aus, deshalb sagen Glückforscher auch, dass sich Kinder in der Summe recht neutral auf die Zufriedenheit von Eltern auswirken.
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    Ach ja, eine Sache sollten wir nicht vergessen: Kinder zeigen einem die eigene Vergänglichkeit recht gut an. Ohne Kinder kann man sich immer noch selber über das eigene Alter recht gut belügen, mit Kindern geht das nicht mehr so gut. So gesehen gebe ich Ihnen recht: bei einigen mag auch die Verweigerung des eigenen Erwachsenwerdens ein Grund für Kinderlosigkeit sein. Aber wir solltem jeden selber überlassen, wo er seine Schwerpunkte setzt.
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    Nur damit es niemand in den falschen Hals bekommt: ich habe selber eine kleine Tochter und das zweite Kind ist unterwegs. Natürlich sind wir dadurch nicht mehr so flexibel wie früher. Natürlich kosten die Kinder viel zusätzliches Geld. Und Nerven. Aber eintauschen? Nein, das möchte ich nicht. Kein Meran, kein anderer Ort auf dieser Welt kann mir das strahlende Gesicht meiner Tochter ersetzen, wenn ich abends nach Hause komme.

  21. Am Brenner habe ich als Kind...
    Am Brenner habe ich als Kind im Auto auch immer kotzen müssen. Allerdings hatte mein Vater einen Citroen DS und dank der Hydropneumatik musste man in dem Auto grundsätzlich immer kotzen.

  22. Streuf, ich denke, das ist die...
    Streuf, ich denke, das ist die Kombination aus Nochberg und Dochschonitalien.
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    Vadder Krause, nach 150 Jahren in der Stadt war da nicht mehr viel bauernhof, wo man hinfahren konnte. Der Hahn auf dem bauernhof jedoch war richtig fies und schärfer als ein Wachhund. Ob man See oder Berge lieber mag, ist Geschmacksfrage. Ideal ist die Kombination, etwa die französischen Seealpen.

  23. na, don. thanks for that. -...
    na, don. thanks for that. – immer schoen zu lesen, wo jemandens herz schlaegt. das hat dann so eine unkorumpierbaren gleichgang und ist feinster seelenpol. – mir geht es ganz aehnlich in sachsen, in und um weimar, potsdam, berlin, new york, shanghai, sevilla, istanbul etc etc… in den cotswolds auch. – eigentlich ueberall, wo einen selbst ‚kinderlaerm‘ nicht stoert. – in china zb schwimme ich in den herrlichen menschenmassen wie im erfrischendsten meer – …das ist nicht unbedingt jedem vermittelbar, und das braucht es auch nicht zu sein. es reicht die funktion fuer einen selbst.

  24. grs2, ich fühle mich...
    grs2, ich fühle mich emotional von Kindern bestenfalls gelangweilt und rational massiv unterfordert. Würde ich mit meiner Katze wie mit einem Kind reden, die Katze würde mich ignorieren und den Perserteppich demolieren. Es hat nichts mit dem erwachsenwerden zu tun, ich möchte einfach im Wissen leben, morgen alles umwerfen zu können. Sollte mir der Sinn nach einem Pool voller Champagner und 30 leicht bekleideten Damen stehen, will ich das machen können, ohne dass ich mir irgendwo Gerede anhören muss. Nicht, dass es so weit kommen würde – aber ich will wissen, dass es möglich sein könnte, würde ich wollen. Ausserdem bin ich mir selbst ein angenehmer zeitvertreib.
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    Konfuzius sagt, nachdem mein Vater das gaspedal durchdrückte, ist offensichtlich, dass ich sehr gute und wohlgelaunte Eltern hatte. Kein Anlass zur Klage! Nur der Umstand, dass meine Tante meiner Mutter Zigaretten gab, führte zu Ärger bei mir. Ich habe sie dann einfach zerschnitten und im Heuhafen entsorgt. Man muss die Eltern einfach streng erziehen, sonst wird nichts aus denen.

  25. Doctor Snuggles, spätestens,...
    Doctor Snuggles, spätestens, wenn die Tochter mit 17 ohne Eltern nicht nur nach Meran, sondern nach Lorät del Mar mächte, kann man ja mal überlegen, ob man sie nicht doch für eine Villa in Obermais, die sie bis dahin gekostet hat, eintauschen möchte. However, ich habe ein altes, grosses Haus an der Backe, und das ist nie undankbar. (Eventuell nächste Woche Gang streichen)
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    the Cartoonist, mir wurde im Auto nie schlecht, wie allen Männern der Familie. Nur die Frauen sind da anders drauf. Die Männer haben Magenwände aus Panzerstahl.

  26. Meine Cousine hat so etwas...
    Meine Cousine hat so etwas ähnliches mit den Zigaretten von Gästen gemacht. Es musste dann ziemlich weit gefahren werden, um neue zu besorgen. Man wollte niemandem zumuten, sich von fremden Kindern erziehen zu lassen.
    Scheinbar hatten Sie Spaß dabei, Ihre Eltern zu erziehen. Und sind stolz darauf, dass etwas aus ihnen geworden ist. Warum dann eine Katze?

  27. Sehr geehrter Don, sag ich...
    Sehr geehrter Don, sag ich doch: romantisches Umherschweifen, Narziss usw, nicht ganz erwachsen (aber ganz und gar nicht kindisch, sondern diese schöne Zeit wo man schon im Vollbesitz seiner Kräfte ist).
    Was ich selber erst mit den eigenen verstanden habe ist der Unterschied zwischen Kindern (auch nicht so mein Ding) und meinen Kindern. Und, um Dr Snuggles Bemerkung zu den Zufriedenheitsforschern weiter zu führen: Kinder dienen (oder sollten meiner Erfahrung nach) nicht dem diffusen Wohlgefühl der Eltern. Hedonistische Erwartungen an Kinder sind ungerecht. Und wenn man sich als integraler Hedonist versteht, sind Kinder nicht empfehlenswert. Insofern ist Ihre Haltung verantwortungsbewusst ist. Und das reicht aus. (Ich hoffe recht in der Annahme zu gehen, dass die Bezeichnung Hedonist von Ihnen nicht als ehrenrührig empfunden wird). Abgesehen davon dürfte Gerede ob eines Beckens voller französischen Schaumweines und Nymphen wohl eher von Lebensgefährten als von Kindern ausgehen, da ich davon ausgehe, dass Sie solches nicht vor Augen der Kleinen durchführten. Der schon etwas ältere Sohn hingegen wäre vielleicht sogar begeistert.
    Das mit dem Kinderhotel haben Sie selber vorgeschlagen.

  28. Als echter "Fischkopp" ist es...
    Als echter „Fischkopp“ ist es mir nicht vergönnt, die Berge so intensiv zu lieben.
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    Die See abseits des Massentourismus ist für uns das Wahre.
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    Aber was soll man schon von einem erwarten, für den Bayern südlich von Hamburg beginnt.

  29. Hach, da kann man ja richtig...
    Hach, da kann man ja richtig nostalgisch werden, wenn man sich so manch ausladenden Bromberstrauches aus der Kindheit erinnert. Und Blaubeeren erst, soweit das Auge reicht… Von den Rommé-Abenden (und Canasta) ganz zu schweigen. Meine verstorbene Großmama mütterlicherseits, Gott hab sie selig, pflegte immer gern eine Karte anzulegen wo es nicht erlaubt war und tat, wenn von uns ertappt, immer ganz zerstreut. Nichts als eiskalte Taktik, davon bin ich bis heute überzeugt.
    Kennt man solche Kartenspiele heute eigentlich noch? Man gestatte mir die Polemik, ohne digitale Spielstation aus fernöstlicher Herstellung oder Wee, wieh oder Wii auch immer diese Dinger heißen geht doch heutzutage sicher nichts mehr.
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    Und auch wenn früher alles besser war, mit ein wenig Glück sieht man auch außerhalb Südtirols noch ab und an Menschen, die die sich dem modernen Spießertum (erkennbar beispielsweise an den kleinen Edelstahlspießchen in der Gesichtshaut – und ich meine damit nicht postchirurgische Wundklammern oder Ähnliches; oft auch in Kombination mittels spitzer Nadel aufgebrachter Farbmuster zweifelhafter Optik in den oberen Hautschichten) konsequent verweigern. Aber das wäre wieder ein Themenkomplex für sich.
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    Bin schon gespannt auf die morgige Gegendarstellung der Reisebegleiterin.
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    PS@Panizza: Immer wieder faszinierend welche Geschütze sich hinter Ihren Eingangszitaten verbergen können, werter Don. Auch als nichtbetrügender Katholik sei die Frage gestattet, lohnt das Liebeskonzil? Oder ist es doch eher Skandal als Substanz? Mich fasziniert, daß selbst 1994 (also genau hundert Jahre nach Erscheinen des Stückes) immerhin noch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit den späten Auswirkungen dieses Werkes zu tun hatte und das ’85er Verbot durch die Tiroler Landesregierung, wenn auch mit Gegenstimmen, bestätigte. (http://www.bailii.org/cgi-bin/markup.cgi?doc=eu/cases/ECHR/1994/26.html&query=panizza)

  30. Achten Sie aber bei der...
    Achten Sie aber bei der Auswahl der Puffbrause für Ihr Bad auf Qualität Don Alphonso. Die gängigen von unwissenden Russen aller Provenienzen bevorzugten Standardgesöffe verursachen nur Sodbrennen. Ich will Sie nicht aus dem Krankenbett schreibend lesen müssen.

  31. @grs2: es gibt genügend...
    @grs2: es gibt genügend Beispiele, wo die eigenen Kinder für die Menschen lediglich eine Last waren und wie Abfall entsorgt wurden. In der Presse gingen in letzter Zeit genügend erschreckende Beispiele herum. Daher bedarf es nicht einmal Narziß zu sein, schon die Unfähigkeit mit sich und dem Leben zurecht zu kommen reicht aus.
    @Don: Ein Kind ist kein Eigentum und kann nicht wie eine hübsche Schale in den Schrank gestellt werden. Es ist ja gerade die Aufgabe der Eltern, das Kind bei der Menschwerdung zu begleiten in der Hoffnung, dass es ein Original werde. Dann hat sich Lloret de Mar hoffentlich von selbst erledigt. Und selbst wenn nicht: ich war auch schon mal auf vor vielen Jahren auf Mallorca, bin nicht zum saufenden Proleten verkommen und meine Eltern beweinten nie die vertane Chance mit der Villa in Obermais. Sie sind heute stolze Großeltern.

  32. @ Goya y Lucientes: meine 4.5...
    @ Goya y Lucientes: meine 4.5 Jahre alte Tochter ist begeisterte UNO-Spielerin und gewinnt fast alle Spiele. Ich werde sie später auch an Rommé und Canasta heranführen, kann mich noch gut an die Abende mit meiner Großmutter erinnern.

  33. Don, ich mag Dich!...
    Don, ich mag Dich!

  34. Südtirol wäre wunderbar (wir...
    Südtirol wäre wunderbar (wir sind beruflich mehrmal im Jahr dort, ist auch gleich um die Ecke) , wenn die Biker endlich rausflögen. Aber man hört, es tut sich was, jetzt wo die Dolomiten Welterbe geworden sind-

  35. Lesetipp: Das hier aus dem...
    Lesetipp: Das hier aus dem gleichen Haus
    http://www.faz.net/s/Rub64992C04CF2F4A2E8399BD4B893B56FE/Doc~E4739D208784145EFA2E29FBDD1FAF8BD~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    ist genau der Alternativentwurf, den ich im Kopf habe, wenn es um die Frage „Wie würden Kinder das heute machen“ geht.

  36. Lieber Don, haben Sie dann...
    Lieber Don, haben Sie dann auch in Gufidaun schon einmal einen herrlichen Dreier-Teller gegessen? Wunderbarer Artikel, der mir in Berlin ansässiger Ex-Münchnerin das Herz schwer werden lässt…Südtirol ist so weit!!!

  37. Kann es nicht sein, dass...
    Kann es nicht sein, dass unsere Welt, gleich ob Stadt oder Land, um Vieles entsinnlicht wurde? Besonders in der Zeit nach WKII, als die Staedte autofreundlich werden mussten, und jegliches Vergnuegen kommerzialisiert, und das Kaufhaus zum Erlebnisraum wurde?
    .
    Wer in den 60er Jahren den Wechsel von Ost nach West als Kind vollzog, hatte das Gefuehl, als kaeme man kulturell von einer Berglandschaft auf eine unendlich grossen, platten Parkplatz (bessere Metaphern willkommen).
    .
    Die kriegsgeschaedigte Elterngeneration der DDR war oft schon reichlich unertraeglich, die der BRD allerdings schien einen Wertekanon zu haben, den man mit Konsumorientiert nicht ganz richtig beschreibt, weil noch andere gesellschaftliche, psychologische Machanismen gewirkt haben muessen.
    .
    Aus dieser Desorientierung der Kriegsgeneration musste (!) eine Form der Desorientation der Nachkriegselterngeneration folgen.
    .
    Wir sollten uns nicht so sehr wundern…

  38. Werter Don,
    gäbe es ein...

    Werter Don,
    gäbe es ein kleines Foto Ihrer Katze? Zur Kindheit in einem Ballungszentrum kann ich nur sagen – damals gab es nur Stadtranderholung (immer noch ein Alptraum) oder später jobben gehen. So konnte ich die Eleganze von Meran erst seit meiner Umsiedlung an die Alpen genießen. Gott sei Dank haben mich dann noch meine zwei adelige Katzendamen als Dosenöffner angestellt.

  39. @ Filou: die Sache mit der...
    @ Filou: die Sache mit der Entsinnlichung klingt so ein wenig nach „früher war alles besser“. Romantische Verklärungen der Vergangenheit helfen nur wenig, denn sie blenden die weniger schönen Dinge der Vergangenheit aus und suchen nur nach vermeintlich guten Dingen. Das ist aber ein Zerrbild, das nichts mit der Realität zu tun hat.

  40. Schöner Artikel, Don. Bin...
    Schöner Artikel, Don. Bin auch in Südtirol sozialisiert worden und pflichte bei. Weitere Stichworte für die Südtiroltrilogie (auf Traum – Trauma – sollte Drama folgen): Cadutta Sassi, Schüttelbrot, sich von der Kuh umrennen lassen weil zu viel Süßigkeiten im Tütchen dabei um ausweichen zu können und andere Geschichten von Unglücksfällen, außerdem der Zwang sich zu bekreuzigen allerorten.

  41. @Doctor Snuggles: Das meine...
    @Doctor Snuggles: Das meine ich keineswegs, und jedem Verdacht in dieser Beziehung muss ich widersprechen. Ich weiss noch ziemlich genau, wieviel besser es damals war: ziemlich ekelhaft fand ich es. Nur ist es halt nicht besser geworden. Es ist nur anders. Die Jugend hat mehr Freiheit, aber die grosse Mehrheit dieser Jugend hat vielfach, weder in der Schule, noch im Elternhaus gelernt, damit umzugehen. Dabei geht es nicht um die formalen Grenzen, sondern durch rechte (nicht: Rechte) Erziehung einen Begriff fuer verantwortliche Selbstbeschraenkung zu bekommen. Von mir aus im Sinne des des vielzitierten Kant’schen Kategorischen Imperativs.
    .
    In so fern teile ich DA’s Bedenken, Kinder in eine Welt von Kindern zu setzen, deren Erzeuger…
    … mich ruft die Glocke zum Essen. Spaeter weiter.

  42. @ Don: verstehe das Problem...
    @ Don: verstehe das Problem nicht. Meinen Sie, Kinder der besseren Gesellschaft würden daran teilnehmen? Doch wohl eher nicht. Was interessiert es also Ihren Stand? Sie sollten doch eher belustigt sein, dass sich die alten Resontiments gegen „die da unten“ mal wieder bewahrheiten. Der Pöbel hat nichts dazugelernt, sondern suhlt sich immer noch im eigenen Erbrochenen, wie er es schon immer getan hat.

  43. Unter...
    Unter http://news.de.msn.com/politik/Article.aspx?cp-documentid=148989355 findet sich übrigens noch ein Artikel zu dem Thema. Interessanter Schlußsatz: Der Trend zum Rauschtrinken sei inzwischen aber auch bei älteren Menschen zu beobachten: „Ganz Deutschland ist eine Partyzone geworden und das ist immer verbunden mit Alkohol.“
    .
    Was ich interessant finde ist, dass früher im Bevölkerungsdurchschnitt mehr Alkohol getrunken wurde als heute. Das Feierabendbier, Schnaps, etc. gehörten dort in den meisten Bevölkerungsgruppen zum normalen Alltag. Das ging aber immer weiter runter, gerade harte Sachen wurden nicht mehr so viel konsumiert. Dieser Trend scheint sich wieder umzukehren, nur dass die Trinker eben jünger sind als früher. Jedenfalls ist das so meine Beobachtung.

  44. @ Filou: die Welt war noch nie...
    @ Filou: die Welt war noch nie gut und der Pöbel wußte noch nie mit sich umzugehen. Nur mussten die Leute früher härter arbeiten und gingen früher ins Bett. Dazu kamen gewisse moralische Bedenken, die dazu führten, dass man sich im Haus prügelte und nicht in der Straße davor, dass man die Unzucht heimlich trieb und nicht offen ins Internet stellte – und eben auch an vielen Stellen gar nicht die technischen Möglichkeiten hatte, seine Dummheit der Öffentlichkeit zu zeigen.
    .
    Was die Sache mit der Freiheit anging, das habe ich bereits schon an anderer Stelle mal angemerkt. Schließlich ist bekannt, dass nur noch ein Bruchteil der Angestellten wirklich zum Wirtschaften benötigt wird. Der Rest steht für… ja, für was eigentlich zur Verfügung? Die Politik denkt über diesen Teil nicht nach und die Leute wundern sich dann, wenn niemand mehr weiß wohin mit seiner Kraft.

  45. @WE, Südtirol ist schön und...
    @WE, Südtirol ist schön und wenn alle die sich in dieser Landschaft bewegen, ihr und den übrigen Mitmenschen, die sich in ihr bewegen, sei es nun zu Fuß oder auf dem Bike, die nötige Rücksicht und Sorgsamkeit entgegen bringen, dann können wir uns gewiss alle noch lange an ihr erfreuen. Immer schön entspannt bleiben, rechts fahren und die Leute grüßen.

  46. @grs2
    "Und was das Soziale...

    @grs2
    „Und was das Soziale angeht: sind Lehrer-, Handwerker-, Landarbeiterkinder in die Sommerfrische gefahren? Ferienlager (mir in der Form der Trainingslager und Reiterferien bekannt) sind etwas anderes, ohne alte Damen.“
    na klar.
    in urlaube und in ferienlager der betriebe der eltern.
    war in der zone üblich.
    8 wochen mußten irgendwie „überstanden“ werden.
    wobei ich
    auch die acht wochen hätte auf der wiese unterm apfelbaum meiner großeltern verbringen können: in der erinnerung war immer schönes wetter, auf der deckel liegen und lesen oder den wolken bei vorbeisegeln zusehen.
    das wars.
    sooft ich die oma überreden konnte, wurde „draußen“ gegessen und wenn es gar zu heiß wurde, gab es den swimmingpool des nachbarn.
    gut, zugegeben keine stilkunde, aber viel „laß das kind mal machen“ und damit soziales training (für“ s machen/lesenlassen lief die „kleene“ dann auch mal zum laden um die ecke oder goß die rosen mit dem brunnenwasser).
    .
    fühlte mich durch @vadding krause [grüße an die see!] an letzteres erinnert …

  47. @ swina: zum Thema "in der...
    @ swina: zum Thema „in der Erinnerung war immer schönes Wetter…“ gab es mal einen netten Artikel im SPON: http://einestages.spiegel.de/static/authoralbumbackground/4141/wir_haben_die_geschichte_gefaelscht.html

  48. @doc
    den kenne ich...

    @doc
    den kenne ich bereits.
    unter dem aspekt (spiegel) wundere ich mich eher, daß ich auf den photos der wanderurlaube in thüringen oder im riesengebirge mit einem leistungsbereiten vater (na klar: lehrer) gelächelt habe …

  49. Ich möchte nur darauf...
    Ich möchte nur darauf hinweisen, dass Meran 300 Sonnentage im Jahr, oder anders gesagt, einen ganzen Sonnenmonat mehr als deutsche Städte hat.
    .
    http://de.wikipedia.org/wiki/Meran#Klima
    .
    Und in Berlin erinnere ich mich tatsächlich auch vor allem an schlechtes Wetter. Ich weiss das, weil ich jedesmal danach in Potsdam vorbeischauen wollte, Nur ein mal unter einem Dutzend Versuche war das wetter gut genug.

  50. WE, ich denke auch, dass sich...
    WE, ich denke auch, dass sich da Kompromisse finden lassen. Im Orinzip kann man ja auch konfliktfrei bergradeln und Rücksicht nehmen. Die echten Bolzer sind ohnehin eher am Gardasee unterwegs.
    .
    Guraffe, nein, das kenne ich noch nicht, aber so es vegetarisch ist, ist das ein guter Vorschlag für die nächste Grippewelle. Freut mich, dass es gefällt.

  51. don. jetzt nochmal spass,...
    don. jetzt nochmal spass, tirol, berlin und tegernsee beiseite. – dem charme von potsdam konntest du doch nicht nicht erlegen sein? – ein klotz oder stein, wen das kalt laesst. – und weimar im schoenen thueringischen? sicherlich der einzige ort in deutschland, an dem ich mir vorstellen konnte, ein leben mit staffelei und strohhut malend im park zu verbringen.
    und all die unberuehrten schloesser und seen in brandenburg? von berlin mit vollgetanktem fluchtwagen innerhalb der spieldauer einer cd – rund 14 ipod-mp3s – zu erreichen…. ?
    was besseres gibt es doch nirgends.

  52. Mir fällt auf: Das Leben des...
    Mir fällt auf: Das Leben des jungen Alphonso im Bayernlande ist mir um ein Vielfaches fremder als die Sitten und Gebräuche der – sammerma- Rastafari auf Jamaika.
    Scheint als seien die soziokulturellen Unterschiede zwischen den Insassen der verschiedenen Klassen innerhalb dieses Deutschlandes größer als die zwischen dem manisch-depressiven Rheinländer und dem ganja-verqualmten Rastaman.

  53. Ich finde Nymphenburg und...
    Ich finde Nymphenburg und besonders das hübsch leere Schleissheim wirkluch weitaus schöner, mich macht der preussische Himmel krank, von den Leuten ganz zu schweigen.
    .
    Chadalhoh, es stimmt, in den Bergen oder ihrer Nähe lebt man besser, allein schon, weil man dort schneller den Menschen entgeht
    Sabinchen:
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1308925/
    Minka:
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1294921/

  54. Filou, ich denke, man muss das...
    Filou, ich denke, man muss das verstehen: Für die allermeisten Menschen waren die 60er Jahre die ersten ohne Not und Elend. Die Oberschichten des 19. jahrhunderts, die immer zu essen hatten, sind krasse Ausnahmen gewesen, und plötzlich konnte jeder einen Käfer, Essen und neue Möbel haben. Das gab es für die mehrheit der Gesellschaft vorher einfach nicht.
    .
    Is, ich hätte auch noch Bergfriedhifbegräbnis im Angebot, Bremsenversagen bei der Passabfahrt (damals noch im BMW Coupe), leicht falsche Pilze und einen blauen Helm mit goldenen Sternen zum Senioren auf der Pist umnieten.

  55. @abf
    Konrad Adenauer soll...

    @abf
    Konrad Adenauer soll einmal in einem Interview auf die Frage, warum er denn immer ab Fulda die Gardinen seines Zugfensters zugezogen habe, geantwortet haben: Für mich fängt dort die russische Tiefebene an. Ich mag das einfach nicht sehen.

  56. oh neee, nymphenburg und...
    oh neee, nymphenburg und schleissheim – lach!!! – … clean ist es jetzt und leer war es immer. so weit vom zentrum entfernt, dass man zierrat brauchte, um bedeutung zu suggerieren. – nein, nein. – potsdam und woerlitz sind vollkommen andere veranstaltung.
    das ist einem fuehlenden menschen auch vollkommen offensichtlich.

  57. Wie wunderbar idyllisch. Wir...
    Wie wunderbar idyllisch. Wir haben es leider nie bis nach Südtirol geschafft, sondern blieben immer im Tessin hängen. Aber auch daran habe ich beste Erinnerungen wie Palmen und leuchtende Seen….
    .
    Aber eine Frage: interessieren Sie denn Reisen außerhalb Europas so gar nicht? Persepolis oder Palmyra, die Seidenstrasse, Samarkand, Xi`an oder Rajasthan sind doch auch eine Reise wert. Insbesondere, wenn man sich das Vermächtnis der scholar-gentlemen (manchmal auch scholar-ladies wie Mary Montagu) ins Gedächtnis ruft – der neue Typus des Reisenden der Aufklärungsepoche, die Reisenden, die der Wissendurst, Missionseifer oder diplomatischer Dienst in den Osten treibt und die oft ganz grandiose Berichte hinterlassen haben. Ein Ideal des Reisens, das mir persönlich noch näher steht als das die Grand Tour.

  58. Ach Don, ich hatte vor einigen...
    Ach Don, ich hatte vor einigen Tagen nach der unterschiedlichen Betrachtungsweise der Stadt Meran durch Männlein/Weiblein gefragt. Danke schon mal für die erste Antwort. Echt mitreissend & schön geschrieben. Nun warte ich auf weibliche Sicht/Beurteilung der Stadt Meran. Aber ich ahne da etwas.

  59. @Doctor Snuggles mit...
    @Doctor Snuggles mit Töchterchen: Ich beneide Sie. Ganz ehrlich.
    .
    Was das Rauschtrinken angeht, so scheint der Trend in Europa den Exzessen des jährlichen Spring Break-Rituals in den USA nachzueifern. Bei solchen Berichten, wie dem heutigen Artikel auf faz.net, hat man beinahe den Eindruck eine Bildbeschreibung von Hieronymus Bosch zu lesen. Daraus ließe sich gewiß eine faszinierende Bilderstrecke basteln.

  60. Lieber Don, ach ja, ich hatte...
    Lieber Don, ach ja, ich hatte ja schon immer vermutet, dass Südtirol für unsereins das Richtige ist. Also: nichts wie hin! Ich muss nämlich gestehen, dass ich noch niemals dort war … wird demnächst nachgeholt!

  61. @ abf: Aber die Schlösser...
    @ abf: Aber die Schlösser liegen doch in der Nähe des geliebten München. Das alleine gibt doch Pluspunkte. Der Don hat eine recht einseitig ausgerichtete Struktur, das müßte Ihnen doch schon längst aufgefallen sein.
    .
    @ Georgiana Darcy: die Seidenstrasse kann man aber nicht im Roadster bereisen, schon mal schlecht. Und Erdbeertorte wird in Palmyra auch nicht serviert.
    .
    @ Goya y Lucientes: an den Spring Break musste ich auch schon denken, dieses peinliche Spektakel. In Cancun haben sie 2003 ein neues Gefängnis errichtet, speziell für die Spring Break Zeit. Das Lächerliche daran: wenn die Polizei die Figuren einlocht, weil sie irgendwo wie Hunde in die Ecken gepinkelt haben, dann werden sie ganz klein mit Hut und fangen das Jammern an. Die größte Sorge ist nämlich, dass Mama und Papa in den Staaten angerufen werden könnten, diese sich dann empören über Sohnemann oder Töchterlein und die monatlichen Schecks für das Studium sperren.

  62. @dr snuggles ( ich muss gerade...
    @dr snuggles ( ich muss gerade lächeln, während ich diesen namen schreibe ) ich kenne mich ja in dieser seltsamen bloggerscene nicht aus, habe aber so etwas wie instinkt. kann es sein, dass sie so etwas wie neid in sich haben.
    ich hoffe doch nicht, denn neid ist eine der wenigen eigenschaften, die eine menschliche seele regelrecht wegreduziert. schreiben sie mir bitte, dass ich mich getäuscht habe, denn sie schreiben doch so gerne…

  63. Südtirol - wunderbar!
    Natur,...

    Südtirol – wunderbar!
    Natur, Bewohner, Essen und Wein sind einfach + schön + gut!
    Noch schöner, dass nicht alle hinkommen.

  64. Sehr netter Beitrag, und...
    Sehr netter Beitrag, und eindeutig nachvollziehbar, Eltern im Urlaub sind sowieso ´ne Wucht in diesem Kindesalter:
    „Der Jäger aus Kurpfalz,
    der Jäger aus Kurpfalz,
    der hat der Kuh am ´pff´ geleckt,
    nun stinkt er aus dem Hals.
    Der Jäger aus Kurpfalz!“
    Der große, alte Herr sang es und ich kann mich bis heute nicht erinnern, jemals wieder so schnell aus einem knabenhaften k.o.-Schlaf in den hellwachen Morgen gekommen zu sein: „Wie war das? Nochmal! Bitteee.“
    Dieser große, alte Herr vermittelte wiederholt, daß man es hier und hier können muß und tippte dabei mit dem linken Zeigerfinger an den rechten Bizeps und mit dem rechten Zeigefinger an die linke Schläfe. Ich habe diesen Spruch übernommen und verkündige gebetsmühlenartig seit Jahren, man muß beides können, das Alte bewahren und das Neue gestalten.
    Wobei das Neue als kälter, umbarmherziger erscheint. Lieber Don, versuchen Sie, diese wunderbaren erinnerlichten Stimmungen weiterzugeben, und nicht nur an uns Blogger hier. Bloggen ist irgendwie was Neues, eigene Kinder sind direkter. Aber diesen Erfahrungswert als Rat gemeint lesen Sie ja nicht nur von mir hier.
    Die Alpen und Meran kenne ich nicht, habe aber eben Google Earth bemüht. Ziemlich eingekesselt von hohen Bergen. Damit leicht gru-seelig für mich. Soviel bienenfleißige Geborgenheit… . Aber wenn der Himmel dort reinbeißblauer ist als anderswo, Knaben in Permanenz Hunger haben und viel guten Schlaf brauchen, dann liegt es bestimmt an der Luft. Wenn die Gäste aus dem Süden mit ihren Silberkannen zu uns an die ostwindverseuchte östliche deutsche Ostseeküste kommen, essen sie wie verrückt, schlafen wie k.o., habe gute Laune und verstehen diesen Erholungseffekt gar nicht. So entsteht ein Mythos, der des Seebades. Der des schweinegrippenfreien natürlich.
    Töchter mittels eines Werkzeugs „Audi“ zum Ergrünen zu bringen, finde ich nicht manierlich. Erröten, gesund erröten muß sie, das ist es!
    Herzlichst
    ein Südschwede

  65. Es ist schon merkwürdig: Kaum...
    Es ist schon merkwürdig: Kaum bekommen die Freunde und Geschwister und Kollegen Kinder – schon versuchen sie, alle anderen von diesem ‚glückseligen‘ Zustand zu überzeugen. Andersherum habe ich es noch nie erlebt: Dass die Kinderlosen die Kinderhabenden zu missionieren versuchten…
    .
    Ein ähnliches Phänomen: Kaum wird jemand zum Weltenbummler, versucht er diejenigen, deren Herz nun einmal ’nur‘ an der Ostseeküste oder an einem kleinen Tal im Montafon oder an der grandiosen der Stille des Böhmerwaldes hängt, von dem Weitgereist-Sein zu überzeugen.

  66. ephemeride, in England sahgt...
    ephemeride, in England sahgt man: Misery loves company.
    .
    hein hawk, Meran ist zwar in einem „Talkessel“, aber es ist ein sehr breiter Kessel, der den Ort vor Wolken und schlechtem Wetter abschirmt. Die Berge merkt man nicht besonders, es ist nicht so klaustrophobisch eng wie etwa am Brenner oder bei Klausen, sondern fast schon wie eine Ideallandschaft der Renaissance. Und wirklich mediterran, alles ist voller Palmen, Kakteen und anderen Dingen, die man in den Bergen nicht erwarten würde. Ausserdem ist Meran nur auf 340 Meter über dem Meeresspiegel – schon Gmund am Tegernsee liegt auf 740 Meter.

  67. Wehrter Don,
    was Sie für eine...

    Wehrter Don,
    was Sie für eine wundwerbare Zeit Sie hatten.
    Eventuell bin ich doch geneigt, zu überlegen währe es,
    meinen ……..geratenen Enkeln dieses zu ermöglichen.
    Doch jetzt und das mit allem Respeckt, glaube Sie das
    diese Aufendhalte Sie zu dem machten was Sie sind.
    Entschuldigen Sie meine Frage.
    Herzlichst P.

  68. Paulchen, ich denke eher, dass...
    Paulchen, ich denke eher, dass mich die Normalität zu dem machte, was ich bin. „Urlaub zählt nicht“ sagen Freundinnen, wenn sie auf Reisen ein Techtelmechtel hatten, und so würde ich das auch sehen wollen.
    .
    reichundgesund, das ist ein schönes Alias. Immer nur zu, man geht darin nicht falsch.
    .
    Gaya y Lucientes, seitdem ein paar Häuser weiter in der kleinen, dummen Stadt an der Donau eine Disco aufgemacht habe, kann ich liefern, indem ich von Samstag auf Sonntag eine Kamera aus dem Fenster halte.

  69. bleibts dahoam. China is nich...
    bleibts dahoam. China is nich für jeden was. Um Kinder dagegen beneide ich die Leute. Oh, Neidalarm!! ‚tschuldigung!

  70. @ dr Snuggles: maseltov für...
    @ dr Snuggles: maseltov für n° 2

  71. Lieber Don, sehr...
    Lieber Don, sehr einverstanden, ich versuche bescheiden, bei dem von Ihnen gewählten Sujet, lieber Don, eben diese ausschließlich beschriebenen Alpen vor dem Ansturm derjenigen phantasielosen Leute zu erretten, die jetzt lesenderweise aufgeschreckt dorthin kommen werden. Wenn ich richtig verstehe, gab/gibt es da noch lauschige Ecken, die den Penaten gerecht werden könnten. Also, und gerade für die weltoffenen und deswegen hochverehrte FAZ, schickt auch ein paar Leutchens an die erzprotestantische, aber virenfreie Ostsee. Die zweieinhalb Inseln dort werden wegen des Ansturms nicht gleich versinken. (können die Alpen flachgelatscht oder flachgeskifahren werden? Schröckliche Vorstellung!)
    herzlichst
    ein Südschwede

  72. @ Miner: Ich vermute, dass Sie...
    @ Miner: Ich vermute, dass Sie Neid wegen der „Erdbeertorte“ und des „Roadsters“ witterten? Wenn dem so ist, hat Sie Ihr Instinkt auf eine falsche Fährte geführt. Ich schrieb nur meinen Eindruck auf, den ich bislang von der Kunstfigur Don Alphonso gewonnen habe. Natürlich können Eindrücke falsch sein, aber ich sehe gewisse Limitierungen.
    .
    @ Ephemeride: ein Kinderloser kann Kinderhabende nun mal nicht missionieren, die Kinder sind ja da und man kann sie nicht zurückgeben. Von daher ist eine Entscheidung für Kinder nicht mehr umkehrbar. Gut, man kann die Kinder zur Adoption freigeben, was in meinen Augen aber eher einen schwachen Charakter auszeichnet, wenn man es nur macht, um wieder mehr Zeit für sich selber zu haben.
    Aber ich gebe Ihnen Recht, es ist sinnlos (und in meinen Augen falsch) Kinderlose vom Kinderkriegen überzeugen zu wollen. Ich wollte schon immer Kinder haben. Aber es muss zur Person passen und es gibt eben Menschen, da würde es nicht passen. Und da ist es besser, wenn diese Menschen keine Kinder bekommen. Alles andere wäre ein Experiment, was aber im Zweifel zu Mißstimmungen, Unzufriedenheit und schlecht erzogenen Kindern führt.

  73. Lieber hein hawk, die Alpen...
    Lieber hein hawk, die Alpen sind gross und weitestgehendst menschenleer, und in Meran war um 1900 auch mehr los als jetzt. Ein paar FAZ-Leser können da nicht stören, ganz im Gegenteil. Was die ostsee angeht, nun, da sage ich nur Heiligendamm: Da gab es eine Einladung, der ich aber nicht nachgekommen bin. Dazu kommt, dass ich auch nicht beim reiseteil bin, sondern beim Feuilleton, und da müsste man schon andere Leute fragen, ob sie nicht Lust haben. Ein schlechtes Vorzeichen jedenfalls ist, dass die Eltern der Reisebegleiterin heute nicht mehr nach Meran fahren, sondern zur Ostsee raten:
    .
    http://faz-community.faz.net/blogs/ding/archive/2009/08/03/am-beispiel-trauttmansdorff-die-touristenfalle.aspx
    .
    Ich für meinen Teil werde gemütskrank, wenn nirgendwo Erhebungen sind.
    .
    Georgina Darcy, das tessin ist fraglos vergleichbar, nur ist es eben Schweiz, und während die gut zum Vermögen ist, ist sie auf Dazer eigentlich kein Land, in dem ich wohnen wollen würde. Ausserdem findet man dort vermurlich keine restaurierungsbedürftigen Villen in Bestlage mehr; in Meran ist das anders, Haus Henrietta in Obermais etwa hätte es uns mit seinen zwei Balkonen und den umgebenden Weinbergen angetan.
    .
    International, so richtig transkontinental? War ich. Zu viele schräge Regime von Kalifornien bis Syrien. Zu schwankendes Klima vom Nordcap bis Marokko. Ich werde ohnehin nie all die Pracht des alten Europas besichtigen können, die mir so sehr liegt, noch nicht mal meine Berge – da sehe ich meine Desiderate, und solange die FAZ nicht auf die Idee kommt, mich an einen derartigen Ort zu verfrachten, sehe ich auch keinen Anlass, so etwas zu tun. Und nur, dass wir uns richtig verstehen: Diese Reise ist nicht von der FAZ finanziert, oder von einem Hotel oder sonstwas. Das ist alles selbst unternommen und bezahlt.

  74. Miner, da sage ich auch nicht...
    Miner, da sage ich auch nicht nein, selbst wenn es von Adenauer ist.
    .
    abf, da geht ja auch die Geschichte mit, und so ein paar auf ihrem Grund verblödende Wittelsbacher sind mir erheblich lieber als das preussische Militär.

  75. @ hein hawk: An der Ostsee...
    @ hein hawk: An der Ostsee ist es wohl virenfrei aber mehr atheistisch als erzprotestantisch. Der Massentourismus hat aber die schönsten Bäderorte im Sommer komplett überrollt. Es gibt schöne Hotels der gehobenen Kategorie, sobald man aber vor die Tür geht wird man von pinkfarbenen Plastiklatschen niedergewalzt. Daher meide ich als Eingeborener diese Orte im Sommer.
    Und der Versuch in Heiligendamm ein Refugium für die gehobene Klasse zu schaffen, erinnert mehr an ein Ghetto oder Zoologischen Garten.
    Im Frühjahr und Herbst ist die richtige Zeit, die Ostsee zu genießen.

  76. @ Don: dass früher in Meran...
    @ Don: dass früher in Meran mehr los war, das glaube ich gerne. Im Norden ist es ja nicht anders, die Inseln hatten in früheren Zeit auch deutlich mehr Zuspruch als heute, auch von der besseren Gesellschaft. Heute tummeln sich die Prinzessinen und Prinzen botoxgestärkt in Marbella oder anderen Orten der sog. „High Society“ und lassen sich volksnah für Vox oder andere Sender filmen.

  77. jungs, miner und don, adenauer...
    jungs, miner und don, adenauer war doch ein untertraeglicher spiesser. – es weiss doch jedes kind, dass rechts der weser kulturdeutschland beginnt. fenster, augen und ohren auf, sag ich. oder besser noch: verdeck runter! – links gabs kaum mehr als einen heine und beethoven und auch die waren kreuzungluecklich unter den kraemern und selten zuhause. im schoenen mitteldeutschland hat selbst halle noch nen haendel.
    … so so, don, wir haben also nicht gedient?! – irgendwie sonst dem gemeinwohl zugetragen, oder planen wir das erst noch mit umwidmung des tegernseer anwesensens in ein soziales wohnprojekt? persoenlich hab ich ja ein faible fuer sogenannte ‚mehrgenerationenhaeuser‘. das kleidet auch den junggesellen.

  78. don alphonso, Sie und Frau...
    don alphonso, Sie und Frau Diener machen mir mit Ihren Reiseberichten ein Urlaubsziel schmackhaft, dass ich in den Jahren zwischen Kindheit und Jugend mit meinen Eltern bereist habe. Zwar nicht Südtirol eher Kärnten, aber die Alpen. Ich fand das damals toll am Milstädter und am Wörther See. Trotzdem sind seitdem die Alpen als Reiseziel für mich aus dem Fokus geraten. Das wird nun nachgeholt. Aber keine Angst so bald wird es nicht geschehen und ob es direkt Meran sein wird bleibt abzuwarten. Jedenfalls werde ich versuchen, meine nicht in Ihre Reisezeit zu legen, denn ich würde als Familie mit Kind anreisen. Nichts für ungut. ;-)

  79. ok - das war geographisch nen...
    ok – das war geographisch nen bisken schlampig von mir. korrekt – ich musste auf die karte schaun – heisst es natuerlich „rechts von fulda und weser“. soviel ordnung darf sein.

  80. @Dr. Snuggles: Aber wer sucht...
    @Dr. Snuggles: Aber wer sucht denn auch in Palmyra nach Torte? Es gibt doch genug anders, das für diesen Mangel entschädigt. Und für die Seidenstrasse eignet sich ein alter Jeep ganz gut. Einem Oldtimer würde ich die Schotterpisten besser nicht zumuten.
    .
    @Werte/r Ephemeride, aber nein, niemand soll vom Vorteil der Fernreisen überzeugt werden, der dazu keine Neigung verspürt. Ich finde es jedoch durchaus interessant, sich über Reisevorlieben und -abneigungen und die Gründe hierfür auszutauschen.
    .
    @Don Alphonso: Die schrägen Regime von Kalifornien bis Syrien verleiden mir gelegentlich auch etwas von der Freude am Reisen. Aber den Berlusconi´schen Überwachungsstaat, der sich in Italien ausbreitet, finde ich nicht weniger unbehaglich. Ich habe den Verdacht, man könnte von meinem letzten Florenz-Besuch eine Dokumentation erstellen, so viele Kameras im öffentlich Raum gibt es mittlerweile dort. (Irgendwann war ich kurz davor, mich in einem kindischen Trotzanfall vor eines dieser Dinger zu stellen und Zunge rauszustrecken;-) ich habe dann doch nciht gemacht, das Ergebniss hätte mich jedoch interessiert….)
    Das tut meiner Liebe zu Italien jedoch keinen Abbruch – mindestens ein Mal pro Jahr muss man hin, das braucht man zum glücklichsein.
    .
    Ich glaube nur, wenn man politisch korrekt reisen will, wird es schwieirg. Wo könnte man noch hin? Skandinavien vielleicht…..
    .
    Darüber hinaus habe ich den Artikel mit großem Vergnügen gelesen – von daher hätte es mich auch nicht gestört, wäre er von der FAZ gesponsort gewesen!

  81. Georgina Darcy, nun ist...
    Georgina Darcy, nun ist Südtirol ja glücklicherweise eine autonome Provinz, und es ist immer nich was anderes als ein Land, das die Todesstrafe praktiziert oder anderweistig die Menschenrechte systematisch mit Füssen tritt. Aber nicht ohne Grund hinterlasse ich bei meinen Reisen Anmerkungen zum politischen System. Nachdem der beitrag tatsächlich aber etwas sehr nett war, wollte ich nur nochmal darauf verweisen: Das ist keine gespnsorte Meinung von wem auch immer; es ist vom ersten Benzitropfen bis zum letzten Pfifferling selbst bezahlt (fast zum ersten Mal im Reisejournalismus fast seit seiner Erfindung)
    .
    atomfried, nachdem ich an den Bergen wohne und zwischen Salzburg und der Schweiz von Ost nach west oszilliere, müssten Sie schon fliegen – aber nur zu, ich halte mich zurück und scheine öffentlich absolut nicht so kinderfeindlich, wie ich im Innersten eingestellt bin. (Wie mit der Katze reden, nur dümmer)

  82. Doctor Snuggles, jene...
    Doctor Snuggles, jene Gesellschaft, die lieber nach Marbella fährt, möchte ich offen gesagt auch gar nicht zurück haben. Ich bin auch ganz froh, wenn nicht alle Tische voll sind und überall der Preis getrieben wird. ich mag Meran in diesem halbzerfallenen Zusatnd; vielleicht ist es die beste aller Alternativen nach der vergangenen Epoche.
    .
    abf, ich würde ja auch niemand einen Berg hochschleifen. Es ist einfach eine Frage des Wohlbefindens, und nachdem ich durchaus anderthalb Jahre im Osten gelebt habe, bin ich auch nicht ignorant, sondern nur ennuiert.

  83. Die Todesstrafe gibt es sogar...
    Die Todesstrafe gibt es sogar in Japan und sie wird dort auch praktiziert – da helfen auch die schönsten Tempel, die heißesten Onsen und das beste Sushi nichts.
    .
    Zum Thema „mit Katzen reden“: ich liebe Katzen, aber mit meiner kleinen Tochter rede ich immer noch vernünftiger als so manch Bekannte, wo die Katzen der Kinderersatz sind. Letztens erst zu Gesicht bekommen: Backkursus – Plätzchen backen für die Katze.

  84. Fernreisen haben sicherlich...
    Fernreisen haben sicherlich Ihren Reiz, aber ich sitz nur ungern länger als 2 Stunden im Flieger und da es in Europa jede Menge lohneswerte Reiseziele gibt, nütürlich auch mit dem Automobil erreichbar, zieht es mich nicht unbedingt auf andere Kontinente. Es genügen auch die reichlich vorhandenen Inseln in Nord und Süd.

  85. @ Don, ich kann...
    @ Don, ich kann nachvollziehen, dass Sie diese Leute nicht zurück haben möchten: http://www.vox.de/vox-dokus_12227.php?media=artikel1&set_id=22930
    @ FS: Natürlich kann man sich auf Europa beschränken. Allerdings besteht die Welt nicht nur aus Europa und europäischen Ansichten. Natürlich, wer auf Kirchen steht, der wird hier froh und kann sein ganzes Leben damit zubringen. Wer aber nicht nur immer christliches Abendland genießen will, der muss seine Blicke auch über den Tellerrand schweifen lassen. Maya-Tempel gibt es nun mal nur in und um Mexiko und den Sonne-Mond-See nur in Taiwan. Zugegeben: der afrikanische Kontinent reizt mich irgendwie überhaupt nicht, aber sonst…

  86. Doctur Snuggles, Sushi mag ich...
    Doctur Snuggles, Sushi mag ich noch weniger als Kinder. Sushi isst man nicht. Meine Katzen werden nur begrenzt verwöhnt, aber nicht mehr als andere Katzen auch.
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    FS, ich mag das gefühl haben, jederzeit und immer abbiegen, anhalten und neu entscheiden zu können. Ich nenne es Freiheit. Und nichts ist mir widerwärtiger als das Zusammengesperrtsein in einem Bus oder Zug, während draussen tausend Möglichkeiten vorbeifliegen.

  87. Doctor Snuggles, zu diesem...
    Doctor Snuggles, zu diesem Link: Oh mein Gott. Die sollen bitte mit Berlin und Bulgarien einen Staat bilden. Und sowas kommt heutzutage im Fernsehen? Schrecklich. Naja, gut, ist nicht meine Welt.

  88. Don Alphonso, nur weil Sie...
    Don Alphonso, nur weil Sie Sushi nicht mögen, gilt das nicht für den Rest der Menschheit. Ich esse Sushi gerne, allerdings gibt es beim Sushi recht große Qualitätsunterschiede. Nicht umsonst haben Sushi-Meister eine mehrjährige Lehre hinter sich und gute Ausgangsmaterialien sind die Basis für gute Qualität. Habe da auch schon meine Erfahrungen machen müssen. Ein Bekannter beschrieb z.B. den Geschmack von Uni (Sushi mit Seeigel) als eine Mischung aus Hafenwasser und Batteriesäure. Als ich dann mal Uni in Franfurt probierte, musste ich ihm zustimmen. Aber: bei einem Essen in einem sehr guten japanischen Restaurant in Taipeh gab es wieder Uni, in bester Qualität. Köstlich.
    Verdächtig sollten einem Sonderangebote, massenverpackte Sachen und Sushi in China-Restaurants vorkommen.

  89. @ Don: Tja, sowas kommt im...
    @ Don: Tja, sowas kommt im Fernsehen. Die gebräunten und irgendwie alle gleich aussehenden Prinzessinen und die ähnlich aussehenden und agierenden Prinzen. Alles kleine Barbies und Kens. Die sich im Prinzip die ganze Zeit selber feiern. Ist es da ein Wunder, wenn niemand mehr die „Bessere Gesellschaft“ für ernst nimmt?

  90. Kann es sein, dass das...
    Kann es sein, dass das Adoptierte, Angeheiratete oder sonstwie doch etwas weiter vom Stamm Gefallene sind? Ich schreibe hier gerade an einem beitrag über die Bewahrer eines Schlosses in meiner Heimat, die würden nie auf die Idee kommen, sich für sowas hinzugeben. Und ich habe heute auch manchen Unsinn von Coco Chanel lesen müssen, aber sowas war da nicht dabei.

  91. Werter Don Alphonso,
    schöner...

    Werter Don Alphonso,
    schöner Beitrag, macht Freude ihn zu lesen.
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    Heuhalme muß man zählen oder wiegen, um sie zusammen zu rechnen –
    einen Heuhaufen erhält man, wenn man die Halme zusammen rechelt. Meine ich mal.
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    Gruß Hanskarl

  92. Werter Don, es ist nicht so...
    Werter Don, es ist nicht so einfach, etwas über diese Herkunft dieser Figuren herauszubekommen. Zumal ich mich im Adel nicht so auskenne. Was ich aber gefunden habe: Gründer des ganzen Pomp in Marbella war Alfonso zu Hohenlohe-Langenburg ( http://de.wikipedia.org/wiki/Alfonso_zu_Hohenlohe-Langenburg ), ein echter Blaublut. Jedenfalls hatte er zwei Söhne, wovon der eine noch lebt, Skifahrer und Fotograf ist. Der andere ist tot, ziemlich unschicklich: http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2006-33/artikel-2006-33-nachruf.html
    Über die ganzen Prinzessinen, die dort heute verkehren, habe ich nichts herausgefunden, ob sie angeheiratet sind oder woher sie stammen.

  93. Ach Don: ich habe Google...
    Ach Don: ich habe Google gequält mit den Prinzessinen, bin nur darauf gestoßen, dass man selbst bei den Adelsspezialisten im Vereinigten Königreich nicht genau weiß, wie sie einzustufen sind: http://www.theroyalforums.com/forums/f220/goodbye-deutschland-special-die-perlen-von-marbella-23031.html
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    Irgendwo werden die Damen also einzustufen sein. Aber seien wir doch ehrlich: wer bei Vox am „Perfekten Promi-Dinner“ ( http://www.vox.de/53_8496.php?id=546&event_id=280 ) teilnimmt und seine Handtaschen-Kollektion bei QVC feilbietet, der hat doch seinen Anspruch auf die bessere Gesellschaft schon verwirkt, oder?

  94. Vielleicht sind sie von der...
    Vielleicht sind sie von der spanischen Immobilienkrise betroffen und sehen sich deshalb veranlasst, innovative Wege der geldbeschaffung knapp unter dem Dschungelcamp zu bemühen. Was dafür spräche, dass die Titel nicht so arg echt sind, oder zumindest keine grosse Apanage mehr nach sich ziehen.

  95. Sind diese Leute vom HERRn...
    Sind diese Leute vom HERRn nicht extra dafuer erschaffen worden, um neureichen Zahnanwaelten und anderen Aufsteigern auf’s grinsendste das ergaunerte Geld wieder abzunehmen?

  96. Don, lassen wir die...
    Don, lassen wir die Prinzessinen mal beiseite, ich habe eine Frage: Sie schreiben so gerne über die Bessere Gesellschaft, Automobilie und Sahnetorten, aber was ich beim Überfliegen der bisherigen Einträge nicht wirklich finden konnte, das war das Essen und Trinken. Gibt es da nichts zu sagen? Gut, als Vegetarier werden sie zu solchen Dingen wie Fasan nichts sagen können und den Alkohol lassen sie auch verkorkt stehen. Aber so gar nichts sonst? Wie isst man in den besseren Ständen? Das würde mich interessieren.

  97. Seit längerem habe ich mich...
    Seit längerem habe ich mich schon gefragt, warum mir der Don so sympathisch erscheint. Heute abend wurde es mir klar: Er ist bei der Suche und auch bei der Verwirklichung seiner ganz persönlichen Definition von Freiheit vielleicht ein kleines Stückchen weiter als die meisten von uns …
    Mit einigen Dingen gehe ich da ganz konform, wie no TV and no kids, nur bin ich mir bei dem Dazugehörenwollen zur besseren Gesellschaft nicht ganz so sicher, ob das wirklich der Königsweg zur persönlichen Freiheit ist.
    Was ist Freiheit? Dass man das tun und lassen kann, was man möchte, ohne um Erlaubnis zu bitten oder irgendjemandem dafür Rechenschaft ablegen zu müssen?

  98. ok, geschenkt. ich lebte auch...
    ok, geschenkt. ich lebte auch so rund 1,5 jahre in muenchen – und war dann doch die wenigste zeit dort, so it is hard to say… kenne ich bayern? – ich glaube nicht. obschon genug familie dort, die nach 45 ne neue heimat hier fand.
    gut, familie ist das eine. die persoenliche bayernerfahrung unabhaengig und frei davon ist das andere. – p1, hofgarten (oder wie die nette kneipe in schwabing/ englischer garten heisst, die mit der reitschule) dann draussen am starnberger see diese kneipe von dem underground filmemacher, dessen namen ich vergessen habe, die kneipe nicht, denn die ist nett…
    gut.
    das, was ich wirklich grossartig finde an bayern, ist, dass sich hier koerperliches und geistiges quasi problemlos verbinden. – im norden ist der muskelmann per se ein aso von dem man nichts erwartet. im sueden nicht notwendigerweise. in bayern gibt sich auch die boheme gerne sportlich.
    ich fand das immer ganz ausserordentlich interessant.

  99. Reichundgesund, unter...
    Reichundgesund, unter http://www.peter-becker.de/ findet man einen interessanten Text über „die Freiheit“.
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    Ich denke, jeder definiert Freiheit für sich anders, was zum Teil zu Problemen führt. Junge Menschen definieren Freiheit anders als alte Menschen, der Religiöse sieht Freiheit darin, seine Religion ausüben zu können (und sich dabei selber der Religion zu unterwerfen), usw. Ein Zitat von Alphonse Karr drückt sicherlich sehr gut aus, was für viele ein Problem beim Ausleben von Freiheit ist: „Die Freiheit eines jeden hat als logische Grenzen die Freiheit der anderen.“

  100. abf, "Muskelmann" ist da...
    abf, „Muskelmann“ ist da vielleicht das falsche Wort, Bayern sind tendenziell einfach stämmigere Menschen. Ich kann ja mal was über meine Erfahrungen unter Hamburgern schreiben, wo die Frauen aussehen, als kämen sie aus dem Bilderbuch der nordischen Rasse – daneben fühle ich mich immer derwuzelt.
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    reichundgesund, es ist mir egal, ob ich dazu gehöre, da wird man reingeboren und ist halt dabei, aber es ist auch nicht anders als, sagen wir mal, ein verkümmerter Zeh oder der genetische Bierbauch der Vorfahren. Man entgeht dem nicht, es ist halt so.

  101. Eine nette...
    Eine nette Kindheitsgeschichte. Steckt darin ein Hinweis auf Ihre Abneigung zum Vaterwerden? Denn was würde wohl aus Kindern werden, die als Prototypen des Urlaubs nicht einen rustikalen Berggasthof erfahren, sondern mit Ihnen im Grafen (oder gar im Palace) logieren und deren Spaziergang durch die Lauben im Schlussverkaufsrausch führt? Wohl nichts, was Ihnen behagen könnte.

  102. Mir fehlte, neben vielem...
    Mir fehlte, neben vielem Anderen, übrigens auch noch ein kleiner selbstreflexsiver Exkurs basierend auf der Textzeile „Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt“ – warum eben deutsche Bürgerlichkeit, die, die sich wohl dafür hält, auch heute noch – oder wieder gerade – „bis an die Südgrenze dieser Textzeile vorstößt“, genau dort halt macht, sich genau dort wohlfühlt – immer noch oder schon wieder, wie es von Alters her reklamiert wurde. Und warum – oder warum nicht, der Vorgang reklektiert war/eher unreflektiert bis vorbewußt geschah.
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    „Die wenigen Stunden im Leben, die angenehmer sind, als die Stunde jener Zeremonie, die als Nachmittagstee bekannt ist, bedürfen besonderer Umstände. … “
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    So fängt, wie bekannt, „The Portrait of a Lady“ an, dieser von Henry James 1881 erstveröffentlichte Roman.
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    (Deutsch „Bildnis einer Dame“ – und natürlich Kitsch. Kitsch. Durch und Kitsch. Natürlich liebt man auch mal Kitsch. Deshalb muss man aber selber keine Kitschfigur werden wollen oder sein, nicxht wahr? Und wem Bürgerlichkeit nicht reicht, der kann ja Künstler werden. Oder Aristokrat. Das die beiden bürgerlich erlaubten Weiterentwicklungen, oder? Und schon die beiden sicher nicht ohne Konsequenzen im Bürgerlichen. Wohl auch das mit der Grund, warum der Weg in Richtung der Welt des Kitsch eine beqeme und leichtere Art einer eben bloß Pseudoentwicklung ist: Man verlässt die bürgerliche Welt nicht wirklich, kokkettiert nur damit. Ein bißchen eben auch „Stillstand für Feige“ (oder „Möchtergernbewegung für Liebergebundene“), wie alles nur Bürgerliche – (Wobei es wohl darauf ankommt, bürgerlich gesehen, „dass weiterhin alles symphatisch ist“. Gerade eben auch die Unveränderlichkeit will sich selbst, darf eben, wie wir alle wissen, eben bloß so tun, als ob Möglichkeit zur Veränderung tatsächlich bestünde.) Darum auch empfiehlt man z.B. Andrea Diener „Kammler/Komm…“ weil die Welt tatsächlich vorhanden ist, und erfahrbar. Bestimmt kein Heuschnuppfen, für niemanden nicht http://de.wikipedia.org/wiki/Atlantic_Rally_for_Cruisers )

  103. Wir hätten uns übrigens auch...
    Wir hätten uns übrigens auch sehr über einen ganz persönlichen Bericht Don’s aus dem „Palace Merano“ gefreut, falls er, wie üblich, dort übernachtet hätte. (We missed that, of course)
    Die Blumenampel ganz oben im ersten Bild des Blogs hat uns natürlich sofort ans Palace erinnert, wie wohl sie wohl am Ufer Passer steht. Ein sehr schönes Foto natürlich, however.
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    http://www.palace.it/de/galerie.htm
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  104. Meine Idee, der FAZ in diesen...
    Meine Idee, der FAZ in diesen schweren Zeiten eine grosse Serie „Prassen wie Don Alphonso: Mit dem Bentley Hooper Coupé zu den traditionsreichen Grand Hotels vom Tegernsee bis nach Amalfi und Cannes. Ein Jahresprojekt.“ anzudrehen, wurde wegen tieferer Einsicht in die Sinnlosigkeit des Unterfangens erst gar nicht versucht.

  105. Dass mein gestriger Kommentar...
    Dass mein gestriger Kommentar nicht veroeffentlicht wurde, ehrt mich, angesichts der bunten Voegel, die Ihre Gnade fanden. Ist halt nicht mehr die FAZ, die ich vor mehr als 50 Jahren erstmals las.
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    Gruesse aus New York (tu felix America)

  106. Bedaure, ich habe nochmal...
    Bedaure, ich habe nochmal alles durchsucht, Mail und Kommentarliste: Hier kam nichts an. Kein Kommentar zu diesem Beitrag. Es liegt also nicht an mir und wohl auch nicht an der FAZ, sondern höchstens an der Technik.

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