Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Gelebtes, reales und gefühltes Alter

| 97 Lesermeinungen

Wenn man sich in Bayern verspätet, sagt man als Entschuldigung, man habe sich verratscht. Das ist zwar ein charakterlicher Mangel, verspricht dem anderen aber, dass man etwas zum Weiterratschen habe - typischerweise Dinge, über die man nicht spricht und die einem nur weitergesagt wurden, um sie nicht weiterzusagen. Diesmal, fürchte ich, habe auch ich mich mit mir selbst verratscht, und leider habe ich auch keine Scheidungsgeschichten zu bieten, nur Cagliostro und Kardinäle, Villon und vergangene Zeiten, Fragen des Alters und, äh, was war das noch gleich, vielleicht wollen Sie selbst mal weiterlesen...

Herr, alle Tiefen, alle Höhen,
Erröten kenn ich, und Erblinden.
Ich hab dem Tod ins Aug gesehen.
Mich selbst nur kann ich nicht ergründen.
Francois Villon,

(Warnung: Unzusammenhängende Plauderei incl. Themaverfehlung) Eine gern über den „Grafen“, Alchemisten und Betrüger Alessandro Cagliostro kolportierte Geschichte handelt von seinem Diener, der gefragt wurde, ob er denn wisse, wie alt sein Herr sei, der von sich selbst die Legende in Umlauf brachte, er wisse um das Geheimnis der Unsterblichkeit. Der Diener gestand, da passen zu müssen, denn er selbst sei erst 200 Jahre bei seinem Herrn.

Gestern nun steckte ich im Stau, einer endlosen Blechkarawane von München bis in die lieblichen Hügel der Holledau, fragte mich, warum die nicht an die Ostsee oder nach Berlin oder Sibirien fahren, und hörte etwas Orlando di Lasso, als links ein VW „Beetle“ – Käfer klang People’s Car wohl etwas zu Teutsch – vorbeikrabbelte. Von vorne das ganz normale Retro-Auto, aber von hinten auf die Spitze getrieben:

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Da hatte der Besitzer, ein reichlich junger Mann, also ein sogenanntes Brezelfenster auf die Beckscheibe geklebt. Die Brezelfenster beim Original waren eine Sparmassnahme, weil ein gebogenes Glas für die Heckscheibe zu teuer gewesen wäre. Heute dagegen gibt man Geld aus, um schlechtere Sicht in einem neuen Auto zu haben, nur damit es alt wirkt. Man kann das rational für unsinnig erklären; es ist auch insofern erstaunlich, als es nicht die Aneignung einer hohen, sondern eher armen Tradition ist. Aber was tut man nicht alles für Geschichte.

In einer Zeit übrigens, die das Wort „Neu“ automatisch mit „Gut“, „Richtig“ und „Prima“ assoziiert. Zumindest kenne ich keine Werbung mit dem Ausruf „Alt!“, „Wie schon immer“ oder „Unverändert!“. Dabei ist das Alte stets eine Voraussetzung für das Neue, um sich davon abzuheben, und in Zeiten wie unseren, in denen nicht mehr die Produktion, sondern der Verkauf der überflüssigen Produktion mit ihren ultrakurzen Produktzyklen das Problem des Kapitalismus ist, wirkt so ein Brezelfenster wie eine herausgestreckte Zunge: Ätsch. Ich bin alt. Aber wie alt?

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Mein biologisches Alter ist ca. 40 Jahre. Das Haus, zu dem ich fahre, und das mein Leben dominiert, ist 400 Jahre alt – in seiner jüngsten Bauphase. Meine Vorurteile sind mindestens 100 Jahre alt, vielleicht auch noch etwas älter, denn die ganz grosse Zeit des Clans liegt mitsamt der Dünkel noch im 18. und frühen 19. Jahrhundert, als Steuereintreiben nicht nur für den Staat, sondern auch für seine Gehilfen einträglich war. Die meisten meiner Lieblingsbücher sind vor 1900 geschrieben. Der Heiratsmarkt, auf dem ich mit schlechten Renditen gehandelt werde, existiert seit Urzeiten, und Meran, wo ich gerade war, hatte seine grosse Zeit vor dem grossen Krieg, der sich dann als kleinerer Krieg entpuppte. In Meran kam auch obiger „Gruss aus der Küche“ auf den Tisch.

Ich bin Vegetarier. Ich esse das nicht, aber trotzdem bin ich hoch erfreut. Der Mensch, der sich hier äusserst geschmeichelt fühlt, freut sich über das Geschirr mit Rokokoformen, über das Besteck mit Augsburger Faden, an den Höfen üblich seit 1700, an der zeitlos freundlichen Geste, am frischen Brot und den Tischdecken aus Stoff. Was sich hier in mir freut, ist nicht 40 Jahre alt, denn das müsste sich über Plastikbecher, orange Teller und praktische Kunststofftischdecken freuen. Hier freut sich trotz unerfüllten Hungers eine hochgradig vormoderne Komponente, und zwar weitaus mehr, als wenn sie ein Mobiltelefon oder eine Kreuzfahrt auf einem Aida-Schiff geschenkt bekäme.

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Also, wie alt bin ich? 200 Jahre? 400 Jahren, wenn ich die Marmorplatten meines Jesuitenkollegs pflege? Oder nur 80, weil ich kein modernes Essen bestelle, sondern in etwa das, was meine Grosseltern auch schon in jener Jahreszeit in Meran geordert hätten? Käsknödel mit Pfifferlingen sind alles andere als neue Küche, Petersilie und Rosmarin sind alte Gewürze, man muss sich nur kurz die Szenerie in Schwarzweiss vorstellen – es muss nicht Gegenwart sein.

Natürlich bin ich froh um die deutsche Demokratie und das Ende der Ständegesellschaft, natürlich nehme ich die Errungenschaften der Technik mit, wenn ich sie brauche. Ich habe ein Telefon, aber ich empfinde nichts dafür. Ich habe ein Auto, aber was mir daran gefällt, ist die Undichtigkeit des Dachs, der laute Motor und der Verzicht auf eine Rückbank. Ich habe ein hochmodernes Blog beim Online-Auftritt einer Zeitung, das mit diesem Beitrag exakt 100 mal gefüllt wurde, ich muss auf Kongresse, um den wilden, jungen Mann aus dem Netz zu geben – und 8600 Kommentare lang geht es hier um abgespreizte Finger, veraltete Reiseziele, das alte Westdeutschland und tantenmordende Torten. Und ich sitze in einem Restaurant hoch über Meran am Tappeiner Weg – ein Weg, den man nur laufen kann. Es gibt hier kein Auto und keinen Parkplatz.

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Das Haus wurde 1906 von einem herzkranken Belgier erbaut, der auf Gesundung im milden Klima hoffte; vergeblich allerdings, denn bald starb er. Das Haus wurde in eine Pension umgebaut und an die Kirche vererbt, die es 40 Jahre lang an einem der schönsten Flecken des Ortes zerfallen liess. Dann wurde die Ruine verkauft, restauriert und als Restaurant neu eröffnet; aber was heisst hier schon neu, wenn die letzten 8 Generationen meiner Familie vermutlich genauso zufrieden wären und die heutige Moderne kaum bemerken würden. Man hat es so modern wie nötig gemacht, und den Rest einfach belassen.

Doch, natürlich haben wir im Internet nach unserem Hotel geschaut. Sinnloser hätten wir kaum verfahren können, denn wie die Reisebegleiterin von ihren Eltern vernahm: Die kennen das Hotel, in dem seien ihre Grosseltern auch immer abgestiegen. Nicht zum ersten Mal habe ich den Eindruck, mit modernsten Mitteln nur an der Fortschreibung der Vergangenheit zu arbeiten, mal absichtlich, mal unabsichtlich.

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Es gibt da die Redewendung von der „Vergangenheit, die einen einholt“. Und auf der anderen Seite die Forderung der Gegenwart, sich stets neu zu erfinden, altes wegzuwerfen, Identität anzupassen und das Leben als Wandel zu begreifen. Im ersten Fall wird man passiv überrollt, im zweiten gestaltet man halbaktiv seine – mehr oder weniger unendliche und aufgezwungene – Flucht. Was ich mir ganz angenehm vorstelle, und auch gern tun würde, ist einfach, mit der Vergangenheit in die Gegenwart zu spazieren. Die Vergangenheit ist nicht rundum positiv, aber wenn man sich das heraussucht, was an guten Dingen und Ideen bleibt, erspart man sich eine Menge Ärger. Ausserdem habe ich nicht den Eindruck, dass die Fluchthelfer der Moderne wissen, was genau sie tun.

Man betrachte nur das Internet, wo sich Menschen darum drängeln, Dienste als „Betatester“ vor allen anderen zu benutzen. Sie sind die ersten, die etwas Neues sehen, und zwar so neu, dass es unausgereift, voller Fehler und Hirngespinste seiner Erfinder ist. Dazu kommen dann noch die deformierten Persönlichkeiten der Nutzer, die selbst auf der Flucht vor allem sind, was auch nur ein paar Monate alt sind, um so „vorne“ zu bleiben. „Alter“ wird dort nicht mehr in Jahren, sondern Versionen, Entwicklungsschritten und Wochen  gemessen, was zählt, ist die Uploadgeschwindigkeit, das sofortige Verbreiten, die Statusmeldung. Der Sonnenuntergang ist schon 10 Tage vorbei, aber das macht nichts.

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Eine gültige Antwort auf dieses diffuse Problem der Verortung in der Zeit und die – zugegeben – unsaubere Fragestellung habe ich auch nicht; nur so ein diffuses Gefühl, dass die Zeit weder homogen noch ein absoluter Wert ist, sondern ein fieser Witz der Gleichzeitigkeiten, bei dem man besser mitlacht, statt sein Opfer zu werden. Cagliostro, der von sich behauptete, der Herr über die Zeit zu sein, starb übrigens im Kerker der Päpste, und damit der anderen Institution, die das gleiche von sich behauptet. Wenn es irgendwie möglich ist, würde ich gerne einfach meine Zeit und mein Alter so beherrschen, wie ich es für richtig finde, und nicht so, wie es mir die Kurienkardinäle Gegenwart, Kapitalismus, Produktzyklus, Wertverlust und Abschreibung für den Gang zur Müllkippe der Geschichte (immer dem strengen Geruch der Verräter der hessischen SPD nach) vorschreiben.

Begleitspeise: Nachdem man in Meran unter den Lauben nicht immer das Beste serviert bekommt, und der Qualitätsunterschied zu dem dargestellten Restaurant wirklich enorm sein kann, möchte ich an dieser Stelle das Restaurant Saxifaga ausdrücklich empfehlen

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  1. In diesem Jahr war ich endlich...
    In diesem Jahr war ich endlich wieder dort, wo die Balken krumm sind. Jemand, der dieses Glück öfter hat, schrieb mir hinterher: „Es gibt halt wenige Sachen, die bleiben in uns hängen, die meisten hingegen sind gleich für immer und ewig verweht, hinuntergespült, oder entfernen sich gnadenlos mit einem click auf der Maus. Man hat sie eben einmal gesehen und das reicht (oder war gar nicht notwendig oder gar lästig).“ (mad.blogger.de/…/1455407)
    .
    Natürlich weiß ich, dass die Almhütten vor 100 oder mehr Jahren nicht zum Ferienvergnügen gebaut wurden. Ich kann nur dafür danken, dass das jemand getan hat und hoffen, dass dort niemals das fahle Licht der solarbetriebenen Energiesparlampen herausscheint.

  2. Dass so vieles einfach...
    Dass so vieles einfach verschwindet, ist einerseits gar nicht so schlecht – andererseits würde ich mir wünschen, dass es dafür weniger gute Gründe gäbe. Wobei: Meine Balken sind auch nach 400 Jahren nicht krumm. (Die halten sicher noch 600 Jahre, meinte der Dachdeckermeister)

  3. Cagliostro: Bei sommerlichen...
    Cagliostro: Bei sommerlichen Temperaturen lässt es sich vorzüglich zu Goethes Groß Cophta greifen. Werbung mit Hinweis auf Altes gibt es aber sehr wohl, nämlich immer dann, wenn ein Handwerksbetrieb oder auch ein Gasthaus betonen, dass es sie „seit…“ gibt.

  4. Brezelfensteraufkleber ist ja...
    Brezelfensteraufkleber ist ja fast so, als malte man mit Kugelschreiber auf einen Pappbecher zwei gekreuzte Säbel !
    Was die krummen Balken betrifft: gerade konnte ich mich auf meiner Toskana Reise davon überzeugen, dass auch krumme, nicht zugesägte Kastanienholzstämme Deckenkonstruktionen über Jahrhunderte sicher tragen!

  5. Kleine Randnotiz für die...
    Kleine Randnotiz für die nächsten 100 Einträge: Bitte mehr „tantenmordende Torten“. Bisher wurde das Thema hier eher so zart angeschnitten, wie ein gewisser Gallier aus einem gewissen gallischen Dorf das seinerzeit in Ägypten getan haben soll – in drei nicht ganz adäquaten Teilen.

  6. anderl, das tun/können aber...
    anderl, das tun/können aber auch nur jene, die tatsächlich ein gewisses Alter haben. Sal. Oppenheim hat das gemacht. Die Deutsche Bank nicht. Dazu kommt natürlich noch der Hoflieferant. Aber ich würde meinen, dass wir hier nur über einen extrem kleinen Marktanteil sprechen. Ausser vielleicht bei Tätigkeiten, bei denen jeder alt isr, weil es keine neuen Firmen gibt: Silberschmiede zum Beispiel.
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    Don Ferrando, krumme Balken kenne ich auch aus Südfrankreich, und tatsächlich kommt es nicht auf gerade oder krumm an, sondern auf Lagerung, Pflege und besonders die Fasern. In einem deutschen Dachstuuhl sind krumme Balken dagegen ein Zeichen der Bedrohung.

  7. Glückwunsch zum...
    Glückwunsch zum Hundertsten!
    Bestes Blog bei der FAZ. Den Titel „Bestes Blog der Welt“ gibt’s erst nach mehr Schlutzkrapfenfotos ;-)

  8. Wie bitte, du bist Vegetarier...
    Wie bitte, du bist Vegetarier – und schreibst hier über das pralle Leben????? Das ist ja noch perverser, als ich Kapitalistenschwein, das nebenan über post-keynesianische Verteilungsgerechtigkeit schreibt.

  9. Irgendwo muss sogar ich sowas...
    Irgendwo muss sogar ich sowas wie eine Tugend haben. Also esse ich kein Fleisch, trinke keinen Alkohol, nehme keine Drogen, mache kein Glücksspiel und kaufe keinen Sex. (Ich muss mal was über Hostienschändung schreiben)

  10. Finmike, nun aber kommt die...
    Finmike, nun aber kommt die Zwetschgendatschizeit. Da wird es genug zum sehen geben. Torte passt halt nicht immer ganz ins Thema, und das damit zusammenhängende Thema Erben ist ein Desiderat.
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    Egghat, danke. ich werde mir Mühe geben. Einmal Schlutzkrapfen der Herr. Im Ernst, es ist doch nur eine Plauderei. was wieder das ganze Geheimnis ist, aber manche wollen halt nicht plaudern, sondern – nun, was auch immer.

  11. Schlutzis gibt es...
    Schlutzis gibt es hier:
    http://www.roemerhof-igls.at/

  12. Der Beetle mit dem...
    Der Beetle mit dem Brezelfenster, nunja, vielleicht hat der junge Mann einen ironischen Kommentar auf sein komisches Auto geben wollen?

  13. @Thomas Strobl
    Vegetarische...

    @Thomas Strobl
    Vegetarische Mahlzeiten erfordern gelegentlich Mehraufwand, sind aber nicht weniger appetitanregend, jedenfalls wäre die Inkompatibilität zum „prallen“ Leben noch zu erklären.
    Als weniger appetitlich könnte man eine gewisse Flapsigkeit Ihres Blogs einstufen. Bei den zahlreich wiedererkennbaren Versatzstücken könnte man sich zu der Frage: „Where is the beef?“ verführt sehen.

  14. "Also esse ich kein Fleisch,...
    „Also esse ich kein Fleisch, trinke keinen Alkohol, nehme keine Drogen, mache kein Glücksspiel und kaufe keinen Sex.“ – das Leben als Kunstfigur ist sicher eins der härteren. Zum 100. sei mir die Frage gestattet: David Bedford und Mike Oldfield haben anno 1975 nicht zufällig eine der Vorlagen geliefert? (http://www.youtube.com/watch?v=gPQgpWApKnA)

  15. Bei da Ponte und Mozart hat...
    Bei da Ponte und Mozart hat man mehr Glück:
    http://www.youtube.com/watch?v=2DkJc2ccUAA&feature=PlayList&p=FDF0AA31F4FBBE31&index=1

  16. Mady my day. Bleibt mir noch...
    Mady my day. Bleibt mir noch der Vollständigkeit halber hinzuzufügen: alles Gute für die nächsten 100. Und für danach!

  17. Bitte, die Herren, machen Sie...
    Bitte, die Herren, machen Sie so weiter, dann wird es am Ende so ausgehen:
    http://www.youtube.com/watch?v=PfpLDQe6rQw
    Wer nachher welche Rolle uebernommen hat, wird sich dann zeigen.

  18. Einmal Schlutzkrapfen reichen...
    Einmal Schlutzkrapfen reichen nicht. Ich sagte mehr ;-)

  19. Als treuem Anhänger des...
    Als treuem Anhänger des Bacchus fällt es mir schwer, den Jubilar und irgendeinen anderen vernünftigen Menschen in freiwilliger Selbstkasteiung das virtuelle Wiegenfest begehend zu wähnen. Suum quiqe, aber nichtsdestrotrotz ein herzliches ad multos annos !

  20. don ferrando. zwei gekreuzte...
    don ferrando. zwei gekreuzte schwerter mit bic-kuli auf mattweissem pappbecher ist ein phantastische idee. – even better than the real thing. – gute pappbecher haben eine so feine transparenz, die ganz von innen kommt. das kann bone china garnicht. – meissen selbstmach kit! – ich bedanke mich und werde das bei naechster gelegenheit als kleines gastgeschenk testen.
    don a., fein reflektierter artikel. nen bisken frei durcheinander macht nichts. im gegenteil. die gehobene avantgarde war immer schon etwas ‚attention deficit disorder‘.

  21. "Beetle" liest sich für einen...
    „Beetle“ liest sich für einen Menschen mit etwas mehreren Schwabengenen ausgesprochen vielversprechend, man setzt sich im Geiste gleich auf das Bänkle daneben und baut sich das Häusle dahinter. Und scho ist das schönste kulturelle Missverständnis in vollem Gange .

  22. Verehrter Don,

    da merken Sie...
    Verehrter Don,
    da merken Sie gerade noch an, daß in der neuen Zeit das Alter in Versionen und Fortschritten gemessen wird, schon ist der einhundertste Blogeintrag erwähnt.
    Vielen Dank und ich hoffe auf weitere einhundert!

  23. Falls Sie, lieber Don,...
    Falls Sie, lieber Don, wirklich dem Rokoko zuneigen, dürfte das genannte Besteck des Biedermeier Sie eher pieken: „Als Reaktion auf barocke Pracht und die Verspieltheit des Rokoko entstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts dieser Dekor von strenger Einfachheit: Augsburger Faden.“

  24. Augsburger, ich weiss nicht,...
    Augsburger, ich weiss nicht, wo das herkommt, aber es ist falsch. Den doppelten Faden und den Spatenentwurf gibt es schon im 17. Jahrhundert, und Augsburger Faden ist in der heute bekannten Form durch das gesamte18. Jahrhundert hindurch üblich. Die englischen bezeichnung „Fiddle Thread“ weist dann auch auf die Ableitung der Form und der umlaufenden Linien von der Geige hin. Auf der Basis begann das Rokoko, Muscheln und Dekore hinzuzufügen, und das hat man später wieder weggelassen. Die Form selbst ist aber ganz klar lange, lange vor 1800.

  25. So wird es verkauft! Es...
    So wird es verkauft! Es scheint demnach, dass eine Einordnung ins Biedermeier verkaufsfördernder ist als eine Rokoko-Herkunft. Danke für Ihren Hinweis auf diesen Trick.

  26. Meine schönsten...
    Meine schönsten Glückwünsche und meinen besten Dank für die ersten Hundert.
    Meine Anerkennung. Und mein Wunsch: Bitte weiter so.

  27. Geschätzter Don...
    Geschätzter Don Alphonso,
    Seit Jänner (siehe: mein Name) verfolge ich Ihren Blog und möchte mich zu Ihrem diesbezüglichen Jubiläum bei Ihnen und den vielen schönen Kommentatorinnen und feschen Kommentatoren bedanken für die Freude, die Sie mir im Laufe der Zeit bereitet haben. Liebe Grüße aus der Schlucht.

  28. Don, Hostienschändung ist...
    Don, Hostienschändung ist längst nichts mannhaftes mehr. Christenbashing entlarvt heute den Feigling. Wer sich wirklich als toller Hecht präsentieren will, wendet seinen Spott auf eine andere Religion. Allerdings braucht das Mut.

  29. Leider lebe ich nicht in einem...
    Leider lebe ich nicht in einem aufgeklärten Land, sondern in Bayern. Die letzte Pressekonferenz, bei der die Kirche eine Verschärfung des Gotteslästerungsparagraphen forderte, ist noch nicht so arg lang her.
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    Lieber Schluchten-Osse, vielen Dank über die Berge hinweg in die dunklen Täler.

  30. "Geduld, es wird...
    „Geduld, es wird vorübergehen“ möchte man Don zurufen (fragt sich aber, ob das überhaupt gehörig wäre, angesichts seiner Kenntnisse und Kultur).
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    Was vorübergehn wird? Na diese Spaltung der Welt, dieses ständige „entweder-oder“, welches ihn anscheinend umtreibt.
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    Unbedingt würden seine blogs noch viel stilvoller wirken, meinen wir, wenn der Impuls sich irgendwie abzugrenzen oder zu vergleichen (und zumal nach unten!)völlig entfallen würde. Es gibt für ihn keine von außen hereinwirkende Notwendigkeit, glaubt man.
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    Der Journalist kennt sich aus mit dem Wort: Darum auch hatten wir irgendwann einmal probehalber mit Schlossergasse und Bühler Höhe argumentiert. Eben mit Betonung auf dem „und“. Weil beides integriert und friedlich-freundlich und ggfls. gelungen nebeneinander existieren kann. Beides durcheinander und durch aufeinander Bezogen-Sein erweiterten Wert gewinnen kann. Wenn ich kann.
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    Hat uns schon oft geholfen: An der eigenen Inventur arbeiten: Das „oder“ zwischen den Empfindungen/Beobachtungen/Betrachtungen/Äußerungen öfter mal durch das „und“ zu ersetzen. Nur so rein testweise.
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    Bretzelfenster und Normalversion machen Bereicherung. Und die Bahn ist weniger eintönig. Alles andere ist eben schon meine Wertung. Und warum ich Abwertung brauche? Weil ich mich nicht ausreichend geliebt fühle vielleicht?
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    Wie wir noch aus der Schule wissen: Das „oder“ differenziert, „macht einen Lebensweg wie ein Ypsilonmodell“. Ständig gelangt man an Verzweigungen, rechts oder links ab (und wehe, die sind nicht da, *g*), und es will sorgfältig gewählt werden (*g*) – während das „und“ das Gegenteil gibt, eben das Integral ist, Summe über viele Möglichkeiten (wobei sich auch mal was vermischen darf, *gg*), bestenfalls über alle Möglichkeiten. Man kennt: Schwimmbad und Oper und Meran und Privatpool und Bergwerk und Liebe und Schmerz und Freizeit und Bindung und Unabhängigkeit und Pflicht und Platzanweiser und FKK und Rokkokko und … gilt es.
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    A propos Journalismus: Wie bekannt hat Goethe ungefähr die letzten zwei Jahrzehnte seines Lebens keine Tageszeitung mehr gelesen. Sich nicht mehr mit „Aktualitäten“ abgegeben. Sondern Faust I/II fertig gemacht. Für duie Ewigkeit. Weil Zeitungsjournalismus für Schreiberlinge ist, sozusagen. Nicht für Dichter. Den Künstlern unter den Journalisten sei’s evtl. wieder einmal ins Gedächtnis gerufen.
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    (P.S. und auch nur am Rande: Wer Drogen nimmt, kommt bekanntlich nicht drüber hin, über die Spaltung der Welt. Das ja auch klar im Jahre 2009. Allgemeinbildung eben. Weil dann die Spaltung chem. induziert ist und bleibt. Solange die Droge genommen wird. Und gibt andere Fälle angeborener Art. Da aber Don zu all solchem keinen Bezug hat, sind alle Vorraussetzungen für jedes Glück gegeben. Aber: Was ich bedingungslos wegschenke, werde ich behalten, was ich versuche zu behalten, werde ich verlieren, die altbekannte Dialektik.)
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    Und wir leben in einer Zeit ungeheuren Vergessens. Nie war mehr da zum Vergessen, als heute. Die Jahrgänge 1942 (die u.a. Woodstock machten) sind alt. Werden ersetzt. (Warten, bis nach 25 Sekunden die Musik kommt: http://www.youtube.com/watch?v=eYKY2lpxMg8 und vor allem hier „A Long Time Gone“ http://www.youtube.com/watch?v=_PFCgAhZEO8&feature=related )
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  31. Besten Dank für feinstes...
    Besten Dank für feinstes Foodporn, Knödel mit Pfifferlingen an Plastikstuhl, und für 100 niemals politisch korrekte Texte. Wieviel Trinkgeld musste er dem Kellner zahlen, um die Webadresse des steinbrechenden Restaurantes zu erhalten ?

  32. Lieber Don Alphonso, nach dem...
    Lieber Don Alphonso, nach dem fünften Ansatz, einen Kommentar zu Ihrem schönen Artikel zu schreiben, frage ich Sie: sind wir jetzt plötzlich die Dinosaurier?
    .
    Ausserdem bitte ich Sie um eines: verlieren Sie weiterhin nicht die Bodenhaftung. Andere Menschen dieser Welt machen sich durchaus ähnliche Gedanken. Was bedeuten absolut gesehen denn schon 100 Blogeinträge und ein paar tausend Kommentare? Nichts. Sie wissen, was ich meine: Hochmut kommt vor dem Fall. Trotzdem: Herzlichen Glückwunsch und weiter so.
    .
    @FinMike, ich bitte Sie, die ägyptische Tore war doch garnicht vergiftet… :-)

  33. Und junge Männer sind so...
    Und junge Männer sind so genial (was ein Glück, dass wir Söhne haben!): Hier z. B. der am 20. Juli 1969 gerade 22 Jahre altgewordene Carlos Santana bei einem Auftritt am 15. oder 16.8.1969: http://www.youtube.com/watch?v=XnamP4-M9ko&feature=related
    .
    Und am Schlagzeug Michael Shrieve, damals 19, der jüngste Musiker, der in Woodstock mitspielte. http://www.michaelshrieve.com/gallery.html

  34. Don Alphonso, Herzlichen...
    Don Alphonso, Herzlichen Glückwunsch zum Hundertsten. Also ich meine jetzt die Beiträge.
    Mit diesem haben Sie es auf den Punkt gebracht. Ich freue mich auf das, was da noch kommt.

  35. Zum 100. Geburtstag eine...
    Zum 100. Geburtstag eine Erinnerung an Adam von Trott zu Solz. Dem Alphonso hätte er ein passender, guter Freund werden können.
    http://www.stiftung-adam-von-trott.de/adam-von-trott/avt_biographie.php

  36. Hallo Don, auch ich gratuliere...
    Hallo Don, auch ich gratuliere zum Hundertsten und wünsche Ihnen von ganzem Herzen weiterhin viel Erfolg & Freude, aber natürlich auch eine ganze Menge „Schaum vorm Mund“.

  37. Auch von mir Glückwinsch zum...
    Auch von mir Glückwinsch zum 100 dersten!
    Nun. das beste der Vergangenheit mit dem besten der Gegenwart zu kombinieren und damit die Zukunft zu gestalten, … war das nicht schon immer der Weg der besseren Gesellschaft? :)

  38. vergass: glueckwunsch zum...
    vergass: glueckwunsch zum hundertsten. – ‚hundert male frisch und froh. der don, der macht gleich weiter so.‘ – arg bescheidener schuettelreim, ich weiss. – mit miners congenialem ’schaum vorm mund‘ haette ich gerne mitgehalten, aber es geht nicht. – insofern: miner spricht fuer mindestens zwei.
    (und da sagte mal einer – der miner – poesie waere nicht seins. – bursche, bursche, wenn das mal nicht ein gewaltiger und moeglicherweise folgenschwerer irrtum ist!…)

  39. Sehr geehrter Herr Ahlfonzo,...
    Sehr geehrter Herr Ahlfonzo, oder darf ich Don sagen?,
    auch im Namen aller Berliner Mitbürger möchte ich Ihnen herzlichst zum 100 Geburtstag, ach ne…… Kolumne….. gratulieren.
    Wir hoffen, Sie bald einmal wieder in unserer schönen Spree-Metropole begrüssen zu dürfen.
    Ich ganz persönlich werde mir dann die Zeit nehmen, um mit Ihnen im schönen Stadteil Prenzlauer Berg eine originale Berliner Curry-Wurscht zu verspeisen!
    Herzlichst Ihr Bürgermeister Wowi

  40. Einhundert. Nicht magisch,...
    Einhundert. Nicht magisch, aber beeindruckend. Und es wird gelesen. Und es wird kommentiert. Eine Zusammenfassung tut Not. Ein Büchlein für die Vergangeheit. Die Sammlung „Don Alphonso – Briefe 1-100 an die Welt“.
    Und spräche etwas gegen 101-x als Podcast ? Ihre Hörempfehlung, auf Papier nur sehr wage.
    Kurz gesagt: Gratulation ! Steigen Sie ein, trotz der Vergangenheit.

  41. Werter Don,
    die Moderne hilft...

    Werter Don,
    die Moderne hilft uns ja -Zeit als das zu begreifen was sie ist – eine Illusion. Wenn ich als 45-jähriger eine Affäre mit einer 27-jährigen habe, mag mir das schmeicheln. Ich fühle mich dabei aber nicht wie 27. Sollte die 27-jährige zum Alter hinzugerechnet auch noch über eine gewisse vornehme Art verfügen und das Privileg erhalten haben, stilvoll zu sein, gehen mehr als 50 Jahre Kulturgeschichte an mir vorbei. Es sind bestenfalls Geschmack und/oder Geruch, also Erinnerungen, die das Sein prägen. Die Konsequenz: Ich habe mir das Rauchen abgewöhnt.
    LG Doktor Benway

  42. Ganz wunderbar geschrieben!...
    Ganz wunderbar geschrieben! Und (wie oft) soviele anregende, nachdenkenswerte Ansätze … 40 … 400 … 100 … Chronos … Chairos … An sich, sagte die Zeit, kann ich nicht für mich sein …

  43. Doktor Benwy, angerichts der...
    Doktor Benwy, angerichts der eigenen Lebensverlängerung keine schlechte Idee. Was ich aber durchaus erlebe – und wovon in Berlin die Mommerzblogger und am Tegernsee die Faltenstraffer leben – ist der Versuch, die 27 zu perpetuieren; erst gar kein 45er gefühl aufkommen zu lassen und den Zustand auch marktkompatibel zu konservieren. Es mangelt da etwas an HIngbae an die Zeit. Die sich natürlich trotzdem rächt, wenn man sie nicht als Qualität, sondern nur als Schreckgespenst behandelt.

  44. Eine Ahnung von Zeit - wenn...
    Eine Ahnung von Zeit – wenn man sie denn am Gegenständlichen ‚festmachen‘ mag – habe ich beim sonntäglichen Gang durch die Münchner Glyptothek erhalten. Dort stehen derzeit höchst filigrane Glasgefäße und etruskische Vasen mit zarter Malerei. Und beim Anblick all dieser zweitausendjahreralter Preziosen dachte ich mir, dass der Künstler, welcher die Rosse auf den Ton pinselte, doch niemals geglaubt haben wird, dass seine Werke einmal so lang überdauern würden – und noch in fernster Zukunft beachtet und bestaunt würden. Genauso wie man heute wohl kaum glaubt, dass ausgerechnet das Geschirr, welches im eigenen Küchenschrank steht, im Jahr 3500 existieren wird. Nicht einmal die Kirchenbauer von Worms oder Weißenburg werden bei ihrem Unterfangen an die Ewigkeit geglaubt und Touristenströme vorausgesehen haben. Denn das allermeiste unserer Bemühungen, unserer Hoffnungen und Ideen und Taten vertilgt die Zeit und wenn man so will, sind nur die menschlichen Regungen, so lange es Menschen gibt, unsterblich.

  45. abf, der Hundertste Beitrag...
    abf, der Hundertste Beitrag des Don´s wird also hier genutzt, um Geständnisse zu machen. Gar nicht so schlecht, denn ein freundliches Geständnis im richtigen Moment erleichtert den täglichen Gang des Menschen.
    lieber abf, ich kenne Sie nicht. Und wie Sie wissen, bin ich nicht immer Ihrer Meinung. Aber…..seien Sie einfach mal gelobt, denn Ihre beiden Kommentare vom 14. Mai 2009 , Thema: „alfred de musset & reingeboren aber nicht reingehoeren, etc“ sind so tief treffende & gehaltvolle Kommentare, dass ich sie mir abgespeichert habe.
    Also, danke nochmal für viele schöne Kommentare, denn sie deuten auf den hellen & offenen Blick ihres Erfassers hin und haben einigen gelesenen Geschichten die perfekte Abrundung gegeben.

  46. Werter Don,
    ja - dieses Mitte...

    Werter Don,
    ja – dieses Mitte der 80ziger des letzten Jahrhunderts aufgekommene „For ever young“ Gefühl – zelebriert von der Münchner JU ob im P1 oder bei den Zonenzombies in ewiger Konkurrenz zu Egon Krenz… 20 Jahre später stürzen sich eben jene solche von Brüstungen indischer Hotels oder liefern Steilvorlagen im Bundestag zu glasklaren Eigentoren, allerdings der übelsten Sorte.
    Muss sich um eine besondere Form des kaholischen Nihilismusses handeln…

  47. Kern des Themas scheint mir...
    Kern des Themas scheint mir die Suche nach der Unsterblichkeit: Die einen umgeben sich mit jungen Frauen, die anderen mit Rokoko-Mobiliar. Die dritten (mich eingeschlossen) fahren einen Oldtimer – der sich trefflich mit handwerklichem Einsatz immer und immer wieder in den Neuzustand versetzen lässt. Und für wen all dies nicht möglich ist, der fährt ein Auto im Retro-Look und verstärkt diesen noch durch ein Brezelfenster.
    Es scheint schwer sich mit dem Lauf der Zeit und den damit verbundenen Veränderungen zu arrangieren.

  48. Sehr geehrter Don,

    meine...
    Sehr geehrter Don,
    meine Glückwunsche zum 100. Blogeintrag zu Dingen, von welcher die Welt meint, sie nicht brauchen zu müssen. Das Bedarf besteht, merkt man spätestens beim Lesen der Kommentare. Danke!

  49. Und wie lange noch wollen Sie...
    Und wie lange noch wollen Sie den Huber vor sich her schieben?

  50. @mawu, aber irgendwie...
    @mawu, aber irgendwie tantenmordend sah sie schon aus, oder nicht?

  51. Hach wie schön,...
    Hach wie schön, Gleichgesinnte!
    Lieber Don Alphonso, vielleicht tröstet es Sie, dass ich ähnlich fühle, obwohl mein biologisches Alter bei zarten 26 Jahren liegt.
    Eigentlich müsste ich ja begeistert von bunten Handys, stinktierartig-gesträhnten Haaren, Röhrenhosen über die der Hüftspeck quillt, Sneakers, Coffee-to-go und Ähnlichem sein – trotzdem hätte ich zu Hause am liebsten ein altes schwarzes Bakelit-Telefon und ein Notebook mit Teakholzfurnier (gibts sowas?).
    Irgendwann kommt noch der glorreiche Tag, in dem ich mich traue meine taillierten 50er Jahre-Sommerkleider inclusive rotlackierten Zehennägeln in passenden Peeptoes ins Büro anzuziehen… den Oldtimer kaufe ich dann wenn mein Jungingenieurinnen-Gehalt auf Geschäftsführer-Niveau angewachsen ist.

  52. Lieber Don,
    vielen Dank für...

    Lieber Don,
    vielen Dank für die 100 Beiträge und bitte weiter so…
    Was wäre mein Arbeitsalltag ohne den Blick in Ihren schönen Blog, mitten in dieser kapitalistischen Automotivewelt, deren Produkte in immer kürzer werdenden Regelmäßigkeit das Auge verletzten?
    Bleiben Sie gesund!

  53. Super Jubiläumsblog, jubel,...
    Super Jubiläumsblog, jubel, jubel: man muß beides können. Altes und Neues. Aber bitte anfangs immer abwechselnd nacheinander, bei „gleichzeitig“ könnte es zu Verhebungen, sogenannten Brüchen, kommen. Das können nur gut durchtrainierte Typen.
    herzlichst
    ein Südschwede

  54. War zum Hundertsten denn nicht...
    War zum Hundertsten denn nicht ein blog zum Bildungskanon versprochen? Jedenfalls wurde das mehrfach angekündigt….. Ich hoffe doch, das wurde jetzt nicht auf den 1000sten verschoben?

  55. <p>Auch ich lobo diesen...
    Auch ich lobo diesen blog!

  56. Dieses Thema, der Kanon, ach,...
    Dieses Thema, der Kanon, ach, der bereitet mir Schmerzen. Da liegen viele Entwürfe rum. Ach ja. (und so viele Alternativen
    .
    hein hawk, gerade das Gleichzeitige ist aber die Realität, an der momentan allenthalben gekaut wird. Wie geht man damit um, dass man die Beschaulichkeit des 19. Jahrhunderts möchte, die Freiheit der 68er, den Konsum von 2009 und den Niedergang von 2010 ff.?

  57. Dieses Blog atmet den Geist...
    Dieses Blog atmet den Geist des alten Europa. Und das ist auch gut so.

  58. Bitte Herr Alphonso,...
    Bitte Herr Alphonso, Don,
    sag´ ich doch, von mir aus auch „kauen“. Nur nicht verschlucken dabei bitte.
    herzlichst
    ein Südschwede

  59. Man könnte auch sagen: Es ist...
    Man könnte auch sagen: Es ist von diesem Geist besessen. Aber das ist ja nicht weiter schlimm.
    .
    Inette, danke, glücklicherweise ist die Automotive-Welt ja nur ein Teil der Existenz – und bei uns in der Familie ist man bis zum Ableben ohnehon nicht krank.

  60. Lieber Don Alphonso, ...
    Lieber Don Alphonso, Herzlichen Glueckwunsch zum 100. Blog! Viel Spass mit den naechsten 100. :-)

  61. "Die Zeit, die ist...
    „Die Zeit, die ist einsonderbar Ding. Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts. Aber dann auf einmal, da spürt man nichts als sie. Sie ist um uns herum, sie ist auch in uns drinnen. In den Gesichtern rieselt sie, im Spiegel da rieselt sie, in meinen Schläfen fließt sie. Und zwischen mir und dir da fließt sie wieder, lautlos, wie eine Sanduhr“ Sind Sie auch schon aufgestanden Don Alphonso und haben nächtens die Uhren angehalten?… Doch man muss sich auch nicht fürchten vor der Zeit, auch sie ist ein Geschöpf des Vaters…“Leicht muss man sein, mit leichtem Herz und leichten Händen halten und nehmen, halten und lassen … Die nicht so sind, die straft das Leben, und Gott erbarmt sich ihrer nicht.“
    Vielleicht sollte ich als Nick heute lieber Feldmarschall Fürst Werdenberg nehmen, aber die welche Frau Schwarzkopf nicht als Feldmarschallin gehört haben ( ich habe auch noch ein bootleg aus der Met der frühen 60er) würden es ohnehin nicht verstehen.
    Also schütten Sie leichten Herzens und mit leichten Händen, doch nicht ohne Ironie und mancherlei geschliffene Boshaftigkeit noch viele weitere alte Neuigkeiten zu den gehobenen Ständen über uns aus, verehrter Don.
    Was das ad multos annos angeht, erinnere ich einen Festgottesdienst in einem schwäbischen Kloster, angemessen barock, an dem ich als Ordensritter teilnahm. Der Pater Prior hatte ihn sich zum goldenen Professjubiläum in Abwesenheit seines Abtes aber mit einem Missionsbischof aus dem Orden und dem ebenso hochbetagten Altabt eines anderen Klosters selbst gehalten. In der Sakristei beim Ablegen der liturgischen Gewänder dann viel „feliciter, feliciter, ad multos annos“ hin und her. Dabei repräsnetierten die vier hohen Herren zusammen, wie ich schnell überschlug, gut 300 Jahre Lebenserfahrung.
    Anderntags am Montag half der ehrwürdige Prior wieder bei der Renovierung des Nebenflügels, er kam mir nach dem Frühstück im karierten Hemd zur Zimmermannshose mit der Schubkarre mit Schutt entgegen – man dürfe nicht rasten und müsse jedem Tag das Seine geben.

  62. na, miner, herzlichen dank...
    na, miner, herzlichen dank fuer die schoenen worte. besonders freut es mich, dass alfred de musset in erinnerung blieb, denn das ist nur teilweise mein verdienst. wie immer, wenn einen etwas wirklich bewegt, dann leuchtet es heraus – da kannn man kaum anders als wirkung haben. – musset bekam ich im studium von einer guten freundin geschenkt. sie war assistentin am lehrstuhl und meinte, das buch sei etwas fuer mich. ich habe den tag nicht vergessen. ich habe sie nicht vergessen. und de mussets ‚hellen weltklang‘ erst recht nicht. – mit ihr machte ich spaeter auch eine reise – nicht unaehnlich des dons meranausflug – nach stresa am lago maggiore. wir stiegen ab in einem alten kurhotel, die gardinen wehten in mueder neugierde auf den balkon ueberm see und unsere raueme waren schnell mit mode- und architekturzeitschriften zugekramt.

    und wenn wir dons hundersten hier zum anlass von ‚gestaendnissen‘ nehmen, dann auch noch eines von mir: … irgendwann frueher in diesem jahr haeuften sich die emails, die mich auf einen blog in der faz aufmerksam machten. „kennst du das schon? … da schreibt son knallkopf, der ist genau wie du.“ – genau wie ich???? – dieser noergelnde kleingeist und menschenfeind??? – genau wie ich??? – obacht!!! – … ich fing dann doch regelmaessiger an zu lesen, erkannte sicherlich die ein oder andere parallele und hab in meinen kommentaren eher die differenz skizziert. – spass macht es. besonders aus dem ausland. in dons wunderland lebt manches altbekannte.

  63. Oh Don, kennen Sie das...
    Oh Don, kennen Sie das Sommerloch?

  64. Denken, Blogger kennen kein...
    Denken, Blogger kennen kein Sommerloch. Das Leben geht ja weiter.
    .
    abf, genau so hat man sich das vermutlich bei der FAZ vorgestellt: Köder, Leimrute und Käfig für Narren in einem.

  65. Habe schon so manchen Blogger...
    Habe schon so manchen Blogger bei mir zu Besuch gehabt. Sind alle nach Maßen bewirtet worden.

  66. Danke, aber ich zahle...
    Danke, aber ich zahle selbst.
    .
    prince Matecki, wenn alles gut geht, werde ich auch so ein zäher, alter Nagel. Ich habe hier eine alte Uhr des Biedemeier, die angeblich nur zu laufen und schlagen anfängt, wenn jemand stirbt, insofern muss ich nichts anhalten – wenn es kommt, dann soll es so sein.

  67. misterkite, die Welt braucht...
    misterkite, die Welt braucht die ganze menschheit nicht, und damit hat die Welt vollkommrn recht. Man sollte es ihr nur nicht gar so leicht in ihrer Ablehnung machen.
    .
    Unellen, meine Lösung für das Stilproblem des Rechners hat zwei Aspekte: Nie einen neuen Rechner – und stets ein Zimmer dafür, das nicht dem Besuch in die Quere kommt.

  68. Wehrter Don,
    sehr lesenswehrt...

    Wehrter Don,
    sehr lesenswehrt was Sie da schreiben.
    Und doch möchte ich Sie bitten in 40 Jahren
    diesen Beitrag noch einmal zu lesen,
    dann würde mich doch Ihre Meinung
    interessieren.
    Am Ende einer jeden Zeit hoffte ich immer
    das Leben genossen zu haben, mit all seinen
    Geschmacksrichtungen.
    Herzlichst P

  69. Paulchen, dann werde ich mir...
    Paulchen, dann werde ich mir vorher kurz das Haus anschauen, oder einen Berg, und dann wird das Alter wieder relativ irrelevant sein. Ich habe eine Aufgabe, und nach mir wird sie jemand anderes haben.
    .
    SD, komischerweise gar nicht. mal abgesehen davon, dass ohnehin nicht jeder die Unsterblichkeit verdient: Sterben gehört dazu. es ist kein Spass, aber man sollte sich besser früh damit abfinden. Und es davor nochmal krachen lassen.

  70. DoktorBenway, ich war in...
    DoktorBenway, ich war in jungen Jahren zu oft in entsprechenden Lokalitäten und habe dort zu viele angeschimmelte Porschefahrer gesehen, als dass mir der Sinn danach stünde, dergleichen jetzt auch aufzuführen. Ausserdem sind die Jugendtempel der Gegenwart keine mehr, wo man sichz gewaschen und sauber bekleidet einfinden möchte.
    .
    Ephemeride, ich rate da zur Antikensammlung, und zwar zu den lakonischen Bronzearbeiten im Keller. Dort ist ein Spiegel mit einer archaischen Potnia Theron, die durch alle Jahrhunderte hindurch die ganze Anmut bewahrt hat.
    .
    Ich allerdings wohne in einem Bunker der Gesellschaft Jesu, und die wiederum hatten nichts anderes im Sinn: Sicherung der Dominanz des Glaubens und ihres Hauses für alle Ewigkeit. Es gibt so Details wie die extrem dicken Bodenplatten, die nun schon 400 Jahre halten, die einen ahnen lassen: Die bauten nicht nur für ein paar Jahrhunderte. Die hatten die Ewigkeit im Auge.

  71. Wie schön, diese klugen...
    Wie schön, diese klugen Worte. Nun aber ist es Zeit, das Gärtchen zu bestellen. Neben der Ewigkeit auch die Radieschen im Auge…

  72. Wer schon immer mal das...
    Wer schon immer mal das Sommerloch sehen wollte: http://www.titanic-magazin.de/typo3temp/pics/4078e86f99.jpg

  73. ???Uups....Don, jetzt mal ganz...
    ???Uups….Don, jetzt mal ganz nebenbei. Ich versteh ja so Einiges was hier läuft, lese mit viel Spass und Freude. Meist spielen Sie ja auch,….wie sagen sie es, den „Troll“ wenns gerade richtig ist. Aber die immer schroffen Reaktionen Ihrerseits gg. den Leser abf ? Muss ich das verstehen, oder habe ich etwas verpasst ?
    Ich meine, ich kenne weder Sie, noch den Herrn abf, aber beide Schreiberlinge geben sich sichtlich Mühe und sind grundsätzlich nicht unhöflich.
    So bleibt mir in diesem Falle nur ein Fragezeichen über meinem Haupte schweben.
    Hätten Sie evtl. die Güte dieses zu entfernen ?

  74. Das war Ironie, von der sich...
    Das war Ironie, von der sich dachte, dass sie sich anhand der Anpielung auf „Ein Käfig voller Narren“ – die ja nicht blöd sind, sondern als „La Cage aux Folles“ ein besonders amüsanter Nachtclub – als solche selbst erklärt.

  75. Als vermutlich erster nicht...
    Als vermutlich erster nicht werksangehöriger gebürtiger Wolfsburger, der den Beetle (strenggenommen gleich eine ganze Kolonne) seinerzeit regulär auf der Straße sah, brauche ich keinerlei Deutschtümelei für die Feststellung, meinen dabei aufkeimenden Patriotismus und die in ihm verborgene Pointe meinen Kollegen unter dem Begriff „Käfer“ nicht mitgeteilt haben zu können: Der Ort war eben nicht wie gewohnt Wolfsburg, sondern Südkalifornien. Und für den deutschen Markt war der Beetle gar nicht gedacht, kam dahin zuerst auch nur als Grauimport.

  76. danke für die schnelle &...
    danke für die schnelle & halbwegs beruhigende Antwort (aufgrund des Gewitters über FFM bin ich an den gegenwärtigen Raum gefesselt, sitze blöd vor dem Rechner und kann auch noch schnell zurückschreiben)
    Jetzt habe ich zumindest nur noch ein halbes Fragezeichen über dem Kopf schweben. Aber das ist wohl gar nicht so schlecht im Leben.

  77. Kühe, Heuchelei, Raum,...
    Kühe, Heuchelei, Raum, Kanon… Was ich mir wünsche ist, dass die nächsten Blogeiträge mir nicht das Gefühl geben, das hier sei ein Wunschkonzert.

  78. @Don Alphonso: gleich mehrere...
    @Don Alphonso: gleich mehrere Alternativtexte zum Bildungskanon, das klingt doch vielversprechend. Wie wäre es mit einer Serie, wie zur Pandemie?

  79. miner. herzlichen dank fuer...
    miner. herzlichen dank fuer die inschutznahme. das schaetze ich sehr. hab dergleichen hier auch oefter getan, werde es jederzeit wieder machen. – aber den don hatte ich schon astrein und glockenklar – wie man bei uns im pott sachte – verstanden.
    nein, ich fand sein ‚Käfig für Narren in einem‘ keineswegs despektierlich – ich fand es auch nicht ironisch. ich fand es einfach praezise. – in einem zugegebenermassen metaphorischen sinn. aber gegen feine metaphern hab ich nichts, im gegenteil.

    gegen zivilcourage und inschutznahme anderer hab ich allerdings auch nichts. insofern nochmal danke, miner. – besser einmal zu viel als einmal zu wenig.

  80. nein, nein. - fuer jemanden,...
    nein, nein. – fuer jemanden, der im pott und in england aufgewachsen ist, dessen familie aus dem schoenen mitteldeutschland kommt und der lange in berlin gelebt hat und die stadt immer noch liebt und quasi jeden tag vermisst … – fuer so jemanden, der also das komplette gegenteil vom don ist… – fuer so jemanden, muss ich sagen, verstehn wir uns mittlerweile ziemlich gut.

    allerdings hatte ich in der oberschule fuer eine zeit lang auch den spitznamen ‚don‘ – praezise ‚the don‘ – …keine ahnung wieso… – und ich hatte es auch lang vergessen.

  81. Werter Don, ich fürchte, es...
    Werter Don, ich fürchte, es ist nicht so einfach. Wir sind in diese Moderne verstrickt, ob wir wollen oder nicht. Vielleicht hat niemand so sehr wie Sartre (von dem ich immer noch glaube, daß er irgendwann eine Renaissance erleben wird) unser Problem auf den Punkt gebracht: Wir Modernen sind dazu verdammt, uns selbst zu entwerfen. Und selbst dort, wo wir uns auf die Traditionen unserer Klasse berufen, ist dies eine Entscheidung, die wir so getroffen haben.
    .
    Unser Fluch und unser Segen ist es, daß wir nicht mehr einfach in unseren Tradition aufgehoben sind, sondern sie aktiv und willentlich leben müssen – gerade auch gegen die Widrigkeiten der Zeitläufte. Selbst dort, wo wir uns den PR-Sülzern und Werbefuzzis entgegenstellen und trotzig auf unseren Traditionen beharren, müssen wir uns, wenn auch in negativer Form, deren grundlegendem Imperativ beugen: Du mußt Dich und Dein Leben selbst entwerfen! Damit unterscheiden wir uns grundsätzlich von unseren Vorfahren, denn für diese war ihr großbürgerliches oder proletarisches Leben nicht das Resultat einer Entscheidung, sondern es war einfach so.
    .
    Insofern sind wir jung, sehr jung. Auf uns lastet nicht der Alp der toten Geschlechter, wie Marx mutmaßte, sondern im Gegenteil, wir müssen die Alten mühsam beschwören, um uns ihrer Unterstützung gegen die Zumutungen der Gegenwart zu versichern. Sie haben diese Beschwörung jetzt hundert Beiträge lang bravourös geleistet. Dafür ein herzliches Dankeschön und, wie man wohl am Tegernsee sagt, Vergelt’s Gott.

  82. Schon 100?

    Einiges mehr, als...
    Schon 100?
    Einiges mehr, als ich hier erwartet hatte.
    Aber man scheint sich gefunden und vor allem die Form gefunden zu haben.
    Bassd scho.

  83. Herzlichen Glueckwunsch zum...
    Herzlichen Glueckwunsch zum 100. Blog auch aus Monaco (nicht aus Monte-Carlo; ein Filou, der schlechtes dabei denkt)
    Diese Figur des Don-Alphonso hat einiges, was ich auch in meinem Leben „erleben“ durfte; wenn auch Ihre fiktive Figur und mich ca. 15 Lenze trennen.
    Seien es nur die Buecher unter den Armen beim Mahl…etc.etc!
    Je vous souhaite une bonne Continuation!!!!!

  84. @Alter Bolschewik
    .
    Ist es...

    @Alter Bolschewik
    .
    Ist es wirklich so, dass wir uns so „grundsätzlich von unseren Vorfahren“ unterscheiden? Wir „entwerfen“ uns immer wieder neu, und haben das schon immer getan. (Also, die, die es eh schon immer getan haben. Und es gab und gibt die, die das nie tun. 20:80) War es nicht Sartre, der sagte, dass der Mensch sich immer wieder neu erfindet, weil das „Ich“ eine Erfindung unserer Reflexion ist, eine Laune unserer Selbstinterpretation? Es ist lange her, dass ich Sartre gelesen habe, aber ich erinnere mich, dass er sagte, dass die sinnliche Erfahrung der Wirklichkeit entscheidet, wie wir denken, wie wir über „unsere“ Wirklichkeit denken. Und dieses denken entscheidet, wie wir über die Welt denken.
    .
    Ich glaube, dass Traditionen nichts wert sind, wenn sie nicht „aktiv und willentlich“ gelebt werden, da stimme ich Ihnen völlig zu, aber ich glaube auch, dass das nichts neues, modernes ist. Diese Moderne gab es zu allen Zeiten, so wie es auch die „Zumutungen der Gegenwart“ schon immer gab. Ach, diese „Zumutungen“ – sind sie nicht oft nur das Ende der Neugierde, des Erfahren wollen, des Lernen wollen?
    .
    Jung – Alt – die Alten … Lesen Sie hier wirklich in den Texten des Don eine „Beschwörung des Alten“? … Vielleicht haben Sie gar nicht so unrecht, aber mich stört das Wort „Alt/Alten“; für mich ist das eine zeitlose Haltung, die aus der Verpflichtung zu sich selbst und zu seinem Geschmack, seinem Stil entspringt. Und der hat natürlich eine Menge damit zu tun, wie und womit man aufwächst, sozialisiert wird … und damit wären wir wieder bei der Wirklichkeit, die sich denken läßt, oder auch nicht.
    .
    Danke für die Erinnerung an Sartre.

  85. @Grimaldeli, auch ein Filou...
    @Grimaldeli, auch ein Filou verwechselt Muenchen mit Monaco weil er beide nicht kennt. Ich entschuldige mich fuer meine Ausfaelle. Sie sind einer schlechten Erziehung, sowie meiner manchmal cholerischen Art geschuldet. Zum 100ten Blog, zudem ich ebenfalles gratuliere, und bei dem ich mich meist sehr amuesiere, moechte ich diese peinliche Sache doch endlich ausgebuegelt wissen.
    PS.: Sie haetten mich ziemlich dumm stehen lassen koennen, waere eine saftige Gegenrede auf franzoesischr erfolgt.
    .
    Lieber Don, ich ziehe den Hut (Borsalino, fast neu, selten getragen)!

  86. sehr schoen zu lesen!...
    sehr schoen zu lesen! Herzlichen Glueckwunsch Herr Don.

  87. Glückwunsch zu 100 mal...
    Glückwunsch zu 100 mal Plaudern, Polemisieren + Fabulieren. Kanon? Na, Sie trauen sich was. Ob Ihnen das steht? Ich bin gespannt!

  88. Vielen Dank für all das Lob....
    Vielen Dank für all das Lob. Wirklich, es ist eine Freude, hier dienen zu können. Und nun zurück zum Kerntheme des deutschen Reichen: Steueroptimierung, gern auch auf dem Balkan!
    .
    http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2009/08/11/montenegro-monte-carlo-fuer-russen-und-andere-arme.aspx

  89. also, kein fleisch und kein...
    also, kein fleisch und kein alkohol?! das nimmt dem ganzen blog jedwege legitimation und glaubwürdigkeit. wie kann man behaupten das leben in vollen zügen und nach traditioneller manier geniessen zu wollen um sich dann als sklave der fitness- und gesundheitskultur zu entpuppen? wie kann man denn als wahrer geniesser auf wein & bier, steak & schnitzel verzichten? das ist als ob ich behaupten würde ein autoliebhaber zu sein aber aus umweltgründen nur elektroautos fahre… lächerlich.

  90. Das gleiche wird sich der...
    Das gleiche wird sich der Morphinist über den Drogenfeind denken. es gibt bei jedem etwas, das er tun könnte, aber nicht macht. Alkohol finde ich widerlich, und Fleisch, das ich früher mochte, könnte ich aus Ekel heute nicht mehr essen. Das ist kein Verdienst, aber auch kein Makel.

  91. also der vergleich mit dem...
    also der vergleich mit dem morphinisten ist grenzwertig. wein und fleischgerichte sind europäische kulturprodukte die seit jeher zum kulturerbe zählen, was man von drogen nicht behaupten kann (auch wenn die alt 68er und grüne weiterhin versuchen uns davon zu überzeugen). warum soll alkohol bitte widerlich sein, vor allem in seinen kulturell verfeinerten formen (ich rede nicht von tequila oder vodka)? und wieso ekelt sie fleisch neuerdings? ich kann verstehen das bestimmte fleischsorten oder stücke aus bestimmten produktionen ekelerregend sind, aber das kann doch unmöglich pauschal für fleisch gelten.

  92. Warum nicht? Ich mag halt kein...
    Warum nicht? Ich mag halt kein totes Tier, ich würde ja auch nicht eine Kuh auf einer Wiese anbeissen. Das ist auch nicht „neuerdings“, sondern seit 15 Jahren so. Und das Thema „Bewusstseinserweiterung“ hat man in Europa auch schon etwas länger; die Substanzen ändern sich, nicht aber der Wunsch. Ich missioniere in der Hinsicht niemanden, aber ich wäre auch dankbar, wenn man mir auf Basis solcher Entscheidungen nicht zwanghaft etwas einreden wollte.

  93. wie Sie meinen, aber Ihnen...
    wie Sie meinen, aber Ihnen entgeht da etwas (ich meine nicht die bewußtseinserweiterung, sondern den genuß eines reifen weins oder eines schön blutigen steaks). aber gut, de gustibus et coloribus non est disputandum würde ich meinen. da will ich Ihnen auch nicht zwanghaft etwas einreden. aber ich finde trotzdem, dass Ihre einstellung zu diesen dingen nicht ganz recht ins bild, das man sich so von don alphonso und seinesgleichen macht, passen will.

  94. @Christina: Ich denke schon,...
    @Christina: Ich denke schon, daß es einen Unterschied gibt zwischen denen, die sich heute auf die Tradition ihrer Klasse berufen, und denen, die dies vor hundert Jahren taten. Um Sartres Emphase der „Entscheidung“ zu verstehen, muß man, wie ich glaube, seine Ontologie historisieren. Sein Philosophieren steht an einem historischen Bruchpunkt, wo die Berufung auf die Tradition, das Hergebrachte den Charakter der Normalität verlor, während die Suche nach dem Neuen, die Rebellion allmählich zum Normalverhalten erklärt wurde. Selbstverständlich gab es immer Individuen, die sich – historische und soziale Schranken der Entscheidungsfähigkeit immer vorausgesetzt – innerhalb bestimmter Grenzen entschieden, ihr Leben so und nicht anders zu leben. Aber früher hieß das in der Regel, den Bruch mit der Tradition zu wagen. Heute ist der Bruch, die Transgression das Normale. Und beim Don finden wir dann sozusagen die Negation der Negation: Seine Rebellion besteht darin, sich wieder auf die Tradition seiner Klasse zu beziehen, seine Modernität darin, der Modernität den Mittelfinger, äh, nein, den kleinen Finger an der Teetasse entgegenzustrecken.
    .
    Das Ganze ist natürlich ein weites Feld – aber die nächsten hundert Beiträge werden sicherlich Anlässe genug dafür bieten, dieses weiter zu beackern.

  95. Schon hundert?
    Ich kann gar...

    Schon hundert?
    Ich kann gar nicht fassen, dass es schon hundert sind!!
    Werter Don, vielen Dank für Ihre immer anregenden Beiträge. Ich hoffe Sie werden noch lange Spaß an dieser Tätigkeit haben (nur dann werde nämlich auch ich Spaß an Ihrer Tätigkeit haben).
    Aber auch Danke an all die aktiven Kommentatorinnen und Kommentatoren! Ohne Eure Teilnahme wäre dieser Blog nicht so genial, wie er ist!!

  96. Herrlich, die Brezelfenster...
    Herrlich, die Brezelfenster für Angeber. Fast so schön wie die vor fünfzig Jahren überall erhältlichen falschen TV-Antennen zum Aufs-Dach-Stecken, damit die Nachbarn nicht wissen sollten, dass man noch keinen TV besitzt. Ich bewundere restlos Ihre Beobachtungsgabe, Don Antonio, denn so ein Detail wäre mir auf der Autobahn wohl glatt entgangen.

  97. 100
    Kinder, wie die Zeit...

    100
    Kinder, wie die Zeit vergeht…
    Glückwunsch und weiter so

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