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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Montenegro: Monte Carlo für Russen und andere Arme

| 102 Lesermeinungen

Ich höre in letzter Zeit viel über Montenegro. Manche sagen, das sei die neue Toskana, andere meinen, es könnte das neue Monaco werden. Inzwischen tummeln sich dort Investoren aller Art, und neben der Aussicht und dem Yachthafen locken auch gewisse Steuervorteile, die selbst den deutschen Spiesser über manch kleinen Schmutzfleck hinweg sehen lassen, der glücklicherweise ohnehin nicht erwähnt wird, wenn Medien dergleichen in schönsten Farben anpreisen. Leider habe ich meine rosa Brille in Meran vergessen, und meine Koffer von Louis Vuitton zahle ich auch selbst - nur so kann man meine berufsuntypische Unfreundlichkeit im folgenden Beitrag erklären.

Da ertönt unser Siegesgeschrei:
Hoch lebe das brausende Meer, – Hoch lebe die Seeräuberei!
(Seeräuberlied, trad.)

Nicht alle in meinen Kreisen hätten etwas dagegen, eine monegassische Staatsangehörigkeit zu besitzen – auch, wenn das einen auf eine Stufe mit Sportlern, Schlagersängern und Glücksspielern stellt. Auch ein Wegzug an die Goldküste des Zürichsees erscheint manchen angebracht, und wenn es dann an das Vererben geht, gilt Österreich als erste Wahl. Denn Monaco hat keine Einkommenssteuern, an der Goldküste sind die Steuern marginal, und in Österreich gibt es keine Erbschaftssteuer. Kurz, wir haben in Deutschland eine Elite, die ihre – meist liberal-konservativen – Leasingpolitiker viel von Patriotismus und Verantwortung reden lässt, sich selbst aber stets auf der Flucht vor diesem Staat und seinen Forderungen sieht. Steuern sind folglich eines der wenigen Themen, die man bundesweit mit allen Vertetern dieser Schicht gleichermassen diskutieren kann. Will man sich auf der Gartenparty interessant machen: Neue Ideen zur Steuerflucht werden immer gern gehört. Selbst bei jenen, die sich prestigeträchtige Adressen in Monte Carlo oder in Zollikon noch nicht leisten können.

Bild zu: Montenegro: Monte Carlo für Russen und andere Arme

Wir aber leben im Kapitalismus, wo jeder Nachfrage auch ein Angebot zeitigt, wo jedem Prestigedenken ein edel aufgemachter Elektroplunder entgegen steht, wo die Angst der Steuerzahler Heerscharen von Zahlentricksern und Fondsinitiatoren ernährt, und dort, wo der Journalist die Prostitution seiner Textarbeit verrichtet, ist meist auch der Investor nicht weit, der, um es auf  gut Bayerisch zu sagen, der fetten Sau den A**** schmiert, und sei es, um auch Ärmeren und Neureichen durch die unabhängige und unbestechliche Presse eine Alternative zur mondänen Riviera zu bieten.

Womit wir bei Montenegro wären. Montenegro erfreut sich momentan in vielen Publikationen mit hohem Glanz bester Presse. Das ist etwas erstaunlich für den Kenner; nach dem Zerfall Jugoslawiens kauften fragwürdige Russen in Montenegro sehr viele Hotels auf, in bar und ohne Fragen zu stellen, und schufen so eine touristische Infrastruktur, die nun nicht gerade des Deutschen Spiessers Wunderland sein sollte. Montenegro ist nicht das, was man ohne Erröten als westliche Demokratie bezeichnen würde, Korruption ist an der Tagesordnung, politische Morde kein unbekanntes Thema, und obendrein gilt das kleine Land an der Adria manchen als EUrsumpf für Geldwäsche, Drogenschmuggel und Zigaretten-„Reimporte“. Wegen Letzterer wurde in Italien gegen  Milo Đukanović ermittelt – der Herr ist gerade Premierminister dieser Perle an der Adria, und wird mitunter auch als Mafiaboss bezeichnet. Der grosse Boom in Montenegro ist seit dem Beginn der Finanzkrise eigentlich vorbei; diese „russische Riviera“ hatte nach ihren besten Zeiten mitsamt Immobilienblase einen Preisrückgang von rund einem Viertel zu verzeichnen.

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Sagte ich „russische Riviera“? Oh Gott, wie konnte mir das nur passieren, da hat wohl jemand die publizistische Landschaftspflege vergessen. Das darf man in Deutschland natürlich nicht schreiben, wo man so gerne Teile dieses adriatischen Himmels verkaufen möchte. Glücklicherweise liest man sonst wo davon nichts, wenn die Medien auf Porto Montenegro zu sprechen kommen. Porto Montenegro ist ganz anders: Ein Luxusprojekt, frei von allen Skandalen, nur beste Namen und beste Lage: In der Bucht von Kotor – ein Weltkulturerbe – bauen bekannte Namen der Geschäftswelt einen ehemaligen Mlitärhafen zu einer Marina der Spitzenklasse um, 650 Liegeplätze mitsamt Hotel, Eigentumswohnungen, Villen, Einkaufszentrum und Casino. Mit dabei ist Peter Munk, Chef der weltweit grössten Goldföderfirma Barrick Gold, der Franzose Bernard Arnault, dem ein grosser Teil des Luxuskonzerns LVMH gehört, der Name Rothschild fällt, und auch Oleg Deripaska  ist mit von der Partie – letzterem verkaufte Milo Đukanović schon den grössten Konzern des Landes. Dass Deripaska momentan von der Gnade seiner geldgebenden Banken abhängig ist, wird bei den blumigen Schilderungen meist irgendwie „vergessen“.

Aber es gibt wunderbare Computeranimationen, wie das ganze einmal aussehen soll, es gibt hübsche Zitate und viel Lob für die Schönheiten dieses aufstrebenden Landes, so viel, dass man sich unwillkürlich fragt, ob meine lieben Kollegen solche Beiträge in einem Pool voller alkoholischer Produkte von LVHM schreiben, und das Pressematerial im Koffer von Louis Vuitton kommt, mit Beschlägen des Hauses Barrick Gold und überbracht von Deripaskas Hofdamen. Immobilienblase? In Montenegro? Hat man noch nie was von gehört. Steht auch nichts davon im Pressematerial.

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Das Wort Steuerhinterziehung taucht natürlich nicht direkt auf, auch nicht Steuervermeidung und Steueroptimierung. Nachdem der Vergleich mit Monaco aber oft und gerne gebracht wird, kann man sich den Rest dazu denken: In Montenegro liegt der Spitzensteuersatz bei 23%, und auch da kann man noch etwas machen. Ob montenegrinische Steuerfahnder schon Kugelschreiber besitzen? Was kostet eigentlich so ein montenegrinischer Steuerfahnder? Dürfen die überhaupt in so ein exklusives Ambiente, wenn Premierminister und Investoren gut miteinander können? 183 Tage im Jahr muss man sich in Montenegro aufhalten, wenn man in den Genuss dieser Steuersätze kommen will. Man fragt sich, wie der Staat das angesichts einer exklusiv abgeschlossenen Wohnanlage überprüfen möchte. Viel muss man gar nicht sagen; „Monaco“ reicht, und im Hirn des deutschen Steuerzahlers entstehen solche Fragen.

Und das zu einer Region auf, sprechen wir es ruhig aus, das B-Wort, dem Balkan, die man unter gängigen Gesichtspunkten vermutlich eher nicht als dauerhaften Wohnort in Betracht ziehen würde, egal wie schnell man mit dem Flugzeug in München oder dem Rennboot in Italien ist. Relativ zu anderen Objekten in Montenegro sind die Preise ab rund 4500 Euro pro Quadratmeter heftig, aber nicht jeder kann so einfach nach Monaco, und man muss ja auch sehen: Politische Protektion kostet extra. Die Nachfrage ist da, denn Vermögen muss immer vor den Staat gerettet werden. Und, auch das ist zu bedenken: Bei einer Wohnung in Montenegro hält sich der Neid der Nachbarn relativ zu Monaco in Grenzen. Über die Steuervorteile muss man ja nicht reden.

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Das Konsortium tönt nach all den genehmen Berichten bereits, es sei überwältigt von all den Nachfragen, man solle sich mit dem Kauf beeilen, und vermutlich treffen sich heute schon andere überschuldete Russen mit ehrenwertester Natur und leer stehenden Hotels mit deutschen Fondsinitiatoren, die wiederum Steuerberater kennen, die dergleichen Flöhe in vom Finanzamt gepeinigte Ohren setzen. Es geht aufwärts mit dem Balkan, nach dem Zigarettenschmuggel kam erst der russische Investor und inzwischen die Krone der bürgerlichen Schöpfung, der deutsche Steuervermeider, und sollte noch irgendwo in der Schweiz oder Liechtenstein etwas Schwarzgeld liegen: Montenegro hat keine eigene Währung, sondern benutzt einfach den Euro – traumhafte Bedingungen für Geldwäsche aller Art. Es wird sicher nicht lange dauern, bis auch die ersten Bankhäuser und Vermögensverwalter in Montenegro Töchter gründen.

So funkelt es aus den Gazetten, so formiert es sich in den Hirnen: Eine Welt für Reiche, steuerbefreit und traumhaft gelegen, kulturell ansprechend und einem oligarchisch regierten Hinterland, in dem alles billigst zu haben ist, Drogen, Frauen, Investitionsgelegenheiten für die anderen, die nachkommen: Die Bedenkenträger, die es zu spät verstehen, und dann mehr zahlen müssen, um Steuern zu sparen, in den neuen Seeräubernestern des internationalen Reichtums, wo die Politik noch ihre Freunde kennt und sie nicht einfach hängen lässt, wie die feigen Schweizer oder die letztlich doch kuschenden Monegassen, wo die Palmen auch nicht schöner sind, und das Meer das gleiche ist. Vielleicht werden wir schon bald von Projekten lesen, die speziell für den deutschen Anleger eine garantierte Russenfreiheit andeuten.

Denn nur, weil man wie ein russischer Oligarch Steuern spart, muss man noch lange nicht mit ihm die Poolliege teilen.

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102 Lesermeinungen

  1. Endlich mal ein Blogbeitrag,...
    Endlich mal ein Blogbeitrag, der zu meinem Namen passt. Piraten sind doch in und vielleicht entschliesst sich der nächste Finanzminister die lässtige Konkurrenz dann mit Marineinfanterie hochzunehmen und die erbeuteten Taler in die Staatsschatulle zu verbringen!
    Das gäbe wenigstens wiedr eine Schlagzeile, bei der die Bild jubelt, jetzt wo der rote Korsar doch nicht mehr zurück kommt. (Hätte dem Finanzminister auch nix gebracht)

  2. Werter Vetter,
    ich glaube, das...

    Werter Vetter,
    ich glaube, das wird eher ein Ziel der Neureichen denn eine echte Alternative für SDG. Ich kann mir kaum vorstellen, daß Iris oder ihre Wltern sich auf dem Balkan ansiedeln!
    Aber erst mal werden die Fondsverwalter und Edeldrücker Kasse machen.
    Vielleicht noch eine Anmerkung zu Ihren Eingangssätzen: im Kapitalismus leben wir in D schon lange nicht mehr. Unsere Regierungen arbeiten doch schon länger darauf hin, dass die meisten in Opel und Dacia fahren sollen und chinesische Schrottprodukte kaufen und unk food fressen, worauf sie eine mäßige Gesundheitsvorsorge erhalten.

  3. Alle Achtung. Sie decken ja...
    Alle Achtung. Sie decken ja ein „Geschäftskonzept“ auf, bevor es so richtig los gehen kann. Zivilcourage & sogar Schaum auf den Lippen.
    Mensch Don, passen Sie auf. Sie kreuzen mit Ihrem hölzernen Segelschiff mitten durch den Mafiaplan. Die Jungs dort haben Peperoni im Blut und sind auch schnell mal in der blöden Stadt an der Donau.
    Danke für den Artikel 101…in dem auch endlich wieder mal Köpfe rollen und nicht nur Fingerchen von der Tasse gestreckt werden…

  4. miner, die...
    miner, die kleinestadtmitdemweltmarktführer ist nicht blöde, sie ist dumm. Ist das so schwierig?

  5. Miner, ich bin gestern gefragt...
    Miner, ich bin gestern gefragt worden, ob ich nicht mal was über dieses hübsche Projekt machen will, das wäre doch was. Die Person war, wie soll ich sagen, etwas unbedarft, und ich kenne das Projekt schon etwas länger. Da dachte ich mir: Einer schönen Frau kann man nichts abschlagen – und wenn man dabei gezwungen ist, anderen etwas abzuhacken, dann soll es eben so sein.

  6. Also das mit der...
    Also das mit der Russenfreiheit ist ja durchaus eine Überlegung wert! Aber der Rest, ich weiß nicht so recht?! Mal den Steuerberater fragen! :)

  7. Black Jack, ich persönlich...
    Black Jack, ich persönlich bin absolut nicht der Meinung, dass man Liechtenstein nicht im Rahmen einer multinationalen Polizeiaktion aufsuchen dürfte. Das Problem ist leider, dass mit Montenegro ein Komplex am entstehen ist, gegen den sich Liechtenstein wie Kinderkram ausnimmt.
    .
    Don Ferranhdo, soweit ich das mitbekomme, läuft die Vermarktung eher unter „eine grandiose Region wird dem Jet Set wiedergegeben“. Und wer Ostimmobilien kauft, hat naturgemäss auch sonst keine Probleme mit dem Balkan. Dass der Staat de facto kurz vor dem GAZ für alle und der Planbörsenwirtschaft steht, verdanken wir allerdings den amerikanischen Freunden. Ist das für Politiker doch nur Arbeit und kein Vergnügen.

  8. Don Alphonso, es ist gar nicht...
    Don Alphonso, es ist gar nicht so einfach den Russen zu entkommen. Die sélection russe beim Wein (man verdecke auf der Weinkarte die Auswahl und entscheide aufgrund des Preises) ist da noch harmlos. Auftritte in Jogginghosen sind auch in besseren Häusen an der Tagesordnung; fast glaubt man den deutschen Mallorcatouristen vor sich. Bisher hat nur ein Hotel (S. House an der gleichnamigen via eines Engadiner Bergdorfes) eine Russenbegrenzung eingeführt. Ein langfristig sehr gut kalkuliert Aktion: die Ballonseidenträger vergraulten nicht Wenige der Stammgäste die heute (wo es dem Neureichen am kleingeld fehlt) einfach ausbleiben. Die sicherste Art den Russen zu entkommen: nur im zweitbeste Haus Quartier beziehen.
    Aber, ich will Ihren Ausführungen im ersten Absatz nur zum Teil folgen. Natürlich steckt sehr viel Heuchelei darin, über Patritosimus und Verantworung zu sprechen, selbst aber eine Einzimmerwohnung irgendwo in den Bergen als Steuersitz zu haben. Es scheint mir aber alles eine Frage der Steuerhöhe zu sein; mit anderen Worten: wer eine Bürgergesellschaft (Verantwortung, soziales Engagement und auch ein gesunder regionaler Patriotismus) haben will, der muss als Staat auch die Strukturen dafür schaffen. Die unverschämten deutschen Steuersätze helfen da sicher nicht weiter. Ein guter Freund von mir, Liechtensteiner (Vollblut Liechtensteiner, also kein Steuerflüchtling) war geschockt, als ich ihm von der Höhe der deutschen Steuern berichtete. Alles über 25% gilt bei ihm als Enteignung.

  9. Halt ein echter Gent.... aber...
    Halt ein echter Gent…. aber im gesetzten Alter von 40 habe ich mir mittlerweile antrainiert, schönen Damen mit einem Lächeln auf den Lippen Dinge abzuschlagen. Ist besser für´s Herz und für die Seele.
    Da gibt´s doch den Klassiker der Band „The Smiths“ mit dem wunderbar aussagekräftigen Titel “ Pretty girls make graves“ .
    She wants it Now
    And she will not wait
    But she’s too rough
    And I’m too delicate

  10. Jaja, so manch einer denkt mit...
    Jaja, so manch einer denkt mit Tränen in den Augen an das gute alte Mittelalter zurück, als auch der dickste Bauer am Ort nur 10 Prozent an die Kirche und 10 Prozent an den Grundherren abgab, dazu noch die ein oder andere Frondienstelei (heute: Abgabe), das eine oder andere Martinsgänslein und das war es dann auch. Vielleicht kamen noch regionenspezifisch die Gardinensteuer dazu, in schlechteren Zeiten auch die Kipper-und-Wipperei und im schlechtesten Fall musste man die Lanze nehmen und in den Krieg ziehen. Aber das gibts heute ja alles auch: Statt Gardinen besteuert man Kfz, Champus, Bücher, verlangt GEZ und Grundsteuer, will Abwassergebühren und Börsenumsatzsteuer. Und in schlechteren Zeiten dreut die alles wegfressende Inflation und die winkt die Bundeswehr mit dem Einberufungsbescheid…

  11. Werter Don Alphonso,
    chapeau,...

    Werter Don Alphonso,
    chapeau, endlich wieder so wie in den guten alten „dotcomtod“-Zeiten.
    Habe mich schon gewundert, daß dieses seit längerer Zeit schleichend plazierte, aber sicherlich dankbare Thema nicht aufgegriffen wird.
    Dafür Glückwunsch zur Nr. 101, passend zum krummen Hintergrund des Sachverhalts.

  12. Dipsy, Ihr Liechtensteiner...
    Dipsy, Ihr Liechtensteiner Freund hat vollkommen recht; es ist eine vernüftige sachliche Aussage !

  13. miner, frankly said: Bei...
    miner, frankly said: Bei PR-Mitarbeitern aller Geschlechter kann ich immer so herzlos sein, wie ich bin. Für mich sond PRler, Werber und ähnliche Profilügenverbreiter zumeist abzuschaffende Berufe. Nichts gegen produktinformation, aber meine Toleranz ist nicht gerade die gerühmteste Eigenschaft meiner Person.
    .
    Jmense, man muss natürlich sehen, dass im Mittelalter die staatlichen Leistungen auch nicht so toll waren. Ausserdem muss man das mit dem Zehnten relativieren: Es ist der Zehnte auf die Bruttoerträge, bei Netto entsprach es eher 30%. Dazu kamen dann auch noch Sonderzahlungen an Feiertagen, Gericht kostete extra, ja sogar die Inquisition kostete. Der Umstand, dass der originäre Wohlstand meiner Familie einem Steuereintreiber des 18. und frühen 19. Jahrhunderts zu verdanken ist, mag das Problem trefflich illustrieren.

  14. Monten Quoi? Je n'y jouerai ...
    Monten Quoi? Je n’y jouerai jamais.

  15. Was die Russen als Gäste und...
    Was die Russen als Gäste und Nachbarn angeht, wie auch andere Völker, die nicht nach dem Gusto schmerbäuchiger Deutscher sind: Einerseits hat sich das Problem durch die Finanzkrise entschärft. Andererseits wird man sich einfach unterschiedliche Sphären suchen. In Montenegro sind tatsächlich die Deutschen die Eindringlinge, denn in Russland hat man in dieser Region viel zu hoch gepokert und wird sich mittelfristig gezwungen sehen, sich wieder zu verabschieden. Das dann mitunter auch zum Schaden deutscher und österreichischer Banken, wie etwa die bayerische Landesbanktochter Hypo Alpe Adria. Wer mal sehen will, wie so etwas laufen kann, betrachte Deripaskas Aurelio im österreichischen Lech:
    .
    http://vorarlberg.orf.at/stories/370578/
    .
    Dipsy, natürlich verlangt des Staat hohe steuern, erlaubt aber auch hohe Steuerminderung. Und die 25% der Liechtenseteiner wären nicht möglich, wenn der Staat nicht von der Steuerhinterziehung anderer Länder leben würde.

  16. Don, nun ist der berühmte...
    Don, nun ist der berühmte Groschen bei mir gefallen. Entschuldigen Sie in diesem Falle bitte die Verzögerung meiner analytischen Fähigkeiten.
    Übrigends, ein normaler Mensch mit einem gesunden Verstand und einem ehrlichen Herzen kann überhaupt keine Werber, Banker, Makler und ähnlichen „Genetic Waste“ mögen. Wie sollte das denn auch mit o.g. Verstand & Herzen zu vereinbaren sein?

  17. Lieber Don,
    .
    herzlichen Dank...

    Lieber Don,
    .
    herzlichen Dank für dieses Schaustück aus dem Tollhaus.
    .
    Irgendwie erinnert diese Schilderung von Montenegro an Jules Verne
    http://www.j-verne.de/verne48.html und seine „Insel der Milliardäre“.
    .
    Nur das es dort eher russische Erzherzöge und Fräulein von Geblüt gegeben hätte und nicht Ivan, mit seiner Plastiktüte voller Geldbündel.

  18. @ miner
    .
    hmmmm ... "Genetic...

    @ miner
    .
    hmmmm … „Genetic Waste“ aus Ihrer Tastatur – drückt Sie das Vorhandensein der daher wohl „Müllgenkreaturen“ seienden „…Werber, Banker, Makler und ähnlichen…“ (Zitat) ?
    .
    Schicki. Gut, das wir darüber gesprochen haben.

  19. Hallo Don,

    „Denn Monaco hat...
    Hallo Don,
    „Denn Monaco hat keine Einkommenssteuern…„
    .
    Das stimmt zwar, aber alle Bank- und Finanzgeschäfte in Monaco unterliegen neuerdings einer Sondersteuer von 17,6 Prozent. Somit ist das Fürstentum kein Steuerparadies mehr.
    .
    „Grimaldi“, einer der Kommentatoren hier, kann dazu sicherlich mehr sagen, er wohnt ja dort.

  20. Ach, Monsieur A.,
    bei manchen...

    Ach, Monsieur A.,
    bei manchen Ihrer Illustrationen hätte ich gar zu gern eine Quellenangabe(-;
    MD

  21. 1 und 4 Ausschnitte einer...
    1 und 4 Ausschnitte einer holländischen Karte von Gibraltar und Ceuta, um 1690.
    2 Karte von Prevesa und S. Maura (Griechenland) um 1770, deutscher Nachdruck eines italienischen Originals
    3 Teil einer Abbildung einer Seeschlacht vor São Jorge da Mina (St. George an der Goldküste), Deutschland um 1740
    Originale im Privatbesitz (hängen im Hausgang)

  22. @ Lebemann:

    …gut dass Sie...
    @ Lebemann:
    …gut dass Sie mich ein wenig gebremst haben, denn ich habe vergessen Rechtsanwälte & Klingeltonverkäufer mit aufzuzählen.
    nein, mal abgesehen von der optischen Verschandelung in FFM durch die meist doch recht gleichgestanzten Bürohamster, drückt mich das Vorhandensein von diesem Zeug nicht persönlich (solange sowas nicht plötzlich bei mir im Hause steht).
    Ich bin raus aus dem Hamsterrad…man kann doch tatsächlich auch mit ehrlicher Arbeit Geld verdienen….wenn ich Glück habe reichts für dieses Leben, muss sozusagen wie im Film „Brazil“ nur noch mit den gelifteten Omi´s und ihren Töchtern Essen gehen .
    Jedoch tut´s mir immer ein wenig leid um die aufrichtigen, neidfreien und moralisch verantwortlichen Menschen um mich herum, die diesen „systemrelevanten“ Gestalten in div. Lebenslagen hilflos ausgesetzt sind.
    Kurz: -Für die Guten ärgere ich mich über die Bösen- …nicht wg. mir.
    ………….so, jetzt ist aber genug für heute

  23. Danke! Den Hausflur würde ich...
    Danke! Den Hausflur würde ich ja gar zu gern mal sehen.
    PS: zu Maritimen und Barock: Waren sie schon mal in Malta?
    PPS: Ich vermisse übrigens gewisse Hinweise zum Ohrenschmaus.
    PPPS: So, verehrter Don, verzieht man seine Leser.(-;
    MD

  24. Ich konnte mich nicht...
    Ich konnte mich nicht enthalten, Google zu fragen, ob „Leasingpolitiker“ womöglich eine sprachliche Neuschöpfung sei. Leider zeigte sich, dass es sich dabei offenbar um eine etablierte Berufskategorie mit Unterrubriken handelt, von welchen hier nur der „Cross-Border-Leasing-Politiker“ erwähnt sei.
    Noch übler aber war die Erkenntnis, dass mancher“Welt“-Leserbriefschreiber nicht begriffen hat, dass Demokratie in der Tat nicht kontinuierlichen Machtbesitz personell invarianter TV-Präsenzeliten bedeutet. Da kann einem natürlich auch die terminologische Duftnote des Schmiermittelmissbrauchs entgehen. Solchermassen desensibilisiert, wird einer dann fordern: „Wir brauchen auch Leasing-Politiker und Beamte! Die können wir sofort wieder zurückgeben, falls sie „Pfusch“ bauen!“
    Ich sollte wohl vermeintlichen Neuprägungen nicht mehr ins Maul schauen und ihre Präsenz im Text still geniessen, um nicht mit den Abgründen der zeitgenössischen politischen Semantik konfrontiert zu werden. Als Alternative fällt mir noch ein, ein neues Modell des politischen Funktionsträgers auf den Markt zu bringen: den Auktionspolitiker. Für kleine eBay-Preise macht sich dieser einige Stunden pro Legislaturperiode – oh, vielleicht sogar pro Woche – für Gemeinwohlzwecke nützlich; den Rest der Zeit widmet er den Aufträgen jener, die ihm vertrauensvoll Geldkoffer im Schreiber-Format angedeihen lassen. Schliesslich kann man es mit der Exklusivität auch übertreiben. So wäre für jeden etwas dabei.

  25. Nachtrag 1: Liechtenstein...
    Nachtrag 1: Liechtenstein kuscht vor den Briten und will kein Schwarzgeld mehr:
    .
    http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/liechtenstein_und_britannien_einigen_sich_auf_steuerabkommen_1.3316860.html
    .
    Nachtrag 2: Mit der Goldküste am Zürichsee wird es auch langsam eng:
    .
    http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/economiesuisse_warnt_vor_steuerharmonisierung_1.3317692.html
    .
    Ein guter Tag für Montenegro.

  26. Marcus Tullius Alphonso,...
    Marcus Tullius Alphonso, Unschöne Verbindungen einiger Stützen mit mediterranen Seeräubern gaben schon 70 v. Chr. Anlaß zu deutlichen Worten. Man sieht: die Modernität der Moderne ist durchaus relativ.
    Anders als heute, blieb der Diebstahl am Staat jedoch (Dank der Proskriptionslisten) für mindestens einen der ‚korrupten few‘ nicht ganz folgenlos. Daß den Ankläger dasselbe Schicksal ereilte, soll Sie nicht dazu verleiten, sich vermehrt mit kleinen Fingern und dergleichen Bagatellen zu beschäftigen.

  27. Ich musste gestern während...
    Ich musste gestern während des Einräumens meiner Spülmaschine an Ihren Beitrag zum Thema Abspreizung des kleinen Fingers denken… genial!
    Ich schlage vor, dass sich alle Don Fans einmal im Jahr am Tegernsee treffen und ihm huldigen. Mit silbernen Kannen und allem, was dazugehört.
    Aber nicht verbissen ernst, wie es leider unserer Nation so furchtbar eigen ist, sondern mit englischen Humor, die große Kunst des Sich-selber-nicht-so-ernst-nehmens.
    Wunderbar wäre das….
    Der Don dürfte aber nicht kommen, er muss eine Kunstfigur wir einst Sherlock Holmes werden (in London gibt es einen immer noch sehr aktiven Fanclub).

  28. Inette, der Tegernsee ist auch...
    Inette, der Tegernsee ist auch nur eine Kunstfigur. Oder kennen Sie wen, der ihn je gesehen hätte? (Die Fotos, die der Don immer herumzeigt, sind anno 97 am Müggelsee gemacht worden, die Kulissen sind selbstgemalt.)

  29. Ja, und zwar abgemalt von...
    Ja, und zwar abgemalt von Postkarten aus den 70er Jahren des VEB Internationale Freundschaft aus Küstrin.
    .
    Gegenüber der Terrasse ist eine Alm, da kann man schön picknicken (wenn gerade die Stiere nicht unterwegs sind)

  30. Stimmt... (ich bin immerm nur...
    Stimmt… (ich bin immerm nur vorbeigefahren, aber vielleicht waren das Tapetten oder der Mügelsee)

  31. poisson, ich denke, dass die...
    poisson, ich denke, dass die betreffenden Unternehmer momentan ohnehin andere Probleme haben, und ein Anschlag wäre für montenegrinische Potentaten, die sich in Europa nur zu gern als Verbündete feiern lassen, gar nicht so klug. Ich rechne eher mit einer Einladung, mir das doch mal direkt anzuschauen. Dergleichen entsprecht eher den üblichen Methoden dieser Branchen. man darf nicht vergessen: Ganze Zeitschriftenbranchen finanzieren so ihr Schreobpersonal. Nur ich bin blöderweise eigentlich gar kein Journalsit, sondern einfach nur ein schlechterer Sohn aus besserem Hause und kanne es mir also leisten.

  32. Wie kommen sie darauf, dass...
    Wie kommen sie darauf, dass die Reichen in diesem Land mehr Steuern zahlen?
    Nominal gesehen sicher, Verhältnismäßig sicher nicht!

  33. so gern ich es generell...
    so gern ich es generell wuerde… – aber ueber montenegro mag ich jetzt nichts lesen

  34. Werter Don Alphonso,

    es ist...
    Werter Don Alphonso,
    es ist mir schon wieder passiert. Ich habe Ihren Blog nicht bis zum Ende lesen können. Frage ich mich nun woran das liegt, so muss ich erkennen, dass Ihr Vorsichhinreflektieren mich unendlich langweilt. Die Fortsetzung dieser Bespiegelungen in den Kommentaren steigert diese Langeweile, es ist unerträglich. Warum ich mich nun aufraffe und die Kette der Inhaltslosigkeit noch verlängere? Spätestens Ihre 101ste-Selbstreflexion hat etwas Entlarvendes. Sie ist von einer so wuchtigen Inhaltslosigkeit, dass mir schwindelt. Das Einzige, was Sie auf hohem Niveau betreiben, ist der eingebildete Rollewechsel. Jetzt geben sie offenbar gerade den investigativen Qualitätsjournalisten mit Dandy-Persönlichkeit, aber ohne entsprechendes Forum. Denn: ein Blog, was ist das schon. Hier ist aber auch wirklich der richtige Ort sich auszubreiten, denn ihre Geschichten kommt doch nie auf den Punkt. Orientieren dürfen Sie sich in Zukunft zunächst am DB-Kundenmagazin. Bei „DB-mobil“ geht es wenigstens offensichtlich (und dabei so uneitel!!!) um Bahnwerbung und das Loblied auf die Stahl- und Betonlobby. Ihre Selbstbeweiräucherung hingegen ist so verquer, dass nur der Ausdauernde sieht: hier wirbt ein Egomane. Er wirbt nur für sich. Aber keine Sorge, ganz nutzlos ist selbst das nicht. Sie taugen dabei aber immerhin zu einem Symbol – einem Symbol für das, was wir „Die sülzende Gesellschaft“ nennen.

  35. Liebe Sophia Schneider, das...
    Liebe Sophia Schneider, das können Sie gern so sehen. Man kann nicht allen gefallen, und, wenn ich ehrlich bin – ich versuche das auch nicht. Ich weiss aus mehreren Zuschriften, dass manche die Veranstaltung nicht leiden können, und es ist mir egal. Als Egomanie würde ich es nicht bezeichnen wollen, aber ein gerüttelt Mass Persönlichkeit hilft beim bloggen durchaus weiter. Vielleicht, weil es auf dieser Weltr zu viele glatte und nichtssagende Texte und Autoren gibt, vielleicht, weil den Menschen das auch Menschliche interessiert, und das schliesst selbst die Ihnen so verhasste Nichtigkeit nicht aus. Ob Sie das als „entlarvend“ betrachten wollen, ist Ihnen natürlich anheim gestellt, aber vor Verallgemeinerungen würde ich doch warnen wollen – und nun viel Spass mit dem Kundenmagazin der Bahn.

  36. huj, hat jemand die Fenster...
    huj, hat jemand die Fenster auf Durchzug gestellt ?….sag mal Don, diese Sophia Schneider hat doch bestimmt so ganz männliche Züge im Gesicht…die will ich auch nicht in meiner Wohnung haben !

  37. Werter Don Alphonso,
    Dank...

    Werter Don Alphonso,
    Dank Ihrer Antwort, allein den Link sendete ich zu Ihrer Erbauung. Merke: Nicht alle Menschen denken beständig nur an sich. Welche Zeitschriften sind es denn, die Sie so kritisieren? Die würde ich gerne kennenlernen. Hätten Sie da eventuell einen Link für mich? Viele Grüße an alle, die sich soweit durchgelesen haben.

  38. Sophoa Schneider, wenn Sie...
    Sophoa Schneider, wenn Sie sich die Mühe machen, die fragliche Projektwebsite aufzusuchen, finden Sie dort auch eine Presseecke, und dort können Sie im pdf nachlesen, wer wann welches Loblied auf Montenegro und die Initiatoren gesungen hat. ich darf Sie aber wissen lassen, dass ich für meine Erbauung schon selbst zu sorgen weiss.
    .
    miner, was auch immer. Man darf das hier natürlichn auch verabscheuen, sonst wäre es ja gefällig. Und das ist auch nicht gut.

  39. @ miner - Sie wollten doch...
    @ miner – Sie wollten doch für heute Feierabend machen. Besser ist das.
    .
    @ Don – Erzeugung von künstlichen Konfliktsituationen wg. Thread-Dramaturgie per multiplen nicks bitte nur unter Erzeugung stark auseinanderfallender Persönlichkeiten besagter nicks. Sophia ist zu glatt, ohne einen echten ‚gripe‘, an dieser Stelle zu erwartbar. Nur als höflicher Hinweis gemeint.

  40. Lebemann, so wie ich diese...
    Lebemann, so wie ich diese Szene kenne, angefangen bei Bad Doberan bis zur Hotelkrise in Las Vegas, wird uns Montenegro als Beispiel hemmungsloser Übertreibung sicher noch etwas erhalten bleiben. Der Vergleich ist gut gewählt, jedoch denke ich, dass auf diesem Schiff alle zusammengeschweisst werden durch den grossen, gemeinsamen Gegner. In diesem Fall sind es übrigens sechs Sprachen auf der Website – russisch ganz zum Schluss, deutscg weiter oben. Ich tippe also eher auf Herrenhandtaschen als Geldbehältnis.
    .
    Charles, man wird erfreut sein, die neuerliche Gier der Grimaldi in Montenegro zu hören. Bleibt die Frage, ob Monaco in der Lage und Willens ist, da auch wirklich durchzugreifen. Gibt es sowas wie eine Steuerbehörde in Monaco, und wie, man verzeihe mir das, italienisch wird sie sein?

  41. …toll, Frau Schneider. Genau...
    …toll, Frau Schneider. Genau meine Meinung! Mittlerweile überflieg‘ ich nur noch die Kommentare und lass den Blog weg. Besonders amüsant finde ich, wie viele Menschen doch Zeit haben, die immer gleiche über allem stehende und selbgerechte Herrlichkeit zu kommentieren. Mit einer Verallgemeinerung auf den Vorwurf einer Ebensolchen zu antworten ist besonders apart. Vor allem wenn man keine Gelegenheit auslässt die eigene »Menschlichkeit« über die der anderen zu stellen. Ich möchte diesen Kommentar ebenfalls mit einem Zitat beenden. Es stammt von Karel Gott:
    »Und diese Biene, die ich meine nennt sich Maja,
    kleine, freche, schlaue Biene Maja,
    Maja fliegt durch ihre Welt,
    zeigt uns das was ihr gefällt.
    Wir treffen heute uns’re Freundin Biene Maja,
    diese kleine freche Biene Maja,
    Maja, alle lieben Maja,
    Maja, Maja, Maja, erzähle uns von dir.«
    Zum Wohl!

  42. MD, ich bin selbst verzogen,...
    MD, ich bin selbst verzogen, so gleicht sich das wieder aus. Malta fehlt leider noch, und der Hausgang ist ein grosses, langes und demnächst zu streichendes Thema. Erfreuen Sie sich also an einem weiss geklecksten Autor. Musik kommt am Freitag wieder.
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    Lebemann, nachdem ich hier auch Leuten diene, die es nicht so schätzen, bin ich offener, was die Kritik a la Sophia angeht, zumal, wenn Sie sich schon so viel Mühe gibt und es nicht bei der kurzen Verfluchung meiner Person belässt. als bekannt höflichster Mensch von der Welt will ich da niemanden in seiner Mitteilungslust behindern.

  43. Nun, Monenegro... warum muss...
    Nun, Monenegro… warum muss ich da an die „Lustige Witwe“ denken und die Abwendung des Staatsbankrotts durch Verehelichung? Beim SFOR Einsatz damals war ich ein paar mal dienstlich in Dubrovnik, nördlich der Altstadt an der Küste längs gibt es eine Bucht, da sind schöne Grundstücke. Die neue Hochbrücke über die Bucht muss man nicht mögen, aber am Hang sind Ruinen mit Rundbögen oder behauenen Naturquadern, das geht ins Spätmittelalter zurück und die Steine vielleicht sogar in die Römerzeit. Zivilisatorisch ist Kroatien doch ein Stück weiter, die Kliniken in Dubrovnik sind ok für die Unabwägbarkeiten der Alterswehwehchen und das Klima ist gut. die Landschaft bis Maliston ist eindrucksvoll, einige Restaurants haben Sterne-Niveau ( und die davor geparkten Autos bezeugen das Preisniveau). Der internationale Flughafen ist nahe, das Banksystem funktionabel und kunstgeschichtlich ist die Altstadt eine Perle. Damit könnt ich mich dann eher anfreunden.

  44. Der Heinz meint…, es ist ja...
    Der Heinz meint…, es ist ja wirklich putzig zu sehen, wie schnell man hier Gleichgesinnte findet, die das alles ganz schrecklich finden und es nicht ertragen und dann sofort kommentieren müssen, nur Minuten nachdem ein anderer gerade ihre Meinung vertritt. Bei Biene maja bin ich unempfindlich, das Buch mochte ich nicht, und TV besitze ich nicht.

  45. Don,
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    hat die...

    Don,
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    hat die „Projektentwicklung Montenegro“, nennen wir das Teil mal beim richtigen Namen, eigentlich schon etwas verkauft oder handelt es sich derzeit nur um eine schicke Website und ein paar computererzeugte Bilder (wie beim Airbus A 400 M) ?

  46. Es kommt halt immer der Punkt,...
    Es kommt halt immer der Punkt, wo jemand auf den Punkt kommt. Die Sache rund macht. Was Fragment war, zum Ganzen presst. Was gross nicht zu sein beansprucht, dennoch zur Geschlossenheit einer Miniatur gelangen lässt. Stummfilm-Connoisseure kennen dies als den Moment, in dem der Realhund auftaucht – der Köter von der Strasse, der mit ins Bild will und den Wert auch misslungener ästhetischer Anstrengungen durch seine Anwesenheit in den Blick rückt.
    Blogger werden diesen Augenblick in Zukunft wohl als den Kommentar identifizieren, in welchem dem Autor mit dem Kundenmagazin der Bahn zugewunken wird.

  47. Don Alphonso: Widerspruch:
    Ich...

    Don Alphonso: Widerspruch:
    Ich mag die Russen, seit der Ärztin, die mich als Kind im krankenhaus Amberg behandelt hat über Kollegen im Physiklabor bis zu meinem Koauthor, der weit hinter dem Ural eine Professur hatte.
    Etwas standesgemäßer für diesen Blog: Benedikt XVI hatte während seiner Bischofszeit in München der orthodoxen Kirche viele Mittel zur Verfügung gestellt. Wenn Sie wollen besuchen Sie mal schöne Liturgie in niederalteich (nicht weit von ihnen weg). Um mit Benefikt XVI zu sprechen, die Orthodoxie ist intelektuell als auch liturgisch interessanter als die Kirchen der Reformation und die Kultur des Westens

  48. …das es hier ja wohl genug...
    …das es hier ja wohl genug gleichgesinnte gibt. Ich glaube Sie würden sagen: »Eine gepflegte Zurückhaltung zeichnet sich dadurch aus, dass man sich nur zu Themen äußert, bei denen es sich lohnt!« Summ summ!

  49. bertholdIv, ich fürchte, dass...
    bertholdIv, ich fürchte, dass besagte Russen ungefähr so orthodox sind, wie ich ecangelisch. Mal abgesehen davon, dass mir alle Arten von aus dem zerfallenden Sovjetreich explodierenden Religionen Angst machen – der Extremismus der jüdischen Orthodoxie, der Antisemitismus in der katholischen Kirche, der Totalitarismus der orthodoxen Staatskirche – halte ich es dann doch lieber mit Pitigrilli, der dereinst sagte: neue Kirchen müssten erst mal Patina ansetzen, um überzeugend zu wirken. Und nicht umsonst sammle ich barockes Kirchengestühl. In Knallgold.
    .
    Ansonsten: Russland war bis 1917 zweigeteilt in wenige, die alles hatten, und viele, die nichts hatten. Dann hatten alle bis 1989 extrem wenig, nur die Partei, und jetzt ist es wieder wie früher. Man kann nicht erwarten, dass in solchen Systemen bessere Oligarchen entstehen als jene, um die es hier geht.

  50. Da ich zu bequem bin selbst zu...
    Da ich zu bequem bin selbst zu recherchieren: ist eigentlich Ihr Busenfreund Jagdfeld auch mit von der Partie in Montenegro ??

  51. Der heinz meint..., lesen Sie...
    Der heinz meint…, lesen Sie mal den Beitrag über den abgespreizten kleinen Finger beim Teekonsum, da gibt es viele, viele verschiedene Meinungen. Dass man angesichts seltsamer Immobilienprojekte in seltsamen Staaten überein stimmt, ist jetzt nicht so ungewöhnlich.
    .
    prince Matecki, ich rate stets zu Mali Losinji und Krk, dort sind ganz wunderbare Landschaften. Wobei: ich weiss auch nicht warum, aber letztlich ist es immer der Streifen zwischen Marseille und Venedig, zwischen München und Mantua, bei dem ich mir sage: Hier. Hier ist es richtig.

  52. <p>Don Ferrando, Herr Jagdfeld...
    Don Ferrando, Herr Jagdfeld hat im Moment andere Sorgen, was man so hört. So hat man ihm erst mal nicht erlaubt, die Villen am Strand von Heiligendamm in Eigentumswohnungen – was von Anfang an die bessere Idee gewesen wäre als ein Hotel in der Pampa – umzubauen, was natürlich bei der weiteren Entwicklung des Projekts schwierig wird. Die Leute, von denen man hierzulande über die Gestaltungsfreiräume in Montenegro hört, spielen in einer anderen Liga.
    .
    Lebemann, man hat für das Projekt Knight Frank geholt, und was ich so mitbekomme, ist das kein „wir sammeln mal Geld ein und schaun dann ob es reicht“-Projekt. Die Beteiligten wollen das wirklich; über die Motive kann man sich Gedanken machen. Die grundsätzliche Problematik, dass es nicht genug Liegeplätze für grosse Yachten gibt, ist richtig erkannt. Was ich mich frage, ist: Das Ding ist ein ehemaliger Militärhafen. Des de facto Ostblocks. Hm. Wie auch immer, die PR läuft wie geschmiert.

  53. Meinen Sie jetzt mit dem...
    Meinen Sie jetzt mit dem Antisemitismus der katholischen Kirche (Zaitzkofen)?
    – Wir hatten dort mal mit Prof. Langer ein sehr interessantes kontrovers (sehr kontrovers) theologisches Seminar. Später mal mehr dazu –
    Ich hoffe nicht.
    Aber sehr schön zum Thema: Gerschom Scholem: Von Berlin nach Jerusalem und die Diskussion darin, wie die Säkularisation Schiffbruch erleidet und wie wertvoll die beschäftigung mit so ‚unvernünftigen‘ Dingen wie die Kaballah ist.
    Mir machen die Religionen auch Angst, aber seit der Dialektik der Aufklärung ist m.E. auch klar, dass das andere auch nicht geht

  54. Glagolitisch ist bei Janacek...
    Glagolitisch ist bei Janacek (Missa) interessant (Krk war ein Zentrum des uniert katholischen kirchenslawisch-glagolithischen Ritus) aber sowohl auf der Insel ( gut es gibt die Brücke nach Rijeka) als auch weiter südlich fehlt mir etwas die städtische Infrastruktur, die Dubrovnik mitbringt: autofreie Altstadt, Universität, Dom und Bischof, Verwaltungssitz, Klinik usw. Konzerte, genügend Kunst um den Caravaggisten in den Kirchen nachzuspüren, genügend Barock für mein Lebensgefühl usw. Aber chacun à son gout, ich habe nicht vor darüber einen flame war zu führen.

  55. Da scheint sich ja die ganze...
    Da scheint sich ja die ganze östliche Elite wahrhaftig ein Stelldichein zu geben. Der gebürtige ungarische Gold-Magnat Peter „Munk“ ist natürlich ebensowenig Kanadier wie der Magna-Magnat „Frank Stronach“ née Strohsack, der schon im vergangenen Jahr ein Pleiteunternehmen mit seinem Kumpel Oleg Deripaska platzen ließ, und kürzlich schon wieder als russischer Mittelsmann für Opel bis zu Angela ins Kanzleramt vordrang. Deripaska ist übrigens auch diesmal wieder mit dabei.

  56. @dunnhaupt also auch bei den...
    @dunnhaupt also auch bei den Freibeutern „the usual suspects“?

  57. Monsieur Alphonse, ich hoffe...
    Monsieur Alphonse, ich hoffe sie hängen vor dem Streichen die Bilder ab(-;
    Falls sie nach dem Streichen keinen Platz mehr für die Prevesa-Seekarte haben, machen Sie sich keine Sorgen, ich würde ihr gerne Exil bieten, Sie wissen schon 1538, Venezia-Osmanisches Reich 0:1.
    Malta empfiehlt ich für Sie überhaupt nicht, viel zu viel Barock und sehr gute Kuchen.
    Falls Sie jemals doch dahin fahren, hier einige gute Ratschläge:
    Gehen Sie nicht nach Valetta.
    Falls Sie doch nach Valetta gehen, gehen sie nicht in St. John’s rein.
    Falls Sie dass dann doch gemacht haben, gucken sie nicht auf den Boden.
    Falls Sie darauf auch nicht hören, ok, gucken Sie auf den Boden, aber nicht an die Decke.
    Falls sie das dann doch machen, besuchen Sie auf keinen Fall das kleine Museum mit dem Caravaggio und den wunderschönen Handschriften (die müssen Sie allerdings lange suchen).
    Falls Sie darauf auch nicht gehört haben, fahren Sie nicht nach Mdina, dort gehen Sie auch auf keinen Fall in die Kathedrale, usf…
    Und last not least, auch nicht nach Birgu fahren!
    MD
    PS: Falls ihr Besuch in Berlin wirklich dräut, ich hätte da eine hübsche kleine Café-Empfehlung, die sie versöhnlich mit dem harten Schicksal stimmen könnte: die backen dort ihre Kuchen selbst und machen auch ganz passable Torten! Ist auf dem Monumentenfriedhof. Wirklich.

  58. jetzt hab ich s doch kurz...
    jetzt hab ich s doch kurz gelesen und wusste schon, warum ich nicht wollte. … porto montenegro. – noch so ein seelenloses ‚luxus‘-projekt. – als ob wir in sheikhtuemern und emiraten – und sonst ueberall auf dieser welt – nicht genug davon haetten. fuer irgendsoein reissbrettjammerdingen wird/wurde auf cnn oder bbc auch mit dem greisen omar sharif und seiner schoenen stimme geworben … „it s a true paradise … (tauben flattern auf) … and best of all … (close up auf omars laecheln) … there is no income tax. (sonne ueberm meereshorizont. – aus.)“

    es ist uebrigens nicht der ‚russ‘, der mich in solchen szenarien stoert. solln die doch diesen kaeffern nen bischen piratenromantik verleihen. – das hat st moritz und st tropez auch nicht geschadet, im gegenteil.
    ich erinnere mich an eine frankfurter nachbarn aus den ehemaligen mitgliedstaaten der sowjetunion, den wir in moritz auf der piste trafen. das war ein sehr netter mann und ganz zivilisierter zeitgenosse. zwei wochen spaeter war er tot, vor seinem haus im westend erschossen.

    was mich wirklich stoert ist, wie man mit diesen laecherlich abgelutschten high profile immoprojekten auf seelenfang geht. – da gibt es doch nichts. – die schoene kulisse wird zur panoramatapete degradiert und ueberall gibt es das gleiche dumpfe ‚ich bin drin und darf bentley fahren‘-lebensgefuehl. – sonst gibt es da garnichts.
    ganz ehrlich, das ist meran mit anderen mitteln.
    auch ein arnault wird niemals selbst dort einziehen. dafuer liebt er seine abgeschiedenen schloesser zu sehr. – wer weiss, wie arnault sein top-management behandelt, der hat eine vorstellung davon, was er von emporkoemmlingen und geldadel haelt. – natuerlich ist er ein machtbessener zyniker. und einer, der weiss, wie man das spiel mit grossen versprecdhen spielt. seine 23jaehrigen top-designer, die sich mit drogen-boys in berlin mitte tummeln, hofiert er. weil die nicht austauschbar sind. weil die die einzigen sind, die geld irgendwie leben einhauchen koennen.
    und natuerlich… – aber das sagte ich ja schon – er ist zyniker.
    oder wie die grosse beate uhse sagte, der koeder muss dem fisch schmecken, nicht dem angler.
    bunte welt.
    guten appetit.

  59. abf, man kann natürlich...
    abf, man kann natürlich fragen, ob überhaupt irgend ein Land so etwas verdient. Schon das Grand Hotel arbeitete mit diesen Tricks, und ging an ihnen auch zugrunde. Allerdings war das Thema damals eine Sache für wenige, vielleicht 100.000, 200.000 Menschen in Deutschland mit Personal. Ohne Emotionalisierung keine Kundenansprache, allein schon, um einen Vorwand für das genaue Berechnen des Steuervorteils zu haben.
    .
    Die längerfristige Frage ist: Wird so etwas Bestand haben? Ich glaube: Nein. Das sind neue Komplexe, nach 20 Jahren wird man das nicht mehr sehen können, dann kommt das alles wieder weg. Reichenghettos sind eine Modeerscheinung, und ich würde nicht darauf wetten, dass das Konzept Bestand hat, wie auch das, was wir heute als Reichtum kennen.

  60. Sehr geehrter Herr...
    Sehr geehrter Herr Alphons,
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    glauben Sie denn wirklich, daß ein auch nur halbwegs klar denkender Mensch sich an einem solchen Projekt beteiligt?
    Wir in der Bundesrepublik (und insbesondere in Berlin) sind doch zu Genüge mit dem Osten gestraft, wir müssen doch nun wirklich nicht weiter in den Ostblock eindringen!
    .
    Außerdem, wer den vorletzten James Bond-Film gesehen hat (den, in dem James Bond seinen Aston-Martin nach wenigen Kilometern verschrottet!), weiß doch, daß die Schurken in Montenegro gut vertreten sind.
    .
    Ich hab schon nicht an Heiligendamm geglaubt, an Montenegro glaub‘ ich schon ‚mal gar nicht.
    .
    Beste Grüße aus Preußen, hs.

  61. Lieber Hogoservatius, nach dem...
    Lieber Hogoservatius, nach dem Steuerbescheid und der meist üppigen Überweisung glaubt der Reiche wirklich alles, was ihm Linderung verspricht. Das Netz ist voll mit Seiten zum Anlagebetrug, und trotzdem gibt es immer noch den Druck, das geld irgendwo anzulegen. Und das Hirn schaltet schon bei zwei Prozent mehr aus. Spätestens. Ausserdem schwingt bei so einem Projekt stets die Hoffnung mit, rechtzeitog verkaufen zu können. Wie in Spanien bis 2007. Die sind nicht blöd. Aber sehr volatil intelligent,

  62. Lieber Herr Alphons,
    .
    aber so...

    Lieber Herr Alphons,
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    aber so bescheuert, sein Geld zusammen mit RUSSEN auf dem BALKAN anzulegen, kann doch nur ein jemand sein, der keine Zeitungen liest und auch kein TV schaut, da ist mir doch von vorne herein klar, daß ich viel Geld verlieren werde, dagegen waren doch Jagdfelds neureiche Projekte für Dortmunder Zahnarztgattinen geradezu hochseriös.
    Aber vielleicht bin ich zu sehr Old School.
    Ferienwohnungen hat man in der Schweiz und auf Sylt. Alles andere ist doch viel zu sehr „up-to-date“.
    Beste Grüße, übrigens, der „abgespreitzte-Finger-Beitrag“ war wunderbar, chapeau.
    hs.

  63. Man muss es spitz nachrechen....
    Man muss es spitz nachrechen. Nehmen wir an: ZU versteuerndes Einkommen in Deutschland: 500.000 Euro. Mit Tricks gehen davon 160.000 weg. oder über 5 Jahre 800.000 Euro. Wohnung in Montenegro: 300.000 Euro. Steuern in Montenegro für 5 Jahre: 300.000? Wenn man es klug anstellt: Machbar. Dann wäre es sogar bei einem Totalverlust der Wohnung immer noch ein Geschäft. Aber unser Beispiel denkt natürlich anders: Verlust durch die Finanzkrise bei den Wohungspreisen bisher: 25%. In fünf jahren hat sich das alles normalisiert, ausserdem gibt es nicht unbegrenzt Meergrundstücke in Montenegro, also: Nochmal 100.000 für die Immobilie. So ticken die nun mal.

  64. gute frage, don. ich bin...
    gute frage, don. ich bin romantiker und als solcher natuerlich so langweilig wie berechenbar.
    ich glaube nicht, dass die polarisierung der weltgesellschaft in superreiche in superreichenghettos und in ziemlich viele ziemlich arme schon ausgestanden ist. aber ich glaube, dass diesem trostlosesten aller troztlosesten szenarios ein quasi ‚metaphysischer‘ faktor in die parade fahren kann.
    ich glaube, wir sind in unserer evolution an einem punkt, an dem wir vor allem anderen ’substanz‘ suchen. – ich kenne chinesische unternehmer, die in kuerzester zeit aus dem nichts (leben ohne kuehlschrank) in auch fuer uns verwoehnte westler unvorstellbare hoehen geschnellt sind, und die sich ganz oben angekommen die sinnfrage stellen. – aber kein echter chinees, der lange hadern und nicht gleich wieder finden wuerde. – und sie finden in der kunst, der poesie, im guten gespraech in der pflege vollkommen unkalkulierter freundschaftsbeziehungen.
    ich denke, wir finden alle. und wir erkennen auch den wert.
    maslow hat zum ende seines lebens die beruehmte pyramide nochmal ueberdacht. nicht selbstverwirklichung setzte er jetzt als oberste stufe, sondern er baute nochmal eine etage drauf, die er nun ’selbsttranszendenz‘ nannte. – sich in anderen/m und als teil eines gleichen und groesseren zu erfahren.
    – ich sach getzt mal janz unpathetisch: mir scheint ett so, als sei da watt dran.

  65. Lieber Alphons!
    Ich denke, es...

    Lieber Alphons!
    Ich denke, es wird andersherum ein Schuh daraus –
    Wohnung in Montenegro: 300.000 €.
    Zwei „entwendete“ S-Klassen: 250.000 €.
    Drei Einbrüche in die Wohnung: 210.000 €.
    Steuernachzahlung nachdem festgestellt wurde, daß der Betreffende es dort keine 180 Tage im Jahr aushält: 1.000.000 €.
    Macht summa sumarum 1.760.000 €.
    Dafür gibt es ein nettes Chalet in Davos. Oder ein hübsche Häuschen in Keitum.
    .
    Aber jeder wie er will, ist eigentlich ganz ok so, möglichst viele nach Montenegro, dann muß ich in Niebüll nicht so lange warten…
    Gute Nacht, hs.

  66. "Steuern sparen ist der Sex...
    „Steuern sparen ist der Sex alter Männer“
    In den 90er Jahren kicherten die Sekretärinnen eines großen Immobilienfondsanbieter den Spruch immer wenn kurz vor Jahresende heissglühende Faxgeräte die Zeichungscheine im Maschinenpistolentakt ausspuckten.

  67. nun ja, ich glaube nicht, dass...
    nun ja, ich glaube nicht, dass Sie jemals in Montenegro gewesen sind, sonst wuerden Sie nicht auf diese Art und Weise ueber das Land schreiben. Es ist wunderschoen, die Leute sind sehr angenehm und Sie wuerden es lieben dort zu leben. Fakten, die Sie erwaehnten sind richtig (Russen, Korruption etc.), doch mit etwas liegen Sie voellig daneben – es ist in Montenegro nichts billig zu haben, insbesondere nicht im Hinterland, vor allem nicht die Frauen. Falls sie es versuchen sollten, wuerden Sie sich im Krankenhaus wiederfinden.
    Gute Nacht

  68. Werter Don,
    eine gut...

    Werter Don,
    eine gut recherchierte Reflexion zum Deutschland bewegenden Thema „politische Decolletés“ und der damit verknüpften und bisher noch nicht bewiesenen Aussage: „Wir haben mehr zu bieten“ hätte ich mit mehr Vergnügen gelesen.

  69. Lieber hugoservatius. Sie...
    Lieber hugoservatius. Sie bringen es auf den Punkt.
    Das ist der positive Effekt, dass man dieses Klientel nicht an seinen Lieblingsplätzen haben mächte.

  70. Ich muss da wohl wieder etwas...
    Ich muss da wohl wieder etwas Aufklärungsarbeit leisten. In Deutschland erzielte Einkommen (der Begriff wird sehr weit gefasst) sind in Deutschland steuerbar; selbst bei Auswanderung (also die 180 Tagegeschichte) fällt nach dem Aussensteuergesetz eine Steuerpflicht für Einkommen die mit Deutschland zusammenhängen an. Im Idealfall gibt es dann ein Doppelbesteuerungsabkommen – da kann dann ein wenig gespart werden. Die Idee sich einfach einen neuen Wohnsitz zu nehmen und alles wie gehabt funktioniert (leider) nicht. Da waren die deutschen Regierungen schon immer sehr einfallsreich (sei es die „Reichsfluchtsteuer“ oder eben die Regierung Brandt mit dem Aussensteuergesetz).
    Hugoservatis, einmal muss Davos nun wirklich nicht sein (nicht nur wegen der alljährlichen Veranstaltung von Zeitgeist-Schwab, vielmehr die grässliche Architektur) zum anderen bekommen Sie für den Betrag nur noch eine grössere Vierzimmerwohnung in 1B-Lage. Ich weiss wirklich auch nicht was die Leute dazu treibt, in den Winterferienorten Wohnsitz zu nehmen. Die sind 10 Monate des Jahres totlangweilig. Und in den verbleibenden 2 Monaten sind die Peinlichkeiten irgendwelcher Stars und Sternchen zu ertragen.
    In der Schweiz lieber Zürichberg, Rüschlikon, Kilchberg und (ausnahmsweise weil Don Alphonso es mag: Zollikon) Cologny und das St. Jakobsquartier. Küsnacht, Hergiswil etc. sind unerträglich.

  71. Dipsy, natürlich ist es nicht...
    Dipsy, natürlich ist es nicht so einfach, aber wozu hat der Steuerberater Zweckgesellschaften erfunden? Gründe ich halt in Montenegro eine Arbeitsverwetungsgesellschaft. Was die Besitzer von Ikea können, kann heute jeder (Ikea Deutschland zahlt Lizenzgebühren an eine andere Ikealizenztochter im steuergünstigen Ausland). Und ein deutscher Nichtmehr-Dax-Konzern suchte aus eben jenen Steuergründen für seine leitenden Mitarbeiter schon mal ein hauptquartier in der Schweiz.
    .
    Barb, bedaure, aber das finde ich als Thema zu eklig.

  72. Gruetzi Dipsy,
    waren Sie schon...

    Gruetzi Dipsy,
    waren Sie schon einmal im Sommer in Davos?
    Aber auch Ascona oder der Vierwaldstätter See sind nicht zu verachten.
    Gruß, hs.

  73. Ich sehe schon, ich muss mal...
    Ich sehe schon, ich muss mal ein Schweiz Spezial machen: Wohin mit einem selbst, wenn man alt und hässlich und das Geld immer noch schön ist.
    .
    Azemina, ich war als Kind mit meinen Eltern dort. Was im Hinterland los ist, ist sicher eine andere Sache, aber dass es in Montenegro auch die typischen unschönen Erscheinungen eines spezifisch männlichen Tourismus gibt, steht ausser Frage:
    .
    http://www.media-diversity.org/articles_publications/Sex%20Trafficking%20in%20Montenegro.htm
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    Nur begrenzt das Problem „der Montenegriner“, ich weiss, aber es bringt wenig, Probleme nicht anzusprechen.

  74. Guten Tag Herr...
    Guten Tag Herr Hugoservatius,
    ja, ich glaube Davos doch ganz gut zu kennen. Zu allen (Un-)Zeiten. Wäre die Alpenstadt nicht, dann würde sich dort freilich die Sommerfrische geniessen lassen. Aber Davos vernarbt die Landschaft. Im Sommer: lieber nach Sils oder Baden-Baden. Im Winter: lieber Arosa oder Zermatt (und, wenn es unbedingt im Prättigau sein muss: dann doch eher Klosters).
    Aber, natürlich alles eine Glaubensfrage. Es soll auch Leute geben, die grosse Freude am Gemeinschaftskotzen in Ischgl haben.
    Don Alphonso, ja, diese Offshoregesellschaften sind durchaus eine Massnahme. Lohnenswert ist das bei einer lächerlichen halben Million Einkommen aber eher nicht – ich fürchte auch, dass sich die Geier vom Finanzamt da nicht mehr ganz so einfach hinter das Licht führen lassen. Vermögensverschleierung ist dadurch relativ einfach möglich – aber bei Einkommen. Man darf das Finanzamt auch nicht auf sich aufmerksam machen. Die deutschen Konti müssen so ausgestattet sein, dass der aktuelle Lebensstil durchaus angemessen erscheint. Viel schwerer als Geld wegzuschaffen bleibt die Aufgabe Geld von ausländischen Konti zu nutzen und zu beziehen (es gibt schon die ein oder andere Möglichkeit auch in Deutschland seinen Unterhalt aus Erträgen von Auslandskonten zu unterhalten, auch ohne ständige Reisen).
    Achso hugoservatius, meine Schweizer Freunde würden Sie für dieses „Gruetzi“ köpfen – es heisst „Grüezi“. Wobei das ü und das e getrennt gesprochen wird. In etwa Grü-äzi.

  75. barb,
    solche Themen zu...

    barb,
    solche Themen zu behandeln, ist der Don hoffentlich und sicherlich nicht angetreten. Einen erheiternden Kommentar dazu finden Sie eher bei Herrn Pocher und Herrn Barth.

  76. Don, "Bei PR Mitarbeitern...
    Don, „Bei PR Mitarbeitern aller Geschlechter kann ich immer so herzlos sein wie ich bin“
    Und FAZ (online heute, print Di):
    „Die Lebenslust des Barock kommt in 5,4 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, läuft beiTacho 258 in die Watte des … blah, blah,blah“
    Ahnen Sie warum Ihr Brötchengeber Ihre Etüden ankauft? Und sagen Sie nicht diese gemästete Speckkarre aus München hätte mit der Eleganz barocker Form rein garnichts gemein.

  77. Dipsy,
    Sie haben natürlich...

    Dipsy,
    Sie haben natürlich recht – Asche auf mein Haupt, und bitte nicht köpfen.
    hs.

  78. leute bin aus montenegro,und...
    leute bin aus montenegro,und das schoenste ist wenn mann podgorica’die hauptstadt‘ richtung serbien verlaesst.stein,schafe und jede menge armut.steuerfluechtlinge bitte alle hierher wir brauchen aufbauhilfe.

  79. poisson, ich will ehrlich...
    poisson, ich will ehrlich sein: Es gibt hier Beiträge, da bleibt mir oft der Mund offen stehen. Sei es, weil kein Werbetexter es besser machen könnte, sei es, weil Leute zu Wort kommen, die ein riesiges Warnschild um den Hals tragen müssten. Auto ist die eine Ecke, wo so etwas passiert, der andere Bereich, bei der in meinem beruflichen Umfeld Staunen vorherrscht, sind manche Anlageratschläge, etwa in Osteuropa. Gerade was Reise angeht, möchte ich meine Beiträge als Gegenentwurf zu vielem verstanden wissen, was sonst so durch die Medien geht.
    .
    Allerdings steht davon weder was in meinem Text, noch ist es Ankaufsbedingung für meine Etüden. Strategisch war die Grundüberlegung eher, dass ich vielleicht ein gutes Zusatzangebot neben dem Nachrichtengeschäft schreiben könnte. Ich habe nichts zu verkaufen und bin in der komfortablen Situation, nicht auf Zahlungen angewiesen zu sein.

  80. (Nachtrag: Das geht bei mir...
    (Nachtrag: Das geht bei mir übrigens so weit, dass ich sogar meine Rezensionsexemplare selbst kaufe und nie, unter gar keinen Umständen erwähne, dass ich etwas kaufe oder besuche, um in der FAZ etwas darüber zu machen – es sei denn, es geht nicht anders, wie bei Interviews etc.. Weder Trautmansdorff, wo sich die Pressesprecherin ärgert (siehe Kommentare)
    .
    http://faz-community.faz.net/blogs/ding/archive/2009/08/03/am-beispiel-trauttmansdorff-die-touristenfalle.aspx#comments
    .
    Noch das Restaurant hier
    .
    http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2009/08/09/gelebtes-reales-und-gefuehltes-alter.aspx
    .
    wussten, dass ich etwas darüber mache. Ich verzichte auch gerne auf Akkreditierungen, einfach, weil ich mein Zeug in Ruhe und ohne dauernde Belästigung schreiben will.)

  81. Dipsy, leicht ist es...
    Dipsy, leicht ist es natürlich nicht, aber ich denke, dass gerade diese Probleme dem Steuerberater seinen Stundensatz vergüten. ich rate natürlich, wie man hoffentlich sieht, eher davon ab, aber Steuervermeider betrachten das nur zu oft als reizvollen Sport. Die Frage ist allenfalls eine akademische; wäre ich reich im Wortsinne, würde sie mich vielleicht auch beschäftigen, aber nachdem ja bei jedem Ruf nach mehr Steuern für die Reichen das Argument derer Mobilität ins Feld geführt wird, sollte man darüber reden, wie diese Mobilität aussehen kann.

  82. shylock, man betrachte bei...
    shylock, man betrachte bei solchen Vorgängen auch die beliebten Investitionsbeilagen der deutschen Wirtschaftspresse. Mitunter hört man da Dinge, die aus Grunden besser nicht gehört werden sollten. Es ist halt ein Sport, den man auch noch vom Rollstuhl aus spielen kann.
    .
    hugoservatius, die Rechnung ist nicht schlecht, aber gerade das soll diese Anlage ja auch verhindern. Und angesichts der Nähe von gewissen Tätigkeitsbereichen des Vermögensübergangs zur Politik könnte ich mir schon vorstellen, dass man dort auf die Herren mit der Brechstange einzuwirken weiss. Auch im schönen Wien werden ja nur selten Autos bei den Ministerien geknackt.

  83. Don Alphonso, ich sehe es gar...
    Don Alphonso, ich sehe es gar nicht als Sport. Ich halte „Steueroptimierung“ inzwischen für eine legitime Bürgerpflicht; in dreierlei Hinsicht:
    a) Grundvoraussetzung für die Erhebung von Steuern ist der effziente Umgang mit diesen Steuergeldern und im Rahmen der verfassungsgemässen staatlichen Aufgaben.
    b) Ein Staat muss zum sparsamen Umgang mit Steuergeldern gezwungen werden
    c) Der Bürger muss das Gefühl haben, dass das „Preis-Leistungsverhältnis“ stimmt.
    Es ist nun in Deutschland ganz unstreitig so, dass dieser Staat enorme Einnahmen hat, seine eigentlichen Kernaufgaben (z.B. innere Sicherheit und Kriminalitätsbekämpfung) nur in einem beschränktem Masse erfolgt. Dafür verzetteln wir uns in unzähligen sozialistischen Gleichschaltungsmassnahmen und Frau v.d. Leyen hat ihre Finger inzwischen dort, wo sie sie überhaupt nicht haben sollte: in der Familie.
    Steuerhinterziehung entsteht da, wo der Steuerbürger sich vom Staat über den Tisch gezogen fühlt. Es ist für mich an sich erstaunlich, dass nach OECD-Angaben das Land mit der niedrigsten Steuerhinterziehung jenes Land ist, wo Steuerhinterziehung am einfachsten ist. Die Schweiz. nach Schätzungen der OECD werden dort nur ca. 12% der Steuern hinterzogen. Es ist letztlich eine zutiefst bürgerliche Frage: habe ich die Möglichkeit mein Gemeinwesen zu gestalten, dann bin ich auch bereit dafür zu zahlen (freilich gibt es auch da Obergrenzen). Werde ich hingegen aus Brüssel und Berlin auf meine Eigenschaft als Steuerpflichtiger reduziert, dann neigt sich auch die Neigung für diesen Dirigismus zu zahlen gegen null.
    Die „Stützen der Gesellschaft“ müssen natürlich staatstragend sein (das war wohl Weimars grosses Problem), aber nicht im Sinne der Steuerzahlung – sondern in Form eines Bekenntnisses zum Staat.
    Lieber satte Steuerhinterziehung, dafür aber Spenden an ausgewählte soziale und kulturelle Projekte in der Region. Da fliesst der volle Betrag ohne Umverteilungsaufwand für die Berliner Ministerialgeier.
    So, nun bin ich aber wieder ein wenig lesen. Geniessen Sie die Torten!

  84. Auch wenn man hohen Alters im...
    Auch wenn man hohen Alters im Rollstuhl sitzt, Steuern sparen mit Anlageobjekten die in bunten Nachrichtenmagazinen angepriesen werden, ist so unsportlich wie ein Navigationsgerät in einem klassischen Sportwagen, .. dann doch lieber zwei schwedische Krankenschwestern zum Rollstuhl schieben einstellen, und von der Steuer absetzen … (ich gebe es zu, die Idee stammt aus Billy Wilders Film „Avanti, Avanti“)
    Ihre Artikel sind in letzter Zeit wieder sehr nett zu lesen, so ein Kurzurlaub in Südtirol wirkt eben Wunder …
    …und was ein paar von ihren Kommetartoren/Fans angeht: Ich wünsche Sie erreichen im Leben halbwegs was Sie hier vorgeben zu sein! Geschmack und Stil ist ja vorhanden, bzw. wird ja hier teilweise erlernt.
    Schließe mich Herrn Servatius an, und wünsche beste Grüße aus Preußen!

  85. shylock, ich glaube, der...
    shylock, ich glaube, der unterschied zwischen dem, was einer ist, und dem, was einer scheint, ist in dieser blogwelt vollkommen irrelevant.
    man ist, was man scheint. und dieser schein wird ziemlich genau geprueft. – auf innere wahrhaftigkeit, auf konsistenz und unterhaltsamkeit.
    bessere kriterien finden sich auch sonst kaum irgend.

  86. man ist was man scheint !?...
    man ist was man scheint !? …abf, wahrscheinlich bin ich einfach zu alt für ihre blog-schein-welt! …sie wissen aber schon das es noch eine reale welt gibt !?!? … ihr kommentar erinnert mich an einen artikel aus amerika in dem von jungen männern berichtet wurde die bei ihrem ersten realen frauenkontakt immer die heftklammern auf den bäuchen suchten, …weil sie das von der playboy-ausklappseite so gewohnt waren!
    … schönen tag noch ;-))

  87. shylock, abf

    Sie ertappen...
    shylock, abf
    Sie ertappen solch Leute an kleineren Details. Rosa Polohemden, grässliche Krawatten, miserables Schuhwerk. Sehr lautes Auftreten.
    Ich erntete schon oft Blicke wegen meiner abgestossenen Hemdenkragen und löchrigen Pullover. Denen fehlt vollkommen das Verstädnis für arme Studenten.

  88. abf, liegt die Tragödie mit...
    abf, liegt die Tragödie mit Ihrem Nachbarn denn daran, daß Sie in Frankfurt zu wohnen scheinen, oder daran, daß er Russe ist? War mal auf der IAA mit einem Kunden von mir und da waren so ein paar bayernneidige, kulturlose Malocher aus dem Ruhrpott dabei. Diese wollten mir einreden, daß Frankfurt nicht gefährlicher sei, als München. Bis dann prompt Abends neben unserem Restaurant und vor unserern Augen ein Türke niedergeschossen wurde…
    .
    @miner, Dipsy, die meisten dürften kaum etwas grundsätzlich dagegen haben, daß Abgaben an die Allgemeinheit zu zahlen sind. Scheinbar haben diese Abgaben, und alles damit Zusammenhängende, bei uns ein derartig unerträgliches Niveau erreicht, daß viele Menschen die Energie aufbringen, Steuern zu hinterziehen. Dafür spricht, daß in Ländern mit niedrigen Steuersätzen oder geringeren Strafen, wie zum Beispiel der Schweiz, wesentlich weniger Steuern hinterzogen werden. Ich frage mich, was würde eigentlich passieren, wenn man den Spitzensteuersatz auf 20-25% senkt? Würde sich damit der Aufwand zur Steuerhinterziehung, vom Handwerker bis zum Unternehmer, dann überhaupt noch lohnen?
    .
    Wir haben in diesem Land eine Diskrepanz zwischen dem Zahlungswillen der Bevölkerung einerseits, und den Ansprüchen an den Staat und seine Institutionen andererseits. Besonders gut ersichtlich ist das im Gesundheitssystem: jahrelang wurde uns erklärt, „die Gesundheit ist unbezahlbar“ – wenn dieses Prinzip verfolgt wird, dann muß man sich über die exorbitanten Kosten nicht wundern.
    .
    @Dipsy, ich verstehe einfach nicht, was alle immer an dieser Schweiz so toll finden, wir hatten dort viele Jahre aus Versehen eine Wohnung. Die Schweizer sind unfreundlich, die Orte meist hässlich. Kein Vergleich zu Österreich…

  89. @all
    Seit Bestehen der...

    @all
    Seit Bestehen der Bundesrepublik sind die Steuereinnahmen des Bundes
    jedes Jahr ( mit einer Ausnahme, zu Zeiten Adenauers ) absolut gesehen, immer nur gestiegen – und „sie“ machen Schulden über Schulden, weil „sie“ mit Geld nicht umgehen können, bzw. weil „sie“ es nicht selbst verdient haben. Steueroptimierung ist Bürgerpflicht, denn „sie“ stehlen uns die Freiheit!
    .
    Für Geld kann man nicht alles kaufen, aber eines kann man
    NUR für Geld kaufen – Freiheit.
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    Gruß Hanskarl

  90. @atomfried
    pocher und barth....

    @atomfried
    pocher und barth. Ich dachte eigentlich an Reflexionen über den Sinn solcher Werbung, nicht an Holzhämmer aus der untersten Schublade.

  91. Mawu, es wäre falsch zu...
    Mawu, es wäre falsch zu behaupten, niedrige Steuern würden zu grundsätzlich mehr Steuerehrlichkeit führen. Es bleibt bei mir eine politische Frage. Wenn Sie wie in der Schweiz darüber abstimmen können ob bei der Gemeindeschule eine neue Dachrinne installiert wird oder nicht und sie die Auswirkungen der Finanzpolitik direkt spüren (da werden die Steuern der Gemeinde im Jahr einfach erhöht oder gesenkt), dann zahlt man „lieber“ Steuern.
    Man muss sich den Blödsinn ja immer wieder vor Augen halten. In Deutschland fliessen jedes Jahr Quersubventionen in der Grössenordnung von 130 Milliarden Euro (ohne die Zuschüsse an die Sozialversicherungen). Das heisst am Ende nichts anderes: ich nehme Ihnen ein Euro aus der einen Tasche und stecke Ihnen 80cent in die andere Tasche. 20cent „verpuffen“ leider in der Bürokratie (eine eher vorsichtige Schätzung). Da fühlt sich der Steuerzahler wohl ganz zurecht hinters Licht geführt.
    Ich glaube auch nicht, dass innerhalb weniger Jahre da ein Umdenken stattfinden wird. Ich sehe das auch in meinem unmittelbaren Umfeld: man nimmt vom Staat was geht, es wird als eine Art Ausgleich für die horrenden Steuersätze genommen. Ein Gefühl dafür, dass der Staat nicht mehr als die Summe seiner Bürger sein kann, ein solches Gefühl gibt es in Deutschland historisch nicht (ganz im Gegensatz zur Schweiz). Man glaubt in Deutschland an „den“ starken Staat (diese wilhelminische und Schmitt’sche Staatsdenkertradition besteht weiterhin). Es fehlt einfach ein Gefühl, dass der Staat eine gemeinsame Sache ist (ich will hier keinesfalls platonischen Gleichschaltungstendenzen das Wort reden; ganz im Gegenteil, ich will hier aus einer sehr bürgerlichen Perspektive nutzen).
    Zu Ihrer Schweiz Betrachtung: es ist grundsätzlich so, dass man da seine Ruhe hat. Die Hotels haben prohibitive Preise (und damit meine ich nicht nur das obere Segment) und man bleibt am Ende unter sich. Ich hatte das Vergnügen in den letzten drei Jahren 2x in Kitzbühl eingeladen zu sein und mich traf da wirklich der Schlag. Die 35jährigen Söhne und Töchter rheinischer Kohlearbeiter betrinken sich dort schamlos. Sowas wie Aprés Ski gibt es in der Schweiz quasi nicht. Architektonisch (im Sinne einer „kitschigen“ Schönheit) sind die österreicher tatsächlich „schöner“. Ausserdem haben Sie den grossen Vorteil, dass Angenehme (Wintersport) mit der Pflicht (Post bei der Bank abholen) verbinden zu können. Mit der Freundlichkeit scheinen mir sehr freundlich; die Österreicher haben mir eine zu devote Freundlichkeit.

  92. shylock, man muss kein...
    shylock, man muss kein aesthetikprofessor sein, um zu verstehen, was ich meine. man braucht sich nur mit der aesthetikphilosophie bewusst – oder unbewusst – auseinandergesetzt zu haben.

    mawu, ffm ist lange her. das muss zur jahrtausendwende gewesen sein. ging breit durch die presse. hinrichtungen nach mafiaart sind auch in frankfurt eher selten.

    dipsy. abgestossene kragen sind besonders schoen an erbstuecken. loechrige pullover sind eh ein muss.

  93. @Dipsy, Rheinische...
    @Dipsy, Rheinische Kohlearbeiter und dergleichen habe ich in Kitzbühel zwar noch nie getroffen, eher das Gegenteil, aber das mit dem Betrinken stimmt und wird immer schlimmer kommt einem vor. Ich mag moderne und klassische Architektur (von Le Corbusier bis zum bayerischen Bauernhof), aber wenn schon zweckmäßig, dann ist Lederhosenarchitektur insgesamt sicher „schöner“ als bspw. ein Appartmentgebäude in St. Moritz, das so auch in Frankfurt stehen könnte. Davon gibt es einfach zu viel in der Schweiz, zumindest soweit ich sie kenne. So als „bayerischer Österreicher“ sehe ich diesen Ländervergleich womöglich aber etwas einseitig… :-)
    .
    Bezüglich der Steuern in der Schweiz stimme ich Ihnen zu. Wieso meinen Sie denn, wäre es falsch zu behaupten, daß geringere Steuersätze Steuerehrlichkeit fördern würden? Ich hatte es nur zur Diskussion gestellt da ich denke, es könnte eine positive Auswirkung haben. In Österreich muß ja auch Kapitalertragssteuer gezahlt werden, die ist aber geringer als in D und die Privatspäre bleibt erhalten. Das reicht vielen schon als Grund, ihr Kapital in Österreich anzulegen (abgesehen von der Erbschaftssteuer).

  94. ich bin ehrlich schockiert....
    ich bin ehrlich schockiert. Das habe ich nicht gewusst. Naiv nicht, aber Danke. Werde das noch weiter recherchieren.

  95. Dipsy, wenn die Schweiz nicht...
    Dipsy, wenn die Schweiz nicht von Steuerhinterziehung leben würde, hätte sich andere Steuern. Und die würden dann auch vermehrt hinterzogen werden. Ich kann den Groll verstehen, aber mir ist der Staat immer noch lieber als privatisierte Versorgungskonzerne, die nach Kräften mit Cross-Börder-Geschäften und Währungsspekulationen erst mal billiger wirken, um danach saftige Rechnungen zu präsentieren. Vielleicht ist die Politik ja etwas lernfähiger als die Banken und macht die landesbanken platt, statt sich beim nächsten Zyklus wieder vorführen zu lassen.
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    shylock, es mag dumm klingen, aber so sind die Leute nun mal: Sie hören lieber auf den Rat irgendwelcher Leute, als ihr Hirn einzusetzen. In meinem direkten Umfeld gab es ein paar sagenhaft dumme Entscheidungen, weil man dem Geschwätz der Zeitungen mehr glaubte, als stundenlangem Zureden.
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    Was ich bin – mei. So in etwa deckungsgleich. ich hoffe nur, dass ich etwas klüger als Don Alphonso bin, den ich für leicht unintelligent und zu dünkelbelastet halte. Aber es passt schon.

  96. Dipsy, ich muss sagen, dass...
    Dipsy, ich muss sagen, dass ich in der Schweiz auch ein paar eher negative Erfahrungen gemacht habe. Und damit meine ich nicht den Umstand, dass auch die Schweiz schon lange um Engländer wirbt, die dort nicht gerade feines Benehmen an den Tag legen. Irgendwie – wie soll ich sagen – nicht wirklich höflich, Bagatellmässig nennt man das in Bayern. Ah das Geld und was wollen Sie noch? Gerade in Bern hatte ich ein paar eher problematische Erfahrungen, und neben Düsseldorf ist Zürich die einzige Stadt, in der ich mir je eine Lebensmittelvergiftung zugezogen habe. Nicht durch das mit Celophan abgedeckte Frühstück, sondern in einem wirklich „guten“ Restaurant.

  97. Poisson, ich habe inzwischen...
    Poisson, ich habe inzwischen den besagten Beitrag über/für/von den BMW gelesen, das Werbefilmchen gesehen und bin, vorsichtig gesagt, erstaunt. Meines Erachtens muss man Autos (wie alles andere auch) testen, bis sich nichts mehr rührt. Und nicht nur schunkeln und den Verbrauch ablesen. Ohne jede Illoyalität: Ich finde solche Beiträge ärgerlich. Und hoffe, es anders zu machen.

  98. Mawu, der rheinische...
    Mawu, der rheinische Kohlearbeiter ist für mich eine Art Sammelbegriff für alle Menschen deren Auftreten mir missfällt. Lautstärke und Themen einer Unterhaltung, Kleidung etc.. Aber ich bin da, zugegeben, sehr empfindlich und urteile auch sehr schnell ab.
    Was die Verträglichkeit von Landschaft und Architektur betrifft, da haben Sie ganz recht. Es gibt aber auch da Perlen. Bettmeralp etc..
    Zu der Steuergeschichte. Ich glaube nicht, dass niedrige Steuersätze allein zu mehr Steuerehrlichkeit führen. Steuerehrlichkeit ist für mich eine Frage der Einstellung zur Gemeinschaft. Erst wenn ich diese bejahe und bereit bin mich in meiner Gemeinde/Region zu engagieren, dann bin ich auch wirklich bereit die Kosten dafür zu tragen. Ob diese bürgerliche Tugend entwickelt wird, scheint aber wieder eine Frage der Höhe der Steuersätze zu sein. Wer 50% abgeben muss wird ein gewissen Grundgrollen verspüren – der der nur 20% zahlt ist wahrscheinlich eher bereit. Ausserdem: es muss auch immer die Leistung stimmen. Wer sieht schon ein 50% Steuern zu zahlen um dann auf der Strasse nicht sicher zu sein. Eine grundsätzliche Anmerkung muss aber bleiben: diese Ausführungen sind natürlich aus einer sehr naiven Sicht des Freundes einer Bürgergesellschaft und rühren aus der (möglicherweise zu üppigen) Lektüre des Aristoteles und Sternbergers her. Faktisch wird man auch in unserer Gesellschaft davon ausgehen müssen, dass die Mehrzahl der Bevölkerung eine Art bios apolaustikos (Don Alphonso, Sie müssen mir das nachsehen, diese Tastatur hat keine griechischen Buchstaben) bildet. Der braucht einen sanften Druck und wird sich immer nur für sich selbst interessieren. Dennoch glaube ich mit Humboldt fest daran, dass der Mensch in gewisser Weise zum bio politikos erzogen werden kann. Das ist der Kern von Humboldts Bildungsidee – nicht dieser neoborussische Blödsinn, stolzierend durch die Gegend zu laufen und irgendwas auswendig Gelerntes wiederzugeben. Nein, Bildung besteht dann, wenn dieses Wissen die eigene Lebenshaltung bestimmt. Da haben (aus meiner Sicht) auch das Kernproblem der verrohenden Gesellschaft: es fehlt ganz schlicht an Bildung.
    Es ging bei Geldanlagen in der Schweiz übrigens weniger um Steuerhinterziehung. Wer dort zu den Blütezeiten der Bundesrepublik Vermögenswerte transferierte, der Tat das aus historischer Erfahrung. 1923 alles verloren und 1945 noch einmal. Wer hingegen in den 20er Jahren eine Lebensversicherung in der Schweiz abschloss (durchaus üblich in bürgerlichen Kreisen), der fing 45 mit nicht wenig Kapital wieder an. Daher ist da auch nicht wenig Geld geflossen. Aus Renditesicht ist keiner in die Schweiz gegangen. Die Coupons in der Schweiz sind traditionell niedriger als in Deutschland und bei einer Vollrechnung lohnte sich die Anlage in der Schweiz wahrscheinlich nicht. Wäre da nicht der starke Franken.
    Und ich behaupte auch, dass bei Vielen die heute Geld dort anlegen die Steueroptimierung eher sekundär ist. Nicht wenige Leute gehen wegen Anonymität in die Schweiz.
    Don Alphonso, ich will die Schweiz da gar nicht verteidigen. Auch dort hat man sich zu sehr den zu Geld gekommen Arbeitern angedient. Und ich stimme in einem Punkt auch zu: die Hotels sind (sieht man von den ersten Häusern am Platz einmal ab) auch in eher fragwürdigen Zustand und das Personal unzüchtig (aber geben wir zu, ein Problem vieler Länder – die Österreicher waren wirklich „innovativer“). Ich will da das Personal aber auch etwas verteidigen: die müssen sich zum Teil grobe Bösartigkeiten von Gästen gefallen lassen (entschuldigt natürlich dann noch immer kein Fehlverhalten anderen Gästen gegenüber – eine „Grundfrustration“ ist aber nachvollziehbar). Wo waren Sie denn da zu Tische? Für die K. am Bellevue könnte ich das kaum glauben.
    Ich muss in der nächsten Woche auch für ein paar Tage in die Schweiz. Luzern. Abado (ich mag ihn eigentlich weniger) soll gestern grossartig gewesen sein.

  99. Dipsy, als Freund der...
    Dipsy, als Freund der Schweizer Konton möchte ich sagen: Es ist zuerst mal eine Tradition. Ein Konto in der Schweiz ist ein feines Stück altes Europa, das einen in schlechten Tagen gut schlafen lässt. Steuerhinterziehung ist nochmal was anderes.
    .
    In Zürich war es eine grosse Jugendstilvilla mit überwältigendem Blick auf den Zürichsee. Nur war das Hotelpersonal zu faul, sich gross um das Frühstück zu kümmern. Nachdem ich dort auf Lehrgang war und sehr früh raus musste, stellte man das Essen eben schon am Abend vorher hin. Mit Celophan. Trotzdem kostete die Nacht damals um die 200 Mark. Und das war Mitte der 90er noch reichlich viel Geld. Der Abschluss war dann ein Abendessen, zu dem die ETH eingeladen hatte, in einem angeblich sehr guten Restaurant. Ich nahm das einzige vegetarische Gericht mit einem gryerzer Alpenkäse, und hing danach zwei Wochen in den Seilen. Aber Zürich ist eine ganz spezielle Geschichte; nicht umsonst bin ich ansonsten in Graubünden.

  100. Hat der verehrte Schreiber...
    Hat der verehrte Schreiber vergessen, dass Firmen nur 9% Steuern auf Gewinne zahlen müssen, dies ist der niedrigste Steuersatz in ganz Europa.

  101. Nicht vergessen, aber das...
    Nicht vergessen, aber das wäre dann nochmal ein anderes Thema, nämlich Steueroptimierung für Firmen.

  102. <p>Sehr guter Artikel. Ich...
    Sehr guter Artikel. Ich habe einige Zeit in Montenegro verbracht. Ich glaube jedoch, dass sehr viele Leute hier falsch liegen. Der max. Steuersatz von 10% herrscht in Bulgairen und Zypern ganz legal. Bulgarien hat eine wunderbare Schwarzmeerküste. Warum nicht legal nach Bulgarien? Besseres Meer, kleinere Stueren, alles günstiger :)

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