Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die Freude im Westviertel über den Niedergang von Escada

| 110 Lesermeinungen

Wenn man den Untergang von Escada verstehen will, muss man verstehen, warum Escada heute einen gewissen Hautgout hat. Ausgerchnet bei jenen, die die Marke gross und bedeutend gemacnt haben: Vermögende Frauen in besseren Lagen westdeutscher Dörfer und Kleinstädte in der Provinz. Kleinstädte wie jene, aus der ich stamme. Ich kann mich noch sehr gut an die Zeit erinnern, als Escada und MCM auf dem Gipfel des Geschmacks verortet wurden. Man darf darüber heute nicht mehr reden. Es ist peinlich. Es ist verboten, und vermutlich werde ich jetzt im Konzertverein geschnitten.

c&a-look mit vuitton handbag is halt suspicious. oder andersrum wieso sollt ich in escada und gucci rumrennen und dann bei ner handtasche ne fälschung kaufen.
Nutzerin „Ritchbeast 1“, Kommentar bei forum. gofeminin.de

Kurz gesagt: Escada hat ein Geschäft in Rottach-Egern und am Rande der Pleite.

Oder, um es zu erklären: Heute ist ein eher schwieriger Tag für all diejenigen, die glaubten, sie könnten mit ihren Luxus kaufenden Frauen nicht nur Geld verlieren, sondern auch Geld gewinnen. Als der Münchner Modekonzern Escada 1986 an die Börse ging, konnte man noch hoffen, über einen Teil der Firma auch an der Verschwendung anderer Leute zu profitieren – wer heute noch Aktien bestzt, hätte das Geld besser seiner Frau zur Verwaltung gegeben. Die für uns, die wir nicht betroffen sind, äusserst langweiligen Details des Untergangs dieses Modehauses findet man beispielsweise hier, oder auch ergänzend hier zu den typischen Goldkettchen. Soviel dann auch zum Thema „Luxus geht immer“.

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Weitaus spannender ist die Frage, warum Escada nicht gerettet wird. Und warum man der Firma, im Gegensatz zu Märklin oder Rosenthal, allgemein keine Träne nachweint, die nicht durch finanzielle Verluste bedingt wäre. Warum niemand den Eindruck hat, hier ginge ein Kulturgut zugrunde, eine bedeutende Geschichte käme an ihr Ende, eine Saga von Aufstieg und Fall von titanenhaftem Ausmass werde in Schulden und Teilhaberstreit unwürdig beendet. Märklin ist ein Traum der Söhne. Rosenthal ist ein Tantentraum. Escada ist ein Trauma für Tanten und Söhne.

Denn Escada war nicht nur gross und reich, sondern auch sehr München und 80er. Zusammen mit dem schon früher spektakulär gescheiterten Konzern MCM konnte man in den 80ern als Kunde dieser Marken wenig falsch machen. Rückblickend sind MCM-Taschen und pinkschwarze Escada-Kleider mit monströsen Schulterpolstern und kurzen Ärmeln extremst peinlich, aber damals setzte München die Trends. Auch wenn sie teilweise, sagen wir mal, adaptiert waren. Anleihen bei Chanel,  Hermés, Louis Vuitton und Chloé waren aber in den bayerischen Vorstädten gar nicht mal so ungern gesehen. Im Gegenteil. Das war richtig schick. Natürlich auch immer etwas zu viel, zu dick, am Rand des Ordinären, aber es waren die 80er Jahre. Und in dieser Zeit expandierten Escada und MCM weltweit. Es war nicht nur mehr die Grossbauernfrau in Pfaffenhofen, es war auch die Ölfirmenchefsekretärin in Texas und die Ministergattin in Südkorea.

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Und auch in unserer kleinen, dummen Stadt, im Westviertel – ich mache mir gerade keine Freunde – trug man das. Doch. Ich kenne Leute, die das wollten, brauchten und bekamen. MCM und Escada. Nicht jeder Konflikt um die Anschaffung war leicht, aber gewonnen wurde er meistens. Bessere Töchter hatten solche Taschen in der Schule dabei. Bessere Brüder wurden damit zum Gespött der Schule. Der dicke, mit Goldkette umzogene Escadaknopf musste im Theaterabo vorgezeigt werden, wollte man dazu gehören. „Wir fahren nach München zu Escada“, hörte man ab und an vor den Wochenenden. Es gab eine Epoche, da war Escada – etwas anderes, als es heute ist. Heute möchte hier niemand mehr daran erinnert werden.

Denn Escada steht für eine ganz bestimmte Mode und eine ganz bestimmte Trägerin, die man, wäre man böse, vielleicht mit „zu viel Geld und zu wenig Geschmack“ umschreiben würde, selbst wenn man vor 25 Jahren selbst Ecsada trug. Oder auch: „Zu reich für kik, aber zu arm für die Prada“. Nun ist diese Marke alles andere als billig, und die Zeiten der grossen Goldknöpfe mit umlaufenden Goldketten sind auch vorbei. Aber während man Gucci die meisten Verirrungen nachsah und MCM zurecht pleite ging, blieben sich Escada und ein bestimmtes Klientel treu. Und alterten zusammen. Eine Kombination, die man einfach erkennt, und die, um es vorsichtig zu sagen, nicht mehr überall als stilbildend erachtet wird. Und die sich ganz vorzüglich zum internen Klassenkampf eignete. Es ist ja nicht so, dass ich mich noch extra um Vorurteile bemühen würde, ich weiss auch nicht, woher ich das habe, aber mir fallen dazu auch Worte wie Botox, neureich und hochgeheiratet ein. Und, noch schlimmer: Passende Beispiele. In Rottach-Egern. Wo all das Wellness-Feng-Shui auch nichts mehr an den Tatsachen des Alters ändert.

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Und obwohl dieses Jahrzehnt von MCM und Escada vor dem Mauerfall die letzte grosse Blüte des guten, alten Westdeutschlands darstellt, als jene Marken das Ökogefiesel der 70er und die „Boutiquenmode“ wegfegten, und die hohe Rente noch sicher schien; obwohl man die Marken vielleicht als Ausdruck einer Klasse sehen kann, der es einfach viel zu gut ging, und die sich den Prunk hedonistisch leistete, sind die Symbole dieser Zeit abgelöst worden von den üblichen Luxusmarken, die nicht mehr altern, sondern schon immer da sind. Firmen, die eine Tradition haben, die sicher genauso schäbig gelogen ist wie vieles, was man in den letzten Monaten zur Beruhigung von Escada-Aktionären sagte. Aber es sind Lügen, die man gern hört. Die Steuerhinterziehung des Herrn Cromer von MCM und seine Flucht in die Schweiz sind legendär, aber peinlich – der Umstand, dass noch Tage nach dem Absaufen der Titanic Koffer von Louis Vuitton auf dem Ozean trieben, ist eine Legende, aber genau die Art, die man hören möchte.

Vielleicht hätte man es genauso darwinistisch gesehen, wären all diese Marken 30, 40 Jahre nach ihrem Aufstieg zusammen mit ihren Kunden alt geworden und weggestorben. Die einen überleben, weil sie sich neu erfinden, die anderen schaffen es nicht, das Alte auch den Jungen als begehrenswert erscheinen zu lassen. Zu schnelles Wachstum tut nicht gut, wenn das Produkt plötzlich überall und von jedem verwendet wird; dann nämlich ist es demokratisch wie Toilettenpapier und erst untragbar für alle, die sich abgrenzen wollen. Danach wird es schnell zum Mittel der Diskriminierung. Und bald ist es nicht mehr tragbar für jene, die nicht ausgegrenzt werden möchten. So gesehen hat Escada durch die Expansion auf die amerikanischen und asiatischen Märkte ohnehin reichlich lang gelebt. Amerikaner können so was natürlich tragen.

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Fair? Was ist schon fair. Als unfair würden die ehemaligen Kundinnen im Westviertel allenfalls meine Gemeinheit betrachten, erinnerte ich sie an ihre Vorlieben in den 80er Jahren. Das habe man damals geschenkt bekommen, würde man hören, das habe man beruflich gebraucht, das sei reduziert gewesen, das habe die Verkäuferin damals aufgeschwatzt… und so stirbt Escada. Weil man daran nicht erinnert werden möchte; die Aktionäre nicht an ihre Fehler und ihre Frauen nicht an die 80er Jahre. Heute, 25 Jahr später, haben sie bei dem Wort einen Geschmack im Mund, als hätte man an einem Bleisarg geleckt; sie verziehen kurz das Gesicht, und dann fällt ihnen ein, dass man dabei all die Falten sieht – also denken sie lieber an Louis Vuitton und Chanel, an das Echte, die Originale, das Prestige der Jahrhunderte alten Firmengeschichte und lächeln.

Vielleicht fahren sie am Wochenende auch nach München. Zu Hermés. Es wird Herbst, und sie brauchen ein Tuch, wenn es kälter wird.

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110 Lesermeinungen

  1. Um Escada ist es wirklich...
    Um Escada ist es wirklich nicht schade, und LV im Original eigentlich auch nur noch etwas für reiche Russen (statt dessen kauft man besser eines der fakes auf einem der Märkte in Beijing, für umgerechnet 5-10 €. Mehr Exklusivität ist da nicht mehr.) Aber Rosenthal, ach! Jedem, der auch heute noch wie August der Starke unheilbar an der maladie de porcelaine leidet, tut das in der Seele weh.

  2. Gerade rannte ich panisch zum...
    Gerade rannte ich panisch zum Kleiderschrank. Gottseidank kein Escada, aber-Himmel-ein Morgenmantel aus Seide von Laurél. Oh Schreck, das ist doch beinahe dasselbe. Na gut, man kann ueber Escada meckern, aber eins sage ich ihnen: Der Morgenmantel funktioniert immer noch, sogar im Dunkeln. Er wurde einmal zu heiss gewaschen…
    …seitdem passt er nicht mehr.
    .
    Wie ich zum ersten mal MCM-Taschen sah, dachte ich sofort an Fussballerfrauen. Damals war das noch kein Lehrberuf, gefoerdert von der Agentur.

  3. "Zu viel Geld und zu wenig...
    „Zu viel Geld und zu wenig Geschmack“ – masse mir hierzu keine Meinung an.
    Zu viel Geld und zu wenig Gespuer fuer die Zeit eines Schnaeppchens – das gefaellt mir schon besser.
    Na, wenigstens trifft es keinen Armen, wollte ich schon schreiben, habe aber dann entdeckt, dass neben dem Herz Clan (Schaeffler, Schickedanz, Herz wer ist der naechste) und diversen Fondsgesellschaften (Fidelity zB) auch ein Russe namens Aksenochwas als Grossaktionaer gefuehrt wird. PG.

  4. @Georgiana: August der Starke...
    @Georgiana: August der Starke litt an Porzellankrankheit? Der Mann litt an Geldmangel-eine Krankheit, die mir nicht unbekannt ist. Herr Boetticher versprach ihm Gold zu machen, kam stattdessen aber auf Porzellan nieder. War ja dann auch kein schlechtes Geschaeft…

  5. <p>Klar doch! Escada ist mit...
    Klar doch! Escada ist mit ihren Kunden älter geworden. Dann kommt noch hinzu, dass der Preis nicht mehr Qualität bedeutet und Mode auch nicht. Nur produzieren egal auch was, der Kunde kauft schon nur weil Escada drin steht, das ist vorbei und so ähnlich geht es anderen Nobelmarken auch.
    Eine Jeans aus Tunesien zu 22.- Euro, die danach im Laden 298.- kostet, nur weil die Werbung in den Denim Escada einhauchte, das funktionierte nicht mehr.
    Sälzer tut mir leid. Er übernahm einen kaputten Laden. Das er einen Schrotthaufen bekam, das wußte er nicht.

  6. Werter Don Alphonso,
    Wie schon...

    Werter Don Alphonso,
    Wie schon einmal in anderem Zusammenhang erwähnt – Imponat und Profilat.
    Gruß Hanskarl

  7. Wehrter Don,
    es ist gut wenn...

    Wehrter Don,
    es ist gut wenn vieles davon geht.
    Doch gerade bei der Kleidung sollten Mass und Geschmack
    individuell und vor allem massgefertigt sein.
    Auch wenn ich als ….. Mann davon nicht mehr so viel
    verstehe, möchte ich die Qualität und meine Individualität
    nicht missen.
    Wo lassen Sie den arbeiten?
    Herzlichst P

  8. Ahhhhh!
    Sehr verehrter Don...

    Ahhhhh!
    Sehr verehrter Don Alphonso,
    Escada und der treffende Abgesang auf die 80ziger. Hervorragend. Damals wars schon eine Überlegung Wert, ob nicht eine Cholera-Farm in Rottach-Egern den Damen SCHNELL helfen würde, Pfunde über Pfunde zu verlieren… Oder die Chefsekretärin, im roten YSL-Kostüm samt roten 911er. Oder im Hause der Rosenthal Pressesprecherin morgens aufwachen und endlich verstehen, was mit StudioLine gemeint ist. Der brutale Kontrast zu den damals horriblen Kaffeefahrten zu ADLER und Konsorten… Es war tatsächlich etwas NEUES. Auch Anfang der 90ziger. Trotzig wie ein Fels in der Brandung – Escada in der Berliner Friedrichstrasse. Damals sahs noch so aus, wie wenn die Russen eben um die Leipziger gebogen wären um HEIM nach Straussberg zu fahren. Also kein Aussicht auf Profit in den nächsten 15 Jahren… Und heute: Zeit für eine neue Üppigkeit, Luxus und Moden!50 bucks, please…

  9. esacada und mcm in einem pott...
    esacada und mcm in einem pott ist nen bisken unfair.- ich kannte deutsche maedchen aus wiesbaden etc., deren ganze gardrobe bestand aus escada. das war immer son bischen tuttelig, zu gesetzt fuer ihr alter, aber mit einem ganz besonderen cleanen und gruendlich deutschen charme. nicht so extravagant wie chanel – was ohnehin in der modeernsthaftigkeit der 80er jahre niemand tragen konnte – chanel sieht nur gut aus mit zerissenen jeans, aber die wollten die punks damals noch fuer sich behalten.
    nein, escada war vollkommen o.k.
    zu weinen braucht jetzt aber auch keiner. manche dinge haben ihre zeit gehabt und duerfen dann auch irgendwann gehen.

  10. Unternehmen kommen Unternehmen...
    Unternehmen kommen Unternehmen gehen!
    Es gibt keinen Grund irgendein Unternehmen nach zu trauern, wenn es pleite/insolvent ist. Besonders bei Unternehmen, die kreative Produkte anbieten (Mode, Porzellan), sieht man recht schnell wer die Zeit verschlafen hat und dann zu Recht abgestraft wird. Das Problem ist eigentlich, dass die Leute noch zu sehr auf Marken abfahren und weniger auf Qualität oder Innovation schauen. Dadurch werden die Bereinigungsprozesse auf den Märkten noch zu sehr verlangsamt.

  11. Schade - ich hatte gehofft,...
    Schade – ich hatte gehofft, dass sich jene Dame, deren Zitat vorangestellt wurde, wirklich „Ritchbeast 1“ nennt. Leider doch ohne „t“.

  12. Holla, woher die völlig...
    Holla, woher die völlig unerwarteten, versöhnlichen Klänge auf LV, M und H? Ich hätte angenommen, daß diese Markenwelt ihrem, nun ja, sagen wir mal: bisweilen ekklesiastischem Blick auf ihre Zeitgenossen genausowenig standhalten würden. Ich bin erfreut. Und lerne dazu.
    @ Georgiana Darcy: was macht Sie glauben, daß Produkte von LV nicht mit ebensoviel Handwerk, Finesse und Leidenschaft hergestellt werden wie solche von Rosenthal? Ich kann jedenfalls in der Haltung keinen Unterschied erkennen.

  13. Werter Vetter,
    stellen Sie...

    Werter Vetter,
    stellen Sie doch bitte ein Bild von sich aus den 80er ein!
    Oder trugen Sie weiland auch Miami Vice Klamotten :-))

  14. Äh, also, ich weiss nicht,...
    Äh, also, ich weiss nicht, aber, ich mein, da war ich noch ein Kind. (Lacoste, ja, ich weiss)

  15. @Filou: Es gibt über August...
    @Filou: Es gibt über August des Starken Porzellansucht eine nette Anekdote: er verkaufte einst ein ganzes Regiment Soldaten an den preußischen König, ein Friedrich Wilhelm, dessen Nummer mir leider entfallen ist, für ein Paar feinster Ming-Vasen (das ist fast schon ein wenig klischeehaft). Das Ergebnis seiner Sammelleidenschaft kann ja heute in Dresden bestaunt werden. Damit war er auch kein Einzelfall, den in der europäischen Aristokratie der Frühen Neuzeit grassierte die Porzellansucht: zwischnen 1600-1800 wurden von der holländischen Ostindischen Kompanie allein mehr als 43 Mio Stück Porzellanwaren importiert, die englische, schwedische, französische und dänische Ostindienkompanie brachten es nochmal auf 30 Mio. Viele Adelsfamilien taten es Philipp II. von Spanien nach, der in China blauweiße Pilgerflaschen, dekoriert mit chinesischen Weisen, Lotusblüten und dem königlichen Wappen von Castilien und Léon anfertigen ließ und gaben ähnliche Porzellangefäße mit Familienwappen in Fernost in Auftrag. In der zeitgnössischen Literatur wird deshalb von einer „maladie de porcelaine“ gesprochen, die die damalige bessere Gesellschaft befallen hatte.

  16. Ist das ein selbstgefälliges...
    Ist das ein selbstgefälliges Geschwafel.
    Mit keinem Wort wird erwähnt, dass 2300 Menschen wahrscheinlich ihren Job verlieren werden.

  17. na, dr.benway. das sind aber...
    na, dr.benway. das sind aber gestaendnisse jetzt. verbotene substanzen also waren mit dabei beim naechtlichen vergnuegen im rosenthal studio. – wenn das der alte philip noch erfahren haette… – eine schande ist das.

  18. @ Jaques Bagios: Ihrem...
    @ Jaques Bagios: Ihrem Plädoyer für die Qualität der Produkte von LV möchte ich gar nicht widersprechen. Ich glaube, meine negative Einstellung zu LV ist von zweierlei Hintergedanken geprägt: Erstens trägt man in meiner Familie (bzw. korrekter in dem einen Teil meiner Familie, in dem dies von Bedeutung ist, der andere ist knallrot und käme niemals auf die Idee, sich mit derartig dekadent-bürgerlichen Fragen zu befassen), niemals und unter keinen Umständen irgendetwas mit einem anderen Monogramm als dem eigenen an oder bei sich. Das gilt als vollkommen stillos. Zweitens denke ich, geht es LV ein wenig so wie einer bekannten Champagnermarke: seit Rapper ihn trinken und gesanglich verherrlichen, kann ihn manch anderer nciht mehr genießen. Dieses Schicksal scheint auch Louis Vitton zu ereilen.

  19. "Ihr seid die nächsten", bei...
    „Ihr seid die nächsten“, bei genauer Betrachtung geht es ja auch gar nicht um Escada, sondern um die Westviertel.
    .
    Georgina Darcy, genau jenen Rosenthaleffekt meinte ich. (Von den Versace-Fehlgriffen einmal abgesehen)

  20. Hach ! – die 80er....
    Hach ! – die 80er. Quietschbunte Farben, Schnellficker-Schuhe (die mit den Bömmelchen), Fokuhilas, extreme Wattierungen. Tennissocken (Hose in die Socke!)…
    Da muß man den Punk mit seinen Folgeerscheinungen als natürlichen Reflex und Selbstschutz begreifen. Mein Gewissen ist zumindest in dieser Beziehung rein.
    MCM habe ich im deutschen Westen als durch und durch proletarisch aufgefaßt. Das Täschchen der aufgedonnerten Ische, die schon mit 17 so aussah wie ihre eigene Mutter. Escada habe ich da nicht gekannt und nie bewußt wahrgenommen, erst in den letzten Jahren hat es Escada als aufgepeppte Woolworth-Sache in mein unterentwickeltes Mode-Referenzschema geschafft.

  21. Filou, die katastrophalen...
    Filou, die katastrophalen Entscheidungen bei den Zukäufen mal beiseite gelassen; Escada hat sich wirklich auch um die besagte Zielgruppe bemüht, nach dem Motto „Chefarztfrauen wird es immer geben“,
    .
    Ausverkauf, mein Mitleid hält sich in relativ engen Grenzen. Wer in den letzten anderthalb Jahren eingestiegen ist, machte das als Spekulant. Und da ist das Risiko eingepreist. Oder besser: Ausgepreist.

  22. @Don
    > (Lacoste, ja, ich...

    @Don
    > (Lacoste, ja, ich weiss)
    Ach darum hänselst Du mich immer. Na, warte!

  23. ach! mein schönster und...
    ach! mein schönster und dezentester dunkelblauer nadelstreifenanzug – mit hellgrauer seide gefüttert, mit verdeckter knopfleiste und in einem leichten mao-jacken-zitat bis obenhin zu knöpfen war/ist von escada. denn ich trage das gute stück immer noch gern, weil es keine hüfthosen hat und die jacke einzigartig ist. (nicht zu vergessen das sehr gute material.)
    und ein zweiter hängt noch in meinem schrank. kleines hahnentritt-karo, taillierte jacke, schulterpolster wie in den 40ern, eigentlich für kathrine hepburn gemacht. der paßt mir leider nicht mehr ganz so gut.
    dem bonbonbunten zahnarztgattinenpeinlichkeiten konnte ich nie etwas abgewinnen. aber es tauchte halt immer mal das eine oder andere stück auf, daß ich bei chanel oder YSL nicht hätte bezahlen können und was die zahnarztgattin vielleicht einmal zur testamentsverkündung trug, um fortan die lustige bunte witwe zu sein.
    bei esccada wurde nämlich vor allem frei von der leber weg geklaut, was die trends der großen häuser hergaben.

  24. @Georgiana Darcy
    Es war...

    @Georgiana Darcy
    Es war Friedrich Wilhelm der Ie, der „Soldatenkönig“, er litt sozusagen an der „maladie militaire“, machte Preussens Armee stark aber setzte sie seltenst ein. Das aus Sachsen gegen das Ming-Porzellan getauschte Regiment bekam entsprechend hellblaue Uniformen, dazu den Spitznamen: „Das Porzellanregiment“. Es desertierte bei passender Gelegenheit zurück nach Sachsen.

  25. Kittykoma, was ich nicht ganz...
    Kittykoma, was ich nicht ganz verstehe: Für den Preis von escada könnte man doch auch wieder schneidern lassen, gerade in Berlin bei den Zillionen Schwäbinnen von der HdK. Im Kern ist die Pleite von Escada aber auch ein Zeichen des Auseinanderbrechens der Schichten: Auf der einen Seite das Teresasortiment, auf der anderen die Massenware aus Asien. Und für geklautes ist Escada dann wieder zu teuer als die noch billigeren Diebe. (Übrigens hört man, dass die Sommersaison schrecklich war, und noch viel im Schlussverkauf zu haben ist, wenn man über entsprechende Mittel verfügt. Entsprechende Einkaufstipps für München auf Anfrage)
    .
    Holgi, das ist längst, längst, längst verjährt! Und ich habe das damals auch nicht rausgesucht. Ich war Opfer, kein Täter.
    .

  26. Paulchen, ich trage...
    Paulchen, ich trage Pret-a-Porter, schon immer, und in den späten 90ern war das keine Schande. Ich schätze Gaultier, von dem ich jenen schlammgrünen Anzug habe, den ich mir selbst in meiner Beschreibung in meinem Roman an den Leib schrieb, und momentan greife ich aus Faulheit und wegen eines gewissen Bekannten einer Bekannten zu einem gewissen französischen Modehaus, das mir eigentlich immer passt.
    .
    Doktor Benway, man darf nicht vergessen: Auch damals kamen die Trends nicht aus Deutschland. Ich erwähne hier nur Thierry Mugler, Byblos, Gaultier, das Kramen in den Koffern der 20er und 30er Jahre mit Schalkrägen und Zweireihern, die Wiederentdeckung der Budapester – in München gab es Annas und Harrys und etliche andere Läden, bei denen man ganz vorzüglich einkaufen konnte, nicht zu vergessen die oberste Designeretage bei Ludwig Beck. Kurioserweise habe ich vieles einfach nicht wegwerfen wollen, das maulbeerfarbene Gaultiersakko mit den vielen Knopflöchern, den Frack von Comme des Garçons, ach je… es war zumindest nicht langweilig, im Vergleich mit heute.

  27. Achja, bei Annas hab ich...
    Achja, bei Annas hab ich damals bei dienstlichen Besuchen in München auch gekauft. Irgendwo in München auch einen grauen Zweireiher auf einen Knopf von Daniel Hechter in dem ich noch schlanker aussehe als ich schon bin (bevor das eine Massenmarke wurde). Dazu im Schlußverkauf Anzüge von Zegna und Cerruti, die Stoffe der Italiener ( Cerruti ist ja eigentlich eine Weber-Familie bevor Nino das Mode Design anfing) die sind gut vom Stoffgefühl und tragbar und halten. Und bei Ludwig Beck ein Sportsakko dass ich heute noch ab und zu trage, nach über 25 Jahren…. Ansonsten verschwende ich ja wenig Gedanken auf Mode, weil sich mein täglicher Anzug nach der ZDv 37/10 richtet. Allerdings kaufe ich Uniformen nicht bei der Kleiderkasse sondern bei einer Hamburger Schneiderei die Marineuniformen seit 1848 fertigt. Früher saßen in Hinterzimmer die Näherinnen aus Hamburg, dann die von den Philippinen, inwzischen die aus Polen. Sic transit gloria mundi.

  28. @Georgiana: Vielen Dank fuer...
    @Georgiana: Vielen Dank fuer die Erinnerung. Das war mir alles schon bekannt. Nur sehe ich die Dinge gerne sehr verkuerzt. So ausfuehrlich wollte ich mich nicht auslassen. Sie haben natuerlich recht.

  29. wie schön, daß es bald...
    wie schön, daß es bald herbst gibt und man sich eher mit spaziergängen im park von den sorgen der escadianer (auf welchen label sollen wir jetzt bloß umsteigen, welche farbe soll die trauerschleife haben & co.) und anderen mondnachrichten so wunderbar ablenken kann ;)

  30. ja, aber, die mädels von der...
    ja, aber, die mädels von der hdk wollten sich in erster linie selbst verwirklichen. und die worte vintage und understatement kannten sie damals noch nicht. die sachen sind allerdings auf umwegen zu mir gekommen. ich hab sie im personalverkauf erstanden. in so einen laden hätte ich mich damals nicht getraut.

  31. Lieber Don, wenn ich jetzt...
    Lieber Don, wenn ich jetzt meiner Frau das mit der Chefarztgattin erzaehle, hat die heute keine ruhige Nacht mehr, so muss die sich kringeln.
    Aber die Heisswaesche ist nun mal ein Problem: Vor langer Zeit kaufte ich einem Freund ein Sakko ab. Ach was Sakko, ein Traum von einer Jacke: halbdunkles Gelb, Feinrippkord, bedruckt mit vielen kleinen bunten Bluemchen. Teuer wie eine Suende. Meine damalige Nochtnichtehefrau schenkte mir dazu eine passend dunkelgruene Samthose und schickte mich nach Paris. Niemals mehr in meinem Leben habe ich mich so geliebt gefuehlt. Wie gesagt, dann kam die Heisswaesche…
    Fashion victim? Ich? Gerne!
    Danach kam die Zeit der serieusen Anzuege. Es gab auch nichts Lustiges mehr zu kaufen, und auf Partys stand man so dumm ‚rum, wie all die anderen auch. Ich muss aufhoeren, die Trauer ueberwaeltigt mich.

  32. Mir faellt auf, dass hier auch...
    Mir faellt auf, dass hier auch einige sehr eitle Herren versammelt sind. Das freut mich. Prince Matecki, ich erinnere einen Gefreiten, wehrpflichtig, wurde spaeter Studienrat, der liess sich tatsaechlich seine Buerouniform beim Schneider anfertigen. Das konnte ich gut verstehen, sind doch die LW-Uniformen, nach denen der Marine, die huebschesten.

  33. Wehrter Don,
    ein guter...

    Wehrter Don,
    ein guter Geschmack ist immer zu bewundern.
    Herzlichst P.

  34. @Dr. B.: In meiner Heimatstadt...
    @Dr. B.: In meiner Heimatstadt war ein ganzes Viertel mit Zaeunen abgegrenzt. Dort wohnten russischen Offiziersfamilien. Wie gesagt, es ist lange her.
    Wenn deren Frauen im geklauten (requirierten) Pelzmantel im Staedtchen flanieren gingen, zogen die eine Parfumwolke nach…
    …also die war sagenhaft. Die blieb noch Stunden in der Luft haengen. Gabs die noch?

  35. Furchtbares Geschreibsel in...
    Furchtbares Geschreibsel in Deutsch: hier!
    Vor allem ganz oben!

  36. Ach, um das...
    Ach, um das Hahnentritt-Hepburn-Kostüm beneide ich Sie, Kittykoma. Und recht haben Sie, nicht bei den HdK-Absolventinnen zu kaufen. Da findet man sich unversehens in etwas gewickelt, das an die von Frau Diener besungenen Kittelschürzen erinnert.

  37. Als unheilbarer Liebhaber...
    Als unheilbarer Liebhaber rostigen Eisens auf 4 Rädern kann ich nur Fritz B. Busch zitieren:
    „Wir kaufen Marken, Logos, Labels, Legenden und Lügen, vom Turnschuh bis zum Auto. Denn wir sind erfolgreicher manipuliert worden als der Elefant, der im Zirkus Handstand macht“.
    .

  38. " Escada-Das Ende eines...
    “ Escada-Das Ende eines Mythos“ steht heute auf den Plakaten der Zeitungskästen eines Münchner Schundblattes !!

  39. Sterngucker, nun gibt es ja...
    Sterngucker, nun gibt es ja zwei Arten von Legenden – die einen sind gelogen, und die anderen legendär. Es gibt Legenden wie den Bugatti T35, und manche, die behaupten, was immer sie verkaufen wollten, sei legendär. ich persönlich denke, es ist klug, sich an Legenden zu halten, hinter denen kein aktuelles Geschäftsinteresse mehr steht.
    .
    Don Ferrando, für das Bany-Schimmerlos-München ist das natürlich ein schwerer Schlag raus aus der Weltspitze von Stil und Eleganz. Erst MCM, dann Mooshammer, jetzt Escada. Es wird eng für die Gesellschaftsressorts.

  40. Sinnloser, oder auch...
    Sinnloser, oder auch sinnentleerter Luxus scheint wohl nicht mehr angesagt zu sein – ich finde, das ist ein Grund zum Feiern! Reduce to the max! Das Schlüsselwort für einen reichen und gesunden Lebensstil ist wohl mehr denn je die Integrität – sowohl die berufliche als auch die persönliche.

  41. Filou & Paulchen, es kann...
    Filou & Paulchen, es kann nicht jeder aussehen wie ein Berliner Blogunternehmer, sonst wäre die Welt sehr traurig. Habe mir gerade weiss-hellbraune Fullbrogues in Verona bestellt. Was besondere Jacken angeht: In jenen Tagen lieferte Byblos tatsächlich senfgelbe Torrerojacken mit schwarzen Stickereien aus, und Dolce&Gabbana hängten Beikristall an Damenoberteile, wie ein Kronleuchter. Mutige Zeiten. Und gut, es erlebt zu haben. Bright young things.
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    kittykoma, ich meinte in letzter Zeit durchaus so eine Art Trend zurück zu bemerken. Wie mich meine in diesen Dingen stets fachkundige Schwester wissen liess, haben englischsprachige magazone angesichts der Krise zum Stöbern nach 20 Jahre alten Dingen aufgerufen. Zumal die Kleiderschränke nach Jahren der Expansion überübervoll sind. So manche HdK-Selbstverwirklicherin wird schon noch merken, dass sich bei leerem Kühlschrank Selbstverwirklichung auch in Kundenwünschen spiegelt.

  42. laperla, gerade das...
    laperla, gerade das Escadapublikum, das in meinen Augen nur mittelwohlhabend und abhängig von Kapitalerträgen ist, sowie von Berufen, die nicht immer krisenfest sind – diese Leute werden sich nach unten orientieren. Ich bin ja der meinung, wenn H&M eine Linie für 40+ aufmachen würden, sie könnten verdienen ohne Ende.
    .
    prince Matecki, nach 10, 15 Jahren seigt sich dann doch, welcher Schneider Qualität hatte. Glücklich, wessen Körper in ähnlich guter Facon blieb. Ich selbst, nun… ein unerfreuliches Thema.

  43. gerade bei Veränderung der...
    gerade bei Veränderung der Körperform zeigt sich ein guter Maßanzug; der verzeiht nämlich gerne 3 Kilo rauf oder runter !!
    Ob Ihre zweifarbigen Fullbrohues noch vor Ende der Gartenpartysaison im Westviertel fertig werden?

  44. abf, natürlich ist das unfair...
    abf, natürlich ist das unfair – zumal sich beide Firmen irgendwann auseinander entwickelten. Aber zu meiner Jugend war das ein Ding, gerade in München. Und Wiesbaden ist exakt so ein Escada-Ort wie auch Rottach. Da geht das. Die Frage aber ist: Gehen Rottach und Wiesbaden? Irgendwie hat es Escada geschafft, sich diesen Ruf zu erarbeiten. Warum das so ist, ist nicht mein Problem.
    .
    tf14, ach je, Innovationen… Hermés und LV leben ganz gut mit einer Mischung aus modernstem Marketing und reaktionären Produkten. Das liegt teilweise an den Legenden und teilweise, weil ansonsten der Markt so ziemlich alles bereinigt hat. Man muss heute nur mal versuchen, einen normalen Lederkoffer zu kaufen, 80 breit, 60 hoch und 30 dick. Gibt es nicht mehr. Nur noch Rollkoffer, die angeblich so praktisch sein sollen. Naja. Wer das noch will, geht dann eben zu denen, die so etwas noch machen.

  45. Gestern waren wir auf wieder...
    Gestern waren wir auf wieder auf dem Weg von München zum Wörthersee und meine Frau las mir Ihren Escada Artikel vor. Es ist erstaunlich, denn unser anschließendes Gespräch darüber dauerte keine 15 Minuten – und endete bei Schustermann & Bohrenstein. Ach ja, bei Annas habe ich auch meine ersten Modekäufe getätigt und Byblos war damals wirklich lässig. Harry’s war natürlich der absolute Gipfel. Diese Mode war eben chic, heute finden wir es so peinlich, wie seinerzeit Schlaghosen. Andererseits war das Café Schwabing noch richtig cool und es gab auch noch das Nachtcafé wo meist Live Jazz gespielt wurde…
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    Prêt-a-Porter ist insgesamt einfach praktischer und meist modischer als schneidern zu lassen, bei entsprechender Qualität und Paßform versteht sich.
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    @Sterngucker, das mit den Labels war doch in seinem Funktionsprinzip zu keiner Zeit anders, im letzten Blog ging es bspw. um chinesisches Prozellan. Marken können ja auch sehr praktisch sein: wenn ich in die Läden meiner Lieblingsmarken gehe, finde ich einfach wesentlich schneller mehr Stücke, die mir gut gefallen.
    .
    @Don Alphonso, auch der gute Ettore wollte Autos verkaufen, doch waren sie damals zum Teil eben noch kompromisslose Patriarchen mit entsprechend grandiosen Produkten. Es gibt sie heute schon auch noch, diese Art Automobile, aber wenige und die müssen den Test-of-time erst noch bestehen…

  46. <p>Traurig! Aber eben leider...
    Traurig! Aber eben leider wahr…
    Ich habe diese fürwahr „goldige“ Zeit in München erlebt und auch in vollen Zügen genossen. Es war damals eine extrem lebensbejahende Grundeinstellung – eben auch zum Luxus in all seinen Facetten. Es war auch eine Zeit einer nicht mehr nachvollziehbaren Eleganz des geniessens unter Freunden in Münchner Restaurants, des SEHENS und GESEHEN werden. Damals waren Kochsendungen unbekannt – man(n) und frau gingen einfach gut essen und eben genießen. Noch heute habe ich Escada, MCM und Co.
    Don Alphonso oh wie seltsam, weshalb wird Escada nicht gerettet? Nun, weil wir in Deutschland leben, die Armut größer wird, Angst vor der Arbeitslosigkeit herrscht und Neid schon immer eine elemtare deutsche Eigenschaft ist. Punkt.

  47. Siehste: Und in Düsseldorf,...
    Siehste: Und in Düsseldorf, der unbestrittenen Modestadt, hatte man damals Geschmack, denn am Escada erkannte man auf der Kö die Provinztusse aus Bergheim, Mettmann oder Velbert ;–)) Die dachte ja fälschlicherweise, das trägt man da.

  48. bewohner der escadagalaxis bei...
    bewohner der escadagalaxis bei h&m? ein sicherer schritt in richtung sozialer tod? wenn die escadatäschchen keinen herbeizuführen vermochten, dann wird es die sonnenbrille von h&m auch nicht tun. & wer weiß ob es in dieser galaxis jemals das leben gegeben hat. ich kenne zumindest keinen, der sich freiwillig dahin gewagt hätte, um es zu überprüfen ;)

  49. Es sei mir hoffentlich...
    Es sei mir hoffentlich gestattet, aber Leider muss ich sagen, dass dieser Beitrag mir wahrscheinlich ebenso wenig in Erinnerung bleiben wird wie Escada. Die BILD hat ihre letzte Seite, in der FAZ würde die dann wohl so aussehen.

  50. Jaques Bagios, man könnte ja...
    Jaques Bagios, man könnte ja auch so argumentieren: Mit einem Koffer von LV gibt man einem französischen Handwerker zwei bis sechs Tage (deutsche Rechnung) oder ein bis zwei Monate (französische Realität incl. Streiks, Managerfolterung, Randale gegen die EU) Lohn und Brot, und ausserdem ist das LV-Leinen auch tierschonend, da kein Leder.
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    Oder man könnte einfach sagen: Nach 50 Jahren geht LV, und nach 100 Jahren auch grünes Krokodil: http://gig.antville.org/stories/1905991/
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    Merc B., ich finde ja, dass dieses Merkel Escada ganz vorzüglich steht, und das von Jahr zu Jahr besser.

  51. anderl, es gibt nun mal auch...
    anderl, es gibt nun mal auch Nichtigkeiten, über die man reden kann. Ich halte das hier ohnehin nur für Geplauder im Internet.
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    mawu, ich hoffe, die Dame hat sich amüsiert. Das nachtcafe war wirklich fein und gewann natürlich durch die damals – für München mehr als peinliche – Sperrstunde. Da konnte man wenigstens so tun, als sei München mehr als ein Vorkaff von Ebersberg.

  52. Oliver, mein Basset Basset...
    Oliver, mein Basset Basset Griffon Vendéen erschauderte ohnehin seit Jahren immer dann, wenn wir mal gelegentlich in Frankfurt Ecke Fressgasse und Rathenauplatz an den Escada-Schaufenstern vorbeiliefen und sein Blick auf die dekorierten Felle vierbeiniger Artgenossen fiel.
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    Na ja, vielleicht gibts ja an dieser exponierten Stelle bald wieder einen Weihenstephan, wo man mal wieder wie früher, Samtags genüsslich etwas herumbayern kann, bei echter Frankfurter Weisswurst… Träum…
    Plauschiger Beitrag, wie wahr.
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  53. @Don Alphonso: Dass Geschmack...
    @Don Alphonso: Dass Geschmack und nichtkapitalertragsabhängiger Wohlstand mit einander zu tun haben könnten im Sinne ‚Je situierter, desto geschmackssicherer‘ möchte ich arg bezweifeln. Nirgendwo sehe ich grausamer bonboniereartig gekleidete Damen als beispielsweise auf den Salzburger Festspielen und auch die Herren auf Golfplätzen im Münchner Voralpenland oder bei kleinen privaten Feiern sind häufig bis zum Mitleid gockelhaft goldbeknopft. Natürlich gilt das nicht für jeden und jede, aber die die Maximilianstraße entlang flanierende botoxgestraffte und steinbesetzte Grande Dame mit Pudel im Pradatäschchen und Dünkel im Gesicht ist leider ebenso kein Vorurteil wie die ewigen Stinktiersträhnchen in den Haaren der Görlitz- und Leipzigbewohnerinnen.

  54. "Natürlich gilt das nicht...
    „Natürlich gilt das nicht für jeden und jede, aber die die Maximilianstraße entlang flanierende botoxgestraffte und steinbesetzte Grande Dame mit Pudel im Pradatäschchen und Dünkel im Gesicht…“
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    @ Ephermeride, na na, als Student Anfang der 70er wusste ich das dort im Gegensatz zu meiner damals noch recht provinziellen Heimatstadt am Main vorherrschende Brauchtum derart veredelter Geschosse manchmal sehr wohl zu schätzen, sich nach einem netten Abendessen angemessen zu bedanken. Alte Hühner geben bekanntlich eine verdammt gute Suppe.
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  55. Ephemride, die...
    Ephemride, die Maximiliansstrasse muss man wie einen Zoo des 19. Jahrhunderts betrachten, wo man auch Bestien zwischen Mensch und Tier ausstellte. Und bitte keine Schwellenangst, die Damen aus saudischen Gefielden und deren ungezogene Blagen kennen das auch nicht.
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    Und Sterngucker, wenn ich wählen müsste, ob nun das aufgespritzten Trüffeltortenschwein oder die in jungen Jahren angefaulte Frucht des ostdeutschen Steinapfelbaums – nun, wir hatten in der Familie auch einen kunstfliegenden Eintänzer, dem die erste Alternative besser behagte, und ich denke, ich war ohnehin zu lange schon in Berlin.

  56. laperla, zumindest klaut dem...
    laperla, zumindest klaut dem Vernehmen nach H&M nicht weniger dreist als Escada. Insofern wäre es nur logisch, wenn man den Stil schäzt, einfach weiterzugehen zum nächsten Freund der Inspirationen durch andere Leute aus Paris und Mailand.
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    Rainersacht, irgendwo habe ich noch die Bilder von der Lesung an der Kö, und dem silbernen Rolls Royce mit Pelzfrau daneben. Düsseldorfer Kennzeichen.

  57. Nein ist das aber auch...
    Nein ist das aber auch ununterhaltsam hier.
    Was dem einen die erhoffte Ewigkeit in Form von alpinen Bergen, dem anderen die östliche Seen sind usw. ist anderen wertvolles Gut. Vielleicht: alt muß es sein; Refugiumcharakter beruhigt ungemein, auch barocker, vermittelt dieser in seiner exhibitionierten Form ein doch beruhigenderes Lebensgefühl inmitten von hektischer Klima- und Wirtschaftskrise. Wenns geht, hat das Zeug ewig zu halten. Dafür ist man bereit Unsummen auszugeben. Geld kommt von Gold und Gold verspricht auch ewig zu halten. Früher hatte man zur seelischen Beruhigung einen Ablaß gekauft. Ich denke, die Familie Medici fing professionell an, mit wertige Sachen überteuert zu handeln. Und bums, fertig war der Kunst- und Modemarkt. Eine etwas andere Ware, eine, an die Glaube und Hoffnung verknüpft sind.
    Für meinen Teil, lieber Don, warte ich sehnsüchtig (denn wer will denn bereits am Ziel sein) auf ein neues bürgerliches Thema in diesem Blog der gesellschaftlichen Stützen und freue mich darauf.
    herzlichst

  58. Ich habe einen guten...
    Ich habe einen guten Bekannten, der vor Jahren schon einmal befürchtete, einen Anbau planen zu müssen ob der Massen an samstäglich von der Herzallerliebsten nach Hause speditierten Tütchen mit Escada und anderen bankkontomordenden Labels drauf. Und das bei einem Bodenrichtwert von 1.800,00 Euronen pro 100x100cm… grrrr
    .
    Wenn seiner Angetrauten jetzt die Klamotten nach und nach ausgehen, kann er vielleicht aus dem Schrankzimmer wieder mal so ein richtig gemütliches Billardzimmer machen…

  59. @prince Matecki
    Meines Wissens...

    @prince Matecki
    Meines Wissens titulierte der Volksmund das von Friedrich Wilhelm I. gekaufte Regiment als „die Porzellandragoner“. Die Verknüpfung funktionierte aber nicht nur in diese Richtung. In Sachsen wurden die Artefakte nämlich die „Dragonervasen“ genannt.
    Zum Thema Mode sei angemerkt, dass wohl auch andere Unternehmen leiden. So will Brioni jetzt T-Shirts verkaufen – das gibt zu denken!!

  60. klar, don, die...
    klar, don, die chefarztgattinnen und wiesbaden. irgendwie ist das schon ne ziemlich praezise positionierung und markenidentitaet. – insofern, und das war eh klar, werden wir escada im weltmarkt auch nicht verlustig werden. wenn die assets vom insolvenzverwalter versilbert werden, dann werden marke und markenrechte nicht deshalb aus der auktion rausgehalten, weil wir sie hier feuilletonistisch beerdigt haben.
    insofern. auch dieser totgesagten mag ein zweiter fruehling beschieden sei. in irgendeiner holding etwas oestlich der heimat.

  61. @Harry: spätestens seit sich...
    @Harry: spätestens seit sich Empokömmlinge aus Lemgo in Brioni mit Zigarre ablichten ließen, ist die Marke doch durch.

  62. @Harry S. in der Tat, wobei...
    @Harry S. in der Tat, wobei der preußische Volksmund ohnehin nie viel Mitleid mit Dragonern hatte:
    „Dragoner – halb Mensch halb Vieh
    aufs Pferd gesetzte Infantrie“
    hieß der Spruch
    (Dragoner waren zwar schwere Kavallerie, aber im Gegensatz zu Kürassieren und Ulanen, erst recht Husaren neben dem Degen oder Säbel ((Kürassiere hatten den Pallasch)) und der Pistole auch mit einem Gewehr bewaffnet und in den Grundzügen der Infantrietaktik ausgebildet – das geht ja nun schon mal gar nicht. Selbst der brandenburgische Bauernjunge, wenn er schon Kavallerist wird, will wenigstens wie Ziethen aus dem Busch reiten.
    Jetzt muss ich aber das Monokel festklemmen und weitermachen im Dienst.

  63. ohne zweifel, da haben sie...
    ohne zweifel, da haben sie vollkommen recht, lieber don alphonso. meines erachtens jedoch gibt es da einen kleinen unterschied: das dreiste & billige kopieren gehört zum unternehmenslogik bei h&m & es wird nicht so getan „als ob“.
    wie das bei escada aussah, nun ja, da kenne ich mich zu wenig aus und ich muß zugeben: ich bin nicht unbedingt erpicht darauf mehr darüber zu erfahren ;)

  64. Don, der Emporkömmling stammt...
    Don, der Emporkömmling stammt gar nicht aus Lemgo: http://de.wikipedia.org/wiki/Mossenberg-W%C3%B6hren

  65. @ DocSnugg: war mir bekannt....
    @ DocSnugg: war mir bekannt. Ich habe deshalb Lemgo geschrieben, weil mir ein Cousin eine herrliche Anekdote über einen Einkauf in besagtem Eisenwarengeschäft erzählte !

  66. Ich weiss garnicht warum immer...
    Ich weiss garnicht warum immer auf der Firma MCM herumgeritten wird. Ich kann nicht wirklich sagen, dass mir in den 80ern das auffällige, schweinslederne MCM auftreten gefallen hat, aber als ich vor einiger Zeit in einer Buchhandlung bei Firmengeschichten die „Michael Cromer München Story“ sah, bekam ich interesse und muss heute sagen das dies für mich der spannendste Wirtschaftskrimi überhaupt ist. Wie diesem naiven Herrn Cromer sein von null aufgebautes Imperium genommen wurde ist sehr traurig. Nicht Cromer ist mit MCM pleite gegangen… MCM wurde pleite saniert. Warum wird immer abfällig über eine Firma gesprochen, die mal weltweit eine Größe war?

  67. Don Ferrando, lassen Sie sich...
    Don Ferrando, lassen Sie sich nicht lange bitten!

  68. @ Venator: ich glaube, Herr...
    @ Venator: ich glaube, Herr Cromer ist zu seiner Flucht in die Schweiz von niemanden gezwungen worden – oder irre ich mich?

  69. Don, gestatten Sie einen...
    Don, gestatten Sie einen Nachtrag zum gestrigen Geplauder über Journalismus und Reklame. Es liegt mir fern, Ihre Integrität als Journalist und Autor in Frage zu ziehen – Was Sie dazu mitgeteilt haben ist so unüblich wie respektabel.
    Aber da Sie sich schon der Mühe unterzogen, den zitierten Beitrag von W. Peters bis zum Ende zu lesen: Ist Ihnen nichts aufgefallen?
    Oder besser anders: Der erste (Sie erinnern sich) Satz ging etwa so: „Die Lebenslust der Barock kommt in 5,4 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h ….“
    In welchem Zustand hinterlässt der Gebrauch in einem solchen Satz das Wort Barock, oder das Wort Lebenslust ? Ausgelaugt, völlig entkräftet, farblos bis zur Bedeutungslosigkeit, und damit auf mittlere Sicht bar jedes weiteren (Reklame-) Werts.
    Weitere Worte, die dieses Schicksal nach dem par force Ritt des Kollegen Peters teilen: Luxus, standesgemäß, bayrisch, Tradition, (die) Besten, Genuß, Kultur.
    Und wer regeneriert diese Worthülsen zum abermaligen werblichen Gebrauch? Weite Teile Ihrer Texte sind gerade Angesichts Ihrer mehrfach vorgetragenen PR-Schelte zu reklamekompatibel.

  70. Um kurz zu antworten: So ist...
    Um kurz zu antworten: So ist halt mein Charakter, weil ich so bin. Werbung täuscht das vor. Also ist es charakterlos.
    .
    Abgesehen lebt dieses kleibe Projekt nicht vom Verkauf eines angenehmen publizistischen Umfelds, sondern vom Beimischen diverser Geschmäcker, die das alles keinesfalls rundum erstrebenswert erscheinen lässt. Nur nach Torten wurde ich bislang gefragt, nie aber nach Wohnraum am Tegernsee, Erziehungstipps und Tsetfahrten im BMW. Ich denke, die Leser wissen um die Untauglichkeit meines Lebensentwurfes, falls man nur eine Kleinigkeit ändert, und die Firmen wissen um die Arsenkapsel, um die sie bitten würden, wenn sie mich anfragten.
    .
    So gesehen ist das alles sehr einfach. Ein Mann, eine Meinung, ein Blog. Nicht mehr und nicht weniger. ich bin, wie ich bin, und was andere tun, ist deren Problem. deshalb wohne ich ja auch in Wohlstand am Tegernsee. Und die Werber nicnt.

  71. Venator, weil ein Produkt...
    Venator, weil ein Produkt nicht nur aus einer grossen Firma kommt und von einem Unternehmer gestaltet wird, der gern auch schillernd sein kann – sondern auch durch die Nutzer definiert wird. Ob und in wieweit Herr Cromer um sein Lebenswerk gebracht wurde, ist nochmal eine andere Frage, aber er ist nicht nur geflohen – es gab auch ein entsprechendes Urteil. Das macht es etwas schwer, in Mitleid zu zerfliessen.

  72. @ Doc Snugg: Zu gefährlich....
    @ Doc Snugg: Zu gefährlich. Dieser klagt gerne auf Unterlassung
    @ Don Alphons: Ihr wurdet auch nach einer Teekanne gefragt, habt aber brüsk abgelehnt.
    Was den „Barock“ im Fahrtbericht angeht, so versucht der Autor womöglich einen Bezug zum Ahnherrn des 7er herzustellen, nämlich zum wunderschönen BMW V8, der gelegentlich auch „Barockengel“ genannt wird!
    http://fotoalbum.wdr.de/data/media/78/BMW_V8.jpg
    Ein Auto, bei dem man noch mit Lederkoffern verreiste !

  73. Don F, ein Tippfehler nicht...
    Don F, ein Tippfehler nicht der Barock sonder des Barock.
    Dennoch: Der V8, bei dem bekanntlich ein allzu pompöses Blechkleid die schon seinerzeit völlig veraltete Vorkriegstechnik kaschieren musste, könnte schon Vorbild für das im Text beworbene Produkt gewesen sein. Ein etwas wattiges Fahrverhalten scheint jedenfalls beiden gemein zu sein.

  74. Don, ich dachte, Sie täuschen...
    Don, ich dachte, Sie täuschen Sich auch vor. Also …

  75. @Don Alphonso: Lt. Urteil hat...
    @Don Alphonso: Lt. Urteil hat Herr Cromer ca. 800.000,00 DM!!! Steuern hinterzogen. 2 mal wurde er angezeigt. Erst waren es angeblich 60 mio, dann 110 mio. Durch die lange Bearbeitung der Finanzbehörden standen viele Mitarbeiter auf der Strasse und Steuereinnahmen von MCM gibt es auch nicht mehr

  76. noch eine dringende stilfrage:...
    noch eine dringende stilfrage: unterhalb welcher einkommensgrenze, lieber don, liebe mitdiskutanten, bin ich verpflichtet, mir gefaerbte straehnchen in die haare zu machen?
    http://www.faz.net/s/Rub28EF38B483C94193A70B58D41ADA26A4/Doc~E3BB08A37FA3C4E1D9F276009B2FBE241~ATpl~Ecommon~SMed.html

  77. Don Alphonso (zur Seite):...
    Don Alphonso (zur Seite): Grundgütiger! (laut) Das muss am TV-nahen Medium liegen.

  78. Nicht nur über 2000 Menschen...
    Nicht nur über 2000 Menschen verlieren Arbeit.Im Untergrund sitzen italienische,
    slowakische Frauen an Küchentischen,die den Gesäßtaschen der Hosen den
    Strass verpassten-jedenfalls weiß ich es von Armani sicher.
    Mir gefiel immer besonders die Vorstellung,dass die Kundinnen etwas tragen,was die Bäuerin so zwischendurch zwischen Pasta und Hühnerschlachten,
    gefinished hat.
    Escada hatte sicher ähnliche Verfertigungsstätten.

  79. Oh Gott Escada...wen...
    Oh Gott Escada…wen interessiert denn bitte heute noch Escada ? Don, Sie schweben seit ca. 4 Artikeln ( mit Crna Gora als Ausnahme ) auf dem Level von untersetzten, schüchternen….Internetusern, wie sagen Sie „Jetztversagern“.
    Sie haben das Münchner Nachtleben überlebt, die schlechtriechenden Berliner mit Bravour hinter sich gelassen, 100000 Bücher im Kopf, Adrenalin im Blut & Schaum vor dem Mund. Wo ist das fette Schwert in der Hand ? Gerade jetzt vor der Wahl, wo gelogen wird, dass sich die Balken biegen. Und wenn´s einer kann dann Sie !
    Bitte jetzt keinen Artikel über die richtigen Bügelfalten in schottischen Streifenhemden…

  80. @ Don Alphonso: Und mein TAC...
    @ Don Alphonso: Und mein TAC 02 ist noch nicht vollständig! Und das Arkadien auch nicht….. Dass sich hier kein Retter findet…. ist doch immerhin ein Stück europäische Kulturgeschichte.
    .
    @Prince Matecki: Vielen Dank für die Ergänzung und diese Vorsetzung der Geschichte, die ich noch nicht kannte. Das ist ja bezaubernd: das Porzellanregiment, das bei der erstbesten Gelegenheit wieder gen Sachsen floh. Wunderbar.

  81. ...ich glaube, ich bin einfach...
    …ich glaube, ich bin einfach ein echter Fan von Ihrem Zwillingsbruder, dem Rebellen ohne Markt. Und weil der so genial ist, mag ich seinen Bruder auch.

  82. abf, lassen Sie sich nichts...
    abf, lassen Sie sich nichts von dieser Person Richter erzählen. Auch einer von denen, die komisch sein wollen, es aber nicht können. Sowas findet man normalerweise nur im Bürgerfernsehen/Offener Kanal. Da ist mir ja sogar sowas lieber: http://www.youtube.com/watch?v=qU4I00s25ho

  83. Don schrieb:

    "So gesehen ist...
    Don schrieb:
    „So gesehen ist das alles sehr einfach. Ein Mann, eine Meinung, ein Blog.“
    Und das ist alles, was zählt. Deswegen lese ich das hier.
    Nicht immer mein Mann, nicht immer meine Meinung, aber geradeaus.
    I beg to differ. Aber hier muss man sich zumindest dafür Mühe geben.

  84. Venator, 800.000 DM ist auch...
    Venator, 800.000 DM ist auch nicht gerade nichts.
    .
    poisson, mal andersrum gefragt: Warum glauben Sie, hat mich die FAZ angeheuert? Ich glaube nicht, dass Leser so naiv sind und aus meiner Person ableiten, dass alles andere über jeden Zweifel erhaben ist. Nichts ist unangezweifelt, ich nicht und alles andere auch nicht. Das ist die Grundlage des Spiels, und ich hätte einfach keine Lust, mich auf ein glitschiges 7er-Parkett zu begeben.

  85. kleinerberg, meine Quasten in...
    kleinerberg, meine Quasten in dieser Wohnung sind so entstanden; in Italien gilt das als Qualität, im Vergleich zu Fernost. Aber die Kundinnen von Escada werden sich eine andere Marke suchen, wer weiss schon, in welchem calabresischen Kaff…
    .
    miner, ich meinte anhand einer Marke etwas über eine Klasse zu erzählen; weniger über Marke. Die besagte Firma eignete sich einfach, um im Kleinen das Grosse zu sehen. Morgen geht es übrigens um Zwetschgendatschi, an dem man die Geschichte von steigendem Kulturgut und fallender Kulturkompetenz gleichermassen erzählen kann.

  86. Über die Dragoner gibt es...
    Über die Dragoner gibt es hier einiges nachzulesen: http://www.tilsit-ragnit.de/tilsit/ti_dragonerregiment.html
    .
    Interessant dürfte auch dieser Teil über das „Porzellan-Regiment“ sein: „Die Uniformierung des Wuthenau-Regimentes bestand aus weißen Röcken mit hellblauen Abzeichen. Scherzweise wurden die Wuthenau-Dragoner damals als „Porzellan-Regiment“ bezeichnet, eben der Uniformfarben wegen. Es gibt aber auch eine weitere Version für die Ableitung der Bezeichnung „Porzellan-Regiment“ nämlich aus der Tatsache heraus , daß der Preußenkönig als Gegengabe für die Soldaten an König August ein wertvolles Porzellan- und Bernstein-Kabinett sandte.“
    .
    Also liebe hier versammelten Experten, könnten Sie sich mal einigen, wie es denn jetzt wirklich war?

  87. Georgina Darcy, beim Thema...
    Georgina Darcy, beim Thema Glas bin ich ja ganz bei den Franzosen von Baccarat.
    .
    Doctor Snuggles, was mich ja mal interessieren würde – wi9e kommt man an all das Videozeug? Gibt es da Mailinglisten? Geheime Foren, wo die Links ausgetauscht werden?

  88. schusch, es ist auch nicht auf...
    schusch, es ist auch nicht auf Zustimmung geschrieben, ich bekomme genug Zuschriften unerfreulicher Art, keine Sorge. In der Einleitung der Blumen des Bösen handelt Baudelaire viele Irrungen und Sünden ab, um dann zum Schluss auf das Schlimmste zu sprechen zu kommen: Den Überdruss. Und genau das gedenke ich nicht zu vermitteln, wenn möglich. Alles andere – darüber kann man reden.

  89. Zwetschgendatschi,...
    Zwetschgendatschi, Zwetschgendatschi,…dann soll´s halt so sein. Der Bruder vom Rebellen darf auch über Zwetschgenkuchen usw. schreiben….ist ja schliesslich der Bruder.
    Und wie´s sich gehört, freu ich mich drauf es zu lesen.

  90. Don,

    Sie wissen, was Sie hier...
    Don,
    Sie wissen, was Sie hier tun. Es geht Ihnen um Haltung. Und deswegen sollte Sie genauso meine Anerkennung ertragen können wie auch die Anfeindungen anderer. Und ich hoffe, dass Sie das tun.
    In meiner Jugend nannte man mal so eine Haltung „Punk“. Ist nicht Ihr Ding, mag auch ein wenig weit hergeholt sein, ich sehe da Ähnlichkeiten.
    Ich bitte darum, dass Sie sich als Kunstfigur weiterhin Haltung erlauben, wenn schon echte Menschen damit Probleme haben.
    Es erhält uns immerhin die Illusion, Rückgrat haben zu können.
    Beste Grüße,
    schusch

  91. Lieber Don, ich bin ja nicht...
    Lieber Don, ich bin ja nicht nur hier aktiv, sondern auch noch in anderen Foren. Da stößt man schon mal auf die eine oder andere „Perle“ aus den Tiefen der Menschheit. Manches kommt auch per Email zu einem. Sie wissen ja: wer nichts zu sagen hat, der sagt es meistens laut und schrill. Und youtube ist dafür eine perfekte Plattform. Sogar andere Teile der Welt findet man dort. Wahrscheinlich kennen Sie schon den „indischen Michael Jackson“? Falls nicht, hier ist er: http://www.youtube.com/watch?v=0HpKe1lUo5I

  92. @ Don Alphonso: Ich bin gerade...
    @ Don Alphonso: Ich bin gerade etwas irritiert: Baccarat hat jetzt aber nicht Insolvenz angemeldet und ich habe das nicht mitbekommen, oder? Auch wenn mir persönlich zwar Moser lieber ist, würde ich das doch bedauern.

  93. Oder, auch großartig: die...
    Oder, auch großartig: die Glasentwürfe von Pavel Janak.

  94. Heimwerkerinnen sind sowieso...
    Heimwerkerinnen sind sowieso gut.
    Nur wenn die für ganz kleine Unternehmen arbeiten,fänd ich`s besser.
    Ein Artikel in der Haz über die Designerin isabel Toledo( sie näht auch für michelle Obama hat mir gefallen. Isabel Toledo bezeichnet sich selbst als Näherin.
    Wer braucht schon diese Massen-kleine Serien täten der Welt viel besser.

  95. schusch, ich mache mir...
    schusch, ich mache mir generell um sowas keine besonderen Gedanken. Im Kern benehme ich mich etwas daneben, bin indiskret und schreibe das auf. Es gibt immer wieder welche, die mir dann das baldige Ende vorhersagen; es kam halt nicht. Menschen wollen reden, das ist das ganze Geheimnis.
    .
    Doctor Snuggles, ich lenke meine Schritte durchs Internet so, dass ich es am Ende genauso ignorant verlasse, wie ich es betreten habe. Insofern weiss ich nicht mal, welche Vereine in der Bundesliga sind, wer Talkshows moderiert und was das überhaupt für Leute sind.

  96. Georgina Darcy, nein, Baccarat...
    Georgina Darcy, nein, Baccarat scheint es gut zu gehen. Ich wollte damit nur sagen: Dank einiger Erbgänge und drei mal sehr, sehr viel Glück auf Fklohmärkten habe ich eigentlich alles von Baccarat in mehr als dreifacher Ausführung. Und ich mag nun mak den Schälschliff dieser Gläser, selbst wenn die Formen für Rotwein nicht unbedingt aktuell sind.
    .
    Kleinerberg, so etwas hat die kleine, dumme Stadt an der Donau auch:
    .
    http://www.bonk-mode.de/
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    Bitte nicht nach den Bildern auf der Website gehen, die Frau hat durchaus Gefühl für Körper und Stoffe.

  97. @kleinerberg: Das muß ich...
    @kleinerberg: Das muß ich Ihnen ausnahmsweise völlig Recht geben. Letztlich sind Designer einfach nur prätentiöse Schneider. Daß mir jetzt bitte keiner mit den übligen „Kreativität – Entwurf – intellektuelle Leistung“- Argumenten kommt, mit denen diese Leute sich anmaßen, die neuen da Vincis des 21. Jahrhunderts zu sein – das ist doch alles völlig lächerlich. Darüber hinaus auch: was ist das denn für eine bessere Gesellschaft, die sich von ihren Schneidern, Hut- und Koffermachern erzählen läßt, was Stil, Eleganz und Geschmack ist? Am französischen Hof, so glaube ich mich zu erinnern, war es immer die maitresse en titre, die letztlich wichtigste Dame der Hofgesellschaft, die Fragen des Stils entschied. Und offen gesagt, würde ich es lieber sehen, wenn eine Frau vom Format der Athénais de Montespan bestimmen würde, was Geschmack ist, und nicht fragwürdige Gestalten wie Karl Lagerfeld.

  98. Also, das Dragonerregiment Nr...
    Also, das Dragonerregiment Nr wurde 1717 gegründet und einem Oberst v Wuthenow verliehen ( aus der Geschichte hatte Fontane vermutlich seinen Namen für die Novelle „Schach von Wuthenau“).Nach den Organisationsprinzipien des klg. preuss. Heeres war der Betrieb eines Regimentes Sache des Obristen und der Kompaniechefs bzw. bei der Kavallerie der Schwadronschefs („Escadron“ ). Diese handelten wie Unternehmen, d.h. die Finanzierung wurde über einen Festbetrag der Krone und den Einkünften ( Verleih der Soldaten zu Feldarbeiten, bei der Kavallerie auch der Pferde in übungs- und Feldzugs- freien Zeiten!) durchgeführt. Dementsprechend war es vermutlich ein „Dreieicksgeschäft“ zwischen dem Regimentskommandeur (neu) auf der preußischen Seite, dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm dem 1en und dem sächsischen König. Über den Mittelsmann wurden die Vasen (und vermutlich weiteres Porzellan) ausgetauscht, dafür den Soldaten mitgeteilt sie bekämen nun neues „Quartier“, Abmarsch, neue Uniformen und schon entstand ein neues preussisches Regiment. Vom König von Polen, Kurfürst von Sachsen, August dem IIen, waren die Soldaten vorher entlassen worden. Wechsel des Dienstherren kamen bei den Offizieren regelmäßig quer durch Europa vor, noch der ältere Moltke wechselte im 19. Jahrhundert aus dänischen in preußische Dienste. Für die sächischen Soldaten war es auch kein „Verkauf“ wie später der hessischer Truppen an die englische Krone im US-Unabhängigkeitskrieg. Die Tatsache dass der Wahlkönig von Polen nur unter sehr restriktiven Bedingungen des polnischen Adelsparlaments stehende Truppen halten durfte und das Kurfürstentum Sachsen mit dem Unterhalt einer großen Armee (neben der Kunst- Bau- und sonstigen Unterhaltspolitik Augusts) überfordert gewesen wäre hätte sonst zur Demobilisierung dieser Soldaten in die Arbeitslosigkeit geführt. Wiewohl das „Reglement“ bei Preußens streng war, waren nach Maßstäben der damaligen Zeit die Fürsorge und die Verpflegung besser als sonst üblich. Auch die Todesstrafe wurde in der altpreußischen Armee deutlich seltener verhängt als etwa in Frankreich (daher der Spruch „so schnell schießen die Preußen nicht“, im Gefecht schossen die dank Drill schneller als alle anderen, in der Regel 3 preußische Gewehrsalven auf 2 österreichische, französische oder russische).
    Später wurde mit der von General Seydlitz (siehe Fontane, der auch ein Gedicht über ihn geschrieben hat) betriebenen Entwicklung der unterschiedlichen Arten der Kavallerie zur schweren Einheitskavallerie aus diesem Regiment ein Kürrassierregiment.
    Ich hoffe damit der militärhistorischen Neugier gedient zu haben.

  99. Werter Don, ich wollte Sie...
    Werter Don, ich wollte Sie keinesfalls zu einer Rutschpartie verführen. Beim Schönheitschirurgen zu Gast, redet man auch nicht über das verwüstete Dekollete von dessen Gattin.
    Aber nachdem ein Leser-Beitrag sich nicht entblödete ausgerechnet ein abgeschmacktes „wunderschön“ (Vermuteter Verwendungsnachweis: Musikantenstadl) zur Rehabilitation des beworbenen Produkts aufzubieten, konnte ich nicht widerstehen – mea culpa.
    Zu Ihrer zurückgegeben Frage habe ich vorläufig allenfalls eine Vermutung: Als Hofnarren.

  100. Hofnarren werden aber schnell...
    Hofnarren werden aber schnell bedrohlich, wenn ihnen in den Kommetaren die Leute nachlaufen, zigmal mehr als den grossen Hofmarschallen.

  101. na, bei der bedrohlichkeit der...
    na, bei der bedrohlichkeit der hofnarren bin ich mir nicht so sicher. wem sollten die denn zuleibe ruecken. dem sz-magazin? dem nzz folio? – nein, ich find das schon ganz ordentlich, wenn die faz son paar burschen – richter gefaellt mir gut und seine printbeitraege sind von sachkenntnis und sprachfreude gepraegt – im netz die maulkoerbe abnimmt. – das erschliesst sich nicht immer gleich, osziliert mitunter provokant, aber das schad ja nix. – nen bisken dada, nen bisken simplizissimus, nen bisken experimentell und open end… – ich jedenfalls hab schon lange nicht mehr die sz angeklickt (oder in papier gekauft). – high profile brand building. funktioniert doch.

  102. abf, ich verrate kein...
    abf, ich verrate kein Geheimnis, wenn ich erwähne, dass es Begehrlichkeiten anderer Häuser in Verbindung mit nicht unschönen finanziellen Angeboten gibt. Und bei der neuen Kolumne „50 Zeilen“ des SZ-Magazins kann man sich schon fragen, ob die sich nicht vom Blog „Ding und Dinglichkeit“ haben inspirieren lassen. ich glaube, dieses Blog hier funktioniert nicht wegen ausgebuffter Zielgruppenanalyse, sondern einfach, weil es eine Bürgerlichkeit zum Thema hat, die selbst nicht mehr zwingend so ist, wie man sich das vielleicht in manchen Teilen der Redaktionen und Parteien noch vorstellt. Deshalb sehe ich aber auch nicht, wie so etwas bei der SZ und ihren Studienräten oder den vertriebenen Ostossis der Zeit funktionieren sollte – selbst wenn man dort sicher auch nachdenkt, wie man im Wettbewerb bestehen kann.

  103. was eigentlich
    ist aus etienne...

    was eigentlich
    ist aus etienne aigner geworden?

  104. dito....
    dito.

  105. Lieber Herr Alphons,
    nichts...

    Lieber Herr Alphons,
    nichts gegen die Beschäftigung mit Luxus und Moden.
    Aber ist Escada wirklich einen ganzen Artikel wert?
    Und dann noch 100.000 kulturkritische Beiträge Ihrer Leser?
    Escada war einfach immer C&A für Besserverdienende, herzförmige Goldknöpfe an nachgemachten Blazern, einfach nicht der Rede wert.
    Genauso MCM.
    Und auch LV. Man hat keine fremden Monogramme irgendwo d’rauf.
    Und auch keine eigenen. Sonst denkt ja jeder, daß man die Plünnen in die Wäscherei geben muß, weil man kein Pesonal hat.
    .
    Und eigentlich sollte man über Kleidung nicht so arg lange reden, das wirkt sehr prätentiös.
    .
    Beste Grüße aus Berlin, hs.

  106. Hugoservatius, natürlich...
    Hugoservatius, natürlich sollte man nicht darüber reden. Aber dieses Blog macht sich ja gerade den Spass, über die Dinge zu reden, über die man nicht reden sollte. Weil man so die Gesellschaft erklären kann, wie sie ist. Ansonsten würde sie wirken, wie sie wirken wollte, und das kann ich ihr nach all den dekaden, da ich sie erdulde, nicht durchgehen lassen.
    .
    (Bei Vutton haben mich die Geschichten immer angezgen. Ich mag gute Geschichten)

  107. Lieber Herr Alphons,
    stimmt....

    Lieber Herr Alphons,
    stimmt. Escada ist für die Beschreibung der Zahnarztgattin aus Dortmund natürlich bestens geeignet, dann gehört aber ein Besuch bei Gunther Lambert genauso dazu wie der Mercedes 500 SL, alles eine Liga, mein alter Herr pflegte solche Leute immer mit dem Begriff „akademisches Proletariat“ zu bezeichnen.
    LV ist da schon eine andere Liga, aber wirklich weniger wegen der Produkte als wegen der Geschichte (und dem Anzeigenmotiv mit Coppola und seiner barfüßigen Tochter…).
    .
    Sonnige Grüße aus dem verschlafenen Preußen, hs.

  108. Kleines Update zum Thema: die...
    Kleines Update zum Thema: die Investoren stehen Schlange. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,644121,00.html

  109. Ich wäre ja nicht...
    Ich wäre ja nicht überrascht, würde die bayerische Staatsregierung auch was für die Rettung des Modestandorts München tun. Wo doch Ministersgattinnen nicht in das Zeug von Prada passen.

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