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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Das Auseinanderbrechen der Gesellschaft am Zwetschgendatschi

| 142 Lesermeinungen

Oft sind es ja die kleinen Dinge, die unscheinbaren Verbindungen, an denen sich die Risse in der Gesellschaft am deutlichsten zeigen, wenn man nur genauer hinschaut. Zwetschgendatschi war immer eine einigende Erfahrung aller Kinder; zumindest in meiner Jugend, als es in dieser Jahreszeit keine bessere Möglichkeit gab, die Last der übervollen Bäume zur Last der übervollen Mägen zu machen. Für mich hat sich das nicnt geändert, aber andere müssen zahlen - wenn sie überhaupt noch in den Genuss kommen.

„Sturm auf den Korb, und rette sich, wer kann, ohne jede Rücksicht auf die Kinderstube!“ rief Gasparino Salvo und gab das Beispiel.
Luigi Pirandello. Einer nach dem anderen

Ich war gerade beim Bäcker, sagte meine Frau Mama. Da wurde mir Zwetschgendatschi angeboten. Sonderangebot. Du wirst es nicht glauben: 4 Euro 20 für zwei Stückerl. Und die waren winzig!

Ich weiss, sagte ich. Letzthin hörte ich, dass man in München für ein Stück 3,20 Euro verlangt. Unglaublich.

Und so fuhr ich dann also zu meiner Mutter ins alte Westviertel und machte Zwetschgendatschi, musste aufgrund der Unmengen zwei Bleche machen, überfrass mich daran, bin nun von der Schwerkraft im Stuhle festgenagelt, und nachdem ich ohnehin nicht mehr aufstehen kann, sehe mich veranlasst, etwas über die Ursache meiner Immobilität zu schreiben.

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Zwetschgendatschi ist ein Essen für arme Leute. Mehl, Hefe und Wasser kosten fast nichts, und was die Belag angeht: Traditionell stiehlt man Zwetschgen irgendwo, wenn man nicht jemanden kennt, der einen Baum hat. Ich stehle beispielsweise in Neuburg an der Donau, dem nächsten Kaff flussabwärts, wo die Zwetschgen besser und die ortstypischen Schurken schurkiger sind. Dort gibt es mehr oder weniger bewirtschaftete Streuobstwiesen, dort trifft es ohnehin nur desinteressierte Bauern oder im schlimmsten Fall Neuburger. Zwei Bleche Zwetschgendatschi mit 40 Stücken kosten etwas Arbeit und 2 Euro, mit gekauften Zwetschgen 6 Euro. Die Herstellung ist kinderleicht, wir haben damit als Kinder dann auch den ersten Kuchen gebacken.

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Heute dagegen geht der Datschi den Weg des Flusskrebses, der vor zwei Jahrhunderten noch eine Armenspeise war und inzwischen fast ausgerottet ist, weil er meiner Klasse als besonderer Genuss galt. Im Kochbuch meiner Ururgrossmutter, das der Köchin als Vorgabe für ihr Tageswerk diente, sind 12 handgeschriebene Seiten mit Rezepten nur zum Flusskrebs. Und kein Rezept für Datschi. Der war, wie Spiegelei und Knödelteig, viel zu simpel, um Erwähnung zu finden. Den konnte man unter gar keinen Umständen Gästen servieren. Man hätte Fragen gestellt wie: Kann die Köchin der Dame des Hauses nichts anderes? Sind sie bankrott? Ist das eine Aufforderung, wieder zu gehen? Für die Gäste gab es Torte. Datschi war was für Kindergeburtstage, und wurde auch entsprechend stillos gegessen: Mit der Hand warm vom Blech runter. Im Stehen. Wenn man nicht ohnehin schon vorher die heissen Zwetschgen vom Teig runter stahl. Ein unbürgerliches Essen, bei dem Benehmen nicht so wichtig war, denn es war ohnehin zu viel da. Bei Torte galt: Nie mehr als ein Stück und das zweite Stück nur, wenn man bedrängt wurde. Bei Datschi galt: Ist noch was da?

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Nie wäre jemand auf die Idee gekommen, diesem niedrigesten Standard der bayerischen Küche Worte wie „Kreation“ oder „klassisch“ anzuhängen. Genau das aber machen heute jene Bäckereien, die für dieses anspruchslose Nichts so viel wie für eine Torte, oder auch mehr verlangen. Früher musste man Zetschgendatschi essen, weil die Früchte verderblich waren und schnell weg mussten; heute verlängern besagte Häuser die Saison mit Importfrüchten und langen beim Preis hin. Alles über einen Euro ist eigentlich Wucher. Aber es geht. Die Leute kaufen das wie verrückt. Essen es mit Gabel vom Teller, nehmen Sahne dazu und benehmen sich, als wäre das etwas Besonderes. Eine Spezialität. Ein ausgefallener Genuss. Es ist zwar nur Teig, Zwetschgen, Hitze und Zucker, aber es wird heute anders vermarktet. 3,20 Euro wirken dann nicht mehr teuer. Das ist etwas, pardon, dös öst ötwos, was man sich leistet, nicht wahr.

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Und wenn ich dann den Teig auswoigle und belege, stelle ich mir eine simple Frage: Warum machen die das nicht selbst? Das dauert eine Stunde, dann hat man genug für drei Tage, man kann sich – wenn man nicht alles sofort isst – durch die verändernden Aromen kosten, denn Datschi heiss vom Blech ist anders als das vom Saft durchgeweichte Exemplar zwei Tage später, man gibt den Mietern im Haus etwas auf gute Nachbarschaft, es ist angenehme und erfüllende Arbeit, der Gang riecht zum Sterben gut – warum machen die das nicht und zahlen 3,20 Euro für ein winziges, computerüberwachtes Stück Maschinendatschi? Eine Beleidigung für jeden halbwegs vernünftig denkenden Menschen, eine Geldmacherei, die aus billigsten Zutaten maximale Profite erwirtschaftet? Warum lässt sich der Mensch einen exklusiven Genuss über einen prohibitiven Preis einreden, wenn, mehr noch als beim selten gewordenen Flusskrebs, alle Fakten dagegen sprechen? Eine Antwort habe ich auch:

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Die Preise sind möglich, weil sie es nicht mehr können. Oder nicht wollen. Es scheint angenehmer zu sein, dafür überzogene Preise zu zahlen, als es selbst zu machen. Vermutlich liegt es einfach auch daran, dass viele Menschen unter „Kochen“ das Öffnen einer Packung und das Verfrachten in die Mikrowelle verstehen. Pasta und Fertigsosse. Unter solchen Gesichtspunkten wird ein ganzes selbstbelegtes Blech natürlich eine Herkulesaufgabe, eine logistische Meisterleistung, von der man sich aber bequem mit ein paar Euro Obolus befreien kann. Soweit man die paar Euro übrig hat. Wenn nicht: Die Armeleutespeisen der Gegenwart aus den Giftlüchen des Müllessens leiden ja nicht gerade an einem Mangel an süssem, klebrigen Zeug; da kann man schon mal auf den Datschi verzichten. Früher war die Klassengrenze zwischen jenen, die kochen liessen und jenen, die selbst kochen mussten und denen, die froh sein konnten, wenn sie etwas zum kochen hatten. Heute, in meiner urbanen Generation, verläuft sie zwischen jenen, die das noch können, jenen, die es nicht mehr beherrschen und finanziell ausgekernt werden, und jenen, die es nicht können und sich nicht mehr leisten können. In Berlin, hört man, werden schon Wohnungen ohne Küchen geplant. Und aus dem einigenden, grenzenlosen Genuss der Kindheit wird so eine Spezialität für diejenigen, die sich das leisten und, ironischer Nebeneffekt, Anlass zur Verärgerung im Westviertel der Stadt, wo man den Wucher auch als solchen erkennt und weiss, wie man ihm, dem Steuereintreiber gleich, entgeht. Der Zwetschgendatschi, die ehemalige Kalorienbombe der Armen und die heimliche Sünde der Reichen jedoch darf sich über sein neues Sozialprestige freuen. Nicht, weil man ihn, wie den Flusskrebs, den Armen genommen hat. Es ist kein gestiegenes, oben entdecktes Kulturgut, eine Mode der Strasse, die in den Villen angekommen ist: Die Gesellschaft um ihn herum ist herabgesunken. Die Armen haben noh immer nichts, der Mittelstand zahlt, und die Reichen prassen.

Hölle, war mir nachher schlecht.

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Begleitmusik: Und ich bin jetzt doch zum CD-Schrank gerollt und habe zu einem Tonträger gegriffen, der zumindest die Illusion einer klassenlosen Gesellschaft als Grundlage seiner Musik hat: A l’ombre d’un Ormeau von alpha bringt ländliche Lieder und Tänze des 18. Jahrhunderts, die damals unterschiedslos im Sommer geträllert wurden. Die besten Stücke sind übrigens mit dem Dudelsack gespielt, was im ersten Moment sehr fremd, dann aber äusserst reizvoll klingt. Beileibe nicht anspruchslos. Es ist das Grosse und Schöne im Einfachen. Auch ein Zwetschgendatschi ist ja kein simpler, ländlicher Genuss, sondern eine komplexe Geschmackserfahrung, wenn er mit den richtigen Zwetschgen vom richtigen Sohn gemacht wird. Ich denke, ich werde heute noch nach Neuburg radeln, und diese Musik pfeifen.

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142 Lesermeinungen

  1. Nun haben Sie mir so viel...
    Nun haben Sie mir so viel Appetit gemacht, dass ich zum Feierabend ca. 3 Euro in einen Reiberdatschi investieren werde, garniert mit Sahne und vor allem einer gedanklichen Würzmischung aus der Kombination von Luxus und Armeleutegefühl.

  2. Mir lief bei der Lektüre das...
    Mir lief bei der Lektüre das Wasser im Munde zusammen, ich wurde ganz hibbelig auf meinem Stuhl, konnte den Puderzucker fast auf der Zunge spüren und wäre am liebsten sofort vorbeigekommen. Hölle, hab ich Sehnsucht.

  3. ...echt schön geschrieben,...
    …echt schön geschrieben, immer schön am Nerv der gegenwärtigen urbanen „Waterwalker“ entlang…Manchmal ists halt schwerer ein Zwetschgenkuchen zu backen, als ein neues Finanzprodukt zu erfinden.

  4. Moin,
    dass Ihnen schlecht ist,...

    Moin,
    dass Ihnen schlecht ist, könnte auch daran liegen, dass in Ihrem Datschi auf Zucker und Butter im Teig verzichtet wurde. Einen Pizzateig mit Pflaumen oben drauf, dass ist wirklich harter Stoff.
    Oder hätten Sie sonst noch mehr gegessen ?
    herrohlson

  5. Ich konnte das Fruchtfleisch...
    Ich konnte das Fruchtfleisch fast zwischen meinen Fingern fühlen und überlege ernsthaft mehr als 3 € zu investieren um ein geklautes Blech für den „Kommunenofen“ zu ersetzen.

  6. Und warum ohne Streusel?...
    Und warum ohne Streusel?

  7. P.Seudonym, über das andere...
    P.Seudonym, über das andere denke ich nach. Prinzipiell muss es ja auch gar nicht immer die Extremteuermeeresabringung an Superexklusivirgendwasschaum mit Goldbelag sein. Ich bin eher ein Freund schlichter Genüsse. (Demnächst: Pfifferling-Kürbis-Tarte)
    .
    Damenwahl, wie sieht es denn mit Zwetschgendatschi im Kongo aus? Ich persönlich würde übrigens jedes Krokodil für Datschi stehen lassen.

  8. Wohnungen ohne Küchen in...
    Wohnungen ohne Küchen in Berlin? Sowas war mir bislang nur aus Thailand bekannt… Aber da gibts ja auch an jeder Ecke wundervolles Essen auf der Straße.
    Als Distinktionsmerkmal taugen Fähigkeit und die Zeit zum Kochen und Backen. Nicht zuletzt nach der Abschaffung der Hausfrau. Wenn das dann erstmal in Architektur gegossen ist, wird’s heiter.

  9. miner, Finanzprodukte sind...
    miner, Finanzprodukte sind angesichts der deutschen Prospektnichthaftung einfacher zu verkaufen, als Zwetschgendatschi nach EU-Normen.
    .
    herrohlsen, ja, Margarine und Zucker ist natürlich auch noch drin.

  10. Danke für die Erinnerung zur...
    Danke für die Erinnerung zur rechten Zeit. Ich plädiere ja schon länger dafür, dass die Kinder – und zwar Mädchen und Jungen – heute wieder Kochen und Backen in der Schule lernen sollten.

  11. Konfuzius sagt, das Blech...
    Konfuzius sagt, das Blech bitte in Alu, das ist wichtig, keinesfalls in Schwarz.
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    Osterberg, weil das dann nicht die einfachste und echteste Variante wäre. Streussel wäre dann schon wieder gesittet. Hier geht es um den Saft, den dicken, triefenden, knallsüssen Saft.

  12. Alles klar. Aber ich muss eh...
    Alles klar. Aber ich muss eh erst ausmessen, und morgen ist Feiertag… Ein bayrischer Feiertag, den ich nie vergessen werde. Frisch in Bayern war ich mit Besuch auf dem Viktualienmarkt und wir hatten uns für den nächsten Tag viel vorgenommen. Ein Verkäufer mit Migrationshintergrund wünschte uns einen schönen Feiertag. Wir lächelten und sagten uns: süß, der meint Feierabend.

  13. Zwetschgendatschi?...
    Zwetschgendatschi? Ausgeschlossen. Pfifferlinge ebenso. Wenn ich’s mir so überlege – ich würde gerade in diesem Moment einiges geben für ein Zwetschgendatschi mit Sahne und ebenfalls auf Krokodil und Zebra verzichten. Wenn es nicht das Problem mit der Post gäbe, würde ich schon längst auf Knieen um ein Care-Paket flehen.

  14. Don Alphonso, neben dem...
    Don Alphonso, neben dem Verlust der Kochkünste spielt, so glaube ich, Nostalgie ein wenig mit hinein. So ein einfaches Stück kuchen weckt Erinnerungen an die guten alten Zeiten. Dort wo man noch mit einfachen, herzhaften Gerichten glücklich war und nicht den ganzen Tag irgendwelches „Designerfood“ zu sich nahm. Ganz besonders die gehtzt Urbanen.
    In Berlin soll z.B. das Bier (Tannenzäpfle) aus der badischen Staatsbrauerei Rothaus wegen des Aufdrucks der Werbedame Birgit Kraft (Bier gibt Kraft) auf den Flaschen zum Renner geworden sein. Allein wegen dieser nostalgischen Etikette. Randbemerkung: der Bruder von Innenminister Schäuble leitet dort die Geschäft. Ich glaube, ein Teil der Ideen des Ministers lassen sich so erklären.
    Aber, in meinem Lieblingslebensmittelladen (da kaufe ich alles was irgendwie gekühlt werden muss und nicht auf dem Markt zu bekommen ist) da ist auch ein Brotstand. Die haben da vor Jahren einen Frau aus Ostdeutschland importiert und die macht wirklich einen ganz feinen Streuselkuchen (Quark, Zwetschge, Mohn, Aprikosen – meinen Mirballenvorschlag hat sie noch nicht umgesetzt). Der erinnert mich jeweils an die Besuche in Grossmutters Garten und ich esse (ich muss, er zwingt mich dazu) ihn auch sofort und ohne jeden Umstand.
    Und, über den steten Verlust der Streuobstwiesen will ich gar nicht schreiben. Da sind so viele gute alte Obstsorten (ein Saft aus Fleinerapfel, hmmmmmmmmmmmmmm).

  15. Not quite like Beethoven, und...
    Not quite like Beethoven, und in Berlin gibt es Döner ab 99 Cent. ich habe das letztes Jahr mal in einem Expose gelesen, in dem auf eine schockierende Untersuchung zur Küchennutzung bei jungen leuten hingewiesen wurde. Denen reicht die Mikrowelle, die kleine Abstellfläche und der Kühlschrank. wenn überhaupt.
    .
    Bergsteigerin, dumm wäre das nicht, aber absolut entscheidend ist da das Elternhaus. Was bringt es, wenn man Zwiebeln dünsten kann, aber den Geburtstag im Schnellrestaurant feiert?

  16. Eine Wohnung ohne Küche wäre...
    Eine Wohnung ohne Küche wäre ein Alptraum für mich! Von meiner „Arbeitsumgebung“ werde ich oft als anspruchsvoll angesehen, da ich mich dem Fast Food verweigere und ohne Hilfsmittel lieber selbst koche und backe. Auch in meiner Heimat der Pfalz war Zwetschgenkuchen ein einfaches Essen, dort gab es als Hauptgericht früher „Grumbeersupp (Kartoffelsuppe) und Quetschekuche“. Als Variante für die Verarbeitung von Zwetschgen kann ich ausserdem einen guten Mürbeteig empfehlen, der gebacken wie ein feiner Keks schmeckt – und obenauf natürlich Streusel. Kann aber nicht aus der Hand gegessen werden, sondern nur mit Gabel.
    Auf Ihren Beitrag zur Kürbistarte freue ich mich schon jetzt – habe ich noch nicht ausprobiert.
    so jetzt habe ich aber Hunger bekommen, gehe in die Küche, und esse meinen selbstgebackenen Apfelkuchen – hergestellt aus Fallobst.

  17. Die von Ihnen gewählte...
    Die von Ihnen gewählte Konstruktion würde besser funktionieren, schrieben Sie: „Nie mehr als [zwei] Stück und das zweite Stück nur, wenn man bedrängt wurde.“
    Gruß

  18. Sehr geehrter Don,

    jetzt...
    Sehr geehrter Don,
    jetzt frage ich mich als alter Datschimeister schon, warum Alu und nicht schwarz? Ich tippe auf Nachheizen bei der schwarzen Variante, die evtl, zu (Aus)-Trocknungsvorgängen im Teig führen könnte, bin mir aber nicht sicher. Bitte um Aufklärung.
    Nebenbei, in meinem Kreisen (hach, klingt das distinguiert) wird das Backen (speziell thüringischer Backwaren) ja schon als Abgrenzung zu den anderen 2 Millionen Individualisten in Minga gesehen.
    Freundliche Grüße
    applegg

  19. Konfuzius sagt, das hat...
    Konfuzius sagt, das hat Vorteile und Nachteile, wobei die Vorteile mittelfristig überwiegen, und am Feiertagen verhungert man in Bayern ohnehin nicht.
    .
    Damenwahl, vermutlich würde der datschi auch gar nicht so lange halten. und in 6 Wochen ist dann auch die Saison – im Gegensatz zum Krokodil – vorbei.

  20. Hey, hey! Jeder Küche ihre...
    Hey, hey! Jeder Küche ihre Nutzung. Wer nur einen Raum und einen Stuhl und eine kleine Abstellfläche hat, kocht seltener für 10 Leute. Zeit könnte man sich nehmen und das Wissen ist revitalisierbar. Viele junge Leute haben Oma-Kochbücher rumliegen.

  21. Dipsy, bei uns werden die...
    Dipsy, bei uns werden die Streuobstwiesen gerade wieder neu angelegt und gefördert, so dass es gar nicht mehr so leicht ist, eine zu finden, die man plündern kann. Da hat es ein Umdenken gegeben. Das kommt vermutlich in Berlin und der Region irgendwann auch noch, im 22. Jahrhundert.
    .
    sabineffm, guten Appetit. Streussel war in Franken, von wo meine Familie im frühen 19. Jahrhundert nach Bayern gezogen ist, atypisch. Und bei uns ist es wirklich wichtig, dass sich die Sosse durch den Teig suppt. Nicht vornehm. Aber!

  22. Leser, nein, es passt schon -...
    Leser, nein, es passt schon – es gilt als eher unfein, mehr als eines zu essen, damit würde man als Gierschlunde gelten. Man isst eines. Und lässt sich zu einem zweiten Stück überreden.
    .
    Appleg, dunkle Bleche machen die Unterseite des Bodens in der Regel etwas zu dunkel, und der Teig wird nicht so gleichmässig erhitzt.

  23. Werter Don, endlich mal ein...
    Werter Don, endlich mal ein Beitrag nach meinem Geschmack. Wen interessieren schon die Geldversenkungsorte an der Adria, wenn es endlich mal etwas Gutes für Leib und Magen gibt? Würde mich auch über ein Torten-Special freuen.

  24. dunkle Bleche? liegt das an...
    dunkle Bleche? liegt das an der Farbe? das klingt aber esoterisch!

  25. Sehr geehrter Don...
    Sehr geehrter Don Alphonso,
    soeben haben Sie mir wirklich einen Heißhunger auf ein schönes Stück Zwetschgenblootz gemacht, sehr gerne blechwarm. Das weckt Erinerungen an die Küche bei Großmuttern. Die Gefahr des Überkonsums kenne ich zur genüge, besonders wenn der Blootz warm gegessen wird und im Magen nochmals schön „nachgeht“.
    Bei Ihrer Begleitmusik erwähnen Sie einen Dudelsack, dürfte ich erfahren um welche Art es sich handelt, irische Pip ulieann , schottisch, oder eher einer der kontinentalen Vertreter?
    P.S. Ein sehr gefälliges China-Dekor. Mich wundert allerdings, dass Sie Ihr Service im CD-Schrank lagern, oder stehen Ihre CDs im Geschirrschrank?

  26. Konfuzius sagt, zumindest sagt...
    Konfuzius sagt, zumindest sagt es die Tradition. Ich denke aber nach einigen verbrannten Exemplaren, dass es tatsächlich auch so ist.
    .
    Doctor Snuggels, die übergrosse Kurgästin als Trüffelschwein für gute Torten ist bereits angedacht.

  27. Wehrter Don,
    was für...

    Wehrter Don,
    was für Erinnerungen werden da in mir wach.
    Wenn ich dürfte wie ich möchte würde ich einiges
    kochen und backen das damals eine Selbsverständlichkeit
    war.
    Vielleicht haben Sie ja auch noch alte Angestelltenverträge
    in denen beschrieben ist, wie oft es in einer Woche Hering oder
    Lachs geben durfte.
    Ich glaube so manches “ arme Leute Essen“ gibt es schon
    gar nicht mehr.
    Viel Vergnügen noch am Genuss.
    Herzlichst P.

  28. 4,20 Eur werter Don ist eben...
    4,20 Eur werter Don ist eben der Preis der sich auf Basis der Opportunitätskosten und nicht allein der Materialkosten rechtfertigen lässt. Er wird von Leuten wie mir bezahlt, weil wir glauben, unsere Zeit produktiver einsetzen zu können bzw. zu müssen. Ich gestehe freimütig dass ich bei Ihren Schilderungen schon etwas neidisch bin, ob Ihres zwangsfreien Zeiteinsatzes! Das lesen Ihres Blogs lässt mich wenigstens davon träumen, irgendwann die Dinge auch nur nach ihren Materialkosten zu bepreisen.

  29. hmm, direkt über meinem...
    hmm, direkt über meinem Monitor ist das Fenster, hinter dem der Pflaumenbaum steht. Ist noch nicht ganz so weit, hier beim Ratzeburger See. Wird aber ab jetzt verschärft beobachtet. Insofern – danke schön mal wieder, für diesmal sehr nachhaltige Ablenkung.
    Andere Frage – der Markt für computerüberwachte Fertigdatschi muss sich parallel zu dem für dieses unsägliche Heissgetränk in Plastik- oder Pappbechern mit Deckelchen entwickelt haben, für das diejenigen, die es „Kaffee“ nennen, auch gerne über zwei Euro bezahlen. Obwohl sie durchaus wissen können, dass die Produktionskosten dafür ins Lächerliche streben.
    Gruselig wird das dann, wenn man ebenjene Figuren ins Zusammentreffen streben sieht, wo sie sich dann für „Meinungsführer“ halten und Bullshit Bingo spielen. Mit den bekannten Ergebnissen – siehe Wirtschaftsteil.

  30. Don Nerlitchen, das sind...
    Don Nerlitchen, das sind Nachbauten historischer Originalinstrumente aus Frankreich. Und die CD habe ich nur zu meinem Opaque de Sarreguemines dazu gestellt, da auch französisch und von der Machart her an jene Tage der Musik erinnernd.
    .
    Paulchen, es gibt sehr frühe Bilder der Familie, die allesamt stattliche Ausbeulungen in der Körpermitte zeigen. Und nachdemd das selbst teilweise Bäcker und Konditoren waren…

  31. Was für einen Tee gibt's zum...
    Was für einen Tee gibt’s zum Kuchen? Assam? Darjeeling? Überhaupt der Tee: Wir kennen die Silberkannen und Tassen und wissen, wo sich Ihr kleiner Finger beim Trinken befindet, aber wie Sie welchen Tee zubereiten, darüber haben Sie bisher geschwiegen. Die Frage „Beutel oder offen“ dürfte sich von selbst beantworten, aber verraten Sie uns die Sorten und die Details der Zubereitung. Ich freu mich auf einen großen Beitrag darüber.

  32. Vorsicht: Gelegentlich werden...
    Vorsicht: Gelegentlich werden zu 3,20 auch Fälschungen mit Plaumen
    anstatt Zwetzschgen an den unwissenden Konsumenten verschoben.

  33. @ Don Nerlitchen & Don...
    @ Don Nerlitchen & Don Alphonso: Warum sagt man, wenn man „wie bei Großmutter“ meint. immer: „wie bei Großmuttern“? Weil der alte Dativ Großmuttern noch älter machen soll? Oder weil man das „n“ am Ende der Großmutter in der Werbung oft hört und imitiert?

  34. @sabineffm, oh ja, mmmmmhhhhh...
    @sabineffm, oh ja, mmmmmhhhhh – Grumbeersupp und Quetschekuche, *das* Lieblingsessen überhaupt. Dafür laß ich sogar fast alles andere stehen.
    Aber wenn Sie die Kuchen-Suppe-Variation kennen, kennen sie sicher auch die Suppe-Weinsoße-Dampfnudel-Kombination?
    @ Don Alphonso. Sie! Sie sind gemein, das zum Wochenende! Wo ich mich gerade mit den Einkäufen abgeschleppt hab. Soll ich jetzt nochmal los und noch…, – und wo krieg ich denn – denn hier ist die Saison noch nicht so richtig angefangen, richtige Quetsche her?
    Übrigens, es gibt noch andere Dinge die der Normalo nicht mehr kauft. Kohlrabi z.B: bekommt man fast geschenkt. Und die liegen höchstens noch im Einkaufswagen der türkischen Hausfrauen.
    Warum das so ist? Die Fertiggerichte-Mafia hat den Leuten das Kochen abgewöhnt,. Macht Arbeit. Macht Dreck. Man will zuhause Feierabend haben. Wichtigere Wasauchimmer-Sachen machen, da hat man keine Zeit mehr fürs Kochen. Frau Diener mit dem Kittelschürzenessay (merci nach nebenan!) hat sich darüber ja auch schon kluge Gedanken gemacht.
    MD
    PS. Herr Alphonse haben Sie eigentlich einen Schimmer, was mit der Alpha-Website passiert ist?
    Und danke, schöner Tipp. Haben sie es mal mit Charles Tessier aus dem gleichen Label versucht? Kann ich von Herzen empfehlen.

  35. @ Don Nerlitchen,
    Uilleann...

    @ Don Nerlitchen,
    Uilleann Pises niemals bei kontinentaler Musik, zu speziell im Klang.
    Scottish Warpies bei Klassischer Musik, das wäre ein Hammer auf ein Ei.(-;
    Es werden eher französische Entsprechungen von Small oder Halflongs sein, wie sie in Northumberlnad noch heute verwendet weden, und die sich besser in ein klassisches Ensemble einfügen.
    Schauen Sie doch mal da, wenn sie sich für Pipes interessieren:
    http://www.bagpipediscs.travelingpiper.com/
    MD

  36. KOnfuzius sagt---

    Ich bin da...
    KOnfuzius sagt—
    Ich bin da nicht so zuversichtlich was das revitalisieren angeht (und spreche leider nach einigen Versuchen, das Kochen in meiner weiteren Bekanntschaft zu revitalisieren). Nur so ein Buch reicht da nicht zumal gerade Omas Kochbücher nicht gerade gut für Anfänger geschrieben sind.

  37. @ Don Au
    Vielleicht weil...

    @ Don Au
    Vielleicht weil Wendungen wie „bei Muttern“ bzw. „Großmuttern“ so etwas wie eine gewisse Heimelichkeit und Wärme tradieren. Zumindest geht es mir so.

  38. Moin Moin Don,

    mir scheint...
    Moin Moin Don,
    mir scheint fast bei jedem zweiten Ihrer Beiträge, dass Bayern, was sich ja sonst als Zentrum der heilen Welt feiert, ziemlich runtergekommen sein muss. Auch heute wieder benutzen Sie etwas als Distinktionsmerkmal, was für 90 Prozent der dörflichen Gesellschaft Westfalens völlig normal ist…

  39. @ Franz von Hahn: Ja, als...
    @ Franz von Hahn: Ja, als Westfale staunt man wirklich, wie selten all das Schöne in Bayern ist, das wir Westfaen wegen seiner Selbstverständlichkeit hier vielleicht zu wenig ehren.

  40. @ Köstlich: was kann denn...
    @ Köstlich: was kann denn wichtiger sein als die Herstellung guten Essens? Sagen Sie bitte nicht in Blogs zu schreiben oder der Karriere zu huldigen.

  41. Ich bekenne mich freimütig...
    Ich bekenne mich freimütig als Backverweigerer. Es ist für mich ganz einfach eine Frage von Aufwand und Nutzen (nicht nur finanzieller Aufwand). Ich hab hier eine Auswahl unter vier Bäckern und jeder hat so seine Spezialität. Da wird man einfach träge. Daß sich Ernährungsgewohnheiten auf der sozialen Skala verschieben, ist wohl gar nicht so selten. Einige Dinge wurden schon erwähnt: Hering, Flußkrebse (Fontane in den „Wanderungen“ beschreibt das für den Oderbruch. Die Dienstboten erkämpften sich das Recht, nicht mehr als vier Tage pro Woche mit dem Zeug ernährt zu werden). In den italienischen Slow-Food-Märkten wird das selbstgebackene Steinofenbrot als Delikatesse verkauft. Ein Zeitreisender aus dem Jahre 1900 käme aus dem Kopfschütteln nicht heraus. Damals war Beleibtheit Wohlstandssymbol, heute ist es Unterschichtensyndrom. Letzen Endes geht es immer um knappe Güter. Wahrer Luxus heute ist die Verfügung über Zeit, Raum und Stille. Wer bestimmen kann, wann er morgens aufsteht, wen 1000 m vom nächsten Nachbarn trennen und wer darob von diesem Nachbarn nichts hört, der lebt luxuriös. Mir fehlt vor allem die Zeit, deshalb geh ich zum Bäcker. Ich leb ja auch nicht im Luxus.
    .
    Eine Nebenbemerkung zum Lärm: ich erhielt heute den Raumklang-Newsletter: Musik für zwei Blockflöten. Verzeihung, Don Alphonso, ich mußte schallend lachen.

  42. Werter Don, da müssen Sie...
    Werter Don, da müssen Sie erst einmal meinen Datschi probieren. Mit Mürbteig! Der beste der Welt, auch noch mehrere Tage nach dem Backen. Danach müssen Sie sich zum CD-Schrank rollen lassen, weil es Ihnen nicht mehr möglich ist, selbst dahin zu gelangen. Das dürfen Sie als Einladung betrachten, München liegt doch auf dem Weg von der Stadt an der Donau zum Tegernsee…

  43. @MD
    Ja natürlich kenne ich...

    @MD
    Ja natürlich kenne ich Dampfnudeln mit Weinsoße, gehört auch zu meinen Kindheitserinnerungen, habe ich schon lange nicht mehr gemacht, bringt mich aber auf eine Idee fürs Wochenende! Genau wie der Hefeteig für Zwetschgendatschi ist dies ein billiges, einfaches Rezept(Mehl, Butter, Hefe, Milch, etwas Salz und Zucker). Wer keinen Alkohol mag, kann’s auch mit Vanillesosse probieren.

  44. Ach, Don Alfonso! So ist es!...
    Ach, Don Alfonso! So ist es! Sie wissen gar nicht wie recht Sie haben! Ich frage mich auch schon die ganze Zeit, wieso Leute keine Pizza hinkriegen (wenn ich die Preise der Tiefkühlware betrachte, da kann ich locker und gut und fett die Pizza mit echtestem Echt-Käse dreifach belegen) warum man mal nicht eben die Kinder auffordert, einen Streuselkuchen zusammenzuschmeißen, ist mir ebenfalls ein Rätsel…. (sie sind a) sinnvoll beschäftigt und b) hinterher satt)
    Wohnungen ohne Küche? Ich lass mich doch nicht irgendwo mit Kantinenfraß abspeisen!
    Und übrigens betrifft es nicht nur die Fressalien. Ich hab neulich so eine Uralt-Singer-Nähmaschine vom Flohmarkt mitgenommen, ein Nähmöbel, Eiche und Gusseisen, 1900 und jawoll, auf der kann man sogar nähen! Das heißt: Ich kanns. Was den angenehmen Nebeneffekt hat, unabhängig zu sein von dem, was gerade so angeboten wird. Ich muß nicht rumrennen nach irgendwas oder Escada ;-) und auch niemand hinterher. Ich kann, wenn ich will. Unabhängigkeit. Sowas könnte man fast schon wieder als Luxus bezeichnen …..

  45. so dekadent sind wir...
    so dekadent sind wir zwischenzeitlich und fühlen uns auch noch super, einfach
    total „in“, dabei. Leben auf dem Narrenschiff, lass dich überraschen.
    milena

  46. @MD, vielen Dank für den...
    @MD, vielen Dank für den interessanten Link, kommt sofort in die Lesezeichen. Mein Anfangsverdacht ging in der Tat auch eher in Richtung alte kontinentale Sackpfeifen und weniger zu den schottischen (die indische Touristenvariante sollte mit einem Waffenschein belegt werden!)

  47. Hat jemand ein gutes Rezept...
    Hat jemand ein gutes Rezept für Reiberdatschi?

  48. @milena was ist dekadent?...
    @milena was ist dekadent? Zwetschgenkuchen? Die Herstellung desselben? Wo man doch soviel „Sinnvolleres“ mit der Zeit anfangen könnte? Was denn? Golfspielen oder unschuldige Haushaltsgegenstände mit Servietten vollkleben? Nachdenken? Ich denke gerne während des Backens nach ;-)

  49. Werter Vetter, Ihr seid ein...
    Werter Vetter, Ihr seid ein wahrlicher Datschi-Freund, wenn Ihr bis ND radelt um die Zwetschgen zu pflücken. Chapeau!
    Bedauerlich, daß Eure Eltern im Eestviertel keinen Baum gepflanzt hatten.
    Hoffenrlich stehen dort nicht spießige Koniferen!
    Noch eine Frage: können Eure Schwester, Iris und die höheren Töchter auch Datschi backen, oder hat nur der kleine Kavalier in Großmutters Kuchl aufgepasst ??

  50. Not quite like Beethoven, Omas...
    Not quite like Beethoven, Omas Kochwissen lässt sich natürlich nur bei denen revitalisieren, die das wollen. Und die auch mal ein Wort nachschlagen können oder alte Leute auftreiben können, die für sie komische Kürzel deuten. Die anderen muss man bekochen. Und man darf sich von ihnen bewundern lassen.

  51. @Don Nerlitchen
    Ich empfehle...

    @Don Nerlitchen
    Ich empfehle noch Mr. Lawther, den können sie hier hören:
    http://www.travelingpiper.com/
    Oder Mrs. Tickell : http://www.kathryntickell.com/
    Viel ohrenkompatibler als indische Varianten!
    MD

  52. Savall, ich empfehle das Buch...
    Savall, ich empfehle das Buch „Zwischen den Gängen“ von A.J. Liebling, ein amerikanischer Gourmand in Paris. Allerdings das Paris im zweiten Drittel des letzten Jahrhunderts. Bereits er beklagte die immer mehr schrumpfenden Portionen und das Verschwinden des gutes Geschmacks der Speisen. Erwarten Sie nicht zuviel Tiefgang, es ist ein kurzweiliges Buch. Aber ich mußte doch grinsen, als ich mir eine Begegnung von Herrn Liebling und der Molekularküche vorstellte.

  53. Hach, welch Glück, daß ich...
    Hach, welch Glück, daß ich just am heutigen Nachmittag erst zwei große Stücke hausgemachten Zwetschgenkuchen geniessen durfte (mit Zimt und Zucker drauf!), da hält sich der Speichelfluß jetzt bei der Lektüre gerade noch in erträglichen Grenzen…
    .
    Was ich aber eigentlich sagen wollte: Werter Don, ich möchte mich der Bitte von Osterberg anschließen und ebenfalls etwas über den Teegenuß der besseren Gesellschaft sowie einige gute Ratschläge aus Ihrem persönlichen Erfahrungsschatz erfahren. Ich selbst habe es bislang noch nicht über den allmorgendlichen Earl Grey hinausgeschafft; für die Empfehlung eines geeigneten Nachmittagstees (sei es zum Datschi oder zur Torte) wäre ich daher außerordentlich dankbar.

  54. Ist es Gedankenübertragung?...
    Ist es Gedankenübertragung? Ich stand heut beim Bäcker und dachte – wartend bis die Dame vor mir sich endlich entscheiden würde – über die horrende Preise für Datschi und artverwandte Mehlspeisen nach. Und über das sinnliche Vergnügen, selbst so ein Blech voll zwischendurch zu zaubern. Und nie wäre mir in den Sinn gekommen, Sie könnten solch einer banalen Köstlichkeit Ihre Aufmerksamkeit widmen. Ich lerne jedesmal dazu.

  55. Finmike, der Gipfel nennt sich...
    Finmike, der Gipfel nennt sich „senseo“ und liefert vorabgepackte Espressoschälchen unter Hinterlassung von viel Müll für viel Geld. Aber das ist ganz klar das, was man als Trend bezeichnen würde.
    Köstlich, was die Opportunitätskosten angeht: ich habe gerade zwei neue Bleche gemacht, und meine Mutter sagte, es könnte vielleicht auch daran liegen, dass die Leute nicht fett werden wollen, ihnen ein Stück reicht und es sich dann nicht lohnt, mit dem Backen anzufangen. Ich halte das für Blasphemie.

  56. Osterberg, nachdem das hier ja...
    Osterberg, nachdem das hier ja keine Stilberatung werden soll, und auch kein Genussblog, werde ich damit noch etws warten, aber Assam und Ceylon geht schon in die richtige Richtung.
    .
    Prunus domestica subsp. domestica, mit Bewohnern von grossen Städten kann man das immer machen.

  57. Don Au, ich denke, das ist ein...
    Don Au, ich denke, das ist ein Anachronismus der liebenswürdigen Sorte.
    .
    MD, nach Aussage meines Musikalienhändlers liegt der Ausfall bei Alpha allein an der französischen Mentalität; CDs kommen weiterhin.
    .
    Natürlich spielt Bequemlichkeit da eine Rolle, aber angesichts dessen, was da angeboten wird, würde es mich nicht wundern, wenn damit mittelfristig Kosten auf die Allgemeinheit abgeschoben werden. Gesund kann das nicht wirklich sein, und am Ende muss jemand die Krankheiten bezahlen. Vielleicht kommt man mit dem Müllessen dereinst auch auf die Idee, die Folgekosten auf Herstaller und Verbraucher umzulegen. Dann würde ich das Problem vermutlich lösen lassen.

  58. Konfuzius sagt, dunkle...
    Konfuzius sagt, dunkle Backbleche leiten die Hitze besser als normale Alubleche. Hat nichts mit Esoterik zu tun. Ich gehe mal davon aus, dass es ein Unterschied im Material ist. Jedenfalls könnte der Don seine Zwetschgendatschis auch auf dunklen Blechen machen, es wäre aber eine Anpassung von Temperatur und Zeit erforderlich, um zum gleichen Ergebnis zu kommen.

  59. Also mal ehrlich... ich bin 22...
    Also mal ehrlich… ich bin 22 und kenne keinen der keine Küche hat. Mikrowellenmenschen sind ab und zu dabei, aber eher die Ausnahme. Es gibt genug Kommilitonen die gerne und oft kochen (… und das liegt jetzt sicherlich nicht am Osten ;))

  60. @mariatheresa...der Süden ist...
    @mariatheresa…der Süden ist einfach früher dran. Es ist ein gutes Jahr für Äpfel,Birnen ,mirabellen und Zwetschgen.
    Gerade weil es so eine enorme Wertschöpfung ist ein Blech Kuchen selber zu backen, kommt Begeisterung auf.
    Wir klauten als Kinder, und wurden mit 50 Pfennig pro 10Liter Eimer entlohnt( Fallobst und wilde Zwetschgen)
    Gelegentlich saß schonmal ein Besitzersohn mit Luftgewehr im Baum-
    heute sind die Besitzer ihrer Bäume fast zu schamhaft ihr Obst für geschenkt anzubieten-das steht dann zur Müllabfuhr in Recyclingsäcken an der Strasse.
    Ich erwähne das nicht aus moralischen Gründen,eher aus Ratlosigkeit.

  61. Wenn man hier so reizvolle...
    Wenn man hier so reizvolle Angebote von Opernsängerinnen bekommt, dann will ich auch ein Blog bei der FAZ…

  62. ein sattes lächeln....
    ein sattes lächeln.

  63. Nach soviel...
    Nach soviel sich-auf-den-Kuchenbauch-klopfen muss ich das verehrte Publikum leider wieder auf den Boden der harten Realität holen. Doch, auch wenn Sie jammern, die Welt dreht sich nicht um Bayern und erst recht nicht um die kleine dumme Stadt. Hier spielt die Musik, hier geht es ab: http://www.spiegel.de/reise/staedte/0,1518,642286,00.html

  64. So ähnliches Teegeschirr...
    So ähnliches Teegeschirr hatte meine Großmutter! Aber das war wohl wirklich aus China, spätes 19. oder frühes 20. Jahrhundert, also nicht wirklich interessant. Man konnte aber gegen das Licht durchgucken. Das galt als etwas Besonderes. Und weil ich als einziger aus dem Nachwuchs Tee und nicht Kaffee trank, durfte ich es benutzen. Das galt auch als etwas Besonderes.-

  65. ....im luxus (lt. obiger...
    ….im luxus (lt. obiger definition von „savall“) schwelgend, zwar z.zt. ohne, vor allem aber gottseidank ohne das problem: http://www.stern.de/wirtschaft/familie/unfallgefahr-philips-ruft-millionen-senseo-automaten-zurueck-660865.html , darf es doch auch mal nescafe zum grossmuetterlich hergestellten datschi sein. dann aber mit zimt & sahne; …..man goennte sich ja sonst nix.

  66. @wortschubse.
    hältst du dich...

    @wortschubse.
    hältst du dich für zwetschgendatschi? warum eigentlich nicht??

  67. Da beklagt sich der Don...
    Da beklagt sich der Don lauthals darüber, dass die Leute für teures Geld Prumetart kaufen und liefert nicht einmal ein Rezept dagegen. Sag uns nicht das du abwiegst sondern was.

  68. Ich war gestern noch in der...
    Ich war gestern noch in der Situation, beim Bäcker entscheiden zu müssen, ein winziges Stück Pflaumenkuchen (wir sind hier im Rheinland) für 2,65 zu kaufen oder nicht. Wie angenehm überrascht bin ich, diesen wunderbaren Beitrag zum Thema zu lesen und zu wissen, mit meiner schwierigen Liebe zum Pflaumenkuchen bin ich nicht alleine. Und es wird noch besser: ich werde jetzt wohl doch mal meinen Backofen bemühen und mithilfe eines geeignetes Rezepts einen eigenen Pflaumenkuchen backen. Den vom Bäcker hab ich nicht gekauft – und ohne will ich nicht leben.

  69. Lieber Don Alphonso, verzeihen...
    Lieber Don Alphonso, verzeihen Sie bitte, aber was die Preise des Zwetschgendatischis, muß ich unsere Bäcker in Schutz nehmen. Es handelt sich dabei nicht um irgendwo industriell hergestellte Fertigpizza, sondern um heimische Bäcker. Diese und deren Angestellte leben unter uns und haben entsprechend auch die gleichen Lebenserhaltungskosten und müssen daher gewisse Preise verlangen – so zumindest meine Erfahrung. Ich habe bisher auch von keinem Bäcker gehört, der es in letzter Zeit zu sonderlichem Reichtum gebracht hätte.
    .
    Nur bei einem Becker habe ich nicht das Gefühl: beim Backspielhaus. Ein Möchtegern-Käfer, dessen Eigentümer eine ausgedehnte Oldtimersammlung besitzt, und trotzdem den Charme eines emporkömmlinghaften Etablissementbesitzers versprüht. Anscheinend um seine Sperenzchen zu finanzieren, kostet die Breze dort auch 60 Cent und der Kaffee fast 5 Euro (!).

  70. Genau diese...
    Genau diese betriebswirtschaftliche Berechnung haben die Italiener aufgemacht als sie uns mit ihren zahlosen Pizzerien beglückten. In Europa, so las ich, gibt es ca. 25.000 Pizzerien/ital. Restaurants – davon allein hierzulande ca. 20.000. Bei keiner Speise ist der Kosten/Gewinn-Faktor höher als bei „mehligen“. Und wir Italophilen haben das erkannt und dankten es den Italienern mit steten Besuchen für ein wenig dolce vita bei prego senora und Fabrizio de Andrè. Auch bei hiesigen Bäckern sollte man auf italienisch empfangen werden. Man zahlte dann unbeschwerter.

  71. "absolut entscheidend ist da...
    „absolut entscheidend ist da das Elternhaus. Was bringt es, wenn man Zwiebeln dünsten kann, aber den Geburtstag im Schnellrestaurant feiert?“
    Einspruch. Denn das „absolut“ dominierende Elternhaus ist nicht typisch. Ich habe z. B. zwei Elternhäuser durchlaufen, und dass schulische, mediale und peer-group-Einflüsse mindestens zusammengenommen dem Gewicht der Familie ebenbürtig sind, ist nicht von der Hand zu weisen. (Oder woher kommt sonst überhaupt die Fähigkeit, eine Geburtstagsfeier im Schnellrestaurant in Betracht zu ziehen?)
    Im übrigen erinnert mich die Bemerkung an einen Film über ein Schulpreisungsprojekt des „Fernsehkochs“ Jamie Oliver, in dem es noch nicht einmal ums Selberkochen ging, sondern nur darum, frische, nährstoffreiche Lebensmittel als Basis des Schulessens gegen den Widerstand der Schüler durchzusetzen. Dieser Protest nahm durchaus auch die Form massenhafter Obst- und Gemüse-„Entsorgung“ an und wurde von vielen Eltern unterstützt. Olivers Dokumentation darüber lässt sich angemessen nur als Protokoll eines Drogenentzugs beschreiben.

  72. Op Kölsch heißt...
    Op Kölsch heißt Zwetschgendatschi PRUMMETAAT…

  73. Die simplere Antwort steht im...
    Die simplere Antwort steht im Text: die vier Euro bezahlt man für den Luxus, statt drei zermürbenden Blechen nur ein Stück am Hals hat und die Stromkosten für die Resteverklappung in der immer größer werdenden Tiefkühltruhe spart. Gegenfrage: warum pflanzt man sich statt echter lieber Zierkirschen in den Vorgarten?

  74. Ein kleiner Tipp: mit...
    Ein kleiner Tipp: mit Kartoffelsuppe auch auch klasse Mittagessen. Sehr zu empfehlen.

  75. Franz von Hahn, ich spreche...
    Franz von Hahn, ich spreche von urbanen Gegenden und Dörfern mit mehr als 20.000 Einwohner. Dass es in der Einöde Westfalens anders zugeht, steht ausser Frage.
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    Savall, mir verschafft das Backen eine gewisse innere Befriedigung, und mir fällt beim Kochen immer etwas ein. Insofern ist es für mich auch ein Luxus, eine Zeit, die ich habe und sie an etwas hingebe, was mir wichtig ist. Gewisse Dinge kann ich nicht selbst machen – Torte etwa – und die kaufe ich beim Spezialisten. Die Veränderungen in der Wahrnehmung dessen, was Luxus ist, haben sich natürlich verschoben, am deutlichsten ist das beim Faktor „Zeit“, den man heute auch als Vetreter der Elite mit irgendwas füllen muss, mehr Geld verdienen, aktiv sein, fit und leistungsbereit, all so Zeug… ich glaube ja, dass es auch anders gehen muss. Dafür bleibe ich zwar vergleichsweise arm, aber mein Leben ist schön.

  76. Ein sehr schöner Artikel....
    Ein sehr schöner Artikel. Leider läßt sich das Unvermögen einiger, einen Zwetschgendatschi zu backen, auch auf viele andere Produkte ausdehnen. So ist es wirklich nicht schwierig, leckeres Brot selber zu backen.
    Ich finde es fast schon etwas fahrlässig, wieviel Wissen über die Nahrungsbeschaffung und -bereitung innerhalb der letzten 1-2 Generationen verloren gegangen ist. Dieses Wissen hat die Menschheit immerhin seit ihrem Bestehen am Leben gehalten.
    Die jetzige „Generation Supermarkt“ scheint ohne Supermarkt nicht mehr überlebensfähig zu sein. Was wäre, wenn es aus irgendeinem Grund dieses „alte“ Wissen wieder lebensnotwendig werden würde? Würden alle verhungern? Wohlstand ist kein Naturgesetz.

  77. Opernsängerin, gerne, sobald...
    Opernsängerin, gerne, sobald ich wieder in mein Auto passe – es hat nur zwei Sitze, und momentan fühle ich mich, als könnte ich drei brauchen.
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    Wortschubse, also, wir haben das als Kinder natürlich gelernt. Es war damals in den 70ern schon absehbar, dass die Zeiten des Personals und der Haushälterinnen zu Ende gingen, das Dienstbotenhaus wurde schon lange vor meiner Geburt vermietet, kurz, das 20. Jahrhundert machte sich bemerkbar, und da war es nur logisch, uns all das beizubringen, was uns niemand mehr abnehmen würde. Das Problem aber ist: Die wenigsten haben heute noch jemanden, der ihnen das weiter geben kann. Es ist eine sterbende Tradition.

  78. milena, Kritik gerät am...
    milena, Kritik gerät am besten, wenn sie ohne dadaistische Allüren aufgebacken wird.
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    Don Ferrando, natürlich hatten meine Eltern einen Zwetschgenbaum, aber der war nach 32 Jahren leider nicht mehr zu retten. Was die Kochkompetenz angeht: Die meisten können das wohl, aber nicht alle praktizieren es, aus teilweise sehr unterschiedlichen Gründen. Es ist eben ein Unterschied, ob man als Stationsärztin Schichten schiebt, weil man Vaters Rat „Ein Arzt ist immer noch ein Arzt“ geglaubt hat, oder als de facto arbeitsfreie Marketingchefin einer Medizinfirma, die kein Marketing braucht, seinen Tag zubringt.

  79. Wortschubse, das mit dem Pizza...
    Wortschubse, das mit dem Pizza backen zu Hause scheitert daran, dass man üblicherweise keinen Ofen mit den erforderlichen Temperaturen hat. Unter 400 Grad Celsius geht da gar nichts, 500 sind besser.
    Don Alphonso, die ungewollt oder gewollt nicht berufstätigen Mitbürger, gleich ob Rentner oder arbeistlos, müssten doch bei der vielen Zeit, die sie haben, ein Hort der Aufrechterhaltung alter Backtradition sein. Noch dazu, wenn es nicht viel kostet.

  80. Betriebswirtschaft. Ganz...
    Betriebswirtschaft. Ganz offenbar können die Stützen der Gesellschaft nicht rechnen, weil sie es nicht müssen. Die Prummetaat, wie das bei uns im Rheinland heisst, besteht eben nicht nur aus den aufgezählten Zutaten. Hinzu kommen Kosten für Lohn, Miete, Ladeneinrichtung, Bäckereimaschinen, Steuern ohne Ende und einiges darüber hinaus. Und so erklären sich dann auch die Endpreise. Und so manches „arme Leute-essen“ entwickelt sich zur Delikatesse. Weil oft die ganz einfachen Dinge richtig gut sein können. Wie zum Beispiel die mehligen Kartoffeln aus meinem Garten.

  81. Ich finde Zwetschgenkuchen...
    Ich finde Zwetschgenkuchen widerlich.

  82. The Grifter, prima, dann...
    The Grifter, prima, dann bleibt mehr für mich übrig.
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    Hildenet, so einfach ist das nicht. Ich kenne hier auch eine Altstadtbäckerei, die guten Datschi aus erstklassigen Früchten für 1,50 Euro offeriert, und das sind dann auch ordentliche Stücke. Und es lässt sich einfach nicht erklären, warum eine wirklich aufwendige Prinzregententorte 1,80 kostet, und ein Datschi mehr als 2 Euro. da stimmen einfach die Verhältnisse nicht mehr.

  83. Man glaubt nicht, wieviele...
    Man glaubt nicht, wieviele neugeplante Wohnungen ich hier schon zwar mit Küchen, die aber in einer fensterlosen Nische gesehen habe. Also kein Berlin-Phänomen.

  84. Nicht, wenn ich es vorher...
    Nicht, wenn ich es vorher unserem Mops verfüttere!

  85. Zu Bergsteigerin:
    Du hast...

    Zu Bergsteigerin:
    Du hast recht mit dem was man in der Schule auch lernen sollte. Vor und nach 1945 mußten auch Buben in Volksschulen (heute Grundschulen genannt) nähen und stricken lernen. Das war echte Emanzipation.

  86. Jean-Luc, das mit dem Tee ist...
    Jean-Luc, das mit dem Tee ist machbar, aber ich werde dann erst bei der FAZ fragen, ob die Serverkapazität abzweigen können.
    maria-theresia, wer das hinterwäldlerische Bayern kennt, weiss um die Bedeutung dieser einfachen Köstlichkeit. Zu meinen frühen Kindheitserinnerungen gehören die entsetzten Schreie meiner Mutter, wenn mein Vater, ein schlechtes, aber gern rezipiertes Vorbild gebend, den Datschi im glühend heissen Zustand entzwetschgte, weil er es nicht mehr aushielt. Es war nie genug davon da.

  87. The Grifter, ein echter...
    The Grifter, ein echter Tierfreund!
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    Stricken hat man bei uns in der Schule übrigens auch noch gelernt, aber das war nicht mein Ding, ganz ehrlich. Immerhin kann ich so einiges – und ein nettes Thema wären all die türkischen Nähateliers, die jetzt überall in der Stadt auftauchen.

  88. Avantgarde, das Ende der...
    Avantgarde, das Ende der Schlange ist an der Messe Frankfurt. (Aber wenigstens sagt es mal einer und giftet nicht rum, dass die FAZ mich endlich entlassen und sie an meine Stelle setzen sollte (Kalif anstelle des Kalifen), wie es altes Herkommen unter deutschen Bloggern ist)
    Was Senseo und Currywürste angeht: Es gibt doch so unendlich viel über solche Themen. Und so wenig über wirklich wichtige Themen wie Buttermesser, abgespreizte Finger, oder, was nächste Woche kommt: Wie man Weintrauben essen darf und wie nicht. Ich würde das hier gern als Reservat behalten, obwohl mir natürlich klar ist, dass mit dem Systemkrieg Kapsel vs. frisch gemahlener Kaffe ein Kommentarweltenbrand zu entfesseln wäre.

  89. Ah ja, zum Thema Häkeln,...
    Ah ja, zum Thema Häkeln, Stricken und Nähen findet sich jetzt auch ein Beitrag bei Ding und Dinglichkeit, den ich wärmstens empfehlen möchte:
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    http://faz-community.faz.net/blogs/ding/archive/2009/08/15/subversion-mit-nadel-und-faden-das-strickzeug.aspx
    .
    Auch für Nadelverweigerer wie mich geeignet.

  90. Zu Don Au
    Ein...

    Zu Don Au
    Ein Reiberdatschi-Rezept wäre fein. Ich kann mich noch erinnern daß meine Großmutter und meine Mutter die geriebenen Knödel in einem Leinentuch ausgepresst haben. Aber was dann noch hinzukam weiß ich nicht. Als Gewürz sicherlich Salz und frisch geriebene Muskatnuß.
    Aber kennt jemand auch ein Rezept für Fingernudeln (niederbayerisch) aus Kartoffelteig, oben und unten schön knusprig gebraten, innen locker und leicht. Bei dem was heutzutage als Fertigproduck unter dem Namen „Schupfnudeln“ vermarket wird fällt die Kruste beim ersten Anschneiden schon ab und innen sind sie strohtrocken?

  91. I know it's only...
    I know it’s only Zwetschendatschi but I like it …

  92. Wie die Fingernudeln gehen?...
    Wie die Fingernudeln gehen? Man nimmt einen Kartoffelteig, passiert ihn durch die Nudelquetschn in kochendes Wasser mit Salz, kocht die 5 bis 7 Minuten und kann sie dann entweder überbraten oder einfrieren. Ganz einfach. Ist halt jedesmal eine Riesensauerei in der Küchen. Falls keine Quetschn zur Hand: Teig auf ein Holzbret und die Nudeln mit dem Messer in die Topf schaben.

  93. Es ist wirklich befremdlich in...
    Es ist wirklich befremdlich in welch historisch kurzer Zeit sich die Essenszubereitung so grundlegend geändert hat. Bei meiner Oma war das Kuchenbacken für den Sonntag auch noch selbstverständlich. Ihre Spezialität war übrigens Erdbeer-Torte. Wiederum selbstverständlich mit selbstgemachtem Tortenboden und Erdbeeren aus dem eigenen Garten. Und ich glaube nicht, daß dafür wirtschaftliche Gründe maßgebend waren. Man machte das eben so und heute eben nicht mehr. The times, they are a-changing. Aber es gibt in unserem rasenden Stillstand eben auch heftige Verluste. Entschleunigung tut not. Ich glaub‘, ich werd gerade ein wenig sentimental und das nur wegen einem Stück Pflaumenkuchen. Vermutlich wird heute dank Don Alphonso der Pflaumenkuchenmarkt eine Sonderkonjunktur erleben. Bei mir waren es drei Stück für 2,89 vom Bäcker aus dem Nachbardorf, dazu Darjeeling Phuguri, allerdings nur aus einer schnöden Glaskanne.

  94. ................mit dem...
    …………….mit dem Systemkrieg Kapsel vs. frisch gemahlener Kaffe ein Kommentarweltenbrand zu entfesseln wäre.
    Don, für mich schwebt über diesem die Säulen der Kulturen betreffenden Systemkrieg die Frage – und Sie werden diese nicht außer Acht lassen, da bin ich sicher: Ist er denn fair gehandelt? Denn ein guter Kaffee schmeckt nur, hat man ein reines Gewissen.

  95. Don, ja, wir wissen...
    Don, ja, wir wissen mittlerweile, dass Andrea Diener hier auch bloggend unterwegs ist. Und ja, wir lesen es zudem. Und hinterlassen sogar mehr oder minder geistvolle Anmerkungen.

  96. Ach, bitte, Herr Alphonso,...
    Ach, bitte, Herr Alphonso, schreiben Sie doch etwas zum Thema Tee. Wie und mit Tee aus welcher Region und Saison pflegen Sie ihn zuzubereiten? Eine meiner Teedosen ist fast leer, da muss ich mich demnächst um Nachschub kümmern und bin für jede Anregung dankbar.
    Und, ganz unbescheiden, aus welchem Porzellan trinken Sie Ihren Tee?
    .
    Zurück zum Thema. Sie sind also im Sinne von Artikel 131 Abs. 4 der Bayerischen Verfassung erzogen worden?

    (4) Die Mädchen und Buben sind außerdem in der Säuglingspflege, Kindererziehung und Hauswirtschaft besonders zu unterweisen.

    http://www.bayern.landtag.de/cps/rde/xbcr/SID-0A033D45-B63ACBF2/www/dateien/Bayerische_Verfassung_Lesezeichen_BF.pdf (S. 27/38)

  97. A. K., Hauswirtschaft ja,...
    A. K., Hauswirtschaft ja, Säuglinge NEIN! Aus welchem Porzellan? Oh je. Ich müsste erst mal schauen, wie viel ich habe. Ich habe eine Vorliebe für Hutschenreuther, Elfenbein und Goldrand, und da besonders die Form Margarete. Aber je nach Lust und Laune, ich habe auch KPM, Rosenthal, und ein tolles Service von Paul Vogt, einer Töpferei aus Rosenheim, und so weiter.
    .
    Anderl, linken gehört dazu. Und nein, nicht jeder liest immer sofort alles. Manche sind auch froh, wenn es Hinweise gibt. Vermute ich.

  98. Savall, das liegt eben auch an...
    Savall, das liegt eben auch an der neueren Rolle der Frau: Früher war es eben der Herd und die Arbeit in der Küche, und im Vergleich zum Waschen Anno 1950 war Backen sicher eine angenehme Arbeit, die sich fortsetzen liess. Heute dagegen sind die Beschäftigungen anders, und so ändert sich auch der Blick auf den Backofen – von der Freude zur Last.
    .
    nico, ich trinke ohnehin keinen Kaffee, aber was in der kleinen, dummen Stadt an der Donau gekauft wird, hält jeder Prüfung stand.

  99. So richtig verwunderlich finde...
    So richtig verwunderlich finde ich es nicht, dass Zwetschgendatschi (hieß das so? Der Begriff ist im Norden unüblich) für 3 € das Stück nachgefragt wird. Und das liegt nicht unbedingt daran, dass die Leute es nicht mehr können. Vielmehr ziehen sie es vor, 3 € auszugeben, als, na sagen wir mal, ein oder zwei Stunden ihrer Zeit zu opfern.
    Schauen Sie, in meiner Familie ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man, d.h. zugegebenermaßen vor allem die Frauen, backt und kocht. Aber es ist auch eine Selbstverständlichkeit, dass man einer im Regelfall anspruchsvollen und auch zeitaufwendigen Arbeit nachgeht. Das Backen im Kreis der Familie findet dann vielleicht mal am Wochenende statt – aber sonst bleibt nicht die Zeit.
    Außerdem (auch wenn dies eine theoretische Überlegung ist), wenn man sich überlegt, was man in einer Stunde verdient, d.h. was diese marktwirtschaftlich wert ist, dann kommt man beim 3€ Datschi billiger weg.

  100. Aber mal ehrlich - es geht...
    Aber mal ehrlich – es geht doch dann keiner eine Stiunde länger in die Arbeit. Ich würde ja auch nicht einen weiteren FAZ-Blogbeitrag schreiben. Und dann hat man ja nicht nur einen Tag was davon, sondern drei Tage. Am vierten tag muss man wegen dem Zuckerschock zum Arzt (keine Arbeit!) und kann wieder backen. Ich sehe das Problem nicht.

  101. Ja ist denn heut schon...
    Ja ist denn heut schon Weihnachten?
    Ja, der Zwetschgenbaum trägt. Über Wochen hinweg lässt er sich prima ernten. Da kommt der Amtsrichter a.D. vorbei. Das Verhältnis mit der Tochter des Hauses ist perdu. Der Zwetschgenbaum blieb. 1 Körbchen voll kann er ganz alleine mit der blossen Hand herunterpflücken. Oder die Anni, die vor ein paar Wochen eine GANZE Schale voller Walderdbeeren just aus Freude vorbeibrachte – anstatt sie zu 17,50 in der nächsten Stadt zu verhökern. Seltsam auch das Wabern in der Luft – die durch den heissen Teig erzeugte olfaktorische Illusion eines friedvollen Dorflebens irgendwo in „Unsern Herrn“ oder im Kurländischen im Sommer 41.

  102. also warum lese ich ihren...
    also warum lese ich ihren artikel, während meine frau mama gerade einen solchen zwetschgenkuchen backt – übrigens zusammen mit meiner schwester, die sich bis zum montag noch das blau der zwetschgenfarbe von den fingern schrubben muss, will sie ihrer tätigkeit mit sauberen händen nachkommen. also warum lese ich ihren artikel. ich will mehr solche geschichten von ihnen lesen. und dann mache ich daraus ein hörbuch. :-)

  103. Also, ich habe mir nie...
    Also, ich habe mir nie Zwetschgendatschi beim Bäcker gekauft – gegen den meiner Großmutter schien mir der immer nur ein blasser Abklatsch dessen, was ein eigenlicher Datschi sein soll: mit locker fluffigem Mürbeteig, vollgesogen vom Saft der Pflaumen und daher schon ein wenig matschig. Ich muß gestehen, dieser blog und die Kommentare haben mich heute dazu gebracht, meine Großmutter anzurufen und nach dem Rezept zu fragen;-) Allerdings noch eine wichtige philosophiche Frage: Warum sind auf Ihrem oben abgebildeten Datschi denn keine Streusel? Die erhöhen natürlich die Möglichkeit, ins Zuckerkoma zu fallen, nochmal um einiges, aber auf einen richtigen Zwetschgendatschi gehören doch auf jeden Fall Streusel!

  104. In Bayern sind Streussel eher...
    In Bayern sind Streussel eher unüblich. Ich vermute, weil man lieber erst in das Fresskoma fallen will. Ausserdem ist ein Zuckerschock nach ein paar Stücken eher peinlich und deutet auf einen reizbaren Magen hin – und solche Vertreter der Spezies sind dem Vorankommen der Bayern eher hinderlich.

  105. Hmm...Ich wohne in Polen und...
    Hmm…Ich wohne in Polen und freue mich, dass es in unseren Bäckereien noch nicht so teuer ist. Wir „warten“ jedoch auf Euro. Deshalb freue ich mich auch, dass ich backen kann :)

  106. blutendes herzens muß ich...
    blutendes herzens muß ich leider feststellen, daß ich über’s we wegfahren muß. in eine welt, wo solche köstlichkeiten leider keinen ihnen gebührenden status besitzen.
    aber immerhin: es besteht die hoffnung, daß ich den weg hierher zurückfinden werde, auch auf die gefahr hin, daß ich den krümmeln folgen muß & nur leere backbleche vorfinden könnte. ach, die kulinarischen entropien…

  107. Liebe milena,
    entschuldigen...

    Liebe milena,
    entschuldigen Sie bitte die Nachfrage, aber es ist leider so, dass ich Ihren Beitrag nicht verstanden habe. Klären Sie mich auf?
    Lieber anderl,
    tatsächlich befinde mich im Besitze eines Gasherds. Aber was Besseres als Tiefkühlpizza kriegen Sie auch mit Elektro noch hin, denke ich. So hoch sind die Temperaturen nämlich nicht, die man fürs Pizzabacken benötigt. Außer man besteht auf Aktivkohle.
    Lieber Herr Alfonso,
    danke für den Hinweis auf Nadel und Faden. Indes geht es (mir) nicht um evaprinzipielles Stricken (was mir zu lang dauert) es geht um Maschine. Und darum, dass man (ich) manchmal schlicht und ergreifend keine Lust verspür(t,e) auf die Jagd nach Tragbarem in der Innenstadt. Setzt natürlich gewisse Grundkenntnisse als auch ein Mindestmaß an Fantasie voraus (dass man sich vorstelle wie was Dreidimensionales aus Zweidimensionalem werde).
    Dienstboten: Ihre Mutter hat sicherlich gut daran getan, Sie in Herstellung von Speis und Trank einzuweihen. Man lernt dabei. Beispielsweise als Kind eine Vorstellung von Logik und Abfolge (erst wird die Petersilie gewaschen, dann kleingehackt, nicht umgekehrt, andernfalls sie den Abfluss runtergurgelt. Kein Witz: Das ist vielen Nachwüchslern aus der Schicht H4 nicht klar). Logik und Abfolge, das Gehirntraining für die Kids zahlt sich aus und ist auf andere Bereiche durchaus übertragbar.
    Bitte, das kann durchaus als Gesellschaftskritik verstanden werden: Wir leben in Hülle und Fülle, die Grundmaterialien stehen in Qualität und preiswert zur Verfügung, nur weiß der Bürger nichts mehr damit anzufangen. So sagten Sie es ja auch.
    Hinweise auf „Zeit“ sind (wie Sie so richtig bemerkten) eh Quatsch, denn es kostet fast keine (wenn das knowhow vorhanden ist). Vielleicht werden jene, die bisher noch um jede kostbare Minute rangen, sich schon bald im Besitze dieser, nämlich der Zeit, in überreichem Maße befinden.

  108. ein artist, ein artist, der dr...
    ein artist, ein artist, der dr benway.

    wer mag, darf und soll sich dieses video zu gemuete fuehren: snobism and success
    http://www.ted.com/talks/alain_de_botton_a_kinder_gentler_philosophy_of_success.html

  109. Werter Don,

    pflegen Sie...
    Werter Don,
    pflegen Sie zuweilen Selbstgespräch zu führen?

  110. <p>Natürlich, Milena, gerade...
    Natürlich, Milena, gerade fragte ich mich selbst und laut: Will ich das substanzlose Gestänker von Milena weiterhin in meinem Blog lesen? Und kam zum Schluss: Nein, eher nicht.
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    Daria, abwarten. Das kommt sicher auch noch. Leider. Auch wenn ein Bekannter auf die polnischen Kuchenfähigkeiten schwört.
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    laperla, schöne Reise. Ich werde den Tisch nächste Woche zu decken wissen, wioe schon dieses Wochenende:
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  111. Wie gut, daß ich mich vor der...
    Wie gut, daß ich mich vor der Lektüre dieses Beitrags beim Konditor mit vier Stück Sahnetorte eingedeckt habe, sonst wäre die mir das Durchhalten doch arg schwergefallen. :-)
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    @MD, Don Alphonso & Interessierte: Die Webseite von alpha war nur temporär verschwunden, immerhin hat man inzwischen eine Ankündigung geschaltet (http://www.alpha-prod.com). Das Unternehmen, dem die Label alpha, Ricercar und Fuga Libera gehören (http://www.outhere-music.com), expandierte jüngst mit dem Kauf eines weiteren Kleinlabels, æon. Da wollte man wohl den Internetauftritt überarbeiten. Warum man dazu allerdings die bisherigen Seiten ohne Hinweis für zwei Monate abschaltete, wissen wohl nur die Belgier. Die Spinnen, die… aber lassen wir das. Und wie der Don bereits sagte, kommen auch weiterhin CDs. Demnächst beispielsweise das neu unter Vertrag genommene spanische Ensemble „Los Músicos de su Alteza“, welches in Spanien derzeit zu den besten der aktuellen Szene für Alte Musik zählt. (http://www.canadacd.ca/en/browse/?productNumber=ALPHA153&browse=1&page=1) Auf der Vokalseite u.a. mit Olalla Alemán und Marta Infante. Könnte nicht uninteressant werden.
    .
    Die Backtradition ist übrigens nicht überall ausgestorben. Ich durfte gelegentlich die Gastfreundschaft einer Familie nahe Würzburg genießen, da war es völlig normal nachmittags zu Kaffee und Kuchen zu sitzen. Kuchen und Torten kamen von der Oma aber auch von der Mutter (halbtags berufstätig!). Ich will da wieder hin, nicht nur aus den Gründen, aber das gehört hier nicht hin.
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    @Don Alphonso: Auch wenn Sie es nicht zum Genußblog werden lassen wollen, so hoffe ich doch sehr, Ihrerseits auch weiterhin auf einen stetigen und nicht versiegenden Quell an Foodpron zählen zu dürfen! Ein Nein würde an dieser nicht akzeptiert.

  112. @abf: Danke für den link, der...
    @abf: Danke für den link, der ist köstlich! („The next time you see someone driving a Ferrari, don´t think of him as someone how´s greedy, think of him as someone how´s incredibly vulnerable and in need of love.“)

  113. ups, Rechtschreibkorrektur:...
    ups, Rechtschreibkorrektur: „who´s“

  114. *nach dem dritten Stück...
    *nach dem dritten Stück Pflaumenkuchen*
    Streusel müssen unbedingt sein. Ich kann ja die naturbelassene Variante durchaus begreifen, aber es fehlt der entscheidende Punkt aufs I.
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    Letztens gab es irgendwo einen Zeitungsartikel, der sich genau mit diesem Problem befaßte: Warum verwenden Leute mit zuviel ungewollter Freizeit nicht mehr Energie auf gesunde Ernährung? Gerade bei Hartz-IV et al. grassiert der Fastfood-Verzehr. Woher kommt eigentlich dieses Problem? Der Autor des erwähnten Artikels meinte, es läge an allgemeiner Antriebslosigkeit. Ist aber nicht doch das Wissen abhanden gekommen?
    .
    @Daria: Es ist sehr schön, auch mal aus befreundeten Landen etwas zu hören. Polen hat schon immer das bessere Stilgefühl gehabt. Man vergleiche nur mal die Altstadt von Krakau mit der von Frankfurt. Bleiben Sie auf jeden Fall beim Selbstgebackenen!

  115. Naja, wenn in der FAZ jetzt...
    Naja, wenn in der FAZ jetzt das Zwetschgenklauen gerechtfertigt wird, dann ich ja guten Gewissens künftig mit denselben Argumenten auch die FAZ klauen. Danke, FAZ!

  116. "das Ende der Schlange ist an...
    „das Ende der Schlange ist an der Messe Frankfurt“
    Habe ich fast befürchtet und Schlangestehen ist auch nicht meins. Aber am Ende hätte ich vor lauter Schreiben dann gar keine Zeit mehr, dieses feine Blog zu lesen.
    Zwetschgen muss ich allerdings nicht stehlen (obwohl das auch Spaß macht), die werden von der Verwandtschaft tonnenweise (und fast flehentlich) angeliefert… und bald kommen die Äpfel. Tonnenweise kleine, saftige Äpfel…
    Ich könnte mit riesigen Blechen über den Marienplatz gehen…

  117. Das von Ihnen beschriebene...
    Das von Ihnen beschriebene Backwerk drückt meiner Meinung nach mit seinem Namen bereits seine niedere Herkunft aus. Keine adäquate Gesellschaft für edles Porzellan und Silberkannen. „Datschi“ suggeriert mir grobmotorisches Herumdrücken, Betatschen und Schieben – fernab der Konditoreikünste. Da lob ich mir doch den außerbayerischen Pflaumenkuchen. Gern auch mit Streusel, Mandeln und Rosinen verfeinert. Lecker!

  118. @Savall, was den Pfaumenkuchen...
    @Savall, was den Pfaumenkuchen angeht, bin ich eher Purist und für ebendiesen Geschmack, was im Grunde für jedwede Köchelei gleichermaßen gilt. Letztlich ist es aber doch auch Geschmackssache.
    Ich will aber deinen interessanten Hinweis auf den genannten Artikel aufnehmen, den ich in Gänze unterschreiben kann, las ihn zwar nicht, aber schon andere darüber. Man braucht auch nur offenen Auges durch die Stadt zu gehen. In den „ärmsten“ Stadtvierteln gibt es die meisten fast-food Anbieter. Baguette etc. Es hat wenig mit Wissen zu tun, es ist die zunehmende Gleichgültigkeit und mangelnde Esskultur, die insbesondere in puncto Essen hierzulande in solcherlei Ernährung gipfelt. Der Döner-Mist, der über Stadtviertel Gewürzkeulengestank legt, setzt dem die Krone auf. Ich beobachte insbesondere junge Leute ausschließlich mit TK-Ware und Süßigkeiten im Einkaufswagen. Ein paar Nudeln, Olivenöl, Käse, Kräuter oder etwas ähnliches – braucht man dafür Wissen oder Intelligenz? Auch ist es billiger. Die Jungen werden immer fetter, Tops, unter denen Rettungsboote hervorquillen und auf dem Rücken noch Zierrat vom Tatoo-Meister. Der Grundstein hierfür wird in den Familien gelegt, aber wo es ebendiese Führung zu wichtigen Dingen nicht gibt, ist die Kultur im A…. So einfach ist das. Da helfen auch diese Fernsehköche nicht, im Gegenteil.

  119. Don Alphonso - es gibt auch...
    Don Alphonso – es gibt auch kein Problem. Was ich sagen will ist: Diejenigen unter uns, die gerne unter der Woche, wenn sie keine Zeit zum backen haben, Zwetschgendatschi essen möchten, die zahlen halt lieber 3 Euro, als sich in die Küche zu stellen. Ich verstehe also ihre Verwunderung ob der Tatsache, dass ein Stück für 3 Euro nachgefragt wird, nicht.

  120. @Avantgarde: Vielen Dank für...
    @Avantgarde: Vielen Dank für den netten Beitrag. Dafür gibt es ein extra großes Stück vom Datschi!

  121. Werte Opernsängerin,

    Nagyon...
    Werte Opernsängerin,
    Nagyon köszönöm!
    (mit einem leisen Seufzer)

  122. Gerade wollte ich das schöne...
    Gerade wollte ich das schöne Plädoyer für den selbst gebackenen Datschi preisen, als ich lesen musste, dass Sie Margarine an den Teig geben. „Gute“ Butter erhöht m.E. den Genuss erheblich, insbesondere auch den olfaktorischen. Geschenkt, nur eine Randnotiz …
    Das eigentlich Fatale am gekauften Datschi ist meist gar nicht der Preis, sondern die Tatsache, dass der Hefeteig mit zu wenig Zeit und deshalb zu viel Backpulver gefertigt wird. (Hefe mit Backpulver gemischt – ja, sowas machen die wirklich!) Da ist es doch der wahre Luxus, Zeit investieren zu können statt Natriumhydrogencarbonat.

  123. Ah, egy magyar! Ha van kedve...
    Ah, egy magyar! Ha van kedve szivesen irhat egy pár sort az email-cimemre, biztosan válaszolok!
    Der Don möge mir mein kurzes ungarisches Intermezzo verzeihen!

  124. Margarine? MARGARINE???...
    Margarine? MARGARINE??? Womöglich auch noch Becel?
    Ist Datschi mit Margarine nicht etwa wie Tee aus dem Pappbecher?
    Ich bin verwirrt – bitte um Aufklärung!

  125. Einer der Verzehrenden (der...
    Einer der Verzehrenden (der zweitgrösste Anteil nach mir) muss mit Cholesterin extrem aufpassen, daher dieses.

  126. Liebe...
    Liebe Milena-Christin-Andromeda-etc., ich will Sie ja nicht davon abhalten, ihre zeit mit sinnloser Trollerei zu verschwenden, möchte Sie aber dennoch darauf aufmerksam machen, dass ich den Stil nun kenne, und weitere Wortmeldungen Ihrerseits nicht freigeschaltet werden, um dem Publikum hier einen angenehmen Nachmittag zu erhalten. Den ich mir an Ihrer Stelle jetzt auch andernorts machen würde.
    .
    Ungarisch immer gerne, man ist ja weltgewandt.

  127. Sehr schöne...
    Sehr schöne Porzellanauswahl!
    Wo steht denn das 1382 ? In der Donaumetropole oder am See??

  128. Lieber Don...
    Lieber Don Alfonso,
    vielleicht interessiert Sie folgender Hinweis: Cholesterinwerte lassen sich ausgezeichnet in den Griff bekommen, wenn Butter (tierische Fette) durch Öl ersetzt werden (Sonnenblumenöl ist besonders empfehlenswert, am besten wirkt die Mischung 70% Sonnenblume 30% Olive). Diesen Hinweis erhielt ich von einer Diätberaterin. Ich selbst backe nur mit Sonnenblumenöl, indem der Fettanteil der Butter durch die entsprechende Menge Öl ersetzt wird (eher weniger). Die Resultate sind hervorragend. Wie gesagt, eine kleine Anregung am Rande.

  129. Wie der Zufall es wollte, fiel...
    Wie der Zufall es wollte, fiel mir am Samstag eine Kundenzeitschrift eines unsäglichen Verbrauchermarktes in die Hände, er wusste unter der Überschrift „Blitzrezept: Wenn’s mal schnell gehen soll!“ folgendes Rezept zu verbreiten: fertigen Hefeteig aus der Kühltheke, Zwetschgen und einen Esslöffel Zimtzucker.
    Wenn der Fertigkeit o.k. ist, gibt es gar keinen Grund nicht selbst zu backen …

  130. lieber don alphonso, wenn hier...
    lieber don alphonso, wenn hier während meiner abwesenheit solche barock aufgefasste meisterwerke der tischdekoration komponiert werden, dann sollte ich vielleicht doch öfter wegfahren ;)
    freue mich schon auf den nächstfolgenden menügang.

  131. Auch der sich dem...
    Auch der sich dem „Fertig-Datschi“ ( das Zeug sieht aus, wie mit Silikonmasse beschleimt) verweigernde Großstädter (speziell der geschmähte Berliner)hat unzählige Möglichkeiten, auch ohne Schrebers Hilfe zu vorzüglichen Hefteig-Kuchen-Genüssen zu kommen. Entlang des „Mauer-Rad-Weges“ kann man kiloweise die schmackhaftesten Mirabellen ernten, in den letzten Wochen habe ich dort mit bis fast zum Platzen gefülltem Magen und prall gefüllten Taschen, die das Fahrrad an seine Belastungsgrenze brachten, bedauernd zugesehen, wie die Reste der üppigen Pracht (mehr als Essen und Backen kann man nicht) schlichtweg vergammelten. Es interessiert keinen. Man berappt lieber Geld für den Fertigfraß der Fließbandbäckereien.
    Ebenso erlebt im letzten Herbst: auf einer einsamen Parkbank (die ich während einer Radtour ansteuerte) inmitten von Berlin ein Leinensack, daran ein mit zittriger Hand und Bleistift geschriebener Zettel in altdeutscher Handschrift: „zum Mitnehmen“. Bevor irgend Jemand Katastrophenschutz und Polizei alarmieren konnte (die Terrorgefahr lauert ja nun wirklich ÜBERALL), inspizierte ich den Sack. Er enthielt mindestens 5 Kilo, nicht EU-genormte, wundervoll kleine und extrem aromatische Äpfel und ich leistete der Aufforderung des Zettels umgehend Folge. Und ich weiß, wohin mich auch in diesem Herbst meine Radtouren führen werden.
    Ebenso in Hülle und Fülle vorhanden: Quitten („Was haben Sie denn da gepflückt, kann man das essen?“)und quasi vor fast jeder Haustür in Parknähe: Holunderbeeren. En masse. Im Umland demnächst, so das Wetter mitspielt, wieder die allherbstliche Pilzschwemme. Wenngleich ich als Mittelgebirgskind das reine „abernten“ schon wieder völlig stillos finde und in Erinnerungen an längst vergangene Pilzwanderungen schwelge, aber sei`s drum. Der Großstädter ist nicht wirklich benachteiligt: nur faul. Und von Supermärkten umzingelt. Ich glaub nicht, daß es das nicht-backen-KÖNNEN ist, es ist das nicht-backen-WOLLEN. Und Holundersaft gibt`s direkt in der Apotheke neben dem Hollerstrauch…

  132. Nichts für...
    Nichts für Cholesterinbewußte ist eine Blechkuchenvariante meiner Großmutter, wahrscheinlich nicht der Arme-Leute- sondern der Ärmste-Leute-Kuchen: Hier wird der Hefeteig nur mit Semmelbröseln und Zucker bestreut, anschließend ein paar Butterflocken drauf und ab in den Ofen. Als Kind fand ich das köstlich. Den anderen Familienmitgliedern war das Ganze leider zu einfach und zu „arm“, deshalb gab es solche Kuchen nur ganz selten und wenn dann nur ein kleines Blech extra für mich.

  133. Es müssen soviele Pflaumen...
    Es müssen soviele Pflaumen (Verzeihung- Zwetschgen) darauf, dass sie alle in Reihe und Glied stehen. Gegessen wird er am besten warm, darauf frische Schlagsahne, die sich aufgrund der Wärme wieder leicht verflüssigt… der Rest erklärt sich von selbst.

  134. Hier wird in den Kommentare...
    Hier wird in den Kommentare häufig Pflaume synonym für Zwetschge gebraucht;
    tatsächlich sind es aber zwei unterschiedliche Früchte.

  135. Das mit Zwetschge und Pflaume...
    Das mit Zwetschge und Pflaume ist auch mir wichtig – Pflaumen gehen absolut nicht, zu wening Geschmack, und die falsche Form.
    .
    Don Nutella, eine andere Köstlichkeit, die nicht zu verbessern ist, ist der Kaiserschmarrn – und auch den habe ich schon mal für 12 Euro gesehen.

  136. Don Ferrando, das steht in der...
    Don Ferrando, das steht in der Gästewohnung.
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    Wortschubse, das klingt im ersten Moment, hm, leicht exotisch, aber ich werde im Familienkreis mal rumfragen. Margarine ist zwar schlimm, aber traditionell schlimm.

  137. KarlOtto, 1 Löfel Zucker?...
    KarlOtto, 1 Löfel Zucker? Nur? Wollen diese Hunde ewig leben?
    .
    Devona, ich glaube, das liegt daran, dass die meisten berliner glauben, Mirabellen wären giftig, und Äpfel wachsen in Plastikbechern im Supermarkt. Mir jedoch kämen Bedenken angesichts des Drecks in der Berliner Luft; ich muss mal den Baum photographieren, den ich plündere; aud einer Juraanhöhe mit Blick über die Renaisancealtstadt von Neuburg.

  138. ja,der Zwetschgenkuchen, am...
    ja,der Zwetschgenkuchen, am besten mit Früchten aus dem eigenen Garten … das ist ein Stück vom Paradies.
    .
    zu den Flußkrebsen: Dem Lachs erging es ähnlich. Heute als Luxusgut gehandelt, überfüllte er früher den Rhein, und aus dem 19 Jhdt. sind Klagen der Bediensteten darüber überliefert, dass sie schon wieder mit diesem Billigfisch vorlieb nehme muessten, und das auch noch am Feitertag. Na ja, tempora mutantur ….

  139. Wir haben hier kein ...
    Wir haben hier kein Zwetschgendatschi nur Sennenduntschi.

  140. Die Alternative zum...
    Die Alternative zum Zwetschgendatschi ist die CHOLERA aus unserer Gegend. Ebenfalls Klassenkampf. Da die CHOLERA in den Bergen entstanden ist, denke ich, ebenfalls von oben nach unten. Mahlzeit.
    für 4 Personen
    Für eine Springform von 24 cm Innendurchmesser
    Kartoffeln am Vortag kochen
    Zutaten und Zubereitung:
    Geriebener Teig:
    200 g Mehl
    ½ Teelöffel Salz
    in einer Schüssel mischen
    75 g Schweineschmalz, in Stücken, beigeben und leicht mit Mehl verreiben bis die Masse gleichmässig krümelig ist
    5 – 6 Esslöffel Wasser beigeben alles zu einem Teig zusammenfügen, nicht kneten, eine Stunde zugedeckt kühl stellen, auswalle und ein gefettetes Blech damit belegen. Teig mit Gabel gut einstechen.
    Belag:
    500g Lauch, gewaschen, in Streifen schneiden
    1 Esslöffel Margarine oder Butter in einer Panne warm werden lassen, Lauch dämpfen ½ dl Wasser
    ¼ Teelöffel Salz
    300 g Walliser Bergkäse an der Röstiraffel reiben
    500 g Gschwellti, vom Vortag, schälen. in Scheiben schneiden
    Salz, Pfeffer, Muskat
    Kartoffeln würzen
    3 Äpfel, ungeschält, halbieren, entkernen und in Schnitze schneiden
    Einfüllen:
    Teig ca. 2 mm dick rund auswallen, in die gefettete Springform legen, Teig am Formenrand gleichmässig hochziehen, vorstehenden Teig nach innen umlegen. Zutaten lagenweise, einfüllen, am Schluss ziegelartig restliche Äpfel und Kartoffeln darauf legen.
    1 Esslöffel Margarine oder Butter schmelzen, Äpfel und Kartoffeln damit bestreichen.
    Backen:
    ca. 40 Minuten auf der untersten Rille des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens. Springform auf Tortengitter stellen, einige Minuten auskühlen lassen, mit Messer prüfen, ob der Formrand lose ist, dann wegnehmen. Prüfen, ob der Kuchenboden nicht klebt, Torte anrichten.
    Servieren:
    mit Salat ergänzt als Hauptgericht.
    Vorbereiten:
    Teig am Vortag zubereiten, auswallen und mit Backpapier aufrollen, in Plastiksack legen. Lauch andämpfen, auskühlen, Käse reiben. Alles zugedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Cholera schmeckt auch kalt gut.
    Tipp:
    Springformboden umgekehrt einlegen, die Torte lässt sich nach dem Backen leichter anrichten.
    Getränkevorschlag:
    Fruchtiger Weisswein (Fernand, Dôle blanch), Oeil de Perderix oder ein leichter Walliser Rotwein wie Goron.

  141. Werte Don, falls Sie sich...
    Werte Don, falls Sie sich einmal an einem anderen, noch einfacheren Zwetschgenrezept überfressen wollen: 1 kg Zwetschgen entsteinen und in eine Auflaufform geben. Aus 200 gr Mehl, 100 gr geriebenen Mandeln, 150 gr Zucker, 150 gr weicher Butter, 1 Eigelb und 1 Msp Zimt Streuselmasse kneten. Mit der Streuselmasse die Zwetschgen abdecken und dann bei 180°C 40 Minuten backen. Noch warm mit reichlich Schlagsahne servieren. Gibt’s gleich nachher, ich wollte das nur posten, solange ich mich noch bewegen kann…

  142. Klingt äusserst spannend und...
    Klingt äusserst spannend und magersuchtsfeindlich. Ich habe gerade ein paar Kilo geholt, mal schauen, was ich damit anstelle.

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