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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Geld verdirbt die Charakterlosigkeit

| 92 Lesermeinungen

Hartknäckig hält sich das Gerücht, Besitz sei nicht alles und Geld verderbe den Charakter. Erstaunlicherweise waren gestern die alkoholisiert pöbelnden Proleten am See mit Tüten eines bekannten Billiggeschäfts unterwegs, und ich finde vor meinem Haus nie leere Flaschen französischen Champagners, sondern die Scherben billigen Fusels. Auch steckt man mir keine leeren Kaviardosen in die Weinstöcke, sondern Reste von Schnellabspeisen. Treffe ich dann Menschen mit etwas Besitz, sind sie die Höflichkeit selbst, und sie treten auch keine Autospiegel ab. So gesehen bin ich eigentlich sehr froh um die Existenz der bedrohten Art des Besitzbürgertums.

Dem Gerippe der unbekannten arbeitslosen Berliner Journalistin mit ostdeutschem Hintergrund und Hang zu billigen Spirituosen in halbmitleidigem Bedauern auf die verwilderte Müllkippe des Lobbyistentums gelegt

Vorgestern Nacht war es, wie leider meistens am Wochenende, reichlich laut auf der Strasse. Da waren die „Trink trink trink“-Rufe, ein paar Verzweifelte mühten sich vergeblich an der Technik des Zigarettenautomaten ab, einer grölte sein berechtigtes Liebesleid in die Nacht – „Was macht eigentlich dein Ex?“ „Flennt da hinten“ – und ein anderer sagte, dass er aufhören sollte, hier schliefen doch Leute. Kurz, die Jugend der kleinen, dummen Stadt an der Donau hatte einen suboptimalen Abend, und ich nutzte die Geräuschkulisse, um zu früher Stunde Geschirr  abzuwaschen. Das verbietet zwar die Hausordnung, aber festgetrockneter Zwetschgensaft auf dem Backblech ist unschön, und die Hausordnung bin in letzter Instanz wiederum ich selbst. Die jungen Leute stiegen in Autos und suchten die Strassengräben auf, und ich ging zu Bett.

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Die sind ja gar nicht so, würde mancher zu beschwichtigen versuchen, und es stimmt: Nicht alle trinken immer nur Alkohol. Die Person, die ihr halbvolles Erfrischungsgetränk mit Strohhalm vor dem Haus deponiert hatte, woraus der Inhalt zur Freude der Wespen auf die Strasse sickerte, war inkonsequent genug, sich wie besoffen daneben zu benehmen, ohne deshalb mutmasslich besoffen zu sein. Nun ist es sicher nicht die Schlechteste aller Ideen, auf dieses Getränk dieses Herstellers zu verzichten, aber der öffentliche Mülleimer wäre in ein paar Schritten zu erreichen gewesen.

Es ist angenehm, in einer Stadt zu wohnen, in der das, aus einem natürlihen Reflex heraus, nicht so liegen bleibt. Natürlich ärgert man sich, natürlich wünscht man sich auf dem Weg zum Konzert am Sonntag Mittag eine andere Betätigung, als anderer Leute Müll wegzuräumen, aber man macht es eben. Mancherorts empfindet man diesen Drang zur Reinlichkeit spiessig, ja, es stehe der Bildung einer Subkultur im Wege, und überhaupt fange damit das zwanghafte deutsche Wesen an, an dessen Ende die Hysterie für die Internetzensur stehe, weil solche Pedanten dann auch pedantische Parteien wählen. Als ich in Berlin war, hätte ich dergleichen nicht getan – gegenüber war eine „Shopping Mall“, man wüsste nicht, wo man hätte anfangen sollen, es war auch nicht mein Haus oder meine Wohnung, und auch nicht meine Stadt. Hier ist es anders. Eigentum zieht Verantwortung natürlichst nach sich. Der Sprayer legt die Dose beiseite, sobald er eine eigene Wohnung hat. Und sobald der oder die Wegwerfende erst mal einen zuteilungreifen Bausparer hat, wird sich auch sein Verhältnis zum Schmutz vor seiner Immobilie ändern.

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Der Ruf des Besitzbürgers, wie er sich in den kleinen Städten Westdeutschlands darstellt, ist trotzdem nicht der Beste. Er kann nur begrenzt als Träger einer Hochkultur gelten, das gebe ich zu, und damit ist er für das Feuilleton gestorben. Denn es sind nicht die Salzburger Festspiele, auch wenn die jungen Damen wieder Fächer mitnehmen und noch etwas sitzen bleiben, um sich an der Kultur des Konzertsaals zu erfreuen, und auch sonst alle bürgerlichen Tugenden besitzen. Das reicht allenfalls für den lokalen Heiratsmarkt. Der Besitzbürger hat schon während des Neuen Marktes gelernt, dass exotische Anlagen wenig bringen; sein Anlagehorizont liegt zwischen Bausparer und Festgeld, der Bankberater schimpft über die Risikofeindschaft, und für ihn werden die Titel der G+J-Wirtschaftspresse umsonst gestorben sein. Je besser der Wohnort des Besitzbürgers ist, desto weniger Werbung gibt es; er ist resistent gegen Produktzyklen, innovativ wie ein Stein und Neuem sehr empfänglich, solange es jemand für ihn macht. Mit dem Besitzbürger kann man einen stabilen Staat machen, aber keine neuen Nachrichten. Noch nicht mal seine Kinder lässt er verhungern oder in die Gossenshow, ein Totalausfall für das heutige Mediengeschäft.

Vielleicht ist diese nachrichtenlose Stille bar jeder Äusserung einer der Gründe, warum man nun schon seit Jahren seinem Aussterben zuarbeitet. Angefangen bei der Umverteilung, die die untere Hälfte der Besitzbürger wieder zu enteignen droht, über die steten Forderungen nach Veränderung, die dem Wesen des Besitzbürgers zuwider laufen, bis zum Bemühen, seinen Lebenshorizont mit Festanstellung und Rentenanspruch mit Gewitterwolken zu versehen, die dann von der immer gleichen Bagage aus Rentenprivatisierern, Effizienztotalitaristen, Globalherrschaftsideologen und  Kreativmietmäulern in seine Richtung geblasen werden.

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Natürlich kann der Besitzbürger auch stören. Würde ich etwa am Papierbecher achtlos vorbeilaufen, und Frau D, die andere Häuser hat, dieses Fehlverhalten sehen, hätte ich schnell das Gerede, anstelle des Lobes. Der Besitzbürger macht es, vorsichtig gesagt, etwas schwer ihn zu mögen, wenn man mit anderen Lebensentwürfen aufwartet, ohne Ehe und Kinder, um nur einmal den wichtigsten Faktor zu nennen. Er ist weder stilsicher noch geschmackvoll, und leider mitunter auch etwas beschränkt. Er hat Prinzipien und ist nicht charakterlos, was mitunter für andere Prinzipien etwas hinderlich sein kann. Für Menschen wie mich ist es am besten, ihn ein wenig auf Distanz zu halten; denn der Besitzbürger ist eher selten grosszügig, wenn es um die Akzeptanz von anderer Leute Familientradition und ererbten Reichtümern geht. Es ist schön, wenn sich der Besitzbürger Ziele setzt, aber man sollte es verhindern, als seine Zielscheibe herzuhalten. Seine politische Neutralität erklärt sich aus einem gesunden Konservativismus nach unten und einem vulgären Sozialismus nach oben.

Jedoch: Wie einsame römische Säulen stünden wir, die Stützen der Gesellschaft da, gäbe es nicht diese Ziegelsteine, mit denen unter uns das Fundament und hinter uns der Wesenskern der Gesellschaft errichtet werden würde. Mitunter habe ich den Eindruck, man arbeite an seiner Abschaffung, damit es nur noch oben die Penthäuser mit Dachterrasse gibt, und unten das Souterrain, ohne Verbindung dazwischen. Mitunter aber hat der Besitzbürger begriffen, dass das Elend nicht der Feind, sondern das Ziel der Oligarchie ist, und die Reichen nur herrschen können, wenn sie den Besitzbürger als Element mit Forderungen und Ansprüchen ausrotten. Insofern ist sein Vulgärsozialismus gegen die da Oben vielleicht nicht nett, aber durchaus hilfreich.

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Eigentlich müsste der Staat heilfroh sein, solche Besitzbürger zu haben, man müsste ihnen Altäre errichten und im Mai blumenbekränzt um sie herumtanzen, denn ein besseres Bürgertum wird man kaum bekommen als jenes, das aus seinem Besitz heraus die Welt betrachtet, als eine riesige Ansammlung von Besitz, den es zu erhalten und vererben gilt. Es ist nicht die Weitergabe der Gene, es ist die Weitergabe von Besitz an die Gene, die diese Menschen zur Paarung und ehelichen Treue treibt, und am Ende treffen wir dieses satte, zufriedene Bürgertum im Konzert, wo es zwischen den Sätzen nicht klatscht und niemals fehlt, unsere Weinstöcke am Haus gebührend zu bewundern, deren Gitter des Nachts von charakterlosen Nichtbesitzern eher als Mülleimer missbraucht werden.

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92 Lesermeinungen

  1. Ach ja man ändert sich,...
    Ach ja man ändert sich, seinen Geschmack und sein Verhalten in der Tat. So war ich vorgestern zum allerersten Mal ganz spiessig im Altmühltal und gebe zu, es hatte seine großen Momente. Früher hätten mich keine Hundertschaft dazu bewegen können, da hin zu fahren.
    So bleibt Hoffnung auch für Sie, das wir uns ändern, oder Sie??
    http://schwarzmarkt.blog.de/2009/08/17/sen-i-or-stephan-6743914/

  2. ...
    http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/schwaben-und-altbayern/laerm-nachts-alkohol-ID125033081541.xml
    Gerade gestern wurde im BR zu dem Lärm und Trubelproblem in bayerischen Alstädten berichtet!

  3. Black Jack, primär ist das...
    Black Jack, primär ist das Altmültal nur eine liebliche und spannende Landschaft mit kulinarischen Höhepunkten. es ist nicht Umbrien oder die Toskana, aber für deutsche Verhältnisse ansprechend und nicht zu teuer. Der Name ist halt etwas altbacken, aber es ist letztlich nur eine Frage der Einstellung.
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    Don Ferrando, tatsächlich hat sich da in den letzten Jahren – ich wohne nun schon wieder seit 16 Jahren in der Stadt – ein unerfreiulicher Zug eingeschlichen. Das klingt jetzt nach Opa, aber als in meiner Jugend Reifen aufgestochen wurden, war das noch ein grosses Thema in der Zeitung. Heute ist das irrelevant, weil zu häufig. Mitunter hoffe ich inzwischen auf einen wirklich eisigen Winter, um das problem von der Strasse zu schaffen.

  4. Was geschähe, wenn die...
    Was geschähe, wenn die Bürger den ihrigen namenszugehörigen Spieß umdrehten und beispielsweise die portable Spielekonsole des nächtlichen Grölers und Weinstockverunglimpfers in der Regentonne versenkte oder die chromnickelplastikverbilligte Maschine des 150 Dezibellauten Zweiradfahrers mit einem Hammer geräuschvoll traktierte?? Wäre DAS dann der endgültige Untergang des Besitzbürgertums? Oder im Sinne des Biedermeiers und die Brandstifter nur diejenige Tat, die vor dem ohnehin schon gezündeten Streichholz retten würde?

  5. @ Don
    .
    Los Wochos Permanentos...

    @ Don
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    Los Wochos Permanentos – das freiländige Fressen, Saufen und überallhin Müllen wie es ehedehm die baumbewohnenden Vorfahren taten – ist halt ein Privileg der fortscheitenden Demokratisierung der Sitten. Der gemeinsame Nenner, zu dem gefunden wird, ist halt nicht der der die Strasse immobilativ (ist das überhaupt ein Wort?) Besitzenden sondern derer die das Nutzungsrecht qua ihrer Existenz erworben zu haben vermeinen.
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    Meiner unmassgeblichen Meinung nach ist die Entwicklung wohl nicht umkehrbar, an eine logische Fortentwicklung muss man aber glauben wenn man sich weite Teile der lieblichen Stadt am Fusse des Kreuzbergs anschaut in denen diese Zukunftsvision heute schon gelebt wird.
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    Faszinierend bleibt es zu sehen mit welchem Verve die niederen Verhaltensklassen ganz freiwillig an ihrem eigenen Untergang und der Verächtlichkeit ihrer Lebenskonzepte mitwirken.

  6. Ephemeride, das läuft typisch...
    Ephemeride, das läuft typisch deutsch mit der Gründung eines Interessensvereins ab, der dann Druck auf die Stadt und die Immobilienbesitzer macht. Die Städte werden sich entscheiden müssen, ob sie eine bewohnte Altstad wollen, oder eine Partymeile. Schliesslich geht es hier nicht um angewandtes Spiessertum, sondern um die Frage, wie man Stadtzentren für alle offen hält. Wer meint, das sei alles nur Gerede, darf gerne mal am Sonntag morgen hier vorbei kommen, Schaufel und Besen stelle ich.

  7. Nach dem Wochenende ist der...
    Nach dem Wochenende ist der kleine Park hier um die Ecke auch immer reichlich zugemüllt. Die Funktion der großen Müllkörbe haben noch nicht alle erfasst.
    Das Problem ist aber nicht so neu. Der Viktoriapark, hat eine gut dokumentierte Geschichte. Daher ist bekannt dass er schon Anfang des letzten Jahrhunderts ein Problem mit Müll in Form von „Stullenpapier“ hatte. Unschöne Farbgestaltung gab es auch und so wurde ein kleines Wächterhäuschen mit Wächter installiert um die Kreativität und den Müll zu begrenzen.
    Neu scheint mir nur die Unmengen an Scherben zu sein. Es ist vermutlich gerade cool Flaschen zu zerdeppern oder der Pfand ist zu niedrig.

  8. In der Schweiz geht's um die...
    In der Schweiz geht’s um die drei B’s – Besitz, Bar und Beziehungen. Und in der Londoner City sagen die geistreichen Bankers „Jesus saves but Moses invests“.

  9. Lebemann, man kann das Problem...
    Lebemann, man kann das Problem angehen, indem man solche Problemfälle durch „attraktive“ Angebote draussen hält, aber gerade, was das Brüllen angeht, nehme ich schon an, dass eine Belästigung der Allgemeinheit nicht nur Nebeneffekt, sondern Ziel der Veranstaltung ist. Es würde vermutlich keinen Spass machen, bekäme es keiner mit.
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    Ich wäre auch nicht überrascht, wäre die Selbstverortung als, sagen wir mal, antigesellschaftlich Verhaltensauffälliger nicht das Ziel dieser Aktionen. Und dagegen gewinnt natürlich der normale Mitbürger bei all seinen Macken doch wieder an Charme.

  10. Müsste in der Headline nicht...
    Müsste in der Headline nicht „Geld verdirbt die Charakterfestikeit“ bzw. „den Charakter“ stehen?

  11. Nun ja ein erprobter...
    Nun ja ein erprobter Lösungsansatz (Hamburg) wäre, die Straßen und öffentlichen Plätze zu einem Spottpreis den örtlichen (angrenzenden) Immobilienbesitzern zu vermieten und die Durchsetzung des Hausrechts privaten Sicherheitsdiensten zu überlassen, das hätte den Vorteil das man nicht nur die feierwütige Unterschicht aus der Innenstadt ausschließt. Sondern mit etwas Mut und Durchsetzungskraft allgemein unliebsame Personen (schlecht gekleidete Touristen, eventuell vorhandene Unterschicht, sparsame Rentner und anderen Pöbel) ohne Berücksichtigung demokratischer Partizipationsregeln aus der Innenstadt und bisherigen öffentlichen Plätzen zu verjagen…
    Der Blick über den Tellerrand lohnt sich….

  12. Schon erstaunlich was diese um...
    Schon erstaunlich was diese um sich greifende Privatisierung von Gewinnen (Stadtfest-Standbetreiber) bei Sozialisierung der Kosten (Aufräumkommandos der jeweiligen Stadtwerke) alles für Ausprägungen annehmen kann.
    Ich habe es mir mehr und mehr zum Spaß gemacht Leuten, die Müll fallen ließen, diesen hinterherzutragen und sie auf ihren verlorenen Gegenstand hinzuweisen oder ihnen hinterherzurufen, daß sie etwas verloren hätten. Probieren Sie es mal aus, Sie werden allesamt überrascht sein, wie ertappt sich diese Spezies dann doch stellenweise gibt bzw wie frech manche Antworten sein können.

  13. Lieber Don, mein Beileid. Ich...
    Lieber Don, mein Beileid. Ich wünsche Ihnen, daß sich das Problem vor Ihrer Haustür dennoch in Grenzen hält. Die nächtliche Randale (eigentlich ist dieser Ausdruck noch zu verniedlichend für das, was da teilweise abgeht) gibt es inzwischen leider überall. Es scheint, als sei keine deutsche Stadtverwaltung glücklich, solange sie nicht mit einem eigenen Ballermann aufwarten kann. Erinnert sich noch jemand an den Brandbrief, den der Dienstgruppenleiter der Polizeiwache Düsseldorf Altstadt vor einem Dreivierteljahr an seinen Vorgesetzten schrieb? Wer sich ein wenig gruseln mag, bitteschön: http://www.wz-newsline.de/?redid=365017 Man kann anhand dessen ungefähr erahnen, wohin die Reise an solchen Lokalitäten geht. Ich persönlich meide diese sogenannten ‚Partymeilen‘ wo nur möglich. In unserer kleinen, nicht minder dummen Stadt an der Grenze gibt es so etwas nämlich auch.
    .
    @FBandt: Interessanter Ansatz. Aber wenn sie an den, oder schlimmer, die Falschen geraten, kann das schnell den Ruf eines Notartztes erforderlich machen.

  14. Engelhardt, ich möchte zwar...
    Engelhardt, ich möchte zwar ungern Ihrer Ironie aufsitzen, aber verstehen kann ich sie auch nicht. Falls es keine Ironie ist, bitte erneut lesen.

  15. Es ist diesem (Tage)werk eine...
    Es ist diesem (Tage)werk eine recht eigenartige, für mich durchaus geheimnisumwobene Widmung vorangestellt. Daran ermesse ich wieder, wie alt ich inzwischen geworden bin.
    Früher beunruhigte es, einen Zusammenhang trotz Bemühens nicht herstellen zu können, heute macht es mitunter fast schon zufrieden. Wohl verstanden habe ich aber, dass Journalistinnenhintergrund mit Spirituosennebel und ´ne Spende Halbmitleid hier herüber gehören. Indes spürt man wohl langsam, dass die Aufholjagd ein rückwärts laufender Gruselfilm zu werden droht.

  16. Eine Großtat war ja die...
    Eine Großtat war ja die nahezu konsequente Flaschenbepfandung, die das öffentlich verfügbare Abfallspendenaufkommen deutlich minderte.
    Da siegt dann doch der innere Besitzbürger auch bei den Nachrangstützen.
    Die Sache ist zwar in mancher Hinsicht nicht perfekt gelöst, dennoch ist es kaum weniger befriedigend, die weitgehende Straßenabsenz dieses Mülls wahrnehmen zu dürfen.
    Abfalltechnische Fehlwürfe werden meist umgehend von auf anrechnungsfreies Zubrot erpichten Hartzern IV. Ordnung behoben. Habe das auch schon im ICE erlebt. An jedem größeren Bahnhof stieg ein Pfandflaschensucher mit großem Müllsack ein und durchwühlte fix die Müllbehältnisse vor der Weiterfahrt.
    Gegen eine Ausweitung des Pfandregimes könnte ich kaum Argumente vorbringen und die damals inszenierten Proteste einiger Nutznießer freizügiger Stadtbemüllung erscheinen mir nachträglich als die gewohnte Folklore von Lobbyisten betroffener Wirtschaftszweige.
    Ob der „maitre de boullette“ (Hersteller-Logo Bild 1) nach Bepfandung seiner Abfallgüter wohl noch so viel Contenance bewahrt wie das Motto auf seinem kommunaler Fürsorge überantworteten Trinkgefäß verheißt?
    Einen flächendeckenden Großversuch wäre es ja wert.

  17. Die Familie besitzt reichlich...
    Die Familie besitzt reichlich Immobilien, die es zue rben gilt. Der Pappbecher vor der Haustür ist das kleinste Problem. Das größte sind die Mieter in den Immobilien und dass es sich um Im-mobilien handelt. Als junger Erbe und Stütze der Gesellschaft – dank Erbschaftssteuer – habe ich über den Erwerb eines Nachbar- Hauses nachgedacht. Schönes Haus, alte Eigentümerin, gr0ßes Grundstück, viel Wohnfläche. Besitzbürgertum jenseits des geerbten in Sicht. Viel Fläche, viel Arbeit, viel Grundstück, viele Kosten, viel Verantwortung. Dann doch liber eine Mietwohnung in der Neutralität eines kleinen Stadt in einer Umgebung, wo man den Nachnamen durch den Anfangsbuchstaben am Briefkasten ersetzen darf sodass die Post die gesiegelten Briefe doch zustellen kann.
    Freiheit und Liquidität in der Krise contra einengendes spießiges Besitzbürgertum!!!

  18. Lapidarium42, nach meiner...
    Lapidarium42, nach meiner beobachtung wird auf dem Weg zwischen den Lokalitäten getrunken und davor dann weggeworfen. Das gesparte Geld für den teuren Wirtshausrausch lässt die Pfandgebühren leicht verschmerzen. Sprich, dieses Problem entsteht schon in den Supermärkten.

  19. <p>Engelhardt, nein, geht es...
    Engelhardt, nein, geht es doch darum, dass der Charakter mit dem Besitz verbessert wird.
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    tucholskyfuerarme, gerade das sollte eigentlich nicht im Interesse von irgendwem sein; schliesslich ist das Konzept der Bürgergesellschaft etwas, sagen wir mal, anders konzipiert. Natürlich ist es schlauer, sich einen Wachmann zu halten, als den Bauch aufgeschlitzt zu bekommen, aber es wäre einfach mal ein guter Anfang, den Müll in den Mülleimer zu tun. Das ist jetzt nicht schwer, tut keinem weh, und wenn man dann noch berücksichtigt, dass andere hier wohnen und man selbst sowas nicht vor dem Schlafzimmerfenster haben wollte, ist eigentlich alles prima. Bezeichnenderweise sind nämlich auch schlechte Viertel mit grossem Schläferanteil nächtens extrem still.
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    Selbst im finstersten Wedding hat das geklappt.

  20. Ich bin für...
    Ich bin für Bildungsbürgertum. Schreibe er, der Don, doch mal was über das Bildungsbürgertum. Vielleicht kommt das nicht so traurig.

  21. statiker wissen, dass das...
    statiker wissen, dass das verhaeltnis von stuetzen und ganzem ein wechselseitig stabilisierendes sein muss.
    einzig aestheten, dandies und flaneure haben noch einen sinn fuer das ganze, das mehr ist als die summe seiner teile.
    ihre herrschaft steht unmittelbar bevor.

  22. …Hä?
    Auch für Ihre...

    …Hä?
    Auch für Ihre »gesellschaftliche« Lage gibt es eine Voraussetzung, zu dessem Zustandekommen Sie sehr wenig beigetragen haben. Mich interessiert der wahre Lauf der Dinge. Jeder Keulenhiebe, jede geschwängerte Magd, all die Handschläge in den Wirtshausstuben, die heimlichen Absprachen und Tauschgeschäfte. Die Privilegien und Gesetze und gesicherten Pfründe. Nicht das was in den Geschäfts- und Geschichtsbüchern steht. Ich wäre gerne dabeigewesen. Bei jedem einzelnen Mal.

  23. sehr interessant, klingt wie...
    sehr interessant, klingt wie ein märchen über fabelwesen aus einem gesellschaftsbestiarium.
    bleibt nur noch die frage, wie/wo soll man sich selbst darin am best(i)en verorten? die einen laut, bedauernswert & spießig, die anderen edel aber in ihrer langweiliger etikette verfangen.

  24. abf, wie begründen Sie Ihre...
    abf, wie begründen Sie Ihre optimistische Sichtweise bzgl. der bevorstehenden Herrschaft ?
    Wollen wir einfach hoffen, dass Sie recht behalten.

  25. Kinder aus besitzbürgerlichem...
    Kinder aus besitzbürgerlichem Hause wachsen naturgemäß mit selbstverständlichem materiellen Überfluss auf; ihr Loblied sollte – wenn überhaupt – dem für alles „Schöne“ aufgeschlossenen Bildungsbürger gelten, der seinen – in Gemäldegalerien und Naturschutzgebieten ästhetisch gedrillten – Sprösslingen von Kindesbeinen an natürtrüben Demeterapfelsaft aus der (stets gespült zurückgegebenen) Mehrwegflasche einflösst.

  26. ey das is doch voll assi hier...
    ey das is doch voll assi hier soll der sich doch nich so aufregen wen ma ma was fun hat. ok besoffen on the street ist immer peinlich the next day, aber .moment ma mein handy klingeld

  27. Mein Kommentar, war auch...
    Mein Kommentar, war auch ironisch gemeint.
    Bestrebungen wie die, die ich oben beschreibe halte ich für höchst gesellschaftsgefährdend, ebenso wie die Versuche mancher Kommunen in den Innenstädten am Wochenende öffentliches Trinken zu verbieten (Freiburg).
    Dadurch werden nämlich vor allem sozial schwächere Schichten ausgeschlossen, der Rest der es sich leisten kann, zieht betrunken von Bar zu Bar.
    Das führt, das zu der ökonomischen und oftmals sozialen Ausgrenzung mancher Schichten noch eine örtliche Komponente hinzukommt, die ihr die Teilnahme am öffentlichen Leben bzw. Benutzung (ehemals) öffentlichen Räume untersagt.
    Und dann herrscht nachher große Verwunderung warum diese Schichten und Gruppen der Demokratie und der Gesellschaft gegenüber so feindlich und aggressiv eingestellt sind…

  28. Verehrter Don Alphonso,
    eine...

    Verehrter Don Alphonso,
    eine treffende Beschreibung der oberen Mittelschicht („unteren Oberschicht“?)
    An Ihnen ist ein Soziologe verlorengegangen.
    Und ein Poet.
    Herzliche Grüße!

  29. Es ist immer wieder...
    Es ist immer wieder erfreulich, wenn noch jemand den Wald vor lauter Bäumen sieht. Sie wissen um das Fundament, das jede Säule und letztlich jedes Bauwerk für einen sicheren Halt benötigt. Dieses Fundament wurde jahrzehntelang der Witterung ausgesetzt und macht sich nun durch Risse im Mauerwerk warnend bemerkbar. An eine Kernsanierung traut sich niemand heran, da es das ganze Haus auf den Kopf stellt, wo man es sich gerade so schön gemütlich gemacht hat. Außerdem hat man keine Rücklagen gebildet, sondern zahlt schon die Schönheitsreparaturen aus Hypothekenschulden.
    Auch eine „Stütze der Gesellschaft“ ist ohne Fundament zum Liegen verurteilt und heißt dann, gemeinsam mit dem Rest, Ruine. Schönes Requiem auf die scheinbar immer funktionierende Gesellschaftsschicht.

  30. miner. - wo klassisch...
    miner. – wo klassisch buergerlicher gemeinsinn zwischen realer permanentbedrohung von steuerfahndung und hartzIV-kerker zerschmilzt, da bleibt nicht mehr viel, auf das man hoffen kann.

    im uebrigen sind wir „aufgeschlossenen Bildungsbürger“ guter dinge und vorbereitet. – dem lied, verehrte(r) No, schliesse ich mich an.

    ein hoch auf die „in Gemäldegalerien und Naturschutzgebieten ästhetisch gedrillten Sprösslinge – von Kindesbeinen an natürtrüben Demeterapfelsaft aus der (stets gespült zurückgegebenen) Mehrwegflasche“ gewoehnt!!

  31. Es gibt auf Dauer nichts...
    Es gibt auf Dauer nichts Richtiges im Falschen. Besitzbürger zu sein, bedeutete die reale Chance für den Exodus – wenn man denn will – aus dem Falschen und für den Übergang ins Richtige. Das Falsche ist das blinde Beharren und der kämpferische Besitz-und-Machterhalt-Sinn für eine Sache, die schon überlebt ist.
    Das gesellschaftlich Richtige ist die Vorherrschaft des KREATIVEN und – auf der Ebene des Individuums – das menschliche Streben, den Exodus aus dem gewachsenen Falschen klaren Kopfes und auch revolutionmär zu betreiben. Wer die Dinge zu Ende denkt oder meint, zu Ende gedacht zu haben, den drängt’s aus sich heraus, die Herrschaft des Falschen zu stürzen, hoffend, dabei nicht allein zu bleiben und den richtigen Pfad und dann den dominomächtigen Punkt zu finden. Das Ideal ist der KREATIV-Bürger.
    Doch es wird noch einige Evolutionsprozess-Schritte dauern, bis aus dem strukturkonservativen, für seine Privilegien blind kämpfende Besitz- und Bildungsbürger der KREATIV-Bürger geworden ist, der sich auf der Suche nach dem Richtigen, Ganzen und Fortschrittlichen, mit den Projekten des und der KREATIVEN verbündet. Er findet noch keine politische Bewegung vor, der er sich anschließen kann.
    Friedrich Hölderlin hat auch dies in seinem Poem ‚An die Deutschen‘ vorweggenommen: ‚Spottet nimmer des Kinds, /Wenn noch das alberne/ Auf dem Rosse von Holz, herrrlich und viel sich dünkt …. Schöpferischer, o wann, Genius unseres Volks,/ Wann erscheinest du ganz, …‘
    Etwas kritischer wendet sich Goethe an die Vorläufer des KREATIV-Bürgers mit den Worten: ‚Das Falsche hat den Vorteil, dass man immer darüber schwätzen kann. Das Wahre muß gleich getan werden, sonst ist es nicht da.‘ Meine Erfahrung ist die, dass mit etwas Evolutionsprozess- und Chaosphysik der Schritt vom kollektiven Schwätzen zum gemeinschaftlichen Tun leicht fallen wird.
    Wenn ich Angela Merkels strategische Zurückhaltung im gegenwärtigen Wahlkampf richtig interpretiere, dann vertraut sie darauf, dass es ihr nach der Wahl zur nächsten Bundeskanzlerin gelingen wird, den Epochenwechsel vom Falschen ins Wahre global mit ihrer CHARTA-für-nachhaltiges-Wirtschaften zu organisieren. Über das Richtige und den Epochenwechsel dahin heute zu reden, das wäre wohl d a a a a s wahre Thema des Bundestagswahlkampfes, doch wer gewinn schon mit seiner Vorstellung einer globalen PERESTROIKA einen Wahlkampf im Jahr 2009. Ich vesuche z.Zt. diese Epochenwechsel-Dimension in die Diskussion zu bringen – mit einer Bürgerinitiative ‚KREATIVE für ANGELA‘. Mit ihrer CHARTA-für-nachhaltiges-Wirtschaften ist sie uns vorangegangen, ohne es uns zu sagen. Sie hat es mit den KREATIVEN und der Epochenwechselperspektive unter die Herrschaft des KREATIVEN.

  32. Werter Alphonso,

    wie...
    Werter Alphonso,
    wie kommt’s?
    Auf der einen Seite jammern Sie darüber, dass man an der Abschaffung der Ziegelsteine, welche die Penthäusern mit den Sout’s verbindet, arbeitet.
    Und in anderen Beiträgen tun Sie die Eidgenossen angreifen, deren Steuern zu niedrig seien und dadurch unserem Land indirekt schaden würden?
    Für mich sind die Eidgenossen sozialer als das, was in Berlin hockt.
    Das liegt vielleicht an meiner alemannischen Abstammung und daher an der Affinität zu dem Völklein südlich der grossen Pfütze.
    Mir scheint Sie haben gewisse Ähnlichkeit mit schwarzen Johannisbeeren.
    Aussen schön blauschwarz, der Saft aber ist tiefrot.
    @ Konfuzius sagt: netter Hinweis auf die Verhältnisse in meiner Geburtsstadt. Der Grüne (das muss dazugesagt werden) OB hats durch ein Verbot von Alkohol auf öffentlichen Plätzen versucht, doch die Partybetreibenden Jurastudenten haben nix besseres zu tun als weizerzusaufen und dagegen vorzugehen. Freiburg ist längst nicht mehr Freiburg zu viele Preussen da, das hört man schon beim Abspielen des Videos der Umfrage auf der BZ Seite.

  33. Bei uns gegenüber, in der...
    Bei uns gegenüber, in der Kaiserstraße in München Schwabing, gab es seit Jahrzehnten eine Theater-Kneipe für linkes Kabaret. Im Prinzip nicht weiter schlimm, die Sozis müssen sich ihre Unterhaltung pseudointellektueller Qualität ja auch irgendwo zwischen zehn Halben Bier reinziehen. Nur, während die gepflegte, absolut hübsche Pizzaria eine Querstraße weiter den Garten um 21.30 Uhr und das Restaurant um 22.30 Uhr schließen muß, steht bei uns gegenüber die Türe um 2 Uhr früh immer noch offen, mit einem daraus resultierendem entsprechend hohen Lärmpegel. Dem Wirt vom Italiener gehört zwar die Immobielie, er ist aber kein Bekannter unseres Bürgermeisters. Ich habe mich nie beschwert, in der Stadt hat man mit einem gewissen Lärmpegel zu rechnen. Nun ist der Laden aber zu, und siehe da – Ruhe ist eingekehrt. Wenn die Dusseldörfer ihre Sauflokale reduzieren würden, hätten sie auch kein solches Problem. Vielleicht wäre das auch eine Vorgehensweise für Städte an der Donau.

  34. Don Alphonso
    "Natürlich ist...

    Don Alphonso
    „Natürlich ist es schlauer, sich einen Wachmann zu halten, als den Bauch aufgeschlitzt zu bekommen“
    Bei uns in Wiesbaden sorgt unsere in Escada gekleidete Großtante mit dem Drilling für Ruhe. Evtl. eine Idee die geschmähten Jagdgewehre zu reaktivieren ? Ein gepflegter Blattschuss hat auch in südlichen Gefilden Wirkung.

  35. Müll fallen lassen,grölen...
    Müll fallen lassen,grölen etc. ist eindeutig regredientes Verhalten.
    Man kennt es von Kleinstkindern, die aus ihren Kindermobilen immer wieder etwas rausschmeissen, und erst recht,wenn es die Eltern immer wieder aufheben.
    Würde man Allensbach damit beauftragen durch alle Schichten zu fragen,ob man seinen Abfall im Eimer entsorgen würde,oder ihn einfach im Gehen der Schwerkraft überließe,so glaube ich,bekäme man Lügen aufgetischt.
    Allein der Wille fehlt……….

  36. Wehrter Don,
    über wen wenn...

    Wehrter Don,
    über wen wenn nicht über unseren Stand ist so
    viel nettes zu sagen.
    Die Anderen sind die Anderen, doch wir müssen uns
    schon treu bleiben, auch oder gerade weil Minderheiten
    nicht so schnell untergehen.
    Versuchen Sie doch mal putzen zu lassen, Sie finden bestimmt
    einen Helfer.
    Herzlichst P.

  37. In der Tat, ein Lob dem...
    In der Tat, ein Lob dem Winter. Dann sind die lauten MenschInnen aus dem Spätshop von schräg gegenüber drinnen, die Fenster der lauten Bumm-Bumm-HörerInnen geschlossen und ich werde von fettigen Gesäßen, durchschnitten von Schlüpfergummis, verschont.
    Doch leider reichen die Winter hierzulande nicht mehr um das Ungeziefer zu vernichten – um die widerlichen Gartenschädlinge zu vernichten, müsste es mal richtig lange richtig kalt werden.
    Aber trotzdem, lieber Don, stehe ich dafür niemals zu Verallgemeinern. Meine Familie hat sehr wenig, wir sind sogar richtig arm, aber Müll fallen zu lassen käme uns nie in den Sinn. Gehe ich mit meinen Kindern an den öffentlichen Strand der Stadt, nehme ich immer einen Beutel mit und reinige das Liegeplätzchen samt näherer Umgebung – die Kinder machen (noch) gern mit.
    Und ich bin nach wie vor der Meinung: Stil, Benimm und all das Gute und Schöne haben nichts mit Geld zu tun, dafür aber mit der vollständigen Abwesenheit des Vulgären (welche durchaus die Züge von LV, ESCADA oder ROLEX tragen kann).

  38. Malaparte, das ist schön -...
    Malaparte, das ist schön – allerdings, die Ablehnung von Rolex mag ich nicht hanz verstehen, die klassischen Exemplare sind wirklich gute Uhren. ich habe mir in Berlin eine gebraucht gekauft, und später eine weitere geerbt ( http://rebellmarkt.blogger.de/stories/154209/ ) – es sind halt Klassiker, seit Jahrzehnten gelaufen und alles mitgemacht, und in Stahl eher unauffällige Uhren mit sehr guten Werken. Ich finde sie aktuell allerdings – wie so vieles andere – klar überteuert, Rolex hat die letzten Jahre über laufend die Preise erhöht, weil es einfach möglich war. Jetzt kommt doe Zeit, da viele wieder im Pfandleihhaus enden.
    .
    Kleinerberg, ich nehme an, es ist, wenn es nicht gerade nächstens geschieht, eine Mischung aus „macht eh jeder“ und „ist mir jetzt zu viel Stress“. Würde man beispielsweise Picnickörbe und Porzellan vorschreiben, sähe die Sache gleich ganz anders aus.

  39. Chapeau!
    Die Bilder allein...

    Chapeau!
    Die Bilder allein erzählen schon von
    zwei Welten und sind Illustration
    und Ergänzung der Widmung.
    Mitleid auch Halb ändert DIE nicht.
    Danke!

  40. Wiesbadener, bei uns ist man...
    Wiesbadener, bei uns ist man menschlich, die oft angesprochene Alternative sind gehackte Sauborsten und Salz in einem Vorderlader. (Ich bin Jägerenkel. Ich bin zwar auch Vegetarier, aber man muss Prolls ja nicht essen)
    .
    mawu, das Problem gibt es allerorten. In meiner dummen, kleinen Stadt etwa werden Konzessionen wie aus Geisterhand vergeben, wenn nur die richtigen Leute sie wollen; da gehen plötzlich selbst Discos in Wohngebieten. Allerdings, falls hier jemand in der Verwaltung der dumm en, kleinen Stadt mitliest – das sind dann auch die Gründe, warum man hier die Staatspartei nicht mehr ganz so schätzt. Wir wissen, was ihr letzte Nacht getrieben habt, und mitr wem.

  41. Interessant finde ich, daß...
    Interessant finde ich, daß die gröhlenden und müllhinterlassenden (warum gibt es eigentlich im Deutschen kein Verb wie das englische to litter?) Idioten hier unisono einfach der Unterschicht zugeordnet werden. Meiner zugegebenermaßen etwas begrenzten Erfahrung nach handelt es sich, zumindest in der Altstadt, keineswegs um angesoffene Prolls, sondern eben um die Brut des hier so gelobten Besitzbürgertums. Nicht, daß die Prolljugend sich nicht auch saumäßig aufführen würde, aber sie tut das in der Regel nicht in der Altstadt. Hier dominieren angehende Juristen (wie dieser gegen das Alkoholverbot klagende Doktorand), Betriebswirtschaftler und ähnliche angehende Gesellschaftsstützen, die ihre lange Tradition des studentischen Alkoholabusus aus den Burschenschaften und Corps heraus auf die Straße verlagert haben.

  42. @Don, wg. Rolex: Sicherlich...
    @Don, wg. Rolex: Sicherlich lebt Rolex noch vom Ruf, ein Klassiker zu sein. Aber ist es nicht auch so, dass mit den masslosen Preiserhöhungen, einfach „weil sie möglich waren“, auch die Aussage geändert wird, die man mit einer Rolex tätigt: von „Träger hat Sinn für Qualität und ist imstande, Wertarbeit angemessen zu bezahlen“ hin zu „Träger hat eigentlich keine Ahnung und kauft Markenware nach Art des Russen – nur das teuerste, ist also eigentlich Idiot“?
    Ok, on the long run, we’re all dead. Allerdings, Rolex speziell wird wohl mittelfristig mit dem Ruf leben müssen, Ludenwecker zu verkaufen – das Alter der Uhr ist im Einzelfall ja nicht unbedingt sichtbar. Wieder eine Marke sinnlos versaut.

  43. Alter Bolschewik, was man so...
    Alter Bolschewik, was man so aus dem Westviertel hört, sind da die Massnahmen gegen Alkohol recht streng. In meiner heimatstadt ist die Altsatdt das Ausgehviertel für alle. Ich will naturgemäss niemanden ausschliessen in meinen Betrachtungen, aber die Kernfrage bleibt: Was bringt die dazu, so zu sein, und was hält sie nicht ab. Die öffentliche Schande, um 3 mit dem Anwalt im Gepäck die brut abzuholen: Ganz sicher.
    .
    Es ging vor kurzem mal ein Fall durch die Lokalmedien, wo eine 13-Jährige mit weit über 1 Promille erwischt wurde. Deren Mutter gab dann zu Protikoll, ihre Tochter brauche das ab und zu. Tja.
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    Gustl, ich habe nichts gegen Johannisbeeren, und es ist auch nichts dagegen einzuwenden, wenn man soziale Verantwortung nicht als Geschäft ohne Gegenleistung betrachtet. Ich mag die Schweiz sehr. Ich bin gern dort. Nur die Beihilfe zur Steuerhinterziehung bräuchte es nicht.

  44. Finmike, wie man es nimmt -...
    Finmike, wie man es nimmt – wer so genau hinschaut, dass er bei einer Oyster die Krpne erkennt, erkennt auch am Band, dass sie ziemlich alt ist. Was ich dagegen wirklich übel finde, siond überteuerte Pateks mit Quarzwerken. Rolex hat ein wenig das Pech, als Synonym für eine gewisse Tendenz im Luxusgeschäft zu stehen, die andere vielleicht nicht ganz so laut verfolgen. Dass sich Rolex dem markt angepasst hat, kann man ihnen nicht vorwerfen; wären sie bei den alten Preisen geblieben, gäbe es noch mehr russische Käufer. Würde ich mich mit einer neuen Rolex erwischen lassen? Nein.
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    Don Sebastian, wie auch bei römischen Ruinen wird man noch lange die Säulen bewundern, was bei denen natürlich für eine gewisse lockere Haltung sorgen. Noch. Aber hier will niemand Berliner Zustände, und auch keine amerikanischen Zustände. Das zeigen die Leute auch, wenn sie die Effizienzfreunde der CSU abwählen. Man hätte es gern genütlich und sicher. Da wird es vermutlich schon die ein oder andere Reparatur geben – allein schon wegen der Folgekosten, wenn man es nicht macht.

  45. FBrandt, ich werde das bei...
    FBrandt, ich werde das bei Gelegenheit – und wenn ein Mannschaftswagen der Polizei mal um die Ecke ist – versuchen. Im Ernst, ich sage auch was, aber am Abend ist mir die Randale zu blöd, da rufe ich inzwischen ohne Skrupel die Polizei, wenn randaliert wird.
    Goya y Lucientes, oh weh. Das ist bitter, da bin ich froh, nicht dort zu sein. So etwas gäbe es zum Glück bei uns nicht, aber es stellt sich natürlich die Frage, wie man damit fertig wird, falls es erst mal soweit ist.

  46. Wir sind in der Diskussion mal...
    Wir sind in der Diskussion mal wieder beim Eigentlichen angelangt: Manieren und deren Verschwinden.
    Das war doch schon beim Buchsbäumchen so, bei der ICE-Reise, beim Teeservice, bei dreibeinigen Tischchen, beim Altstadtfest usw !
    Aber warum und wieso ist das so. Ist es wirklich so oder fällt es nur mehr auf ?
    Oder sind diese Leute nur mehr präsent, wegen 38 Stunden Woche, Arbeitslosigkeit und mehr verfügbarem Einkommen ??

  47. Oh Don Alfonso!!!
    Sprechen Sie...

    Oh Don Alfonso!!!
    Sprechen Sie nicht von der Rolex! Bitte nie mehr!! Die „alten“ Modelle sind wunderschön, ich bin immer kurz davor, eine zu kaufen. Aber dann ist da immer noch dieses sichtbare Rolexzeichen, ich weiß nicht…
    Im Schwimmbad (die einzig wahre Sportart ist Schwimmen, man muss sich außerdem im Becken benehmen, wenn man die älteren Herrschaften nicht stören will) trug eine stilvolle Dame, während Ihr makelloser Körper (um die 49) Ihre Runden kraulte, neben vielen kleinen geschmackvollen Kettchen eine dieser Rolexuhren an Ihrem Armband. Ich bin zerflossen…

  48. Um nochmal auf die...
    Um nochmal auf die Ausgangsthese zurückzukommen: Ich denke nicht, das Geld und Besitz per se dazu beitragen, den Charakter zu veredeln (ebensowenig ist Armut dazu geeignet, die Menschen zu bessern). Dass die Sorge um den Besitz auch das unmittelbare Umfeld miteinbezieht (das, wenn es allzu offenkundig verlottert, ja den Wert des Besitzes mindern könnte) sehe ich noch nicht unbedingt als Ausdruck edlerer Gesinnungen oder fortgeschrittener Herzensbildung. Und gute Manieren, Benimm, erlesener Geschmack, nunja, auch Mengele liebte bekanntlich Mozart. Das alles bürgt also auch für nichts.
    Tatsächlich störe ich mich aber auch als nichtimmobilienbesitzender Mieter daran, dass auf dem schönen Platz vorm Haus an lauen Sommerabenden die sittlich desorientierte Jugend unterm Kastanienbaum zecht und lärmt bis in die Früh und ihre geleerten Bier- und Schnapsflaschen auf den Bodenplatten in Scherben gehen lässt, wo ich mein Töchterlein nachmittags eigentlich gerne unbeschwert rumrollern lassen würde. Ich habe mich da und dort auch selber runterbequemt, um es vielleicht mit einem vernünftigen Wort zu klären ohne gleich die Ordnungskräfte hinzuzuziehen, aber irgendwie richten ein, zwei Streifenwagen samt Besatzung doch etwas mehr aus. Aber eben auch nur für den Moment. Von daher habe ich vollstes Verständnis, wenn man in Freiburg, Düsseldorf und andernorts verschärft darüber nachdenkt, dem Problem mit Verordnungen entgegenzuwirken.

  49. Don Ferrando, ich kann da auch...
    Don Ferrando, ich kann da auch nur raten, aber ich sehe schon eine Veschlechterung – das Asoziale bekommt allen Raum der Welt im Fernsehen, wirkt dadurch als Vorbild, und dann führen sich die leute eben so auf. Das war schon so bei den Gerichtsshows, warum sollte das in anderen Bereichen anders sein? Es gibt klar einen Unterschichten-Mainstream, der attraktiv erscheint vom Schulabbrecher bis zum Vorglüh-Studi. ich denke, früher trug es einfach nicht so auf, es waren Randerscheinungen und nicht Dinge, die irgendwie gesellschaftlich akzeptiert waren. Heute wird es zumindest hingenommen, aus welchen Gründen auch immer.
    Tucholskyfuerarme, ist es wirklich so ein Problem, öffentliches Saufen zu verbieten? Nach meiner Beobachtung ist das Trinken in der Öffentlichkeit dem schnellen Zudröhnen zuzuschreiben, und damit auch dem Sparen, beziehungsweise dem gerade noch in die Disco kommen bevor das Zeug voll wirkt. Im Kern ist es mir vollkommen egal, ob einer besoffen die Autotür eintritt, weil er sich im Lokal oder in der Öffentlichkeit betrunken hat. In aller Regel geht Randale einher mit Alkohol, und insofern ist der Alkohol selbst vermutlich der richtige Punkt, an dem man ansetzen kann. Es wird keiner umkommen, wenn er mal weniger trinkt. Und dass die Allgemeinheit für die Folgen aufkommt, ist jetzt auch nicht gerade sozial.

  50. don, du bist schon nen echter...
    don, du bist schon nen echter vogel.
    ich hab deinen rolex-artikel auf dem anderen blog gelesen. sehr schoen und lebendig geschrieben. es entstehen welten. – aber warum nennst du das „skalp von meinen feinden“? – inhaltlich ist es mir voellig klar. – aber warum diese duesteren klangwelten in der headline? – das ist etwas, das ich an der deutschen blog-szene nicht verstehe: warum immer ne spur negativ und ne spur under-dog? warum von hinten aus der kiste springen und in die waden beissen?
    ist under-dog-habitus die grundvoraussetzung fuer hohe click-zahlen in deutschland? – es mag funktionieren, schafft allerdings ein unschoenes – ein quasi ‚kreuzberger‘ – grundrauschen. und fuer meinen geschmack: es inszeniert das medium und dessen akteure letztendlich unter wert.

  51. malaparte, Wer nicht über die...
    malaparte, Wer nicht über die nötige sittliche Reife verfügt, sollte nicht FAZ lesen (nichtmal online). Ansonsten könnte er ob des allgegenwärtigen Gejammers über political correctness den Schluß ziehen, es entspräche gutem Stil, bei Gelegenheit den Göbbels zu geben („Ungeziefer vernichten“). Dem ist nicht so.
    Don, drei Dinge wollte ich noch an Ihrer Hymne auf den Zwetschgenkuchen loben: (wir Konservativen sind ja oft etwas gestrig) Die Abwesenheit des Wortes „lecker“, Ihre Weigerung Tee-Präferenzen zu dekretieren und die Verwendung von Margarine.

  52. „Asoziales Verhalten“, das...
    „Asoziales Verhalten“, das „Asoziale“, ich würde mal sagen Ansichtssache. Ein paar Pappbecher auf der Strasse? So what? Bei einer funktionierenden Straßenreinigung kein Problem. Für mich z.B. ist asoziales Verhalten, wenn zornige alte Männer wie Don Alphonso, bei unnützen Ausflugsfahrten, meinen Kindern die Abgase Ihrer knatternden Oldtimer ungefiltert in die Nase pfeffern.

  53. Don Alphonso, seien Sie froh,...
    Don Alphonso, seien Sie froh, dass die Reifen nur aufgestochen werden. In Berlin werden die Reifen angezündet, so dass gleich der ganze Wagen mit in Flammen aufgeht. Da hilft dann auch keine Werkstatt mehr. Gut, Berlin ist Berlin, hoffen wir mal, dass das nicht Schule macht und in der dummen kleinen Stadt Nachahmer findet.
    .
    Ansonsten: guter Artikel, auch wenn das Thema eher unschön ist. Aber es ist nun mal so, dass die Probleme vorhanden sind. Sicherlich, liegt die Villa entsprechend gesichert weg vom Pöbel, bekommt man das nicht mit. Trotzdem will man ja vielleicht auch mal in der Stadt spazieren gehen und sich nicht nur immer im Club aufhalten. Von daher sollten auch die „Stützen“ ein Interesse an der Beseitigung des Problems haben. Ansonsten werden nämlich die Refugien des Lustwandelns immer kleiner.

  54. Plebejer, es ist nicht einfach...
    Plebejer, es ist nicht einfach nur ein Pappbecher. Es ist ein halbvoller Becher an einem Sonntag Morgen im Hochsommer. Es wird mehr als 24 Stunden dauern, bis die Strassenreinigung kommt. Es ist ein Getränk mit hohem Zuckeranteil. Und es ist vor meiner Tür. Sprich, ich habe die Sauerei, wenn einer drüber fährt, ich habe den Ärger mit den Wespen, es sieht nur begrenzt schön aus, und niemand hat etwas davon. Niemand. Keiner. Es ist komplett überflüssig, und wird, nur weil einer zu faul ist, zum Abfalleimer zu gehen, der Allgemeinheit zugemutet. Wenn hier jeder mit „kommt eh die Strassenreinigung“ anfangen würde, sähe es hier aus wie in Neapel. In dem Fall würde ich Sie und Ihre Kinder gern einladen, hier mal in was auch immer vorbeizukommen, damit sich das Abladen meines Abfalls – bedauerlicherweise wenig, weil ich auf dem Wochenmarkt einkaufe – auf Sie entlade. Und dann lasse ich mir gerne asoziales Verhalten nachsagen.

  55. Einer ernsthaften Diskussion...
    Einer ernsthaften Diskussion über die Rolle von Alkohol in der Gesellschaft bin ich nie abgeneigt.
    Eine Prohibition oder eine drastische Verteuerung von Alkohol durch Besteuerung verbunden mit einer ehrlichen und ernsthaften Aufklärung in einem demokratischen Prozess halte ich trotz aller Begleiterscheinungen (Luxusware und Schwarzbrennerei) für wünschenswerter als das derzeitige populistische Herumdoktern an den Symptomen statt den Ursachen.
    Mit meinen Beiträgen möchte ich vor allem dazu beitragen, das bei der Diskussion in Betracht gezogen wird, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen wirklich sinnvoll sind oder unverhältnismäßig bestimmte soziale Gruppen belasten und ausgrenzen.
    Wenn trifft man den abends/nächtlich auf den Plätzen trinkend? Im Beruf stehende Personen, nein die ziehen weitgehend von Bar zu Bar oder trinken auf privaten Feiern und sind aufgrund ihres Habitus und Wohlstandes von den Sanktionen der staatlichen Stellen befreit.
    Also hauptsächlich Jugendliche sozial benachteiligter Gruppen, die restlichen Jugendlichen trinken (ungesetzlich) in Bars oder elterlich sanktioniert im eigenen „Partykeller“.
    Nun was hat sich verändert das das zum Problem wurde?
    Statt das sie das wie früher in ihren eigenen „Vierteln“ machen dringen sie immer mehr in die bürgerlichen Innenstadtviertel vor, die übrigens von kommunaler Seite oft gewünscht zu „Partyzonen“ gemacht wurden, nun kommt überraschenderweise nicht nur das gewollte mittelständische und bürgerliche Publikum (die oft genug auch die Gelegenheit nutzen „die Sau rauszulassen“), sondern auch „Problemgruppen“. Was tun? Das Problem grundsätzlich angehen, oder einfach nur die „Probleme“ aus der Öffentlichkeit herausdrängen?
    Zur grundsätzlichen Sache, ist das Verhalten und Benehmen der Bevölkerung in der Öffentlichkeit schlimmer geworden? Ja und Nein.
    Liest man die Romane Dickens oder Dokumentationen von vor hundert Jahren über Problemviertel, stellt man verblüffende Parallelen fest. Der Unterschied ist meiner bescheidenen Meinung nach, das durch die „Demokratisierung“/ Popularisierung durch Massenmedien diese Phänomene Teilen der bürgerlichen Bevölkerung erst zur Wahrnehmung gebracht werden und in die „Mitte der Gesellschaft“ rücken. Das führt weiterhin dazu das der Druck bürgerlicher Verhaltens- und Benimmregeln, die bisher manch schlimme Exzesse verhindert haben obsolet bzw. an den Rand gedrängt werden.
    Nun was ist die Lösung? Die Gruppen wie bereits beschrieben wieder aus der öffentlichen Wahrnehmung zurück in ihre angestammten Reviere zurücktreiben? Aus den Augen aus dem Sinn?
    Oder langfristig mit dem Druck zu Bildung, Aufklärung und Verbesserung der ökonomischen Situation, und einem angemessen Katalog staatlicher Sanktionen diese Personengruppen aus ihren Verhältnissen „befreien“? Sicherlich ein Projekt das unter der Zeitdauer von zwei Generationen nicht annähernd zu verwirklichen ist…
    P.S.: Oh Gott, ich klinge wie ein „echter Sozi“, mein armer Großvater…

  56. Plebejer, Wer bis drei zählen...
    Plebejer, Wer bis drei zählen kann schreibt nicht „so was ?“ Je older der Oldtimer, desto besser die Ökobilanz, das könnte sich Dank der die Verschrottungslüge begleitenden Diskussion mittlerweile herumgesprochen haben. Und wenn Sie nur nützliche Fahrten unternehmen können, tut mir das leid.

  57. poisson, man gestatte mir eine...
    poisson, man gestatte mir eine Replik: Wer Gelesenes nicht versteht, sollte nicht FAZ lesen (nichtmal online). Hatte mich mein Winterwunschtraum doch schon längst in unseren Garten geführt, für den ich mir jedes Jahr lange und harte Winter wünsche – nicht ohne Grund spendierte ich dem Gedanken sogar einen neuen Absatz. Also bitte erst denken und dann schreiben und vor allem: niemals von sich auf andere schließen.
    Und sicher, es ist nicht der Pappbecher, nicht die zertrümmerte Glasflasche, nicht der liegen gelassene Einweggrill. Es ist die dadurch bekundete Mißachtung, die Respektlosigkeit, der Mangel an Rücksicht. Und das offenkundige Fehlen jeglicher Haltung, jeglicher Achtung (auch vor sich selbst) und von jeglichem Benimm.

  58. @ poisson, zu Ihrem...
    @ poisson, zu Ihrem Nazi-Vergleich an malaparte:
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    Wer wie Sie überhaupt nicht die Fähigkeit besitzt, Ironie zu verstehen, der sollte wirklich nicht dieses Blog vom Don und auch nicht bestimmte Beiträge der Kommentatoren lesen.
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    Der Don schreibt jetzt seit einem halben Jahr für die FAZ, doch Sie haben die Grundstimmung hier immer noch nicht verstanden. Unglaublich.
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    Übrigens, als der Don vorschlug mit gehackten Sauborsten und Salz in einem Vorderlader auf die Proleten zu schießen (auch nicht ernst gemeint, falls Sie’s nicht gemerkt haben), da hatten Sie natürlich NICHT die Traute, ihm irgendetwas zu erwidern. Und schon gar kein unsäglicher Goebbels-Vergleich. Sie vergreifen sich nur an den vermeintlich Schwächeren. Mit Verlaub, Poisson, Sie sind erbärmlich!

  59. Es ist nicht nur der saufende...
    Es ist nicht nur der saufende Pöbel, sondern auch – und das ist besonders pikant – die jeweiligen Printmedien, sogenannte Hauswurfsendungen, die die Straßen vermüllen. Diese Provinzblätter werden zumeist als Prospektträger mißbraucht, welche dann von eiligen „Zeitungsboten“ so in die Kästen gesteckt werden, daß sie beim ersten Windstoß das Weite auf die Straßen suchen. Pikanterweise fordern diese Gazetten (wie bei uns) noch zur Aktion „Saubere Stadt“ auf, bei schon der Tonnen Müll gesammelt wurden – eben auch Gazetten- und Prospektmüll. Daß die andere Verschandelung – siehe Foto – insbesondere in den Hochburgen der Fast/Junk-Food-Verkostung stattfindet, ist ebenso klar. Dem Menschen von heute ist es zu Eigen geworden, über alles Mögliche, was er nicht ad-hoc ändern kann, zu protestieren. Eigenes Verhalten ändern: Fehlanzeige. Nicht einmal zerborstene Flaschen nach dem Sylvesterknall und postalkoholischem Kopf vor der eigenen Haustür werden geräumt. Es ist wie mit der Ernährung und dem Zwetschen-Datschi: wer es nicht gelernt hat……………

  60. Das ist ja gar nicht so ein...
    Das ist ja gar nicht so ein lustiger Hausfrauen-Chat heute?!

  61. @ tucholsky für arme
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    Ich...

    @ tucholsky für arme
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    Ich musste herzlich lachen als ich Ihre letzte Einlassung las. ZB:
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    „… Also hauptsächlich Jugendliche sozial benachteiligter Gruppen …“
    saufen, fressen und müllen wie die Primaten. Ach so, ist „die Gesellschaft“ schuld? Wieder mal? Und die Stützen der Gesellschaft, die diese Gesellschaft halt stützen, um so mehr? Das Saufen, Gröhlen und Müllen als ein Protest der geschundenen Kreatur? Und nicht im Elendsviertel vor den Toren der Stadt, sondern vor dem Stadtpalast – eine Form der basisdemokratischen proletarischen Aktion? Dann müste man sich ja freuen das auf diese Weise auf aktuelle Misstände hingewiesen und gegen Mängel an der Umverteilung kreativ demonstiert wird.
    .
    „… Liest man die Romane Dickens oder Dokumentationen von vor hundert Jahren über Problemviertel, stellt man verblüffende Parallelen fest. …“
    Lieber Tucho, ist das heutige Städchen an der Donau für Sie so weitgehend kongruent mit den Londoner Elendvierteln zur Zeit von Dickens? Ich war schon lange nicht mehr da, es stimmt zwar das die Menschen dort meist hässlich sind, aber so schlimm schien es mir seinerzeit dann doch nicht zu sein. Ein treffender Vergleich ihrerseits, Chapeau.
    .
    „… Oder langfristig mit dem Druck zu Bildung, Aufklärung und Verbesserung der ökonomischen Situation, und einem angemessen Katalog staatlicher Sanktionen …“
    Bildung? Um Pappbecher in die Mülltonne zu befördern bedarf es keines Abiturs, sondern lediglich den Willen dazu. Ich spekuliere auch das viele der Becher-Müller das Abitur bereits besitzen bzw auf dem Wege dahin sind.
    Aufkärung? Aller, der Becher gehört inne Tonne – so in etwa?
    Verbesserung der ökonomischen Situation? Die sind dort nicht arm. Armut existiert dort nur vom Hörensagen her.
    Ein Katalog von Strafen? Büttel einführen? Prügelstrafen wie in Singapur – dort klappt es ja mit der Reinlichkeit.
    .
    .
    Eine Frage: Haben Sie einmal darüber nachgedacht das die Becher-Müller das Müllen mögen könnten? Es ist auch effizienter, denn der Don macht die dann weg.

  62. @Lebemann

    Nun, ich habe den...
    @Lebemann
    Nun, ich habe den Artikel Don Alphonsos als Anlass genommen, eine Beschreibung der Zustände seiner Heimatstadt (darf man den eigentlichen Namen erwähnen?), dazu genommen auf Entwicklungen in der dt. Gesellschaft hinzuweisen. Eine literarische Methode, die in diesem Blog nicht zum erstenmal benutzt wird…
    Nun ich habe nie gesagt, das es (ob bewußter oder unbewußter) Protest ist, sondern darauf hingewiesen das soziales Verhalten oft Folge bestimmter sozialer Entwicklungen oder Verhältnisse ist.
    Niemand sagt das diese bindend sind, aber auch Sie werden zugeben müssen, das ihr elterliches und jetziges soziales Umfeld Einfluss auf ihre soziale Entwicklung hatte und hat.
    Nun, ich habe nie behauptet, das die Verhältnisse viktorianischer Elendsviertel identisch mit denen I. oder Deutschlands sind, sondern auf Parallelen hingewiesen. Jede Zeit und Gesellschaft hat ihren eigenen Ausdruck für Armut und soziale Missstände.
    Und zu ihrem letzten Punkt, ja bezüglich Bildung, Aufklärung und Strafen (vor allem die konsequente Durchsetzung, dann benötigt es auch keiner Prügelstrafe) ihre Grundrichtung stimmt, natürlich ist die Umsetzung etwas schwieriger, aber das überlassen Sie dann auch lieber Leuten, die zumindest eine grundsätzliche Ahnung von Soziologie und Pädagogik haben…
    Und ja, wenn eine Mehrheit das wahllose Wegschmeißen von Müll als Ausdruck ihrer Persönlichkeit versteht, dann werden wir wohl in Zukunft (und den Kosten) leben müssen. Das ist Demokratie, solange werde ich aber versuchen diese Leute davon zu überzeugen das das ordnungsgemäße Entsorgen doch eine bessere Alternative darstellt.

  63. Werter Tucholskyfürarme,
    es...

    Werter Tucholskyfürarme,
    es macht Ihren Beitrag ungeheuer schwer zu lesen, daß Sie „das“ und „daß“ (dass) nicht zu unterscheiden wissen!

  64. @ Tucholsky für Arme
    .
    Ich...

    @ Tucholsky für Arme
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    Ich fase zusammen: Die Stadt, der Müll und Hartz4. Der passende Filmtitel für D zu Beginn des 21 Jh.
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    Lieber Tucho, eine städische Arbeiterfamilie in den 50ern hatte einen Lebensstandard der von dem einer heutigen H4 Familie bei weitem getoppt wird. Sie hat jedoch auch damls nicht ihr Butterbrotpapier und die Apfelgriebsche auf der Strasse entsorgt. Wenn mehrere Arbeiter dies vor einem Stadtpalast dann doch taten war dies idR eine politische Aussage.
    .
    Hatten Sie schon einmal darüber nachgedacht das blosse „Rücksichtslosigkeit“ ein Teil des Problemes sein könnte?
    .
    Hanlon’s Razor:
    Never attribute to malice that which can be adequately explained by stupidity.

  65. Man muss in diesem Kontext...
    Man muss in diesem Kontext fairerweise sagen, dass das alte Arbeiterviertel dieser Stadt als „Glasscherbenviertel“ eine traurige Berühmtheit hatte, was bis heute einen grossen Brocken der östlichen Stadt für Menschen wie mich unbewohnbar macht.

  66. Hier in Bonn habe ich eine...
    Hier in Bonn habe ich eine kleine Bude als „Einliegerwohnung“ in einem ländlich sittlichen Vorort. Dieser Vorort hat eine Allgemeinärztin, einen Kinder- und Jugendpsychiater ( apl. Profl), eine Apotheke und einen Bäcker. Also alles was die gehobenen Stände so unmittelbar brauchen. Viele der Einfamilienhäuser (aus denen der Vorort besteht) sind ebenso wie die hier geforderten und gezahlten Immobilienpreise: stattlich. Nach erster Lektüre des Ausgangsblogs habe ich morgens bei der Fahrt zum Dienst etwas genauer hingesehen. Die gmynasial ( auch im Vorort) qualifizierte jeunesse dorée lässt auch hier Einwegzeug amerikanischer Schnellfütterer fallen. Allerdings in geringen Mengen. Hingegen fand sich in gleichen Mengen (jetzt zum Ende der Schulferien) Flaschenmüll, Sektflaschen und sogar der billige Schampus von Aldi.
    Also immerhin vorglühen mit Geschmack. Selten wummern die Bässe aus Muttis Einkaufsauto dass Sohn ( gelegentlich auch Tochter) am Freitag oder Samstag Abend zur Disco-Fahrt nutzen darf. Erscheinen eines Vertreters der „Ellis“ beendet das, wo das nicht hilft wirken die unverschlossene Zauntür des Nachbarn und das kläffende Erscheinen seiner Hunde ( auch stattlich) Wunder – Autotüren und – Fenster schließen sich blitzartig und der Alarmstart folgt.
    Rolex Uhren sind immer noch gute Mechanik, robust ( wenn man sie in den Auslandseinsatz mit nimmt, kein Batteriewechsel in Kunduz) und gerade weil sie so bekannt sind auch eine Art Fluchtvorsorge. Man kann sie in jedem Schweizer Bahnhofsviertel zu Geld machen um die ersten Tage zu überbrücken.

  67. Ich wiederhole mich gerne...
    Ich wiederhole mich gerne nochmal:
    Jede Zeit und Gesellschaft hat ihren eigenen Ausdruck für Armut und soziale Missstände.
    .
    Nun sie werden nach Kriterien auch feststellen können (wenn sie es unbedingt wollen), das der Hartz4-Empfänger einen höheren Lebensstandard als ein Feudalritter im frühen Mittelalter, oder manch ein Senator im alten Rom hatte. Ich sage nur Lebenserwartung, medizinische Versorgung und technischer Fortschritt.
    Aber trotzdem werden auch sie mir zustimmen, das dieser Vergleich unzulässig ist. Und warum?
    Lesen Sie sich nochmal meinen ersten Satz durch.
    .
    Und das Verwahrlosung (auch geistige), Drogenmissbrauch, Gewalt (familiär und außerfamiliäre) und soziale Ungleicheit unter anderem Gemeinsamkeiten viktorianischer und wachsender dt. zeitgenössischer „Problemviertel“/ Gesellschaft sind wird auch kaum jemand abstreiten.
    Rücksichtslosigkeit ist ein soziales Verhalten…-> siehe oben
    .
    Dummheit ist angeboren. Ignoranz dagegen selbst gewählt.

  68. @Lebemann: Treffer, versenkt!...
    @Lebemann: Treffer, versenkt! Tatsächlich habe ich auch nicht den Eindruck, es wären nur die Unterprivilegierten, die dem Hobby frönen, das man in merry old england „binge drinking“ nennt. Meine Neffen und Nichten berichten mir, dass dergleichen in diversen Fakultäten und Fachrichtungen nicht unüblich sei, mithin schon fast zum normalen Geistesleben zeitgenössischen Studententums gehöre.
    Wohlgemerkt: Ich bin kein Puritaner, und ein Recht auf Rausch mag ich weder der Allgemeinheit noch dem Einzelindividuum absprechen. Aber wenn das Gemeinwesen an bestimmten Kulminationspunkten zu sehr leidet unter den Exzessen einiger Weniger, scheint es mir nicht unverhältnismäßig, zumindest das Extrem-Outdoor-Lichterausschießing zu untersagen. Wenn das nicht den erhofften Effekt bringt, kann man immer noch nachjustieren und über effektivere Maßnahmen nachdenken. Und damit meine ich jetzt nicht unbedingt „Herstellung und Sicherung eines dauerhaften Weltfriedens“ oder „Freibier und Sozialmus für alle – auch in der dritten Welt“…

  69. @DonFerrando

    Ich weiß und...
    @DonFerrando
    Ich weiß und entschuldige mich dafür, eine grammatikalische Schwäche meinerseits, die nur durch bewusstes Gegenlesen behoben wird und bei informellen Texten, wozu ich auch meine Beiträge hier zähle, meist aus Zeitgründen verzichte.

  70. 'keine sorge -...
    ‚keine sorge – „Fluchtvorsorge“‚. – !!! – princeMatecki hat hier schon manches mal meine stille zustimmung geerntet. heute ist es meine ausgesprochene. – vom prinzen selbst stammt auch die schoene reflexion zum blogkommentieren: man wuerde – ich zitiere frei – sich im schreiben so mancher gedanken erst bewusst. – so geht s mir auch. – hoheitMatecki sei gesagt, sie moege sich weiterhin und wohlverdient an bild und klang ihrer worte erfreuen. – sie sind auch anderen ein genuss.

  71. 'fluchtvorsorge'. - legendaer....
    ‚fluchtvorsorge‘. – legendaer. – der hang zu mobilen werten wurde einem im osten in die wiege gelegt. und wenn nicht direkt, dann sog man ihn zumindest mit der muttermilch ein.
    oft hab ich das beim blick auf meine oyster perpetual datejust – „uhrenvergleich, maenner!“ – gefuehlt. formuliert hat es sich heute.

  72. Konfuzius, eine gereizte...
    Konfuzius, eine gereizte Stimung ist wahrnehmbar.
    @ Don Alphonso In Wiesbaden hat man den Rheingau vor der Tür und die Flinte im Schrank. Sowohl der Riesling als auch die Flinte sorgen für Gelassenheit. Die Dosierung sollte aber im Rahmen des Verträglichen bleiben. Diskussionen über die zuträgliche Zusammensetzung der Ladung einer Flinte versprechen aber ausgelassene Heiterkeit.

  73. <<Eigentum zieht Verantwortung...
    <

  74. Die Liebe zur Rolex: Das sehe...
    Die Liebe zur Rolex: Das sehe ich genau so – im Stahlgehäuse steckt das gleiche Werk, warum also Edelmetall kaufen ?
    .
    Antwort: Das „Original-Präsident – Armband“ ist der einzige Grund, aber leider masslos überteuert.
    Derzeit ist auch der Stahl überteuert – erst wenn die Stahl – Rolex (neu) wieder mit 30% Rabatt erhältlich ist, haben wir den Tiefpunkt der Krise wirklich erreicht.

  75. Verluderung ist Konsens. Seit...
    Verluderung ist Konsens. Seit mehr als 40 Jahren. Langsam, schleichend, fasste sie in der Gesellschaft Raum.
    Wenn etwas Konsenes ist, kommen die Trittbrettfahrer, die Indolenten, die Feiglinge, die Kryptoasozialen aller (!) Staende; alle, alle springen auf diesen Zug. Endlich, wie vor 70 Jahren duerfen sie die Sau ‚rauslassen. Diesmal nicht in Form eines Krieges fuer eine ueberlegen Rasse, nein diesmal vermeintlich friedlich-aber wieder einmal selbstruinoes.
    Wer dagegen Widerstand leistet, landet in der Isolation, findet in der Nische Gleichgesinnte, muss aber trotzdem warten, bis es zum Zusammenbruch (so nannte man das damals) oder zum Kollaps kommt.
    Bis dahin: Ohren steif halten. Wir werden gewinnen!

  76. <<<Eigentum verpflichtet<<<...
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  77. Lieber Alphonso,

    Die Schweiz...
    Lieber Alphonso,
    Die Schweiz kann gleich gute Schulen, Strassen, Spitäler, Kehrichtanlagen vorweisen, aber zu deutlich tieferen Steuersätzen (… wie in Deutschland).
    http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/in_steuersachen_koennte_europa_viel_von_der_schweiz_lernen_1.677074.html
    ich glaube nicht, dass das alles die Steuerflüchtlinge finanzieren.
    Sei’s drumm, ich bringe meine Schätze in Sicherheit – Am Wochenende werden die güldenen Mirabellen eingeweckt!
    Grüsse von der grossen Pfütze an den Tegernsee

  78. Werter Don,
    zu später Stund...

    Werter Don,
    zu später Stund gibts ein Gedicht
    komponiert in dunklen Gassen
    von Leuten die die Menschen hassen
    und niemals stehen vor Gericht
    Die Rede ist – wir wissens schon
    vom Soziopathen um die Ecke
    der gern in jedem von uns stecke
    erhielt er dafür einen Lohn
    So bleibt er in Gesellschafts Mitte
    das nennt man trefflich opportun
    sein Gehirn, das lässt er ruhn
    so wars in Deutschland immer Sitte
    Erhebt sich doch einmal der Geist
    sind diese Deppen schnell dabei
    machen nichts richtig – einerlei
    wollen nur mehr – von allem – meist…
    In diesem Sinne schliesse ich
    den Tag mit mangelndem Verstand
    Geh ins Bett zu meiner Alten
    Gute Nacht, lieb Vaterland

  79. @ Gustl: Nach weltweiter...
    @ Gustl: Nach weltweiter Vermarktung des „Hartz 4 Global Besserungsschein Bond“ ist auch in Deutschland wieder eine Abgabenquote (=Spitzensteuersätze + Kranken + ALV + Rentenversicherung) von 20 % vom Brutto und damit ein lang tragender Aufschwung möglich.
    Wichtig erscheint mir die Formulierung des Kleingedruckten – gerne auch in Mandarin.

  80. PS: Morgage schreibt sich mit...
    PS: Morgage schreibt sich mit „t“, das ist im Kleingedruckten bitte zu berücksichtigen.

  81. Inette, so ganz leicht war es...
    Inette, so ganz leicht war es auch für mich nicht, man gewöhnt sich aber schnell daran, und dann ist es eben nur noch ein zuverlässiger und angenehmer Begleiter.
    .
    abf, bei dieser Serie geht es ganz konkret um das Aneignen von Zeug, das Leuten oder zu Systemen gehört, die ich nicht mag und als feindlich ansehe. Und die sie nicht unbedingt freiwillig hergaben.

  82. Doctos Snuggles, es ist...
    Doctos Snuggles, es ist schlimmer, denn die Räume zum Lustwandeln sind schon sehr eng. Die Neubaugebiete gehören keinesfalls dazu, und so viel Gewachsenes gibt es nicht.
    .
    nico, miktunter könnte man da auf die Idee kommen, den Anwalt zu bemühen, denn die dicken Pakete von Werbemüll sind einfach nicht erwünscht. Bei niemandem

  83. Köstlich, das Subprimeproblem...
    Köstlich, das Subprimeproblem ist tiefgehernder, weil es ja nicht nur Subprimekunden waren, die das Debakel auslösten, sondern auch viele, die sich bessere Bewertungen erschwindelten. Aber es geht noch weiter, denn es ist ein generelles Problem in diesem Land: Der Unternehmergeist, der in ein „Ich nehme was ich kriegen kann“ ausartet.
    .
    Was Anlageprodukte für dumme Chinesen angeht – die scheinen nicht mehr ganz so dumm zu sein:
    http://egghat.blogspot.com/2009/08/zahl-des-tages-180809-25000000000.html

  84. Um die Diskussion vielleicht...
    Um die Diskussion vielleicht etwas zu versachlichen: Ich glaube, daß die ganzen an „der Jugend“ beklagten Tendenzen schlicht und ergreifend damit zusammenhängen, daß sich keiner mehr für das Gemeinwesen zuständig fühlt. Der Don hat schon recht, wenn er meint – um seinen Text einmal auf den prosaischen Punkt zu bringen – daß Besitz die Identifikation mit dem Gemeinwesen stärkt: Nur die Gemeinschaft kann paradoxerweise das Privateigentum schützen, insofern liegt beim Besitzbürgertum die Sorge um das Gemeinwesen auf der Hand. Insofern sagt Tucholsky für Arme nichts anderes als der Don: Diejenigen, die nichts haben und sich – ob zurecht oder zuunrecht, sei einmal völlig dahingestellt – aus der Gesellschaft ausgegrenzt fühlen, haben wenig Interesse, sich nicht gemeinschaftsschädigend zu verhalten. Im Gegenteil, das dumpfe Ressentiment gegen „die da oben“ ist durchaus Ansporn, sich asozial zu verhalten, um es „denen da oben“ auf besonders blöde Art und Weise heimzuzahlen. Das kann man durchaus konstatieren, ohne es zu billigen.
    .
    Und hier, Lebemann, liegt die Differenz zur Arbeiterfamilie aus den 50er Jahren: Sie mochte weniger haben als die Hartz IV-Empfänger heute, aber sie hatte etwas, was diese heute in der Regel nicht haben, nämlich eine reale Perspektive, aus ihrer Situation herauszukommen. Weshalb die damalige Lage durchaus dazu führte, daß man sich mit der Gesellschaft identifizierte, weil man in ihr aufsteigen wollte und dafür auch eine reale Chance sah, wenn schon nicht für sich selbst, dann doch zumindest für die Kinder. Und so wurden die Kinder auch erzogen. Ich komme aus so einer Familie und weiß, wovon ich rede. Natürlich kann man jetzt sagen, mit Fleiß, harter Arbeit etc. gäbe es diese Perspektive auch heute; das mag zum Teil richtig sein, aber es wird nicht – jetzt verwende ich auch schon solche gräßlichen Worte – vermittelt. Und hier liegt, denke ich, das eigentliche Problem: Die Gesellschaft hat selbst resigniert. Das Elend wird nur noch verwaltet, statt daß eine Richtung aufgezeigt wird, es zu überwinden.
    .
    Wie gesagt, das mag das Verhalten von Unterschichtsjugendlichen erklären, es soll dieses nicht entschuldigen. Was ich aber absolut nicht verstehen kann ist, wenn sich die Söhne und Töchter der gehobeneren Stände genauso asozial verhalten. Wenn ich so einen Juristenschnösel sehe, der sich – pardon – aufführt wie die Sau, dann muß ich mich schon schwer zurückhalten, um nicht handgreiflich zu werden. Weshalb ich in der Regel am Wochenende die Innenstadt meide.

  85. @Don, damit wären wir beim...
    @Don, damit wären wir beim alten Thema: Werbung ist eben unten! Aber in der Tat sollte man auf Unterlassung klagen, man müsste nur Wettbewerber sein! Oder auf Umweltverschmutzung – ein weites Feld. Dann kommen sie mit Recht auf freie Meinungsbildung. Also: alles verstaatlichen?!

  86. malaparte, Was winden Sie sich...
    malaparte, Was winden Sie sich so ? Ihr putativer Versuch eines literarischen Szenenwechsels ist genauso niederträchtig wie Ihre Trias („jeglicher, jeglicher,jeglichem“) (Schnappatmung?).
    Auch wenn Sie das nicht zu rehabilitieren vermag, ist nach Lage der Dinge eine Entschuldigung die einzige Option die Ihnen bleibt.

  87. Nachtrag zu Rolex: Auch...
    Nachtrag zu Rolex: Auch während der Islandkrise hat sich wieder mal die Flucht in Sachwerte gemeldet, und angesichts des Währungsverfalls war es auch gar nicht so dumm.
    http://afp.google.com/article/ALeqM5gkr1_AZIhr4ezOeOJQbBPYzsxCeA

  88. Aber sehr geehrter Don A.,eine...
    Aber sehr geehrter Don A.,eine Rolex ist erst dann gut,wenn der Juwelier ihres Vertrauens Ihnen das auch bescheinigt. Das Tolle ist, gefakte Exemplare werden
    absolut aufgedeckt,wenn Sie etwa das Armband erneuern lassen wollen:
    “ Was,wie? unmöglich!Bekam ich es doch als Geschenk( räusper,äh…) von einem Bekannten( hüstel..)…….(“ War ich dem Idioten kein Original wert?“)

  89. Don A., sie schlugen Porzellan...
    Don A., sie schlugen Porzellan und/oder Picknickkörbe vor, Und so sah ich schon alle auf dem Flohmarkt unterwegs ,die interimsmässig( boa eh,ne geile Nummer),
    das edle Geschirr im Rinnstein aufschlagen lassen.
    Nein, es ist, man weiß zu wenig, das mangelnde Bewußtsein,dass für ein Kilo
    Rindfleisch , 16 000 Liter Wasser ge-braucht werden. So habe ich es gelesen.
    Sie treiben leider die nostalgische Nummer auf Kosten derer die nie sagen würden : ….Porzellan to go?lebst du noch, oder schmeisst du schon?

  90. gab es schon eine antwort auf...
    gab es schon eine antwort auf @hurra`s frage nach dem (sinn des) vorangestellten schmuddelkindspot(s)?

  91. Dass Besitzbürgertum vor...
    Dass Besitzbürgertum vor Vermüllung schützt, trifft leider nicht zu – vgl. folgenden schönen Blogbeitrag:
    http://revirement.de/feldpost/?p=1300
    Ich sehe das Problem eher in der Verantwortungslosigkeit, die uns von den Eliten vorgelebt wird und die die Prolls eben auf ihre mc-doofe Weise imitieren. „Wie der Herre, so’s Gescherre.“ sagte meine Oma gern.

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