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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Umtriebig unamerikanisch

| 146 Lesermeinungen

[Zu lesen im amerikanischen Stile des "Oh Darling you know I love you, but"] Man verstehe mich nicht falsch. Es ist wunderbar, für Amerikaner in Europa zu arbeiten. Wäre man nicht so distanziert erzogen, könnte man auch die nonchalante Nähe der Amerikaner geniessen. Ich mag das unverbindliche, nichtssagende Lächeln der Amerikanerinnen, ich weine immer noch dem Oldsmobile hinterher, den ich in Amerika fuhr, ich bin dankbar für die historische Rolle, in der Amerika diesen europäischen Kontinent vor dem alteuropäischen Irrsinn gerettet hat. Aber.

But there are also unknown unknowns – the ones we don’t know we don’t know.
Donald Rumsfeld 2002

Wenn man krank ist, geht man nicht zum Arzt. Unser Arzt ist Familienmitglied und beklagt sich, dass das ganze Dorf auf ihn hört, nur seine eigene Familie nicht. Beim Arzt bin ich früh genug, wenn ich tot bin, sagen die alten Frauen der Familie immer. Oder auch über Krankheiten: Es ist von selber gekommen, es wird von selber gehen. Womit sie wie fast immer recht haben, und das eine Mal, wo es nicht stimmt, entziehen sie sich elegant dem Nachweis ihres Irrtums. In bester Familientradition war ich also mit 19 Jahren auch nicht beim Arzt. Ich begleitete nur jemanden. Es war Sommer, es war in Kalifornien, es war unstillbares Nasenbluten bei meinem Mitfahrer.

Wir sassen also im kombinierten Warte/Behandlungssaal, die Krankenschwester fragte, ob Germany “a country or what” sei, lehnte in Unkenntnis dieser Weltregion die in Deutschland gekaufte Krankenversicherung ab und wollte wissen, ob wir Geld hatten, denn kostenlos ginge hier gar nichts. Der Arzt machte irgendwas hinter lindgrünen Plastikvorhängen an anderen Patienten, von denen einer laut schrie, und nachdem mein Bekannter nach einer kleinen Operation nicht mehr blutete, fuhren wir heim. Es war spät Nachts in Kalifornien und Tag in Deutschland. Ich rief in bester alteuropäischer Tradition meine Eltern an, erklärte ihnen die Lage und bat sie, was mir sehr peinlich war, um eine Überweisung, als wäre ich ein junger Engländer nach dem Besuch des Casinos von Monte Carlo. Der Arztbesuch hatte mehr als unser in Kalifornien gekaufter 73er Oldsmobile Delta 88 gekostet – candyrot mit weissem Dach und wulstiger Beule über dem Turbolader – und mich nach all dem lapprigen Brotersatz zu einem überzeugten alten Europäer gemacht.

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Gute zwei Jahrzehnte später, wir schreiben das 21. Jahrhundert, gleicht sich das alles an. In meiner Heimat am Tegernsee sieht man die Resultate einer Medizin von Reichen für Reiche, in der geglättet, gespritzt und gestrafft wird, um dann den Rest vom Körper gleich wieder der Tortur der Kurortkonditoren auszusetzen. Es gibt welche, die dürfen zur Kur an den Tegernsee bei Strandbad und Casino, und andere, die zur Rehabilitation in die retardierten Regionen der Oberpfalz müssen. Schnelle Untersuchung ist für Kassenpatienten nicht so einfach. Während gern über die Gefahr einer Zwei-Klassen-Medizin geredet wird, haben wir längst drei Klassen; unten diejenigen, die bröckeln, in der Mitte viele, die sich halten, und oben jene, die dem Altern aktiv entgegenwirken.

Und es gibt in Amerika den inzwischen als gescheitert zu bewertenden Versuch, eine staatliche Krankenversicherung für alle einzuführen. Denn eine Krankenversicherung muss man dort nicht haben, und man verliert sie auch, wenn die Firma, die einen versichert hat, pleite geht. Was gerade nicht selten ist. Trotzdem gibt es massive Proteste gegen eine staatliche Krankenversicherung. Die sei sozialistisch. Es mache alle zwangsweise gleich. Und es sei deshalb aich unamerikanisch, sagen konservative Politiker. Und ich möchte beipflichten: Recht haben sie. Denn es gibt eine gewisse Amerikanischheit, von der man hoffen kann, dass man sie in Europa sehr genau zur Kenntnis nimmt. Denn ein gewisses Amerika ist mir, wenn man so will, seit jenen Sommertagen in Kalifornien nach Europa hinterhergekrochen.

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Nicht nur in der Gesundheitspolitik. Mit eben jenen Einkaufszentren etwa, in denen die Unterschichten mit billigen Waren und Tätigkeiten bar jeder Fachkenntnis ruhig gestellt werden, und deren Finanzierung gerade dabei ist, die nächste Welle der Bankenkrise auszulösen. Der Rückbau des Staates nach angloamerikanischem Vorbild mit seinen Public Privat Partnerships, die so gut wie nie zum Nachteil des privaten Sektors verlaufen sind. Kapitalmarktfinanzierte Renten. Man sieht gerade in den USA, wohin das führt, wenn es mal mit dem Kapitalmarkt nicht so toll läuft: In die Altersarmut. Das deutsche Ziel der Rente mit 70 wird problemlos machbar, wenn mit 65 die Rentenfonds pleite gehen. Und nur, weil wir im oberen Drittel der Gesellschaft eine enorme Sparquote haben, beideutet nicht, das wir unten nicht auch massenhaft Konsumkredite an Subprime-Kunden hätten. Dafür haben wir Soldaten in einem reichlich unfertigen Krieg in Afghanistan, und Banken, die nach Übernahme angloamerikanischer Investmentfreuden staatlich gerettet werden müssen. Wir haben erhebliche Versuche, gegen den Willen der Bevölkerung gentechnisch veränderte Lebensmittel durchzusetzen. Es gibt Privatuniversitäten nach amerikanischem Vorbild, die wie Banken vom Staat gerettet werden müssen, prohibitive Studiengebühren gibt es auch, und Studienkredite von Banken, die man verbriefen und dann wieder als Wertpapiere handeln kann. Wie in Amerika.

Und nun stelle ich mir natürlich eine simple Frage: Warum gibt es hierzulande keinen Trend zum gesunden Unamerikanischen?

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Mir, der ich schuldenfreier Selbstkocher, Nichtraucher und Nicht-TV-Konsument bin, kommt dieses in den letzten Jahren überdeutlich gewordene Amerika wie eine teure Mischung aus Privatfernsehen, Schnellrestaurant und Rauchen auf Schuldenbasis (vulgo: Unterschicht) vor. Angeblich hat man damit Spass, wird satt, und es soll auch entspannen, aber es führt am Ende dazu, dass man, von der Talkshow eingelullt, der hilfefreien Lebensabkürzung entgegen fettet und blödet, mit dem Werbebaseballkäbbie eines Einkaufszentrums auf dem oberen Fazialabschluss. Nicht alle machen das, nicht jeder, aber doch ein erheblicher Teil der Bevölkerung, solange die Kreditkarte noch Geld ausspuckt.  Da bin ich gern etwas unamerikanisch. Darf ich das so sagen? Unamerikanisch, man vermutet da sofort, dass die ersten Seitenaufrufe vom Bundesinnenministerium kommen. Dabei hat dieses amerikanische Amerika vieles an sich, was konservativen deutschen Politikern ein Graus sein müsste. Gerade, wenn sie deutsch-konservativ sind.

Manchmal frage ich mich, ob dieses ruinöse geplatzte Äderchen in Kalifornien nicht auch der dortigen Ernährung geschuldet war. Wie fuhren von San Francisco aus in Gegenden, die wie Ostdeutschland aussahen, Arizona, Utha, Colorado, New Mexico, und in all den Käffern gab es nur eine Shopping Mall und ein Restaurant mit dem grossen M. Man hatte keine andere Wahl, auch wenn es einem nach ein paar Wochen zum Halse heraus hing. Man  sah die Speisekarte und konnte sich an nichts mehr erinnern, was einem auch nur ansatzweise schmecken würde. Genau so geht es mir momentan mit Amerika. Ich sehe das Angebot, und verspüre ein Würgen. Zu viel Fett? Zu viel Naserümpfen? Irgendwann platzen die Adern.

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Ich sehe in Amerika übrigens keine Abwehrschlacht gegen die angeblichen unamerikanischen Umtriebe der Gesundheitsreform, in der die Befürworter sagen: “Hey, ja, es ist unamerikanisch, es ist alteuropäisch, und dort krepiert man nicht einfach an einer harmlosen Lungenentzündung, weil man den Arzt nicht zahlen kann! Es ist gut, wenn mal etwas bei uns nicht amerikanisch ist, nach zwei vergeigten Kriegen, einer durchgeknallten Immobilienblase, einer extremen Wirtschaftskrise, Rekordarbeitslosigkeit und Rekordstaatsverschuldung. Lasst es uns einfach mal mit etwas Unamerikanischen probieren.”

Und solange dort derartige Reflektionen nicht auf breiter Basis stattfindet, fände ich es auch wirklich reizend, wenn man hierzulande nicht auf breiter Basis dauernd versuchen würde, das Land noch weiter zu amerikanisieren. Kultureller Austausch bedeutet schliesslich, das Richtige zu lernen und das Unpassende zu verwerfen. Und auch ich möchte dereinst in bester Tradition sterben, weil ich nicht rechtzeitig zum Arzt gegangen bin, und nicht, weil der Arzt gerade an einem reicheren Patienten eine Botoxinjektion vornimmt.

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146 Lesermeinungen

  1. guten tag, werter don,

    aheb...
    guten tag, werter don,
    aheb mir auch schon desöfteren gedanken zu amerika und meiner einstellung dazu gemacht. fazit: es sind ja nur die randausläufer, die uns in em oberen drittel erwischen. man kann den tiefausläufern immer ausweichen. dazu leben wir ja auch im good old europe. gestern abend lief ein zweiteiler vom geschätzten gero v. böhm und darin wurde ein 39jähriger osteuropäer interviewt, der sagte, dass wir in Europa nur alte Geschäftsmänner und wenig Dynamik hätten. Gut so! Nur keine Hektik und zu viel Rumspekulieren. Also, wenn man Amerika, und wir sprechen doch von den USA!?, möchte, kann man Lexington- Produkte über das Internet kaufen, diese werden in Schweden im amerikanischen Stil hergestellt, man kann zu McDo gehen und sich EINEN Hamburger Royal TS kaufen und sich dann wieder einen Bildband von Gaudí ansehen. Wie wunderbar, den Mix zu haben. AUs meiner 70er udn 80er Jahre Jugend wieß ich noch, wie schön es war, ein Skateboard oder ein BMX- Fahrrad zu steuern. Danach gab es dann REiten, Fechten, Tanzen. Wunderbarer Jugend-Mix.
    AUs meiner nun vier Jahrzehnte umfassenden Erfahrung weiß ich, dass nichts von dauer und für ewig ist. Alles wächst, strebt und vergeht. Und nur ganz ganz wenige Sachen haben fortdauernden Bestand. Wie zum Beispiel Ladage und Oelke in Hamburg. Auch die meisten aus Amerika importierten Dinge, die nicht Europa- Kompatibel sind vergehen wieder. Siehe WALMART…
    Beste Grüße aus der Hitze der Küste
    P SL

  2. Oh, es spricht sicher nichts...
    Oh, es spricht sicher nichts gegen ein gezieltes Lernen. Aber, um mal ein beispiel zu nehmen: Das Mountainbike ist eine tolle Idee. Eine weniger tolle Idee ist es, alle Rahmen nur noch in Fernost unter übelsten Bedingungen schweissen zu lassen. Mit dem Ergebnis, dass es wieder schick ist, alte Rennräder zu fahren, und die Masse Schrotträder für 99 Euro fährt, die zwar massenkompatibel aussehen, aber nach kurzer Zeit Schrott sind. Ein Rabeneick von 1952 kann man repaieren, aber man versuche mal, alte Bauteile für Billigräder zu bekommen…
    Es geht mir in etwa um den Unterschied zwischen Assimilation, Akkulturation (das kann man als Migrant in deutschland machen, aber auch als Schicht oder Klasse bei anderen Ländern, Berliner Hiphop) oder kulturelle Entwicklung, die in der Lage ist, Übernahmeprozesse sinnvoll zu gestalten.

  3. Lieber Don, das hätten Sie...
    Lieber Don, das hätten Sie doch alles schon bei Onkel Adorno lesen können. Da mussten Sie nicht nach Amiland jetten. Trotzdem goutiere ich Ihre Umtriebe wie immer ohne hochgezogene Augenbrauen. Bon appetit! Wer so verfettet wie unsere Freunde da drüben, der kann am Ende eben nicht mal mehr Autos bauen. Aber wir füttern GM trotzdem durch.
    Meine Frage: Wo rangiert das alte Königreich zwischen Alteuropa und Neuengland in Ihrer Weltordnung? Autos gibts da auch nicht mehr (Vauxhall=GM), Fish&Chips sind noch besser als das frittierte M. Und die Schulden in britischer Lira? Naja. Inflationieren wir weg. Wenn Sie nächstens einen Drang zum Highway verspüren, versuchen Sie es mal wieder mit den grünen Hügeln von GB, die liegen auch in Richtung der untergehenden Sonne (ein Sunbeam passt gut dazu). Mit maritimem Gruß

  4. Lieber Don,

    auch hier...
    Lieber Don,
    auch hier sprechen Sie mir mit dem Mountainbike aus der Seele. In den 90er Jahren gehörte ich zu den ersten MTB- Dealern. PARKPRE, Gary Fisher und Cannondale waren vorher gar nicht oder nur einem eingefleischten Publikum bekannt. Nun bin ich bei der Marke Cannondale stehen geblieben. Aber als konservativ- deutsche Stütze der Gesellschaft hatten es mir die Gary Fisher Räder am meisten angetan. Gary weigerte sich bis vor ganz kurzer Zeit, Federungen in seine Räder zu verbauen. Die Leute sollten sich and en ausgezeichneten Stahlrahmen erfreuen. Super! Es gibt keine besseren Rahmen, keine größere Langlebigkeit und nichts, was amerikanischer wäre als ein Cannondale. Aus beruflichen Gründen und weil mein Partner dergleichen liest, ist in der ELLE DECORATION eine Seite mit aktuellen Fahrradmodellen. Hier ist von der Silbermanufaktur Georg Jensen ein Rad abgebildet, was das beste aus ALT und NEU zu verbinden scheint. Ein Qualitätssymbol steht darunter “Preis auf Anfrage”. Köstlich!
    Beste Grüße
    P S-L

  5. @Don, den Amerikanismus...
    @Don, den Amerikanismus hierzulande werden Sie nicht bremsen können. Kürzlich schrieb ich schon über die immer fetter werdenden Menschen, geht man offenen Auges durch die Straßen. Bei den Sozialleistungen wird ähnlich drastisch gekürzt werden müssen – aber erst nach der Wahl – wegen der populistischen Bankenrettungen allerorten u. v. m. Die Anschläge sind auch fast vergessen und man braucht nicht so in Rücksicht zu machen wie seinerzeit unser Innenminister O. S., der sich gar das Wort gegen die USA verbat. Dann werden Sie sich mit akutem Herzleiden vor den Botox-Patienten drängeln müssen, sind Sie nur Kasse. Mit den Sozial/Kranken-Versicherungen für alle in den USA wird es eh nix, denn Kalifornien ist mit ca. 25 Millarden am Ende und leiht sich schon Geld beim Bürger, gar Marihuana will man wegen Einnahmen legalisieren – mit einem Republikaner! Nur Obama hat davon noch nichts gehört und wird einen zweiten Rettungsfond auflegen müssen. Beim MTB halte ich es allerdings auch mit Cannondale. Etwas Anteilnahme muß sein!

  6. Das Fehlen der im Artikel...
    Das Fehlen der im Artikel geforderten Artikulation ist meines Erachtens der CDU/JU-Speichelleckerhaltung verbunden mit dem von FJS ausgegebenen Ziel, “nichts rechts von sich” zu dulden.
    So wird in durchaus feinen Publikationen wie etwa der umstrittenen “Sezession” schon lange eine Abkehr vom Amerikanismus gefordert.
    Aber solange die CDU/CSU mit ein paar pseudokonservativen Posen und kleinen Geldgeschenken diejenigen auf ihre Schleimspur locken, die in der Oberschicht überhaupt noch denken und nicht nur fressen oder golfen, wird sich die Amerikakritik in grundsätzlichen Fragen nicht ausbreiten.
    Schade, denn grade das Alteuropäische ist m.E. nur im staatlichen Rahmen denkbar. Die private Flucht nach Europa kann auch im privaten Rahmen stattfinden, während auch hier die ersten Leute an Lungenentzündungen mangels Kohle sterben.

  7. Don, Nach meiner Erinnerung...
    Don, Nach meiner Erinnerung liegen Sie mit dem Verdacht ausgerechnet das Innenministerium unter Schäuble könnte an Ihren unamerikanischen Umtrieben Anstoß nehmen falsch. Nach meiner Erinnerung war es eben jener Wolfgang Schäuble, der Mitte der 80ziger erkannte, daß Antiamerikanismus für eine ganze Zeit Mainstream sein würde und das es strategisch gefährlich sein könnte, dieses Feld der Linken als Monopol zu überlassen. Ich weiß: neuere Äußerungen von Schäuble, seine Bereitschaft in den Irakkrieg einzutreten etwa, lassen das unwahrscheinlich erscheinen – aber so war’s.
    .
    MTB Rahmen natürlich aus der Schweiz ESGE was sonst ?

  8. Auch ich war irgendwann in den...
    Auch ich war irgendwann in den USA, oefters allerding bei der Stiefschwester Canada. Ja, man frisst sich von Hamburger zu Hamburger-in der Provinz. Man faehrt einen billigen Mietwagen, der angesichts der Geschwindigkeitsbeschraenkungen voellig ausreicht. Man freut sich ueber eine klimatisierte Shopping-Mall, wenn draussen eine Wuestensonne brennt. Man freut sich allerdings auch ueber einen meistenteils zivilisierten, freundlichen Umgang miteinander. Alles ganz normal.
    .
    Sehr gerne bin ich auch in Frankreich. Und immer, wenn ich an die Invasionsstraende der Normandie komme, kaufe ich einen Kranz, lege ihn an der Gedenkstaette nieder-und Danke Gott, dass es sie gab, die Amerikaner. Was es mit den Straenden der Normandie auf sich hat, brauche ich wohl nicht zu erklaeren, Oder?

  9. Was macht man nur bei der...
    Was macht man nur bei der Hitze???
    Die Interimslösung könnte ein Krug von Manufactum sein, der einen amerikanischen Bierpitcher darstellt. Eingefüllt werden anderthalb Liter S.Pellegrino – möglichst aus Glasflaschen (TOD den PET-FLASCHEN!!!!), dann zwei Limonen und zwei Zitronen mit einem schönen japanischen Tanto-Messer total zerhacken und in den Krug damit. Ein wenig zerstoßenes Eis noch und aacchhh herrlich. Ähnlich gute Erfolge stellen sich bei einem frischen Liter Vollmilch mit einigen Eiswürfeln darin ein.
    Heiss Heiss Heiss Hechelhechelhechel Heiss Heiss Heiss

  10. Filou, das ist es, was ich bei...
    Filou, das ist es, was ich bei meinen Besuchen in den USA und Kanada zu schätzen weiß – die Freundlichkeit bei Bedienungen und Verkäufern. Man hat das Gefühl, ein Kunde zu sein und nicht ein Bittsteller, wie man es in Deutschland gerne hat. Okay, die Freundlichkeit mag aufgesetzt sein. Aber: mir ist doch gespielte Freundlichkeit 1000mal lieber als ehrlich gemeinte Unfreudlichkeit und Ignoranz.

  11. Was von Europa aus meist nicht...
    Was von Europa aus meist nicht gesehen wird, ist allerdings Folgendes: Nicht Deutschland ist das Meisterland der Bürokratie. Sondern USA! Gegen die Umständlichkeit der dortigen Bankenschalter, Rechenkontore, Schreibstuben, Archivkeller, Telefonzentralen, die an tiefstes neunzehntes Jahrhundert gemahnen, ist selbst die bornierteste deutsche Wasserkopfverwaltung in einigen subventionsgesättigten Teilen unseres schönen Landes ein Muster an Effizienz und Rechtsstaatlichkeit. Daher kann ich den Widerstand gegen eine allgemeine Zwangskrankenversicherung in USA tatsächlich verstehen: Würde diese nämlich eingeführt und das Land dann bald ebenso sozialdemokratisiert wie unser Land, ginge dort wohl tatsächlich bald gar nichts mehr. Fast so wie bei uns, nur schlimmer.
    Und wir wollen auch nicht die uramerikanischen Tugenden vergessen. Zum Beispiel hätte Zensursula dort wohl keine Chance mit dergleichen: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,643943,00.html

  12. Freut mich zu hören, daß...
    Freut mich zu hören, daß Ihnen die USA auch so ein bißchen ostdeutsch-DDR-ig vorkamen… Ich erinnere mich noch sehr gut an zwei Reisen im Jahr 1981 (Gott, ist das lange her!): In den Osterferien war ich mit meinen Eltern in Dresden, Leipzig und Weimar, im Sommer in Chicago und Kalifornien. Und wir unterhielten uns immer wieder darüber, in welche bizarrer Weise sich die Bilder glichen. Der Niedergang des real existierenden Kapitalismus – damals angeblich wegen Ronald Reagans segensreichen Tuns gestoppt – und jener des Honeckerschen Staatsmonopolsozialismus brachten seltsamerweise recht ähnliche Schäbigkeiten hervor. Les extrêmes se touchent… Eine gewisse triste Verrunztheit, einmal mit viel Neon dekoriert, das andere mal mit Spruchbändern über die glorreiche Zukunft der Werktätigen verzweiflungsvoll verhübscht. Aber über beidem lag der Pesthauch von biederer protestantisch-moraldurchtränkter Kleinbürgerlichkeit. Für einen ungläubig-katholischen Halbwüchsigen der südwestdeutschen Bourgeoisie wie mich schwer zu ertragen, dachte ich damals schon, und denke ich heute erst recht!

  13. @stilkritik: Ich kaufte mal in...
    @stilkritik: Ich kaufte mal in Toronto eine Jacke. Grosses Kaufhaus. Hatte meine Kreditkarten nicht mit und wollte bar bezahlen…..
    ..die haetten beinahe die Polizei gerufen.
    Nicht zu reden von Travellerchecks von American Express: da muss man erst den Manager fragen, darauf folgt Passcontrolle, Waffencheck und Fingerabdruck.
    Etwas uebertrieben dargestellt.
    Macht nix, man amuesiert sich darueber-und vergisst niemals mehr sein Plastikgeld. So sind halt die Sitten dort…
    …andere bevorzugen gut gegarte Missionare.

  14. Don, der Trend zum...
    Don, der Trend zum Antiamerikanismus ist nicht zu verfehlen, man muss nur ganz weit nach rechts schauen.

  15. Lieber Don,
    ich wünschte, ich...

    Lieber Don,
    ich wünschte, ich könnte Ihnen widersprechen. Ihre Bemerkungen bezüglich Rente stimmen natürlich und der Ausweg heißt Erwerb von Immobilien. Wenn mans geschickt anstellt und nicht, wie Sie es in einem Ihrer vorigen Beiträge (Sonntagspaziergang) am Beispiel der Möchtegernhausbesitzer und Möchtegerneltern so schön schilderten, der Unbezahlbarkeit, also der Unmöglichkeit eines Lofterwerbs hinterherjammert, sondern schaut, wie man Vermögen und Angebot kreativ nutzt und zusammendenkt.
    Die Altersarmut breiter Schichten ist sowieso ausgemachte Sache für diejenigen, deren Geburtsdatum auf Jahre nach 1960 fällt und das ist eigentlich seit 40 Jahren eine Binsenweisheit. Spätestens 2020 säuft die Rentenversicherung endgültig ab, danach ist wahrscheinlich auch der Platz auf den Friedhöfen alle (oder auch nicht: da die liebenden Angehörigen, so es sie gibt, ja schon seit geraumer Zeit eher zur zeit- und geldsparenden Entsorgungsmöglichkeit des Veraschens dahingeschiedener Verwandtschaft tendieren).
    Riester ist ein ebenso schlechter Witz wie Rürup, Sparpläne für den abhängig Beschäftigen ohne ererbte “kritische Masse” angesichts des immer drohenden H4 eh lachhaft (mit Ausnahme des Immobilienerwerbs, denn ImmoErwerb wird von H4 ausdrücklich duch Übernahme von Stundungszinsen geschützt).
    Ich bin gespannt, wie es nach der Wahl weitergeht: Kommt die Vermögenssteuer? Hyperflation? Wohl eher (und leider!) nicht. Wahrscheinlicher ist die drastische Senkung der Sozialausgaben (beispielsweise Runterfahren der H4-Sätze, ja, ich bin sicher, da geht noch was), Anhebung von Studiengebühren, weitere Absenkung der Ausgaben für Bildung und Wissenschaft. Vollständige Umstellung des derzeitigen Gesundheitssystems, beispielsweise Aufhebung des kostenlosen Versicherungsschutzes für Familienmitglieder. Auslagerung oder Verweigerung von Leistungen.
    Beispiel?
    “Das “Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen” (IQWiG) hat am 30.06.2006 seinen Vorbericht zur Stammzelltransplantation bei Akuten Leukämien veröffentlicht. Nach diesem Bericht sei eine Stammzelltransplantation bei Erwachsenen mit einer Akuten Leukämie abzulehnen und die konventionelle Chemotherapie als Behandlung vorzuziehen. Das Institut von Prof. Peter Sawicki widerspricht damit dem weltweiten Standard. “Was für alle Leukämiepatienten weltweit möglich ist, will Sawicki bald in Deutschland verbieten”, so Prof. Gerhard Ehninger, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) anlässlich einer Pressekonferenz in Berlin. ”
    Nur so als Beispiel. Natürlich geht es um Geld. Beziehungsweise um die Einsparung desselben. Das abgelehnte Verfahren ist klarerweise teurer als das befürwortete. Aber auch weniger effektiv in den viele Fällen. Sozialverträgliches Ableben nannte das doch einer mal.
    Ich denke jedoch, das alles führt jetzt zu weit. Bleiben wir doch lieber beim Porzellan, bei Rosenthal versus Fürstenberg, Jugendstil-WMF versus Augsburger Faden…..

  16. Drivere, ach, England, das...
    Drivere, ach, England, das macht mich sentimental.
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    Es ist ja nicht so, dass man nicht Träume hätte. Was ich tue, im Wissen, dass das Land dadurch ausblutet: Ich kaufe all die Pracht und die Herrlichkeit, die ich bekommen und brauchen kann. Es gibt in England immer noch vorzügliche Firmen und Menschen mit Träumen, die unvernünftige Dinge tun. Ich glaube, dass aus England wieder etwas werden könnte, weil es Geschichte und Substanz hat. Man kann sich dort auf etwas beziehen. Amerika hat Waffen und obskure Sekten, weltliche Küsten und ein Hinterland der Extraklasse. Und zu wenig Geschichte.

  17. petra, echte Kenner kaufen...
    petra, echte Kenner kaufen kein Rad, sondern bauen es selbst zusammen. In Italien gibt es auch noch genug Manufakturen, die gute Rahmen mit Silberlot und Muffen herstellen. Und nicht umsonst sind heute Colnagos mit Arabesque-Muffen teurer als zu der Zeit, als sie auf dem Markt waren. Als Besitzer eines ungefederten Rocky Mountain Vertex der ersten Generation aus Canada (handmade) mit Mavic-Komponenten (Sprengringe!) und Campagnolokurbeln verstehe ich diese konservative Haltung natürlich. (Auch eine alte Bullseye-Kurbel und eine Cook der ersten Generation ist noch unverbaut im Fundus, für uns Uropas)
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    nico, es bringt Amerika absolut nichts, wenn man hierzulande die Lage dort schönredet. Erstens ist man in amerikanischen Blogs und Medien vollkommen auf sich selbst fixiert, zweitens geht es bei uns darum, aus den Fehlern, soweit möglich, noch zu lernen, und drittens zu überlegen, wie man weg von der Exportindustrie hin zu einem gesunden heimatmarkt kommt. Man kann nicht Absatzrekorde in China einfahren und dann den deutschen Markt den Billigprodukten überlassen, weil sich Arbeiter sonst nichts leisten können.

  18. Don Alphonso, so nett wie ich...
    Don Alphonso, so nett wie ich Ihren Artikel gefunden habe, ein wenig langweilig wird mir doch, wenn ich auch hier das ewige “die Amis sind so dumm, die kennen nicht mal Deutschland” lese. Es gibt in Deutschland genügend Einwohner, die kennen weder alle deutschen Bundesländer noch kennen Sie den Unterschied zwischen Bundeskanzler und Bundespräsidenten. Und da lachen Sie über US-Amerikaner, die Deutschland nicht kennen? Es gibt genügend Umfragen und Erhebungen, die große Mängel bei der Allgemeinbildung deutscher Staatsbürger deutlich machen, da brauchen wir nicht über den großen Teich zeigen.
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    Sie kennen mich, ich mag YouTube und da habe ich Ihnen auch gleich zwei passende Filme zum Thema rausgesucht:
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    http://www.youtube.com/watch?v=qVWYbKqMCE8
    http://www.youtube.com/watch?v=fXL54H7pkDY

  19. Doctor Snuggles, das kleine...
    Doctor Snuggles, das kleine Problem war, dass nach der Nichtakzeptanz dieses Landes auch gleich die Nichtakzeptanz der ebenso deutschen Reiseversicherung fplgte. Es ist mir ja egal, ob Amerikaner geographisch fit sind, aber in diesem Moment und zu diesem Anlass war es unerfreulich und teuer. Man hätte sich im Rahmen der oben angesprochenen Servicementalität also etwas mehr Entgegenkommen gewünscht.
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    Im Übrigen kann man sich in Bayern keinesfalls über mangelnde Freundlichkeit, zumindest in den besseren Geschäften, beschweren.

  20. Fernauer, es ist nicht...
    Fernauer, es ist nicht wirklich so, dass ich den blinden Fleck der real existierenden Konservativen für das alte Europa bedauern würde. Im Kern jedoch bleibt ihnen nicht viel anderes übrig, denn besonders glorreich ist die damalige Rolle doeser leute nicht; Hugenberg, Schacht, Franco, -etain, Hindenburg, Dollfuss – wo man hinschaut, nichts, was einem gefallen könnte. Linke, Libertins und Literaten tun sich da erheblich leichter.
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    Kurz, das Alte Europa ist ein Spielplatz, den die Schwarzen Kinder nie gerne betreten werden, aber das ist ganz hervorragend für Menschen wie mich, die im Mitfordclan eher die Nancy als Vorbild ansehen, als sich mit den Unitys rumschlagen zu müssen.

  21. @petra scholl-laretourné: Als...
    @petra scholl-laretourné: Als französische Ergänzung zum Eiswasser empfehle ich Ricard und als begleitende Lektüre etwas Amerikanisches: The Terror von Dan Simmons, ein Horrorroman über John Franklins tödlich gescheiterten Versuch, die Nordwestpassage zu finden – 950 Seiten Packeis.

  22. stilkritik, man kann immer nur...
    stilkritik, man kann immer nur hoffen, in den USA nichts mit Rechtsnawälten zu tun zu haben. Ich für meinen Teil sehe einfach nicht mehr ein, mir den ganzen Ärger und obendrein die Behandlung an den Grenzen anzutun – wenn ich mich mies behandeln lassen möchte, fliege ich nach Itsrael, die machen das wenigstens nicht aus Paranoia. Abgesehen davon kann man aufgrund der Kofferaufmacherei ohnehin nicht mit gutem Gepäck in die USA reisen.
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    niklgramm, was mich damals so an Ostdeutschland erinnert hat, waren die Abbrüche von den toprestaurierten Edelbereichen zu dem Normalen: Billige, schlecht erhaltene Häuser aus Holz, verrottende Industrieanlagen, baufällige Infrastruktur, und auch eine gewisse Beschränktheit in manchen Dingen. dazu in Amerika: Das allgegenwärtige Elend. Ich war in San Francisco in der Oper; im kleinen Park daneben sammelten sich am Abend die mehrheitlich schwarzen Obdachlosen mit ihren Familien. Das war für mich ein echter Schock. Obdachlose Familien. Mitten in der Stadt.

  23. Don Alphonso, ich habe mehrere...
    Don Alphonso, ich habe mehrere Jahre meines Lebens in Amerika verbracht. Und mein Bild mag durchaus einseitig sein, da ich diese Jahre überwiegend in der sozialen Oberschicht der Südstaaten verbracht habe. Nichtsdestotrotz, oder vielleicht gerade deshalb: Amerika sollte in vieler Hinsicht ein Vorbild sein für uns Europäer. Manieren, Familie und Gastfreundschaft, exzellente Universitäten, um nur einige zu nennen.

  24. @ Debütant: Manieren, Familie...
    @ Debütant: Manieren, Familie und Gastfreundschaft findet man weltweit, wenn man die richtigen Menschen kennengelernt hat. Das ist kein Merkmal von Europa oder Amerika, Asien oder Afrika. Es gibt in den USA Menschen mit Kultur, aber eben auch eine ganze Menge ignoranter Menschen, die nicht so sind. Fliegen Sie doch mal nach Cancun, wenn dort junge US-Amerikaner ihren Spring Break feiern. Da sind auch junge Menschen aus besseren Schichten dabei, von Manieren kann dort aber nicht die Rede sein, es ist Ballermann auf amerikanisch.

  25. Werter Don, ich würde Ihnen...
    Werter Don, ich würde Ihnen auch so gerne widersprechen, aber im Grundsatz kann ichs einfach nicht. Ich lebe seit 10 Jahren in den USA und habe mich nie deutscher gefühlt (und ich meine nicht deutsch im Sinne des Hitlergrußes und anderen Assoziationen mit dem Dritten Reich, die einem hier allenthalben angetragen werden). Ohne Kreditkarte guckt einen hier nicht mal die Sprechstundenhilfe an, Einfamilienhäuser erinnern an zwei Versuche der drei kleinen Schweinchen und die Lebenshaltungskosten sind enorm, wenn man sich gern von frischen Zutaten ernährt. An der Ostküste zumindest.
    snuggles, es stimmt, daß man freudlich bedient wird, aber oft eben auch sehr ahnungslos, besonders in Buchläden.
    niklgramm, ich finde, daß Dubbya ganz deutlich gemacht hat, daß die USA eigentlich eine Theokratie sind, und die ist eher katholisch ausgerichtet, egal wie sie sich nennt.
    Auf der Haben-Seite ist allerdings zu vermerken, daß man beruflich schonmal nach den individuellen Fähigkeiten beurteilt und gefördert wird. Es ist ja auch unfair, ein ganzes Volk als ignorant abzuurteilen. In meinem Freundeskreis gibt es höfliche, nette und gebildete Menschen. Den Spreizefinger kennen sie allerdings nicht und das Weinglas wird schonmal am Kelch gehalten, aber das ist eine andere Geschichte …

  26. Natürlich haben die die...
    Natürlich haben die die Krankenversicherung nicht anerkannt. Weil in den USA Patienten erst in Vorleistung gehen müssen und dann selbst mit der Versicherung abrechnen. Ausnahmen gibt es nur für geplante Krankenhausaufenthalte. Das ist übrigens in vielen anderen Ländern der Welt genauso, Deutschland ist die Ausnahme.
    Im Artikel steht vieles richtige, aber das Beispiel zum Einstieg erscheint mir ungeeignet.

  27. Also Kofferaufmacherei und...
    Also Kofferaufmacherei und miese Behandlung: Der Sohn musste Anfang 2006 zu Microsofts. Ankunft, Pass zeigen: “Welcome to the USA!”. Das ging flott.
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    Allerdings: Mein Besuch beim Konsulat in Toronto war bis zur Erteilung des Visums auch nicht besonders erfreulich, zu einer Zeit als die Amerikaner noch nicht an Paranoia litten, also vor 2001.
    Nach Erteilung des Visums war es wieder sehr erfreulich. Biste drin, gehoerste dazu. Das ich einen kleinen Grenzuebergang in den Apalachis nahm, und damit einen Provinzbeamten leicht ueberforderte, gehoert in den Bereich der lustigen Geschichten. Man muss das alles nicht soooo ernst nehmen.
    Israelbesuche muss man aehnlich humorvoll betrachten. Es ist nun mal so. Ist man da durch, is everything beceder.

  28. Ich vergass zu erwaehnen, dass...
    Ich vergass zu erwaehnen, dass eine gewisse Stillosigkeit recht hilfreich sein kann. Ich brauche micht nicht praetentieus zu gebaeren, weil ich es nicht bin.

  29. "Mir, der ich schuldenfreier...
    “Mir, der ich schuldenfreier Selbstkocher, Nichtraucher und Nicht-TV-Konsument bin, kommt dieses in den letzten Jahren überdeutlich gewordene Amerika wie eine teure Mischung aus Privatfernsehen, Schnellrestaurant und Rauchen auf Schuldenbasis (vulgo: Unterschicht) vor.”
    Mein Gott.
    Auf welche Ihrer Zehen darf ich Ihre Füsse angesichts Ihrer Grossartigkeit küssen?
    Der Unterschied zwischen einem Schnösel und einem Dandy? Distanz. Der Dandy ist dazu in der Lage, Distanz zu sich selbst herzustellen.

  30. Sylvia, das ist das Schoene an...
    Sylvia, das ist das Schoene an langjaehrigen Auslandsaufenthalten: man begreift sich selbst als Produkt einer Kultur viel besser als wenn man staendig unter seinesgleichen bliebe. Man sieht sich dann auch ein wenig als kultureller Zugewinn fuer das Gastland. Man wird selbst dabei flexibler, manche sogar eleganter, im Umgang mit anderen Menschen.

  31. Lützel Jeman, auf gar keinen,...
    Lützel Jeman, auf gar keinen, denn Sie sind der beste Grund, das mit der Distanz gleich mal auszuprobieren.
    .
    .
    .
    Ah ja. Fühlt sich gut an. Naja, kein Wunder.

  32. Dr.Snuggles, noeh, dass ist...
    Dr.Snuggles, noeh, dass ist unfair. Eine 17jaehrige Miss Sowieso! Gut bebust, gut bebeint-und noch so jung! Gehn’s, dumm waren wir doch alle in unseren jungen Jahren. Ich kann mich daran noch gut, und mit den tiefsten Gefuehlen der Peinlichkeit, daran erinnern. Sarah Palin waere schon ein anderes Kaliber. Aber der kann ich nix uebel nehmen; sie erinnert mich an eine alte Freundin-und die war genauso kurzsichtig wie Sarah. Braunaeugigen, kurzsichtigen Damen kann und darf man nichts uebel nehmen.

  33. Lieber Don, gerade sprachen...
    Lieber Don, gerade sprachen Sie mit einem Toten. Der lebende war sehr (!) respektabel.
    http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCtzel_Jeman

  34. Lieber Don, jetzt wo ich...
    Lieber Don, jetzt wo ich weiß, dass Sie zu den Mitfordfans gehören, sind Sie auf jeden Fall “in”. Ja, die unmögliche Nancy, die war tatsächlich dermaßen out, dass sie automatisch in war.

  35. Ach ja: Amerika,...
    Ach ja: Amerika, Amerika…
    Wird hier häufig als Vorbild oder auch Abschreck-Bild gehandelt, obwohl es doch eigentlich nur Nachbild ist. Eine Projektion, eine ganz reale, denn man kann das wirklich und ganz praktisch erleben, schon bei der Gepäckkontrolle. Amerika ist aber trotzdem vor und nach allem eine Idee. Eine, die zu scheitern droht, das vielleicht schon ist – und wir mit ihr. Die “Stützen der Gesellschaft” tun ja nur noch so, als ob sie da irgendwas stützen könnten, wo sie doch in Wahrheit schon jeder McDonalds Becher, einfach weggeworfen!, nahe an die Panik bringt… und die Werbung! und die Leute, die Besitzen nicht als Kultur anerkennen, die Barbaren also. Ja, die könnten kommen, sogar bis an den Tegernsee – da helfen auch keine Schrotflinten, egal, womit der edle Eigentümer sie lädt.

  36. Filou, ich könnte Ihnen ja...
    Filou, ich könnte Ihnen ja eine nette Geschichte über die Behandlung meines Vaters vor einigen Jahren bei Einreise nach Florida erzählen… jedenfalls haben die USA seit dem zwei Touristen weniger, die regelmäßig im Winter in ihren Landen Geld lassen.
    .
    Im übrigen haben Sie sich den Beitrag nicht komplett angeguckt. Es war nicht nur eine Miss Sowieso, sondern gleich mehrere, die sich dumm anstellten. Der Beitrag steht auch nur stellvertretend für andere Beiträge und Umfragen, die zwar nicht ganz so krasse Unwissenheit ins Licht brachten, aber dennoch deutliche Mängel bei der Allgemeinbildung präsentierten. Es spielt auch keine Rolle, ich denke nicht, dass der Don der Krankenschwester in den USA ihre Unwissenheit verziehen hätte, wenn sie braunäugig und kurzsichtig gewesen wäre. Dazu hätte sie schon tätowiert, gepierct und aus Sachsen sein müssen.

  37. Lieber Don und andere Amerika...
    Lieber Don und andere Amerika Experten,
    vielen Dank fuer Ihre wohlfundierten Ausfuehrungen, faellt mir doch jetzt erst auf, was ich so alles gar nicht mitbekommen habe, obwohl wir seit 9 Jahren in Amerika leben und arbeiten. Offensichtlich aber in einer Scheinwelt, in der die Leute sehr wohl wissen, wo Deutschland ist, die Haeuser nicht aussehen, als seien sie von den drei Schweinchen gebaut worden, und von den ca. 500 Restaurants/ Essgelegenheiten in der Naehe sind nur ca. 1/5 solche mit dem grossen M, oder vergleichbar. Dass man beim Arzt gleich bezahlen muss, war mir allerdings bekannt- das ist in Deutschland, wenn man da keinen festen Wohnsitz hat, aber auch nicht anders. Woran das wohl liegen mag? Und da dachte ich auch immer, es gaebe hier diverse soziale Einrichtungen und Programme, wie z.B. Schulspeisung, Arbeitslosenversicherung, Sozialversicherung, die Foodbank, die Behoerde fuer Affordable Housing, Sozialarbeiter, Women Shelter, und und und- wie gut, dass ich hier nun endlich die Wahrheit erfahre.

  38. Ja, die Gesundheit ist hier...
    Ja, die Gesundheit ist hier wirklich teuer. Das stimmt. Aber es war ja nicht alles schlecht. Was Zuversicht, Lebensmut, Optimismus und dergleichen angeht wuerde uns Deutschen ein wenig mehr U S A gut zu Gesichte stehen. Arbeitslosigkeit, sozialer Abstieg und andere Horrorgeschichten erscheinen dann naemlich nicht mehr als unabaenderbare Schicksale vor der uns nur der groesse Fuehrer (die da oben) beschuetzen kann, sondern wie Gefahren die individuell von jedem selbst verhindert werden koennen. In Deutschland, so mein Eindurck, ziehen wir uns viel zu oft in unser Haeuschen zurueck und hoffen das andere das Schiff fuer uns durch den Sturm navigieren. Hier waere durchaus mehr Amerika auch im alten Europa gefragt. Wenn es dann schief geht, haben wir es wenigstens versucht.

  39. Don, ein schöner Artikel. Ein...
    Don, ein schöner Artikel. Ein gutes Gefühl beim Lesen ! I am with you.
    Nur am Ende bleibt leider die Frage: wie schaffen Sie es, den Rest der Bevölkerung von diesem Kurs zu überzeugen…denn der verblödet leider in atemberaubender Geschwindigkeit rechts und links von Ihnen, geht mit Doofikäppi auf dicken Kopf gerne zum grossen M. essen und ist auch sonst recht schnell zufrieden.

  40. Don's Artikel - und einige...
    Don’s Artikel – und einige Kommentare – sind nichts weiter als das uebliche “Meine Kultur ist ueberlegener” Geschwafel. Um wirklich eine Kultur zu begreifen und beurteilen zu koennen, muss man sich itensiv damit beschaeftigen. Dazu gehoert meiner Meinung nach auch, dass man sie lebt und nicht nur Halbwissen aus Urlauben und irgendwelchen Zeitungsartikeln widerkaut. Es ist dennoch legitim dass man sich in einer Kultur wohler als in einer anderen fuehlt. Die andere dann jedoch als vermeindlich minderwertig abszustempeln ist – fragwuerdig.

  41. Don!
    Jetzt hab ich sie...

    Don!
    Jetzt hab ich sie endgültig ins Herz geschlossen!!! Dass aus Ihnen noch ein ordentlicher “socialist” werden könnte…
    Nicht zu fassen!
    ..Aber ich finds ja prima! :)

  42. <p>So richtig schlecht kann...
    So richtig schlecht kann einem werden, wenn man diesen unreflektierten Anti-Amerikanismus hier liest – ein wirres Sammelsurium von Vorurteilen aus rechter und linker Ecke gleichermassen, das eine Erörterung im Einzelnen ziemlich sinnlos erscheinen lässt. Wenn das die Meinung der jungen FAZ Leser auch nur annähernd wiedergeben sollte, dann kann einem um unsere deutsche Zukunft nur Angst und Bange werden. Vielleicht sollte sie ja nur eines einmal bedenken, auch Sie verdanken ihre Freiheit solchen Unsinn äußern zu dürfen eben jenen USA und ihren Bürgern, die sie so sehr verachten. Amerikaner waren es die das alte Europa davor gerettet haben, der faschistischen Dikatatur anheimzufallen und anschließend von der stalinistisch-kommunistischen Gewaltherrschaft unterdrückt zu werden. Jeder der den zweiten Weltkrieg noch miterlebt hat weiss das, nicht nur die Briten und Franzosen wenn sie der Helden der Invasion in der Normandie gedenken – sondern auch die Deutschen denen wir Wiederaufbau, Freiheit und Demokratie in Deutschland verdanken. Gar nicht zu reden von jenen, die erst mit dem Sieg des Westens über den Kommunismus ihre Freiheit wiedererlangten. Es mag nicht alles Gold sein in den USA, dennoch bleibt es ein Land der Freiheit, der Demokratie und des Rechts, dem das deutsche Volk auf immer in teifer Dankbarkeit verbunden sein sollte.
    Joachim Bovier,
    Frankfurt am Main

  43. Bonjour Don,
    Europa ist total...

    Bonjour Don,
    Europa ist total unamerikanisch, das ist ein Fakt, willkommen in der Elterngeneration. Ein erneuter Amerikabesuch und weniger Michael Moore-Konsum wäre empfehlenswert. Dann gäbe es in diesem Blog die wirklich interessanten Antworten. Please, hinfahren und Gegendarstellung, Don.

  44. Interessanterweise habe ich...
    Interessanterweise habe ich keinen Film von Michael Moore gesehen. Ich will das nicht als arrogant verstanden wissen, aber nach einigen ähnlichen Erlebnissen in Rngland und Teilen von Holland bin ich dazu übergegangen, Länder zu meiden, in denend das Brot ungeniessbar ist. Ich bin da sehr empfindlich.
    .
    Ausserdem ist da noch etwas anderes, was ich in Amerika gelernt habe. Ich brauche das gefühl, dass es sowas wie Geschichte gibt. Mir ist schon in Frankfurt das Fehlen eines echten historischen Kerns ein Graus. Meine individuelle Antwort ist deshalb eher: In Europa reisen und die Frage stellen, ob man gleich um die Ecke nicht besser bedient ist. Ausserdem, das sehe man mir nach, habe ich wirklich ein Problem mit Ländern, die die Todesstrafe praktizieren. Das passt nicht zu meiner Vorstellung von Urlaub, irgendwie.
    .
    Joachim Bovier, was ich ja wirklich reizend finde ist, wenn derartiger Fundamentalkritik wie der Ihren noch genzg Zeit bleibt, einen Link zum eigenen kommerziellen Projekt einzubauen – reden darf man also nicht, aber die eigene Firma anklicken ist super. In der Einleitung (http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/default.aspx) gebe ich Ihnen ja recht, bitteschön:
    “[Zu lesen im amerikanischen Stile des “Oh Darling you know I love you, but”] Man verstehe mich nicht falsch. Es ist wunderbar, für Amerikaner in Europa zu arbeiten. Wäre man nicht so distanziert erzogen, könnte man auch die nonchalante Nähe der Amerikaner geniessen. Ich mag das unverbindliche, nichtssagende Lächeln der Amerikanerinnen, ich weine immer noch dem Oldsmobile hinterher, den ich in Amerika fuhr, ich bin dankbar für die historische Rolle, in der Amerika diesen europäischen Kontinent vor dem alteuropäischen Irrsinn gerettet hat.”
    Nur haben wir gerade eine ganze Menge unschöner Dinge zu bewältigen, und da wird man nicht umhin können, einen Moment immezuhalten und sich zu fragen, was einen an den Rand des Abgrunds gebracht hat, und ob man da weiter gehen möchte, nur weil es “amerikanisch” ist. Es geht in diesem beitrag natürlich auch um die Argumentationshoheit über exakt jenes Wort “unamerikanisch”. In den USA ist das ein Totschlagwort. Ich denke, man kann hierzulande darüber reden, ob es nicht auch eine kluge Haltung sein kann.

  45. de.simonsito, so richtig...
    de.simonsito, so richtig sozialistisch ist das nicht, eher alteuropäisch, was mir gar nichts ausmacht.
    .
    marcel, I beg to differ: Ich spreche jedem Amerikaner das recht zu, auf Basis seines Wissens eine Meinung zu Europa zu haben. Ich bin ein wirklich grosser Fan von Herrn Rumsfeld, der bei allen politischen Fehlern sehr wohl erkannt hat, dass es dieses Alte Europa gibt. Es ist vielleicht nicht so amerikafeindlich, wie man glauben möchte, aber nach der grossen Weltwirtschaftskatastrophe und der langfristigen Folgen wäre man wirklich mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn man sich hinstellen würde und sagen: Oh ja, Lehman hat den deutschen Bankensicherungsfonds geleert und ein ganzes Land hat mit dem Irrsinn der Immobilienblase den angeblich so tollen freien Markt ad absurdum geführt, aber ich bin kein Amerikaner und kann nicht drüber reden, und wenn man dort weiter an Lungenentzündung stirbt, weil man nicht versichert ist, mei, deren Problem –
    wenn man das so sagt, kann man sich das gleiche morgen auch von den Iranern, Nordkoreanern, Altossis, Chinesen, Bankvorständen undCSU-Politikern anhören.

  46. Amerika ist groß. Und: Es...
    Amerika ist groß. Und: Es gibt dort zigmillionen (wirklich viele!) progressive Amerikaner, welche ganz andere – ja, und sogar vernünftige Vorstellungen von ihrem Land haben, und die das auch leben. Amerika ist vielfältig und hat mehr zu bieten als Shopping Malls und ein desaströses, reinweg nach Profitkriterien konstruiertes Gesundheitssystem, bei dem die Patienten wie “Kunden”, genauer gesagt, wie eine auszunehmende Gans behandelt werden, Patienten, die man mit widerwärtigsten Verkaufstechniken traktiert, um ja auch sicher zu stellen, dass man aus ihnen den maximal möglichen Geldbetrag zieht. Dort in Amerika, wo man dieses irre “der Markt löst alle Probleme” nicht lebt, dort lässt es sich gut leben – und nicht nur für die Bessergestellten und wenigen Privilegierten von der upper middle class und aufwärts.
    Ich frage mich, wann das genau anfing, dass ein beachtlich un-konservatives Motto wie dieses “Der Markt ist die Lösung aller Probleme” von amerikanischen Konservativen zur Staatsideologie gemacht wurde. Die meisten Amerikaner fürchten sich vor einem effizienten und verantwortungsvollen Sozialstaat wie ein Hooligan in Thüringen, der noch nie auch nur ein einziges Gespräch mit einem Ausländer geführt hat.
    Je weniger sie davon wissen, umso mehr fürchten sie es.

  47. Fa, natürlich ist nicht alles...
    Fa, natürlich ist nicht alles schlecht, und ich will auch gar nicht bestreiten, dass in den USA die diversen Aspekte der Kultur ineinandergreifen und sich ergänzen. Die Frage aber ist, was davon im Alten Europa ankommt, und was es dort anrichtet. Zwischen Rosenheim und Tegernsee etwa gibt es nicht nur dicke Millionäre, sondern auch traditionelle Bauern. Und die fühlen den Druck von Monsanto an der Gurgel, und werden dann auch entsprechend aktiv: http://www.zivilcourage.ro
    .
    Und prinzipiell denke ich schon, dass man ein Recht hat zu erwarten, dass der Staat seinen Verpflichtungen nachkommt. Dafür ist er da, also soll er machen. Aber da sehe ich in Amerika durchaus, sagen wir mal, Difizite in den letzten Jahren. Denn wenn jemand die Freiheiten bis zum letzten ausgekostet hat, dann waren es diejenigen, die die Wirtschaftskrise verursacht haben. Eben wil dort kein Staat war, der eingegriffen hat. Dass es jetzt von allen noch mehr Eigeninitiative fordert, mag dem amerikanischen System entgegenkommen. Aber so richtig schön sieht das im Moment alles nicht aus.

  48. Oh, ich sehe gerade, dass die...
    Oh, ich sehe gerade, dass die Kommentare hier teils sehr amüsant sind. Besonders gefiel mir der Kommentar eines hitzigen Europäers, dem ob der hier vorhandenen unamerikanischen Umtriebe “richtig schlecht” wurde (was er als Aussage sozusagen in die Kommentarspalten kotzte), um sich dann zwei Halbsätze später selbst zu versichern, dass Erörterungen seines Standpunktes “ziemlich sinnlos” seien. Man darf die Frage stellen, ob derlei Sinnfreiheiten (auch eine Freiheit!) auf mangelhaftes Auffassungsvermögen der eigentlich klugen Leserschaft zurück zu führen sind oder eher mit der bislang noch nicht übermäßig deutlich gewordenen geistigen Bandbreite des Herrn B. zusammen hängen. Denn, wie mir scheint, die Aussage an sich ist stimmig. Aus ganz alteuropäischer Haltung heraus müsste man nur noch genauer überlegen, warum das so ist. Denn auch das ist alt-europäisch, so falsch sich das in dieser Überspitzung liest: Dicke Bretter bohren. Geduld haben. Allen gerecht werden.

  49. Bin ungern unamerikanisch,...
    Bin ungern unamerikanisch, wenn es um die Behandlung von Steuernhinterziehern und deren Spiessgesellen und Helfershelfern – Stichwort UBS – geht. An der deutschen Presse geht das Thema vorbei, Unterstuetzung fuer die Kavallerie nur am Hindukusch.

  50. XOT, nicht so ganz, für mich...
    XOT, nicht so ganz, für mich als Freund des letzten grossen Männerstports in den Bergen http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/tags/Steuerhinterziehung/default.aspx ist das natürlich ein Thema.
    .
    DTaggert, Amerika kann ja gerne machen, was es will, aber es ist doch nur verständlich, wenn man sich andernorts einen Moment Zeit nimmt und überlegt, ob man das hier auch so haben möchte. Amüsanterweise hätten uns unsere Eltern damals nicht ohne Krankenversicherung fliegen lassen, um genau solche Fälle zu verhindern. Leider hat die Dame vor dem Arzt beschlossen, das nicht zu akzeptieren. Und ich frage mich auch heute noch, was passiert wäre, hätte es in den drei Tagen bis zum Geldeingang nochmal ein Problem gegeben.

  51. Es gibt noch Lichter, wie den...
    Es gibt noch Lichter, wie den scharfzüngigen Bill Maher, der manchmal hart am Rande des Zynismus segelt, aber offenbar nicht, um sich resigniert zurückzulehnen. Und er hat sein Publikum. Zwei Kabinettstückchen:
    http://www.youtube.com/watch?v=yKS0yISz6xQ und
    http://www.youtube.com/watch?v=SFM_R7pnmpw (ab 2:09).
    Grüße,
    KL

  52. Lieber Dr.S., so ganz ernst...
    Lieber Dr.S., so ganz ernst wollte ich das ganze nicht nehmen. Pardon. Ja, es gibt grausame Faelle von Ignoranz: Mitten in N.Y. sitzt eine Gruppe von Freunden aus Israel, Holland und Deutschland. Der Kellner fragt den Israeli, woher er kaeme. Ah aus Israel! Wo ist das? Der Israeli erklaert, dass Israel zweihundert Kilometer suedoestlich von New Jersey laege, und der Kellner sagte, dass er soweit noch nicht gereist sei.
    Sowas kann auch in Europa passieren. Man mag garnicht glauben, was so mancher Franzose nicht weiss, und nicht kennt-und wenn er im eigenen Land bleibt (was Franzosen gerne machen), auch garnicht kennen muss.
    PS: Die Videoclips sah ich mir tatsaechlich nicht in Gaenze an.

  53. dunnhaupt, warten Sie erst auf...
    dunnhaupt, warten Sie erst auf den Beitrag, in dem ich Evelyn Waugh zum wichtigsten Autor für Söhne aus besseren Familien erkläre.
    .
    miner und Lemming, tatsächlich glaube ich auch, dass der Zug klängst abgefahren ist. Untergehen gehört dazu, aber die wichtigere Frage ist doch, wie man untergeht. Und ich denke, das wird bei mir noch eine Weile reichen. Ist es einmal so weit, werde ich sagen können: ich habe dagegen angeschrieben, es war mir nicht egal.

  54. Genau mit der Todesstrafe habe...
    Genau mit der Todesstrafe habe ich auch ein Problem, als Urlaubsland ein solches auszuwählen, geht eigentlich gar nicht, deshalb zog es mich schon immer nach Südamerika. Das „Mutterland der Freiheit“ kann es sich nach all den Geldverbrennungen und Kriegen, bei denen sie verbrannte Erde hinterließen, nicht leisten, Gefängnisses zu schaffen und deren Versorgung bis zum Tod?! Ein unerträglicher Zustand, und viel unerträglicher ist es, unsere Anti-Amerika-Gründe ständig mit der „Befreiung der Deutschen von der Nazi-Diktatur durch die Amis zu konterkarieren. Nebenbei bemerkt hat es auch viel zu lange gedauert, daß man sich gegen die Israel-Politik zu äußern wagte. In Stil- und Bildungsfragen halte ich es mit einem Kommentar, der schrieb, dies sei keine Frage der Geographie. Dem Don gebe ich absolut Recht in Bezug auf unsere Konsum- und Importpolitik, die den Ramschmüll aus Fernost befördert. Nur die Binnennachfrage mit deutschen Produkten zu befriedigen, fällt angesichts des ständig sinkenden Lohnniveaus immer schwerer. Unsere produktionskosten sind eben auch durch die Lohnnebenkosten zu hoch – auch die Krankenversicherungen. Aber ein wichtiger Punkt zu dem bevorstehenden Desaster der apokalyptischen Verschuldung hierzulande: Der Amerikanismus in Finanzfragen fing nicht erst mit der Bankenrettung an, die aus meiner Sicht und der vieler Betriebswirtschaftler von Verstande der Implantierung eines gesunden Herzens in den Körper eines mit Metastasen überzogenen Krebspatienten gleichkommt, sondern beispw. mit der Übernahme von Chrysler durch DB, damit deutsche Manager mal so viel wie deren amerik. Kollegen kassieren, sprich mit der Gier. 10 Jahre durfte man die Aktionäre (fast) ungestraft betrügen. Den Banken-Hedgefond-Rausch hat unser Putin-Freund mit seinen Vasallen eingefädelt, deren Quittungen uns nun ständig präsentiert werden. Allerdings ist es auch absolut unerträglich, daß sich immer noch – und dies seit Lehman Konkurs – Wirtschaftsjournalisten der großen Zeitungen unisono als Sprachorgan der Banken in TV-Sendungen Sonntags mittags hervortun – quasi in Lobbyisten-Funktion. Gestern lese ich in der FAZ: Den Untergang verhindert (S. 3) – noch einmal über die HRE-Agonie, die uns als Albtraum begleiten wird. Wo war der Antiamerikanismus bei allen – auch Journalisten – in dieser Frage. Grundsätzlich ist es ein Wahnsinn, Banken, Betriebe und werweißwas mit Steuergeldern zu stützen, es sei denn, durch eine Insolvenz. Nun las man jüngst von einem Manager der City-Group – ein ausgewiesener Kunstsammler, der sich für 2008 100 Mio. genehmigte. Auch hier hält man den alten amerik. –angelsächsischen Kurs der Gier a la Gordon Gecko in Wall Street bei. Denn nichts hat sich geändert, im Land der Postensicherung und Opportunisten. Das ist mein Antiamerikanismus. Von Gerichtsshows im TV, Fast Food und ähnlichen ausrottungswürdigen Erscheinungen brauchen wir doch nichts zu schreiben, oder?

  55. jeans, wayfarers, al green,...
    jeans, wayfarers, al green, ipod, casual chic, jackson pollock, marilyn monroe, ben & jerry’s and most of all – the place of places, the city of cities, the proof that man is capable of kindness tolerance and style – the one and only n e w y o r k c i t y .

  56. Wehrter Don,
    ein netter...

    Wehrter Don,
    ein netter Artikel für die Symbole der ” alten” Welt.
    Doch in Ihrer Betrachtung sollten Sie überlegen wer
    ging nach Amerika und warum gingen Jene.
    Ich bin auch der Meinung das das amerikanisieren
    unseres Landes nur hilfreich sein kann.
    Die Probleme welche sich alle lösen würden, faszienierende
    Möglichkeiten, also von vorn.
    Wir schaffen die Krankenkassen ab, den Arzt können
    wir uns immer noch leiste. Die Kur in Davos auch.
    Ein Bestattungunternehmen zu gründen das ist nicht schwer.
    Eine absolut kriesenfeste Investition, gestorben wird immer wieder
    gerne. Je fester die Krise um so mehr …. Sie wissen schon.
    Wir privatisieren die Rente und verzocken diese an der Börse.
    Davon werden wir nicht ärmer.
    Diese Idee hat zur Folge das nur unsere Kinder als
    Altersversicherung in Frage kommen.
    Die Geburtenrate steigt wieder.
    Das Land entwickelt sich wieder, selbst Immobilien könnte
    an Wert zulegen, könnten.
    Ja ich kann auch die Nachteile sehen, verstopfte Autobahnen
    und mehr Besucher am See, dass sind Nachteile welche es
    abzuwägen gilt.
    Doch auch diese Massen sind in einem netten Freizeitpark
    gut aufgehoben.
    Einen guten Tag noch, herzlichst P.

  57. jeans - eher nicht
    wayfarers -...

    jeans – eher nicht
    wayfarers – was ist das?
    al green
    ipod – kommt der nicht aus China
    casual chic – ich habe mir gerade einen Koffer von Asprey gekauft
    jackson pollock – ist freundlicherweise nicht in den Uffizien
    marilyn monroe – äh
    ben & jerry’s – ich habe es nicht so mit Eis, wenn ich ehrlich bin
    and most of all – the place of places, the city of cities, the proof that man is capable of kindness tolerance and style – the one and only n e w y o r k c i t y – puh. Eine Stadt ohne historisches Zentrum aus dem Mittelalter sehe ich einfach nicht als Stadt. Man fahre in kleinste umbrische Dörfer, selbst die schaffen es, Urbanität zu erzeugen.

  58. @JBovier, Marcel: Warum so...
    @JBovier, Marcel: Warum so aufgebracht? Es geht doch gar nicht darum, dass man den Amerikanern nicht ihr Amerika gönnt. Aber genauso, wie ich persönlich nicht unbedingt die Arbeitsbedingungen von indischen Färbereien als nachahmenswerten Standard sehen möchte und auch nicht die chinesische Art, sich mit Produktpiraterie eine auskömmliche Nische zu organiseren, so hat Don Alphonso in seiner Einschätzung recht: Nur weil ‘amerikanisch’ drauf steht, muss man es nicht unkritisch nachmachen. Ab und zu könnte man ja auch einen ganz eigenen Weg gehen, einen, der die eigene Identität bewahrt und der im einen oder anderen Falle sogar der Bessere ist.
    .
    @Don Alphonso: Ach, wenn es nur das Essen wäre… aber aus Diplomen werden Master, aus wissenschaftlichen Lehrbüchern werden buntbebilderte Didaktikcomics, aus der Muttersprache konzernvorgegebenes Denglisch (bei allen Dax-Unternehmen) und bei meinen internationalen Projekten gilt immer nur die beratungsresistente Vorgabe aus N.Y., manchmal noch aus London, niemals eine Idee aus Rom, München, Madrid oder Warschau… (weil diejenigen, die als ‘lead’ (jaja!) auftreten, auch das meiste Geld verdienen).

  59. Nico und auch Paulchen, selbst...
    Nico und auch Paulchen, selbst wenn die Amerikaner schreien, wenn ich das sage: Aber ein Grundproblem ist klar das Auseinanderdriften der Gesellschaft. Obwohl ich absolut nicht glaube, dass mehr Geld unten zu mehr Qualitätsbewusstsein führen würde, wurde exakt hier der Fehler gemacht. Indem man in den westlichen Industrienationen Oben jeden Luxus durch Anhäufung erlaubt hat, und unten unter Zuhilfenahme der Globalisierunng einerseits die Löhne real senkte und gleichzeitig durch den importierten Müll die Illusion eines Fortschritts schuf. Die Bildschirme werden grösser und flacher und billiger, das ist die Hauptsache. ich will nicht wissen, was passierte, würde man den Leuten heute die Glotze wegnehmen und ihnen ein Zeitungsabo und einen grossen Buchgutschein in die Hand drücken.

  60. na siehste. bleibt al green....
    na siehste. bleibt al green. reicht doch.

  61. Den google ich gerade noch....
    Den google ich gerade noch.

  62. ...und noch eine kleine...
    …und noch eine kleine Ergänzung zur geografischen / geschichtlichen Unkenntnis einiger Amerikaner. Da sollten wir uns allerdings auch nicht allzu sehr aufspielen. Denn wer weiß von uns schon, wo ‘Harbin’ liegt und wo ‘Wuhan’ (beides kleinere chinesische Millionenstädte) und wo Nischnij Nowgorod? Ach, und wie hieß noch einmal die Hauptstadt von Tansania und wieviele Menschen leben dort? Ganz zu schweigen von der kulturellen Geschichte Indiens, zu der den meisten Deutschen inklusive meiner Wenigkeit dann wohl auch nur das Taj Mahal einfällt. Also bitte das Näschen wieder runter nehmen!

  63. Ich weiss zumindest, dass es...
    Ich weiss zumindest, dass es das gibt, und in etwa, wo es liegt. Wir sagten ja nicht “Oberhaunstadt” oder “Gerolfing”, sondern Germany, dessen Existenz nicht anerkannt wurde. Und natürlich begrüsse ich bei allen Menschen gleichermassen Bildung. Bei vielen Franzosen habe ich den Eindruck, dass das Nichtwissen eher gespielt ist; bei den Amerikanern musste ich erkennen: es ist zu oft echt. Es ist ja auch keine grosse Sache und es wäre mir egal gewesen, aber in meinen Kreisen golt es nun mal als extrem peinlich, wenn man nach zwei Wochen schon alle Schecks losgeworden ist, die noch vier weitere Wochen reichen sollten. Zudem war das Geld selbst erworben, und in so einer Lage dann doch wieder die Eltern anrufen zu müssen, nur weil diese Frau sich weigerte, das Land zu kennen, ist wirklich unfein. Amerika war durchaus schön, aber diese Episode war für mich jene, die wirklich einprägsam war.
    .
    KL, das stimmt sicher, aber diese Leute haben allen Ernstes Herrn Bush beim zweiten Mal mit deutlicher Mehrheit gewählt. Und Herr Obama kuscht eindeutig vor dem rechten Rand. Es ist kein Spass, sich diese Realsatire anzuschauen.

  64. Wortschubse, aber nicht doch....
    Wortschubse, aber nicht doch. Das Problem, das ich in der Frage der Immobilien durchaus auch sehe, ist mehrschichtig, gerade wenn es um die Rente geht. Men macht sich lokal weitgehend abhängig, man erwirbt ein gewisses Risikopotential, man setzt sich Mietern aus, was nur in Regionen schön ist, die zu wenig Wohnungen haben und man sich überlegen kann, wen man gerne hätte und wer passt, man muss selbst Hand anlegen und letztlich auch noch abgeben, wenn man zu alt dafür ist. Mit ein wenig Pech hat man dann die Immobilie an einem Ort, der nicht mehr das oist, was er einmal war.
    Das Kernproblem aber ist die Vermögenssituation der meisten Leute, die nicht im Westviertel wohnen. Due haben vielleicht 20000 bis 50000 Euro auf der hohen Kante in einem Spiel, das erst bei 150.000 so richtig losgeht, und in dem Bereich drängeln sich dann die meisten. Hat man dagegen einen, ich sag mal ein Beispiel, Stadtpalast mit 50+x Räumen und Gesindehaus und das in einer florierenden Stadt – ja dann ist es gleich was anderes. Dann ist es tatsächlich sowas wie Rente auf Lebenszeit und für alle kommenden Generationen.
    .
    Wenn meine Frau mama mal wieder auf das alte Haus schimpft, rechne ich ihr vor, was es 1846 gekostet hat, und wieviel damit eingenommen wurde. Auf lange Sicht ist das, gerade im Vergleich mit Geld oder ähnlichem gar nicht so schlecht.

  65. woher kommt eigentlich das...
    woher kommt eigentlich das märchen, das uns seit jahren eingetrichtert wird? “unsere produktionskosten sind zu hoch!” – “wir können uns ‘Made in Germany’ nicht mehr leisten” – wobei, das ist kein märchen.
    was immer gerne unter den tisch fällt wie ein krümel schimmliges brot ist die tatsache, dass auf der einen seite die preise in good old germany im europa-vergleich im schnitt deutlich höher liegen (ich denke an medikamente, autos, etc…), die lohnsteigerung aber seit jahren im europäischen vergleich stetig abnimmt.
    was aber, sehr zur freude der ständig wechselbereiten konzerne, stetig zugenommen hat, ist die produktivität. und dieser faktor fließt heimlich still und leise in die stückkosten des produktes ein und steigert den gewinn des unternehmens (siehe rekordgewinne nahezu sämtlicher großer konzerne in der BRD in den letzten jahren wie siemens, puma, porsche, vw…).
    was auch immer sehr gerne vergessen wird zu erwähnen, dass billig hergestellter sweat-shop-ramsch von kleinen kinderhänden innen poliert erst mal um die halbe welt gebracht werden muss, um hier in einem der drei größten märkte in europa verkauft werden zu können. und damit sind wir bei einer prozentualen betrachtung der produktkosten angelangt, wo (ich weiß das aus einem bereich und schätze mal für andere) die lohnkosten zu 2 – 5% an den produktkosten beteiligt sind. ~75% sind material, je nach produkt und frachtart kommen nochmal logistikkosten > den lohnkosten dazu.
    auch immer gern unterschlagen ist die qualität, die ein deutscher arbeitnehmer produziert, wenn man ihn nur läßt (dass wir es geschafft haben aus der warnung “made in germany” eine auszeichnung zu machen, rechnen uns andere länder immer noch hoch an!).
    der amerikanische weg, alles immer schneller, höher, billiger produzieren zu lassen führt uns genau da hin, wo wir jetzt sind. den blick fest aufs quartalsende gerichtet und die zahlen hingetrimmt, koste es was es wolle.
    da stellt sich die frage, machen weite länder kurzsichtig?
    ein unamerikanischer weg der weitsicht wäre europäisch und damit meinem vertrauten kulturkreis viel näher.

  66. Es gibt in Frankreich, das...
    Es gibt in Frankreich, das sich aufgrund seiner historischen Verbandelungen mit den USA Sottisen zum Thema einfach am besten leisten kann, das Bonmot: “die USA ist in ihrer geschichtlichen Entwicklung aus der Barbarei direkt in die Dekadenz übergegangen ohne das Stadium der Kultur dazwischen.”

  67. Genau so ist es mit dem...
    Genau so ist es mit dem Auseinanderdriften, Don. Ich möchte noch einmal an den Artikel erinnern: Thesen zur Kultur der arbeitslosen Gesellschaft. Im FAZ/Archiv oder http://www.medico.de/rundschr/rs-4-02/RS402-sonntag.htm
    Viel Spaß

  68. Sehr geehrter Don,
    ich möchte...

    Sehr geehrter Don,
    ich möchte Ihnen hier mal ein amerikanisches Produkt empfehlen – quasi als Ergänzung zu Ihrem Klassiker von Rocky Mountain und als Alternative zur Anschaffung der x-ten Silberkanne – , das nach Ihrem Geschmack sein dürfte: Ein Titan-Rahmen der Firma Moots mit Namen “Rigor Mootis” (Die Wortspielerei legt den Gedanken nahe, dass es in der kleinen Schmiede Freunde alter europäischer Sprachen gibt). Den können Sie dann noch mit diversen Anbauteilen aus dem selben Hause verzieren. Als Antrieb passt vielleicht die 14-Gang-Naabe von Rohloff. Das wäre doch eine echte Wertanlage, die die Mobilität auch im schlimmsten Krisenszenario noch stilsicher gewährleistet.

  69. Wehrter Don,
    wie schon so oft...

    Wehrter Don,
    wie schon so oft sehe ich die Frage kommen,
    was sind die wirklichen Werte einer Gesellschaft?
    Wenn ich erlich bin, weis ich es nicht. Es fallen mir
    Gründe ein was zu erstreben währe, doch auch
    hier sind es meine Gründe. Amerika dient als Beispiel
    wie es nicht gemacht werden sollte, oder welche
    Chancen sich eröffnen.
    Ich strebe nicht mehr nach Besitz, in meinem Alter
    kann er zur Last werden, wäre ich also glücklicher Ihn
    abzugeben?
    In der Familie sehe ich das streben nach noch mehr
    Vermögen und hier liegt das Problem.
    Wenn ganze Gesellschaften das wollen wer erarbeitet
    es dann, beim verteilen sind alle zur Stelle.
    Währe eine Gesellschaft ohne streben nach materiellen
    Gütern denkbar und vor allem besser?
    Die Amerikaner leben auf der anderen Seite und dort
    sollten wir Sie lassen. Das was es an Kultur und Bildung
    gibt könnte gefördert werden, doch nur Dumme lassen sich
    gut regieren.
    Herzlichst P.

  70. Jetzt wird es Zeit für ein...
    Jetzt wird es Zeit für ein persönliches Bekenntnis. Es war tatsächlich Ihre kleine dumme Stadt an der Donau, die mich für das alte Europa vor einigen Jahren wieder eingenommen hat. Für das alte Europa, ganz wie Sie es beschreiben: mit antiken Stadtkernen mit gewundenen Mauern und alten Patrizierhäusern. Mit barocken Kirchlein aus dem siebzehnten Jahrhundert in jedem Dorf. Mit Marterln am Wegesrand und seit dem Mittelalter kultivierten Landschaften. Davor war ich drauf und dran, mich in der Neuen Welt einzurichten. Doch dann besuchte ich Ihre kleine Stadt. Welch verborgene Perle! Die Asamkirche. Das Münster. Das Haus, in dem Tilly starb. Und seitdem fehlt mir sogar in New York — vom Rest der Neuen Welt ganz zu schweigen — etwas Essentielles: eine Art von kultureller Tiefe, die dem Materiellen erst die Banalität nimmt.

  71. Sage übrigens bitte keiner,...
    Sage übrigens bitte keiner, es gäbe keine guten Nachrichten für Alte Europäer aus Amerika mehr: Die Produktionsfirma des letzten Terminatorfilms ist termini äh insolvent:
    http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601103&sid=aAGfeqcmCYDw

  72. Werter Alphonso,
    in der ( von...

    Werter Alphonso,
    in der ( von Ihnen nicht gesehenden) Fernsehserie “Boston Legal” wird sehr gut thematisiert was unamerikanisch ist und was von Dubble-U und den Konservativen dazu erklärt wird. Es gibt also dort auch eine sehr kritische Binnensicht, die sogar im TV ausgestrahlt wird!
    OT: daß auch Sie jetzt dem Umbrien-Hype verfallen sind !?

  73. Paulchen, das ist eine sehr...
    Paulchen, das ist eine sehr gute Frage, die aber schon die Philosophen seit ewigen Generationen beschäftigt. Jede Zeit hat da ihre eigenen Antworten. Tatsache ist aber, dass das “immer mehr” die Menschen nicht glücklicher macht, sobald ein bestimmter Status erreicht ist. Von daher denke ich, dass ein “immer mehr”, von manchen zur Religion erhoben, nicht die Antwort sein kann, wenn es um die essentiellen Fragen des Sinns des Lebens geht. Genau das ist es aber, was viele nicht hören wollen, weil viele über das Hobby “Shoppen” ihre Befriedigung suchen.
    .
    Ich empfehle da Plutarch. Als Einstieg gut geeignet finde ich dieses Büchlein: http://www.amazon.de/Die-Kunst-zu-leben-Plutarch/dp/3458343032/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1250849201&sr=8-1

  74. nicht googlen, hoeren und...
    nicht googlen, hoeren und schmachten [das wist kein Werbelink]

  75. Lieber Don,

    ein sehr guter...
    Lieber Don,
    ein sehr guter Artikel, wie der überwiegende Rest ihrer Artikel auch. Selten habe ich so treffende Beobachtungen auf so kleinem Raum gesehen. Irgendwo habe ich mal einen Satz über eine weltweite “Niveau- und Geschmacksnivellierung” gelesen, ich glaube das trifft es ziemlich genau. Ich mag das alte Europa, und glaube, dass wir uns hier nicht verstecken müssen. Das Auseinanderdriften ist aber exakt das Problem, wir haben es nicht verstanden, eine gesunde Mittelschicht aufrechtzuerhalten. Mir graut vor dem Tag, an dem das Prekariat aufsteht – aber vielleicht kann das durch mehr stupide Fernsehsendungen und billigen Elektroniktand noch hinausgezögert werden.
    Marginalie: Trotzdem ich Mitarbeiter einer mit Millliarden Staatsgeldern geretteten Bank bin, kann ich nur sagen: Hätten sie ruhig noch mehr Banken gegen die Wand fahren lassen. Das ist dann eben so, wenn man Produkte kauft, die man nicht versteht…..wenn es einen Bedarf für die angebotenen Dienstleistungen gibt, wird sie jemand anders anbieten – und dann ggf. die Mitarbeiter übernehmen.
    Das Georg Jensen-Fahrrad kostet übrigens rd. 3700 Euro.
    Gruss aus Schleswig-Holstein

  76. Nico, wie ich an anderer...
    Nico, wie ich an anderer Stelle bereits einmal geschrieben habe: es ist doch keine Frage, dass man einfach zuviele Menschen hat, die für den Produktionsprozeß nicht mehr benötigt werden. Allerdings: was macht man mit diesen Menschen?
    .
    Die alte These “Nur wer arbeitet, soll auch essen” greift eben in der heutigen, durchindustrialisierten Zeit zu kurz. Die Politik will das Problem lösen, in dem sie vollmundig erklärt, wieder Arbeitsplätze zu schaffen. Wie denn? Noch einen Autohersteller, noch eine Bank, noch einen Handyhersteller brauchen wir wirklich nicht. Woher sollen die Arbeitsplätze kommen? Vielleicht mehr Dienstleistungen? Noch mehr Schlüsseldienste oder Friseure?
    .
    Auf der anderen Seite ist es nicht gerecht, wenn jemand 8 Stunden lang im Büro sitzt, an seinem Herzinfarkt arbeitet und anschließend nur wenig mehr dafür erhält als andere, an die sein Geld umverteilt wird.

  77. @Doctor Snuggles, eben genau...
    @Doctor Snuggles, eben genau dieses Thema behandelt – wie ich finde – diese These zur arbeitslosen Gesellschaft im Link auf geradezu amüsante, zynische und gleichwohl erschreckende Weise. Es gibt letztlich keine Antwort, außer der, alles zurückzudrehen zum Tauschhandel?!

  78. DTaggert -- ich weiß nicht,...
    DTaggert — ich weiß nicht, wo in den USA sie leben und ob Sie vielleicht als Angestellter einer deutschen Firma arbeiten, sich an einer Universität beschäftigen, oder ganz einfach ganz viel Geld haben, daß sie sich einen derart abgehobenen Standpunkt leisten können. Ich verdiene mit meiner Arbeit für eine amerikanische, uneigennützige Organisation ein mittleres Einkommen und bin gut assimiliert. Trotzdem laufe ich mit offenen Augen durch die Welt und behalte mir einen kritischen Blick vor. Die Einstellung “America, love it or leave it” kann ich nicht teilen. Gewiß hat Amerika gute und schöne Seiten und es gibt mannigfache soziale Einrichtungen (die oft auf Freiwilligenbasis funktionieren). Aber da gibts eben auch die andere Seite. Wenn ich von den drei kleinen Schweinchen spreche, dann ist das fundiert. In der Gegend, in der ich lebe, wird eine Wohnsiedlung nach der anderen in eine ursprünglich hügelige Wald- und Wiesenlandschaft geklotzt. Da sehe ich genau, welche Materialien verarbeitet werden, und Ziegelsteine sind das nicht. Und ein paar meiner Kollegen, von denen sich einige Künstler nennen, gehen nicht ins Museum oder kulturelle Einrichtungen, obwohl die schöne Ausstellung spanischer Stilleben aus dem 17. Jahrhundert nur 40 Autominuten entfernt ist.
    Ich freue mich für Sie, daß sie in einer Umgebung leben, in der Sie der Rest der USA nicht berührt. Ich bevorzuge, mich mit beiden Seiten auseinanderzusetzen. Habe ich in Deutschland ja auch gemacht.

  79. ad "Old Europe":
    Allein für...

    ad “Old Europe”:
    Allein für die Prägung dieses Begriffes liebe ich D. Rummmsfeld. (Sein übriges Wirken sei der Würdigung durch die Geschichte oder die Justiz überlassen). Old Europe kann stolz auf sich sein, auch wir in good old Germany. Wir machen zwar nicht alles richtig, unterlassen aber jede Menge (nicht nur: amerikanische) Dummheiten, die andere machen.
    .
    Ich liebe Amerika, habe dort gelebt, die Leute sind nett und freundlich, die Landschaft ist toll, wenn man gut ausgebildet und hinreichend begütert ist, hat man tolle Chancen, wir Westdeutschen verdanken den Amis viel bis alles und sind dankbar, etc., …. aber da hat sich in den letzen Jahren leider einiges geändert, so dass mir Old Europe doch angenehmer erscheint.
    .
    ad Krankenversicherung:
    Die angeblich “amerikanische” Spaltung in Kassen- und Privatpatient kann ich nicht bestätigen, soweit ich das deutsche und französ. Gesundheitssystem aus leidender und leitender Perspektive kenne. Der ungesunde Ausgleich wird geschaffen, indem Privatpatienten statistisch früher sterben (an gutbezahlter Übertherapierung eben).
    .
    ad “Freedom”:
    Rummmsfeld, Cheney, Bush haben im bürokratischen Alleingang mal einfach habeas corpus und die Rechtswegegarantie (bei uns Art 19 IV GG, in USA due process clause) abgeschafft. Der Supreme Court brauchte Jahre, um festzustellen, dass das irgendwe doch nicht ganz koscher ist, und der nette gutaussehende freundliche Herr Obama sieht keine Veranlassung, habeas corpus wieder in Verfassungsrang zu heben. Also wenn wir in Deutschland all die Sachen gemacht hätten, die Amiland zum Schutz von freedom, liberty, property, security gemacht hätte, nicht nur unsere Linken würden sagen, jetzt sei die BeErrrDe aber endgültig auf dem Weg in einen (proto-) …. Staat (das Wort ist zu unappetittlich, um es zu schreiben).
    .
    ad Bürokratie:
    Jedes deutsche Finanzamt, ja ich wage zu sagen: jede deutsche Behörde, ist an Effizienz und schlanker Arbeitsorginsation den meisten US amerikanischen Unternehmen haushoch überlegen. Eine US Coporation ähnelt vielmehr einer kleinen Planverwaltungswirtschaft mit unendlicher Bürokratie (Sarbanes-Oxley). Woran das liegt? Es war die Ford Motor Corporation, die die Planwirtschaft (Corporate Planning) um 1920 erfunden hat; damals war die UdSSR (established 1917) noch nicht soweit, die Planwirtschaft umsetzen zu können. US Corporations werden nebenbei bemerkt von Committees gesteuert, das russische Wort dafür heißt “Sowjet”. Da sind sich zweie ähnlicher, als es ihnen lieb ist.
    .
    Da bleibt nur zu sagen: God save America!

  80. Sylvia, ich habe mich früher...
    Sylvia, ich habe mich früher viel mit dem Thema “Auswanderung” beschäftigt und dabei ist mir aufgefallen, dass es eine ganze Reihe von Auswanderern gibt, die in ihrer neuen Heimat bestimmte Dinge nicht sehen wollen oder Sachen, die sie in Deutschland kritisiert hätten, als Vorzug der neuen Heimat präsentieren.
    .
    Ein Beispiel war eine Frau, die darüber geschrieben hatte, dass sie von der “Neighbourhood Watch” einen Zettel bekam, in der sie zum nächtlichen Schließen des Garagentors aufgefordert wurde. Offene Garagentore würden Diebesgesindel in die Gegend locken. Ihre freudige Botschaft: seht her, wie toll die Community in den USA funktioniert.
    Gleichzeitig war die aber froh, nicht mehr in Deutschland zu wohnen, wo alles geregelt war und die spießigen Nachbarn darauf achteten, was man tat. Meine Vermutung: hätte sie so ein Schreiben in Deutschland bekommen, dann hätte sie darüber geschimpft, was es die Nachbarn angeht, ob sie das Tor offenläßt oder nicht. In den USA war das gleiche Verhalten plötzlich ein Vorteil.
    .
    Oder: in den USA ist es Freiheit, wenn die Leute mit ihren Autos nicht zu einem TÜV müssen. In Deutschland hätten die gleichen Menschen wahrscheinlich über die Leute geschimpft, die mit ihren alten Rostkisten den Straßenverkehr gefährden. Immer so, wie man es gerade braucht.

  81. "Ich sehe in Amerika übrigens...
    “Ich sehe in Amerika übrigens keine Abwehrschlacht gegen die angeblichen unamerikanischen Umtriebe der Gesundheitsreform…..”
    Hier verstehe ich ihren Punkt nicht. Der avisierte Public Plan orientiert sich doch gerade an europäischen Systemen, seine Befürworter argumentieren zum Teil auch damit, daß es in anderen Ländern funktioniert (ein gern zitiertes weil positiv belegtes Beispiel ist Schweden). Und wenn jemand von erzkonservativen Flügel der Republikaner einen Reformvorschlag mit dem Argument er sei “unamerikanisch” ablehnt ist das nicht repräsentativ für die Mitte der Gesellschaft. Eine typisch “amerikanische” Sache ist nämlich auch Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft für Menschen in schwierigen Lebenssituationen, daraus speist sich auch die prinzipielle Zustimmung für das Vorhaben (etwa 50 Prozent, je nach Umfrage). Man sollte da vorsichtiger urteilen und nicht nur den extremen Rand wahrnehmen. Wir Deutsche wollen schließlich auch nicht durch die Bank weg mit den Positionen der INSM zum Umgang mit Hartz-IV-Empfängern identifiziert werden.

  82. Der Vorwurf, etwas sei...
    Der Vorwurf, etwas sei “unamerikanisch”, “anti-amerikanisch” oder “unpatriotisch” ist doch das beliebte Totschlagargument derer, die einfach so weitermachen wollen wie bisher. Der letzte Artikel, wo ich einen der Begriffe lesen konnte war der hier: http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/0,1518,642518,00.html

  83. Doctor Snuggles, ich habe auch...
    Doctor Snuggles, ich habe auch erst mühsam lernen müssen, daß in USA Freiheit oft die Freiheit des Einzelnen und nicht der Vielen ist, auf die Wert gelegt wird. Ich bin aus Frankreich in die USA gezogen, aber nirgendwo habe ich mich anfänglich fremder gefühlt. Oft habe ich gedacht, ich lebte auf einem anderen Planeten. Ich meine das jetzt allerdings ganz wertfrei, obwohl es sich böse anhört. Letztendlich ist es eine gute Übung in Toleranz und man lernt eine Menge über sich selbst. Immer noch.
    Zu Ihrer Erfahrung kann ich nur hinzufügen: ich mag meine Nachbarn sehr gerne, aber wehe, wenn jemand nicht den Rasen mäht. Perverserweise mähe ich gern, also ist es kein Problem. Ich verstehe aber, was Sie mit Ihrem Beispiel sagen wollten und stimme zu.

  84. @ Nico: es gibt verschiedene...
    @ Nico: es gibt verschiedene Ideen und Versuche, gerade was das Thema Geld angeht. So haben einige Gemeinden lokale Währungen eingeführt:
    http://www.rp-online.de/public/article/wirtschaft/news/59584/Lokale-Waehrungen-gegen-oertliche-Wirtschaftsflaute.html
    http://www.sueddeutsche.de/finanzen/792/309727/text/
    .
    Mit den lokalen Währungen wird der Trend zur Globalisierung ja genau umgekehrt, was aber nicht unbedingt etwas Schlechtes sein muss.
    .
    Ein Problem gibt es natürlich. Was nämlich sollen die Leute mit ihrer vielen Freizeit anfangen? Die Gefahr ist, dass eine Verlotterung der Gesellschaft einsetzt, die wir alle nicht wollen. D.h. es reicht nicht, den Leuten Geld und Essen zu geben, sondern man muss auch irgendwelche Aufgaben verteilen.

  85. Don, Sie haben ja in allem...
    Don, Sie haben ja in allem recht. (Junkfood, Krankenversicherung, private publik Unsinn,etc.) – wie öde. Na ja fast.
    Monsanto ist böse. bäh! Aber die Rubrizierung der Gentechnikphobie unter “unamerikanisch” zeigt schon, daß hier nicht nur sachliche Gründe vorliegen.
    Im alteuropäischen Blogwesen gelten ja bereits einfache Schlußfolgerungen aus den Kirchhoffschen Gesetzen (nicht Paul) als “esoterisch”. Vielleicht ist es deshalb müßig auf die durchschlagenden Konsequenzen, die die Pflanzen-Gentechnik haben wird hinzuweisen. Die Möglichkeit auf den massenhaften Gebrauch von Hebiziden, Insektiziden,Fungiziden zukünftig zu verzichten ist einiger Anstrengungen wert und tatsächlicher Fortschritt. Fragen Sie ihren (Öko)-Gemüsehändler mal wieviel Kupfer zur Behandlung seiner Tomaten in die Gegend geblasen wurde.
    Aber vielleicht ist es ja alteuropäischer immer hinterher zu hecheln. Wie bei VLSI-Chips, Luftfahrt, GPS, Betriebssystemen,… .
    Immerhin werden “wir” 2020 den Mond erobern.

  86. @Sylvia: das Kurzhalten des...
    @Sylvia: das Kurzhalten des Rasens ist doch in einzelnen Staaten sogar gesetzlich vorgeschrieben. Weniger, weil es unschön aussieht, sondern weil hohes Gras Klapperschlangen und anderes Getier anzieht und das braucht man ja nun gar nicht in Wohngebieten.

  87. Poisson, ich gebe Ihnen ja...
    Poisson, ich gebe Ihnen ja Recht, in Europa ist man immer recht langsam beim Umsetzen von neuen Ideen. Hat aber nicht nur Nachteile, manchmal ist es auch besser erstmal nachzudenken, bevor man auf einen Knopf drückt.
    Allerdings sollten Sie Ihre Liste überdenken. Gerade die Luftfahrt hat seeehr viele Erfindungen dem alten Europa zu verdanken, speziell aus Deutschland kam sehr viel.
    Bereits 1939 wurde in Berlin von Karl Hans Janke ein Patent für einen “Standortanzeiger, insbesondere für Luftfahrzeuge” angemeldet (wobei eine Überwachung durch Satelliten gemeint war). Na, was macht GPS? Ich könnte das jetzt noch fortführen, aber das bringt nichts. Es ist eine Tatsache, dass in Europa die Grundlagenforschung ihre Stärken hat, nur die konsequente Fortführung in Produkte hat hier so ihre Schwächen. Das ist die Stärke der US-Amerikaner, die schnell zu begeistern sind und Sachen schnell aufgreifen und Weiterentwickeln. Dafür haben sie es nicht so mit der Grundlagenforschung, da werden gerne Wissenschaftler aus Europa und Asien eingekauft. Also, beide Seiten haben ihre Vor- und Nachteile. Es sind unterschiedliche Ansichten, beide haben ihre Berechtigung und jeder soll da glücklich werden, wo er sich besser untergebracht fühlt. Die Welt ist groß genug und bietet für jeden etwas. Ist doch prima.

  88. frauen gehen zum arzt, männer...
    frauen gehen zum arzt, männer sterben.

  89. @don alteseuropa
    mal ne frage...

    @don alteseuropa
    mal ne frage aus der bildungsferne:
    was bedeutet:
    “die im Mitfordclan eher die Nancy als Vorbild ansehen, als sich mit den Unitys rumschlagen zu müssen.”?

  90. @Wir fuhren von San Francisco...
    @Wir fuhren von San Francisco aus in Gegenden, die wie Ostdeutschland aussahen, Arizona, Utha, Colorado, New Mexico, und in all den Käffern gab es nur eine Shopping Mall und ein Restaurant mit dem grossen M. Man hatte keine andere Wahl, auch wenn es einem nach ein paar Wochen zum Halse heraus hing.———————— Was mich an den heutigen ‘unbegrenzten Möglichkeiten’ ganz besonders fasziniert: Das Essen in DDR-Restaurants war bedeutend besser als das, was einem heutzutage so als ‘gehobene Gastronomie’ angeboten wird. Sicher, die Kellner waren überheblich und es war nicht einfach, einen Tisch zu bekommen. Aber die Köche wußten irgendwie noch, wie man mit Gewürzen umgeht und sie müssen Organisationstalente gewesen sein, um die Zutaten zu beschaffen. Es war weitgehend bezahlbar. Heutzutage besteht die Fähigkeit der Küchenbullen hauptsächlich darin, die Zutaten geschmacksneutral anzuwärmen und auf den Teller zu legen. Es gibt sogar Schmierfinken unter ihnen, die die Zutaten im Supermarkt kaufen! Das Personal besteht hauptsächlich aus studentischen Billighilfskräften, denen jegliches Wissen fehlt, wie Getränke und Speisen serviert werden. Leider ist der Schritt zu echter Qualität dann wiederrum so groß, daß er nur als unvernünftig und unverhältnismäßig bezeichnet werden kann. Es gibt nur ein unten und ein sehr weit oben. Dazwischen nichts. Das heißt, daß widersinnigerweise seit der Wiedervereinigung in der Gastronomie eine Proletarisierung und ein Kulturverlust stattgefunden haben, die nicht im Einklang stehen mit dem Anspruchsdenken und der weltmännischen Attitüde der Deutschen. Und diese kulinarische Verarmung geht sehr wahrscheinlich einher mit einer geistigen und kulturellen Verarmung, die mit Herablassung, Abwertung und Pauschalisierung kompensiert werden muß, die aber dennoch dieses dumpfe Gefühl eines irgendwie gearteten, aber schwer beschreibbaren Mangels zu hinterlassen scheint. Deutschland muß einmal sehr schön gewesen sein, bevor seine Kultur weggebombt wurde…

  91. Nur ganz kurz in einer kleinen...
    Nur ganz kurz in einer kleinen Pause: Nancy und Unity Mitford waren Schwestern. Während die eine Tochter dieses bedeutenden Hauses – Nancy – zur bekannten, linksliberalen Schriftstellerin avancierte und jede Menge Spass hatte, wurde Unity zur glühenden Hitlerverehrerin und versuchte sich bei Ausbruch des 2. Weltkriegs umzubringen.

  92. Don Johnson, meine Grossmutter...
    Don Johnson, meine Grossmutter nannte das vor dem Wegbomben – was in der Provinz nicht so arf war – die schlechte Zeit. Es kann also nicht so arg toll gewesen sein.

  93. @Don Alphonso
    Diese Ansicht...

    @Don Alphonso
    Diese Ansicht ist zumindest politisch korrekt. Dissonanz tritt auf, wenn man in über tausend Jahre alten, aber seltsam modernen, durch die fünfziger und sechziger Jahre geprägten Städten auf Überbleibsel ihrer Geschichte in Form von Patrizierhäusern, wilhelminischen Villen und Villen der darauffolgenden Epoche trifft. Welcher Stil, welches Handwerk, welcher Sinn für Formen und Proportionen, welcher Reichtum müssen in diesen schlechten Zeiten der deutschen Vergangenheit geherrscht haben! Derartiges ist heutzutage nicht anzutreffen, anscheinend auch nicht mehr möglich, obwohl wir doch den Gipfelpunkt des Wohlstands und der Kultur bilden. Und obwohl heute alles besser ist, decken wir unseren Bedarf an Kultur mit Antiquitäten und alten Büchern. Auch dieser unglaubliche Verlust war eine Art Amerikanisierung – in dortigen Städten ist kaum etwas älter als zweihundert Jahre.

  94. @don alpha:
    danke!...

    @don alpha:
    danke!

  95. In letzter Zeit scheint es mir...
    In letzter Zeit scheint es mir gar zu sehr “in” zu sein, antiamerikanisch zu sein. Klar ist McD ungesund, und klar gibt es mittlerwiele viel zu viele amerikanische TV shows, die das deutsche Fernsehen schlichtweg unertraeglich machen. Trotzdem ist und bleibt Amerika das Land der unbegrenzten Moeglichkeiten und der oftmals unbegrenzten Freundlichkeit. Als Beispiel moechte ich nur das Bewerbungssystem nennen. Wenn man sich hier in good old Germany nur um einen Praktikumsplatz bewirbt, dann kommt schon sehr bald die Frage nach den Eltern. Kommt man aus einer Managerfamilie oder ist der Vater eben nur Bauarbeiter? Oft sagt das schon mehr ueber den Bewerber aus, als Zeugnisse oder Empfehlungen. In Amerika jedoch waere es rassistisch solche Fragen ueberhaupt zu stellen. Somit ist erheblich mehr chancengleichheit gegeben. Ich wuerde es sehr begruessen, dies endlich von den Amis zu kopieren!!

  96. Bleiben wir doch einfach wir,...
    Bleiben wir doch einfach wir, jeder Einzelne, und die anderen bleiben so, wie sie sind. Kopieren ist schlecht, denn Identität ist wichtig, Meinung zu haben und sie zu artikulieren, das ist wichtig. Herumkramen in der Vergangenheit ist so unnütz wie ein Kropf für Leute, die in der Tele-Technik – siehe hier – immer mit dem Trend gehen. Der Vorteil anderer Länder wie bspw. Spanien, ist, sie ertragen gewisse Erscheinungen einfach besser mit der abendländischen Leichtigkeit des Seins. Wir nehmen es einfach zu genau, das hat uns – made in germany – weit gebracht, allerdings auch in negativer Hinsicht, aber auch nicht gerade auf den Level des, sagen wir, latin-lovers. Und die hier beschriebenen Leute, die es mit der Tellerwäscherkarriere in USA geschafft haben, sind eben auch gute Geschäftsleute mit Instinkt gewesen, bereit, neue risikofreudige Wege zu gehen. Andernorts wäre dies sicher auch möglich. Nur dieser dem Beamten inhärente Habitus der Verweigerung, Verwaltung und des Kopfschüttelns hat die Leute doch erst aus dem Land getrieben. Wer sonst wollte freiwillg dieses Land verlassen, auch wenn das Leben im Ausland eine Bürgerpflicht ist, die wir Deutschen im übrigen anderen weit voraus haben, den Spaniern und anderen Ländern.
    @Doctor Snuggles, der Staat kann nicht für intellektuelle Befriedigung sorgen bzw. garantieren. Jedem hartz4 Empfänger steht es frei, sich in der örtlichen Stadtbibliothek zu verköstigen, mit allem, was man braucht. Nur gegen Dummheit ist eben auch kein Paragraph gut genug abgefasst. Vielmehr noch: ohne ein Mindestbestand an geistiger Verflachung wäre ein Staat, also wir alle, nicht überlebensfähig. Wer sollte sonst die Arbeit tun und den Konsum tragen? Es gibt Dinge, die sind, wie sie sind – und bleiben.

  97. @Bianca, die USA sind nicht...
    @Bianca, die USA sind nicht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Mit dieser Geschichte lügen sich viele US-Amerikaner selber in die Tasche, puschen sie sich doch selbst immer mit dem “amerikanischen Traum” hoch. Es hat mal eine (amerikanische) Untersuchung zu genau diesem Thema gegeben und das Ergebnis war, dass die Chancen des berühmten Aufstiegs vom Tellerwäscher zum Millionär selbst in Europa höher liegen als in den USA. Ich muss mal gucken, vielleicht finde ich noch einen Link dazu.
    Was die Chancengleichheit angeht, so ist das alles ja nur theoretischer Natur. Wenn Sie ein Personaler in den USA nicht mag, weil sie Asiate sind, einen europäischen Akzent haben oder einen Turban tragen, dann bekommen sie den Job auch nicht. Sicherlich: sie dürfen nicht wegen Ihrer Herkunft, Rasse, Religion, etc. ausgeschlossen werden. Das dürfen sie in Deutschland auch nicht, dazu gibt es das AGG. Aber wenn eine Firma das doch tut – wollen Sie sich dann einklagen?
    Den einzigen Vorteil, den ich sehe (der aber vielleicht auch z.T. dem fehlenden Ausbildungssystem und der Hire & Fire-Methode geschuldet ist) liegt darin, dass man auch mit eher nicht so ganz gradlinigen Lebensläufen noch eine Chance bekommt. In Deutschland sind viele Personaler noch davon überzeugt, dass man im Lebenslauf einen roten Faden finden muss, der Kandidat darf sich im Leben keine Auszeiten genommen oder andere Schwächen gezeigt haben. Nach links und rechts gucken ist hier nicht so gefragt. In Amerika wird das eher als Chance gesehen und die finden das gut, wenn jemand seinen Horizont auch mal mit ganz anderen Dingen erweitert.

  98. Lieber Don Alphonso,...
    Lieber Don Alphonso, wahrscheinlich stehen Sie jetzt auch schon dank des Artikels auf einer schwarzen Liste und werden gar nicht mehr in die USA eingelassen: http://www.heise.de/tp/blogs/8/144087
    .
    Und was Ihre Abscheu gegen die Todesstrafe angeht – da ist die letzte Meldung dazu auch nicht gerade sehr positiv: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,643536,00.html

  99. Werter Don, Sie sind ein...
    Werter Don, Sie sind ein Idealist! Und ganz schön old-europe. “ich will nicht wissen, was passierte, würde man den Leuten heute die Glotze wegnehmen und ihnen ein Zeitungsabo und einen grossen Buchgutschein in die Hand drücken.” (In Deutschland – nix. Bis auf weiteres ist Schulbildung hierzulande verpflichtend, Bibliotheken praktisch frei und Zeitung gibts im Internet.)
    In dem Amerika, das ich von ferne und mit gezielter Unwissenheit tatsächlicher Verhältnisse liebe, greift niemand zu paternalistischen Methoden der Zwangs-Aufklärung! Und die pursuite of happiness… hierzulande: Selbstverwirklichung… da sagt Joe the plumber nur: Money makes the world go round. Und das klappt! Die Dynamik der Gesellschaft der USA mag teilweise selbst-zerstörerisch sein, aber sie hat noch den integrierenden Traum vom Tellerwäscher-Millionär. Und wenn die allermeisten doch nicht weiter kommen als “Chef der Spülbrigade” (inklusive Drittjob im Supermarkt) – Jugendliche auch mit “Migrationshintergrund” haben eine echte Chance auf einen billig-konsumistischen way of life. Hierzulande leisten wir uns die Verschwendung gigantischer Humanressourcen (ja, schönes Wort) an den Hauptschulen in unserer Leitkultur der Unbeweglichkeit. – Kaum einer würde sich hierzulande trauen zu sagen: “Unsere Kinder werden es einmal besser haben.” Und Ami-Land: die so ziemlich einzige westliche Nation mit positiver demographischer Entwicklung. – So, und jetzt gehe ich zu einer bekannten Fast-Food-Kette und steigere die dortige Shareholder-value. Ich liebe es!

  100. Im Rahmen der Diskussion hier...
    Im Rahmen der Diskussion hier möchte ich noch auf einen etwas älteren Artikel verlinken, der hier zum Teil aufgestellt Thesen und Eindrücke ebenfalls aufnimmt, aber zum Teil aus einem anderen Blickwinkel betrachtet: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/5/5861/1.html
    .
    Besonders den folgenden Absatz finde ich diskussionswürdig:
    .
    Es gibt den “amerikanischen Traum”, der sich tief in das globale Unbewusste eingegraben und auch Generationen von Europäern dazu gebracht hat, in den USA ihre Perspektiven zu suchen. Jeder kennt irgendjemanden, der dorthin ausgewandert ist oder zumindest mit dem Gedanken spielt. Nicht verschwiegen werden soll natürlich, dass es auch die gegenteilige Reaktion gibt, dass Europäer gerade in den USA (imaginär) ihre Identität wiederentdecken und dem Land angewidert von Plastikkultur und Konsumgeilheit den Rücken kehren. Der american way of life setzt seine Teilnehmer einem weit höheren sozialen Druck aus und produziert ein nicht geringes Ausmaß an menschlicher Verelendung. Wenn der New Yorker Literaturagent John Brockman jüngst in einem Spiegel-Interview jedoch die niederdrückende Geschichtsträchtigkeit bundesdeutscher Städte mit den Worten kommentierte: “Wer soll da ausbrechen können? Wer soll da frei, wild und visionär neue Ideen hervorbringen?”, kann man das auch als Europäer nachvollziehen.

  101. @Doctor Snuggles, Mit den...
    @Doctor Snuggles, Mit den eigenen, regionalen Währungen ist doch ne gute Sache, so kann man sich noch besser ab- oder ausgrenzen, schon beim Bezahlen des Weines oder dergleichen. Regionales – oder besser, terroir – hat dann noch mehr Bedeutung, verschafft Authentizität. Passt auch schön zu den Katalanen, die keine Spanier sein und den Friesen, die ihre “Sprache” gelehrt sehen wollen. Ja, das ist das Europa, von dem wir alle träumen. Ich halte mir in Andalusien eine Ziegenherde, führe sie herum, kann mich unterhalten, ohne zuhören zu müssen. Käse und choto a la romero gibts dann auch gelegentlich. Und am Wochenmarkt biete ich all dies feil – nur gegen Krügerrand natürlich!

  102. Jean-Jacques, die Sache mit...
    Jean-Jacques, die Sache mit der demographischen Entwicklung in den USA ist so eine Sache. Der Schnitt liegt bei 2,1 Kindern pro Frau, was im Prinzip einer gleichbleibenden Bevölkerung entspricht. Allerdings, und da liegt der Hase im Pfeffer: diese 2,1 Kinder stammen nicht aus der Schicht der WASP (White Anglo-Saxon Protestant), dort ist die Geburtenrate nämlich ähnlich mies wie in Europa. Wer den Schnitt noch hochhält sind die Einwanderer aus Mittel- und Südamerika und Asien. Gerade bei den Südamerikanern ist aber die Bereitschaft zur Integration weniger ausgeprägt. Nicht umsonst ist Spanisch Pflicht, wenn sie in Miami einen Job im Rathaus haben wollen. Nicht umsonst gibt es immer mehr spanische Straßennamen in Kalifornien. Sprich: es macht sich eine Kultur breit, die nur in gewissen Rahmen mit dem kompatibel ist, was manche als “amerikanisch” bezeichnen. Und die sich, anders als frühere Immigranten, nicht eine amerikanische Kultur überstülpen lassen wollen.
    Und das wiederum macht vielen Schwarzen sorgen, die es gar nicht einsehen, dass es den Latinos besser gehen sollte als ihnen. Ihnen, die Amerikaner sind und für ihre Rechte kämpfen mussten. Die Latinos kommen und setzen sich ins gemachte Nest (so sehen es tatsächlich einige). Die einzige Gemeinsamkeit sind da wohl gewisse konservative religiöse Weltanschauungen. So ist die Schwulen-Ehe in Kalifornien wieder gekippt worden, weil sich zuviele Menschen dagegen ausgesprochen haben – 70% aller schwarzen Wähler lehnten das ab. Und die katholischen Latinos finden das eher auch nicht so gut.
    Das zum Thema “Freiheit”. Die Freiheit, die manche für sich einfordern, soll nicht für andere gelten. War es nicht schon immer so? Hoffen wir, dass nicht nur der Shopping-Wahn die Leute noch zusammenhält.

  103. Ach ja, die Verhältnisse in...
    Ach ja, die Verhältnisse in den USA. Ich las den Artikel gestern nachdem ich mir hier einen neuen plug adapter für mein deutsches Laptopkabel kaufte – und nach dem Kauf feststellen mußte, dass das Gerät Inhaltsstoffe enthält, die Krebs erzeugen können – was auch noch auf der Verpackung steht (haben die irgendwann mal irgendwas von Konsumentenschutz gehört?!). Beim Abendessen hingegen hatte ich ein wunderbares Gespräch mit meinem (US-amerikanischen) Mitbewohner, über Madrigale, Satie, Schönberg und atonale Musik – das mich dann wieder damit versöhnte, hier zu sein. Beste Grüße aus dem tropisch heißen Neuengland!

  104. Ich freue mich vor allem jedes...
    Ich freue mich vor allem jedes Mal wieder über Dons so umfassende Bildung – Lob der finanziellen Unabhängigkeit also & der intrinsischen Motivation.
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    “frauen gehen zum arzt, männer sterben”
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    eben. das ist auch so vorgesehen. darum sterben wir männer auch so lustvoll. und wissend. im gegensatz zu den frauen. die dann nach seinem tod gelegenheit haben und ergreifen noch einige 6-8 jahre an sein grab zu laufen und mit ihm dann dort zu reden, ihm dann endlich alles das zu sagen, was sie bis dahin immer so klug vermieden haben. und da wir männer das wissen, reden wir schon vorher. z.b. so ca. 30 jahre lang im geiste mit unserem arzt, zu dem wir nicht gehen, weil wir mit ihm gut befreundet sind und eh schon alles wissen, was er sagen wird (tatsächlich) und weiter im inneren diamännerlog: “bis meine frau 72 ist und die kinder ca. 42- mache ichs auch so noch…”. qed.
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    männer leben länger, wenn frauen weniger quängeln. nicht vom “zum arzt gehen trotz fremdbestimmung durch maloche plus frau” leben sie länger. (“sach doch mal was zu meinen neuen schuhen” – “schön” – “kannst du nich’ mal einmal mehr sagen?” – “nein”. effizienz verliert halt. weil sie dienen muss. frauen sind eben klüger.)

  105. Gute Ergänzung zum Thema, wie...
    Gute Ergänzung zum Thema, wie ich finde: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,644223,00.html
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    ” Ich schreibe für Menschen, die über volkswirtschaftliche Zusammenhänge rätseln, und deshalb Opfer von Meinungsmache werden. Ein Beispiel: Die “Bild”-Zeitung zitiert eine Studie des Freiburger Finanzwissenschaftlers Raffelhüschen, derzufolge jedem Zweiten Altersarmut droht. Aber sie schreiben nicht, dass die Studie von einer Versicherung finanziert worden ist und dass sie auf irreführenden demografischen Berechnungen beruht -, weil beispielsweise der weitere Anstieg der Arbeitsproduktivität ausgeklammert bleibt. Ich weise in meinen Büchern und in unserem Blog darauf hin, dass man die Leistungen der gesetzlichen Rente über Jahre ganz bewusst reduziert hat, um den Privatversorgern Geschäftsfelder zu eröffnen.
    SPIEGEL ONLINE: Der demografische Wandel gilt doch als unumstößliche Tatsache.
    Müller: Das ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Meinungsmache funktioniert. Wir wissen seit dem Pillenknick – zwischen 1965 und 1975 -, dass es mehr alte Menschen geben wird. Trotzdem haben wir kein Vergreisungsproblem. Die Alterung im letzten Jahrhundert war größer als sie in diesem sein wird, das kann man heute schon sagen. Aber wenn ich Stratege der Versicherungswirtschaft wäre, würde ich auch so vorgehen: Ein demografisches Problem herbeischreiben und gleichzeitig die Propaganda verbreiten, nur die Privatvorsorge könnte uns heraushelfen. Kann sie aber nicht! Dadurch, dass ich mich bei der Allianz statt bei der Deutschen Rentenversicherung versichere, werden ja nicht mehr Kinder geboren.
    SPIEGEL ONLINE: Aber da sich das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern verschlechtert, ist es doch sinnvoll, wenn die Babyboomer-Generation zusätzlich privat vorsorgt. Oder ist das auch Meinungsmache?
    Müller: Ja, denn die entscheidende Frage ist: Kriegen wir genug Menschen in Arbeit und arbeiten diese Menschen produktiv? Wie man es dreht und wendet, am Ende muss ohnehin die arbeitende Generation für die nichtarbeitende Generation aufkommen. Und da sind die gesetzliche Rente und das Umlageverfahren eindeutig das effizienteste und sicherste System der Altersversorgung.
    Spiegel: Warum?
    Müller: Ganz einfach: Man braucht einen Computer, um die Beiträge ein- und die Renten auszubuchen, dazu noch ein paar Leute, die das bearbeiten, das kostet ungefähr anderthalb Prozent der Beiträge. Bei der Riester-Rente braucht es zusätzlich Heerscharen von Verkäufern und Werbe-Etats – und die Versicherungen wollen daran verdienen. Deshalb kostet diese Form der Altersversorgung bis zu 20 Prozent der Beiträge. Die müssen auf den Finanzmärkten erwirtschaftet werden. Wenn mit den angesammelten Rentenbeiträgen spekuliert wird, kann es uns gehen wie in Chile. Da ist die Privatisierung der Altersversorgung in eine Katastrophe gemündet und der Staat musste nachfinanzieren. “

  106. Keine Sorge, Doc, die...
    Keine Sorge, Doc, die Europäisierung Amerikas kommt zwangsläufig. Im Guten wie im Schlechten. Das mit der “Amerikanisierung” Europas ist nur eine Chimäre. Auch amerkanische Importprodukte verändern sich, sobald sie hier sind. Ein Opel ist kein Cadillac, ein Ford aus Köln sieht nicht so aus wie einer aus Detroit.
    Das gleiche gilt auch für Walt-Disney-Geschichten.
    Keine Sorge, die Euroäer werden niemals so leben wollen wie die Mittelklasse von Arizona.

  107. Also, bei uns gehen die Frauen...
    Also, bei uns gehen die Frauen auch nicht zum Arzt. Gilt als Zeichen der Schäche.
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    Hansmeier, ich frage mich, ob man das unter Begriffen wie Bequemlichkeit und Globalisierung nicht doch einzuführen versucht. Weil es sich – bis zum Crash – für viele wirklich lohnt.

  108. yaq12, ich bin um den Begriff...
    yaq12, ich bin um den Begriff auch dankbar, weil er einen zum Überlegen bringt, und zu einem gewissen Bewusstsein. Rumsfeld ist sicher jemand, der mehr für das europäische Zusammengehörigkeitsgefühl gemacht hat, als viele europäischer Politiker. Auch wenn er das nicht wollte. Er hat etwas Bleibendes geschaffen.
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    Jean-Jacques, das ganze funktioniert aber auch nur, solange entsprechend schlechte Zweit- und Drittjobs da ist. Was passiert, wenn die fehlen, sieht man ja in den Regionen, wo es so ist. Und dieses Problem macht gerade seinen Weg auch in die nicht unten anzusiedelnden Schichten – die Hälfte aller von der Insolvenz bedrohten Hausbesitzer sind nämlich Mittelschicht.

  109. Bianca, mit Schlagwörtern wie...
    Bianca, mit Schlagwörtern wie “unbegrenzte Möglichkeiten kommt man nicht weiter, wenn man ein unbegrenztes Staatsdefizit fährt und die Privathaushalte mit 131% des Jahreseinkommens verschuldet sind. Da wurden diese Möglichkeiten einfach auf Pump finanziert. Und was “antiamerikanisch” angeht: Das bin ich absolut nicht. Ich bin nur unamerikanisch. Ich denke durchaus, dass selbst das amerikanisch, wie es ist, zu gewissen Ländern durchaus passen kann. Island war auch so ein beispiel, oder die baltischen Staaten, und Irland.
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    Doctor Snuggles, ein Einreiseverbot, ach, ich weiss nicht, vor zwei Jahren wurde ich mal gefragt, ob ich zu einer Konferenz zum Bloggen in die USA wollte, da habe ich keine Minute überlegen müssen, um amerikanisch-freundlich und europäisch-bedauernd abzusagen.

  110. Georgiana Darcy,...
    Georgiana Darcy, Konsumentenschutz? – Stell dir vor, es werden hierzulande und anderswo im alten Europa Zigaretten verkauft mit “Rauchen kann tödlich sein” – und werden unvermindert weiter gekauft.
    @perfekt!57 es gibt überhaupt keinen medialen und selbsternannten Wirtschaftsprofessor, der – mit Ausnahme von Rudolf Hickel, so weit ich weiß – nicht auf irgendeiner paylist steht – ob Rührup, Raffelhaus oder sonstwer. Man muß sich ja noch das bezahlte Gesülze von Benjamin Blühmchen anhören. Jeder bei betriebswirtschaftlichem Verstand weiß, eine umlagenfinanzierte Rente ging nur in den Siebzigern mit praktisch null Arbeitslosen. Abgesehen davon, wurden diese Einnahmen nicht in Fonds angelegt, nicht einmal die Überschüsse, sondern als Barreserve verwandt. Somit ist seit langer Zeit klar, dieses System ist apokalytische Pumpfinanzierung – von den Ostrenten ganz zu schweigen. Und all diese Finanzoptimierer – von MLP, ÖVB, AWD und wer weiß noch alles, Herrschaftszeiten, sind nichts anderes als Wiederverkäufer sprich Händler mit teurem Vertriebsapparat, der, wie sollte es anders sein, in den Preisen steckt. Man muß sich vorstellen, wir hatten einen Rentenmeister, seines Zeichens Flesenleger – zweifelsohne ein ehrbarer Beruf -, der konnte vor laufender Kamera bei der Maischberger nicht einmal die ihm vorgehaltene, selbsterarbeitete Formel zur Rentenversicherung erklären. Gibt es bei soviel Diletantismus noch Fragen? Wie heißt es noch: Ich traue nur den Zahlen, die ich selber fälschte.

  111. Don Alphonso, so ganz verstehe...
    Don Alphonso, so ganz verstehe ich Sie und andere Teilnehmer dieses Blogs nicht. Auch ich fühle mich durch und durch als Europäer und auch irgendwie kulturell überlegen. Das hindert mich aber absolut nicht daran, die USA. zu respektieren. In Europa, vielleicht auch speziell in Deutschland, hatten wir immer ein sehr einseitiges Bild der Amerikaner: entweder ist dort alles “besser”, wie es bis in die 80er Jahre empfunden wurde – oder alles ist “Mist”, wie es derzeit empfunden wird. Vermutlich ist das die Korrektur zur ersten Phase und das Ergebnis unserer eigenen Emanzipation gegenüber den USA.
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    Natürlich hat jede Nation ihre Vor- und Nachteile, und ich bin gegenüber den USA absolut nicht kritiklos, ganz im Gegenteil. Trotzdem mag ich die Amerikaner und sie mögen uns auch: wohin man auch kommt sind die Leute freundlich, aufgeschlossen, begeistert davon, daß man aus Europa oder Deutschland zu ihnen kommt und voll des Lobes, sollten sie mal bei uns zu Besuch gewesen sein. Warum also immer so böse? Man kann doch auch sachlich spezifische Punkte kritisieren, davon gäbe es bei uns auch genügend.

  112. Und nun noch etwas zum...
    Und nun noch etwas zum Gesundheitssystem. Das Problem unseres Sozialstaates ist, daß das ökonomische Gefühl für Kosten verloren geht. Durch jahrzehntelanges Propagieren des Grundsatzes “Die Gesundheit ist unbezahlbar” verkümmert das Verständnis dafür, das dies alles aber trotzdem bezahlt werden muß. Man regt sich hierzulande über unser Gesundheitssystem auf, ich frage mich nur: worüber eigentlich?
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    Unsere moralischen Ansprüche sind unermesslich, ein einziger Tag auf Intensiv kostet aber 10.000,- Euro – trotzdem gehen Krankenhäuser pleite, Schwestern und Ärtze werden regelrecht ausgebeutet, ohne Subvention durch Privatpatienten wäre sowiso schon alles zusammengebrochen. Hier besteht eine riesige Diskrepanz zwischen dem Anspruch einerseits und dem Willen, diesen auch zu bezahlen andererseits. Politisch wird das mit Hetze gegen die Ärtzeschaft und “Pharmakonzerne” überspielt, ein ähnliches System, wie das des Antiamerikanismus (s.o.).
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    Meinen Sie, lieber Don Alphonso, daß hier eine US-Krankenversicherung akzeptiert würde? In Notfällen muß auch in den USA behandelt werden soweit ich informiert bin. Es krepiert also keiner vor der Tür, nur weil er keine Kreditkarte hat. Aber es gibt eben auch keinen schmucken Keramikzahnersatz oder kostenlose Schönheits OPs, weil die große Nase psychisch stört. Das muß man ja nicht Gut heissen, aber es muß zumindest irgendwie bezahlt werden – wenn nicht vom Einzelnen, dann eben von der Gemeinschaft. Und diese Bezahlung ist in den USA sicher um Lichtjahre realistischer als hier.

  113. Diese schönheitschirurgisch...
    Diese schönheitschirurgisch straffgezurrten Mümmelgreise unserer ‘Leistungseliten’ ((c) Westerwelle), denen das zeltplanenartige Trappergesicht jeden emotionalen Ausdruck nahm, die nenne ich privatim nur noch “unwürdige Alte” ….

  114. @mawu worüber man sich...
    @mawu worüber man sich aufregt, ist die Tatsache der 240 oder mehr Krankenkassen, die wir hierzulande haben, mit ebensovielen Vorständen, Vertretern und dem ganzen Wasserkopf, der immense Kosten verursacht nach art der Selbstbedienung. Und jede schreibt noch vor, welche Abrechnungen, Medikamente etc. akzeptiert werden. In der Tat, Ärzte, insbesondere Landärzte, sind zu bedauern, sie finden auch nur schwer Nachfolger. Nur vermisse ich auch massive Proteste gegen das Vorherrschende. KVs bestimmen hier, wo es lang geht – einzig und allein mit dem Geld der Beitragszahler und Arbeitgeber. Das gipfelt bspw. in der Überlassung von Mitgliedskarten zuhauf. Ich behaupte, würde dieses alles vernünftig betriebswirtschaftlich organisiert, bräuchte kein Mensch zuzahlen – und private wären überflüssig.

  115. Don Alphonso, so ganz verstehe...
    Don Alphonso, so ganz verstehe ich Sie und andere Teilnehmer dieses Blogs nicht. Auch ich fühle mich durch und durch als Europäer und auch irgendwie kulturell überlegen. Das hindert mich aber absolut nicht daran, die USA. zu respektieren. In Europa, vielleicht auch speziell in Deutschland, hatten wir immer ein sehr einseitiges Bild der Amerikaner: entweder ist dort alles “besser”, wie es bis in die 80er Jahre empfunden wurde – oder alles ist “Mist”, wie es derzeit empfunden wird. Vermutlich ist das die Korrektur zur ersten Phase und das Ergebnis unserer eigenen Emanzipation gegenüber den USA.
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    Natürlich hat jede Nation ihre Vor- und Nachteile, und ich bin gegenüber den USA absolut nicht kritiklos, ganz im Gegenteil. Trotzdem mag ich die Amerikaner und sie mögen uns auch: wohin man auch kommt sind die Leute freundlich, aufgeschlossen, begeistert davon, daß man aus Europa oder Deutschland zu ihnen kommt und voll des Lobes, sollten sie mal bei uns zu Besuch gewesen sein. Warum also immer so böse? Man kann doch auch sachlich spezifische Punkte kritisieren, davon gäbe es bei uns auch genügend.

  116. @HansMeier555: Die...
    @HansMeier555: Die Europäisierung der USA ist sicherlich etwas, was sich viele liberals und progressives in den USA sehnlichst wünschen – inklusive europäischem Krankenversicherungssystem, Schulsystem, public transport. Man siehe beispielsweise die immer wieder exzellenten Artikel von Hendrik Hertzberg im New Yorker….
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    @Don Alphonso: Ich vermute, die Krankenschwester, die fragte, ob Deutschland “a country or what” sei, ist in eine dieser miserablen öffentlichen Schulen im Süden gegangen, in denen nur noch Englisch und Mathematik unterrichtet wird. Das ist jetzt keine Übertreibung – ich kenne Fälle, in denen Familien nur aufgrund der Schulsituation von den Süd- in die Nordstaaten zogen, persönlich. Überhaupt: der Süden. Wenn Nordstaatler darüber sprechen, hat man oftmals das Gefühl, sie reden über irgend einen bizarren Drittweltstaat, in welchem die Menschen ungebildet sind, fanatisch religiös und nicht mal wissen, was eine Gewerkschaft ist….
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    @nico: Bei Zigaretten weiß jeder, welche Gesundheitsrisiken sie mit sich bringen. Aber bei einem Kabeladapter?!

  117. @Georgiana Darcy, "..............
    @Georgiana Darcy, “……….. und nach dem Kauf feststellen mußte, dass das Gerät Inhaltsstoffe enthält, die Krebs erzeugen können – was auch noch auf der Verpackung steht (haben die irgendwann mal irgendwas von Konsumentenschutz gehört?!)….” sorry, aber damit weißt auch du von Gesundheitsrisiken! Im übrigen bin ich mir nicht so sicher, daß es viele wissen bzw. überhaupt lesen können. Dummheit wäre sonst nicht so verbreitet.

  118. nico, die Debatte ist müßig....
    nico, die Debatte ist müßig. Gebrauchsgegenstände sollten keine Giftstoffe enthalten. Niemals. Nirgends. Überdies: es gibt in den USA sicherlich eine Menge Leute, die arm, unterprivilegiert und ungebildet sind. Deshalb sind sie noch lange nicht dumm.

  119. @Georgiana Darcy, verehrte...
    @Georgiana Darcy, verehrte Kommentator(in), bitte zuerst richtig lesen, dann texten. Und warum so schnell aufgeben, wenn man konkret wird. Ich befürchte, Sie beziehen alles auf die USA. Und anscheinend vermissen Sie den deutschen Verbraucherschutz, der hierzulande doch wohl auch nicht die Zigaretten zu verhindern imstande ist. Aber die Leute wissen ja, daß sie giftig sind, das beruhigt mich. Nur zu Info: Verbraucherschutz ist keine exicutive Einrichtung. A propos: vielleicht sollte ich noch Dummheit mit Naivität ergänzen.

  120. Mit dem Uhrzeigersinn um mich...
    Mit dem Uhrzeigersinn um mich herumgedacht gibt es Oper/Konzert ungefähr in Wiesbaden, Karlsruhe, Stuttgart, München, Baden-Baden (2x), Zürich, Straßburg, Saarbrücken, Trier, Metz, Nancy, Luxemburg, Paris (2x, gg), Brüssel, Lüttich, Amsterdam, Maastricht, Düsseldorf, Köln, Hamburg und Berlin.
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    Und klar war wir da ungefähr überall schon. Gggfls. mit dem Libretto oder anderer Lektüre in der Hand, langsam gefahren, klar ggfls. bürgerlich sparsam durch Nicht-übernachten-aber-ein-“Stullenpaket”-dabei-haben, usw. (weil am nächsten Tag eh die Pflicht rief, oder die Stadt/Kunsthalle dort eh bekannt war/ist).
    .
    Und ich kenne hier ungefähr niemanden sonst mit derselben Motivation und Erfahrung, und sei’s, sagen wir den Lohengrin 3x zu hören in drei Städten in drei Ländern in diesem oder dem letzten Winter. Eben aus Neugier, Interesse, Freude usw.. Und liegt nicht an der Möglichkeit. Kostet nicht die Welt. Muß man nur wollen. (Die Trierer Wagner-Freunde fahren von Trier nach Nancy gemeinsam mit dem Bus. Weil hinterher auch noch gegessen und getrunken wird. Selbstfeier auch wichtig ist, fast wichtiger noch, als “das Werk”).
    .
    Ich mache aber einen Fehler, wenn ich von anderen Selbiges an Oper-Reisefreude wie von mir selbst erwarte: Die Amerikaner hier von den Airbases z. B. sind auch sehr bildungsbeflissen, kommen herum in Europa, wählen aber eher nicht Oper als europäischen Teil der Hochkultur aus. Sondern, sagen wir eher das, was eben in Amerika gut ankommt bei den Freunden und der Familie. An Parks & Städten. http://www.disneylandparis.de/index.xhtml . Oder was Hobby ist. Noch mehr Flugzeuge und Airbases z.B.
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    Und ich kenne/kannte Engländer, gentleman, die hielten es schon lange/immer genauso wie Don. “I wouldn’t even consider….” hieß es da immer – gemeint “… to travel the us”. Denn was wollte ich da, als Gentleman, was ich in England nicht genauso oder viel besser fände? An Oper, Theater, Ballet, Cabaret, geschmackvoller Unterhaltung, an Landschaft und Countryside, an Segeln, Golf, Cabrio und Cricett. Und Aristoracy. (Drogen und Elend? Muss ich nicht haben. Und auch keine Sitcoms. Aber jeder wie er will.)
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    Man irrt aber, wenn man weiter eher davon ausgeht, die Welten bestünden separat. Haben sich zumindest räumlich längst eher durchdrungen:
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    Noch drei Beispiele: http://www.natotigers.org/tigermeet/index.php .
    http://www.afneurope.net/ . http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E41755DE1AB264D009D264DA433474145~ATpl~Ecommon~Scontent.html
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    Und bleibt Thomas Mann: In der Erzählung vom “Eisenbahnunglück” heißt es vom Schaffner (der Preußischen Staatsbahnen, sic) sinngemäß “Das ist der Staat, unser Vater, aber man sieht ihn doch immer am liebsten von hinten, wenn die Fahrkarte entwertet ist und an uns die Pflicht erfüllt”. Geschrieben ca. 1908.
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    Und man fragt sich, ob heute nicht schon bald mehr ziviler Mut Not tut, dies hinzuschreiben, als für TM damals erforderlich war. Und das Kaiserreich war anteilig sehr wohl auch Polizeistaat.
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    Am Ende kann es darauf hinauslaufen, dass sowohl im alten Europa (sich gebildet bloß gerierend?), als auch im jungen, tapferen freien Amerika es letztverbliebenes Freiheitsrecht sein wird, alle 4 Jahre noch ein Kreuzchen machen zu dürfen. Und still und leise viel zu konsumieren. “Aber nicht Oper sondern Mattel” (etwas übertrieben ausgedrückt).
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    Umtriebig unamerikanisch? Die europäische Oper- und Konzertlandschaft bietet dazu noch beste Vorraussetzungen. Eben noch. Bis die Finanzkrise auch die noch holt. So wie die Zeitungslandschaft. Oder?
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    http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Eisenbahnungl%C3%BCck
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    Man muss hier nicht weg, man ist schon da: http://www.philharmonie.lu/de/home/home.php
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    Kuck: Für den Allgemeinen Kleinbürger ist die Welt halt am besten ein Allgemeiner Kleingarten. Und eben davor schützt die Freiheit. Oder ermuntert dazu. Die Oper sein zu lassen und auch einen Kleingarten zu haben. Je nach Gusto. Im Thema: “Wir sind Sitcom” also.
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    Und Grüße

  121. Schon beeindruckend, wie...
    Schon beeindruckend, wie Deutschland unter kultureller Lufthoheit alljährlich die Nobelpreise abräumt…

  122. So viele von uns waren für...
    So viele von uns waren für ein Jahr Austauschschüler in den USA.
    Warum gibt es eigentlich so wenig amerikanische Austauschschüler bei uns? Ich meine, wenn die Kids aus dem Bible Belt oder dem Ghetto mal ein Jahr lang in der “dummen Stadt an der Donau” oder in Starnberger auf Gymnasium gehen dürften, dann würden sie die Welt hinterher auch mit anderen Augen betrachten.

  123. Jeder eingefleischte...
    Jeder eingefleischte Transatlantiker steht heute vor dem Scherbenhaufen seiner im festen Glauben an den Fortschritt erzeugten Illusion des amerikanischen Jahrhunderts. Demenz und Niedergang seiner Ideale helfen ihm zu einer realistischeren Einschaetzung seines Selbsts. Im alten Europa ist dies ein nationaler Sozialismus Merkelscher Praegung plus christlicher Religion zur Moderation der Befindlichkeit. Ein wahrer vorrevolutionaerer Zustand… Putsch auf beiden Seiten des Atlantiks.
    Ps: geschrieben auf iPhone chinesischer Herstellung…

  124. DoctorBenway, natürlich habe...
    DoctorBenway, natürlich habe ich ein sozialistisch schlegendes Hers, aber angesichts der Sowjetentscheidungen rund um Opel und das Bankensystem und der 5-Jahrespläne zur Automobilproduktion des Volksastras würde ich lieber auf diese Variante verzichten.

  125. perfekt!57 bitte etwas mehr in...
    perfekt!57 bitte etwas mehr in dem Stil …frauen gehen zum Arzt, Männer sterben…oh, das war was, was gefällt, so aus dem leben, ohne aufwendige Orthographie aus der Feder. Nun, um die Uhrzeit mag es am Weine gelegen haben, der einen unruhig schlafen läßt, gleichwohl aber die Wahrheit zu Tage – besser zu Nacht – trägt. Das wußte schon TM in Felix Krull.

  126. Ergänzung: Bei den Mitford...
    Ergänzung: Bei den Mitford sisters plädiere ich hingegen für Jessica.

  127. Und natürlich sind Polizist...
    Und natürlich sind Polizist odert Soldat eher Kleinbürgerberufe. Also hätten wir es, so gesehen, hier in Europa eher mit einer “kleinbürgerlichen statistischen Teilgesamtheit der amerikanischen Gesamtgesellschaft” zu tun. Eben die, die hier Dienst tut. Und selbstverständlich ist damit auch eines klar: Mein Polizist, der für mich in meinen Stadtviertel Dienst tut hat meine Anerkennung und meinen Respekt für seine unverzichtbare Tätigkeit verdient. Und mehr als das.
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    Aber auch: Die Kosten für den Polizei- und/oder Soldatendienst entscheiden weder die höheren Vorgesetzten noch die Verwaltung alleine.
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    Am Bild des Soldaten: Wenn ich ganz Bürger mit dem Zug erster Klasse unterwegs bin, kurz nach der Abfahrt soeben mein Abteil bezogen habe, mich häuslich und komfortabel eingerichtet und mit FAZ, NZZ, NYT, WP und Guardian wohlversorgt weiß, dann möchte ich eher nicht, dass ein strebsamer Hauptmann oder Major zu guter letzt den Platz neben mir ergatterte und ich mich in ein Gespräch über Karriere “verwickelt” sähe. Über Lehrgänge zum Oberstleutnant z.B. Und Generalsränge im Allgemeinen. Wie gesagt, daran wäre nichts falsch und man würde es an höflichem Verständnis und Erkundigung nach und Konversation über – im Rahmen normaler allgemeiner Vorbildung selbstverständlich – nicht fehlen lassen. Aber man wollte anderes, man wollte lesen z.B.. Oder sinieren.
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    Eben auch von daher ist es mir wichtig, ganz Amerika im Auge zu behalten und nicht nach Teilausschnitten zu werten.
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    Und selbstverständlich sind wir Europäer auch anders, dank unserer Möglichkeiten und anderer Kenntnisse:
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    Wir wissen z.B. dass Dr Fu von Berlin, Anhalter-Bahnhof nach Wien, Musikvereinssaal, immer über Nacht und im Schlafwagen gereist ist. (Wie auch sonst?) Und selbstverständlich für sich und seine Bgleitung immer ein ganzes Abteil “besorgt” wurde. Also sechs Karten Schlafwagen Erster Klasse für zwei.
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    Wie anders kann man auch sonst arbeiten und lieben, ungestört? Absolutes Minimum an Komfort für jeden verantwortlichen Bürger sozusagen. Und selbstverständlich sind wir, unverschämter Weise ausgesprochen, “in direkter Furtwängler-Nachfolge” auch schon mal so gereist. Einfach nur, um mal auszuprobieren, wie das so ist/wäre. (Gut, richtig gut, können wir nur empfehlen).
    http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Furtw%C3%A4ngler .
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    (Und wir brauchten keine sechs Karten zu kaufen, sind gefahren, als wir “auch so” ein Abteil ganz für uns hatten, ganz éntre nous waren, *gg* – aber das sind Geschichten, die erzählen wir treuen Soldaten eher nicht, deren Sache ja der Dienst und die Pflicht. (Unsere ist die auch, aber eben anders.)
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    Vom Sinn und Nutzen der Unterschiede also. Wie gesagt: Kann ich nur empfehlen: Von Berlin nach Wien, Schlafwagen Erster Klasse, mit Geliebter und Beethoven-Partitur (Neunte plus Ode plus versch. Tonbeispiele) macht Spaß. Uns weiterhin mehr als Disney. Und werden immer weniger, die so sind, wie es eben auch anderen so vorkommt. So lange man so bleiben darf.
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    Und Knut Hamsun war viele Jahre in USA. U.a. als Straßenbahnschaffner in Chicago. Und kam zurück und blieb den Rest seines Lebens felsenfest davon überzeugt, dass für die netten nördlichen Mitteleuropäer (die Norweger also, g), Menschen eher ohne doppelten Boden und Doppelmoral (kein Schimpfwort, kein Minderbegriff, lediglich Beschrewibung), der “American Way of Life” für immer eine Unmöglichkeit, unpassend also, sein und bleiben würde. (Und man hat ihn nach 1945 u.u. in die Irrenanstalt eingesperrt dafür. Und “blöde Mittelschicht-Diplom-Psychologen aus dem Anstaltswesen” dachten, sie könnten ob des prominenten “Patienten” in die Geschichte eingehen. Was aber geschah: Hamsun schrieb, 90-jährig und fast blind, in der Anstalt “Auf überwachsenen Pfaden” Beweis, dass er genial war, und voll zurechnungsfähig. Und die Namen der tollen Freudjünger erwähnt heute kein Norweger mehr. Schamhaft nicht. Und sind nicht in der EU. Und wissen wohl warum. Aber nur am Rande.
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    http://de.wikipedia.org/wiki/Knut_Hamsun . Unamerikanisches und Literurnobelpreis vertragen sich also u.u. hervorragend. Bedingten einander aus europäischer Sicht vielleicht sogar manchmal.
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    Der deutsch-jüdische Schriftsteller, Lektor und Verleger Max Tau (nach dem Lesen des noch nicht veröffentlichten Manuskripts):
    „Ich konnte es nicht fassen, dass ein Mensch seines Alters nach alldem, was er erlitten hatte, behindert durch Taubheit und Blindheit, überhaupt imstande war, so zu schreiben. Denn von dem Manuskript ging ein Zauber aus, der nochmals den ganzen Reichtum seiner Gestaltungskraft offenbarte.“[18] http://de.wikipedia.org/wiki/Auf_%C3%BCberwachsenen_Pfaden

  128. Über die USA (oder Europa)...
    Über die USA (oder Europa) kann man ja gefahrlos lästern, schimpfen oder sogar schmähen. Nix wird passieren – wir haben ja Meinungsfreiheit.
    Wie wärs wenn einmal ein kritischer Artikel über die Umtriebe in einem, oder mehreren der 57 Muslim. Ländern zu kommentieren, zu “bloggen” wäre. Einheitsfood in den M-Restaurants zu bekommen, oder “Leichtbauweise” der Eigenhäuschen, Papierkrieg bei manchen Behörden, oder fehlende georgraphische Kenntnisse – primitiv? oder gar bedrohlich? Kaum!
    Aber sollte man sich nicht mehr über die Schauprozesse in Teheran aufregen, wo alle !! Beschuldigte sich nicht verteidigten, sondern ihre “Schuld” eingestehen mussten! (Auch Mademoiselle Reis) genau wie in den infamen Moskauer Schauprozessen Ende der Dreissiger Jahre. Dass dort massiv gefoltert wird, ist bekannt, aber natürlich keinen Blog wert!
    Wie wärs mit Insideinformationen über Pakistan. Oder wie es den Somalis gelingt, Riesenschiffe aus von einer sichtbaren Nussschale aus zu kapern.
    Oder warum Muslime nach der Ramadanfastenzeit mehr wiegen – als vor dieser Fastenzeit?
    Oder warum kein S des Natopartners Türkei für die Freiheit in Afghanistan kämpft

  129. Bitte machen Sie so weiter,...
    Bitte machen Sie so weiter, lieber perfekt57. Es passt so schoen zur Abendsonne auf dem Dachgarten, wo die Geliebte der Abendmahlzeit entgegedaemmert und die 20jaehrige Katze muehsam die naechste Treppenstufe erklimmt. Eine wundersame Monodie, an einen zarten Wagner erinnernd…

  130. pauline-mohr, werfen Sie mal...
    pauline-mohr, werfen Sie mal einen Blick auf die Beschreibung dieses Blogs. Es geht nicht um irgendwas, sondern um das Wesen der besseren Gesellschaft und wie sie ist. Sie ist sicher von den USA beeinflusst, aber garantiert nicht muslimisch. Wäre sie das, wäre ich noch weniger begeistert und würde das schreiben. Aber nachdem sie es nicht ist, ist es hier irrelevant wie das Halten eines Mastodons im Kinderzimmer.

  131. <p>@pauline-mohr, fuer den Sie...
    @pauline-mohr, fuer den Sie interessierenden Themenkreis empfehle ich folgende Links:
    [Edit: Bedaure, aber ich kann und werde hier keine Links zu derartigen Seiten zulassen – die obendrein, um das deutlich zu sagen, mit der Ausnahme einer ausserordentlich unerfreulichen Schant fir de Goyim keine jüdische Sicht sind, sondern überidentifizierte Gestörte. ich bin mir sicher, wer will, findet das Zeug auch so. Don]
    .
    Etwas sehr aus juedischer Sicht, aber immer lesenswert.
    Herzlichst Filou

  132. Don, ich bin erschuettert!...
    Don, ich bin erschuettert!

  133. ja, ja die amis!
    .
    wer wäre...

    ja, ja die amis!
    .
    wer wäre ich ohne christopher bellew, holden caulfield – und ohne die fiesen männer.

  134. Ja all das was hier...
    Ja all das was hier stilistisch ausgefeilt beseufzt wird gibt es in den USA. Ich habe dort an einem Militärkrankenhaus, gleichzeitig Universitätsklinik, gearbeitet. Zunächst – es war Medizin des reichen Mannes. Wir hatten 1981 bereits Rechner auf der Intensivstation bedside und auf den Normalstationen an der Schwesterntheke und im Arztzimmer – keine PCs, sondern Terminals auf Großrechner, aber ich konnte mittags die Laborergebnisse online abfragen. Auf Eingabe der gemessenen Temperatur bei Bolusinjektion gekühlter NaCl Lösung sagte mit der Rechner das Herzminutenvolumen und wenn man einen Patienten nach dreifach Herzklappenersatz auf der Intensiv betreut dann ist das nützlich. Wie gesagt, das war 1981. Jemand hier der sowas 1981 in Deutschland an einer UniKlinik gemacht hat? Gegenüber auf der anderen Straßenseite war dort das NIH (Bethesda, Md). Die forschen nicht nur, sie behandeln dabei auch Patienten – gegen für US Verhältnisse günstige Preise. Und in Notaufnahmen mussten und müssen alle Patienten kostenlos erstversorgt werden. Dre jugendliche Don hätte also nur in die Notfallambulanz einer der (vorzüglichen, UCLA oder UCSD ) Universitätskliniken gehen müssen. Ja, es gibt da ultrakonservative und ultrarechte ( die es möglicherweise hier auch gibt, nicht wahr?) und Wirschaft zum fürchten. Und es gibt vorauseilenden Gehorsam bei Militärs und Ignoranz und US- Zentrismus bei manchen dort.
    Mein Arzt-Kamerad auf der Herzchirurgie war JetPilot in der US Navy gewesen, über NordVietnam im Einsatz und einmal abgeschossen und in den Golf von Tonkin gesplasht. Nachdem er fluguntauglich wurde studierte er Medizin und war dann – deutlich lebensälter als ich – mit mir auf der Abteilung Herzchirurgie.
    Die Kinderabteilung war im obersten Stock, im Frühjahr und Herbst ging eindrucksvoll die Sonne auf wenn wir morgens früh dort zur Visite eintrafen. Dieser an einer Ivy-League studierte Militär konnte – natürlich altgriechisch – Vers aus der Illias oder Odyssee zitieren über die rosenfingrige Morgenröte.
    Auch das ist USA. Oder der Kamerad der mich zu thanksgiving zu sich nach Hause einlud, weil ich ja nicht mal eben nach Hause fliegen konnte.
    Oder ein emigrierter Wissenschaftler der sich über Castelreagh, das Gleichgewicht der Mächte auf dem Wiender Kongress habilitert und dann Professor an einer der Elite-Universitäten wird. Und später Politiker und Außenminister. Wieiviele immigrierte und eingebürgerte Außenminister haben wir bisher gehabt?
    Man sollte die USA nicht so eindimensional sehen….
    Achso, ich hoffe mein Stil und mein bescheidener Horizont haben einen fleißigen Leser vielfältiger Presseerzeugnisse nicht zu sehr irritert.

  135. Lieber prince Matecki,...
    Lieber prince Matecki, irgendwann am Ende eines Ihrere Kommentare erwaehnten Sie ein Monokel, welches Sie sich gleich wieder ins Auge klemmen wuerden. Da wusste ich, dass ich Sie bis dahin missverstanden habe. Das kann Ihnen natuerlich wurscht sein, muss aber der Gerechtigkeit halber trotzdem gesagt werden. Bitte nehmen Sie als Gruss folgendes Link von mir an:
    http://www.dctp.tv/
    .
    Auf Seite 2 (“Der Krieg ist das Ende aller Plaene”) wird Ihnen zwar nichts Neues praesentiert-aber sehen Sie selbst…

  136. prince Matecki, ich muß...
    prince Matecki, ich muß wirklich sagen, Sie schreiben immer wieder äußerst interessant. Wir hier in Europa mögen ein anderes kulturelles Selbstverständis haben, und das ist ja auch gut so. Die Kritikpunkte an den USA mögen ja auch berechtigt sein, nur wird die andere Seite, die es eben auch gibt, zunehmend ignoriert. Ich halte viele Effekte auch nicht für “Amerikanisierung”, sondern für “Entwicklung”, die in den USA zum Teil vorweggenommen ist. Leider. Ich frage mich aber auch, was an einem Brötchen mit Hackfleisch dazwischen und Tomatensauce so viel schlechter sein soll, als an einer Leberkässemmel. Ein bisschen mehr Sachlichkeit in allen Bereichen wäre sicher zuträglich.

  137. Mawu, dazu kommt noch die...
    Mawu, dazu kommt noch die Frage, wer zwingt die Leute eigentlich Hamburger zu futtern, Cola zu trinken, Hollywoodfilme zu sehen? Es gibt dazu kein Gesetz. Die machen, voellig demokratisch, das was gebraucht wird.
    Wer kam auf die geniale Idee, Geldautomaten in einer Mauer zu montieren? Als ich das zum ersten mal in den USA sah, kreiste mir der Hut. Und es dauerte noch eine verdammt lange Zeit, bis es Geldautomaten in Europa (!!!!!) gab. Ach, es gibt so viel, was aus rein praktischen Gruenden “da drueben”erfunden wurde, und ueber das wir “hier” die Oberlippe kraeuselten, bis wir es hier, beinahe widerwillig, akzeptierten.
    Hier, in meinem dummen Kaff ander deutschen Grenze an einem unbedeutenden Fluss, beschaffte ich mir 1978 den ersten Computer. Die Nachricht zog weite Kreise, und ich wurde von den Leuten wie der allerletzte Faschist betrachtet. Alte Freunde, die sich der damaligen Mode entsprechend, in Sackleinen kleideten, nach saurer Seife rochen und nicht mehr zum Friseur gingen (Oekologie war damals die Mode), nahmen wegen dieser tollen Maschine den groessten Abstand zu mir.
    Ich denke nicht, dass die Mehrzahl der “gebildeten” Europaeer naseruempfend auf die USA schauen sollten. Selbst wenn es denen, wegen der vergangenen Regierungen, momentan schlecht gehen sollte (tut es das wirklich?”), sollten wir nicht vergessen: diese Gesellschaft ist noch jung, sie ist unverbraucht, die haben noch die Kraft Krisen zu bewaeltigen.
    Wir hier sind nur alte Tanten, die hoffen, dass ein friedlicher Tod sie ereilt.

  138. @prince Matecki, sehr...
    @prince Matecki, sehr anschaulich getextet und man ist geneigt, TOP GUN aus der Videothek zu holen. Tom Cruise als Chirurg mag ich mir allerdings nur schwer vorstellen. Auch hat es Deutsche gegeben, die Juden vor den Nazis retteten. Es ist ja nicht von Anti-, sondern von Unamerikanischsein die “Rede”. Zuweilen sollte man sich allerdings schon etwas Anti leisten, wenn es um Elementares geht und nicht um Hamburger, Computer etc. Der Käufer entscheidet mit der ihm gegebenen Macht, was ankommt oder eben nicht. Am Ende nur eine Frage der Marktwirtschaft. Diese Ihre Erfahrungen sind schön und gar beneidenswert, aber gibt es diese nicht überall auf der Welt? Klischees dienen wenig, Gegebenheiten auf den Grund zu gehen, und jeder hat ja da so seine Klischee-Präferenz. Ich bin zum Beispiel den Moros heute noch dankbar – und das insbesondere, wenn ich in Andalusien bin – für deren Safran- und Olivenöl-Wissen und auch wegen des Bewässerungssystems, welches sich auf meinem Grundstück befindet. Leider konnten sie sich nur bis 1492 dort halten, aber das haben wir cristianos gern von ihnen übernommen.
    @Filou, a propos: crisis, what crisis. wir sind auf dem besten Weg: Süddeutsche/Wochenende/”Läuft doch”

  139. @filou
    Allerdings habe ich...

    @filou
    Allerdings habe ich mir die Fähigkeit zur Selbstironie erhalten, auch wenn das sowohl im Dienst als auch bei unseren Freunden im Ausland zuweilen schwierig ist. Hier im blog fehlt dazu die Möglichkeit k u r s i v zu schreiben.

  140. @prince Matecki: Ich weiss,...
    @prince Matecki: Ich weiss, ich weiss…

  141. Filou, gucken Sie mal auf die...
    Filou, gucken Sie mal auf die Geschichte der Geldautomaten: http://de.wikipedia.org/wiki/Geldautomat#Geschichte
    .
    Da werden Sie feststellen, dass der erste Geldautomat bereits 1968 in Deutschland aufgestellt wurde. Die Verbreitung dürfte so lange gedauert haben, weil in Deutschland das Geldabheben am Schalter für viele immer noch der bevorzugte Weg war. Kleiner Schwatz und so. Habe selber mal in den 90er Jahren Bankkaufmann gelernt und war erstaunt, wieviele Leute immer noch am Schalter Geld abholen, selbst wenn sie anstehen mußten. Hier gibt es eben auch viele Filialen “um die Ecke”, in den USA ist das bei den großen Entfernungen ein wenig anders. Im übrigen möchten Sie die großen Verbreitung von Schecks in den USA ja wohl weniger als fortschrittlich bezeichnen, oder?
    Interessant auch, dass der Geldautomat an sich zwar in den USA erfunden wurde, aber von einem eingewanderten Armenier stammt. Und genau das ist es, was ich meine – sehr viel in den USA wird von frischen Immigranten erfunden, da fallen auch diverse Nobelpreisträger drunter, Anderl. Das dürfe eben viel mit der Freiheit zu tun haben, die gerade Forscher und Wissenschaftler anzieht. In Europa gibt es immer viele Bedenken, in den USA heißt es einfach: mach mal, probier aus. Muss nicht immer gut sein, zumal wenn für den Erfolg die Maßstäbe und Richtlinien außer Kraft gesetzt werden, die man von anderen einfordert. Es gibt da diverse Beispiele, z.B. Wernher von Braun, dessen Rolle in der SS und beim Einsatz der Zwangsarbeiter eigentlich niemanden in den USA interessierten, weil er interessant war und sein Wissen benötigt wurde. Diesen Opportunismus kann man mögen, allerdings wird es dann irgendwann die sog. Partner nervig wenn “Amerika first” nur noch die einzige Variante sein soll.

  142. Mawu, ein Hamburger kann sehr...
    Mawu, ein Hamburger kann sehr lecker sein, wenn er richtig gemacht ist. Und gesünder als eine fette Bratwurst ebenfalls. Gut, man kann es auch übertreiben… http://restaurant-waldgeist.com.dd19536.kasserver.com/gallery/main.php?g2_view=core.DownloadItem&g2_itemId=370&g2_serialNumber=1

  143. Michael Moore,Michael Moore ?...
    Michael Moore,Michael Moore ? Wer ist eigentlich Michael Moore ?
    Sehr geehrte Exzellenz Don und so manch Anderer hier : Ist es eigentlich nicht äußerst seltsam und Ihnen schon aufgefallen ,daß -wenn das Thema,ja nur das Wort USA (Amerika darf man bei den oberkritischen Amerikagegnern ja gar nicht sagen,obwohl Argentinien eben “Argentinien” und nicht “Vereinigte Staaten von Südamerika”,nein “von Argentinien” heißt) fällt,sich jeder,wirklich jeder gleich zu Wort melden zu müssen meint ?!
    Und am schlimmsten sind dann natürlich die penetrant-ideologischen Amerika-Hasser !
    Sobald nur der Buchstabe U zu hören ist (dabei könnte man doch auch gerade etwas zur Umstandsmode zu sagen haben),wissen diese Leute schon,was und daß es nur Alles Negative dort “drüben” gibt und von dort kommt und von abgrundtief bösen GIs zwangsweise um die Welt und natürlich auch nach Europa getragen wurde.
    Man könnte meinen,es ginge um den Ausschank von Freibier (ach ja,das Oktoberfest steht vor der Tür),so eilen alle Leut zu diesem Thema .
    Probieren Sie es doch einmal aus ,etwa in einer Links-Kneipe in Berlin-Kreuzberg.
    Obwohl,Frankfurt,die Heimat von ehemaligen Linksradikalen und “Ami raus aus Europa”-RUfern wie Joschka,Trittin oder dieser Herr Franz von Opel ist auch nicht viel besser.
    Was mich schon immer gewundert hat,ist,daß dieses trotz aller Krisen und Fehler schöne Land offensichtlich die größte Anziehungskraft auf die gehässigsten Gegner ausübt!
    Dies ist und bleibt aber wohl das Gehiemnis der Psychiater !

  144. Exzellenz, bitte um Nachsicht...
    Exzellenz, bitte um Nachsicht ,aber :
    “Don Alphonso
    pauline-mohr, werfen Sie mal einen Blick auf die Beschreibung dieses Blogs. Es geht nicht um irgendwas, sondern um das Wesen der besseren Gesellschaft und wie sie ist. Sie ist sicher von den USA beeinflusst, aber garantiert nicht muslimisch. Wäre sie das, wäre ich noch weniger begeistert und würde das schreiben”
    Wenn Sie denn dann noch schreiben und sagen könnten,Herr Don !

  145. Das Gute übernehmen und den...
    Das Gute übernehmen und den Rest dalassen.
    .
    So bleibt man an der Spitze ! !

  146. Vier Präsidenten erweisen...
    Vier Präsidenten erweisen Kennedy die letzte Ehre. Von hier draußen sieht es so aus, als ob sich das liberale Establishment in Boston versammelt hatte und die gemäßigte derzeitige Opposition. Aber mitten drin GBW? Schwer zu verstehen, wenn man nur Philip Roth’ EXIT GHOST im Gepäck hat. Wer gibt mir Nachhilfe?

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