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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Ikea als Armutsrisiko

| 299 Lesermeinungen

Wie man diversen Briefkästen und Werbeschaltungen entnehmen kann, belästigt uns ein gewisses Möbelhaus aus Schweden auch dieses Jahr wieder mit seinem umfassenden Angebot an Einrichtungswaren für das Volk. Das ist nicht neu, das ist in gewisser Weise auch eine Tradition, wenngleich angesichts der Angebote auch keine gute Tradition, und zudem eine, die sich echte Stützen der Gesellschaft allein schon wegen des Sozialprestiges nicht leisten können. Aber auch alle anderen, finde ich, sollten mal überlegen, ob es nicht kostengünstiger und nachhaltiger geht - schliesslich finden sich völkische Einkaufsgüter auch noch anderswo. Und erheblich günstiger.

Manchmal ist der Druck von Vergangenheit und Zukunft von beiden Seiten so stark, dass mir absolut kein Raum für die Gegenwart zu bleiben scheint.
Evelyn Waugh, Wiedersehen mit Brideshead

Ich bin nicht unbedingt das, was man als arm bezeichnen würde. Und trotzdem: Ich könnte mir das Zeug des schwedischen Wegwerfmöbelhauses Ikea nicht leisten. Nicht nur, weil man in meinen Kreisen damit zeigte, dass man offensichtlich so arm ist, dass man zu Ikea müsste. Denn offen gesagt, finde ich diese Firma angesichts des Angebots – meist in Osteuropa zusammengeschluderte Waren – sogar extrem teuer. Und teuer ist schlecht, denn reich wird man nur, wenn man Geld behält, und es nicht verschleudert. Geld behalten sieht so aus:

Bild zu: Ikea als Armutsrisiko

Irgendwann vor gut 100 Jahren erwarb jemand einen grossen Satz KPM-Geschirr. Als die immer noch üppigen Reste dann vor drei Jahren in meinen Besitz gelangten, waren sie praktisch umsonst; davor jedoch hatten sie ein Jahrhundert gedient. Der Anschaffungspreis war sehr hoch, aber dafür hat das Geschirr auch 100 Jahre Glanz und Pracht auf die Tische vieler Familien gezaubert, und die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende. Ich habe keine Geschirrspülmaschine, denn beim Spülen kann ich bestens nachdenken. Dem empfindlichen Goldrand schade ich also nicht, und was an Abnutzung zu sehen ist, ist erwünschte Patina des erwünschten Alters. Es ist Luxus, es ist exklusiv, es passt mit aller Prunk in meine Wohnung unter Stuck und Kronleuchter, und es bereichert mich, geistig, menschlich und finanziell.

Natürlich passt das bei den wenigsten in die zeitgemäss schlichten Wohnungen, und so gehen sie eben in dieses Möbelhaus und kaufen dort ein. Ist ja auch nicht so teuer, denken sie. Das kann man sich schon mal leisten, sagen sie. Ist ja alles so praktisch, sagen sie. Ich mag kein Goldrand, ich mag bunt, sagt ihre Freundin. Ein kurzer, schmerzvoller Moment an der Kasse, wenn all die kleinen Eurobeträge einen grossen Eurobetrag nach sich ziehen, die Karte in den Schlitz gesteckt – und schon hat man etwas Modernes für den Glastisch, das im Licht der Halogenspots funkelt… Nun denn: Im Bemühen der Stützen der Gesellschaft, eben jene besser zu machen, habe ich deshalb keine Kosten und Mühen gescheut, den schlechtesten Flohmarkt der kleinen, dummen Stadt an der Donau aufgesucht, und dort eingekauft, um zu zeigen, wie man das macht, wenn man unbedingt etwas Modernes braucht, dabei aber das eigene Vermögen bewahren will:

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Was hier gerade für mich verpackt wird  – bei dem besagten Möbelhaus muss man das ja selbst tun – ist ein komplettes Service. Nicht irgendeines, sondern „Form 1840“ aus dem renommierten Haus Arzberg. Der Designer ist auch kein Zeichenknecht in Schweden, dessen Entwürfe in einer Firma in einem Steuerparadies verwertet werden, um mit Lizenzzahlungen aus Ländern wie Deutschland die Steuern zu optimieren – sondern einer der besten Porzellanentwerfer des 20. Jahrhunderts: Hermann Gertsch. Der hat es mit seinem Entwurf Arzberg 1382 von 1931 in das Museum of Modern Art geschafft. Von Gretsch werden Zitate überliefert, die auch jedem Ikeabenutzer wie Öl runtergehen sollten: „Wir wollen weder das ‚Alte‘ noch das ‚Neue‘, sondern das Wahre, Echte, Zweckmäßige. Unsere Wohnungen sind weder Schaufensteranlagen, noch Magazine, noch Museen. Die Gegenstände, die wir brauchen, sollen nicht krampfhaft etwas vorstellen wollen, sondern in ihrer zweckgebundenen Schönheit eine natürliche und gesunde Umgebung mitgestalten helfen.

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Entsprechend schlicht und funktional, nachgerade „schwedisch“ ist dann auch Form 1840. Menschen, die mit unisono geäusserten Jubelrufen den Katalog des Möbelhauses begrüssen, werden sich vermutlich auch nicht daran stören, dass Gretsch bei seinen Entwürfen eben solche begeisterten Massen im Auge hatte: In seiner Person vereinen sich nämlich die Gestaltungsideale des bauhauses mit den Volksidealen der NSDAP. Form 1840 kam 1938 auf den Markt, als Gretsch im Zenith seiner Karriere stand. Seit 1934 leitete er den gleichgeschalteten „Deutschen Werkbund“, seit 1935 war er Vorsitzender des „Bundes Deutscher Entwerfer“. An dieser Stelle unterdrücke ich natürlich jede Anspielung auf andere Aspekte jener Zeit, obwohl einem viele Parallelen auffallen könnten; es sei aber vermerkt, dass wir es hier tatsächlich mit originalem Geschirr aus jener Epoche zu tun haben, wie es die Porzellanmarke beweist. Trotzdem wird man angesichts des auch schon unter Hitler beliebten Rotrandes dem Service eine fluffige Moderne nicht absprechen können, die auch heutigen Konsumenten gefallen mag.

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Und natürlich hat Gretsch nicht nur wie die alten KPM-Meister entworfen, er hat auch nachgedacht, wie es heute noch das Möbelhaus tut. Er dachte an das Volk, an Geringverdiener, an die Geschädigten der Weltwirtschaftskrise, an fallende Löhne, kleine Häuser und Wohnungen, an die beengten Verhältnisse der armen 30er Jahre, kurz, an den kleinbürgerlichen, begrenzten SA-Mann und seine das Haushaltsgeld verwaltende Frau. Die konnte sich über vorzügliche Platzeffizienz freuen; die Deckelgriffe der Terrinen sind so geformt, dass die Terrinen in einander stabil gestapelt werden können. Während man bei KPM einen ausladenden Geschirrschrank braucht, packte die deutsche Hausfrau alles – wie heute die globale Sekretärin ihr in Schweden gezeichnetes, in Osteuropa billig produziertes Geschirr – in einen kleinen, billigen Oberschrank, und schon war aufgeräumt. Es war nicht prunkvoll. Aber so praktisch! Und so leicht zu reinigen! Danach war noch genug Zeit, dem Führer ein Kind (oh, pardon, ich wollte das vermeiden).

Auch sonst greift Form 1840 stilistisch einigem vor: Nicht nur den Panzerkuppeln, die bald gen Osten rollen sollten, sondern auch der plumpen Ausformung, die man heute in Ehren hält. Das Geschirr ist so dick, als hätte man schon mit den alliierten Bombern oder der Flucht aus dem Osten gerechnet; und es ist auch so dick, wie auch besagtes Möbelhaus sein Porzellan und Steingut formt, denn deren Kunden fliehen nicht mehr vor dem Russen, sehr wohl aber von Mietwohnung zu Mietwohnung im globalen Verdrängungs- und Leistungskampf. Das kann schon mal runterfallen. Es sieht nicht wirklich edel aus, aber es passt in diese schlichte Zeit, wie es auch in die schlechte Zeit passte. Man muss es nicht besonders wertschätzen, man kann es über den Tisch schubsen, und wenn etwas kaputt geht, kauft man eben Neues – Arzberg war die erste Firma, die unter Gretsch diese Möglichkeit zum Einzel- und Sparkauf angeboten hat, die heute bei Ikea selbstverständlich ist.

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Meins wäre es natürlich nicht. Form 1840 erinnert mich an ein Menü aus Linsensuppe, Hackbraten, Bohnen, Salzkartoffeln mit schwerer Sosse und danach Eierkuchen, gewissermassen die Mutter aller Ikeaspeisung und in Sachen Kochkompetenz auch die Stieftante der Tiefkühlpizza und des Kochens mit Margarine, Maggi Sossenfix und Glutamat. Für mich ist Form 1840 Ausdruck des gleichen Elends wie die Serie Ikea 365+; mit einer Ausnahme vielleicht: Das Service von Arzberg hat nach über 60 Jahren ein Alter erreicht, das heute nicht mehr in die Konsumwelt passt. Und es wird noch lange halten, wenn das im gleichen Umfang ungefähr 100 Euro teure Ikeaservice längst im Müll liegt. Form 1840 ist das Schlechteste, was ich besitze, aber es ist immerhin Arzberg und von einem bekannten Entwerfer. Vielleicht benutze ich es, wenn mal Kinder zu Besuch sind. Für Pasta und 5-Jährige taugt es. Es kostete insgesamt 12 Euro. Im Vergleich zu Ikea hätte ich 88 Euro gespart. 88 Euro ist nicht wenig Geld. Weder für den Ikeagründer, der in einem Schweizer Steuerparadies einen alten Volvo fahren soll, noch für mich, der ich Geschirr und Besteck auch noch nach 200 Jahren benutze. Aber offensichtlich ist es wenig Geld für alle, die bei diesem Möbelhaus einkaufen und glauben, es wäre billig, und sie würden sparen – und sich am Ende wundern, warum sie trotz aller dieser Sparsamkeit nie neben dem Ikeagründer wohnen, oder auch nur neben mir am Tegernsee.

Und nun könnte ich hier sitzen und auf die bestimmte Frage warten, mit deren Beantwortung man so trefflich den Fragenden diskriminieren kann. Nachdem sich das hier aber nicht schickt, möchte ich der Frage selbst vorgreifen, die da lautet: „Aber wenn Sie diese Firma verabscheuen, wo bringen Sie dann Ihre Bücher unter? Haben Sie kein Regal von denen? Jeder hat das doch.“ Sie irren:

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Wie alle echten Bibliomanen habe ich natürlich kein solches Regal. Ich baue mir wie alle Buchextremisten, die den Namen verdienen, meine Regale selbst in die Dachbalken meines Hauses ein. Was denn sonst.

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299 Lesermeinungen

  1. Ich finde das ein klasse...
    Ich finde das ein klasse Allttagsgeschirr – würde sehr gut zu meinem Arzberg-Sonntagsgeschirr passen. Vor allem, da das Alltagsgeschirr das über Jahrzehnte zuerst bei meiner Mutter dann bei mir seinen Dienst getan hat, im Laufe der Jahre bedenklich zusammengeschrumpft ist.

  2. Sicher, genau das ist es: Ein...
    Sicher, genau das ist es: Ein hervorragendes Alltagsgeschirr. Leider ist es nochmal Klassen schlechter als das Arzberg 1382, das in der Gästewohnung steht, dicker sogar als meine Fayencen. Aber es ist auch Klassen besser als das, was Ikea im Angebot hat, zumindest, wenn man nach dem Preis geht. Es ist buchstäblich das Geschirr, mit dem man über das gefrorene Haff kommt.

  3. "Was denn sonst." -> Paschen!...
    „Was denn sonst.“ -> Paschen!

  4. "Women are an enigma" - wusste...
    „Women are an enigma“ – wusste ja weiland schon Captain Grimes zu konstatieren und ich möchte mich dem gerne anschließen. Die weibliche Affinität zu all dem poppig bunten postmodernen Nippes, den derlei Warenhäuser en gros feilbieten, werde ich nie nachvollziehen können. Als ich in grauer Vorzeit zu einer Gruppe täglich neu relativ geschmacksfrei aufgerüschter Kolleginnen anläßlich eines mir aufgezwungenen Gespräches über Modefragen subsumierte, H&M sei mir „unreduziert zu teuer“, stieß ich auf ähnlich großes Unverständnis wie Sie, werter Don, anläßlich Ihrer Ausführungen zu I***. An der positiven Attitude der insbesondere weiblichen Clientele zu diesen Anbietern, deren Werbestrategien sich längst höchst erfolgreich im kollektiven Gedächtnis manifestiert haben, werden wir aber nichts zu ändern vermögen, auch wenn Sie es an dieser Stelle lobenswerterweise versucht haben.

  5. Goldrand ist unübertrefflich....
    Goldrand ist unübertrefflich. Sei es beim Geschir oder der Vorhangbordüre. Zudem ist der Goldrand ein sicherer Hafen in finanziellen Krisenzeiten. Da hat man die Altervorsorge gleich auf dem Teller.

  6. Paschen ist aber auch...
    Paschen ist aber auch innendrin Pressspan. Und das mag ich nicht.

  7. Mich interessiert, was denn...
    Mich interessiert, was denn das 1840 damals gekostet hat! Konnte sich das wirklich der arme SA Mann leisten ?

  8. Ich habe den Eindruck, dass...
    Ich habe den Eindruck, dass immer mehr Produkte bei Ikea entgegen des gängigen Vorurteils nicht aus Osteuropa oder gar Schweden stammen, sondern fast immer „Made in China“ sind. Und wenn „Eika Kerzen“ oder „Wächtersbach Keramik“ in Konkurs gingen, dann vermutlich auch deshalb, weil chinesische Produkte aus dem IKEA-Kaufhaus weitaus leichter und billiger zu haben waren, als europäische Qualitätsware.

  9. Don Ferrando, der arme SA-Mann...
    Don Ferrando, der arme SA-Mann konnte sich jeden Monat auch nur einen Teller kaufen. Bei Form 1382 habe ich mal gelesen, dass es ungefähr einen halben Monatslohn eines Arbeiters kostete, aber 1382 habe ich auch, und die ist erheblich feiner und besser.
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    Raffy Ryff, das nun eher nicht, aber auch in schlechten Zeiten hat man etwas mit Glanz um sich, und geht das Leben optimistisch an.

  10. "der blog der besseren...
    „der blog der besseren gesellschaft“
    unwirklich, das ganze. ein selbstverständnis, dass sich als das enttarnt, was es wirklich ist. das sind nicht die stützen der gesellschaft. in anbetracht solcher blogs beschleunigen sie dessen untergang.

  11. Die SA wurde am 3. August 1921...
    Die SA wurde am 3. August 1921 gegründet. Die Frage, ob sich das ein SA-Mann 1840 leisten könnte, erscheint mir daher etwas bizarr.

  12. Ich habe in der letzten Zeit...
    Ich habe in der letzten Zeit viele Einrichtungsgeschäfte besucht und war auch sehr oft bei Ikea. So wie ich es empfand, wissen alle Ikea- Kunden, dass Qualität teuer ist und dass die Gegenstände, die bei Ikea im niedrigsten Preissektor angesiedelt sind, auch nur für eine beschränkte Nutzungsdauer ausgelegt sind.
    Ein weiterer wichtiger Faktor für mich: Wenn die Menschen so viel Spaß beim Überlegen, Aussuchen und Anschauen haben, warum sollte man ihnen dann ständig vorhalten, dass sie evtl. woanders evtl. etwas Besseres kriegen könnten?

  13. Prinzipiell stimmt das was...
    Prinzipiell stimmt das was über das Ikea Geschirr hier geschrieben wurde. Und ich verabscheue Menschen, die nur in Aldi/Lidl bzw. Ikea-Kategorien denken ! Aber als Ergänzung – in einer arbeitsbedingten Zweitwohnung habe ich Geschirr von Ikea auch bereits gekauft. Überhaupt ist doch die Zielgruppe für Ikea – der Teil der Wegwerf-Gesellschaft, die Möbel für eine Mietwohnung von 3 – 5 Jahren kaufen.
    In einer Eigentumswohnung oder einem eigenen Haus dürfte Ikea nichts verloren haben …. zumindest für den Teil der Menschheit, die mit dem Begriff „Kultur“ etwas verbinden und in längeren Zeitabschnitten denken können.
    Aber zurück zum Thema „Stil“ : Obwohl ich gerne auch hochwertiges Porzellan kaufen würde, so störe ich mich daran, dass ich nichts finde aus der Zeit zwischen „Gründerzeit“ und „Art Deco“ …. Als ob die Formensprache gerade in dieser Zeit der aufkommenden Industrialisierung bis zum Bauhaus eine Pause gemacht hätte. Nichts gegen Dekoration aber muß es einerseits zu „floral“ andererseits zu „minimalistisch“ sein ??
    p.s.: Ich habe das Thema Bücher-Aufbewahrung mit USM-Haller gelöst, welches zwar teuer, aber andereseits auch auf das Bauhaus zurückzuführen ist und darüber hinaus sich sehr zweckmässig fasst überall unterbringen lässt – auf oder abgebaut ;-))

  14. Andreas Aerdt, sicher, die...
    Andreas Aerdt, sicher, die Warenwelt bricht auseinander: Entweder selten, teuer und aus Deutschland und Europa oder billig, in Massen und aus Fernost. Wer sich da nicht anpasst, geht unter. Zum Glück jedoch erwischt es mit diesem Strukturwechsel erst mal die USA – vielleicht lernt man ja, wenn man sieht, was aus denen wurde: http://egghat.blogspot.com/2009/09/china-sagt-bye-bye-zum-dollar.html
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    moto guzzi, ich sortiere das unter „unabänderliche Naturgewalten“ ein, aber es ist mir inzwischen auch egal. Sollen sie. Bitte. Neben mir ist ja auch nicht unbegrenzt Platz. Der Fortgang der Geschichte braucht viele Blöde, auf denen man schreiten kann. Ich tue meinen Teil der Aufklärung, was die dann tun, ist deren eigenes Problem. Es wird nichts ändern. Ich habe es versucht, meine Pflicht ist erfüllt.

  15. KPM habe ich auch, von meiner...
    KPM habe ich auch, von meiner Großmutter mütterlicherseits geerbt. Allein wenn ich es im Schrank betrachte, rieche ich den kalbfleischernen Sonntagsbraten und die Thüringer Klöße, die meine Großmutter als dort geborene kaum nachahmlich zuzubereiten verstand – und mit dem Geschirr auftischte. Gerüche der Kindheit!
    Immerhin bekomme ich dank Hinweisen meiner Mutter wenigstens den Kalbsbraten genauso hin.
    Zu Möbeldiscountern: Da möchte ich die Aufmerksamkeit auf ein vielleicht unterschätztes Anzeichen lenken. Beim Gang durch meine Stadt fällt auf, daß an Sperrmülltagen doch etliches an Waren mit Discounter-Herkunft immer wieder am Straßenrand steht. So billig kann es nicht sein, wenn man sich immer wieder einrichten muß. Und wer hätte es gedacht: Es sind nicht die besten Wohnlagen, an deren Straßen der Sperrmüll am meisten zu tun hat. Dort nämlich steht so gut wie nichts draußen, und wenn, kann man auf eine Horde ignoranter Nachlassbegünstigter wetten.

  16. Very well done, Don Alphonso!...
    Very well done, Don Alphonso! Ihre Worte sprechen mir aus der Seele!

  17. Carlito, und wenn schon:...
    Carlito, und wenn schon: Lieber mit Glanz und Gloria untergehen, als mit Ikea leben!
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    karl.gunzens, es ist die „Form 1840“, also einfach eine Produktionsnummer, keine Datierung. Entstanden ist sie 1938. Und damit ist die Frage berechtigt.

  18. Werter Don Alphonso,

    wie so...
    Werter Don Alphonso,
    wie so oft, so erinnern mich Ihre Lebensratschläge an diejenigen, die mir meine Eltern mitgegeben haben (dabei zählen Sie und ich wohl eher zur gleichen Altersgruppe). Zur Produktqualität wurde mir gepredigt: „Kaufe nie etwas billiges – Du freust Dich nur einmal über den Preis und ärgerst Dich jedesmal, wenn Du es benutzt. Kaufe besser etwas Gutes, dann freust Du Dich jedesmal, wenn Du es siehst, und ärgerst Dich nur einmal über den Preis“. Gutes ist eben nicht billig, sondern seinen Preis wert, daher „preiswert“.
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    Nach I*** geht man nicht. Da gehöre ich einfach nicht hin. Ich glaube, meine Kinder wissen nicht einmal, dass es das gibt. Andere mögen sich da wohlfühlen, und gegen diese möchte ich nichts sagen. Aber es ist einfach nicht mein Biotop. Aus ethnologischem Interesse kann man vielleicht einmal nachschauen, wie es und wer dort ist (und -horribile dictu- auch ißt).
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  19. Don John, weil es diese...
    Don John, weil es diese Menschen vielleicht mit ihren hochpreisigen Arbeitsplätzen selbst einmal erwischt, wenn alle anderen auch so denken und konsumieren? Wäre das ein Ansatz? Vielleicht auch, weil man mit Beständigkeit dem Rattenrennen der Moden entgeht und anfangen kann, sein Leben zu leben?
    .
    cj911, da rate ich zu einem Block nach Frankreich und Limoges, oder aber zu Hutschenreuther, die in der Zeit ganz famose Sachen gemacht haben. Man muss nur etwas suchen – aber wenn man Geschirr schon hat, kann man sich ja auch Zeit lassen.

  20. Don Ferrando,
    hier ein...

    Don Ferrando,
    hier ein Überblick für Neuware: das auch erwähnte 1382 wird noch hergestellt:
    http://www.tischwelt.de/index.php?sid=2b1183af70b3f24d79bf9115ee9f3948&cl=alist&cnid=101503

  21. Harry S., Gratulation zu so...
    Harry S., Gratulation zu so einer Grossmutter und ihrem Angedenken! Was den Nachlass besserer Kreise angeht, habe ich gemischte Erfahrungen gemacht; eines meiner Hutschenreuther-Service wäre im Müll gelandet, hätte ich es nicht gerettet. Schrecklich…
    .
    Sir Morgan Atkins, gern geschehen!

  22. "Bei Form 1382 habe ich mal...
    „Bei Form 1382 habe ich mal gelesen, dass es ungefähr einen halben Monatslohn eines Arbeiters kostete“
    Also ist es heute deutlich billiger als damals; demnach noch unverständlicher, weshalb soviel Ramsch gekauft wird.
    Aber wahrscheinlich ist es nicht der Preis als solcher, sondern nur die Wertigkeit eines schön gedeckten Tisches, die bei vielen sehr gering ist. Ungefähr umgekehrt proportional zum „coffee to go“ bei Sterntaler !

  23. ast, man muss aber bedenken,...
    ast, man muss aber bedenken, dass Porzellan in den 30er Jahren aufgrund der Technik noch erheblich teurer war, als heute. Das „Hochzeitsservice“ stammt daher, dass man es sich in der Regel schenken lassen musste, weil es für junge Menschen einfach zu teuer war. Und Arzberg war damals auch schon kein Billighersteller.
    .
    yaq12, es erinnert mich auch an meine Grossmutter, die stets sagte: „As Glump is zwoamoi deier“ Und damit hatte sie natürlich wie immer recht.
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    Ansonsten erscheint mir schon der besagte Katalog wie ein Dokument aus dem Tollhaus. Alles neu, geschichtslos, charakterlos, alles ist möglich, ein Anhänger der NPD könnte sich genauso fröhlich räkeln wie ein FDP-Wähler oder ein linker Bauer einer Höllenmaschine. Es ist nichts, es ist Abwesenheit, seelenlos, Vakuum.

  24. Für manche ist Geschirr nur...
    Für manche ist Geschirr nur ein Gebrauchsgegenstand und nicht Identitätsstiftend. Das gilt übrigens auch bei der Kleidung, dem Auto, etc.
    Jetzt muss man sich nur fragen, wer denn nun mehr zu bemitleiden ist.

  25. Lieber Don, ich muss Sie schon...
    Lieber Don, ich muss Sie schon wieder unter-stützen, allerdings kann ich mir doch einen einschränkenden Kommentar nicht verkneifen. Der Engländer würde Ihre Haltung „smug“ nennen. Nunja, der Gedanke mit der Zweitwohnung kam mir auch spontan. Kann man da nicht über den Schrott aus Fernost hinwegsehen? Nicht jeder kann sich dem Marketingmüll entziehen, und damit zu meinen beiden Argumenten:
    1. Kinder. Sie wissen ja gar nicht, was die kosten! Und die haben auch kein Gefühl für Qualität, noch nicht einmal für Armut. Und dann wachsen die auch noch und brauchen neue Möbel. Wie lange dauert es, einem Halbwüchsigen Qualitätsgefühl einzuprügeln? Die achten doch nur auf die Marken! Ich hatte schon alle Hände voll zu tun, meinem „offspring“ zu zeigen, wo das Schildchen mit den Materialangaben eingenäht sein sollte.
    2. Selber spülen? Ich bitte Sie, die Ökobilanz. Also das ist wirklich schlecht für den Teint, insbesondere, wenn Sie (also Sie ja nicht) ein Instrument spielen. Das wissen sogar billige chinesische Pop-Pianisten: „Ich schäle keine Orange selbst.“ Und das ist dann genauso „smug“.
    Das stimmt natürlich nicht, ich bitte um Vergebung. Sie haben recht, Sinn für Qualität ist alles. Aber wenn wir schon zu pädagogischen Zwecken das Schülerinstrument aus Taiwan gegen das teure Qualitätssax aus Japan eintauschen („Tausch“ ist hier eigentlich der falsche Begriff, Sie verstehn), dann nur aufgrund langjähriger Erfahrung mit dem minderwertigeren Teil. Und dann: Welches Service mit Stil erlaubt der Bafög-Satz?
    Kaufen Sie sich eine Spülmaschine aus deutscher Herstellung!

  26. Oh wie genial ist denn dieser...
    Oh wie genial ist denn dieser Blog?
    Der Unterhaltungswert ist enorm, doch verzeih man mir- Jahrgang 1987- dass ich mit dem guten Geschirr aus den Kriegsjahren nichts anfangen kann.
    Ich kenne nur die Goldrandteller meiner Großmutter und das gute blaue Zwiebelmuster- da ist es für mich selbstverständlich, dass ich zum Bunten greife.
    Man kauft bei den IKEA, H&M und wie sie alle heißen nicht einfach nur das Produkt- sondern den Lifestyle dazu.
    Was das besondere an diesem Blog ist: die IKEA-Werbung direkt darüber im Header :D
    Besser, kann man gar nicht verkaufen.

  27. fully agree - asked why she...
    fully agree – asked why she had ever spent so much on her block of knives, the cook’s reasons were best quality, perfect use, and considering that they would last forever, overall cheap price – her treasure was a set of Dicks.

  28. Don Ferrando, ich denke, das...
    Don Ferrando, ich denke, das hat etwas mit der veränderten Warenwelt zu tun. Damals war Porzellan zwar teurer, aber es war notwendig zur Repräsentation. Für viele erscheint es heute teurer, auch wenn es billiger ist: Weil die Repräsentation zum neuesten Handy, Klingelton, Auto etc. gewandert ist. Sprich, Porzellan und Esstisch sind vom teuren Zentrum des Lebens in die billige Peripherie gerutscht.
    .
    sumsang, in meinen Augen ist besonderes Geschirr erst mal ein Zeichen des Respekts vor sich selbst und dem, was man in sich aufnimmt. Das macht einen Unterschied. Es kann einem natürlich auch egal sein, sicher. Aber eben jene Bereitschaft, alles, was Mühen bereitet, als „egal“ und „überflüssig“ zu erklären, macht uns bereit für die Conveniantindustrie, für Müll, für Fast Food. Kann man machen. Ist halt etwas respektlos gegenüber der Welt, in der wir leben.

  29. Hallo,

    eine kleine Anmerkung...
    Hallo,
    eine kleine Anmerkung hier: in ihre Wohnung passt Ikea (Möbel und Service) wahrscheinlich wirklich nicht und sähe aus wie der Sprichwörtliche Elephant im ebenso sprichwörtlichen Porzellanladen. Das selbe gilt umgekehrt für ihr Goldrandservice in einer Menge anderer Wohnungen.
    Ich glaube das sich beim Kauf von solchen Dingen jeder überlegen muss, was zu ihm, seiner Wohnung und seinem Lebensstil passt.

  30. Das Gleiche gilt auch für...
    Das Gleiche gilt auch für Tische. Ebay-Anbieter bieten für sehr wenig Geld wunderbare alte Wirtshaustische und Esstische, man muss nur etwas recherchieren, sie abholen und nachpflegen, aber es lohnt sich.
    Ich hoffe nicht, dass ich mit dem Thema Ebay ein großes Kommentar-Fass aufgemacht habe… (natürlich hoffe ich das, weil doch alle Don Ferrandos, sumsangs, yaq12 und Inettes gerne Ihre Ergüsse und die Folgen auf den ehrwürdigen Webseiten der FAZ sehen)

  31. Danke sumsang!!! Ich frage...
    Danke sumsang!!! Ich frage mich auch, seit wann es zum Wesentlichen gehört, darüber zu diskutieren, wer wie seine Bücher aufbewahrt, interessanter wäre doch, welche Bücher da stehen und welche davon gelesen worden sind.

  32. Nun ja... Ikea ist wirklich...
    Nun ja… Ikea ist wirklich nicht billig, jedenfalls wenn man Preis / Lebensspanne rechnet.
    Aber ich sollte mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, da ich auch das ein oder andere aus Presskacke in unserer Wohnung habe – die allseits bekannten Buecherregale, und Teile der Kuechenschraenke. (Lahme Ausrede: Es ist „nur“ eine Mietwohnung, die wir – bis die Kinder mehr Platz brauchen werden – nutzen werden.)
    Zur Sache (zum Thema Aesthetik wurde ja schon alles gesagt):
    Immer, wenn ich mich durch die bunte Warenwelt begebe, schaue ich auf den Etiketten nach, wo der Muell im Regal denn heute wieder herkommt. Es ist schon fast zwanghaft. Und wenn ich die Wahl habe, dann kaufe ich vorzugweise Made in Switzerland/DE, dann EU… und am wenigsten gerne PRC.
    Aber was mich voellig ueberrascht hat:
    1) Ich habe bei IKEA ein Produkt gefunden, das tatsaechlich aus Schweden kommt, und kein „Nahrungs“mittel ist. Es handelt sich um so eine „Tupper-„Plastikdose fuer Lebensmittel.
    2) Die Billies (Billys?) werden in Deutschland produziert (!)
    3) Und die Kuechenschubladen ebenfalls aus DE. Wobei der Schrankkorpus aus Slowenien kommt…
    Aber es aendert nichts daran, es ist und bleibt Einwegschrott, der auseinanderfallen wird, und zwar bevor Kevin und Sandra einen Termin bei der Schuldnerberatung bekommen haben werden.

  33. Driver, nun, die...
    Driver, nun, die Biedermeiermöbel meiner Eltern haben nich auch kratzerlos überstanden, ohne dass prügel nutwendig gewesen wären. Im Gegenteil, der grosse Mahagoniaufsatzwaschtisch meiner Ururgrossmutter, genannt „das historistische Monster“, war für mich als Kind immer das Traummöbel schlechthin, mit den silbernen Beschlägen, dem Marmor, dem Spiegel, den Säulen, den ornamenten! Nchts schöneres gab es für mich als Kind. Ein Traummonster, das ich bis heute in Ehren halte. Es kann also nicht so schwer sein.
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    Ich habe hier Teller aus Paris, nach chinesischen Vorbildern bemalt, von 1820. Ich habe hauchzartes Limogesporzellan. Hiin und wieder decke ichg auch mit echtem Imari. Ich habe überhaupt kein Porzellan, das spülmaschinenfest wäre. Spülmaschinen putzen vor allem die Ränder und Kanten und ruinieren sie, Hände waschen den Schmutz weg. Eine Spülmaschine wäre bei mir sinnlos, und ich habe die dicke Stierhaut aller bayerischen Mannsbilder. Mir macht das nichts aus.
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    Kritiker, mit Ausnahme einiger Fachbücher und Dinge, die man als Standards kauft und irgendwann einmal liest: Ich lese alle. Ich habe keinen Fernseher, ich habe also die nötige Zeit für Bücher. Und das im Bild ist auch nur die Hälfte der oberen Bibliothek.

  34. Ähnliche Gedanken wie sie zum...
    Ähnliche Gedanken wie sie zum Geschirr hatte ich auch zu Bildern. Die Wandbilder (Kunst ist es ja nicht) fand ich so wenig ansprechend, dass ich mir überlegt habe dass das auch anders gehen müßte. Meine Gedanken nahmen Gestalt an und so gründete ich eine eigene Herstellung für hochwertige, handgemalte Dekobilder. Ganz im Sinne des Solo-Design-Trends

  35. Vor allem unverständlich:...
    Vor allem unverständlich: heute bekommt man diese Kunstwerker auf Trödelmärkten nachgeschmissen oder bei Ebay, verkauft von den Erben jener, die diese glanzvollen Service in den 30er Jahren als Hochzeitsgeschenke bekamen und mit denen heute niemand mehr etwas anfangen kann.
    Lieber rennt man zu Ikea und kauf sich sein Geschirr, als zum fast gleichen Preis hochwertige Ware zu bekommen, muss ja nicht das Arzberg sein, es gab ja auch andere hochwertige Produkte damals.

  36. Masa, genau das wird später...
    Masa, genau das wird später mal ein Problem: Wenn man all die Lifestyles der Werbung satt hat und sich fragt, was eigentlich der eigene Stil ist. Kommt sicher auch noch. Und Zwiebelmuster ist nicht das Schlechteste.
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    tyler, I really enjoy to dine with my silverware of the rokoko, knowing it never loses its value. It’s becoming older, but it won’t become cheap.

  37. Don Donald

    Selbst wenn man...
    Don Donald
    Selbst wenn man das Geld hat: Es ist verdammt schwierig heute noch gute, neue Massivholzmöbel zu bekommen.
    Wir haben für die Einrichtung ca. 5 Jahre gebraucht, bis wir sie komplettiert hatten, da greifen viele lieber schnell zu Ikea Presspan.
    Und wenn ich dann bei Verwandten schaue, wie oft die sich neue Möbel kaufen – meist alle 5 Jahre, dann ist es keine Frage, was günstiger ist. Unsere Möbel halten locker 100 Jahre und wenn sie nicht mehr gefallen, dann gibt es immer noch genügend Kellerräume, Gästezimmer oder ein Wochenendhaus, das damit eingerichtet werden könnte.

  38. Sie haben Recht: Ikea nervt...
    Sie haben Recht: Ikea nervt gewaltig. Eigentlich ist es erstaunlich, dass dieses unmögliche Möbelhaus nicht schon längstens „out“ ist. Das Design ist in aller Regel potthässlich. Die Produkte sind billige Wegwerf-Möbel und somit alles andere als ökologisch und nachhaltig. Ausserdem fand ich mich bei meinem letzten Besuch unter lauter white Trash. Das coole, non-konformistische Ikea Ideal aus der Werbung habe ich nicht gefunden.

  39. Flaim, sicher. Nur ist es bei...
    Flaim, sicher. Nur ist es bei mir so, dass ich nach einer Weile nichts mehr kaufen muss, weil alles existiert und bleibt, bis ich sterbe, und es jemand anderes bekommt. Ich finde es gut zu wissen, dass etwas hier ist, um zu bleiben, und ich würde es hassen zu wissen, dass alles, was ich war und gelebt habe, irgendwann nur noch als Müll zu erachten ist. Meine Hoffnung aber ist, dass der, der einmal die Qualität eines Möbels erfahren hat, in Zukunft nicht mehr anders kann und das erwirbt, was gut ist – vor allem für ihn selbst. Immerhin passen alte Möbel zusammen. Das moderne, auf die Glotze ausgerichtete Ambiente ist da nicht so gnädig mit Ergänzungen.
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    Inette, es gibt manche, die das wissen, und andere, denen es egal ist – und wenn schon. Meine Tische kommen entweder aus dem Speicher oder von den Flohmärkten oder aus Auktionen.

  40. Masa

    Was ist denn der IKEA...
    Masa
    Was ist denn der IKEA Lifestyle?
    Ist es die Erkenntnis, dass man schon vorher weiß, was der Nachbar für eine Einrichtung hat, bevor man ihn überhaupt besucht hat?
    Also ich fand es früher immer spannend zu meiner Verwandtschaft zu kommen und jeder war anders eingerichtet, jeder hatte andere Schränke, Stühle, Möbel – einer hatte sich bei einer Auktion komplett mit dem Jagdzimmer von Faber-Castell eingedeckt, ein anderer hatte noch handgefertigte Stühle aus dem 19. Jahrhundert.
    Mittlerweile ist dies alles verschwunden, von den Erben verkauft oder entsorgt und jeder ist nur noch nach dem gleichen Lifestyle eingerichtet. Wie langweilig ein Lemming zu sein.
    Und wenn ich dann schaue, was sich die Masse so tagtäglich kauft und was nach nur kurzer Zeit schon wieder im Müll landet, dann fängt man schon an am „Lifestyle“ zu zweifeln, auch als junger Mensch, der vielleicht keine 22 mehr ist, aber noch deutlich unter 40.

  41. also, bei imari werde ich dann...
    also, bei imari werde ich dann doch unruhig. ich glaube, ich würde bei jeder berührung mit einem Besteckteil schweißausbrüche bekommen.

  42. Don Donald, wie gesagt, egal...
    Don Donald, wie gesagt, egal ob Deutschland oder nicht: Ich habe wenige Stücke, die teurer waren als das, was bei Ikea zu sehen ist. Und das, obwohl ich absolut nicht nur auf billige Flohmärkte gehe. Der Tisch, auf dem das Service steht, kommt aus einem Haushalt, der mir einen anderen Tisch verkauft und denjenigen noch in der Garage stehen hatte, Mahagoni, zwei riesige, praktisch Schubladen, Rollen aus Messing und Mahagoni für die Ewigkeit. Man muss eben manchmal warten, und machmal zuschlagen, bevor man weiss, ob man es braucht. „A Platzerl findt si imma“ sagte meine Grossmutter immer, und hatte damit wie immer recht. dabei erübrigt sich dann auch die Frage nach dem Land der Produktion, und dem Raubbau an der Natur.
    .
    Vogt Nuernberg, ich muss natürlich auch sagen: Danke an alle, die so etwas los werden wollen! Immer nur auf die Märkte damit, wenn ihr nichts davon versteht!
    .

  43. Sehr geehrter Don...
    Sehr geehrter Don Alphonso,
    das trifft sich ganz fabelhaft. Ich werde in den nächsten Wochen umziehen und überlege schon seit Tagen hin und her, wie ich meine Bücherwand gestalten soll. Da nun mein erster Einfall hinfällig geworden ist, dachte ich, Sie könnten mir vielleicht etwas zur Hand gehen, da Sie offensichtlich solch‘ bemerkenswerten Fähigkeiten an den Tag legen.
    Vielen Dank bereits im voraus,
    Donna Elvira

  44. Hans Zürcher, wie ich das...
    Hans Zürcher, wie ich das verstanden habe, hat sich der Fokus dieses Ladens weg von den Nonkonformisten (bloss kein spiessiges, teures Möbelhaus) hin zu den Konformisten (endlich ein billiges Möbelhaus!) verschoben. Ikea ist normal wie die Bildzeitung und akzeptiert wie Dosenessen.
    .
    applegg, wenn man wie ich eine Woche in den Keller eingesperrt wurde, wenn man ein Glas zerbrochen… Spass beiseite: Man gewöhnt sich daran und konzentriert sich entsprechend.

  45. Ich kenne Ikea nur vom Hören....
    Ich kenne Ikea nur vom Hören. Kann mich demnach hierzu nur mit Naserümpfen melden. Massenartikel lehne ich kategorisch ab.
    Jedem das Seine; für mich immer das Edelste.

  46. Lieber Don Alphonso, ich hoffe...
    Lieber Don Alphonso, ich hoffe für Sie, dass es in Ihrer Familie einen würdigen Nachlassverwalter gibt. Aber noch sind Sie ja viel zu jung, um sich darüber ernsthafte Sorgen zu machen. ;-)

  47. Oh, wie war....und welch Gnade...
    Oh, wie war….und welch Gnade des Schicksals, qua Stand (sei es nun der in der Gesellschaft oder doch nur vordergründig den des Kontos) der Gelb-Blauen Hölle, die sich in klonenhafter Ausführung in den Gewerbegebieten der Welt dem Volk den fahlen Anschein des Wohlstandes verleihen zu sucht , meiden zu können und auch meiden zu wollen- ist doch die Ablehnung der analogen Variante des schwedischen Ideenklaus heutzutage ein größerer Verrat an der Sozialdemokratie, als die Abwendung von der Partei, die diese Vorstellung von Egalität noch im Namen trägt.
    Und so ist es eine der Bürden, die mir das Leben auferlegt hat, eine Schuld, die es zu tilgen gilt. Denn auch wir vom mittelschichtlichen Stamm des Industriekaufmanns und der Bürokauffrau kennen das Schöne, das Wahre, das Ehrliche…und so machten sich meine Eltern, die sich dereinst im Summer of Love den Treuschwur gaben, schon früh daran, Wertigkeit dem vordergründig Preiswerten vorzuziehen, die ersten dürren Löhne wurden aufgewendet, um die Kredite abzustottern für die zwei Sofas, deren Herstellername mich in Kindheitstagen zu der irrigen Annahme verleitete, ein Schwabe baue Autos und Sitzmöbel unter einem Dach, sowie – in Ermangelung an Giebeln und Balken in der DHF- ein Regal mit Umlaut. Doch kaum waren diese Investitionen getätigt, tat sich meinen werten Eltern ein Abgrund auf, der in den folgenden Jahren ein vielfaches an Monetärem verschlingen sollte- ich wurde geboren und fortan verkehrten auch wir in den unheiligen Hallen, erweiterten den Haushalt um die üblichen Verdächtigen – wer auf Billy Boy verzichtet, sieht sich bald Billy ausgeliefert.
    Und so, ergänzt um den ein oder anderen in Patina getauchten Bauernschrank, zogen meine Erzeuger von da an weiter und durften sich das zweifelhafte Kompliment anhören, egal wo sie ihre Zelte aufschlügen, wäre ihre Präsenz unzweifelhaft erkennbar, was aber nun mal in der Robustheit und Langlebigkeit jener 3 Möbel des Anfangs begründet liegt, die bis heute treue Dienste leisten und mich beim Besuch ständig mahnen, dass manch Investition wohl doch sinnvoller waren als in die meine.
    Darauf gönn ich mir einen Apfel aus der Porzellanschale des Johann Haviland, die nun in dritter Generation als wertiges Geschirrstück dient- selbst wenn man das Gefühl nicht los wird, dass das Obst einem beschleunigten Vergärungsprozesses unterliegt, was aber wohl ins Reich des Abergläubischen gehört,wenn man diesen auf das sich am Boden des Schale befindliche Hakenkreuz schiebt.
    Högaktningsfull, ihr Maximilian aus dem Burggraben

  48. Ich war bisher einmal bei...
    Ich war bisher einmal bei Ikea. Ich weiß nicht mal mehr weshalb.
    Es war aber sicher nicht in meiner Ehe. Meine Frau verabscheut diese Firma. Das ist heutzutage schon fast unvorstellbar. Finden Sie mal eine Frau die Ikea nicht mag.
    Ergo habe ich auch Möbel aus echtem Hartholz. Und es ist einfach schön anzuschauen. Warm und gemütlich.

  49. Don Alphonso

    "wie ich das...
    Don Alphonso
    „wie ich das verstanden habe, hat sich der Fokus dieses Ladens weg von den Nonkonformisten (bloss kein spiessiges, teures Möbelhaus) hin zu den Konformisten (endlich ein billiges Möbelhaus!) verschoben.“
    Da haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen! Nonkonformisten sind nicht mehr gefragt, weder im Privaten, noch im beruflichen Bereich. Jeder passt sich an, versucht zu „verschwinden“ und seine Eigenartigkeit nur durch Präsentation anderer konformistischer Luxusgüter darzustellen, ohne zu realisieren, dass er selber absolut konformistisch ist.
    Mein Fazit : Wenn man Nonkonformist sein will musst man
    1. Konservativ sein und auch so leben
    2. Starke Nerven haben
    2. Bemerkungen aushalten müssen, die eher auf Neid – nicht pekuniären, sondern stilistischen – abzielen als auf ehrliche Freude
    3. sich dem Mainstreamkonsum entziehen
    4. Massenmedien – oft auch die FAZ – meiden.
    Ich warte immer noch auf den Augenblick an dem die Ganzen sich selbst als Nonkonfirmisten begreifenden Massen bemerken, dass sie konformistisch der Massenmarktwerbung auf den Leim gegangen sind und in Wirklichkeit die neuen Spiesser darstellen.

  50. Sehr geehrter Don...
    Sehr geehrter Don Alphonso,
    wieder ein herrlicher Artikel aus Ihrer Feder. Wenn ich meine Freunde schocken will erzähle ich gerne, dass meine Eltern (solide Großbürgerkinder) früher im Sperrmüll gewühlt haben. Das war allerdings zu einer Zeit, als man noch Thonet-Stühle, Bauhauslampen, Jugendstilartefakte und andere schöne Teile dort gefunden hat, weil man in den 70ern ja Platz für die ganzen coolen Möbel aus Presspappe brauchte. Heute liegt dort ja nur noch der Müll den man vor 5 Jahren angeschafft hat, wir leben aber immer noch in den Sperrmüllmöbeln von damals.
    Ich finde die Investition in Sachwerte wie von Ihnen auch beschrieben sowieso gut und richtig, eine Rolex vor 10 Jahren gekauft hat heute den Wert den sie vor 10 Jahren in DEM hat in EUR – und erfreut mich zudem jeden Tag.
    Wir sind eben zu arm, um uns (vermeintlich) billige Dinge zu kaufen…..ich weiß nicht mehr, wer das gesagt hat….
    Gruß aus Schleswig-Holstein

  51. Ne, komm, Don Alphonso....
    Ne, komm, Don Alphonso. Zeitlosigkeit und damit eigener Stil findet im Verstand statt, nicht in der Gesellschaft. Und nicht alles was keinen Prunk hat, ist auch wirklich schlicht und schon gar nicht billig. Aber das weißt Du selber. Natürlich gibts Du gerade ein schönes Beispiel wie man Geld sparen kann, allerdings will mir weder das Arzberg noch ein Goldrand gefallen. Und dann kostet ein hochwertiges und stilreines Service nunmal auch entsprechendes Geld, wenn man es nicht nach langem Suchen auf dem Flohmarkt findet.
    Stil, gutes Design und Wertigkeit liegen in den Details. Und die sind immer verräterisch, egal ob es viele oder wenige Details sind.

  52. offensichtlich haben die leser...
    offensichtlich haben die leser dieses artikels um die mittagszeit des achten september zweitausendneun nichts besseres zu tun als sich merkwürdige
    kommentare abzugeben

  53. Ich glaube es gibt Leute die...
    Ich glaube es gibt Leute die einfach keine Probleme haben, unglaublich diese Diskussion!

  54. Schwach, echt schwach
    Das ewig...

    Schwach, echt schwach
    Das ewig gestrige, früher war alles besser. Ich baue mir alles selber. Nach dem Krieg sind wir noch aufs Land gefahren um an Lebensmittel zu kommen. ( Davor hab ich Respekt)
    Aber wir leben nunmal in einer Anderen Zeit. (Wegwerfgesellschaft)
    In 50 Jahren werde ich vielleicht auch ein Geschirrset von Ikea auf dem Troddelmarkt für 12€ kaufen und sagen, dass es von Designer x von Ikea ist, ein zeitlos schlichtes Design…
    Schade, dass man immer über das nörgeln muss, das nicht ins eigene Zeitverständnis passt.
    Gerade das Ikea Geschirr ist doch Zeichen unserer Wegwerfgesellschaft und somit, jetzt schon ein Stück Geschichte.
    (Gut aufbewahren, vielleicht ist es in 70 Jahren unbezahlbar) ;-)

  55. Sehr sehr schön. Vielleicht...
    Sehr sehr schön. Vielleicht noch dieser Aspekt: Materialbegutachtung. Es gibt Stiengut und Steingut und Porzellan und Porzellan. Man mus sich dafür interessierenman muss wissbegierig sein. Man tippt mit dem Figernagel an die Kante und erfährt, was das für ein Material ist, das man da vor sich hat, ob das einen Produktionsfehler hat u.s.f. – und ob das (bei Steingut) an den Rändern schnell abplatzt. Man probiert natürlich die Tülle der teekanne aus(wegen der tropen, Sie wissen, obwohl Tropfen bei einem schönen Stück lässlich sind)) Ich kaufte direkt von der Manufaktur Bollhagen für meine Mutter und ich wusste, as Material ist Schund. Aber egal, sie wollte es. Nun ja, es gab bei meinen Großeltern mütterlicherseits, (Kleinbürger, Opa SA) Porzellan, ich weiß nicht was es war, denn DDR, ich erbte es nicht. Und Alltagsporzellan, schnörkelige, so gennante Sammeltassen, viel Goldrand, mancher vielleicht echt. Und nun der zweite Aspekt: Die Pflege (von wegen Geschirspülmaschine) natürlich wurden ALLE diese Teile, egal ob zu großen Familienfesten oder die Alltagsgegenstände mit größter Sorgfalt behandelt, gespühlt, nachgespühlt, abgetrcktrocknet! Der Umgang mit Werten. Das Schöne, das Schönfinden, das Besserfinden einer schnörkeligen Sammeltasse, gegenüber der anderen, jeder in der (damals riesigen Fammilie) hatte irgendwie seine Lieblingstasse – auch die Kinder hatten ihre, aber keine spezielle Kindertasse oder sowas. Wie gesagt das ist Kleinbürgermillieu. Vielleicht hat das mit der Erfahrung zu tun, dass bestimmte Gebrauchsgegenstände, die ihren anerkannten Preis, aber eben auch ihre anerkannte Qualität haben, eben einen Wert darstellen. Das ist das Problem der Achtlosigkeit in der Wegwerfgesellschaft: Ramsch von schlechter Qualität wird von Leuten gekauft, die in der Herde mitrennen und nicht einmal die einfachsten Mittel der Qualitätsprüfungs tradieren werden. Aber es gibt die Flohmärkte, die Erfahrung, dass Ranmsch schnell im Eimer ist, dass er schlechter funktioniert, weil er schlechter konstruiert wurde u.s.w. Es ist die Achtsamkeit, die fehlt, es ist die Freundlichkeit, die Freude an beständigen Werten, an – nennen wir es: Schönheit?

  56. Jedem das Seine, Für mich nur...
    Jedem das Seine, Für mich nur das Edelste- wenn ich das schon höre!!
    Das muss man sich auch erst einmal leisten können.
    Aber schön, dass sich auch die Gutbetuchten auf der online-Plattform der faz treffen.
    Ich hoffe, die faz wird trotzdem noch gekauft…
    Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen warum man als IKEA-Nutzer zum kreativlosen Maßenwarenbesitzer degradiert wird.
    Es ist doch nicht die Pflicht, alles von dort zu kaufen!
    Die Auswahl ist schier unendlich- da ist es sehr wohl möglich einen eigenen Stil zu finden.
    Und wer nicht bei IKEA kauft, geht halt zu Porta-Möbel und wie sie alle heißen. DAS ist natürlich allerfeinste, individuelle Ware.
    Sicher hat so ein Biedermeier-Schrank oder das Geschirr im Jugendstil etwas- nur warum soll sie Großmutters bestes Sonntagsgeschirr nicht auch im IKEA-Schrank wunderbar ausnehmen?
    Und nur mal so zum Verständnis: die Nordeuropäer würden bei dieser Diskussion ihren Ohren nicht trauen- sind doch deren Wohnung komplett so eingerichtet!
    Da bekommt IKEA nicht den Ruf des Billig-Möbilars.
    Dort ist man stolz auf seine Waren!
    Das ist etwas, was uns Deutschen auch mal ganz gut zu Gesicht stehen würde…

  57. "Ihr Geschirr bereichert Sie...
    „Ihr Geschirr bereichert Sie geistig“ – kommen Sie sich nicht ein wenig oberflächlich vor? An materiellen Werten orientiert? Glauben Sie mir, was mich geistig bereichert, sind Literatur, Musik, meine Mitmenschen.

  58. Moritz

    Wer wertige Möbel...
    Moritz
    Wer wertige Möbel kauft oder auf dem Sperrmüll sammelt, hat auch erkannt, dass er nicht durch Geld glücklich werden kann.
    Eine Weisheit, die einem zwar jeder erzählt, die aber fast niemand mehr lebt.
    Was soll die Masse auch sonst tun, wenn sie ihre samstäglichen Ausflüge zu IKEA nicht mehr hat und dort für 1,99 Euro ein Schnitzerl verspeist?
    Wandern? Gartenarbeit? Fahrradtour? Oder vielleicht mal RICHTIG jagen gehen, anstatt nur auf dem Wühltisch?
    Ist doch alles Igitt und von vorgestern.

  59. debütant, es ist nicht das...
    debütant, es ist nicht das Einzige – aber wer Schöne Bücher schätzt, wirkte seltsam, wenn er daneben die fettige Wurst vom Papier in sich hinein stopfte. Und wenn ich mir beim Kochen Mühe gebe, möchte ich das Resultat nicht durch billigen Plunder präsentiert sehen.
    .
    Masa, auch Arzberg ist Massenware, und dagegen spricht überhaupt nichts; vieles ist nur in Massenproduktion zu erstellen, und es ist gut oder besser als die Einzelfertigung. Dass es nicht teurer sein muss, sieht man ja oben. Es ist also noch nicht mal eine Frage des Geldes oder der Oberschicht, sondern eher eine Frage des Bewusstseins, was Konsum bedeutet.

  60. Da ich im Netz üblicherweise...
    Da ich im Netz üblicherweise (fast) nur Bildzeitung lese, bin ich hier nunmehr wirklich anders und sehr erheitert und halte es mit sumsang wobei es mich ja schon geärgert hat, Villeroy & Boch in undankbaren Studentenbuden verschwinden (und hoffentlich irgendwann wieder) zu sehen – gut, ich werde auch noch erben.

  61. Donna Elvira, ander Leute...
    Donna Elvira, ander Leute Bücher an die Wand nageln, das wäre ja fast so wie anderer Comture Töchter… und wie das endet, wissen wir ja.
    .
    ebs, man muss das in der Distanz von mindestens 50 Jahren sehen: Bis dahin ist auch Form 1840 begehrt, zumal in der allerersten Serie. Da wird es schon geifernde Erben geben, keine Sorge.

  62. Horrrst

    Ich glaube es gibt...
    Horrrst
    Ich glaube es gibt Menschen, die einfach noch nicht begriffen haben, dass Konsum nicht alles ist in diesem Welt.
    Wer dies aber als Ersatzreligion braucht, der kann natürlich über Kritik am maßlosen Mittelstand nicht lachen.
    Um mal die Leichtigkeit dieses Blogs ein wenig zu dämpfen muss jetzt doch mal eine Mittelshichtkritik sein:
    Immer besser sein wollen als der Nachbar, immer mehr haben wollen anstatt Wertigkeit zu achten, auch wenn man selber Nachhaltigkeit als Buzzwort im Wortschaft führt, mehr Schein als sein mittels geleaster Benz-Limousinen, anstatt des Kleinwagens:
    Schauen Sie sich um, wie Eltern der Mittelschicht ihre Kinder drangsalieren zu lernen, Tanzpüppchen zu werden, sie ausrüsten, als ob sie eine Wohlstandswaffe wären, auch wenn es der freien Entfaltung dieser Kinder Schaden zufügt, nur weil sie ihre eigenen Ängste und Rückschläge kompensieren wollen.
    Und wenn es nicht klappt, dann sind die Anderen schuld.
    Konsum als Ersatz für andere Werte. Konsum als Religion, als Opium für das „normale“ Volk.
    Doch Gesellschaftskritik ist ja tabu in Deutschland, sobald es den „kleinen Mann“ triftt, der der Größte ist, wenn es um die Wahrung des eigenen Vorteils geht.
    Allein schon sich als „kleiner Mann“ zu bezeichnen zeigt die deutsche Mittelschichtsschizophrenie.

  63. Etwas süd-westlich von...
    Etwas süd-westlich von Schweden…Dänemark. Von dort kommt ein stilistsch an Einfachheit kaum zu unterbietender Holzkorpus im besten Bauhaus-, bzw. Werkbundstil. Gegen das Metallgewitter von USM eine Wohltat in MDF mit wasserbasierten Farben.
    Die Vielzahl der Kombininationen, die sich aus den 42 Grundelementen herstellen läßt, ist schwindelerregend. „Montana“ Regale wurden 1982 von Peter Lassen designed, (hatte seinerzeit schon für Hansen gearbeitet!) und orientieren sich an allen lebenstypischen Formaten (DIN), die nach Aufbewahrung verlangen.
    Die Lust am Planen und Kombinieren damit entsteht ähnlich wie beim weltbekannten Bauklötzchen mit den Noppen – spielerisch.
    Zunächst noch zögernd (aufgrund der Möglichkeiten), bald schon aber experimentierfreudig machen sich unsere Kunden mit dem Möbelsystem vertraut.
    Weil Geiz eben nicht geil ist und weil es immer wieder Alternativen gibt, haben
    wir uns schon vor Jahren zu diesem System bekannt und bieten es mit steigender Beliebtheit an.
    Ein Lob allen Puristen und Selbstbauern! Aber nicht jede/r ist mit handwerklichem Geschick und/oder der notwendigen Zeit gesegnet und so ist es schön, wenn es dann im hochwertigen Bereich das Passende zu kaufen gibt.
    Das Billige ist der Feind des Besseren. Das sollte man bei aller Sparerei nicht vergessen. Hin und wieder die Moralbremse „das sollte ich jetzt aber nicht“ gegen ein frivoles „und jetzt erst recht..“ tauschen, an den Werterhalt denken
    und sich selbst mit guten Dingen ein Geschenk machen: das des guten Lebens.

  64. Es würde mich wirklich sehr...
    Es würde mich wirklich sehr interessieren, wie Ihre Küche aussieht. Auch alles Antiquitäten vom Sperrmü… äääh Flohmarkt?
    Induktionskochfelder oder holzbefeuerte Esse?
    Türen aus Alu und Glas mit leiser Anschlagsdämpfung oder quitschendes Massivholz mit dem Siff von hundert Jahren?
    Zeigen Sie mal!

  65. maxburg, wie man vom...
    maxburg, wie man vom Ikeagründer so hört, wirkt sich eine frühe Anhänglichkeit zum gehakten Kreuz nicht unbedingt negativ auf das Lebensalter aus.
    .
    denken, ich kenne da durchaus welche. Vielmehr ist es doch so: Viele wissen, dass es Müll ist, und winden sich. Das ist wie Schokolade von Nestle: Nicht gut, passiert aber. Viel zu oft.

  66. Don Alphonso

    Konsum bedeutet:...
    Don Alphonso
    Konsum bedeutet: Ich muss das haben, was mein Nachbar hat und am besten noch mehr.
    Ein ewiger Wettlauf wie der Hamster in seinem Drehrad, nur nicht auf anderen Gedanken kommen.

  67. das mit IKEA stimmt, aber die...
    das mit IKEA stimmt, aber die Geschichte könnte man auch witziger und kürzer erzählen..

  68. Junger Schwede

    Die...
    Junger Schwede
    Die holzbefeuerte Esse hätte den Charm, dass man da gleich die IKEA Möbel verheizen könnte ;-)

  69. @ Don Nerlittchen & die...
    @ Don Nerlittchen & die Antwort darauf:
    D’accord – aber gut schaut’s schon aus, insbesondere wenn man einen ebenfalls antiquarisch erworbenen Brockhaus darauf stellt. Wer – wie ich – auf weniger schmucke Bücher aktuelleren Inhalts angewiesen ist nimmt vielleicht – wie ich – seit 25 Jahren ein massivholziges, mittlerweile nachgedunkeltes Ikea-Regal aus Kiefer, dessen Elemente ich diverse Male ergänzte und nach Bedarf in immer neuen Kombinationen zusammenstelle. Dabei gilt für Ikea das gleiche wie für Arzberg: Der Trash von gestern ist der Klassiker von morgen – allerdings nur mit einer – geringen – Wahrscheinlichkeit.

  70. Flaim,...
    Flaim, was-in-welche-Wohnung-passt, das ist der völlig falsche Ansatz: Die Einrichtung einer Wohnung oder eines Hauses, die wächst doch Stück für Stück, ergänzt sich, vervollständigt sich. Lieber habe ich ein Jahr lang den einen oder anderen Karton herumstehen und warte, dass mir etwas schönes begegnet, als dass ich auf die Schnelle irgendeinen Gegenstand kaufe, den ich schon beim Auspacken kaum mehr ertragen möchte.

  71. Das Progressiv von heute ist...
    Das Progressiv von heute ist das Konservativ von gestern. Ehrlich, ist so. Es ist ja nicht bloß eine Frage von Stil und Ökologie, das Elch-Zeuch nicht zu kaufen, sondern eine Frage des Widerstands gegen den alles fressenden Kapitalismus in seiner Ausprägung als Konsumismus und angehängter Gehirnwäsche.
    .
    Man könnte ein Manifest (sind ja en vogue dieser Tage…) dazu bauen:
    1. Kaufe nicht bei globalen oder übernationalen Ketten! Und zwar nichts bei keinem von denen!
    2. Kauf bei einem Menschen, dem du vertraust! Vorzugsweise in der Nachbarschaft.
    3. Achte auf Herkunft und Verarbeitung der Rohstoffe in den Dingen, die du kaufst. Meide Giftiges und Menschenfeindliches!
    4. Kauf nicht so viel! Betrachte Shoppen nicht als Freizeitvergnügen!
    5. Achte die Gegenstände, die andere hergestellt und du gekauft hast.
    6. Iss kein Fastfood! Schon gar nicht bei Restaurantketten. Niemals.
    7. Koch alles, was du gerne isst, mindestens einmal selbst.
    8. Befass dich mit den Produkten, die du beim Kochen, Backen und Einmachen verwendest. Nimm die guten Sachen und kaufe weniger davon.
    9. Pflanze selbst Essbares an! Auch wenn es bloß Küchenkräuter sind.
    10. Vermeide unnötigen Kram. Reduziere deinen materiellen Besitz auf ein Minimum.

  72. VogtNuernberg, man kann beim...
    VogtNuernberg, man kann beim Besten willen nichts gegen den Sperrmüll sagen – meine teppiche sind allesamt nicht schlecht, aber den Besten, das museale Stück, das kommt von einer Hausausräumung: http://rebellmarkt.blogger.de/stories/489736/
    .
    Osvaldo, das stimmt: Gerade beim dänischen Design kann man heute noch jene Stücke kaufen, um die man in 20 Jahre beneidet werden wird. Gerade, wenn sie aus Teakholz sind. Am See etwa steht eine entsprechende Garnitur, sehr bequem und extrem hochwertig – und auch einfach aus dem familiären Fundus.

  73. Warum kann es euch nicht am...
    Warum kann es euch nicht am hintern vorbeigehen was andere MEnschen machen sobald sie euch nicht stören.
    Ihr habt richtig kranke gedanken

  74. VogtNuernberg, wegen der...
    VogtNuernberg, wegen der Esse:
    Im Interesse der Gesundheit moechte ich dringend davon abraten, Pressspan in Wohnraeumen zu verheizen… auch wenn es noch so verlockend und geboten waere.

  75. Weil ich finde, daß es als...
    Weil ich finde, daß es als Impuls, nicht als Belehrung!, hier ganz gut reinpaßt, möchte ich mir erlauben (und hoffe, es wird auch veröffentlicht..) einen Beitrag von Thomas Sander aus der Decorate Life vom Juni 2004 (!) zitathalber einzubringen:
    – Geiz ist nicht geil. –
    Immer nur sparen macht keinen Spaß.
    Pflegen wir lieber die hohe Kunst der Verschwendung. Denn lustvoll Geld für schöne Dinge aus-zugeben verrät die wahre Kennerschaft.
    Es geht ein Gespenst um in Deutschland. Es heißt besinnungslose Sparsamkeit und manifestiert sich in dem Werbeslogan eines Medienkaufhauses. „Geiz ist geil.“ war der erfolgreichste und meistzitierte Spruch des vergangenen Jahres. Und, vielleicht, der dümmste. Er forderte dazu auf, der lahmenden Binnenkonjunktur ein Bein zu stellen. Er ermutigte die Konsumenten, nur noch zu Dumping-Preisen das Haus zu verlassen. Er machte die Schnäppchenjagd zum Volkssport. Und er ersetzte Genuss und Lustgewinn durch die Schadenfreude, jemanden über den Tisch gezogen zu haben. Mit Spaß Geld auszugeben wirkte plötzlich elitär, unsozial, irgendwie undemokratisch.
    Doch führte diese Form der Sparerei nicht etwa zur Diktatur des Proletariats, sondern zur Diktatur des Mittelmaßes. Dabei versöhnt er vermeintlich zwei Urbedürfnisse der Menschheit: die Sehnsucht, in der Masse unterzutauchen, und die Sehnsucht, sich von eben dieser Masse abzuheben. Im Zwiespalt dieser Bedürfnisse bewegt sich von jeher die Luxusindustrie, das vielleicht zweitälteste Gewerbe der Welt. Mithilfe von begehrenswerten Frauen (und Männern) sowie zeitgenössischen Images werden kollektive Sehnsüchte produziert. Und in unseren Zeiten will eine möglichst breite Masse sich diese Wünsche auch erfüllen können.
    Und dann sitzen die selbst getäuschten Konsumenten da, die stolzen Geizhälse. Sie trinken ihren Bil-lig-Champagner, der angeblich mal irgendeinen Markentest gewonnen hat.
    Sie tragen Pullover aus Cashmere in den Farben der vorletzten Saison und rahmengenähte Schuhe, einzig deren Aufkleber „Made in….“ aus diesem Lande stammt. Und sie surfen nach weiteren, noch „geileren“ Schnäppchen auf Supermarkt Computern, deren Service Hotlines regelmäßig zusammen-brechen.
    Denn bei all ihrer Sparerei haben sie eines vergessen: das Billige ist der Feind des Besseren.
    Das Schlagwort von der Entschleunigung, gern von den Herstellern hochwertiger Schreibgeräte und aufwändiger Uhren im Munde geführt, birgt die unstrittige Erkenntnis, dass wahrer Luxus die Summe aus Geld, investierter Zeit und Sachverstand ist. Die Objekte der Begierde sind individuell verschie-den. Das macht auch nichts. Egal, ob es um den Bezugsstoff des Sofas geht, um die CD-Sammlung oder die Originalausgaben eines expressionistischen Schriftstellers – Hauptsache, man gelangt auf einen, noch besser: auf möglichst vielen Gebieten zu einer Kennerschaft; die aus Verliebtheit erst wahre Liebe werden lässt. Wer mit seinem Konsum wahren Lustgewinn erzielen will, der muss mehr als nur seinen Kreditrahmen bemühen: er muss lesen, forschen, vergleichen, umtauschen, reisen, mit-steigern. Also den Konsum so ernst nehmen, wie er ist.
    Manchmal hilft auch schon, einfach richtig zu rechnen: Dass der Porsche 911 ein sehr günstiges, weil wertstabiles Auto ist, ist ja nur ein Beispiel. Gleiche gilt auch für eine Leica. Einen Sattel von Her-mes. Einen Chronometer von IWC. Alles Dinge, die weder ästhetisch noch materiell zerfallen.
    Doch die Form des man könnte sagen nachhaltigen Luxus ist nur die eine Hälfte. Sich damit zu be-gnügen hieße, den Puritanern Recht zu geben. Den genau das sind die „Geiz ist Geil“ – Nörgler: Sie pflegen eine lust- und lebensfeindliche Sparsamkeit. Die Antwort darauf ist jener Hauch von Unmo-ral, ohne die das Leben keinen Spaß macht.
    Für ein Sofa, das ein Leben lang hält, kann jeder viel Geld ausgeben. Die hohe Kunst der Verschwen-dung ist das Jonglieren mit dem Irrationalen. Denn es gibt nun mal Dinge, bei denen muss die mentale Bremse, das im Großhirn eingepflanzte Sparbuch aktiviert werden. Der Moment des „Ich sollte nicht, mach’s aber trotzdem“ ist viel zu wenig erforscht, aber jede Wette: Es werden die gleichen Glücks-hormone ausgeschüttet wie beim ersten und dann gleich erfolgreichen Date, beim Öffnen der zweiten Flasche Champagner oder beim Abfahren eine unberührten Hanges mit Pulverschnee. Nur wer sich diese Momente erlaubt, der kann erleben, was Luxus im besten Falle ist: Triumph über die Gewöhn-lichkeit des Alltags. Bedingungslose Liebe zu den Dingen (die eben manchmal nur eine Nacht lang hält). Und kurzzeitiges Ausschalten der eigenen Kontrollfunktionen.
    Klingt frivol und elitär? Ist es auch. Aber glauben Sie mir: Es ist keine Geldfrage.

  76. Nebenann, einerseits könnte...
    Nebenann, einerseits könnte man mit so einer Aussage vieles begründen, und andererseits spricht doch nichts gegen einen kleinen Ratschlag.
    .
    Rainersacht, bis auf Punkt 10 – meine Kronleuchter! Meine Silbersammlung! Meine Bibliothek! – kann ich das alles voll unterschreiben.

  77. @ hans runge: Und das tolle...
    @ hans runge: Und das tolle daran ist: All die sind die „Stützen unserer Gesellschaft“…

  78. Rainersacht:

    Ein schönes...
    Rainersacht:
    Ein schönes Manifest! Und wissen Sie was mir am meisten zu denken gibt? Das ich nach der Lektüre Ihrer Seite eigentlich politisch überhaupt nicht mit Ihnen übereinstimme, aber sich anscheinend langsam und allmählich eine Art Widerstand zu bilden scheint gegen die oberflächliche Konsumgesellschaft derjenigen, die diese noch in den 80er Jahren kritisierten.
    „1. Kaufe nicht bei globalen oder übernationalen Ketten! Und zwar nichts bei keinem von denen!“
    Na ja, wenn die aus Deutschland kommen habe ich damit kein Problem, immerhin kaufe ich damit in der Nachbarschaft, wie z.B. bei Miele und deren Waschmaschinen, die auch nach 100 Jahren noch laufen.
    „2. Kauf bei einem Menschen, dem du vertraust! Vorzugsweise in der Nachbarschaft.“
    Vor allem: Kauf nicht in den großen Ketten, sondern lieber für 20 oder 30 Euro mehr bei kleinen Händlern in der Nachbarschaft und sichere damit Arbeitsplätze, schon um Dich vor der Armut der Nachbarn zu schützen.
    „3. Achte auf Herkunft und Verarbeitung der Rohstoffe in den Dingen, die du kaufst. Meide Giftiges und Menschenfeindliches!“
    Ein guter Konservativer hat das seit jeher getan ;-)
    „4. Kauf nicht so viel! Betrachte Shoppen nicht als Freizeitvergnügen!“
    Suche Dir andere Freizeitbeschäftigungen als am WE shoppen zu gehen und in Schnellrestaurants zu essen.
    „5. Achte die Gegenstände, die andere hergestellt und du gekauft hast.“
    Stell einfach mal selber Gegenstände her, restauriere Altes!
    „6. Iss kein Fastfood! Schon gar nicht bei Restaurantketten. Niemals.“
    Ein Apfel ist auch „Fast-Food“ ;-) Sogar das schnellste, wenn Du auch noch wegrennen musst, weil Du den Apfel aus Nachbars Garten geklaut hast ;-)
    „7. Koch alles, was du gerne isst, mindestens einmal selbst.“
    Koch alles was Du isst selbst. Kaufe Grundnahrungsmittel und back noch selber.
    7a. Oder leiste Dir eine Haushaltshilfe, wenn Du dafür die Zeit nicht hast, aber das Geld. Geld haben ist nicht alles, Haushaltshilfen, Kindermädchen und andere wollen auch Geld verdienen, teile Dein Geld in dieser Form und geniesse die Privilegien, die damit verbunden sind: Sich mit Dingen zu beschäftigen in der Freizeit, die einem wirklich Spaß machen, die einen selber weiterbringen. Dein Kindermädchen macht es vielleicht dann nach der Arbeit bei Dir nicht anders.
    „8. Befass dich mit den Produkten, die du beim Kochen, Backen und Einmachen verwendest. Nimm die guten Sachen und kaufe weniger davon.“
    Das ist gar nicht nötig. Die guten Sachen kosten deutlich weniger als in einer Bude essen zu gehen.
    „9. Pflanze selbst Essbares an! Auch wenn es bloß Küchenkräuter sind.“
    Oder lern essbares aus den mittlerweile Menschenleeren Wäldern zu sammeln. Dort ist kaum noch jemand unterwegs, selbst in Großstadtnähe nicht mehr.
    „10. Vermeide unnötigen Kram. Reduziere deinen materiellen Besitz auf ein Minimum.“
    Warum Minimum? Frage Dich aber, ob Du das wirklich brauchst, was Du kaufen möchtest und kaufe es erst vier Wochen später, wenn Du Dich daran noch erinnerst.
    Don Alphonso08. September 2009, 13:51 VogtNuernberg, man kann beim Besten willen nichts gegen den Sperrmüll sagen – meine teppiche sind allesamt nicht schlecht, aber den Besten, das museale Stück, das kommt von einer Hausausräumung: rebellmarkt.blogger.de/…/489736
    .
    Osvaldo, das stimmt: Gerade beim dänischen Design kann man heute noch jene Stücke kaufen, um die man in 20 Jahre beneidet werden wird. Gerade, wenn sie aus Teakholz sind. Am See etwa steht eine entsprechende Garnitur, sehr bequem und extrem hochwertig – und auch einfach aus dem familiären Fundus.
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  79. Wie immer nehmen die...
    Wie immer nehmen die Kommentare eine schöne, dynamische Wendung. Für mich stellt sich die Frage: Brauche ich ‚das‘ jetzt sofort, auf Teufel komm raus, sozusagen überlebenswichtig – oder habe ich Zeit, mich umzuschauen, zu prüfen, meinen Geldmittel angepasst, einzukaufen? Grundsätzlich sollte das Eingekaufte, billig, preiswert oder nicht, zu einem passen. Das Eine hat halt mehr gesellschaftliche Wirkungen und das Andere halt nicht. Darüber sollte man sich dann aber klar sein.

  80. Junger Schwede, die Türen in...
    Junger Schwede, die Türen in meiner Wohnung sind von ca. 1739, als die Mauern eingebaut wurden. Ansonsten ist das ein ordentliches Haus. Siff haben wir hier nicht. Ich habe eine moderne Küchenzeile übernommen, die recht hochwertig ist, dazu einem Küchenschrank aus der Familie von vor 1900 – http://rebellmarkt.blogger.de/stories/713419/ – ein Tisch aus dem Speicher, ca. 1830 aus Eiche, zwei selbstrestaurierte Biedermeierstühle, und etliches mehr. Und die Türbeschläge, mein Bester, sind so massiv, dass man sich wegen Quietschen keine Sorgen machen muss. In der Erbauungszeit war das hier eines der grössten und besten Häuser der Stadt, und die Erbauer schwammen im Geld.
    .
    P. Seudonym, was letztlich Klassiker wird und was nicht, ist stets eine spannende Frage, die auch wiederum vom zeitgeschmack abhängt. Mir ist das eigentlich egal, ich kaufe, was mir gefällt, und schrecke auch vor Historismus nicht zurück.

  81. Sehr geehrter Don Alphonso,...
    Sehr geehrter Don Alphonso, Kreuzritter des (spanischen ?) Adeltums, edelmütiger Verteidiger alter (Synonym für „besser“ ?) Werte, längst vergessener Zeit,
    seit nunmehr zwei Wochen verfolge ich Ihre Beiträge, die wohl als Beitrag zur Rehabilitierung unserer glanzentwöhnten Gesellschaft gedacht sind. Gerne sähe ich diesen Part jemanden durchführen, der sachlich, aufklärend und gleichzeitig amüsant seine Aufgabe erfüllt. Sie allerdings Don Alphonso sind offenkundig maßlos überfordert Ihr narzistisches Ego außen vor zu halten und belästigen in Ihren Zeilen die nach Ratschlägen lächtzenden Leser mit neureichen Aussagen über Einkommen und Wohnort, mit belanglosem Gerede über geschmacklose Betpfannen, dessen Aufhänger nicht IKEA, sondern das proletige Anpreisen Ihrer geerbten Goldrandtellerchen ist.
    Nun, weder erhoffe ich mir, noch hoffe ich auf Besserung, da Sie vermutlich nicht in der Lage sind sich zu ändern und zugegebenermaßen mittlerweile zu meiner – sicherlich vorübergehenden – Belustigung beitragen.
    mit freundlichen Grüßen

  82. nebenann,
    weil das einer der...

    nebenann,
    weil das einer der größten Fehler der heutigen Gesellschaft ist und weil Gesellschaftskritik sich nunmal zwangsläufig mit dem Nachbarn beschäftigt.
    VogtNuernberg,
    mit Ihren Ausführungen zum (Non-)Konformismus sprechen Sie mir aus der Seele. Danke!

  83. Wenn es denn überhaupt so...
    Wenn es denn überhaupt so wäre, Herr Dieterich, so ist der zu belehrende Narziss kaum schlechter als jener, der sich in der Lage wähnt, den Narziss belehren zu wollen. Auch nicht weniger, als nur schnöder Narzissmus.

  84. Jemand, der so einen...
    Jemand, der so einen ausgemachten Blödsinn schreibt, war noch nie bei IKEA und hat offensichtlich noch nie bei IKEA eingekauft! Ich selber habe meine Wohnung mit IKEA und Antiquitäten eingerichtet. Meine IKEA Möbel, die übrigens ein ganz zeitloses Design haben (ja, das kann man dort nämlich finden) sind schon seit über 10 Jahren in meinem Besitz und haben insgesamt 4 Umzüge mitgemacht. Und alle sind noch in bester Ordnung und sehen nach wie vor toll aus. Und das IKEA Geschirr (mein Alltagsgeschirr) hat schon 15 Jahre auf dem Buckel und ich liebe es immer noch. Wenn ich mir dann die selbstgebauten Regale des letzten Bildes anschaue, schüttelt es mich. Das hat nichts mit Bücherliebe zu tun, das ist ein riesiges Durcheinander. Da lob ich mir doch die Ordnungs- und Verstauungssysteme von IKEA. Mein Tip: Das Leben birgt ungeahnte Möglichkeiten, wenn man nicht voller Vorurteile ist und mit wachen Augen durch IKEA geht. PS: Ich bin kein Mitarbeiter von IKEA und werde für dieses Posting NICHT bezahlt.

  85. Constantin Dieterich, da man...
    Constantin Dieterich, da man sich gemeinhin die leser nicht aussuchen kann, Sie aber durchaus zur Mehrung meiner Klickzahlen beitragen, möchte ich mit einem alten Sprichwort danken: De guadn Gedonka und da hingada Roß kemma ollawei hintnoch. Sie können sich ja die passende Analogie raussuchen.
    .
    ast, nach meiner Erfahrung sollte man auch kaufen, was man brauchen wird – kommt es anders, kann man es auch verschenken an jemanden, der es braucht, und damit eine neue Geschichte begründen.

  86. Grisu, mir ist durchaus klar,...
    Grisu, mir ist durchaus klar, dass Menschen mit einem Hang zu Ordnung Ikea ganz toll finden. Und ich empfehle ihnen ja nicht umsonst, auf dem Flohmarkt zu Waren aus totalitärer Geisteshaltung zu greifen und das Üppige, das Verspielte, das Andere mir zu überlassen – und 10 Jahre sind hier gar nichts, ab 100 Jahren kann man hier über dauerhafte Möbel reden. Sie dürfen ja weiter Ikea kaufen, aber wenn schon likszwodreivier, dann doch bitte das Original der Volksgenossen, und nicht die laschen schwedischen Wohlfühlkopien. Das ist dann auch billiger. Ich, wiegesagt, sehe allenfalls Katzen und Kleinkinder als mögliche Gäste an solchen Tellern; normalen Menschen würde ich das nicht zumuten. Porzellan fängt erst bei Form 1382 an.

  87. Wer bei Dänen mal zu Hause...
    Wer bei Dänen mal zu Hause vorbeischaut wird in der Regel (neben natürlich auch IKEA-Kram) in erster Linie dänische Designklassiker von z.B. Arne Jacobsen etc. antreffen, da diese hier Teil einer nationalen Identität sind und über Generationen weitervererbt werden….
    Wir haben aber auch IKEA-Möbel zu Hause, da ein 2-jähriger im Haus es quasi mit sich bringt, dass man die Bezüge des Sofas abziehen können muß. Gegenüber stehen aber 2 Sitzmöbel von Poul Kjärholm, die schon recht alt sind, aber uns auf jeden Fall überdauern werden. Man kann also auch durchaus kombinieren…

  88. Wenn ich mir vorstelle, wie...
    Wenn ich mir vorstelle, wie die Leute in ihren, mit Antiquitäten vollgestellten Hütten hausen, bricht mir der Schweiß aus.

  89. Leben und Leben lassen. Aber...
    Leben und Leben lassen. Aber nutzen Sie bitte weiterhin ihren PKW oder den ÖPNV (respektive Flug- oder Wasserfahrzeuge)…nicht, dass sich noch der Pferdemist auf der Straße türmt und/ oder die Kutschen den städtischen Verkehr zum Erliegen bringen. ;-)

  90. Danke für die Ergänzung. Mit...
    Danke für die Ergänzung. Mit „passen“ hatte ich im Kopf auch „brauchen“. Habe es nur nicht geschrieben.

  91. Graf Rotz, das Leben im Alten...
    Graf Rotz, das Leben im Alten ist weit weniger „unmodern“ als man glauben mag. es ist ja nicht so, dass die Leute früher alle doof waren – sie hatten nur andere Begrifflichkeiten von Dauerhaftigkeit. Und Qualität. Hätten Sie mal einen 410 Jahre alten Dachbalken gesehen, der sich nach all der Zeit auf 20 Meter Länge weniger als einen Zentimeter gesetzt hat, würden Sie vielleicht verstehen. Man machte damals – zumindest in meinem Haus – nichts für die Rentabilität, sondern alles zum Ruhme Gottes und die Ewigkeit. Und obwohl ich die Gesellschaft Jesu nicht schätze, finde ich diese Haltung toll.

  92. Werter Don, die beiden letzten...
    Werter Don, die beiden letzten Fotos sind genial, das macht ja Appetite auf mehr. Mehr Suppe und mehr lesen! Chapeau!
    In der tat in der kleinen dummen Stadt an der Donau kann man gut sparen. Habe ich dort doch vor kurzem einen Rabatt von 210 € herrausgehandelt, so dass ich statt 610€ nur 400 bezahlt habe.

  93. Don, das kommt davon wenn man...
    Don, das kommt davon wenn man Markenartikel als hook mißbraucht. Als Eigenmeinung vermeinte Reklamestereotype und deren affirmatives Gegenteil. Blinde gegen die, die nix sehen können 1:1.

  94. grisu

    Was mich an IKEA am...
    grisu
    Was mich an IKEA am meisten stört:
    1. Man findet Samstags fast nie einen Parkplatz
    2. Man rennt durch Gänge, die so mit Menschen gefüllt sind, dass ein Kunde mit Schweinegrippe gleich eine Massenepedimie in ganz Mittelfranken auslösen würde.
    3. Wenn ich dann zur Ausgabe komme muss ich das ganze Geraffel auch noch selbst aus den Regalen holen, zur Kasse kutschieren und anschliessend in ein Auto verladen, dass ich ausleihen muss, weil ich keinen Van fahre.
    Fazit: Alles in allem gehe ich lieber in kleine aber feine Möbelhäuser, bei denen ich den Kaffee umsonst bekomme und nicht nach Kotz-Bällchen riechenden Menschen ausweichen muss. In denen sich der Kundenberater Zeit nimmt und ich das Ganze dann nach Hause geliefert bekomme mit persönlicher Terminabsprache.
    Die Möbel werden dann sogar bei mir aufgebaut und ich brauche den Samstagnachmittag nicht noch mit schlechten Bauanleitungen verbringen, sondern kann ich erbaulicheren Dingen widmen, z.B. der Restaurierung alter Möbel.
    Ach ja: Und teurer ist es auch nicht unbedingt, wenn man sich z.B. einen Schlafzimmerschrank kauft, oder ein – neudeutsch – Sideboard.

  95. Köstlich zu lesen!

    Ich...
    Köstlich zu lesen!
    Ich hoffe, dass jedem, der zu günstigem Hochqualitätsporzelan vom Flohmarkt rät, bewußt ist, das dieses dort nur wegen IKEA so günstig ist. Würden alle Ikea-Einkäufer lieber ein solches Service erwerben, würde dies sofort zu einem Preisanstieg führen (Das alte Angebot-Nachfrage Problem).
    Insofern sollte man statt die Nase zu rümpfen, dankbar sein, dass durch IKEA solche Schätze günstig zu haben sind.
    Natürlich ist auf die Lebensspanne betrachtet ein Wegwerfprodukt häufig teuerer als die Hochquaitätsvariante. Das trifft auch auf ein Einfamilienfertighaus in der Eifel im Vergleich mit einem Münchner Penthouse zu. Ersteres als Renditeobjekt zu sehen dürfte schwerfallen. Und umgekehrt stellt sich die Frage, ob nach dem Kauf des Fertighauses durch den „white trash“ (wie er hier schon genannt wurde) noch Geld übrig ist, um in Massivholzmöbel zu investieren.
    Ich persönlich leiste mir den Luxus mich nicht an materielle Dinge zu binden, auch wenn das etwas teuerer ist. Die Freiheit von Verlustängsten ist nicht umsonst zu haben.

  96. Don Alphonso

    Ablagern von...
    Don Alphonso
    Ablagern von Balken ist heute ein Fremdwort, weshalb die alten Häuser locker die heutigen Reihenhaussiedlungen um Jahrhunderte überdauern werden.

  97. Kann das ja inhaltlich teilen,...
    Kann das ja inhaltlich teilen, aber ist doch schon amüsant, dass die so genannten Intellektuellen so häufig ganz non-konformistisch auf Flohmärkten u.ä. zu finden sind. Ein selbst gebautes Bücherregal ist geradezu prototypisch. Da ist man so schön singulär einzigartig, dass es gar nicht mehr auffällt, dass Tausende denselben Stil verfolgen. So hat halt jeder seine eigene Peer-Group.

  98. Sehr geehrter Herr Alphonso,...
    Sehr geehrter Herr Alphonso, ihr IKEA-Bashing mag vielleicht in gewissen Kreisen als schick empfunden werden (sie erfahren ja auch viel Zuspruch in den Kommentaren), aber ich denken nicht, dass die von ihnen bevorzugten Möbel für IKEA-Kunden interessant sind. Die wollen gewöhnlicherweise keine rustikalen Landhausmöbel vom Flohmarkt sondern moderne minimalistische geradelinige Designs. Wenn diese Menschen etwas hochwertigeres einkaufen wollten, dann würden Sie vermutlich bei Ligne Roset oder Bo Concept einkaufen. Darüber hinaus sehe ich ihr Kaufverhalten als ungeeignet für die Massen. Wenn plötzlich alle IKEA-Kunden hochwertiges altes Porzellan kaufen würden, dann würden die Preise dafür sehr schnell explodieren und es wäre sehr viel teuerer als jedes IKEA-Geschirr. Das ist ungefähr so wie mit den Bio-Bauern, wirklich eine sehr schöne Sache, aber leider kein Modell um Milliarden Menschen satt zu bekommen. Das Modell skaliert einfach nicht. Ich wünsche Ihnen dennoch eine angenehme Existenz in Ihrer ökologischen Nische!

  99. Don, ich erinnere mich, daß...
    Don, ich erinnere mich, daß du „nebenan“ im Rebellmarkt vor einigen Jahren ähnliche Ausführungen über Reichtum und Armut gemacht hast, seinerzeit nur am Beispiel einer mittelalterlich/barocken (?) Steingutschüssel, leider finde ich den Link nicht mehr…
    In summa ist es jedoch einfach & immer dieselbe Weisheit: ein Bewußtsein für Historie und Qualität, eingefaßt in die Erkenntnis „ich habe nicht genug Geld, um mir Billiges leisten zu können“.

  100. Herrlich ironiefreier...
    Herrlich ironiefreier Unsinn… wie man es halt so kennt von den Geschmacksbürgern der F.A.Z. Ich halte mich trotzdem von IKEA fern

  101. Werter Don,

    es wird noch...
    Werter Don,
    es wird noch niemandem aufgefallen zu sein, aber es fehlen ein Speise- und ein Frühstücksteller an ihrem Arzberg- Service. Somit ist der Preis angemessen.
    Ich musste vier Jahre in der Wohnung einer Ikea- Fanatikerin leben. Hier war alles, aber auch wirklich alles von Ikea. Bilder, Teppiche, Auslegeware, Laminat, Bettwäsche, sogar die Tiefkühlspeisen. Schöttböller wurden die fettigen Fleischklopse genannt. Als ich meine Familienerbstücke mit in die Ikea- Wohnung hineinstellte, wurde von den missionarisch überzeugten Gott-sei-dank-an-mir-vorbei-gegangenen-Schwiegereltern-in-spe lamentiert, dass die jahrhundertealten Wurmlöcher nicht Würmer beherbergen würden, die auf das Ikea- Gestühl überspringen würden. Ein lautes Lachen meinseits, dass Würmer nur ECHTES Holz bevorzugen würden, wurde böse taxiert. Schön, dass das nur vier Jahre dauerte. Dabei wirkte die junge Dame ansonsten so nett….
    Ikea befindet sich dennoch in meinem Besitz. In meinen zur Vermietung bereitgestellten Wohnungen und Häusern. Die Menschen, die Wohnungen und Häuser zur Ferienzeit mieten, mögen keine mit Stil und Eleganz augesuchten Möbel und Teppiche. Somit bekommen sie Ikea und Tchibo.
    Beste Grüße aus der besseren Gesellschaft.
    P S-L

  102. Wie stets, höchst belanglos...
    Wie stets, höchst belanglos und stilistisch ungelenk. Interessant aber, dass Sie sich durch das Photo Ihrer vorgeblich von Bibliomanie zeugenden Altpapiersammlung als Freimaurer zu erkennen geben.

  103. das rotrandarzberg ist...
    das rotrandarzberg ist grottenhäßlich,
    das segelschiff im selbstgebauten versöhnt.
    .
    ich habe in der zone hehescherzer geerbt & [bis dato] genutzt.
    gewiß kein/e bauhaus oder „geldanlage“,
    aber stilvoller als so manches gebrauchsgeschirr.
    .
    ikea
    ist einer meiner last-minute-weihnachtseinkaufsläden.
    aber vielleicht sollte ich darüber nun noch einmal nachdenken …

  104. Dem Leitspruch Ihrer Frau...
    Dem Leitspruch Ihrer Frau Großmutter ist ja nichts hinzuzufügen. Und dass das Billy-Regal inzwischen so spießig sein kann wie weiland die nußbaumfurnierte Wohnzimmer-Schrankwand mit verspiegeltem Barfach, bleibt auch unbestritten. Insgesamt aber erinnert mich die Argumentation hier ein bisschen an die Gründung des „Konvents der goldenen Essstäbchen“, der ich vor geraumer Zeit in der Münchner Rathausgalerie beiwohnte und anlässlich derer Bazon Brock das Prinzip des „asketischen Luxurierens“ propagierte. Klingt alles ganz schön, geht aber eben an vielen Lebenswirklichkeiten doch einfach mal vorbei. Wenn ich heute essen muss und nicht erst in zwei Jahren, dann kann ich schlecht erst einmal auf die goldenen Stäbchen sparen – so sehr ich auch konform gehe mit dem, was Sie hier und häufig speziell über den Verlust des Handwerklichen und Qualitativen in Koch-, Ess- und Tafelkultur referieren. Einen Flohmarktfund zum Exempel zu erklären, funktioniert für mich trotzdem nicht, allein aus den ökonomischen Überlegungen heraus, die auch einige Kommentatoren weiter oben schon angesprochen haben. Würde man das Arzberg-Service heute in vergleichbarer Qualität herstellen, wäre es ja wohl bestimmt nicht für 12 Euro zu haben.

  105. dogmatismus nervt so.
    es ist...

    dogmatismus nervt so.
    es ist falsch, dass alles bei ikea billig & scheisse ist.
    das zauberwort heisst: kombinieren.
    mit geschmack.
    ich kenne leute, in deren ach so tollen wohnungen steht nur kram von vitra, knoll, eames, usm & so weiter – und der platz ist total langweilig, leblos, antiseptisch und öde.
    und ich kenne leute, da gibt es ein billy regal, zeug vom flohmarkt, ne kaiser dell lampe neben einem usm regal
    – und alles passt, hat stil und atmosphäre.
    tja so ist das eben:
    stil hat man oder hat man nicht – stil kann man sich nicht kaufen.
    zu dem hier abgebildeten bücherregal / raum kann ich nur sagen:
    1. null ikea – toll – lebensziel erreicht!
    2. sieht trotzdem ziemlich scheisse aus das ganze interieur.
    3. sorry

  106. @Don Realisto

    "Wenn diese...
    @Don Realisto
    „Wenn diese Menschen etwas hochwertigeres einkaufen wollten…“
    Nein, das ist es nicht, und es verblüfft mich immer wieder, wieviele Leute den Tenor vieler Blogeinträge nicht begreifen wollen.
    Es geht darum, dass viele Menschen nicht mehr in der Lage sind, Hochwertiges zu erkennen, obwohl (oder weil?) es inzwischen preisgünstiger ist als der Schund.

  107. Ich bin durch Zufall auf diese...
    Ich bin durch Zufall auf diese Webseite gestossen. Ich finde ihre Beitraege anmassend und bin mir nicht ganz sicher, ob sie zum verarmten Adel gehoeren oder zum Bildungsbuergertum, das es aber nie nach Oxbridge oder Ivy schaffte und daher lieber in deutschen Gefilden dem Kleinkarierten froent.
    Die Ironie dieses Beitrages ist der Umstand, dass sowohl Ikea als auch Arzberg laengst zu festen Bestandteilen fuer designorientierte Menschen geworden sind. Man sieht Ikea neben Antiquitaeten in Penthouse Apartments in der Upper East Side genauso wie bei working class Menschen in Essex oder Akademikerhaushalten in Heidelberg.
    Woher also Ihr Verdruss? Denken Sie doch mal darueber nach, wenn Sie das naechste Mal abwaschen. Benutzen Sie Fairy Ultra oder doch lieber Kernseife?

  108. Die 2/3, von meinem Vorredner...
    Die 2/3, von meinem Vorredner als 2 Lichter der Freimaurerei interpretierten, im Bild zu sehenden Instrumente sind aber recht groß ausgefallen. Vermutlich sind sie deswegen nicht mehr in Benutzung und also vom Don günstig erworben worden. So, wie sie da im Regale eingeordnet sind, würde ich vermuten der jetzige Besitzer sei kein Maurer. Bei Dons Sammelwut ist Überinterpretation fehl am Platze, die Flugzeugmodelle lassen sich bestimmt auch nicht in direkter Weise als affirmatives
    Moment zu irgendeiner Luftwaffe lesen. Maurernachlässe erzielen oft die besten Preise bei „profaner“ Käuferschaft.

  109. Wo gibt es denn gutes Design...
    Wo gibt es denn gutes Design in Deutschland?
    Deutschland ist eine Möbel-Wüste. Da lobe ich mir Dänemark. Dort gibt es eine Vielzahl an mittleren Möbelhäusern die ein relativ geschmackvolles Angebot haben. Einen lauen Abklatsch davon kann man immerhin in der dänischen Version Ikeas sehen.
    Wenn ich mal schnell ein Möbel brauche, dann ist Ikea die erste Wahl. Sicher der Schrank ist hässlich, das Regal nicht schön, das Geschirr ist schlicht. Aber das ist immer noch besser, als das, was der durschschnittliche Möbelhändler in Deutschland anzubieten hat. Ja, auch die „teuren“ Häuser eifern oft nur dem Zeitgeist nach und verwenden fragwürdige Materialien.
    Da bleibt einem nur der Tischler seines Vertrauens. Aber wer soll das bezahlen? Dann doch besser der Keller des örtlichen Altenheims und der Sperrmüll.

  110. I****-Bashing ist ja wohl...
    I****-Bashing ist ja wohl inzwischen eine Gewohnheitssache quer durch alle Milieus geworden. Dabei sind alle Ikeabewohner die ich kenne, gut geerdete, gut ausgebildete, durchaus kultivierte Menschen. Ikea ist halt nur die vorgegebene Form, diese wird mit Leben gefuellt-in der Regel sehr, sehr lebendig. Viele sind sich der Vergaenglichkeit ihres Lebens und der Lebensumstaende bewusst und beschweren sich schon deshalb nicht allzu gerne mit Dingen, deren Verlust schmerzhaft sein koennte. Vielleicht-es ist eine kuehne Spekulation-sind die Erfahrungen des vorigen Jahrhunderts Teil des deutschen Erbgutes geworden? Wer weiss? Devin, uebernehmen Sie…

  111. FS, in der Tat, zum...
    FS, in der Tat, zum selbstgezimmerten Bücherregal fiel es mir durchaus auch schwer, meine Eindrücke nicht zu äußern. Die Geschmäcker der Publikümer in Bezug auf nichtbibliophile Extras z.B., man könnte auch mal das systematische Bücherräumen – wie in der guten alten Zeit – andiskutieren

  112. Peter Smith

    Abwaschen mit...
    Peter Smith
    Abwaschen mit Fairy Ultra?
    Dafür gibt es eine tolle Erfindung, die nennt sich Spülmaschine.
    Dachte, die wäre schon so alt, dass sie die Mittelschicht auch kennt… ;-)

  113. Hmm, hmm. Nun, ich gebe zu:...
    Hmm, hmm. Nun, ich gebe zu: ich habe eine Spülmaschiene und bin auch zu faul all das Zeugs von Hand zu spülen. Und, bei -dem einzigen was man mir anvertraut, einem Jugendstilservice aus Selb- ist Spülmaschiene wirklich nicht geeignet. Es bleibt also die allermeiste Zeit im Schrank.
    Als ich noch, lange ist es her, junger Student war, ging ich dieses Thema dann auch an. Hinein in den Laden eines Mettlacher Herstellers. Jedenfalls ist Ikea nicht das einzige Haus was in Fernost produzieren lässt. Nebenbei: das Zeug war keinen Euro günstiger als „Made in Germany“. Nun ja, ich bin dann bei der angestammten Marke geblieben.
    Aber, KPM Don Alphonso? So etwas in Ihrem Haushalt? Auch Früher war die Stadt nicht besser.

  114. @ VogtNuernberg:...
    @ VogtNuernberg: Goldrandgeschirr in die Spülmaschine?

  115. Achso, Peter Smith oder...
    Achso, Peter Smith oder Schmidt.
    Es mag ganz unfraglich der Fall sein, dass man in dem ein oder anderen Londoner „Penthouse“ Antiquitschen neben Ikea findet. Nur, sind diese Antiquitschen eben ausschliesslich neu gekauft. Vielleicht noch von irgendeinem zweilichtigen „Roomdesigner“ eingekauft und dann bewusst neben diesen Schrott placiert. Sowas soll es geben. Auch ein grosses Londoner Auktionshaus versorgt seine Kunden inzwischen mit AD (Don Alphonso wäre sicher erfreut darüber) – ob man das als Abstieg dieses Hauses bewertet oder nicht … . Und: zugekaufte Antiquitäten sind mehr oder weniger peinlich. Die Einrichtung muss eine Geschichte erzählen, man muss damit etwas verbinden (und sei es nur irgendeine Grosstante die eine Macke für violette Haare hatte).
    Marchmain House ist abgerissen und so die meisten Londoner Häuser auch; um es auf den Punkt zu bringen: es wird wohl nur sehr wenige Haushalte die älter als Jahre sind.
    In Heidelberg wird man sowas auch nicht finden, zumindest nicht in den gesetzten Strassenzügen Neuenheims. In den Aufsteigerquartieren kennt Dipsy sich nicht aus – was sollte man auch dort finden?

  116. Ich kann mir nicht helfen,...
    Ich kann mir nicht helfen, aber der rot-orangene und irgendwie milchig-verblichene Rand dieses Designergeschirrs ist in meinen Augen nur ein Blutrand – und die Vorstellung, daraus zu essen, würde in mir unangenehme Gefühle wecken.
    .
    Vielleicht kann man sowas ja denjenigen schenken, die ihr Geld ansonsten zu Ikea getragen hätten. Obwohl, ich merke gerade, dass ich ungerecht bin. Ich habe mir vor wenigen Monaten einen Set Rauchglasgeschirr für drei Euro gegönnt, vielleicht 20 Jahre alt das Geschirr, den Gästen und auch mir selbst zuliebe, und selbstverständlich vom Flohmarkt. Die Verkäuferin weigerte sich beharrlich, mehr als drei Euro zu verlangen – sie war schlicht froh darüber, dass jemand genau so ein Geschirr haben mochte.
    .
    Nun bin ich auch froh. Es muss nicht immer KPM sein. Das Geschirr stapelt sich gut, reinigt sich bestens, sieht auch bei Kerzenschein hübsch aus und kennt keinen Designernamen. Vielleicht wurde es früher mal bei Ikea gehandelt – aber das würde mich nicht stören.
    .
    Geschirr ohne Dogma: Geht doch auch.

  117. Wohl dem, der solche...
    Wohl dem, der solche Flohmärkte in der Nähe hat. Da müsste ich aus dem äussersten Nordosten der Republik eine ziemlich Reise unternehmen und dann stimmt die Kalkulation nicht mehr so ganz. Seufz.

  118. ziemlich unnötig, das alles,...
    ziemlich unnötig, das alles, da 1) Geschmackssache, 2) die Leute heutzutage genötigt (!!!) werden, dauernd umzuziehen, arbeitshalber (hier spricht promovierter Akademiker mit wechselnden Lehraufträgen und jahrelanger leidvoller IKEA-Erfahrung), da ist man doch ganz froh, wenn man nicht ständig Omas massives Eichen-Buffet durch die Weltgeschichte schleppen & karren muss, das sowieso durch kein Treppenhaus durchzubekommen ist, glauben Sie es mir… ich muss außerdem leider feststellen, dass Sie letztlich auch vor allem mit dem schnöden Mammon argumentieren: Qualität ist auf Dauer billiger, eine ganz unglaubliche Erkenntnis! man muss sie sich aber auch erstmal leisten können… der Flohmarkt hat ja auch so seine Grenzen! und das Transportieren von Omas Buffet geht auch ganz schön ins Geld… es gibt einen Haufen guter Gründe, sich bei IKEA einzudecken, ohne ein Fan der Wegwerfgesellschaft zu sein, und warum ein Arzberg-Prügel haltbarer sein soll als irgendein dahergelaufener hochmassiver iKEA-Einbrechererschlagteller ist mir auch nicht auf Anhieb ersichtlich… wirfst Du sie mal beide probehalber gegen die Wand, dürfte das Ergebnis ziemlich ähnlich sein. und man geht ja nicht zu IKEA in der Erwartung, ein zukünftiges Erbstück zu erstehen…

  119. Ich bin mir sicher, dass die...
    Ich bin mir sicher, dass die Verfasser der meisten Kommentare jenseits 40 sind. Das riecht man förmlich. Ich, junge Frau, liebe die jungen Generationen, die nicht in der Vergangenheit erstarren. Aber lustig seid Ihr auch, mit Eurem „Großmuttererbe – Gerede“. So was von überholt!!!!

  120. Dipsy -

    my name is Smith and...
    Dipsy –
    my name is Smith and not Schmidt. Sorry to say, but you have no idea what you are talking about. You will find Ikea even in the most magnificent British and American homes/flats. And believe me, some people I know have had their non-Ikea furniture for many generations and do not need to take recourse to a room designer to make it look eclectic. You could describe them as old money – they are not part of the nouveau riche and thus need no expensive interior design elements for showing off. In fact, they would happily store a KPM porcelain set in an Ikea cabinet.
    The nice thing about Ikea is that it has no ’shabby‘ image like Aldi/Netto/ASDA etc. It runs across social strata and generations.
    And by the way, the quality of KPM is not any better/worse than any mid-range Villeroy Boch/Wedgewood/John Lewis/ you name it. The chemical composition/manufacturing process is exactly the same.

  121. Zur Komplexität der...
    Zur Komplexität der Konzernstruktur und der (fehlenden) sozialen Verantwortung von IKEA sei dieser im Economist erschienene Artikel empfohlen: http://www.economist.com/businessfinance/displaystory.cfm?story_id=6919139

  122. Welch Menge von Meinungen! Das...
    Welch Menge von Meinungen! Das scheint ja ein virulentes Thema zu sein. Just my 2 cents:
    Erstaunlicherweise spüre ich zum ersten mal bei den vielen bisher angesprochenen Themen eine wirkliche Klassengrenze. Hier geht es nicht um Bildung, vielleicht nicht mal um guten Geschmack, sondern um Erziehung. Wenn ich jemals auf die Idee käme, mein Eßgeschirr auf dem Flohmarkt zu kaufen, würde der Sohn meiner Mutter todsicher folgende innere Stimme hören: „Soweit simmer noch nich, daß wir unsere Sachen aus dem Müll holen müssen“, „Igitt! Wer weiß wo das früher mal gewesen ist!“, „Stell das sofort wieder hin! Du machst dir nur die Hände schmutzig.“ Man kriegt bei uns Kleinbürgers sein erstes Geschirr als Aussteuer, hält es soweit in Ehren und vererbt davon nichts. Von meinen Großeltern ist so gut wie nichts geblieben. Die eine Hälfte ist in Dresden am 13. Februar verbrannt, die andere Hälfte bei einer Evakuierung auf der Strecke geblieben. Nur ein paar silberne Kuchengabeln und ganz wenig Porzellan haben überlebt. Aus DDR-Zeiten ist nichts erwähnenswertens geblieben außer ein bißchen Kristall. Also hab ich mir meine Sachen selbst gekauft: weiß, schnörkellos, ohne Marke, für wenig Geld. Damit war für mich die Frage abgeschlossen und ich habe seit dieser Zeit vor zwanzig Jahren keinen Teller und keine Tasse eingebüßt und an die Frage angemessenen Porzellans keine Sekunde verschwendet.
    In Sachen Ikea-Möbel bin ich völlig anderer Ansicht. Ich habe zu der Zeit vor zwanzig Jahren Ikea nicht als Billigware wahrgenommen und tue das auch heute noch nicht. Ikea bietet für mich ein angemessenes Preis-/Leistungsverhältnis und was noch wichtiger ist: ich kann es bezahlen. Als der große Bibliotheksumbau bei mir aus Platzgründen notwendig war, habe ich verschiedene Möglichkeiten geprüft: Hülsta, Flötotto, Paschen, Ikea, ja in einem Anfall von Größenwahn sogar den Shannon Registrator. Quintessenz war, daß außer dem Shannon alle Spanplatte boten. Wenn schon, dachte ich, dann wenigstens bei einem Anbieter, für den du dich nicht verschulden mußt. Also hab ich seit 20 Jahren Billy, ein ganzes Zimmer voll, insgesamt 11 Stück, mit Aufsätzen, zusätzlichen Brettern, Regalbeleuchtung und einen mit Glastüren für empfindliche Sachen. Ich bin rundum zufrieden damit. Werde das auch weitere 20 Jahre sein und was dann ist, weiß ich noch nicht. Vererben werde ich sie nicht. Aber vergessen Sie bitte nicht: in unseren Kreisen hat man nichts zu vererben.
    Hier mal ein Billy-Bild: (Ich bitte die schlechte Qualität zu entschuldigen, ist nur vom Handy.)
    http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=im9V69ALDTYocU0.jpg
    Bei allem Respekt, Don Alphonso, so ist es mir lieber.

  123. Linka, Sie haben das...
    Linka, Sie haben das Klassenziel leider nicht erreicht bzw. den Inhalt nicht verstanden. Daher ging das Resultat leider an der Aufgabenstellung vorbei. Schade. Vielleicht das nächste Mal.

  124. ich muss seit Tagen nur noch...
    ich muss seit Tagen nur noch ununterbrochen arbeiten…die menschen scheinen ihr wertloses geld noch schnell in waren tauschen zu wollen ;-)…Don, sie haben mich mit Ihrer artikelinflation abgehängt. ich komm nicht mehr hinterher.
    .
    ich hoffe, dass ich mich heute nacht mal in ruhe Ihren artikeln zuwenden kann.

  125. poisson, trotzdem hatte ich...
    poisson, trotzdem hatte ich selten mit 12 Euro so viel Spass wie heute.
    .
    Moritz, das mit den Kindern steht ausser Frage, allein, was ich nicht nachvollziehen kann, ist der Kauf sonstiger Dinge bei diesem Laden – wenn es andernorts bessere Alternativen, wie beschrieben, gibt. Dänische Klassiker, das kann man nicht oft genug sagen, sind wirklich fein.

  126. Peter P., mit der Freiheit von...
    Peter P., mit der Freiheit von Bindung wird natürlich gerne argumentiert, und das kann auch stimmen. Nur ist das eben sehr unstützendergesellschaft, bei denen Bindungen sehr wichtig, ja sogar definierend sind, wohingegen Abhängigkeiten und Verpflichtungen stören – und genau das wiederum hat man, wenn man mietet und häufig den Besitz wechselt. Ich sage nicht, dass mein Ansatz besser ist, es ist in diesem Fall wirklich nur ein Hinweis für die anderen darauf, dass es eben billiger geht. Und keine Sorge: selbst wenn hier alle Ikeakäufer nun auf die Flohmärkte gingen – die grosse Mehrheit liest SPON und Bild und kauft dort auch weiterhin. Die Welt hat gar Jungautoren bezahlt, etwas für Ikea zu schreiben – aber das ist dann eben auch der springersche Rinnstein.
    .
    Vogt Nuernberg, ablagern ist das eine – aber die Möglichkeit, beim Baumaterial und den Kosten hinlangen zu können wie der Weltdiktator, ist das andere. Die Jungs wussten einfach, was gut ist; sie kannten den Wert, und der Preis war ihnen egal.

  127. azuriana, ich bin sicher nicht...
    azuriana, ich bin sicher nicht sehr intellektuell, ich hatte nur eine Vertiefung in der Wand, und den Traum, sie mit Büchern zu füllen. Da muss man eben selbst Hand anlegen, oder den Schreiner kommen lassen. Nachdem ich aber gerne mit der Hand arbeite, habe ich es selbst gemacht. Individualistisch? Ich weiss nicht. Aber jedenfalls: Vololholz. Und das ist mir wichtig.
    .
    Don Realisto, ich habe keinen Zweifel daran, dass es eine Nische bleiben wird, aber es kann nicht schaden, ab und zu zu erwähnen, dass es neben dem breiten, glatten Strom des Konsums auch noch Alternativen gibt. Angesichts dessen, was einerseits an Schrott gekauft oder an Qualität leider immer noch weggeworfen wird, ist das keine dumme Sache. Ich wollte ja schon lang mal darauf hinweisen, dass die Küchenschränke dessen, was wie als Gelsenkirchner Barock bezeichnen und wegwerfen, in Frankreich wieder extrem beliebt und schick sind. Franzosen haben das oft schneller verstanden als die Deutschen.

  128. Hmm. Diverses fällt mir auf,...
    Hmm. Diverses fällt mir auf, zusammenfassend:
    Gute Möbel – neuwertig, für die, die es brauchen – gibt es beim Tischler. Vor Ort. Gegen Nachweis von gutem Geschmack, und allemal günstiger als alle paar Wochen zum Elch.
    Man geht nicht zu Ikea. Schon gar nicht an Wochenenden.
    Das Thema Essen scheint hier gelegentlich durch, allein, es fehlt die Erwähnung der elchmässigen do-it-yourself-hotdogs. Ähnlich verachtenswert wie McD und B.King zusammen, und der einzige Grund, warum ca. 2 mal im Jahr, meist an einem frühen Mittwoch Nachmittag, ein 1991er Volvo 940 mit meinem vollständigen Namen am Heck direkt vor dem Ausgang(!) eines zufällig gerade anwesenden norddeutschen Ikeas parkt und der Fahrer die 10 Minuten in der Schlange der Essensausgabe in Kauf nimmt. Danach weiss man gutes Essen erst richtig zu schätzen.
    Im übrigen ist mir auch ein Rätsel, wie man Harz IV als Begründung für Käufe bei Ikea, Kik, etc. missbrauchen kann. Als ob Armut zwingend mit Verblödung einhergehen müsste. Aber es scheint wohl so zu sein. Die Mutter der Idioten ist halt immer…
    Achja, und Dogmatismus ist angewandte Spiessigkeit.
    @Usedomer – kann es sein, dass Sie da die Grundlage für einen florierenden Dienstleistungsbetrieb gelegt haben?

  129. "Doctor Snuggles

    Linka, Sie...
    „Doctor Snuggles
    Linka, Sie haben das Klassenziel leider nicht erreicht bzw. den Inhalt nicht verstanden. Daher ging das Resultat leider an der Aufgabenstellung vorbei. Schade. Vielleicht das nächste Mal.“
    Das nennen wir jungen Menschen „Generationenkonflikt“. Klassenziele kenne ich aus der unrühmlichen Vergangeheit dieses Landes. Schön, dass die Alten immer wieder daran nazuknüpfen wissen;)
    Das nächste Mal unterhalten wir uns vielleicht über mehrlagiges Toilletenpapier – ich bin mir sicher, 4 Lagen sind für Alte sicherer und vielleicht nicht so vergänglich.
    Grüß Gott ;))

  130. Achja,
    .
    und die Punkte sind...

    Achja,
    .
    und die Punkte sind hier leider immer noch notwendig zwischen den Absätzen.
    .
    Tut mir Leid.

  131. Lieber Don,
    .
    nein, das meinen...

    Lieber Don,
    .
    nein, das meinen Sie alles nicht im Ernst!
    .
    Schon in der guten alten Zeit, als Geiz noch nicht „geil“ war, kotzte mich die sprichwörtliche Armut des tweedberockten Engländers, der sich angeblich keine „Billigware“ leisten konnte, gehörig an.
    In Wirklichkeit hatte der verklemmte Viktorianer einfach nur Angst davor, zur Abwechslung mal gut auszusehen.
    Und jetzt die gleiche Leier auch noch von Ihnen, einem bekennenden Sportwagenfahrerversteher? Würden Sie dann bitte auch so freudlich sein und konsequenterweise jetzt diese bösartige, hämische, Bemerkung von neulich über das 4jährigen D&G-Kleid auf der Berliner Friedrichstrasse (ja, ja, ich erinnere micht genau) zurücknehmen? Zumal bei den Ossis das Billiggeschirr lange nicht so schlecht war wie die Möbel?
    .
    „88 Euro sind viel Geld“ – so viel Unverschämtheit nötigt mir Respekt ab, aber haben wir das wirklich verdient? Ihre treuen Leser?
    .
    Einwegkultur ist das Gegenteil von Billigkultur. Damit haben Sie recht, aber nicht so wie es hier rüberkommt.
    Es ist genau andersrum: Nachhaltigkeit ist freudlos, während Verschwendung und Wertschöpfung in Wirklichkeit ein und dasselbe sind.
    .
    Denn nur was wir zerstören, besitzen wir wirklich. (Alles andere „haben wir nur von unseren Kindern geerbt“).
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    Die Völker der Vorzeit haben ihren Verstorbenen die teuersten Schätze ungeizig ins Grab gelegt, im Wissen um die Unmöglichkeit, materielle Werte zu vererben.
    .
    Und Sie, lieber Don, wissen es ja auch: Zeitloses Familiengeschirr und halbstündige Flächenbombardements, das sind zwei Bilder aus dem gleichen Heimatfilm.
    .
    Und Ikea… ist sozusagen die unblutige Synthese aus beidem. Ja, teuer, ja, häßlich, aber wir sind es uns wert, das können wir uns schon leisten….

  132. 88 Euro sind ein Drittel des...
    88 Euro sind ein Drittel des monatlichen Hartz IV Regelsatzes eines Alleinstehenden. Sprich, davon muss man 10 Tage leben können. Ich fände es offen gesagt sehr arm, würde man bei 88 Euro höhnisch lächeln.
    .
    Ich leiste mir auch reichlich teure Dinge. Aber ich denke, es ist sinnvoll, anderen zu raten, sich lieber gute Sachen günstig, als schlechte Dinge teuer alle paar Jahre wieder zu kaufen. Ist das nicht klar geworden? Schade.
    .
    FinMike, ich muss gestehen, dass ich das Essen in diesem Laden nur aus dem Katalog kenne, und das ist einfach nicht meines, da muss ich erst gar nicht probieren.

  133. maternus, die Suche nach...
    maternus, die Suche nach „Weidling“ bringt es an den Tag, bitteschön: http://rebellmarkt.blogger.de/stories/723580/
    Petra Scholl-Latourenne, nun, wer hierher kommt, muss nehmen was da ist. Ich kann aber behaupten, dass man sich von Ikea und Laminat aus leichter an Kronleuchter, Biedermeier und Parkett gewöhnt, als andersrum. Wenn man es erst mal erlebt hat und sieht, dass es keine Nachteile hat, ansonsten aber durchaus gefallen kann, ist man sehr zufrieden.

  134. Du liebe Güte, was ist denn...
    Du liebe Güte, was ist denn hier los? So viele freigeschaltete Kommentare, in denen nicht die übliche Jubilatio angestimmt wird. Ist das der Beginn einer gewissen Altersmilde, Don Alphonso? Viel bleibt da nicht mehr beizutragen. Eines nur: Ihr Vergleich von IKEA-Klientel und dem hungrigen SA-Mann vor seiner Linsensuppe mag Ihnen herrlich scharfzüngig vorkommen – meines Erachtens sind solche erzwungenen Parallelen schlicht degoutant. Umso mehr, als ihnen diese Sottise letztlich nur dazu dient, einmal mehr die Beständigkeit des „Alten“ zu preisen. Sie mögen mich engstirnig nennen, aber das scheußliche Stahlhelm-Service vom völkischen Oberentwerfer käme mir nicht einmal geschenkt ins Haus. Indessen scheint Ihre zweifelhafte Maxime „Hauptsache alt“ Fragen des Geschmacks ja durchaus großzügig auszulegen. (Wie wär’s mit einem guten alten Breker fürs Entrée?)

  135. FS, ein weiterer sinnloser...
    FS, ein weiterer sinnloser Plauderbeitrag im langweiligsten Blog der FAZ, ich weiss. Die entsprechenden Freimaurergerätschaften sind Funde aus dem Dachstuhl und gehörten wohl eher den Handwerkern früherer Epochen, so um 1850 vermutlich, als einiges im haus gemacht wurde.
    .
    Swina, oh ja, ich finde es auch nicht wirklich schön, aber ich denke auch, es könnte Leuten, die bei Ikea einkaufen. Tatsächlich habe ich als Beispiel für diesen Heitrag ein Hutschenreuther Blaue Zwiebel nicht genommen.

  136. Giacinto, dass Ikea bei...
    Giacinto, dass Ikea bei manchen auf dem Hausalter steht, ist doch nichts Neues. Und wenn ich die letzten zehn Beiträge 4 Kommentare nicht freigeschaltet habe, dann ist das sicher schon viel – und die waren dann einfach nur jenseits des Diskurses, Spam oder „Du bist doof“.
    .
    Ansonsten ist es mir egal, was Lesern gefällt, und was nicht. Man wird sich aber daran gewöhnen müssen, dass die aktuelle Abrichtung des Volks zu Massenartikeln oft einen zumindest leicht totalitären und verdummenden Anspruch hat, und bei Ikea ist das sicher intelligenter gemacht, als bei den Nazis oder den Gamern, denen man auf die Füsste tritt. Sagen wir mal so: ich habe eine gesunde Abneigung gegen das, was den meisten ohne Hinterfragung als richtig erscheint, und gerade anhand von Form 1840 sieht man ja die Doppeldeutigkeit des Gestaltungsanspruchs, der alle – sei es nun Volk oder Kundschaft – maximal bevorzugen will, auf Kosten derer, die dafür ausgebeutet werden. Man muss meine Meinung nicht mögen. Ich pfeife auf Konsens.
    .
    ivar, ich würde den Teufel tun und meinen Lebensstil anderen aufdrängen – dafür gibt es einfach zu wenig historische bausubstanz in Deutschland. Aber es kann nicht schaden, ab und zu mal darauf hinzuweisen, dass man Alternativen finden kann. Ich will keine grosse Umwälzung, aber wenn man etwas nachdenkt über das, was man kauft und damit fördert, ist schon mal ein kleiner Schritt getan. Und dass Sofas für 149 Euro einen ganze Serie dicker Haken an allen Ecken und Enden haben müssen, die sich nicht mehr durch value chains und Rohstoffpreise erklären lassen, ist hoffentlich allen klar. (Nur mal zum Vergleich: Meine Sofas kosteten diejenige, die sie gekauft und dann verschenkt hat, die Kleinigkeit von 4500 Euro pro Stück. Und das ist ein normaler, guter deutscher Hersteller)

  137. Ja, so ist das nun mit den...
    Ja, so ist das nun mit den Stützen der Gesellschaft: Man gibt ihnen das Stichwort „Werte“ – und sie antworten: meine Kronleuchter! meine Silbersammlung! meine Bibliothek.
    Die Stützen der Stützen der Gesellschaft sind die Sachwerte.

  138. "… aber wer Schöne Bücher...
    „… aber wer Schöne Bücher schätzt, wirkte seltsam, wenn er daneben die fettige Wurst vom Papier in sich hinein stopfte.“
    Ich weiß nicht – Arno Schmidt hat daneben ja meist Makkaroni mit Käse verzehrt.

  139. Ikea hat in Deutschland...
    Ikea hat in Deutschland solchen Erfolg, weil wir mit einer Ikea-Einrichtung weniger Angst vor dem Bombenkrieg haben.
    Weil die Ikea-Einrichtung die Zerstörung aller materiellen Werte bereits antizipiert.
    .
    Lieber Don, bitte, bitte, erklären Sie uns nicht als nächstes, daß wir auf das Sylvesterfeierwerk verzichten und das Geld lieber für „Brot für die Welt“ spenden sollen.
    Genausogut könnten wir doch unsere Ikea-Möbel alljährlich auf dem Parkplatz vor den Billig-Discountern verbrennen. Geht aber nur, wenn wir immer wieder genug davon nachkaufen.

  140. Ja, echtes Handwerkergerät,...
    Ja, echtes Handwerkergerät, das erklärt die Größe. Habe ich auch noch was gelernt.

  141. Völlig außer Acht gelassen...
    Völlig außer Acht gelassen bislang (ok, habe nicht alle Kommentare gelesen, gehe trotzdem davon aus):
    KPM …. Berlin! Endlich muss Don Alphonso mal zugeben, dass in der Hauptstadt auch nicht alles schlecht ist. Wie ich mich freue.

  142. ...........da ich auch in...
    ………..da ich auch in Tegernsee wohne, stelle ich mir gerade Don Alphonso’s Wohnlage vor, so viele Barockhäuser gibt’s hier ja nicht!
    Ich freue mich über diese Individualität, finde seine Lust an der Selbstdarstellung legitim – kurz:alles hier ist spannender als das Fernsehprogramm oder eine langweilige Tageszeitung.
    De gustibus non est disputandum, in der Sprache m e i n e r Großmutter hieß das „Geschmäcker und Ohrfeigen sind verschieden!“. Varietas delectat.
    Den Namen „Don Alphonso“ wird man sich merken müssen. Er hat Zeit, Humor und Geduld. Das hat nicht jeder.´Nicht an so einem herrlichen Sommertag. Chapeau, Don Alphonso, eine wahrhaft große ‚anima naturaliter Christiana‘

  143. woody-alle(i)n, leider steht...
    woody-alle(i)n, leider steht der Spätreinaissancebau nicht am Tegernsee, sondern in meiner mittelbayerischen Heimatstadt. Am Tegernsee ist nur eine Wohnung, über die der durchschnittliche Altmillionär nur lächeln kann. Aber dennoch: Danke für das Lob.
    .
    sliqq, ja, ich gebe es offen zu: Zum Ausschlachten, Plündern und Berauben sind Berlin und die ahnungslosen Berliner immer noch gut. Das Service stammt denn auch aus Kreuzberg, vin einem Händler als Dreingabe. Gott schütze diese Bewohner so, wie sie sind!

  144. @Lenka: Du wirst da schon noch...
    @Lenka: Du wirst da schon noch hinter kommen; was Du da großmütig verbreitest ist die Armut an kulturellem Erbe. Du bist Gesellschaft 2.0 – dynamisch, schnell und attraktiv, das redet man Euch ein. Praktischerweise seid Ihr schnelllebig, stillos und austauschbar. Du begreifst nicht mal Emanzipation als Wert, weil Du glaubst, sie wäre einfach so da, während man schon vor Deiner Zeit im Begriff war, sie Dir wieder wegzunehmen. Daher ist Dir Überlieferung, Reflektion und Erhalt fremd.
    Nicht wir/die/sie sind überholt; wir/die/sie haben Deine Überholung schon festgelegt als Du geboren wurdest. Du glaubst nur an die Freiheit etwas überholen zu können. Tatsächlich steckst Du nur in einem Hamsterrad, in dem jedem 100. eine kleine Chance geschenkt wird, damit der Rest und Du fleissig strampeln und träumen.

  145. im vergleich zu anderen...
    im vergleich zu anderen billigmöbeln (und wir wollen hier doch nicht äpfel mit birnen vergleichen, nicht wahr?) sind die sachen von IKEA diejenigen, bei deren anblick man zumindest den eindruck haben kann, ausgebildete formgestalter wären am entstehungsprozess beteiligt gewesen. manches ist richtig witzig. das mit dem regale selber bauen würde ich an ihrer stelle übrigens nicht zu laut rumerzählen; die billigen blechwinkel aus dem baumarkt sind jedenfalls nichts, worüber sich eventuelle erben so richtig freuen werden (pardon für die teilanalyse ihres bücherfriedhofs; die besseren sachen verkneife ich mir. aber, sie haben das foto reingestellt, nicht ich).

  146. Hi Linka, meine 27 Kinder...
    Hi Linka, meine 27 Kinder sehen das auch so – ich fürchte, du hast nur zu Recht, hier schreiben die, die genau genommen nichts mehr zu sagen haben, was Belang hat für den Rest der Welt, und wenn sie noch so Recht haben – laßt uns babbeln …

  147. Bei uns bleibt das ererbte...
    Bei uns bleibt das ererbte Rosenthaler und Meissner auch meistens im Schrank als Zugeständnis an den noch nicht deliktfähigen Nachwuchs und wegen der Sache mit der Spülmaschine.
    Neulich meinte die Frau Gemahlin, wir bräuchten noch ein billiges Service für den Alltag und studierte bereits fleißig die Werbung des Möbelhauses. Ich war von dem Vorschlag nicht gerade angetan und entschied mich für partielle Schwerhörigkeit. Ihr Beitrag, lieber Don, kam insofern gerade zur rechten Zeit. Sollte der Wunsch erneut vorgetragen werden, werde ich auch einen Besuch auf dem Flohmarkt vorschlagen in der Hoffnung, etwas ähnlich Nettes zu finden.
    Zu Ihrem ersten Absatz fallen mir noch zwei Lebensweisheiten meiner Urgroßmutter ein:
    1. Wer billig kauft, kauft teuer.
    2. Kaufe nur das, was du wirklich brauchst, dann aber das Beste!
    Ich glaube, meine Urgroßmutter war eine kluge Frau.

  148. Linka, Sie haben es einfach...
    Linka, Sie haben es einfach nicht verstanden und durch Ihre Wiederholungen machen Sie es auch nicht besser. Im übrigen: ich habe die Altertumsgrenze von 40 Jahren noch vor mir (und sogar noch ein wenig Zeit), arbeite in der IT und bin bestimmt nicht das alte Männchen, das Sie sich wahrscheinlich vorstellen. Nur begreifen Sie in Ihrer Dynamik nicht, um was es hier wirklich geht. Herr Liebreiz war so reizend und hat schon mal ein paar Denkanstöße gegeben. Nun ist es an Ihnen, daraus etwas zu machen.

  149. Liebe Diskutanten,
    die ganze...

    Liebe Diskutanten,
    die ganze Diskussion hier zeigt m.E. nur, wie grotesk man in Deutschland die materiellen Aspekte des Lebens immer noch überbewertet.
    .
    Möbel und Geschirr mögen für stilbewußte Menschen (zu denen ich mich diesmal nicht rechne) ja ein relevantes Thema sein.
    Daß man das Ganze aber im vollen Ernst unter dem Gesichtspunkt des besten „Preis-Leistungs-Verhältnisses im hundertjährigen Mittel“ diskutiert, befremdet mich wirklich.
    Kann es sein, daß der Hamstertrieb bei manchen Amok läuft?
    In einem kommunistischen Land wie dem unseren, wo man Geschirr und Möbel jederzeit und überall in beliebiger Menge und Qualität auf dem Schrott (bzw. auf Flohmärkten, Internet, Haushaltsauflösungen, Gratis-Anzeigenzeitungen) besorgen kann, scheint mir das Pathos des „Werterhalts“ unangemessen. Suppenteller und Bücherregale sind definitiv keine knappen Güter. (Genausowenig wie antiquarische Bücher, seufz).
    .
    Ikea-Produkte sind nur dann ein Armutsrisiko, wenn man plötzlich irgendwo ausziehen muß und niemanden hat, der sie (kostenlos) mitnimmt. So ein Haushaltsauflöser verlangt heutzutage Geld fürs Abholen .
    .
    Lieber Don, ich kenn mich nicht aus mit Geschirr, halte es aber für möglich, daß man sich Ihre 1840er-Teller (oder eine vergleichbare Kostbarkeit) auf Wunsch auch noch in 30 Jahren im Internet billig ersteigern kann.
    Insofern sind sie nicht podlatsch-tauglich, aber falls Sie doch noch heiraten und einen Polterabend veranstalten wollen…

  150. Da bin ich nun gerade von IKEA...
    Da bin ich nun gerade von IKEA zurück. Liegt nur 2 Minuten von mir weg.
    Wenn ich aus dem Fenster schaue kann ich es sehen.
    War heute mal wieder dort
    .
    Wollte mal schauen was es Neues gibt.
    Nach zwanzig Uhr ist dort himmlische Ruhe – die Mütter mit den Kindern sind schon weg. Ich schaue mir die Sachen an – prüfe die Qualität – schaue auf den Preis
    .
    Billigmöbel zu überhöhten Preisen
    .
    Am Ausgang hole ich mir eine Packung Haferkekse – Mein Einkauf bei IKEA
    .
    Meine Zweit-Mietwohnung, die ich aus beruflichen Gründen habe und alle 3-4 Jahre wechseln muß habe ich aber doch mit deren Möbeln vollgestellt. Aber nur welche aus deren Flohmarkt-(nennt sich Fundgrube)-schon aufgebaut und zum halben Preis. Dann stimmt das Preis-Leistungsverhältnis für solche temporären Wohnverhältnisse wieder.

  151. polterabende! was da schon...
    polterabende! was da schon alles… *shudder*. ich will gar nicht dran denken.
    .
    ich finde ja, man kann altes und neues durchaus stilvoll mischen. ausnahmslos nur alten kram in der wohnung zu haben, ist stilistisch ziemlich schwierig. ich habe einmal einen artikel gelesen, mit fotos, über ein englisches künstler-ehepaar in london, das seine wohnung ausschließlich mit antiquitäten eingerichtet hatte, dabei aber ganz und gar nicht wahllos vorgegangen war, obwohl sie epochen vermischt hatten. kriterium war dabei nicht bloß „alt“. es war sehr gelungen, nicht nur die auswahl der einrichtungsgegenstände, sondern auch staub spielte eine rolle dabei, das resultat ging also nicht schnell, sondern erforderte selbst auch wieder – eigene – zeit. ich finde nichts mehr darüber, auch nicht im internet, ich las es in den späten 80ern, es ist somit für die referenz verloren, leider, und nur ich selbst habe es noch im kopf.
    .
    ich habe einen klitzkleinen einwand gegen das einrichten mit antiquitäten, und das ist: es macht einen selbst um so vieles älter. die eigene wohnung spiegelt für besucher ja das selbst wider. altes ist sexy, wenn jemand junges darin wohnt, aber wenn man selbst schon etwas älter ist… mmh. also bei mir wirkt das inzwischen omahaft. ich brauche also auch die ikea-regale. (vielleicht ist diese attitüde – die „reise- und umzugsbereitschaft“ oder aber, anders formuliert, die weigerung, sich once-and-for-all irgendwo EIN-zu-RICHTEN, aber gerade auch wieder eine art sozialdemokratisch-jüdisches familienerbe.)

  152. Wie sagte doch mein altes...
    Wie sagte doch mein altes Mütterchen (Jahrgang 1908 !) immer: Aus ’ner schönen Schüssel isst man nicht, es muss was drin sein!

  153. Jetzt habe ich ihn gelesen....
    Jetzt habe ich ihn gelesen. Ein schöner Artikel. Wann kommt denn endlich wieder mal ein Langweiliger, so über Steuselkuchen oder die Beinhaltung der besseren Gesellschaft beim abendlichen Rommé….?
    Ach, es scheint Alles gesagt zu sein…aber ist eigentlich bekannt, dass I*** in östlichen Ländern als Schlächter von mittelständigen Betrieben bekannt ist ?
    Nein ? Leider doch. Menschlich & Freundlich geht´s da nur in den Sprüchen/Movies der betriebseigenen Marketingabteilung zu.
    .
    Ok. I*** macht kleinen & mittleren Betrieben Angebote, dass den armen Kerlen die Augen glänzen. Faire Preise zu Anfang der Verhandlung & bei den ersten Bestellungen.
    Dies führt in vielen Fällen dazu, dass sich die Betriebe, aufgrund der hohen geforderten Stückzahlen, Produktionsmaschinen leasen/mieten/kaufen & sich somit an I*** binden.
    Bei den nun folgenden, weiteren Grossbestellungen wird die Qualität der Ware routinemässig reklamiert und hiermit der Preis gedrückt. Soweit gedrückt, dass viele Betriebe für eine gewisse Zeit ihren VK unter die Produktionskosten drücken lassen…aus Angst, das grosse, nette Möbelhaus als Kunden zu verlieren.
    Das geht dann leider nicht lange gut und führt des Öfteren zum bitteren Ende der Betriebe.
    .
    Viele Industrieruinen säumen den Weg des freundlichen Möbelhauses.
    .
    Sollte hier jetzt die logische Frage eines „von-natur-aus-kritischen“-Bildungsbürgers kommen, werde ich sie selbstverständlich nicht beantworten. :-) Wem immer diese Frage auf den Nägeln brennt, dem empfehle ich regelmässige Industriebesuche in UA, CZ, RO, PL, etc. um sie sich einfach selbst zu beantworten.

  154. John Ruskin (1819-1900) zum...
    John Ruskin (1819-1900) zum Gedenken:
    ·
    „Es gibt kaum etwas auf der Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter
    machen kann und ein wenig billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die
    sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.“
    ·
    Wünsche allen bei allen Einkäufen (egal ob günstigst oder teuerst) das rechte
    Augenmaß und freue mich auf die nächste schöne Kontroverse in diesem Blog.
    ·
    Ist ja letztlich gleich, wer „recht“ hat oder zumindest meint es zu haben, in
    jedem Fall wird immer wieder etwas angestoßen und selbst der kleinste
    Impuls hat eine Wirkung. Wenn nicht heute, so doch irgendwann.
    Und das ist auch etwas wert.
    ·
    Stellen wir uns nur vor, alle hätten die selben Werte und keiner würde es merken….. ;-)
    Wie sang schon Rainald Grebe: „Hurra, es gibt noch Unterschiede..!“

  155. Das Haus in der Eifel steht...
    Das Haus in der Eifel steht für die Werte, die Don Alphonso hier konsequent bespricht. Generationendenken, Werterhaltung, Wertschätzung, Immobilität im besten Sinne und in solchen Häusern stehen Möbel, die vererbt wurden und wenn nicht, dann stehen dort Möbel, die geschreinert wurden. Dort passt der Goldrand hin, und nicht ins küchenlose Penthouse von Minga. Mein lieber Scholli. Hier sollte weniger an Bone China gedacht werden, als vielmehr an robuste Bembel für den Stammtisch.
    Jeder, der hier über „White Trash“ weggelesen hat, ohne sich gewaltig fremdzuschämen für die peinlichen und menschenverachtenden Ergüsse einiger Kommentatoren, sollte dringend noch mal das Gratis-Grundgesetz bestellen (kann man ja dann in Leder binden lassen) und darüber nachdenken, dass die Gleichwertigkeit aller Menschen (und ich weiß, dass der Hausherr hinter all dem Gepolter diese Gleichwertigkeit hochhält) nicht dadurch in Gefahr ist, dass sich jemand in ein Plüschsofa von Ikea verliebt, sondern dadurch, dass Menschen anhand einiger demographischer Merkmale abgewertet werden, als wären sie tatsächlich Abfall. Den man zur besseren Anschaulichkeit auch noch nach Hautfarbe sortieren muss.
    So kann’s doch nicht gemeint gewesen sein.
    Und ich muss sagen: Die Kommentarantwort des Hausherren auf die Feststellung hin, in dem gezeigten Regal herrsche ein mittleres Chaos, versteigt sich. Godwins Law zu bemühen, ist mir schon ziemlich peinlich, aber Ikeakunden in eine schlimme Reihe mit rotrandkaufenden SA-Leuten zu stellen, ist… ach, komm! Das war nix!
    Und als Büchermessie stimme ich dem Ordnungskritiker zu: So wie ein anderes Mal auf dem Kuchen zuviel Teig zu sehen war, sind auf diesem Wimmelbild zuviele Lücken zwischen den einzelnen Bänden. Ein Bibliophiler hat nie genug Platz, schon gar nicht für sichtbare Zwischenräume im Regal. Auffüllen bitte! Die nächsten Beutezüge sollen wieder Bücher sein, das ist in der kommenden Saison auch bequemer als Möbel durch den Schneeregen zu schleppen. ;-)

  156. Nun ja, wenigstenns konnte man...
    Nun ja, wenigstenns konnte man schon mal über 150 Kommentare lang reden, bevor der erste Kommentar reinkam, der nun wirklich verzichtbar ist. Ich darf also um etwas Haltung bitten.

  157. Was miner hier beschreibt -...
    Was miner hier beschreibt – I+++ und das an der ausgestreckten Hand Verhungernlassen der kleinen und mttleren Betriebe – ist keine neue Praxis. Mehr als 20 Jahre ist#s her als einer unserer Profs diese Praxis in seinem Buechlein betitelte ‚ Der Kuckucksuhrenhersteller und das Versandhandelsunternehmen‘. Parallelen zu (deutschen) Discountern und ihren Zulieferern im hier und jetzt waeren rein zufaellig.

  158. Werter Autsch. Der Ausdruck "...
    Werter Autsch. Der Ausdruck “ White Trash“ kommt aus den USA und ist dort auch unter „Trailor Trash“ in Gebrauch! Das „white“ deshalb um zu zeigen, dass nicht nur Afroamerikaner die Armen stellen, sondern diese in allen ethnischen Gruppen der USA zu finden sind.
    ich gebe Ihnen völlig recht, daß der Ausdruck in Deutschland weniger passend ist.
    Aber „Proleten“, „Asoziale“ klingt auch nicht netter. Prekariat ist politisch korrekt aber doch beschönigend!!
    Daß es solche Menschen gibt, ist zwar nicht schön, aber eine Tatsache.
    Verschweigen hilft weniger, als die Tatsache ansprechen und nach Abhilfe zu suchen !!

  159. na, das ist ja unbestritten....
    na, das ist ja unbestritten.
    Es ist nur so, dass Sie hier – berechtigt und dankenswerterweise – im Grunde die Frage stellen, wie man leben soll, angesichts der allgemeinen Konsum-Verdummung, die zweifellos stattfindet. Und m.E. suggerieren Sie eine Antwort, die (leider) einfach nicht funktioniert. Ich kenne viele Leute (Akademiker, mittlere bis obere Mittelschicht), die liebend gerne nur nachhaltig und bio und handgemacht kaufen würden, aber auch in den Nischen jenseits von Manufactum ist das leider einfach nicht erschwinglich, wenn man es konsequent machen will. Ich kann die Andechser Milch in der Flasche für 1,20 kaufen statt die Großmolkerei-Plörre im Tetrapack für 25 cent bei Pennymarkt. Das mache ich auch, wegen der Umwelt und wegen des ästhetischen Mehrwerts auf dem Frühstückstisch. Rechne ich das aber hoch auf alle Einkäufe, die man potenziell hochwertiger und nachhaltiger machen könnte, dann ist relativ bald Ende der Fahnenstange. Sorry, falls das verbissen herüber kommt, aber ich mag (meistens) Ihre Denke und reibe mich trotzdem dran, denn es kommt mir oft vor wie eine Kippfigur zwischen Gesellschaftsutopie und dann doch nur einfach Verachtung für die große Masse, die es nicht so günstig getroffen hat.

  160. Linka

    Falsch geraten, bin...
    Linka
    Falsch geraten, bin 35…
    Aber ist halt interessant zu sehen, wie immer mehr junge Menschen sich dem Konsumterror dieser Gesellschaft bewußt entziehen. Man riecht förmlich den „Change“, der sich in Bälde in dieser Alt-68er Gesellschaft vollziehen wird.

  161. www.roxyklassik.dk
    Hat eine...

    http://www.roxyklassik.dk
    Hat eine schöne Auswahl an dänischen Designklassikern zu reellen Preisen und liefert auch nach Deutschland (sicher auch in die kleine dumme Stadt mit dem Weltmarktführer). „The Egg! von Arne Jacobsen ist ein Highlight in jedem Wohnzimmer – und auch eine schöne Geldanlage mit großem Nutzwert. Zu empfehlen unter diesem Gesichtspunkt die aktuelle Jubiläumskollektion.
    Gruss

  162. Peter Smith, könnten wir...
    Peter Smith, könnten wir diese Anbiederung, diese linguistische *****kriecherei lassen?
    Durchaus kann ein Stück aus diesem Haus das ästhetische Befinden des einen oder anderen Londoner befriedigen. Im Kern diskutieren wir doch über die Frage der Wertschätzung der Arbeit anderer Leute. Ich kann es ehrlich gesagt überhaupt nicht ab, wenn man für sich selbst ein sehr hohes Einkommen reklamiert – das vernünftige Einkommen des anderen (was sich im Preis ausdrückt) aber für zu hoch hält (und dann dafür das „tolle“ und „schlichte“ Design des Hauses Ikea vorschiebt). Überhaupt gar keine Frage, wie lange das Geld schon in der Familie ist, schlicht eine Frage der Wertschätzung und Bürgerlichkeit. Und, es geht auch um Individualität – die meisten Seelen dieser tollen Londoner Haushalte dürften aber auswechselbar, das Interieur ist es dann auch. Es soll auch Leute geben, die kaufen Champagnerflaschen mit Aligatorenlederbesatz. Die Flasche sieht, je nach Empfinden, schön aus. Der Inhalt dieses Hauses ist aber immer scheusslich.
    Und, an der Qualität von IKEA kann es nicht liegen. Ich zumindest hätte grosse Mühe damit, mit klapprigen Giftmüllmöbeln aus Asien und Osteuropa zu leben. Ich kann mir aber den Schlag Menschen durchaus vorstellen der so lebt. Nach aussen für eine bessere Welt demonstrieren, auf die bösen bösen Konzerne mit den ausbeuterischen Arbeitsbedingungen schimpfen und selbst eben jenes Zeugs kaufen. So was findet tatsächlich sehr oft unter den sog. Jungakademikern der Universitätsstädte.
    Wer Qualität haben will der kann sich sein Bücherregal auch vom Schreinermeister bauen lassen. Nicht aus billiger osteuropäischer Fichte, vielleicht aus hochalpiner Arve. Das Ding klappert nicht, ist nicht behandelt und die Leute bekommen einen fairen Preis dafür.
    Und, bei KPM geht es mir nicht um das Herstellungsverfahren. Es geht schlicht um den Sitz dieses Unternehmens. Ich halte Berlin und Preussen (nicht das alte Preussen bis ca. 1830) nicht für erstrebenswert und verzichte wo und wann immer es geht auf Produkte/Besuche in bzw. aus dieser Stadt.

  163. Linka

    Nimms mir nicht bös,...
    Linka
    Nimms mir nicht bös, aber das letzte mal, als auf eine junge, dynamische, das Alte nicht achtende Gesellschaft in Deutschland existierte, endete das in der Katastrophe, die Relikte dieser Zeit wurden hier ja schon angesprochen.
    Eine Gesellschaft, die ihre eigene Vergangenheit nicht achtet, hat auch keine Zukunft ,weil sie beliebig ist, austauschbar.
    Du fühlst Dich als Nonkonformist und bist genau das, was ich in meinem Beitrag zu den konformistischen Pseudo-Non-Konformisten schrieb: Sie reden sich ein ach so innovativ zu sein und schwimmen doch nur mit dem Mainstream.
    Unabhängiges Denken, Risiken eingehen? Fehlanzeige. Ich bin die Beliebigkeit unserer 68er Elterngeneration leid, es nervt mich nur noch an, wenn diese Kapitalistismuskritik üben uns aber die „Krise“ eingebrockt haben, es nervt, wenn diese Generation von Umweltschutz labbert, aber die „Best Agers“ um die Welt jetten, um sich in Timbuktu – nichts gegen Timbuktu – selbst zu verwirklichen, nachdem sie endlich in Frühpension oder Frührente sind, ihren Kindern aber vorschreiben will, wie sie ihr Familienleben repektive Privatleben zu gestalten hat.
    Zur Erinnerung:
    Jeder passt sich derzeit an, versucht zu „verschwinden“ und seine Eigenartigkeit nur durch Präsentation anderer konformistischer Luxusgüter darzustellen, ohne zu realisieren, dass er selber absolut konformistisch ist.
    Mein Fazit : Wenn man Nonkonformist sein will musst man
    1. Konservativ sein und auch so leben, ohne progressive Entwicklungen zu ignorieren
    2. Starke Nerven haben
    2. Bemerkungen aushalten müssen, die eher auf Neid – nicht nur pekuniären, sondern auch stilistischen und vor allem in Deutschland „politisch bekehrenden“ – abzielen als auf ehrliche Freude
    3. sich dem Mainstreammassenkonsum entziehen – eine Urlinke Einstellung übrigens.
    4. Massenmedien – oft auch die FAZ – meiden, denn die transportieren die politisch gewollte Lebenseinstellung, die einen selbst zu einem Hamster im Rad macht, ohne Chance rechtzeitig zu erkennen, was einem wirklich wichtig ist im Leben. Das kann natürlich von Mensch zu Mensch variieren, vielleicht erfüllt es ja jemanden bis 80 im Konsumhamsterrad mitzutretren.
    Ich denke aber viele werden sich mit 80 fragen, inwiefern sich ihr Leben eigentlich von dem der Anderen unterschied und werden darauf keine befriedigende Antwort geben müssen – noch ein Fall für verbitterte Alte.
    Ich warte immer noch auf den Augenblick an dem die ganzen sich selbst als Nonkonfirmisten begreifenden Massen bemerken, dass sie konformistisch der Massenmarktwerbung auf den Leim gegangen sind und in Wirklichkeit die neuen Spiesser darstellen.

  164. Linka, nachdem ich in einem...
    Linka, nachdem ich in einem alten haus geboren wurde, kulturgeschichtliche Fächer studiert habe und schon immer ein Faible für Altes hatte, ist meine Ablehnung von Ikeawirklich nicht neu; hier ein paar Dinge aus der Zeit vor meinem 40. Geburtstag:
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/341157/
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/379377/
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/318928/
    oder suchen Sie einfach nach Ikea, es gibt dort hundertevon Treffern. Mir ist durchaus klar, dass mein Lebensstil nur mir zusagt, und ich würde ihn niemand anderem ratgen, wenn er nicht passt – das Arzberg da oben passt ja auch nicht zu mir, ich würde das nicht haben wollen. Aber mitunter würde ich mir schon wünschen, dass sich Massenbewegungen auch mal selber hinterfragen. Angesichts dessen, was Ikea so tut, wäre das keine schlechte Sache. Man muss das nicht hassen, es gibt Gründe, die dafür sprechen, und Gründe, warum manche keine Lust haben, einen Tag im Jahr mit Silber- und Kronleuchterputzen zuzubringen. Schon klar.
    .
    Ich möchte nur darüber reden, dass es das andere auch noch gibt. Sie können das gerne ablehnen. Ich bin kein Messias. Ich versuche nur zu denken.

  165. Moritz, meine Lieblingsquelle...
    Moritz, meine Lieblingsquelle für dänisches design (zum Anschauen) ist das hier:
    .
    http://www.surfingcowboys.com/
    .
    Dänisches Design und alte Longboards. Mit einem wunderbaren Archiv alter Stücke.
    .
    ivar, nein, das stimmt schon in gewissen Grenzen. Man kann zwar sehr gut Bio, Kochen und Kosten in Einklang bringen, aber das kostet dann wieder Zeit, weil man mit günstigen Zutaten wie Mehl und Eiern hantieren muss. Meine Kürbistarte ist komplett bio und gibt vier, fünf Menschen ein vorzügliches Abendbrot, aber damit sie mit Pfifferlingen und Scamorza weniger als 5 Euro kostet, muss man eben Zeit investieren. Und es können. Und allein daran hapert es schon. Allerdings habe ich dann gar kein Verständnis, wenn solche Leute dann eine 800 Euro teure Espressomaschine mit Tabs füllen, bei denen das Kilo Kaffee 100 oder mehr Euro kostet.

  166. Don Ferando, ansonsten hätte...
    Don Ferando, ansonsten hätte man noch „sozial Benachteiligte“, wobei da noch zu klären wäre, wer nicht nur sozial, sondern auch durch eigenes Verhalten benachteiligt ist. Ausserdem schliesst es Leute aus, die zwar finanziell in geordneten Verhältnissen leben, von ihrem Verhalten her aber auch nicht gerade Vorbildfunktionen haben.
    .
    Autsch, auf den Regalen ist so viel, wie sie tragen können. Ein wenig Stopfen wäre noch möglich, aber ich habe noch in anderen Räumen Kapazitäten. Wie jeder Bibliomane weiss, ist der Aufbau einer Bibliothek ein Lebenswerk, das vorausschauend betrieben werden sollte. Einstürzende Regale sind kein Zeichen von Bücherliebe.
    .
    Und es macht auch keinen Sinn, die Debatte über das Design des Faschismus und seine heutigen Nachfolger nicht zu führen. Man könnte auch russisches Porzellan aus den 20er Jahren nehmen, das hochmodern ist – gefertigt de facto in Zwangsarbeit. Totalitarismus funktioniert, das wussten die Nazis, und die Werber haben es auch nicht vergessen.

  167. White trash - 'ti blanc auf...
    White trash – ‚ti blanc auf Französisch, bezeichnet die armen Weissen in ehemalig weiss dominierten Sklavenhaltergegenden : de Süden der USA, frz. Besitzungen in den Tropen, ich gehe davon aus, dass es ähnliche Begriffe im Spanischen und Portugiesichen gibt.
    Es ist sehr abfällig, denn die Betreffenden ziehen auf sich den Hass und die Verachtung nicht nur der nicht weissen sondern auch der reicheren Weissen. Und ungestraft. Natürlich sind viele davon wenig (aus)gebildet. Und Herrschaften, glauben Sie bloss nicht, dass nur caucasians (?) rassistisch seien. Haben Sie mal eine Diskussion zwischen Kreolen gehört ob Tante sowieso oder Cousin ça nun so richtig weiss oder doch nicht so ganz ist?
    Insofern ist white trash ein ebenso verachtender, rassistischer Ausdruck wie Neger. Wer ihn benutzt, sollte sich seiner Stärke bewusst sein.

  168. Hey Linka, recht so! Man merkt...
    Hey Linka, recht so! Man merkt wirklich, daß hier so manch einer nicht so richtig von seinen Kindern gezogen wurde, sei es weil ohne oder erfolgreich widerstanden. Aber das ist argumentativ doch trotz allem wirklich sehr lehrreich und unterhaltsam hier, Stendhal, über 50.

  169. Icke, umgekehrt geht es ja...
    Icke, umgekehrt geht es ja auch. Gab es in den USA vor der Präsidentenwahl in schwarzen Kreisen doch die Diskussion darum, ob Obama nun schwarz genug sei oder eventuell zu weiß. Übrigens kennt man Rassismus auch in Asien. Ob Restaurants und Bars in Japan, die mit Schildern wie „No Foreigners“ Tatsachen schaffen oder Taiwanesen, die Südostasiaten wegen der dunkleren Hautfarbe als „dreckig“ bezeichnen – alles nichts Neues. Mehr: http://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus#Altert.C3.BCmliches_Indien.2C_China_und_Japan

  170. Wehrter Don,
    welch ein...

    Wehrter Don,
    welch ein Geniestreich ist doch Euer Bücherregal.
    Nur wo steht dann der Bücherschrank?
    Herzlichst P.

  171. @ Dr Snuggles: ebent. Und der...
    @ Dr Snuggles: ebent. Und der Witz an („meinen“) Kreolen ist der, dass die nicht, nicht ganz, ganz und garnicht usw. weiss sind. Da gibt es die „Alten“ für die Monsieur Blanc das Vorbild und denen es nicht weiss genug sein kann, und die „Jungen“ die Kréolité brüllen und auf Deibel komm raus ihr afrikanisches oder was auch immer Blut beschwören. Bloss nichts europäisches. Habe da schon Abende wie im falschen Film verbracht.

  172. Nur so eine Geschichte, ohne...
    Nur so eine Geschichte, ohne Moral: Es ist wohl knapp ein Jahrzehnt her, als ich beschloß, mir einen neuen Eßzimmertisch und passende Stühle dazu zu kaufen. Und ich war der Ansicht, daß ich inzwischen genug Geld verdiene, um nicht mehr beim Schweden einkaufen zu müssen. Die Anforderungen an den Tisch waren einfach: Er sollte hell und modern sein (antike Möbel passen nicht in meine Wohnung, zudem ist das Wohnzimmer verhältnismäßig dunkel), im Normalfall sollten zwei bis vier Personen daran essen können, er sollte aber zur Not auch für bis zu acht Personen tauglich sein. Ich habe mir mehrere Wochenenden in den Möbelhäusern der Stadt um die Ohren geschlagen. Zwischendurch hatte ich, in einem Anfall von Umnachtung, sogar aus Verzweiflung einen Stahl/Glastisch in Erwägung gezogen, weil ich nichts passendes fand. Schließlich bin ich dann doch zum Schweden gegangen, habe ohne langes Suchen einen perfekt ins Zimmer passenden, runden Ausziehtisch mit zwei Einlegeböden gefunden – ein einfaches, aber effektives Design, dazu sehr ansprechende, bequeme Stühle.
    Jetzt, nach rund 10 Jahren, ist die furnierte Pressspantischplatte natürlich nicht mehr wirklich hübsch – demnächst werde ich wohl maßnehmen, zum Schreiner gehen und mir eine exakte Kopie in Massivholz fertigen lassen. Die Stühle sind noch immer tadellos – nachdem ich im Laufe der Jahre buchstäblich jede Leimung nachverleimt habe. Ich hätte gerne bessere Qualität gehabt, ich hätte dafür auch bezahlt – aber ich bin nur bei I*** fündig geworden: In schlechter Qualität, aber vernünftigem Design.

  173. @Icke: deshalb gehe ich...
    @Icke: deshalb gehe ich solchen verstrahlten Personen lieber aus dem Weg. Es scheint keinen Kontinent zu geben, der von solchen Dummheiten verschont bleibt. Selbst in den als friedlich und aufgeschlossen geltenden Länder wie Neuseeland oder Kanada findet man genügend Leute, die etwas gegen die haben, die ihrer Meinung nach nicht in das Land gehören. Also gerne Ost-Asiaten, Schwarze, Inder, etc.

  174. Dispsy - I prefer to write in...
    Dispsy – I prefer to write in English as I am British, if that is allowed here.
    I am not going to say any more than this: you have no idea about economics and international trade. In fact, many people don’t, but think they can make sweeping statements about ‚Wertschaetzung‘ etc. etc.
    Free trade is mutually beneficial and I am sure that the German economy is overall better off producing high-end Mittelstand products and top range cars than porcelain.
    I am also sure that many Asian workers prefer to work for a sub-contractor for Ikea than to be on their fields and live a life of subsistence.
    The biggest irony, however, is that Billy bookshelves from Ikea are
    MADE IN GERMANY – check it out if you don’t believe me.

  175. @ Doctr Snuggles:
    Meiner...

    @ Doctr Snuggles:
    Meiner Erfahrung nach sind Rassismus und Fremdenfeindlichkeit nicht deckungsgleich. Und während dumpfe, gerne alkoholisierte, xenophobie mir aus meiner Jugend nicht ganz unbekannt, damit meistens von weitem erkennbar und damit Vermeidbar ist, war mir der gerne auch familieninterne Rassismus, der gleichzeitig sozialer Ehrgeiz ist, zu fremd und auch zu überraschend. Und bei white trash geht es um letzteren und um eine Geflecht aus Neid, sozialen Bestrebungen und auch Abstiegsängsten, Unterscheidungen, aber nicht um Ausländerhass.
    @ Peter Smith:
    Gather you firmly hold a few very British believes. That is very well for your psychological equilibrium, I trust. (Trying to write in your language as a matter of courtesy)

  176. @ Dipsy

    Woher die...
    @ Dipsy
    Woher die Verbitterung? Für Sie sind „Preußen“ also meidenswerte Untermenschen, bei denen sogar noch deren Produkte abzulehnen sind, und zwar so gründlich – wie es Ihnen nur möglich ist. Tja und dann schreiben Sie im Ton großer Herablassung über womöglich teils progressiv gesonnene Ikea-Käufer:
    .
    „Nach aussen für eine bessere Welt demonstrieren, auf die bösen bösen Konzerne mit den ausbeuterischen Arbeitsbedingungen schimpfen und selbst eben jenes Zeugs kaufen.“
    .
    Wie wäre es, wenn Sie sich mit der Tatsache anfreunden, dass die dünkelhafte geistige Verwahrlosung, die Sie hier mit wenigen Sätzen belegen, an keiner Stelle besser ist, als zum Beispiel die Haltung einer prekären Person, die manches von Ikea kauft, ums sich dennoch für eine bessere (oder gar: liebevollere) Welt einzusetzen? Pardon, das war hart und ungerecht von mir formuliert – reicht aber damit eben an Ihre Formulierungen heran, einfach um Ihnen eine bestimmte Problematik zu verdeutlichen.
    .
    Ich selbst baue Möbel gerne selbst (aus Resten) oder bevorzuge gebrauchte Möbel (auch: bestimmte Sachen von Ikea), wobei ich ein Faible für Flohmarkt- und andere Funde habe. Ich sehe Pressspan-Möbel kritisch – aber ich mache ganz gerne etwas aus solchen Sachen, vor allem dann, wenn diese ansonsten weggeworfen werden würen. Eigentlich liebe ich helles, massives Holz. Ich kann aber nicht beurteilen, ob Ikea-Sachen wirklich ganz besonders ausbeuterisch produziert werden, im Vergleich zu den übrigen Billig- und Pressspan-Anbietern. Ich halte die Möbelbranche zu guten Teilen für eine Verbrecherbranche, wo die Kunden getäuscht werden – und mitunter übelste Büromöbel chinesischer Produktion zu Wucherpreisen verhöhert werden, während deutlich höherwertige Ware einheimischer Produktion genau deshalb nicht verkauft wird, weil diese zu preiswert ist und den Möbelverkäufern geringere Gewinnspannen ermöglicht.
    .
    Machen mich meine Haltungen und Vorurteile nun zu einem besseren oder schlechteren Menschen?
    .
    Es wäre doch sehr albern, wenn man Menschen auf so dünner Grundlage beurteilt. Kaufen Sie also in Zukunft ruhig einmal etwas von einem „Preußen“, wenn Ihnen das Produkt gefällt. Und freuen Sie sich einfach über Menschen, die mit Ihnen sich eine bessere Welt wünschen und dafür etwas zu tun bereit sind, auch dann, wenn diese andere Vorstellungen von zweckmäßiger und angenehmer Einrichtung teilen. :-)

  177. Werter Alphonso,

    ein...
    Werter Alphonso,
    ein interessanter Artikel. Vorallem und eben auch mitsamt den Kommentaren.
    Ich muss gestehen, in meiner derzeitigen (Studenten-)Bude finden sich einige Ikeasachen – auch das böse Bücherregal, das mit B. anfängt. Verglichen mit den massiven Schränken aus hessischer Kirsche, die bisher drei Viertel meines Lebens gehalten haben und vermutlich noch einige Jahre überdauern werden, ist Pressspan mit gefärbter Folie durchaus nicht günstig, vorallem aber seinen Preis nicht wert, vorallem was die Haltbarkeit und Transportierbarkeit angeht.
    Nur kann ich nach Abschluss der Studien die Schränke entsorgen; ob das jetzt über Menschen geschieht, die sie übernehmen, oder auf der Müllhalde endet, spielt in diesem Fall nur eine geringe Rolle. Bei dem Kirschemobiliar würde eine derartige Entsorgung mir allerdings ein schlechtes Gewissen bereiten – insofern kann man das „gute Gewissen beim Entsorgen“ vielleicht einfach als Preiskomponente der Ikeaware verstehen.
    Es grüßt
    Johannes,
    der sich schon auf die Letzte Nacht der Proms freut, der er beiwohnen wird.

  178. Oh, Peter Smith – eine ganz...
    Oh, Peter Smith – eine ganz erstaunliche Entwicklung. Ich bleibe aber bei der deutschen Sprache. Nun werden als Entschuldigung für den Kauf von Produkten aus chinesischer/osteuropäischer Billigproduktion schon komparative Kostenvorteile geltend gemacht! Ricardo dürfte damit kaum die Einsparungen aufgrund ausbleibender Ausgaben für den Arbeitsschutz gemeint haben.
    Vielleicht will ich aber keine komparativen Kostenvorteile wahrnehmen? Vielleicht will ich ganz bewusst Produkte aus der Region/Land kaufen, hier Arbeitsplätze entstehen lassen und sichern? Sowas lief (!) und läuft (auch in England!) unter gesellschaftlicher Verantwortung.
    Nicht alle Vorteile sind auch rein ökonomisch messbar. Der ricardo’schen Logik folgend, müssten wir alle unsere Milch im Aldi kaufen die von sehr weit her, aus grossen Melkfabriken Milch holen und mit geringsten logistischen Kosten das Land mit dieser Milch überschwemmen. Ricardo kann aber nicht messen: Landschaftspflege der Landwirte in meiner Region, Arbeitsplätze (auch für Niedrigqualifizierte, es gibt nun mal nicht nur Akademiker) in der Region und sinnloses Verbrennen von Ressourcen für diesen blödsinnigen Transport. Diese „weichen Faktoren“ kann Ricardo schlicht nicht messen.
    Ricardos Modell (ich kann Ihnen gerne eine Ausgabe zukommen lassen, ich habe aber nur die dritte Auflage -1821- in der väterlichen Bibliothek) geht letztlich von der Fiktion der Vollbeschäftigung aus. Was nützt es Ihnen, wenn Sie ein Produkt zwar zu einem komparativen Vorteil herstellen können, in Ihrer Region dafür aber unzählige Leute arbeitslos sind?
    Nun halten Sie mich bitte nicht für einen verkappten Ökosozialspinner; ich sehe nur die Pflicht des verantwortungsvollen Handels für meine Region.
    Und, ich teile auch nicht die Ansicht, dass die Arbeit am Porzellan in irgendeiner Form schlechter ist als die Arbeit an einem Automobil. Ganz im Gegenteil, gutes handbemaltes Porzellan ist künstlerisch höchst anspruchsvoll und so die Bearbeitung eines kompletten Service kann anspruchsvoller sein als das zusammenschrauben eines Wagens. Jedenfall, Ihr Staatsoberhaupt vertraut auf deutsches Porzellan.
    Wenn auch ich mit Ihnen in einem Punkt wohl einig gehe: der gemeine Europäer sieht die Arbeitsbedingungen in China vielleicht zu sehr aus der europäischen Brille und zu wenig aus einer evolutionären Sicht. Für den Chinesen dürften 7x 12 Stunden Arbeit bei magerem Auskommen tatsächlich besser sein als die zuvor gelebten 7x 16 Stunden Arbeit und anhaltende Hungersnöte auf dem Land. (Wir haben das auch in grün bei der Betrachtung der „sozialen Verelendung“ zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Dtl.). Dennoch: wenn ich diese Arbeitszustände nicht für „erstrebenswert“ halte, dann kann ich das so nicht fördern.
    Und, da hier alle nach dem Alter gefragt werden: bis zum 30 Lebensjahr ist bei mir noch eine ganze Menge Zeit.

  179. Kleiner Nachtrag zum Thema...
    Kleiner Nachtrag zum Thema ‚Bücherregale‘: Als Buchhändlerin und Vielleserin empfehle ich für Kenner die Regale der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft. Hier werden noch professionelle und bezahlbare Regale hergestellt: haltbar, belastbar, kompatibel und schön. Man führt dort so etwas altmodisches wie eine Kundenkartei. Noch nach Jahrzehnten kann nachbestellt und ergänzt werden, zb. ein beim Umzug verlustig gegangenes Regalbrett!
    Im Übrigen habe ich auch mit ‚Billy‘ angefangen; besser Billy, als gar kein Bücherregal!!

  180. John Dean. Gerne führe ich...
    John Dean. Gerne führe ich meine „Verbitterung“ über Preussen aus. Preussen war aufgesetzt, Preussen war unauthentisch und: Preussen war unbürgerlich. Fontane hat das mit Neoborussianismus beschrieben. Ein übertriebener Ehrbegriff, ein blödsinniger Bildungsbegriff (der nun absolut nichts mit dem humboldtschen Begriff zu tun hat), zuviel Repräsentation. Unbürgerlich: das preussische Ideal war der junge Leutnant. Jeder der in Preussen irgendwas werden wollte, der musste in Militär Rang und Namen haben.
    Nicht ganz unbekannt dürften die letzten Worte auf Mommsens politischen Testament –“Ich wünschte ein Bürger zu sein.“- sein. Mommsen schrieb das nicht aus Resignation über das eigene „Nichtstun“ (er war eigentlich der Bürger schlechthin) – er schrieb das aus Verbitterung, weil er in diesem Preussen keine bürgerlichen Tugenden leben konnte.
    Sie dürfen mich gerne als verwahrlost bezeichen, auch meine Formulierungen. Dennoch kommen auch Sie nicht um die Erkenntnis, dass besonders häufig in Universitätsstädten, sozial gerechte, humane, weltoffene Menschen leben die sich um all das Leid in der Welt kümmern und für all diese Schlechtigkeiten die bösen, bösen ausbeuterischen Konzerne verantwortlich machen. Dann aber mit grosser Freude sagen: „Ich gehe am Wochenende zum IKEA.“ Mit Verlaub, aber genau das ist ziemlich schizophren. Die bösen, bösen Konzerne verkaufen nur das, was andere Leute kaufen. Psychologisch würde man die Haltung meiner Kommilitoninnen (es sind tatsächlich überwiegend Frauen) als selbstwertschützende Attribution bezeichen.
    Um es kurz auszudrücken: ich glaube nicht an Worte, ich glaube an Taten. Und das heisst: wenn ich bei IKEA einkaufen gehe, dann kann ich mich nicht am Nachmittag beim Batiktreffen über die schlechten Arbeitsbedingungen in Asien aufregen. Am Vormittag aber all diese „tollen“ – unter diesen Bedingungen hergestellten Sachen kaufen. Alles andere ist Heuchelei.
    Ob Sie ein besserer oder schlechterer Mensch sind: Sie müssen es wissen. Ich kann Ihnen da nur ein Kriterium an die Hand geben. Setzen Sie das, was Sie reden auch um? Wenn Sie sich also ein neues Büromöbel kaufen, fragen Sie beim Händler, wo das Zeug hergestellt wird? Beeinflusst diese Angabe Ihre Kaufentscheidung? Fragen Sie auch beim örtlichen Schreiner nach einem Angebot nach?
    Machen mich meine Haltungen und Vorurteile nun zu einem besseren oder schlechteren Menschen?
    Und, ich kann Sie auch beruhigen: wenn immer ich in Berlin bin (auch ich muss da manchmal hin) dann kaufe und geniesse ich die Mousse au Chocolat Torte im Café Möhring am Gendarmenmarkt. Eine der wenigen Dinge die es am „neuen“ Berlin zu loben gibt.

  181. Lieber VogtNuernberg,

    dass...
    Lieber VogtNuernberg,
    dass die „68er“ für so ziemlich alles verantwortlich sein sollen, ist ja nichts neues… aber dass sie auch noch die Weltwirtschaftskrise zu verantworten haben ist dann doch eine eher ungewöhnliche Neuheit.

  182. Das mit den" geirigen Erben",...
    Das mit den“ geirigen Erben“, ist ganz fraglich in dieser Zeit. Erben zeigen sich doch gerade angesichts des Hausrats überfordert. Jeder hat bereits mehr als
    genug.
    Wenn ich Zeit einsparen will,gehe ich weder zu Ikea noch zum Flohmarkt-
    der Wert der Zeit ist dem materiellen Überfluss sicherlich gegenüberzustellen.
    Will ich allerdings schöne,alte,unschlagbar spottgünstige Gläser ersetzen, ist
    der Gang zum Flohmarkt ein sinnliches Vergnügen: man findet immer!
    20 Cent pro altem Weinglas z.B, von überforderten Erben.
    .
    Aber all die alten,gebrauchten Schätzchen sind eben allsamt schoneinmal
    bezahlt worden,nämlich bei Erstanschaffung.
    Und daher muss sich niemand moralisch am Preis hochziehen-denn der
    besteht aus Not und Resignation……….eben, wie schon bemerkt,weil andere
    anders kaufen.

  183. Ich hab'da mal 'ne Frage: Hier...
    Ich hab’da mal ’ne Frage: Hier ist sehr oft vom „oertlichen Schreiner“ die Rede. Wer von Ihnen hat in den letzten 12 Monaten bei seinem oertlichen Schreiner etwas bestellt, geliefert bekommen, und was wurde dafuer bezahlt?
    Gerne konkret: Was? Wo? Wieviel?

  184. Sehr geehrter Herr...
    Sehr geehrter Herr Alphons,
    natürlich haben Sie echt.
    Aber:
    Sie haben es sich zu leicht gemacht.
    Und Ihnen war klar, daß Ihnen die Zustimmung Ihrer geneigten Leserschaft sicher ist.
    .
    Ich widerspreche.
    Und zwar aus mehreren Gründen:
    .
    1. Keiner der Kommentatoren war bei Ikea, hat etwas von Ikea, kann Ikea leiden.
    Das ist wie mit McDonalds und der Bild-Zeitung. Keiner geht dort essen, keiner liest sie. Kann irgendwie nicht sein.
    2. Alle kennen sich bestens mit hochwertigen Porzellanen aus, sind nachhaltig, wertkonservativ, anders.
    3. Es hat ein bißchen etwas menschenverachtendes, wie sich hier einige Kommentatoren gegenüber dem gemeinen Konsumenten äußern. Natürlich ist es eine Frage von Bildung, um zu erkennen, daß das Porzellan von Ikea nichts taugt, ebenso die allermeisten Möbel.
    Trotzdem sind die Menschen, die dort kaufen, nicht weniger wert. Ebensowenig wie die Menschen, die einen Kia fahren oder ihr Kleidung bei Kik kaufen.
    .
    Ich bin sehr oft in Häusern zu Gast, die die meisten der ach so gebildeten Kommentatoren nur aus den Hochglanzmagazinen kennen.
    Weiße Villen, vor der Tür der Elfer, venezianische Sesselchen aus dem Dogenpalast, Richter an den gespachtelten Wänden, KPM und Spiegelau auf dem Bauhaustisch, nachhaltig, wertvoll, stilvoll, kultiviert.
    Über die Qualität des Essens auf dem Teller spreche ich nicht.
    Ich habe in solchen Häusern wunderbare Abende verbracht und auch ganz schreckliche.
    Genauso wie in der Wohnung eines befreundeten Handwerkers, Ikea rundum, Steingutteller in Regenbogenfarben, Genesis in der Hitachi-Anlage.
    .
    Ich wehre mich einfach gegen die pseudoelitäre Herabwürdigung des normalen Menschen, dessen Träume, Wünsche, Hoffnungen sich vielleicht in einer Wohnungseinrichtung von Ikea und einem Opel Geländewagen wiederfinden, wie die Ihrige in Limoges-Porzellan, englischen Silberkannen und einer gutsortierten Bibliothek und die meinige in Bauhausoriginalen, Vinylschallplatten und historischen Manschettenknöpfen.
    .
    Und, ja, ich habe in meinem Haus zwischen Breuer, Rams, Mies und Eames sechs laufende Meter Ikea-Regale, raumhoch, weiß und durch die Füllung mit Büchern eigentlich kaum sichtbar, mein Tischler hatte mir den Ausbau dieses kleinen Bibliothekszimmers angeboten, ca. 8.000 € zzgl. Steuer, er riet mir dann, zu Ikea zu fahren, er würde die Möbel aufbauen und mit entsprechenden Blenden anpassen, Kostenpunkt ca. 1.500 €, mein Großvater sagte immer, daß wir es nicht vom Ausgeben, sondern vom Behalten hätten.
    .
    Ich bitte um Pardon für die Länge meiner Ausführungen, aber einige der Kommentare, die dann wahrscheinlich auch noch von Leuten kamen, die bis vor einigen Jahren nicht mal den Unterschied zwischen Biedermann und Biedermeier kannten, sind in ihrer Blasiertheit und Arroganz einfach unerträglich, rather middle-class.
    .
    Beste Grüße, hs.

  185. ... eines habe ich noch...
    … eines habe ich noch hinzuzufügen:
    Elke, Ihre Website http://www.trendbilder.de ist spektakulär, großartig und stellt alles in den Schatten, was ich in den letzten Jahren an Scheußlichkeiten in den Postergalerien der deutschen Mittelstädte und in den Wohnungen unserer Mieter in Hamburg Altona gesehen habe.
    Trendbilder in Trendfarben, und das als Kommentar auf Herrn Alphons‘ Artikel zu Ikea, phantastisch!
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    Nehmen Sie mir‘ bitte nicht übel, hs.

  186. Filou, Restaurierung einer...
    Filou, Restaurierung einer Haustür aus der Zeit um 1780 in der kleinen, dummen Stadt an der Donau: 1500 Euro. Sehr guter Mann. Vom alten Schlag. Kann ich sehr empfehlen.

  187. Icke, ich glaube nicht, dass...
    Icke, ich glaube nicht, dass sich die kanadische Außenstelle der „Aryan Nations“ mit Fremdenfeindlichkeit begnügt.

  188. "Sie dürfen mich gerne als...
    „Sie dürfen mich gerne als verwahrlost bezeichen, (…)“
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    Oh, pardon, dann habe ich mich offensichtlich falsch ausgedrückt. Ich fand Ihre Worte und Ihre Haltung zu hart, geradezu verhärtet – und habe Ihnen ähnlich harte Worte, und dann auch noch ad personam, an den Kopf geworfen, aber nur, um das sogleich zurück zu nehmen. Lesen Sie nach dem schrecklichen Satz doch ein paar Halbsätze weiter! Ich wollte damit nur zeigen, wie falsch eine Unerbittlichkeit im Tonfall ist. Ihr antwortender Kommentar in Bezug auf Preußen ist gut zu lesen, beeindruckt – aber pardon, die heutigen Berliner dürften in ihrer geistigen und sonstwie vorhandenen Haltung kaum mehr an diese militärbesoffenen Preußen erinnern, ich wüsste jedenfalls nicht wo, und jedenfalls nicht wesentlich mehr als beispielsweise „die“ Niedersachsen oder Menschen aus Bayern. Nunja, und vielleicht kann man aus der Bildungsorientierung, die es im historischen Preußen tatsächlich gab, eine gewisse zivilgesellschaftliche Gegenwehr sehen gegen die alltägliche und in allen Ämtern und Staatsfragen spürbaren preußischen Militärbesoffenheit.
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    Bei aller Achtung für Ihre weltanschauliche Verachtung des Kaufens bei Ikea meine ich, dass es am Ende doch recht schwer ist, sich ausgerechnet durch seine Kaufentscheidungen dem gesamt-kapitalistischen Verhältnis (mit seinen ausbeuterischen und umweltzerstörerischen Tücken) zur Gänze zu entziehen. Auch wäre mir ein so privates Verhalten irgendwie, nun: zuwenig. Ich formuliere das einfach mal genau anders herum, anders als Sie es geschrieben haben: Wer so hohe Ansprüche hat, der sollte diese nicht allein durch private Kaufentscheidungen erfüllt sehen…
    .
    Wobei ich es durchaus erwägenswert finde, die eigenen Kaufentscheidungen zusätzlich mit politischen Entscheidungsgründen abzuwägen. Nur kommt dabei mitunter etwas anderes heraus, als man im ersten Moment meinen könnte. So ist nicht immer klar, ob das lokal produzierte Obst/Gemüse wirklich für die Ökobilanz besser sind – es mag am Ende sogar so sein, dass die Transportlogistik von Aldi/Lidl derart ausgefeilt und damit am Ende sogar umweltschonend ist, dass damit nicht nur erhebliche Kosten im Vergleich zur lokalen Konkurrenz eingespart werden, sondern – pro Kilo Gemüse/Obst – auch Umweltverbrauch, und das sogar dann, wenn die widerlich harten grünen Äpfel der Discounter aus fernen Ländern heran gekarrt werden.
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    Ich bin allerdings kaum in der Lage, die Richtigkeit dieses Gedankenganges zu überprüfen – verstehen Sie es einfach als Anregung, als Hinweis darauf, wie schwierig das Urteil des Endkonsumenten sein mag, wenn er bei seiner Kaufentscheidung weltanschauliche Fragestellungen berücksichten will.
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    Wer nicht viel Geld in seine Möbel investieren kann, wer vielleicht sogar (besonders beschämfend finde ich das nicht) genau den Stil gut findet, den er/sie bei Ikea findet, der gleicht diesen Mangel vielleicht an anderer Stelle aus.
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    Und ich bin mir nicht einmal sicher darüber, ob ein gelegentlicher Kauf bei Ikea ein echter Mangel ist – und wann genau man als aufmerksamer Konsument mit seinen Kaufentscheidungen quasi systemverändernd bzw. systemsteuernd eingreifen sollte, um damit Unterdrückung und Zerstörung wirksam zurück zu drängen.
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    Manchmal ist es im Vergleich dazu vorteilhaft, und sogar einfacher, Veränderungen direkt auf dem Feld der Politik herbei führen zu wollen, statt mittels den eigenen Kaufentscheidungen. Ich kenne jedenfalls eine ganze Reihe von Parteien, wo es nach einigen Anlaufproblemen fast jedem umgänglichen und klugen Bürger möglich ist, Einfluss auszuüben – und das sogar in der richtigen Richtung.
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    Was Pressspanmöbel und -bretter betrifft, ist mir Neuware verhasst, allein schon wegen dem Geruch, und dem Eindruck, dass diese Düfte unmöglich gesundheitsfördernd sein können. Gut abgelagerte gebrauchte Pressspan-Platten, sofern sie farblich passen, kommen mir aber gerne ins Haus, sofern ich sie benötige. Ich mache es mir gewissermaßen einfach. Dazu kommt halt meine Grundsatzentscheidung (nach einem Fehlkauf), dass es eigentlich ziemlich unlogisch ist, *neue* Pressspanmöbel zu kaufen, teils auch aus den von Ihnen aufgeführten Gründen, zumal deren Haltbarkeit im Regelfall sehr bescheiden ausfällt – und diese damit mithin oft das Gegenteil davon darstellen, was man sich unter „Möbel“ eigentlich gerne vorstellen möchte.
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    Was die Frage der schönen Orte in Berlin angeht: Da gibt es doch einiges. Ist ja schließlich eine Großstadt, eine vielgestaltige zumal.
    .
    Zu Ihren Gegenfragen:
    Ich wäre froh, wenn ich alles umgesetzt bekäme, was ich mir vornehme. Manches gelingt mir – und oft erscheint es mir in der Summe ungenügend, obwohl ich an ein paar kleinen Ecken auch das eine oder andere entdecken kann, was mich – und nicht nur mich – freut. Nein, ich frage nicht beim örtlichen Schreiner nach. Ich „schreinere“ gerne selbst. Ja, ich frage, wo Büromöbel herkommen, und fahre mit meinem Misstrauen, dort wo ich Einkäufer bin, ausgesprochen gut. Erstaunlich viel findet sich in einheimischer Produktion und ist dann nicht nur besser als das zunächst von Kollegen erwünschte Fernostprodukt, sondern auch noch gravierend günstiger.
    .
    Ich muss allerdings zugeben, dass „der örtliche Schreiner“ ein enorm guter Tipp sein kann. Bei einer meiner Ex-Firmen, bei denen ich gearbeitet habe, waren die aus sehr schönem Sperrholz (!) geschreinerten Möbel absolut großartig. Tja, und dann kenne ich noch ein weniger schönes Gegenbeispiel, wo aus einer Chef-Marotte heraus bestens geeignete, eigens geschreinerte Möbel einfach „entsorgt“ und zerstört wurden, damit an deren Stelle teurer Standardschrott kommt. Der Knilch störte sich an einer einzelen Schraube (mit der man die Höhe des Tisches regulieren konnte) – und entschied in einem Anfall von Cäsarenwahn, und gegen den heftigen Protest der versammelten Belegschaft, dass diese geschreinerten Möbel umgehend entsorgt werden müssen. Tja. Dabei war diese Schraube nicht einmal locker oder sonstwie störend – außer eben, dass der große Chef sie sah und nicht mochte…
    .
    Es hängt wohl vom Umfeld ab, wo man welche Möbel einsetzen kann.

  189. Ich esse auch lieber mit dem...
    Ich esse auch lieber mit dem alten Silber von KPM-Tellern, schlurfe lieber über Massiv-Parkett als über Laminat. Nur dummerweise haben es meine Altvorderen nicht vermocht, mir alles das bereits zu hinterlassen. Und so spare ich mir eine Welt zusammen, die Ihr, vereehrter Don, erben durftet. Aber auch meine Großmutter wusste schon, dass sie nicht reich genug war, um billige Sachen zu kaufen. Da es aber zwischendurch so manches Wohnbedürfnis zu befriedigen gilt, bleibt wohl nichts anderes übrig, als auf Zwischenlösungen zurückzugreifen. Alles zu seiner Zeit. Wobei Ikea, allen heißgeliebten Vorurteilen zum Trotz, nicht nur Schrott und Presskacke liefert, sondern durchaus auch gute Qualitäten zu vernünftigen Preisen. Der wahre Schrott steht nicht bei Ikea, sondern den „traditionellen“ Möbelriesen á la Höffner und Consorten. Dort steht im ewigen Preiskampf abgespeckt bis auf eine Qualität, die der von Filmkulissen gleichkommt, ein Designhorror, der Brechreiz auslöst. Gigantische „Anbauwände“ in allen Spielraten des schlechten Geschmacks, „Sitzgarnituren“ mit Stoff-Designs die direkt aus der Unterwelt zu stammen scheinen. Aus diesen Bunkern speist sich der Strom der Scheußlichkeiten in deutsche Wohnungen, nicht aus den blau-gelben Ikeaschachteln. Ich kann Ihren Ikea-Furor daher nicht so ganz nachvollziehen.

  190. Don, wirklich ein billiger...
    Don, wirklich ein billiger Spaß.

    itha, Stil ist ein Identitätsextraktsurrogat. Wie ? Finden Sie doof ? extrakt hat in dem Wort garnix verloren ? Na – mir gefällt’s, ist zwar nicht ganz mein Stil aber wo hier sowieso nur rumgeblöddelt wird…

    Mit einer Ausnahme: Hans Meier hat’s verstanden, aber den wieder keiner. Trösten Sie sich Salonconservative haben ein Faible für das „C“ auch bei der Lektüre des Capitals und bleiben daher schon aus Gründen der Typografie dumm.

  191. hugoservatius, es sind hier...
    hugoservatius, es sind hier genug, die Ikea das Wort reden, ich habe – wie vermutlic die meisten – auch schon mal so ein Möbelhaus von innen gesehen, und wertkonservativ im klassischen Sinn bin ich ganz sicher auch nicht.
    .
    Pseudoelitär wäre es, wenn ich mich mit Iris und Susi daheim bei mir über andere amüsieren würde, hier stelle ich etwas zur Diskussion, und zwar gegen eine ganz klare Mehrheitsmeinung. Die Welt etwa zahlt Jungschriftsteller, eine Eloge auf Ikearegale zu schreiben. Da sagt dann aber keiner: Igitt, Massenkonsum als gehobene Unterhaltung. Ich stelle nur ein paar Fragen, und weise auf Zusammenhänge hin. Die sind nicht immer schön, aber ich mache ja auch keinen hehl daraus, dass die erbauer meines Hauses auch ziemlich finstere Gestalten waren.
    .
    kleinerberg, es gibt beides; in der Regel wird das werthaltige gerafft und das scheinbar Wertlose verschleudert. Letztlich ist die Frage nur: Kennen sich die Betreffenden aus? Wenn nicht, dann kann man gute Schnäppchen machen. Und viele wollen sich ja auch von Ballast befreien.

  192. Von Ihnen, lieber Don, hab'...
    Von Ihnen, lieber Don, hab‘ ich’s auch nicht anders erwartet.

  193. Herr Alphons,
    der Vorwurf...

    Herr Alphons,
    der Vorwurf „pseudoelitär“ galt nicht Ihrem Artikel, sondern explizit diversen Kommentaren.
    gruß, hs.

  194. Settembrini, vielen Dank für...
    Settembrini, vielen Dank für den guten Rat.
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    Johannes M., es ist sicher auch eine Frage der Lebensumstände; genauso, wie man ja auch später kein Kinderbettchen mehr will, wachsen viele irgendwann aus Ikea raus. Nicht alle natürlich, aber doch einige. Wie immer muss man auch warten können.

  195. Ich bin auch kein besonderer...
    Ich bin auch kein besonderer Freund von Ikea, muß aber in diesem Fall hugoservatius voll zustimmen!

  196. Poisson und Alter Bolschewik,...
    Poisson und Alter Bolschewik, da frage ich mich eben immer: Wenn mir das Beste neu zu teuer ist, warum kaufe ich es mir dann nicht gebraucht? Das ist doch der Kern des Problems: Dass unsere Wegwerfkultur so viel beiseite räumt, was man noch brauchen könnte. Es muss auch nicht antik oder dunkel sein sein; das beispiel der dänischen Möbel wurde ja schon genannt

  197. @hugoservatius, ich glaube,...
    @hugoservatius, ich glaube, meiner Tochter würde die drei „Trendbilder“ der Serie „Girls“ recht gut gefallen. Aber sie ist auch noch nicht einmal 5 Jahre alt und liebt auch „Lillifee“. Die restlichen Bilder erinnert mich irgendwie an die Fernsehshow „Einmarsch in 4 Wänden“ oder so ähnlich: http://www.youtube.com/watch?v=vyROXlc03mM

  198. Werter Don, Sie haben meine...
    Werter Don, Sie haben meine Pointe überlesen: Es ging nicht um den Preis, auch nicht um neu oder gebraucht. Ich habe einfach, zumindest in den hiesigen Möbelgeschäften egal welchen Preisniveaus, nichts gefunden, was meiner Vorstellung von Form und Funktionalität entsprochen hätte – außer eben beim Schweden. Vielleicht gibt es in Dänemark die richtigen Hersteller, aber dann haben die keinen Verkäufer in meiner kleinen, dummen Stadt. Und ich kaufe keine Möbel, die ich nicht gesehen habe – also fällt Versandhandel weg.

  199. Lieber Hugo Servatius, die von...
    Lieber Hugo Servatius, die von Ihnen erwaehnten stilvoll (klassische Moderne) eingerichteten Leute…
    .. in wievielen dieser Faelle glauben Sie, entstammt der Stil einer inneren Haltung, oder den Vorschlaegen des Innenarchitekten?
    Bitte verstehen Sie diese Frage als voellig unpolemisch.

  200. Nein, nein, John Dean. Ich...
    Nein, nein, John Dean. Ich habe mich unklar ausgedrückt. Es kann bei IKEA jeder kaufen wie er will. Meinetwegen im Jahresrhytmus neu. Nur, wenn ich dort einkaufe (und, die Bedingungen unter denen das Zeug hergestellt ist, die sind bekannt) dann kann ich nicht zwei Stunden später über böse, menschenverachtende und ausbeuterische Konzerne lamentieren die unter unmenschlichen Bedingungen produzieren lassen. Um mehr geht es mir überhaupt gar nicht. Das hat nichts was mit „Verachtung“ gegen den IKEA-Käufer zu tun, es ist vielmehr eine Verachtung gegenüber Schwätzern. Wer das Zeug mag, der soll damit glücklich werden. Nur ist eben das von Peter Smith genannte Beispiel, IKEA-Liebhaber in einer Universitätsstadt, ein ganz klassischer Fall von Schizophrenie. Ständiges Weltverbesserungsgeschwätz, wenn es um das eigene Handeln, den eigenen Konsum, geht – da ist das aber ganz plötzlich vergessen. Was anderes habe ich zuvor auch nicht geschrieben.
    Entweder akzeptiere ich die Welt mit all ihren Schlechtigkeiten oder ich akzeptiere sie nicht. Reden, selbst aber das genau Gegenteil tun, sowas finde ich äusserst schändlich. Es erinnert mich ein wenig an die Empörungswelle über die Arbeitsbedingungen bei Lidl, trotzdem machen die Discounter mehr als 50% des Lebensmittelumsatzes in Deutschland, und, ein nicht unbedeutender Teil der Deutschen wechselt den Supermarkt, weil die Milch irgendwo 2cent günstiger geworden ist. Wenn ich dort einkaufen gehe, den Laden entsprechend wechsle, dann kann ich mich nicht über die Bedingungen im Hause Lidl aufregen. Mit jedem Einkauf unterstütze ich das System. Bei einem Einkauf bei IKEA ist das nicht anders. Wenn Sie es einen „politischen Entscheid“ nennen wollen. Wenn mich das System nicht interessiert, bitte, dann aber auch nicht aufregen (und trotzdem: auf was sonst zielt Bildung, wenn nicht auf Eigenverantwortung und gesellschaftliche Verantwortung?).
    Und, ich streite es auch gar nicht ab, dass mit einer einzelnen Kaufentscheidung allzu viel bewegt werden kann. Ich denke aber, ich bin nicht alleine und die Existenz von Wochenmärkten, die Existenz besserer Einrichtungshäuser beweist doch ganz klar, dass man nicht „alleine“ ist. Das mag Ihnen zuwenig sein. Nur ist es immerhin ein Anfang, mehr als blosses Geschwätz im Batik- und Esoterikkreis. Gerade Handeln hat dabei einen enormen Vorbildcharakter. Ich glaube für mich jedenfalls die Welt nicht durch Gerade (auch, wenn ich hier schon wieder zuviel schreibe) verbessern kann. Ich kann im Kleinen etwas tun und dabei hoffen, auf Nachahmer zu stossen.
    Ich stimme Ihnen ganz zu: sämtliche Kosten/Faktoren können nicht berücksichtigt werden. Vielleicht ist mein Apfelsaft (sortenrein von naturbelassenen Streuobstwiesen aus der Region) tatsächlich umweltschädlicher als der Saft aus dem Discounter. Ich vermute aber nicht. Aber, auch ich kann nur mit den bekannten Variablen rechnen.
    Was ich allerdings nicht akzeptieren kann: das Geldargument. Die Zeitschrift brandeins (obwohl sie aus dem Hause Springer stammt ein sehr gutes Blatt) brachte einmal eine sozioökonomische Studie über das aktuelle Konsumverhalten (Bourdieu hat ja das mal sehr ausführlich gemacht). Da kam nun heraus, dass die typischen „benachteiligten“ Haushalte sehr viel Geld für Elektronikschrott, Multimediadienstleistungen etc. ausgeben. Don Alphonso schrieb auch einmal über Möbelhäuser und das dortige Konsumverhalten. Es gibt auch Leute, die fahren jedes Wochenende den Wagen in die Waschanlagen (ich ca. 3x im Jahr), verplautzen ein Haufen für den Urlaub am Ballermann. Worauf ich hinaus will: Geld ist in aller Regel vorhanden; nur sind die Prioritäten einfach anders. Das mag daran liegen, dass man „es gesehen hat“ – und die anderen noch etwas sehen wollen. Der Unterschied zwischen Duftvasen aus Meissen und Duftkerzen von IKEA dürften letztlich doch im Unterschied zwischen dem reinen Konsum und der Freude an diesem Kleinod sein.
    Ich finde es auch sehr schön, wenn Sie an alten Presspanplatten ein Hobby gefunden haben und sich daran ausleben. Das tun sie aber aus Freude an der Sache und nicht aus Konsumsucht.
    Filou, Schreinerleistungen in meinem Haushalt. Eine ganze (kurze) Wand als Bücherregal – ca. 4.500 Euro. Ging dort auch nicht anders, der Boden und die Wände sind krum und schief. Im letzten Jahr: Ausbesserungsarbeiten an einem alten Schrank der aufgrund meiner Unachtsamkeit einen unschönen Schaden erlitt, 623 Euro. Generell: sobald es etwas komplizierter wird, ist der Schreiner meist die günstigere Variante.

  201. Es muss nicht immer der...
    Es muss nicht immer der Flohmarkt sein, beim Pfandleiher kann man auch sehr preiswert einkaufen. Da habe ich vor 30 Jahren meinen ersten Satz Tafelsilber gekauft (Sterling, sah ganz neu aus), und als mich eine Freundin mal nach Las Vegas schleppte, habe ich da nicht gespielt, sondern mich stundenlang damit beschäftigt beim lokalen Pfandleiher mehrere Schmuckstücke zu erstehen. Man muß natürlich Mut genug haben, zu einem Pfandleiher zu gehen; denn sollte man beobachtete werden, wird das kleine dumme Dorf sofort behaupten, man sei bankrott.

  202. Ein Gedanke...
    ...die...

    Ein Gedanke…
    …die Qualitaet einer Beziehung zu einer Person laesst sich mit Tischen messen. Nie war es Waechtersbach, Selbmann, oder die Waesche von Witt (aus Weiden). Immer der eicherne Esszimmertisch, das Teak fuer die Tafel, die schmiedeeiserne Transluzenz, die eherne, schlichte Robust- und Unvergänglichkeit, welche die Damen fuer sich behielten in der ebenso eisernen Konsequenz aller Vergaenglichkeit. Kein Wunder, dass die Vertreter des Ludensturms – so die damalige gar nicht so voelkische Bezeichnung fuer die SA in B-Neukölln, zu Nippes griffen – in Oberflaeche und Struktur in Anlehnung an das von Ihnen betreute Personal. So war die Nacht der langen Messer nichts anderes als uns in aesthetischer Hilfestellung mental von diesem Service zu befreien. Wenn das der Fuehrer wuesste…

  203. Sehr verehrtes Dipsy,
    sagen...

    Sehr verehrtes Dipsy,
    sagen Sie, sind Sie Lehrer(in)?
    Anders sind Sie nicht zu erklären.
    Jedenfalls ist Ihre Berlin-Phobie wirklich charmant, besonders wenn man den Satz mit der Mousse-au-Chocolat-Torte im Cafè Möring liest.
    Das ist nun wirklich eines der scheußlichsten Cafés der Stadt mit fürchterlichem Interieur und Industriekuchen, wenn Sie sich schon glauben auszukennen, sollten Sie auch wenigstens an andern Orten im verhaßten Preußen Ihre Torte essen.
    hs.

  204. Lieber Herr Filou,
    bei einigen...

    Lieber Herr Filou,
    bei einigen bin ich der Architekt!
    (Wobei ich nicht unterscheide in Innen- Außen- und Sonstwas-Architekten)
    Aber:
    Selbst wenn das Haus bzw. Teile desselben oder der Einrichtung von mir oder einem anderen Architekten stammen, so muß doch (jedenfalls bei meinen Bauherren) eine Vorliebe bzw. eine intellektuelle Auseinandersetzung mit dieser Art Umgebung und ihrem Hintergrund stattgefunden haben.
    Und wenn sie pompööösen Neobarock bevorzugen würden, hätten sie mich nicht gefragt.
    Den Unterschied zwischen den Wohnungen mit der von Ihnen zitierten „inneren Haltung“ und den Wohnungen, die „de rigeur“ von einem Dekorateur ausstaffiert wurden, können Sie jeden Monat sehr schön in der von Herrn Alphons so herzlich gehassten „Architectural Digest“ sehen.
    Beste Grüße, hs.

  205. Liebe Diskutanten,
    möchte...

    Liebe Diskutanten,
    möchte mich noch einmal wiederholen:
    Sie überschätzen das Materielle enorm. Und Sie überschätzen die Bedeutung von Möbeln und und von Geschirr gewaltig. Ökonomisch jedenfalls
    Wenn ich solche Sätze lese wie „Man muß eine Bibliothek ein Leben lang aufbauen“ oder
    „Ich kaufe mir heute ein Qualitätsmöbel und stehe in 50 Jahren finanziell damit besser da als die eindimensionalen Mitnichtbürger, die sich inzwischen fünf mal Wegwerfware angeschafft haben“,
    dann kann ich Sie einfach nicht mehr ernst nehmen. Wieviel % Ihrer Ausgaben kommen denn auf Möbel, und wieviel auf Wohnung, Heizen, Essen, Urlaub, Fortbewegung, Elektrogeräte? Fällt das überhaupt ins Gewicht? Der Hauptstrang Ihrer Argumentation scheint mir vollkommen irrational.
    .
    Da mache ich mir Gedanken, wo diese Überbewertung herkommt. Mental sitzt das alles ganz ganz tief. Irgendwo sind dort zwischen Bürgerherz und Bürgernieren die materiellen Werten mit den moralischen verknüpft.
    Ikea ist für Sie ein Angriff auf Ihre moralische Integrität. Warum?
    .
    Diese Moral der generationenübergreifenden, auf 100 Jahre vorausdenkenden Vermögensbildung stammt aus längst vergangenen Zeiten, als Wandschränke und Bibliotheken tatsächlich eine Anschaffung für Generationen darstellten. Als Töchter ohne Aussteuer keine Heiratsaussichten hatten und man deswegen schon bei ihrer Geburt anfing, Wäsche und Geschirr anzusammeln. Als man im eigenen Garten Kartoffeln und Tomaten anbaute.
    .
    Keine Kinder und im Leben niemals umgezogen, aber trotzdem 50 Jahre vorausplanen.
    .
    Mein Bücherschrank heute heißt ZVAB und Staatsbibliothek. Und das Papier, daß sich in meinen IKEA-Regalen stapelt, schmeiße ich nur aus folgenden Gründen nicht dem nächsten Antiquar vor die Tür: (a) es gehört mir nicht, habs nur geliehen (b) es erinninnert mich an vergangene Zeiten, ich habe es von lieben Menschen geschenkt bekommen (c) ich habe darin viel herumgekritzelt und werde diese Notizen später nochmal brauchen, womöglich.
    Alles andere kann man bedenkenlos wegschenken, denn im (sehr unwahrscheindlichen) Fall, daß ich es doch nochmal lesen will, kann ich es mir im Internet wiederbeschaffen.
    .
    Den eigentlichen WErt einer Bibliothek muß man im Kopf haben. Er besteht in der Erinnerung an die Bücher, die Sie tatsächlich gelesen haben. Mein Tip: Führen Sie ein literarisches Tagebuch. Nehmen Sie sich z.B. für die Freimaurer-Folianten einen Abend Zeit, blättern Sie sie durch, notieren Sie, was Ihnen auffällt. Speichern Sie das auf Ihrem USB-Stick. Und dann verschenken Sie die Bücher irgendjemandem. Mehr werden Sie davon in Ihrem Leben nämlich nicht mehr haben. Dafür haben Sie jetzt wieder Platz im Regal und können mal wieder was neues….

  206. @Settembrini: Ich habe auch...
    @Settembrini: Ich habe auch zwei von den WBG-Regalen. Ich muß sagen, daß sie sich in der Konstruktion nicht einen Deut von den Billys unterscheiden. Bis auf den Preis. Allerdings wurden sie aufgebaut geliefert. Das muß ich loben.
    @hugoservatius: Danke! Sie sprechen mir aus der Seele. Es ist schön, daß sich die meisten hier offensichtlich in komfortabler Lage befinden und ihre Kaufentscheidungen nach allen möglichen Kriterien ausrichten können, nur nicht nach finanziellen. Immerhin habe ich durch den Nichtkauf eines nutzlosen Porzellans auch 12 Euro gespart und das Geld lieber in eine Mayr-CD investiert. Mich hat es immer mehr interessiert, was in den Regalen steht als die Regale selbst.
    @Don Alphonso: Werden Sie in Zukunft genauso konsequent jede Buchhandlung meiden, wenn ich Ihnen sage, daß ein Großteil der Bücher, auch solche die Sie lesen, in China gedruckt werden, nur damit der deutsche Verlag 10 Cent pro Exemplar Herstellkosten spart? Und das bei Büchern, die im Laden gern mal 40 Euro und mehr kosten. Das ist übrigens kein Gedankenspiel, sondern bittere Wahrheit.

  207. <p>Die...
    Die FAZ-Blogger-Betriebssportgruppe „Veritas 09“ entschuldigt sich für die Verspätung beim Freischalten der Kommentare.
    .

    .
    Wir mussten im Park etwas für die Gesundheit tun.

  208. Savall, es kommt nicht sehr...
    Savall, es kommt nicht sehr oft vor, dass ich neue Bücher kaufe, und wenn doch, dann denke ich auch dabei nach.
    .
    HansMeier555, mich macht es rasend, wenn ich ein Buch, in dem ich etwas nachlesen will, nicht finde. Gerade eben suche ich ein Buch, das enorm schlecht und ärgerlich war, aber ich muss etwas nachlesen. ich bin mies gelaunt und könnte kleine Kommentatenrobbenbabies mit weichen Kissen stupsen. Ja, das könnte ich. Und nur, weil ich ein Buch nicht finde.

  209. Sehen Sie, Don Alphonso, genau...
    Sehen Sie, Don Alphonso, genau aus diesem Grund muß ich meine Möbel bei Ikea kaufen.
    Eine Frage noch: Haben Sie einmal bei den Büchern Ihres Verlegers ins Impressum geschaut?
    .
    Schönes Bild übrigens, ganz ironiefrei.

  210. @Don,
    Dann bestellen Sie sich...

    @Don,
    Dann bestellen Sie sich es doch antiquarisch über Amazon.com oder schaun Sie mal bei GoogleBooks.
    Möglicherweise steht die Formulierung, die Sie brauchen, ja ohnehin irgendwo im Internet (in irgendsoeinem Blog….).
    Daß Sie in der Bayerischen Staatsbibliothek den IKEA-Katalog von 1978 ausleihen können (schön gebunden und signiert) glaube ich allerdings nicht.

  211. Doch,...
    Doch, hier:
    http://www.quoka.de/sammlungen-seltenes/sonstige-sammlungen/cat_39_3900_adresult_32400067.html
    Ist es nicht das, was Sie suchen? Manche Leute bewahren eben alles auf…

  212. @HansMeier555
    <<Irgendwo sind...

    @HansMeier555
    < >
    Das haben Sie aber schön gesagt! Ich würde nur anders sagen, dass diese Verknüpfung das Bürgerherz IST. Er hat sonst keins. Er erwartet die Dankbarkeit seiner Nachkommen, begründet auf die wertvollen Dinge, die – anders als seine hinfällige Person – diesen Wert nicht verlieren, sondern in diesem steigen. Und spricht selbst natürlich immer ehrfurchtsvoll von seinen Erblassern, jedenfalls tagsüber und wenn er nüchtern ist.
    Don Alphonso ist nun wirklich aus der Art geschlagen: er hat das Zeug zwar, und sammelt weiter an, kann aber keinen Erben gegenüber solche Wertsammlungen in Anschlag bringen, die stützende Kette findet bei ihm ein Ende. Darum hört er immer so traurige Musik, weil er weiss, dass in seinem Fall die Dinge auf besonders kurzem Wege wieder dahin zurückkehren werden, woher er sie zum Teil hat: Auf den Flohmarkt. Das andere auf andere Märkte. Die sind auch eine Stütze einer Gesellschaft – aber einer anderen.

  213. Was für ein Tag! Gerade komme...
    Was für ein Tag! Gerade komme ich vom Tee bei Gloria, die sich mal wieder mit Alessandra gezankt hatte und dringend meines Beistands bedurfte. Auf dem Rückweg – ich war heute mit dem 67er E-Type unterwegs – rief mich Graf D. von Sotheby’s an, um mir mitzuteilen, dass der Giacometti, der so hervorragend ins Entrée meines kürzlich erworbenen Zweitchâteaus in der Vaucluse gepasst hätte, in der nächsten Auktion doch nicht zum Aufruf kommt. Na gut, dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als dort vorübergehend die beiden Schieles aufhängen zu lassen. Als sich dann noch Marie-Blanche meldete und mir unter Tränen berichtete, dass Octavien sich mit Ernesto wegen der Besetzung des Alinghi-Teams überworfen habe, war meine Laune auf dem Nullpunkt. In meiner St. Galler Viertwohnung angekommen, bin ich zu allem Überfluss geradewegs über die preziosenbesetzte Schildkröte gestolpert, die sich mal wieder in des Fransen des Kashan verfangen hatte. Als ich im Fallen dann noch den Louis XV-Guéridon umriss und die hässliche Qing-Vase (ein Geschenk von Emanuele Filiberto, dem Prahlhans) zu Bruch ging, übermannte mich das Lachen. Ich muss unbedingt Gesine-Aglaia anrufen, um ihr alles zu erzählen.
    Gut so? Zumindest sollte ich damit ja einiges vorgelegt haben, was den hiesigen Wettbewerb nach dem reichlich infantilen Motto „Immer eins mehr“ anbelangt. Es ist schon beeindruckend, wie viele Antiquitäten- und Oldtimer-Aficionados, Immobiliensammler, Stilexperten und Bildungskanonen sich hier tummeln, um sich ihrer Besitzstände und Kenntnisse zu rühmen, auf dass man dem werten Hausherrn bloß um nichts nachstehe. Dabei gibt sich der doch vergleichsweise bescheiden, wie nicht zuletzt der Einblick in seine Gemächer belegt. Nun, wahrscheinlich ist es eine Zwangsläufigkeit, dass dort, wo mit Komparativen der Marke „besser“ operiert wird, rasch jene auf den Plan treten, die zu beweisen bemüht sind, dass sie „noch besser“ sind. Interessieren würde mich allerdings schon, wie viele dieser Überstützen auf „Stuhl Lillebror“ ruhen, während sie ihre exquisiten Ausführungen verfassen…

  214. @lemming,
    ...wer würde da...

    @lemming,
    …wer würde da nicht gleich die Querverbindung zu Ihrem Namen ziehen?
    Ansonsten wissen Katholiken wie der Don auch über die Bedeutung der Neffen und der geistigen Nachkommen bescheid.
    Zumal gerade die biologischen Erben ja oft auch die größten Zerstörer sind. Fremde Nachlaßverwalter sind nüchtern und neugierig, eigene Witwen, Söhne und Schwiegersöhne dagegen müssen immerzu gehässig nachtreten.
    .
    Der Don ist immerhin ein bekannter Publizist, und auch diese Blogs hier werden vielleicht irgendwann nach dem nächsten großen Krieg in 78 Bänden editiert und wissenschaftlich kommentiert und im Ganzleinen zum Subskriptionspreis im Schuber…. und für ausgeloste Erstbesteller gibt es ein passendes Regal von der wissenschaftlichen Buchgesellschaft gratis dazu…

  215. haha, Hansmeier555, das nun...
    haha, Hansmeier555, das nun ganz sicher nicht; es handelt sich um das Buch „Nimm mich mit“, erschienen bei Frederking & Thaler, aber ich kaufe mir das ganz sicher kein zweites Mal. Ansonsten wird mein Werk in einen kleinen Schuber passen, wobei im nächsten Buch vielleicht auch der ein oder andere blognahe Text stehen könnte.
    .
    lemming, die grössten Defizite findet man gemeinhin bei den mickrigsten Amateurpsychologen.

  216. Giacinto, bei Gloria? Sie...
    Giacinto, bei Gloria? Sie Ärmster.
    .
    Savall, mein Verleger lässt in Tschechien drucken und überwacht dort den Fortgang der Arbeiten in Persona. Das Bild finde ich auch hübsch – ich denke, so sollte Betriebssport wirklich aussehen, selbst wenn ich bislang nie Federball gespielt habe.

  217. Lieber Don, jetzt haben Sie...
    Lieber Don, jetzt haben Sie mich mit Ihren Ausführungen zum Arzberger doch tatsächlich dazu gebracht, mich nach wochenlangem Mitlesen auch mal zu Wort zu melden. Sicher, bei Ikea gibt es billigen Schrott (für einen verhältnismäßig hohen Preis), aber wenn man sucht, findet man auch dort das eine oder andere brauchbare Möbelstück. In meinem Fall das vielgescholtene Billy. Und es führt in meiner Wohnung eine friedliche Koexistenz mit einem selbstgebauten Bücherregal (schöne Buchenbretter, eine Spende meines hobby-schreinernden Opas und ein paar Metallträger, fertig). Ich finde, die Mischung ist entscheidend. Und es ist leider für die meisten Menschen eben doch eine Frage der finanziellen Mittel und der Möglichkeiten. Stilvolle Möbel vom Flohmarkt? Versuchen Sie das mal in Dresden oder Leipzig. Da findet man höchstens 60er Jahre DDR-Design (manchmal auch nicht schlecht). Erbe? Bei den meisten gab es durch Krieg und Flucht nichts mehr zu vererben. Das einzige Erbstück, welches meiner Schwiegermutter geblieben ist, ist eine Weihnachtskugel. Bei mir sind immerhin noch diverse Bücher und ein Paul Müller Selb-Geschirr herausgesprungen, kein KPM, aber auch nicht schlecht.
    Aber finanzielle Grenzen sind sicher nicht der einzige Grund für die Scheußlichkeiten, die sich viele in die Wohnung stellen, essen oder anziehen (bei Deichmann-Schuhen und Melitta-Kaffee ist meine Schmerzgrenze erreicht).
    Ich glaube, das Phänomen alles billig zu kaufen und nach 10 Jahren wegzuwerfen, kommt oft daher, dass viele Menschen Qualität tatsächlich nicht mehr erkennen (Weshalb trägt sonst jemand Deichmann?). Und wenn doch, dann entweder nicht bereit sind, für die richtigen Dinge Geld auszugeben. Und vor allem sind viele nicht mehr in der Lage, auf eine Sache zu warten, auf etwas zu sparen oder sich eben auf die Jagd nach einem gebrauchten Exemplar zu machen. Und das betrifft keineswegs nur jene mit überschaubarer Bildung.

  218. ... ja und die ganzen...
    … ja und die ganzen Kommentare von uns Bloggern?
    und der wiss. Apparat? Die Fußnoten? Das Personenregister!
    Ein paar Bände werden das schon, aber wenn man dieses unverwüstliche hauchdünne Magnificat-Papier nimmt, das bis zum jüngsten Tage nicht vergilbt, dann könnte der Schuber tatsächlich ins Handschuhfach eines Jaguar passen.

  219. @Don
    Dann ärgern Sie sich...

    @Don
    Dann ärgern Sie sich nicht, sondern seien Sie doch froh, daü irgendjemand sich erbarmt und das Buch erhört hat.

  220. Giacinto, momentan sitze ich...
    Giacinto, momentan sitze ich noch auf einem teuren Bürostuhl, Name unbekannt, den mein Chef spendiert hat, damit seine Mitarbeiter keine Rückenprobleme bekommen. Lille-dingsda kenne ich nicht, aber ich habe Gregor (selbst zusammengebaut!). Antiquarische Möbel und Oldtimer (leider) sind außerhalb meiner finanziellen Möglichkeiten. Und ich habe kein Problem das zuzugeben. Aber ich kaufe Qualität da, wo ich sie mir leisten kann. Weil ich nämlich so erzogen wurde. In der DDR war man darauf angewiesen, seine Sachen pfleglich zu behandeln und möglichst gute Qualität zu ergattern. Es gab nämlich im Regelfall nichts Neues.
    Also kaufe ich Sachen, die voraussichtlich eine lange Lebensdauer haben sollen (oder die ich esse) nur in einer vernünftigen Qualität. Ich spare eben, um mir die rahmengenähten Schuhe und meinen Lodenmantel leisten zu können. Alternativ kaufe ich gebrauchte Sachen. Warum soll ich der Zahnarztgattin denn nicht dabei helfen, ihren Kleiderschrank für die neue Saison zu leeren? Hätte ich jedes Buch, das ich besitze neu gekauft, hätte ich schon vor Ende meines Studiums Insolvenz anmelden müssen. Andererseits bin auch gerne bereit ein paar Euro mehr für richtigen Espresso zu zahlen, denn ich bekomme von dem Zeug aus dem Supermarkt Sodbrennen. Diese Diskussion hier dreht sich doch nicht um die Frage, wer mehr Biedermeier im Salon stehen hat, sondern darum warum so viel billiger Schund gekauft wird, obwohl wenigstens ein Teil der Käufer auch andere Möglichkeiten hätte.

  221. Vielen Dank fuer die Antwort,...
    Vielen Dank fuer die Antwort, lieber hugoservatius. Das war’s was ich wissen wollte: lassen die Leute einrichten, oder richten sie ein? Ikeanutzer richten ein. Ich bin voellig Ihrer Meinung, was die herablassende Beurteilung dieser, also auch meiner, Konsumentengruppe betrifft.

  222. richtig, @hugoservatius, das...
    richtig, @hugoservatius, das café möhring ist schlecht geschnitten und dunkel – (zudem) an der rückseite des konzerthauses gelegen.
    selbst berlin, die hauptstadt mit der miesesten cafehauskultur im länderdreieck österreich – deutschland – tschechien, hat bessere orte zu bieten.
    .
    @filou: feine frage („örtliche schreiner“).

  223. @swina: Hab ja auch nur 2 1/2...
    @swina: Hab ja auch nur 2 1/2 Antworten gekriegt. Die von D.A. zaehlt eigentlich nicht.
    Eigentlich wollte ich mir Mut zusprechen lassen, da mein Arbeitskabuff, vollgestellt mit elekronischen Geraeten, dringend einer Neugestaltung bedarf…
    …aber finde mal einen Schreiner, der einer solchen Aufgabe gewachsen ist. Die in meiner Gegend bauen nur Fenster oder sind sklavisch an irgendeinde Firma gebunden.
    .
    Der „oertliche Schreiner“ ist ein urbaner Mytos. Es gibt ihn nicht. Er ist eine Traumgestalt. Etwa das, was frustrierten Jungfrauen eine Marienerscheinung ist.
    .
    Nach Niederlegung dieses Kommentars verschwinde ich mit einer Planskizze nach Lourdes, und bete, und hoffe…

  224. Ach, ich finde auch, dass sich...
    Ach, ich finde auch, dass sich meine vielen, vielen Meter Ikea-Regale nicht mit den (von einem Architekten) entworfenen und maßgerfertigen Einzelstücken (beim örtlichen Schreiner + Schlosser), und diversen Klassikern beißen.
    &nbsp
    @hugoservatius: Die Qualität des Essens würde mich schon interessieren! :-)

  225. @Ariadne: Natürlich dreht...
    @Ariadne: Natürlich dreht sich diese Diskussion vordergründig nicht darum, „wer mehr Biedermeier im Salon stehen hat“. Es geht um die Differenz zwischen Wert und Tand, zwischen Beständigem und Temporärem etc. pp. Aber riskieren Sie einen zweiten Blick und Sie werden feststellen, dass nicht wenige die Gelegenheit nutzen, um sich in einer vermeintlichen Erhabenheit – pekuniärer, intellektueller oder „genealogischer“ Natur – zu präsentieren. Durchaus unappetitlich wird ein solches Gebaren, wenn die Fraternisierung mit dem „Gewöhnlichen“ bemüht wird, um die eigene Überlegenheit herauszustreichen: „Also ich kombiniere die Billies gern mit Eames und Jacobsen“ oder „Mein Wassily-Chair macht sich ganz hervorragend neben dem Beistelltischlein aus der Lökketökke-Serie“ bis hin zum Verzweiflungsruf „Wo soll ich meine kolossale Bibliothek denn sonst unterbringen?“. Elegant gelöst, nicht wahr? Prekärer Ramsch als Ausdruck einer selbstverordneten Bodenhaftung. (Und manchmal hänge ich mir sogar ’nen Wunderbaum in meinen Bristol!)
    .
    Manche sind dagegen weniger feinfühlig. Da heißt es knallhart: „Ich bin sehr oft in Häusern zu Gast, die die meisten der ach so gebildeten Kommentatoren nur aus den Hochglanzmagazinen kennen.“ Aber fünf Zeilen weiter wird dann der „befreundete Handwerker“ bemüht, in dessen IKEA-Butze man sich ja auch irgendwie ganz formidabel fühlt. Geht’s noch heuchlerischer? Wahrscheinlich artikuliert sich hier der symptomatische Identitätskonflikt der oberen Mittelschicht, der, so mutmaße ich forsch, 95 Prozent der hier Kommentierenden angehören dürften: Nicht nah genug dran am „gemeinen Volk“, aber auch nicht weit genug davon weg. Also flüchtet man sich ins Paradox der ausdrücklichen Betonung seiner Aufgeschlossenheit dem „Gewöhlichen“ gegenüber, um sich seiner Bessergestelltheit sicher sein zu können. Ein seltsames Verhalten, finden Sie nicht auch, Mademoiselle Ariadne?

  226. Filou, dann rate ich zu einem...
    Filou, dann rate ich zu einem Anruf bei den lokalen Denkmalschutzbehörden, die haben sicher jemanden, der das kann. Hier bei uns ist das alles gar kein Problem.
    .
    Ariadne, oh, Paul Müller ist durchaus etwas Besonderes, erheblich besser als Hutschenreuther und „damals“ schwer zu bekommen. Das mit den Flohmärkten im Osten kann man so und so erleben; ich habe meine silbernen Vorlegelöffel etwa aus Wittenberg und meine feuervergoldeten Rokokokerzenständer aus Naumburg, und zwar sehr günstig aus dem stationären Handel, wo man das kaum erwarten möchte. Im Westen, in München etwa, ist das jedoch alles kein Problem, und in Pfaffenhofen würde ich es mir zutrauen, an einem Sonntag eine ganze Wohnung nicht optimal, aber erträglich einzurichten.

  227. Danke Don fuer den Hinweis....
    Danke Don fuer den Hinweis. Aber in diesem Fall (Haus, haesslich, fruehe 60er Jahre) funktioniert das nicht. Handwerkersuche hier ist wirklich ein Problem.
    Selbst wenn Sie ein Knecht Ihres jesuitischen Stiftes sind, wuenschte ich ein aehnlicher Knecht solcher Gebaeude zu sein. Frauen und Haeuser sind schwierig, und doch sind sie der Muehe wert. Das gilt auch fuer Kinder und Katzen.
    .
    PS: Ich schaue gerade hinter mich: hmm, ueber DIE Katze muss ich heute noch mal besonders nachdenken.

  228. Ariadne, den Stiefel...
    Ariadne, den Stiefel mangelnder Warenkunde muß ich mir anziehen, selbst wenn er von Deichmann wäre. Aber so leicht ist wirkliche Kenntnis von Produktqualität nicht zu erlangen. Ich meine wortwörtlich Produktqualität und nicht heiteres Markenraten. Denn heutzutage bietet weder die Marke noch der Preis einen echten Anhaltspunkt. Man muß wirklich wissen worum es geht. Der Zufall hat an meine Ufer ein Buch über Bunzlauer Keramik gespült. Das heißt, Buch ist ein Euphemismus. Der Trumm hat geschätzt 5 Kilo Lebendgewicht und über 1000 Seiten Umfang. Ich weiß bis heute nicht, ob das ein Geschenk, ein subtiler Racheakt oder ein Manifest mit deutlich mehr als 17 Punkten für gemeinsamen Nestbau war. Wie auch immer. Das Buch kann man sicher Monate oder Jahre studieren und weiß anschließend alles über … Bunzlauer Keramik. Und das ist nur Keramik, man ist noch nicht mal beim Porzellan. Zudem ist es nur Theorie, es müßten ja noch praktische Übungen folgen. Bliebe noch die Frage nach den Qualitätskriterien. Arzberg ist chinesischem Eierschalenporzellan hinsichtlich Schlagfestigkeit sicherlich überlegen. Ist es deshalb die bessere Qualität? Bei ästhetischen Fragen wechseln wir gleich gänzlich vom Reich der Notwendigkeit ins Reich der Beliebigkeit. Watt den een sin Uhl, is den annern sin Nachtigall. Ich glaube es macht viel Spaß, sich professionell damit auseinanderzusetzen. Für den Alltag stößt man an praktische Grenzen. Das ist sicher ein Verlust. Zudem erziehen wir unsere Lieferanten dazu, uns zu mit Minderwertigem zu betrügen. Ich verhalt mich pragmatisch dazu und bin mit meinen vornehmlich No-Name-Sachen eigentlich noch nie richtig reingefallen. Allerdings hat mein Frühstückstisch auch noch nie so ausgesehen wie bei Don Alphonso.
    .
    Ich hab mal kurz überschlagen, welche Textmengen „Stützen der Gesellschaft“ enthält. Bei über 100 Beiträgen und mehr als 10.000 Kommentaren dürfte die Textmenge je nach gesetzten Parametern 6.000 bis 8.000 Druckseiten ausmachen.

  229. Manchmal frage ich mich, ob ...
    Manchmal frage ich mich, ob die FAZ nicht eine gute Plattform für eine Serie wie „Qualität für Anfänger – Worauf man achten muss“ wäre. Ich kenne das Problem aus Suchanfragen.
    .
    Ganz so viel ist es vermutlich nicht; meine Texte kämen auf rund 600 Bucheiten, mit Kommentaren so ungefähr 4000. Aber wer sollte das alles lesen? Ausserdem ist die Kunst, ein Buch zu schreiben, nicht das Auslaufen wie hier im Blog, sondern die Kontrolle der Textmenge und das Beschränken auf das Wichtige.

  230. Wer Qualität wirklich sucht,...
    Wer Qualität wirklich sucht, der wird sie auch ohne institutionalisierten Ratgeber finden – vielleicht mit etwas Lehrgeld.
    Das Problem ist allerdings erstmal das Bewußtsein des Konsumenten.
    Sie haben ja oben schon eigentlich alles gesagt:
    “ Weil die Repräsentation zum neuesten Handy, Klingelton, Auto etc. gewandert ist. Sprich, Porzellan und Esstisch sind vom teuren Zentrum des Lebens in die billige Peripherie gerutscht.“

  231. Das traurige ist ja, Don...
    Das traurige ist ja, Don Alphonso, daß diejenigen, die einem dabei helfen müßten, die Fachverkäufer, es nicht können, nicht wollen oder ich kein Vertrauen zu ihnen hätte. Deshalb auch die Notwendigkeit einer Ratgeber-Literatur.
    .
    Karl Kraus hat sich damit beholfen, daß er nur seine eigenen Reaktionen auf die Leserbriefe in der „Fackel“ abdruckte. Es ist für den heutigen Leser natürlich immer ein Rätselspiel, was der Leserbriefschreiber geschrieben haben könnte. Am schönsten finde ich den regelmäßigen Hinweis: „Die Verfasser anonymer Schmähbriefe werden gebeten, sich _noch_ kürzer zu fassen.“

  232. Lieber BauerFrankfurt

    wer hat...
    Lieber BauerFrankfurt
    wer hat denn in Deutschland seit ca. 20 Jahren in den Ländern und im Bund das Sagen?
    Wer hat dieses Land regiert, wenn nicht die Generation der 1930 bis 1955 geborenen?
    Wer hat Hedgefonds in Deutschland zu gelassen, wenn nicht die Rot-Grünen?
    Wer hat Cross-Border-Leasing im Bund und den Ländern zugelassen in seiner Regierungszeit?
    Wer hat Schulden über Schulden – außer durch die Birne Kohl – angehäuft?

  233. @ Dr Snuggles:
    dachte ich...

    @ Dr Snuggles:
    dachte ich doch, dass wir etwas aneinander vorbeireden: mir ging es ja gar nicht um solche offensichtlichen Knallköppe, wie die Aryannation, sondern, um es zu wiederholen, ganz manierliche Mitbewohner und Landsleute eines Freundes, die selber gerne weisser wären als sie es sind, was ich so nie gedacht hätte. Im übrigen ist der gemeinte Rassismus nicht direkt gewalttätig. (Also keine Komorensafari nach dem 10. Rum)

  234. Zur Kleinbürgerlichen Kritik...
    Zur Kleinbürgerlichen Kritik an DonAlphonso eine Replik:
    Eine Republik der weichgespülten, auf ihre eigene Karriere bedachten, übervorsichtigen Journalisten und Angestellten, die Angst um den eigenen Job haben brauchen wir nicht.
    Wer wagt denn noch Missstände gegenüber dem allgemeinen Mainstream anzusprechen, ohne die eigene Schere im Kopf aktiviert zu haben, weil er um seine soziale Stellung oder wirtschaftliche Existenz fürchtet?
    Wer macht noch „Karriere“ durch Widerspruch, anstatt durch Arschkriecherei in großen Unternehmen? Wo wird das noch belohnt?
    Wer vertritt seine eigenen Interessen noch, ohne nicht schon immer zu denken: Wie wird sich das wohl auf mein eigenes kleines Leben auswirken, welche Risiken birgt das? Bloss kein Risiko!
    Ohne Provokation, ohne Widerspruch, ohne „Eier in der Hose“ und ohne direkten Angriff wird sich in diesem Land nichts ändern und dieses Land wird geistig, sozial und emotional vergreisen wie seine Bewohner.
    Wir brauchen mehr DonAlphonsos mehr Widerstand gegen den bestehenden, herrschenden Mainstream der Massenkultur, der dieses Land im Muff versinken läßt.

  235. Don Alphonso

    "Qualität für...
    Don Alphonso
    „Qualität für Anfänger“?
    Ich würde es lieber „Zurück zur Qualität“ nennen oder „Sparen durch Qualität“. ;-)

  236. Giacinto

    "Also flüchtet man...
    Giacinto
    „Also flüchtet man sich ins Paradox der ausdrücklichen Betonung seiner Aufgeschlossenheit dem „Gewöhlichen“ gegenüber, um sich seiner Bessergestelltheit sicher sein zu können. Ein seltsames Verhalten, finden Sie nicht auch, Mademoiselle Ariadne?“
    Danke, der Satz war gut und trifft es. Ehrlich gesagt: Mir ist ein Mittelschichtsmitglied, das mit sich im reinen ist lieber, als diejenigen, die ständig nach oben schielen, aber unten treten.
    Übrigens: Gerade die „obere Mittelschicht“ ist es doch die IKEA liebt, auch wenn sie es nicht zugeben will, die keine BILD liest, aber weiß, was drin steht, die über die Abwrackprämie schimpft, aber den alten Polo natürlich abgewrackt hat…
    Hinzu kommt, dass niemand wirklich anecken möchte in dem er das Gewöhnliche einfach ablehnt und dies auch artikuliert.
    Ist aber im Internet verdammt schwierig die dann folgenden Schmäh- Hass- und Neidkommentare souverän zu ignorieren.

  237. Nein, nein hugoservatius. Ich...
    Nein, nein hugoservatius. Ich bin nur ein armer Student. Auch kein Lehramtskandidat, nur schnöder Jurastudent.
    Ich gestehe ein, ich habe mich bei den Berliner Kaffeehäusern nicht durchprobiert (soviel Zeit musste ich nicht in der Stadt verbringen). Allerding scheint mir Industrietorte bei Möhring sehr unwahrscheinlich. Jedenfalls sehe ich keinen Grund, warum man grosse Schüsseln mit Sahne aufschlägt und die dann herumträgt und die Torten dann doch fertig einkauft. Macht für mich keinen Sinn. Das Interieur ist im vorderen Teil des Ladens tatsächlich sehr speziell, im hinteren Teil (der, der zur Musikhochschule geht) ist doch sehr angenehm. Ich kann, wenn ich Ihren oberen Beitrag lesen, aber durchaus nachvollziehen, dass Sie Mühe mit diesem Interieur (auch dem des hinteren Teils) haben.
    Ich kenne –und Sie verzeihen mir die ätzende Anmerkung- wirklich niemanden, der sich und sein Haus freiwillig in einem Hochglanzmagazin ablichten lässt; ich kenne auch keine Leute die in frisch getünchten Häusern leben, vielleicht noch mit ständig gestutztem Buchs und Eibe. Dazu einen „Elfer“ (ich nehme an, Sie meinen damit einen Porsche 911) in der Einfahrt stehen haben (den fährt bei uns in der Region jeder drittklassige Rechtsanwalt). Zumeist steht in der Einfahrt irgendein alter Golf in einem ziemlich verwilderten Garten. Man muss nicht, aber man kann. Man hat auch kein Problem damit, auf dem Tisch Reste von 3 verschiedenen Services zu stellen.
    Aber, ich verkehre auch nicht in Berliner, Potsdamer oder Hamburger Stars- und Sternchen Haushalten.
    Das Interieur dieser Häuser, was Sie da beschreiben, scheint auch wirklich schlimm. Ich kann mir die Szene wirklich lebhaft vorstellen. Weisser Marmor, dazu Medaillonsessel mit Goldauflage und in der Halle ein Steinway. Dazu die Hausfrau (wahrscheinlich von der Sorte „Trophy-Wife“) erzählt dann, dass es sich um die besten Pianos der Welt handelt. Bei der Frage, wann es das letzte mal gespielt wurde – da tritt dann betretenes Schweigen ein. Ich weiss ehrlich gesagt auch nicht, ob man sich mit Spiegelau – Gläsern rühmen muss oder ob 6 laufende Regalmeter Bücher so einzigartig sind (wenn man Anfang 20 ist, dann vielleicht schon).
    Nehmen Sie mir das bitte nicht übel; aber, ich finde dieses ständige Gerede von „menschenverachtenden“, „herablassenden“ Kommentaren einfach nur noch nervig. Ich begegne jedem Menschen auf der Strasse freundlich, frage Handwerker und Marktbeschicker nach ihrem Befinden, kann auch mit Restaurantpersonal über Missgeschicke lachen. Der klassische „Elferfahrer“ hätte da schon längst einen auf „dicke Hose“ gemacht. Dennoch, deren Leben ist nich meine Welt und umgekehrt. Wir grenzen uns alle in irgendeiner Form ab. In jedem anderen Land Europas (selbst in Süddeutschland) würde man das so ein Gerede einfach hinnehmen und „wohlwollend“ lesen – in Deutschland muss dann wieder von „menschenverachtend“ und „herablassend“ und „pseudoelitär“ gesprochen werden. Die einen reden vielleicht so, die anderen handeln so (siehe meine Hinweise in dem von Ihnen als „lehrerhaft“ bezeichneten Beitrag). In anderen Ländern nimmt man den Lebensstil des Bürgertums zum Vorbild, als Ziel – in Deutschland sieht man darin eine Erniedrigung. Es widerspricht auch dem absoluten Gleichheitswahn.
    Und ja: ich gehe auch alle 3 Wochen in den McDonalds, zumeist weit nach Mitternacht in nicht mehr ganz nüchternem Zustand. Ja, ich lese die Bildzeitung sehr unregelmässig (wenn es sich auch um die beste Sozialsatire handelt die es gibt). Und ja, ich war auch schon im IKEA. Kann aber die Gegenstände, die sich da in meinem Haushalt befinden, an einer Hand abzählen. Darunter u.a. ein Hundkorb (nein, ich habe keinen Hund). Ich brauchte nur für eine Grillveranstaltung in meinem Garten etwas, wo ich Eis für den Fisch reinpacken konnte.

  238. Also, ich habe ja wirklisch...
    Also, ich habe ja wirklisch schon inflationären Gebrauch der „Alt-68er“-Beschimpfung erlebt – aber daß jetzt pauschal „die Generation der 1930 bis 1955 geborenen“ zu „Alt-68ern“ erklärt wird, ist von nicht zu übertreffender Komik. Gratulation, VogtNuernberg!

  239. Nun, das mit der Qualität bei...
    Nun, das mit der Qualität bei IKEA lässt sich nicht so pauschal abtun wie hier teilweise geschehen. Aus eigener Erfahrung: Büroregale (ja, genau _die_ Regale) und Kleiderschrank von IKEA haben drei Umzüge mit zwischenzeitlicher Einlagerung klaglos überstanden (lediglich wenige Rückwandplatten mussten ersetzt werden), liessen sich wunderbar wieder aufbauen und sind immer noch funktional und ansehnlich. Dagegen ist das teure Wohnzimmerregal einer namhaften Qualitätsmarke nach diesen Strapazen streng genommen ein Fall für den Sperrmüll.
    Das beweist natürlich noch nichts, aber das Fazit ist: Zumindest einige IKEA-Produkte sind nicht billig, sondern preiswert – in dem Sinne, dass sie ihren Preis (und vielleicht sogar etwas mehr) wert sind, und damit letztlich dem von Don Alphonso propagierten Vermögenserhalt dienen.

  240. ich bin zwar ein dummer Proll...
    ich bin zwar ein dummer Proll aber ich finde der Blog ist echt Gold²

  241. don Alfonso,
    ein Service aus...

    don Alfonso,
    ein Service aus der Zeit des Faschismus mit blutrotem Rand als Alternative zum Ikea-Geschirr ? Das überzeugt mich weder moralisch noch ästhetisch. Zwangsarbeit und Ausbeutung gab es ja auch früher. Nichts spricht dagegen, alte Sachen weiterzuverwenden. Aber bei der Neuanschaffung, wenn man etwas braucht, sich Sachen in einem neuen Stil auszusuchen, finde ich gut.
    Sonst würde es in Kunst und Handwerk nie Weiterentwicklungen geben. Idealerweise kauft man dann das Beste und Qualitätsvollste was es auf dem Markt gibt. Aber wer hat schon so viel Geld, das er das immer tut ? Also wird man oft einen Kompromiss zwischen Anspruch und Geldbeutel finden müssen. Ikea hat nun tatsächlich den Nachteil, das es kaum individuell sein kann. Andererseits hat das ja auch etwas Gemeinschaft stiftendes, so wie Archäologen heute weite Teile des frühen Europas der Linienbandkeramikkultur zuordnen, werden wir vielleicht eines Tages die Leute der Billy-Regal-Kultur sein.

  242. Alter...
    Alter Bolschewik
    Verantwortung, wem Verantwortunge gebührt ;-)
    Interessanter finde ich aber, dass bestimmte Politiker öffentlich schon äußerten auch die 20 bis 30 jährigen trügen einen Anteil am kommenden Staatsbankrott dieses Landes …
    Es waren immer die Anderen in diesem Land, wie wir heute morgen schön von Klaus Wowereit bezüglich der Probleme in Berlin hören konnten, auch wenn man selbst 8 Jahre regiert.
    Risikomanagement? Nachhaltigkeit?
    Bin ich froh nicht mehr in Lichtenrade zu leben neben Wowereit wie in meiner Jugend, weil Schuld sind immer die anderen, wenn was nicht funktioniert oder Verantwortung übernommen werden müsste ;-)
    Aber eigentlich ist das nicht Thema dieses Blogs.

  243. Wieder ein sehr wichtiger...
    Wieder ein sehr wichtiger Artikel. Und ein sehr seltener. Gute Recherche.
    Geht weit über die Haushaltskasse hinaus. Eine Kampfansage an kurzfristiges Profitdenken. Man ersetze Ikea-Porzellen durch Investmentbanker.
    Wir brauchen das nicht. Das ist Ihre Aussage und damit machen Sie sich nicht wenige Feinde. Denn Sie bringen die Mühle zum Stillstand. Und das bringt viele Profiteure verdammt ins Schwitzen.
    Es zeigt zudem, daß wir heute noch nicht die Kulturstufe der Zwischenkriegszeit erreicht haben. Von der heutigen Distanz zum kulturellen Niveau der Kaiserzeit will ich erst gar nicht reden.

  244. Don Sebastian

    Schauen Sie...
    Don Sebastian
    Schauen Sie sich doch mal die Wahlprogramme der Parteien an: Alle haben „Wachstum“ als oberste Prämisse für die weitere Entwicklung dieses Landes.
    Eine Wirtschaftsordnung, die Wachstum als Götzen in Frage stellt wird gar erwogen, es muss alles immer weiter wachsen, doch wo alle schon alles haben, was soll dort noch wachsen?
    Richtig, der kurzfristige Konsum von Wegwerfprodukten, denn die müssen dann immer nachgekauft werden.
    Wie lange haben Sie einen Fotoapparat vor 20 Jahren besessen? Meine Leica war von meinem Vater „geerbt“ und hatte gute 35 Jahre auf dem Buckel. Heute kaufen sich die Leute alle 2 Jahre eine neue Kamera, weil die ja mehr Pixel hat.
    Dass ein gutes altes mit herkömmlicher analoger Technologie hergestelltes Bild mehr als 20 Megapixel aufweist, ist den meisten gar nicht bekannt.
    Schauen Sie in den Bereich der Fernseher, das gleiche Drama und das Bild eines LCD-Fernsehers ist sogar noch unschärfer als das der elektronenröhrenbetriebenen alten Kästen. Vom Stromverbrauch reden wir mal gar nicht.
    Bei den Autos das Gleiche: Alte, gut laufende Autos werden abgewrackt für den kurzfristigen Gewinn von 2500 Euro Prämie, dafür wird dann das Auto finanziert anstatt gekauft und wenn der Job in einem Jahr weg ist, ist es auch das Auto. Das wäre mit dem guten alten abgewrackten Wagen nicht passiert.
    Qualität ist nicht mehr gefragt in einer Wirtschaft, die auf dem Axiom des Wachstums aufgebaut ist und nicht auf Qualität, Haltbarkeit und neudeutsch – Nachhaltigkeit.

  245. Jetzt muss ich aber auch noch...
    Jetzt muss ich aber auch noch als Arbeiterklassenkind meinen Senf dazugeben.
    Was das von Rainersacht verfasste „Manifest“ und überhaupt die ganze Qualitätsdiskussion angeht: viele der vorgestellten Grundsätze sind zwar löblich, aber für den Großteil der Bevölkerung einfach nur zutiefst unrealistisch. Mein Mann und ich sind gar nicht schlecht verdienende Jungingenieure (Doppelverdiener ohne Kinder), aber wir haben trotzdem nicht genug Geld, um nur Regionales und wirklich Hochwertiges zu kaufen. Die Krux mit der Hochwertigkeit ist ja die, dass es kaum ein Mitteldings zwischen IKEA/H&M/Deichmann und den wirklich qualitätsvollen Waren gibt. Außerdem ist wie es schon oft hier gesagt wurde, die IKEA-Qualität nicht unbedingt schlecht und die der teureren Fabrikate nicht unbedingt besser. Das gilt auch bei der Kleidung: Ich habe neulich einen Hosenanzug erstanden, der in meinen Augen mit 240€ nicht grade billig war. Die Hose zeigt nach dreimaliger Reinigung schon Nutzungserscheinungen, während ich einige Shirts des vielgescholtenen H&M besitze (ich glaube für jeweils 7,90€), die ich schon bestimmt 20mal unzeremoniell durch die Waschmaschine gejagt habe, aber immer noch aussehen wie kaum getragen.
    Um es analog zu Ruskin zu sagen:“Es gibt kaum etwas auf der Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann, einen vermeintlich wohlklingenden Namen draufpappen und dann deutlich teurer verkaufen könnte…“
    Oder um es ganz profan zu sagen: Ver*rschen kann ich mich selber. Deshalb bleibe ich zumindest bis ich mir die wirklich guten, aber dann wohl auch wirklich teuren Dinge leisten kann einfach bei IKEA und H&M, denn Esprit wird auch nicht unter besseren Bedingungen oder mit besserer Qualität hergestellt. Witzigerweise gelten mein Mann und ich in meiner Familie schon fast als Snobs, weil wir unsere Möbel bei IKEA und nicht bei Höffner oder ähnlichem kaufen. Das wäre dann mal die andere Seite der Medaille.
    Außerdem ist vieles einfach eine Zeitfrage: Wenn ich nach 9 Stunden Arbeit im Büro (habe zwar offiziell eine 40-Stunden Woche, aber als Berufsanfängerin mit Ambitionen komme ich um Überstunden nicht herum), habe ich einfach keine Lust mehr, jeden Abend aus vorher beim Bioladen frisch gekauften Zutaten Essen zu kochen, selbiges auf Goldrandgeschirr zu servieren und hinterher alles mit der Hand abzuspülen. Meine Freizeit verbringe ich lieber mit Musizieren oder Lesen.
    Das soll jetzt übrigens kein Seitenhieb sein – ich finde es schön, dass es wie Don Alphonso noch Leute gibt, die genug Zeit und Geld haben, so einen ich nenns mal idealistischen Lebensstil zu pflegen. Nur ein kleiner Einspruch mit dem ich klarmachen will, dass nicht alle IKEA und H&M Käufer blöd sind…
    @Don Sebastian: Zu Ihrer Aussage:
    „Es zeigt zudem, daß wir heute noch nicht die Kulturstufe der Zwischenkriegszeit erreicht haben. Von der heutigen Distanz zum kulturellen Niveau der Kaiserzeit will ich erst gar nicht reden.“
    Ich bitte Sie, dass kann doch nicht wirklich Ihr Ernst sein! Wenn man bedenkt, wie viele Leute heute im Gegensatz zu damals den Zugang zu Kultur und Bildung überhaupt erst haben, ganz zu schweigen von solchen kulturellen Hochleistungen wie z.B. die gesamte weibliche Bevölkerung in einem Zustand der Entmündigung und Unbildung zu halten. Als weibliches Arbeiterkind wäre es mir damals jedenfalls nicht möglich gewesen, Abitur zu machen, zu studieren, vier Fremdsprachen zu erlernen, etc.. Mit Ihrer Aussage blenden Sie den Großteil der Bevölkerung (so gut wie alle Frauen und die gesamte Arbeiterklasse) völlig aus. Und das auch nur, wenn Sie Kultur an in meinen Augen unbedeutenden Dingen wie Geschirr, Möbel, Esskultur, Benimm oder ähnlichem festmachen und nicht an Pressefreiheit, allgemeinem Wahlrecht, Zugang zu Bildung.

  246. @ icke: gewiss, von solchen...
    @ icke: gewiss, von solchen Leuten gibt es auch eine Menge. In vielen Ländern Asiens und Afrikas wird ja gerne zu (ungesunden) Bleichcremes gegriffen, um die Haut aufzuhellen.

  247. unellen

    Ich entstamme auch...
    unellen
    Ich entstamme auch nicht den Kreisen, die DonAlphonso hier oftmals zitiert, wir sind auch Doppelverdiener mit Kind, aber ich muss widersprechen: Es ist durchaus möglich hochwertig zu kaufen, das Zeitargument bei Doppelverdienern ohne Kind ist für mich nicht wirklich eines, wenn man selber ein kleines Baby hat und trotzdem beide arbeiten.
    Es ist halt nur so, dass man den Einrichtungsprozess dann nicht als etwas betrachten sollte, das in 2 Wochen abgehakt ist, wie das Meeting oder der nächste Release der Software.
    Lieber verzichte ich auf ein paar Dinge und warte, bis ich das Passende finde. Pekuniäre Argumente gegen Qualität sehe ich jedenfalls nicht, denn diese Produkte sind nicht unwesentlich teurer, nur muss man dann Prioritäten setzen und an anderen Stellen sparen.
    Alles auf einmal geht eben nicht, oder nur mit der Massenware. Doch warum muss immer alles auf Einmal sein? Oftmals hilft es schon seinen Wunsch erstmal zurückzustellen und zu suchen wo man hochwertiges findet, eventuell ergibt sich sogar, dass man das gewünschte gar nicht wirklich braucht, sondern der Wunsch nur ein Impuls aus dem Kleinhirn war? Ist mir schon oft so gegangen.
    Das ständige Gejammer der Deutschen es sei mit dem eigenen Einkommen einfach nicht finanzierbar Nachhaltig und qualitativ hochwertig zu leben ist jedoch weit verbreitet, wobei ich bei Menschen, die ca. 3000 Euro netto Einkommen aufweisen können dafür wenig Verständnis habe.
    Sie schreiben ja selbst: Sie haben keine Lust mehr selber Bionahrungsmittel zu kochen nach dem Feierabend von 9h.
    Meinen Sie einer Mutter und einem Vater geht es anders, die 9h arbeiteten, ein Baby haben und nach Feierabend noch kochen? Dafür muss man dann auf nutzlose Talkshows im Fernsehen verzichten, aber Zeit genug ist da und nicht alles muss wirklich Spaß machen, auch wenn wir in einer Spaßgesellschaft leben.
    Man kann auch den Haushalt „outsourcen“ in Form von Kindermädchen – die kosten nicht mehr als eine Kinderkrippe, wirklich!!! – und Haushaltshilfen. Kostet natürlich Geld, bietet dafür aber immensen Lebenskomfort – leider verbunden mit den Snobvorwürfen in der Verwandschaft, die ihr Geld lieber bei isländischen Banken hortete oder EMTV Aktien gekauft hat.
    Es sind immer die Prioritäten, die man sich selber setzt und genau darauf zielt DonAlphonso meiner Meinung nach auch ab.
    Zu Ihrem letzten Satz: „Und das auch nur, wenn Sie Kultur an in meinen Augen unbedeutenden Dingen wie Geschirr, Möbel, Esskultur, Benimm oder ähnlichem festmachen und nicht an Pressefreiheit, allgemeinem Wahlrecht, Zugang zu Bildung.“
    Die unbedeutenden Dinge sind aber immens wichtig für die bedeutenden Dinge, denn ohne diese Kultur gäbe es auch keine Demokratie, kein allgemeines Wahlrecht, kein Zugang zu Bildung, wie uns zwei deutsche kulturverachtende Diktaturen gezeigt haben.
    Warum sonst finden Sie viele Neonazis gerade in ungebildeten, ohne diese unbedeutenden Dingen lebenden Gesellschaftskreisen? Reiner Zufall?
    Nein!

  248. Selbstverständlich ist es...
    Selbstverständlich ist es gegenwärtig vollkommen unmöglich, einem Ding, das in der Zeit des 3. Reiches geschaffen wurde, auch nur einen positiven Aspekt abzugewinnen. Und so kann das eindeutig nationalsozialistische Service gar keine Alternative zum eindeutig demokratischen Geschirr von IKEA sein.
    Wissen wir doch heute alle ganz genau, wie wir uns damals verhalten hätten. So ein SA-Geschirr hätten wir nie gekauft, denn den roten Blutrand hätten wir selbstverständlich sofort als Einstimmung auf den 2. WK entlarvt.
    Aber das dann auch noch das uns alle duzende IKEA in diese Linie gestellt werden soll? Godwins Law?

  249. unellen

    Den Zugang zu Bildung...
    unellen
    Den Zugang zu Bildung haben viel mehr Kreise als in der Kaiserzeit.
    Jedoch nutzen tun sie ihn nicht mehr. Wer aufsteigen konnte durch Bildung hat es in den Jahren 1950 bis 1980 getan. Danach bestand kaum noch Interesse an Aufstieg durch kostenlose Bildung, die in jeder Bibliothek zugänglich wäre.
    Vor 50, 80 und 100 Jahren hatten die Leute noch Träume vom Aufstieg, heute könnten sie ihn kostenlos haben, jedoch geben sie diese Träume nicht mehr an die Kinder weiter.
    Welche Gesellschaft ist daher besser?
    Ich lebe lieber in einer Gesellschaft, die noch Träume hat und den Willen etwas zu verändern, als sich sozial-konservativ einzumotten, wie es derzeit geschieht.

  250. Ach Dipsy,

    mit Verlaub, Ihr...
    Ach Dipsy,
    mit Verlaub, Ihr Preußenbild ist vollkommen altmodisch und selbstverständlich falsch. Das ist jetzt nicht unbedingt außergewöhnlich, aber trotzdem – wer so gegen das Preußische wettert, dem sei zumindest ein anderer Blickwinkel genannt.
    „Sprechen wir über Preußen – Die Geschichte der armen Leute“ von Joachim Fernau ist ein äußerst kurzweiliges und sehr lesenswertes Buch, welches ich jedem Preußenfeind und -freund nur wärmstens empfehlen kann.
    Und: Da fast jedes Buch von Fernau ein Bestseller war, bekommt man seine Werke sehr günstig gebraucht.

  251. malaparte

    Cool war es immer...
    malaparte
    Cool war es immer die Nüsse vom Walnussbaum herunter zu schlagen und dabei unten einen Stahlhelm amerikanischer, russischer oder deutscher Bauart zu tragen, die im Keller meiner Eltern lagerten.
    Meine Freunde und ich fanden das jedes Jahr klasse ;-)

  252. @VogtNuernberg: Trotz der...
    @VogtNuernberg: Trotz der Unlust nach 9 Stunden Arbeit zu kochen kaufe ich dennoch öfters Bio ;-)
    Mit der Haushaltshilfe und dem Kindermädchen gebe ich Ihnen recht – wenn mein Mann und ich unsere Studienschulden los sind, steht auch die Haushaltshilfe ganz oben auf der Wunschliste.
    Und wie ich schon sagte – ich verbringe meine durch die Unlust in der Woche zu kochen gesparte Zeit ganz bestimmt nicht mit Talkshows ;-)
    @Martina: Zu dieser Aussage:
    „Vor 50, 80 und 100 Jahren hatten die Leute noch Träume vom Aufstieg“
    vor 50, 80 und 100 Jahre hätten mir meine Träume als weibliches Arbeiterklassenkind herzlich wenig genützt.
    „Jedoch nutzen tun sie ihn nicht mehr. Wer aufsteigen konnte durch Bildung hat es in den Jahren 1950 bis 1980 getan.“
    Ich bin selber Jahrgang 1982 und kenne in meinem Umfeld eine Menge Arbeiterklassenkinder, die genau wie ich den Wunsch nach Aufstieg verspürt und verwirklicht haben. Demnach muss ich dieser Aussage energisch wiedersprechen 8-)

  253. Mit Verlaub malaparte, ein...
    Mit Verlaub malaparte, ein Hinweis: ich nahm Preussen bis ca. 1830 ausdrücklich aus (habe ich sogar gelobt). Und, Ihr Autor (dem Klick folgend) endet mit seiner Darstellung auch 1871. Schlimm war auch erst das Preussen des Kaiserreichs. Ich habe dazu Gordon Alexander Craig gelesen und Fontane.
    unelle, ich muss mich da VogtNuernberg anschliessen. Regionale und/oder ökologisch hergestellte Produkte sind überhaupt nicht so teuer wie Sie glauben. Ein Kilogramm Kartoffelchips kostet bequem 10 Euro. Ein Liter schwarzes Zuckerwasser 2 Euro. Das finde ich teuer. Mein sortenreiner Apfelsaft von naturbelassenen Streuobstwiesen kostet 1,80 auf den Liter (es gibt auch den nicht sortenreinen, der kostet nur 1,50 auf dem Wochenmarkt – im Hofladen sogar nur 1,20).

  254. Sehr geehrter...
    Sehr geehrter Dipsy,
    offensichtlich habe ich Ihnen weh getan.
    Das wollte ich nicht.
    Andererseits müssen Sie da durch, denn wer sich aus dem Fenster lehnt, muß damit rechnen, daß er abstürzt und mit Ihrer Preußen-Beschimpfung in Verbindung mit dem Café Möhring haben Sie sich weit aus dem Fenster gelehnt.
    Kurz zu Ihren weiteren Vorurteilen:
    Um einen Elfer zu fahren, muß man nicht Rechtsanwalt sein, aber Sie sind doch auf einem guten Weg dahin.
    Frisch getünchte Häuser, beschnittene Buchsbäume und sind erstmal ein guter Anfang und haben nix mit Berliner oder Hamburger Stars und Sternchen zu tun, eher etwas mit soignierter Bürgerlichkeit.
    Ihre Vorstellung der von mir erwähnten Häuser zeigt einen ebenso ausgewählten Geschmack wie die Wahl Ihres Berliner Kaffeehauses, weißer Marmor und güldene Sesselchen werden Sie da nicht finden, und wenn Sie etwas von Musik verstünden, würden Sie wissen, daß ein Bösendorfer den sehr viel besseren Klang hat.
    Und noch eins:
    Ich rühme mich nicht der sechs laufenden Regalmeter, ich erwähnte es nur der Verhälnismäßigkeit der Preise wegen.
    Und:
    Porschefahrer sind nicht immer schlechte Menschen, und daß mit der Entspanntheit müssen Sie noch üben, kommt noch nicht richtig ‚rüber…

  255. @don - Qualität für...
    @don – Qualität für Anfänger – nicht schlecht. Bitte nicht als Buch, sondern als workshop mit Silbergabel zum Anfassen?
    ****
    Ein derber Schrecken, als Sie auf die Möglichkeiten des Flohmarkts aufmerksam machten. Wenn das jetzt jeder so handhabt. Und bitte erzählen Sie nicht weiter, dass Gelsenkirchner Barock in der Küche gar nicht so dumm ausschaut. Vielleicht sollte auch ich nicht darauf hinweisen, dass ein Kinderservice aus den Fuffzgern, von einer der zahlreichen Porzellanmanufakturen, die es damals in der niederbayrischen Ecke neben Rosenthal und Hutschenreuther auch noch gab (und gibt?) um Welten schöner ausschaut als diese dickwandigen Pötte der Marke Lillifee oder Felix. Und unendlich billiger isses obendrein. 7 Euro ibäääh. Das ganze Service. Kein Puppenservice, ein Kindergeschirr mit Kanne, Milch, Zucker, 4 Tassen, Untertassen, Tellern. Nur so zum Exempel. Vielleicht sollte ich ebenfalls nicht sagen, dass sich Kinder über vollvergoldete Markenware aus Bajuvaria mehr freuen als über „Kindgerechtes“. Daraus, den Kindern obiges Arzberg-Beispiel anzudrehen wird nichts, das ist auch Kindern schon zu fressnapfig, dickwandig und ich hab bis jetzt nicht verstanden, wieso Leute aus was trinken, worauf man sich früher eher gesetzt hätte. Da fallen mir Villeroy & Boch ein, unangenehme Assoziationen, denn natürlich steht da eine edle Tasse auf dem Tisch und keine Sanitärsware.
    Ich habe auch nie verstanden, warum bräunlich-gräulich-dickwandige Geschirre „gemütlich“ sein sollen, ebensowenig verstehe ich, warum die „Pfannen“ in „urigen“ Wirtshäusern so beliebt sind, was da der Spaß ist, aus dem Kochgeschirr zu mampfen. Geht mir einfach nicht in den Schädel.
    Übrigens ist das Arzberger Führerporzellan keine Ausnahme, dergleichen gabs auch in USA, der ganze Stil nennt sich halt Depression und so kommt das Zeug auch rüber. Kann mirs aber durchaus auf kariert-derber Leinendecke vorstellen, möglichst „handgewebt“ oder aus Geschirrtüchern verfertigt, gar aus einem alten Mehlsack genäht auf den rustikal-gemütlichen Tisch in der zum Edelrestaurant umfunktionierten Scheune. Ich tendiere zwar dazu, sowas für ein Beispiel der Geschmacksverirrung zu halten, möglicherweise lieg ich jedoch daneben.
    Es wurde öfter vom Umzug gesprochen. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, die Möbel zu verkaufen und sich vom eingenommenen Geld woanders frisch einzudecken. Bloß so als Idee. Und da ist es keine allzu schlechte Strategie, eher nette Möbel zu erwerben, die sich eben hinterher ohne oder ohne allzugroßen Wertverlust veräußern lassen. Und wer jetzt sagt: Aber die tolle Kommode würde ich dann nie verkaufen wollen und sich, um sich vor dem eventuellen Schmerz einer Trennung von „liebgewordenen“ Stücken zu schützen von vornherein mit Ikea eindeckt, kann irgendwie in diesem Punkt nicht klar denken, oder?

  256. Lieber Herr...
    Lieber Herr Hugoservatius,
    nach meinem Dafürhalten können Sie sich den Vorwurf eingeengter Sichtweise auch gern selbst machen. Dass der Handwerker von Ikea träume, von KIK, vom frssnapfartigen Geschirr? Oh, dass Sie sich da mal nicht täuschen! Ich kenne aus verwandschaflichster Anschauung Handwerker, die eben deswegen, WEIL sie Handwerker sind, nix vom Glump halten. Fürstenberg auf dem Tisch, Rosenthal, und das versilberte Besteck von WMF ist eine Selbstverständlichkeit. Die sich jedes Museum ausführlich begucken, beispielsweise auch das Victoria und Albert, dort kann man zum Thema Stil, Muster, Design ziemlich viel Input abholen. Wo, denken Sie, hat Laura Ashley die Muster her? Sie tun den Handwerkern wirklich bitter unrecht, diesen Geschmacklosigkeit zu unterstellen. Nichts peinlicher, als vom Handwerker auf die minderwertige Ausführung eines Gegenstands, der sich in Ihrem Besitz befindet, hingewiesen zu werden.

  257. @Dipsy und Vogt:
    Ich wollte ja...

    @Dipsy und Vogt:
    Ich wollte ja auch nicht ausdrücken, dass ich was gegen Bioware habe. Aber meistens sind Biolebensmittel schon teurer als konventionelle (man kann natürlich nicht Cola mit Apfelsaft vergleichen. Aber bei Lidl findet man eben Apfelsaft – sogar ohne Zuckerzusatz – für deutlich weniger als 1,80 den Liter).
    Was ich mit meinem Post primär ausdrücken wollte: Für den Normalmenschen, sogar für den etwas besser verdienenden ist es in der Regel schwierig, nur Biolebensmittel zu konsumieren, handgenähte Schuhe zu tragen, sich in die wirklich guten und teuren Designerklamotten zu hüllen, hochwertige Möbel und Geschirr zu haben und nebenbei auch noch den Großteil seines Gemüses selbst zu ziehen ;-)
    Diese hier hoch gelobte Lebensweise ist auch meiner Meinung nach auf jeden Fall wünschenswert. Nur leider unrealistisch.
    Was generelles Prioritätensetzen angeht, so sehe ich das ja genauso wie Sie.
    Ich wehre mich eben nur dagegen, wenn mir indirekt Blödheit unterstellt wird, nur weil ich meine Möbel bei IKEA kaufte. Was hätten mein Mann und ich beim dem Bezug unserer ersten nicht möbilierten Wohnung mit einem Haufen Studienschulden denn sonst machen sollen? 5 Jahre die Bücher in der Kiste lassen, auf einer Matraze auf dem Boden schlafen, das Essen über dem Campinggaskocher kochen und aus dem Koffer leben bis wir uns die hochwertigen Möbel leisten können? Hätte ich etwas viel Verzicht und zu viel Warten auf die „richtigen, hochwertigen Dinge“ gefunden.
    Es kaufen nicht alle IKEA-Käufer deswegen bei IKEA, weil sie nicht qualitätsbewusst sind und von vorneherein planen, das Zeugs nach 5 Jahre gleich wieder wegzuschmeißen. Manchmal gehts halt einfach nicht anders.
    (Was mich persönlich angeht: Nachdem die Studienschulden mittlerweile fast beglichen sind, sparen mein Mann und ich in der Tat für eine schöne Sitzecke. Und die kommt nicht von IKEA – wird allerdings fast soviel kosten, wie wir für unsere Anfangswohnugnsaustattung insgesamt ausgegeben haben).
    P.S. Der Wochenmarkt ist in meiner Stadt leider nicht mit meinen Arbeitszeiten kompatibel, das ist ja noch so ein Problem. In meinem Kaff macht auch der Bioladen in der Innenstadt in der Woche um 18.00 Uhr zu, da bleibt zum Einkaufen zu meinem Bedauern leider nur der Kaufland oder Lidl auf der grünen Wiese im Gewerbegebiet.

  258. Die Forderung des (nach Walter...
    Die Forderung des (nach Walter Gropius) zweiten Bauhaus-Direktors Hannes Meyer, „Volksbedarf statt Luxusbedarf“ – wird von IKEA erfüllt.

  259. "[...] wenn Sie etwas von...
    „[…] wenn Sie etwas von Musik verstünden, würden Sie wissen, daß ein Bösendorfer den sehr viel besseren Klang hat.“ – Natürlich, Maestro Servatius, deshalb stehen auch in nahezu allen renommierten Konzerthäusern dieser Welt Instrumente von Steinway; deshalb spiel(t)en die größten Pianisten ausschließlich den D-274: Argerich, Arrau, Ashkenazy, Barenboim, Benedetti-Michelangeli, Brendel, Gould, Horowitz, Kissin, Lipatti, Pollini, Serkin, Thibaudet etc. etc. Alles amusische Banausen, mit denen man sich in Ihren Hochglanzvillen selbstverständlich nicht gemein machen will. Dort spielt die halbgebildete Charity-Bratze ihre Clementi-Sonatinen natürlich nur auf dem Imperial.

  260. SD, und von diversen...
    SD, und von diversen totalitären Regimen und von Chinas Sklavenpolitiik heute auch. Man sollte mal überlegen, ob solche Verdikte immer und überall stimmen.

  261. Nun, hugoservatius. Ich bin...
    Nun, hugoservatius. Ich bin eigentlich ziemlich entspannt und mir tut auch gar nichts weh. Sie tun mir ungefähr genauso weh, wie die Sorte von Kommilitonen, die sich über meine löchrigen Pullover und abgestossenen Hemdenkragen lustig machen.
    Ich stelle auch gar nicht in Abrede, dass man kein Rechtsanwalt sein muss, um einen „Elfer“ zu fahren. Sie können es sich in Berlin vielleicht nicht vorstellen: es gibt Leute, die für den Alltag einen uralten Golf fahren (keine Sorge, es fehlt nicht am nötigen Kleingeld für den „Elfer“). Man muss einfach nicht auftragen, aber man könnte, wenn man den wollte. Aber, man MUSS nicht.
    Ja, wie erwähnt, in meiner Nachbarschaft (und in dem Familien- und Freundeskreis) gibt es eine ganze Reihe von Leuten, die ziemlich wenig Wert auf frisch geschnittene Hecken (ich finde das sogar sehr schön und die einzigen Pflanzen die regelmässige Pflege erhalten sind Rosen und das mache ich ganz allein) und frisch gepinselte Häuser legen. Die Häuser sind nicht klein, die Gärten auch nicht, die Bäume alt. Der einzige Bewohner meines Viertels, der in einem vollkommen dahergeputzen Haus lebt (die Aussenbeleuchtung ist jeweils mit einer Goldspitze gekrönt), nun, es ist ein Russe. Der Mann muss repräsentieren. Andere üben sich da in Zurückhaltung.
    Aber, das ist Südeutschland, nicht Grossberlin.
    Wie Sie vielleicht auch bemerkt haben, war der Hinweis auf den Steinway und das Trophy-Wife nicht ohne Ironie. Ihnen mag ein Bösendorfer gefallen (ist auch schön). Ich bleibe bei meinem Blüthner (der wohl wärmste Klang) und stünde ich vor der Entscheidung eines Neukaufs, ich würde wohl einen Fazioli nehmen.
    Ich habe nur die Erfahrung gemacht, dass die Herren in einem neueren Porsche nicht gerade die angenhemsten Zeitgenossen sind. Sehr viele der Kategorie „dicke Hose“, die zeigen müssen, dass sie was haben. Die laut reden. Ich habe überhaupt nichts gegen Porschefahrer (oder auch anderer grösserer Fahrzeuge); solang man aus Genuss diesen Wagen fährt – nicht, weil es ein „must have“ ist. In Berlin scheint das vielleicht erstrebenswert uns chic. Im Süden ist es das nicht. Hugoservatius, man muss nicht zeigen was man und was nicht.
    Aber, Sie könnten mir bei der Gelegenheit wenigstens sagen, wo man nun in Berlin das beste Caféhaus mit hausgemachter Torte zu finden ist (bitte ohne Politiker und wichtigen Leuten, einfach mit Witwen drin). Ich werde nun noch im November einmal in die Stadt müssen und bin da um Insidertipps wirklich froh.
    unelle, ich kann das schon nachvollziehen was Sie da schreiben. Nur, machen Sie sich einmal den Spass und gehen Sie auf den Wochenmarkt Ihrer Stadt (oder eben der Nachbarstadt). Bei uns ist der auch am Samstag Vormittag. Die Bauern aus der Region sind wirklich unwesentlich teurer als ein Supermarkt. Dort bekomme ich auch Fleisch und Fisch und Blumen (die sind nun wieder massiv günstiger als im Blumenladen, man muss/kann sie aber selbst arrangieren). Ich will Ihnen auch bei der Kleidung widersprechen. Niemand würde auf die Idee kommen, irgendeinen Designerfummel zu kaufen. Ein Hemd für Ihren werten Herrn Gatten ist bei einem Schneider günstiger als Sie denken – fast günstiger als Hemden mit Pferdchenmännchen drauf. Dafür passen die Dinger wie angegossen und halten auch wesentlich länger. Es gibt nur sehr wenige Häuser, die ihren Preis auch wert sind (z.B. Loro Piana). Es gibt da eine ziemlich einfache Regel: umso grösser die Marke auf einem Fummel steht, umso billiger ist es und umso schlechter ist die Qualität.
    Nein, nein Frau unelle. Es unterstellt Ihnen auch niemand Blödheit. Es ist Ihre Entscheidung und Ihr gutes Recht in diesem Laden (und in jedem anderen Laden auch) einkaufen zu gehen. Nur, wenn Sie z.B. zu Lidl einkaufen gehen (und damit dieses System unterstützen), dann bitte auch keine Aufregung über miserable und sklavenhalterische Arbeitsbedingungen, Niedriglöhne, sinnlos durch die Republik gekarrte Milch, Mitleid mit Bauern wegen des niedrigen Milchpreises, Zersiedelung und zuviel Verkehr (die Dinger stehen ja meist so, dass man unbedingt einen Wagen benötigt). Das ist alles und auch gar nicht vorwurfsvoll oder weltverbesserisch gemeint.

  262. Giacinto,

    ich muss Ihnen da...
    Giacinto,
    ich muss Ihnen da bei Steinway ein wenig widersprechen. Steinway hat ganz ohne Frage den klarsten Klang (wenn auch etwas hart) aller Pianos. Allerdings ist die Vorherrschaft des Hauses Steinway schlicht historisch begründet. Bis 45 war Bechstein der vorherrschende Lieferant in Europa. Nach 45 war Steinway schlicht das erste Haus, was wieder liefern konnte. Und Bösendorfer gilt allgemein einfach als schwachbrüstig für einen Konzertsaal.
    Hugoservatius musste einfach -in typisch Berliner Manier- drauf losbeissen ohne den Sinn meiner Satzkonstruktion verstanden zu haben. Wenn man von Trophy-Wife und Steinway spricht, dann das vor allem deswegen, weil Steinway wohl das erste Haus ist, was man bei dieser Form des Bildungszuwachses kennenlernt. Ich fürchte leider, dass sehr viele Eigentümer der weissen Villen mit dem „Elfer“ vor der Tür rasche Aufsteiger der Berliner Medienszene sind.

  263. unellen

    Lachen Sie jetzt...
    unellen
    Lachen Sie jetzt bitte nicht:
    „5 Jahre die Bücher in der Kiste lassen, auf einer Matraze auf dem Boden schlafen, das Essen über dem Campinggaskocher kochen und aus dem Koffer leben bis wir uns die hochwertigen Möbel leisten können? “
    Ja, genau das haben wir getan, die Möbel waren gebrauchte Möbel, teilweise 70 Jahre alt, die wir von einer verstorbenen Tante geerbt haben, die Matraze lag wirklich auf dem Boden für 4 Jahre.
    Gut Essen kochen konnten wir in der Einbauküche unseres Vermieters. So schlimm war das dann doch nicht ;-)
    Dafür haben wir uns dann die hochwertigen Möbel langsam aber sicher zusammengekauft. Jetzt geht es halt etwas schneller.
    Ging schneller als wir dachten, da wir ja nicht die Anfangsinvestition in IKEA benötigten, die uns wieder die pekuniären Mittel in dieser Startzeit entzogen hätten. Denn billiger ist IKEA wirklich nicht, gerade wenn es um Schränke geht.
    Ok, ein Billyregal habe ich auch besessen, ich bekenne mich schuldig.

  264. ... ja könnt Ihr denn...
    … ja könnt Ihr denn überhaupt Klavier spielen?
    Ziehharmonika gefällt mir übrigens besser, v.a. die des-moll-Sonate von Wladimir Martynow.

  265. @Dipsy: Was sie bezüglich der...
    @Dipsy: Was sie bezüglich der Vorherrschaft der Steinways in den Konzertsälen sagen, stimmt natürlich. Es ging mir letztlich ja auch nicht darum, irgendein „Qualitäts-Ranking“ anzustrengen. Jedes Klavier hat seine Stärken und Schwächen hinsichtlich des Ortes, an dem es steht und gemessen daran, welche Literatur man darauf spielen möchte. (Spielen Sie mal Bach auf einem Bösendorfer: da klingt noch die temporeichste Gigue nach Sarabande.) Vielmehr war mir darum zu tun, dieses bornierte Gewäsch vom „sehr viel besseren Klang“ bloßzustellen. So kann nur jemand reden, der seine musikalische Bildung aus „Reclams Konzertführer“ oder Käseblättern à la „Rondo“ bezieht.

  266. Bei den Flügeln (nein nicht...
    Bei den Flügeln (nein nicht denen des Gesanges sondern denen vom Typ Pianoforte) würde ich Dipsy sogar zustimmen, ich habe einige Bösendorfer erlebr die in den Höhen im fff scheppern und sehr metallisch klingen. Zu Fazioli kann ich nichts sagen (keine eigene Erfahrung). Die Steinways haben selbst innerhalb einer Serie beim gleichen Modell fühl- und höhrbare Unterschiede. Deswegen fahren Profis (wie die oben zitierten) gern ins Werk oder ein Großlager und suchen sich per Probespiel den passenden aus. Und der runde, gesangliche, fallweise weiche Ton eines gutntonierten großen Blüthners ist meinem Klangideal am nächsten.
    Aber der Empfehlung einer sehr guten Konditorei in Berlin sehe ich mit Spannung entgegen. Im Operncafé neben der Staatsoper unter den Linden habe ich ganz manierliche Torte gegessen, sie hat auch meinen Mitarbeiterinnen geschmeckt (nach einem dienstlichen Termin in Mitte vor einem spät gebuchten Rückflug).
    Nur das Interieur passt nicht ganz.

  267. @Genossen Klavierbesitzer,
    mal...

    @Genossen Klavierbesitzer,
    mal ganz im Ernst: Wenn Sie Musik so gerne haben und auch sonst nicht arm sind, warum laden Sie dann nicht häufiger mal einen gescheiterten Pianisten, der sich Musikschullehrer o.ä. sein karges Brot verdient, zu sich ein, daß er Ihnen und Ihren Kindern einen Abend lang irgendwas vorspielt? Da gäbe es auch Studenten, die selber keinen Flügel haben, und irgendwo üben wollen.

  268. Sehr verehrte Frau...
    Sehr verehrte Frau Wortschubse,
    Sie haben mich komplett, rundum und vollständig falsch verstanden.
    Ich bin selber Handwerker im weiteren Sinn und kann Ihre Ausführungen einhundertprozentig unterschreiben.
    Nur Laura Ashley, damit hab‘ ich mich immer schwer getan, im Gegensatz zu den echten Liberty-Stoffen.
    Beste Grüße, hs.

  269. @HansMeier555 Wer sagt denn...
    @HansMeier555 Wer sagt denn dass ich das nicht manchmal mache? Ich rede nur eher selten darüber. Von denen habe ich auch den ein oder anderen Tip zur vergleichenden Bertrachtung von Geflügeltem.

  270. Sehr geehrter Herr Dipsy,
    Ihre...

    Sehr geehrter Herr Dipsy,
    Ihre Liebe zum süddeutschen in allen Ehren, aber verwahrloste Gärten und ungepflegte Autos finden Sie im von Ihnen so hübsch hämisch bezeichneten „Groß-Berlin“ sicherlich mehr als in der Kapitale der Bussi-Gesellschaft und im ordentlichen Schwabenland.
    Und glauben Sie mir, ich fahre unsere Autos ausschließlich zu meinem Vergnügen, allerdings bewege ich mich in „Groß-Berlin“ vorwiegend mit einem Smart und in Hamburg mit einem Golf Cabriolet, was sicher wesentlich älter ist als der von Ihnen als Gipfel des Understatements gewertete alte Golf, allerdings grundsätzlich frisch gewaschen.
    Daß Sie mir das mit dem „Können“ aber nicht „Müssen“ so dezidiert erklären, freut mich sehr (und ich sach noch, der ist Lehrer…), ist aber nicht wirklich nötig.
    Ich komme aus Hamburg, da lernt man das in der Vorschule.
    Und mit Plünnen, auf denen Logos d’rauf sind, beschäftigen wir uns gar nicht.
    Allerdings mit guten Konditoreien.
    Also, wenn Sie ‚mal wieder nach Berlin zu reisen genötigt werden, Café Richter, Giesebrechtstraße 22, Berlin-Charlottenburg. Garantiert keine Politiker, dafür aber vielleicht ein dunkelgrüner Elfer mit Hamburger Kennzeichen vor der Tür.

  271. Giacinto, ich stimme Ihnen da...
    Giacinto, ich stimme Ihnen da auch ganz zu. Wobei ich mir, jetzt nach einem Glas, überlege, dass so ein Bösendorfer Imperial eigentlich sehr gut zu Berlin passt. Es kommt globig daher und hat dafür eigentlich recht wenig auf dem Kasten.
    Wobei ich natürlich nicht verstehen mag, warum ein gestandener Preusse nun österreische Produktion kauft.
    Oh, vielen Dank hugoservatius. Ich werde dieses Café probieren und ggf. hier berichten. Sollte ich Ihren Wagen vor der Tür sehen, ich werde mich irgendwie bemerkbar machen.

  272. Sehr geehrter...
    Sehr geehrter Hugoservatius,
    nun, ich kann mit Laura Ashley auch nicht allzu viel anfangen, ist halt bekannter und verbreiteter als Liberty. Und in den letzten Jahren unglaublich im Preis gerutscht, auf eine Art, ja, da konnte ich denn doch nicht umhin, Vorhangsstoffe zu erwerben, die dann auf der ollen Singer mal eben verarbeitet wurden. Beim Nähen gehts mir wie Herrn Alfons beim Abwasch: Man kann so herrlich dabei nachdenken. Wenn mans nicht im Akkord muß und nur zum Spaß mit schönen Materialien, dann hats was Meditatives. Zum Schluss möchte ich anmerken, dass man sich einfach und unabhängig vom Geldbeutel zu schade für Schund sein sollte, für Depressionsgeschirre. Selma Lagerlöf (ich mag sie nicht allzu sehr, aber manchmal, ja manchmal sind die Beobachtungen nicht gar so dumm) bemerkt in den „Löwenskölds“, dass die Volkstrachten immer der höfischen Kleidung nachgebildet war, in Mustern, in Schnitten. Bauernmalerei sollte den Bauernschrankbesitzer über das doch eher minderwertige Material, das intarsienunfähige, hinwegtrösten und wie man aus einem Kuhstall einen Palast macht, davon kann man sich in Oberammergau überzeugen, nicht? Volk, werde anspruchsvoll ;-) Luxus für alle ;-) (oder sollte ich schreiben: „Schönheit“?)

  273. unellen, irgendwo wird man...
    unellen, irgendwo wird man immer Abstriche machen müssen. Designerkleider wäre so eine Sache. ich werde bei meinem kommenden Italienausflug meine Schuhmacherin fragen, ob sie nicht auch einen guten Schneider weiss.#
    .
    wortschubse, bei den Wandfarben kann man wahrlich nichts gegen Laure Ashley sagen.

  274. Mal was anderes als die...
    Mal was anderes als die vielen offenbar drängenden Distinktionsprobleme (vgl. dazu Bourdieu, Die feinen Unterschiede, das meiste dort Gesagte lässt sich problemlos aus der französischen Gesellschaft der siebziger Jahre auf die heutige in der Bundesrepublik, bzw. die vorliegende Diskussion übertragen): Hat hier schon mal jemand Möbel bei Muji gekauft? Es wird manchmal als das „japanische Ikea“ bezeichnet, verkauft aber Tischen und Betten aus Massivholz, zu entsprechend höheren Preisen, aber immer noch billiger als in vielen Einrichtungshäusern. Das Design finde ich schlicht und ansprechend.

  275. @unellen: Ich fühle mein...
    @unellen: Ich fühle mein Manifestchen missverstanden. Nein, es geht nicht um Bio kaufen und so’n bürgerlichen Schei.. – wenn’s darum ginge, würde ich als Mensch proletarischer Herkunft und Gesinnung sofort anfangen, nur noch LIDL-Wurst zu fressen. Es geht darum, den Frass- und Klamotten-Konzernen, die uns fortwährend verar…en, das Wasser zu verdünnen. Also deren Umsatz und Profit nicht noch zu vermehren. Denn das ist unsere einzige Waffe als Konsument: Boykottieren, nicht mehr hingehen, weniger shoppen, selbstmachen.
    .
    Bei der Ernährung ziehe ich das jetzt seit rund vier Jahren durch: Null Convenience-Kram. Alles wird gekocht, vieles eingemacht. Nicht mal Maggi-Fix kommt ins Haus beim Kochen. Seit einiger Zeit backe ich selbst das Brot. Zugegeben: Anfangs mit Hilfe von Backmischungen, inzwischen stehend freihändig. Der Zeitbedarf für das Backen eines ordentlichen Vollkornbrotes beträgt 12 Minuten: sechs Minuten zum Anrühren, sechs Minuten zum Durchwalken des Teigs. Aufgehen tut der von allein, das Backen übernimmt der Ofen. So bekomme ich ein 1-Kilo-Biobrot für etwa 1,50 Euro. ZWÖLF Minuten! Die kann man vom Fernsehglotzen grad noch so abknapsen.
    Kräuter auf de Fensterbank oder dem Balkon zu ziehen, kostet so gut wie gar nichts. Und so weiter…
    .
    Gerade brauche ich eine neue Brille. Statt wie früher zum Mann mit F zu tappern, habe ich den lokalen Optiker umme Ecke entdeckt. Der Laden sieht bisschen angeranzt aus. Aber was mit da an Kompetenz und Beratungswillen entgegenschlug, war phänomenal. Jetzt kommt’s: Die Gläser kosten exakt genauso fiel wie beim Mann und beim Planeten. Dafür werden die Anpassungsarbeiten ans bestehende Gestell für lau gemacht. Okay, die Auswahl an Gestellen ist nicht so groß; aber beim Optiker Wette an der Hüttenstraße in Düsseldorf sind sie sich auch nicht zu fein, ein woanders gekauftes Gestell zu bestücken. So geht das beim local dealer.
    .
    Ich sach euch: Gut leben ist billiger als normal leben im Sinne der Konsumketten, die in der Hölle schmoren mögen!

  276. @Krokodil

    Danke! Bourdieu...
    @Krokodil
    Danke! Bourdieu springt einen nun wirklich an, wenn man dieses amüsante Forum etwas verfolgt. Wohl dem, der zwischen Distinktion und Prätention zu unterschieden weiß! In jedem Fall macht ein gesundes Selbstbewusstseins das Leben insgesamt angenehmer und erspart so manche „Investition“. Geld für Dinge auszugeben, die man persönlich nicht benötigt nur um Leuten zu imponieren, die man u.U. nicht einmal besonders schätzt, ist in jedem Fall als bl…- sagen wir „undurchdacht“ – zu bezeichnen. Gerade Kaufentscheidungen ohne prestigeträchtige Außenwirkung (bei den Schweden oder sonstwo) sind dagegen doch im wahrsten Sinne des Wortes „Privatvergnügen“ und entziehen sich somit jeder Wertung von außen.
    @All
    Ansonsten: Gerade die von Intoleranz geprägten Kommentare sind natürlich die unterhaltsamsten und machen nicht zuletzt die Würze eines solchen Forums aus.

  277. @Vogt: Ich bewundere ja...
    @Vogt: Ich bewundere ja irgendwie Ihre Konsequenz – aber ich wäre dafür nun wirklich zu bequem ;-)
    @Dipsy: Der Wochenmarkt in meiner Stadt ist Mittwoch vormittags und fällt damit für mich flach (in meiner Region geht man irgendwie immer davon aus, dass mindestens einer Person in jedem Haushalt über freie Zeiteinteilung verfügt).
    Das heuchlerische „die-Welt-verbessern-wollen-und-trotzdem-bei-Lidl-kaufen“ geht mir auch auf die Nerven. Mir ist es während des Studiums öfters passiert, dass ich von der Ökofraktion Schelte bekam, z.B. weil ich es gewagt hatte in der Mensa das Schnitzel zu nehmen („der Flächenverbrauch! Die Massentierhaltung! Der CO2-Ausstoß!“). Selber flogen genau diese Leute immer in den Semesterferien um die halbe Welt, meist nach Südostasien auf dem Selbstverwirklichungstripp… ach ja, und die meisten von ihnen rauchten.
    @Dipsy und Don Alphonso:
    Das mit dem schneidern lassen ist in der Tat eine gute Idee – ich denke da aber eher an mich, mein „Gatte“ (hihi) trägt die allermeiste Zeit alte T-Shirts, und wenn ein Kundentermin in seiner Firma ansteht trägt er die alten Hemden seines Vaters auf (tschechoslowakische Sozialismushemden, die sind und sind einfach nicht alt und kaputt zu kriegen. Die Designs sind mittlerweile sogar auch wieder in, und so kann sich mein Mann sogar rühmen, echtes „Vintage“ zu tragen).
    Schneidern lassen wäre auch dehalb schön, weil ich dann endlich Businessblusen in vernünftiger Passform hätte (bei den normal verkäuflichen Schnitten sind Brüste und Taille leider nicht vorgesehen) die nicht unbedingt rosa oder hellblau sind… Wer einen guten bezahlbaren Schneider im Saarland, Rheinland oder Umgebung empfehlen kann: Immer her damit :-)
    @all: Lustig, fängt jetzt nach dem IKEA-Bashing das Berlin-Bashing an? Dort habe ich selber studiert. Tortenhäuser kann ich leider nicht empfehlen, aber wer einen günstigen Mensakaffee mit atemberaubender Aussicht über die Stadt zu sich nehmen will, fahre in die 20. Etage des Tel-Gebäudes der TU Berlin (U-Bahnhof Ernst-Reuter-Platz).

  278. unellen, für Einsteiger ist...
    unellen, für Einsteiger ist nach wie vor Dolzer zu empfehlen. Es ist zwar bloss Masskonfektion, allerdings zu einem sehr sehr vernünftigen Preis (da sind Sie ab ca. 70 Euro dabei). Man muss sich einmal ausmessen lassen, dann probiert man das Ding mal an und kann auf dieser Grundlage eigentlich immer nachbestellen (soweit sich keine körperlichen Veränderungen ergeben natürlich). Ob die in Ihrer Nähe sind weiss ich nicht, googeln Sie doch einmal.
    Für Fortgeschittene dann der Berg in München oder der Sartori in Zürich.
    Nunja, mit dem Kaffee ist das so eine Sache. Die sind zumeist sehr säurebetont und oft bekommt man auch in der Gastronomie nur sehr minderwertigen Kaffee. Gehen Sie einmal zu Ihrem Kaffeehaus und fragen Sie nach einem Maragogype (unwesentlich teurer als normaler Kaffee). Sie werden nie wieder etwas anderes trinken wollen. Da ist mir auch die Aussicht egal.

  279. Dipsy

    Fahren Sie in Berlin...
    Dipsy
    Fahren Sie in Berlin nach Lübars und trinken dort in einem Cafe einen Kaffee. Da ist man dann mal weg von dem typischen Berlin.

  280. @Dipsy: Bei Dolzer war ich...
    @Dipsy: Bei Dolzer war ich schonmal hängengeblieben – da gibts im Onlineshop für Damen farblich keinen einzigen Stoff, den ich schön finde. Nur 08/15 Design in 08/15 Farben und Mustern. Ich könnte es natürlich mal in einer Filiale probieren, die nächste wäre in Mannheim. Vielleicht fahre ich aber auch lieber ins Designeroutlet nach Zweibrücken zu Van Laack – da hatte ich schonmal das Glück, für jeweils 60€ (normalerweise kosten die glaube ich eher so um die 200€) zwei gut sitzende Seidenblusen zu finden, die ein wenig individueller sind (eine im klassischen Schnitt in einem satten Terrakottaton, eine mit Stehkragen in dunklem satten Weinrot). Sind auch die einzigen Blusen, die ich besitze, alles andere passt nicht.
    Trotzdem danke fürs Tippaufschreiben :-)
    Was Businesskleidung angeht, haben es die Männer deutlich leichter…
    Was den Kaffee angeht: Mensakaffee hat ja hauptsächlich das Ziel, wach zu machen ;-). Den Maragogype werde ich mal unserer Bürokaffeefee vorschlagen, die legt zum Glück auch Wert auf guten Kaffee. Selber trinke ich nur auf der Arbeit Kaffee, zu Hause wird Tee gemacht.
    Wenn Sie ganz hip sein sollen, trinken Sie im Telgebäude in Berlin halt eine Bionade. Die ist dann sogar auch noch ökologisch korrekt.
    Lübars ist übrigens wirklich hübsch, halt eher ein Dorf. Aber idyllisch – zumindest auf den ersten Blick (habe da mal eine bodenkundliche Exkursion tutoriert, und es ist immer wieder lustig wieviele Landschaftsschutzgebiete auf Altablagerungen oder ähnlichem ausgewiesen werden. Frei nach der Devise: Mit der Fläche kann man nix mehr anfangen, also machen wir was Erholungsmäßiges draus).

  281. Frau unelle,

    ich fürchte,...
    Frau unelle,
    ich fürchte, Sie werden bei Ihren Farbvorlieben bei keinem Schneider fündig werden. Dort gehen »lebendige« Farben wirklich nicht gut, eher ganz zeitlose Farben. Es gibt aber sicher den ein oder anderen Schneider, wo Sie Auftragsarbeiten machen lassen können. Das Tuch müssen Sie dann selbst besorgen (Biella oder Mailand, kann man gut mit einem Urlaub im Tessin verbinden).
    Nein, nein. Ein Mann hat es da wirklich auch nicht einfach. Gehen Sie einmal zu Geschäftsschlusszeiten in eine deutsche Grosstadt und schauen Sie sich die Herren an. Grauenvolle Anblicke, beginnend bei der Farbe der Hemden (türkis, mint, orange, rot), scheusslichster Krawatten, schlechten Schuhen (von Gummisohle bis sehr modischen Schuhen) und Anzüge aus billigem, teilweise synthetischen Stoff (Sie sehen das daran, wie das Tuch fällt). Es gibt auch bei der Herrenmode eine ganze Reihe von Fettnäpfchen.
    Nunja, Kaffee mag wach machen, allerdings habe ich keine Lust meinen Magen dabei zu quälen. Der Maragogype ist wirklich ein idealer Kaffee für den Morgen und sehr mild. Jeder gute Kaffeehändler hat den.
    Ich habe Bionade schon getrunken, als das Zeug noch niemand trank. Ich war unweit des Herstellungsortes bei der Bundeswehr und die Verteilung von Bionade hat man dort offenbar als eine Art regionale Wirtschaftsförderung begriffen.
    VogtNuernberg (und natürlich unelle und hugoservatius), mein Ziel ist es eigentlich, so wenig wie möglich in Berlin zu sein. Das liegt wirklich weniger an der Stadt als an den Menschen in der Stadt. Wäre Berlin badisch, es wäre da wirklich herrlich. Nur sind eben die Berliner Berliner und keine Badener.
    Womit auch das Berlin-Bashing eine Begründung erfahren soll. In der Stadt leben ca. 20% Rentner und 15% Kinder. Von den verbleibenden 65% (also ca. 2 Millionen Menschen) beziehen 500.000 Hartz IV, 270.000 Personen sind Arbeitslos, 80.000 Arbeiten für das Land Berlin (Angestellte und Arbeiter des öffentlichen Dienst, Landesbeamte), 15.000 noch einmal für den Bund, 110.000 Studenten, bei den staatsnahen Unternehmen (Bahn, KfW, usw.) weitere 10.000. Dazu kommen Unmengen von Mitarbeitern bei Lobbyistenverbänden, Kreativlingen usw. usw.. Worauf ich hinaus will: glaubt irgendwer ernsthaft, dass aus einer solchen Stadt (immerhin leben mehr als 2/3 der Bevölkerung unmittelbar von Vater Staat) sinnvolle Politik kommen kann? Der Vorteil vom kleinen Bonn bestand gerade darin, dass da man da auf Tuchfühlung mit dem normalen Leben (sei es Köln oder das gesamte Ruhrgebiet) war. Berlin ist ein sich abgeschlossenes Ghetto und je mehr man die Politik beobachtet, desto häufiger kommt man zu dem Schluss, dass man Berlin als das Mass aller Dinge sieht. Die Politik dieser Stadt kann also weder bürgerfreundlich, noch mittelstandsnah sein. Und tatsächlich zielt diese Politik darauf, immer mehr Leute in den Bann des Staates, in staatliche Abhängigkeit zu bringen. Was in Berlin fehlt ist einfach der gesunde Ausgleich zwischen Leuten die wirklich etwas schaffen und Leuten, die nur von der Umverteilung anderer Leute leben. Historisch gesehen endeten Phasen, in denen Berlin Hauptstadt war, immer in einer Katastrophe.
    Don Alphonso, ist es ein grosser Aufwand für Sie, wenn wir hier weiterreden oder sollen wir auch umziehen?

  282. gratulation zu diesem...
    gratulation zu diesem mega-thread, don.
    schoener titel. der ja auch irgendwie schon alles sagte.
    eins nur zu ikea: in deutschland – oder gerade in skandinavien – kann man ikea zu recht etwas belaecheln und sich bequem auch in feinster moderne distanzieren. in vielen anderen laendern allerdings hat – oder hatte – ikea (und seine adepten wie habitat et al.) eine vorreiterrolle in vielem, was wenigsten halbwegs geschmackvolle zeitgenoessische wohnkultur betrifft.
    ich denke an spanien, an england auch, an die usa etc. etc. etc.

  283. Zu guter letzt eine...
    Zu guter letzt eine Rechenaufgabe:
    WBG (von heute): „Individualität und Qualität sind die Eckpfeiler dieses Möbelsystems.“: Buche, 212 x 120 x 25 cm: 527,00 Euro. Billy, Buchenfurnier, 202 x 80 x 28 cm, 65,00 Euro. Einkommen: 1.200 Euro. Bedarf: 100 Regalmeter. Was ist günstiger? Was ist bezahlbar? In welchem Land leben wir? Wer seid ihr Ikea-Verächter? Von wessen Geld lebt ihr?

  284. Savall

    Einfach langsam das...
    Savall
    Einfach langsam das Regalsystem über mehrere Jahre kaufen. Dafür hält es dann auch ein Leben lang.
    Außerdem: Wer braucht 100 Regalmeter? Selbst mit unserer Bibliothek brauchen wir nicht soviel.
    Ein normales Zimmer – 15qm – vom Boden bis zur Decke mit Billyregalen ausgestattet bringt es an den Wänden auf 14 laufende Meter und das auf ca. 7 Ebenen ca. 98 Regalmeter.
    Was also wollen Sie mit 100 Regalmeter? Im Keller? Da hat ja niemand was gegen Billyregale, obwohl ich hier die genauso teure Metallvariante vom OBI vorziehen würde.
    Beim Schreiner kosten 50 Regalmeter, wie wir sie haben einbauen lassen aus Massivholz ca. 5000 Euro. Dafür haben wir aber keine zwei Autos.
    Es kommt immer auf die Prioritäten an.
    Von wessen Geld wir leben? Ganz einfach, von meinem Einkommen und das meiner selbstständigen Frau. Stimmt 164 Euro bekommen wir für unsere 10 Monate alte Tochter vom Staat.
    Und ja, wir fördern die ortsansässigen Schreiner und Handwerker, ohne die viele nicht mal die 1200 Euro Nettoeinkommen hätten, denn ohne Aufträge wären diese dann arbeitslos.
    Entscheidend ist: Nicht auf die Globalisierung schimpfen, die großen Firmen angreifen, selber aber im eigenen Leben keine Kompromisse und Konsequenz an den Tag legen, genau an diesen beiden Eigenschaften mangelt es aber vielen in diesem Lande, ohne dass sie erkennen, dass sie sich eigentlich selbst arbeitslos geizen.

  285. @HansMeier555
    "Den...

    @HansMeier555
    „Den eigentlichen Wert einer Bibliothek muß man im Kopf haben.“
    Das mag für belletristische und geisteswissenschaftliche Bibliotheken gelten. Ich dagegen habe meine Bibliotheken immer als Nachschlagemöglichkeiten zu meinen speziellen Interessengebieten betrachtet, auf die ich auch im Internetzeitalter nicht verzichten möchte. Das schließt jedoch nicht aus, dass ich mich beim Wechsel des Interessengebietes auch von der jeweilgen Bibliothek trenne. So in der Vergangenheit von den Arachniden und der Flugaerodynamik um Platz für die Automobildesignhistorie zu schaffen.

  286. Herrlich, Giacinto! Mich...
    Herrlich, Giacinto! Mich übermannt das Lachen. Das schöne am Internet und vor allem in diesem Blog ist, „dass niemand weiß, dass du ein Hund bist“:
    http://www.einsteigerclub.at/uploaded_images/idog-714902.jpg

  287. @dipsy: als blasse...
    @dipsy: als blasse Herbstbrünette sehe ich in den „zeitlosen Farben“ Farben meist aus wie eine Wasserleiche, da diese „zeitlosen Farben“ (weiß, schwarz, hellblau, rosa, schilfgrün) in der Regel kühl sind, ich als Herbsttyp aber warme, tiefe Farben brauche. An einer blauäugigen Sommerblondine würde meine terracottafarbene Seidenbluse sicherlich fürchterlich aussehen.
    Ich weiß aber nicht, was Sie gegen rote Hemden haben – natürlich kann solch eine Farbe nicht jeder tragen, aber ein männlicher Wintertyp mit Olivteint und schwarzen Haaren sieht in einem schwarzen Anzug mit rotem Hemd fantastisch aus, an ihm wird das rote Hemd auch nicht grell, sondern passend aussehen. Aber das geht jetzt noch mehr ins offtopic, genaugenommen ins beauty-offtopic (falls Sie das Farbtypenkonzept lächerlich finden: Googlen Sie mal nach Fotos von Andrea Sawatzki. Sie ist Herbsttyp und trägt leider selten typgerechte Farben, meistens das Verlegenheitsschwarz, weswegen sie meist extrem blass und erfroren wirkt)… außerdem ist der Kleidungsstil nun wirklich Geschmackssache, ich persönlich bin da eher etwas individualistisch. Den „zeitlos-konformistischen-Businesstil“ mit grauen oder dunkelblauen Anzügen und weißen, dezent gemusterten Hemden finde ich jedenfalls zum Gähnen langweilig ;-)
    Das Berlin-Bashing kann ich insofern etwas verstehen, dass ich ja selber froh war, als ich aus der Stadt wieder weg war. Dafür ist die Region, in der ich jetzt lebe (Saarland) leider andererseits wieder total verstaubt und konservativ – sinngemäß war unser Mitvertrag an „Eheleute Hans Müller“ adressiert…

  288. statt Mayr´s Pop(en)musik...
    statt Mayr´s Pop(en)musik des Jahres 1795:
    ein Musikkünstler, der mir kürzlich auf einem Sommerfest der besseren Kreise vorgestellt wurde.
    .
    Rainald Grebe singt über IKEA-Möbel,dreissigjährige Pärchen, Immobilienerbschaften und kulinarische Escapaden alleinkochender Junggesellen: passend für Don Alfonso´s blog. Viel Vergnügen !
    http://www.youtube.com/watch?v=MKlxFH8ez18&feature=related

  289. Sehr geehrter Herr Dipsy,
    Ihre...

    Sehr geehrter Herr Dipsy,
    Ihre Kleidungstips sind auf dem Niveau Ihrer Kaffeehausvorlieben, die Plünnen von Dolzer tragen mit Vorliebe mittelmäßige Journalisten mit konservativen Ambitionen, verarmte Adelige mit dem ersten juristischen Staatsexamen und früher das sogenannte „Middlemanagement“ im Unternehmen meines Vaters.
    Dann bitte lieber einen vernünftigen Anzug und ein ordentliches Ralph-Lauren-Hemd (die ohne Reiter und mit Umschlagmanschette) von der Stange, als so’n Zeugs.
    Aber zu wichtigerem: Berlin.
    Ich habe schon mitgekriegt, daß unter den Anhängern des Herrn Alphons die Abneigung Berlin gegenüber kultiviert wird.
    Ich lebe seit bald 19 Jahren in Berlin und Hamburg und zwischenzeitlich auch noch für acht Jahre zusätzlich ein paar Tage im Monat in Bad Godesberg.
    Während meines Studiums habe ich in London und in Wien gelebt.
    Gegen jeden dieser Orte läßt sich trefflich eine Schmähschrift verfassen, mehrere Seiten lang und von Vorurteilen durchsetzt.
    Und jede dieser Schmähschriften hätte ein Körnchen Wahres, aber wäre eigentlich Unsinn.
    Ich glaube, daß man an jedem Ort in Mitteleuropa sehr gut leben kann, sei es Wangen im Allgäu, Iserlohn, Brixen oder Newport Pagnell. Bestimmt auch in der badischen Provinz.
    Allerdings:
    Das mit konzentrierten Vorurteilen und vollem Unwissen auf eine Stadt, die man offensichtlich nur sehr wenig kennt, eindreschen, ist eben ein Zeichen von Begrenztheit, trotz einer offensichtlich für qualifiziertes Name-dropping reichenden Bildung.

  290. hugoservatius, ich hatte...
    hugoservatius, ich hatte anderthalb Jahre Zeit, Berlin kennen zu lernen. Das ist nicht wenig und ausreichend für ein nicht unfundiertes Urteil. Natürlich kann man sich gegen vieles absperren, einiges ignorieren und manches positiv erachten, aber für Menschen, die noch Wert auf gewisse Formen legen und die dann nur antreffen, wenn das Gegenüber etwas von einem will, ist es ein hartes Brot, das man da zu kauen hat.

  291. @Don
    Ihnen fehlt einfach die...

    @Don
    Ihnen fehlt einfach die aristokratische Fähigkeit zum Sich-Enkannaillieren. Wenn Sie die hätten, dann könnten Sie sich in Berlin wohlfühlen wie sonst nichtmal in Köln.

  292. Sehr geehrter herr...
    Sehr geehrter herr Alphons,
    natürlich leide ich auch unter dem gemeinen (in beiderlei Hinsicht) Berliner, hasse den Droschkisten und ärgere mich jeden Tag aufs Neue über die Unfreundlichkeit in allen Teilen der Stadt.
    Aber eines bleibt, denke ich, unwidersprochen:
    Berlin ist zum Einen für den kulturinteressierten Bürger ein Eldorado, es ist ein – architektonisch gesehen – Laboratorium der Moderne und es ist die einzige Großstadt der Republik, jedenfalls ist Berlin auf dem Weg dahin.
    Man muß es nicht lieben, aber man kann daran mitwirken, daß es wieder eine bedeutende Stadt wird. Und es bringt gar nichts, immer nur auf Berlin einzudreschen, und anderswo in Provinzialität (München), Selbstverliebtheit (Köln) und Coolness (Hamburg) zu erstarren.
    Und zu meinem anderen Wohnort Hamburg und meinem Ferienort Keitum ist mein großmäuliges, lautes, etwas vulgäres Berlin ein schöner Kontrast.
    Eben ein bißchen die zu grell geschminkte, alternde Blondine, die immer noch versonnen an den durchgebrannten Hochstapler denkt, der ihr einmal die Welt versprochen hat.

  293. @hugoservatius: Ein etwas...
    @hugoservatius: Ein etwas verspätetes Lob für diesen Berlinkommentar! Er fasst meine Gefühle für diese Stadt perfekt zusammen. Auch wenn ich oft froh bin, dort nicht mehr zu wohnen (was aber auch damit zusammenhängt, dass ich als arme Studentin nicht grade in Zehlendorf oder Wannsee wohnen konnte), so oft habe ich ab und zu heftige Anfälle von Berlin-Heimweh.
    Ich möchte auch die Berliner Museen, die Konzertwelt (ein hoch auf Last-Minute-Karten für Studenten für 10€!) und das kulturelle Leben allgemein mit auf die Lobliste setzen (sorry liebe Münchener, aber der Karneval der Kulturen ist wirklich viel cooler als das Oktoberfest ;-)).
    Ich trage diese Marke ja nur weil sie passt und günstig im Outlet um die Ecke zu kriegen ist, aber klären sich mich doch mal bitte über das Image der Marke Van Laack auf. Nur damit ich weiß, wie ein Mitglied der besseren Gesellschaft mich dann einschätzt.

  294. Sehr verehrte Frau...
    Sehr verehrte Frau Unellen,
    gegen Van Laack spricht nix.
    Uwe Barschel starb in einem Hemd von Van Laack. Damals sehr gute Qualität, zwischenzeitlich ziemlich abgefallen, aber angeblich wieder recht gut, ich kann es nicht (mehr) beurteilen, da ich nur die alten Hemden kannte.
    Ein bißchen wie Mercedes E-Klasse fahren, man macht nix falsch, ist aber auch nicht besonders aufregend.
    Aber erlauben Sie mir einen kleinen Hinweis eines Augenmenschen:
    Hemden und Blusen sollte man nie in kräftigen Farben tragen, egal welcher Typ man ist; hellblau, rosa, weiß, möglichst kariert, gerne mit einer schrägen Farbe als Überkaro, sehen einfach tausend mal besser aus als rot, lila, grün oder was auch immer.
    Oder Sie sind richtig mutig und kaufen Etro. Dann gehen auch kräftige Farben.
    Ansonsten lieber eine grasgrüne Hose und ein lilafarbenes Jackett mit orangenem Futter mit einer weißen Bluse und orangenen Tod’s als eine bunte Bluse mit einem grauen Anzug und schwarzen Glattlederpumps.
    Finde ich.

  295. @hugoservatius: für viele...
    @hugoservatius: für viele Leute stimmt das mit den den von Ihnen vorgeschlagenen Hemden/Blusenfarben, ich sehe wie gesagt in rosa, weißen oder hellblauen Blusen aus wie eine Wasserleiche (man möchte ja auch nicht, dass die Leute einen ständig fragen ob man krank sei).
    Mir gefällt im Zweifelsfall aber auch die bunte Bluse zum grauen Anzug und den schwarzen Pumps besser ;-). Zumal ich im Büro eh fast nie Blazer trage, ich bin ja schon gemessen am Rest der Firma overdressed wenn ich Bluse statt T-Shirt zur Jeans oder Stoffhose trage, der komplette Hosenanzug wäre der total Overkill (man sollte es ja tunlichst vermeiden besser als der eigene Chef gekleidet zu sein).
    Etro kannte ich bisher nicht, habe jetzt mal einen Blick auf die Webseite geworfen. Gefällt mir sehr gut, genauer gesagt bin ich schlichtweg hellauf begeistert (in der aktuellen Winterkollektion gibts ein Outfit mit bronzefarbenem oben gebauschtem Pencilskirt und orangener Bluse/Top, das wird mich wahrscheinlich in nächster Zeit in meinen Tagträumen verfolgen). Wenn ich demnächst das eheliche Girokonto zum Erwerb einiger Stücke plündere, kann ich wengistens Ihnen die Schuld dafür geben ;-).
    Andererseits frage ich mich was Sie modemäßig „mutig“ finden, ich finde Etro zwar jetzt schön und im Vergleich zum standard-business-style etwas ausgefallener, aber mutig ist für mich noch was ganz anderes. Wie auch immer, danke für den Hinweis.

  296. Sehr verehrte Frau...
    Sehr verehrte Frau Unellen,
    keine Frau auf dieser Welt sieht mit einer weißen Bluse aus wie eine Wasserleiche!
    Mut zu weiß!
    Schön, daß Ihnen Etro gefällt, ist eine der Lieblingsmarken meiner Frau, die im Übrigen immer sehr seriös angezogen sein muß.
    Dazu, was ich in der Mode mutig finde, eine kleine Bemerkung:
    Nicht mutig finde ich alles mit dicken Logos und alles, was allzu offensichtlich ist.
    Ich liebe erstklassige Qualität und klassische Garderobe, verbunden mit einem Augenzwinkern, bei Paul Smith heißt das „Classic with a Twist“.
    Mutig ist für mich ein Herr mit einer graßgrünen Cordhose, orangefarbenem Tweedjackett und pinker Hermès-Krawatte, nicht der in Lederhose und rotem Hemd.
    Beste Grüße und viel Spaß bei der Neuauswahl Ihrer Garderobe, hs.
    P.S. Versuchen Sie es mal mit einer weißen Bluse. Wirklich.

  297. auch nach nochmaligem lesen...
    auch nach nochmaligem lesen komme ich einfach nicht darauf, was sie, don alphonso, uns mit diesem stück eigentlich sagen wollen.
    wollen sie sagen, sie kaufen auch geschirr von nazis, hauptsache billig? wollen sie sagen, reduzierte gestaltung ist was für doofe volksgenossen? wollen sie sagen, die gestaltung spielt eigentlich keine rolle, solange es so aussieht als hätten sie ordentlich dafür gezahlt?
    wie gesagt, ich komme nicht dahinter.
    was ich aber nicht dulden kann ist es, mich mit SA männern in ein eine reihe gestellt zu sehen. entschuldigen sie sich.

  298. <p>Nein, bedaure (oder...
    Nein, bedaure (oder zumindest behaupte ich, dss ich es bedaure).

  299. <p>ein Service aus der Zeit...
    ein Service aus der Zeit des Faschismus mit blutrotem Rand als Alternative zum Ikea-Geschirr ? Das überzeugt mich weder moralisch noch ästhetisch. Zwangsarbeit und Ausbeutung gab es ja auch früher. Nichts spricht dagegen, alte Sachen weiterzuverwenden. Aber bei der Neuanschaffung, wenn man etwas braucht, sich Sachen in einem neuen Stil auszusuchen, finde ich gut.
    Sonst würde es in Kunst und Handwerk nie Weiterentwicklungen geben. Idealerweise kauft man dann das Beste und Qualitätsvollste was es auf dem Markt gibt. Aber wer hat schon so viel Geld, das er das immer tut ? Also wird man oft einen Kompromiss zwischen Anspruch und Geldbeutel finden müssen. Ikea hat nun tatsächlich den Nachteil, das es kaum individuell sein kann. Andererseits hat das ja auch etwas Gemeinschaft stiftendes, so wie Archäologen heute weite Teile des frühen Europas der Linienbandkeramikkultur zuordnen, werden wir vielleicht eines Tages die Leute der Billy-Regal-Kultur sein.

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