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Die Manieren meiner Bohnenfrau und des Thilos Unterschichten

03.10.2009, 07:08 Uhr  ·  Kurt Tucholsky empfahl einmal, mit der Wahrheit - im höchsten Masse feuergefäherlich - wegzubrennen, was da morsch ist - "und wenn's dein eigner Bruder Schorsch ist". Was er nicht empfohlen hat: Sich selbst mit seinen Ressentiments zu übergiessen und dann anzuzünden. Aus gutem Grunde, möchte ich sagen. So vor aller Augen verkohlt kommt man bei uns nicht zum Tee, weshalb ich ja auch meiner Bohnenfrau vom Wochenmarkt den Vorzug vor Thilo Sarrazin geben möchte.

Von

Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.
Grundgesetz §3, Absatz 3

Bei Vermögen und Klassen, die nicht genannt werden, ist das natürlich etwas anderes. Und daraus leitet sich natürlich – zusammen mit der Meinungsfreiheit – das Recht ab, Unterschichten zu definieren. Dass es sie gibt, ist vorauszusetzen in jenem Moment, da man von Oberschicht spricht, was im Rahmen dieses Blogs reichlich typisch ist. Man nimmt die Existenz einer Unterschicht damit billigend in Kauf, man ist vielleicht so höflich, sie nicht zu betrachten – ehrlicher wäre es natürlich, sie wie Thilo Sarrazin als solche zu benennen. Dümmer vermutlich auch, weshalb dieser Herr nun zurücknehmen musste, wohl aus Sorge um seine Tragbarkeit im Amt, und um nicht zurückgetreten zu werden. Ich habe nicht den Eindruck, dass man ihn dabei  – jenseits des Springerkonzerns vielleicht, aber das ist auch typisch – bemitleidet.

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Dabei ist Sarrazin durchaus so etwas wie der kommende Typus, der Stichwortgeber einer Debatte, die in den nächsten Jahren zu führen sein wird. Nicht auf einem ironisch-hinterfragenden Niveau, das angemessen wäre: Denn tatsächlich ist die Frau mit den besten Manieren, die ich kenne, jene 80-Jährige vom Wochenmarkt, bei der ich Bohnen kaufe, und die mich stets formvollendet in der 3. Person Singular und Konjunktiv anspricht, wie es früher üblich war: “Was hätte Er gebraucht?” Das ist noch der ganz alte Schlag, ganz anders als die Callcenter-Freundlichkeit, die man sonst überall antrifft; auch leider in meinen Kreisen, wo der Nachwuchs jenes nassforsche Auftreten von Versicherungsvertretern erlernt, das er doch eigentlich nicht nötig hätte. “Unkommod” nannte das meine Grossmutter, und sie hatte damit natürlich wie immer Recht.

Natürlich sagt man auch dieses scheinbar antiquierte und bedeutungsschwache Wort nicht ohne Hintergedanken. Unkommod ist ein klarer Makel, eine Art Charakterschwäche, ein deutlicher Hinweis auf einen Mangel an Grosszügigkeit, an sozialer Intelligenz und der Fähigkeit, zur richtigen Zeit die genehmen Lügen vorzutragen. Unkommod ist schon sehr negativ, und  unter jenen, die nicht so sind, fast eine Art Todesurteil. “Unterhaltlich”, noch so ein altes Wort, es klingt reichlich seicht, aber das wiederum ist erwünscht. Mit diesen beiden Begriffen kann man sein Umfeld angenehm gestalten, die Unterhaltlichen behalten und die Unkommoden aussortieren. Beide Kategorien sind also nicht nur für die klasseninternen Ausgrenzungsbemühungen tauglich; die sind auch bestens geeignet, andere Klassengrenzen zu überwinden.

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Schliesslich lebt man nicht für sich allein in der Oberschicht; man durchschreitet ständig diverse Schichten, hat mit Mietern zu tun, mit Händlern, Taxifahrern, Ärzten, und, wenn es ganz schlimm kommt, auch mit Journalisten, Werbern und, fast so peinlich aber wenigstens diskret, Kammerjägern. Das eigene Leben lässt sich nur angenehm gestalten, wenn man auf allen Ebenen mit unterhaltlichen Leuten zu tun hat, mit denen man ab und an etwas ratschen und vertraulich sein kann. Man muss nicht mit allen über die kynische Philosophie und ihren Einfluss auf die Halacha unter Berücksichtigung des Sefer he-Chassidim reden, aber mit allen so, dass es passt und angenehm ist. Und nie würde man auf die Idee kommen, sie in Verlegenheit zu bringen und die Schichten explizit anzusprechen – es sei denn, es geht gegen klar definierte Regelverstösse wie kriminelles Verhalten, Vandalismus oder ähnlichen Baracklertum. Die Definition des gesellschaftlichen Bodensatzes dient der Versicherung gemeinsamer, klassenverbindender Wertvorstellungen. Es werden nicht Gruppen ausgegrenzt, sondern Individuen. So, wie man im Mittelalter nicht alle Brauer an den Pranger stellte, sondern nur jene, die betrogen hatten, geht es nicht gegen alle Versicherungsvertreter und Politiker. Sondern nur um die, die einem gerade einfallen und mit denen keiner verwandt ist.

Natürlich zeitigt das keine klassenlose Gesellschaft – aber eine Klassengesellschaft, die sich der verbindenden Wertvorstellungen bewusst ist. Und genau das machen all die von Oben agierenden Klassenkämpfer mit den Argumentationsmustern eines Sarrazin anders. Ihre Strategie lautet “Divide et impera”, weil es das ist, was sie auf lateinisch sagen können, und weil sie – ohne Hintergrundwissen um den Niedergang des Imperiums – gehört haben, dass es bei den Römern funktioniert hatte. Es werden ganze Klassen, Schichten und Weltanschauungen ausgesondert und abgewertet: Die Muslime. Die 68er. Die Arbeitslosen. Die armen Familien. Die Alleinerziehenden. Man hackt mit ein paar Phrasen unterhalb, seitlich und über der vom Abstieg bedrohten Mittelschicht die nicht genehmen Gruppen weg. Übrig bleibt letztlich der spiessige Kleinbürger voller Angst, man könnte ihm auch seinen kleinen Status wegnehmen und zu solchen Gruppen rechnen. Gruppen des sozialen Prestigeverlustes, Gruppen, vor denen er sich fürchtet, weil sie nicht seiner und der Herrschenden Norm entsprechen. Gruppen, mit denen man den Mittelstand dazu bringt, die Herrschaft der Spalter von Oben zu lieben.

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Das alles ist sehr unkommod und nur einer Herrschaftsklasse möglich, der es nicht reicht, oben zu sein. Eine Klasse, die explizit will, dass andere darunter sind und bleiben, sei es nun als Kuscher und Abnicker, oder als Ausgesonderte, sobald sich das eigene Verdikt dank der Medien und Vorurteile in die Köpfe gegraben hat. Es ist aber auch das Konstrukt einer nur usurpierten “Oberschicht”, die das wichtigste Kriterium nicht erfüllt: Die Souveränität. Souverän ist meine Bohnenfrau, die sich das Recht nimmt, mich in der 3. Person anzusprechen. Thilo Sarrazin ist beim Zurückkriechen kein Jota mehr souverän, oder gar Oberschicht. Nur noch einer, der um seinen Job Angst hat, wie viele andere da unten auch. Das ganze Drama erscheint mir wie eine dieser Gerichtsshows, in denen man Gangs und deren Unterschichtenverhalten gleichzeitig bestraft und vermittelt: Er kam als Sarrazin und ging als Unterschichten-Thilo.

Aus der Souveränität würde jene zweite Eigenschaft erwachsen, die man in einer Klassengesellschaft braucht: Respekt. Nicht umsonst sagt man das bei uns traditionelles Lob: Rrrheschpägt. Das Wort ist höflich und unabhängig von Klassen zu verwenden, es dient der universellen Anerkennung und Verneigung vor dem Tun des Anderen. Beim Unterschichten-Thilo käme mir allenfalls ein ironisches ey Respekt Alda über die Lippen; Respekt würde ich mir wirklich eher für Mütter aufheben, die in einer wirklich schweren Lage um ihre Rechte und Chancen gegen jene Strukturen kämpfen, von denen die Unterschichten-Zampanos dieser Nation profitieren.

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Oh bitte, ich weiss, ich benehme mich hier gerade schauderhaft und entsetzlich indiskret. Was ich sage, sagt man nicht. Formal wäre es sicher netter, ich würde mich an die üblichen Normen der Vorwürfe – xenophob, antisozial, rechtspopulistisch hetzend – halten. Ich würde das auch gar nicht bestreiten wollen, aber in meinen Augen ist diese ganze Anmassung einer Klassentrennung vor allem: Unkommod. Leuten von dieser Art will man doch nicht vorgestellt werden, beim Tee wäre die vermutlich eine tickende Zeitbombe, und kaum spräche man über Perser, würden sie einen Sarough womöglich für einen Islamisten halten. Und irgendwo ist in unseren Zeiten und Kreisen immer eine Mutter, deren Tochter geschieden ist und Kinder in Berlin allein erzieht, und die nicht zu allem Unglück auch noch beleidigt werden möchte. Kurz und brutal: Die passen nicht zu uns. Hoffnungsloser Fall.

Findet natürlich trotzdem seine Nachahmer. Das ist dann nicht mehr lächerlich, sondern gefährlich. Denn an dysfunktionalen Entwicklungen in der Gesellschaft, die es fraglos gibt, wendet sich nichts zum Besseren, wenn es zum Vorwand für die Oberschicht genommen wird, sich selbst dysfunktional zu verhalten. Man muss die Dreistigkeit von Jugendgangs nicht respektieren, aber das Benehmen eines reichen Steuerhinterziehers, in Liechtenstein auf “Schadensersatz” für seine Verluste zu klagen, nötigt genauso viel Respekt wie eine eingeschlagene Schaufensterscheibe ab. Und eine einheitliche Staatsgrenze bringt herzlich wenig, wenn die einen ausserhalb Steuern optimieren und den anderen gesagt wird, dass sie hier nur Störfaktoren sind, die bitte keinen Nachwuchs kriegen sollen.

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Begleitmusik: Auch Liechtenstein muss nicht immer schlecht sein! So gab es im Olmütz des späten 17. Jahrhunderts auch einen Bischof Karl von Liechtenstein-Castelcorn, der seine Residenzstadt aufbaute, ohne dabei Erträge von Stiftungen für die Steuerhinterzieher seiner Nachbarn zu benutzen. Gleichzeitig war er auch ein Liebhaber der Musik, und Teile der weltlichen Kammerwerke, die sich in Olmütz erhalten haben, spielte das Ensemble CondArte in barocker Art und Pracht bei Panclassics ein.

 
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Lesermeinungen zu diesem Artikel (229)
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0 Hiwwelhubber 03.10.2009, 07:36 Uhr

Lieber Herr Don, in ganz...

Lieber Herr Don, in ganz anderer Sache: Ihr gerade auch in einer gewissen Naivität hübsches Gemälde der Dame mit Lämmchen (Agnes?) zeigt nicht nur überdeutlich seine Fehlstellen, sondern leider auch starke Farbarbebungen und Aufschollungen und somit droht zukünftig ein heftiger Substanzverlust. Es sollte dringend konserviert werden... (Dies mag er bitte nicht als Belehrung, sondern als kollegialen Rat eines Freundes und Kenners schöner Dinge verstehen)

...und wieder mal ein sehr...

...und wieder mal ein sehr feiner Text. Respekt. ;-)

0 donalphonso 03.10.2009, 07:56 Uhr

Lieber Hiwwlehuber, die Bilder...

Lieber Hiwwlehuber, die Bilder snd eigentlich für den in München ansässigen Restaurator gemacht worden, aber zuerst musste ich das Bild ein wenig reinigen. Ich weiss aber nicht, ob ich es voll restauriert haben will - der Schnitt ist reichlich alt und offensichtlich in voller zerstörerischer, ja gar bilderstürmerischer Absicht zugefügt worden. . MrCg, bitte - leider wurde er wieder nicht, wie ab und an gewünscht, leicht.

Lieber Don, das mit dem...

Lieber Don, das mit dem Respekt ist aber nicht neu. Hätte er nicht etwas zu Politikern schreiben können, die sich benehmen wie Bahnschaffner: "Hier in D. sprechen wir nur Deutsch!" - weil sie kein Englisch können. Ist das respektvoll? Und solche Brüder vertreten uns dann international. Da schicken wir doch lieber unsere 80jährigen Markt(!)frauen vor... Ich sehe soviel Streit, Steuerärger, Scheidungen, sogar Angst in der Oberschicht. Der Zerfall ist nicht aufzuhalten, aber doch schön anzuschaun.

0 donalphonso 03.10.2009, 08:38 Uhr

Libero, er hätte, allein, es...

Libero, er hätte, allein, es deucht ihm, als hätte er nun dazu länger Zeit, als es ihm lieb wäre. Ich habe auch keine Ahnung, wie das werden soll, zumal an mit Mitte 40 doch auch noch einen Sprachkurs hätte nehmen können, oder was auch immer sonst zur gesellschaftsverträglichen Abrundung der Person nötig gewesen wäre. Allein, da bleibt es wohl bei der Personality, und ich muss sagen, dass dergleichen wie alle Unterschichten - oben deutete ich meine Reserviertheit ja schon an - eher weniger in diesem kleinen Projekt zu suchen haben.

Werter Don, . genau so ist es....

Werter Don, . genau so ist es. Wenn Herr S. gegen die Bankster "ausgekeilt" hätte, ja dann ... . Diejenigen zu treten, die am Boden liegen ist niederträchtig. . Gruß Hanskarl

@don, auch wenn`s ihnen schwer...

@don, auch wenn`s ihnen schwer um`s wort war - ich empfinde diesen text (wie die meisten ihrer betrachtungen & "lektionen") als angenehm leicht. vielleicht sind es die "bohnenfrauen", das aus langsameren zeiten stammende vokabular (kommod) - oder die erwähnung der großmama - die mir die texte als einen spaziergang am sonntagnachmittag erscheinen lassen. daß die (mir) passende weltsicht das ausschreiten beschwingt, sei nebenbei erwähnt.

0 donalphonso 03.10.2009, 09:05 Uhr

Nun, man sollte nie etwas...

Nun, man sollte nie etwas öffentlich sagen, wegen dem sich im Konzertverein die Leute kuschelnd abwenden würden. Aber vielleicht ist diese Person auch gar nicht in einem Konzertverein. Und hat andere Interessen. Soll es auch geben. Ist nicht schlimm. Sowas muss es schliesslich auch geben.

Entschuldigung für die...

Entschuldigung für die Verkürzung "/sign" es steht für große Zustimmung. Jetzt habe ich Zeit für eine angemessene Antwort. . Ich liebe Beispiele und Zuspitzungen, ich weiss sehr wohl das eine Abstraktion immer Wahrheit zurückläßt und somit verfälscht. Ich versuche trotzdem einen komplexen Zusammenhang stark zu vereinfachen. Man mag mir meine Einseitigkeit nachsehen, ich bin ein Opfer meiner Erziehung und Weltanschauung. Beispiel: Der Fall Brunner ist noch bekannt. Ein Herr der in guter Absicht richtig gehandelt hat und obwohl er in herausragender Form "Recht" hatte wurde er selbst zum Opfer. Recht in Anführungsstrichen weil es für mich ein mehrfaches Recht ist, Er war moralisch, wertebezogen und auch gesetzlich im Recht. Es es hat sich weder im Zug noch auf dem Bahnsteig ein Mitmensch oder eins der Ursprungsopfer gefunden, die ihn geholfen hätten. Dabei hat er schon im Zug die Polizei verständigt und die war auch fast unmittelbar am Ort der Tragödie. Ein Versagen von Gesellschaft ist kaum offener und deutlicher möglich. Das Miteinander kann durch Erziehung, Medien und Beispiele des täglichen Lebens geprägt werden. Wie sieht die Prägung in Deutschland aus, wenn so etwas möglich ist? Der erste Ruf, war der nach mehr Polizei. Was soll die Polizei tun? Es wurde ja selbst nach dem Vorfallnicht einer so sehr in seinem phlegmatischen Verhalten erschüttert, daß man den Polizisten den Aufenthaltsort der Täter (etwa 25m entfernt in einem Gebüsch) genannt hätte. Eigentum verpflichtet, aber Bürgerrechte verpflichten auch, vielleicht sogar in einem Umfang den man wieder vermitteln muss. Werte werden vorgelebt. Welcher Politiker kann denn bitteschön von sich sagen, daß er seine politischen Inhalte auch vorlebt? Und welcher Politiker ist erstaunt, wenn alle nur noch BlaBlaBla hören und denken? Es ist rechtlich nicht angreifbar wenn Politiker für jedes Amt das sie lange genug bekleidet haben eine eigenständige Pension erhalten. Aber bekommt jeder Handwerker eine eigene Rente für jeden Betrieb in dem er 2 Jahre geschafft hat ? . Reglen bis zur Spitze zu treiben heißt sie ihren Sinn zu berauben. Das liegt daran, daß sich Regeln auch dann widersprechen, wenn sie im Einzelnen sinnvoll sind. Das Recht des einen soll nicht zu Einschränkung des anderen werden. Keine Regeln geben weder Rechte noch Einschränkungen, aber sie geben auch keine Rechtssicherheit, das ist dann Anarchie und Herrschaft durch den größten Quälgeist im Sandkasten. . Regeln ohne Sinn werden nicht eingehalten (zumindest nicht von Menschen, die selbst ein Wertesstem haben). Eine rote Ampel in einem kleinen Dorf wird nachts nicht abgeschaltet und steht um 3.00 nachts auf rot. Der Fahrer müsste stehen bleiben. Ein Idiot fährt einfach ohne Rücksicht weiter. Ein Pragmatiker wird das Tempo stark drosseln, doppelt gut aufpassen und langsam durchfahren. Wer bleibt stehen? (ja genau der Insider der weiss das der Sepp 2 Strassen weiter schaut ob er seine fehlenden beiden Strafmandate für die Freikarte zum Polizeiball noch zusammenbekommt) . Viele Dinge wie Anstand, Ausgleich von Lasten (ein/e alte/r Frau/Mann in der Starßenbahn hat kein Recht auf einen Sitzplatz, aber man kann doch Verständniss für ihre Situation haben ohne ein Depp zu sein, weil man aufsteht), Hilfsbereitschaft und sogar so etwas für Großzügigkeit und Toleranz kann man kaum in Gesetze schweissen. . Diese Dinge funktionieren aber immer nur, wenn der Klügere nicht so lange nachgibt, bis er der Dümmere ist.

Danke Don für die exzellente...

Danke Don für die exzellente Analyse des Sozialdarwinismus! Für einige scheint der Tritt nach Unten ein Abwehrreflex gegen den eignen Abstieg zu sein,doch für Überzeugungstäter a`la Sarrazin gilt nur ein "Menschenrecht": Das Recht des Stärkeren. In letzter Konsequenz ist diese Denkart der direkte Weg in ein System das wohlbekannt ist in Deutschland. http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31235/1.html

0 donalphonso 03.10.2009, 10:36 Uhr

swina, ach, ich weiss nicht,...

swina, ach, ich weiss nicht, ich glaube, das kommt bei vielem mit dem Alter und ist absolut nicht eine vergangene Welt. Wenn man sich erst mal genug abgehetzt und andere mit Herzkaschperl gesehen jhat, versteht man. . Holly01, das ist richtig, aber es hilft beim Augenmass und Verantwortungsbewusstsein wenig, wenn man zu Aussagen greift, die, ich weiss nicht, also: beim besten Willen nicht akzeptabel sind. Nicht umsonst wird ihm jetzt nahegelgt, die Koffer zu packen. Natürlich brauchen wir Diskurse, es gibt sie ja auch - aber nicht das. Nicht so. Nicht in diesem Ton. Und schon gar nicht von einem Erbsenzähler, der sich damit indirekt erdreistet, für eine Schicht zu sprechen, der er erkennbar nicht angehört. So etwas tut man nicht.

0 donalphonso 03.10.2009, 10:41 Uhr

Hacker, nachdem ich jetzt...

Hacker, nachdem ich jetzt nochmal die Einlassungen komplett gelesen habe (und nicht nur überflogen), würde ich sogar noch einen Schritt weitergehen und sagen, dass eine gewisse rassische Prferenz deutlich erkennbar ist. Es soll vielleicht schmeicheln, wenn Juden aus Osteuropa ein 15% höherer IQ unterstellt wird, und damit deren Zuzug begrüsst wird - aber so ist es nun auch nicht, und ein Blick auf die real existierenden jüdischen Gemeinden und die Konflikte mit den "Russen", zeigt, dass dieser Herr Klischees unerfreulichster Sorte ohne realen Hintergrund bedient. Ganz schlimm.

@ Don Alphonso : Der...

@ Don Alphonso : Der Musikhinweis hat mir sehr gut gefallen. . Zum Thema : Nein man darf sich nicht so äussern, wie dieser naja, sry aber Politiker (denn er hält sich dafür). Ich sehe auch nicht die Speerspitze, die dumm genug ist immer wieder zu testen, wie groß der Aufschrei ist und aus welchen Richtungen der erfolgt. Ich sehe die Erosion viel früher. Stars werden entwertet, indem man Containershows und Dschungelcamps veranstalltet und die jeweiligen "Gewinner" hochjubelt. Message: Star ist, wer von uns dazu gemacht wird und wir können jeden dazu machen. Politiker im Ausland werden in der Presse mies behandelt, ohne Respekt und ohne Grund. Berlusconi, Sarkozy, Bush, Kaczynski und generell alle die nicht so sind wie wir sie haben wollen. Message: Politiker sind korrupt, taugen nichts uns haben verfehlte Wertvorstellungen. Dabei sind das gewählte Vertreter ihrer Völker. Forscher sind skuril bis versponnen, aber immer Weltfremd. Lehrer bemüht aber unfähig. Polizisten einfach nur Büttel ihres Dienstherrn und zu allem bereit. u.s.w. Diese Dinge haben nach meiner Meinung System. Das herunterziehen, Keile treiben, selektieren und abstrafen von Leuten die Schwäche zeigen ist sowohl unfair, wie unmenschlich. Es führt aber in weiten Teilen zu den Verschiebungen im Meinungsbild und Wertssystem. Wer einen Sarrazin stoppen will oder unmöglich machen will der muss sich in das grau des Alltags begeben und Basisarbeit leisten. Menschen sind etwas wertvolles. Aus sich heraus ist jeder einzigartig und jemanden kennenzulernen ist ein Abenteuer das ein gewisses Risiko wert ist. In der Öffendlichkeit ist der Mensch ein (mit Verlaub gesagt) Scheiss wert. So behandeln wir uns auch oft gegenseitig.

0 Urs Schäuble 03.10.2009, 11:07 Uhr

In der guten alten Zeit war...

In der guten alten Zeit war man in solchen Dingen genauer: Es heißt nicht "§ 3 Abs. 3 GG", sondern: "Artikel 3 Abs. 3", streng genommen sogar "Art. 3 Abs. 3 Satz1 GG", denn die Vorschrift beinhaltet noch einen zweiten Satz. Er lautet: "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden."

0 die Dame im Dirndl 03.10.2009, 11:09 Uhr

Ihr Respekt für Mütter,...

Ihr Respekt für Mütter, ‘die in einer wirklich schweren Lage um ihre Rechte und Chancen gegen jene Strukturen kämpfen’, hat meiner Seele wohlgetan. Die weitere Familie und diverse Leute im Dorf haben sich da ganz anders geäußert – schon damals als ich mich nur innerhalb ESA ohne Karriereansprüche verändern wollte. Deswegen möchte ich Ihnen als Dank die Geschichte meines ersten ESA internen Karrierewechsels erzählen. Ich hoffe, sie akzeptieren, dass ich sie in der globalen Sprache und nicht in dem elegantem Hochdeutsch ihres Blogs aufgeschrieben habe: To start the career change process, I arranged to meet my old boss Brian Gilliam in England and after a few beers we made a bet: He will get the top management of my old company (MDA) to write a letter to the ESA director of Earth Observation (EO) in Paris informing him that they want me back and are offering me a lucrative management position. I would use that letter to try a change from the Mr Louet to Bruno Gardini and if I would not succeed within two months that is by the 1st of May; I would go back to MDA and work again with Brian. Knowing the inflexibility of the ESA administration, Brian was sure to win. On my side however, I was not only getting support from outside, I had created maximum motivation. My friend Brian knew what I wanted to do, and it would be against my pride to loose. The letter from MDA arrived and put the directorate of EO on hold for 2 months. Such thing had never happened before. In the eyes of the Parisian management I had been just some little ground station engineer. Now there was a huge clash, on one side the two French division heads, Mr Louet and Mr Cendral. On the other side the German department head Mr Pfeiffer and the Italian Mr Gardini. Both, the satellite manager and the mission manager had well understood, that as soon as I switched to Mr Gardini, the balance of power in the department would change, and they tried everything possible to avoid me getting a post in Bruno’s division. When the deadline had just past, and I was almost giving up, I got unexpected help from another department head, Mr Zobl (Austrian), who was responsible for other EO satellites. He said very bluntly: ‘it’s in our all interest that ENVISAT flies; therefore I want you to stay. Accept any position, which Bruno can create - no matter how low in status - and suggest to work 20% for Gardini and 80% for Louet for the entire next year. Not even Louet can object to such wish. In the end you anyway decide yourself for whom you work how much’. Mr Zobl’s advice worked.

0 HansMeier555 03.10.2009, 11:23 Uhr

@Gnädiger Don, danke für den...

@Gnädiger Don, danke für den Text! . Sehen Sie, genau das meine ich mit "vertikaler Integration". Diese herzustellen ist unsere postbürgerliche Eliteerbenschicht nicht mehr fähig. Der vormalige Feudalismus war auch ungerecht, aber hatte wenigstens ein "menschliches Gesicht". Ein wichtige Rolle spielte dabei ein christlicher Begriff, der weitgehend vergessen ist: GNADE. Früher gab es "gnädige Herrschaften", heute gibt es nur noch den gnadenlosen Sachbearbeiter auf dem Sozialamt. . Die Gnadenlosigkeit der heutigen Gesellschaft hat viel mit dem bürgerlich-calvinistischen, französisch-jakobinischen Gleichheitswahn zu tun, gegenüber welchem sich unsere heutige Oberschicht auch 220 Jahre nach der Frz. REvolution immer noch nicht emanzipiert hat, weder innerlich noch äußerlich. Daher auch die mangelnde Souveränität: Sie sind FEIGE, sie haben ANGST. . Darum der erniedrigende Zwang zur Verstellung. Öffentlich müssen sie immer so tun, als glaubten sie an das Gleichheitsprinzip, während sie privat fest davon überzeugt sind, das ärmste Gesellschaftsdrittel bestehe nur aus hoffnungslosem Abschaum. Unsere herrschende Klasse lebt seit ca. 60 Jahren im Streß, im Widerspruch zur eigenen Überzeugung leben zu müssen -- so etwas kann nicht ohne mentale Schäden abgehen. . Ihre Bohnenfrau hingegen ist seelisch kerngesund. Sie hat keinen Grund, den Klassenunterschied zu abzustreiten. Sie hat sich auf ihn eingerichtet. Auch im fünfhundertmal reicheren Nachbarn erkennt sie ohne weiteres einen Mitmenschen, mit dem man sich doch mal ganz nett unterhalten kann. Ihren eigenen Wert definiert sie nicht zu erst über irgendeine "Leistung" und ist darum auch nicht gekränkt, wenn sie erfährt, daß andere mehr Geld verdienen. . Was ist also zu tun? Die Antwort kennen Sie bereits: Wir müssen mehr Feudalismus wagen. Wir müssen unserer Elite dazu ermutigen, in ihrer sozialen Privilegiertheit einen Selbstzweck zu erkennen, der keiner Begründung mehr bedarf. ("Leistung, Exzellenz" und all der Quatsch). Es würde doch vollkommen genügen, wenn sie hin und wieder mal auf dem Wochenmarkt auftauchten und dort leutselig mit den Verkäuferinnen plauderten, sich nach dem Wohlergehen der Kinder erkundigten, etc. . Sie sollten sich dabei den vormaligen Adel zum Vorbild nehmen, der auch keine solchen Komplexe hatte. Dieser Adel hatte alle schlechte Eigenschaften -- nur feige zu sein hat er sich niemals erlaubt. . Zum Tag der Einheit wäre auch der passende Moment, eine Devise zu verkünden: Statt "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" sollte es heißen: . "Zuwendung, Distinktion und GNADE".

Nebenbei, die fortwährende...

Nebenbei, die fortwährende hühnerhafte Aufgeregtheit wegen des Umstands, dass ein deutscher Politiker - jetzt rede ich von Westerwelle - in einer Pressekonferenz in Berlin während des öffentlichen Teils des Austauschs im deutschen Fernsehen nur deutsch reden will, ärgert mich allmählich ein bisschen. Ich nehme an, so gut wie beispielsweise der Josef Fischer spricht der Westerwelle englisch allemal, und mit der Beflissenheit gegenüber Herrenjournalisten von der BBC muss man es doch nicht ständig übertreiben. Übrigens, hat man den berühmten Genschman jemals ein Wort in einer anderen Sprache reden hören? Und?

0 DoktorBenway 03.10.2009, 11:44 Uhr

Wohlan. Die Straße spricht...

Wohlan. Die Straße spricht nun auch degoutierlich über plebiszitäre ironische Selbsteinschätzungen - die im Zirkus der Eitelkeiten - dem Pöbel (sich selbst) zum Frasse vorgeworfen werden. Wohin dies führt ist allerseits bekannt. Im Falle des in kleinen Kreisen beliebten Thilo zum "Ewigen Juden >S.< Hier werden nicht nur keine Klischees mehr bedient, hier wartet die Nacht der langen Messer.

Meiner Meinung nach etwas am...

Meiner Meinung nach etwas am Thema vorbei (wahrscheinlich weil Don sich die Verhaeltnisse in bestimmten Grossstaedten nicht so richtig vor Augen fuehren kann oder moechte). Sarrazin geht es hier um voellig unausgebildete Sozialhilfeempfaenger der dritten Generation (seine Sprache teile ich auch nicht), die in der Tat ein oekonomisches Problem darstellen. Man muss aussprechen koennen, dass sich diese sozialen Strukturen aufgrund erheblicher Fehlanreize perpetuieren, was unsere Sozialsysteme mittelfristig ad absurdum fuehren duerfte. Uebrigens gehoert die Bohnenfrau vom Markt sicherlich nicht zu dem, was Sarrazin mit "Unterschicht" meint.

0 perfekt!57 03.10.2009, 12:15 Uhr

Es ist wohl so, das ER leider...

Es ist wohl so, das ER leider (und zu seinem Glück?) da etwas noch nicht vollständig realisiert hat/hatte (?): Herr Sarazin verhält sich wie das, was er ist, wie ein Bourgeois nämlich. . Und die Bohnenfrau hat halt Stolz. Ist im Zweifelsfall nicht käuflich. Nicht korrupt. Ist und bleibt unabhängig, eben nicht korrumpierbar. Ein Aristokratin halt. Herrscherin, souveräne Herrscherin in ihrem Reich. Und daher selbstverständlich auch bereit, anderen, die selbiges sind, eben genau dasselbe auch zuzugestehen. . Und schon immer nahm klassischer Marxismus nämlich das Proletariat vor der Bourgeoisie in Schutz, nicht vor der Aristokratie. Versuchte das zumindest. . Und natürlich macht der Bourgeois drei Dinge: Nach oben Buckeln, nach unten treten und (heimlich) Kapital horten (wobei "Beziehungen" auch zum Kapital zählen, sich halt, wie bekannt, in solches wandeln lassen). . Und zum Zwecke der Akkumulation sind Prinzipien und Stil oft eher hinderlich. Oder nur nach dem Ausschlußverfahren hilfreich. . Und der Aristokrat weiß, man braucht die Akkumulation nicht. Ganz bestimmt nicht als Haupt- und Lebenszweck. Aber Prinzipien und Stil dagegen sehr. Fast vor allem. Genug zum Leben hat man sowieso. . (Wir leben halt weiter in einer Zeit größten Vergessens wie es scheint: http://de.wikipedia.org/wiki/Geistesadel . Darin: "Adel des Geistes. Sechzehn Versuche zum Problem der Humanität." By Thomas Mann Veröffentlicht 1945, Bermann- Fischer (Stockholm))

0 donalphonso 03.10.2009, 12:27 Uhr

Randbemerkung: Ich bekomme...

Randbemerkung: Ich bekomme durchaus mit, dass dieser beitrag inzwischen bei enschlägigen rechtsextremen Seiten rumgereicht wird. Nachdem ich hier alle Kommentare gegenlese und von Hand freischalte - tobt euch ruhig aus, es wird nicht das Licht dieser Welt erblicken.

0 perfekt!57 03.10.2009, 12:57 Uhr

Unser Favorit zur Zeit - eben...

Unser Favorit zur Zeit - eben auch, weil Frau Dinnerstein wegen und durch die Geburt ihres ersten Kindes erst den Durchbruch erfahren hat, sie, wie so viele Frauen, durch die Mutterschaft erst zur vollen Person reifte (was den Bezug zum Blog herstellt, wie leicht einsichtig ist, g), wie sie auch selbst sagt: http://www.youtube.com/watch?v=ftlQ7OYgN28 ("I love renaissance-music") . Oder anders: Man ist nicht allein. Oder noch anders: Am 6.11. um 19:30 in Wien, im Konzerthaus. http://konzerthaus.at/programm/ . http://www.youtube.com/watch?v=sfdlzofPeGc&feature=related

@ HansMeier555 : Gnade? Au...

@ HansMeier555 : Gnade? Au weier, da fallen mir nur Antworten ein, die Don Alphonso nicht in den Blog lassen kann, ohne ihn zu beschädigen. Ausser vielleicht : ziehe er sich in seine Familienkapelle zurück, die ein Vorfahr bauen musste weil der Bischof ihm, ob seines Lebenswandels mit dem Kirchenausschluss gedroht hat und bete er für bessere Gedanken. @ M.W. : Was wäre dem Thema entsprechend? Die dritte Generationbezieht sich wahrscheinlich auf die dritte Generation der türkischstämmigen Gastarbeiter? Worin bestehen bitte diese Fehlanreize? Das ist zwar hart am Thema "Umgang der Menschen miteinander" und "Ausgrenzung, Abgrenzung" vorbei, aber der Umgang mit denen da "unten" scheint ja das zu sein was den meisten als erstes dazu einfällt. @Don Alphonso: Schade, es wäre schon recht interessant den Standpunkt als solchen ausformuliert zu sehen. Man muss vielleicht auch manchmal eine extremere Form der Meinungsäusserung ertragen, um das Problem als solches darstellen zu können.

0 Alter Bolschewik 03.10.2009, 13:07 Uhr

Werter Don, ich fürchte, Sie...

Werter Don, ich fürchte, Sie kämpfen hier einen einsamen Kampf auf verlorenem Posten. Wenn ich mir die Kommentare und ihre Bewertung durch die FAZ-Leserschaft, die Sarrazins Entschuldigung provoziert hat, ansehe, dann trage ich mich ganz spontan mit Auswanderungsgedanken: http://www.faz.net/s/RubB9EEEB8472F64991AD7DFD4BB9D27302/Doc~E62E25456087141ACBF86C71E82E78AB4~ATpl~Ekom~SKom~Arub4kom~E{B9EEEB84-72F6-4991-AD7D-FD4BB9D27302}.html

0 bertholdIV 03.10.2009, 13:16 Uhr

Danke für den sehr guten...

Danke für den sehr guten Artikel und die Aufmerksameit beim Beobachten des Alltäglichen. Unkommod ist auch heute noch in der mttleren Oberpfalz (also im nordbayerischen Dialekt) ein gebräuchliches Wort auch bei der mittleren (i) Generation.

Der rassistische Impetus von...

Der rassistische Impetus von Sarrazin ist unverkennbar und selbstredend verwerflich. ABER: Ich kenne einstweilen nur den Internet-Ausschnitt seines Interviews: http://www.lettre.de/aktuell/86-Sarrazin.html Da ist einer, der sich offensichtlich Gedanken macht. Ich stimme mit seinen Schlußfolgerungen nicht überein. Wann hat man aber von irgendwelchen Politikgrößen außer Worthülsen vom PR-Manager ähnliches gehört? Natürlich ist es grandioser Mist, daß er jetzt einer überfälligen Diskussion einen Bärendienst erweist, indem er sich im Duktus eines Rassenhygienikers äußert. Trotzdem ist es nicht von der Hand zu weisen, daß die Parallelgesellschaften in unserem Land ein echtes Problem darstellen. Kein vernünftiger Mensch will irgendeinen rassereinen Nationalstaat. Aber warum sind Cem Özdemir und Feridun Zaimoglu Ausnahmen und nicht die Regel? Warum leben Moslems und Afrikaner neben uns und nicht mit uns? Offensichtlich ist die Attraktion westlicher Lebensweise nicht groß genug. Andererseits gibt es auch eine Bringschuld der Immigranten, sich auf die Werte des Grundgesetzes zu verpflichten. Sie leben hier nicht im nirgendwo, sondern in einem konkreten Land. Vermutlich wird aber jetzt wieder dank Sarrazin alles in Phrasen und Schlagwörtern erstickt. Shame on you, Mr. Sarrazin.

Die auslaenderfeindlichen...

Die auslaenderfeindlichen Bemerkungen von T.S. sind doch hier gar nicht Thema? Ich dachte hier geht es um die "40% der Geburten in der Unterschicht"?

0 die Dame im Dirndl 03.10.2009, 14:56 Uhr

Die Bohnenfrau ist nicht...

Die Bohnenfrau ist nicht erpressbar, weil das, was ihr wirklich Spaß macht, wenig Geld kostet (umsonst, das heißt ganz ohne Gegenleistung ist es deswegen allerdings nicht, wie wir ja schon ausführlich diskutiert haben). Außerdem ißt auch eine Katze gerne leckeres Fleisch, und um eine Säule der Gesellschaft zu sein, braucht man heutzutage einen einigermaßen neuen Computer. Aber die Bohnenfrau ist kein Bean-Counter, auch wenn viele glauben, sie sei ein Controller. Das war nur einer der vielen Jobs, die sie mal hatte.

0 donalphonso 03.10.2009, 16:06 Uhr

Holly01, ich denke, wenn...

Holly01, ich denke, wenn solchen Leuten Grenzen gesetzt werden - und aufgrund der Meinungs- und sonstigen Freiheit muss man damit leben, dass es sowas vorlommt - ist schon so einiges erreicht. Und natürlich ist es auch nicht schlecht, wenn sich beim Diskurs zeigt, dass nicht alle so denken. Aus meiner Erfahrung in der Produktion kann ich nur sagen, dass dieses Problem tatsächlich bei jenen angesiedelt ist, die die Realität nicht kennen. Und ich glaube nicht, dass Sarrazin schon mal am Band war. . B.A.H., in einem Land, wo fliessend englisch bei jedem untersten Management Voraussetzung ist, finde ich es bei einem potenziellen Aussenminister nur als angemessen, wenn es diese Grundlage beherrscht. Und nachdem er mal in der Schule war, muss er das auch können. Ich kann das ja auch.

0 ExpatLongIsland 03.10.2009, 16:09 Uhr

Don, you are the best, obwohl...

Don, you are the best, obwohl sich in Ihren Infos viele Fehler einschleichen. Kuerzlich schrieben Sie ueber die US Social Security und erklaerten diese fuer bankrupt. Tatsache ist indess, dass der US Social Security Trust Fund die Renten, ohne weiteres Wachstum, bis 2052 zahlen kann. Die BfA hat eine Schwankungsreserve von weniger als 2 Monatsrenten. Es freut mich, dass Sie JK Galbraith freundlich erinnern. In seinem Buch "A life in our Time" beschreibt Galbraith ausfuehrlich den Wiederaufbau Deutschlands. Hier werden die verklaerten Erinnerungen an Ludwig Erhardt und andere damalige Groessen ad acta gelegt. Uebrigens die Unterklasse Deutschlands wird ausfuehrlich bearbeitet in Mark Mazower's lesenwertem Buch "Hitler's Empire" .Hier wird behauptet, vielleicht sogar korrekt, dass die Veraenderung der deutschen Bevoelkerungsstruktur durch die forcierte Einwanderung voellig fremder Menschen ein Ziel der Siegermaechte war und ist. Hier gibt die Arbeit der US Think Tanks in Berlin gegebenfalls Hinweise auf deren Arbeitsfelder.

Don, was Westerwelles Englisch...

Don, was Westerwelles Englisch betrifft, ging es bei meiner obigen Äußerung nicht um das Können, sondern um das Wollen. Das Nichtwollen.

0 die Dame im Dirndl 03.10.2009, 16:42 Uhr

@Holly01 Ich bin froh, dass...

@Holly01 Ich bin froh, dass Don keine rechtsradikalen Beiträge schaltet. Denn anderenfalls gäbe er den dummen Leute im Dorf einen Grund, anderen dummen Leuten von anderen Dörfern zu kolportieren, ich sei rechtsradikal, denn ich beteilige mich an rechten Blogs. Ich weiß, dass ist schwer vorstellbar, aber in ESA haben sie natürlich alles mögliche versucht, mir schlechte Manieren, unethisches und kriminellen Verhalten anzuhängen. Ich habe gute Gründe anzunehmen, dass dazu auch terroristische und rechtsradikale E-Mails gehörten, die von meinem Account hinter meinem Rücken verschickt wurden. Mir das offen vorzuwerfen, hat sich allerdings keiner getraut, denn ich hätte mich nicht erpressen lassen und hätte als ex-senior System Engineer auch genug Erfahrung gehabt, mich zu wehren.

Savall, Özdemir mögen Sie...

Savall, Özdemir mögen Sie für Ihnen gelungen erscheinende Integration in - oder Unterwerfung unter - die herrschende, meiner Meinung nach durchaus fragwürdige, Leitkultur gerne heranziehen, aber lassen Sie bitte doch den guten Zaimoglu mal aus dem Spiel. Ich empfehle stattdessen allen Diskutanten dringendst, doch mal einen Blick in sein wunderbares Buch "Kanak Sprak" zu werfen, bevor man hier aus dem Lehnsessel wieder mal über Einwandererfamilien und ihre Probleme, bar jeder Sachkenntnis, auf Sarrazin- und NPD-Level, schwadroniert. In diesem Buch findet man nämlich das beschrieben, was FAZ-Leser und andere Besserdeutsche weder kennen, noch wirklich wissen wollen, den ganz normalen Alltag und Gefühlshaushalt von Leuten, die die bittere Erfahrung machen mussten, dass sie hierzulande eben nur als Arbeitskraft und Wirtschaftsfaktor "eingeladen" waren, nicht aber als Menschen, und all das weitere, was sich aus solchen, mehr oder weniger subtilen, Ausgrenzungserfahrungen dann eben so ergibt. In den derzeit stattfindenden Integrations- und Sprachkursen lernen Einwanderer übrigens unter anderem, wie man sich bei einer Einladung zum Dinner bei einer deutschen Durchschnittsfamilie üblicherweise zu benehmen hat. Mit diesem Wissen dann frisch ausgestattet, warten sie nach den Kursen allerdings vergeblich auf die Gelegenheiten, ihr neu erworbenes Wissen auch zu Anwendung bringen zu dürfen, denn die Einladungen zum Dinner bei der deutschen Durchschnittfamilie wollen einfach nicht eintreffen.

Werter Don Alphonso, ich habe...

Werter Don Alphonso, ich habe einmal gehört, dass man einem bösen Hund zwei Stücke Brot geben soll, in ihrem Fall dann vielleicht sogar zwei Stücke von der Baum- kuchentorte (http://rebellmarkt.blogger.de/20091003). S würde dann vielleicht auf mehr versöhnliche Gedanken kommen. Und Sie hätten einen Anlass weniger Ihr Schichtenmodell bemühen zu müssen, wo doch schon die abgebildete Baumkuchentorte geradezu sinnbildlich, will nicht sagen demokratisch, die geordnete Baumkuchen- schichtenstruktur in einem ansehnlich appetitlichen Chaos, das ur- sprüngliche oben und unten negierend, verwirrt. Erstaunlicherweise scheint das Resultat auch noch bekömmlich zu sein. Und vielleicht findet sich S ja in den farblichen Abschattierungen dieses Genussstückes wieder und sieht dank ausreichender Füllung seines Wortursprungs keinen Anlass, dies auch noch in freie Meinungsäusserung umsetzen zu müssen.

@ Don Alphonso: mich erstaunt...

@ Don Alphonso: mich erstaunt die kurze Reaktionszeit und der heftige Abwehrreflex. Organisierte Reaktionsgemeinschaften der diversen Politik-, Gesellschafts- und Wirtschaftsinteressen kennen wir wahrscheinlich alle, aber dieser Blog ist doch ansich kein Medium dafür. @ N.W.: mein Verständniss vom Text war von Anfang an eine andere. Äusserungen dieser Art sind mir ansich nicht wichtig genug um sie wirklich zu reflektieren. Das würde sich erst ändern, wenn die Reaktionen auf diese Äusserungen nachliessen oder ausbleiben. Aber Don Alphonso überläßt es jedem selbst sich seine Sichtweise auszusuchen und zu vertreten, er legt mehr Wert auf die Art und Weise. Der Herr hatte jetzt auch gerade etwas Pech, weil sein "Beitrag"in eine Zeit hoher Aufmerksamkeit (Nachwahlzeit) und geringer Inhalte (Vorverhandlungszeit) gefallen sind. Mit soviel Presse hat er sicher nicht gerechnet. Er ist ja auch kein Ersttäter und in seiner Art sehr verletztend.

@ Dame im Dirndl:...

@ Dame im Dirndl: entschuldigung, ihr Beitrag erschien erst nach dem Absenden von meinem Text. Wahrscheinlich haben Sie Recht. Das mit der Mail versteh ich nicht. Wenn ich mich bei uns einlogge habe ich eine 9stellige Nummer und ein Passwort für den Zugang und das absenden von Mails muss mit einem Passwort bestätigt werden. Loggzeiten und Rechnerstandort werden natürlich erfasst. Die einzige Shwäche in unserem System besteht in Mehrfachanmeldungen, ich kann mich also auf mehreren Rechnern gleichzeitig ins System einloggen. Ohne das bewerten zu können (ihr Text ist informativ, aber man kennt die Leute und sie nicht persönlich), scheint mir das Problem auch mehr in der Loyalität als im Leistungsvermögen begründet. Viele Chefs halten es für selbstverständlich Jobs zuzuweisen und erwarten das sie zu 100% erfüllt werden. Wenn möglich selbstständig, dem Umfeld angepaßt und während der Projektzeit dynaisch angepaßt. Oft kann man erst gegen Ende eines Projekts auf die weitere Tätigkeit abheben. Alles andere nehmen viele Chefs übel nd wenn der Chef schief schaut verselbstständigen sich die Lakaien und fangen das Hacken an. (just my 5 Cent, sry)

0 HansMeier555 03.10.2009, 17:58 Uhr

@Holly01 GNADE ist Willkür in...

@Holly01 GNADE ist Willkür in ihrer edelsten Form. . Die Tugend der Mächtigen, die den Menschen, die sie ausbeuten, wenigstens noch persönlich begegnen. Im achtzehnten Jahrundert waren Ober- und Unterschicht nicht so hermetisch von einander abgeschottet wie heute. . Machen Sie sich keine Illusionen: Die Spaltung der Gesellschaft in arm und reich, die wir seit 20 Jahren erleben, ist keine zwangsläufige Folge irgendeiner blinden ökonomischen Rationalität, sondern politisch gewollt. . Meine Einstellung dazu ist eher resignativ: Bitte schön liebe Elitemenschen, wenn ihr zum Feudalismus zurückkehren wollt, dann tut es doch! Die politischen Mittel dazu habt ihr. Es ist Eure entscheidung. Aber dann seid bitte auch konsequent und nennt es auch so. Und erkundigt euch, ob der Adel des ancien régime Euch nicht doch noch das eine oder andere voraus hatte. Wer den Sozialstaat abschaffen will, der wird dann halt irgendwann an der Mauer, die seine Villa umgibt, ein Almosenfensterchen anbringen müssen, wo die Witwen, Waisen und Krüppel zu festen Zeiten die Essensreste ausgereicht bekommen.

0 HansMeier555 03.10.2009, 17:58 Uhr

@Holly01 GNADE ist Willkür in...

@Holly01 GNADE ist Willkür in ihrer edelsten Form. . Die Tugend der Mächtigen, die den Menschen, die sie ausbeuten, wenigstens noch persönlich begegnen. Im achtzehnten Jahrundert waren Ober- und Unterschicht nicht so hermetisch von einander abgeschottet wie heute. . Machen Sie sich keine Illusionen: Die Spaltung der Gesellschaft in arm und reich, die wir seit 20 Jahren erleben, ist keine zwangsläufige Folge irgendeiner blinden ökonomischen Rationalität, sondern politisch gewollt. . Meine Einstellung dazu ist eher resignativ: Bitte schön liebe Elitemenschen, wenn ihr zum Feudalismus zurückkehren wollt, dann tut es doch! Die politischen Mittel dazu habt ihr. Es ist Eure entscheidung. Aber dann seid bitte auch konsequent und nennt es auch so. Und erkundigt euch, ob der Adel des ancien régime Euch nicht doch noch das eine oder andere voraus hatte. Wer den Sozialstaat abschaffen will, der wird dann halt irgendwann an der Mauer, die seine Villa umgibt, ein Almosenfensterchen anbringen müssen, wo die Witwen, Waisen und Krüppel zu festen Zeiten die Essensreste ausgereicht bekommen.

@honseot Merci, @ savall ich...

@honseot Merci, @ savall ich weiß nicht, ob sie evtl Gelegenheit haben, sich mal in ein geisteswissenschaftliches Seminar in Berlin zu setzen. Dort werden sie schnell herausfinden ,daß etliche der dortigen Student(innen) nebst deutsch auch fließend türkisch sprechen. Und manche sogar Kopftuch tragen. Die erfolgreichen türkischen Bildungs-Biographien sind weniger selten als man denkt, aber man hört meist nur von denen, bei denen etwas gründlich schief lief. Das Problem mit Herrn Ex-Senator ist, daß er genau das meint was er sagt. Er differenziert nicht und bedient seine Klientel mit wohlfeilen Vorurteilen. Für ihn sind alle Türken Unterschicht und er verkennt die große Anzahl derer, die in Berlin durchaus Mittelschicht bilden, deren Kinder zur Uni gehen oder Berufe erlernen. Der große Teil der Türken in Deutschland leidet unter dem, was Honseot als Folgen von dämlicher Politik und ignoranter Verwaltung beschrieben hat. Das nämlich findet seinen Ausdrucke in der Ausgrenzung auf der einen und Abschottung auf der andern Seite. Ich lebe in der größten türkischen Community außerhalb der Türkei. Ich genieße es und ich sehe die Probleme. Ich sehe die jungen Männer, denen man beigebracht hat, daß die Gesellschaft keinen Platz mehr für sie hat, weil die Arbeit, die ihre Väter gemacht haben inzwischen in Rumänien und dem Ferneren Osten gemacht wird, ich sehe junge Frauen, die sehr bildungshungrig und durchaus aufstiegsbewußt, aber auch traditionell verwurzelt, sich nicht in neuen Rollen finden können, weil ihnen der übliche Vorurteilsschwampf von solchen Dummbabblern wie Herrn Hoffentlich-bald-auch-Ex-Vorstandsmitglied entgegenschlägt, sobald sie aus der Haustür treten. Ich sehe das türkische Ehepaar, das den kleinen Deli-Laden führt, in dem ich regelmäßig einkaufe, ich sehe ihre beiden Töchter, die inzwischen begonnen haben, zu studieren. Alle sprechen fließend deutsch, aber sie bleiben , trotz der angenommen deutschen Staatsbürgerschaft immer nur _DIE TÜRKEN_. Ich kenne den Mann, in der Türkei geboren, der Experte für die expressionistische Kunst und deutsche Literatur des frühen 20. Jahrhunderts ist, den man auf der Ausländerbehörde nach seinen Deutschkenntnissen fragt. Ich raste an dieser Ignoranz und an der Dummheit solche Leben zu verschwenden regelmäßig aus. Dem Herrn Hoffentlich-bald-ein-Prozeß-wegen-Volksverhetzung-am-Hals gehört in einem gesunden Gemeinwesen ein Adjudant zur Seite gestellt, der sobald der Herr den Mund auch nur etwas weiter als zur Nahrungsaufnahme öffnet, sofort einen Putzlappen reinsteckt. Aber leider war die Stelle als Adjudant schon in Berlin unbesetzt. Und daraus folgt: Unsere Gesellschaft duldet diesen giftigen Pausenclown, weil er seine Aufgabe erfüllt. Und die heißt „Teile und herrsche.“ MD

a.) Es wäre nett und...

a.) Es wäre nett und angemessen, dem Inhalt des Blogs zu folgen. b.) Gnade ist ein Begriff den man nicht ohne seinen Ursprung sehen kann und darf. Ich verlinke hier mal einfach : http://de.wikipedia.org/wiki/Gnade Wobei die Gnade immer etwas abschliessendes darstellt. Sie wechseln Großmut und Gnade würde ich meinen. Großmut ist tatsächlich willkürlich, einseitig und regellos. Wenn Sie denken der Geldadel benötigt Großmut, dann möchte ich dagegenhalten das die Subbegriffe Willkür, Einseitigkeit und Regellosigkeit zu oft bereits erreicht werden. Im Übrigen sind wirklich nicht die "Reichen" das Problem, denn die haben großes Tamtam weder gerne, noch sind die darauf angewiesen, da geschieht vieles im Verborgenen. Mezänatentum wäre da das Stichwort. Ebenso ein alter Wortstamm und verwandt mit Großmut, aber weder Inhatsgleich noch Wirkungsgleich, weil selbstloser und ohne Anspruch auf Erwiederung. c.)Gesellschaft zu betrachten ist aufwendig. Viele flüchten in Theorien und verlieren sich in Begrifflichkeiten. Ich plane weder das eine noch das andere. Meine Intention ist aber in jedem Fall pragmatisch, wenn ich mich engagiere, dann möchte ich entweder das Gefühl haben einen Inhalt verständlich dargelegt zu haben (der mir wichtig ist) oder ich möchte jemandem eine Antwort gegeben haben, die angemessen in Form und Inhalt ist und anzeigt "ich habe deinen Beitrag gelesen, versucht ihn zu verstehen und hoffe meine Antwort paßt". . Ich fürchte wir haben da gegenüber Don Alphonso noch eine gewisse Bringschuld (hach auch so ein altes Wort). Es ist heute in jedem Fall ein dünner Zufluß an kontroversen Meinungen und ich möchte nicht am Ende sehen, das ich hier einen zu hohen Anteil an Menge habe (oder es so wirkt). Ich bitte also um Verständniss das ich ersteinmal schau was noch so reinkommt.

0 Caterwaul 03.10.2009, 19:46 Uhr

@HansMeier555: Sie verfehlen...

@HansMeier555: Sie verfehlen — in meinen Augen — das Thema komplett, sowohl sachlich als auch historisch und gesellschaftlich. Falls ich Sie nicht verstanden habe, lassn Sie mich's bitte wissen.

0 kleinerberg 03.10.2009, 19:48 Uhr

Zur Bohnenfrau-die ja alle...

Zur Bohnenfrau-die ja alle Sympathien hier hat-kommt ein Maß an Selbstbewußtsein dazu,was alle erreichen die das tun was sie können. Automatisch stellt sich der Respekt,den man damit verbunden erhält,ein. Täte also jeder was er kann-und die Welt wäre in Ordnung. Wenn da nicht das Problem wäre,dass alles Können längst nicht mehr gefragt und abgerufen wird.. So rezitiere ich den Ausspruch: es kommt darauf an,was hinten herauskommt( BK a.D. H. K.). . Und betrachtet man den Wiederholungstäter Sarrazin:"Sarrazin zeigte in dem Interview Reue. Doch auf die Motivationsprobleme von Arbeitslosen angesprochen, sagte er dann: "Ehe jetzt einer im 20. Stock sitzt und den ganzen Tag fernsieht, bin ich schon fast erleichtert, wenn er ein bisschen schwarz arbeitet." Spiegel-online v. 27.2.08- dann kann man erleichtert fetstellen,dass bei ihm ( für mich ) nicht klar wird, an wen er seine Botschaften richten will. Für mich muß der weg, und kann meinetwegen für 8 Euro Brutto zu hause Studenten Nachhilfe erteilen.

0 kleinerberg 03.10.2009, 20:37 Uhr

@MD,Ihr Beitrag spricht mich...

@MD,Ihr Beitrag spricht mich voll und ganz an. Vielleicht ist es pikant-aber Stigmatisierungen sind von der Gesellschaft höchst erwünscht. Ich nenne mal das Beispiel der ermordeten 9-jährigen Michelle. Ihr Mörder, inzwischen verurteilt nach Jugendstrafrecht, hat noch mal eben zu seinen Gunsten das sogenannte Asperger-Syndrom( Autismusform) diagnostiziert bekommen. Dieses Syndrom kursiert seit einigen Jahren wie eine Art Modedroge, und füllt die Akten der heranwachsenden Kinder,ähnlich wie das Zappelphillip-syndrom. Ich möchte erst gar nicht den verlogenen Staatsapparat kennenlernen,der sowas regelrecht fordert und zu Gunsten beispielsweise Pharmakonzerne fördert. . @Holly01: ich wüßte nicht wer hier nach Oberlehrern verlangt hat

0 Caterwaul 03.10.2009, 20:44 Uhr

Ich gestatte mir eine...

Ich gestatte mir eine Vermutung: Die zu recht gepriesene Bohnenfrau, würde sie Sarrazins vollständiges Interview lesen, wäre weitgehend seiner Meinung. Vor allem, wenn sie Don Alphonsos geschmackliche und kulturelle Anmerkungen zu dieser untoten Leiche einer Hauptstadt gehört oder gelesen hätte ... und wenn sie mal dorthin gereist wäre, um dieses Trauerspiel mit eigenen Augen zu betrachten.

0 Korrektur 03.10.2009, 20:48 Uhr

Werter Herr Alphonso, ich...

Werter Herr Alphonso, ich lese Ihre Texte recht gerne, aber heute muss ich Ihnen sagen, dass Ihr Text zwei kapitale Fehler enthält. . 1. a)Gutes Benehmen ist geschlechtsabhängig. Männer im fortpflanzungsfähigen Alter geben sich allenfalls den Anschein guten Benehmens. Gutes Benehmen ist ein reines "Frauending", was man auch schon an ihrem Text sieht, der als Beispiel nur Frauen und die Teestunde anführt. b)Gutes Benehmen ist ein anerzogenes Verhalten, welches die unteren Klassen unter Kontrolle halten soll, ein Herrschaftsinstrument also. 2. Sie behaupten man dürfe Dinge gewisse Dinge nur ansprechen, wenn "klar definierte Regelverstösse wie kriminelles Verhalten, Vandalismus oder ähnlichen Baracklertum." vorliegen. Genau das hat Sarrazin getan. Denn was ist es anderes als Diebstahl, wenn ein gesunder, arbeitsfähiger Mann sich selbst, seine importierte Familie auf Kosten anderer Menschen finanziert. Das ist "Vandalismus" an unserem Sozialsystem. Sie sehen also, dass Sie im Grunde T. Sarrazin recht geben. In einem allerdings liegen Sie sehr richtig: die "Entschuldigung" Sarrazins war tatsächlich wenig souverän.;)

0 HansMeier555 03.10.2009, 21:53 Uhr

@Caterwaul Das hängt davon...

@Caterwaul Das hängt davon ab, worin man "das Thema" erkennt. Schwer kann ich mir vorstellen, daß der Zusammenhang zwischen meinem Kommentar und dem Beitrag des Don nicht erkennbar sein soll. Aber weil Sie es sind, erkläre ich es noch einmal. . Im Beitrag macht der Don Herrn Sarrazin (stellvertretend für die politische Klasse, die er vertritt) der Vorwurf, sich von der Unterschicht abzugrenzen und letztere auszugrenzen. Sarrazin propagiert eine Abschottung, auch emotional. Mit dem Rest der Gesellschaft wollen Leute wie er nix mehr zu tun haben, auf keinen Fall persönlich. . Darin liegt die zeittypische Gnadenlosigkeit der "nur ursupierten Oberschicht" begründet. Sie denken nur noch in soziologischen Gruppen und wollen den einzelnen Menschen nicht sehen (Die Marktfrau, die alleinerziehende Mutter, etc.) . Dadurch untnerscheiden sie sich zu ihrem Nachteil von den alten feudalen Eliten (oder denjenigen, die - wie der Don - einen Happen kulturellen Restkapitals von damlas in die heutige Zeit hinüberretten konnten). Die konnten sogar ihrem Bauern, der Marktfrau oder dem Kamerjäger menschlich begegnen. Weil sie die Souveränität hatten, und die hatten sie, weil ihre Stellung eben nicht nur "ursurpiert" war. . Heute haben wir stattdessen die "Callcenter-Höflichkeit" der schlipstragenden Angsetellten, die auch Briefe über die fristlose Kündigung, die Einstellung der Sozialleistungen oder die bevorstehende Zwangsabschiebung stereotyp miit "Sehr geehrter Herr/Frau" beginnen und "mit freundlichen Grüßen" schließen. Dahinter aber steht der gnadenlose Produktivitätswahn, der in türkischen Menschen immer nur billige Arbeitskräfte gesehen hat. . Mein Bemühen, "dem Thema zu entsprechen", habe ich Ihnen damit hoffentlich deutlich machen können. Ansonsten wäre ich Ihnen um einen kommdoen Hinweis dankbar, worin "das Thema" Ihrer Meinng nach besteht.

@ Dame im Dirndl: sind Sie...

@ Dame im Dirndl: sind Sie eigentlich sicher, dass Sie in diesem Leben nicht mind. einen Schritt über die Ihnen seitens der Natur gegebene Belastungsgrenze hinausgegangen sind ? . @ Don: Lieber Don, auch wenn es Ihnen egal ist…dieser Text ist langweilig und sinnlos. ( Einziger Lichtpunkt ist der natürliche, wunderschöne Respekt der Bohnenfrau…aber Bohnenfrauen gibt es leider nicht mehr viele) Er hangelt sich an einer verbrauchten, abgenutzten Gebrauchsanweisung zum Thema: Deutscher Bildungsbürger & sein höflicher Umgang mit der Integration entlang…Betrachtungen des Autors aus dem Biedermeier-Barock-Jugendstil-WasWeissIchWasIzismus-Sessel…ohne allzu direktem Kontakt mit der Unterschicht ( oder habe ich da Bloggeschichten like „ Don und der Streetfighter Abdullah auf dem Ponte Vecchio in Firenze“ überlesen?) . Der Weg zum Zusammenleben ist eigentlich ganz einfach: Entweder ihr nehmt die Leute mit eurem Herzen und eurer Hand in Echt (!) auf oder ihr lasst es bleiben. Mit echtem Streit, mit echtem Frieden. Es geht aber eben leider scheinbar nicht um Wahrheit, sondern um Wahrhaftigkeit. Lasst doch einmal alle ihre Wünsche äussern und sich meinetwegen auch mal richtig in die Haare bekommen. Nur ein offener (aber friedlicher) Streit der Kulturen kann Unklarheiten/Grenzen aus dem Weg räumen. Sonst fährt sich diese Thematik immer fester. Und ob man sich nun pauschal-rechts-dümmlich von schlecht-deutsch-sprechenden Muslimen oder sich wie Sie in nachhol68er-mässigem-Reflex von einen Herrn S. distanziert….ist beides eben eine gleichermassen abgedroschene, abgehobene und ergebnislose Masche. Der „Ausländer“ per se, um den es eigentlich geht, bleibt ewig kindlich degradierter Zwangszuschauer in diesem deutsch-deutschen Dauerfight ( jetzt mal abgesehen von wenigen Allroundern a la Modell iranischer Germanistikstudent mit Zopf…den fast alle irgendwie ein bisserl mögen ) . Herr S. erntet mit seinen Worten Beifall von engstirnigen Menschen, die ich nicht mag. Sie, lieber Don, ernten mit diesen Worten Beifall von ebenso festgefahrenen Menschen die ich nicht mag….und weil das eine so langweilige Endlosschleife ist, begrüsse ich lieber seit eh und jeh viele Muslime in meinem Leben mit den Worten…Hallo mein Freund….oder streite mich mit Ihnen richtig (und nicht mit den selbsternannten deutschen Ausländer-Würde-Vertretern) , wenn es denn mal Grund dazu gibt. . Tut mir leid, das war meine erste Kritik seit Monaten….

Ich bin ja doch immer wieder...

Ich bin ja doch immer wieder einigermaßen entsetzt über die latente Xenophopie, die in Deutschland so verherrscht. Und wie gerne man offenbar pauschale Feinbilder auslebt. Das die dann auch noch von Leuten wie Thilo bedient werden, macht es nicht besser. . Da ruhen sich dann schlagartig 3,5 Millionen Menschen in der sozialen Hängematte aus, lassen sich die Sonne auf den Bauch scheinen und erfreuen sich eines sorglosen Lebens. Man fragt sich schonfast weshalb das nicht mehr machen. . Die Ausländer hocken in ihren Gemüsebüdchen und schreiben offenbar Verluste, die sie dann vom Staat ersetzt bekommen. Deren einzige Sorge scheint zu sein, das das Neugeborene dann doch ausgewiesen wird. . Nur irgendwie kann das doch nicht sein. Sagt mir meine rudimentäre Ausbildung in Statistik. Auch die Jurastudentinnen, die Kopftuchtragend -- gerne zwischen fließendem Deutsch und Türkisch wechselnd -- in der Mensa meiner Universität sitzen, sprechen dagegen. Und selbst die ständig zunehmende Zahl von Menschen, die jeden Tag durch die Innenstadt gehen und die Pfandflaschen aus den Mülleimern klauben sprechen dagegen. Wenn ich die sehe möchte ich sie ja immer Fotografieren und auf ein Plakat kleben unter dem steht: "Die wahren Leistungsträger. Sie wissen sie haben keine Chance mehr und tragen trotzdem zu ihrem Lebensunterhalt bei." (Und das obwohl sie sich auch 'nen Lenz machen könnten, da in der sozialen Hängematte.) . Da lobt man sich dann edle und aufrechte Menschen wie den Thilo, der hat ja schließlich auch keine Tag seines Berufslebens ausserhalb der Steuerzahleralimentierung verbracht. Die Ermittlungen wegen Untreue, weil er einem Golfklub angeblich ein Stück Land zu günstig verpachtet habe, von denen wollen wir schweigen. Verdiente Leistungsträger soll man ja schließlich nicht mit Schmutz bewerfen, das sollte man nur bei anonymen Gruppen machen. Denen fällt es auch schwerer sich zu wehren.

0 colorcraze 03.10.2009, 23:14 Uhr

Ha, nun also doch Sarrazin....

Ha, nun also doch Sarrazin. Hat er es mal wieder geschafft, Leute zu erschrecken, die ihn noch nicht kennen. Bei meinem letzten Beitrag überlegte ich, ob ich es erwähne, ließ es dann aber, da ich nicht mehr als den Tagesspiegel-Artikel darüber zu sehen bekam. – Er war ja Finanzsenator in Berlin, kein lustiger Job bei leeren Taschen. Seine goldenen Worte „wir stehen jetzt nicht mehr im Jahr 1945, sondern bewegen uns auf 1947 zu“ oder „Berlin kommt in der Finanzkraft gleich hinter Essen“ dürften unvergessen sein. Was ich dem Tagesspiegel entnehmen konnte, hat er wohl mal wieder einen echten Rundumschlags-Rant losgelassen, gegen die Einheimischen (dumm, faul, unfähige Eliten), gegen die Zuwanderer (es kommen immer die Falschen! Ach, könnte man sie sich doch aussuchen!), einfach gegen alle, die sich auch nur annähernd in das Schicksal ergeben, in einer Stadt ohne Arbeitsplätze leben zu wollen, ohne gleich einen Sack Geld, der für 3 Generationen reicht, mitbringen zu können. Mit den plakativen Grobheiten dabei ist es so ähnlich wie mit Schmidts Polenwitzen – solange erzählen, bis auch der letzte schnarcht und draufkommt, so sind die Leute nun wirklich nicht. Den interessanteren Punkt fand ich, daß er meint, es würden irgendwann Eliten einwandern. Ich frage mich ja nur, woher die kommen sollen, und wer die in der Stadt halten soll, wenn die jetzt in der Stadt Lebenden ja angeblich alle zu unfähig sind. – Aber ich denke, was er eigentlich will, ist, daß die Leute sich auf die Hinterbeine stellen und sich was einfallen lassen, wie sie mit ihren beschränkten Mitteln etwas zum Besseren bewirken können. In meiner Schulzeit in BaWü hatte ich einen Lehrer, der aus Berlin war. Er ätzte mitunter ziemlich. Ich widersprach ihm, ohne mich einschüchtern zu lassen. Von da ab wurde das Verhältnis konstruktiv und zutraulich. Ähnliches habe ich dann später, als ich in Berlin wohnte, noch ein paar Mal erlebt. Aufs Kuschen sind die nicht aus, eher darauf, das das Gegenüber deutlich zu erkennen gibt, was es will.

0 Trouvaille 03.10.2009, 23:46 Uhr

@Korrektur Ihre Behauptung,...

@Korrektur Ihre Behauptung, gutes Benehmen sei geschlechtsabhängig, ist, mit Verlaub gesagt, Unsinn. Gutes Benehmen ist erziehungsabhängig. Leute, die ihre Kinder achtsam und aufmerksam erziehen, gibt es in allen Gesellschaftsschichten. Es ist auch kein Zeichen guter Erziehung, in Benimmfragen andere zu maßregeln. Gutes Benehmen, das als Herrschaftsinstrument eingesetzt wird, ist eben keines. Herrn Sarrazins Prekariatsobsession ist ja schon in seiner Berliner Zeit deutlich hervorgetreten, das hat für mich schon eher Krankheitswert, wenn ein Mensch in einer verantwortungsvollen, gutdotierten Position ständig über die Verlierer in unserer Gesellschaft herzieht. Dabei hat er mit dafür gesorgt, dass die Kinder egal welcher Schicht in Berlin in dürftigen Umständen verwaltet und betreut werden, da sie ja nur Kostenfaktoren sind. In dieser Stadt macht jedes Kind, das eine Kita oder Schule besucht, Bekanntschaft mit einer Architektur und Einrichtung, die nur eines aussagt : Du darfst nichts kosten, wir wollen nichts für dich bezahlen. Und den Zustand seit Jahrzehnten unrenovierter Gebäude schiebt man dann dem jugendlichen Vandalismus in die Schuhe, dem man diese Abbruchwelten vorgesetzt hat. Erziehung durch Desinteresse könnte man das nennen. Gibt es leider auch in zu vielen Familien. So etwas wie angenehme Umgangsformen kann dabei nicht herauskommen, aber das stört doch nur diejenigen, die sich nicht panisch abgrenzen, sobald sie auf einen Menschen treffen, der eine kürzere (aus)Bildungszeit und weniger Geld hat als sie selbst.

0 donalphonso 04.10.2009, 02:19 Uhr

N.W., ich habe anderthalb...

N.W., ich habe anderthalb Jahre im Wedding gewohnt, wo es durchaus nett war, und dahinter ist es angeblich nicht so nett, aber es gab dort ausser zweimal Schmierereien keine Probleme. Und integriert habe ich mich dort auch nicht, aber die wirklich unerfreulichen Erfahrungen machte ich in Mitte und im Regierungsviertel. Was ich an Berlin nicht mag, ist die Verkommenheit, aber die meisten meiner Schmutzbilder habe ich tatsächlich in besseren Vierteln gemacht. Der Wedding war, Migranten hin oder her, ein erheblich sauberer Stadtteil. . Generell wäre ich dutchaus dankbar, wenn man die persönlichen Geschichten hier irgendwie eindämmen könnte. Ich fühle mich in dieser Halbdistanz durchaus wohl; Erklärungen über meine Person aus dieser Ferne machen nicht wirklich Sinn. Und es wäre fein, wenn man so lala beim Thema bleiben könnte.

0 donalphonso 04.10.2009, 02:37 Uhr

HansMeier555, offen gesagt...

HansMeier555, offen gesagt kenne ich diesen angeblichen Stress nicht. Natürlich gibt es solche Leute, aber die sindeinfach kein Thema. Ich wüsste auch nicht, das man oft darüber sprechen würde, wie generell über vieles, was mit Zerfallserscheinungen zu tun hat. Wenn ich etwa von meinen Exkursionen in den Osten erzähle, wirkt das in meinem Umfeld eher wie ein exotischer Abenteuerurlaub. Keiner von denen geht in Fabrikruinen und schaut sich das mal an. Es existiert nicht. . perfekt!57, das ist ein sehr schöner Erklärungsansatz, aber man muss wohl zwischen Bürger und Bürger unterscheiden. Es kst ja nicht so, dass alle froh sind, wenn da jemand die Axt an den Zusammenhalt einer Gesellschaft legt, und gerade diese Ausfälle - "kluge Juden" gerne, "dumme Türken" nicht - sind das Widerlichste im Mainstream, was mir in Deutschland seit der Bundestagswahl von 2002 untergekommen ist. Mich - und glücklicherweise aich andere - ekelt es bei solchen Einlassungen. Würde man den Sarrazin in seinen Anmerkungen zum Kinderkriegen wirklich kosequent zu Ende denken, könnten wir hier auch schnell über das Thema Eugenik reden. (Was angesichts derartiger Bemühungen in gewissen kreisen fast schon wieder lustig ist, wenn dann doch mit Masskleidung und Internat nachgeholfen werden muss)

0 donalphonso 04.10.2009, 02:55 Uhr

kleinerberg, erfahrungsgemäss...

kleinerberg, erfahrungsgemäss finden solche leute ihr ganzes Leben lang einen, der ihnen ein Mikro unter die Nase hält. Insofern wird er kaum "weg" sein, und man munkelt ja schon länger, dass es rund um Clement und Freidrich Merz Gedankenspiele geben soll, etwas wie eine Partei zusammenzuschrauben. . Alter Bolschewik, man muss solche Einlassungen nicht wirklich ernst nehmen, das ist genausowenig Ausdruck allgemeinen Denkens wie manches, das hier passiert (lustigweise gibt e ein rechtsextremes Blog eines badischen Augenarztes, in dem mir angesichts dieses Beitrags gerade wieder mal nachgesagt wird, ich sei so eine Art Kommunist, darauf einen Champagner). Für jene, denen das Thema am herzen liegt, ist es eben die Plattform zum Loslegen, und dabei sollte man auch berücksichtigen, dass es bei derartigen Themen oft genug konzertierte Schreiarien dieser Kreise gibt. Wenn man mal eine Weile im jüdischen Bereich gearbeitet hat, dann kennt man diese Aufläufe der Ultranengagierten und Überidentifizierten.

0 HansMeier555 04.10.2009, 07:03 Uhr

@Don dabei gibt es...

@Don dabei gibt es Industrieruinen wirklich ueberall, auch in Frankreich und Norditalien zuhauf (von den USA ganz zu schweigen). Unser gelecktes Sueddeutschland plus Schweiz ist die Ausnahme. Schon wegen der Bodenpreise und der allgemeinen Kleinteiligkeit bleiben Ruinen hier nie lange stehen. . Die Eintraege in diesem Blog hier sind fuer mich immer wieder eine Bestaetigung fuer die Bodenstaendigkeit vieler Mitbuerger, die im globalisierten Internetzeitalter kraeftig zunimmt (und keinesfalls abnimmt). . Bodenstaendigkeit heisst auch, dass man die Ressentiments und Vorurteile von Grosseltern und Onkeln schon als Teenager einsaugt und den Rest des Lebens niemals in Frage stellt. Bei manchen meiner Verwandten glaube ich bestimmte Vorstellungen auf die Zwischen- und die unmittelbare Nachkriegszeit datieren zu koennen, bei anderen reicht es in die Kaiserzeit zurueck. . Industrieruinen sagen indessen nur wenig. Interessanter sind die Sozialruinen jenseits von Klischees. Die Welt in der wir leben, ist weder vom Weltraum (GoogleEarth) noch vom Autofenster aus zu erkennen. Im Grunde muss man zu Fuss laufen und so wenig Geld ausgeben wie moeglich. Und dabei das Gespraech suchen mit den Leuten, die man so trifft, auch auf die Gefahr hin, dass man sie dann persoenlich kennenlernen oder gar zu Hause besuchen muss. Nur so hat Reisen ueberhaupt einen Sinn. Dafuer muss man nicht weit weg fahren, man kann schon fuenf Minuten von zu Hause weg neue Kontinente entdecken. .

0 Korrektur 04.10.2009, 07:24 Uhr

@Trouville Wenn Sie gutes...

@Trouville Wenn Sie gutes Benehmen als Erziehung im Sinne des christlichen Humanismus verstehen, dann kann ich Ihnen nur zustimmen. . Aber genau darum geht es im obigen Artikel ja nicht; dort es geht nur um die Einhaltung der Höflichkeit und Etikette, welche vorgeschoben werden, um die eigene Konfliktscheue und Feigheit zu verbergen. . . Den Unterschied zwischen guter Erziehung und Etikette kann man sehr gut an den beiden Protagonisten in dieser Posse sehen: Bundesbänker Sarrazin und Bundesbänkerchef Weber. . Bundesbankchef Weber ist in seinem Auftreten und Wirken Etikette pur: Blaue Uniform, gegeltes Resthaar, aber inhaltlich völlig substanzlos; Kurz: der perfekte Erfüllungsgehilfe der Großkapitals. . Sarazin, dessen Mutter übrigens aus ostelbischen Landadel stammt, kommt äußerlich eher bescheiden daher, sagt aber klar seine faktengestützte Meinung, wenn es Probleme gibt, die der Lösung harren. . Das nennt man Verantwortung! Und es ist ja nicht so, dass Sarrazin willkürlich auf der Unterschicht rumhackt, sondern er benennt die -auf Fakten beruhenden- Missstände. Und es ist auch nicht so, dass Sarrazin nur auf der Unterschicht rumhackt, denn wenn er die Berliner als kleinbürgerlich schimpft, dann meint er ja gerade nicht die Unterschicht, sondern die faule Verwaltungselite. Auch äußert sich Sarrazin auch zu Managern wie der Bahn - seinem alten Arbeitgeber. Das wird medial nur nicht so verwertet... Wenn Sie wirklich interessiert sind, dann lesen Sie doch die Reportage in der Zeit: http://www.zeit.de/2009/19/Sarrazin-19

0 die dame im Dirndl 04.10.2009, 07:34 Uhr

@miner Wenn ich über die von...

@miner Wenn ich über die von der Natur gegebenen Belastungsgrenze herausgegangen wäre, wäre ich nicht mehr da. Bin ich aber noch und zwar ausgesprochen vergnügt.

0 donalphonso 04.10.2009, 07:41 Uhr

Ich sehe irgendwie ncht, wie...

Ich sehe irgendwie ncht, wie man verantwortungtslose Sprüche nahe der Eugenik derartig rumdrehen mag; der ostelbische Junker jedenfalls hat seit Anno 1914 und dann besonders 33 bis 45 nicht mehr wirklich als Leuchte der Verantwortung zu gelten. . HansMeier555, ich kenne genauso Berliner, die jahrelang nicht aus ihrem Kiez herauskommen, und das sind nicht nur due Bewohner von Hellersdorf, und die bei jeder kleinen Verunsicherung ausserhalb, wenn sie es doch mal in den Westen schaffen, in ein Schockberlinerisch fallen, um sich daran festzuklammern. Aber generell sind die Verhältnisse schon besser geworden - in den 50er Jahrfen wurde man in katholisch-Bayern am Bahnschalter noch gefragt, was man in evangelisch-Franken wolle. Und ide Populärlultur ist aufgrund von Quoten und Massenproduktion ohnehin überall gleich.

0 donalphonso 04.10.2009, 08:01 Uhr

bertholdIV, bitteschön, in...

bertholdIV, bitteschön, in meinem Aktivwortschatz kommt das auch vor, und ich piekse damit auch ab und an Frauen, die aus kleinlichen Gründen hübsche Kleider nicht erwerben wollen. Savall, es gibt durchaus umfassende Interviews mit Leuten, die nicht schlecht sind, nur kann man die in die Medien nur selten bringen, daher auch der Versuch mit "Galore", der als weitgehend gescheitert gelten darf. In meinen Augen sind diese Einlassungen eher in einer Linie mit dem, was man so bei diesem Magazin Cicero findet - nir macht dieser Fall eben "Quote", weil neben den angesprochenen Problemen auch gleich Lösungsansätze aufgezeigt werden, die intolerabel sind (ich mach wirklich was zur Eugenik). Denken ist, wie die Geschichte zeigt, per so noch nicht zwingend "gut", was die Ergebnisse angeht, da sollte noch was dazu kommen: Eine kritisches Überdenken der eigenen Haltung etwa.

0 HansMeier555 04.10.2009, 08:26 Uhr

@Don, erzählen Sie mehr über...

@Don, erzählen Sie mehr über die "kleinlichen Gründe", wenn damit nicht einfach Geiz gemeint ist. Ist das villeicht die heimlich Angst, eleganter auszusehen als SElbstbild und Umgebung zulassen?

0 donalphonso 04.10.2009, 08:30 Uhr

colorcraze, was mir (jetzt...

colorcraze, was mir (jetzt nicht als nornaker Angehöroiger meiner Schicht, über die ich schreibe, sondern als der, der ich bin) vor allem aufstösst, ist das "und jetzt hätte ich gerne wieder eine Elite, wie ich sie mir so vorstelle", womit dann die jüdische Karte gespielt wird. Das ist, wenn es benutzt wird, um andere abzuwürgen, die allerunterste Schublade. Ich erwarte mir von so einem, dass er angesichts seiner Herkunft die 1000-jahre-Frist einhält, bevor er das nächste Mal Juden für seine Ressentiments benutzt, diese Art der Umarmung zur Diskriminierung anderer -"aber schaut her, ich mag die anderen, wenn sie kluge Juden sind" - ist so, dass man sie nur schärfstens zurückweisen kann, wenn man das Pech hat, von so einem vorgeführt zu werden. . Ansonsten nach Diktat verreist - es wird aber gegengelesen und freigeschaltet.

Grundsätzlich und im...

Grundsätzlich und im Allgemeinen möchte ich zu bedenken geben, daß allen Kosten entsprechende Einnahmen zugrundeliegen müssen, sonst funktioniert das nicht im Privathaushalt und auch nicht im Staatshaushalt. Die Zahl auf dem Kontoauszug zeigt uns "gnadenlos" (HansMeier555) unseren monetären Spielraum, völlig unabhängig von allen unseren hier attestierten Wünschen. Soll also bspw. ein Arbeitsloser mehr Geld bekommen, dann muß von irgendjemandem anderes mehr Geld genommen werden, so einfach ist das und nicht anders. . Zweitens werden hier ständig die Begriffe "Unterschicht", die "Reichen" werden immer reicher, die "Armen" immer ärmer benutzt. Wer genau ist das jeweils? Mich würde auch mal interessieren, wie HansMeier555 diese Begrifflichkeiten definiert. . Ist denn Don Alphonsos Bohnenfrau "Unterschicht"? Oder ist sie "arm"? Oder beides? Ist sie auch Teil der beschriebenen Unterschicht in Berlin? Im Begriff "Unterschicht" wird hier alles mögliche zusammengeworfen und anschließend damit argumentiert. . Und was ist die "Mittelschicht"? Meine Tante und mein Onkel (Ungar übrigens) haben ihr Leben lang als Sekretärin und Automatentechniker gearbeitet - nicht gerade typische Berufe der "Oberschicht". Trotzdem haben sie einiges gespart, wohnen in einer netten, normalen Wohnung, fahren Mercedes, essen von Hutschenreuther "Blau Zwiebelmuster". Sind sie "Bourgeoisie"? . Und wer ist nun der "Reiche", der immer reicher wird? Ist das derjenige, der als Alleinstehender mehr als 3418 Euro netto verdient, obwohl weniger als 1% der Deutschen? (http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2009/07/22/reichtumsbericht-2009.aspx) Wohl kaum, nehme ich mal an. Diejenigen, die jährliche Millioneneinkommen haben hingegen schon eher. Aber wie viele davon gibt es? Wie viele "Almosenfensterchen" springen da raus? . Ich möchte nur gerne mal mehr "Schärfe" in die Diskussion bringen, die sich ja durch viele Artikel Don Alphonsos zieht.

0 khaproperty 04.10.2009, 09:09 Uhr

Die Zusammenstellung der...

Die Zusammenstellung der Manieren Ihrer Bohnerfrau mit den überkommenen Kategorien Ihres Weltbildes sind noch lange kein Apercu, und schon gar keine Provokation, weil zu offensichtlich im Klischee gefangen. Im Übrigen liegen Sie neben dem Thema, welches eher die unbestritten bedenkliche Situation Berlins sowie auch des Landes insgesamt sein sollte, was Sarrazin betont hat und Gegenstand des Interviews war. Bemerkenswert sind die zahleichen ebenso neben der Sache liegenden Kommentare, die sich typischerweise mit dem Ausmalen der üblichen Schablonen begnügen.

0 die dame im Dirndl 04.10.2009, 09:39 Uhr

@Holly01 (19:30) Die...

@Holly01 (19:30) Die 9-stelligen Nummern sind keine Magie, und auch das Passwort kein Sesam øffne Dich aus 1001 Nacht. Da haben nur ein paar schlaue Köpfe einen 10011000110001 usw. Bit-string konstruiert, den andere schlaue Köpfe jederzeit rekonstruieren und ändern können. Als dieses Problem in ESA anstand, wurde da gerade ein Satellit operiert (SOHO), der war auf Grund irgendeines Defekts schlafen gegangen und weigerte sich, mit der Erde weiter zu verhandeln. Aber ein paar schlaue Köpfe in ESOC Darmstadt haben das SOHO Operatingsystem überlistet – ohne ihm einen Tritt geben oder wenigstens ein Chip austauschen zu können.

0 die dame im Dirndl 04.10.2009, 10:35 Uhr

@mawu Dons Bohnenfrau ist...

@mawu Dons Bohnenfrau ist nicht arm. Sie wohnt auch nicht in Berlin, sondern im Ausland und hat sogar außerdem noch ein Ferienhaus noch mehr im Ausland. Ihr Dirndl hat ihr mittlerweile eine ihrer Töchter abgeschwatzt, aber wenn sie Lust hat, trinkt sie Tee au seiner silbernen Teekanne, die sie irgendwo mal beim Pfandleiher günstig aufgetrieben hat.

0 MarkusvonBentheim-Burg 04.10.2009, 10:38 Uhr

Sehr geehrter Don, das...

Sehr geehrter Don, das spaßige ist doch, dass wir uns mit so vielen Unaussprechlichkeiten umgeben und uns haben umgeben lassen, dass jedes Wort in die "richtige" Richtung sich wie ein Schlag in den Magen anfühlt. "Das kann man doch so nicht sagen". Türken und Islamisten beuten Frieden, Freiheit und ein friedlichen miteinander, so wie bei den Uiguren, Tschetschenen, Palästinensern, Iranern ud allen diesen friedlichen Islamvölkern. Wie kann man da etwas gegen haben? Toleranz so weit, bis es weh tut und dann schaut man betreten zu Boden und sagt sich "Aber wir haben zwei Weltkriege geführt" (ääähh, oder haben die Habsburg-Österreicher einen Großteil Anteil daran gehabt,ääähhh, neeee), also dürfen wir eine intolerante Minorität keinesfalls kritisieren, weil wir das Bild der toleranten Majorität keinesfalls beschädigen wollen, können, dürfen. Also warten wir nochmal, bis es zu Auseinandersetzungen zwischen Ober- und Unterschicht, zwischen Einwohnern und Zugewanderten, so wie es der DBG- Chef heute in der BILD Zeitung unverhohlen angedroht hat. Ich sitze dann in meinem Haus in Österreich. Bis bald mit den besten Grüßen MvB-B

0 HansMeier555 04.10.2009, 10:56 Uhr

@mawu Keine Sorge, als...

@mawu Keine Sorge, als Mercedesfahrer gehört man noch lange nicht zur Oberschicht. Zur "Bourgeoise" natürlich schon. Wer sich einen Mercedes kauft, tut dies ja nur, weil er seine Zugehörigkeit zur Bourgeoise behaupten möchte. . "Oberschicht" sind diejenigen, die die Regeln machen, an welche sie sich selber nicht halten müssen. Mit 3500 Euro netto gehört man da garantiert nicht dazu. .

Entschuldigung, aber...

Entschuldigung, aber persoenliche Geschichten praegen nuneinmal Lebensbilder und damit auch Einstellungen. Uebrigens finde ich den Wedding auch nicht besonders "schlimm", wobei es dort angenehme und weniger angenehme Ecken gibt. Uebrigens kein Vergleich zu Neukoelln oder bestimmten Gegenden in Reinickendorf (auch schon hinsichtlich der statistischen Kennzahlen). Ausserdem sind die sozialen Probleme Berlins ganz sicher nicht auf "die Auslaender" beschraenkt; das Provinzielle und extrem Vernagelte der lokalen Bevoelkerung (West wie Ost) traegt sicherlich genauso zu den Problemen bei. Trotzdem meine Frage: wie genau belegen Sie, dass es zum "Teile und Herrsche" unserer momentanen Elite gehoert, das Kleinbuergertum gegen bestimmte soziale Gruppen aufzuhetzen? Wenn es Teil der Agenda waere, warum ist Sarrazin dann jetzt (wahrscheinlich) fuer immer unten durch und indiskutabel? Und darf man solche Probleme (kultiviert und differenziert) ansprechen, ohne sofort vom Diskurs ausgeschlossen zu werden?

0 perfekt!57 04.10.2009, 12:15 Uhr

War uns auch schon...

War uns auch schon aufgefallen, dass man ggfls. alle Blogs von Don unter "Elite erwache" zusammenfassen könnte. . Wobei nicht klar ist, wer oder was diese Gruppe eigentlich ist oder ausmacht. Das da nur jemand ist, der ins Leere ruft; wissend, hoffend, dass diese Leere nicht vollkommen so wäre. Ungefähr jedenfalls. . Dem Kreisauer Kreis z.b. gings auch schon mal so. Damals mit inkonsequentem Verhalten als Folge, zu unser aller Schaden, wie bekannt. (Das Attentat schlug u.a deshalb fehl, weil Staufenberg fast in letzter Minute eins von zwei Sprengstoffpaketen aus seiner Aktentasche entferte. Aus Angst um sich wohl, aber eben auch aus psychologischer Hemmung, weil nicht klar war, was kommen sollte: Demokratie, eine Stimme für jeden, war durch die Kreisauer u. u. auch nicht vorgesehen gewesen, wie bekannt.) . . Klar auch, dass es zur parlamentarischen Demokratie keine Alternative gibt. Aber eben auch, dass der unreflektierte Wunsch "Elite erwache" sich biegen, erweitern ließe "zum Ruf für die soziale Grundgesamtheit an sich". . Und in so fern schrieben wir hier schon immer mit lachendem und weinendem Auge zugleich. . . Und auch wieder nicht. Bleibt ausdrücklich festzuhalten, dass die Zukunft vollkommen anders wird, zum Glück: . Wer kinder hat, weiß folgendes: Der Einundzwanzigjährige fing vor fünf Jahren an, täglich im Internet zu schreiben, zu veröffentlichen. Also auch sich mit sich selbst in Schriftform auseinanderzusetzen. Unbedingter individueller und gesellschaftlicher Fortschritt also. Also mit sechzehn. Und der heute sechzehnjährige Bruder fing vor vier Jahren an. Also mit zwölf. Und kennen es nicht anders. (Wie schön!). Für die das also unbedingte tägliche Normalität, kennen, wollen es nicht anders. . . Von daher sieht man leicht, wie es gehen wird: Wenn diese in zwanzig bis fünfundzwanzig Jahren mal Staatsschützer sein werden, dann werden sie das Internet durchkämmen nach Leuten, die da nicht schreiben, womöglich noch nie geschreiben haben(!). Das dann ganz sicher die soziale Auffälligkeit. ("Wie, der hat noch nie in einem Forum geschrieben? Ist das sicher? Und warum nicht? Wissen wir das? Das ist ja komisch! Da müssen wir aber mal genauer hinsehen!") . . Auch von daher vieles heute vor allem eines: Generationenkonflikt. Und Recht behalten auf Sicht ganz sicher nur die, die jeden Tag vollkommen unbekümmert im Internet veröffentlichen, sich um "Geheimnisse" oder "den Zusammenhalt von Geldhaufen" etc. eher nicht besonders bekümmern. Internet ist Demokratie, ist freie Rede, in jedem Moment und überall - wie die Jungen wissen. (Man kann keinen Fehler machen - außer einem: Nicht zu schreiben. Nicht öffentlich zu schreiben.) . Und die Jahrgänge 1944 +/- sind alt. Und Sarazin ließ, so gesehen, an den genannten anderen auch nur seine Autoaggression aus, weil man strebend eben doch nicht zur Erlösung gelangt. (Goehtes Paradox, welches keines ist: Der Strebende erkennt am Ende durchs Streben, dass er genau das sein lassen muss, ein Seiender werden soll. Dann eben, und nur dann, dürfen die anderen auch sein. Nur sein.) . Alles aber mal wieder bloß am Rande bemerkt. Und die, die z. B. heute 50 und älter sind und nie nicht jeden Tag bedenkenlos veröffentlichen, sollte man am besten "völlig auf igno setzen": Es wird nix von ihrer Beharrung (... in oraler Hemmung und Ignoranz schon der wunderbaren Gegenwart). Time marches on: . Der Mensch ändert sich am Ende erfolgreich selbst - oder gar nicht.

0 Alter Bolschewik 04.10.2009, 12:34 Uhr

@mawu: Der Begriff der...

@mawu: Der Begriff der "Unterschicht", da haben sie völlig recht, ist keineswegs objektiv, sondern - aber das wollten Sie wahrscheinlich gar nicht sagen - in meinen Augen eine ziemlich perfide Unterstellung. Denn damit wird nicht nur ein recht objektiv konstatierbarer Tatbestand der Armut beschrieben, sondern diese Armut wird in der Verwendung dieses Begriffes pejorativ mit einem bestimmten gesellschaftlichen Verhalten zusammengedacht (der Begriff "Unterschichtsfernsehen" verdeutlicht dies sehr schön). Im Begriff der Unterschicht verknüpft sich Armut ganz zwanglos mit einem Bild von Asozialität: Der Vater hockt im Feinripp mit der Bierdose in der Hand vor der neusten auf Kredit gekauften Glotze, die Mutter stellt den Kindern Mikrowellenfraß auf den Tisch, der Sohnemann pöbelt lautstark 'rum während die Tochter aufgetakelt ist, als würde sie anschaffen gehen. Das ist die deutsche Variante des Bildes. Die gibt's natürlich auch auf "türkisch", ich erspare mir hier die Bilder auszumalen - weil sie jeder von uns leider im Kopf hat. "Unterschicht" suggeriert, wer arm ist, ist dumm, ungebildet, kann nicht für die Zukunft planen, läßt seine Kinder verwahrlosen und ist letztlich an seinem Zustand selbst schuld. Natürlich gibt's auch des Gegenklischee, das dann immer dagegen aufgefahren wird: Die aufopferungsvolle, alleinerziehende Mutter, die sich in drei Minijobs gleichzeitig abrackert und dabei schaut, daß die Kinder in der Schule ein Vollkornpausenbrot und einen Apfel dabei haben... Weder das eine noch das andere Bild stimmt: Unter den Armen gibt es genauso verantwortungslose Idioten wie in Vorstandsetagen; und man kann soziale Kompetenz und Anstand nicht nur bei alleinerziehenden Mütten sondern gelegentlich sogar bei Unternehmern finden. Armut ist keine moralische Kategorie sondern eine gesellschaftliche Tatsache, und sie hat unendliche viele Facetten, in die alle möglichen objektiven und subjektiven Faktoren wie Pech, Dummheit, Krankheit, Herkunft, Unglück, Unfähigkeit usw. einfließen. Und es geht einfach nicht, in gut neoliberaler Manier zu sagen, die sind alle selber schuld und sollen sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen - oder gefälligst abhauen. Die Gesellschaft ist da ganz einfach in der Pflicht, etwas zu tun - wenn schon nicht aus moralischer Überzeugung, dann zumindes aus Selbstschutz. Und das heißt beim augenblicklichen Stand der gesellschaftlichen Entwicklung aktives Eingreifen des Staates, das kostet Geld, dazu müssen Steuern erhoben werden, und in der Tat wird da "umverteilt". An der Tatsache der "Umverteilung" führt kein Weg vorbei. Das einzige, worüber diskutiert werden kann und muß, ist, wie dieses Geld eingesetzt wird, also wo es effektiv etwas nützt und wo es sinnlos verpulvert wird. Und das sind die Diskussionen, die geführt werden müssen, anstelle pauschaler Verunglimpfungen, die im Falle Sarrazins zudem noch eine widerwärtig rassistische Komponente haben.

Zur Oberschicht zählen für...

Zur Oberschicht zählen für mich diejenigen, die (a) Politischen Einfluß haben (oder haben könnten), und über die geltenden REgeln mitbestimmen dürfen, (b) Selber an diese Regeln faktisch nicht gebunden sind. . 3500 Euro im Monat oder der Besitz eines Mercedes genügen dafür definitiv NICHT! Andererseits ist der Erwerb eines Mercedes ein klares Indiz dafür, daß da jemand selber zur Bourgeoise dazugerechnet werden will -- was ja auch vollkommen okay ist. Nein, ich habe wirklich nichts gegen Mercedesfahrer, und mich als Student beim Trampen gerne von auch Mercedessen mitnehmen lassen. . Was die "Unterschicht" betrifft, so ist sie viel schwerer zu definieren. Das Monatseinkommen sagt da nicht so viel aus, es sind auch Lebenseinstellungen und Werte. . @Sarrazin-Verteidiger: Sie halten seinen Hinweis auf die Integrations-Unwilligkeit der fremdstämmigen BBerliner Unterschicht für prinzipiell richtig. Sehen Sie, da müssen sie eben mitbedenken, daß "Integration" nicht für alle Menschen gleich funktioniert. Das traditionelle Integrationsmodell in deutschen Städten heißt "bürgerliche Gesellschaft", und diese wiederum ist mit einem komplexen Geflecht an Werten, Erziehungszielen, Traditionen verbunden. . Dieses Integrationsmodell ist den vor 40 Jahren eingewanderten Türken oft nicht verständlich und auch nicht attraktiv. Für einen größer werdenden Teil der deutschstämmigen Unterschichten übrigens auch nicht mehr. . Nach dem bürgerlichen Leistungsmodell liegt die Bringschuld immer beim einzelnen: Integriere Dich! Sei fleißiger, besser, attraktiver als Deine Kameraden, sonst findest Du weder Job noch Partner! Sei kein Loser! Stell Dich mehr in den Mittelpunkt, damit Dich keiner übersieht! Besuche eine Elite-Uni, mach 25 Praktika, sei immer der Jüngste, kriege die besten Noten, sprich fließend Englisch, Usw. /usf. ... Ohne Ehrgeiz, Aufstiegs- und Karrierewillen funktioniert dieses Modell nicht. . Dabei gibt es nun mal viele viele Leute, die überhaupt nie Karriere machen wollten, sondern einfach nur ihren Job, zwei Kinder und nach fünf ihre Ruhe und ihr Bier. Und die sich nur in dem Maße "integrieren" können und wollen, wie sie dazu bequeme Gelegenheit erhalten. Wenn es Jobs gibt, dann arbeiten sie, wenn nicht, dann füllen sie halt Formulare aus und machen nebenher was schwarz. Sie empfinden das alles nicht als ihre eigene Entscheidung, sondern nehmen einfach, was man ihnen anbietet. Und diese Haltung -- und das möchte ich betonen -- ist ebenfalls legitim. Nicht jeder kann studieren, nicht jeder kann sich erfolgreich selbständig machen, nicht jedem kann man die Last aufbürden, für seine eigene Existenz eine produktive Anwendung im Wirtschaftskreislauf zu finden.

0 auch-einer 04.10.2009, 13:17 Uhr

was doch wirklich interessant...

was doch wirklich interessant wäre: . war der sich selber im wege, dass er sich - aus lust am provozieren und eigener dummheit - selber aus dem soiel genommen hat, . oder war er anderen im wege, die sich aber zu helfen wussten und das ganze geschickt eingefädelt haben?

Eventuell haben Sie es ja...

Eventuell haben Sie es ja überlesen: Ich wiederhole nochmal den Hinweis von Urs Schäuble, dass das Grundgesetz keine Paragraphen kennt. Es heißt Art. 3, Abs. 3 S. 1, jedes andere Zitat ist schlicht falsch.

@auch-einer, ich denke,...

@auch-einer, ich denke, sarrazin zieht die don-quijote/zorro-nummer durch (a la: einer muß ja die eier haben, die wahrheit zu sagen + unbeholfene umsetzung), weil es seinem wesen entspricht, er dafür beifall bekommt - und bislang (es war ja nicht der erste ausritt) auch ohne größeren schaden zu nehmen, davonkam. . @alter bolschewik: lese sie zu gern. wollte ich nur mal am rande ... . zum thema: es ist nicht einfach, gemeinwohlig & wertschätzend & in aller klarheit über parallelgesellschaften, demotivierende lohn- und nichtlohn(h4)verhältnisse zu diskutieren, ohne bereits durch abwertung u.ä. sensibilisierte gruppen in verteidigungshaltung statt in mitgestaltungsaktivität zu bringen. allerdings muß sich diese aufgabe die künftige regierung nicht stellen. ein gesamtgesellschaftlicher diskurs wir nicht stattfinden. so nötig er auch wäre. nicht wahr, herr buschkowski? . wie war das eigentlich betriebswirtschaftlich: motivierte (gestaltungsfreiheiten besitzende, am belohnungssystem beteiligte etc.) mitarbeiter sind leistungsbereiter als die unbeaufsichtigten, ungrüßenswerten "hofkehrer" ...

Ich glaube uebrigens auch,...

Ich glaube uebrigens auch, dass Sarrazin Suendenboecke fuer sein eigenes Scheitern finden und ostentativ benennen moechte. Ich glaube nicht, dass es sich hier um eine belastbare "Weltanschauung" handelt.

0 Johs Ruhe 04.10.2009, 14:59 Uhr

@auch-einer: Lesen Sie das...

@auch-einer: Lesen Sie das von korrektur oben verlinkte ZEIT-Interview, das die Grenze zur Parodie schon überschreitet, und sie werden sehen: es ist sehr viel banaler - der S. ist noch ein ganzes Stück eitler als andere Interview-Junkies. Er war schlicht auf Entzug, und brauchte einmal wieder einen Auftritt als angriffslustiger Kämpfer gegen Ignoranz und Dummheit, als Stoiker und Macher, als Mann mit ausgeprägtem Geschichtsdenken und ästhetischer Urteilslust (alles frei nach der ZEIT-Schleimerei). Das mit der eigenen Dummheit kommt dann natürlich noch dazu.

0 dunnhaupt 04.10.2009, 15:42 Uhr

Wer denkt bei Sarrazin nicht...

Wer denkt bei Sarrazin nicht gleich an Goethe? "Du weißt wohl nicht, mein Freund, wie grob Du bist." "Im Deutschen lügt man, wenn man höflich ist." Für die hohe Kunst der Diplomatie waren wir offensichtlich noch nie bekannt.

0 auch-einer 04.10.2009, 15:47 Uhr

hans meier, . daimler fahren...

hans meier, . daimler fahren nicht nur bourgeois und solche die es sein wollen. . wer sparen will, darf kein billiges auto fahren.

0 auch-einer 04.10.2009, 15:55 Uhr

alter bolschewik. . so ist...

alter bolschewik. . so ist es. . wir werden in zukunft, wenn die verteilungskämpfe schärfer werden, noch mehr aus derlei ecken hören. umso wichtiger ist es,vereinfachungen nicht zuzulassen.

Zu meiner Frage waren das ja...

Zu meiner Frage waren das ja schon einige interessante Antworten, noch wäre aber nicht geklärt, wo "Arm" und "Reich" jeweils beginnen (Stichwort: "Die Armen werden immer ärmer, die Reichen immer reicher"). . Was die Definition der "Unterschicht" betrifft, würde ich mit AlterBolschewik völlig d'accord gehen. Es kann sowohl jemand mit einem einfachen Beruf bzw. Ausländer (mein Onkel etwa) ein ganz normales, anständiges Leben führen, als auch jemand, der sehr wenig Geld hat und als durchaus arm bezeichnet werden kann (meine Oma aus Ostpreußen etwa, die aus gutem Hause stammte und im Krieg alles verloren hat). . Dazu ist natürlich Pragmatismus erforderlich; wenn man keinen Job als "Möbelverkäufer" bekommt, dann sollte man sich eben nicht weigern, alternativ mal Lastwagen zu fahren - anstelle Arbeitslosengeld zu kassieren (wie andere in meiner Familie). . Mit einer gewissen Portion Pragmatismus dürfte es daher auch für mäßig intelligente ohne großartige Bildung möglich sein, zumindest ein einfaches Leben zu führen. Bei Pech, Krankheit, Unglück und sonstigen unverschuldeten Problemen sollte selbstverständlich so lange wie nötig ausgeholfen werden. . Das sind so etwa meine Gedanken - ist das denn "neoliberale Manier", AlterBolschewik? Und was machen wir mit dem Rest, was wollen wir denen aus zumindest "gesellschaftlichem Selbstschutz" bieten? . Unabhängig davon ist interessant, daß weder Don Alphonso, noch die meisten anderen Kommentatoren (wenn nicht alle) zur "Oberschicht" gehören, wie sie hier mehrmals definiert wurde (z.B. von @mawu). Wir mögen höchstens gebildet und/oder wohlhabend sein - politischen Einfluß außer einer Stimme haben wohl die wenigsten.

0 Vadder Krause 04.10.2009, 16:21 Uhr

Daß Deutschland noch...

Daß Deutschland noch größere soziale Differenzen drohen zeigt ein Artikel der WELT: http://www.welt.de/politik/article3813806/Einwanderung-Wer-klug-ist-meidet-Deutschland.html . Hier mal einige Grundaussagen: . "Jedes Jahr wandern mehr hoch qualifizierte Fachkräfte aus. Während andere Länder von der deutschen Bildungselite profitieren, machen gut ausgebildete Ausländer einen Bogen um die Bundesrepublik." . "Das Grundproblem: Während diejenigen, die Deutschland verlassen, wesentlich besser qualifiziert sind als die durchschnittliche Erwerbsbevölkerung, liegt die Qualifikation der ausländischen Zuwanderer deutlich unter diesem Niveau. Deutschland gehört zu dem Land mit den am niedrigsten qualifizierten Zuwanderern von allen OECD-Ländern." . "Gut Ausgebildete gehen, schlecht – oder gar nicht – Ausgebildete kommen. „So trägt Migration in Deutschland letztendlich zur Dequalifizierung der Erwerbsbevölkerung bei“ . "Die Folge sei, dass Ausländer als arme Schlucker wahrgenommen würden, die die Sozialkassen belasteten. Oft mache sich niemand ernsthaft die Mühe, ihre Qualifikation zu prüfen: „Da bleiben die auf der Strecke, die wir gut gebrauchen könnten.“ . "So bleibt nur der Versuch, die Kinder und Enkel der Pionierzuwanderer besser zu qualifizieren und das Potenzial zu wecken, das in ihnen schlummert." . "Doch jetzt haben die Sozialämter mitbekommen, dass die Mehrzahl der geförderten Kinder aus Hartz-IV-Familien stammt – und fordern, das Geld solle auf das Arbeitslosengeld angerechnet werden." . ........................................................................................................................ Wenn also Hochqualifizierte und damit die Leistungsträger und "Stützen der Gesellschaft" aus finanziellen Gründen abwandern und Niedrigqualifizierte aus finanziellen Gründen einwandern, dann kippt irgendwann unsere Gesellschaft. Und es bilden sich Parallelgesellschaften Niedrigqualifizierter mit Vererbung an die nächste Generation.

Lieber Autor, liebe...

Lieber Autor, liebe Lektoren, ein kleiner Hinweis in Sachen Rechtschreibung: Schauen Sie sich doch noch einmal die Regeln zur "ss"- und "ß"-Schreibung an...

0 Wolfgang R. 04.10.2009, 16:38 Uhr

Das Beispiel mit der Marktfrau...

Das Beispiel mit der Marktfrau gefällt mir, bis dahin habe ich gelesen. Über die Sätze von Sarrazin kann ich mich nicht aufregen. Ich weiß einfach nicht warum ich es tun sollte. Der Mann hat doch recht. Das sehe ich hier im Ruhrgebiet jeden Tag

Sieh an, ein Blog, auf dem...

Sieh an, ein Blog, auf dem "Großkopfete g'schwolle schwätze dunt" :-) Nun, wenn man die Problematik der Worte Sarrazins einmal beiseite lässt, bleibt von seinem Text doch ein erklecklicher Rest von Wahrheiten übrig, für den offenbar noch niemand in diesem Land eine Sprache gefunden hat, in der er sie aussprechen kann, ohne dafür mit der Nazikeule erschlagen zu werden. Wenn aber eine Demokratie in Sprachlosigkeit versinkt, geht sie ihrer Grundlage verlustig. Auf also, liebe Freunde, auf Wahrheitssuche, hebt die Schätze von Sarrazin, indem Ihr die Sprache findet, in der wir uns unterhalten können, über Dinge, über die nicht geschwiegen werden darf. ... aber unter uns: Wo wirklich Meinungsfreiheit herrscht, da darf auch der Bauer sein Maul aufreißen. Getreu dem Eingangsmotto dieses Artikels: "Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Grundgesetz §3, Absatz 3"

@franket, "da darf auch der...

@franket, "da darf auch der Bauer sein Maul aufreißen", richtig und wenn er vorher ausreichend nachgedacht hat, wird seinem Kommentar der erwartete Respekt erwiesen. Und sollte man argumentativ auf den Acker gebeten worden sein, hat sich grobstolliges Profil als durchaus brauchbar bewährt. Wenn diesem Auftakt nun die "erklecklichen Wahrheiten" folgten, könnte von der Vermutung eines weiteren, demokratisch Sprachlosen, Abstand genommen werden.

0 ichichundich 04.10.2009, 18:10 Uhr

Als Bürgersohn, den es...

Als Bürgersohn, den es während des Studiums, in ein in der Stadt mit Schaudern ausgesprochenes Viertel verschlagen hat, kann ich nur sagen es gibt wirklich welche, die haben keine Lust sich zu integrieren. Die laufen die Frauen grundsätzlich mindestens drei Meter hinter den Männern und die Söhne stehen laut lärmend in engen T-Shirts mit gegelten Haaren auf der Straße während von den Töchtern nichts zu sehen ist. Dann gibt es die Arbeiter , die nach Schichtende am S-Bahnhof stehen, sich mit Bier vollaufen lassen und Studentinnen, die es auch hierher verschlagen hat, nachpfeifen und Dinge rufen, bei denen ich froh bin, das als Mann nicht ertragen zu müssen. Nebenbei haben sie so oft die Bahnhofsuhr zerstört, dass diese inzwischen nicht mehr repariert wird. Hier im Viertel scheint ein Job beim Discounter an der Kasse als angesehen zu gelten und man scheint Stolz darauf zu sein, weil man über den anderen steht. Nichtsdestotrotz werden auch deren Kinder kaum eine Chance haben mehr zu werden als Kassierer, wenn die dort Arbeitende den eigenen Vater noch mit ertragen muss, wenn er von S-Bahnhof nach Hause kommt. Sarrazin stellt eine unerträgliche Verachtung für diese Menschen zur Schau, aber ich muss selbst sagen, es ist manchmal wirklich nicht leicht sie mit einem liebevollen Auge zu betrachten. Und: diese Menschen sind Unterschicht! Sicher nicht freiwillig, aber viele haben sich damit abgefunden. Viele Streitgespräche in der S-Bahn machen dem Zuhörenden klar, dass das nachmittägliche Gerichts- und Talkshowfernsehen erschreckend nah an der Wirklichkeit ist. Die dort dargestellten Familienverhältnisse sind real und Alltag vieler Menschen hier. Die Träume beschränken sich auf kurzfristige materielle Statussymbole, vielleicht ein teures Handy, sogar ein 3er BMW - aber nur höchst selten die Aussicht auf ein anderes Leben. Vor diesem Hintergrund erscheint mir mancher Salon-Bolschewist oder Sozialist enorm weltfremd. Es ist wichtig diese Menschen zu erreichen und wenigstens Ihren Kindern soziale Mobilität zu ermöglichen, aber dazu muss man mit ihnen sprechen. Mein Prüfstein dafür wären, die Besoffenen am Bahnhof, wer die erreicht kann es schaffen. Alles andere ist Gewäsch für die Ränge, damit die gefühlte Oberschicht ihr tief vergrabenes schlechtes Gewissen beruhigen kann.

Meiner Meinung nach koennte...

Meiner Meinung nach koennte man 'Sarrazin' durch 'Clement' ersetzen, ohne daß die Beiträge im Blog anders ausfielen.

Form und Inhalt müssen...

Form und Inhalt müssen unterschieden werden. Die Form der Äußerungen waren weder im Allgemeinen für einen Bundesbürger, noch im Speziellen in einer zu exponierten Stellung tragbar. In der Sache hat er allerdings m.E. durchaus das Recht zu fragen, wenn wir in unserem Land aufnehmen wollen und wenn nicht. Mehr noch merkt er zu Recht an, dass die unterschiedlichen Reproduktionsraten in eine solche Entscheidung mit einfließen sollten, weil sie die Bevplkerungsstruktur der Zukunft zusätzlich beeinflussen. In anderen Ländern werden solche Diskussionen ganz selbstverständlich geführt. Ich wüsste nicht warum wir uns in Deutschland - allerdings unter Wahrung der notwendigen Form - nicht auch mit diesem Thema auseinandersetzen sollten. Ich denke wir müßten es dringend: Hätten wir darüber früher nachgedacht, hätten wir uns heute nicht über so überdurchschnitliche Ausländerkriminalitätsraten zu beklagen.

@XOT: Aber wenn man...

@XOT: Aber wenn man "Sarrazin" einstmals durch "Joschka Fischer" ersetzt hätte, dann wären sie alle aufgewacht, und hätten gerufen: "Der Erlöser! Endlich spricht es einer aus! Joschka ist soooo weise und soooo gut! Joschka, lieber Joschka, oh, ah, führe uns in das gelobte Land!" Das Publikum auf diesem Blog erscheint mir doch etwas dekadent zu sein. Stützen der Gesellschaft? Dass ich nicht lache. Denen traue ich zu, dass sie von Al Gore und der Klimakatastrophe schwärmen (nettes Oxymoron), und gleichzeitig regelmäßig in Urlaub *fliegen* ... das ist nicht meine Welt. In meiner Welt ist 2+2=4. Dafür lasse ich mich auch gerne als Bauern beschimpfen, die Weisheit ist dennoch mein :-)

0 Waldgänger 04.10.2009, 18:23 Uhr

Als ehemaliger Finanzsenator...

Als ehemaliger Finanzsenator von Berlin, wird Herr Sarrazin schon wissen, wo die Steuermilliarden unproduktiv im Sande verlaufen. Berlin und mit dieser Stadt die Bundesrepublik Deutschland ist mit über 1,5 Billionen Euro Schulden ist hoffnungslos PLEITE ! Eine Währungsreform und der damit verbundene Geldverlust für ALLE Bürger dieses Landes ist nur noch eine Frage der Zeit. Und bei all diesen Schulden leisten wir uns den intellektuellen Luxus darüber zu debattieren, ob Herr Sarrazin nun recht hat oder nicht. Selbstverständlich hat er RECHT, aber schonunglos ausgesprochene Tatsachen und zartfühlende Schöngeister schon immer rigendwie irritiert. Es ist doch wunderschön, auf einer leckgeschlagenen Titanic über die Beschaffenheit eines Eisberges zu räsonieren und den beginnenden Neigungswinkel zu ignorieren. Aber trotzdem, eine intellektuel sehr ansprechender Blog !

0 Christoph 04.10.2009, 18:24 Uhr

Don Alphonso, das Grundgesetz...

Don Alphonso, das Grundgesetz besteht aus Artikeln nicht aus Paragraphen. Ich habe die Kommentare noch nicht durchgelesen und bitte daher um Verzeihung, falls es schoneinmal erwähnt wurde. (Man will ja nicht penetrant wirken.)

Was Sarrazin meint:...

Was Sarrazin meint: http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Die-Dritte-Seite;art705,2113137

0 donalphonso 04.10.2009, 18:34 Uhr

Ich fände es ja ganz reizend,...

Ich fände es ja ganz reizend, wenn man das schöne Wort "dekadent" nicht in einer kleinlichen Art benutzen würde, die es ganz schäbig und banal wirken lässt. . Danke, das andere ändere ich noch (ich war gestern und heute quasi dauernd unterwegs und komme jetzt erst aus Italien zurück (ich musste Speck kaufen).

0 Waldgänger 04.10.2009, 18:43 Uhr

Entschulidgung ! Es sollte...

Entschulidgung ! Es sollte natürlich heißen : Zeile 4 ohne "ist" und in Zeile 9 : .. Tatsachen hat zartfühlende Schöngeister ..... .... der gute Wein ....

0 HansMeier555 04.10.2009, 18:45 Uhr

"@mawu" war ich, habe das aus...

"@mawu" war ich, habe das aus Versehen in die Namenszeile geschrieben. . ichundich, Bürgersohn: Für Leute in solchen Stadtvierteln braucht es einfach Jobs. Einfache Jobs, die keine große Qualifikation erfordern und auch keinen besonderen Einsatz, und dabei aber trotzdem eine stabile Existenz in der unteren Mittelklasse ermöglichen: Wohnung, Heizung, Essen, Auto, das muß bei 40 Stunden schon drin sein inklusive Sozialversicherung. . Das muß doch irgendwie gehen, in den 60er Jahren ging es ja auch. Wenn diese Leute auf dem Markt nicht wirklich "gebraucht" werden, dann muß man eben einen zweiten Arbeitsmarkt schaffen, der zumindest die Illusion des Gebrauchtwerdens aufrecht erhält. . Denn die Erwerbsarbeit ist die einzige Form der sozialen Integration, die wir kennen. Das ist unser Elend. . Vor 40 Jahren waren diese Leute auch nicht kultivierter, gebildeter, interessierter. Aber es gab diese Jobs, und es gab ein Milieu, das stabilisierend wirkte. Samstags Fußballgucken und Kartenspielen in der Eckkneipe war trotz allem weniger fatal als RTL II.

franket, man muß aber auch...

franket, man muß aber auch nicht gleich mit der Türkenkeule um sich schlagen. Es gibt ja auch genügend Deutsche, die zur von ichichundich beschriebenen Gruppe gehören und genügend Türken in diesem Land, die nicht dazugehören. . Mir ist klar, daß einen bspw. das Wohnen in so einem einschlägigen Viertel zur Verzweiflung treibt und man sich im Ärger dann auch mal politisch unkorrekt äußert. Wenn man aber ernsthaft über dieses Problem diskutieren möchte, sollte man das Thema schon entsprechend differenziert und mit kühlem Kopf betrachten.

0 dunnhaupt 04.10.2009, 18:49 Uhr

"Wenn der Herr Doktor sich...

"Wenn der Herr Doktor sich bitte die Treppe hinauf bemühen wollen", empfahl mir ein Beamter in der Wiener Hofbibliothek. Hurra, die dritte Person gibt es also tatsächlich noch, und zwar nicht nur unter Bohnenfrauen. - Wunder über Wunder: Ein Bekannter berichtet, er habe sich über meinen Kommentar in den "Stützen der Gesellschaft" amüsiert, und zwar in Kanada!

@DonAlphonso: Es gibt Leute,...

@DonAlphonso: Es gibt Leute, die lernen, und es gibt Leute, die machen ungehemmt weiter. Letzteres ist die Mehrheit. Selbst in der Wissenschaft setzen sich neue Paradigmata nur durch einen Generationenwechsel durch. Da will ich mal von Ihnen und Ihrem Blog-Publikum nicht zu viel erwarten.

0 donalphonso 04.10.2009, 19:09 Uhr

Franket, es gibt immer themen,...

Franket, es gibt immer themen, die kontrovers sind, aber dann gibt es auch noch welche, die das Kontroverse über die Klippe zum schlechten Benehmen schieben. Wenn das hier Ihre Erwartungshaltung nicht erfüllt, suchen Sie sich doch bitte etwas, woran Sie Ihr Vergnügen haben, und beleidigen Sie nicht andere, die ihre Meinung zivilisiert ausdrücken können. . dunnhaupt, generell ist der Süden sicher so eine Art Rückzugsgebiet. Ich habe in einem Dorf oberhalb von hall in Tirol heute auch dergleichen erleben dürfen, ob "Er etwas probieren wolle" - war leider Alkohol und Fleisch.

Ich muß sagen, lieber Don,...

Ich muß sagen, lieber Don, dass ich natürlich ein wenig die Ironie in ihrem Beitrag durchscheinen sehe; möchte aber hinzufügen, dass - wie Ihnen sicher bekannt - in jeder Ironie ein wahrer Kern mitschwingt. In dieser Hinsicht bin ich schwer enttäuscht.

0 donalphonso 04.10.2009, 19:16 Uhr

(Und morgen schreibe ich etwas...

(Und morgen schreibe ich etwas vollkommen Harmloses, Dummes und Niveaufreies ohne jeden Anspruch. Muss auch mal wieder sein.)

Die Dritte Person kann aber...

Die Dritte Person kann aber auch ihre Tücken haben, wie schon Goscinny im Asterix "Die Trabantenstadt" bildhaft zeigte: Römer: "Er ist großartig!", Cäsar: "Wer?", Römer: "Na Ihr!", Cäsar: "Ach, Er!"

Es wäre doch auch mal...

Es wäre doch auch mal interessant, jedenfalls für mich, eine Beobachtung der rein äusserlichen und atmosphärischen Verfremdung und damit auch Entfremdung unserer "Heimischen Stätten" (Zitat: Stoiber), in geschriebene Worte zu fassen ohne dabei in oben geschilderter Weise ins Unkommode abzudriften. Ich würde es gerne vermeiden können rassistisch oder einfach nur verallgemeinernd zu sein und dennoch über solche Phänomene sprechen. - Ich fühle mich in meiner verträumten Heimatstadt einfach nicht mehr wohl, weil überall fremde Kultur statt findet. Kultur, die auf der Strasse statt findet und meist zur Unterschichten-kultur gezählt werden kann. Kultur, die sich in Kleidung, Habitus, Sprache, Aussehen, Verhalten usw. ausdrückt. Ich frage mich selbst, ob mich das stören darf., schließlich ist es doch Multi-Kulti, aber ich fühle was ich fühle. Bei allen Debatten mit sachlichen Argumenten kann man eines nicht vergessen und das sind die Gefühle. Ich will mich zu Hause wohl fühlen. Die Strasse, die Stadt, das Land, alles das gehört dazu. Natürlich schaffe ich es nicht immer meine Gefühle in die korrekten Wörter zu kleiden. Schließlich handelt es sich um Gefühle, die sind nunmal nicht korrekt. - Ich glaube ich gehöre zu einer neuen Generation von radikalen Spießer-Esotherikern, zu deren Agenda eine Öko-Diktatur gehört, weil sie sich als zukunftsfähiges Modell, zumindest in der Theorie erweist. Und wer bei uns mitmachen will muss eben so intolerant gegenüber dem Anderen sein wie unsre Vorfahren, die Kolonialisten. Bei uns gibt es eine Art Rudolf-Steiner-Rechtsradikalismus, bei dem jeder mitmachen kann, der seinen Platz kennt. Wir wollen doch nur ein bisschen Ordnung und Respekt, das ist doch nicht zuviel verlangt. Und Geld und Nerven an faule Schweine aus anderen Ländern verschwenden, die auch noch undankbar und dreist sind, das will ja wohl keine Sau, darüber muss man doch nicht diskutieren.

0 Konfuzius sagt 04.10.2009, 20:08 Uhr

was zum Blogtitel: In der VR...

was zum Blogtitel: In der VR China wurden zum Jahrstag 56 Säulen aufgestellt, um die Han-Nationalität und die Minderheitennationalitäten zu symbolisieren. Was auch immer das bedeutet.

Nachtrag: Wir sollten uns für...

Nachtrag: Wir sollten uns für die Dummheit, die Dinge beim Namen zu nennen nicht schämen. In diesem Punkt ist der hannoversche Prügelprinz mein Vorbild. Man sollte nicht soviel über die Formalitäten streiten. Wir fühlen uns angesichts der Lebensweise vieler Menschen innerhalb der Unterschicht einfach provoziert. Die Provokationen lösen Emotionen und Fantasien in uns (zivilisierte Mitteleuropäer der Mittel- bis Oberschicht) aus, die allzu tief gehend sind. So tief gehend, dass es fast beschämend ist. Wieso, fragt man sich bin ich so angewichst davon. Ich bin doch so viel weiter entwickelt, geistig und seelisch. Warum will ich sie jetzt alle öffentlich hinrichten lassen? Jeder kennt diese Gefühle und viele sind über sich selbst erstaunt, oder sogar schockiert. Ich aber sage euch: Ihr seid Tiere und nur eine ganz dünne Schicht trennt euch von dem Dreck aus der Gosse. Also seid froh, dass es nicht euch getroffen hat und passt auf dass alles so bleibt wie es ist. Amen

Entschuldigung, aber irgendwie...

Entschuldigung, aber irgendwie muß das auch noch sein: Asterix, "Das Geschenk Cäsars" Methusalix: "Du kennst mich doch, ich hab' nichts gegen Fremde. Einige meiner besten Freunde sind Fremde. Aber diese Fremden da sind nicht von hier!"

0 ExpatLongIsland 04.10.2009, 20:50 Uhr

@Fabian- Sie sprechen mir aus...

@Fabian- Sie sprechen mir aus dem Herzen. Ich, Besucher aus NY State, bin entsetzt ueber die Zustaende in D. Die sogenannten Stuetzen der Gesellschaft lamentieren lammfromm und dekadent, nur tun nichts dagegen. Gestern abend war ich in einem Erntedankgottesdienst und die Lesung ging weit ueber den Horizont des Normalbuergers hinaus, kein Wort um der Gemeinde zu helfen, kein Wort gegen Kriminalitaet, kein Wort um die heimische Kultur zu erhalten, jedoch viel Generelles fuer oekonomisch benachteiligte "Einwanderer" und weitere Opferbereitschaft der Gemeinde fuer zusaetzliche Wirtschaftsfluechtlinge. JK Galbraith schrieb bereits for einer Generation, dass eine Demokratie nicht haltbar ist wenn sich die Buerger in ihren heimischen Bereichen nicht sicher fuehlen.

0 John Dean 04.10.2009, 21:20 Uhr

Wie merkwürdig: Bei vielen...

Wie merkwürdig: Bei vielen Kommentatoren, die hier etwas in der Art von "Er-hat-doch-Recht" schreiben, liest sich das sehr ähnlich wie bei jenen Personen, die vor 25 Jahren sehr leicht und locker ein "geh-doch-nach-drüben" auf der Lippe hatten. Vielleicht ist es eine schichtspezifische Begeisterung fürs Nassforsche und für die politische Aggression, nehme ich an, die für bestimmte Personen einen fast unwiderstehlichen Reiz ausübt. . Aber: Hat er Recht? Nein - und schon garnicht in der Art, wie er es gesagt hat. . Mich stört das latent Hasserfüllte, von denen die Äußerungen Sarrazins zehren, aber noch mehr stört mich dieser durchaus gelackafte Empölingsstolz, mit dem er sagen will: "Seht her - wie mutig ich bin - ich spreche es aus." Für solche Äußerungen bedarf es nur des Rückenmarks, in fast jeder üble Schenke finden sich Leute, die so sprechen. Nur speist sich das bei ihm nicht aus dem Gefühl des Zu-kurz-Gekommenseins. . Umso leichter quillt ihm schlichtes Resentiment aus dem Mund, ganz allgemein, sein umfasssendes gesellschaftliches Ekelgefühl, das er kaum zu bremsen weiß, schlimmer noch, es zeigt sich damit eine Kleingeistigkeit, die meint, aus der inzwischen errungenen gesellschaftlichen Position an der Spitze der Gesellschaft nicht etwa Demut abzuleiten, sondern im Gegenteil das unangenehm ungebremste Gefühl, gesellschaftliche Verhältnisse sinnvoll reflektieren zu können, und zwar auf eine Weise, die Verbreitung verdient. . Natürlich ist all dies eine Täuschung. Herr Sarrazin scheint seiner Vorbildfunktion und seiner Beamtenrolle fremd zu sein, sogar sehr fremd, was nicht eben untypisch ist für den emporlingshaften Typus. Denn sonst wüsste er, warum nur wohl abgewogene und austarierte Worte an eine breite Öffentlichkeit gehören, und zwar nahezu ausschließlich solche, die nicht kränken. . Und das ist sein Problem, eines zumal, wo man von Ferne nur schwer beurteilen kann, wie es zustande kam: Er möchte kränken. Je tiefer jemand steht, umso mehr möchte er kränken. Er möchte ganz unbedingt kränken. Das drängt ihn, und darin möchte er keineswegs gestoppt oder auch nur gemildert werden. Es ist geradezu seine eigentlich Berufung, jedenfalls in Bezug auf seine öffentliche Person: möglichst viele Menschen zu kränken. Und er möchte möglichst dabei diejenigen treffen, die sehr weit unten stehen. . Ich finde, das ist ein psychologisch hochinteressanter Umstand.

0 colorcraze 04.10.2009, 21:25 Uhr

[cite] was mir (jetzt nicht...

[cite] was mir (jetzt nicht als normaler Angehöriger meiner Schicht, über die ich schreibe, sondern als der, der ich bin) vor allem aufstösst, ist das "und jetzt hätte ich gerne wieder eine Elite, wie ich sie mir so vorstelle", womit dann die jüdische Karte gespielt wird. Das ist, wenn es benutzt wird, um andere abzuwürgen, die allerunterste Schublade. [/cite] Man soll zwar nie nie sagen, denn den Mauerfall habe ich nicht vorausgesehen (nur einen schikanösen DDR-Zöllner Jahre vorher, als er mich damit erschrecken wollte, daß die DDR in Westberlin einmarschieren würde, ausgelacht, und ihm gesagt, daß es das sofortige Ende der DDR sei, wenn sie 2 Millionen Individualisten ertragen müßte – denn die sind einfach nicht in den Parteitrott zu bringen.), aber derlei kann ich mir nicht so recht vorstellen. Wenn man nach New York kann, zieht man doch nicht nach Berlin – wozu? Was soll man da schon reißen können? New Yorker Vertragsvorlagen nehmen alle, Berliner Vertragsvorlagen eher nicht. Das halte ich für Träumereien von der Art wie „Berlin wächst auf 6 Mio Einwohner“. Irgendwann schon. Die nächsten 30 Jahre eher nicht. Die Einsortierung des Islam ins deutsche Konfessionsschema überlässt man völlig dem Bund, und Unternehmergeist kann sich nicht so recht ausbreiten in was größeres und handfesteres, das dann auch eine längere Zeit Arbeitsplätze bringt. Davon abgesehen redet keiner über die Chinesen, Vietnamesen und anderen Leute aus Asien, Russen, Ukrainer, Balten kommen nicht vor, die urlaubenden Skandinavier nicht, und die Afrikaner und Südamerikaner in der Stadt werden auch seltenst mal erwähnt.

Lieber Don, ein recht...

Lieber Don, ein recht herzliches Dankeschön für die Empfehlung von CordArte; das - leider recht kurze - Hörbeispiel auf ihrer Internetpräsenz hat mich dazu gebracht, mir diese CD zuzulegen.

0 Christopher 04.10.2009, 21:46 Uhr

ExpatLongIsland Ihr letzter...

ExpatLongIsland Ihr letzter Satz beschreibt genau um was geht! Nimmt man des Herrn Sa... seine Worte wörtlich, decken sie doch nur das ab, was schon längst durch ein Buch eines Herausgebers der FAZ beschrieben wurde. Es geht um Verteilungskämpfe -der bestehenden Mittel - nur für wen?

Lieber Herr Don Alphonso,...

Lieber Herr Don Alphonso, vielen Dank für Ihren Artikel. Er spricht mir aus der Seele – Wort für Wort. Vor allem Ihr Satz „Man hackt mit ein paar Phrasen unterhalb, seitlich und über der vom Abstieg bedrohten Mittelschicht die nicht genehmen Gruppen weg. Übrig bleibt letztlich der spiessige Kleinbürger voller Angst, man könnte ihm auch seinen kleinen Status wegnehmen und zu solchen Gruppen rechnen“ hat mich beeindruckt. Wenn man die Beiträge in manchen Foren der großen Zeitungen liest, kann man sich des Gefühls nicht erwehren, dass das auch von einem Sarrazin geförderte lautstarke „Unterschichten(Hartz4)-Bashing“ der noch vorhandenen Mittelschicht eine Art Abwehr-Vodoo ist, eine magische Handlung, um das Unheil von sich selbst abzuwenden.

Ganz recht Don Alphonso, wie...

Ganz recht Don Alphonso, wie Sie schreiben wird eine "dysfunktionale Entwicklung der Gesellschaft" nicht dadurch besser, dass man sie, sagen wir einmal, laut benennt. Allerdings noch viel weniger durch Totschweigen. Ich halte diese Totschweigerei für den eigentlichen Feind unserer Demokratie. Ich ging also am Wochenende in meinen Zeitungsladen und kaufte den lettre international (ich hatte das Ding mal in einem Probeabo, da war mir aber zuviel Geschwätz von sich für intellektuell haltenden Künstlern -Selbstdarstellung- drin). Was ich las war gar nicht das, was das Geschrei der Gewerkschafterinnen hätte vermuten lassen. Natürlich, man müsste sich nicht darum kümmern. Normalerweise bekommt man davon ja nichts mit. Nur ganz selten, wenn man ausnahmsweise mal mit der Bahn fähhrt und zu dem Bahnhof muss; ausnahmsweise einmal in einem Laden auf der grünen Wiese einkauft. Warum auch ansprechen, wenn man am Totschweigen wunderbar gut verdienen kann. Oder? Es ist ja an sich erstaunlich: besteht die Möglichkeit, mehr Sozialarbeiter und "Integrationsprogramme" zu erschaffen, dann steht Deutschland vor einem "riesigen Integrationsproblem". Sagt dann jemand wie Sarrazin wie sich diese Integrationsprobleme im Alltag ausdrücken, dann ist die berühmt und berüchtigte Nazikeule nicht weit. Solange eine ganze Sozialhilfe- und Integrationsindustrie kräftig daran verdient, dass Integration scheitert, solange darf diese ganze "political correctness" als schauerliche Hilfe zur Abzockerei begriffen werden. In der Jungen Welt (sowas liegt an der Univ. machmal rum und ich schaue dann da auch rein) stand einmal ein toller Beiträg über das NPD-Verbot. Das Blatt befürwortete das Verbot nicht, weil dann Mittel im Kampf gegen Rechts gestrichen werden würden und das würde Stellen für verdiente Freunde kosten. Ich gestehe ein, Sarrazin ist ein Rechter im besten Sinne des Wortes. Im Sinne Ciceros. Das "Rechts-" und "Populist" an sich nicht zusammen passen, es versteht sich ganz von selbst. Es bräuchte mehr Sarrazins und weniger Leute die an ihrer Empörung und an ihren Betroffenheitsbekundungen verdienen.

0 donalphonso 05.10.2009, 06:36 Uhr

Nun, Dipsy, zur beglückung...

Nun, Dipsy, zur beglückung komt ja alle paar Jahre mal ein Schill um die Ecke, assistiert durch einen gewissen Herrn Westerwelle, dessen Denke ohne solche Methoden in abgemilderter Form auch nicht auskommt. . Aber nehmen wir doch einfach mal an, man würde diese angebliche "Industrie" streichen und dann die Sarrazins ranlassen - was würde dann passieren? Mauern um Nekölln? Bürgerwehren? Und was machen wir dann mit unseren eigenen Fällen? Die letzten drei vandalen in meiner Heimatstadt, die ich angezeigt haben, waren alle deutsch und ohne Migrationshintergrund - was soll man da machen? Ich fürchte, der Staat wird in solchen Fällen immer was tun müssen. Und dazu braucht man Personal. Ein Bekannter ist das in Bayern geworden, und ich kann nicht behaupten, dass er irgendwo schlechter verdienen würde, aber daheim hat er ja auch noch einen grossen Hof und ein paar Wälder. . Beatrice., tatsächlich glaube ich, dass Sarrazin einfach zu verlockt von der Aussicht ist, im Mittelpunkt zu stehen. Das ging eine Weile im verschlampten Berlin gut, weil man ihn im angeblich rotroten Senat als Wadlbeisser brauchte, aber zum Glück herrschen bei der Bundesbank andere Zustände. Meines Erachtens ist Sarrazin nicht die Lösung der Berliner Probleme, sondern Teil derselben.

Don Alphonso, ich streite auch...

Don Alphonso, ich streite auch gar nicht ab, dass es genügend verzogene und assoziale Deutsche gibt. Die Nationalität darf am Ende nicht das Kriterium sein - allein das Verhalten. Ganz zweifellos braucht der Staat dazu Personal, aber Personal das durchgreift. Nicht irgendwelche neuerlichen Ansätze der Integrationsarbeit und Resozialisierungsarbeit (die gab es schon 20x mal zuvor), nicht irgendwelche Freizeitcamps für Klein- und Schwerkriminelle auf Sardinien, nicht irgendwelche Kuschelrichter die permanent Verständnis aufbringen. Es geht um die immer und immer wiederkehrenden Ansätze der Sozialpädagogen und Soziologenindustrie. Nicht wenig kommt von dem grossartigen Micha Brumlik (Univ. Frankfurt) der glaubt, Schwätztherapien wären das non plus ultra - dabei will er nur Stellen für seine Absolventen schaffen. Natürlich, dafür braucht es Personal, was sich einer Aufgabe verpflichtet und nicht der eigenen Stellensicherung. Es ist leider auch meine bittere Erfahrung, dass die die Hedone liebende Clique der 68er -im Selbstverständnis ja Staatshasser- sich gerne in solch staatlichen Stellen einnistet und es sich dort ganz bequem gemacht hat. Ob man dann etwas für sein Geld tut (tun schon, nur scheint die Zielerreichung fraglich) steht auf einem anderen Blatt Papier geschrieben. Sie mögen da über Schill herziehen, verkannt werden darf dabei aber nicht, warum er gewählt wurde. Nicht aus "Hass", "Ausländerfeindlichkeit" etc. - nein, weil es den kleinen Leuten gereicht hat. Da nützt auch das übliche Geschwätz der ZEIT nichts, diese Wählerschicht als "minderbemittelt" darzustellen. Ich erinnere daran, dass uns auch der linksextreme Zürcher "Tagesanzeiger" permanent verkaufen will, dass die Wählerschaft des Dr. Christoph Blocher "dumm", "ungebildet" etc. wäre. Die Realität sieht anders aus. Die SVP ist eine Ansammlung von Dres. iur. und Dres. oec. oder rer. pol. (je nachdem wie man an der jeweiligen Univ. promoviert wird). Normalerweise bekommt man das ja nicht mit. In meinem Westviertel (eine nette Halbhöhenlage, unweit der Innenstadt, verkehrsarm, Akademikeranteil jenseits der 90%, sehr viele Profes., die Ausländer ausschliesslich Akademiker) würde ich auch nie auf die Idee kommen, dass Ausländerkriminalität ein Problem ist - es vielmehr als eine Hochzüchtung der Presse abtun. Ein Blick in die Statistik verrät nun aber das genaue Gegenteil. Das Problem wird nun sicher nicht durch totschweigen behoben und sicher nicht durch noch mehr Geld hinschicken. Allerdings finde ich die Idee einer Mauer um Berlin ehrlich gesagt grandios. Dann können sich die Kreativlinge und die Verständnisvollen gegenseitig beglücken. Allerdings ohne die Steuergelder des hart schaffenden Rests der Republik.

Schade, dass Sarrazin jetzt...

Schade, dass Sarrazin jetzt auf der einen Seite durch diverse Migranten- und Unterschichtvertreter mundtot gemacht werden wird und auf der anderen von Fanatikern des ökonomischen Nützlichkeitkalküls und Islamhassern zum Märtyrer erhoben wird. Es könnte eine interessante Diskussion werden, aber jetzt geht es nur noch darum, wie Sarrazin bestraft wird - so als ob nicht jemand, der eine Weltanschauung vertritt, die Menschen auf ihre ökonomische Nützlichkeit reduziert, schon genug bestraft ist. "Vor dreihundert Jahren guckten die Bauern neidisch das Schloß des Fürsten an. Mit Recht fühlten sie sich von seinem Reichtum, seiner Edelmuße, seinen Hofkünstlern und Kurtisanen ausgeschlossen. Nun, wer möchte gern wie ein gestreßter Manager leben, wer will sich den Kopf mit seinen sinnlosen Ziffernreihen vollstopfen, seine blondgefärbten Sekretärinnen ficken, seinen gefälschten Bordeaux trinken und an seinem Herzinfarkt verrecken? Von der herrschenden Abstraktion schließen wir uns freiwillig aus. Eine andere Art Eingliederung wünschen wir uns." http://www.diegluecklichenarbeitslosen.de/dieseite/seite/rahmen.htm

0 donalphonso 05.10.2009, 07:53 Uhr

Man muss weder das eine noch...

Man muss weder das eine noch das andere sein, um sich dazu eine fundierte Meinung zu bilden. Und auf solche Stichwortgeber möchte ich dann doch gern verzichten. . Dipsy, ich hatte mal das Vergnügen, jemanden nicht nicht zu mögen, den eine SVP-Unterstützerseite anonym nicht mochte. Nachdem ich klargestellt habe, dass ich keine Hasskommentare zulasse, gab es auf der Seite dann auch einiges über mich zu lesen. Ich finde nicht, dass diese SVP-Anhänger besonders klug und weise waren. Von einem Geschäftsmodell der sozialen Sicherung zu sprechen, erscheint mir wirklich... also: Ich kenne beruflich eine Dame, die selbst schwerst drogenabhängig war und nun schon seit längerem in München ein sehr gut laufendes Projekt für Süchtige macht, mit nachweisbaren Erfolgen etc.. Diese Frau arbeitet sehr hart in einem Bereich, von dessen Härte man sich keine Vorstellung machen kann, wenn man nicht mal einen Tag in dieser Einrichtung war, und das für ein Gehalt, für das ich das nicht mal eine Stunde tun würde. Ich würde es überhaupt nicht tun, ich hätte nicht die Kraft dazu. Wer Geld verdienen will und die Fähigkeit hat, zu studieren, geht ganz sicher nicht diesen Weg.

Die grenzenlose Arroganz von...

Die grenzenlose Arroganz von Bankern der gehobenen Etagen - offenkundig ungebrochen durch egal welche Krisen - ist deshalb so besonders widerwärtig , weil sie in der Regel nicht mit Dummheit gepaart ist, auch daher zweifellos die elitäre Arroganz. Und das sollte man nicht verkennen: Herr Sarrazin hat nicht wirklich unrecht: Eine Bevölkerung bewältigt die Integration fremder Kultur nicht ohne ernstzunehmende Konflikte, wenn die Zahlenverhältnisse sich über ein bestimmtes Maß hinaus entwickeln. Frankreich kämpft aus diesem Grunde bis heute um die Integration seines kolonialen Erbes. Als in der Weltwirtschaftskrise Anfang des 20. Jhdts. ein Strom von Ostjuden nach Westeuropa strömte, hat das offensichtlich dazu beigetragen, die ohnehin weithin antisemitische Stimmung in der Bevölkerung anzuheizen, mit den bekannten Folgen. Der Name des Restaurators würde mich sehr interessieren.

Ja, ja, aber: Grundgesetz,...

Ja, ja, aber: Grundgesetz, Artikel 5 Absatz 1: (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

0 Möchtegernsee 05.10.2009, 08:22 Uhr

"Und eine einheitliche...

"Und eine einheitliche Staatsgrenze bringt herzlich wenig, wenn die einen ausserhalb Steuern optimieren und den anderen gesagt wird, dass sie hier nur Störfaktoren sind, die bitte keinen Nachwuchs kriegen sollen." Reschbeggd! Das hätt er amoi gut geschrieben!

0 donalphonso 05.10.2009, 08:27 Uhr

Das finde ich - von einem...

Das finde ich - von einem Dutzend Hasskommentaren in den letzten zwei Tagen mal abgesehen - auch. Aber da steht nirgends: Die Bundesbank muss jeden Blödsinn ihrer Mitarbeiter in der Öffentlochkeit dulden, und ein Blogger der FAZ muss dennoch finden, dass solche Leute in Amt und Würden eine feine Sache sind. . Ganz deutlich: Ich bin dafür, dass Herr Sarrazin ein Blog aufmacht, und seine Ansichten öffentlich vertritt. Ich finde aber nicht, dass man ihn deshalb als geeignet für sein Amt betrachten muss. In dieser Zeitung findet sich auch ein anderer Aufruf zum Rücktritt: . http://www.faz.net/s/Rub4D8A76D29ABA43699D9E59C0413A582C/Doc~E9547E6A044974EB1B3E1AE11DA339788~ATpl~Ecommon~Scontent.html . Und im Gegensatz zu sozial Auffälligen aus seiner so definierten Unterschicht muss man bei Sarrazin nicht befürchten, dass ein derartiger Schritt zum beruflichen Nichts führen würde.

Wehrter Don, die meisten Leute...

Wehrter Don, die meisten Leute sind irretiert wenn ich Sie in der 3. Person anspreche, auch fühlen Sie sich dann hochgenommen. Da es bei Ihnen auf dem Markt noch so zivilisiert zugeht könnte ich einmal der Versuchung erliegen, kurz vorbei zu schauen. Einen netten Gruss an die wehrte Dame. Herzlichst P.

Hallo! Habe nie "geblockt"....

Hallo! Habe nie "geblockt". Bin beim erstmaligen Reinscheuen platt, wie weit die Dekadenz unsere Gesellschaft ergriffen hat. Einfach nur widerlich. Ob die Protagonisten diese Nachricht verstehen wollen? Ich glaube nich, aber das sprcht eher für mich. Ich berufe mich da auf Sartre: Wer die Dummen gegen sich ....

0 Ephemeride 05.10.2009, 09:13 Uhr

Herr S. und seine...

Herr S. und seine Spießgesellen gehören genau zu jener Technokratenclique, die zwar nur eine Randnote der Geschichte abgeben werden - deren Einfluss auf den 'Zeitgeist' man aber nicht unterschätzen sollte. So hat man sich in wilhelminischer Zeit ja auch mit größter Intensität auf die Phrenologie gestürzt und pseudowissenschaftlich die Unterschiede von Menschenrassen (verzweifelt erfolglos) herauszuarbeiten. Aber was heute zu Recht so kauzig (und unheimlich) anmutet, wurde irgendwann von 'Geistesgrößen' wie Robert Koch und Haeckel mitgetragen und auch dadurch gesellschaftsfähig gemacht. Wohin so ein nonchalanter Umgang mit Ausgrenzungsfantasien und Schublatisierung von Menschen schließlich führen kann, zeigte sich dann unter den Nazis, die mit Rassenamt und Judenschädeln dann ihr dämonisches Wesen trieben. . Und - man erlaube mir diesen Treppenwitz - waren es nicht immer ausgerechnet die Saubermänner, die Hardliner in jüngster Zeit, die mit ihren mahnenden Fingern auf das 'Gesindel', die 'Ratten', die 'Banditen' (alles Zitate) wiesen, welche sich angeblich so wohlfeil durch unsere Sozialsysteme schmarotzten - um dann selbst als Landowskis, als Kanthers, als Kochs und Sarrazins zumindest teilweise rechtsgültig vorbestraft zu enden wegen Steuerhinterziehung und Veruntreuung und Bilanzfälschung?

@ John Dean Im Gegensatz zu...

@ John Dean Im Gegensatz zu Ihnen bin ich der Auffassung, dasser nicht die kränken möchte, die ganz weit unten sind. Er möchte Diejenigen Aufwecken, die ganz oben stehen. Aber die wollen seine Inhalte nicht wahr nehmen. Diese sie nahmen unzählige gemäßigte Ausführungen nicht wahr. Da kommt der Ton Sarrazins sehr gerufen: Man kann wegen der Tonart aufzaulen und braucht sich den Inhalten nicht stellen. Sie blasen, beabsichtigt oder unbeabsichtigt, ins Horn Derjenigen, die verdrängen und zugleich erhalten wollen. (Uns gehts prima, da ist kein Problem, weiter so!)

Ich rekapituliere: jede...

Ich rekapituliere: jede Generalisierung ist verboten, weil überheblich. Konsequent zu Ende gedacht, ist das das Ende jeder Politik. Den Führerschein auf Probe muß ich z.B. sofort abschaffen. Daß junge Fahrer statistisch mehr Unfälle verursachen, heißt schließlich nicht, daß es nicht auch viele vernünftige junge Fahrer gibt. Die werden hier doch diskriminiert, bloß aufgrund einer Statistik! Gewalt geschrien! Wenn ich eine Statistik habe (unterstellt, Sazarrin hat recht), wonach 90% aller arabischen, aber nur 10% aller vietnamesichen Einwanderer Transferleistungen beziehen, während die arabischstämmigen Einwanderer in der Kriminalitätsstatistik weit, weit vorne stehen - dann darf ich nach derselben "Logik" nicht sagen, daß wir unsere Einwanderungskriterien eventuell überdenken sollten. Sprich: das diese Gesellschaftern an weiteren Einwanderern aus Arabien nur interessiert sein kann, sofern diese ein paar Voraussetzungen nachweisen. Ist es Klassendünkel, diese Schlußfolgerung zu ziehen? Auf Welt-online hat eine Umfage 86% Zustimmung zu Sazzsarins Thesen ergeben. Und was die Arbeiterschicht anbelangt: glaubt jemand ernsthaft, eine Umfrage der BILD käme zu anderen Ergebnissen? Wenn ich eine Statistik habe, wonach die Personen ohne abgeschlossene Ausbildung die höchste Geburtenrate haben, ihre Kinder jedoch später weit überdurchschnittlich häufig zu Transferempfängern werden, darf ich nicht darauf hinweisen, daß dies für die Gesellschaft zu massiven Problemen führt - und wir möglicherweise die falschen Anreize setzen. 14% der türkischstämmigen Jugendlichen machen Abitur - auch der hier geborenen. Hingegen weit über 50% der vietnamesisch-stämmigen. Alle Untersuchungen zeigen, daß die materielle Situation der Eltern dabei kaum eine Rolle spielt: das Kind zweier arbeitsloser, von Hartz IV lebender Akademiker (z.B. aus Osteuropa eingewandert) macht mit dreimal höherer Wahrscheinlichkeit Abitur als das Kind zweiter gut situierter Hauptschüler. Entscheidend ist die Bildungsaffinität der Eltern, und die ist bei Migranten aus allen islamisch geprägten Ländern weit unterdurchschnittlich, auch in dritter Generation, in ausnahmslos allen Ländern Europas von Schweden bis Frankreich. Darf ich diese Wahrheit nicht aussprechen, weil ich die 14% bildungsbeflissener Türken oder die 0,6% türkischer Anwälte (80 von 12000 in Berlin) damit, äh, beleidigen könnte? Weil ich die "Integrationsmotivation" der übrigen beeinträchtigen könnte, die sich in so beeindruckenden Zahlen beweist? Seien wir mal ketzerisch. Angenommen, es wäre mit Grundgesetz, Menschenrechtskonvention pipapo vereinbar, das Nachzugsalter für Ehegatten (wie in Dänemark) auf mindestens 24 Jahre festzusetzen. Und außerdem nicht nur an rudimentäre, sondern an ordentliche Deutschkenntnisse zu knüpfen sowie an die Fähigkeit, flüssig zu lesen und zu schreiben. Jeder, der sich halbwegs ernsthaft mit dem Thema beschäftigt hat, muß bestätigen, daß dies für die nicht-migrierte Bevölkerungsmehrheit ausschließlich Vorteile brächte: geringe Transferleistungen, höheren Integrationdruck (weil Erkan dann vielleicht doch die hier aufgewachsene Landsfrau ins Kalkül zieht, auch wenn ihm die viel zu emanzipiert erscheint). Jawohl, damit "bestrafe" ich im Einzelfall jemanden, der es nicht verdient hat. Genau wie beim Führerschein auf Probe. Nein, die Welt ist nicht gerecht. SO what?

@ Dipsy : feiner Beitrag. Wie...

@ Dipsy : feiner Beitrag. Wie ich persönlich schon oben von mir gegeben habe, bin ich ein glühender Anhänger des freien Wortes...und wenn es noch so hart ist und wenn es noch so weh tut. Mir gefallen beileibe nicht alle radikalen Dinge, die ich lese...aber ich möchte eben doch das Recht haben, sie in Ruhe zu lesen und zu beurteilen, ohne dass der jeweilige Schreiberling, noch während ich lese, gleich in Quarantäne gesteckt wird. Denn mit dauerhaftem, professionellem Empörungsgedudel wird wohl nie ein Problem gelöst, da nie ein richtiger Streit entstehen kann...der wiederum wenigstens eine Chance auf Lösung hätte. Und ich bin ein wenig enttäuscht von der Doppelspur die gerade gefahren wird, andauernd Texte über die böse "Zensursula, Zensursula, Zensursula..." zu lesen, und dann zu fordern, dass ein Anderer einfach weggeschoben wird. Da leuchten bei mir alle Alarmglocken auf. . Weiterhin finde ich es gerade richtig, dass Vertreter von Institutionen & Parteien ihre ganz persönliche Meinung kund tun und sich nicht immer an einen abgesprochenen, wolligwarmen, vorgekauten Weichbrei halten. Denn das gibt einer Institution auch ein Gesicht...und es muss ja nicht immer ein schönes Gesicht sein, aber dennoch besser als die allgemein herrschende Gesichtslosigkeit.

0 Marcus Tullius 05.10.2009, 10:13 Uhr

Es hat sich nicht viel...

Es hat sich nicht viel verändert seit der Zeit, als ich als Vertreter des, sagen wir, "Beamtenadels", gegen die Herrschaft der römischen "Oberschicht" mithilfe von großzügigen Steuergeschenken an den Pöbel dadurch vorgegangen bin, daß ich die Wahrheit gesagt habe. Denn der Feind, der sich als einer der unseren maskiert, ist ungleich gefährlicher und bösartiger als der Feind, der mit seiner Armee vor den Toren Roms steht. Jener läßt die Nation von innen verrotten und nimmt ihr jeden Verteidigungswillen. Dafür, daß ich den Pöbel Pöbel und die Diktatur Diktatatur genannt habe, hat man mich auf die Flucht geschickt, mir Kopf und Hände abgehackt und sie auf Spießen zur allgemeinen Belustigung auf dem Forum Romanum an der Stelle aufgestellt, an der ich meine Reden gehalten habe, die vielen so mißfielen. Eigentlich hat man mit Sarrazin dasselbe getan.

0 donalphonso 05.10.2009, 10:20 Uhr

Ich würde im 21. jahrhundert...

Ich würde im 21. jahrhundert eigentlich keine Analyse des Herrn Cicero aus dem 19. jahrhundert mehr lesen, der im Gegensatz diesem veralteten Forschungsstand zu seiner Zeit kein Verteidiger der Demokratie oder einer Republik war, sondern ein ziemlich egoistisvh eingestellter Nutzniesser und Propagandist einer verrotteten Oligarchie, deren Ende damals ausser von den Verlierern kaum einer bedauerte.

0 Marcus Tullius 05.10.2009, 10:46 Uhr

ich glaube, Sie sind in diesem...

ich glaube, Sie sind in diesem Punkt viel mehr 19. Jahrhundert als ich. Es gibt Texte, die lebendig sind. Selbst wenn nur deshalb, weil die Verhältnisse sich in der Leugnung der Wahrheit dieser Texte stabilisieren. Meine Texte gehören dazu. Diese Zeit ist der Beweis. Sie sind der Beweis. Niemand verlangt von Ihnen Glauben. Aber eine Wahrheit, die nicht Ihrer eigenen Interpretationsmacht unterworfen ist, scheint Ihnen unerträglich zu sein und hat aus dieser Welt zu verschwinden, mit Lüge oder Gewalt. Mithilfe einer zynischen "Oberschicht" oder mithilfe eines Pöbels, für den Mord schon zum Zeitvertreib geworden ist. Das ist 19. Jahrhundert, empirisch, positivistisch.

0 donalphonso 05.10.2009, 10:53 Uhr

Ganz ehrlich: So wenig ich von...

Ganz ehrlich: So wenig ich von Cicero halte, das hier wird mir jetzt zu gehaltlos.

0 Doctor Snuggles 05.10.2009, 10:57 Uhr

Alter Bolschewik, wohin wollen...

Alter Bolschewik, wohin wollen Sie denn auswandern? Lassen Sie es sich gesagt sein: in anderen Ländern ist es doch nicht anders. Es gibt überall Ausgrenzungen, in jedem Land. Natürlich, Sie sehen vermutlich wie ein Durchschnittseuropäer aus und fallen daher in vielen westlich geprägten Ländern nicht auf (solange sie nicht den Mund aufmachen). Ich hatte mich vor vielen Jahren mit dem Thema Auswanderung auseinandergesetzt und dabei festgestellt, dass es schwieriger wird, je weniger sie in bestimmte Raster passen. Also wenn ich z.B. lese, dass Neuseeland ja so ein tolles Land ist, dann mag das stimmen. Und je heller ihre Hautfarbe ist, desto toller ist das Land auch für sie. Je dunkler sie ist, desto mehr nimmt das aber ab. Und Beiträge in der New Zealand Herald, wo über koreanische Händler geklagt wird, die ihre Waren nur auf koreanisch auszeichnen, hätten auch genau so in der Bild-Zeitung stehen können. Heisst das nun, Neuseeland ist ein tolles oder weniger tolles Land? Beides ist richtig: für bestimmten Gruppen ist es auch weiterhin ein tolles Land. Für andere vielleicht nicht ganz so sehr. Diese Einschränkungen finden Sie aber in den meisten Diskussionen in Deutschland nicht, weil es die meisten Auswanderer aus Deutschland nicht betrifft. Die entsprechen von Geburt an eher dem, was einige weiße Neuseeländer schätzen. Ähnliches gilt übrigens auch für Australien und Kanada.

Um zum guten Beschluss noch...

Um zum guten Beschluss noch einmal zu Ihrer Bohnenfrau zurückzukommen: In Polen redet jedermann, sofern er nicht duzt, einander in der dritten Person an. Das ist das "Sie". Gehört sozusagen in die erste Grammatikstunde, wenn man anfängt, die Sprache zu lernen. Und den Damen - UND den Frauen, ob Bohnenfrau oder Putzfrau - küsst man die Hand, anstatt sie zu "geben". Lachen Sie nicht, man gewöhnt sich ganz schnell daran. Jedenfalls war das in der kommunistischen Zeit so. (Vielleicht extra?)

Nun Don Alphonso. Ihre Cicero...

Nun Don Alphonso. Ihre Cicero Kritik ist zwar ganz im Sinne Mommsen' und sollte mich da freuen. Aber, selbst Golo Mann nannte Mommsen' Kritik "unangemessen und ungezogen". Unter den Bedingungen auf die Cicero in Rom trat und unter der Grundidee, den Erhalt des römischen Staates, waren und sind seine Ausführungen schlicht grundlegend. Schriften wie de officiis haben auch heute noch einen sehr sehr hohen bürgerlichen Bildungswert.

0 donalphonso 05.10.2009, 11:23 Uhr

Golo Mann würde ich in Bezug...

Golo Mann würde ich in Bezug auf die römische Epoche so sehr glauben wie Nolte in Bezug auf den Totalitarismus. Und die Ratgeberliteratur de officiis sollte man stets mit dem Hintergedanken exakt jener Zustände lesen, in denen eine kleine Gruppe, die ein Staatssystem komplett für sich übernommen und ruiniert hatte, grosse Angst bekam, jemand könnte den Postenschacher und die Ausbeutung durch ein hierarchisches System ersetzen, in dem die Verwaltung der Korruption entzogen wird - dann ist es nämlich auch nur so eine Art Prospekt einer an PPP-Projekten gemästeten Ich-AGr, für den ihn zur Haftung zu ziehen damals nicht möglich war. Ich kann gerne nochmal den (Golo Mann vermutlich und Mommsen seinerzeit sicher nicht) bekannten Beitrag rauskramen, in dem es um die Probleme von Cäsars Romplanung für den Grundbesitz von Cicero und Freunden geht - demzufolge steht diese Person auch nicht besser da als die russische Mafia. (Ist hier aber alles kein Thema. Ich will einfach keine derartigen Totschlagkommentare wie diesen Typen da in meinem Blog sehen.)

0 die dame im Dirndl 05.10.2009, 11:29 Uhr

@B.A.H. Schade, mir hat noch...

@B.A.H. Schade, mir hat noch nie jemand die Hand geküsst. Ich wohne allerdings auch nicht in Polen, und eine Putzfrau bin ich auch nicht (obwohl es dumme Leute im Dorf gibt, die tatsächlich glauben, ich sei meine schwarze Putzfrau).

Oh, Sie glauben Nolte nicht?...

Oh, Sie glauben Nolte nicht? Sein Faschismus in seinen Epochen (immerhin von Schieder als Habilschrift angenommen) war 63 selbst unter Ultralinken ein Renner. Zumal Nolte den Totalitarismusbegriff von Arendt übernommen hat (die gute Frau dürfte nun wirklich vollkommen "unverdächtig" sein).

Oh miner, vielen Dank. Ich...

Oh miner, vielen Dank. Ich weiss auch nicht was die ganze Debatte soll. Ich habe den lettre international am Samstag Vormittag gekauft und gelesen. Sarrazin ist da wirklich sehr bedacht, gibt sehr ausführliche und differenzierte Antworten und ist fernab von jeder Form des Populismus. Das Interview ist Diskussionskultur vom Feinsten! Ich fürchte leider auch, dass Don Alphonso mit diesem und dem letzten Beitrag (Reichtumsbericht) seinen Zenit in dieser Zeitung überschritten hat. Es ist ganz witzig die eigene Lebensweise zu karikieren (und oft erkennt man sich da auch wieder und muss unweigerlich lachen). Sobald das ganze aber »politisch« wird, da wird es sehr schwierig, zumal wenn die Grundlagen der bürgerlichen Gesellschaft angegriffen werden. Es ist einfach schwierig, wenn in der Zeitung Heinrich Simon', Dolf Sternberger' und Joachim Fest' der Liberalismus (Grundlage der bürgerlichen Gesellschaft schlechthin) derart gescholten wird im letzten Beitrag, wie hier einer politischen Korrektheit das Wort geredet wird. Dolf Sternberger hätte Sarazzin wahrscheinlich mit einem Leitartikel wie"Ekel an der Freiheit?" verteidigt. Stattdessen übt sich hier die materielle Oberschicht in Genügsamkeit. Das mag persönlich befriedigen, bürgerlich ist es aber nicht. Bürgerlich im besten Sinne des Wortes kann man nurn als politischer Mensch sein und »politisch« verlangt eine Stellungnahme zum Problem selbst, nicht zu Formalitäten der Darstellung (zumal die Darstellung Sarrazins nun wirklich sehr nüchtern, ausgewogen und äusserst sachlich ist). Bürgerlichkeit bleibt eben eine Lebensform und Geisteshaltung und wird nicht über die Anzahl der Silberkannen bestimmt. Wir haben mit dieser, sich über politische Korrektheit echauffierende materielle Oberschicht, eben das, was einem wahren Staat fehlt und was Weimar am Ende so sehr fehlte. Der Einsatz des Bürgers für die Grundprinzipien des Staates (Joachim Fest hat dieses fehlende Bürgertum, was sich zwar in Dahlem mehr oder weniger echauffiert hat, am Ende aber untätig blieb als einen Grund für den Aufstieg des Nationalsozialimus gesehen). Nun waren freilich Dolf Sternberger und Joachim Fest Männer von ausserordentlicher Liberalität und haben abweichende Meinungen nicht nur akzeptiert, nein, sie haben sie gar gefördert. Allerdings unter einer Voraussetzung: es durfte nicht opportunistisch sein (dazu sogleich). Das nun in dieser Zeitung der Liberalismus eine derartige, unsubstantiierte, von Ängsten geprägte, polemische "Kritik" erfährt die sich auch von harten Fakten nicht beeindrucken lässt; das hohe Lied auf Sozalismus und Staatintervention gesungen wird, dass ist in der Tat bemerkenswert. Vielleicht, und ich erlaube mir die Anmerkung, wären solche Beiträge nicht besser im Prantl-Blättchen aufgehoben? Eine wahre Demokratie lebt vom freien Wort und garantiert das freie Wort. Solang dieses freie Wort nur vernünftig vorgetragen wird (man darf ruhig davon ausgehen, dass der lettre wirkliche Auswüchse nicht abgedruckt bzw. das Interview abgebrochen hätte). Natürlich werden da schwierige Fragen abgehandelt, es ist aber nicht damit getan, die Sarrazin'schen Ausführungen als "unkommod" abzuhandeln und damit ist alles geklärt. Das sind sicher unangenehme Punkte die da angesprochen werden. Aber so zu tun, als gingen einem all diese gesellschaftlichen Problem nichts an, scheint mir höchst fragwürdig. Ich muss mich Ihnen, verehrter miner, leider anschliessen. Auch mir wird hier zu zweigleisig gefahren (und eben zu dem, was D.S. und J.F. nicht akzeptiert hätten). Man kann nicht einmal "Zensurulla" und Schäuble verbannen wollen, hier aber bei abweichenden Meinungen die "Stilfrage" stellen. Es ist so ein wenig Rosienpickerei. Ich verteidige meine Festplatte bis auf das Messer, was dieser Staat dann mit anderen macht ist mir aber egal. Man kann nicht über ganze Beiträge eine gewisse Despektion über die Käufer von kik und ikea verklingen lassen – im "Reichtumsbericht" dann aber festhalten, diese Leute müssen aufgrund der niedrigen Zuwendung mehr oder weniger dort einkaufen. Entweder sie müssen dort einkaufen, dann ist es schlicht unangemessen darüber abfällig zu schreiben, oder sie müssen eben nicht. Das ist mir am Ende ein bissle zuviel hin- und her gesprungen. So wie es gerade passt und so wie man es gerade für einen Beitrag braucht. Von Konsistenz keine Spur. Das ist schlicht langweilig und hinterlässt den dumpfen Eindruck, dass da jemand schreibt, der nie Verantwortung (weder für sich selbst, noch für einen anderen, noch für ein Unternehmen) übernommen hat. Insoweit darf ich mich aus diesem Blog verabschieden. Natürlich nicht ohne mich für den weitaus grössten Teil der (absolut gelungenen Beiträge) zu bedanken.

0 donalphonso 05.10.2009, 12:01 Uhr

"Ich fürchte leider auch,...

"Ich fürchte leider auch, dass Don Alphonso mit diesem und dem letzten Beitrag (Reichtumsbericht) seinen Zenit in dieser Zeitung überschritten hat." . Das habe ich schon in Zeiten von Dotcomtod immer wieder gelesen, und ich vermute, dass es allein meinem allgemein erwarteten Niedergang der letzten 10 Jahre im Internet Rechnung trägt, wenn ich das nun auch unten in den FAZ-Blogs lesen darf. Ich bin also zutiefst beunruhigt und rechne mit meiner baldigen Entlassung. Unverantwortlich wie ich bin, versuche ich natürlich weiterhin, gegen das Unausweichliche anzuschreiben, und glaube in meiner Verblendung auch noch, dass mancher Kommentator seine Geschmäcklerei mit echten Kriterien verwechselt, die er natürlich anwenden kann, nachdem sein Wissen über meine Person natürlich grenzenlos ist.

0 donalphonso 05.10.2009, 12:04 Uhr

(Bin mal eben zwei Stunden...

(Bin mal eben zwei Stunden unterwegs, es kann mit den Kommentaren dauern) . Beobachter, zu der gestellten Frage: Puh. Ich habe eine ellenlange Desiderateliste. Mal schaun. Sicher nicht vor der Buchmesse.

0 elbsegler 05.10.2009, 12:10 Uhr

Oberschicht. Unterschicht....

Oberschicht. Unterschicht. Souveränität. Stolz. Respekt. Die Bohnenfrau und Herr Sarrazin. Ja mir ist die Bohnenfrau auch sympathisch. Sie ist authentisch und selbstbewusst. Herr Sarrazin ist sicher auch selbstbewusst und authentisch, denn seit Jahren fällt er immer wieder mit Aussagen auf, die nicht "p.c." sind. Und dafür gibt es regelmäßig Dresche. rijukan stimme ich weitgehend zu. Das Thema Integration von Zuwanderern gehört zu den Tabubereichen der deutschen Politik, in denen eine klare Benennung des Istzustands nicht gewünscht ist, weil die seit Jahrzehnten verfehlte Zuwanderungspolitik hier inzwischen einen derartigen Scherbenhaufen angerichtet hat, dass sich niemand daran die Finger schneiden will. Also ist die beschönigende Sonntagsrede das bevorzugte Politikmittel. Dass bald die vierte Generation von "Menschen mit Migrationshintergrund" das ständige Herumlaufen um den heißen Brei damit bezahlt, Ihr Leben ausgegrenzt am Rande der Gesellschaft in Sekundärgesellschaften zubringen zu müssen, interessiert niemanden. Auf diese Weise, so befürchte ich, entsteht in bestimmten Milieus ein Schicht recht- und wurzelloser Arbeitsklaven, die keine Chance haben, ein selbstbestimmtes und freies Leben zu führen.

Dipsy, was wäre denn an dem...

Dipsy, was wäre denn an dem in "feinen Zwirn genähten Reaktionär" (Zitat Fritz "Jott" Raddatz) Fest so liberal? Die Freiheit von anderen Themen außer seiner Nawerwohl-Obsession?

0 Ephemeride 05.10.2009, 12:23 Uhr

@Don: Sie haben leider recht,...

@Don: Sie haben leider recht, dass ab Kommentar 100 die nachdenkenswerten und impulsgebenden Beiträge, die witzigen und visionären zumal immer seltener werden - und aus einem Diskurs eine Rechthaberei wird. Die sich manchmal dann auch noch persönlich färbt. Nunja, die Leichtigkeit des Seins erschließt sich eben nicht jedem. Für mich jedenfalls erscheint Sarrazins 'ehrliche' Sprache in keinem anderen Licht als die der provozierenden Unanständigkeit. Womit er sich recht eigentlich genau auf jenem Niveau befindet, welches er so sehr anfeindet. Es ist eben dann doch ein Unterschied, ob man 'unkommod' oder 'ungehobelt' ist - und zu letzter Kategorie gehört jener Sarrazin, der mit seiner unappetitlichen Art die Wahl von Weber zum Europäischen Zentralbankpräsidenten unmöglich gemacht hat. Übrigens hat das alles nicht mit 'political correctness' und weich gespültem Politiksprech zu tun, sondern mit Anstand und Erzogenheit.

@ Dipsy (ohne jetzt die...

@ Dipsy (ohne jetzt die ganzen aktuellen Beiträge genau durchzulesen schreibe ich mal meine Meinung ) mehr als schade, dass Sie sich verabschieden ( verabschieden möchten ), denn zu einer angemessenen Diskussion benötigt man enthusiastische & gebildete Diskutanten. Der Blog wird aber von Menschen wie Ihnen erst zu dem gemacht was sie sind. Metaphorisch gesehen eben zum edlen Weihnachtsbaum….ohne Ihre Beiträge zu einem schlichten Tannenbaum. Musste dieser Handschuhwurf jetzt sein ? . Schwer zu verstehen, wieso das so ausufern muss…wieso diese ganze Auseinandersetzung nicht mit ein wenig Witz & Streit beigelegt werden kann. Die Eine läuft jetzt weg und der Andere wäre nie fähig auch mal ein bisserl auf die Eine zuzugehen. Obwohl meine Familie schon seit hunderten Jahren in Mitten Deutschlands verweilt, habe ich kein inneres, angeborenes Verständnis für diese Art von urdeutsch-verhärmten Streit. Mir liegt sie einfach nicht. Dazu breche ich zu oft in „ernsten Situationen“ in Gelächter aus….von Herzen. Mund aufmachen ! Streiten ! Frieden geniessen ! Ist das so schwer ? Mein Vater tumpfte füher immer mit seiner Geschichte auf, er habe sich bei wichtigen Entscheidungen & festgefahrenen Verhandlungen immer seine Handels-/Geschäftspartner in der Unterhose vorgestellt…die Gespräche verliefen danach meist humorig und ergebnisreich. Das soll jetzt keinesfalls ein Aufruf dazu sein, sich den Don in der Unterhose vorzustellen, aber ein Appell an ein wenig Lockerheit Ich persönlich schätze die Beiträge vom Don und gehe meist d´accord mit seinen Gedanken & der Art wie er sie bringt….eben oft in rhetorischer Radikalität. Beruflich- wie privat liebe ich den „diplomatischen Amoklauf“ und gedenke nicht, mir diesen irgendeinmal nehmen zu lassen….er hat bisweilen auch noch keinen nennenswerten Misserfolg gebracht. Man sollte niemandem in einer Demokratie den „diplomatischen Amoklauf“ verbieten wollen…den ohne diesen gibt´s keine permanente Revolution und somit auch nur müde dahinschleichende Weiterentwicklung. Dieses mal also stimmt man mal nicht mit Don´s Meinung überein, aber irgendwie geht das nicht so sehr an mich ran, denn es wäre ja mehr als gruselig, wenn ich da eine totale Übereinstimmung bemerken würde. .

0 Alter Bolschewik 05.10.2009, 13:31 Uhr

@swina: Danke. Ich werde mich...

@swina: Danke. Ich werde mich weiter bemühen. @mawu: Sorry, das neoliberal bezog sich natürlich nicht auf Sie, sondern war eher so allgemein dahingeschrieben; ihr Kommentar war nur der Aufhänger, das habe ich aber nicht deutlich gemacht. Dennoch eine kleine Bemerkung zu Ihrer Antwort: Die Unterscheidung zwischen selbst verschuldeter und unverschuldeter Notlage ist leider nicht so einfach zu treffen, wie es den Anschein hat. Ein sehr häufiger Grund, warum sich meiner Erfahrung nach Leute nicht auf die Hinterbeine stellen und aktiv versuchen, sich selbst aus ihrer Notlage zu befreien, ist mangelndes Selbstwertgefühl. Rein objektiv betrachtet könnten die sich tatsächlich selber helfen, aber sie sind in ihrem Leben so oft auf die Schnauze gefallen, haben immer wieder Enttäuschungen erlebt, sind von kleinen Sarrazins gedemütigt worden (gerade wenn sie einen Migrationshintergrund haben), daß sie irgendwann selbst glauben, nichts zu taugen und einfach aufgeben. Ist das dann selbstverschuldet oder fremdverschuldet? Obwohl ich am Anfang mit den 1 Euro-Jobs sehr skeptisch war und in der Tat da auch einiges an Schindluder getrieben wird, sind die gar nicht so schlecht, um Leute aus genau so einer resignierten Haltung herauszuholen. Das setzt aber voraus, daß diejenigen, die diese 1-Euro-Jobs anbieten, sich auch um ihre 1-Euro-Jobber kümmern und sie nicht einfach als Billigstarbeitskraft verschleißen. Das Ganze muß auch von den Betroffenen alsTrainingsmaßnahme verstanden werden können, für die es einen symbolischen Lohn gibt, und nicht als auf die Spitze getriebene Ausbeutung, nach deren Ableistung man wieder auf den Misthaufen der Wertlosen und Überflüssigen gekippt wird. @Doctor Snuggles: Ich weiß schon, daß es wo anders auch nicht besser ist, meine Auswanderungsphantasien sind nur so eine spontane Reaktion, die mich immer mal wieder überkommt. Ein Sarrazin würde mich auch gar nicht dazu treiben können - ich weiß, daß es solche Typen gibt und kann mit ihnen leben. Aber wenn mir dann so eine Latte unreflektiert zustimmender Kommentare auf der website der FAZ (nicht der BILD) deutlich macht, wie offensichlich eine Mehrheit um mich herum denkt, dann stellen sich bei mir ganz automatisch Fluchtreflexe ein.

0 stellasirius 05.10.2009, 13:31 Uhr

@rijukan Was hat der besagte...

@rijukan Was hat der besagte Herr als Politiker denn unternommen, um die beschrienen Zustände zu ändern? Mir fällt nichts ein. Bitte, reden wir über Restriktionen. Dann reden wir aber auch über kostenfreie Kindergartenpflicht. Über gescheite Schulen mit genügend Personal und ordentlicher Ausstattung, über eine anständige Basisbildung ALLER Kinder. Genau davon lenkt Herr S. bestmöglich ab: Gewisse Elternhäuser sorgen nicht dafür? Oh ja. Allerdings. Und der Staat sorgt mit Ignoranz dafür, dass deren Kinder tatsächlich keine Chance bekommen. Das Kind der osteuropäischen Akademiker profitiert sehr wohl vom elterlichen Kapital: dem ehemaligen sozialen Rang im Herkunftsland. Von der Bildung der Eltern, ob selbst finanziert oder öffentlich gestützt. Schlimm genug, wenn diese Bildung hier brachliegt. Profitieren ohne Investieren heisst die deutsche Haltung im Bildungssystem, und dann wundert man sich über die sozialen Kosten. Aber davon redet er nicht, der Trompeter von Dumpfingen.

"Und morgen schreibe ich etwas...

"Und morgen schreibe ich etwas vollkommen Harmloses, Dummes und Niveaufreies ohne jeden Anspruch. Muss auch mal wieder sein" oh ja, bitte! das kriegen sie doch vor der buchmesse noch hin, oder? :) p.s. ich verzichte wohl dieses jahr auf die buchmesse (& somit auf die unausweichlichen begegnungen mit den verflossenen liebhabern natürlich auch).

dipsy, für Ihre...

dipsy, für Ihre Abschiedsflamme haben Sie lt. Ihrem Blogeintrag zuvor gerade 5 Minuten gebraucht. War das, auch wenn Sie schnell zu denken vermögen, durchdacht? Dass der Don keine Konsistenz in seinen Texten hat, ist doch weder eine neue noch eine ärgerliche Erkenntnis. Der ist eben so, das hat auch charmante Seiten, auch wenn es ihren intellektuellen Erwartungen nicht immer entspricht. Dafür sind dann ja Ihre Korrekturen da. Ohne die wäre der Blog ärmer. Also, wenn ein geneigter Leser bitten darf, korrigieren Sie den Don weiter ein wenig: "Don coretto" ist uns wie dem Italiener der gleichnamige Caffé: besonders geistreich.

0 Möchtegernsee 05.10.2009, 14:35 Uhr

@ mawu: Ha, Ihre...

@ mawu: Ha, Ihre Asterixzitate! Man fühlt sich gleich 10 Jahre jünger! "Da wärst du 83 und müsstest längst im Bett sein!"

0 HansMeier555 05.10.2009, 15:17 Uhr

Anmerkung zu Dipsy und anderen...

Anmerkung zu Dipsy und anderen Sarrazin-Fans . Dipsy schrieb in einem Beitrag oben: " Ganz zweifellos braucht der Staat ... Personal das durchgreift. Nicht irgendwelche neuerlichen Ansätze der Integrationsarbeit und Resozialisierungsarbeit ...nicht irgendwelche Kuschelrichter die permanent Verständnis aufbringen. ... Das Problem wird nun sicher nicht durch totschweigen behoben und sicher nicht durch noch mehr Geld hinschicken."" . -- Aber wie "das Problem" denn nun gelöst werden soll, das sagt Dipsy auch nicht, ebensowenig, was mit "Durchgreifen" eigentlich gemeint sein soll. Zumal man "das Problem" zugegebenermaßen aus eigener Anschauung gar nicht kennt: "In meinem Westviertel (eine nette Halbhöhenlage, unweit der Innenstadt, verkehrsarm, Akademikeranteil jenseits der 90%, sehr viele Profes., die Ausländer ausschliesslich Akademiker) würde ich auch nie auf die Idee kommen, dass Ausländerkriminalität ein Problem ist - es vielmehr als eine Hochzüchtung der Presse abtun. Ein Blick in die Statistik verrät nun aber das genaue Gegenteil." . -- Wenn man Dipsy glaubt, dann ist seine faschistoide Wortwahl nur eine natürliche Reaktion auf den traumatischen Schock, den er erlitt, als er im Wohnzimmersessel die Kriminalstatistik allzu akribisisch studierte. --- Als ob die gleiche Statistik uns nicht längst darüber aufgeklärt hatte, daß die Xenophobie immer dort am größten ist, wo der Ausländeranteil am kleinsten ist. Insofern taugt Dipsy selbst als Gegenbeispiel für das, was er sagen will. . -- Ich meine, man versteht Mitbürger wie Dipsy falsch, wenn man ihnen die Absicht unterstellt, irgendein objektiv feststellbares Problem zu lösen. Es geht ihnen definitiv nicht um die Reduzierung der Kriminalität, sondern um die Bekräftigung von Identität. Die eigene "Wir-Gruppe" muß gegen eine vermeintlich feindliche, böswillige oder parasitäre Gruppe von "Anderen" abgegrenzt werden. Diese gedankliche Aufspaltung in die "Eigenen" und die "Fremden" verschafft Menschen wie Dipsy psychologisches Wohlbefinden, sie erhöht ihr subjektives Sicherheitsgefühl. Der größte Haß gilt darum zunächst auch gar nicht dem "Anderen" selbst (den türkischen Kriminellen oder so), sondern denjenigen Mitmenschen, die diese Grenzziehung ablehnen, den feigen Liberalen, die an die Bosheit der Bösen partout nicht glauben wollen. . Der französische Soziologe hat schon vor über 100 Jahren erkannt, daß harte Strafen (wie z.B. die öffentliche Hinrichtung) die Kriminalität zwar nicht eindämmen können, aber dennoch eine wichtige stabilisierende Funktion erfüllen: Die braven Bürger brauchen das. Sie fühlen sich in ihrer Gesetzestreue erst dann bestätigt, wenn sie den Spitzbuben am Galgen baumeln sehen. Nur so kann der Staat ihnen seine Handlungsfähigkeit vor Augen führen, nur so kann er sie davon überzeugen, daß Recht und Gesetz Gültigkeit besitzen. Ein kuscheliges Resozialierungsprogramm kann diesen psychologischen Effekt niemals erreichen, egal wie erfolgreich es sein mag. . Die Psychologie der Stammesgesellschaft wirkt auch im Kanton Zürich weiter und mit ihr das Bedürfnis, die eigene Gruppe von der bösen Außenwelt abzugrenzen. Kein Argument kann abstrus genug sein, um dieses archaische Bedürnis zu rechtfertigen. Oder wie Dipsy formuliert: . ""Allerdings finde ich die Idee einer Mauer um Berlin ehrlich gesagt grandios. Dann können sich die Kreativlinge und die Verständnisvollen gegenseitig beglücken. Allerdings ohne die Steuergelder des hart schaffenden Rests der Republik.." .

0 donalphonso 05.10.2009, 17:43 Uhr

Normalerweise nehme ich...

Normalerweise nehme ich sowas ja eher locker, aber heute ist grade nicht der Tag, wo ich Lust habe, auf die Person gehende Gossen-TV-Scherze freizuschalten. Julius, das war die letzte derartige Nummer. Oder andersrum: Die erste, die ab jetzt hier nicht mehr online geht.

0 auch-einer 05.10.2009, 18:00 Uhr

Der französische Soziologe...

Der französische Soziologe hat schon vor über 100 Jahren erkannt, daß harte Strafen (wie z.B. die öffentliche Hinrichtung) die Kriminalität zwar nicht eindämmen können, aber dennoch eine wichtige stabilisierende Funktion erfüllen: Die braven Bürger brauchen das. Sie fühlen sich in ihrer Gesetzestreue erst dann bestätigt, wenn sie den Spitzbuben am Galgen baumeln sehen. Nur so kann der Staat ihnen seine Handlungsfähigkeit vor Augen führen, nur so kann er sie davon überzeugen, daß Recht und Gesetz Gültigkeit besitzen. Ein kuscheliges Resozialierungsprogramm kann diesen psychologischen Effekt niemals erreichen, egal wie erfolgreich es sein mag. . wobei zu bedenken wäre, dass sowohl die engländer wie die franzosen die historische erfahrung gemacht haben, einen könig mitsamt seiner hochwohlgeborenen clique geköpft zu haben. . hans meier, in der volksrepublik china ist man da schon weiter, da werden die todesurteile entsprechend dem bedarf an transplantationsmaterial vollstreckt, sage da noch einer, kommunisten verstünden nichts vom geldverdienen. . sie können ja mal bei den privaten vorstellig werden, so jedes vierteljahr eine hinrichtung, live und in farbe, arbeitstitel: deutschland sucht den superhenker, das wäre doch was. natürlich vor live-publikum, also promis mitsamt ihren gefährten verschiedenen geschlechts, die zur hinrichtung das kaviarbrötchen mit schampus nachspülen. ist übrigens gar nicht so neu, das mit dem live-publikum, es gibt entsprechende berichte aus dem london einer anderen zeit, in der öffentliche hinrichtungen ein gesllschaftliches ereignis waren (und bei jeder hinrichtung eines taschendiebs waren die kollegen zur stelle, selcten, dass mht taschen geleert bzw. umverteilt wurden, als zu solchen gelegenheiten). . so langsam können sie, hans meier, herunter von ihrem soziologisch verbrämten ross. ich kenne diese unterhaltungen zu diesen thema, aber eben ausserhalb soziologischer doktorandenseminare. eine bande skrupelloser jouhurnaille und gieriger vorstände mitsamt eigentümern und aktionären von medienkonzernen lebt davon, ihre kundschaft entsprechend zu verhetzen. die anstifter gehen natürlich sonntags brav in die kirche und wollen mit denen, die auf ihren heckscheiben: todesstrafe für kinderschänder! stehen haben, nichts zu tun haben.

0 auch-einer 05.10.2009, 18:09 Uhr

hans meier, wenn ich mit ihnen...

hans meier, wenn ich mit ihnen den falschen verbal georfeigt habe, bitte ich um nachsicht, die anderen darum, den bezug auf hans meier gar nicht erst zu ignorieren. . wie gesagt, ich kenne diese unterhaltungen, die heckscheiben ind die life-berichte im radio, wenn die polizei einen tatort sichert. zum speien. . den freunden dieser art soziologie: einfach mal daran denken, dass sie derjenige sein könnten, welcher die massen auf derart weise zu begeisterung und gesetzestreue bringt.

0 donalphonso 05.10.2009, 18:16 Uhr

Ephemeride, tatsächlich habe...

Ephemeride, tatsächlich habe ich durchaus den Eindruck, dass Sarrazin in sich eine sehr Berliner Erscheinung ist, namentlich unter Berücksichtigung des Berliner Medienzirkus, der einen wie ihn brauchte. Und natürlich könnte man ein System einführen, das ab Kommentar 100 die Kommentare dicht macht, aber das hätte lediglich eine Beschleunigung zur Folge, und das wäre auch nicht gut. Inzwischen ist da aber auch ein Niveau erreicht, wo ich sagen muss: . - hier geht keine Email online - hier gehen keine persönlichen Beleidigungen online - Hobbypsychologen sind auch nicht mehr erwünscht. . Das ist keine Zensur, nur habe ich keine Lust, das hier in überfrlüssige Streitereien ausarten zu lassen. Die Kommentarzahlen sind nichts, was mich hier antreibt, und 10 gute Kommentare sind mir lieber als 100 Faseleien. . laperla, ich sitze schon am dransten.

@ D.A. Schwere Kost zum...

@ D.A. Schwere Kost zum Montag. Ich habe es auch nicht geschafft, mich durch alle Kommentare zu kämpfen. Bei Ihrer Beschreibung des "Wegbeißens" unangenehmer Gruppe und Gesellschaftsschichten (oder auch dem Paktieren mit der einen oder anderen Gruppe, je nach Lage und Ziel) durch den verängstigten kleinen Spießbürger, kam mir doch spontan der schöne Satz in den Sinn: "Diederich Heßling war ein weiches Kind..." Dieser Typus scheint sich auch nach so langer Zeit nicht geändert zu haben.

0 HansMeier555 05.10.2009, 18:33 Uhr

@auch-einer: Der frz....

@auch-einer: Der frz. Soziologie hieß Durkheim, haben den Namen leider vergessen oben. . Eigentlich wollte ich wollte ich das alles nur beschreiben (um nicht zu sagen: entlarven). Aber natürlich kann man das auch als Handlungsanleitung lesen, im Sinne von: "Mehr Feudalismus wagen"! . Komme mir vor wie Marx und Engels in Russland und den Schwellenländern, wo deren Bücher auch heute wieder als Ratgeberlektüre benutzt werden: "Tolles Buch! Da steht drin, wie wir die kapitalistische Ausbeutung richtig aufziehen müssen, wenn wir mit den fortschrittlichen Nationen gleichziehen wollen...". Ich persönlich habe keine Zweifel, daß nach der Berichterstattung über die Bespitzelung bei LIDL, SCHLECKER, etc. mancher Firmenboß seine Sicherheitsabteilung vorwurfsvoll fragte: "Warum machen wir so was nicht? Wofür bezahle ich Euch Schlafmützen eigentlich? Kein Wunder, daß wir kaum noch wettbewerbsfähig sind..."

0 Ephemeride 05.10.2009, 18:58 Uhr

Um einmal das so genannte...

Um einmal das so genannte 'politisch Unkorrekte' hier all denjenigen vor Augen zu führen, die danach so laut rufen, zitiere ich auszugsweise Maximilian Perty, einen damals durchaus anerkannten Zoologen und Philosophen, welcher 1869 in der Schrift 'Über den Paratisimus in der organischen Natur' folgendes schrieb: "Der niedrige Begriff, welchen wir mit dem Schmarotzerthum verbinden, wird durch die Untersuchung der parasitischen Thiere und Pflanzen nur zum Teil gerechtfertigt. Wir können die Vorstellung nicht zurückweisen, daß in der menschlichen Gesellschaft ein Individuum, das, ohne selbst etwas Nützliches zu leisten, nur auf Kosten Anderer leben will, das seine Existenz nur erhält, indem es die Existenz anderer beeinträchtigt, ein schädliches, jedenfalls widriges Wesen sei..." Und derlerlei Unappetitliches mehr. Ein Herr S. jedenfalls muss aufpassen, dass er trotz oder gerade seiner unanständigen anmaßenden Worte wegen nicht in genau so eine Richtung interpretiert wird. . Denn Perty schreibt weiter: "...So schwach übrigens die Ausstattung und Begabung parasitischer Organismen in vieler Rücksicht ist, so stark ist meistens ihre Vermehrungsfähigkeit, wodurch eben ihre Wirkung in der belebten Natur so bedeutend und so verderblich werden kann. Vermögen diese Proletarier auch sonst nichts zu leisten, so können sie doch reichliche Nachkommenschaft erzeugen..." Nunja, dass allerdings klingt doch schon sehr nach unserem 'feinen' Herrn S., welcher in Berliner ‚Unterschichten‘ ja auch nichts anderes mehr zu entdecken vermag, als Vermehrungswille. . Wohin solche Denke führt? Nunja. William Bateson drängte 1908 in seiner Antrittsvorlesung anlässlich der Einrichtung des ersten Lehrstuhls für Genetik an der Universität Cambridge auf soziale Reformen. Darunter verstand er aber nicht die Abschaffung der Klassen, sondern er wollte jedem Individuum seine gewissermaßen passende Klasse zuweisen. Von der Kreuzung über die Grenzen der sozialen Schichten hielt er nichts: „In der Gesellschaft muss, wie im menschlichen Körper, das beste Blut zu Kopfe steigen…“ Woraufhin im US-Bundesstaat Indiana mit der Zwangssterilisierung von behinderten Menschen, Kriminellen und Alkoholikern begonnen wurde. . Wer wie Herr S. - und all die Claquere, die ihn seiner deutlichen Worte wegen zujubeln - ein solches Karussell der Diffamierung und Degradierung anstößt, wer Menschen über den Kamm schert und brandmarkt, der ist nicht weit entfernt von faschistischer Hysterie. Und hysterische Menschen sind kopflos, also ohne Vernunft und Verstand, was sie leichtgläubig werden lässt und führbar. Nicht umsonst kam es 1911 in den USA dann zu der sehr verbreiteten und zählebigen Legende von der Obdachlosen Ada Juke, die in kürzester Frist 2820 Nachkommen hatte, die dem Staat schließlich mehr als 2,5 Millionen Dollar an Verpflegungsgeldern kosteten… Wem bei so etwas nicht der Groschen fällt, der huldigt Herrn S. meinetwegen weiterhin.

0 auch-einer 05.10.2009, 19:26 Uhr

hans meier . ich danke für...

hans meier . ich danke für die gegebenen hinweise und die erwiesene nachsicht. . es scheint mir eher so etwas wie ein s.p.q.r. mit neuesten technischen mitteln. der feudalisnus kommt erst danach.

@Möchtegernsee, ich muß...

@Möchtegernsee, ich muß gestehen, daß ich auch, zumindest einen kleinen, Faible für bestimmte Comics habe. Wenn einem mal nichts weiter einfällt, und das soll ja zwischen dem intellektuell Anspruchsvollen auch mal vorkommen, dann ist so ein Asterix Band einfach herrlich: gewohnt, lustig, zeitlos, entspannend.

0 ErnstWilhelm 05.10.2009, 19:35 Uhr

Das Problem ist doch das...

Das Problem ist doch das folgende. Sarrazin hat mit seiner Analyse Recht. Die Form, in der er sie vorgebracht hat, ist nicht unbedingt hilfreich. Dass er deswegen zurücktreten soll, ist albern aber leider symptomatisch. Denn in Deutschland wird im Zweifelsfall korrekte Wortfall und korrektes Benehmen vor die Wahrheit gestellt. Daraus folgt eine Verwirrung der Prioritäten die noch nach hinten losgehen wird. Und selbst wer Sarrazin nicht zustimmt. Warum wird als erstes sein Rücktritt gefordert? Warum wird statt auf den Inhalt, auf die potentiellen Folgen seiner Äußerungen eingegangen? Weil die Sache selbst offenbar ein Tabu ist. Und sas ist es, was mich ärgert und mir große Sorgen bereitet.

0 donalphonso 05.10.2009, 19:52 Uhr

ErnstWilhelm, heute ist grad...

ErnstWilhelm, heute ist grad nicht der beste Tag für Leute, die kommentieren, ohne zu lesen: Der Grund ist, weil es sich einer mit der "Wahrheit" oder dem, was er dafür hält, ebenso zu leicht macht wie mit der Schuldaufkübelung, und das alles nicht zur Behebung der Probleme - die er mit seinem "Für 4 Euro kann man prima leben Plan" sicher nicht in Angriff nahm - sondern zum Anzetteln einer Oberschichten vs Unterschichten-Debatte, die in dieser Form niemandem hilft, nichts verbessert, mitunter auch mit Eugenik hantiert und in ihrer "Bitte nur die richtigen Ausländer rein denn ich habe nichts gegen Juden" ein wirklich abstossendes Beispiel für politische Gewissenlosigkeit ist.

0 donalphonso 05.10.2009, 19:55 Uhr

Ephemeride, die eugenische...

Ephemeride, die eugenische Theorie, dass alles Gute von einemk selber und den besten Familienmitgliedern, alles Schlechte aber vom verhassten Teil der Sippschaft kommt, ist nur normal und wird stets auch in der Familie trainiert, solange sie nicht, wie das natürlich bei manchen Vertretern der deutschen Funktionselite, makellos ist. . Ariadne, man muss n icht alles lesen, und man sollte sich auch nicht der Illusion hingeben, dass sich am Menschen je wirklich etwas ändert. Die Leute sind so.

0 HansMeier555 05.10.2009, 20:13 Uhr

@ErnstWilhelm Kann Ihnen nicht...

@ErnstWilhelm Kann Ihnen nicht zustimmen. . Sarrazin wollte nicht "die unbequeme Wahrheit" sagen, sondern Stimmungen schüren. Eine Atmosphäre schaffen, in der sowieso nicht mehr vernünftig über Probleme und ihre Lösungen gesprochen werden kann. . Daß der Hinweis auf mangelnde Integration der bildungsfernen Migranten und Unterschichten ein Tabu gebrochen haben sollte, kann nur behaupten, wer schon 10 Jahre keine Zeitung mehr gelesen hat. Sogar im liberalen "Tagesspiegel" sind das alles längst ausgelutschte Gemeinplätze. Reportagen wie "mit dem Gerichtsvollzieher unterwegs" oder "Waffenkontrolle am Schuleingang", etc. kommen da jeden Tag. . Jeder, der an diesen Problemen tatsächlich interessiert ist, kann in jeder x-belieben deutschen Stadt jederzeit Sozialarbeiter, Lehrer, Pfarrer oder andere kompetente Gesprächspartner finden, die ihm ihre Beobachtungen authentisch schildern -- ohne "Tabus". . Andererseits haben alle Debatten und Problemanalysen aus der Sicht mancher Diskutanten einfach keinen Sinn, wenn am Ende nicht gesagt werden darf, wer denn nun der "Schuldige" ist, wen wir bestrafen oder loswerden müssen. Eine Diskussion, an deren Ende keine Schuldzuweisung steht, wird von vielen Menschen als "ergebnislos" empfunden. . Was Sie (und andere Debattierer hier) "ärgert und Ihnen Sorge bereitet", das ist doch nur, daß sich ein maßgeblicher Teil der politischen Öffentlichkeit sich der Stimmungmache verweigert, sich einfach nicht beteiligen will an der großen Zusammenrottung der "Leistungskulturträger". Daß diese "feigen /liberalen /linken /weltfremden /verzärtelten /verbildeten /akademisch verblödeten Möchtegernintellektuellen und Multikultigutmenschen einfach nicht zustimmend nicken wollen, wenn die Fremdstämmigen als solche zum "Problem" erklärt werden. Dabei wäre das doch weiß Gott nicht zuviel verlangt!

0 BadSchandex 05.10.2009, 21:23 Uhr

Ich denke, es hilft, die...

Ich denke, es hilft, die wirtschaftlichen Hintergründe von Sarrazins Karriere wie auch jüngsten Äußerungen im Auge zu behalten: Das Land Berlin ist arm. Diese Armut setzte aber nicht einem massenhaften Zuzug von Hatz-IV-Empfängern welcher Nationalität auch immer ein, sondern mit einer Bankenpleite vor mittlerweile acht Jahren. Die Berliner Bankgesellschaft war vermittels Immobilienfonds ausgeplündert worden und nicht mehr handlungsfähig; und weil an der Bankgesellschaft das Land Berlin beteiligt war, blieb der entstandene Schuldenberg an der öffentlichen Hand hängen. http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Bankenskandal; wer sich von dort zu "Berliner Filz" durchklickt, erfährt, dass die Verschuldung des Landes Berlin zum Wohle Einzelner dort eine gewisse Tradition hat. Die üblichen Wege zur Bekämpfung staatlicher Überschuldung --- Staatsbankrott, Inflation oder Währungsreform --- stehen dem Land Berlin nicht zur Verfügung, weshalb die Berliner die Schulden jetzt Euro für Euro mit ihren Steuern abzahlen müssen. Deshalb ist die finanzielle Ausstattung der Berliner Schulen so schlecht. Der hohe Anteil an Hartz-IV-Empfängern in Berlin ist wahrscheinlich zum Teil die Folge dieser Verhältnisse. Wer es sich leisten kann, entzieht sich der Misere durch Abwanderung ins Umland, was zur Folge hat, dass die Zurückbleibenden im Mittel ärmer werden. Ganz sicher sind die Transferleistungsempfänger aber nicht schuld am Zustand des Berliner Fiskus rsp. der Berliner Wirtschaft: Wären reiche Leute generell auch die besseren Leute, dann hätten die Investoren der Immobilienfonds die erzielten Gewinne spätestens 2002 zurückgegeben, als sich abzeichnete, welche fiskalische Katastrophe sie damit verursacht hatten. Davon habe ich aber nichts gehört. Also: Sarrazin hat Dinge gesagt, die sich vielleicht statistisch belegen lassen oder auch nicht. Aber er hat bei weitem nicht die ganze Wahrheit gesagt.

Die Bohnenfrau ist eine...

Die Bohnenfrau ist eine Chimäre. Zu nichts, aber auch gar nichts im Kontext Sarrazin taugt dieses anekdotische Bild. Get real.

0 ErnstWilhelm 06.10.2009, 03:53 Uhr

@ Don Alphonso Es geht nicht...

@ Don Alphonso Es geht nicht um politische Gewissenlosigkeit, sondern um klare Worte zum Thema, die auch mal überspitzt sein dürfen. Wie ich hier an anderer Stelle mal sagte, funktioniert die soziale Marktwirtschaft nicht mehr, weil die da oben UND die da unten nicht mehr mitmachen. Die Art wie Sarrazin in Berlin Politik gemacht und umgesetzt hat, ist für mich ein Vorbild dafür, wie jemand von da oben verantwortungsvoll handeln kann und soll. Gleichzeitig ist diese Art von Politik eine deutliche Kritik an den heutzutage ökonomisch Mächtigen in Wirtschaft UND Politik. Dass Sarrazin gleichzeitig auf seine ihm typische Weise den ideologisch und moralisch begründeten Machtanspruch der Linken sowie gleichzeitig die Wohlfahrtsempfänger selbst kritisiert und attackiert ist nicht ehrenrührig. @ HansMeier555 Nun denn, natürlich sind nur Sozialarbeiter, Lehrer und Pfarrer kompetente Gesprächspartner. Unternehmer sind natürlich inkompetent, was das ganze angeht. Ich arbeite permanent in verschiedenen Herkunftsländern von Migranten nach Deutschland. Und bis vor fünf Jahren war ich selbst als Arbeitgeber von Migranten in Deutschland tätig. Um es mal freundlich zu sagen. Deutschland hat aus diesen Ländern nicht gerade den Rahm abgeschöpft. Deshalb ist es nur legitim, dem entgegenzusteuern.

@MarcusTullius "Jener läßt...

@MarcusTullius "Jener läßt die Nation von innen verrotten und nimmt ihr jeden Verteidigungswillen." Was die Nation anbelangt, können Sie bei Schopenhauer in Nicht-Latein das hier lesen: "Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verräth in dem damit Behafteten den Mangel an INDIVIDUELLEN Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen theilt. Wer bedeutende Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er Stolz seyn könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu seyn: hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Thorheiten, die ihr eigen sind, (...) zu vertheidigen." Bleibt dann noch der "Verteidigungswillen". Da haben wir seit über 20 Jahren das Problem, dass wir ihn nicht mehr brauchen, weil uns einfach niemand mehr angreifen will. Nicht mal der Russe steht mehr vor der Tür. Deswegen müssen wir ein kleines Grüppchen Irrer, das sich in den Bergen von Afghanistan verkriecht und schlechte Self-made-Videofilme produziert, zur nationalen Bedrohung hochjubeln. Und was die Nützlichkeitslogik eines Sarrazin angeht: da kann man ja mal eine offene Diskussion darüber führen, wer der Gesellchaft mehr nutzt: der türkische Gemüsehändler oder die Börsenanalysten, Unternehmensberater und Investmentbanker. Eins steht aber jetzt schon fest: von dem Produkt, das der der türkische Gemüsehändler verkauft, wird man wenigstens satt.

0 donalphonso 06.10.2009, 06:45 Uhr

Ernst Wilheln, was die Debatte...

Ernst Wilheln, was die Debatte mit selbsternannten "Konservativen" so sinnlos erscheinen lässt, ist diese elende Unflexibilität zu behaupten, dass alles auf einem gewissen System mit den bösen Linken beruht und dann in einer Art Weltkonflikt zu betrachten ist, und man selbst ist dabei auf der richtigen Seite. Wenn das Konservative wenigstens etwas maliziös wäre - aber diese Dummheit, die aus der Theorie quilt, die sorgt leider dafür, dass nach 130 guten Kommentaren das Ganze hier am Kippen ist. Ich habe ja sogar ein Herz für Reaktionäre, wenn sie nur in der Lage sind, ab und an ihre Position zu ironisieren, aber diese zigfach wiederholte, plumpe Stimmungsmache von wegen "was wollt Ihr denn der hat doch recht und endlich sagt es mal jemand" ist nicht dazu angetan, das Ganze hier irgendwohin zu führen.

0 Ephemeride 06.10.2009, 07:16 Uhr

@Bad Schandex: Ein kluger...

@Bad Schandex: Ein kluger Beitrag! Denn das Perfide an Stimmungsmache ist zumeist, dass die Kausalitäten völlig verdreht werden. Eben jener Herr Landowsky war es, welcher das letzte Bisschen Berliner Vermögen durch das Ausplündern der Berliner Bankgesellschaft unter Seinesgleichen verteilte und gleichzeitig mit rohem und erhobenen Zeigefinger auf die Sozialschmarotzer wies (er verwendete damals Worte aus dem kanalisationsbewohnenden Tierreich). Er selbst ist nun rechtskräftig wegen Untreue verurteilt und damit vorbestraft, ein weiteres Verfahren - ebenfalls wegen Untreue (sowas bleibt sich treu) - läuft noch. Wenn man etwas daraus lernen kann, dann dass es schon immer funktioniert hat, von seiner eigenen Gier und seinem eigenen Unvermögen abzulenken, indem man Stimmung gegen irgendeine Personengruppe macht, sie dämonisiert und als Gefahr hinstellt, um gleichzeitig in aller Ruhe sein Süppchen zu kochen.

0 elbsegler 06.10.2009, 07:29 Uhr

Vorweg: Herr Sarrazin hat ganz...

Vorweg: Herr Sarrazin hat ganz offensichtlich nicht mitbekommen, dass er inzwischen im Vorstand der Deutschen Bundesbank sitzt. Der hat sich aus der Tagespolitik herauszuhalten. Den IQ osteuropäischer Juden als Begründung dafür, dass ihre Zuwanderung nach Deutschland erwünscht ist, anzuführen, ist ein völlig untaugliches Argument, denn das ist sicher kein tragender Grund, weshalb die Zuwanderung von osteuropäischen Juden erwünscht sein könnte. Auch wenn die Symptome, die Sarrazin schildert, in weiten Teilen stimmen, geht mal wieder etwas Entscheidendes unter: Es ist nicht die Schuld der Zuwanderer, dass sie nach Deutschland kommen und ein Teil von Ihnen hier integrationsunwillig eine Subkultur bildet, die ich auf Dauer nicht für hinnehmbar halte. Diese Menschen verhalten sich auf ihre persönliche Situation bezogen schlicht ökonomisch sinnvoll. Unsere Gesellschaft, repräsentiert von den politisch Verantwortlichen, hat über lange Jahre Rahmenbedingungen geschaffen, die diese Fehlentwicklungen zulassen. Wenn der Wirt Freibier auslobt, darf er sich nicht über seine Gäste beschweren, die auf seine Kosten trinken. Wir müssen die Rahmenbedingungen dringend ändern. Die Zuwanderung in die Sozialsysteme muss gestoppt werden. Angesichts der Lebensverhältnisse in vielen Ländern dieser Erde ist ein Leben am untersten Ende der deutschen Wohlstandsgesellschaft für viele immer noch ein Traum. Den können wir aber nicht allen erfüllen. Wie Australien oder Kanada müssen wir eine aktive Einwanderungspolitik betreiben. Den Menschen, die schon bei uns leben, muss mehr Teilhabe ermöglicht und mehr Teilnahme abverlangt werden - das betrifft im Grunde nicht nur Zuwanderer, sondern auch Deutsche von Geburt. Wer glaubt, auf Bildung verzichten zu können, weil er auch so durch kommt, muss in dieser Erwartung enttäuscht werden. Er muss aber auch erkennen können, dass sich Bildung und Ausbildung lohnt. Der industrielle Wandel ist politisch unzureichend begleitet worden. Anstatt absterbende Industriezweige mit immensen Subventionen über viel zu lange zeit künstlich am Leben zu erhalten, hätte das Geld in die Entwicklung neuer Beschäftigungsmodelle investiert werden müssen. Auch beim besten Willen ist nicht jeder Mensch in der Lage, eine hochqualifizierte Ausbildung zu absolvieren. Wir müssen aber auch für die, die es nicht können (selbst wenn sie es gerne wollten) eine Grundlage schaffen, die Ihnen eine wirtschaftliche Existenz aus eigener Kraft ermöglicht. Ich kann solche Bemühungen nicht erkennen. Entweder werden die Probleme verniedlicht und verschwiegen oder man lenkt durch Gegenangriffe polemischer Art davon ab, in dem man denjenigen, der auf Probleme hinweist, selbst zum Problem erklärt. Wie wir die sozialen Probleme im Detail lösen können, kann ich hier leider nicht verkünden, sonst würde ich mir nicht die Zeit hier im Blog vertreiben, sondern hätte die Welt schon gerettet.

0 die dame im Dirndl 06.10.2009, 08:10 Uhr

@marc vom whistleblog Wie...

@marc vom whistleblog Wie kommen Sie zu dem hochinteressanten Schluss, dass die Bohnenfrau eine Chimäre sei und dieses anekdotische Bild zu nichts, aber auch gar nichts im Kontext Sarrazin taugt? Würden Sie das bitte Ihr Statement logisch begründen?

0 ErnstWilhelm 06.10.2009, 08:17 Uhr

@ Don Alphonso Ich versuche...

@ Don Alphonso Ich versuche hier mal das letzte Wort zu haben. Aber das liegt natürlich an Ihnen. Deshalb nur ein kurzes Wort zur Ironie. Das unironischste was ich mir vorstellen kann, ist ein junger Mann mit Migrationshintergrund, vorbestraft, arbeitslos, der mehr Respekt fordert. Das gleiche alberne Verhalten sehe in den Ländern, in denen ich derzeit arbeite, bei den Jüngeren. Ob Russland, Aserbaidschan, der Iran oder die Tuerkei. Alle wettern Sie über die eigene korrupte Herrscherkaste, aber selbst etwas zu verändern, fällt keinem ein. Man ist irgendwie gern Opfer. Den unironischen Konservativen, den Sie sehen, gibt es aus meiner Sicht übrigens kaum noch. Ich gebe allerdings zu, dass die Leistungsträger in Deutschland zunehmend unironisch werden. Ob dies berechtigt ist, lasse ich mal dahingestellt sein.

@ernstwilhelm wer ist ein...

@ernstwilhelm wer ist ein leistungsträger in deutschland?

Ich will nur ein paar Dinge...

Ich will nur ein paar Dinge klarstellen: meine Kritik ging gegen die Kunstfigur "Don Alphonso" und nicht gegen die dahinter stehende Person, sie ist weder ätzend noch bösartig gemeint sondern eher in einer »freundschaftlichen« Form (gerade deswegen ist sie auch sehr offen und direkt). Sie geht also gar nicht gegen die Person sondern ganz allein gegen den Inhalt. Ich bin es aus meiner Erziehung einfach gewohnt, mich und meine Denkweisen ständig hinterfragen zu müssen und setze vielleicht diesen Masstab zu schnell auch woanders an. Es ist mir durchaus klar, dass man eine Kunstfigur gewisse »Sprünge« aufweist und nicht vollkommen glattgeschliffen ist. Wie gesagt, ich kritisiere nur die Konsitenz der Meinuung. Nicht die Meinung an sich, schon gar nicht die Person dahinter, Besucher, ob ein Marxist wie Herr Raddatz die nun abschliessende Kritik an Joachim Fest liefern kann sei einmal dahingestellt. Fest ist und bleibt ein ganz klassischer Liberaler, wenn auch mit einem konservativen Wertekanon. Mir fällt dazu nur von Hayek ein. Der kam auch zu dem Ergebnis, dass der wirkliche Liberale heute ein Konservativer sein muss. Im übrigen halte ich den inflationären Gebrauch des Wortes »reaktionär« für ziemlich mühsam. Das ist eine Art Totschlagvokabel und wird gegen jeden gerichtet, der irgendwie abweichender Meinung ist, ganz unabhängig davon, wie diese Meinung begründet wird (zumal die Begründung an sich ja selten interessiert hat). Zumal nun fest weder Monarchist oder sonst irgend etwas war, sondern hervorragender Vertreter einer Bürgergesellschaft. Miner, es geht auch gar nicht darum, dass Don Alphonso eine abweichende Meinung hat. Die soll und muss er haben, sehr gerne abweichend, sehr gerne pointiert dargestellt. Ich finde meine liberale Meinung ja auch ziemlich langweilig und erfreue mich an der Sicht anderer Meinungen, kann da sicher auch etwas lernen und sich selbst hinterfragen. Was mich einfach etwas stört ist die fehlende Konsequenz wie diese Meinung vorgetragen wird. Ich kann eben nicht einmal ständige Staatsinterventionen fordern, den dauerhaft allumsorgenden Staat und mich dann gleichzeitig über Tendenzen hin zu einem Überwachungsstaat aufregen und um den Schutz meine Festplatte sorgen. Ein starker Staat verträgt sich nun einmal nicht mit starken Bürgerrechten (auf dem Papier geht das theoretisch schon, praktisch heisst starker Staat aber immer Macht und kann nicht losgelöst von dem Thema Machtmissbrauch behandelt werden). Don Alphonso ist da aber nicht einzigartig, wir haben die ganz allgemeine Tendenz in der Gesellschaft, einen starken Staat zu fordern der einem zwar alle Lasten abnimmt, sich ansonsten aber aus dem eigenen Leben raushält. Man kann sich auch nicht über die aalglatten, kanten- und konturenlosen Ackermänner dieser Welt aufregen und gleichzeitig hier das hohe Lied der political correctness singen und das "unkommode" Verhalten eines Thilo Sarrazin ankreiden. Entweder will ich Menschen mit Ecken und Kanten –die dann möglicherweise auch "unkommode" Dinge sagen und tun- oder ich will austauschbare, konturenlose Menschen. Die Fraktion der aalglatten »Manager« dürften doch gerade das Ergebnis dieses Wahns zur political correctness sein. Wer in einem Grossunternehmen heute gegen den dortigen Mainstream opponiert, dem packt die political correctness Maschinerie des jeweiligen Unternehmens. Ich kann mich auch nicht in ganzen Beiträgen über den Einkäufer bei Ikea und kik aufregen, ein paar Beiträge später aber festhalten, dass die Unterschicht mehr oder weniger dazu gezwungen ist dort einzukaufen. Entweder müssen die Leute dort einkaufen, dann ist jede Kritik schlicht verfehlt; oder die Leute müssen dort nicht einkaufen, dann darf man freilich heftig einschlagen. Wir leben alle in irgendeiner Spannung und sind in irgendeiner Weise inkonequent mit unseren Meinungen. Das hier sprengt aber meinen Rahmen. Sobald wieder ein Beitrag mit »Substanz« (natürlich aus meiner ganz unmassgeblichen Einzelperspektive) kommt, dann bin ich da auch gerne wieder mit dabei. HansMeier555, ich wäre durchaus dankbar, wenn man eine Diskussion ohne die "Faschismuskeule" durchführen würde. Eine Diskussion ist der Austausch von Meinungen und nicht der Austausch von Wertungen (und etwas als »faschistisch« zu qualifizieren ist per se eine Wertung). Ich mag auch Ihrer Wertung nicht einmal ansatzweise folgen. Weder fröhne ich irgendeiner nationalistischen Kultur, noch war ich hier in irgendeiner Form poupulistisch. Ich träume auch von keinem »Führer« - ganz im Gegenteil, ich sehe meinen Schwerpunkt eigentlich in der Betonung der persönlichen Indiviualität und Selbstverantwortung, das dürfte einem Führerkult wirklich vollkommen widersprechen. Insofern verteidige ich tatsächlich eine »Wir-Gruppe«, eine Gruppe jener, die sich bedingungslos hinter eine Verfassung stellt, bedingslos Menschen- und Bürgerrechte akzeptiert und diese nicht selektiv anwenden will. Sie dürfen mir gerne Aufklärungsfundamentalismus vorwerfen (da wären Sie dann nicht der erste). Sie bezeichnen Sie als »feige Liberale« ich spreche diesen Menschen Liberalität ganz grundätzlich ab. Als ob unsere 68er-Gutmenschen (entschuldigen Sie diesen polemischen Begriff) in irgendeiner Form liberal gewesen sind noch liberal wären. Liberal setzt ein Bekenntnis zum Staat uns seinen Werten voraus, dass dürfte man den 68ern nun aber wirklich absprechen; gegründet hat man sich gerade aus dem Mythos heraus, dass dieser »Staat mit faschistischer Tradition« abgeschafft gehört. 68 ist genauso eine Zeitgeistgeschichte wie es der Nationalsozialismus auch war. Rütthers (Emeritus Konstanz) hat nicht umsonst einmal festgehalten, dass Universitäten immer die Schaumkrone des Zeitgeistes gebildet haben und bilden werden. Wo wir uns konsequent unterscheiden, es ist die Begriffsauffassung über das, was eigentlich »Toleranz« ist. Toleranz heisst nicht wegschauen; Toleranz heisst nicht, ein Thema anzukratzen, zu beweinen und am Problem vorbei zu diskutieren. Toleranz heisst, aus einer eigenen festen Position das andere zu akzeptieren. Was Sie meinen nenne ich ganz schlicht: Ingnorranz der eigenen Werte gegenüber. Für Ihre psychologischen Ausführungen zu meiner Person darf ich aber herzlich danken. Ich bin immer sehr erfreut darüber, wenn man nicht die Position des Einzelnen hinterfragt, sondern in irgendeiner fragwürdigen Weise die Person diffamiert und mehr oder weniger als faschistoiden Nazi darstellt. Ich darf Sie aus dem Badischen grüssen (in Zürich hat meine Familie nur eine Wohnung, ich lese aber täglich die Schweizer Ausgabe der NZZ). Aber, ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und freue mich sehr auf bodenständige Beiträge von Don Alphonso.

0 elbsegler 06.10.2009, 09:13 Uhr

@swina Auch wenn die Frage an...

@swina Auch wenn die Frage an ernstwilhelm gerichtet war: Leistungsträger ist in Deutschland (und wohl nicht nur dort) jeder, der sich jeden Tag sein Bestes gibt. Ganz gleich, ob als Vorstandsvorsitzender, Kassiererin, Müllmann, Arbeitssuchender oder Schüler.

0 ErnstWilhelm 06.10.2009, 09:44 Uhr

@swina Jemand der mit seinem...

@swina Jemand der mit seinem Bruttoeinkommen, überdurchschnittlich zur Finanzierung der Sozialsysteme beiträgt.

0 die dame im Dirndl 06.10.2009, 09:51 Uhr

@ErnstWilhelm Sie erinnern...

@ErnstWilhelm Sie erinnern mich sehr an meinen Bruder, der übrigens auch Ernst Wilhelm heißt. Der würde Ihnen voll zustimmen und sagen: ‘Ich hab da auch ein Beispiel, meine blöde Schwester. Von ESA ist sie nach einem Disziplinarverfahren entlassen worden, jetzt ist sie arbeitslos und macht da so eins auf europäischen Rechtsfall und Respekt fordert sie auch noch… so’ne dumme Ziege. Natürlich hab’ ich jeglichen Kontakt mit ihr abgebrochen!’

@elbsegler - ernstwilhelm: ja,...

@elbsegler - ernstwilhelm: ja, wer denn nun? . @ew: leistungsträger ab 2,5 oder 3,5 oder .. brutto?

@dipsy 68 ist genauso eine...

@dipsy 68 ist genauso eine Zeitgeistgeschichte wie es der Nationalsozialismus auch war. ? . haben sie ein kleines kind? [ich muß bei ihrem nick immer an ... na ja ... denken.]

@ErnstWilhelm: Verkleiden Sie...

@ErnstWilhelm: Verkleiden Sie sich mal einen Tag als Migrant und gehen Sie in dieser Rolle zu einem Amt, bewerben Sie sich für einen Job oder versuchen Sie eine Wohnung zu mieten. Ich bin gespannt, wie ironisch Sie dann noch sind. Es wird in unserer Gesellschaft eben leider schnell nach der Optik entschieden - der junge Migrant der in die Disco will wird nicht gefragt ob er vorbestraft und arbeitslos ist, selbiges wird einfach angenommen und er wird nicht reingelassen. Auch wenn ich der Meinung bin dass Probleme bei Migranten/Unterschicht oder wie mans auch immer nennen mag nicht totgeschwiegen werden dürfen ist die Sippenhaft ganzer Bevölkerungsgruppen aufgrund des Fehlverhaltens einiger schlicht inakzeptabel. Mein Mann begegnet auch öfters den unglaublichsten Vorurteilen - als wir eine Wohnung suchten kam es ihm irgendwann sehr komisch vor, dass egal wo er anrief alle Wohnungen angeblich schon vermietet waren. Rief ich an, waren sie plötzlich frei. Alles nur aufgrund seines "osteuropäischen" Namens und Akzents. Mit den Leistungsträgern sehe ich das genau wie Elbsegler. Meiner Cousine zufolge gibt es in unserer Gesellschaft sowieso keine Schichten mehr in dem Sinn sondern nur noch Milieus, die weniger mit dem bloßen Finanziellen zu tun haben sondern mehr damit, wie man sich selber identifiziert. Das kann ja wie man an den Kommentaren in diesem blog sieht ja sogar schon an der Wahl des Radiosenders hängen ;-) (ich habe übrigens Bayern 4 und MDR Figaro getestet. Ich bleibe bei Klassikradio - bei MDR Figaro läuft auch schonmal sowas wie Simon und Garfunkel, was ich persönlich gar nicht mag, Bayern 4 kommt unglaublich verstaubt daher und hat im übrigen beim Webradio auch keine vernünftige Playlist wo man nachschauen kann was man da grade hört, und easy-listening-mäßig einzelne Sätze abspielen ist keine Unart von Klassikradio, das machen die anderen auch).

0 wandfuessl 06.10.2009, 11:34 Uhr

@unellen: Versuchen Sie es...

@unellen: Versuchen Sie es doch mal mit Österreich 1.

0 ErnstWilhelm 06.10.2009, 11:37 Uhr

@swina Ich denke Sie...

@swina Ich denke Sie verstehen, was ich meine. Es geht um die, die überdurchschnittlich in die Sozialsysteme einzahlen. Ich gebe zu, dass deren Bezeichnung als Leistungsträger etwas unglücklich ist. Aber mir fällt auch nichts besseres ein. @unellen Man kann auf das ganze auch mal anders schauen. Deutschland hat sich mit den Migranten einfach übernommen. Und zwar insofern, als dass wir überall Erwartungen erzeugen, die nicht (mehr) erfüllbar sind. @die dame im Dirndl Immerhin kommuniziere ich noch mit Ihnen. Ansonsten halte ich es für falsch, auf Ihren speziellen Fall einzugehen. Sonst kippt das hier wirklich. Und deshalb melde ich mich hier bis auf Weiteres ab. In der Zwischenzeit werde ich mal darüber nachdenken, warum so viele hier nicht an sich, nicht an Selbstorganisation sondern an den starken Staat glauben.

0 Grimaldelli 06.10.2009, 12:02 Uhr

@unellen Ein kleiner...

@unellen Ein kleiner Tip: http://www.dr.dk/drnetradio/index.dr?evt=k&name=klassisk oder http://accuradio.com/classical/ Ich hoere in der Regel diese beiden Sender, wobei accuradio zuweilen zwar mit Werbung unterbrochen wird, aber den Vorteil hat, Subchannels zu waehlen, Interpreten auszuklammern, bzw. Titel zu ueberspringen.

@unellen: iheard.com bietet...

@unellen: iheard.com bietet eine gute Webradio-Sammlung. und Dipsy, es ist recht mühsam, unter den Umständen Ihrer Begriffsverwirrungen ("dass der wirkliche Liberale heute ein Konservativer sein muss") eine Diskussion zu führen. Ein "wirklicher Liberaler" sollte zumindest nicht hinter das Niveau J S Mills zurückfallen und die Essenz seines Werks "On Liberty", dass wahre Freiheit die Freiheit unfrei zu werden nicht ein- sondern ausschließe, verinnerlicht haben. Hayeks Marktschwärmerei und -vertrauen, deren Grundmetapher er als Wehrmachtssoldat beobachtet zu haben glaubte, als sich bei einem wahllosen Rückzug wie aus dem Nichts kleine Menschenformationen bildeten, die ohne Absprache vorbildlich kooperierten, gehört nicht dazu. Oder sind Sie als NZZ-Leser nur an Starbatty vor ein paar Tagen hängengeblieben, der als neoliberaler Volkssturm seinen Emeritusgarten kurz verlassen durfte um auf einer ganzen Seite laut zu rufen: "Hayek hatte doch recht"? Hierzu passt R W Emersons Definition nun wirklich wunderbar: Der Reaktionär kann wie ein Invalider nur in der Verteidigungsposition fechten.

0 Möchtegernsee 06.10.2009, 13:19 Uhr

Hoppsa, hier geht die Post ab....

Hoppsa, hier geht die Post ab. Dipsy und Julius wurden schon angerülpst (besser rausgerülpst). Wer ist der nächste? Um es mit Freunden zu sagen: "In den See, in den See! Mit einem Gewicht an den Füßen!"

Na, dann doch noch...

Na, dann doch noch mal. Swina, nein, ich habe kein Kleinkind. Ich bin selbst noch fast ein Kind. Der Name hat aber durchaus seine Parodie; die hier aber nicht hingehört. Ja, ich glaube, 68 und der Nationalsozialismus sind durchaus Zeitgeschichten. Schon aus dem ganz banalen Grund, weil sie nun einfach Zeitgeschichte waren. Aber, auch strukturell dürften sich da ganz ähnliche Phänomene aufgezeigt haben. Das auszuführen übersteigt aber meine Tippfähigkeiten. Jedenfalls darf Nationalsozialismus nicht allein aus der Holocaust- und Kriegsperspektive verstanden werden (das ist zwar das weitaus grausamste Merkmal der Geschichte, nahezu vollständig ausgeblendet werden hier aber die Ereignisse ab 33 bis 38). Aus der reinen Perspektive der innerdeutschen Umwälzungen dürfte sich durchaus die ein oder andere Parallele ergeben. (Man kann mit Prof. Götz Aly auch soweit gehen zu behaupten, die, die 68 mitgelaufen sind, die wären auch 33 mitgelaufen). Jetzt werde ich hier sicher geschlagen und wieder in als Faschist bezeichnet. Ich will nur erwähnen, es gibt nicht DIE Geschichte schlechthin, es gibt verschiedene Erzählweisen, verschiedene Schwerpunkte. Jedenfalls beanspruche ich hier für mich keine Deutungshoheit (was die 68er nun aber mit Sicherheit tun, vielleicht stempelt man das dann als »totalitär« ab). Besucher, von Hayek (was Sie von ihm halten ist mir reichlich egal) hat dieses Argument nur aus dem Blickwinkel gebracht, dass sich in einer Gesellschaft Formen und Institutionen gibt, die sich z.T. über Jahrhunderte hinweg bewährt haben und damit »effizient« sein dürften. Wer nun auf diese alten, effizienten Formen vertraut, der ist ganz automatisch ein Konservativer obwohl, unter Betonung der Effizenz, er ein Liberaler wäre. Ich schätze Joachim Strabatty sehr. Gelegentlich (wenn in der Stadt) ist er bei meinen Eltern zu Gast, ein sehr sehr angenehmer und umgänglicher Zeitgenosse (in den USA im übrigen verehrt). Wie Sie als treuer Leser des Blattes wissen, Joachim Starbatty schreibt recht häufig in der NZZ. Und die NZZ dürfte durchaus Bestandteil des »neoliberalen Volkssturm« sein. Also, Sie werden in der NZZ wahrscheinlich auch keine für Sie genehme Meinung finden. Die Satzung der NZZ kennt eine Aktionärsbeschränkung. Man muss Mitglieder der CH-FDP sein oder der Partei zumindest nahestehend sein. Vielleicht lesen Sie in Zürich dann doch eher den "Tagi" – der ist für jede sozialistische Weltrevolution zu haben. So, nun bin ich aber wirklich weg.

Werter Don, diesmal haben Sie...

Werter Don, diesmal haben Sie mich völlig verunsichert und ich brauchte erstmal ein paar Stunden, um herauszufinden warum. Nach den mehr oder weniger identischen, reißerischen Zusammenfassungen in ZEIT, Tagesspiegel und FAZ habe ich das Interview in Lettre International gelesen. Klar habe ich selbst dann ein paarmal die Luft angehalten, aber etwas in mir hat ganz leise mit etwas wie Erleichterung manchen Passagen zugestimmt. Dann habe ich Ihr Blog gelesen und war fassungslos ob Ihres vehementen Widerspruchs. Fassungslos, denn normalerweise bin ich Ihrer Meinung. Nach mehrmaliger Lektüre habe ich mich gefragt, wie ich zu meiner Zustimmung gelangt bin und ob ich die vielleicht hinterfragen muß. Oder ob Ihre Argumentation widerlegbar ist. Und deswegen wollte ich mich jetzt eigentlich bei Ihnen bedanken, denn Ihr Blog hat zumindest mich zum Nach/Überdenken gebracht und obwohl ich derzeit noch nicht sicher bin, wie meine endliche Position ausfallen wird, empfinde ich den Denkanreiz als durchaus positiv. Bitte bleiben Sie so. Mein erster Reflex war übrigens, dipsy zuzustimmen -- inkonsistent! Aber das wäre zu einfach und außerdem nicht menschlich, denn dann könnte man uns alle in feine, kleine Schubladen sortieren. Langweilig. In diesem Sinne hoffe ich, daß dipsy sich anders besinnt.

0 die dame im Dirndl 06.10.2009, 13:37 Uhr

@ErnstWilhelm Wollen Sie damit...

@ErnstWilhelm Wollen Sie damit zugeben, dass Sie wirklich mein Bruder sind? Darf ich Sie dann darauf aufmerksam machen, dass es äußerst inkonsequent ist, zu behaupten ‘Immerhin kommuniziere ich noch mit Ihnen’, denn abgesehen von diesem Blog kommunizieren Sie keineswegs mit mir, wie Sie sehr wohl wissen. Abgesehen davon dass sie sich Weihnachtspost von mir ausdrücklich verbeten haben, haben Sie und Ihre Frau nicht einmal meinen Kondolenzbrief zum Tod Ihres Schwiegervaters beantwortet, was ich reichlich unhöflich fand. Morgen werden Sie aber trotzdem einen Geburtstagsbrief von mir kriegen. Den habe ich schon am Sonntag abgeschickt. Ich dachte es wäre an der Zeit, sich mal wieder zu vertragen.

0 donalphonso 06.10.2009, 13:49 Uhr

Möchtegernsee, es gibt...

Möchtegernsee, es gibt einfach Grenzen, die ich gewahrt sehen möchte. Persönliche Beleidigungen der dummen Sorte ohne Bezug zum Thema schalte ich einfach nicht frei und teile den Betreffenden dann einfach die Gründe mit, in der Hoffnung, dass es zur Beruhigung der Lage beiträgt. Ich werde für die Kommentare nicht bezahlt, das ist mein "Privatvergnügen", und wenn ich hier jede abfällige Bemerkung zulasse, wird der Spass für alle weniger. Das ist keine Zensur, ich sehe nur nicht ein, dass die Kommentare als Einladuzng betrachtet werden, anderen Leuten auf den Fussboden zu kotzen. Und Julius wurde in der Hinsicht bereits schon früher gewarnt. Irgendwann ist einfach Schluss.

0 ErnstWilhelm 06.10.2009, 14:04 Uhr

@die dame im Dirndl 1. Mein...

@die dame im Dirndl 1. Mein Schwiegervater lebt noch. 2. Mein Geburtstag liegt mehr als 6 Monate zurück. 3. Den Brief kann ich morgen nicht bekommen, da Post von Deutschland nach Aserbaidschan mindestens eine Woche braucht. Weiterhin habe ich in letzter Zeit dem Briefträger kein Rüşvet zukommen lassen, so dass mit dem vollständigen Verschwinden von Briefen zu rechnen ist. 4. Ich bin nicht Ihr Bruder und wünsche noch einen schönen Tag!

0 donalphonso 06.10.2009, 14:10 Uhr

Ich fände es nett, wenn jetzt...

Ich fände es nett, wenn jetzt diese persönlichen Dinge verschwinden könnten, und auch die Nutzung diverser Nicks durch ein und die gleiche Person ein Ende haben könnte. Wer das hier nicht mehr lesen will: Bitte. Aber bitte nicht unter anderem Namen weiternerven. Danke.

0 Doctor Snuggles 06.10.2009, 14:30 Uhr

Ja, politische Diskussionen...

Ja, politische Diskussionen gleiten recht schnell ins Unerfreuliche ab, zumal wenn es dabei um Themen wie ausländische Mitbürger geht. Da haben wir in Deutschland aus unserer Geschichte heraus eine recht dünne Haut. Wenn ich jetzt noch schreiben würde, wie meine Frau (übrigens keine deutsche Staatsbürgerin, nicht mal aus Europa) über gewisse in- und ausländische Bevölkerungsgruppen denkt, würde ich wohl gelyncht werden. Im übrigen bin ich der Meinung von Dipsy und wenn mich jemand deshalb nicht mag, so soll mir das recht sein. Was will man von einem Ayn Rand Leser mit dem Namen einer Cartoon-Figur auch sonst erwarten? Ich habe schon das eine oder andere Forum deshalb verlassen, weil ich mich dem Konsens dort nicht anschließend wollte. Das Wunschdenken von einigen erschafft für mich noch keine Realität. Und ewige Opposition - dazu ist mir meine Zeit zu schade. Demokratie bedeutet für mich, dass man anderen seine Meinung läßt und nicht, dass sich die Minderheit der Meinungsmehrheit anschließen muss. In diesem Sinne hoffe ich auf den nächsten unpolitischen Artikel vom Don, damit sich die Gemüter wieder etwas beruhigen können. Wie wäre es mit einem Beitrag über die diversen Torten und Kuchen, die man so am Tegernsee verspeist? Nicht immer nur Zwetschgendatschi, ich bin eher der "Herrentorte"-Typ. Bis dahin empfehle ich mich mit einem Hinweis auf das Buch "Sweet Gold" von Bernd Siefert. Also das erste Buch, das ist über Torten. Buch 2 dann über Pralinen.

@ErnstWilhelm: Ob wir uns...

@ErnstWilhelm: Ob wir uns "übernommen" haben oder nicht - das ist keine Begründung oder gar Rechtfertigung für Diskriminierung. Im Übrigen habe ich das Gefühl, dass es vielen Leuten nur Recht ist, wenn sie gradezu negative Erwartungen in Bezug auf Migranten pflegen... @Dipsy: Ich würde mich freuen, wenn Sie blieben - ich fand Ihre Beiträg meist lesenswert (außerdem wäre ich sonst wahrscheinlich hier die einzige Person unter 30 ;-)). Zwar war ich nicht immer Ihrer Meinung, aber ich habe einiges gelernt. @Doctor Snuggles: Das ist ja lustig, mein Mann (ok, er ist "immerhin" EU-Bürger - hilft aber oft auch nix, weil die Tschechen in den Augen vieler Leute auch nur zu Dumpinglöhnen arbeitende, ständig Bier trinkende und Autos stehlende Baumbewohner sind) hat ebenfalls sagen wir mal recht kompromisslose Meinungen zu gewissen Bevölkerungsgruppen. Ich finde es immer wieder interessant, dass seine Integrationsforderungen noch viel weiter gehen als meine...

(sorry, hatte das grade...

(sorry, hatte das grade vergessen, ein nochmaliges sorry fürs offtopic) Danke für die ganzen Radiotipps! Ich werde mich weiter durchprobieren, im Moment höre ich WRCJ-FM und bin recht angetan.

ad vocem: ah ja, daß die...

ad vocem: ah ja, daß die kommentare zu dem überaus manierlichen beitrag teilweise ohne manieren sind, verwundert nicht. aber, daß sie, lieber don alphonso sich von ihrer geliebten ironie und ihrem witz trennen, indem sie sich über diese so trocken aufregen, macht mich langsam nachdenklich ;)

0 HansMeier555 06.10.2009, 15:01 Uhr

@Dipsy . Lieber Dipsy, ich...

@Dipsy . Lieber Dipsy, ich habe tatsächlich eine Minute lang überlegt, ob ich Ihre Ausführungen (Insbesondere das Posting vom 05. Oktober 2009, 09:14 ) tatsächlich "faschistoid" nennen soll oder nicht, und bin dann zum Schluß gekommen, daß jedes andere Adjektiv ungenau wäre. . Im Grunde legen Sie es doch darauf an, daß man Sie so einstuft.

0 Doctor Snuggles 06.10.2009, 15:01 Uhr

Übrigens zeigt uns die...

Übrigens zeigt uns die Industrie, wie man mit den Wünschen aus anderen Bevölkerungskreisen umgeht: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,651441,00.html

Die Ursache des Streits hier...

Die Ursache des Streits hier liegt in einem blinden Fleck den wir fast alle haben. Dem Glauben an die Handlungsfähigkeit des bürgerlichen Subjekts. In Wahrheit vermag dieses Subjekt in Hinsicht auf die strukturelle Entwicklung der ökonomische Sphäre (in Deutschland) fast nichts - jedenfalls nichts Entscheidendes. Dann auf denen rumzuhacken, die die bürgerliche Elite (zu der Sarrazin doch wohl zählt) gestern noch als Arbeitskräfte brauchte, und den eigenen Mangel an Gestaltungsmacht den Migranten als Schuld anzulasten ist eine Projektion. Ähnlich wahnhaft ist der Umgang mit der nicht mehr gebrauchten Indutriearbeiterschaft der ehemaligen DDR. Die Ursache von Arbeitslosigkeiten von 20% und mehr liegt in der objektiven Unverwertbarkeit von deren Arbeitskraft und nicht in ihrer Verwahrlosung, Faulheit etc.

Es scheint, als werde die...

Es scheint, als werde die Schlacht um den Reichtumsbericht auf einem anderen Feld weitergeführt. Leider recht deutlich mit vermehrten persönlichen Befindlichkeiten und nicht dem Diskurs zuträglich. Das ist dem Blog unwürdig. . Ich bin unsicher, ob alle Beteiligten das komplette Interview tatsächlich gelesen haben. Oder einfach aufgrund der vorgefassten Meinung drauflosschreiben. Auch dies scheint dem Blog unwürdig. . Dipsy, ich werde Ihre Einlassungen vermissen. Es wäre deutlich schade, hier in Zukunft nur noch inhaltlich ähnliche Kommentare zu lesen. Regen Sie weiter zum Diskurs an! . Don, verbleiben Sie bei Ihrem Recht auf die Halbdistanz. Ihr Nervenkostüm scheint durch obige Kommentare, sicherlich zum Teil zu Recht, gelitten zu haben. Eine Anmerkung erlauben Sie mir, auch die Kommentatoren schreiben aus reinem "Privatvergnügen".

Dipsy: Ich denke, meine...

Dipsy: Ich denke, meine Enttäuschung über diese Art "freiheitliche Doppelspur", die der Don mit diesem Artikel gefahren ist, habe ich oben zum Ausdruck gebracht. Ich bin in dieser Hinsicht ganz Deiner Meinung. hey, Dipsy "Sobald wieder ein Beitrag mit »Substanz« (natürlich aus meiner ganz unmassgeblichen Einzelperspektive) kommt, dann bin ich da auch gerne wieder mit dabei. "...Das freut mich echt, denn ich lese hier einige, wenige Kommentatoren aufgrund ihrer Denke, ihres Ausdrucks, ihrer analytischen Fähigkeiten und ihrer Emotionalität, echt gerne...und da gehörst Du nun mal dazu. Ich bilde mir auch ein, einen guten und warmen Menschen aus Deinen Texten herauslesen zu können...genauso geht es mir auch beim Don...egal wie sehr er seinen sprachlichen Granatwerfer/ seine Wort-Flak anwirft, irgendwie leuchtet da immer etwas Gutes und Warmes durch. . so, und jetzt widme ich mich dem Offline-Leben und wünsche einen freundlichen Abend in dieser Runde

0 donalphonso 06.10.2009, 18:14 Uhr

Maci, gelitten hat gar nichts....

Maci, gelitten hat gar nichts. Mir geht es prima, nur muss man irgendwann die Reissleine ziehen, und das geht nicht mit Streicheln. sondern nur mit einer deutlichen Ansage. Ich meine das nicht böse, das sind hier einfach die Regeln, von denen ich nach all den Jahren denke, dass sie am ehestenn funktionieren.

@Maci - Sicher haben nicht...

@Maci - Sicher haben nicht alle Beteiligten dieses Interview gelesen, inkl. mir - und das ist auch genau zumindest eines der Probleme. Neben der extrem emotionalen Komponente, die das Thema "Unterschicht" gepaart mit "Ausländer" offensichtlich hat. Ich selbst habe diese Äußerungen daher nicht direkt kommentiert und versucht, das Problem allgemeiner zu erörtern. Dafür haben ja einige andere ganz laut und deutlich ihre Meinung zum Besten gegeben. @Möchtegernsee - Ischt die Peitsche denn immer noch nass???

@Doctor Snuggles: Sorry, aber...

@Doctor Snuggles: Sorry, aber der verlinkte Artikel ist ja sowas von reißerisch nach dem Motto "Hilfe, hilfe! Überfremdung!!!" geschrieben, das ist ja nicht mehr schön... was ich besonders vermisse ist der Hinweis dass orthodoxe Juden dieselben Maßstäbe beim Schlachten von Tieren anlegen. Aber Juden haben in Deutschland ja meist Ausnahmegenehmigungen fürs Schächten bekommen, Muslime dagegen nicht. Das ist meiner Meinung nach nicht ok, in diesem Sinne gilt Gleiches Recht für alle. Außerdem gibt es doch was Integration angeht wesentlich dringendere Probleme als religiöse Essgewohnheiten... Wenn sie mir schmeckt ist es mir völlig egal ob die Wurst bio, koscher oder halal ist ;-)

0 Desillusionierter 06.10.2009, 18:42 Uhr

Werter Don ! Unter einer...

Werter Don ! Unter einer "deutlichen Ansage" wäre aber auch zu verstehen, dass Sie z.B. den oben von HansMeier555 gemachten Vorwurf (heute 17:01), ein Beitrag sei faschistoid, unterbinden. Abgesehen davon, dass sich der Beitragschreiber damit selbst disqualifiziert, ist m.E. die von Ihnen geforderte Zurückhaltung hier nicht mehr gegeben. Ich wünsche spannende Tage in FFM, Desillusionierter

0 Möchtergernsee 06.10.2009, 18:53 Uhr

@ mawu: Sie ist ("Er hat einen...

@ mawu: Sie ist ("Er hat einen Sprachfehler." "Welchen?" "Er lischpelt"). Aber das Treiben am Fondue gefällt dem Chefkoch nicht, deshalb verschnauf ich ein Weilchen. Dann putz ich die zweite Hälfte der ersten Platte.

0 die dame im Dirndl 06.10.2009, 18:55 Uhr

@ Don Wenn man sich die Mühe...

@ Don Wenn man sich die Mühe macht diesen Bohnenfrau Blog noch einmal von vorne bis hinten zu lesen, kann man Ihre Geduld nur bewundern. Da wage ich kaum zu schreiben …. Ich warte gespannt auf das Thema Ihres nächsten Sub-Blog (oder wie man das nennt).

0 donalphonso 06.10.2009, 19:00 Uhr

Ist das eigentlich zu schwer...

Ist das eigentlich zu schwer zu verstehen? Wer mitspielen will, soll mitspielen - fein. Wer nicht mitspielen will, soll nicht mitspielen- auch fein. Wer Türen zuschlägt, kann sie danach von mir aus wirklich gerne zulassen, weil sowas bei jedem weiteren Mal nervt - ich finde sowas ja eher kindisch. Wer ander Leute Meinung angreift, kann das von mir aus machen - muss jeder selbst wissen, ich bin aber kein Kindermädchen. Wer andere Leute massiv persönlich angreift oder wegen etwas, auf das er mangels Argumenten ausweicht, fliegt - es gibt einfach Grenzen. Wer das bei der ersten Warnung nicht versteht und es ein zweiter Mal tut, fliegt dauerhaft raus - ich mache das ohne innere Rührung. . Ansonsten läuft das hier in der Regel ja ganz gut, und mein Bestreben, Kommentarzahlen nach oben zu schrauben, hält sich in engen Grenzen.

0 HansMeier555 06.10.2009, 19:50 Uhr

Was finden Leute, die sich in...

Was finden Leute, die sich in der Rolle von "mutigen Tabubrechern" gefallen, an der Bezeichnung "faschistoid" eigentlich so schlimm? . Wer vor solchen Wörtern panische Angst hat, steht geistig ja noch immer noch unter der Fuchtel der "linken Gutmenschen"! Ist das nicht feige? Wäre es für junge, mutige Leistungsträger 63 Jahre nach dem Nürnberger Prozeß nicht langsam Zeit, sich von diesen Zwängen freizumachen?

@Möchtergernsee - Ich hatte...

@Möchtergernsee - Ich hatte mir ja aufgrund des intellektuellen Publikums tatsächlich die Mühe gemacht, die anderen Zitate extra in den Heften nachzuschlagen. Nur dieses eine Mal war spontan. . Abgesehen davon finde ich die Beleidigtseierei auch langsam anstrengend bei dieser Diskussion. Ich bin zwar auch nicht der Meinung von HansMeier555, aber man kann doch bitte zivilisiert diskutieren. Es ist doch an fast jeder Meinung ein interessanter Aspekt. Desillosionierter, dann soll HansMeier555 eben seine Ansicht weiter begründen. Immer diese Nazi-, Faschisten-, Linken-, Türken- und sonstigen Keulen, die bringen doch keinen Menschen hier weiter, das ist doch nicht gerade lesenswert. . Man kommt sich manchmal tatsächlich vor, wie in einem gewissen gallischen Dorf, in dem gerade ein stinkender Fisch...

0 theoderich 06.10.2009, 21:17 Uhr

Guten Abend Don Alphonso und...

Guten Abend Don Alphonso und Mit-Diskutanten, ich sehe erstaunlich viele Wortmeldungen und danke Herrn Sarrazin dafür, daß er diese längst überfällige Diskussion angestoßen hat und Ihnen, werter Don für Ihre Replik. So kommt mal eine temperamentvolle und - offensichtlich - notwendige Diskussion zustande. Die Wortwahl von Herrn Sarrazin mag nicht durchgängig gelungen sein, in der SACHE hat ihm Ralph Giordano ja recht gegeben und ich tue es hiermit ebenfalls. Dipsy: sehr zutreffend (leider). Ich hätte es nicht besser ausdrücken können. In diesem Zusammenhang kann mir velleicht jemand mal die folgenden 3 Fragen beantworten: - wie kommt es, daß die bei uns lebenden Migranten aus islamischen Ländern von allen am schlechtesten integriert sind bzw. sich am unwilligsten selbst integrieren ? - gibt es irgendein islamisches Land in der Welt, wo wirklich religiöse Toleranz und Meinungsfreiheit herrschen? Ich weiß kein Einziges und auch der EU-Aspirant Türkei behindert und diskriminiert Andersgläubige und bestraft Leute, die unliebsame Meinungen zur türkischen Geschichte, z.B. zum Armenier-Genozid äussern. Das gilt dort als "Beleidigung des Türkentums" - Wer meldet pro Jahr mehr Patente an: ein islamisches Land wie - sagen wir mal - Ägypten oder Saudi-Arabien oder ein mittelständisches deutsches Maschinenbau-Unternehmen ? Ich weiß natürlich, was jetzt kommen kann: daß islamische Länder im Mittelalter bzw. zur Zeit der Kreuzzüge oder davor oder danach ja viel toleranter waren als das tumbe christliche Abendland, naturwissenschaftlich entwickelter usw., usw. Meinetwegen, aber dann sollte sich der heutige Islam vielleicht mal ein Beispiel daran nehmen. Der Alte Fritz hat mal gesagt, es soll jeder nach seiner Fasson selig werden. Recht hat er gehabt. Ich möchte, daß es dabei bleibt. Von daher: es lebe die Meinungsfreiheit !

0 donalphonso 06.10.2009, 21:32 Uhr

- weil die Ruslanddeutschen...

- weil die Ruslanddeutschen als Deutsche gelten. Wenn hier in meiner kleinen dummen Stadt an der Donau Randale ist, frägt die Polizei, ob es Deutsche, Russen oder Türken waren. Ansonsten haben wir hier 3,1% Arbeitslosigkeit, insofern gibt es hier Integration durch Arbeit, die man in Berlin so nicht mehr hat (am Freitag mache ich vielleicht was über Frau Gül und die anderen türkischen Frauen, die hier die Änderungsschneiderein machen). . Ich wäre vorsichtig, die Problematik autoritärer Regime mit Religion zu vermischen, das könnte für das Christentum auch übelst ausgehen, man denke an die Diktaturen in Spanien, Portugal und Südamerika - das ist auch nicht so lange her. Aber wenn wir schon darüber reden: Wieso lassen die USA solche Bestrebungen in den von ihnen besetzten Ländern zu? - Man könnte dieses Spiel auch für Papua-Neuguinea machen, oder für den christlichen Kongo. . Es liegt mir fern, irgendwas zu beschönigen, aber wenn schon Debatte, dann bitte nicht so platt.

0 Desillusionierter 07.10.2009, 07:36 Uhr

@HansMeier555 : Ich mag den...

@HansMeier555 : Ich mag den Begriff nicht, wenn er -wie auch von mawu bemerkt- als Keule herhalten soll. Oder können Sie mir erklären was an dem Beitrag von Dipsy "Obrigkeitsgläubig, den starken Staat bejahend" sein soll. Zur angesprochenen Relegionsproblematik : Einfach mal die Bibel (NT) mit dem Koran (10 €) vergleichen, die Mühe sollte einem das wert sein. Zur Integration : Wie von theoderich bereits bemerkt, es gibt nahezu immer Probleme mit Angehörigen eines bestimmten Kulturkreises. Diese Leute glauben -warum auch immer- ihr Leben in gleicher Form in einer anderen Gesellschaft fortführen zu können. Frauen (auch Lehrerinnen werden geringgeschätzt, Klagen gegen Sexualkunde, Klassenfahrten und Schwimmunterricht sind die Folge des mangelnden Verständnisses für das Gastland, fehlende schulische Bildung die Konsequenz. Diese -von den Einwanderern geschuldete, aber nicht erbrachte- Intergrationsleistung ergibt zusammen mit Perspektivlosigkeit eine gefährliche Melange mit einer fatalen Neigung zur Gewalt (wie soll man sich auch sonst bestätigen). Die Lösung hier zu diskutieren ist müssig, das Problem zu negieren und totzuschweigen ist der komplett falsche Ansatz. Schönen Tag, Desillusionierter

Sehr geehrter Don, die...

Sehr geehrter Don, die Aufforderung zu mehr Freundlichkeit und Respekt im persönlichen Miteinander ehrt Sie und ist zu tiefst christlich. Die Sache mit den Feinkostläden und Martkhallen ist wirklich bedauerlich. Ihre Schinkenausflüge nach Österreich klingen sehr amüsant. Zum Thema Sarrazin hätte ich Sie jedoch gerne heute zum Düsseldorfer Landtag geschickt, der über die Integrationsleistung"eigenethnischer Sportvereine" diskutiert - eigentlich ein Widerspruch. http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD14-9914.pdf Anschließend hätte ich Sie einen Blick auf die benachbarte Berufsschule werfen lassen, zu Fuß an der Kunstsammlung NRW, K21, zur Königsallee schlendern lassen um die U-Bahn nach Duisburg zu nehmen zur dortigen Spielbank. Alternativ wäre ein netter Spaziergang von der Münchner BMW-Welt zum Olympiaeinkaufszentrum denkbar. Nicht nur die hier genannten besseren Kreise, auch das traditionelle Arbeitertum kennt so etwas wie Haltung und lässt davon immer mehr missen: z.B. auf dem Boden liegende nicht bis zum Tod in den Kopf treten. Das kommt mir bei der Bohnenfrau etwas zu kurz.

0 donalphonso 07.10.2009, 07:41 Uhr

Desillusionierter, das...

Desillusionierter, das Äquivalent zum Koran wäre weniger die nette, aber wenig überzeugende Bibel der Christen, als vielmehr das De Civitate Dei von Augustinus. Und da schenkt man sich dann nicht mehr viel.

0 Möchtegernsee 07.10.2009, 08:05 Uhr

mawu, Sie zitieren sehr...

mawu, Sie zitieren sehr präzise. Das mit dem Lischpeln gehört natürlich zwingend dazu. Dagegen muss ich mich korrigieren: Der Legionär putzt ja die Platten nicht, er fegt Sie.

0 gelegentlich 07.10.2009, 08:07 Uhr

Dass der Originaltext von...

Dass der Originaltext von Sarrazin differenzierter argumentiert als die grellen Bruchstücke, mit denen sein Beitrag ins Rennen um Aufmerksamkeit geschickt wurde, finde ich einleuchtend. Freilich schimmert auch da junkerliche Gedankenwelt durch bis hin zu rassistischem Quatsch (Intelligenzquotient osteuropäischer Juden gegenüber der neuen, aus dem Orient stammenden Unterschicht hier). In manchen Formulierungen scheint Sarrazin eine Art Blutsbruder von Hohmann, dem ausgeschlossenen CDU-Mitglied (,,der Jude", ,,der Russe...) zu sein. Diese Teil sind absurd, nicht kenntnisreich, ungezogen und einfach ungebildet. Bei solch einem Beitrag geht es aber meiner Meinung auch ganz vorrangig auch um die Frage, wer so etwas wie und wo sagen darf und sagen sollte. Für den Inhaber eines hohen politischen Amtes ist der Beitrag mit allen Konsequenzen disqualifizierend. Dafür hätte er sich um ein cleveres Inkognito bemühen müssen, was seiner Eitelkeit wohl widersprochen hätte. Einen Rücktritt von seinem neuen Amt finde ich deshalb unausweichlich. In der Sache liefert er wohl eine überwiegend korrekte Deskription. Das hat aber mit dem von ihm geschaffenen eigentlichen Problem nichts zu tun. Den Rücktritt zu fordern und die Meinungsfreiheit hoch zu halten ist so auch kein Widerspruch. Die Türkei hat übrigens 2009 das fast exakt gleiche Problem. Überall in West- und Zentralanatolien sieht man am Rand der Städte große Zeltlager kurdischer Saisonarbeiter. Die machen Tagelöhnerarbeit halt billiger als die verarmten lokalen Kleinbauern dort - und kassieren die gleichen Kommentare. Bis hin zu dem Argument, die wollten die ,,Eingeborenen" demographisch überflügeln. Vieles, das ich da gehört habe, bräuchte man nur minimal umschreiben, um einen dazu passenden Beitrag für die FAZ-Kommentarspalte zu machen. Was mich bitter macht ist etwas Anderes: diese Leute (Sarrazin, die ihm Zustimmenden in den Kommentarspalten der Zeitungen) sind verachtenswerte Kriecher und Schleimer. Man hat sich von der eigenen Elite in historisch wohl beispielloser Weise belügen und bestehlen lassen, nicht die Traute gehabt, dagegen auch nur öffentlich zu argumentieren, vielfach daran sogar fleißig mitverdient/profitiert - und wendet den eigentlich nötigen, aber leider unterbleibenden Selbsthass nach außen auf die rückständigste Gruppe der neuen Unterschicht. ,,Sozialschmarotzer" sind doch wohl die Besitzer schöner Anlagen auf den Cayman Islands oder im Tessin; Hartz-IV-Betrüger können demgegenüber nicht mal pea nuts zusammen kratzen. Auch wenn die Deskription Sarrazins ansonsten stimmen mag: diesen Aspekt unterschlagen zu haben macht seien Beitrag geringwertig. Wer so etwas abliefert hat als Intellektueller kein Recht darauf eitel zu sein.

0 Desillusionierter 07.10.2009, 08:45 Uhr

@Don : Ich möchte nicht zu...

@Don : Ich möchte nicht zu sehr OT werden, allerdings ist imho die Religionsfrage Teil des Integrationsproblems. Natürlich ist mir bewusst, dass die –vor allem- römischkatholische Kirche genug Dreck am Stecken hat, das brauche ich Ihnen wahrlich nicht zu erklären. Das sind aber weltliche Auswüchse des „Bodenpersonals“, die mit der Säkularisation doch stark abgeschwächt wurden. Beim Vergleich von Christentum und Islam sollten wir uns weniger auf die letzten 1000 Jahre konzentrieren sondern auf den Ursprung und die aktuelle Lage : Die Figur des Jesus Christus war von einem humanistischen, vergebenden Weltbild geprägt (Wer frei ist von Schuld….), Mohammed war doch eher der Eroberer (Schmeiß den Stein !).. Während im Abendland der allergrößte Teil der Bevölkerung die Trennung von Kirche uns Staat begrüßt und somit Religion als Privatsache ansieht, ist der Islam (und der angeblich nicht veränderliche/auslegbare Koran) in vielen Ländern Staatsreligion mit geradezu abartigen Auswüchsen wie Auspeitschen, Aufhängen weil homosexuell etc. und dem immanenten Bestreben, den Islam weltweit zu installieren und zur einzigen Religion zu machen. Da gibt es kein „jeder nach seiner Facon“…. Und dieses Denken besteht halt in manchen Einwandererköpfen fort. Das Anerkennen der Trennung von Kirche und Staat ist m.E. die Grundvoraussetzung einer gelungenen Integration. Freundlichst, Desillusionierter

0 gelegentlich 07.10.2009, 09:13 Uhr

@Desillusionierter Nein, die...

@Desillusionierter Nein, die Religionsfrage ist höchstens ein vorgeschobener Teil des Integrationsproblems. Die aktuelle Lage ist die, dass ein besonders gering gebildeter und rückständiger Teil der eingewanderten Bevölkerung in einer vorindustriellen-bäuerlichen Vorstellungswelt eingesperrt bleibt, diese sogar als Teil ihrer Identität verteidigt und verfestigt, und nicht einmal erkennen kann, dass dies Alles mit Religion überhaupt nichts zu tun hat. Für die ,,Strenggläubigen" darunter ist z.B. Pfeifen untersagt: da äußert sich der Teufel. Einer der höchsen (sunni-hanefi-) islamischen Rechtsgelehrten, ein Müftü, sagt dazu spöttisch lächelnd: das habe doch mit der Religion und dem Koran nichts zu tun. Es sei einfach eine lokale zürückgebliebene, ähm, ,,Volkskultur". Der Witz dabei liegt aber ganz woanders: ein ,,Intellektueller" wie Sarrazin ist zumindest teilweise auch in dieser Vorstellungswelt befangen. Anders kann man weite Teile auch seiner differenzierter vorgetragenen Äußerungen im Interview (z.B. die über die osteuropäischen Juden) nicht verstehen. Dümmster Biologismus! Wenn man eine Gruppe politisch am Zugang zu Bildung jahrhundertelang hindert ist es nicht verwunderlich, wenn sich diese Gruppe (nach der Judenemanzipation durch Napoleon) mehr als die Restbevölkerung auf Bildung wirft und Neugier, Wissenwollen und sprachliche Ausdrucksfähigkeit als neuen Teil in ihre Tradition aufnimmt, also dabei bleibt. Das gilt genauso für z.B. ,,Gastarbeiter" aus Nordgriechenland, kurdische Flüchtlinge, die hierher kamen und wissen, dass und warum sie nicht mehr zurück können (oftmals besser als die besten ,,Biodeutschen" in der Schule, um ein Schwachsinnswort von Cem Özdemir mal wieder an den Pranger zu stellen) oder die Chinesen in vielen südostasiatischen Ländern (deren Vorfahren als ungebildete Kulis kamen!). Solch ein ,,Intellektueller" ist dieser Junkerverschnitt Sarrazin. Er hat sich herab setzende Bemerkungen redlich verdient.

0 wortschubse 07.10.2009, 12:24 Uhr

Heißt der Thilo seit neuestem...

Heißt der Thilo seit neuestem Pocher? Ja, haben wir denn schon Karneval oder warum steigt der inne Bütt? Es ist das erste Mal, dass ich irgend etwas über und von diesem Mann gelesen habe und ich muß sagen, ich bin zutiefst beeindruckt und zwar negativ. Eine Replik auf Thilo hat der Heiner verfasst, der Heiner Geissler: http://www.tagesspiegel.de/berlin/Thilo-Sarrazin-Hartz-IV-Heiner-Geissler;art270,2475592 ''Darf Sarrazin Arbeitslose folgenlos verhöhnen?'' Lieber Heiner: Er darf. Und er darf noch mehr: „Kopftuchmädchenerzeuger“ als Unter-IQ verhöhnen. Nun war ja Integration noch nie eine Stärke deutscher Politik. Vor den Kopftuchmädchenerzeugern gab es ja auch schon andre „Gastarbeiter“: Und ich erinnere mich an Klassenkameraden in der Grundschule, nämlich die allerletzten der drei kleinen Italiener aus Napoli, hauptsächlich aber „Jugos“. Schon damals hat man es nicht für nötig gehalten, Deutsch als Fremdsprache auch nur anzubieten. Was sich natürlich auf das Verfolgen eines auf Deutsch geführten Unterrichts nicht förderlich auswirkt. Und weil damals nach Konfessionszugehörigkeit getrennt wurde (einfach deshalb, weil der für den Reiligionsunterricht Zuständige von der protestantischen Mehrheit nur zu anderen Zeiten konnte als sein katholisches Pendant) hat man praktischerweise zu all den Ausländern und paar katholischen Deutschen auch die anderweitig Behinderten in die Katholenklasse gepackt. Katholen seien dumm, hieß es. Beweis: die relative Leistungsschwäche eben jener Klassengemeinschaft (und dann gab es noch ganz spezielle Konstruktionen von „Beweis“: Die Katholen hätten Bilder in den Kirchen, weil sie nicht lesen könnten. Und: Die intelligentesten Katholenmännchen würden Priester und entzögen sich auf diese Art der Reproduktion.. …) Jaja, lang ists her, die kleinen Italiener, die Spanier, die Jugos hatten jedenfalls was besseres zu tun als in Deutschland zu bleiben ;-) Abgesehen davon habe ich langsam das Gefühl, dass sich da eine noch größere Große Koaltion zusammenbraut. Thilo beleidigt gezielt Hartz IV Empfänger und Muslime, während die Partei vom Gpunkt, von Thilo sekundiert („da werden Sie geholfen“), schon eifrig dabei ist, das umzusetzen, was mit dem schönen Euphemismus „Bürgergeld mit Leistungsanreiz“ umschrieben wird, die Ausweitung der EinEurojob-Zone also. Langsam bin ich tatsächlich für die Einführung flächendeckender Mindestlöhne: Wenn ich „König von Deutschland wär“, dann ginge unter 15 Euro gar nichts, mit abgeschlossener Ausbildung erst was ab 20 Euro. Fielen deshalb Arbeitsplätze weg? Iwo! Ich dachte, die seien schon weg dank genialen Managements von Schrempp und Konsorten. Es bleiben doch eh nur noch der Dienst am Fußboden und dergleichen. Und warum soll ausgerechnet der Staat diese Jobgelegenheiten bezuschussen? Was spricht eigentlich gegen die angemessene Bezahlung nicht unter 15 Euro? Die nochvielbilligere Putzfrau aus Nigeria kann sich auch Gpunkt nicht einfliegen lassen, Thilo wird sich wohl auch nicht nach China verfügen, wenn er einen neuen Haarschnitt braucht, Ursula wird für die Klavierstunde ihrer Kinder nicht nach Russland fahren. Der Nebeneffekt eines angemessenen Mindestlohnes jedenalls wäre, dass die Hartzviererei in den nicht wenigen „Zuzahlerfällen“ („Sie können ja Hartz IV beantragen“) überflüssig würde. Ich persönlich finde es empörend, dass der Staat Bürger an die Besserverdienenden verramscht. Wobei der Arbeitnehmer sein Gehalt am besten gleich komplett mitbringt. Ich habe auch des Thilo Überlegungen zum Thema Rente mit grimmigem Vergnügen zur Kenntnis genommen. Über den eugenischen Ansatz (Oberschichtler zum Kinderkriegen kriegen) mag ich mich nicht auslassen, der ist einfach dumm und hinreichend widerlegt (möchte man meinen). Ich frage mich allerdings, was das mit den Kindern zur Rentensicherung soll. Ich bin kein VWLer, aber ich dachte, es gebe bereits theoretische Überlegungen zur Auswirkung einer Beitragspflicht aller Einkommensarten? Mit Erstaunen nahm ich überdies den „Menüvorschlag“ des Thilo zur Kenntnis. Wow! Konnte ich allerdings nicht wirklich würdigen, weil mir beim Lesen speiübel wurde. Leberkäse! Kartoffelsalat! Abgesehen davon find ich es zum K….., dass HartzIV Debatten sich immer bloß um die blöde Fresserei drehen. Und den unterstellten Mißbrauch von Alk und Rauchwaren. Hartz IV für Kinder – und das ist der wirkliche Skandal – reicht nämlich bei weitem nicht zur „Grundsicherung“ des Lebensbedarfs von Kindern. Pro Tag wird heute für ein Kind unter 14 Jahren mit 2,59 Euro für Nahrungsmittel und Getränke gerechnet. Für Kleidung sind 12,56 Euro, für Schuhe 4,48 Euro, für Spielwaren und Hobbys 78 Cent und für Bücher 3,34 Euro vorgesehen Kleine Rechnung gefällig? Kleidung: Bekannterweise wachsen Kinder jedes Jahr. Es muß also komplette Garderobe jedes Jahr angeschafft werden. Sagen wir: 2 Sommerhosen, 2 Winterhosen, 2 Anoraks (es soll ja Kinder geben, die draussen im Schnee spielen, wobei so ein Anorak mitunter nass zu werden droht), Schneeanzug oder Thermohose, 3 Pullover, 5 T-Shirts, Strümpfe, Strumpfhosen, Unterwäsche, Badehose oder Badeanzug, Sportbekleidung, Regenmantel. 20 Posten und die setzen wir pro Posten einfach mal mit unrealistisch niedrigen 10 Euro an (Durchschnitt). Sind 200 Euro (nicht gerechnet Mütze, Schal, Handschuhe). Kommen 300 Euro für Schuhe hinzu: 2 Paar Stiefel oder feste Winterschuhe, 1 Paar Gummistiefel, 2 Paar Sandalen, 1 Paar Sportschuhe, 2 Paar Halbschuhe. Ich wüßte nicht, wo ich ein Paar vernünftiger Kinderschuhe unter 50 Euro bekäme. 7 Paar Schuhe im Jahr (die Gummistiefel gar nicht gerechnet und die Hausschuhe auch nicht), schlagen auf jeden Fall mit 300 Euro zu Buche. Sind also mindestens 500 Euro im Jahr oder 40 Euro pro Monat. Hinzu kommen Schreibwaren, Kinder verlieren dummerweise immer ein paar Stifte, brauchen Papier und Hefte, Schere (ebenfalls so ein Artikel, der gerne verschlampt wird), Klebestifte, Bastelmaterila, das die Schule ja nicht stellt, das Ganze im Gegenwert von mindestens 15 Euro pro Monat (aus eigener Erfahrung: Es ist mehr). 55 Euro von 211 bereits verbraucht. Bleiben 160 fürs Große Fressen. Das sind 1 Euro pro Mahlzeit. Nun gut! Und was ist mit all dem, was ein Kinderleben erst lebenswert macht? Schwimmbad, Ausflüge, Kindergeburtstage, Weihnachtsmarkt, Karusselfahrt, Ponyreiten, Zuckerwatte, Theaterbesuch, Kino? Adventskalender, Weihnachtsgeschenke, Geburtstagsgeschenk, Ostergeschenke? Fahrrad, Rollschuhe, Schlittschuhe? Und was ist mit dem Abonnement einer Kinderzeitschrift? Instrumentalunterricht? Aber bestimmt wird das ja mit dem neuen „Bürgergeld“ alles besser ;-) Kein Wunder, dass diese Kinder vor der Glotze hocken. Ist das billigste der erreichbaren Vergnügungen. Kein Wunder, dass die verblöden. Und die Ganztagsschule wirds auch nicht reißen (was man auch nicht einfach nur den Lehrern in die Schuhe schieben kann, vielmehr der „tollen Ausstattung“ der Lehranstalten. Zusammen mit genialen Ideen wie „Ernährungslehre“ als Trockenschwimmkurs anstelle eines Kochunterrichts für alle mit vernünftigen Lebensmitteln in der Schulküche. Usw usw usw…..).

0 wortschubse 07.10.2009, 12:32 Uhr

Lieber "gelegentlich": Danke!...

Lieber "gelegentlich": Danke!

0 Besserwisser 07.10.2009, 18:37 Uhr

Das Grundgesetzt hat keine...

Das Grundgesetzt hat keine Paragraphen, sondern Artikel. Nur mal so

0 wortschubse 07.10.2009, 20:22 Uhr

viel Spaß beim...

viel Spaß beim Gucken..... http://www.zak-zittau.de/index.php?option=com_content&view=article&id=57%3Adie-hartz-iv-schule-sendung-von-3sat-von-april-2008&catid=36%3Ahartz-iv-bundesweit&Itemid=71&lang=de

0 Der Ausgesperrte 09.10.2009, 08:38 Uhr

Auf den ersten Blick ist es...

Auf den ersten Blick ist es erfreulich, dass Sarrazin den Mut gefunden hat, den Friede-Freude-Multikuti-Konsens in Frage zu stellen. Leider ist er weit über das Ziel hinausgeschossen. „Bei den Arabern ist es noch schlimmer“. Bitte, wie sollen „die“ Araber, das bei „den“ Türken kritisierte Verhalten noch toppen? Hier beginnt sehr wahrscheinlich der Tatbestand der Volksverhetzung. Als Chef der Treuhand ließ Sarrazin kurzerhand die Käufer Bevollmächtigungskosten übernehmen, die die Treuhand verursacht und zu bezahlen gehabt hätte. Insofern überrascht mich die Wannensee-Golfplatz-Trickserei nicht. Bei so einem möchtegern-Saubermann-Image tippe ich darauf, dass Sarrazin kokst, wenn er nicht zu geizig dazu wäre. Das angesprochene Grundproblem, dass in den Städten immer mehr Menschen leben, die nicht arbeiten, ist doch weltweit vorhanden. Ob in Manila, Sao Paulo, New York oder Berlin: Seit Jahrhunderten drängen die Menschen hoffnungsvoll in die Städte, was auch mit der Änderung der landwirtschaftlichen Produktionsverfahren zu tun hat. Langfristig werden die großen Städte daran zu Grunde gehen, bei uns voran die Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen. Da „wir“ nicht wollen, dass diese Menschen in Slums und schon gar nicht in Schrebergärten, Bauwagen oder besetzten Häusern wohnen, gibt es HartzIV und brauchbaren Standard-Wohnraum, was am Ende eigentlich keine Stadt bezahlen kann, aber die Mieten hoch hält und Immobilienbesitzer überleben lässt. Dass jemand Karriere macht, um sagen zu können, was er denkt, kommt vor. Da passt Sarrazin aber besser in die Commerzbank („talentfrei“, „Mut zum Antizyklus“, „wir zahlen nur halbe Rettungszinsen, weil steuerlich absetzbar“). Fachlich gesehen ist Sarrazin aber richtig gut, so wird im nichts passieren.

@Wortschubse: Sie sprachen mir...

@Wortschubse: Sie sprachen mir aus der Seele. Es war aber in den fruehen 60ern nicht besser. Wer jemals als "Fluechtlingskind" in jener Zeit in das aeusserst xenophobe Koeln gelangte, bekam Dinge zu hoeren und zu fuehlen, die S'. Einlassungen beinahe als Bergpredigt erscheinen lassen. Schwamm drueber.

0 Schläfer 13.10.2009, 07:50 Uhr

Es gab auch Leute, die fanden...

Es gab auch Leute, die fanden die ersten Braunhemden einfach nur "unkommod" und den vulgären Schicklgruber natürlich sowieso, und indem sie das sagten, für sich feststellten und sich gegenseitig versicherten - schien ihnen die Sache erledigt, die Gefahr (die sie kaum wahrnahmen) gebannt, das Mißverständnis aufgeklärt: "Du willst Deutschland beherrschen? Diktator willst du sein - mit DER Nase? Daß ich nicht kichere. Du bist derartig mies, daß du einem beinahe leid tun könntest..." (Klaus Mann, Der Wendepunkt) Hätte sich andererseits freilich '30 ein Hellsichtiger gefunden, den miesen Kerl mit der Nase einfach über den Haufen zu schießen, wir wüssten vermutlich heute kaum noch den Namen dieses Retters wer weiß wievieler Millionen Menschenleben.... Übrigens, apropos "Nazikeule": so nennen sie bei uns im Dorf die blonden Mädels mit ihren kahlgeschorenen Freunden... Die einzige Verwendung dieses Begriffs, die mir wirklich einzuleuchten vermag...

0 colorcraze 20.10.2009, 19:53 Uhr

So als "Rahmenbedingung" finde...

So als "Rahmenbedingung" finde ich den heute erschienenen Artikel des Tagesspiegel dazu passend: http://www.tagesspiegel.de/berlin/Aufstocker-Existenzminimum-Sozialstaat;art270,2928730 Mawu hat schon recht, daß es ein wirkliches Problem ist, daß Integration eigentlich nur über Erwerbsarbeit bzw. ökonomischen Erfolg läuft. Und damit sieht es bei Einheimischen wie Zugewanderten sehr mau aus.

0 Felix Herzbach 19.12.2009, 07:53 Uhr

Wertester Don, eine wirklich...

Wertester Don, eine wirklich gelungene, vielschichte Abhandlung über ein Thema, dass sicherlich viele beschäftigt. Ich am Stil vor allem, dass es schwer ist, Wahres von Unwahrem zu trennen, denn manchmal verkehrt die Abstraktion das Wahre ins Gegenteil. Man kann ihre Position schwer erkennen im Dickicht ihrer Worte. Chapeau, denn es ist - wie Sie in den ersten Kommentaren klarstellen, wieder mal kein leichter Text. Bleiben Sie dabei. VG Felix

0 Jorge Loma 09.05.2010, 22:02 Uhr

@MD, 03.Okt.2009 Sehr...

@MD, 03.Okt.2009 Sehr realistisch! Dieselben Erfahrungen habe ich jahrelang mit Ausländern aus aller Herren Länder gemacht, nicht immer nur in der Uni. Der "giftige Pausenclown". Er saß doch an der Schaltstelle, wo er hätte heilsam wirken können. Ich brauche Ihnen sicher nichts zu erzählen von der Behandlung der Nachkriegs- "Fremdarbeiter", die man dann zu Gastarbeitern euphorisierte, wartend, dass sie wieder verschwänden, sobald sie ihre minderen Dienste geleistet hätten. Hat sich diese auch deutsche Mentalität in drei Generationen etwa verändert? Türken und andere sehen wir in der deutschen Politik, an Unis, in der Filmkunst, Literatur, als Unternehmer, als Restaurantbesitzer, auf dem Markt, in der Diskussion um das tolerante Miteinander der Religionen - überall. Wie hoch ist der Prozentsatz der Einbürgerungen? Am unmenschlichsten sind Ausweisungen von "Geduldeten", die mit Kindern schon lange Jahre in D leben durch Subalternlinge der deutschen Bürokratie, die getreu ihrer und anderer Gesetze handeln dürfen. Oder die Behandlung an der EU-Südgrenze. Der Rassismus des Herrn S. ist unerträglich, aber auch der heuchlerischen Medien. Ich erinnere mich an eine Mode, hinter jedem Namen zu vermerken: Jude usw. Der Umgang mit den "Fremdarbeitern" und anderen (jeder "Neger" ist Drogenhändler etc.) entwürdigt dieses Volk der D. und D. "Der Schoß ist frucht- bar noch" und immer wieder.

0 JorgeLoma 09.05.2010, 22:31 Uhr

Heute hat diese Klientel in...

Heute hat diese Klientel in NRW wenigstens ein kleine Quittung einstecken müssen! Ob sie daraus lernt? Nein, sie wird uns populistisch weiter verdummen. Und wir Wähler werden uns durch die dreisten Populismen wieder verdummen lassen: aus Raffgier, Selbstmitleid, mangelndem Gedächtnis usw. Es wird Zeit, dass wir diese Firma S&W solange auslachen, bis sie sich zu B. zurückziehen und ihr Gesox aus dem dekadenten Westviertel gleich mitnehmen. Oh, ich Illusionist!

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.