Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die Entdeckung des Nachdenkens in der leicht verstörten Provinz

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Man kann nicht immer nur gewinnen bei jenem Roulettespiel, das da Globalisierung genannt wird. Heute noch spottet man über das Schicksal der Opels und Chryslers dieser Welt, und morgen zieht einem deren Finanzierer das nächste Sakko aus. Natürlich ist man froh, wenn man insgesamt als Sieger aus dem Krieg um Geld und Vermögen hervorgeht, aber in solchen Momenten erfährt man, dass dabei für jeden schmerzliche Verluste hinzunehmen sind. Mal verliert man den Schneider, mal die Amerikaner ihr Vermögen, und Chinesen wechseln vom Ausbeuter, der unter Qualitätsdruck steht, zum letzten Schinder, dem das alles egal ist. Immerhin, man denkt nach. Das ist auch schon was.

Sein Anzug ist in Unordnung geraten. Welch kläglicher Anblick!
Barbey d’Aurevilly, Vom Dandytum und von G. Brummell.

Wir waren jung, aber nur begrenzt klug. Sicher, wir hatten viele Bücher gelesen und ein bayerisches Abitur, und wir hätten schon damals Leute ausgelacht, die 140 hingesabbelte Zeichen bei Twitter mit einem Medium verwechselt hätten, absurd wäre uns das vorgekommen. Aber wir hatten auch zwei Jahrzehnte in den besseren Vierteln einer kleinen, dummen Stadt an der Donau zugebracht, und wir waren lebenshungrig, da denkt man oft nicht nach. Uns ein Auto und Geld zu geben, und uns nach München zu entlassen, war ein feiner Zug unserer Eltern, die aber nicht wirklich wussten, was wir taten. Wir verleugneten nicht unsere Herkunft, denn angesichts des Netzwerkes anderer Söhne besserer Häuser unserer Heimatstadt, die in München Parties veranstalteten und alles und jeden kannten, wäre das nicht sinnvoll gewesen.

Aber wir begehrten gegen den Stil der kleinen, dummen Stadt an der Donau auf. Und kauften Budapester, schwarze Anzüge von Gaultier, weisse Hemden von Byblos, wir bevölkerten die Designabteilung bei Beck und alle Häuser von Annas. Es war die Zeit, da man natürlich im Anzug mit Schalkragen aus der Staatsoper in das Parkcafe ging, und Träger von Pullovern und Baseballkappen draussen blieben, dem Türsteher und seiner Übertragung unserer gewohnten Klassengesellschaft auf das Publikum sei Dank. Es war eine feine Zeit, die Gegensätze zwischen Populär- und Hochkultur waren nicht unüberbrückbar wie heute, es gab nicht die Kulturkämpfe, die Mitte der 90er aufkommen sollten, als sich die ersten als amerikanische Ghettokinder verkleideten und dann bald nach Berlin gingen, wo sie noch heute Projekte machen.

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Unsere nach aussen getragene Revolte – zur Hölle mit den heimischen Erbsenzählern in ihren billigen Anzügen und Plastikschuhen, den angepassten BWLlern in Passau und den weissgesockten Maschinenbauern – wäre uns vielleicht weniger schick vorgekommen, hätten wir uns damals Gedanken darüber gemacht, wo Kleidung produziert wird. In jenen Tagen war es nicht das exotische chinesische Mörderreich oder die italienische Mafia, die das Geschäft kontrollierte, nein, wir hingen an einer sehr viel kürzeren Leine, als uns bewusst war, denn oft stand zwar „Paris“ in unseren äusserlichsten Hüllen, aber dort waren allenfalls die Designer anzutreffen. Vieles, allzu vieles wurde nicht fern von München genäht. In exakt jener kleinen, dummen Stadt an der Donau, aus der wir auch kamen. Denn dort gab es eine Firma, deren achthundert Beschäftigte für andere, bedeutende Marken nähten.

„Es kommt nicht darauf an, welche Marke in einem Anzug steht, solange er von Bäumler gemacht wurde“ – das sind die Sprüche, die man heute über jene grosse Zeit der Firma hört, als sie nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber, sondern auch einer der besten Hersteller war. Uns kam es nur etwas peinlich vor, wenn „unsere“ Geschäfte ab und an Produkte der Kernmarke aus „unserer“ Heimat führten, und wähnten uns mit französischen und italienischen Stoffen und Namen auf der anderen, der stilistisch sicheren Seite – heute, rückblickend, ohne die Erfindungen des Marketings aus Mailand und Paris, war es nur ein kleiner Kreis, der sich da zwischen Westviertel und Fabrik im Osten schloss. Aber wenigstens waren die Stoffe und die Verarbeitung gut, bei den Manageranzügen der Väter wie auch bei den Designeranzügen der Söhne.

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Zwischen jenen Zeiten nie endender Nächte und heute jedoch liegt die Globalisierung, und während die ganze Welt unbedingt die Automobile der kleinen, dummen Stadt an der Donau will, sieht es mit den Anzügen anders aus. Dort regierte der Preis und damit der Kostendruck angesichts des Arbeitsaufwandes, und erst reichlich spät, aber immerhin noch vor der Pleite verabschiedete sich Bäumler aus der deutschen Produktion. Andere überlebten durch die Erfindung eines besonderen Paris-Mailand-New York-Gefühls um die Produkte, aber auch, wenn dort Industrie wie überall sonst aussieht: Mit der kleinen, dummen Stadt an der Donau war man gegen die Metropolen nicht konkurrenzfähig. Weder beim Ruf, noch beim Preis. Also versuchte man die gleiche Qualität wie früher zu produzieren, nur eben über Subunternehmen in Fernost, in Rumänien oder der Türkei. So plante man von Seiten der Eigentümer, erst die Besitzerfamilie, dann die seltsame Konstruktion zweier Fonds, die die Firma übernahmen.

Trotzdem kaufte man dort ein, die Väter ohnehin und die Söhne, die irgendwann etwas Klassisches brauchten, später auch. Es sind diese seltsamen männlichen Verhaltensweisen, die einen etwas finden lassen, das man ab diesem Zeitpunkt aus Bequemlichkeit immer weiter macht, und, wenn man klug ist, zur Tradition erhebt: Weil es aus der eigenen Stadt kommt und man die Leute kennt, weil es für die Nichtpariser Körper der hier Wohnenden geschneidert wurde, weil es einmal passt und man immer davon ausgehen kann, dass man für einen gewissen Preis eine gewisse Leistung bekommt. So war es lange Zeit bei Mercedes, so ist es beim Friseur und den Gaststätten, man gewöhnt sich ein und bleibt dabei, und so ist es auch bei diesem Schneider gewesen: Unbeweglich, solide, um das Kreative sollen sich andere kümmern.

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Und hätten die besitzenden Fonds für die Finanzierung der Geschäfte die Sparkasse genommen, und nicht, wie in diesem Geschäft zwischen Zürich und London heute üblich, eine Bank, für die Europa weit entfernt ist, könnte es vielleicht noch eine Weile so weiter gehen; die Firma macht robuste, zuverlässige Kleider, robuste, zuverlässige Männer kaufen sie, und andere Marken lassen durch die zuverlässig produzieren. Leider war die Bank nicht zuverlässig und robust, sondern selbst wiederum amerikanisch, labil und von der Finanzkrise gebeutelt: Ausgerechnet der marode Autofinanzierer GMAC gab das Geld, und strich nun den Kredit, nachdem, wie kolportiert wurde, die Rechte an der Firma als Sicherheit bei ihm lagen. GMAC selbst ist auch wiederum im Besitz von Fonds und Banken, die etwas klamm sein sollen, und so schliesst sich hier der grosse Kreis der Weltwirtschaft über dem kleinen Kreis der Provinz.

Denn der Insolvenzverwalter lässt nun durchblicken, dass von einer Fortführung des Betriebes kaum die Rede sein kann. Unkommod, im höchsten Masse unkommod ist das für jene, die es bequem fanden, daheim Dinge zu kaufen, die von guter Qualität sind, und andernorts begehrt. Und auch nicht gerade erbaulich ist der Eindruck, dass man nicht jede Schlacht der Globalisierung gewinnen kann. Gemeinhin glaubt man in den Westvierteln, Gewinner der Entwicklung zu sein, aber nun muss man sich einen neuen Schneider suchen, oder besser, die Frau muss sich in der Wartezeit vor dem Schultor überlegen, wohin man nun geht. Vielleicht doch nach München? Man müsste den Sohn fragen, der hat dort studiert… Was soll das überhaupt, fragt man sich im Westviertel. Ein Elend. Auch wenn man sich über die Vergabe der Arbeiten ins Ausland bei gleichbleibenden Preisen ärgerte, auch wenn man sicher eine Alternative findet.

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Hilflos steht man also vor den Entwicklungen, man wird nicht gefragt, und es findet sich auch keiner, der den Fortbestand des Goldenen Zeitalters in all seinen Lieferanten retten will. Es bleibt der Eindruck, dass andere entscheiden, dass man selbst nichts zu sagen hat, dass der Geschäftspanzer aus bestem italienischem Stoff, den man sich dort draussen zulegte, nicht undurchdringlich ist für die Folgen von Krisen und Globalisierung. Es hängt alles zusammen, und gerade weil man in den Westvierteln gewohnt ist, vom Limousinenkauf des chinesischen Ausbeuters zu profitieren, ist es um so schmerzlicher, wenn der gleiche Prozess nun einen selbst in der ansonsten ruhigen Lebensbahn betrifft. Es ist der viel zitierte Fortschritt, aber so hätte man sich ihn nicht gewünscht.

Und auch die Söhne, die nicht mehr ganz so dumm – und von der Figur her gaultiertauglich – wie früher, und nicht ganz so bequem wie die Väter sind, stellen sich so ihre Fragen: Ob sie in Verona, wo sie ihre Schuhe machen lassen, nicht vielleicht auch einen Schneider finden. Und wie gross der Vorrat sein soll, den sie jetzt noch kaufen, bevor es vorbei mit der Mittelklasse ist, und nur noch jene bleiben, die auch in China fertigen lassen, aber minderwertig und trotzdem zum gleichen Preis für den Endkunden. Es kann ja nicht jeder aussehen wie die Barackler, die heute Tätowierungen auf T-Shirts tragen, aber es muss auch Gründe geben, warum die einen es nicht überleben, und Billigkleidermärkte Industriegebiete erobern, vielleicht auch bald die Innenstädte, und damit trotzdem Gewinne machen. Man macht sich so seine Gedanken in der kleinen, dummen Stadt an der Donau. Das ist – bemerkenswert.

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Begleitmusik: Bemerkenswert fand ich übrigens auch  den Tonträger „Lava“ mit Arien der neapolitischen Opers Seria des 18. Jahrhunderts. Die Sopranistin Simone Kermes – allein dafür hat sich die Wiedervereinigung gelohnt! – singt die Arien mit einer solchen Wucht und Stimmgewalt ein, dass ich nicht umhin kann, die CD trotz der billig wirkenden Plastikhülle und dem zum Reich des Sonybösen gehörenden Label vollstens, dringenst zu empfehlen. Kaufen Sie, kaufen Sie eine warme, gute Jacke aus feinem Stoff und einen offenen, roten Sportwagen, und drehen Sie voll auf, wenn Sie  im Schneesturm einen gesperrten Pass hinaufjagen. Einmal wenigstens im Leben. Tun Sie es für mich verfluchte Seele, die ich morgen unter geschlossenem Verdeck im Regen nach Frankfurt muss.

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94 Lesermeinungen

  1. Fahren Sie bitte vorsichtig -...
    Fahren Sie bitte vorsichtig – die Barchetta untersteuert leicht, selbst mit brandneuen Winterreifen …

  2. Der von Ihnen in letzter Zeit...
    Der von Ihnen in letzter Zeit häufig verwebdete Ausdruck „Barackler“ erinnert mich traurig and meine frühen Schuljahre.
    Es gab da eine Mitschüler, der Ende der 60er Jahre tatsächlich noch in einer Baracke wohnte. Er ist genauso verschollen wie die Braracke in der er lebte.
    Ob es so auch mit den einst so solide mittelständischen -nicht nur- Kleidungsproduzenten passieren wird. Ich wünschte nicht!

  3. Schöner Text, don...
    Schöner Text, don Alphonso.
    Wie wär es mit einem Text über die ästhetisch erbarmungswürdigen Autos, die in der kleinen dummen Stadt an der der Donau produziert werden, dem Aluminiumkult, dem dort oder von ihm in Salzburg gehuldigt wird.

  4. Don Ferrando, sehen Sie mir...
    Don Ferrando, sehen Sie mir das bitte nach – natürlich gibt es in dieser Stadt keine Baracken, aber nach zwei Zusammenstössen mit betrunkenen Jugendlichen in besagter Kleidung und mit einem dieser Behausung entsprechendem Verhalten – sich an ander Leute Besitz zu vergreifen, als wäre es eine wertlose Bruchbude – am Wochenende ist mein Differenzierungsvermögen relativ stark geschrumpft. Bevor sich der nächste Bundesbankier über türkische Erziehungsdefizite beschwert, wünschte ich mir, dass er sich mal eine Nacht vor mein Haus stellt und versucht, seine Vorstellungen von Recht und Ordnung an seinen eigenen Deutschen praktiziert.
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    Was etwas „beruhigend“ ist, ist der Umstand, dass die Krise vor allem Luxusmarken beutelt, die nicht auf Qualität, sondern nur auf Prestige und Marketing setzen, In den besagten Fall hätte es aber viele gegeben, denen ich das Schicksal eher gewünscht hätte.
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    P.Seudonym, ach, die Strecke nach Frankfurt birgt nur die Gefahr in sich, dass man vor Langeweile stirbt.

  5. BertholdIV, so sehr mich die...
    BertholdIV, so sehr mich die Elogen, die in der Presse auf Audi publiziert werden, wegen der moralischen Nichtswürdigkeit der Verfasser ärgern – es ist so:
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    Wie die meisten hier habe ich auch bei Audi gearbeitet, weil unsere Eltern meinten, dass wir das aiuch mal erleben sollten. Und ich kann über den Arbeitsethos wirklich nichts Schlechtes sagen. Wenn ich sagen sollte, wie Arbeiter sein sollten: B3-Produktion oder die Klempnerei. Das hatte durchaus Stolz und Würde, und vieles davon merkt man, wenn man in einem Audi sitzt. Ich kenne durch meine Eltern ciie ganze Palette von den späten 60ern bis heute, und bin in den 90ern so ziemlich alle gefahren: Ich glaube, die sind heute dort, wo sie sind, weil sie gut sind. Dass sie leider die bevorzugten Raserkombis der deutschen Vertreter bauen, ist ein unschöner Nebeneffekt. Mein Ding wäre es nicht, ich mag das Gschau der heutigen Generation nicht, aber der alte TT oder der Urquattro, das waren schon Autos, die ich nehmen würde.

  6. Don, Geld allein macht doch...
    Don, Geld allein macht doch glücklich, schrieb schon Peter Mayle. Kenner wissen auch heute noch, wo man einen Cashmere-Anzug so ab 10TSD€ machen lässt, trotz Krise und Glob…………

  7. Lieber Don Alphonso,
    ich rede...

    Lieber Don Alphonso,
    ich rede gar nicht von der Qualität der Arbeiter, sondern vom Design, der Vorliebe eines Herrn Piech für das spröde Material Aluminium,
    von der Genialität einen Audi TT zu bauen, der bei hoher Geschwindigkeit die Heckachse entlastet…, von der Marketingidee, wenn man den Rost nicht unter Kontrolle bekommt (alte Audi 100) der Welt zu erzählen man führt jetzt Vollverzinkung ein, davon dass der A3 bei 220 ‚zu hüpfen anfängt‘.
    Aber: Gott sei Dank ist Walter Röhrl mit einem Fiat und vor allem Opel WM geworden gegen Audi Quattro: Aber der war ja auch in Regensburg (Lappersdorf?)

  8. D.A. Herzliches Beileid. Nach...
    D.A. Herzliches Beileid. Nach dem Umzug von der kleinen, dummen und als Museumsdorf geschmähten, aber dafür auch recht sauberen und sicheren kleinen Stadt an der Elbe in die Nähe der so pompös als „Messestadt“ bezeichneten und ziemlich verlotterte Stadt an der Pleiße habe ich ähnlich Erfahrungen machen müssen. „Barackler“ ist mir in dem Zusammenhang allerdings noch nie in den Sinn gekommen. Meist überlege ich vielmehr, ob ich nicht doch irgendwo eine dieser großen Bärenfallen bekomme um sie vor dem Haus aufzustellen…

  9. Vor zwei, drei Jahren fuhren...
    Vor zwei, drei Jahren fuhren wir mal wieder die Int. Österr. Alpenfahrt mit und machten die Bekanntschaft eines sehr freundlichen Herren, der mit seinem Sohn auf einem roten MG teilnahm. Wie das auf einer Rallye so ist, wenn die Startnummern nahe zusammen liegen, lernt man sich kennen und sitzt bei der Siegerehrung meist an einem Tisch. Die wenigen Ehrgeizlinge, die zum Üben an ihrem Garagentor eine Lichtschranke angebracht haben, während sich meine Frau nur selten mit mechanischen Stoppuhren und der Unterscheidung zwischen Links und Rechts beschäftigt, machen die Pokale unter sich aus und es bleibt genügend Zeit für eine angenehme Unterhaltung. Wir erfuhren, daß der Vater in den 60er Jahren einen Steinverarbeitungsbetrieb in Graz erbte, gegründet 1856, und seither u.a. dem Sportwagenfahren frönte – erst auf Jaguar E und dann, nach einer enttäuschenden Fahrt nach Kitzbühel, auf Porsche 356.
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    Dieser Herr nun erzählte uns, daß sie zu den Verlierern der Globalisierung gehören. Während man noch vor wenigen Jahren Steine aus der Umgebung selbst weiterverarbeitete, ist es mittlerweile billiger (!) Steine aus Indien zu importieren. Die Chinesen kaufen auch bei den Indern und bieten dann die fertig bearbeiteten Steine noch billiger (!) an. Da wären aber doch die Transportkosten für die enormen Distanzen, fragt der Laie? Ja: $20 pro Tonne Stein von Indien oder China nach Carrara, weitere $20 für den Transport per Lastwagen nach Graz.
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    Auch in Österreich mag man für Opi eben lieber einen gepunkteten Mode-Grabstein aus Indien, geschmacklich passend zur eigenen Einrichtung von XXXL, der noch dazu billiger ist, als Heimisches.
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    Tja, die Arbeiter sind nun fast alle entlassen und man lebt eben vom Handel. Traurig, aber so scheint das nun zu sein.

  10. Häufig wurde der Ausdruck...
    Häufig wurde der Ausdruck Barackler damals diffamierent und dirkriminierent gebraucht.
    Daß es eine sehr treffende Beschreibung der beschriebenen Altstadtbesucher ist, steht für mich seit dem BR Bericht über Regensburg außer Frage.
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    Das Audi 100 S Coupé sollte Ihrer Aufzählung ober noch hinzugefügt werden!
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    Nehmen Sie ab Ulm die B19 und dann die B29 über Ellwangen nach Schwäbisch Hall und Sie haben einige wunderschöne, sicherlich nicht langweilige Streckenabschnitte richtung Ffm!

  11. Oh Schreck- es heißt...
    Oh Schreck- es heißt natürlich diffamierenD und diskriminirennD!
    Wie peinlich !

  12. Barackler, das waren bei uns...
    Barackler, das waren bei uns damals die Jugos, die in Baracken als sog. Gastarbeiter hausten. Im damaligen Fall beim sinnlosen Bau der kommunalen Kläranlage halfen. Als die wieder weg waren, blieben die Barackler die, die bereits vorher in Baracken eines 10000 Mann Betriebes lebten. Ich glaube das taten sie seit Kriegsende. In den 70zigern wurden Neubauten fuer sie errichtet (Claim: zieht mit wählt Schmidt). Sie blieben die Barackler. Dann kamen in den 90zigern die sog. Spätaussiedler. Dann waren das die Barackler. Die haben jetzt meist Eigenheime in Form von 30er Jahre Kniestockhäusern oder überteuerte Reihenendhäuser.

  13. Über das vermehrte Auftreten...
    Über das vermehrte Auftreten des Begriffs „Barackler“ habe ich mich auch ein wenig gewundert. Ich hätte vermutet, das Wort wäre nur gebräuchlich in Städten, in denen die Erinnerung an Barackenviertel noch präsent ist, wie zum Beispiel in Mannheim, wo es die etwas derbe Frau Zehnbauer mit ihrem Anruf bei der Polizei auf Youtube zu einer traurigen Berühmtheit brachte. Es war übrigens der Autohersteller Daimler-Benz, an dessen Werksgelände auf dem Waldhof die sogenannten „Benz-Baracken“ früher angrenzten. Die Baracken sind schon seit Jahrzehnten verschwunden, aber die Blocks, die dort heute stehen, gelten immer noch als „sozialer Brenpunkt“, wie das in der offiziellen Sprachregelung so schön heißt. Und der Polizist, der in dem Youtube-Clip den Anruf entgegennahm, wußte bei der Adresse „Obere Riedstraße 2**“ ja auch gleich Bescheid.
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    Gehörte das Ingolstädter Autowerk nicht auch ursprünglich zu Mercedes, bevor es an den VW-Konzern verkauft wurde? Von daher hätte es mich nicht übermäßig gewundert, wenn es entsprechende, ähem, Siedlungen auch in der kleinen, dummen Stadt an der Donau gegeben hätte. Aber wahrscheinlich braucht es solche Örtlichkeiten gar nicht mehr, das baracklerische Rollenmodell mit dicker Hose, Goldkettchen und schlechten Umgangsformen ist ja dank Privatfernsehen und Hiphop-Videos omnipräsent.

  14. Nachdem Don Alphonso...
    Nachdem Don Alphonso anscheinend auf seinem Wagen die Winterreifen aufzieht um über den Spessart zu kommen:
    Ein neues Thema: Wieso kommt diese neue Regierung dazu sinnvolles zu tun und endlich das Bafin zu entmachten? Haben jetzt die Banken gegen die Versicherungen gewonnen und werden letztere doch endlich (schärfer) kontrolliert?

  15. nico, tatsächlich kommt man...
    nico, tatsächlich kommt man in Sachen pret-a-porter ins Grübeln, wenn man sich näher damit befasst. In dieser Stadt zwei Querstrassen weiter ist eine Frau Gül, die Sarrazin vermutlich ablehnen würde, aber die hat als Schneiderin die Funktion übernommen, die ansonsten kaum mehr ausgeführt wird – und die alten Damen der Stadt empfehlen die Wärmstens. Ich bin am überlegen, ob ich mit Frau Gül nicht mal reden sollte, wie das mit dem Massschneidern wäre.
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    BertholdIV, jeder Sportwagen muss von jemandem gefahren werden, der sich der Risiken bewusst ist. Ich kenne jemanden, der behauptet, die Barcheatta würde beim Bremsen bei hohen Geschwindigkeiten ausbrechen – da kann ich nur sagen, das hängt ganz vom Fahrer ab. Natürlich sehe ich bei Audi auch Kritikpunkte – der Sensorfetischismus zum Beispiel, ein ESP, das viel zu früh eingreift, der leichte Eindruck, dass man einen Apple-Rechner fährt, und dann der Umstand, dass man aussteigt, wie man eingestiegen ist, ohne Beschwerden und Ängste und Glück… für normale Menschen sind diese Fahrzeuge wirklich nicht zu verachten, absolut nicht. Und nachdem ich jetzt ab und an auch von den Freuden des Mercedes höre, scheint mir Audi wirklich fein zu sein. (und langweilig, aber der alte TT, der war anders)

  16. (Ich habe übrigens vor drei...
    (Ich habe übrigens vor drei Jahren versucht, meinen Eltern einen CLS von Mercedes nahezubringen, den ich eigentlich immer noch für den schönsten und mutigsten deutschen Viertürer halte – aber nach allem, was man so hört, bin ich froh, dass sie den nicht genommen haben)

  17. Hm, seit Wochen denke ich...
    Hm, seit Wochen denke ich ueber Folgendes nach: Meine Frau liebt es, mich in leicht spektakulaere Sakkos zu kleiden. Auf diese Weise, so glaube ich, versucht sie die Illusion meiner Jugend zu erhalten. Na gut, wenn’s der Sache dient…
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    Im Schaufenster des besten Herrenaustatters der Stadt haengt ein gelbes Jaeckchen in Feincord. Ausverkaufspreis von 399 Euro herabgesetzt auf 49,90 Euro.
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    Eingenaeht war kein Markenname, wohl das Etikett des besten Herrenausstatters der Stadt.
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    Das Sakko ist hervorragend. Es bleibt aber die bohrende Frage: Was ist da passiert?

  18. Ariadne, für den Anfang...
    Ariadne, für den Anfang reicht eine Taschenlampe, denn Licht mögen solche Gestalten nicht, Und dann gibt es ja auch noch die Polizei. Nur waren diese Burschen diesmal für mich Heimkommenden wirklich zu nah, und eine Bärenfalle würde auch nichts bringen_ man wiss die ja weg haben. Und nicht weiter schreiend vor dem Haus.
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    mawu, das ist wohl auch so ein Probkem im bayerischen Wald mit dem dortigen Granit. Aber nachdem Transporte durch steuerliche Förderung des Schiffbaus in Deutschland und steuerfreier Fahrt unter nichtdeutscher Flagge so billig sind, braucht einen das nicnt zu wundern.

  19. Don Alphonso, also mit diesem...
    Don Alphonso, also mit diesem CLS liebäugle ich auch schon seit knapp einem Jahr. Allerdings wäre ein Kauf fern jeder Vernunft. Aber, vielleicht fahre ich ja mal wieder etwas unaufmerksam. Dann erübrigt sich das mit der Vernunft von ganz allein.

  20. Wer die heimische Wirtschaft...
    Wer die heimische Wirtschaft unterstützen und Arbeitsplätze mit viel Handwerkerstolz in Bayern erhalten will, dazu einen Maßanzug mit Verarbeitung wie beim Schneider aber dank industrieller Arbeitsteilung zum halben Preis wie Konfektion des gleichen Herstellers beim Herrenausstatter, der fahre doch ins Altmühltal nach Weissenburg.
    Soll von Ingolstadt gar nicht so weit weg sein…

  21. HajomitMajo, 40 Kilometer sind...
    HajomitMajo, 40 Kilometer sind das, durch das schöne Altmühltal. Vorschläge sind immer willkommen, aber das eine Auge schielt natürlich auch nach Oberitalien. Ich habe jüngst die deutsche Konkurrenz zu meinem italienischen Schuster kennengelernt, da muss ich sagen: Ich fand den Italiener freundlicher und weniger ideologisch.
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    Dipsy, was ich leider so hören musste, war nicht wirklich schön: Hoher Verbrauch, mässige fahreigenschaften am Berg, Viel Ärger mit der Bordelektronik am Lenkrad. Und dass die klassische Mercedes-Klientel den wagen nicht versteht, ist dann leider auch der Punkt, an dem man sagen mus: Schön, aber am Markt vorbei.

  22. Übrigens, kennt jemand diese...
    Übrigens, kennt jemand diese Leute hier? http://www.handmacher.at/ Zu meiner Überraschung durftevor kurzem feststellen, dass es sie nun auch in meiner Stadt gibt. Ja doch.

  23. Filou, gelb und Feincord? Nun,...
    Filou, gelb und Feincord? Nun, ich wage zu vermuten, dass man da mal kreativ sein wollte und etwas zeigen, was nicht jeder hat. Das wird dann indirekt über die klassichen Stücke finanziert, aber wenigstens verlässt man den Laden und denkt: Nun, ich habe klassisch gekauft, aber der Ausstatter, der ist nicht vermieft und opahaft! Die Sache mit der Frau jedoch, nun, die finde ich bedenklich. Tjaja. Wir werden alle nicht jünger.
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    Don Ferrando, den 100 Coupe hatte der Vater eines Freundes. Elende Rostlaube, wie sich dann zeigte. Nicht wirklich ein Spass. Aber schön! In Silberblau. Bei der Reise wird es wohl nur zur Autobahn reichen, angesichts meines wie immer unpünktlichen Starts.

  24. Maßkonfektion für Herren...
    Maßkonfektion für Herren soll es nicht mehr geben? Ich staune und wüßte konkret Reklame zu machen in dieser hessischen Großstadt – für die Preise sicher weniger, aber für die Stoffqualitäten etc. um so mehr, aber es soll ja Leute geben, die sich nur im Westend bewegen.

  25. Nunja, bei Mercedes ist die...
    Nunja, bei Mercedes ist die Verarbeitung ja in der Tat auch ziemlich nachlässig geworden. Die Verarbeitung der alten S-Klassen (bis zur Baureihe 126) war ja fabelhaft. Alles äusserst solide, unzerstörbar. Mit dem Helmut-Kohl Modell der 90er Jahre fing die Verarbeitung von billigen Teilen an. Inzwischen muss Mercedes auch seine Preise rechtfertigen. Das dürfte wirklich ein Novum für die Händler sein. Als mein Wagen zuletzt in der Werkstatt war, bekam ich als Ersatz die neue E-Klasse. Die ist tatsächlich weitaus besser verarbeitet als die alte E-Klasse; aber bei dem Blick auf die Preisliste war ich etwas entsetzt. Der Wagen beginnt bei 42.000 Euro. Mit etwas drum und dran sind dann schnell 60.000 Euro fällig. Für einen Mittelklassewagen scheint mir das deutlich übersetzt.
    Der deutsche Kleiderhandel hat sich den Markt aber auch selbst zerstört. Nur allzu gern erwähne ich einen Hersteller aus dem Schwäbischen (diese Kleidermarke dürfte von Fahrern von Wagen aus Ihrer Stadt auch bevorzugt werden). Die haben über Jahre hinweg Anzüge in China produzieren lassen für geschlagene 12 Dollar das Stück. Da fragt man sich dann ernsthaft, warum der Ladenpreis dann beim vierzigfachen liegt.
    Die ganze Geschichte lässt sich, so denke ich, mit der Marketingmaschinerie erklären. Da die Qualität mässig ist, muss besonders viel in Werbung investiert werden. Offenbar springen die Leute auch darauf an. Qualität egal, Hauptsache der Name stimmt. Ich habe Tweedjacken aus den 50er Jahren die noch immer hervorragend sind und häufig getragen werden.
    Viel lässt sich aber auch mit dem ständigen Modewandel erklären. Die Leute kaufen heute nur noch für eine Saison und dann eben möglichst günstig. Man könnte ja »altbacken« gekleidet daherkommen. Dabei ist zeitlose Kleidung unter dem Strich weitaus günstiger. Wer jedes Jahr die erneut grässliche Kollektion von modernen Krawatten kauft, der gibt am Ende weitaus mehr aus als die, die einmal in richtige Krawatten investiert haben.
    Aber, man kann diesen Zeitgeist wohl nicht ändern. Es gilt nur ihm zu widerstehen.

  26. Hmm, bei Mercedes frage ich...
    Hmm, bei Mercedes frage ich mich immer (noch) wieviel Chrysler (http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/autoindustrie/:fiat-das-maerchen-von-der-chrysler-rettung/50020069.html) da drin steckt. Und umgekehrt.

  27. mark793, ich denke, man kann...
    mark793, ich denke, man kann sagen, dass solche Verhaltensweisen in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind, wie die Grünen eben auch. Es liegt sicher nur an mir selbst, wenn ich mich nicht durchri8ngen kann, das gut zu finden und ui mögen. Vielleicht bin ich auch nur spiessig, die meines es gar nicht so, Alkoholismus ist ok und das ist eben der Preis, den man dafür zahlt, dass Adenauer weg ist.
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    Dipsy, man hört ja so von Mercedes, dass die Rabatte im Auslieferungslager nahe Stuttgart beträchtlich sein sollen. Der Trick mit den Jahreswagen (wägen?) ist ja aich dort nicht gerade unheimisch. Aber dennoch, der Name hat nicht mehr den Klang, den er einmal hatte, von der konkurrenzlosen Klasse bis zum Vollsortimenter, der sich in anderen Bereichen sehr schwer tut. Und die anderen sind ja auch nicht schlechter geworden.
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    Das Höllentor, das man mit den Nähern in Fernost aufgemacht hat, zusammen mit dem Marketing, musste sich irgendwann als ein solches erweisen. Unvermeidlich. Aber man dachte dabei wohl nicht daran, dass man so leicht unterboten werden konnte. Sehr kurzfristig, das alles. Sehr Mode. Naja. Wir werden sehen, wo das endet.

  28. Nicht zu vergessen die...
    Nicht zu vergessen die politische Rolle des Herrenschneiderhandwerks in Gesellschaften, in denen es noch vorkommt. Eine Art Salon für den Herrn. Ein bestimmter Londoner Herrenschneider konnte zu meiner Zeit beispielsweise Wahlergebnisse genauer vorhersagen als die professionellen Institute. Die Politiker, die bei ihm Maß standen, wurden nämlich nach und nach derart zutraulich, dass sie mit ihm redeten wie untereinander, unzensiert, als gehörte er zum Club oder ererbten Hauspersonal. (Der ortsübliche Scherz ist, wenn ein Schneider fortwährend knieend die Innenseite der Beine vermesse, deutsch auch „der Schritt“ genannt, ergebe so so etwas alsbald fast wie von selbst.) Diese Art Schneider leben aber längst nicht mehr in der Savile Row. Dort kaufen fast nur noch Russen, Japaner, amerikanische TV-Stars und dergleichen ein. Meiner – der erwähnte also – ist in einer Art finsterem Mäuseloch hinter Victoria Station anzutreffen. Doch das Schaufensterchen ist mit einem „Warrant“ des Kronprinzen geschmückt, und einige Kunden kann man abends in den Fernsehnachrichten sehen. Manchaml erkennt man sogar den Schnitt.

  29. Nichts bleibt wie es ist. Noch...
    Nichts bleibt wie es ist. Noch nicht einmal in der dummen kleinen Stadt an der Donau. Aus der belächelten Autofabrik, die mit einem rundnerneuerten DKW mit Viertaktmotor begonnen hat ist ein „Premiumhersteller“ geworden, der seine Wägen in die halbe Welt verkauft (die andere Hälfte kann sie sich nicht leisten). Das finden wir alle ganz wunderbar und all, die in der Fabrik arbeiten, erst recht. Dass inzwischen auch Chinesen, ganz passable Herrenanzüge für Europäer zusammenähen können, finden wir alle nicht so toll. Insbesondere die Menschen nicht, die früher in der Fabrik in der kleinen dummen Stadt an der Donau diese Anzüge zusammengenäht haben. Das ist mehr als verständlich aus deren Sicht. Vielleicht hat auch so mancher Mittelständler seine Fähigkeiten ein wenig überschätzt. Anstatt bei seinem Leisten zu bleiben, wollte er auf großem Fuß leben und den „Global Player“ spielen. So allmählich sollte doch wohl allen klar sein, dass wir uns in einem Wettlauf befinden, an dem immer mehr Wettbewerber teilnehmen und es nicht leichter werden kann, die Nase vorn zu behalten. Es ist noch nicht so lange her, da galten Japan und Süd-Korea als Billigheimer, die uns die Produktion wegnahmen. Heute hetzen sie mit uns gemeinsam vor der Meute her. Wenn uns das Rennen zu anstrengend wird, können wir es auch lassen. Andere übernehmen die Positionen unserer Wirtschaft auf dem Weltmarkt sicher gerne. Fragt sich nur, ob es dann noch jemanden bei uns gibt, der sich einen Maßschneider leisten kann. Die meisten werden dann schon kik als unerschwinglich meiden müssen. Ein Problem hätte sich damit allerdings erledigt. Deutschland wäre auch als Migrationsziel von der Weltkarte verschwunden.

  30. Stimmt allerdinges bedenklich,...
    Stimmt allerdinges bedenklich, lieber Don. Der Lack ist etwas stumpf geworden, wird aber mit farbigen Jacken bedeckt. Andererseits: wohin ich auch komme, stets sehe ich irgendein dumpfes Beige, dumpfes Braun, meistens aber, tristes Grau. Dagegen anzutreten bedarf es des Mutes zur Farbe.
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    Aber das meinte ich nicht mit meiner bohrenden Frage. Es ging mir um den Preis. 50 Euro ist ein Nichts. Wenn das also der Einkaufspreis gewesen sein koennte, hm, aus welcher Ausbeuterecke stammt das gute Stueck?

  31. wenn solche insolvenzverfahren...
    wenn solche insolvenzverfahren zu solchen beiträgen inspirieren, dann habe ich nichts dagegen, daß es noch mehr davon gibt ;)
    & da ich meinen bescheidenen schmeicheleienvorrat für heute ausgeschöpft habe, wende ich mich dem maßgeschneidertem alltag zu.

  32. @filou
    Vielleicht sind €...

    @filou
    Vielleicht sind € 49,90 ja ein angemessener Preis. Was in der Branche läuft, verstehe ich seit Jahren nicht mehr. Der ständige Ausverkauf mit angeblichen Rabatten von 20, 30, 40, 70% läßt jedes Gefühl dafür verkümmern, welcher Preis denn nun wirklich die Schmerzgrenze für den Händler darstellt, bzw. welcher Presi „angemessen“ wäre. Die Preise, mit denen die Ware zunächst ausgezeichnet wird, scheinen mir jedenfalls viel zu oft über der Schmerzgrenze des Kunden zu liegen. Für mich haben diese Preisdifferenzen jedenfalls etwas unseriöses. Meiner Meinung nach macht der Handel sich damit den Ruf auf Dauer kaputt.

  33. In Berlin gibt es seit einem...
    In Berlin gibt es seit einem Jahr eine Schneiderin, die das Metier des bespoke – schneiderns in Indien gelernt hat. Ich bin mit ihr befreundet und fotografiere ihre Modelle, bin aber auch von der Möglichkeit, mir Kleidung nach eigenen Vorstellungen anfertigen zu lassen, sehr angetan und trage praktisch nur noch Hemden und Hosen aus ihrer Fertigung. Wenn ein direkter Link erlaubt ist:
    http://www.payet-hartmann.com/
    Matthias

  34. @filou & elbsegler. Ich habe...
    @filou & elbsegler. Ich habe vor einigen Jahren in der Kartellrechtsvorlesung mal gelernt, dass im Bekleidungssektor die Gewinnspanne zwischen 200-300 % liegt. Wenn man also in Bangladesch einkauft, dürften sich selbst ein Preis von 49,99 noch lohnen…

  35. Filou, früher hat man das so...
    Filou, früher hat man das so erklärt, dass 30% sofort an die Modeopfer verkauft werden, die jeden Preis zahlen. 30% gehen an die normalen Käufer weg, die irgendwann in der Saison leicht reduziert kaufen, und 30% bom Schlussverkauf. Der Rest wäre dann zu teuer bei der Lagerhaltung und fleigt dann zu billigsten Preisen raus. Ich würde aber bezweifeln, dass es heute immer noch vollumfänglich so ist; mit der Aufgabe der Schlussverkäufe kann man davon ausgehen, dass manches einfach von Anfang an zu hoch angesettzt wird, um dann „reduziert“ verkauft zu werden. Bei einem gelben Sakko würde ich wirklich meinen, dass es die Farbe ist, die den Preis drückt.

  36. @Ariadne
    Handelt es sich dabei...

    @Ariadne
    Handelt es sich dabei wirklich um die Gewinnspanne oder nur um die Handelsspanne? Eine Preisspanne von € 49,90 zu € 399,00 deutet auf jeden Fall auf eine Preispolitik hin, die aus den Fugen ist.

  37. @Elbsegler, Ariadne, Don:...
    @Elbsegler, Ariadne, Don: Danke!
    Fuer Dons Erklaerung spricht, dass im gleichen Staender noch ein oberschraeger Dreiteiler hing, der ebenfalls extrem reduziert war. Also diesen Anzug, obwohl schwarz, haette man gewiss auf keiner Beerdigung tragen duerfen. Ich war sofort in ihn verknallt, erhielt auch die weibliche Zustimmung zu dieser Mesalliance, aber dieses Geschoepf war leider zu klein fuer mich. Achja, keine Liebe ohne Kummer.

  38. @Don Alphonso &...
    @Don Alphonso & Filou
    Sonderpreise für Restposten sind ja auch völlig normal und legitim. Doch diese ständigen Sonderaktionen, die heutzutage laufen, haben damit nichts mehr zu tun. Und selbst wenn es die Farbe ist: Solch eine Preissenkung ist doch eine Ohrfeige für jeden Kunden, der das Stück zum ursprünglichen Preis gekauft hat. Denn dem Käufer wurde sicherlich erklärt, dass es sich bei dem teuren Stück um hochwertigste Ware aus allerbester Produktion handelt, die ihren Preis absolut wert sein. € 49,90 sind dann Verar***e des Kunden. Es gibt auch noch einige wenige Händler, die solche Brutalpreise nicht mitmachen und ihren Restbestand in „Outlets“ oder ähnlichen „Zweitverkaufsstellen“ an den Mann bringen. Da fällt es dann wenigstens nicht so auf. Die Branche macht sich selbst auf die Dauer auch kaputtmit solchem Gebaren. Selbst das „Modeopfer“ kauft irgendwann nicht mehr zum „Normalpreis“, wen schon nach kürzester Zeit die Preise ins Bodenlose fallen oder es fragt gleich nach dem echten Preis. Erst gibt es Mondpreise zum Saisonbeginn und dann beginnt das Taktieren und Belauern.

  39. @ Dipsy: Irgendwie müssen es...
    @ Dipsy: Irgendwie müssen es die Schwaben trotzdem geschafft haben, ihre Marke in China zu etablieren:
    Es mag zehn Jahre her sein, da ich in einem Büro in Hongkong, gekleidet in jenes übliche schwäbische Tuch, Verkaufsverhandlungen führte. Mein Preis wurde von dem Chinesen mit den Worten goutiert, „wenn Euere Firma solche Gehälter zahlt, daß Ihr diese Anzüge tragen könnt, seid Ihr sowieso viel zu teuer“. Meine Antwort, „kann ich mir leisten, kommt günstigst aus dem Nachbarort“ (oder Rumänien…)
    Zwei Wochen später war er da, der Chinese, in unserer schwäbischen Kleinstadt nahe der Metropole. Nachmittags, nach der ersten Aufwärmrunde, wollte er mit seinem ganzen Tross in jenen Nachbarort. Dort kaufte er sofort zwei Anzüge, identisch mit jenem, den er selbst trug und erklärte mir, in Holgkong verlangte man den vierfachen Preis. Er trage aber nur dieses Model, einen schlichten Zweiteiler in einem ebenso schlichten blau, den er zwei Mal pro Jahr ersetzte. Und die Qualität sei einfach viel besser, als alles was es bei ihm gäbe.
    Irgendwie haben sie es scheinbar doch im Griff (gehabt?)

  40. Also, hier muss ich noch...
    Also, hier muss ich noch einmal eingreifen.
    Was reduziert wird ist wirklich modischer Kram. Da selbst normale Anzüge ja heute saisonal sind (ich kann sowas nicht erkennen, es gibt aber Leute, die können einen Schnitt irgendeiner Saison zuordnen und dann heisst es: iiihhhhh der einen Anzug aus dem letzten Winter an).
    Ein nicht unbedeutender Teil der Kleidung wird zum regulären Preis verkauft. Da gibt es aber zwei Tendenzen: a) es gibt Leute, die kaufen grundsätzlich nicht reduziert und b) selbst in besseren Geschäften bekommt man heute (mit Ausnahme von 2 Häusern) immer einen Rabatt – man muss nur danach fragen.
    Ich kann aber nur davon abraten gewöhnliche Designerkleider zu kaufen. Die sind massiv überteuert (auch bei 70% Rabatt sind die es noch). Qualitativ hochwertige Ware gibt es am ehesten bei dem biederen Herrenausstatter in der Innenstadt. Die Farben sind dann auch in aller Regel zeitlos und das Zeug über Jahrzehnte tragbar. Das Glencheck Modell was Don Alphonso oben zeigt ist immer tragbar.
    Jedenfalls funktioniert das Geschäft der Branche sehr gut. Es gibt nicht wenige Leute die tatsächlich einen Zwang verspüren sich permanent neu einzukleiden. Die kaufen jedes Jahr eine neue Jacke für die Regenmonate. Jedes Jahr eine neue Sommerjacke, jedes Jahr wieder scheussliche Krawatten.

  41. @Otto
    Dann sind die Chinesen...

    @Otto
    Dann sind die Chinesen also auch „Schnäppchenjäger“ und geben das auch noch zu? Das enttäuscht mich jetzt aber doch.

  42. Das erinnert mich daran, dass...
    Das erinnert mich daran, dass absolut jeder Besucher aus Asien bereits Wochen vor seiner Ankunft darauf bestand, einen Besuch in Metzingen einzuplanen. Ausgerechnet ich mußte mit denen immer dort hin, 50 Mal oder noch öfters. Ich und Klamotten kaufen… Eine Woche schlechte Laune davor, eine danach. Italiener kamen nie auf diese Idee…

  43. Nun, Metzingen dürfte wohl...
    Nun, Metzingen dürfte wohl eher sowas wie „Ingolstzadt Village“ sein, die ultimative geschmacksverirrung der dummen, kleinen Stadt an der Donau. Ich kenne niemanden, der dort kauft, die meisten dürften dazu aus München anreisen. Aber so ist es halt. Das Wort „Outlet“ ist heute wohl das Mass aller Dinge.

  44. Otto, ich kann nur meine...
    Otto, ich kann nur meine Erfahrungen mit diesem Haus anbringen. Hosen unglaublich schnell durchgesessen und zudem inzwischen untragbar (jeder Vertreter trägt so ein Ding). Das was man in Asien verkauft kenne ich natürlich nicht.
    Ich meine aber, der Preis von 500 Euro aufwärts wäre gerechtfertigt, wenn man in eben jener Gemeinde produzieren würde oder eben irgendwo auf der Alb. Solche Anzüge haben heute effektive Herstellungskosten (Entwurf, Tuch, Näharbeiten und grundsätzliche Logistikkosten) von vielleicht 50 Euro. Der Grossteil der verbleibenden Kosten dürfte aber die Marge des Händlers abdecken (wahrscheinlich kauft der mit einem Rabatt von 60-70% des Ladenpreises ein); der andere (auch nicht allzu geringe Teil) dürfte für Marketingzwecke draufgehen. Die Marge des Händlers geht in Ordnung; aber ich bin nicht bereit die Kreativlinge zu alimentieren.

  45. @Dipsy
    Diese Beobachtung, dass...

    @Dipsy
    Diese Beobachtung, dass nur „modischer Kram“ reduziert wird, kann ich jedenfalls für Herrenbekleidung nicht bestätigen. Die roten Preise finden sich schon wenige Wochen nach Saisonbeginn in allen Segmenten. Wenn die Branche damit so gut zurecht kommt, umso besser. Letztlich ist dem Kunden egal, in welcher Farbe der Preis auf dem Etikett gedruckt ist.

  46. Ich sah Anfangs des Jahres bei...
    Ich sah Anfangs des Jahres bei FT Alphaville mal eine Anzeige eines Bespoke-Schneiders in der Londoner City. der Anzüge für 500 statt für 2000 Pfund zu schneidern bereit war. Ich denke, die Krise tut da auch ihren Teil beim aktuellen Preisvergall gerade bei den Oberklassen. Denn wer dort kauft und gerade unsicher ist, hat kein Problem, ein, zwei Jahre mal etwas mehr aus dem Fundus zu leben. Die amerikanische Vogue hat das sogar ihren Leserinnen empfohlen.

  47. Elbsegler: wenn ein Chinese...
    Elbsegler: wenn ein Chinese etwas günstiger bekommt, dann freut ihn das ganz ungemein. Händlernaturen, recht ausgeprägt. Eine Freundin kam aus Peking und meine Frau kommt aus Taiwan – und das war/ist bei beiden so und von anderen kenne ich das ebenfalls.

  48. elbsegler, ich bin mir...
    elbsegler, ich bin mir manchmal nicht sicher, ob der Größenwahn so mancher Mittelständler oder Industrieller Ursache oder Wirkung ist. Wenn nämlich die konkurrenten entsprechend expandieren, hat man u.U. schlußendlich selbst das Nachsehen. Konkret meine ich: VW hätte von einem größenwahnsinnigen Hedgefont gekauft werden können, da dachte sich der Porsche Clan wohl, daß sie das besser gleich selbst machen. Größenwahn als Selbsterhaltungstrieb…

  49. @mawu
    Ja, wenn man das immer...

    @mawu
    Ja, wenn man das immer wüßte. Irgendwie herrscht auch in der Wirtschaft der Herdentrieb. Gestern mußte diversifiziert werden, weil man auf einem Bein nicht stehen kann, heute muss man alles wieder verkaufen und sich auf die „Kernkompetenzen“, nämlich das eine Bein, besinnen. Und immer ist alles logisch und „alternativlos“. Das gibt zu denken.

  50. @da 00:36h
    die finsteren...

    @da 00:36h
    die finsteren gesellen vor dem katholischen unsozialwerk schienen mir letzten samstag ausreichend verheerungspotential mitzubringen.
    und mein russisch ist doch so schlecht.

  51. Darf ich mich noch mal in die...
    Darf ich mich noch mal in die Debatte einmischen?
    .
    Meines Erachtens sind Herrenanzüge seit ca. 150 Jahren scheußlich uniform, immer dunkel, eine immerwährende Beerdigung.
    .
    Mit der Revolution wurde auch das männliche Recht auf schöne Kleidung guillotiniert.
    .
    Nicht mal gestickte Halskrausen sind zulässig.
    .
    Ihr lieben Bürger, Bürger, Bürger…. tauscht Ihr nur weiter Eure biederen Einkaufstips aus („wo gibt es die beste Ware für wenig Geld“?) und habt Spaß an Eurer drögen Fachsimpelei über Autos, die in 10 Jahren auf dem Schrott liegen werden.

  52. Bevor das hier zum Benz-Forum...
    Bevor das hier zum Benz-Forum wird: CLS hin oder her, man muß doch anmerken, diese Wagen sind doch – noch – der lebendige Beweis der Dekadenz, die – in Anbetracht der Geldspritzen aus dem Nahen Osten – diesen Konzern zusehends in Frage stellt. Man muß sich nur an die Modelle der 60er bis 90er Jahre mit Pferd- und Wagen-Schaltung erinnern, die die Kunden in die Automatikversion nötigten. Und nun so unsägliche Modelle der G-und R-Klasse mit abstrusen Formen und Verbräuchen oder gar die A-Klasse. Passt eigentlich nur zur Rohseidentunika des Sahne-Kirsch-Torten verschlingenden Rubensmodells mit CC-Brille und Zirkuspferd-Outfit. Nur der Papst liebt es – aber wen wundert es- in solchen Vehikeln vorgeführt zu werden. Dann doch lieber vom hiesigen unauffällig arbeitenden Schneider aus Stoffen der S-Klasse etwas nähen lassen. Oder nach Italien. Ja, das war doch früher ein Muß für jeden Liebhaber….Nun, ja, da heißt das Outlet. Irgendwie wie Ausschuß oder let it be.

  53. Ich denke da immer an eitrigen...
    Ich denke da immer an eitrigen Ausfluss. Ja, der Mercedes. Das kann man nicht erklären, das ist in vielen Bereichen immer noch eine Tradition. Ein Verwandter, der Arzt auf dem Land ist und S-Klasse fährt, erklärt es so: Würde er das nicht machen, nähme ihn kein Bauer ernst, und man würde sich fragen, ob er vielleicht verarmt sei. Auch eine Art Kundenbindung.

  54. Oh ja, Don, auf dem Lande gilt...
    Oh ja, Don, auf dem Lande gilt dies als ungeschriebenes Gesetz, wie Recht ihr habt. Aber wir Leute von Welt wissen doch auch: Leasing – für den Landwirt gilt dies sicher nicht – machts möglich. Aber sagt selbst, so ein Maserati Gran Turismo, Don, damit über die Alpen, da lacht doch das Herz. Mercedes klingt irgendwie nach Maut und Tollcollect, Outlet und Dinosaurier, die nicht auf Bahnwaggons passen oder Batterien, die nach drei Tagen Garage den Dienst versagen und Ladedienst benötigen. Nichts für den ambulat tätigen Cosmopolit.

  55. Wenn Sie schon für die...
    Wenn Sie schon für die gesellschaftliche Gleichheit eintreten, warum ziehen Sie sich dann nicht einfach mal an wie Philippe Égalité?
    (s. Google Bildsuche).
    Das ist bequemer, sieht besser aus und leisten könnten wir es uns doch allemal.
    .
    Alors, pourqoui pas?
    .
    Geben Sie es doch zu: Sie fürchten Spott der Barackler!
    Aber wenn man Sie fragt, dann ist natürlich der Niedergang des Einzelhandels und der heimischen Qualitätsmanufakturen an allem schuld.

  56. Ach Mercedes... ich fahre das...
    Ach Mercedes… ich fahre das seit 1982. Insgesamt bin ich durchaus zufrieden. Unter den 200-er Baureihe, später „E-Klasse“ waren zwei Fahrzeuge, die außer den „Pflege- und Wartungsdiensten“ ( MB Neusprech für Inspektion) nie irgend was außer Benzin gebraucht haben, kein Öl, keine Birne, keine Reparatur. Einafach solide und fahrbar, das trotz beachtlicher km -Leistung im Jahr und recht flotten Fahrstils. Seit einer Pirouette auf einer Ost-Landstraße im Winter fahre ich den Allradantrieb, Viermatic genannt. Die Pirouette habe ich, wild lenkend, ohne Schramme mittig auf der Baumalle in Fahrtrichtung stehend hinter mich gebracht, spricht für Lenkung und Handhabung des Fahrzeuges. Der eine 4matic war ein W210 mit 6 Zylinder. Nach Beißattacken der Marder in einer süddeutschen Kaserne waren die Zündkabel fällig. Erst da fiel auf, dass der Motor Doppelzündung hatte. Das nutzte MB zur Leistungssteigerung. Wenn ALfa das macht schreiben sie „twin spark“ dran und alle seufzen verklärt blickend „que bella macchina“. Wenn Benz das macht merkt es keiner. Ohnehin hatte ich fast immer bei den Optionen „Wegfall Typenkennzeichnung“. Der jetzige W211 hat auch schon 112 tausend km weg nach knapp 4 Jahren und einmal TÜV und fährt. Mit dem Allrad, weichen Hochgeschwindigkeitsreifen und etwas Können sind auch für ein 2 Tonnen Auto beachtliche Kurven mit quer schiebender Masse und Herausbeschleunigen möglich. Der CLS mit der 3,5 l Benziner Maschine ab 2. Serie ist ganz ok, die Elektronik- Probleme haben die inzwischen recht gut im Griff.
    Anzüge: Don, beehren Sie Frau Gül. Daheim als ich noch Studi war waren es Frauen aus Portugal, die ihren in der Armaturenindustrie gastarbeitenden Männern gefolgt waren und dann kleine Schneidereien aufmachten. Meine Mutter hat nach dem Austesten bei der besten von denen sogar ein Abendkleid schneidern lassen. Und eins meiner Uniformjackets wurde nach einem Rempler eines ungeschickten Schampus-Trinkers am Büffet (mit vorgehaltener Gabel, dieser Trampel) an den entstandenen Löchlein so gut kunstgestopft, dass selbst ich die Stelle nur noch mit der Lupe finden kann. Die Kleiderkasse und ein deutscher Schneider erklärten das vorher für unmöglich. Die Preise der Madame Antonia aus Portugal fand ich mehr als angemessen günstig.

  57. @HansMeier555: Sollten Sie...
    @HansMeier555: Sollten Sie sich wirklich einmal wie Philippe Égalité kleiden, bitte ich um Photos. Und eine Beschreibung der Resonanz, auf die selbiges beim Einkaufbummel in einer mittleren oder größeren Stadt, am Samstag Vormittag, auslöst.

  58. @ Don A:
    Eine Textilfabrik mit...

    @ Don A:
    Eine Textilfabrik mit 900 Mitarbeitern, samt Familien und Anhang vermutlich so an die 5000, das ist schon ein schwerer Schlag für Ihre kleine dumme Stadt an der Donau. Von unserer Kanzlerin aus Berlin ist da wohl kaum Hilfe zu erwarten, denn sie ist bekanntlich viel zu beschäftigt, mit viereinhalb Milliarden an Steuergeldern die Firma Opel an die Russen zu verhökern. Und dabei liest man doch immer wieder, dass gerade kleine Universitätsstädte die einzigen seien, die von der Krise verschont blieben.
    Das mit dem Mediziner-Mercedes kann ich nur bestätigen. Ich kenne das aus Oeynhausen. – Cadillac? zu amerikanisch. – Alfa-Romeo? einfach nicht vertrauenswürdig. – Opel? also wirklich, meine Liebe, ich bitte Sie.

  59. Klamottenpreise werden wohl...
    Klamottenpreise werden wohl nach Ländern kalkuliert, nicht mit gewöhnlichen Aufschlagskalkulationen. Wenn dann hier ./. 50% dabei steht, ist das immer noch das doppelte wie der Originalpreis zum Beispiel in Minnesota. Gilt auch für Autos und andere schnellebige Gegenstände.

  60. Mensch Meier (555), zur...
    Mensch Meier (555), zur Herrenkleiderfrage: Da werden Sie mir richtig sympathisch. Das ist meine Rede, die ich beim Maedchenjagen (ab 16) ewig halte. Gottseidank kamen dann die 70er Jahre, da durfte man(n) sich kostuemieren. Danach leider nicht mehr.
    .
    Prince Matecki: dass ich noch mal was von Ihnen hoeren darf…
    Vor ein paar Wochen rannte ich um Schloss Chambord herum. Am Nordwestturm der aeusseren Umfassung sah ich die Spuren von Geschosseinschlaegen und dachte: das kann der Matecki aufs Schoenste erklaeren.
    Echt, ohne Ironie.

  61. @Georgiana...
    @Georgiana Darcy
    Mademoiselle,
    dafür brauchen Sie natürlich auch ein entsprechendes Gefährt (Kutsche oder Sänfte) und ein Dutzend guttrainierter und livrierter Lakaien um sich herum.
    .
    In Zeiten wie heute, wo selbst in der dummen Stadt des Don die Fabriken zumachen, sollte sich der Mittelstand ein standesgemäßes Auftreten allmählich wieder leisten können.
    .
    Apropos: Glauben Sie nicht auch, daß ein Reifrock Ihnen stehen könnte?

  62. HansMeier555, ich kann Ihnen...
    HansMeier555, ich kann Ihnen nur beipflichten, diese Autos liegen nach 10 Jahren auf dem Schrott oder fristen ihr restliches Autoleben in Pakistan – nach 95%igem Wertverlust. Mich wundert ja ein bisschen, daß Don Alphonso seinen Eltern ausgerechnet einen CLS empfohlen hat, das passt so garnicht zu seinen übrigen Auffassungen. Der Wagen ist neben dem SL zwar das relativ schönste, was Mercedes baut. Das bedeutet aber nicht viel, denn auch ein Studienfreund meines Vaters suchte sich in der Früh seine Socken schon nach der Relativitätstheorie aus: immer die relativ saubersten.
    .
    Gut, mein ungarischer Onkel ist auch ganz fanatisch, was Mercedes betrifft, und ich kann das wirklich auch ein bisschen nachvollziehen. So ein Mercedes hat schon was, ist halt nicht so mein Geschmack. Mein Vater hingegen hat sich seinen letzten Daimler Double-Six 1992 gekauft. Klassische Form, top gepflegt, so hat das ganze einfach Stil, passt zum Fahrer und das seit 17 Jahren. Da muß man erstmal hinkommen mit so einem CLS, der ein Jahr nach dem Kauf schon wieder völlig veraltert ist und zwei Nachfolger hatte.

  63. Keine Gespräche über...
    Keine Gespräche über Autos!
    Mercedes, Maserati, oder Hyundai, das ist alles plebejischer Tand.
    .
    Wer wirklich Stil hat, läßt sich in der Sänfte über das Stilfser Joch tragen.

  64. Das will ich sehen (wurde wohl...
    Das will ich sehen (wurde wohl seit dem Mittelalter nicht mehr gemacht)

  65. @Georgiana Darcy: Um Herrn...
    @Georgiana Darcy: Um Herrn Meier zu unterstuetzen, es muss nicht unbedingt ein Reifrock sein. Eine angemessene Garderobe, sowie Anmut reichen voellig aus. Siehe:
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=JIXsS16mhQY
    .

  66. @mawu:...oder mit einem...
    @mawu:…oder mit einem Brotkanten, haerenem Umhang und baren Fusses nach Canossa.

  67. Dennoch ist das Getragen- oder...
    Dennoch ist das Getragen- oder Gefahrenwerden unterschätzt. Vor zehn Jahren hatte ich einen tschechischen Diplom-Ingenieur für Reparaturen am Haus gefunden. Der fuhr gern Auto, also fuhr er mich bald zu Terminen. Ich konnte im Auto arbeiten oder schlafen, alles war gut. Welcher Mensch mit Hirn vergeudet schließlich Stunden mit Kutschieren? Dann fand er einen Job in seinem eigentlichen Beruf und empfahl seine Schwester zur Nachfolge. Die fiel vor der ersten Tour einer heftigen Intervention meiner Frau zum Opfer und das Thema „Gefahrenwerden“ verlief im Sand…

  68. Klar muß da einer mit dem...
    Klar muß da einer mit dem Warndreieck in der Hand im Abstand von 100m hinterher laufen.
    .
    Zeitvergeudung? Nun, auf wirklich wichtige Persönlichkeiten muß die Welt eben ein bißchen warten.

  69. Das Gefahrenwerden beinhaltet...
    Das Gefahrenwerden beinhaltet immer die Gefahr des Umsturzes- dies gilt sogar für Päpste!
    Siehe: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/ae/319Papst_Johannes_XXIII_Unfall_am_Arlberg.jpg

  70. @HansMeier555: Ich möchte Sie...
    @HansMeier555: Ich möchte Sie hier nur ermutigen. Ich finde ja, dass die Garderobe der Vormoderne die meisten Männer ganz hervorragend kleidet. Bei meinem letzten Aufenthalt in Ostasien begleitete ich einen Freund, der sich mit traditioneller Kleidung ausstattete, und ich fand, das stand ihm wirklich gut. In Europa ist mir nur ein Prof aus Oxford bekannt, der sich in Gamaschen und Kniehosen des 18. Jahrhunderts kleidet (es wird ständig wild darüber spekuliert, wo er sich ausstattet, die meisten favoritisieren einen Theater-Fundusverkauf.)
    .
    Ich liebäugele mehr mit der burgundischen Mode des Frühmittelalters als den Reifröcken, ich vermute, die war bequemer….
    .
    @Filou: Oh, die Tänze in dem Video gefallen mir durchaus. Ob ich jedoch hierfür die nötige Anmust aufbringe, möchte ich bezweifeln: da sich meine Tante beim Ballett ganz schrecklich die Füße ruinierte, hat meine Frau Mama meine Ballettkarriere recht frühzeitig zu verhindern gewußt (naja, sonderlich weit wäre ich wahrscheinlich sowieso nicht gekommen;-)

  71. Das mit dem Getragen werden...
    Das mit dem Getragen werden mag zwar repräsentativ sein, und auch mal ganz praktisch (http://www.khalisi.com/comics/asterix/incolae/majest0308j.jpg), die Gefahren sollte man jedoch nicht unterschätzen! (http://www.comedix.de/lexikon/special/bildsprache/img/schimpfen_majestix_schild.jpg)

  72. Ach ja, und dann wollte ich...
    Ach ja, und dann wollte ich noch zu Don Alphonsos Bemerkung, man fühle sich beim Fahren eines modernen Autos wie an einem Mac, einwerfen, daß ich mich leider gar nicht so fühle. Schön wäre es – aber die Bedienung und Software in diesen „Premium“ Autos erinnert mich leider eher an die Bedienung von Windows 3.11. Inklusive Systemabstürzen. Da wäre noch sehr viel Verbesserungsbedarf in der Benutzerfreundlichkeit, wenn man sich zum Beispiel vergleichsweise mal ein iPhone ansieht. Aber auch hier waren die tollen Konzerne Ericsson, Sony & Co Jahrzehnte nicht in der Lage, etwas benutzerfreundliches zu entwickeln, allein Nokia war noch halbwegs intuitiv zu bedienen.

  73. Die Vorteile des Gefahren -...
    Die Vorteile des Gefahren – werdens kann ich gern bestätigen. Es gehört zu den letzten Privilegien höherer Offiziere bei der Bundeswehr. Zwar stellt jetzt die (wechselnden) Fahrer eine „outgesourcte“ Firma mit dem wohlklingenden Namen „BwFuhrpark-Service GmbH“, aber wenn man drin sitzt und lesen, arbeiten, träumen oder mit Volkes Stimme reden kann, ist das doch sehr angenehm. Wenn die Fahrer (auch bei den Politikern) wüssten welche Bedeutung als Korrektiv abgehobener Politiker-Seelen ihnen da zukommt. Weil die BwFPS verschiedenste PKW least habe ich in den letzten zwei Jahren diverse Modelle durch:
    Als Selbstfahrer ( kurze Strecken fahre ich ganz gern mal selbst)
    VW Passat ( zwei Modelljahrgänge)
    BMW 3er
    Als Fahrgast
    BMW 5er
    M-B E Klasse W211
    M-B E Klasse neue Serie
    M-B C Klasse
    M-B CLS 320 CDI
    Phaeton
    Das hängt immer davon ab was das Service-Center am Ort vorher gebraucht hat, CLS und Phaeton waren wegen hoher Gäste / Politiker als „Spitzenbedarf“ angemietet, die kleine Fahrt für mich haben die dann im Anschluss gemacht. Korrekt nach Liste hätte der Fahrer zurück zum Zentrum fahren, den RP Wagen „Spitze“ abgeben (und die Papiere dafür abschließen) müssen, einen P 5 nehmen ( Insider wissen was das ist) und dann wieder raus fahren müssen.
    In den P 5 und höher Fahrzeugen ist bei „Chef-orientierter Innenausstattung“ hinten zum Beispiel eine zusätzliche Leseleuchte am flexiblen Arm und ein Stromanschluss zum Aufladen des dienstlichen Handys.
    Größere Kämpfe sind in der Geschichte von Schloß Chambord eigentlich nicht überliefert. Moritz de Saxe, Maréchal de France hatte das ja als zugewiesenen Wohnsitz. Er hat sein „Appartement“ wohnlich ausstaffieren lassen, einschließlich Öfen ( Kachel, Porzellan). Er war ein Militärfreak, der sich praktisch und schriftstellerisch mit Ausbildung, Rüstung, Taktik und Strategie beschäftigte. Vielleicht hat er Truppen hinter dem Schloß mit scharfer Munition exerzieren lassen. Es sähe ihm ähnlich. Jedenfalls hat er Sumpfflächen rund herum trocken legen lassen.
    Soweit (ohne Fachbibliothek weil unterwegs zu einer großen Tagung) mein Kenntnisstand dazu.

  74. Maurice de Saxe war allerdings...
    Maurice de Saxe war allerdings auch nicht schlecht angezogen.
    .
    Und dann gibt es da noch die Toreros! So ein Torero-Kostüm gibt es bei C&A glaube ich nicht:
    http://www.ganaderoslidia.com/webroot/historia_arte_torear.htm

  75. @Prince Matecki: Danke. Aber,...
    @Prince Matecki: Danke. Aber, hmm, de Saxé ist, ich habs nachgeschlagen, war 17tes Jhdt. Ich vermutete eigentlich die vergangene Besatzungszeit. Aber das gehoert nicht hierher. Trotzdem nochmals danke. Nur wer staendig sich bemueht…

  76. Man stelle sich vor,die Jeans...
    Man stelle sich vor,die Jeans zum Superpreis gleicht aufs Haar der ganz Noblen-
    doch dann,nach ein paar Wäschen reisst der Zipper ab. Genau an dem hat der
    Hersteller gespart-auf ein paartausend Jeans zigtausend Dollars.
    Das ist doch wirklich die Schande. Hingegen kämme ich nie auf die Idee von einer subunternehmerischen Dienstleistung zu sprechen,wenn mir die anatolische Frisörin meine Haare schneidet.
    Also der Maßanzug vom Direktvermarkter läßt natürlich weniger Spielraum für Betrügereien-aber aus dem gleichen Grund der Hyperverbindlichkeit bin ich überzeugt,dass die Schneiderin dem Don diesen Gefallen nicht tun würde.

  77. Prince Matecki, gibt es in der...
    Prince Matecki, gibt es in der Bundeswehr denn nicht mehr den guten alten Wolf? Der Bataillonskommandeur hatte glaube ich einen Oppppppel Omega. Aber, ich hatte ja nur den gemeinen Grundwehrdienst und bin da nur ab und an mitgefahren (habe mich blendend mit meinem Spiess verstanden, war ja auch sein persönlicher Sklave). Wir sind mit dem Wolf auch auf der Autobahn gefahren; Einzelfahrten in ein Bw-Krankenhaus (hat man den Blödsinn eigentlich nun abgeschafft?).
    Ich erinnere mich dunkel daran, dass der Wolf auch in der Werkstattt des Bat. repariert werden konnte. Ist das heute etwa nicht mehr so? Oder achtet man neuerdings auf den Verbrauch der Autos? Wenn das mit den Autos in der Bw nun schon genauso schlimm wird wie mit der Munition, dann sehe ich schwarz für unsere Wehrkraft.

  78. Heute zu ersten Male im...
    Heute zu ersten Male im Gruselkabinett des Dokkters!
    Entschuldigen Sie, werte Leser, meine Aufdringlichkeit – es ist wohl der Doppelsprit ein selbstgebrannter Old Tom, hab ja kein Auto, der meinen Übermut treibt, mich hier zu ereifern.
    Im preussischen Falchland gabs bekanntlich fast nischt – ausser Kartoffeln.
    Gleichwohl gibt es hier noch Stoffe wie ein Deutschleder, ein Gabardine, ein Kammgarn…also festes Zeug, aus denen ein paar kundige Schlesier noch heute einen Rock für den Herrn nähen können. Für armselige Zeiten, gereicht eben eine Hülle, die eher an schnörkellosen Mörtelputz erinnert , als hinterlüftete Marmorfassaden.

  79. Don Alphonso,
    sollten Sie...

    Don Alphonso,
    sollten Sie tatsächlich darniederliegen, darf ich Ihnen gute Besserung wünschen und Ihnen eine spannende Lektüre zu meiner heimatlichen, alpinen Bananenrepublik empfehlen. Überhaupt empfiehlt es sicher immer Florian Klenk zu lesen, auch wenn er eben nicht für Le monde diplomatique schreibt:
    http://www.florianklenk.com/2009/10/brief_aus_wien.php

  80. @Filou Also in der...
    @Filou Also in der Besatzungszeit hat man versucht Schlösser und andere Kulturdenkmäler weitgehend zu schonen. Die alliierten Bombenangriffe auf Brücken, Bahnlinien und Straßen zur Vorbereitung der Invasion haben einiges zerstört. Aber dafür liegt nun gerade Chambord eigentlich etwas zu weit weg von solchen Zielen, und für Schäden beim Vormarsch 1940 eigentlich auch. Gelegentlich hatten sich deutsche Stäbe in solchen Schlössern einquartiert, aber für Chambord wüsste ich das auch nicht. Bekannt ist ja La Roche – Guyon wo sich Rommel einquartiert hatte.
    @Dipsy, nunja, Heeresbataillone haben noch Wölfe, aber das Hohe Haus fährt überwiegend handelsübliche PKW. Beim Elbhochwasser war ich noch Chef des Stabes im Norden, da durfte ich dann am 3. oder 4. Tag auch raus und das Elend und die Deichsicherung anschauen. Da war ich dann natürlich auch im Wolf unterwegs. Ansonsten leasen wir die PKW (überwiegend silbermetallic) über eine Tochterfirma ( Bundeswehr und ein ziviler Partner) und kleben mit Folie „BwFuhrparkservice“ bzw. das Logo drauf. Das geht dann alles über Zentralen die auf Bw-Neusprech „Mobilitätscenter“ (was für ein Denglisch!) heißen. Meine Vorzimmerdame schickt ein Fax und wir bekommen ebenso die Bestätigung und dann steht das Auto vor der Tür (meistens, hoffentlich).
    Das geht in der Tat bis runter in die Truppe so und betrifft inzwischen auch „teilmilitarisierte“ Fahrzeuge mit Spezialausstattung oder Allrad für das Gelände.

  81. Ich liege. Und danke. Morgen...
    Ich liege. Und danke. Morgen geht es hier hoffentlich weiter.

  82. @princeMatecki: Immer wieder...
    @princeMatecki: Immer wieder schoen, mit Ihnen zu plaudern. Was die Einschlaege in besagter Mauer betrifft, werde ich mich bei Gelegenheit sachkundig machen.
    Ueberall findet man Zeichen, die Geschichten erzaehlen koennten. Sowas finde ich staendig. Das kommt davon, wenn man jahrelang mit Archaeologen zusammen arbeitet; diese Leute koennen aus einem rostigen Nagel ganze Familiengeschichten entwickeln.

  83. @Lieber Don
    erwarte ungeduldig...

    @Lieber Don
    erwarte ungeduldig Ihren nächsten Text, aber trotzdem: Erst gesundwerden, dann wieder anstrengen. Einfach mal einen Tag Pause machen, nix schreiben, nix denken…

  84. hans meier
    hat, wie immer,...

    hans meier
    hat, wie immer, recht.

  85. Schwarzer Tee, mit ganz wenig...
    Schwarzer Tee, mit ganz wenig Zitrone, Honig und Zucker ( sowohl als auch, der Ansatz ist unterschiedlich, Glukose fördert die Flüssigkeitsresorption, der Honig ist schwach antibiotisch) kann ich in jeden Fall empfehlen.
    Ich hoffe die Buchmesse war nicht so schlimm.
    Gute Besserung Don Apphonso!

  86. <p>Zu spät, ich bin schon...
    Zu spät, ich bin schon dran. (es hat sich einfach aufgedrängt, eigentlich sogar zweimal)

  87. Mehr Tiefgang bitte!
    Da bin...

    Mehr Tiefgang bitte!
    Da bin ich nun wieder aus Kreta zurück – ach ja, hatte das ja nicht mitgeteilt, das Reiseziel; und damit hätte sich auch die Frage von Hugoservatius erledigt: nein, mit dem Wohnmobil war ich nicht dort, ich habe gar keines mehr! – und lese nun folgenden Satz:„Und hätten die besitzenden Fonds für die Finanzierung der Geschäfte die Sparkasse genommen, und nicht, wie in diesem Geschäft zwischen Zürich und London heute üblich, eine Bank, für die Europa weit entfernt ist, könnte es vielleicht noch eine Weile so weiter gehen…“
    Das einschränkende „vielleicht“ ist es, was mich diesen Satz gerade noch so ertragen lässt. Oder ist das wirklich Ihr Glaube, lieber Don Alphonso, oder ehe nur ein die Vergangenheit nicht bewältigen wollendes (die Gegenwart nicht begreifen könnendes) Geseufze?
    Jetzt mal abgesehen von den zumeist ebenso kriminellen Geschäftsgebaren der Sparkassen in dieser nun vorerst letzten Finanzkrise, kann es doch nicht angehen, dass sie glauben (machen wollen), dass eine nationalistische Politik die Alternative zur Globalisierung ist!
    Da wären Sie ja fast bei Lafontaine?
    Mein Gott, hat mir das gut getan, 14 Tage keine Zeitung lesen, keinen Computer anmachen. Hat es mich doch jetzt wieder, dieses mich anöden wollende Dasein als Kritiker solcher und ähnlicher Halbheiten.
    Was macht denn einen Lafontaine (oder auch einen Gysi) so gefährlich? Doch nicht, dass er ein Linker ist, das glauben doch nur die, die die Kinder immer noch vor dem „schwarzen Mann vor der Tür“ zu erschrecken suchen. Nein, dass er eben kein Linker ist, sondern ein rechter Populist, mit abgestandenen altlinken – also als solche eben keine linken – Sprechblasen vor sich her pustend.
    Und hinter solchen Sprechblasen, da finden wir sie, all jene, die glauben machen wollen, dass man das Kapital mit dem Kapital bekämpfen könne. Mit der Bundesbank gegen den Rest der Welt. Wenn es da nicht einen Clown, namens Sarrazin geben würde, man müsste es fast glauben.
    Aber dort herrscht längst der deutsche Spießer. Der, der den Kleinbürger – den Mittelstand – gegen die Türken, Araber und sonstigen Moslems zu schützen vorgibt.
    Wen wundert es da noch, dass dieser Sarrazin ein Sozialdemokrat ist, so wie Lafontaine eben auch einer war, und immer noch ist? (Siehe: http://blog.herold-binsack.eu/?p=444.)
    Es ist unglaublich, wie diese Mafia des Kapitals sich jedermann als Biedermann anbiedert.
    Also lieber Don, wo bleibt Ihr Tiefgang? Oder wollten Sie uns da einfach nur mal testen, inwieweit wir „nachdenken“? Ist ja der Titel Ihres Themas!
    Ach ja, wenn wir schon mal beim Thema Mafia sind – und Griechenland, wo ich gerade herkomme: Es ist übel, noch übler, was dort so vor sich geht. Nicht nur, dass die Kreter, so wie der Rest der Griechen ihre wunderschöne Insel zum Meer hin zubauen (man kommt nur durch den Seiteneingang gewisser Hotels an den Strand!) so nehmen sie ihr Volk, im Namen des Euros auch gewaltig aus. Das Leben ist teuer dort, so teuer, dass es einem als Deutschen geradezu erbarmt. Noch scheinen wir als die Gewinner dieser Globalisierung, der vorerst europäischen. Während hier die billigste Butter für 80 oder gar 70 Cent zu bekommen ist, ist sie dort unter 1,80 Euro nicht zu haben, die gleiche Butter. Und der deutsche Bauer, so ärmlich seine Verdienste im Moment auch sind, seine Milch wird dort auch angeboten, bei Lidl und Co. – Nicht zum selben Preis, wie hier, ein wenig teurer, aber konkurrenzlos billig, gegenüber den griechischen Produkten.
    So weit zum Thema Nationalismus, Globalisierung, die Rolle der Banken, die Konkurrenz und die Mafia.

  88. Ach, Tiefgang.... das hier ist...
    Ach, Tiefgang…. das hier ist nur Geplauder. Und unterschätzen Sie mal die Stadtsparkassen nicht, wenn es Druck von oben gibt, so eine Rettung durchzuführen, weil es eine Schande für die Vorzeigeregion ist. Ob das gut ist, weiss ich auch nicht, aber es ist so.

  89. Wieso unterschätzen?
    @Don...

    Wieso unterschätzen?
    @Don Alphonso: Ich rechne das Ihrer Erkältung zu, dass Sie offenbar selbst nicht mehr wissen, wie tief auch Ihr Geplauder sein kann. Also: ich sehe da grundsätzlich keinen Widerspruch. Man kann nämlich oberflächlich und eben auch mit Tiefgang plaudern. Und was die Sparkassen angeht, verstehe ich nicht ganz Ihren Einwand. Ich dachte eher, Sie würden mir vorwerfen, dass ich sie überschätze. Aber unterschätzen? Um es deutlich zu machen: Sparkassen wie Landesbanken sind nicht nur geeignete Kader für die Politik, sondern selbstredend hängen sie auch an deren Gängelband. So wäre eine Frankfurter Sparkasse ohne die Einlagen und Transaktionen der Kommune Frankfurt/Main kaum eine Bank zu nennen, trotz ihres enormen Filialnetzes. Sie ist definitiv nicht nur die Hausbank, sondern quasi die Hofbank der Stadt Frankfurt. Und was zum Beispiel die WestLB im Zusammenhang mit den Mächtigen in NRW für eine Geschichte hat, muss ich hier ja nicht mehr loswerden. Hier stellt sich das Machtverhältnis etwas anders als gewöhnlich dar. Nicht diese Banken sind selbständige reale Machtfaktoren, sondern nur über jene sind es vor allem gewisse Politiker. Politiker, die sich damit ihren ganz persönlichen Anteil am Kapital, resp. am Finanzkapital verschaffen. Das Verhältnis zwischen Politik und Kapital wird über gewisse Landesbanken und Sparkassen neu definiert. Die Spitzen der Politik sind somit nicht mehr nur Offiziere des Kapitals, sondern unmittelbarer Teil hiervon. Aber auch das Privatkapital hält sich so manche Sparkasse. So zum Beispiel die Familie Quandt die Taunussparkasse. Auch dadurch wird ein wenig an den üblichen Machtverhältnissen zwischen Kapital und Finanzkapital gedreht. Genau genommen ist allein dadurch das Haus Quandt Finanzkapitalist, und viel weniger produktives Kapital, trotz dessen Anteile an BMW und Co.
    Aber Sie haben natürlich recht, das alles ist nur Geplauder, denn eine Analyse ist das definitiv auch nicht. Denn diese müsste aus der gesamten Kapitalswirklichkeit heraus die Rolle jener Sparkassen und auch Landesbanken erfassen und nicht umgekehrt, die Rolle von Teilen der Kapitalswirklichkeit aus den Sparkassen heraus.

  90. Lieber Don Alphonso,

    B. (die...
    Lieber Don Alphonso,
    B. (die Firma) ist Geschichte, B. (der Unternehmer) privat im zweiten Frühling, sagt man. Die Welt dreht sich weiter, trotzdem zu Recht fragen Sie: „Was lief früher gut und warum läuft es heute nicht mehr gut ?“
    Bin selten auf Tour / Suche nach Modeartikel zu finden, deshalb hier die Sicht der Dinge. Meine Sicht der Dinge. Kleidung ist nicht mehr Kleidung, Kleidung ist im Neudeutschen „Mode“. Gekauft wird zwischendurch, wenns Geld für die große Anschaffung nicht reicht wird ‚zwischendurch geshoppt‘. ’shopping‘ (also das Einkaufen in kleinen Dosen) muss natürlich erschwinglich sein. Wozu es früher einen Familienausflug zu B. (der Firma) bedarfte, kann heute in der Mittagspause erledigt werden. Wozu früher Geld und gute Ware den Besitzer wechselte, wechselt heute Geld und billige Ware den Besitzer.
    Ermöglicht haben dies ‚pimkie‘, ‚H&M‘, die Outlets, auch die Disneyland-Verarsche im Nordosten der kleinen dummen Stadt. Wie man an den Horden degenerierter Jugendlicher sehen kann, sehr wirkungsvoll. Ware und Geld wechseln den Besitzer in immer kürzeren Zeiträumen, in immer kleineren Dosen. Den Jugendlichen will man diese Vorgänge eigentlich gar nicht vorwerfen, eher den häuslichen Vorbildern. Die haben schließlich vorgelebt, wie’s geht. Konsumverhalten und so.
    Kurz gesagt: Geld anhäufen für den nächsten Großeinkauf beim lokalen Schneider des Vertrauens, diesem damit einen Fortbestand und Planungssicherheit zu geben ist out. Qualität definiert sich in der Stadt der Autodominanz des Individualverkehrs, durch Metall, nicht in Textil.
    Abschließen will ich mit einem Gedanken zu den Sparkassen. Zum Spaß bin ich vorstellig geworden, im neuen Prachtbau an der JVA Lehmann. Einen Kredit zu bekommen für den neuen Wagen aus dem Premium-Segment, ist recht einfach. Verständnis, eine gute Entscheidung sei das. Aber um Himmels Willen, erwähnen Sie nicht, sie wollen einen kleinen Kredit über 4000 EUR für Textilien ausgeben. Benutzen sie den Terminus der Sparkassen: ‚Sonstiger Konsum‘. Und erwähnen Sie um Himmels Willen nicht, sie wollten lokale Textilhersteller – wie B. (die Firma) – damit unterstützen, während sie sich selbst repräsentativ und abseits von leger einkleiden wollen. Kopfschütteln und Diskussionen mit Worten wie ‚Wiederverkaufswert‘ lassen einen verzweifeln.

  91. allerdings: der alte TT war...
    allerdings: der alte TT war ein meilenstein erster klasse. was man von dem neuen modell leider überhaupt nicht sagen kann, obwohl die inneren qualitäten sehr wahrscheinlich alle besser geworden sind. ich sage mal: achslastverteilung!

  92. Sehr geehrter Herr Alphons,...
    Sehr geehrter Herr Alphons, verehrte Kommentatoren,
    in Ihre Kleiderdiskussion will ich mich nicht einmischen, ich trage weder Byblos noch Bäumler und über meine Plünnen rede ich nur mit meinem Schneider, aber zur Audi-Beschimpfung muß ich etwas sagen:
    Das Audi-Design war bis vor einigen Jahren absolut führend im sogenannten Premium-Segment, BMW hatte Herrn Bangle, darüber schweigt des Dichters Höflichkeit und das Mercedes-Design ist seit dem Weggang von Bruno Sacco sowieso in Beliebigkeit versunken, den CLS und das G-Modell einmal ausgenommen.
    Dagegen war (und teilweise ist) das Design bei Audi zeitlos, funktional und teilweise sogar avantgardistisch, insbesondere der alte TT war die 1:1-Übersetzung einer Designstudie und auch das Interieur zählt bis heute zum schönsten, was man diesseits von Bentley und Bugatti kaufen kann.
    Der Purismus ist in der letzten Zeit leider abhanden gekommen, doch im Vergleich zu BMW oder Mercedes ist das Audi-Design immer noch um Lichtjahre besser.
    Und fahrerisch geben sich die drei Marken sowieso wenig.
    Und als Tip für Ihre Eltern (Sie sehen, ich fühle mit Ihnen, hatte vor kurzem das gleiche Problem, als mein Vater beschloß, daß sein alter Jaguar nunmehr zu schade für den Alltag sei…): VW Phaeton, fährt perfekt, ist perfekt verarbeitet und ist ein wirkliches Understatement-Auto, alle Nachbarn denken, es sei ein Passat, nachdem man über die neuzeitlichen Jaguar-Modelle den Mantel des Schweigens hüllen sollte, bleibt einzig der Phaeton als das Luxusauto des Intellektuellen.

  93. Ingolstaedter Geisterfahrer,...
    Ingolstaedter Geisterfahrer, das ist sicher richtig, allein: es gibt wieder Hoffnung!
    .
    http://www.textilwirtschaft.de/news/topnews/pages/show.php?id=60137
    .
    Schon erstaunlich, dass es die Briten sind, die Bäumler retten wollen. Man sollte meinen, die hätten genug eigene Marken, aber offensichtlich ist der Ruf der Firma besser, als man es hier vielleicht glaubt.

  94. Ja, der alte TT... wenn die...
    Ja, der alte TT… wenn die Preise erst mal am Tiefstpunkt sind, dann werde ich vielleicht auch schwach. Eines der wenigen Fahrzeuge, die mir geschlossen besser als offen gefallen.

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