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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Unlockere Frauenzimmer und andere seriöse Heiratsschwindler

| 165 Lesermeinungen

Früher war alles besser. Der Himmel war blauer, das Wasser frischer, die Männer noch Männer und es gab noch Anstand und Ordnung. Und selbst, wenn es mal keinen Anstand und Ordnung mehr gab, wie etwa beim stürmischen Auf- und Abtritt von Heiratsschwindlerin und Mitgiftjäger, war es immer noch besser als heute, da sich deren Nachfolger nicht zur Abreise entschliessen können, sondern langweilig und spiessig bleiben, wo sie sind, und stören.

Ihre Augen waren schiefergrau und fast völlig ausdruckslos, als sie mich ansahen.
Raymond Chandler, Der grosse Schlaf

Den Zustand  einer gesellschaftlichen Klasse erkennt man auch an der Zufriedenheit und dem Wesen ihrer Büttel, Nutzniesser und Profiteure; das besserverdienende deutsche Bürgertum etwa machte jüngst Herrn Westerwelle glücklich, und neben diesen offensichtlichen Gewinnern des Zerfalls gibt es auch noch andere, die mit allen Erscheinungen des Niedergangs der Klasse aufwarten: Nirgends wird das so deutlich wie bei der ehrwürdigen Berufung der Heiratsschwindelei, die in der Belle Epoque zwar äusserst gefürchtet, aber auch sehr unterhaltlich war: Auf Bällen konnte man die neuesten Skandale verplauschen und Konkurrenten anschwärzen, und wenn dann so ein junger Leichtsinniger oder eine falsche Gräfin den Zug nahm, Schulden hinterliess und den Familienschmuck an einem fernen Badeort versetzte, hatte man eine jener runden Geschichten, in denen alles vorkam, was man selbst nicht erdulden, sehr gern aber hören wollte.

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Das ist natürlich heute längst vorbei. Schuld sind moderne Ermittlungsverfahren und fälschungssichere Pässe, ein starker, gesetzesgespickter Staat und die nicht mehr vorhandene Angst der Betrogenen vor der gesellschaftlichen Ächtung. In einer Zeit, da auch in den besseren Kreisen die Scheidung die Normalität ist, werden Flüchtige nicht mehr verschwiegen, und niemanden würden sie mit geklautem Vermögen an die Riviera reisen lassen, um einen Skandal zu verhindern.

Auch ist es nicht mehr so leicht, heute Raubgut zu versilbern. Früher hängte man das Vermögen in Schmuck an Frauen, heute hängt es, wenn man Pech hat, als Leipziger Schule wertlos an der Wand, oder steckt in virtuellen, ähnlich wertlosen Aktien und Derivaten auf Bankcomputern. Der letzte in unserer kleinen, dummen Stadt aktenkundig gewordene Fall, die in die Schweiz entfleuchte Gattin eines Elektromittelständlerserben, vertraute irrigerweise darauf, nach der Konto- und Safeplünderung trotzdem gefahrlos deutschen Boden betreten zu können. Kreditkarten sind mit einem Anruf gesperrt, Tafelpapiere werden nicht mehr ausgegeben, und wer sich mit Altbeständen erwischen lässt, hat schnell die Steuerfahndung am Hals. Kurz, man kann kaum so viel erraffen, wie in Zeiten wie unseren nötig wäre, das nächste Opfer zu finden und auszuplündern.

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Ungeachtet dessen ist der Heiratsschwindel nicht ausgestorben; vielmehr ändert sich seine Strategie. Und so, wie das Bürgertum nicht mehr Bälle bevölkert, selbst in der Oper schlecht angezogen die Nase kratzt und sich auch sonst mausgrau und bescheiden gibt, schlichte Kleidung trägt und mit dem Rollensack anstelle des Überseekoffers verreist – genau so hat sich der Heiratsschwindler angepasst. Nicht mehr der strahlende junge Mann mit den überschliffenen Manieren ist das Problem, oder das blonde Unheil in mondäner Aufmachung. Nein, wie man in den letzten Wochen hier bei uns vertratschte, ist der moderne Heiratsschwindel mausgrau, unauffällig und ein Garant für bürgerliche Werte.

Und, so erkennt man jetzt, vor allem nicht mehr flüchtig. Heiratsschwindler der alten Schule waren irgendwann weg, hinterliessen einen Schaden und schlimmstenfalls ein Kind, das man in einem Internat versteckte. Ihre modernen Nachfolger bleiben da, und gedenken langfristig zu profitieren. Ihre Strategien sind auf lange Zeitläufe und gleichbleibende Gewinne angelegt, sie haben Zeit, und zu einem grossen Knall kommt es fast nie, so dass auch kaum etwas darüber zu berichten wäre – gäbe es nicht die Finanzkrise.

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Denn der männliche Heiratsschwindler der Moderne sieht nicht nur so aus wie ein Anlageberater – er ist auch einer. Kaum hat er eingeheiratet, beginnt er an den Anlagen der Familie zu mäkeln, macht andere Vorschläge, die er in billigen Anlegerschundheften oder gar der FTD gefunden hat, verweist auf die höhere Rendite exotischer Fonds und lässt die Tochter stets wissen, dass seine Idee inzwischen schon enorm viel eingebracht hätte. Nach einer Weile wird der Druck so hoch, dass man ihm, um Ruhe zu haben, einfach einen Teil des Vermögens überlässt, das er anlegt und jeden Papiergewinn gleich in Realgeld wieder verpulvert. Das geht mal gut und mal schlecht aus, aber schwierig wird es erst, wenn das Geld wieder an anderer Stelle gebraucht wird, und die Welt in der aktuellen Finanzkrise steckt. Dann sind nicht nur die Scheingewinne verloren, sondern auch das eingesetzte Kapital. Verloren auch jedes böse Wort, denn die dumme Kuh von Tochter würde leiden, ginge man gegen den Nichtsnutz vor, der nebenbei auch die Steuerzahlung verschlampt hat.

Davon hört man gerade hie und da, aber mondän ist das alles nicht. Noch weniger mondän als jene Taktik, mit denen manche Gattin heute in die Familienschatullen greift: Nachdem die Urangst vor der Mitgiftjagd kleiner als die Angst vor der Steuer ist, und gerade auch die Erbschaftssteuer in absehbarer Zeit droht, weicht man oft, getrieben von klugen Freibetragsrechungen der Schwiegertochter, auf Schenkung zu Lebzeiten aus. Besonders geeignet sind hier dank nachlässiger Bewertung Immobilien, und so findet sich manche Schwiegertochter – gerade, wenn es auch um eine spätere Heimat der Enkel geht – als Mitbesitzerin grösserer Villenanlagen wieder. Will sie dann doch lieber auf Mallorca Modeschmuck verkaufen, und braucht sie dort ein Anwesen, fällt ihr ein, dass sie sich auszahlen lassen könnte – warum auch nicht, bleibt doch alles in der Familie. Nein, das ist wahrlich nicht die Blue Train nach Nizza, das ist klein, mies und kommt in den konservativsten Familien vor, die immer nur sparten und auf diese billige Art teuer bezahlen.

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Auch heute noch machen diese Fälle die Runde, man hört davon und kann sich nur wundern: Die Täter sind allesamt eher langweilig und konventionell, ja nachgerade steif und konservativ, es gibt hier auch keine verruchten Künstler oder Lebedamen, zu denen sie das Geld tragen könnte. Es bleibt alles in den Familien, die Fassaden werden bewahrt, niemand erstattet Anzeige. Nur manchmal kommt es dann doch zur Scheidung, und beim zweiten Heiratsmarkt wird später sehr genau geprüft, wen man sich da in die Familie holt. Was im Übrigen aber nicht bedeutet, dass man sich beim neuen Anlauf an die amüsanteren Restbestände halten würde – noch mausgrauer und unscheinbarer sollte der neue Partner sein, denn offenkundig wurde auch der langweilige Erstbetrug von einer Person begangen, die nicht langweilig genug war.

Denn langweilig und gedämpft sind die besseren Kreise, wenn es um Beziehungen geht, und sollte doch jemand an Rattengift im Tee der Schwiegertochter denken, oder an eine Bremsenjustierung beim Schwiegersohn, dann sagen sie das nicht laut. Und tun es erst recht nicht. Die grossen Dramen und Gesten bleiben aus, man denkt an das Geld und beisst die Zähne zusammen, und nimmt sich vor, möglichst lange zu leben. Denn wie die Heiratsschwindler, so spielen auch die Beschwindelten auf Zeit. So ist das eben, wenn einer Klasse sogar im Betrug die Grandezza fehlt.

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Begleitmusik: In den Zeiten von Ludwig XIV war das natürlich noch ganz anders, damals galt die Mitgiftjagd als edler Zeitvertreib und das Auslagern von Partnern als üblich. Die Sterblichkeit war hoch, die Mätressen hielt man sich aus Gewohnheit, und zu finden waren sie im Theater, wo etwa Ballete des berüchtigten Jean-Bapiste Lully aufgeführt wurden. Man darf allerdings davon ausgehen, dass jene vorzüglichen Musiker von La Risonanza, die einige Stücke aus dessen Werk bei Glossa eingespielt haben, heute natürlich sehr viel tugendhafter sind.

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165 Lesermeinungen

  1. Sehr schön beschrieben.
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    Ich...

    Sehr schön beschrieben.
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    Ich frage mich auch schon längere Zeit, woran dieser Mangel (oder die Unfähigkeit?) zur heroischen oder tragischen Disposition herrührt. So würde ich das zugrundeliegende Phänomen jedenfalls bezeichnen.
    Ist es allein das moderne „everything goes“, das tatsächliche Dilemmata unmöglich macht, verhindert?
    Derartig ’schöne‘ Konflikte wie im Cid von Corneille oder später – und hier wohl passender – Innstettens in Effi Briest sind heute kaum noch verständlich und erst recht nicht zu erwarten.
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    Der Anspruch an das, was jene Kreise nach außen (re)präsentieren wollen, scheint erheblich geschrumpft zu sein, so dass er sich nun relativ konfliktarm umzusetzen scheint.

  2. Don, Sie nötigen mir ja am...
    Don, Sie nötigen mir ja am frühen Sonntag schon Mitgefühl mit den höheren Töchtern und Söhnen ab – vielleicht haben mich Ihre schönen Bilder und die wirklich nette Musik in eine milde Stimmung versetzt. Aber wo um alles in der Welt lernt der moderne Heiratsschwindler sein Opfer denn kennen? Ich kann ihn mir beim besten Willen nicht in der Orgelmatinée vorstellen und kenne keinen ungeeigneteren Ort für Faszination und Liebe als meine Bank.

  3. Jung dumm und unglücklich mit...
    Jung dumm und unglücklich mit ihren EnkelInnen der ’68er.

  4. HansMeier555, das gab es schon...
    HansMeier555, das gab es schon immer, und wird es immer geben. Gefühle und deren Benutzung sind ideologieunabhängig.

  5. Was ist mit den Nebenaspekten...
    Was ist mit den Nebenaspekten Ehevertrag und Lebensversicherung?

  6. v.K., nun, ich kenne durchaus...
    v.K., nun, ich kenne durchaus auch solche dramatischen Fälle, mitunter auch aus der Nähe und nicht nur über Getratsche, mit grosser leidenschaft bis in den Tod und darüber hinaus – allein, darüber kann ich nicht mal verbrämt bloggen. Gewisse Geschichten bleiben besser unerzählt. Der Durchschnitt ist natürlich klein und banal, aber war er das nicht immer schon? In Antoine Furetières Bürgerroman wird doch schon vorgeführt, mit welcher krämerischen Kleinheit da agiert, geliebt und verlassen wird. Effi Briest scheint mir tatsächlich leicht veraltet zu sein, aber das liegt vielleicht auch an der Region von Autor und Heldin. Ich weiss etwa, dass sich Romane wie „Eine Frau von dreissig Jahren“ oder „Modeste Mignon“ heute durchaus noch einer gewissen Beliebtheit erfreuen. Und im übrigen auch moderne Entsprechungen haben – wobei ich die Modeste sicher bevorzuge.

  7. Verehrter wazzerpfärdt, wenn...
    Verehrter wazzerpfärdt, wenn der genauso verehrte Don nicht weiter weiss, vielleicht kann Frau Kladden aushelfen; sicher, sie wollte sich nicht verheiraten, aber ihr Gogolo haette vielleicht auch dazu nicht nein gesagt.
    Herrn HansMeier555 bei dieser Gelegenheit einen guten Guten Morgen!

  8. wazzerpfärdt, nach meinem...
    wazzerpfärdt, nach meinem Wissen hat sich die Region rund um Familienferienorte vom Schlage Jesolos in dieser Hinsicht stets bewährt – dort entstand eine der grossen, schrägen Ehe mit Drama der kleinen, dummen Stadt an der Donau. Ansonsten gibt es, sagen wir mal, im jungen Weichbild der besseren Gesellschaft, immer gewisse Leute, die als Freunde von Freunden Zugang finden, und man kann auch nicht bestreiten, dass mitunter in Zeiten der Spätpubertät manch Spross einen Hang zu anderen Schichten entwickelt – auch hier sind mir mehrere Fälle schlecht verlaufender Ehen bekannt. Immer den lockeren Kindern der steifen Gesellschaft nach, da kann man nicht fehl gehen.

  9. G. Schoenbauer, ich denke, das...
    G. Schoenbauer, ich denke, das aussereheliche Verhältnis, über das hier auch noch zu berichten sein wird, ist ein ganz anderer Komplex und findet unter anderen Gegebenheiten statt (wobei ich, wenn ich ehrlich bin, vieles dabei nicht verstehe -aber vielleicht muss man dazu das Joch der Ehe gefühlt haben).
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    HansMeier555, die wichtigste Frage ist für solche Leute die Aufhebung der Gütertrennung. Sobald das mal erreicht ist, ergibt sich alles andere von selbst. Andererseits kenne ich auch Fälle, wo den Jägerinnen reichlich wertlose Anteile an Immobilienfonds überlassen wurde, bei denen nachschusspflicht besteht. Das sind dann die grossen Würfe. Lebensversicherungen sind dagegen allenfalls ein Teil im Strategiemix, um es auf Neudeutsch zu sagen.

  10. Apropos Kladden
    Die...

    Apropos Kladden
    Die Quandt-Töchter waren schon immer sehr aktiv. In den frühen 70ern waren sie die Stars diverser Discos, hier in Bad Homburg. Ein bisschen dumm sind sie ja hin und wieder, diese Töchter reicher Eltern, aber so dumm, wie die Frau Kladden, das hätte hier niemand geglaubt. Denn dieser Kerl, der sich da als Heiratsschwindler einen Namen gemacht hat, machte auf mich nicht den Eindruck, als wäre er das von Beruf. So ein kleiner Gelegenheitsschwindler, das war er wohl, und so einer zieht sich die beste Karte. Es gibt einem zu Denken, wozu die eigentlich noch gut sind, diese Söhne und Töchter aus den höheren Klassen.

  11. Wo die Liebe eben hinfällt -...
    Wo die Liebe eben hinfällt – es gibt da von Alain Rene Lesage ein kleines Buch mit dem Titel „Der hinkende Teufel“, indem Asmodeus, der Zuständige für lächerliche Liebesheiraten, in einer Nacht über Madrid den ganzen Kosmos der menschlichen Triebe und Gefühle erläutert. Wer in der Hinsicht noch nie einen Fehler gemacht hat, muss frigide sein.

  12. @Don
    Ich meinte, die...

    @Don
    Ich meinte, die geschlamperten Verhältnisse sind auch eine Folge des allgemeinen Wertewandels, den wir lose mit 68 assoziieren.
    Die elterliche Einmischung in die Beziehungen und Heiratsabsichten der Jugend ist heute stärker tabuisiert als noch vor 50 Jahren.
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    Die Apothekertöchter: Pharmazie studieren oder einen Apotheker heiraten?
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    @G. Schoenbauer, guten Morgen.
    Die BMW-Erbin mußte wenigstens nicht befürchten, den Typ geschwängert zu haben. Ein Tennisprofi kam da nicht so glimpflich davon.

  13. Bei den Heiratsfeinden, die...
    Bei den Heiratsfeinden, die ich kannte, ist es kurz vor Erreichen der Pensionsgrenze auf eine Thailänderin hinausgelaufen.

  14. "Die elterliche Einmischung in...
    „Die elterliche Einmischung in die Beziehungen und Heiratsabsichten der Jugend ist heute stärker tabuisiert als noch vor 50 Jahren.“
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    Aber nein. Die Methoden haben sich geändert, und die Steuerungsinstrumente werden präziser eingesetzt, das ist aber auch schon alles. (Wenn überhaupt, die letzte Shotgun-Wedding in einer besseren dörflichen Randlage der kleinen, dummen Stadt ist erst ein Jahr her. Und die Mutter des hiesigen CSU-Abgeordneten gab gegenüber dem Rundfunk öffentlich zu Protokoll, sie hoffe, dass ihr Sohn in Berlin nicht eine Frau aufgreife. So ist das bei uns. Berlinerinnen kommen nicht ins Haus.

  15. @Don
    Das ist interessant. Wie...

    @Don
    Das ist interessant. Wie wenig wir doch über die Gesellschaft wissen, in der wir leben.
    Meinen Sie, das ist typisch bayerisch oder wäre in den Westvierteln nördlich des Mains genauso denkbar?
    Und ist das immer-noch so oder schon-wieder?
    .
    In der Zeit, als ich noch intensiv Rundfunk konsumierte, waren solche Interviews kaum vorstellbar. Aber ich begrüße diese Entwicklung sehr. Sie wissen schon, Zuwendung und Distinktion.

  16. Und die Mutter des hiesigen...
    Und die Mutter des hiesigen CSU-Abgeordneten gab gegenüber dem Rundfunk öffentlich zu Protokoll, sie hoffe, dass ihr Sohn in Berlin nicht eine Frau aufgreife.
    .
    da muß sich mutti keine gedanken machen.
    trotz des exotenbonus wird sich wohl kaum eine balinerin an einem csuler „vergreifen“.

  17. Verehrter Don, bedanke mich...
    Verehrter Don, bedanke mich artig für die Antwort. Ich habe leider die falsche Profession und auch nicht genug kriminelle Energie um es auszuprobieren. Daher verallgemeinere ich und behaupte, dass sich Geisteswissenschaftler einfach nicht eignen. Doch eher die Matinée.
    Ich bin darüber hinaus sehr erleichtert zu lesen, dass Sie wegen dieses Blogs vielleicht doch nicht bald Ihre Heimat verlassen müssen.

  18. @HansMeier, obgleich vom Thema...
    @HansMeier, obgleich vom Thema immer noch meilenweit entfernt, darf ich doch kurz daran erinnern, dass unser Bobberle bevoelkerungspolitisch richtig gehandelt hat. Und als ausgesprochener Freund der Wahrheit, hat er es kuerzlich auch richtiggestellt: Es war nicht die Besenkammer, wo ihm der Samen geraubt wurde, es geschah auf einer Treppe zwischen zwei Toiletten in einem Londoner Hotel namens „Nobu“.

  19. Werter Don,
    die meisten...

    Werter Don,
    die meisten Familien jedweder Couleur tendieren entweder in Richtung „Angeheiratete zählen nicht“ oder aber „Beschlagnahmung per Sippenhaft“ inkl. entsprechender Privilegien/Bürden. Ein gesundes Mittelmaß zwischen blindem Vertrauen und übertriebenem Argwohn gibt es selten. Übrigens sind (freiwillige) Vernunftehen nicht die schlechtesten.

  20. @Don
    erzählen Sie uns doch...

    @Don
    erzählen Sie uns doch noch was über die präziser eingesetzten Steuerungsinstrumente.
    Sind die nur finanzieller Natur, oder was gibt es da noch? Und funktionieren die auch, wenn die Kinder evt. auch einen sozialen Abstieg in Kauf nehmen würden?

  21. Und noch eine...
    Und noch eine Frage:
    Diskreditiert man sich als Bewohner Ihres Westviertels eigentlich nicht, wenn man offensichtlich eine andere Person heiratet als die, die man liebt?

  22. In meiner Stadt des Englischen...
    In meiner Stadt des Englischen Fräuleins hatten wir ja auch grade so eine amüsante Geschichte um eine geklattete Society-Dame.
    .

  23. Jetzt arten die Kommentare...
    Jetzt arten die Kommentare noch zu einem Austausch von „Wie manipuliere ich meine Kinder standesgemäße Ehen einzugehen“ aus.

  24. Soziale Aufsteigerinnen sind...
    Soziale Aufsteigerinnen sind halt interessanter als soziale Absteigerinnen. Die gesellschaftlichen Abenteuer der einmaligen Mitford verfolgt man mit Vergnügen, aber wen interessiert schon der unabwendliche Abstieg der unbedarften neureichen Töchter?

  25. Liebe/r Sterngucker,
    was...

    Liebe/r Sterngucker,
    was bitte ist „geklattet“?
    Das ahnungslose wazzerpfärdt dankt für eine Antwort.

  26. "Sie kam auf mich zu und...
    „Sie kam auf mich zu und lächelte mit dem Mund und hatte kleine scharfe Raubbtierzähne, weiß wie frisches Orangenmark und schimmernd wie Porzellan.“
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    Und Chandler der alte Alkoholiker konnte etwas später im Leben seine Romane nur noch zu Ende schreiben, wenn und weil man ihn Unterbewachung in einem Haus einsperrte und ihm dosiert und quasi als Belohnung nur soviel zu trinken gabe, dass er noch (weiter) schreiben konnte… .
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    Und noch später in seinem Leben reiste er nach London, seine Fans dort besuchen: die netten alten Damen aus den Clubs des höheren Bürgertums. Und soff sich dort und danach fast zu Tode, als er erkennen mußte, die wollten ihn auch nur als Phantasie, als Projektionsfläche und rein theoretische Entgrenzungsphantasie eben sollte er taugen, herhalten als eine phantastische Möglichkeit eben bloß in einem eben doch stark lustvoll besetzten Graue-Maus-Spießer-Leben nämlich: „Wir sind Spießer, und wir sind es gerne, sehr gerne sogar, wenn auch insgeheim nur, und man darf es oft öffentlich nicht sagen, das wäre unklug, aber eigentlich wissen wir es alle. und würden alles andere als zumutung nicht nur weit von uns weisen, sondern sogar höchst aktiv bekämpfen, mit allen Mittel unserer Klasse und Schicht.“
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    Toller Blog also, auch wenn wir in manchen Momenten bezweifeln, dass heute so vielles ganz anders ist als damals. Die Masse des Spießertums scheint uns Im Grunde eher unverändert, unveränderlich. Auch damals schon wird es den Typus des Hochstaplers gegeben haben, der durchielt.
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    „Sie blitzen zwischen dünnen, gestrafften Lippen. Ihr Gesicht war fahl und wirkte nicht sehr gesund.“ Zum Glück kommt der Typus „Miss Carmen Sternwood“ wohl auch am Tegernsee bislang noch nicht so häufig vor. Wir stimmen aber zu, dass gewisse dekadente Tendenzen in der Republik steigend vorhanden sein können.
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    Unsere Musik von heute (einen ganz andere Typus Frau zeigend, es sei ausgesprochen): http://www.youtube.com/watch?v=1pJhmnYzGaA (Was eine Frau, eine Stimme nur, vermögen)
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  27. Das Dargereichte und die...
    Das Dargereichte und die dazugehüstelten Besprechungen darum herum sind einmal mehr Zeichen, dass es später Abend geworden ist.

  28. Analphabeth aus D., ja, ich...
    Analphabeth aus D., ja, ich weiss, entsetzlich niveaulos, das alles. Aber so ist es nun mal in diesen Kreisen – alles eitel.
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    perfekt!57, in gewisser Weide könnte man den Bel Ami als einen solchen Dauerschwindler anführen; ein chancen. und geschmackloser Exsoldat, der sich nach oben boxt und schläft, bis er dann am Ziel eine langweilige Frau aus durchdünkelter Familie heiratet.
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    Ansonsten sollte man alle 2 Jahre mal wieder die grossen Romane von Chandler und Hammett zur Hand nehmen und hier besonders die Rote Ernte und die Kleine Schwester. Sehr fein, sehr aktuell.

  29. dunnhaupt, das hängt...
    dunnhaupt, das hängt vielleicht davon ab, wie farbig man das ausgestaltet, und an welche Triebe des Publikums man appeliert. Mir würde dabei „Die Rache einer Frau“ von Jules Amédée Barbey d’Aurevilly einfallen. Oder auch „Die Viertel der Reichen“ von Aragon. Auf deutsch, von Deutschen? Da müsste ich erst mal nachdenken.
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    Tristan, das ist ein hochspannendes und wichtiges Thema, absolut, oh doch.

  30. Sterngucker, das ist fein. Ich...
    Sterngucker, das ist fein. Ich kann hier leider nur den gerichtsnotorischen Bordellbesucher mit Kinderpr0ndatein auf dem Rechner bieten, wenn es um kriminelle Aspekte geht.
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    HansMeier555, die Frage ist berechtigt, aber gleichzeitig ist es im Westviertel schwer. Leute kennenzulernen, die nicht aus dem Westviertel kommen. Dazu hatte ich den Eindruck, dass auch die dortige Jugend Interesse an Gleichartigen hatte; das ergibt sich durch Hobbies, Treffen, Kontakte, Zufälle… es ist halt so. Ist es schlecht? Ich weiss nicht.

  31. Well, well, well! Chandler und...
    Well, well, well! Chandler und thailaendische Ehefrauen. 68 war so ein starker Treibsatz, da fliegt die Rakete immer noch. Trampen durch Deutschland, arbeiten wie Zapf in Berlin, zur Maueroeffnung rufen: „Wir wollen rein“( inne DDRae ), da treibts ein‘ im Alter raus aus Deutschland. Es gibt ein Leben nach…

  32. Hmm, statt Joan in Woodstock...
    Hmm, statt Joan in Woodstock bevorzuge ich eher John Fogerty, in Jeans und Holzfellerhemd…warum, na in dem Outfit kann man als jetziger Wirtschaftsminister auffer Loveparade seine Zukuenftige treffen. Silberschale trifft Traubenschere? Na das schafft jedenfalls Platz fuer Lebensentwuerfe, der vorher nicht da war.

  33. Aus welcher Stadt auch immer...
    Aus welcher Stadt auch immer ich kommen mag, dort spritzt sich die jeunesse doree vor Langeweile Heroin. Nicht standesgemäße Ehen sind nicht das schlimmste was den höheren Töchtern und Söhnen zustossen kann.

  34. Mein Tip: Es gibt sie noch,...
    Mein Tip: Es gibt sie noch, die „echten“ Heiratsschwindler, genauso wie die anderen Hochstapler der guten alten Zeit. Dazu muß man nur nach Wien fahren und sich zumindest am Rande der Kreise bewegen, die dort seit seit 400 Jahren den Ton angibt. Da tummeln sich mehr Esterhazys und Andrassys als im Gotha stehen…

  35. Bei der Klatten fehlte es...
    Bei der Klatten fehlte es einfach an Zuwendung und Distinktion gepaart mit einem einem zeitweiligen Überangebot von Gnade.

  36. schade, daß ich für ihren...
    schade, daß ich für ihren beitrag ‚Der unmögliche Bank Run auf Bürgerkonzern Deutschland‘ zu spät dran bin. deshalb möchte ich hier kurz bezug darauf nehmen und meinen vorschlag äußern. der bank run auf den staat ist durch uns alle und sehr einfach möglich: die kollektive kündigung. alle schließen gleichzeitig einen aufhebungsvertrag mit ihrer firma ab, melden sich arbeitssuchend und beantragen arbeitslosengeld. die ganze aktion hätte sowohl heilende als auch reinigende effekte. zuerst würde die arbeitslosigkeit von ihrem stigma befreit werden. die arbeitgeber würden vom permanenten und widersinigen druck befreit, ihren angestellten arbeit bei kontinuierlich sinkenden löhnen für die herstellung von waren mit exponentiell steigenden preisen abzutrotzen. der sozialstaat und seine behörden hätten endlich gelegenheit, ihre leistungsfähigkeit zu beweisen. positive effekte auf die volksgesundheit infolge des fehlenden stresses würden das gesundheitssystem entlasten. das lohngefüge würde sich den realitäten des deutschen alltags anpassen. jeder möge diese liste für sich selbst in gedanken fortsetzen…

  37. Byron, ich denke auch, dass...
    Byron, ich denke auch, dass man, den entsprechenden Charakter vorausgesetzt und mit dem Willen zur Ehe gesegnet, lieber gleich eine Vernunftehe eingehen sollte, als sich grossartig enttäuschen zu lassen, wenn die Gefühle allein nicht tragen. Allerdings scheitern auch genug Vernunftehen (und ich würde meinen, dass der Vernunftanteil in unseren Zeiten ohnehin relativ hoch ist).
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    HansMeier555, was die Instrumente angeht: das wäre mindestens ein eigener Beitrag. Oder gleich ein Buch.

  38. Don Carlos, grossartige Idee,...
    Don Carlos, grossartige Idee, allein, dann müsste ich auch bei der FAZ kündigen, und das wäre dann weniger fein. Trotzdem, das müsste man glatt mal durchspielen. Vermutlich gäbe es nach zwei tagen entweder bessere Jobangebote, oder arbeitgebernahe Konservative finden mit einem Schlag Überfremdung mit Arbeitswilligen doch nicht mehr so schlecht.
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    gretel, ach ja, der selbsternannte Adel und Adoptivadel. Ein grosses Thema, elend und schillernd zugleich. Das geht aber nur in grossen Städten, hier auf dem Land wachsen die Adligen nicht auf den Bäumen, und die, die es gibt, ach je, also, das führte hier zu weit. In Wien hat ohnehin vieles überlebt, ich fand das sehr beängstigend, dort Metternich lebend anzutreffen.

  39. Generell zum Thema...
    Generell zum Thema Heiratsvermittlung und Fernost: Wohl hört man da von dem ein oder anderen Fall woanders, aber im Westviertel wäre das undenkbar. Ausserdem finden vermögende ältere Herren meistens jemanden, besonders, wenn keine anderen Erben da sind.
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    Tristan, gut, es gibt diesen Korridor zwischen 12 und 24, da gibt es fraglos Verluste im besseren Genpool. Nach 24 kann eigentlich nicht mehr viel passieren, dann beginnt die Angleichungsphase an die Eltern – und dann kommen eben auch die Ehen. Wobei ich den Alkohol wegen der Breite des Missbrauchs eigentlich als die grössere Gefahr erachte.

  40. @Don:
    Erst ein Beitrag, dann...

    @Don:
    Erst ein Beitrag, dann das Buch. Aber nicht zulange warten, der Countdown läuft und ich bin da selber nicht ingeniös genug.
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    Ist Heiratsschwindel nicht sowieso überholt — im Zeitalter der Millionenabfindungen? Dann werden die Erbinnen der Firma reibungslos und legal nicht nur um einen Anteil am Firmenkapital, sondern auch noch um ein paar romantische Augenblicke betrogen.
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    Es ist alles so traurig. Daß hat auch damit zu tun, daß es in unserer Gesellschaft (außer lose rumzubloggen) für Erwachsene außer Pseudoberufs- oder Pseudowohltätigkeit einfach keine naheliegenden und angemessenen Freizeitbeschäftigungen mehr gibt.

  41. es spräche nichts dagegen,...
    es spräche nichts dagegen, die arbeitspause zeitlich zu befristen. in jedem falle würden während dieser phase alle karten grundlegend neu gemischt und es gäbe einen erfrischenden hunger nach arbeitskräften. genau das gegenteil dessen, was regierung, wirtschaft und medien versuchen zu verhindern, indem sie für eine verknappung der arbeitsplätze sorgen, bei gleichzeitiger erhöhung des drucks zur annahme eines ‚arbeitsplatzes‘ (bei dem dadurch entstehenden abwärtsdruck auf die löhne nur als fron zu bezeichnen). möglicherweise findet der eine oder andere während dieses innehaltens und der damit verbundenen einkehr neue betätigungsfelder, was ihm in der täglichen tretmühle nicht möglich war. meine theorie ist ohnehin: das geschwafel von ‚leistungsgesellschaft‘, ‚fördern durch fordern‘, der soziale druck durch hartz IV sowie das beständig über uns schwebende damoklesschwert einer horrenden staatsverschuldung sind nur ein ersatz für die in der aufklärung abgelöste apokalypse, mit der bis dahin die massen kontolliert, gelenkt und ausgeplündert wurden. stichwort: für die aufrechterhaltung unseres derzeitigen lebensstandards werden nur allerhöchstens 20% der arbeitenden bevölkerung benötigt! ich denke, wir können uns alle kurzzeitig eine pause gönnen, während sich unsere gewählten vertreter und unsere (staats)diener in unserem auftrag des problems der krise annehmen.

  42. ...
    Passt!
    http://www.youtube.com/watch?v=X6dl-1cybvU&NR=1
    .
    Sauft aus, und schmeisst die Glaeser an die Wand,
    es gibt kein‘ Gott und doch beschuetze
    er das liebe Vaterland.

  43. @Don Carlos
    "stichwort: für...

    @Don Carlos
    „stichwort: für die aufrechterhaltung unseres derzeitigen lebensstandards werden nur allerhöchstens 20% der arbeitenden bevölkerung benötigt! “
    Volltreffer ! Genau so ist es. Der Rest redet sich die eigene Wichtigkeit zwecks psychischer Aufrechterhaltung seines kümmerlichen & jämmerlichen Erdendaseins krampfhaft ein…und beglückt sich mit all den kleinen, aber gesellschaftlich gern gesehenen Scheinarbeiten.
    Ich hatte immer schon das Gefühl, dass all die grauen Mistadobalina-Vorort-Pendler eigentlich tief in ihrem Herzen gerne im Stau stehen… :-)

  44. Verehrter Don,
    darum heiratet...

    Verehrter Don,
    darum heiratet man unter sich.
    Alles wird geregelt und jeder weiß wohin er gehört. Und auch das Familiensilber (u.a. die wunderbaren silbernen Visitenkartenschalen) bleibt der nächsten Generation, die sich auch verpflichtet fühlt. Und ein Ehevertrag ist der wirklichen Liebe nicht abhold, sondern beruhigt zwei Familien aufs Unendliche, auch wenn die Liebenden im Überschwang der Gefühle und meist Jugend (beim ersten Anlauf) das nicht immer sehen wollen.
    Darum Vorsicht vor den grauen Mäusen.

  45. Betuchten Damen, die es mit...
    Betuchten Damen, die es mit einem Anlageberater als (potentiellem) Ehegatten zu tun haben, empfehle ich, mit selbigem einen entgeltlichen (ja, richtig – wat nix kost, dat is auch nix) Beratungsvertrag abzuschließen und in diesem Zusammenhang darauf zu achten, dass eine Vermögensschadenshaftpflichtversicherung mit ausreichender Deckung vorliegt.

  46. Wehrter Don,
    Mutter von und...

    Wehrter Don,
    Mutter von und zu, Vater auf und davon, scheind heute ja
    nicht mehr die Regel zu sein. Doch der Schwindel wird bleiben
    in welcher Art auch immer.
    Es ist nur schade, das es keine Bälle mehr gibt auf denen dieses
    Thema noch einen Abend füllen konnte.
    So wird das Leben „Maus grau“ und sehr langweilig.
    Es sei den, ein älterer Herr oder eine Dame fangen an, aus dem
    Nähkästchen zu plaudern.
    Herzlichst P.

  47. @miner, Don Carlos,

    in der...
    @miner, Don Carlos,
    in der modernen sozialen Marktwirtschaft geht es nicht mehr darum, das BSP oder die Profitrate zu steigern, sondern darum, sich den Geist und die Seele der Unterworfenen einzuverleiben.
    Marx hat das im Prinzip erkannt, aber nicht klar genug herausgearbeitet.

  48. Um den unmögliche Bankrun zu...
    Um den unmögliche Bankrun zu ermöglichen, müsste man nur die Mitgliedschaft handelbar machen. Im nahen Afrika lassen sich mit einiger Sicherheit Preise erzielen, die eine Ablösung der Schulden selbst für Berliner (ca 37TEUR) ermöglichten. (Eine bayrische ist natürlich ab 24TEUR deutlich billiger). Daraus flugs ein Mittelwert berechnet, und man wüsste wenigstens den Preis des Deutschseins,
    wenn man schon den Wert der Staatsbürgerschaft nicht kennt.
    Don Carlos, das hohe Einsparpotential überrascht: 7% Exportüberschuß und 4% Finanzmarkt (beides BIP grobgeraten )beschäftigen doch kaum 80% der Leute.

  49. @HansMeier555

    ...zumindest...
    @HansMeier555
    …zumindest die deutschen Seelen wurden wohl recht vollzählig vom Geiste des grossen „globalen what evers“ einverleibt & uniformiert. Denn, freies bzw. ungebundenes Gedankengut, sowie die daraus resultierenden positiven Handlungen sind hier zunehmend schwerer zu finden.

  50. Dipsy, zu dem - wie vermutet -...
    Dipsy, zu dem – wie vermutet – nicht freischaltbaren Kommentar: Ich nehme jeden Diskutanten, wie er kommt. Solange man sich an gewisse Regeln hält, schaue ich auch nicht nach, wo jemand sonst was macht. Ich sehe das hier als offenes Gesprächsangebit für alle, und möchte niemanden ausschliessen. Mit etwas negativer Einstellung könnte man auch über mich ein reichlich negatives Sittengemälde in Öl auf Leinwand bringen – nur, was bringt es? Hier findet ja keine politische Entscheidung statt. Man trifft sich, redet, und lässt sich ansonsten – hoffentlich – in Ruhe. Ich bin sehr angetan von den mitunter sehr unterschiedlichen Standpunkten, und wer sie liest – und ich weiss von vielen nicht Kommentierenden, dass sie es tun – bekommt so ein breites Sprektrum an Meinungen mit, die er/sie nicht teilen muss. Ansonsten, würde ich das hier wirklich nur für meine Klasse schreiben, wäre es ja langweilig, da weiss es eh jeder. Ich rede auch gern darüber, nur ist es etwas unschön, wenn man es auf diese Weise tun muss, mit einem nicht freigeschalteten Beitrag als Anlass.

  51. Ach so, und was den Marxismus...
    Ach so, und was den Marxismus angeht: Marx hat keiner Fliege, sondern nur Lasalle und seiner Familie was zuleide getan, und das auch nicht im Kapital beschrieben. Maoismus und praktizierter Leninismus sind da ganz andere Kaliber.
    .
    Ich versuche es mal so: Wenn ich mich selbst für eine politische Theorie entscheiden müsste, dann wäre es die französische Aufklärung. Tatsächlich glaube ich, dass die angewandte Philosophie mit dem letzten Satz bei Voltaires Candide zu Ende gedacht wurde. Nun kann aber nicht jedermann in Istanbul seinen Garten bestellen, und so muss man natürlich auch darüber nachdenken, wie man an anderen Orten weiter kommt. Ich persönlich halte nichts gesagt vom historischen Materialismus, aber sehr viel vom Materialismus nach Marx als Philosophie in Abgrenzung von Hegel. Bin ich deshalb Marxist?

  52. Heiratsschwindler ist ein...
    Heiratsschwindler ist ein Erwerbszweig, den die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte gnauso hinweggeschwemmt hat wie den Heizer auf der Lok, das Fräulein vom Amt und manch andere ähnlich altertümliche Profession. Heiratsschwindler mußten gutaussehend, hellwach, phantasiereich und intelligent sein. Eigentlich die Voraussetzungen, um auch in legalen Wirtschaftszweigen zu reüssieren. Offenbar war aber die Rendite bei der Heiratsschwindelei früher besser. Vielleicht fehlt es der Klasse, aus der die zu beschwindelnden Stammen auch an ausreichend Anziehungskraft. Denn der klassische Heiratschwindler kam eben gerade nicht aus der Klasse in der er sein böses Spiel trieb. Die Lockerung von Moral und Umgangsformen haben es dem Geldjäger sicher auch erleichtert, an den Schatz zu gelangen, so dass er sich nicht mehr bis auf das rutschige Terrain des Heiratsschwindels begeben muss, um sein Ziel zu erreichen. Heute kann er der Anlageberater bleiben. Aus dieser Position kann man auch viel leichter abtauchen und der Betrug ist völlig legal. Noch ein anderes Problem: Die Aufweichung der Standesgrenzen hat den Markt natürlich auch unübersichtlicher gemacht. Heute zählt zunächst mal das Geld und nicht die Herkunft (die früher bedeutete, dass auch Geld vorhanden war). Man spricht ja immer nur über die erfolgreichen Schwindler. Aber wie viele mögen wohl ihr gesamtes Kapital verspielt haben bis sie erkennen mussten, dass das vermeintlich steinreiche Opfer im Grund blank war. Der Heiratsschwindler als betrogener Betrüger. Keine der Parteien wird einen solchen Fehlversuch an die große Glocke hängen.

  53. <p>[Edit: Leicht editiert...
    [Edit: Leicht editiert freigeschaltet, um antworten zu können – ich hoffe, das ist in aller Betreffenden Sinne. Falls nicht, Mail an donalphonso@gmail.com]
    Das dürfen und sollen Sie, Don Alphonso. Es scheint mir nur etwas eigen, dass die letzten Ihrer Beiträge -natürlich nur zufällig- mit Marx unzählig oft kommentiert werden bzw. die „Diskussion“ immer auf Marx hinaus läuft, von immer den gleichen Kommentatoren (denen ich selbstredend diese Meinung zustehe). Es bleibt einfach die Frage, ob die FAZ das geeignete Medium für solche Unterhaltungen ist. Ich meine (und da dürfte ich nicht alleine sein), sie ist es nicht. Dafür gibt es das Schmutzblatt eines Heribert Prantl, eine seichte ZEIT, das Frankfurter SPD-Blatt oder das Neue Deutschland oder auch die taz. Vielleicht erlabut Ihnen auch Frank A. Meyer irgendwo eine Kolumne in einem Ringierblättchen.
    Wie ich Ihnen bereits einmal geschrieben habe: Joachim Fest und Dolf Sternberger (Herr Nonnenmacher wird Ihnen gern darüber berichten, er ist Schüler Sternbergers) waren Männer ganz ausserordentlicher Liberalität. Andere Meinungen waren sehr gern gehört; freilich unter der Voraussetzung, dass es sich um keinen Opportunismus handelt. Lobeshymnen auf Lenin, die hätte keiner der beiden akzeptiert.
    Und, natürlich. Der Marxismus. Marx selbst hat keiner Fliege etwas zuleide getan. Aber, im Namen des Marxismus (und all seinen Abwandlungen – natürlich war das nie die „reine Lehre“ und bei dem nächsten Versuch wird alles ganz anders und endlich kommt dann das Paradies auf Erden) wurde ja nicht wenig Leid über die Menschheit gebracht. Das könnte man natürlich bei einer rein philosophischen Diskussion ausblenden. Die Beiträge dieser User dürften m.E. nicht unter die Kategorie philosophischer Beitrag fallen, vielmehr sind es gezielte Indoktrinierungen.
    Nun, Sie dürfen und sollen tun was Sie für richtig halten. Vielleicht fällt Ihnen aber auf, dass nicht wenige frühere Kommentatoren den Rücken fekehrt haben.
    Ich darf Ihnen dann viel Spass mit der marxistischen Hartz-IV – Gemeinde wünschen. Bei allzu viel Langerweile wird man ja geduldig. In froher Erwartung auf meine Einquartierung in ein Gulag oder ein KZ (es war ja Joachim Fest, der den NS als sozialistisches System beschrieben hat).
    Ihr Dipsy

  54. @Don Alphonso
    Mich würde mal...

    @Don Alphonso
    Mich würde mal Ihr Jazz-Geschmack interessieren oder sind Sie auf Barock abonniert?

  55. Dipsy, ich vermute, auch der...
    Dipsy, ich vermute, auch der nächste Kommentar ist nicht zum freischalten gedacht. Ich kann nur generell nur zweierlei sagen: 1. dass ich von beiden Seiten der politischen Richtungen auch massiv angefeindet werde. Auf den Medientagen habe ich es gewagt, die normale Bezahlung von Journalisten als existenzgefährdend zu bezeichnen, und darauf verwiesen, dass ich es nicht nötig hätte, in so einem Beruf zu arbeiten. Von dem Moment an war der Saal voller Marxisten (O-Ton Reitz von der WAZ: Wenn ich sowas wie Ihren Beitrag über die Silberschalen in der WAZ bringen würde, hätte ich am nächsten Tag die rote Fahne auf dem Dach)
    2. Was Indokrination angeht: Oh weh, also, ich denke, die muss in unseren Tagen schon etwas besser und feingeistiger daherkommen, um beim FAZ-Publikum etwas zu bewirken. Da möchte ich durchaus auch jenes Verdikt angesprochen sehen, dass das Dritte Reich „sozialistisch“ war – dieser Diskurs würde uns hier zu weit weg führen, und ich darf klar sagen, dass ich diesen Ansatz für grundfalsch halte, man messe bitte jedes System an seinen eigenen Taten und schiebe nicht Ideologien drüber, weil es gerade im politischen Grabenkrieg opportun ist; ich vergleiche ja auch nicht den grossen Sprung nach Vorne mit den Chicago Boys, obwohl es da auch Parallelen gäbe.
    .
    Trotzdem finde ich es schön, wenn hier über solche Dinge gesprochen werden kann. Kommentatoren kommen und gehen, das war schon immer so, allein, wenn ich anfangen würde, allen nach dem Mund zu reden und mich anzupassen, was bliebe dann? ich kann also nur hoffen, dass es weiter gute Gespräche gibt. Man mus sich ja nicht auf alles einlassen.
    .
    Einen Punkt möchte ich aber noch ansprechen. Ich habe inzwischen ein recht gutes Gefühl dafür, welche Beiträge in Sachen Kommentarzahlen laufen werden. Man kann das steuern, aber genauso, wie ich keine Lust habe, mich Google zu unterwerfen und Keywörter einzubauen, möchte ich auch nicht immer auf einen Kommentarschnitt von 100+x schielen. Nur so bleibt das hier für mich eine angenehme Beschäftigung.

  56. Don Carlos, an...
    Don Carlos, an „Leistungsbereitschaft“ glaube ich ohnehin nur begrenzt. Ich denke, wenn die Menschen ihre Arbeit ordentlich machen, ist allen am besten gedient. Ich hatte ja auch mal so Phasen, vor 10 Jahren war das, da hatte ich pro Woche 70 oder mehr Stunden gewerkelt. Da kommt nichts Gutes dabei raus, man verfängt sich in den Aufgaben, und irgendwann wird es einfach zu viel. Eine Verpflichtung zur Qualität ist meines Erachtens wichtiger, als eine Verpflichtung zum an die Grenzen gehen. Allerdings sehe ich eher den Leistungsfetischismus auf dem Vormarsch.
    .
    lebowski, nun, auch da bevorzuge ich Alten Jazz. Nein, im Ernst, das hier wird nur deshalb so gehandhabt, weil mich das Abnudeln der üblichen Kurorchesternummern in der Klassik ärgert und ich den Blick weiten möchte für all das, was sonst noch war. Ich denke, ich habe hier eine fundierte Meinung; bei Jazz wird es bei mir nach Chet Baker eher rudimentär. Falls aber entsprechende Ratschläge für neue Jazz-CDs gewünscht werden – im Hause sitzt dafür ein Profi. Den kann ich fragen.

  57. Es soll ja auch schon Fälle...
    Es soll ja auch schon Fälle gegeben haben, in denen der ursprünglich geplante Schwindel sich zu einer soliden, langjährigen Ehe verfestigt hat… vielleicht besser (und ehrlicher) als die weitaus häufiger anzutreffende moderne „Liebesheirat“?
    Oder ist es etwa kein Betrug, wenn, wie in den Kreisen der steinreichen Liebesverheirateten üblich, große Vermögenswerte vor dem absehbaren Ende der Ehe noch flugs in einen offshore Trust eingebracht werden; auf alle Ewigkeit sicher vor dem Zugriff des Göttergatten und seiner buckeligen Verwandtschaft?

  58. Liebe Frau Waldwuff, nun, der...
    Liebe Frau Waldwuff, nun, der nachteil ist natürlich das habdburger Syndrom, und wenn sich der ein oder andere der Öffnung des Genpools widmet, ist das auch nicht schlecht. Vor allem aber: Unter dem Ambris mit den Steinwerkzeugen waren sich alle unsere Vorfahren noch recht ähnlich.
    .
    Abgesehen davon gibt es da natürlich auch andere Probleme; familien vergleichen nur zu gerne Besitztümer, beide Seiten wissen auch, dass man aus finanziellen Gründen nicht beisammen bleiben muss – Sprengsätze und Sollbruchstellen allerorten, gerade, wenn gleich und gleich zusammenkommt.
    .
    muscat, ich weiss nicht, ob Frauen, die einen ANlageberater als Gatten bevorzugen, nicht eher damit rechnen, dass er ander Leute Anlagen zu ihren Gunsten verwaltet.

  59. Paulchen, nun, um Langeweile...
    Paulchen, nun, um Langeweile zu verhindern, gibt es ja auch noch Scheidungskriege. Ein matter Abglanz, sicher, aber man holt sich heute die Aufreger lieber aus dritter Hand aus den Medien, und hier besonders im TV, wo ständig gemobbt, gemordet und beschlafen wird. (Klingt sehr vovemberlich, oh je)
    .
    poisson, die Frage ist aber: welcher Berliner würde schon mit so wenig Startgeld nach Afrika ziehen? Und ausserdem, wenn einmal Deutschsein so viel kostet wie 1,2 Franzosesein, 5 Ungandasein und 14 USAsein, ja ger 24.096 Ösisein – was hätte man davon? So individuell?

  60. @Dipsy: Nur so viel zu der...
    @Dipsy: Nur so viel zu der Weisheit, die Ihnen anscheinend erlaubt, auf mein Bankkonto zu schauen und um meine Tätigkeiten zu wissen: Ich gehöre nicht zu den von Ihnen prophezeiten Hartz-IV-Marxisten, sondern eher zu denjenigen, die den Münchner Wohlstand aus eigener Anschauung kennen, mir ab und wann aus erster Hand vom Schweizer Geldadel erzählen lasse (die – nur nebenbei bemerkt – ebenfalls dazu übergehen, sich mit osteuropäischen Frauen zu vermählen) und der sich an sonnigem Wochenende im Piemont einen Teller Tagliatelle mit Trüffeln leistet. Was hier zwar nicht hingehört, Ihre recht verbitterte Art der Meinungsgängelei aber widerlegen soll. Ich jedenfalls schätze Don Alphonsos Darstellungen und noch häufiger schätze ich den anschließenden Dialog, welcher anregender, kultivierter und fantasievoller an Stammtischen und in anderen Blogs nicht geführt wird.

  61. Dipsy, Ich finde die Haltung,...
    Dipsy, Ich finde die Haltung, aus der manche Beiträge geschrieben zu werden scheinen, auch ärgerlich und unredlich. Das Programm dieser Agitation kann man von Meister Marx selbst verfasst in der Einleitung zur Kreuznacher Gegenrede zu Hegels Rechtsphilosophie nachlesen.
    Was mich stört ist nicht die Gefahr einer Indoktrination oder eine Pluralisierung der FAZ, sondern die Exculpation der intellektuellen Dürftigkeit der vorgetragenen (Schein)-Argumente, die im Hintergrund des propagandistischen Wortgebrauchs immer mitsegelt.
    Aber Ihr verklausuliertes Ansinnen „redaktionell“ einzugreifen ist sebstverständlich völlig indiskutabel. Auch die Drohung mit dem eigenen Rückzug nutzt sich ab, bleibt nur (ähm) der
    „zwanglose Zwang des besseren Arguments“
    und Geduld.
    Don, die Wechselkurse die sich ergeben würden habe ich natürlich nicht bedacht – da muß ich mich erstmal orientieren, wirklich 14 USAsein ?

  62. Das Überschuldungsrisiko! ich...
    Das Überschuldungsrisiko! ich würde bei aller transatlantischen Solidarität das nicht vergessen wollen.
    .
    Unabhängig davon fände ich es wirklich nett, wenn man solche Einwürfe einfach tolerieren würde; ich nehme das zur Kenntnis und versuche, einen Audgleich zu finden. Und wenn ich hier erst mal anfangen würde, mich über alles aufzuregen, was nicht meiner Meinung ist – wollen wir es einfach mal so stehen lassen? Die Bitte um Justierung von debatten kommt dauernd und von allen Seiten, und solange es nicht so läuft wie auf dem ersten Podium der Medientage, wo meine Schärfe eingeschleimt wurde, oder auf dem zweiten Podium, wo man sich von meiner Haltung wirklich indigniert fühlte (Wolfgang Blau sagte: „Normalerweise bin ja ich bei solchen Panels der Irre“) – solange ist eigentlich alles so fein, wie es sein kann. Etwas mehr Gelassenheit vielleicht?

  63. Ephemeride, mit nicht einer...
    Ephemeride, mit nicht einer Silbe wollte ich Sie ansprechen. Jedenfalls entsinne ich mich nicht, Ihre Wortmeldung in einer der letzten Beiträge vernommen zu haben (und, die Suchfunktion gibt mir da recht).
    Ich habe bewusst die Beiträge zweier Nutzer angesprochen, deren Name hier nicht genannt sei (in dem für Don Alphonso bestimmten Beitrag waren die Namen durchaus genannt). Ihr Name, ich versichere das ausdrücklich, war nicht dabei.
    Sie erlauben mir aber die Anmerkung, dass Ihr »Schweizer Geldadel« sich wohl im Geld erschöpft. Jedenfalls kenne ich wirklich gar niemanden der Zürcher Gesellschaft, der auf eine solche Idee käme (in Basel ist das vollkommen unmöglich; Bern hätte Russen nötig aber, man hat auch Stolz und in Genf gäbe es die ein oder andere Möglichkeit – diese Familien würden sich mit Sicherheit aber nicht zum »Geldadel« zählen).
    Poisson, mir strebt es gar nicht nach einem redaktionellen Eingriff der Herausgeberschaft. Ich käme auch nicht einmal auf die Idee, einen der Herausgeber bei Gelegenheit darauf anzuspitzen. Ich will nur Don Alphonso die Tradition dieser Zeitung in Erinnerung rufen.
    Sie liegen zwar ganz richtig mit dem zwanglosen Zwang des besseren Argumentes. Nur ist es leider so, dass eben der Liberalismus (dem sich diese Zeitung nach wie vor verpflichtet fühlt) keine Träumerei verbreitet und leider ziemlich langweilig ist (Isaiah Berlin hat den Liberalismus selbst so bezeichnet). Ich kann als nicht mithalten mit den Träumerei und Augenwischereien. Ich kann nur darauf hinweisen, was im Namen des Marxismus für Verbrechen begangen worden. Und weiss mich des Gegenargumentes sicher, dass das alles eben nicht die »reine Lehre« war und bei dem nächsten Versuch alles weitaus besser wird. Ich kann auch nur auf die ungeheure Wohlstandsexplosion (in zweifelsfrei alles gesellschaftlichen Klassen) durch das liberale System hinweisen. Ich kann nur auf das Scheitern und die breite Verelendung der Massen in diesen »guten« und »sozial gerechten« Systemen hinweisen.
    Und ja Don Alphonso, der Vergleich des roten mit dem braunen Sozialismus. Man hört ihn nur sehr ungern. Wehler ist nun zuletzt auf Fest‘ Zug aufgesprungen. Aber, wie Friedell es so schön schreibt: die Ansicht darüber, was historische »Fakten« sind, die ändert sich glücklicherweise und in fünfzig Jahren wird man diese unredliche »Differenzierung« der »Antifaschisten« (die unser heutiges Geschichtsbild bestimmt) sicher überwunden haben.
    Ja, etwas mehr Gelassenheit. Soweit die Grundpfeiler einer Gesellschaft, die diese Gelassenheit erst ermöglichen, nicht angegriffen werden. Ich glaube jedenfalls nicht daran, dass wir die Möglichkeit einer solch offenen Diskussion in einer Welt nach Marx (bzw. den praktischen Umsetzungsversuchen) hätten.

  64. solange die sehnsucht nach der...
    solange die sehnsucht nach der idealisierten, edlen, sinnlichen, vergangenen welt noch existiert, solange wird es diese welt noch geben, nicht wahr?

  65. Nun, zumindest genug, um sich...
    Nun, zumindest genug, um sich in der Gegenwart nicht wohl zu fühlen.

  66. Reitz von der WAZ übertreibt....
    Reitz von der WAZ übertreibt.

  67. <p>Dipsy, eines würde mich...
    Dipsy, eines würde mich allerdings wirklich ernsthaft interessieren: Diese Massstäbe an die FAZ angelegt, wie beurteilen Sie eigentlich den Gesellschaftsbereich, die TV-Abmühungen, diese – mitunter auch mir zu weit gehende – Laxheit bei der Beurteilung ungeordnerter Familienverhältnisse, die es hier ab und an gibt?
    .

    Julius, sicher, ich glaube aber, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem, wie ich reaktionär bin, und wie Reitz die WAZ neoliberal-konservativ machen möchte. Reitz ist eher der eiskalte Vollstrecker, ich dagegen bin der Psychopath, dem das alles Spass macht. Deshalb tummeln sich hier ja auch Marxisten, und bei Reitz ist nichts los.

  68. ah, man kann sich immerhin auf...
    ah, man kann sich immerhin auf die suche nach etwas machen, was die sehnsucht zumindest für eine gewisse zeit stillen könnte ;)

  69. Leider ist es gerade etwas mau...
    Leider ist es gerade etwas mau geworden, beim Kauf einglischer Silberkannen, und eine sentimentale Reise in die Berge muss wegen des Wetters auch ausfallen.

  70. dann bleibt nur sich ein wenig...
    dann bleibt nur sich ein wenig sehnsucht für bessere zeiten aufzuheben… aber eigentlich ist das leben dafür doch viel zu kurz. oder?

  71. Nunja Don Alphonso, mir ist...
    Nunja Don Alphonso, mir ist durchaus klar, dass die FAZ sich nicht immer an die selbst verordneten Masstäbe hält. In der Freitags- oder Samstagsausgabe war ja am Ende des ersten Bundes ein Abdruck der Titelseite der ersten Ausgabe. Das könnte man durchaus dem ein oder anderen Mitarbeiter mal mit auf dem Weg geben.
    Wie die Gründungsherausgeber dort so schön schreiben: Journalismus um seiner selbst Willen geht nicht. Die FAZ betreibt das heute auch, gerade in den von ihnen angesprochenen Bereichen. Da ist die Zeitung nicht allein, ich rege mich gelengentlich auch sehr über die NZZ auf. Sie dürfen da ganz sicher sein, die FAZ bekommt da genügend Schelte von Ihrer Stammleserschaft.
    Die neuerlichen Masstäbe sind lax. Was an dem ein oder anderen Herausgeber liegt (ich nenne keine Namen), der unbedingt den Zeitgeist einfangen will. Auf der anderen Seite fällt es aber auch schwer, wirklich gute Journalisten zu finden. Die FAZ hat ganz zweifelsfrei eine Menge solcher Journalisten, bei dem ein oder anderen Frage ich mich aber ernsthaft, ob er weiss, für welches Blatt er schreibt.
    Ausserdem scheint es an der Koordination zu fehlen. Nehmen Sie das Beispiel Thilo Sarrazin. Da sind innerhalb eines Tages 2 vollkommen gegensätzlich lautende Kommentare in dieser Zeitung erschienen. Da fehlt schlicht ein verantwortlicher Chefredakteur; ich glaube aber, dass war eher dem Umstand geschuldet, dass man den Zeitgeist treffen wollte.
    Die FAZ hat das gleiche Problem wie die (evangelische) Kirche: mit der ständigen Anbiederung an den Zeitgeist gewinnt man keine neuen Leser, man vergrault dîe alte Stammleserschaft.
    Ich muss mich nun für heute verabschieden. Mir fehlen noch Blumen und ich muss auch noch bei der Kleiderreinigung vorbei.
    Warum Ausfall wegen des Wetters? Regen- und nebelverhangene Berge sind doch sehr nett. Ausserdem erwartet uns der erste Schnee. Hatte am vorletzten Wochenende in Gstaad viel Freude.

  72. Lieber Dipsy,
    könnten Sie den...

    Lieber Dipsy,
    könnten Sie den FAZ-Herausgebern bitte auch gleich übermitteln, daß ich manche der FAZ-Blogs überaus bescheuert finde?
    Ich meine solche mit 150-Wortbeiträgen ohne KOmmentarfunktion oder mit klischeegeilen Überschriften wie „Ikonentrost für ein unehrliches Land“.
    Manchen Leuten tut man echt keinen Gefallen, wenn man sie unzensiert zu Wort kommen läßt.

  73. Uh-oh, also der Tag, an dem...
    Uh-oh, also der Tag, an dem man mir sagen würde, ich dürfte was nicht schreiben, weil schon ein Herausgeber eine andere Meinung vertreten hat, wäre der Tag, an dem ich hier sofort kündigen würde. Ich bin zwar wirklich gern hier, aber so etwas widerspräche fundamental meinen innersten Einstellungen – und ich hätte es ja auch nicht nötig. Dafür nehme ich aber auch nicht in Anspruch „für die FAZ“ zu stehen. Ich stehe nur für mich selbst. Wenn ich gut schreibe, ist es gut, wenn ich schlecht schreibe, möchte ich entlassen werden. Solange ich auch noch die abseitigste Position brilliant vertrete, sehe ich meine Mission erfüllt.
    .
    Ich mache keinen Hehl daraus, dass meine Annäherung an die FAZ sehr holprig war; in den 80er Jahren während des Historikerstreits war sie eingedenk meines familiären Hintergrundes das Böse schlechthin. Wer in bayern des Franz-Josef Strauss als unabhängiger Geist überleben wollte, musste Zeit oder Süddeutsche lesen. Aber die zeiten ändern sich, und vor etwa drei Jahren entwickelte sich die FAZ zum einizegen grossen deutschen Onlinemedium, bei dem ich mir zumindest nicht dauernd angeschrien und zum Klicken aufgefordert fühlte.
    .
    Wenn wir hier vom Zeitgeist reden – ich denke, dass dieses Blog hier sicher eine der fortschrittlicheren Ecken ist, weshalb ja auch oft Anfragen zum Wechseln kommen. Nun ist dieses Blog aber exakt für die FAZ entwickelt worden, und wie es aussieht, wenn man so etwas überträgt und unzureichend kopiert, sieht man in manchen Kolumnen von „The European“. Die strategische, oder wenn man so will, ideologische Entwicklung des Blattes müssen andere entscheiden, aber für die regierungskonforme Langeweile sorgt schon die Welt mit Herrn Poschardt als Ausleger hin zur Halbjugend. Mir wurde es so erklärt, dass in der Satzung der FAZ-Stiftung die Förderung des Diskurses das Ziel ist. Dazu möchte ich mich bekennen, daran arbeite ich (und zwar auch noch Nachts um drei, wenn es sein muss), und das würde ich auch als meine Kernkompetenz beschreiben. Dass es hier nicht, wie sonst in Blogs oft der Fall, nach Kommentar 50 nur nch um die Frage geht, wer mehr in der Tradition von Goebbels steht, ist eine ganz wunderbare, den Mitredenden zu verdankende Sache, gerade mit diesen weit auseinander liegenden Meinungen.

  74. laperla, zu dem Thema schreibe...
    laperla, zu dem Thema schreibe ich gerade etwas, das nicht in ein Blog passen wird. „Die grössten Sünden sind die Unterlassungssünden“, sagte mal jemand, recht zutreffend.

  75. elbsegler, ich denke, da kommt...
    elbsegler, ich denke, da kommt noch ein anderer, wichtiger Aspekt dazu: Die Einkindehe. Früher, in den grossen zeiten der heiratsschwindelei, hatten Eltern oft vier und mehr Kinder, die alle unter die Haube mussten. Gleichzeitig war es nicht einfach, Töchter an den Mann zu bringen, da Kriege und andere Risiken (zumindest bis zum Kindbettfieber) einen Frauenüberschuss zur Folge hatten. Verheiraten war teuer, und wenn die Ansprüche der anderen zu hoch waren, nahm man eben jemand, der genauso gut schien, es aber für weniger zu tun bereit war.
    .
    Heute dagegen ist Mitgift nicht mehr so wichtig, weil Einzelkinder ohnehin alles erben. Dafür sind aber die Kontrollen schärfer. Gleichzeitig gibt es immer einen Mangel an guten Partien, insofern sind die Räume für altehrwürdige Heiratsschwindler eng geworden. Aber vielleicht gibt es in Rottach-Egern noch ein paar gediegene Herren, die Witwen trösten.

  76. Lieber Dipsy, was Ihnen...
    Lieber Dipsy, was Ihnen möglicherweise entgangen ist: In diesem blog geht es ganz wesentlich um etwas, was in Ihrer liberalen Ideologie deutlich zu kurz kommt: Klassen. Und daß ein solches Thema Marxisten wie devin08 oder Marxologen wie mich magisch anzieht, sollte nicht verwunden.
    Wenn ich mich hier äußere, dann hoffentlich ich immer zur Sache und mit Argumenten, nicht mit Zitaten, Phrasen oder namedropping. Marx führe ich genau dann an, wenn es philologisch geboten ist, wie im Falle von poisson, das heißt, wenn unhaltbarer Behauptungen über die Marxsche Theorie aufgestellt werden. Ich würde das auch bei, sagen wir mal, Hegel, Spinoza oder Lacan machen, aber über die wurde in den Kommentaren zu diesem Blog noch nichts sachlich unrichtiges behauptet.
    Und daß ich hier quasi anonym agiere ist nur der Höflichkeit gegenüber dem Gastgeber geschuldet, da ich das Renommée seines Blogs keineswegs als Werbung für meine homepage mißbrauchen möchte. Da ich aber auch persönlich zu allem stehe, was ich sage und publiziere, und jeder gerne wissen darf, mit wessen Geistes Kind er es zu tun hat, hebe ich für diesen einen Beitrag auch gerne meine Anonymität einmal auf.

  77. d. a., ja, gewiß, aber wäre...
    d. a., ja, gewiß, aber wäre es nicht verhängnisvoller die ganze sehnsucht sofort aufzubrauchen & nichts mehr für die momente aufzubewahren, in denen diese gebührend zum ausdruck gebraucht werden könnte?

  78. p.s. wenn der besagte text...
    p.s. wenn der besagte text nicht in ein blog passen wird, wo dann sonst? es wäre jammerschade das lesen dessen unterlassen zu müssen ;)

  79. @dipsy
    sie lehnen den...

    @dipsy
    sie lehnen den marxismus ab, weil in seinem namen verbrechen gegen die menschlichkeit begangen wurden. nach meiner meinung bleiben ihnen mit dieser haltung nur sehr wenige religionen oder weltanschauungen, in deren namen keine verbrechen gegen die menschlichkeit begangen wurden. auch die faz wird nicht von tibetischen mönchen geschrieben. und ihr liberalismus ist nur eine fassade, weil er andere politische meinungen und menschen mit niedrigem sozialen status ausgrenzt sowie zensur fordert (jetzt mal davon abgesehen, daß sie freiheit für ihre eigene meinung fordern. aber ist das liberal…?). eigentlich seltsam, daß ausgerechnet sie sozialismus und nationalsozialismus ablehnen…
    —————————————————————————————–
    @poisson
    wir sind halt uneffektiv und ineffizient. infolge überarbeitung, stress und existenzangst. das leben könnte so einfach sein.

  80. Die „Tradition der FAZ“...
    Die „Tradition der FAZ“ und die „Hartz-IV-Marxisten“
    @Dipsy: Wir hatten ja schon das eine oder andere Vergnügen, und ich hätte mir auch jetzt diesen Beitrag sparen können, zumal Don Alphonsos Antwort völlig ausreichend gewesen wäre. Da Sie aber auf die „Tradition der FAZ“ abheben und glauben, dass mit dieser ausschließlich Ihre politische, dann wohl eher traditionelle, Auffassung abgedeckt ist, doch noch eine Bemerkung.
    Ich schreibe nun schon so einige Zeit Leserbeiträge für die FAZ, es sind mittlerweile 945, ohne die Blogs und die Beiträge im Lesesaal, und ich bin natürlich hin und wieder zensiert worden, manchmal sogar zu meinem besseren, aber doch immer so, dass selbst ich zweimal meinen eigenen – zensierten – Beitrag lesen musste, um die Zensur überhaupt zu bemerken.
    Was könnte das bedeuten? Nun, dass ich Marxist bin, ist kein Geheimnis (war nie eins, auch in der ZEIT – die Sie ja auch so abschmeicheln – habe ich das laut verkündet, bis man mich wegen einer Anspielung auf gewisse Leichen im Keller, im Kontext der Barschel-Affäre, kurzerhand gekickt hatte – mit Rechten verfuhr man da humaner -; mittlerweile bin ich da wohl wieder vertreten, unter leicht korrigiertem Nickname, aber mit weniger Spaß an der Freud), und wäre die FAZ das Blatt, wofür Sie es halten, hätte genau diese FAZ überhaupt keinen Grund gehabt, mich zu senden, auch nicht zensiert. Meine Beiträge sind ihnen was wert, wenn auch nicht unbedingt immer die Inhalte, gewisse ihrer Pointen (das merke ich dann daran, wenn es einen Tag dauert, bis ein solcher Beitrag gesendet wird, manchmal dann zensiert – möglicherweise wurde da eine ganze Redaktionskonferenz zwischengeschaltet!)
    Ganz offensichtlich habe aber sogar ich in der Redaktion eine kleine Fan-Gemeinde (das merkt man dann u.a. daran, wie schnell doch gewisse Beiträge von mir gesendet werden, im Gegensatz dann zu jenen, die dann eben einen 2. Anlauf benötigen), und natürlich auch in der Leserschaft (obwohl der überwiegende Teil meiner Beiträge dort gnadenlos nach unten bewertet werden, aber selten dann widerlegt, werden doch andere, und meine Beiträge sind immer vom selben Geist getragen, nämlich dem marxistischen, doch sehr schnell auch wiederum sehr gut bewertet und auch dann kommentiert). Gerade gewisse Rückmeldungen von dort, bestätigen mir, dass es in der FAZ-Leserschaft wirklich kluge, und vor allem unvoreingenommene, Köpfe gibt. Ich möchte mir wirklich hier keine Blumen schicken, aber das ist Realität, und ich bewerte sie so, dass es sehr wohl in dieser Zeitung – von der Redaktion wie von der Leserschaft – gewünscht ist, marxistische Positionen zu lesen, diese bitte dann aber auf möglichst hohem Niveau, so dass sich auch der Nichtmarxist angesprochen, will heißen: nicht beleidigt fühlt (dass gewisse Marxisten sich mit Debatten auf niedrigem Niveau nicht beleidigt fühlen, das steht dann auf einem anderen Blatt).
    Warum dann ausgerechnet Sie dann glauben müssen, Marxisten, oder solche, die Sie dafür halten, beleidigen zu dürfen (Hartz-IV-Marxisten), kann dann eigentlich nur bedeuten, dass diese Marxisten mit ihrer Kritik – nicht nur an Hartz-IV, sondern eben auch an solch bürgerlichem Zynismus, völlig recht haben. Außer mit dieser Beleidigung scheinen Sie keinen Beleg dafür erbringen zu können, dass Marxisten verachtenswerte Personen sind. Nun, ich kann Ihnen nur wünschen, dass Ihnen das erspart bleibt – Hartz-IV beziehen zu müssen, bzw. für Ihre Positionen verachtet zu werden.
    Und in diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Glück, in dieser kapitalistischen Gesellschaft, Glück, das nun mal nicht jedem beschert scheint, aber Sie davon wohl genügend haben.

  81. Zum Feudalismus gehört...
    Zum Feudalismus gehört natürlich auch Zensur.
    Insofern habe ich für Dipsys Initiative große Sympathie. Nicht, um eine Diskussion über Marx zu verhindern, sondern einfach so, aus Prinzip. Damit die Verhältnisse klar sind und nicht jeder Vollbart einfach so drauflosschreibt als könnte ihm das keiner verbieten.
    .
    Aber warum nennt Dipsy seine Haltung dann „liberal“? Nach liberalen Grundsätzen ist eine Zeitung wie die FAZ ein Privatunternehmen, dessen Eigner völlig frei – auf Basis des skandalös indifferenten Eigentumsrechts und des unzumutbar unkommoden Rechtes auf freie Meinungsäußerung – darüber entscheiden dürfen, welche Texte sie verbreiten und welche nicht.
    (Das ist natürlich ein großer Mißstand, aber da hilft nicht reden, sondern nur kämpfen)
    .
    Aber liberale Grundsätze sehen so aus:
    Wenn Dipsy also der Eigentümer der FAZ ist oder auf diese hinreichenden Einfluß hat, dann könnte er diesen doch einfach geltend machen, indem er diesen Blog einfach kippt oder eine Zensur durchsetzt.
    Wenn Dipsy aber nicht der Eigentümer ist und auf die FAZ-Linie keinen Einfluß hat, dann muß er sich den Verlag halt vorher aufkaufen. So teuer kann der inzwischen nicht mehr sein.
    .
    Wenn die bisherigen Eigner aber nicht verkaufen wollen, dann muß er eben eine eigene unabhängige Tageszeitung gründen, die genau die Linie einhält, die ihm gefällt. Das kann er, das darf er.
    .
    Aber dieses Rummäkeln von der Seite her, dieses Reinredenwollen in die corporate philosophy eines fremdes Unternehmen wirkt auf mich keineswegs aristokratisch, sondern hat mehr so was neidisch-sozialistisches, so was, mit Verlaub, gewerkschaftsmäßiges. Nix investiert haben und trotzdem mitbestimmen wollen, das haben wir gern!
    .
    Als als liberaler Westviertelbewohner übt man Zensur heimlich und reibungslos aus. Hintenrum. Ohne es vorher öffentlich anzukündigen. Die targets begreifen dann schon. Entweder man weiß wie es geht oder man läßt es bleiben.
    .
    Wer aber leere Drohungen ausspricht, macht sich in der guten Gesellschaft nur lächerlich. Da kann er froh sein, wenn er seinen Ruf nicht hinterher durch ein paar idiotische Duellforderungen wieder herstellen muß.

  82. @Dipsy

    Meine...
    @Dipsy
    Meine Insider-Erfahrungen aus der F.A.Z sind etwas her. Ich hab da Mal gelernt. Man hatte sich zumindest damals noch, ich lese heute grade so etwas wieder, bei der F.A.Z drauf geeinigt, es war Doktrin, eine Journalisten-Zeitung zu sein.
    Das ist übrigens gute Frankfurter Tradition. Sonnemann, gelle?
    Und das mindeste, was ich von der F.A.Z erwarte ist, dass das Feuilleton dem Politikteil widerspricht. Das war immer schon so und macht diese Zeitung aus.

  83. Nachgeschoben:
    Es ist mir...

    Nachgeschoben:
    Es ist mir vollkommen unbegreiflich, weshalb die Regierung Ihrer Majestät ein Subjekt wie Marx auf ihrer Insel dulden und ihm erlauben konnte, seine menschheitsfeindiche Ideologie zu verbreiten und damit auch noch Geld zu verdienen.
    .
    Aber gut, im 19. Jahrhundert war man halt noch nicht so liberal wie heute.

  84. "in Basel ist das vollkommen...
    „in Basel ist das vollkommen unmöglich“
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    dipsy, sie kennen die basler?
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    da kenne ich auch so eine geschichte, sicher ist sie nicht wahr, aber vielleicht doch gut erfunden:
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    eine (angeblich in ihren kreisen als krampfhenne bekannte) buchhändlerin in einer kleinen, dummen, reichen, aber landschaftlich angenehm gelegenen stadt im südlichen württemberg ward irgendwann des buchhandels müde.
    so verkaufte sie erst ihre buchhandlung und war dann erst nicht so recht froh ob ihrer so gewonnenen musse. daraufhin betrieb sie, die sich so als emanzipierte frau zu geben wusste, ein ehevermittlungsinstitut. das endete dann bald damit, dass die dame den haupttreffer ihres glückshafens, einen basler dr. chem. schlankweg selber heiratete.
    .
    die beiden seien sehr glücklich, heisst es.

  85. Identitätswahn
    @Don Alphonso:...

    Identitätswahn
    @Don Alphonso: Marx hat sich von Hegel nicht nur mit dem Materialismus abgegrenzt, sondern auch in dessen Dialektik. Die helgelsche Dialektik war nicht nur idealistisch, in der Hinsicht, dass sie das Hilfswerkzeug für eine idealistische Philosophie war, sondern auch als Dialektik in sich – methodisch idealistisch. Ich erwähne gerne den Slowenen Slavoj Žižek, um auf eine ganze neue Art auch Marx (oder sogar Lenin – den „historischen Materialismus“) verstehen zu können (die „Lücken“ sind das eigentliche, was existiert, Slavoj Žižek war Strukturalist, man merkt es noch). Aber auch Mao Tse-Tung hat schon betont, dass marxistische Dialektik sich in der Hauptsache als Kampf der Gegensätze und nicht als deren Einheit versteht. Diese Definition mag dem einen oder anderen zu sehr nach Kulturrevolution riechen, aber sie sagt nichts anderes, als dass dialektische Gegensätze nicht einfach identische Pole sind, sondern in sich verwundene und sich solchermaßen umschlingend bekämpfende. Und eben Hegels Vorstellung von Identität führt letztlich zu eben jenem Wahn, der den Holocaust zu verantworten hat, den Identitätswahn.
    Und das noch als Replik zu Dipsys Unterstellung: Revolutionäre Bewegungen sind eben nicht identisch mit konterrevolutionären, selbst dann nicht, wenn sie sich in gewissen Formen zu ähneln scheinen. Nicht nur der Faschismus selber ist letztlich auf einen hegelschen (objektiven) Idealismus, dessen Identitätswahn – zurück zu führen, sondern eben auch die Gleichsetzung von Faschismus und Kommunismus. Der Marxismus ist die einzige Philosophie, die sich hiervon abzusetzen wusste (nicht jeder ihrer Epigonen!)
    Es fehlt solchen Weltgeistern die Einsicht, dass die Wahrheit nicht nur immer konkret ist, sondern auch, dass die Totalität mehr ist als die Summe ihrer Teile, dass sie letztendlich voller Lücken ist.
    Und auch das scheint mir eine wichtige Kapriole in der Theoriegeschichte: Obwohl Marx sich ganz besonders mit Kant angelegt hat (mit dessen Ding an sich und anderen unsauberen Begriffen – „Vernunft“, etc.), ist es doch gerade jener Kant, der mit seinen „Lücken“, die er dann hinterließ, eben auch bei den Marxisten, dann wiederum den marxistischen Diskurs anzuzetteln vermochte. So kommt auch dieser Slavoj Žižek aus einer Kantschen Traditionslinie. Denn was ist denn das, was wir nicht erkennen? Es ist nicht nur das Brett vorm Kopf, das wir alle teilen, sondern es ist der Nagel im Brett, und zwar durch dieses in den Kopf, und damit die Unmöglichkeit sich das Subjekt objektiv zu denken, bzw. objektiv an das Subjekt heran gehen zu können, denn das Subjekt hängt am Nagel. Und es bleibt uns der dort der „blinde Fleck“.
    Daher kommt es auch, dass wir wohl immer wieder die Fehlschlüsse der anderen erkennen, aber selten die eigenen.
    Dieser Nagel, und das haben Nägel so an sich, rostet, und dann haben wir so etwas wie den Konservativismus, bzw. Traditionalismus (auch Marxisten können davon befallen sein, denn auch ihre Nägel sind nicht aus Titan).
    Ganz besonders Marxisten müssen sich also von ihren konservativen – traditionalistischen – Überlieferungen trennen, oder sie wechseln das Lager (sie werden dann totalitär).
    Man sollte aber beim Entfernen der Nägel auf die daran klebende Substanz achten, denn diese ist es, die dann ansonsten wieder neue Lücken hinterlässt.
    So besehen bin ich Marxist und dann auch wieder keiner. Aber ich bin kein „Nicht-mehr-Marxist“ (siehe Robert Kurzens Selbstbeschreibung), denn das kann man nur sein, wenn man die Dialektik völlig über Bord geworfen hat.

  86. (Könnten wir vielleicht...
    (Könnten wir vielleicht wieder über Heiratsschwindler plaudern? Ich sehe schon, ich werde fragen, ob man irgendwo ein Blog mit dem Titel „Philosophie, Ideologie und Verbrechen einführen könnte, aber eigentlich will ich hier wirklich nur ein wenig plaudern, mit Menschen, die nett miteinander umgehen)

  87. auch so einer,...
    auch so einer, Buchhändlerinnen, das ist in jedem Dasein unvermeidlich, und wenn nicht, dann verpasst man etwas.
    .
    laperla, ich folge endlich dem Rat und dem Druck meines Verlegers und arbeite an einer kleines Sommerliebesgeschichte leicht zynischer Natur. Sehnsucht, kann man die aufbrauchen? Fahre ich vom Jaufenpass über Sterzing nach Norden, kommt die Sehnsucht noch vor Gossensass, in die andere Richtung zurück zu fahren.

  88. @Don,
    Vielleicht liegt es auch...

    @Don,
    Vielleicht liegt es auch daran, daß die Fähigkeit, nicht zu lieben, heute ein core asset darstellt.
    Selbst im Kino trifft man kaum noch romantische Liebe, sondern nur noch Hochleistungssex und banale, nervtötende Beziehungen.
    Ein Gegensatz aus Liebes- und Vernunftheirat läßt sich womöglich gar nicht mehr feststellen: die Kategorie ist obsolet.
    Zum Zeitpunkt der Eheschließung ist der Honigmond – wenn es ihn gab – schon lange vorbei.
    Vermutlich war es eben doch die gesellschaftliche Akzeptanz des vorehelichen Sex, die den Heiratschwindler gekillt hat.

  89. Geschätztet Don Alphonso,
    Die...

    Geschätztet Don Alphonso,
    Die Sehnsucht hätte Sie letztes Wochenende packen sollen. Und nach dem Reschenpaß nicht gleich nach Müstair, sondern erst dem Stilfser Joch und Wormser Joch einen Besuch abstatten. Mit Reisebegleiterin. Jetzt müssen Sie aber, wenn Sie ohne Ketten unterwegs sein wollen, doch wahrscheinlich bis nächstes Jahr warten. Bis dann geht sich das aber vielleicht mit Sunbeam, der aufgrund der intensiven, qualitätsvollen Arbeit des Schweißers mit der Genetik aus dem Maghreb sich vielleicht schon in einen Bentley oder Rolls verwandelt hat, aus.

  90. Hansmeier555, was man so...
    Hansmeier555, was man so hört, soll es da Leute geben, deren bester Freund einen Tag vorher stirbt, die dann 10 Leute umbringen und danach mit der Heldin schlafen. Tja. Sehr realistisch.
    .
    Es war eigentlich alles geplant, aber die vorgesehene begleiterin war nicht wirklich gesund, und bevor ich anderen etwas vorfahre und dann erzähle, wie fein es war, während sie das Bett hütet – habe ich mich eben anderweitig vergnügt. Aber ich muss trotzdem noch nach Verona, die nächste Zeit. Dort warten noch Schuhe auf mich,

  91. Verehrter Don,
    Um Ihrem Wunsch...

    Verehrter Don,
    Um Ihrem Wunsch nachzukommen, möchte ich hiermit mitteilen, daß vor vielen Jahren meine Schwiegermutter mich für einen Heiratsschwindler gehalten hat. Aber ich habe sie bis heute fürchterlich enttäuscht.
    Vielleicht hat das mit Platon´s Kugelmenschen zu tun.
    Danke für die Bemühungen rund um die Uhr für meine Erbauung.
    Mit lieben Grüßen von hinter dem schmiedeeisernen Tor an die schöne Welt vor meinem Tor

  92. Ja, das kenne ich: Die Mutter...
    Ja, das kenne ich: Die Mutter der verhinderten Reisebegleiterin traute mir nach den Erzählungen ihrer Tochter auch nicht und dachte, ich hätte es vor allem auf die Villa südlich von München und das grosse Seegrundstück im blauen Land abgesehen. Aber als sie merkte, dass mein Interesse nur in einer Opernbegleiterin lag, und die tatsächliche Gefahr von einem über 15 Jahre älteren Automanager mit Unterhaltspflicht ausging, war das alles vergessen.

  93. Eine andere Geschichte:...
    Eine andere Geschichte: Mittellose Künstlerin aus dem akademischen Proletariat einer rheinischen Metropole heiratet den schöngeistigen Sprößling aus der mittleren Mittelklasse einer Schweizer Kleinstadt (= außer Eigenheim drei oder vier Wohnungen plus ein halbes Dutzend Baugrundstücke oder so).
    Im Kreise seiner Familie schrumpft der langhaarige Schöngeist ruckzuck zum Muttersöhnchen, und seine Mutter sieht in der Schwiegertochter keine Künstlerin, sondern eine Haushaltshilfe. Was denn sonst?
    Fazit: Überstürzte Scheidung nach sechs Monaten, Rückkehr der Künstlerin ins steuerzahlende Prekariat (halbe und Viertelsstellen, Nachhilfe, etc. pp.).
    Der kleinstädtische Mittelstand schüttelt nach 20 Jahren vermutlich immer noch die Köpfe über solch unbegreifliches, widernatürliches Verhalten.

  94. Es gibt Leute, die mit ihrem...
    Es gibt Leute, die mit ihrem ueberbreiten Ego jeden Tuerrahmen fuellen-und auch noch darin stehen bleiben.
    Darum Tschuess!

  95. (Ic h schreibe gerade einen...
    (Ic h schreibe gerade einen ganz harmoniesüchtigen Beitrag, aber jetzt noch schnell Trüffelfettucini)

  96. Lieber Don Alphonso,
    der...

    Lieber Don Alphonso,
    der eingeschränkte Genpool ist in der Tat ein Problem.
    Darum nehme eine Familie sich, sofern nicht in den eigenen Reihen, einen vertrauenswürdigen Notar und lasse unter allen Umständen einen Ehevertrag aufsetzen.
    Die Familie wird sowieso nie mit der Wahl einverstanden sein. Ist aber alles rechtlich abgesichert, kann wenigstens das Familiensilber da bleiben wo es hingehört.
    Vielleicht haben Sie durch Ihre Ehelosigkeit den einzig die Familie und Sie selbst beglückenden Zustand gewählt. Und so möchte ich Sie Ihren Trüffelfettucini überlassen, auf die ich mit Neid blicke. Auf meine Familie und mich wartet auch heute abend wieder nur „Stulle mit Brot“ und ein kleiner Gurkensalat.

  97. @Dipsy: Zu dieser Aussage:...
    @Dipsy: Zu dieser Aussage: „Ausserdem scheint es an der Koordination zu fehlen. Nehmen Sie das Beispiel Thilo Sarrazin. Da sind innerhalb eines Tages 2 vollkommen gegensätzlich lautende Kommentare in dieser Zeitung erschienen. Da fehlt schlicht ein verantwortlicher Chefredakteur; ich glaube aber, dass war eher dem Umstand geschuldet, dass man den Zeitgeist treffen wollte.“
    Grade deshalb schäzte ich die FAZ – ich finde es durchaus angenehm, in Kommentaren konträre Meinungen zu lesen und sehe da bei weitem kein journalistisches Manko.
    @HansMeier: Sie meinen: „Vermutlich war es eben doch die gesellschaftliche Akzeptanz des vorehelichen Sex, die den Heiratschwindler gekillt hat.“
    Da kann ich nur sagen: Zum Glück! :-)
    Die „mittellose“ Künstlerin kann ich übrigens gut verstehen, ich würde es in so einer Familie auch nicht lange aushalten. Glücklicherweise ist solch ein Kelch an mir vorübergegangen, das zarte Interesse dass ich Anfang 20 an einem Sprössling aus „besserem“ Hause hatte wurde im Keim erstickt als seine Mutter mir unverblümt sagte, dass ich nicht der passende Umgang für ihr Söhnchen sei, da „Sie kommen von „unten“, und solche Leute sollen da bleiben, wo sie hingehören“.
    Söhnchen ist übrigens jetzt 28 und immer noch unglücklicher Single… (ich hingegen habs aufs Geld gepfiffen und einen damals ziemlich mittellosen tschechischen Studenten geheiratet. Inzwischen verdienen wir ganz einfach beide unser Geld und leben hoffentlich glücklich bis an unser Lebensende.)
    @wen es interessiert: Ich denke es gibt immer noch genügend Leute (Männer wie Frauen), die bei ihren „Partnern“ nichts anderes im Sinn haben als ihnen das Geld aus den Taschen zu ziehen. Sind dann aber keine Heiratsschwindler weil das ganze praktischerweise heutzutage ohne Heirat abläuft (und an erspart sich den ganzen Ärger mit dem Untertauchen, der Scheidung, etc).
    Ich finde es übrigens faszinierend wie man von Heiratsschwindelei zu Marx, Sozialismus usw. kommt.
    @Don_Alphonso: Jetzt werden Sie Ihrer Reisebegleiterin gegenüber aber indiskret! Ein 15 Jahre älterer Automanager mit Unterhaltspflicht? Jetzt bin ich aber neugierig geworden :-)

  98. Meine Herren (Damen sind wohl...
    Meine Herren (Damen sind wohl nicht darunter),
    HansMeier555, was halten Sie von einem Abonnement dieser Zeitung? Dann unterstützen Sie die Schreibe und es ist vielleicht auch der ein oder andere Euro mehr im Haus um das Schreiben von ein paar mehr Wörtern zu finanzieren.
    Ganz richtig liegen Sie auch mit dem Hinweis darauf, dass es sich bei einer Zeitung um eine privatrechtliche Einrichtung handelt und die Herausgeberschaft darin frei ist, was sie veröffentlicht und was nicht. Das mögen Sie als Kampfaufruf ansehen um den »indifferenten Eigentumsbegriff« loszuwerden; übersehen dabei aber einmal die Grundlagen des Eigentumbegriffs: er ist schlichter Ausdruck der Indivualität des Menschen (es gibt da einen ganz vorzüglichen Aufsatz über die frührömischrechtlichen Grundlagen von Okko Behrends, Emeritus Göttingen, zu diesem Thema. In seiner Aufsatzsammlung „Institut und Prinzip).
    Jedenfalls glaube ich kaum, dass diese Zeitung ein Infragestellen des Grundgesetzes (was Sie mit ihren Angriff auf die Eigentumsfreiheit wohl vorhaben bzw. Publikationstätigkeit bei indymedia) veröffentlicht hätte. Es dürfte Ihnen nicht entgangen sein, dass der Dolf Sternberger den Begriff des Verfassungspatriotismus geprägt hat.
    Wie Sie den Beiträgen entnommen haben dürften, sehe ich auch gar keinen Grund, Don Alphonso irgendwo bei Gelegenheit anzuschwärzten. Die einzige Möglichkeit besteht für mich als Konsument darin, mein Abo zu kündigen (ja, ich habe eins; da dürfte ich mich von nicht wenigen Foristen hier unterscheiden). Das habe ich sicher nicht vor; mir reicht die Erinnerung daran, dass wir hier nicht in der taz sind. Bei gelegentlicher Lektüre der gedruckten Ausgabe (Leserbriefe) sollte Ihnen auffallen, dass ich damit durchaus in bester Gesellschaft bin.
    Don Alphonso, ich gehe davon aus, dass Sie in Ihrem Autorenvertrag keine dahingehenden Beschränkungen haben. Bei einem klassischen Arbeitsverhältnis scheint es absolut gerechtfertigt, dass die Herausgeberschaft die Leitlinien dessen bestimmt was geschrieben wird. Die FAZ hat solche abweichenden Meinungen, wenn sie einer innigen und wahrhaftigen Motivation entsprangen, auch immer toleriert. Nur die Abweichung um der Abweichung willen, die war ungern gesehen und wird auch von der Leserschaft wenig goutiert.
    Ihre Zuneigung zu der einen Seite der einen im Historikerstreit verwundert mich wenig. Ich kenne eine ganze Reihe von Leuten in Ihrem Alter, die wirklich alle gleich ticken. Man kann das natürlich nicht übel nehmen, da sind Sie auch nur Opfer der eigenen Zeit (was ich freilich auch bin). Widersprechen will ich aber der Selbstdarstellung des »unabhängigen Geistes«. Wer auf der Seite von Tränenhabermas stand und steht, der gehörte doch eher zum breiten Mainstream. Nolte und Fest haben noch sehr lange an der Diffamierung der Habermasindustrie gelitten; und leiden noch bis heute. Eine nüchterne Auseinandersetzung mit den Umständen des Aufstiegs und des Wesens des Nationalsozialismus »kann« nicht aus Deutschland kommen.
    Ich glaube auch kaum, dass dieses Blog in einem anderen Medium funktionieren würde. In der Prantl-SZ ohnehin nicht, der Welt fehlt der Geschmack für so etwas, in dem Lehrerinnenblatt ZEIT würde es nur Betroffenheitsreaktionen geben.
    Alter Bolschewik, ich finde es ehrlich gesagt nicht lustig, wenn Sie Spinoza im gleichem Atemzug mit Hegel nennen.
    Don Carlos, ganz recht. Ich streite auch gar nicht ab, dass im Namen der heiligen Kirche eine Reihe von Verbrechen begangen worden. Aber, das war einmal. Im Namen des Marxismus (und seiner Ableger) werden eben nach wie vor eine Reihe von Verbrechen begangen. Chavez in Venezuela, der Castro Clan auf Kuba, Gadaffi in Lybien, Mugabe in Simbawe, Yong-Il in Nordkorea, meinetwegen auch China. Alles bekennende Sozialisten/Maoisten/Kommunisten. Natürlich, die vertreten alle nicht die »reine Lehre« und bei dem nächsten Versuch wird alles ganz anders.
    Wie Sie auch unschwer erkennen, handelt es sich bei dem Medium FAZ um eine privatrechtliche Geschichte; eine Grundrechtsbindung (eben die der Meinungsfreiheit) liegt damit nicht vor. Insofern verweise ich durchaus gern darauf, dass solche Meinungen in der FAZ unpassend sind und zeige den Weg in die einschlägigen Foren von SZ/taz und ZEIT. Da kann man sich dann gerne austoben. Aber, herzlichen Dank dafür, dass Sie mich einmal mehr in eine rechte Ecke stellen wollen (gehört nun wirklich zum abgedroschenen Standardbeissreflex der Linken).
    Devin, ganz natürlich. Die FAZ macht extra eine Redaktionskonferenz und debattiert darüber, ob Ihre Beiträge erscheinen dürfen oder nicht. Kann es sein, dass Sie sich vielleicht ein klein wenig zu ernst nehmen? Ich gestehe Ihnen Ihre eigenen Blumen zu. Ich gedenke auch irgendwann, mir einen Schrein meinerselbst zu basteln.
    Gerade Sie waren es Devin, der hier von einem »viel gescholtenen Lenin« sprach. Der viel gescholtene Herr hat nicht weniger als 300.000 Menschen auf seinem Gewissen. Aber, ganz fein. Würde hier irgendwer auf die Idee kommen, von einem »viel gescholtenen Hitler« zu schreiben, der Aufschrei wäre ganz zu recht riesig. Bei den Ikonen der Linken –Lenin, Che Guevara, Stalin etc. – da wird die Verherrlichung aber kommentarlos hingenommen. Auf dem linken Auge sind wir ja blind in Deutschland. Wenn in Berlin im Namen der »guten Sache« Molotowcocktails auf Polizisten geworfen werden, es wird achselzuckend hingenommen.

  99. Devin08, Au weia! Welch...
    Devin08, Au weia! Welch umfängliche Reflexionen und Bekenntnisse das nach sich zieht wenn man für zwei einfache mutmaßlichen Variablen (Sparsamkeit und Produktivität, sie erinnern sich) keine Werte angeben kann. Das habe ich nicht geahnt – Bitte liebe Mitleser stimmen Sie mir zu – das konnte ich nicht ahnen.
    Hätten Sie einfach geantwortet: die Sparsamkeit war 53 Kiloirgendwas und die Proktivität etwa 17, also wie behauptet deutlich kleiner, wäre Reden (statt Ihres silbrig ausufernden Schweigens) in dem Fall Gold gewesen.

    Alter Bolschewik, Da der Gastgeber deutlich zu erkennen gab, daß ihn (und vermutlich viele Mitleser) das Neben-Neben-Thema langweilt ( bei der Weitschweifigkeit mancher Diskursbeiträge nur zu verständlich),schmuggle ich statt einer Replik nur diesen Kassiber:
    Die monogame Vermählung des Werts mit der geronnenen Arbeit zur Zeugung eines Maßes war eine logische Heiratsschwindelei
    Und bitte Sie,werter Don um Nachsicht.

  100. Dipsy, wie so oft lassen Sie...
    Dipsy, wie so oft lassen Sie mich ratlos: Wer paßt jetzt nicht in Ihr enges Weltbild, Spinoza oder Hegel? Oder eher: Wer von den beiden paßt Ihnen? Ich hätte ja gedacht, keiner – aber so kann man sich täuschen.

  101. Lieber Dipsy (ich nehme mal zu...
    Lieber Dipsy (ich nehme mal zu Ihren Gunsten an dass sie meinen Beitrag übersehen haben, es ist als sehr wohl eine „Dame“ anwesend),
    ich finde es ziemlich unfein von Ihnen, anderen Kommentatoren nahezulegen, doch woanders zu schreiben. Auch Sie bestimmen nicht, welche Meinung in einem FAZ-Forum unpassend sind und welche nicht. Außerdem kann eine Zeitung, die im Vorabdruck ein Buch von Alice Schwarzer bringt so „konservativ“ ja wohl nicht sein.
    Sie scheinen übrigens in einer Parallelwelt zu leben, ich nehme es in den Medien jedenfalls nicht so wahr, dass irgendjemand es achselzuckend hinnimmt wenn Molotow-Coctails auf Polizisten geworfen werden. Die Berichterstattung von Taz und Spiegel zu den Krawallen beim Nato-Gipfel in Straßburg war jedenfalls weder achselzuckend noch wohlwollend sondern recht kritisch.
    Was mir hingegen langsam etwas aufstößt sind die latent abfälligen Kommentare über Osteuropäer, ob man sich nun mit osteuropäischen Frauen vermählt oder nicht bzw. „Russen nötig“ hat oder nicht. Da muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen dass ich da bezüglich „rechter Ecke“ ganz genau hinschaue, wenn jemand das Auftauchen neureicher Russen als Indikator für den Niedergang eines Ortes wertet…

  102. ob man die sehnsucht...
    ob man die sehnsucht aufbrauchen kann? gute frage… ich nehme an, es hängt davon ab, ob man die kunst des sich sehnens behrrschen kann. & sie haben es-wie es scheint-herrvorragend im griff, oder?
    p.s. um der (un)möglichen huldigungskakaphonie zu entfliehen werde ich das thema der sommerliebe lieber nicht ansprechen.

  103. Dipsy
    Ob ich eine Dame bin,...

    Dipsy
    Ob ich eine Dame bin, müssen andere beurteilen, zumindest gehöre ich dem weiblichen Geschlecht an.
    Auch ich bezahle mein Abo der Printausgabe, die leider mangels Personal bei mir aber nicht gebügelt wird.
    Es ist doch „nur“ ein Blog. Eine Gelegenheit zu fabulieren. Eine Stilübung, wenn man so will. Dabei sollte man sich gerade in diesem Blog aber auch an Konventionen halten. Ich empfinde die Länge Ihrer Beiträge hier als unangenehm und bewundere den Langmut des Herrn Don Alphonso, sich da durchzukämpfen.

  104. Alter Bolschewik, bei einer...
    Alter Bolschewik, bei einer Vorliebe für Philosophie sollte -nach Erwähnung Sternbergers- eigentllich klar sein, dass ich durchaus Freund Spinozas bin. Das hätte sich auch aus dem übrigen Kontext ergeben können. Was halten Sie von einem Besuch beim Wetzstein?
    unellen, Sie mögen das als »unfein« empfinden. Schön. Diese Zeitung steht aber in einer Tradition und die ist nicht marxistisch. Wenn die Herren also eine marxistische Spielwiese suchen, bitte. Vielleicht wählt man dann eine andere als die des verhassten liberal-konservativen Bürgertums.
    Es sollte Ihnen auch nicht entgangen sein (das Feuilleton dieser Zeitung hat ausgiebig darüber berichtet), dass Frau Schwarzer im letzten Jahr den Börne – Preis erhielt. Sie ist zwar im Kern eine Feminstin; nicht selten vertritt Frau Schwarzer aber Werte, die die Bürgerrechte stärken. Neben diesem Aspekt sei vielleicht erwähnt, dass die Gattin des Herausgebers Schirrmacher, Frau Casati, gelegentlich für die Emma schreibt. Das erklärt vielleicht etwas mehr.
    Ich darf Sie aber beruhigen. Die »Osteuropäer« stören mich nicht wegen ihrer osteuropäischen Herkunft. Es geht um allgemeine Fragen des Auftritts. Wenn Sie im Hotel B. in St. M. einmal einen Russen erlebt haben, der partout mit seiner Jogginghose durch das Haus läuft (das Hotel S. in der gleichen Gemeinde hat aus genau dem gleichen Grund die Zahl seiner russischen Gäste auf einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz begrenzt); das ein oder andere Mal eine Weinauswahl à la russe erlebt haben, dann werden Sie mich vielleicht verstehen. Ein nicht unwesentlicher Teil dieser Frauen dürfte auch in die Kategorie »Trophywife« gehören. Also, lieber ein Niedergang in Ehren, als Frischkapital aus dem Osten. Wo Sie da eine rechte Ecke erkennen wollen ist mir reichlich schleierhaft; aber, es ist eben ein wunderbares Totschlagargument.
    Wo wir mit einem solchen Trophyweib nicht allzu weit weg vom eigentlichen Thema wären.

  105. Lieber Dipsy,
    bitte sprechen...

    Lieber Dipsy,
    bitte sprechen Sie die FAZ-Herausgeber trotzdem bei nächster Gelegenheit auf all das hier einfach mal an. Und dann berichten Sie uns, was die Ihnen gesagt haben. Bin wirklich neugierig!

  106. (Ich sag jetzt lieber nicht...
    (Ich sag jetzt lieber nicht Dath, sonst stürzen hier Weltbilder.)

  107. Was ist Dath?
    .
    Ansonsten...

    Was ist Dath?
    .
    Ansonsten langweilt es mich nicht, ich sehe nur nicht meine Aufgabe darin, einen Diskurs zu führen, der mich eigentlich nicht tangiert. Dass ich hier keine Meiningsvorschriften will, ist klar, und daraus ergibt sich alles weitere automatisch. Übrigens ohne dass ich deshalb alles unterschreiben würde, was in dieser Zeitung steht.

  108. Dietmar Dath ist der...
    Dietmar Dath ist der FAZ-Vorzeigemarxist: http://de.wikipedia.org/wiki/Dietmar_Dath

  109. @Dipsy:
    "Es sollte Ihnen auch...

    @Dipsy:
    „Es sollte Ihnen auch nicht entgangen sein (das Feuilleton dieser Zeitung hat ausgiebig darüber berichtet), dass Frau Schwarzer im letzten Jahr den Börne – Preis erhielt. Sie ist zwar im Kern eine Feminstin; nicht selten vertritt Frau Schwarzer aber Werte, die die Bürgerrechte stärken. Neben diesem Aspekt sei vielleicht erwähnt, dass die Gattin des Herausgebers Schirrmacher, Frau Casati, gelegentlich für die Emma schreibt. Das erklärt vielleicht etwas mehr.“
    Richtig. Das weist doch sehr stark darauf hin, dass Begriffe wie „liberal-konservativ“ durchaus einem Wandel unterliegen – ich wage es nämlich zu bezweifeln, dass Frau Schwarzers Buch in den 70ern in der FAZ abgedruckt worden wäre. Weswegen dieses Argument:
    „Diese Zeitung steht aber in einer Tradition und die ist nicht marxistisch“
    reichlich hinfällig ist. Zumal ich hier nirgendwo gelesen habe, dass jemand durch marxistische Ableger begangene Gräueltaten verniedlicht hätte. Außerdem sind Traditionen doch nur da, um sie zu hinterfragen oder abzuschaffen, wie auch immer, Tradition ist für mich überhaupt kein Argument mehr.
    Was die „rechte Ecke“ angeht: Ich habe Sie da nicht hineingestellt, sondern nur gesagt dass ich nach solchen Äußerungen genau hinsehe. Und mit Verlaub, die Aussage:
    „neureicher Russe = Prolet im Jogginganzug mit Trophywife“ oder Ausdrücke wie:
    „lieber ein Niedergang in Ehren, als Frischkapital aus dem Osten“
    offenbaren ein Weltbild, das ich persönlich ziemlich grenzwertig finde (auch schon das Wort „Trophywife“ stößt mir gewaltig auf).
    Ich meine wenn jemand ein Restaurant eröffnet und aus Prinzip sagen wir mal keine Schwarzen einlässt (aus welchen Gründen auch immer), ist das denn keine sagen mir mal „rechte“ Einstellung?! Ein Hotel dass Russen keine Zimmer gibt handelt doch genauso diskriminierend.
    Und wenn Sie einen Partner aus „Osteuropa“ mit entsprechendem Akzent hätten, dem bei der Wohnungssuche am Telefon ständig vorgelogen wurde, die Wohnung sei schon vermietet, dann würden Sie mich vielleicht auch verstehen.
    @Andrea Diener: Lol! :-)

  110. @Andrea Diener
    Grandios! Haben...

    @Andrea Diener
    Grandios! Haben die Bolschewisten also schon alles unterwandert?
    .
    Ich als bekennender Feudalist möchte nur kurz darauf verweisen, daß Liberalismus wie Marxismus aus der gleichen Giftwurzel entsprossen sind, nämlich der klassischen Politökonomie von Smith, Ricardo, etc. Darum beruhen auch alle beide auf einem armseligen, kümmerlichen Menschenbild beruhen, in dem weder für Kaseln noch für Wiener Nekrophilie, noch für sonst irgendwelche große Kunst noch Platz ist.
    .
    Herrn cand. iur. Dipsy möchte ich noch noch folgende Einsicht meines ultimativen role models mahnend mit auf den Weg geben: „Der Liberalismus ist die Vorfrucht der Sozialdemokratie!!“

  111. Nun Frau Diener, ich gehe...
    Nun Frau Diener, ich gehe davon aus, Sie wollen bei Wikipedia auf die Stelle hinaus, dass dieser Herr nicht darüber schreibt wie es ist, sondern wie es sein sollte.
    Das dumme an der Geschichte ist nur, dass dieses »System der arbeitsteiligen und gemeinschaftlichen Produktion« nur um den Preis der Unterdrückung zu haben ist. Wir können auf dem Reissbrett durchaus die verschiedensten Gesellschaftsformen konstruieren. Leider geschieht in der Regel aber das, was nicht sein darf.
    Wir nehmen das Beispiel von x und y. Der eine ist durchschnittlich begabt (x), der andere grandios (y). Nun stellen wir absolute Gleichheit her. Dann kommt ein Startschuss. Während einer logischen Sekunde werden x und y gleich auf liegen. Bereits dann wird y seine Begabungen besser nutzen als x. Schon haben wir Ungleichheit. Warum soll nun y, der in dem »System der arbeitsteiligen und gemeinschaftlichen Produktion« zwangsläufig den Kürzern zieht, dieses System ewig mitmachen? Praktisch wird das folgende passieren (ein Blick in die DDR – Geschichte würde dazu ausreichen). a) y haut ab und lässt x allein (in den ersten 10 Jahren der DDR sind huntertausende von Ingenieuren in die böse BRD abgehauen); alternativ kann man y auch einsperren (siehe DDR – Geschichte) b) y legt einen Gang tiefer ein (wir haben dann eine breite Verarmung der Massen).
    Das dieser Herr hier im Feuilleton geschrieben hat, vermag letztlich noch nichts über den Inhalt seiner Artikel aussagen. Ich denke, man kann eine Theaterkritik problemlos schreiben, ohne den Marxisten raushängen zu lassen.
    Mein Weltbild ist dadurch nicht zerstört Frau Diener und der von Ihnen angestrebte Beweis wird dadurch auch nicht erzielt. Es gab auch den Staatsrechtler Theodor Mauz, zu Lebzeiten herausgeber des Standardkommentars zum Grundgesetz. Nebenbei hat Herr Mauz aber für die deutsche Nationalzeitung (DVU nah) geschrieben. Von dieser politischen Gesinnung merken Sie im GG Kommentar eigentlich nichts.
    unellen, ein Begriff mag zwar einem Wandel unterliegen; insb. dann, wenn er von anderen Kräften vereinnahmt wird. Der dicke Siggi Gabriel hält sich inzwischen auch für »bürgerlich«. Ein Blick in die Kulturgeschichte (ich empfehle da nach wie vor Friedell) deckt aber diesen Etikettenschwindel nur allzu schnell auf.
    Lesen Sie bitte den Kommentar von Devin 08 vom 01.10. d.J. um 18.31 zu Don Alphonsos Reichtumsbericht 2009 (Ergänzung nach der Wahl).
    Ah, ja. Natürlich. Traditionen sind dafür da, um Sie zu hinterfragen oder abzuschaffen. Glauben Sie eigentlich wirklich, dass Sie die erste in den letzten, sagen wir mal 500 Jahren sind, die eine Tradition hinterfragt? Ein Herr von Hayek (Regieanweisung an alle: Beissreflexe an) hat nicht umsonst darauf hingewiesen, dass gewachsene Traditionen eine gewisse Effizienz aufweisen, nachzulesen in Recht Gesetz und Freiheit. (Regieanweisung: Beissreflex aus).
    Sie können diskriminierend finden was Sie wollen. Allerdings steht es einem Hotel als privaten Beherbergungsbetrieb vollkommen frei, welche Gäste einquartiert werden. Die machen das sicher nicht aus irgendeiner Laune heraus. Vielleicht liegt es daran, dass der ein oder andere Stammgast (man ist da z.T. seit Jahrzehnten) darauf hingewiesen hat, den Winterurlaub zukünftig lieber in Berlin verbringen zu wollen, als mit solchen Gästen unter einem Dach wohnen zu wollen. Es geht da nicht darum, dass es Osteuropäer sind. Es geht um einfache Verhaltensweisen, Tischsitten, die Einhaltung von Kleiderordnungen. Das kann man lernen. Sogar Amerikaner können das zwischenzeitlich ganz gut.
    Falls Sie irgendwann einmal ein Gespräch mit solch einem Trophywife führen werden, sie werden den Ausdruck Trophywife noch harmlos finden. Die Gedanken solcher Frauen drehen sich in der Regel um shopping, shopping, shopping, shopping und shopping. Sonst ist da wirklich NICHTS. Wirklich nicht (doch, sie kümmern sich auch um das Aussehen, sonst werden sie irgendwann gegangen).
    Und nun HansMeier555, bei Gelegenheit werde ich eine Anmerkung zu den neuerlichen marxistischen Tendenzen in dieser Zeitung machen. Nicht wenige der Herren Herausgeber (Achtung unellen, wie diskriminierend und frauenfeindlich, alles nur Männer) haben in Heidelberg studiert und sind gelegentlich auch da. Schreiben Sie dann auch einen Bericht im indymedia dafür?
    Danke für die Mahnung, ich teile dieses auf Hegels Geschichtsphilosophie aufbauende Stufentheorie (in Abwandlung auch als Zyklentheorie) nicht.

  112. Dipsy, Sie sind ein Mann...
    Dipsy, Sie sind ein Mann voller Überraschungen und Rätsel. Das mit dem Fest verstehe ich ja noch, das paßt, hat sich der Mann doch von einem alten Nazi wie Speer schwer auf’s Kreuz legen lassen; das ist der Preis, den man für seinen liberalen Konservativismus oder konservativen Liberalismus zu zahlen bereit sein muß. Aber Sternberger? Meinen wir den selben Sternberger? Der Sternberger, der mit diesen linken jüdischen Zecken Adorno und Horkheimer abhing? Der den nach dem alten Stalinisten Ernst Bloch benannten Preis nicht nur angetragen bekam, sondern auch akzeptierte? Dieser Sternberger? Und so jemand loben Sie als Vorbild? Tzs, tzs, wenn das in Sankt Moritz die Runde macht, landen Sie noch am Russentisch.
    HansMeier555, Sie sind ein Feudalist nach meinem Geschmack! Besonders, wenn Sie, wie heute, in Topform sind.

  113. @Dipsy: Der Rückschluss von...
    @Dipsy: Der Rückschluss von Nationalität auf Tischsitten, die damit einhergehende Verallgemeinerung und Ausschluss dieser Gäste IST Diskriminierung. Und falsch. Da gibt es in meinen Augen gar nichts dran zu rütteln (wie war das noch im Dritten Reich mit den Geschäften wo Juden nicht erwünscht waren???).
    „Ah, ja. Natürlich. Traditionen sind dafür da, um Sie zu hinterfragen oder abzuschaffen. Glauben Sie eigentlich wirklich, dass Sie die erste in den letzten, sagen wir mal 500 Jahren sind, die eine Tradition hinterfragt?“
    Nö.
    Wäre nur schön wenn Sie sich in Bezug auf die Mitkommentatoren und die Tradition der FAZ ebenso flexibel zeigen wüden.

  114. Komme leider nicht so bald...
    Komme leider nicht so bald nach Heidelberg. Aber Ihre Berichte kann ich natürlich gerne bei Indymedia unterbringen (Sie selbst übrigens auch, dort gibt es keine Zensur).

  115. Wobei das Gespräch über...
    Wobei das Gespräch über Tischsitten uns ja jetzt wieder zum eigentlichen Thema, dem Heiratsschwindel, zurückbringen könnte.
    Denn wo, wenn nicht im Grand Hotel, fühlt sich der Heiratsschwindler wie ein Fisch im Wasser?
    Vielleicht kann Weltmann Dipsy den neidischen Mit-Bürgern hier einmal einfach kurz die 10 wichtigsten „Never-Evers“ mitgeben, damit wir, wenn wir durch einen Zufall doch mal dort hinkommen, uns nicht gleich blamieren?
    .
    Daß Altherren-Humor dort selbst bei unter 25jährigen zum guten Ton gehört, haben wir inzwischen begriffen und Trainingshosen werde ich mir auch nicht extra dorthin mitnehmen, zumal man sie sich auch ander Rezeption ausleihen kann (mein Russisch würde dafür grade so ausreichen).
    .
    Aber da gibt es doch bestimmt noch ein paar Feinheiten und Nuancen, die noch nicht 25 mal in „Men’s health“ oder der „Brigitte“ ausgewalzt wurden. Lieber Dipsy, briefen Sie uns!

  116. Alter Bolschewik, Sie wissen...
    Alter Bolschewik, Sie wissen aber schon, dass Herr Sternberger als ehemaliger Feuilltonchef dieser Zeitung hier hoch verehrt ist. Der ein oder andere Herausgeber ist auch sein Schüler. Finden Sie das also den richtigen Ort um über ihn zu lästern? Meinen Sie nicht, indymedia wäre das geeignete Forum?
    Es dürfte Ihnen auch nicht entgangen sein, dass nicht wenige Profes. der Philosophie, unabhängig von der Geisteshaltung, normal miteinander reden können. Sie konnten dieser Zeitung z.B. ein Lobeshymne des Herrn Habermas auf Lord Dahrendorf entnehmen.
    Wie Sie, nur als Nebenbermerkung, der Satzung der Bloch Gesellschaft entnehmen können, wird der Preis für wiss. oder lit. Schaffen mit philosophischer Grundhaltung verliehen. Da steht nicht da welche Grundhaltung es ist.
    unellen, ah, dann ist das eben Diskriminierung. Bauen Sie den Rest Ihres Lebens darauf auf: Sie als Frau werden diskrimiert weil sie eine Frau sind. Da kommen sie dann furchtbar weit. Der grosse Unterschied zwischen dem dritten Reich und dem Hotel S. besteht nach wie vor darin, dass das Hotel keine Grundrechtsbindung kennt und die Russen schlicht in das Hotel B. und Hotel C. ausweichen können. Wenn die ganze Geschichte von einem Staat ausgeht (als eine Art hoheitlicher Akt, dann gibt es kein entrinnen).
    Ich möchte geistig aber nicht allzu flexibel sein. Die geistige Flexibilität der Menschheit hat nicht zu wenigen Katastrophen in der Geschichte geführt (läuft dann unter Wegschauen oder arrangieren) – da bin ich also gern unflexibel und sturr. Wie ein alter Esel.

  117. Natürlich HansMeier555, da...
    Natürlich HansMeier555, da gibt es keine Zensur. Solange die Einheitsmeinung (in ihren Nuancen) gewahrt ist, dann gibt es keine Zensur.
    Sie müssen den ganzen Winter also im schmutzigen und stickigen Berlin verbringen? Mein Beileid. Unter diesen Umständen würde ich meinem Vorbild Sebastian wohl vollkommen folgen und zum Alkohliker werden (ich behaupte ja, Kurt war Berliner).

  118. @Dipsy: Dass ich als Frau...
    @Dipsy: Dass ich als Frau diskriminiert werde, brauchen Sie mir nicht zu sagen, das weiß ich selber. Ich wünsche Ihnen herzlich, dass Sie selber nie aufgrund Ihres Geschlechts, ihrer Nationalität oder sonstigem diskriminiert werden (ob von staatlicher Seite oder in einem Hotel). Andererseits würde Sie dieses Thema vielleicht dann nicht mehr so locker nach dem Motto „Dann ist das eben so“ hinnehmen.

    So ein paar Never-evers fände ich aber auch ganz interessant ;-)

  119. @Dipsy:
    Berlin ist selbst im...

    @Dipsy:
    Berlin ist selbst im Sommer nicht so stickig wie das CH-Mitteland, im Winter sogar ausgesprochen zugig. Und der (ganz selten immer noch) anzutrefende Kohlenofenduft hat für mich etwas anheimelndes, erweckt angenehme Erinnerungen. Ach Berlin! Der dumme Don hat dort wohl einfach die falschen Sachen gemacht. (Hätte nach Breslau, Krakau oder Wilnius weiterfahren sollen).
    .
    Wenn ich in Berlin wäre, könnte ich um sieben in die Oper, danach um elf ins Kino und dann noch in Kneipe, die Qualitätspresse sichten. In Aarau hingegen… aber lassen wir das.
    Was wissen Sie über die Indymedia-Einheitsmeinung? Plädoyers für Hayek, Sternberger können Sie dort ebenso veröffentlichen wie radikale Marx-Kritik. Ob Christoph-Blocher-Propganda auch toleriert würde, weiß ich allerdings nicht. Probieren Sie es einfach aus, ist alles zu 100% anonym und anmeldungsfrei!
    .
    Zu den Russen möchte ich noch amerken, daß ihnen die Überlegenheit europäischer Kultur nicht in jedem Falle einleuchtet. Russen finden es überaus befremdlich (um nicht zu sagen: widerlich und knickerig), wenn sich die Deutschen nach gemeinsamem Restaurantbesuch die Rechnung beugen und mit dem Taschenrechner ausrechnen, wer denn nun wieviel bezahlen muß. Russen teilen die Summe einfach durch die Anzahl der Gäste, und das wars!
    .
    Schon darum sollten Sie, lieber Dipsy, doch beim nächsten Mal einfach versuchen, mit den Russen vom Nebentisch mal ganz weltmännisch Kontakt aufzunehmen und sich dann einfach immer das teuerste bestellen. Gerade damit können Sie diese nuworischs am besten beeindrucken. Nach ein paar Gläsern Wein finden Sie mit denen bestimmt eine gemeinsame Sprache, denn die Grenze verläuft nun mal nicht zwischen den Völkern. Ihre Weltsicht und deren Trainingshosen haben in etwa den gleichen Geruch.
    .
    Auch an das Geschäft denken: Welche Schweizer Kanzlei würde einen russischen Milliardär als Kunden schon ablehnen?

  120. @dipsy
    im gegensatz zum...

    @dipsy
    im gegensatz zum ursprünglichen begriff bedeutet der deutsche liberalismus, daß individuen unter günstigsten umständen eine position als beamte oder in kammerberufen ergattern konnten und nun versuchen, diesen status mit hilfe der politik gegen konkurrenz und berufliche neueinsteiger abzusichern, indem sie zugangsbeschränkungen schaffen, die für sie selbst nicht bestanden und welche sie selbst auch nicht hätten überwinden können. selbst nur subventionsempfänger und hauptberufliche statusabsicherer, diffamieren sie mitglieder der gesellschaft als sozialschmarotzer und fordern sie selbstgerecht auf, für ihren lebensunterhalt selbst zu sorgen. sie verachten das gemeinschaftswesen, von dem sie drohnenhaft profitieren und dessen geschicke sich sich einbeilden lenken zu können, was sich in ihrer gänzlich unliberalen neigung zur diffamierung andersdenkender und zur gängelei äußert. aufgrund dieser gemeinschaftsschädigenden haltungen und bestrebungen wurden die deutschen liberalen im kaiserreich verboten. ebenso im dritten reich, was die deutschen liberalen nutzen, um sich als gegner von diktaturen zu gerieren. tatsächlich sind deutsche liberale auch gegen diktaturen, jedoch nur, weil sie sich von diesen an ihrer freien entfaltung gehindert sehen.

    ihr vorwurf, daß es sich bei meinem kommentar um einen linken beißreflex handelt, geht fehl, denn ich habe sie nicht nur in die rechte, sondern auch in die linke ecke gestellt. in beiden systemen haben menschen ihres schlages die ‚richtige‘ weltanschauung gepachtet und fühlten sich berufen, anderen ihren willen aufzuzwingen. mir ist dieser typmensch unangenehm, egal, mit welcher politische anschauung er sich tarnt. auch die verkürzung ihrer argumentation auf die kirche war zu erwarten, sie blendet allerdings die unterstützung lupenreiner ‚demokraten‘ wie pinochet, batista, somoza, stroessner, botha, hussein sowie der taliban aus. aber wie gesagt, selbsterkenntnis ist nicht die stärke deutscher ‚liberaler‘. mit faz-abonnement. anerkennung.

  121. Ich lese den Blog und die...
    Ich lese den Blog und die Kommentare gerne mit, der Blog ist gut geschrieben, wenn ich die Fußangeln erkenne, freut es mich. Und dann entwickelt sich eine hübsche Diskussion a la der Alte Bolschewik trifft Prince Matecki auf dem Marktplatz zum gemütlichen Plausch.
    Mit der Zeit kennt man seine Pappenheimer, welche man gern liest oder auch einfach überspringt. Letzteres empfehle ich dipsy. Zumal ich persönlich neben zum Beispiel eben dem Alten Bolschewiken auch dipsys nassforsche Kommentare gern lese. Wenn dipsy schreibt “ da muß ich wohl wieder mal eingreifen….“ freue ich mich über einen gut geschriebenen Beitrag.
    Ob ich jetzt die Meinung von dem oder jenen teile, steht auf einem anderen Blatt.

  122. Ach, die...
    Ach, die Weltanschauungsdebatten. Dabei sind Heiratsschwindler (muss man heutzutage auch p.c. anfügen „und -Innen“?) soviel unterhaltsamer. Ich bezweifle dass Thomas Mann über die neue Frankfurter Schule einen ironisch getönten unterhaltsamen Roman verfasst hätte, aber Felix Krull ist immer noch lesenswert.
    Was die Ehe- und Partnerprobleme in der dummen kleinen Stadt angeht, Gott wie bürgerlich. Noch mein Urgroßvater hat das kurz vor dem ersten Weltkrieg anders gelöst. Nach dem Tod seiner sehr geliebten Frau im Kindbett ( der Nachteil wenn man weit weg von UniKliniken ostelbisch ländlich haust) kümmerte sich eine Amme um das Kind. Etwas später dann auch um ihn. Da wir stramm katholisch sind ( eigentlich müsste man es mit 3 „m“ schreiben, so stramm) war das natürlich ein Stachel im Fleische (pun intended). Also wurde die Amme morganatisch „zur linken Hand“ geehelicht, was sowohl Staat ( Preußen) als auch Kirche tolerierten. Mithin unter Ausschluss etwaigen Nachwuchses von irgendwelchen Rechten. Der Nachwuchs wurde ein Knabe, der in due course glühender Kommunist wurde, mit Glück Nazis und Stalin überlebte und erster Bürgermeister eines Städtchens in Mitteldeutschland nach 45 wurde. Immerhin zahlte Urgroßvater noch im zweiten Weltkrieg privat für eine Hirntumoroperation bei Olivecrona unter Auflösung von Rücklagen.
    Die Frage des genervten Hauspersonals ob es denn auch unter der Woche abends immer große Toilette und das gute Porzellan auf silbernen Platztellern sein müsse beantwortete er in den späten 20ern mit den in der Familie legendär gewordenen Worten: „Bin ich Fürst, ess ich von Silber“. Überflüssig anzumerken dass er Deutsch so korrekt sprach wie Französisch und Polnisch, aber hier das Hauspersonal etwas hoch nahm. Das Gerede der Nachbarn hat ihn all die Zeit nicht gestört. Das war noch Lebensstil.
    Tempi passati. Und etwaig aufkreuzende schneidige junge Männer mit Interesse für Töchter des Hauses wurden natürlich unter Aufbietung alter Regimentskameraden, Nachschlagen in Gotha, Hierbarz Polski usw. geprüft.
    Hätten sie sich „etwas zu schulden kommen“ lassen, wäre da auch noch die Frage der persönlichen Verantwortung vor der Spitze des Säbels gewesen….
    Zwar waren Duelle damals eigentlich schon verboten, aber was heißt schon eigentlich.

  123. Häh?
    HansMeier555 Schön das...

    Häh?
    HansMeier555 Schön das hier noch jemand die Vorteile von Berlin beim Namen nennt. Natürlich habe ich auch noch einen Koffer in Berlin. Aber entweder man mag Berlin, oder man mag Berlin nicht.
    Hier in der kleinen Stadt vor der Höhe werden abends die Bürgersteine hochgeklappt und dann ist es finster.
    Es gibt hier allerdings eine hübsche kleine russisch-orthodoxe Kirche (erbaut von Leon Benois – Leonti Nikolajewitsch Benois, dem Großvater des leider zu früh verstorbenen Sir Peter Ustinovs). Russen waren hier schon immer (seit dem 19. Jahrhundert auch bekannte wie Dostojewski) eine diesbezügliche Diskussion ist aus meiner Sicht geschmacklos.

  124. Dipsy: Theaterrezensionen?...
    Dipsy: Theaterrezensionen? Nicht ganz. Anstatt lange zu spekulieren, bedienen Sie doch einfach die Suchfunktion. Da stoßen Sie dann auf schlimme marxistische Spielwiesen wie diese:
    http://www.faz.net/s/RubF0E19050B066464AB68BBD3CCF4AEB16/Doc~EBCFB8C8EBF714433A5C504952CC0C8D3~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    Oder das:
    http://www.faz.net/s/Rub4A285C3CD96B4BD4B33430B85E00A3D4/Doc~ED3100DEC47E143ECAC0827E3279FA1B0~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    Offener geschah Unterwanderung vermutlich nie.

  125. prince Matecki, natürlich...
    prince Matecki, natürlich bürgerlich, was denn sonst. Schliesslich war ja auch Krull Sohn eines Sektfabrikanten, was dem Amüsemeng keinerlei Abbruch tut.
    .
    laperla, das Thema kann man vielleicht nächsten Sommer wieder ansprechen (sowas schreibt man am besten im Winter mit der passenden sehnsucht im Blut, eingewickelt in ein Leinensacco als Erinnerung an bessere Tage.

  126. unellen, wo die Zuneigung eben...
    unellen, wo die Zuneigung eben hinfällt. Es ist nicht mein Ding gewesen, aber über den Rest muss Schweigen herrschen.
    .
    Reiner Mitleser, danke für die Resonanz, das liest man – und besonders ich – wirklich gerne.

  127. Don Alphonso, ich habe mir...
    Don Alphonso, ich habe mir erlaubt bei der taz-Genossenschaft (da halte ich seit Jahren einen Genossenschaftsanteil) anzufragen, was man denn da von diesem Blog halten würde. Ich denke, man trifft dann dort die bessere Zielgruppe.
    HansMeier555 (und zu dieser Frage auch unellen), für Berliner ist das natürlich äussert schwierig. Das Berlinerische in seiner Gesamtheit ist sozusagen der Inbegriff dessen, was verboten ist (Thilo Sarrazin hat die Berliner Unarten ja sehr fein aufgeschlüsselt). Zunächst empfehle ich vor dem Betreten des Hauses, den Hundekot von den Schuhen zu kratzen. Für alles weitere (und vollkommen zielgruppengerecht, ohne zu überfordern) empfehle ich den kleinen Elmayer. Aber, üben Sie zuvor. Das muss spielerisch ablaufen. Günstiges Besteck zum üben bekommt man im Supermarkt (Plastikbesteck dürfte zur Gewöhnung für den Umgang mit Messer und Gabel erst einmal ausreichen).
    HansMeier555, die Zürcher Wohnung meiner Familie liegt auf angenehmer Halbhöhenlage. Dort weht immer ein Lüftchen. Schlimm ist Zürich eher im Winter bei Hochnebel, wenn auch es da nicht so kalt ist wie in Berlin. Rund um meine Heidelberger Bude weht auch ein Lüftchen, im Moment fällt das Laub.
    Aber Aarau, die Stadt hat gerade einmal 20.000 Einwohner ist aber völkerrechtlich im gleichen Rang wie das Land Berlin. Auch wirtschaftlich dürfte das Aargau Berlin den Rang ablaufen. Kulturell stehen die ländlichen Gemeinden auch nicht so schlecht da. Die Bevölkerung macht da selbst etwas und ist nicht auf die hochsubventionierte »Hochkultur« angewiesen.
    Ich habe nun auch gar nichts gegen die russische Kultur. Ich finde sie einfach an manchen Orten unpassend. Ansonsten können Sie sich aber vorstellen, dass mein sparsames Wesen durchaus dazu neigt, die Rechnung auch aufzuspalten. Es kommt aber ganz auf die Tischgesellschaft an. Unter Freunden ist das kein Thema; mit Berlinern am Tisch würde ich eine solche Trennung aber bevorzugen (man zahlt es ja am Ende ohnehin selbst).
    Unellen, ja. Sie werden diskriminiert. Lesen Sie dazu mal das.
    http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4447&Alias=Wzo&cob=440412
    Don Carlos, ich pachte für mich nicht die richtige Weltanschauung. Ich stelle nur die Frage, ob DIESE Zeitung der richtige Ort für diese Meinungen ist. Es gibt in Deutschland mehr als 1.000 verschiedene Presseprodukte und wahrscheinlich mehrere dutzend Onlineforen. Da kann man sich gerne austoben. Warum nutzt man aber ausgerechnet die Spielwiese des liberal-konservativen Bürgertum? Aus reiner Provokation? Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich lese auch gern mal eine abweichende Meinung um mich selbst etwas »aufzufrischen«. Wenn ich darauf Lust habe, dann kaufe ich ein entsprechendes Blättchen und gut ist. Ich vertrage das auch in dieser Zeitung, wenn es einigermassen originell daherkommt. Wenn aber nach jedem Blogbeitrag früher oder später Marx und wieder Marx und wieder Marx zur Sprache kommt, dann wird das schlicht langweilig. Zumal es mit dem eigentlichen Thema jeweils reichlich wenig zu tun hat.
    Frau Diener, haben Sie nun wirklich 4 Stunden nach Beispielen gesucht, für den Versuch mich zu widerlegen? Wie Sie bei (nahezu) vollständiger Lektüre des Krisenkommentars wissen, sind die Einträge dort eher »humoristischer« Art und nicht immer ganz ernst zu nehmen. Bei einer Buchrezension –die den Aufbau des Werkes, die Stimmigkeit des Werkes beurteilt- geht es nicht um eine inhaltliche Auseinandersetzung. Das machen Herren wie Micha Brumlik. Also, machen Sie nun noch einen Versuch?
    Prince Mateki und alter Bolschewik. Wo treffen Sie sich denn auf dem Marktplatz? Beim Hauber?

  128. Ach, die taz, da macht es doch...
    Ach, die taz, da macht es doch nicht mal den alten Kadern Spass. Ich finde, das muss schon dort ausgefochten werden, wo alle sich bis an die Zähne philosophisch gewappnet gegenüberstehen.

  129. @Dipsy
    Sagen Sie mal, ganz im...

    @Dipsy
    Sagen Sie mal, ganz im Vertrauen: Sind Sie eigentlich Schweizer?

  130. HansMeier555, ich dachte, ich...
    HansMeier555, ich dachte, ich hätte diese Frage schon beantwortet. Nein, ich bin typischer »Mischling«. Meine Grosseltern mütterlichseits haben in Küsnacht/Zürichsee gelebt (wobei meine Grossmutter Halbfranzösin war, die andere Hälfte Genferin, dort lebt auch der Teil der Familie). Väterlicherseits deutsch, wobei eine meiner Urgrossmütter Engländerin war.
    Ich habe folglich einen nicht unwesentlichen Teil der Familie in der Schweiz; meine Eltern haben eine Beletage in Zürich (wenn ich wollte, dann könnte man von dort Dr. Ackermann mit dem Fernrohr beobachten).
    Die Familie meines Vaters ist katholisch (ich natürlich auch, ein richtiger Kotzbrocken). Reformierte (also meine Mutter) oder Calvinisten werden aber geduldet (richtig schlimm wären hingegen Lutheraner). Sogar der Pfarrer hat eine Reformierte akzeptiert; der spricht sich sonst gegen jede Form der Mischehe aus und hat mir das auch ausdrücklich verboten. Bevor ich Auszug zum Studium wurde mir das eingebläut.
    Sie können sich also ausrechnen: ja, ich habe auch einen Schweizerpass. Bin aber vollständig in Deutschland aufgewachsen (bis auf die Ferien natürlich). Ich musste auch nicht auf den Rosenberg oder in das von Don Alphonso beschriebene Zuoz.
    Ist damit Ihre Frage beantwortet?

  131. @Dipsy: Mit Verlaub, aber der...
    @Dipsy: Mit Verlaub, aber der von Ihnen verlinkte Artikel der Wiener Zeitung ist nichts anderes als Quatsch. Dass Frauen für die gleiche Arbeit im Schnitt weniger Geld bekommen ist Fakt. Schon allein das Argument:
    „Denn erstens: Welche Firma ist so idiotisch, jemandem für die gleiche Arbeit ein Viertel mehr zu zahlen? Jeder Geschäftsführer, der das täte, würde vom Eigentümer mit nassen Fetzen davongejagt.“
    ist falsch. Es verhält sich nämlich genau andersrum: Viele Firmen sind so schlau, jemandem für die gleiche Arbeit ein Viertel weniger zu bezahlen. Wie das sein kann? Da gibt es viele Gründe für – zum Beispiel dass Frauen sich oft nicht trauen nach mehr zu fragen. Und jeder Geschäftsführer, der das nicht ausnutzt würde ebenfalls vom Eigentümer mit nassen Fetzen davongejagt.
    Diskriminierung gegenüber Frauen drückt sich aber nicht nur in Bezahlungsfragen aus, sondern auch darin dass „typische“ Frauenarbeiten als weniger wertvoll angesehen werden. Ich bin mal so frei und zitiere einen Kommentar von Weltempfänger 10. September 2009, 15:15 zu Andrea Dieners Blogeintrag „Manöverübung für den biologischen Ernstfall: Die Puppe“:
    „unellen, schlimmer noch: sozialwissenschaftliche Studien in meiner Branche (IT-Industrie) belegen, daß der Frauenanteil in demselben Maße sinkt, in dem IT-Berufe wichtiger werden und die Gehälter branchenweit steigen. Tatsächlich SINKT der Frauenanteil in IT-Berufen. (Von 14 auf 9% in den letzten fünf Jahren, um genau zu sein.) Es gibt zweifellos einen Zusammenhang zwischen gesellschaftlicher Relevanz und Frauenanteil.“
    Ich mache mir jetzt nicht die Mühe auch noch den restlichen Schwachsinn (z.B. ist eine arbeitslose Frau oft ganz einfach eine „Hausfrau“, ein arbeitsloser Mann hingegen immer „arbeitslos“) auseinanderzudröseln, meine Mittagspause ist leider nur begrenzt.
    Ganz abgesehen davon gibt es auch genug Frauendiskriminierung im Alltag. Bringen Sie mal als Frau Ihr Auto in die Werkstatt oder studieren Sie etwas technisches oder naturwissenschaftliches oder arbeiten in einem solchen Beruf – da lernt man ganz schnell, was Diskriminierung im Alltag bedeutet.
    Aber es ist ziemlich typisch, dass junge, weiße Männer Diskriminierung als Märchen abtun… (und ich ärgere mich grade dass ich mich schon wieder über solche Einstellungen wie Ihre und die des verlinkten Möchtegern-Journalisten aufgeregt habe. Ich frage mich übrigens mittlerweile ob Sie auch fähig sind, sich selber eine Meinung zu bilden oder nur vermeintlich kluge Leute zitieren können. Aber aus Erfahrung weiß ich, dass man diese Fähigkeit in der Regel erst nach dem Hochschulabschluss und etwas Zeit im „wirklichen Leben“ erwirbt).
    Ich sollte mich wohl lieber nächstes Wochenende wenn ich eh in Berlin bin mit HansMeier treffen falls er auch Lust hat rüberzukommen, dann können wir nach dem Opernbesuch gemeinsam spielerisch mit dem Plastikgeschirr üben (krieg ich ein pinkes mit Blümchen drauf???). Der Vollständigkeit halber lade ich dann noch meine Berliner russischen Bekannten ein, dann lernen die das auch mal.

  132. @Dipsy
    Daß Sie also summa...

    @Dipsy
    Daß Sie also summa summarum Schweizer sind, erfüllt mich mit aufrichtiger Schadenfreude. Dann werde ich Ihre Existenz als gutes Gegen-Argument anführen, wenn die Diskussion wieder mal auf das lustige Buch von Bruno Ziauddin kommt. Bitte bitte, lieber Dipsy: Tun Sie uns allen einen Gefallen und verschweigen Sie ihre deutschen Herkunftsanteile, soweit es irgendwie möglich ist. Bleiben Sie diskret wie ein Banquier. Denn wir wollen Vorurteile ja entkräften und nicht bestätigen. Mein aufrichtiges Mitgefühl an Ihre Genfer Verwandtschaft.
    @unellen
    Leider wohne ich nicht (mehr) in Berlin, obwohl es mir dort gut gefallen hat. Ich meine, wer sich dort nur mit Springer-Journalisten, Abgeordnetenreferenten oder Online-Betrügern abgibt, ist wirklich selber schuld. Wo es doch auch sympathische Landschaftsarchitekturstudentinnen wie J. gibt.

  133. unellen, machen Sie die...
    unellen, machen Sie die Übungen mit HansMeier555 nicht allzu spät. Meine Homöopathin rät mir immer davon ab. Kohlenhydrate am späten Abend sind nicht gut für die Figur, auch keine Salate mehr zu später Stunde (sorgen wohl für Blähungen).
    Sie müssen mir da eine Frage beantworten: in Berlin ist mir aufgefallen, dass unglaublich viele Leute Bier in der U/S-Bahn trinken, also in Grossberlin. Ist das eine Art Berliner Aperitifkultur? Verkauft auch die Oper Bier für den Heimweg? Das ist auch ganz wichtig: Trinken Sie aus dem Glas, nicht aus der Flasche (ich habe das mal in einem Möchtegernrestaurant gemacht; ich sass ewig auf dem Trocknen und nachdem ich die Flasche angesetzt hatte, wurde mein Glas sofort nachgefüllt).
    Habe ich Sie nun getroffen? Der verlinkte Artikel stammt von dem Chefredakteur der Wiener Zeitung (eine Staatszeitung). Also nicht irgendein Blättchen und nicht irgendwer. Es gibt einfach noch ein paar Leute, deren Kopf frei von der Genderideologie ist.
    Der Frauenanteil fällt also mit steigender gesellschaftlicher Relevanz. Warum studiert die holde Weiblichkeit dann nicht diese Fächer? Fiese Professoren?
    Sie führen da die Informatik an. Nach meinen Informationen sucht(e) die Branche händeringend nach Leuten. Gibt es also unzählige arbeitslose Informatikerinnen? Oder haben sich vielleicht einfach mehr Männer für das Fach interessiert, dann studiert und ändern nun … die Statistik? Es gibt einen Unterschied zwischen Chancen- und Ergebnisgleichheit.
    Die Gleichstellungsbeauftragtinnen müssen es nur oft genug wiederholen und dann glaubt man es auch, oder? In meinem persönlichen Umfeld sind wirklich genügend Frauen die in einer klassischen »Männerposition« sind. Sei es die Ordinaria, die Chefärztin, die Partnerin einer der ersten Kanzleien der Republik und und und. All diese Frauen haben aber eines gemeinsam: sie arbeiten für ihren Erfolg (möglicherweise sogar härter als die Männer) und reden nicht permanent über mögliche Diskrimnierung. Sie parken auch nicht auf Frauenparkplätzen. Es sind auch keine »Mannsweiber«.
    HansMeier555, ich komme Ihrem Wunsch natürlich sehr gerne nach. Aber, wenn es unlustig wird, dann muss ich da (wieder um ein Vorurteil zu bedienen) einschreiten. Waren Sie eigentlich schon einmal in der Schweiz? Oder kennen Sie richtige Schweizer (also nicht die Medienableger Roger Schawinski oder Frank A. Meyer)?

  134. @Dipsy
    "Die Familie meines...

    @Dipsy
    „Die Familie meines Vaters ist katholisch (ich natürlich auch, ein richtiger Kotzbrocken).“
    Sieh an: Ich hatte Sie ganz harmlos nach Ihrer Staatsangehörigkeit gefragt und Sie wußten sofort, worauf ich hinauswollte.
    Chapeau!
    .
    Roger Schawinski, Frank A Meyer? Nie gehört.

  135. Dipsy, was mich noch...
    Dipsy, was mich noch interessieren würde, ohne dass ich es als Kritik verstanden sehen möchte: Es gibt ja auch linientreue Geschichten wie Cicero oder jetzt neu The European. Da ist das dann wunschgemäss, glatt, einheitlich, ab und an wird auch ein Jüngelchen aus der aktisozialistischen Hassecke rangelassen (desen meinung Sie natürlich nicht teilen müsste, so schätze ich Sie auch nicht ein). Wäre dort nicht alles besser als bei der FAZ?

  136. Schliesslich war ja auch Krull...
    Schliesslich war ja auch Krull Sohn eines Sektfabrikanten,
    .
    War nach dem Urteil von Zeitgenossen ziemliche Brühe, die der Herr Papa zu seienr Zeit auf Flaschen abzog, aber erstklassig aufgemacht. Lorlei Extra Cuvee, oder so, wie das der Berliner bis zum heutigen Tage zu allehand seidenen und halbstaatlichen Anlässen gerne mag.

  137. Heute würde man vielleicht...
    Heute würde man vielleicht sagen: Cüvee Opel Brut.

  138. Werter Dipsy, wie langweilig...
    Werter Dipsy, wie langweilig und zeitverschwenderisch wäre die Lektüre der Kommentare, träfe man hier nur auf Meinungen, für die „DIESE Zeitung“ Ihrer Meinung nach der richtige Ort ist. In meiner Eigenschaft als tendentiell berlinophiler Apothekertochtertochter (und die Apothekertochter heiratete auch noch entgegen aller hochmotivierten Pläne der Apothekergattin gesellschaftlich nach unten, mon Dieu, Glasperlen vor die Säue! Noch nicht mal als Anekdote zum Thema verwendbar) beispielsweise verböte sich doch aus diesem Blickwinkel jegliches Interesse an so einigen Texten des geschätzten Don. Das allerdings wäre mir zuviel der kleinstbürgerlichen Askese; mein Hirn will Reibungsfläche, und nicht in einer Dauerschleife im eigenen Weltbild bestätigt werden. Deswegen lese ich auch gerne mal die FAZ ;-)

  139. @Dipsy: Warum Berliner in der...
    @Dipsy: Warum Berliner in der U-Bahn Bier aus der Flasche trinken, habe ich auch nie verstanden. Fand das immer äußerst unangenehm.
    Es ist mir übrigens herzlich egal, von wem oder in welcher angesehenen oder nicht angesehenen Zeitung der von Ihnen verlinkte Unsinn ist, es bleibt nach wie vor Unsinn (auch in der Zeitung dieses Forums steht oft genug Unsinn. Es gibt viele hochgeschätzte Leute, die trotzdem Unsinn erzählen).
    Zu den Studienfächern: Schicken Sie mal eine hübsch anzusehende Bekannte in eine Elektrotechnikvorlesung, am besten erstes Semster. Bitten Sie sie, sich hübsch anzuziehen (Minirock und Megadekolltée muss noch nicht mal sein. Ein normal figurbetonendes Shirt und eine gutsitzende Jeans reichen völlig). Sagen Sie ihr, sie möge einige Minuten nach Vorlesungsbeginn den Hörsaal betreten und lassen Sie sich dann von ihr erzählen, was Sie daraufhin erlebt hat.
    (hier ist das Thema humoristisch aufgearbeitet:
    http://www.phdcomics.com/comics/archive.php?comicid=591)
    Ich kann mir gut vorstellen dass junge Frauen, die nicht über ein entsprechend dickes Fell verfügen in solchen Fächern schnell demotiviert werden, alle meine Bekannten und Freundinnen, die solche Fächer studiert haben (da ist übrigens eine arbeitslose Informatikerin bei, die hat einen sehr guten Abschluss und bei mehreren Vorstellungsgesprächen wurde ihr unverholen gesagt, man wolle nicht das Risiko eingehen, eine junge, verheiratete Frau einzustellen die schwanger werden könnte) , können mir von unangenehmen und diskriminierenden Vorfällen berichten. Ich hatte das Glück, dass in meinem Ingenieursstudiengang die „kritische Masse“ von 10% Frauen überschritten war und nur sehr nette Professoren zu haben (eine Vorlesung die wir zusammen mit Maschinenbau-Erstsemestlern hatten mal ausgenommen, da musste ich an die jungen Herren leider einige Ohrfeigen wegen unerwünschten Angrabschens verteilen). Ebenfalls habe ich das Glück, dass mein Chef sich nichts aus der Tatsache macht, dass ich eine Gebärmutter habe.
    Das ist aber sicher nur ein Aspekt des „Problems“, genderbezogene Erziehung (Jungen haben nicht mit Puppen zu spielen, Mädchen sich nicht zu prügeln, etc.) spielt da wohl auch noch eine große Rolle (weswegen es ja auch zu wenig Männer gibt, die Kindergärtner werden). Auf jeden Fall ist es Schwachsinn, das ganze so reduziert zu betrachten wie der werte Herr Chefredakteur.
    Meine Meinung stammt jedenfalls sicher nicht von Genderbeauftragten, die kann ich mir jedenfalls selber bilden.
    Naja, was soll man auch von Leuten erwarten, die an Homöopathie glauben…

  140. @Dipsy mit Sympathie

    "Es...
    @Dipsy mit Sympathie
    „Es verbuttet das Kind, das Tier, der Greis und das Liebespaar.
    Es verbutten die Onliner mit Übergewicht
    Noch mehr mehlige Gesichter und Mehlspeisgelichter,
    flache Köpfe, Gründlinge kriechend.
    Mundspalt des einen kneift Lippenrand des anderen,
    Verschmelzung beginnt, Hartschale erweicht, sie durchdringen
    sich, die Augenlachen fließen ineinander.
    Die Macht – das ist die Macht des schlechten Geschmacks.
    In vieler Hinsicht – der schlechten Kleidung, der schlechten Nahrung,
    der schlechten Liebe. Deshalb sucht, wer seine Freuden retten will,
    Abstand von der Macht zu gewinnen.
    Nur wo Freiheit ist , ist auch Freiheit von ihr möglich.“
    Botho Strauss „Zum Aufenthalt“

  141. Nachdem hier meine...
    Nachdem hier meine Kennzeichnung der Marxschen Methode als an die Naturwisenschaft angelehnten Versuch einer Mathematisierung auf solche Entrüstung und Ungläubigkeit gestoßen ist, erlaube ich mir auf ein zwanzig Jahre altes Interview mit Claude Levi Strauß, das die FAZ heute aus Anlaß seines Todes online veröffendlicht hat, hinzuweisen. Was ich sagte war also völlig unoriginell und lange bekannt.

  142. Poisson, das müssen Sie mir...
    Poisson, das müssen Sie mir erklären. Wie lesen Sie Ihre Behauptung eine „Mathematisierung der Politik“ aus den völlig korrekten Aussagen von Lévi-Strauss heraus? Er sagt im Interview:
    Ein „Aspekt, der von ihm bleiben wird: die Methode der Modelle. Er hat sie als Erster in den Geisteswissenschaften angewendet. Ein Werk wie ‚Das Kapital‘ mit seinem Reichtum und seinen Komplikationen ist letztlich die Laborkonstruktion eines Modells der kapitalistischen Gesellschaft. Marx hat das Modell funktionstüchtig gemacht und die Beobachtungen mit der empirischen Wirklichkeit verglichen.“
    Von Mathematisierung ist hier nirgendwo die Rede. Selbst beim besten Willen nicht.

  143. Liebe(r) Dipsy. Vorzüglich...
    Liebe(r) Dipsy. Vorzüglich Ihr Verweis auf die Wiener Zeitung und die Anlayse zu diesem Thema: Aber Herr Dr. Andreas Unterberger wurde gerade aus linker Staatsräson als Chefredakteur rausgeworfen.
    http://www.andreas-unterberger.at
    Ich mochte zwar seine politische Richtung nicht, aber die Wiener Zeitung war unter seiner Regie sehr gut.

  144. Don Alphonso:
    Als ich meinen...

    Don Alphonso:
    Als ich meinen Anteil an der Taz kaufte hat mir eine MaIn gesagt: Anteile können wir leicht verkaufen aber keine Abos. Es ist ein Trauerspiel. Vor allem die neue Chefredakteurin. Ich habe gegen die Bestellung meinen Protest eingelegt, hilft aber nichts. Einmal hab ich mich beschwert dass der gleiche Sportartikel in der FR-Sueddeutsche und der TAZ gedruckt wurde. Es hieß dann: Wir müssen bei freien Redakteuren einkaufen. Vielleicht sollte die Taz sich (ohne Ironie) auf Dinge wie Panter Preis und politische Diskursveranstaltungen oder Produktverkauf wie Espresso verlegen.

  145. Und so kamen wir vom...
    Und so kamen wir vom Heiratsschwindel zum traurigen Schicksal männlicher Emanzipationsopfer.

  146. Kein Zufall. Die gleichen...
    Kein Zufall. Die gleichen Entwicklungen, die dem Heiratsschwindler seine ökologische Nische raubten, haben auch auch den übrigen Männern das Leben erschwert.
    .
    Zwar wiederholen Sonntagsredner immerzu das Mantra, wir bräuchten den Feudalismus „wie die Luft zum atmen“.
    In Wirklichkeit, meine Herren, brauchen wir ihn natürlich noch viel dringender, weshalb ich mich hiermit für die sofortige und bedingungslose Wiedereinführung des Korsetts ausspreche — zumindest für alle Territorien südlich der Mainlinie wie auch in beiden Leithanien.

  147. Ich muss mich für die späte...
    Ich muss mich für die späte Antwort entschuldigen. Ich hatte kein einzige Flasche meines Lieblingsmineralwassers mehr im Haus.
    Don Alphonso, ich mag den Cicero nicht. Dort hat eben dieser Frank A. Meyer seine Hände mit im Spiel und ich verachte diesen Mann wirklich. Er gehört wie dieser Schawinski zu der Sorte von Leuten, die mit ihrem »linksliberalen« Kurs (ich würde das weitaus weiter nach links rücken) sehr sehr viel Geld verdient haben. Sozusagen die Einkommensmillionäre unter den Antikapitalisten. Meyer wohnt in Dahlem (er hat zuvor in Kilchberg gewohnt, war ihm wohl aber zu wenig repräsentativ), Schawinski wohnt in einem nicht ganz kleinen Haus in Zürich.
    unellen, ich kenne keine Frauen die T-Shirts tragen. Jedenfalls nicht an der Univ.. Gartenarbeit oder Sport sind etwas anderes. Wollen Sie nun wirklich den Hormonstau junger Männer als »Diskriminierung« ansehen? Ich finde das ehrlich gesagt etwas weit hergeholt. Vielleicht ist Ihre ehemalige Univ. auch nicht der richtige Masstab. Ohne Ihnen nahe treten zu wollen: aber, die Berliner Studentenschaft scheint mir allgemein etwas »verratzt« zu sein (ich besuchte bei einem Aufenthalt einmal die Bibliothek der juristischen Fakultät der HU und fiel aus allen Wolken und wurde ziemlich blöd angeschaut, obwohl ich mich wirklich unauffällig gekleidet habe). Was ich damit zum Ausdruck bringen will: wäre es an einer richtigen Universität auch zu einer solchen (also der von Ihnen beschriebenen) Szene gekommen?
    Sie beschreiben doch mit dem »Angrabschen« typische Verrohungstendenzen der nord- und ostdeutschen Gesellschaft. Ich würde das nicht als Diskriminierung abtun, körperliche Übergriffe sind einfache Fragen der Erziehung und der Triebdrosselung. In Süddeutschland (und wir sind wohl weitaus konservativer) würde Ihnen sowas nicht passieren.
    Stellen Sie mal ein kleines Mädchen vor die Wahl: Puppe oder Auto. Es greift zur Puppe. Lesen Sie einmal hier:
    http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,343302,00.html
    (Don Alphonso, Sie müssen es mir wirklich nachsehen, dass ich hier einen Spiegellink mache. Ich habe eine google-Suche gemacht und der Artikel trifft es einfach).
    Wieso glauben Sie denn nicht an Homöopathie? Nicht wenige Anwendungen helfen da tatsächlich.
    HansMeier555, lachen Sie nur. Ich sage nur: Fegefeuer!

  148. @Dipsy: Die von mir...
    @Dipsy: Die von mir beschriebenen Szenen bei der Vorlesung spielten sich nicht in Berlin, sondern in Aachen an der ach so geschätzten Elite-Uni ab, wo ich meine ersten vier Semester verbracht habe. Außerdem glaube ich kaum dass es etwas damit zu tun hat wo die Uni liegt, schließlich kommt ein Großteil der Studenten oft gar nicht aus der Stadt, in der er/sie studiert (obwohl mir das in Berlin komischerweise nie passiert ist). Und es sollte Ihnen nur erklären, warum es als Frau nicht leicht ist, ein technisches Fach zu studieren (würde mich übrigens mal interessieren was Ihre Bekannten im Sommer tragen, wenn keine Shirts oder Tops. Laufen die alle in Lacoste-Polohemdchen rum? Ich meine ja auch keine Schlabber-T-Shirts, sondern ein Kleidungsstück mit kurzen Ärmeln ohne Kragen. In meinem Fall figurbetonend, unifarben und mit nicht zu tiefen V-oder Rundhalsausschnitt).
    Der Hormonstau junger Männer an sich hat nichts mit Diskriminierung zu tun, die Tatsache dass Grabschen in unserer Gesellschaft als eine Art „Kavaliersdelikt“ gilt und dass der Professor der Veranstaltung solche Leute nicht des Hörsaals verwiesen hat und eher die ohrfeigenden Studentinnen als Unruhestifterinnen sah hingegen schon.
    Und zur Mädchen/Puppe etc. Frage: Man kann lange darüber streiten, ob solch ein Verhalten angeboren oder anerzogen ist (ich persönlich tendiere zu letzterem, aber das geht hier zu weit). Wobei ja die Diskrimierung von Frauen durch die geringe Bezahlung frauentypischer Berufe noch schlimmer wäre wenn man annehmen würde, die angebliche Unfähigkeit zu rechnen, räumlich zu denken oder sonstiges wäre angeboren…
    Warum ich nicht an Homöopathie „glaube“? Ganz einfach, ich bin (ganz geschlechtsuntypisch) des Rechnens fähig (ganz wichtig ist hier das Verstehen des Begriffes „Konzentration“ und das das Konzept von Größenordnungen) und besitze grundlegende Kenntnisse in Chemie (hier mal humoristisch für die Geisteswissenschaftler erklärt:
    http://volkerstruebing.wordpress.com/2009/05/27/wenig-hilft-wenig-hoffe-ich/)
    Außerdem gibt es bisher keine ordentliche doppelblind durchgeführte Studie, die irgendeine Wirkung von Homöopathie gezeigt hat.
    Da trinke ich bei einem akuten Zipperlein lieber abends eine heiße Schokolade mit Whiskey, bilde mir einfach ein dass es hilft und vertraue auf die Selbstheilungskraft des Körpers und den Placeboeffekt. Schmeckt auch besser als diese Globuli (habe mit der heiße Schokolade/Whiskey-Strategie erfolgreich einen hartnäckigen Viruseffekt kuriert, der sich laut meinem Hausarzt von selber erledigen würde, man müsse nur ein wenig abwarten und auskurieren. Der hat ja keine Ahnung!).
    @HansMeier: Mit Ihrer Korsettidee haben Sie mich jetzt unerwartet wieder zum Ursprungsthema zurückgeführt, ich glaube Heiratsschwindler hatten es früher bei den Damen der besseren Gesellschaft deswegen einfach, da die ja ständig wegen des Korsetts am Rande einer Ohnmacht standen und deshalb leichte Beute waren – fehlendes Urteilsvermögen aufgrund von korsettinduziertem Sauerstoffmangel.
    Ansonsten komme ich gerne zu Ihnen ins Fegefeuer, da ist es wenigstens warm (die Heizung in meinem Büro ist leider etwas leistungsschwach).

  149. unellen, vollkommen ahnungslos...
    unellen, vollkommen ahnungslos bin ich nun von Naturwissenschaften auch nicht. Meine Mutter hat Medizin studiert (wenn auch sie keine Homöopathin ist) und berichtet nicht selten von Heilungserfolgen. Man arbeitet nicht selten mit pflanzlichen Wirkstoffen (ich glaube daran, dass es zu jeder Krankheit ein Gegenmittel in der Natur gibt). In der Krebsbehandlung gibt es inzwischen auch Behandlungen durch Musik. Auch da sind Erfolge zu sehen.
    Aachen. Aachen gehört mit in die Kategorie Nord- und Ostdeutschland (der Süden beginnt am Main), ist also verroht. Ja, und, die Frauen wissen also zuvor, dass in den Vorlesungen lüsterne Buben sitzen und sie »angefasst« werden und entscheiden sich deswegen für ein anderes Fach? Gibt es da feministische Studienführerinnen wo drin steht: „Achtung, Achtung meine Damen. Studieren Sie keine Natur- oder Ingenieurswissenschaften, dort wimmelt es vor wilden Buben die an ihrer Weiblichlichkeit interessiert sind.“ ? Oder, gibt es tatsächlich eine Reihe von Abbrechern, Entschuldigung Abbrecherinnen wegen solcher (zugegeben unschönen) Vorfälle?
    Aber, schlagen war noch nie ein Ausweg. Wirklich nicht.
    Meine Bekanntinnen tragen auch keine »Tops«; ausserhalb der Univ. durchaus auch einmal ein Poloshirt im Sommer. Das ist richtig. Ansonsten gilt nach wie vor: die Arme sind bedeckt. Auch im Hochsommer.
    Wie Sie als alte Statistikerin (freilich alt nicht im Sinne von alt, sondern im Sinne von erfahren) wissen und nach der Lektüre des Beitrags wissen: Summer hat lediglich gesagt, dass Frauen durchschnittlich schlechter in der räumlichen Wahrnehmung und beim Rechnen sind. Auch hier gibt es aber eine gewichtige Einschränkung: Männer besetzen eher die Randgruppen (besonders dumm und auch besonders intelligent), bei Frauen ist eher eine Normalverteilung da. Unter dem Strich schneiden über zighundertausende von Probanden die Männer aber ein klein wenig besser ab als die Frauen. Ich muss Ihnen von Statistik nichts erklären, dieses Ergebnis sagt nur macht nur eine Aussage über die Gesamtpopulation. Nicht über den einzelnen Mann oder die einzelne Frau. Sehr schön wird damit aber erklärt, warum mehr Männer Universitätsprofessores sind und insb. in den Naturwissenschaften eine haushohe Mehrheit stellen. Natürlich, diese Aussagen laufen dem ewigen Genderdiskriminierungsgeschwätz zuwider (es gab da sogar mal ein Dossier in der ZEIT, das damit nüchtern umgehen konnte).
    Es mag ja sein, dass klassische Frauenberufe schlechter bezahlt sind als klassische Männerberufe. Ist das aber eine Diskriminierung? Liegt es vielleicht nicht daran, dass solche Berufe im Durchschnitt weniger anstrengend, weniger verantwortungsvoll, weniger Wertschöpfung erbringen und und und sind?

  150. Unellen, diese Art Frauen...
    Unellen, diese Art Frauen trägt natürlich im Sommer eine Bluse. Deren Preis wahrscheinlich mein jährliches Kleidungsbudget übersteigt. Dazu eine Perlenkette. Oder Perlen in den Ohren. Die Haare straff nach hintengekämmt und zusammengebunden.
    Ich hatte, in grauer Vorzeit, einmal die Gelegenheit, ein Exemplar dieser Spezies aus der Nähe beobachten zu können (natürlich nur einer eher ärmlichen Subspezies; mit Frauen, wie Dipsy sie so kennt, hätten sich meine Wege nie gekreuzt). Was uns damals geritten hat, diese Frau in unsere Wohngemeinschaft aufzunehmen, kann ich heute nicht mehr rekonstruieren – wahrscheinlich war mein Humor damals noch bizarrer als heute. Das beeindruckendste Erlebnis ihres Lebens, von dem sie erzählen konnte, war der Besuch eines Musicals in Wien. Natürlich studierte ihr Freund auch Jura, und der war selbstverständlich in einer Verbindung. Kurzzeitig zog der auch noch bei uns ein und es wahr schon sehr spaßig, wenn die Alten Herren aus der Verbindung bei uns anriefen und er vor dem Telefon strammstand. Oder wenn die gar einen von uns an der Strippe hatten, da wir auf den dort angeschlagenen Kommandoton, nun, äh, etwas unwirsch reagierten.
    Das Zusammenwohnen war natürlich nicht von langer Dauer. Ich traf sie später dann noch einmal wieder: Ihr Jurastudium hatte sie aufgegeben und machte stattdessen eine Ausbildung als Anwaltsgehilfen – das brauche ihr Freund schließlich, wenn er einmal seine Kanzlei aufmachen würde.
    Ich konnte sie eigentlich ganz gut leiden. Aber mir sind Frauen in T-Shirts trotzdem lieber.

  151. @Dipsy: Pflanzliche Medizin...
    @Dipsy: Pflanzliche Medizin und Homöopathie sind zwei völlig verschiedene Dinge (in der Homöopathie ist man sich übrigens auch nicht zu schade, Hundekot einzusetzen).
    In der Medizin gilt für mich: Zeige mir eine Doppelblindstudie, die eine Wirkung zeigt (eine solche Studie hat z.B. nahegelegt, dass Akupunktur funktoniert, auch wenn man nicht genau versteht warum). Alles andere ist Humbug. Homöopathie ist ein besonders schöner Humbug, vor allem weil man damit so schön Stimmung gegen die ach so böse Schulmedizin machen und Leuten für nichts das Geld aus der Tasche ziehen kann.
    „(ich glaube daran, dass es zu jeder Krankheit ein Gegenmittel in der Natur gibt)“
    Dann viel Spaß wenn Sie versuchen solch ein natürliches Gegenmittel bei einer akuten Appendizitis zu finden. Oder bei einer Tuberkulose.
    Und dazu:
    „Oder, gibt es tatsächlich eine Reihe von Abbrechern, Entschuldigung Abbrecherinnen wegen solcher (zugegeben unschönen) Vorfälle?“
    Ja, natürlich. Hätten Sie denn Lust, jeden Tag mit sowas konfrontiert zu werden? Einigen meiner Kommilitoninnen hat ja schon die wöchentliche gemeinsame Veranstaltung mit den Maschinenbauern gereicht. Und wenn Sie meinen Ohrfeigen seien keine Lösung, was schlagen Sie denn vor? Es zu versuchen zu ignorieren (haha)? Beim Besuch der Vorlesung eine Burka tragen?
    Aber wie ich schon ausführte: Das ist nur ein Apekt eines höchst komplexen Sachverhaltes, den ich hier nicht weiter auszuführen gedenke. Da überlasse ich das Feld lieber denjenigen, die sich damit berufsmäßig den ganzen Tag beschäftigen. Meine persönliche Interpretation lautet: Frauen und Männer werden von früher Kindheit an in eine bestimmte Richtung geprägt, die schon dafür sorgt dass weniger Mädchen als Jungen Interesse an Naturwissenschaften und weniger Jungen als Mädchen Interesse an sozialen Berufen zeigen. Die wenigen Frauen, die sich dann trotzdem für z.B. Maschinenbau einschreiben werden durch solche Vorfälle bestimmt nicht weiter motiviert (auch der nette Herr aus Ihrem Link hat ja eingestanden, dass das warum und wie nicht wirklich geklärt sei).
    Was diese Aussage angeht:
    „Ist das aber eine Diskriminierung? Liegt es vielleicht nicht daran, dass solche Berufe im Durchschnitt weniger anstrengend, weniger verantwortungsvoll, weniger Wertschöpfung erbringen und und und sind?“
    Ist schon interessant, dass bestimmte Berufsfelder auf einmal als weniger verantwortungsvoll etc. angesehen werden, wenn sich der Frauenanteil erhöht (Stichwort: Feminisierung der Medizin. Da gabs in der FAZ auch mal eine lange Diskussion drüber).
    Und ich denke Sie wissen genauso gut wie ich, dass zum einen die Beurteilung darüber, was anstrengend und verantwortungsvoll ist durchaus auseinandergehen und die Bezahlung auch oft genug nicht damit in Zusammenhang steht (schauen Sie sich mal an, was ein Rettungssanitäter verdient im Vergleich zu einem Bankenmanager). Außerdem ist es Fakt, dass Frauen mit der gleichen Ausbildung und für die gleiche Tätigkeit im Schnitt immer noch weniger Geld bekommen als die Männer, typische Berufe hin oder her.
    Wenn Ihr Bekanntinnen so verklemmt sind, dass sie selbst im Hochsommer mit bedeckten Armen rumlaufen, dann tun sie mir wirklich leid (schon Jaqueline Kennedy trug ärmellose Kleider. Und wenn sie kein Vorbild in Sachen stilvoller Damenbekleidung ist, dann weiß ich auch nicht). Die gehören dann wohl in die gleiche Gruppe Frauen wie eine Kommilitonin von mir, die mich im Sommer 2003 dafür gescholten hat, dass ich in einem knielangen Rock und einem ärmellosen (aber nicht schulterfreien) Top in die Uni kam. Tragen Ihre Bekanntinnen auch noch Korsette? (und sind Sie eigentlich Single?)
    Aber ich glaube ich gebe es langsam auf, Sie überzeugen zu wollen, das frisst mir langsam zu viel Zeit von Mittags-und Kaffeepause… andereseits sind manche Ihrer Aussagen so schön absurd lustig… ich meine so konservativ wie Sie sind ja noch nichtmal meine Eltern (die sind übrigens auch katholisch. Sehr katholisch).

  152. Unellen, in den letzten Tagen...
    Unellen, in den letzten Tagen hatte ich wirklich Gelegenheit, mich über Ihr dickes Fell zu wundern.
    Wenn ich nur bedenke, welche Löffeljungen Sie diesmal NICHT geohrfeigt haben.
    .
    Andere haben mit denen weniger Geduld.
    http://blogbar.de/archiv/2009/11/03/das-erfolgreichste-deutsche-blog-fur-anfenga/

  153. Alter Bolschewik, Nun ich muß...
    Alter Bolschewik, Nun ich muß das erklären. Von welcher Art Modell ist hier die Rede ? Vielleicht ein Art Modelleisenbahn der kapitalistischen Gesellschaft mit Fabrikschloten, der Frankfurter Börse und dem Springerhochhaus 1:87? Oder ist mehr an ein Funktionsmodell der kapitalistischen Produktionsweise etwa im Stil einer Wilesco Dampfmaschine gedacht?
    Levi Strauß gibt im ersten Teil seiner Äußerungen zu Marx einen Hinweis:
    “ Marx stellt in den Human- und Sozialwissenschaften eine Revolution dar, die mit der Revolution der Naturwissenschaften im 17. Jahrhundert vergleichbar ist“
    Worin besteht nun das charakteristische dieser Revolution was, was macht die Vergleichbarkeit aus?
    Levi Strauß: „Dass die Welt der Farben, Gerüche, Töne eine trügerische ist“
    Der Revolution der Naturwissenschaft des 17 Jahrhunderts besteht in einer Umdeutung von qualitativen Unterschieden zu solchen der Quantität. Ein Bass hat danach kein besonderes Gewicht mehr sonder lediglich eine vom Sopran verschiedene Tonhöhe. Die Frage nach der Beschaffenheit einer Sache wird im wieviel einer Variablen aufgelöst.
    Der kanonische Begründer dieser Denkrichtung der Physik des 17. Jh, Galileo tritt im Interview nicht namentlich auf jedoch gibt die Trias „in den Raum, die Dauer, die Bewegung“ sicher nicht zufällig genau das Thema seiner „Discorsi demonstrationi mathematiche“ an. Wir können also mit einiger Sicherheit annehmen, daß Levi Strauß in der Zurückführung auf das Quantifizierbare und also in einer Mathematisierung das kennzeichnende und (damit) das vergleichbare der naturwissenschaftlichen Revolution sieht.

  154. Nein, nein unellen. Die...
    Nein, nein unellen. Die Homöopathie arbeitet auch mit Pflanzenwirkstoffen. Zum Beispiel Blutwurz oder Steinklee. Sie können das für Humbug halten und genüsslich die Miniatombomben der Pharmaindustrie schlucken. Aber, warum zum Teufel hält sich ein solcher »Humbug« über Jahrhunderte? Irgendeine Wirkung muss doch anzutreffen sein. Hmm? Tuberkulose hat man heute nicht mehr und als man sie noch hatte ging man nach Davos und hatte dort die frische Bergluft. Also auch ein Mittel aus der Natur.
    Ich glaube, dieses »Grabschargument« ist lediglich vorgeschoben damit Frauen nicht zugeben müssen, dass sie versagt haben. Das ist wie bei den Kratzern und Beulen am Auto auch. Mal war die Parklücke zu eng, mal wurde die Frau erschrocken, mal haben irgendwelche den Blumenkübel innerhalb weniger Sekunden hingestellt um einer Frau einen Streich zu spielen.
    Ja, nun, ist diese »Grabscherei« denn ein Spezifikum der Natur- und Ingenieurswissenschaften? Aus meiner Sicht gibt es auch an anderen Fakultäten eine nicht geringe Zahl von Frauen und ebenso Hormonmarionetten. Meinen Sie, die Lustbuben eben jener Wissenschaften hätten sich zusammengetan und gesagt, man wolle keine Frauen unter sich und all die, die es wagen sollten werden befummelt? Warum gibt es einen solchen Diskriminierungskomplott nicht auch an den anderen Fakultäten? Oder, haben die beiden angesprochenen Fakultäten einen gewissen Sexualnotstand?
    Sie führen da unsere Dres. med. an. Nach meinen Informationen werden in den Kliniken (die sind ganz überwiegend in staatlicher Hand) die gleichen Gehälter für Frauen und Männer bezahlt. Bei den Privatpraxen mag es durchaus unterschiede geben. Was wohl daran liegt, dass der Kinderarzt häufig eine Frau ist (und da die Liquidationssätze nicht sonderlich hoch sind), der Schönheitschirug oder der Radiologe zumeist aber ein Mann ist. Hinzu kommt, dass Privatärzte wirtschaftlich selbstständig sind und ökonomische Geschicke gefragt sind. Frauen neigen nun einmal zu einer gewissen Verschwendungssucht, währenddessen Männer sehr sparsam sind (schauen Sie mal an einem Samstag Vormittag auf die Haupteinkaufsstrasse Ihrer Stadt, fast nur Frauen. Die Männer sind einfach nicht so kunsomsüchtig).
    Sie erzählen immer etwas von Fakten. Bringen Sie doch einmal eine Statistik aus der das tatsächlich hervorgeht. Unter Berücksichtigung von Berufserfahrung, Verantwortungsbereich, Überstunden und Leistungsbewertung des Arbeitgebers. Sie werden eine solche Statistik nicht finden. Was uns bisher von den Gleichstellungsbeauftragtinnen (warum sind das eigentlich immer nur Frauen?) erzählt wird, ist leider immer das gleiche: die 40jährige A und der 40jährige B verdienen unterschiedlich. Schon schreit die ganze Welt Diskriminierung. Sie haben doch eine Ingenieurwissenschaft studiert und Ihr Gatte hat das auch gemacht und beide scheinen Berufsanfänger zu sein. Gab es da unterschiedliche Einstiegsgehälter? Wenn ja, gibt es vielleicht rationale Gründe für diese Unterschiede (Firmengrösse, Branche etc.)?
    Meine Bekanntinnen (ich schreibe das jetzt so bewusst, um dieses permanente –innen in seiner ganzen Lächerlichkeit zu zeigen) sind in gewisser Weise schon »verklemmt«. Wir haben da alle gewisse Probleme mit der Sexualisierung der Öffentlichkeit (wohl gemerkt in der Öffentlichkeit). Möglichst viel Haut ist doch eine absurde Form der Brautschau.
    Ja, ich bin im Moment alleinstehend (bis auf Aloysiuspendant natürlich, der ist an meiner Seite). Sie müssen sich da aber wirklich nicht um mich sorgen. Ich bin vollkommen ausgelastet.
    Alter Bolschewik, ja. Grundsätzlich liegen Sie da richtig. Nur, ist das Problem eben die WG. Normalerweise hat die Familie eine Wohnung für Studienzwecke in der traditionellen Universitätsstadt der Familie. Wo kaufen Sie nun Ihre Wurst, beim Hauber oder beim Meier?

  155. Poisson, danke für die...
    Poisson, danke für die Antwort – jetzt verstehe ich wenigstens, was Sie meinen. Ich wüßte da zwar einiges zu entgegnen und ich bin sicher, daß Lévi-Strauss mit Modell etwas anderes meinte, schlage aber vor, daß wir es dabei bewenden lassen. Ich fürchte, wir langweilen hier schon zu lange mit diesem Thema.

  156. @Dipsy: Beim Hassler...
    @Dipsy: Beim Hassler natürlich. Die kurze Rote, nicht die lange. Der ist der einzige, der seine Würste selbst macht.

  157. Dipsy, ganz erstaunlich, ich...
    Dipsy, ganz erstaunlich, ich habe mich eine Weile mit Cicero auseinandergesetzt und halte sie nicht für linksliberal, sondern einen ganz abscheulich national-liberalkäufliche Suppe und eine Schande für die deutsche Presselandschaft,seicht, billig, pseudo, berlinfixiert – mein letzter Beitrag kann auch auf eine Parodie dieser Gartenzwerge des Liberalala verstanden werden. Gerade deshalb freut mich die Ablehnung, denn wenn man das umschreiben müsste, was die als Zielgruppe definieren, dann wären es eben konservativere Bebildete. Aber die Sache mit den Schweizer verlagen und ihren Protagonisten ist für Nichtschweizer wie mich (und das, obwohl ich für Schweizer gearbeitet habe), nicht ganz zu verstehen.

  158. Don Alphonso, mir war beim...
    Don Alphonso, mir war beim Cicero schon dieses Intellektuellenranking zu blöd. Ich hab das Blatt vor 3-4 Jahren ab und an einmal gekauft; seitdem aber nie wieder angefasst. Der Cicero ist für ein Versuch die Zeit nachzubauen (die schätze ich nun wirklich auch gar nicht).
    Das mit dem national-liberalkäuflich kann ich von eben diesen Leseproben vor 3-4 Jahren nicht bestätigen. Das Blatt hinterliess bei mir eher den Eindruck des oberlehrerhaft – Linken.
    Ich bin auh kein Experte der CH-Medienszene. Jedenfalls verlegt Ringier den Cicero (den Hauptumsatz, allerdings nicht Gewinn machen die mit dem Bild-Pendant). Dieser Frank A. Meyer hat einmal in einem Gespräch mit Joachim Fest den Satz gebracht, „links der Mitte ist für mich eine Frage der Intelligenz.“
    Einmal ist das Fest (und Wolf Jobst Siedler war auch mit von der Partie) gegenüber einfach eine dumpfe Frechheit; auf der anderen Seite gibt es nun genau Studien die das widerlegen. Aber, egal.
    Schwaniski soll zuvor Programmchef von Sat 1 gewesen sein. Jetzt hat er eine Radiostation in Zürich (soll wohl die zweite sein).
    Der frühere Chefredakteur der Welt, Roger Köppel, hat die Weltwoche. Die lasse ich mir sogar nach Heidelberg kommen.
    Ich muss ja wissen, was ich wählen soll (wenn man schon nicht im Land lebt und die NZZ eben auch nachgelassen hat). So, nun werde ich den Hirsch seiner Bestimmung zuführen.

  159. Erstaunlich. Ich könnte jetzt...
    Erstaunlich. Ich könnte jetzt wirklich nicht erköären, wo Meyer „links“ sein sollte. Aus meiner Warte ist der eher rechts. Bin ich deshalb Mangelintelligent? Mir passt diese ganze „Wir erklären Euch jetzt mal die Welt“-Attitüde nicht – ich habe ein paar von den Autoren kennengelernt, und ich würde mir von denen nicht mal den Weg zu den Sanitäranlagen erklären lassen, geschweige denn, was Bürgerlichkeit bedeuten soll. Meines Erachtens sitzen die in ihrem Berlin rum und verwechseln die Mitteljungdynamiker des Betriebs dieser Politikabwicklung mit dem, was Bürgertum ist. Ich reagiere immer extrem allergisch darauf, wenn vollkommen Ahnungslose, die obendrein ungebildet und schlecht erzogen und nach Berlin geflohen sind, versuchen, mir meine Welt zu erklären.

  160. @Dipsy: "Nein, nein unellen....
    @Dipsy: „Nein, nein unellen. Die Homöopathie arbeitet auch mit Pflanzenwirkstoffen. Zum Beispiel Blutwurz oder Steinklee“.
    Wieder falsch. Die Homöopathie arbeitet mir so starken Verdünnungen von Blutwurz- oder Steinkleeextrakten dass praktisch so gut wie kein Wundklee oder Blutwurz mehr im „Medikament“ drin ist.
    Es gibt genug Humbug, der sich über Jahrhunderte hält (und ich empfehle Ihnen immer noch, mal nachzurechnen was die Homöopathie angeht. Ein schönes anschauliches Beispiel geht mit einem Würfel Zucker und dem Bodensee). Bezüglich der Tuberkulose:
    http://www.welt.de/wissenschaft/medizin/article1809321/Tuberkulose_bleibt_auch_in_Deutschland_eine_Gefahr.html
    Frische Luft funktioniert, das stimmt schon. Penicillin aber besser.
    und dem Bezahlungsdings:
    http://www.equalpayday.de/fileadmin/Download_Publika_Facha/BPW_Journal_Gartner_Hinz.pdf
    http://www.iab.de/de/informationsservice/presse/presseinformationen-2005/25-02-05.aspx
    ich zitiere mal daraus:
    „Bei gleicher Ausbildung und gleichem
    Alter im gleichen Beruf und gleichen
    Betrieb verdienen Frauen etwa 12 Prozent
    weniger als ihre männlichen Kollegen.“
    und:
    „Die geringere Entlohnung von Frauen beruhe somit vermutlich weniger auf finanzieller Ungleichbehandlung im Einzelfall, sondern vor allem auf strukturell angelegten Mechanismen, die Frauen seltener als Männer in besser bezahlte Positionen gelangen lassen.“
    Mein Gatte verdient übrigens tatsächlich mehr als ich, was aber daran liegt dass er schon ein Jahr länger arbeitet als ich.
    Was das angeht:
    „Oder, haben die beiden angesprochenen Fakultäten einen gewissen Sexualnotstand?“
    So kann man es auch sagen. Ein Bekannter von mir, der Physik in Karlsruhe studiert hat erzählte mir regelmäßig wie schwierig es sei, an der Uni überhaupt eine Frau zu Gesicht zu bekommen. Die Strategie doch noch eine Partnerin zu finden, seien Heidelberger Studentenparties, weswegen man da aber wohl manchmal Schilder mit der Aufschrift „Bitte keine Sextouristen aus Karlsruhe“ stünden. (Soviel übrigens zu der Kultiviertheit im Süden dieser Republik).
    „Meine Bekanntinnen (ich schreibe das jetzt so bewusst, um dieses permanente –innen in seiner ganzen Lächerlichkeit zu zeigen) sind in gewisser Weise schon »verklemmt«. Wir haben da alle gewisse Probleme mit der Sexualisierung der Öffentlichkeit (wohl gemerkt in der Öffentlichkeit). Möglichst viel Haut ist doch eine absurde Form der Brautschau.“
    klar, ärmellose Kleidung im Hochsommer ist ein Audruck der Sexualisierung unserer Gesellschaft *rofl*. Freie Arme und nackte Beine ab dem Knie abwärts sind doch nun wirklich nicht viel nackte Haut im Sommer (mich nervt was das Thema angeht ja viel mehr, dass einem vom Cover fast jeder Fernsehzeitschrift halb entblößte Brüste ins Gesicht springen. Wenn es wenigstens genauso häufig nackte Männeroberkörper auf den Covern gäbe würde ich mich ja gar nicht beschweren…)
    „Ich glaube, dieses »Grabschargument« ist lediglich vorgeschoben damit Frauen nicht zugeben müssen, dass sie versagt haben.“
    Dummerweise gehörte ich aber zu den 10% der Teilnehmer, die die Klausur im ersten Anlauf bestanden haben… da kann von Versagen ja wohl keine Rede sein.
    Zu Ihren restlichen absurden Vorurteilen schreibe ich mal lieber gar nichts. Ich bin nur froh, dass Sie sich diesbezüglich selber entlarvt haben. Sorgen tu ich mich übrigens nicht um Sie, bei Ihrem Frauenbild bin ich sogar froh, dass die Single sind.
    @HansMeier: mein dickes Fell hier ist auch ein bischen als Trainingsstrategie für den Alltag gedacht ;-)
    @Alter Bolschewik: Oh ja, den Typus kenne ich. Das sind oft die Frauen die sich nur für bestimmte Fächer einschreiben um einen passenden Gemahl zu finden (womit wir wieder bei den Heiratsschwindlern wären). Obwohl ich selber auch Perlenohrringe und zwar keine Perlenkette, aber immerhin einen Perlenanhänger besitze und auch ab und zu trage. Ich fands bei dem Typus Frau immer total gruselig, dass das einzige Lebensziel oft in der möglichst frühen Heirat besteht…

  161. @Don
    Das Elend des...

    @Don
    Das Elend des Journalismus‘ hängt mit dem Elend der Universitäten zusammen.
    .
    Ich sage nur: Politologie.
    .
    Und können die Wirtschaftswissenschaften als solche gelten? Ich verstehe selbst nichts davon, aber die spezifischen Ursachen der jüngsten Finanzkrise interpretiere ich als ein Indiz dafür, daß denen der Realitätsbezug verlorengegangen sein muß.
    Wo kommen eigentlich die kleinen AAA-Bewertung her?
    „Das erklären wir Dir später enmal“.

  162. Don Alphonso, aus der...
    Don Alphonso, aus der Perspektive dieses Frank A. Meyer sind wir sicher alle wenig intelligent. Dafür haben wir ja ihn, der, der die Welt versteht und sie uns erklären kann. Ich hasse diese oberlehrerhafte Attitüde der meisten Journalisten wirklich. Allein die vita der meisten Journalisten disqualifiziert.
    Ich glaube, ein Hauptproblem des heutigen Journalismus besteht darin, dass man sich nicht wirklich für den Gegenstand interessiert (ihn deshalb auch nicht vollkommen versteht) über den man schreibt. Wie soll ich mir sonst eine Journalistenschule erklären. Die Leute lernen dort vielleicht schreiben oder auch die Recherche; allerdings überhaupt gar nichts über das jeweilige Sujet.
    unellen, der equalpayday ist eine Lobbyorganisation. Demnach nur mit sehr grosser Vorsicht zu geniessen. Schauen Sie sich einfach die Herren Autoren an (beide ohne Krawatte, der andere gar mit ungebügeltem Hemd). Da findet man freilich an jeder Universität oder an jedem »Forschungsinstitut« irgend jemanden, der das schreibt was man gerne hören will (vergessen Sie bitte nicht, solche Nebenbeschäftigungen gehören inzwischen zu den Haupteinnahmequellen eines Professors).
    Aber, wo bleiben nun eigentlich all die Anzeigen wegen der Lohndiskriminierung am Arbeitsplatz? Hmm? Glaubt man den equalpaydayerinnen, dann müssten unsere Gerichte nichts anderes mehr zu tun haben.
    Ah da haben wir es, Ihr Gatte verdient mehr als Sie und er arbeitet tatsächlich auch ein Jahr länger. Trotzdem erzählen Sie uns hier die grosse Diskriminierungsgeschichte.
    Ich finde es auch nicht lustig, wenn die Ölfinger (eben jene Studenten der Ingenieurwissenschaften) einfach so auf Heidelberger Veranstaltungen aufkreuzt. Die erkennt man auch sofort, ungepflegt, furchtbar schlecht gekleidet. Da sind deutliche Hinweise durchaus notwendig.
    Ich kann bei den Fernsehzeitschriften nicht mitreden. Ich habe glücklicherweise kein solches Gerät und brauche daher keine solche Zeitschrift. Allerdings nervt mich zuviel Haut wirklich. Die Frauen die das machen degradieren sich doch selbst zum Zootier was begafft werden will.
    HansMeier555, ich muss ihnen da einfach widersprechen. Die Ratingklassen sind eine Erfindung der staatlichen Bankenaufsicht (lesen Sie einfach mal das Regelwerk zu Basel II) Die Ursache der jüngsten Finanzkrise ist und bleibt die staatliche Intervention in die Kreditmärkte (ein Häusle für jeden Amerikaner, umzusetzen durch die beiden Staatsbanken Fannie Mae und Freddie Mac die mehr als die Hälfte der heute faulen Kredite vergeben haben und einen weiteren Teil besichert haben).

  163. Lieber Dipsy,
    vielen Dank für...

    Lieber Dipsy,
    vielen Dank für die humorische Rettung meiner Mittagspause :-)
    Ich wusste bisher gar nicht, dass nur die Meinungen von Krawattenträgern gelten… (tragen Sie zur Vorlesung eigentlich auch Krawatten?). Aber Hauptsache Sie können weiter Ihre Vorurteile pflegen (anscheinend ist Karlsruhe sowas wie eine verrohte Insel im sonst so kultivierten Süden Deutschlands).
    übrigens habe ich gar keine „große Diskriminierungsgeschichte“ was meine persönliche Entlohnung angeht erzählt (wäre mir zumindest entgangen). Ginge in meiner Firma auch gar nicht, weil es keinen männlichen Berufsanfänger mit ähnlich langer (bzw. kurzer) Erfahrung gibt dessen Gehalt ich mit meinem vergleichen könnte.
    Es ist übrigens auch ziemlich schwer nachzuweisen, dass man im Vergleich zu männlichen Kollegen weniger bekommt, in den meisten Firmen wird nämlich nicht offengelegt wer wie viel verdient.

  164. unellen, natürlich erwarte...
    unellen, natürlich erwarte ich von einem Universitätsprofessor, dass er sich mit Krawatte und gebügeltem Hemd ablichten lässt. Eine Universität ist weder Werbeagentur noch Dönerbude.
    Nein, natürlich trage ich nur sehr selten Krawatte. Allerdings lese ich auch nicht. Es würde hier in Heidelberg auch kein massgeblicher Professor wagen ohne Krawatte aufzuschlagen. Da gäbe es ein Donnerwetter. Die die Idee der Krawattenpflicht für Studenten eine sehr gute, die Studentinnen dann auch im Deux-Piece. Vor 50 Jahren war das vollkommen normal. Heute gehen die »Studierenden« zum Teil sehr verlumpt an die Univ..
    Karlsruhe ist an sich durchaus kultiviert, nur eben jenen Ölfingern fehlt es an Kultur. Ich weiss auch nicht woher das kommt. Jedenfalls müsste man diese Herren in einer Art Vorbereitungswoche einmal über die universitären Sitten aufklären. Wahrscheinlich lässt man sich in Heidelberg aber auch sehr gehen. Man hört ja, dass das Curriculum dieser Herren sehr dicht ist und Entspannung nötig ist; vielleicht verwechselt man die Stadt dann mit Mallorca.
    Sie haben also im Moment kein einziges Indiz für eine Diskriminierung Ihrer Person. Trotzdem erzählen Sie die Geschichte. Warum? Die Realität sieht doch offenbar ganz anders aus.

  165. Hier fand sich zu Beginn ein...
    Hier fand sich zu Beginn ein empörter Kommentar, in Wien trieben falsche Grafen heiratsschwindelnd ihr Unwesen. Der Name Andrassy wurde genannt. Wir kennen ja alle die Geschichte von der bayrischen Sissi und ihrer Ungarnliebe und dem Grafen Andrassy. Und heute dies: http://www.kurier.at/nachrichten/wien/1953815.php. Dieser also war gemeint und hatte die armen russischen Damen soo enttäuscht.

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