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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die kleine japanische Feder und der grosse Weltmarkt

| 125 Lesermeinungen

Wenn man in 100 Jahren Bücher über den Niedergang des Westens und den Aufstieg Chinas schreiben wird, muss die Industrieproduktion im Zentrum stehen: Wie aus der "Verlängerten Werkbank" des Westens seine versteckte Tributzahlung an die neuen Herrscher wurde. Asien liefert alles, Schuhe, Spielzeg, Fahräder, Rechner, Stereoanlagen, Kameras - und alles hat einen Haken, an dem eine kleine, billige Feder ist, die sich löst - und dann passiert das Unglück und die Überweisung nach Osten, von denen ich diesmal ausnahmsweise profitiert habe.

Ist nicht Gold, was Goldes Wert hat?
Francisco Delicado, Lozana die Andalusierin

Da ist dieser kleine, aufgewickelte Draht. Nicht mal ein Pfennigteil, einfach eine winzige Feder, hergestellt in Japan Mitte der 90er Jahre. Wie wir gleich sehen werden, können mit so einer Feder, die praktisch wertlos ist, ein paar hundert, vielleicht sogar 1000 Euro in den fernen Osten gelangen. Dazu muss die Feder nur billig sein. Im unteren Bild schaut ein Draht neben A hervor – das ist diese kleine, billige, japanische Feder. Gewickelt ist sie um das Lager der Ratsche B, die in die Rotationsscheibe D einrasten sollte. Rastet sie ein, kann die Scheibe über die Ratsche mit einem Hebel weitergedrückt werden. Dadurch zieht sie an einem Draht, und der wiederum bewegt ein Schaltwerk an einem Rad. Aber eben nur, wenn Ratsche B in Scheibe D einrastet, weil Feder A Ratsche B hineindrückt. Dazu aber muss A in C stecken, einem kleinen Loch, in dessen Position die Feder gespannt ist. Die Feder jedoch ist nicht im Loch C, hat folglich auch keinen Druck, rastet nicht ein, weshalb die Rotationsscheibe nicht über die Ratsche mit dem Hebel gedrückt werden kann, das Schaltwerk bewegt sich auch nicht, weshalb das Fahrrad nicht schaltet.

Bild zu: Die kleine japanische Feder und der grosse Weltmarkt

Dann, sollte man meinen, tut man den Draht eben wieder in das Loch. Die einfachste Sache der Welt, so funktioniert das Kinderkriegen und die Impfung gegen Schweinegrippe. Das kleine Problem ist nur: Diesen Mechanismus sieht man nicht. Er ist versteckt im Inneren eines Bremsschalthebels, der Mitte der 90er Jahre zusammen mit dem Rad, an dem er befestigt ist, in der kleinen, dummen Stadt an der Donau an einen Mann verkauft wurde. Das Rad war nicht ganz billig, damals 1400 D-Mark (entspricht ca. 1500 Euro heute und vermutlich 6000 Dollar/8000 britische Peseten in einem Jahr), und stammt von einer recht bekannten und beliebten Firma namens Muddy Fox. Der Rahmen ist aus Aluminium und war für damalige Ansprüche ausgesprochen gut, die Komponenten dagegen waren in etwa Mittelklasse. Es ist das, was man kauft, wenn man nicht allzu wild im Gelände fährt, und ein solides, robustes Rad für die Stadt braucht, und am Wochenende über kleine, enge Wege durch die idyllischen Donauauen fahren will, die der Herrgott der kleinen Stadt zu den Weltmarktführern in Automobil- und Mordmaschinenbau obendrein gegeben hat. Kurz, es ist der moderne Nachfolger des guten, alten „deutschen Markenrades“, bis auf jene Feder.

Wer sich nicht wirklich mit Fahrradtechnik auskennt, sieht eigentlich nur einen kleinen Schalterkasten am Bremsgriff, in dem die Feder verborgen ist, und versteht die Welt nicht mehr. Was läge da nun näher, das zu tun, was Opa schon mit seinem deutschen Markenrad getan hat: Einfach zum Radhändler fahren und es reparieren lassen. Der Radhändler kannte seine Kunden, machte ein paar Griffe, und dann fuhr das deutsche Qualitätsrad wieder. Das müsste doch auch mit dem Bremsschaltgriff gehen, meint der Besitzer.

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Also fährt er zu der grossen Halle vor der Stadt, die aus dem kleinen Laden entstand, bei dem er das Rad früher gekauft hat. Der alte Verkäufer ist nicht mehr da, statt dessen viele junge Leute, die so genauso in Technikmärkten und anderen Konsumtempeln herumstehen und keinerlei Radlschmutz an ihren Westen mit Firmenaufdruck haben. Dort wird er vorstellig. Aber niemand macht zwei, drei Griffe wie bei Opa, und das Rad läuft wieder. Leider, wird ihm erklärt, müsste man dazu den Hebel aufmachen und untersuchen. Es könnte sehr vieles sein, das Ding besteht aus Dutzenden von Einzelteilen, da sind lauter Federn (sic!) und Hebelchen drin, es könnte alles mögliche sein. Das könnte man machen, aber dazu müsste man erst mal einen Termin vereinbaren, in zwei Wochen, denn gerade ist alles voll, und selbst dann könne man nicht garantieren, dass es reparabel ist. Denn wenn da drin etwas gebrochen ist, bekommt man keine Ersatzteile dafür – das Ding ist völlig veraltet und nicht mehr im Handel.

Normalerweise tausche man ohnehin das ganze Teil aus, das wäre auch nicht teurer als eine Reparatur, und dann hätte man wenigstens die Garantie, dass es auch funktioniere. Wobei man natürlich nicht nur den einen Bremsschaltgriff austauschen würde, sondern beide, denn sie werden zusammen geliefert, und wenn da ein anderer Bremsschaltgriff ist, stimmt natürlich auch die Ergonomie rechts und links nicht mehr.

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Ach so, da ist noch eine andere Sache. Die Herstellerfirma verbaut nicht nur andere Griffe, sondern auch andere Bremsen. Das heisst, mit den neuen Bremsgriffen kann man die alten Bremsen nicht mehr so betätigen, wie es gedacht war. Bremsen funktionieren heute ganz anders. Ja, das sei bedauerlich, aber die Plastikkappen der alten Bremsen sind auch schon gebrochen, und neue Bremsbeläge würde man ohnehin brauchen. An den Bremsen jedenfalls sollte man nicht sparen.

Der Kunde fragt sich vielleicht, wie es beim alten Fachhändler gewesen wäre, ob man da auch alles hätte austauschen müssen, und gäbe es ihn noch, dann wäre seine Antwort vielleicht gewsesen: Owa nah, dös is nua de gloane Fehda, des Blastigdingal an da Bräms möchd goa nixn aus, und de Brämsbeleg schmiagln ma a wengal owe, do feid se nix. Wanns des Radl a wengal bessa butzt hedn, wahs no pfenningguad, es woa jo a guade Fiama, ned woah. So aber macht der junge Herr gleich mal einen Kostenvoranschlag, und schickt den Käufer weiter zur Reparatur.

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Dort zeigt sich dann, dass der junge Herr nicht nur unfähig war, das Federproblem mit dem Draht und dem Loch zu erkennen, er weiss auch nichts von den weiteren Fortgängen unserer Zivilisation. Denn die Schaltung, die muss auch weg. Das ist nämlich noch eine alte 21-Gangschaltung. Heute jedoch hat man hinten zwei Ritzel mehr, das macht dann 27 Gänge. Das muss sein, denn die neuen Bremsschalthebel harmonieren nicht mit dem alten Schaltwerk; wie schon bei der Bremse sind die Zugverhältnisse anders. Auch muss die Kette dünner sein. Und die neuen 9 Zahnkränze passen auch nicht auf die alte Nabe. Also braucht man die Nabe auch neu. Obwohl, bei der alten Felge würde sich das Aus- und Einspeichen auch nicht lohnen, eigentlich ist ein altes Hinterrad fällig.

Opa fuhr mit seinem deutschen  Markenrad in den 50er und 60er Jahren in die Arbeit, in den 70er und 80er fast jeden Tag zu seinem Schrebergarten, und als er in den 90er Jahren starb, hätte das deutsche Markenrad immer noch klaglos seinen Dienst getan, wenn man es nicht auf den Sperrmüll geworfen und sich, angesichts des Nachlasses, ein tolles Mountainbike, solide, zuverlässig und haltbar, gekauft hätte. Es funktioniert ja auch noch wirklich gut, bis eben auf die kleine, japanische Feder, die aus dem Loch gerutscht ist. Nun aber werden die Kosten hoch und höher, man braucht Ersatzteile und Einbau, Justierung und Anpassung, mit Arbeitszeit kommt man locker auf ein paar hundert Euro, und das bei einem 15 Jahr alten Rad, na, ob sich das noch lohnt – 200 Euro mehr, und man bekommt schon ein stark reduziertes Rad der Saison 2009. Ja, das ist so, Sommerschlussverkauf, inzwischen wechselt das alles jährlich, neue Farben, neue Komponenten, jetzt auch voll gefedert, immer up to date, die technische Entwicklung schreitet voran, bald dann auch mit 30 Gängen, und schauen Sie mal, da haben wir sogar Scheibenbremsen wie beim Motorrad, die sind viel sicherer und besser gerade im Regen. Dazu: Ein Jahr Werkstattservice gratis!

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So kam es denn auch, und der Kunde brachte sein altes Rad auf den Flohmarkt. Wo er es mir für 20 Euro verkaufte. Die Geschichte gab es obendrein umsonst, inklusive des Unverständnisses, wieso das bei Opa jahrzehntelang ging und heute alles so kaputt und teuer ist. Ein paar Meter weiter fand ich einen exzellenten Sattel mit echtem Leder für 2 Euro – der alte Sattel mit Plastikdecke war verschlissen – und der Rest waren zwei Stunden Arbeit an einem regnerischen Montag. Und, natürlich, das Einfügen der kleinen, japanischen Feder in das Loch.

Die Bilanz: Ich habe ein Gästerad für meine Wohnung am Tegernsee. Der Kunde hat in 15 Jahren einen Totalverlust erlitten, und jetzt noch mal 700 Euro ausgegeben. Vielleicht 500 davon gehen nach Fernost, womit ein Techniker bezahlt wird, der noch kleinere Federn für noch kleinere Kompenenten entwickelt, die noch leicher laufen, wenn man sie im Geschäft schaltet; Komponenten, für die es in den Zeiten teurer Lagerhaltungskosten ein Jahr später schon keine Ersatzteile mehr gibt, weshalb es diesmal keine 15 Jahre mehr dauern muss, um einem Kunden sagen zu können: Bedaure, da müssen wir alles austauschen, oder Sie kaufen gleich ein Neues. So wird aus der kleinen, billigen Feder, wenn sie tausende Male aus dem Loch springt, ein grosser Hebel der Geldverschiebung und des Entreichens jener, die damit nicht umgehen können; ein Antrieb für die Industriestädte Chinas, und wenn man nachdenkt, ist die ganze Welt heute voll mit diesen kleinen, japanischen Federn: Winzige, wertlose Bauteile, an denen es hakt, und die nicht ausgetauscht werden können. Verarmung jedenfalls hat zwei Seiten: Weniger verdienen und mehr ausgeben. Weniger Verdienen ist eine Folge des globalen Wettbewerbs, und mehr Ausgeben eine Folge der kleinen Federn, die durch Überproduktion und Werteverfall des globalen Wettbewerbs gefördert werden. Ein Selbstläufer.

Und ich? Die Stützen der Gesellschaft? Nun, ich habe die Feder wieder ins Loch gesteckt, den globalen Wettbewerb und seinen Irrsinn ausgetrickst, und ein paar hundert Euro gespart. Und so kommt es, dass die einen im nächsten Sommer mit sirrenden Speichen an den Tegernsee radeln, und die anderen in der Garage das 2009er Modell und seine kleine, unsichtbare, japanische Feder verfluchen. Ich übrigens fahre auf Feldwegen ein selbst aufgebautes Rocky Mountain Vertex aus Kanada mit seltenen, aber unzerstörbaren Komponenten von Mavic aus Frankreich und Campagnolo aus Italien, und ein Rabeneick von 1952. Deutsche Wertarbeit.

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125 Lesermeinungen

  1. Sehr geehrter Don,
    wozu bedarf...

    Sehr geehrter Don,
    wozu bedarf es eines Rades mit 21, geschweige denn 27 Gängen? Weder der Automobilhersteller Ihres Heimatortes noch das grundsolide Rabeneick von 1952 bedürfen solcher Spielereien, die streng genommen doch nur einen weiteren Trick der Drahteselwirtschaft darstellen. Je öfter Sie schalten, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Kette springt. Ein Trick, den ein befreundeter Fahrradgroßhändler und Werkstattbetreiber mir verriet. Genießen sie lieber eine Ausfahrt auf Wertarbeit – gefedert und ohne Federn.

  2. Don
    .
    Da brauchen Sie garnicht...

    Don
    .
    Da brauchen Sie garnicht bis nach Fernost schauen.
    .
    Schon in der kleinen dummen Stadt an der Donau werden Autos gebaut, daß man halb auseinander bauen muß, um eine Lampe zu wechseln und ganze Baugruppen bei einem kleinem Fehler austauschen muß.
    .
    Und ob diese Baugruppen immer aus D kommen..
    .
    Der Vadder

  3. Sehr schön,
    also einfach das...

    Sehr schön,
    also einfach das kleine alte Hollandrad kaufen. Ist sowieso mal eine Studie wert welches Rad wird in welchem Teil Deutschlands bevorzugt. Letzte Woche war ich mal wieder in Bremen und da fiel mir zumindest auf, das erstens mehr Leute Fahrrad fahren als in München und zweitens die jungen Mädchen zu 80% auf einem Hollandrad sitzen. Die sieht man in München überhaupt nicht. Was fährt man wohl in den neuen Bundesländern?

  4. So gut bin ich noch nie in den...
    So gut bin ich noch nie in den Tag gestartet.
    Eine Geschichte die mir aus der Seele spricht. Als Fahrradfahrer erfährt man die Globalisierung direkt am eigenem Geldbeutel.
    Aber das Innenstadt zu Peripheriegefälle der Reperatur ist deutlich.
    Köln Mitte Kostenvoranschlag 480 €, Bad Münstereifel „ja Kette sollte erneuert werden, die Bremsen auch. Mit 20 € sind sie dabei“.
    Ich habe noch ein Campangolo-Teile Rennrad aus dem Hause „Schauf“. Interesse? Schauf ist mir zu klein und für die Welt auch. Ich bin mal gespannt ob es die in wenigen Jahre noch gibt.
    Beste Grüße,
    Mario

  5. Guten Morgen Don...
    Guten Morgen Don Alphonso,
    mir ist zu Ohren gekommen, daß es einen Trend zu den sogenannten Fixies gibt, und auch die ausrangierten Räder der Schweizer Armee sollen sehr gesucht sein, das wird seine Gründe haben.
    Mein Veloziped (für den innerstädtischen Gebrauch) hat 7 Gänge, von denen 4 sinnvoll sind. Aber weniger gibt es neu schlichtweg nicht mehr zu kaufen.
    Gruß aus der großen Stadt an der Elbe (mit der schicken Westseite)
    K.

  6. Bis vor ca. 5-7 Jahren mussten...
    Bis vor ca. 5-7 Jahren mussten Gartenbesitzer noch ihr Laub an der frischen Herbstluft mit ’nem Gartenrechen zusammenkehren. Was ein Segen, dass die Chinesen den Laubsauger erfunden haben.

  7. Auch die deutsche Wertarbeit...
    Auch die deutsche Wertarbeit geht irgendwann kaputt, es dauert immerhin etwas länger.
    Die Dinge sind aber aber in der Regel immer wieder mit vertretbarem Aufwand zu reparieren.
    Zumindest Produkte die bis in die 80’er Jahre gebaut wurden.
    .
    Bestes Beispiel: Golf II Saugdiesel – mein Alltagsauto.
    Für wenige hundert Euro vor dem Ausschlachten gerettet, seitdem 200.000 km zurückgelegt bei überschaubarem Wartungsaufwand.
    Der Verbrauch liegt bei ca. 5,5l Diesel oder Salatöl, je nach Wirtschaftslage.
    Wenig dran was kaputtgeht, Ersatzteile gibts für ’ne Tüte Chips.
    .
    Wie gehts eigentlich dem Sunbeam ?

  8. Bundesguru, nun ja, neben dem...
    Bundesguru, nun ja, neben dem Tegernsee stehen hohe Berge, und allein schon vom Bäcker zu mir sind 50 Höhenmeter zu überwinden – ein wenig schalten ist da nicht schlecht. In der Ebene ist das etwas anderes, und viele Leute sind ohnehin von Schaltungen komplett überfordert. Ab und an repariere ich Nachbarn die Räder (ich denke, es gibt kaum etwas, das ich nicht kann, von Federung einstellen einmal abgesehen), und dann sehe ich ja, dass nur ein Kettenblatt und ein Ritzel abgenutzt ist. Austauschen muss man dann aber trotzdem gleich die Pakete. Kettenbruch ist dagegen nicht ganz so tragisch.
    .
    Vadder Krause, nachdem ich in dieser Firma gearbeitet und die Qualitätskontrolle erlebt habe, würde ich ziemlich bedenkenlos zu einem deren Produkte greifen – in der Regel gibt es wenig Grund zu klagen. Aber natürlich werden Autos generell schwerer, komplexer und immer mehr zu fahrenden Computern. Deshalb bleibe ich ja auch bei meiner Barchetta, die noch weitgehend mechanisch ist.

  9. BlackJack66, Hollandrad...
    BlackJack66, Hollandrad vielleicht nicht, da ist auch viel Glump dran. aber die typischen Herrensporträder der 50er Jahre, die man in Freizeit und Beruf fahren konnte, sind unzerstörbar und in aller Regel auch leicht zu reparieren. Wenn man die Technik versteht, kann man natürlich auch ein Mountainbike kaufen und selbst warten, aber dazu werden nur die wenigsten Lust haben. Und sobald man sich einen Ruf als Radzauberer erworben hat, wird man ohnehin als Schrauber von allen Seiten missbraucht. Insofern: Opas Sportrad ist eine gute Entscheidung.
    .
    Mario, danke, aber ich habe selber noch ein paar Kisten voller Teile, von der Record- bis zur Cook Bros-Kurbel. Ich würde auch nicht unbedingt alte Räder auseinanderreissen. Das mit den Dörfern kann ich bestätigen; wir haben in Gmund einen Radlladen im Ort, dessen Preise absolut nicht millionärswohnlagenhaft sind. Dagegen die grosse Radhalle im Industriegebiet: Unbezahlbar.

  10. Dieses Problem der sich...
    Dieses Problem der sich entwertenden Produkte ist leider allgegenwärtig. Man muß schon eine wirklich gute Espressomaschine wenigstens europäischer Produktion bei einem Fachhändler kaufen um sicherzustellen, daß diese nach 10 Jahren auch noch vernünftig von jemandem repariert werden kann. Die kostet dann aber auch 1500,- Euro und ich vermute stark, daß das Fahrrad Ihres Opas bei seiner Anschaffung einen (relativ gesehen) ähnlich hohen Wert hatte.
    .
    Es ist schon wirklich eine verkehrte Welt, wenn die Reparatur nach deutschem Preisniveau teurer ist, als die Produktion in China. Was soll das für ein globaler „Wettbewerb“ sein, wenn Duisburger Familienväter gegen chinesische Wanderarbeiter oder Kinderarbeit antreten?
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    Aber erstens ist auch nicht alles was alt ist besser oder unkompliziert (man denke an britische Automobile und da kennen Sie sich mittlerweile ja auch aus!), und zweitens gibt es ja durchaus auch sinnvolle Fortschritte, die nicht auf Produktentwertungsstrategien basieren. Der aktuelle GT3 RS fährt sich, um beim Thema Auto zu bleiben, aufgrund von Fahrwerks- und Reifenentwicklungen (ich schreibe ausdrücklich nicht von elektronischen „Helfern“) wesentlich einfacher am Grenzbereich als etwa ein Carrera RS Bj. 1992. Das ist sicherer und macht wesentlich mehr Spaß als vorher. Für bestimmte Zwecke können sich gute, neue Produkte also durchaus lohnen.

  11. Guten Morgen Kalchas, nun, in...
    Guten Morgen Kalchas, nun, in flachen Städten ist das absolut nachvollziehbar. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich „Fixies“ für einen Modetrend halte, denn der Kompromiss eines einzigeb Ritzels zusammen mit Leichtgewicht und schmalen Reifen hat immer irgendwo Nachteile – und das Mehrgewicht für einen Zahnkranz und ein Schaltwerk liegt bei 400 verschmerzbaren Gramm. Aber was spräche dagegen, ein altes Rennrad mit 10 Gängen zu kaufen, den Umwerfer und ein Kettenblatt abzuschrauben und damit zu fahren?
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    XOT, haben sie die wirklich erfunden, oder nur produziert?

  12. Was lernt uns das? Nicht die...
    Was lernt uns das? Nicht die kleine japanische Feder und ihr Hersteller ist hier das Problem, sondern ein Händler, wahrscheinlich ein „Bike-Shop“, der keinen Kundendienst, ach nein, im Bike-Shop heißt das ja „Service“, kennt. Denn wenn Don Alphonso dieses Federchen reparieren konnte, hätte es der gute alte Fahrrad- und Nähmaschinenmechaniker erst recht gekonnt. Der technische Overkill in der Fahrradtechnik ist allerdings ein Thema für sich. Die allermeisten Fahrer dürften mit der sinnvollen Verwendung einer 27-Gang-Schaltung wohl überfordert sein. Mich würde mal interessieren, wie viele der denkbaren Gangkombinationen bei so einer Schaltung während ihrer Lebensdauer tatsächlich genutzt werden. Aber man sollte nun auch nicht zu sehr in Nostalgie verfallen. Diese Kettenschaltungen waren, bevor sich Shimano und Konsorten dem Problem annahmen, äußerst pflegebedürftig. Schalten unter Last oder gar im Stillstand bescherten regelmäßig schwarze Hände und Flüche bis die Kette wieder saß und ständig musste justiert werden.
    Im Flachland dürfte ein klassisches Hollandrad mit einer Dreigangschaltung immer noch ein bequemes Fortbewegungsmittel sein. Doch die Dinger heißen nicht umsonst Hollandrad. Steigungen mögen sie nicht so sehr. Mit dem 27-Gang-Bike kommt man dagegen notfalls auch auf die Zugspitze, nur wer macht das eigentlich? Eine müßige Frage. Der Anteil derer, die die Möglichkeiten wirklich nutzen, dürfte genauso groß sein, wie der jener, die wirklich 150 Fernsehkanäle brauchen, alle 100-noch-was-Programme ihrer Digitalknipse kennen und nutzen, alle „Features“ ihres Handys begriffen haben und nutzen und alle Finessen ihrer fahrbaren elektro-hydraulischen Großrechenanlage (früher: Auto) dringend benötigen. Alles der reine Wahnsinn. Die eierlegende Wollmilchsau war gestern. Heute muss das Tier auch noch fliegen, schwimmen und tauchen können, vielleicht auch noch CO2-neutral Strom erzeugen und im Dunkeln leuchten – auch wenn kein Schwein eine solche Sau braucht. Gekauft und bewundert würde sie trotzdem – bis sie mal eine kleine Feder verliert …

  13. Reiterjunge, als meine...
    Reiterjunge, als meine Barchetta einen Motorschadeb hatte, wurde mir bei Fiat auch gesagt, ich sollte sie verschrotten. Als mir dann das Ekel mit dem Ford S-Max hinten reinknallte, sagte die Versicherung: Totalschaden. Aber manche haben einfach einen eisernen Überlebenswillen. Der Sunbeam, ach, ach je…
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    mawu, nicht umsonst habe ich die Espressomaschine für meine Eltern aus Italien mitgebracht, wo auch das Werk steht, das einen Ruf zu verlieren hat. War da nicht was mit einem grossen Rückruf bei diesen ekligen Senseo-Automaten?
    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/senseo100.html
    Und dann auch noch beim Druckbehälter, ts ts ts. Aber wie meine Oma immer sagte: As Glump is zwoamoi deia.
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    Was die Reparatur angeht: Da bin ich insofern schwmerzfrei, als es bei vielen Besitzern einfach die Faulheit ist, auch nur kleinste Probleme selbst anzugehen. Die sollen dann auch zahlen. In dem Fall wäre es schon eine etwas grössere Sache gewesen. Auch aus China kommen gute Räder nicht für einen Preis unter 700, 800 Euro.

  14. Mein Diamantfahrrad...
    Mein Diamantfahrrad (vermutlich das einzige Wertbeständige und qualitativ hochwertige Erzeugnis der DDR) Jahrgang 1988 ist immer noch intakt. Aufgerüstet mit einer Dreigangnarbenschaltung (selbstaufgerüstet 1992) ist es zwar nicht taunustauglich, für die Fahrten in die kleine Stadt vor der Höhe reicht es aber alle mal und da es so alt ist, nicht blinkt und blitzt in modischen Farben, sondern sich lediglich mit einem Bronzeton schmückt, wird es auch nicht geklaut.

  15. Tja, lieber Don Alphonso,...
    Tja, lieber Don Alphonso, meine Bekannten schauen mich auch immer ziemlich verdutzt an, wenn ich erkläre, daß ich bspw. einen Staubsauger (1) von Miele und (2) beim Elektro-Fachhändler in der Belgradstraße kaufe. Und nicht beim Saturn oder im ach so billigen und tollen Internet. Wenn ich eine Frage habe – Anruf genügt. Zur Reparatur oder sonstigem gehe ich einfach über die Straße, während andere durch halb München fahren, oder das Ding auch noch umständlich verschicken müssen. Dafür zahle ich auch gerne mehr, als beim Billigheinzen mit Null Service. Aber das kapieren die alle irgendwie nicht.

  16. elbsegler, die...
    elbsegler, die Shimano-STI-Gruppen gingen durch mittlerweile über 100 Entwicklungsstufen, mal waren es Druckfederblättchen und Kugeln, dann Ratschen und das auch immer derartig kleinräumig zusammengepfercht, dass man bei komplexeren Problemen schon zwei, drei Stunden wie ein Uhrmacher drüber sitzen kann. Hätte Shimano die Produkte rückwärtskompatibel gemacht, und obendrein keine Einheiten verbaut, wäre das alles nicht so tragischm dann hätte man ein Trumm rausschmeissen und ersetzen können. Ich habe einmal eine STI-Einheit in der beginnenden Dämmerung reparieren müssen, es war eiskalt und 10 Kilometer von der nächsten S-Bahn entfernt, und Handies gab es damals auch nocht nicht – diese Dinger „hom an Deife“, und ich verstehe es, wenn man sich weigert, die zu reparieren. Sollte etwa das Ratschenlager verbogen sein – nun, das ist mit dem Korpus vernietet, da kann man dann nichts mehr machen. Und was sagt man dann dem Kunden? Eine Stunde Arbeit und trotzdem eine neue Einheit? Das Kernproblem liegt bei Shimano, die gezielt darauf achten, dass man das Alte eben nicht mehr reparieren kann.
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    Beispiele? Zuerst betrogen sie die Welt mit „Biopace“-Kettenräder in Eiform. Als jeder jammerte, machten sie abgerundete „Biopace II“-Kettenräder. Dann kamen runde Kettenräder in der Abstufung 48-36-24 Zähne, und alles war gut. Die erste XTR-Kurbel ist vermutlich die beste Kurbel der Welt. Und dann? Dann verkürzten sie erst die Innenlagerbreite von 125 auf 107 mm, und dann wurden die Kettenblätter und der Lochkreis verändert. Dann wurden aus 5 Aufnahmen nur noch vier, ohne dass es einen Vorteil gehabt hätte – nur der Verschleiss wurde beschleunigt. Dann wurden traditionelle Innenlager gegen Octalink-Innenlager ersetzt. Vollkommener Irrsinn. Nichts ist kompatibel. Am Ende hat man eine Kurbel, wie früher auch.

  17. @Don; wunderbarer Beitrag! Der...
    @Don; wunderbarer Beitrag! Der wäre sicher auch etwas für eine Einführungsveranstaltung für Erstsemestler der Wirtschaftswissenschaften.
    @BlackJack; Ich kann zwar nur für mich sprechen und glaube auch nicht, repräsentativ zu sein, aber vielleicht hilft es Ihnen. Für die Straße und den Alltag nutze ich ein „Diamant“-Herrenrad (aus Chemnitz) mit einer Nabenschaltung eines deutschen Herstellers, die seit vielen Jahren in dieser Form gebaut wird und angeblich für 100tkm gut sein soll. Für die heimischen Wälder und den Bergurlaub steht dann noch ein leichteres, gefedertes Fahrzeug aus Österreich mit der oben beschriebenen japanischen Technik zur Verfügung.

  18. Don Alphonso: Also das einzig...
    Don Alphonso: Also das einzig komplizierte am Hollandrad war eigentlich immer die Verkleidung am Kettenkasten. Der Rest völlig unkompliziert. In der Norddeutschen Flachlandebene benötigt eh kein Mensch 27 Gänge. Es gibt in Deutschland inzwischen mehr SUV / Geländewagen und Geländerfahrräder als Gelände!! Schuld an diesem Zustand ist auch zu nicht unerheblichen Teil die Oberschicht und die „bessere Gesellschaft“.

  19. @Don Alphonso
    Sie machen mich...

    @Don Alphonso
    Sie machen mich schwindelig. Diese permanenten Produktvariantionen sind sicher dem Eifer der Techniker, aber auch dem Drang der Marketingfritzen, ständig was „Neues“ bieten zu wollen, geschuldet. Langlebigkeit ist ohnehin nicht gewünscht. Weder bei den Herstellern und Händlern, noch bei den meisten Kunden. Wen ich so mit ansehe, wie im Freundes- und Bekanntenkreis mit großem Eifer ständig in neue Handy, Autos, Fahrräder, Computer und Unterhaltungselektronik investiert wird, bin ich sprachlos. So mancher ist froh, wenn ein Teil endlich kaputtgeht, um sich das schon lang ersehnte neueste Spielzeug kaufen zu können. Das Schimpfen auf die miese Qualität hat eher rituellen Charakter und soll gegenüber der besseren Hälfte auch nur die klammheimliche Freude über den Neukauf überdecken. Da bin ich etwas altmodisch und Versuche erst einmal, alles zu reparieren, was auch sehr oft gelingt. Mithilfe des Interenets und Ebay kann man heute auch als Laie Geräte reparieren, die man früher noch nicht einmal ohne Beschädigung hätte öffnen können. Ich bin eher ein Gelegenheitsradfahrer und nutze ein ca. 20 Jahre altes Herkules-Herrenrad mit einer 7-Gang-Schaltung, deren Hersteller ich nicht einmal nennen kann. Es fährt irgendwie immer. Neulich waren mal wieder neue Reifen fällig. Ich wollte Shimano auch gar nicht als leuchtenden Stern am Gangschaltungshimmel darstellen. Ich habe nur in Erinnerung, dass sich die europäischen Hersteller, allen voran die Fichtel & Sachs AG seligen Angedenkens, in den siebziger Jahren schlummernd auf ihren Lorbeeren ausruhten, wie auch die europäische Kamera- und Elektronikbranche. Dann kam Shimano und brachte bedienungsfreundlichere Kettenschaltungen auf den Markt und rollte ihn so auf. Bis dahin gab es nur die „Rennräder“, die mit ihren Kettenschaltungen etwas kapriziös waren und dann das Tourenrad mit der legendären Sachs 3-Gang-Nabenschaltung, die ziemlich idiotensicher war. Geöffnet habe ich so eine Nabe nie. Es gab keinen Grund dazu. Nur das Federchen im genieteten Schaltgriff, das den Schalthebel in die Nullstellung zurückführte, brach gerne. Dann blieb nur der Austausch oder der Daumen mußte den Hebel nach dem Schalten immer in die Nullstellung zurückschieben. Auch so ein Pfennigartikel.

  20. Frau Waldwuff, vorsicht!...
    Frau Waldwuff, vorsicht! 70er-Jahre-Bronze ist die Trendfarbe 2010/11!
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    mawu, wir hatten vor kurzem einen kaputten herd bei Mietern. Die haben dann einen bei Media Markt gesehen, aber ich habe sie gebeten, das gleiche Modell beim innerstädtischen Elektrofachhandel zu kaufen. War eine rundum gelungene Sache, die haben am Ende alle Kartons und das Altgerät mitgenommen und auch noch gefegt – und es kostete genauso viel wie beim angeblich so billigen Riesenladen. (Wobei ich auch mehr bezahlt hätte, nur um denen eins auszuwischen)

  21. Trotz Trendfarbe (Braun oder...
    Trotz Trendfarbe (Braun oder Bronze kommt gewöhnlich ja nie außer Mode, weil es nie in Mode ist) würde vermutlich in der kleinen Stadt vor der Höhe niemand ein solches Fahrrad stehlen. Auch die Einbrecher sind hier Snobs…in dem Fall muss einfach dieses Wort benutzt werden.

  22. Ach bester Don,

    welch...
    Ach bester Don,
    welch herrliche Geschichte.
    Ich muß leider bei den Tretlagern und Kurbelgarnituren nachlegen. Inzwischen gibt es außen an den Rahmen angeschreubte Lagerschalen (werden direkt mit den Kurbeln verkauft…) Natürlich passen die Kettenblätter von den Octalink-Kurbeln nicht mehr. Und um das Ungemach nochzu steigern: inzwischen sind die Tretlager in den Rahmen drastisch größer: BB30. Also neue Kurbeln und Lagerschalen. Am schlimmsten aber ist, dass die Kettenblätter im Set fast so teuer sind wie eine komplette Kurbelgarnitur.
    Und natürlich sagt der jugendliche Verkäufer, dass es BB30 schon sein müsse: Da wird der Rahmen viel steifer und leichter, Kraftübertragung besser, ganz anderes Fahrgefühl. (Nicht dass er oder irgendjemand dieseits von Bart Brentjens den Unterschied merkte, aber das weiß der Kunde nicht.)
    Ansonsten finde ich die Analyse wieder einmal herzerfrischend auf den Punkt. Von der Elbe grüßt herzlichst
    Booooster

  23. Das Problem mit dem "Alles im...
    Das Problem mit dem „Alles im Wegwerfen“ erledigt sich wohl erst dann, wenn der Lohnunterschied zwischen China und Deutschland vertretbar wird. Wenn der Chinese endlich 5 Euro die Stunde verdient, wird die Reparatur in Deutschland wieder sinnvoll. Weil dann eine Stunde Reparatur wieder 2 Stunden für Neubau in China gegenüberstehen. *Dann* wird auch wieder jemand anfangen, Geräte zu bauen, die reparierbar sind.
    Wenn wir allerdings Pech haben, wird der Neubau durch Roboter gemacht (die überhaupt keinen Lohn sehen wollen) und die Reparatur durch Menschen. Dann ändert sich gar nix. Wegwerfen und neu kaufen wird billiger sein.

  24. Sehr geehrter Don,
    die STX...

    Sehr geehrter Don,
    die STX Schaltgruppe war auch in den 90er Jahren schon das billige vom billigen. Die Gruppen fingen mit STX an, dann kam LX, dann XT und die Krönung waren die XTR-Gruppen. Ich habe mich zum gleichen Zeitpunkt 1995 für ein Cannondale Super-V, das nur zwanzigmal gebaut wurde, entschieden, habe dies noch ein wenig aufbessern lassen und fahre dies bis heute, ohne es einmal geputzt zu haben. Nur Luft und Kettenfett. Man darf auch im Radbereich nicht sparen. Gleich einmalig 8000 DM investieren und gut ist es. Die STX Räder ohne Federung waren immer schon sehr anfällig, wobei die kleine japanische Feder das kleinste Übel ist. Nicht gedichtete Lager bei den Billigrädern um 1400 DM machten vielen vielen Rädern den Garaus.
    Beim Service kommt es auf die Größe und Markenqualität des Fahrradladens an. Bei VONHACHT in Hamburg wird man genauso schlecht und hochnäsig behandelt wie Sie, werter Don, dies bei sich in Ingolstadt beschrieben haben. Kleine feine Radläden wie Citycycles in Lüneburg bieten das Komplett-Sorglos- Paket. Kleines Team, gute Ausstattung und langjährige Erfahrung. Mit den Jungs geht es dann auch auf die Piste am Wochenende. Wie schön, dann bei Problemen kompetente Mitradler um sich zu haben.
    Also werter Don. Ab zu Ebay und ein Cannondale F500-700 für kleines Geld erwerben und lebenslang Ruhe-im-Karton. Deutsches Markenrad..Phhhh
    Als Zweitrad würde ich ein Hollandrad mit Brookssattel nehmen, das macht auch längere Touren klaglos mit, nur keine Höhenmeter….
    Beste Grüße aus dem Sattel
    MvB-B

  25. Aber nein, es gab auch noch...
    Aber nein, es gab auch noch Altus und Acera und davor die billigen Exage-Gruppen – die STX war irgendwo in der MItte und auch nicht wirklich schlechter als die LX; der Preisunterschied war minimal und der technische Unterschied lag eigentlich nur im Stahlparallelogramm der Schaltung, den Stahlkettenblättern und der Position der sinnlosen Ganganzeige. Ansonsten: Lack und Eloxalschicht. Und nach einiger Erfahrung sind mir einstellbare Konuslager inzwischen wieder lieber als Industrielager. Oben erwähnte ich bereits: Ich habe ein Rocky Mountain Vertex selbst gebaut. Hält auch ewig und drei Tag. Ganz ohne Shimano.

  26. Booooster,

    den Unterschied...
    Booooster,
    den Unterschied zwischen STX mit Vierkant-Innenlager und aktueller SLX mit Hollowtech II-Gedöns merkt man sehr deutlich. Allerdings nur bei entsprechendem Einsatz, eben Berge rauf und runter. Die alten Teile sind wirklich flexibler, und das macht sich in Form von fehlendem Pedalkontakt bemerkbar. Beim ersten Ausritt nach dem eigenhändigen Umbau fühlte ich mich wesentlich sicherer auf den Pedalen.

  27. Werte Don, schöner...
    Werte Don, schöner Artikel!Dieser Austauschwahnsinn nimmt wirklich immer mehr überhand. Bin beeindruckt ob Ihres techinschen Fahrradwissens. ich bin eigentlich kein Radler, aber wenn ich´s dan mal auis dem Keller hole bin ich mit meiner Siebengangnabenschaltung bisher recht zufrieden gewesen!

  28. Abschreibungsbedarf: 1.400 DM,...
    Abschreibungsbedarf: 1.400 DM, und das nach schon 15 Jahren?
    Wie gut, daß mein PC und mein Daimler, die ich 1994 für 1.400 bzw. 85.0000 DM gekauft habe, noch so gut funktionieren wie am ersten Tag, ebenso mein schnurloses Hagenuk. (Den Rest habe ich in T-Aktien angelegt).
    Nur die blöden Fahrräder sind immer gleich kaputt und müssen jährlich neu gekauft, werden, da braucht es keine Abwrackprämie.
    .
    Der Don argumentiert wieder mal sehr ökologisch, im Sinne einer nachhaltigen Subsistenzwirtschaft. Materielles Vermögen stellt er sich vor als einen Schatz, ein Arsenal aus wertvollen, haltbaren, schönen Gegenständen, die die Zeiten überdauern.
    .
    Doch wahrer Reichtum besteht in etwas anderem: Im Zugriff auf die Leiber und Seelen der Versklavten. Fahrräder sind obsolet. Es ist Zeit, auf die Sänfte umzusteigen.

  29. Chapeau - anhand eines kleinen...
    Chapeau – anhand eines kleinen Bauteils die Mechanismen der Warenwelt nachvollziehbar erklärt. Diese besondere Kombination von Schreiben und Schrauben können ringt mir ja immer wieder Respekt ab. Zumal ich im vergangenen Frühjahr selber auch mal bisschen rumsondierte, ob ich meinem Jahrgangsrenner Sir Walter nicht vielleicht ein paar bessere Bremsen als die Weinmann-Teile und eine gerasterte Schaltung anstelle der simplen, aber robusten Sachs-Huret-6-fach spendieren soll. Mir schwirrt immer noch der Kopf von den Erklärungen, was alles von den heutigen Sachen warum nicht mehr passt und was man deswegen dann auch gleich noch alles anpassen oder auswechseln müsste, damit es hinhaut. So habe ich dieses Vorhaben erst mal vertagt. Die jetzigen Teile tuns ja noch. Gleichwohl habe ich den Eindruck, dass das Kompatibilitäts-Chaos bei Rennrad-Komponenten sogar noch einigermaßen überschaubar ist im Vergleich zu MTBs oder Tourenrädern.
    .
    @elbsegler: Das haben Sie schön beschrieben, welche bizarren Blüten die Sucht nach den immer neuesten Spielzeugen bei manchen Zeitgenossen treibt. Mir ist das tendenziell auch eher fremd. Wenn der Akku nicht irgendwann schlapp gemacht hätte, würde ich heute wahrscheinlich immer noch das Siemens S 35 mit mir rumtragen…

  30. Dass die Chinesen ihn erfunden...
    Dass die Chinesen ihn erfunden haben, haette ich kursiv schreiben wollen.
    Wollen wollter er schon, aber … Sie wissen schon.

  31. @Radfahrer
    ... und wo kriege...

    @Radfahrer
    … und wo kriege ich die leistungssteigernden Pillen?

  32. egghat, die Entwicklung ist...
    egghat, die Entwicklung ist doch schon längst weiter:
    Den Chinesen sind doch schon die eigenen Stundenlöhne zu hoch !
    Die Fertigung ist zu großen Teilen bereits nach Kambodscha und Vietnam verlagert.
    Demnächst lassen die Vietnamesen vielleicht in England produzieren, dann hätte sich der Kreis geschlossen.

  33. Werter Don,
    die Räder der...

    Werter Don,
    die Räder der 90er Jahre waren insgesamt besser als ganz ganz vieles von heute. Durch den imensen technischen Aufwand werden diese Dinger nie besser sondern immer anfälliger. Ich habe meine Räder immer bis zum Bersten beansprucht. UNd die Cannondales haben nachweislich die beste Rahmen der Welt. Will man nun aber partout in Deutschland bleiben, empfiehlt sich die Marke MÜSING oder VOTEC. Letztere sind leider furchtbar an die Wand gefahren, aber die vormals erwähnte Firma vonHAcht Radsport wollte sie übernehmen. Rahmen und Federung sind einmalig. Wie Sie richtig schrieben, sollte der Einsatzbereich genau festgelegt werden. Strecke mit gerigem Geländeanspruch oder Berghinab mit extremer Beanspruchung für das Material.
    Leider muss ich sagen, dass Ihre STX Ausführungen nicht mit dem übereinstimmen, was wir in der Praxis gesehen haben. Sobald diese ein wenig verschmutzt waren oder etwas härter herangenommen wurden, ging so ziemlich alles in die Brüche und gerade am Berg wird es extrem ärgerlich, wenn die Schaltung nicht einwandfrei funktioniert. Noch schlimemr sind die günstigen Bremsen mt den weichen Bremsbelägen. Ich ziehe hier eine eigene Tour zum Vergleich: Der Loser im Ausseerland in Österreich. 14 Kilometer geteert bergan und dann mit bis zu 100 kmh wieder herab. Meine perfekte Magura HS33 war bis aufs Metall abgerieben. Was mit einer STX Bremse passiert wäre, möchte ich mir nicht vorstellen. Wenn das gleiche nun auf Schotter mit feinem Sand stattfindet, möchte ich nicht auf einem Muddy Fox sitzen. Auch nicht auf einem RockyMountain.
    Anfang der 90er hatte ich mir ein GIANT Rad gekauft und auch dieses ausgetestet. Für ein Fernostrad war das gar nicht so schlecht und hat gewaltig was weggesteckt. Deshalb will ich hier nicht nur auf hochpreisige amerikanische oder deutsche Räder ein Loblied singen. Manches aus dem Land des Reises ist nicht gar so schlimm.
    Eine Stilfrage bleibt: soll ein Radfahrer – wie ehemals die Reiter auf der Chaussee – den Hut oder Helm vor einem Fußgänger ziehen?
    Beste Grüße vom Brooks herunter
    MvB-B

  34. Wirklich schöne und...
    Wirklich schöne und reparierbare Fahrräder gibt es übrigens immer noch.
    Aus China, hergestellt für Chinesen. In Metallicrot zu Millionen gebaut und mit ein bisschen Glück zu finden. Da sind selbst die Bremsgriffe wie bei einer Gestangebremse, aber bowdenzugkompatibel.
    Sehr feines Ding.
    Es gibt keine Gänge, Es gibt Bremsgriffe aus Stahl (und nur aus Stahl!) ansonsten werden Standardlager verwendet (Leider keine Industrielager. Die sind zwar nicht zu warten, müssen aber auch nie gewartet werden) und gut ist.
    Generell zur Reparierbarkeit:
    Es lässt sich ziemlich viel reparieren. Aber jemand der das kann, der kann im Entwicklungsbereich auch mehr verdienen. Ich glaube, das war früher anders, weil die Hochschulen noch arbeiterkinderunfreundlicher waren als heute.
    Vllt. kommt das ja alles wieder, dank Bologna und den Tigerenten.

  35. @MvB-B
    Wie heißt es: Mit dem...

    @MvB-B
    Wie heißt es: Mit dem Hute in der Hand kommt man durch das ganze Land. Da wird nicht nach Verkehrsmitteln unterschieden, also sollte er. Bei einem Helm reicht vielleicht – wie beim Handkuß – die Andeutung. Sonst würde es doch recht umständlich.
    Meine Stetsons trage ich übrigens auf dem Wanderer nicht. Und da beide Hände an die Lenkvorrichtung gehören (StVO), geht es mit der Borsalino-Kappe auch nicht wirklich. Da wäre mal die Meinung von Don Alphonsos Großmutter interessant. Das ist komplizierter, als man denkt.
    K.

  36. nicolai
    genau: ein solides...

    nicolai
    genau: ein solides Fahrrad besteht aus gemufften und schlanken CrMo-Stahlrohren. (Diese soll es immer noch in Italien geben.) Riesendicke weil gleiche Festigkeit aufweisende Aluröhren sind nicht nur unchick, sondern spannungs(bruch)geladen an den Schweißnähten und nicht leichter als das solide Fahrrad.

  37. Don Alphonso, MvB-B,...
    Don Alphonso, MvB-B, tobitobson usw.: STX, SLX, XYZ… was isn das für ein Kram?
    Ich sag nur: Vaterland, schwarz, Bj. 1967, KEINE Schaltung, Oma-PVC-Polster-Sitzbezug, dafür schön schmaler Lenker, damit ich bei entgegengesetzter Fahrtrichtung in Einbahnstraßen nicht die neuerdings mattschwarz lackierten Investmentbanker-SUVs demoliere, schade eigentlich (man muss dazu sagen, dass in meiner Stadt das Fahrradfahren entgegen der Einbahnstraße erlaubt ist; den lebensmüden Grünen im Stadtparlament sei Dank). Na gut, das Schloss war natürlich teuer, weil – Achtung, Frau Waldwuff! – so alte hässliche Mühlen mittlerweile auch bei Lifestyle-Langfingern begehrt sind und ich es mir einfach nicht klauen lassen will – war schließlich ein Geschenk, über das ich mich sehr gefreut habe.

  38. Vielleicht sagt uns noch...
    Vielleicht sagt uns noch einer, wo man die besten Fahrrad-Rikschas ordern kann. Gerne auch ohne Gangschaltung.

  39. ja, so ist es wie Kapitalismus...
    ja, so ist es wie Kapitalismus heutzutage funktioniert. In allen Produkten werden kleine Sollbruchstellen eingebaut, entweder wissentlich oder zumindest in Kauf genommen, um den Umsatz bei Produktion künstlich in die Höhe zu treiben. Kürzlich hab ich von einem Mitarbeiter eines Schmiermittelfabrikanten gehört dass sich ein Grosskunde beschwert hat dass das Produkt zu gut sei. Deren Kunden kämen nicht mehr sehr oft in die Werkstadt. Nun, dem wurde wahrscheinlich abgeholfen. Eventuell mit ein paar Sandkörnchen.
    Die Geschichte mit dieser Feder an der Bremse ist da nur ein weitere Beispiel.

  40. Wer kennt sie nicht, die...
    Wer kennt sie nicht, die Geschichten von Billigheimer & Söhne, die nichts können als die Kasse klingen lassen? Beim Ichbindochblöd-Markt lümmeln unmotivierte Verkäufer herum, bei denen man um Audienz betteln darf, auf dass sie einem doch wieder keine richtige Antwort geben können. Und wer bei einem Internetprovider ein Problem hat, der wird bis zum Sanktnimmersleinstag allein gelassen – nur die Rechnungen trudeln pünktlich ein. Eine große deutsche Bahn verlangt heutzutage von ihren Kunden, dass sie sich gefälligst ihre eigene Verbindungen heraussuchen und dann auch noch ihre Tickets selbst ausdrucken sollen und am Flughafen erwarten einen statt Kundenfreundlichkeit und Bedienung Automaten. Ein Post’dienst’leister versucht alles, damit sich der Adressat seine Pakete selbst abholt (wofür braucht’s da noch eine Post?) und wenn das 9-Euro-Glühlämpchen im Auto den Geist aufgibt, benötigt es eine Horde hochspezialisierter Kfz-Meister, um ihr wieder Leben einzuhauchen.
    .
    Aber natürlich geht es auch anders. Meine kleine, etwas teurere Kfz-Versicherung ist sofort am Telefon, wenn ich eine Frage habe. Mein Ökokistenlieferer erfüllt jeden Wunsch und erkundigt sich, ob alles zur Zufriedenheit läuft. Der noch inhabergeführte Weißewarehändler kommt mit Ersatzkühlschrank, wenn er den alten zur Reparatur holt (damit das Gefrorene nicht auftaut). Und die meisten Reparaturen am Auto versuche ich selbst mit der auf Selbsthilfe basierenden Unterstützung von vielen 100 kompetenten Forum-Teilnehmern, die bisher immer die richtigen Tipps hatten.

  41. Verehrter Don Alfonso,

    in...
    Verehrter Don Alfonso,
    in diesem Fall keine Zustimmung.
    Ich habe eine Schwägeriin, die hat im Verlauf ihres 17-jährigen Lebens 5 Gettoblaster in ihrem Privatbadezimmer verheizt. Zu gleicher Zeit geniesse ich immer noch die 30 jahre alten Töne aus meiner REVOX-Anlage.
    Mein Drahtesel aus der Schulzeit ist immer noch in Betrieb (leicht modifiziert und tiefergelegt) während bei Nachbars eine ganze Generation von Mountainbikes innerhalb eines Jahre reif für den Müll ist. Z.Z. lebe ich in einem Land in dem die MTBF fuer eine Immobilie ca. 30 Jahre ist.
    Ein Hoffnungsschimmer ist mein Sohn, der immer sagte:“Papa, ich geh zu Fuß !“ wenn ich ihn mit dem Cayenne zur Schule bringen wollte. (Trägt nur T-Shits ohne Aufschrift und hat das letzte Mal vor 2 Jahren seine Turnschuh ausgetauscht. Er kann hexadezimal denken und kommt trotzdem ganz ohne Multimedia aus. Er beansprucht keinen Zweitroadster und befaßt sich statt dessen mit Compilerkonstruktion.) Ich glaube aus dem wird mal eine Stütze der Gesellschaft.

  42. Sehr geehrter Herr muscat,
    bei...

    Sehr geehrter Herr muscat,
    bei den Schaltwerken, Bremsen und sonstigen mechanischen Dingen an einem hochwertigen Fahrrad gibt es qualitative Stufungen. So wie Mercedes Benz von A bis derzeit S Klasse alles anbietet. Die STX Variante des Rades vom werten Herrn Don wäre mit der C- Klasse zu vergleichen. Die nächhöherpreisige und qualitativ gering bessere Baureihe ist die LX von Shimano. Das Top-Modell, das in die tausende von DM ging und mit der S-Klasse aus Stuttgart zu vergleichen ist, ist die XTR.
    Die Räder der NAchkriegsjahre sind alle zu schwer, rosten sehr leicht und kapitulieren an jeder leichten Steigung. Gegen die Einbahnstraße fahre nicht mal lebensmüde britische Exzentriker. Es macht keinen Sinn. SUV fahren zumindest die mir bekannten Bankiers in FFM nicht, da man in FFM nirgends parken kann und warum sollte ein normal gebildeter Gentleman einen Geländewagen beschädigen wollen???
    Meine Empfehlung: ein GAZELLE Hollandrad. Sehr zweckmäßig und schön. Dazu einen flachen gewachsten Barbourhut zum Abnehmen bei Fußgängerkontakt….
    Beste Grüße
    MvB-B

  43. Zum Herrn...
    Zum Herrn HansMeier555,
    Fahrradrikschas ohne Personal gibt es oder gab es beim Speicher am Fischmarkt in Hamburg. Alles Originale, allerdings preislich nicht wirklich günstig. Nach meiner Erinnerung fingen die bei 1.800 DM an. Wie wäre es, einen Blick zu Ebay zu wagen diesbezüglich?
    Nochmals beste Grüße
    MvB-B

  44. Sie können ja ein Rad mit...
    Sie können ja ein Rad mit Komponenten aus Deutschland kaufen. EIne Bremse von Magura z.B. eine Shaltung von Rohloff, etc.
    Dann kostet das Rad am Ende in Monatslöhnen fast soviel wie bei Opa, ist aber auch entsprechend wert.
    OhWeh

  45. tut man den Draht eben wieder...
    tut man den Draht eben wieder in das Loch. Die einfachste Sache der Welt, so funktioniert das Kinderkriegen und ……………Zitat Don Alphonso.
    Und bestes Beispiel für Bullshit-aua.
    .
    XOT, Ironie?-solche Laubsauger sehe ich als Antibiotikum für den Boden-er saugt halt alles weg, also auch kleine Organismen, die gut für den Boden sind.
    Abgesehen davon hörte ich neulich das Geräusch einer batteriebetriebenen Pfeffermühle-da fragt sich was schlimmer ist Stockhausen,ode die unaufhaltsame Lust auf Krach.

  46. So, der Regen ist vorbei, ich...
    So, der Regen ist vorbei, ich probiere es gleich mal auf dem Weg zum Bäcker aus, ob die STX wirklich so schlimm ist. Ansonsten habe ich ja fast überall Shimano eliminiert.

  47. OK, also: Zu wenig Luft in den...
    OK, also: Zu wenig Luft in den Reifen, bremse zu lasch eingestellt, ausserdem wären leichtere Reifen nett – ich komme von Ritchey WCS, da merkt man den Unterschied. Ansonsten: Unauffällig.
    .
    OhWeh, es muss ja nicht alles deutsch sein. Nur langweilt es mich, Firmen zu unterstützen, deren Kunde ich bleiben soll, weil sie mir Dinge verkaufen, die ich nach einer gewissen Zeit wegwerfen muss. Nicht alle sind so wie Shimano, auch wenn das der Marktführer ist.
    .
    MarkusvonBentheim-Burg, ich war sehr angetan vom Leichtlauf meines Rabeneick, und weder ist es besonders verrostet, noch macht es an leichten Bergen Zicken. Es ist nur ein Gang, aber der ist gut gewählt. Und ich fahre wirklich gern damit in der Stadt herum – natürlich würde ich damit nicht über die Berge radeln, aber in der Stadt, mit einem Baguette unter dem Arm und einer Jacke mit etwas Kaschmir, sieht das schon ganz nett aus. Ich habe dazu in Mantua, eine Stadt der Radler, mal etwas gemacht:
    .
    http://www.gtblog.de/press/?p=832
    http://www.gtblog.de/press/?p=810
    .
    Es kommt gar nicht so sehr auf die Technik an, sondern auf die Haltung.

  48. Besten Dank für die...
    Besten Dank für die Erläuterungen, Frau MvB-B, da hätte ich sonst auf Wiki noch Stunden gebraucht.
    Die Metropole am Main scheinen Sie allerdings nicht so richtig zu kennen, denn dann wüssten Sie, was Ihnen dort in den Einbahnstraßen für gewöhnlich entgegenrollt. Ich habe ja auch nicht geschrieben, dass in den SUVs Investmentbanker sitzen, sondern nur, dass es Investmentbanker-SUVs sind (die zumeist von Investmentbanker-Gattinnen gefahren werden).
    Und im Übrigen, eine ordentlich dicke Schramme im matten Panzer-Look der Gefährte, verursacht durch mein Vaterland-Mobil, würde das ganze doch wesentlich authentischer wirken lassen und die Investmentbanker-Gattin müßte sich zu Hause nicht mehr für die diversen Parkunfälle rechtfertigen… was meinen Sie, könnte man da Geld für verlangen (gern auch geworfen in den flachen gewachsten Barbour-Hut)?

  49. Liebe No. 6, wie oben...
    Liebe No. 6, wie oben erwähnt, habe ich auch noch einen Klassiker von 1952. Nur scheint es mir gerade im Gebirge nicht dumm zu sein, auch ein steigungsfähiges Rad dem Besuch anbieten zu können, und ich denke, meines wird auch noch 15, 20 Jahre halten. Für Damen habe ich ein 25 Jahre altes Villiger aus Schweizer Produktion mit vor allem italienischen Komponenten besorgt; ich hoffe, das findet entsprechende Gegenliebe: http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1246627/
    .
    Ephemeride, man muss eben die Massen meiden und dann die kleinen Alternativen suchen, soweit sie noch vorhanden sind. Nur, wenn ich wirklich ein Problem habe, frage ich in mein Blog hinein, das ist auch schon ganz gut. Von Ketten will ich ganz sicher nicht abhängig sein, aber der Kamerahändler in Gmund kannte nach dem dritten Besuch meinen Namen, und gibt mir ohne zu Zögern Kameras zum Testen mit.

  50. MarkusvonBentheim-Burg
    "Das...

    MarkusvonBentheim-Burg
    „Das Top-Modell, das in die tausende von DM ging und mit der S-Klasse aus Stuttgart zu vergleichen ist…“
    Da hat Ihnen einer einen Bären aufgebunden nur weil der eine Schrott teurer ist als der Andere ist er noch lange nicht in der Nähe eines Qualitätsprodukts.

    Wenn ich gelegentlich ein Ersatzteil des Herstellers aus Stuttgart brauche, greife ich zu einer Ersatzteilliste von 1972 (für einen Wagen der Sie würden sagen E-Klasse), die bequemlichkeitshalber im Schreibtisch liegt. Praktisch jedes Teil ist noch immer nicht nur verfügbar sondern mit der seit 1972 gleichen Nummer mühelos bestellbar. Ob Dichtring für die Einspritzanlage oder kompletter Motorblock, email an die lokale Niederlassung, am nächsten oder übernächsten Tag ist das Teil da. Wenn Sie sich dann sich die Finger nicht selber schmutzig machen wollen gibt es da auch Leute die das für Sie übernehmen.

    Mit dem heiligen Shimano hatte ich nur einmal in meinem Leben Kontakt – und das ist auch gut so. Das kam so irgend wann lies Herr Moser italienische Columbusrohrrahmen von guter Herkunft mit 600er Shimanokomponenten ausstatten – das muß so Anfang der 80ziger gewesen sein. Damals von (Dura ace etc.) war das die teurste Shimanoausrüstung – aber eben keine S-Klasse. Ein besonders unsinniges Feature waren die damals „innovativen“ DD-Pedalen. Nicht nur durch Mängel der Konstruktion praktisch immer kaputt sonder auch bald nicht mehr lieferbar und natürlich auch nicht gegen „normale“ ersetzbar. Da hat mir damals als Bekanntschft mit den Produkten des Hauses Shimano gereicht, das Rad steht seit Jahre auf dem Dachboden. Uns der Daimler braucht demnächst mal wieder einen Oelwechsel.

  51. poisson, wenn ich mich recht...
    poisson, wenn ich mich recht erinnere – waren das die mit dem Lager um Pedalgewinde in der Kurbel? Schrecklich. Ein Vorbote von Biopace.
    .
    Tubl, allerdings ist es dann so, dass die Zeit das Schlechte aussortiert. Man schaue nur mal, wieviele alte Bentleys noch auf den Strassen sind, und wie wenige Käfer überlebt haben. Oder Notebooks – man wird Probleme haben, bei Ebay einen wirklich defekten e500 von Compaq mit 15 Zoll Bildschirm zu finden; bei Gericom sieht das anders aus. Diese Überlebenden muss man sich beschaffen.

  52. Da sieht man 'mal wieder:...
    Da sieht man ‚mal wieder: „Handwerk hat goldenen Boden!“ bzw. „Das Glück gehört dem Tüchtigen!“. Sie können also nicht nur schreiben, sondern haben auch noch Verständnis für handwerkliche Dinge. Respekt!

  53. Werter muscat,,
    wieviele...

    Werter muscat,,
    wieviele Frauen kennen Sie, die Markus mit Vornamen heißen???
    In FFM fahren die wenigsten Gattinnen den SUV, da die Parkmöglichkeiten stark begrenzt sind. Wenn, dann werden solche Gefährte im Taunus, Kronberg und Falkenstein ausgefahren. Die prinzipielle Frage stellt sich, warum fahren Sie gegen Einbahnstraßen und warum machen Sie sich mit Sachbeschädigung strafbar? Etwas sinnloseres fällt selbst mir nicht ein….
    Die einzigen Bankiersgattinnen, die ich kenne, sind die, die bei uns in der Gesindestube auf ihre Männer warten, die bei uns vorstellig werden dürfen und zu uns nach Hamburg kommen durften. Ich würde nie nie nach FFM kommen.
    Werter Don,
    das Baguette unter dem Arm erinnert mich an den Ausspruch eines Franzosen Iss nie die Baguette aus die Mitte…. Kaschmir haben wir in einem unserer Geschäfte von Iris von Arnim ganz neu für Gentlemen bekommen. Das allerallerbeste Kaschmir. Nicht dieser Billigplunder, den die Herrenausstatter in Fernost unter eigenem Label zusammenschustern lassen. Aber zum Radeln Kaschmir?? Es gab mal ein eigenproduziertes Herrenrad aus Uelzen. Allerbester Stahl, super verarbeitet, mit Holzschutzblechen und Lederflickzeugtasche und Sattel. Aber wo lässt man dieses dann stehen?
    Sehr geehrter poisson,
    von Mercedes Benz sind alle Fahrzeuge hässlich und sind vielleicht bei türkischen Mitbürgern noch Statussymbole. Ich bevorzuge das G-Modell unseres Gärtners. Das ist die erste Baureihe, beige mit karierten und verschlissenen Sitzen und mit dem kann man Tonnen ziehen und auf unseren Gütern ganze Baumstämme beiseiteschieben. Bärenstark, ewig haltbar und ein wirklich brauchbares Fahrzeug eines Massenmarkenherstellers.
    Rennradler sind keine wirklichen Gentlemen. Man sieht sie in Massen den Verkehr auf ostdeutschen Landstraßen behindern. Fahren im Pulk und sind…nun ja….
    Leider ist das Mountainbike kein kleines Nischenprodukt geblieben. Mit einem Gary Fisher aus den Anfängen als einer von hundert Besitzern weltweit, das wäre wirklich schön. Alles auf Masse getrimmtes ist schrecklich!!
    Beste Grüße
    MvB-B

  54. jungs!
    wenn ihr durch die...

    jungs!
    wenn ihr durch die landschaft radelt, bemerkt ihr die auch?
    oder denkt ihr nur an eure technik?
    lg
    mama

  55. "...aus der kleinen Feder, die...
    „…aus der kleinen Feder, die zum großen Hebel der Geldverschiebung wird.“
    Das ist wieder Don-typisch. Klasse. Und so in etwa ist es. Kürzlich hatte ich ein altes, fast neuwertiges 28er Herren-Leichtbaurad mit Torpedo-3Gang-Schaltung zur Verfügung durch Ferienhaus-Anmietung. Leicht und schnell. Nirosta hier und Licht dort. Marke Rabeneick oder son ein hersteller. Obwohl ich bei klass. italienischen Rennrädern und amerik. MTBs nun doch Kaufgründe sehe, setzt man sie denn zweckgemäß ein. Und edel sind sie zudem, Don, das wollen wir ihnen zugestehen. Denn Uhren gibt es auch, die die Zeit anzeigen – für 5Euro. Aber so ein Manufakturwerk mit vielerlei Komplikation ist schon doch was anderes. Obwohl, da könnte es dann auch an einer kleinen Feder liegen und sie muß zurück ins Werk. Aber nur in die Schweiz. Und da liegt ja sowieso genug Geld aus anderen Gründen.

  56. Feudalismus und Radfahren, das...
    Feudalismus und Radfahren, das paßt einfach nicht zusammen.
    In keinerlei Hinsicht.
    „Fahrrad-Monarchie“: Dieses Wort schmerzt mich mehr als das Bild der Guillotine.
    Obwohl, Peter der Große und Ludwig XVI. auch begeisterte Feinmechaniker waren. Peter den Großen kann ich mir sogar vorstellen, wie er auf so einem Ding fährt. In seinem Falle wäre davon auch keine symbolische Wirkung (im Sinne einer Demokratisierung) ausgegangen.

  57. Wenn die Frankfurter Radfahrer...
    Wenn die Frankfurter Radfahrer sich wenigstens damit bescheiden würden, gegen die Einbahnstrasse zu fahren, in Gottes Namen auch auf dem Bürgersteig, und nicht durch die Fußgängerzone zu rasen. Ich habe mir, seit ich aus dem Ausland zurück bin, als Fußgänger einen neuen „deutschen Blick“ angewöhnen müssen: vor jedem Richtungswechsel erst einen hastigen Blick über die Schulter. Die rasenden Gutmenschen. Ich wünsche sie alle an den Tegernsee.

  58. Don, eben dieselben: Beide...
    Don, eben dieselben: Beide Lagerringe in der Kurbel, Lagerbreite gegen null für einen 15cm Hebel mit ca 70kg Last – ganz schön mutig, oder eben eine „sechs“ in Konstruktionslehre. Biospace ? ist mir dann gottseidank unbekannt und erspart geblieben.

  59. muscat, oben finden Sie den...
    muscat, oben finden Sie den Link zu meinem quietschadriablauen Rabeneick von 1952 im weitgehenden Originalzustand.
    Was Rahmen generell angeht: Es ist gar nicht mehr so leicht, einen guten Columbusrahmen mit SLX und Cinellimuffen zu bekommen, und ich habe mal eine demütigende Niederlage bei einem Arabesque-Colnago hinnehmen müssen. Dazu sind viele von den Italienern unter die Kohlefaserbäcker gegangen; ein Ciclotech-Carbonrahmen im Abstellraum legt traurig Zeugnis davon ab. Und die Liste der Abweichler von der reinen Stahllehre ist lang und umfasst auch Namen wie de Rosa oder Pinarello. Leider. Enik, die in Deutschland feine Rahmen gelötet haben, verlagerten Anfang der 90er Jahre die Produktions nach Asien und gingen vor zwei Jahren pleite.

  60. Werte(r) MvB-B, wie viele...
    Werte(r) MvB-B, wie viele Männer kennen Sie denn, die (mit Vor- oder Nachnamen) muscat heißen… mmh? Also, ich kenne keinen.
    Kann aber in Hamburg ganz anders sein; genauso wie mit den SUVs. Das kann ich nicht beurteilen, weil ich leider viel zu selten an die Elbe komme. Und wenn, dann würde ich dort auch nicht mit dem Fahrrad gegen die Einbahnstraße fahren, versprochen (falls Sie SUV-Besitzer sein sollten).

  61. MarkusvonBentheim-Burg, das...
    MarkusvonBentheim-Burg, das Rocky Mountain Vertex gab es damals exakt 50 mal in Deutschland und war keine Replika, sondern exakt die Serie der WCS-Rahmen. Kostete damals schlanke 3795 DM ohne Gabel, und war auch nur mit Beziehungen zu bekommen. Cannondale in allen Ehren, aber auch andere bauen ganz nette Dinge. Sagen wir mal so: Für meine Ansprüche hat es gereicht. Und das ist dann auch die Hauptsache, würde ich meinen. Was kaschmir angeht, kann dieses Haus vor Ihren Augen bestehen?www.carlobarbera.it

  62. No. 6, um das Prinzip...
    No. 6, um das Prinzip nocheinmal zu erwähnen: was wirklich gut ist, das ist auch teuer. Aber nicht alles, was teuer ist, ist auch wirklich gut.
    .
    Im Schlafzimmer betreibe ich so ein Ding von B&O, das ich mir 1990 zum Studium gekauft habe. Es sieht heute noch so frisch aus wie damals. Und sollte es einen Defekt bekommen, was bisher nicht der Fall war, dann dürfte die Reparatur problemlos von Statten gehen. Zum Musikhören betreibe ich allerdings Audio Research, die haben auch noch Frontpanels von ihren ersten Geräten Anfang der 70er Jahre auf Lager. Dementsprechend sind natürlich auch die Kosten all dieser Geräte…
    .
    Sehr geehrter MvB-B, was das Thema Mercedes Benz betrifft, stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Das G Modell ist okay (ich selbst würde natürlich einen Puch bevorzugen, aber am liebsten dann doch einen Defender), und auch den SL diverser Generationen würde ich nicht direkt als häßlich bezeichnen (trotz vieler Fahrer mit „Migrationshintergrund“), sowie irgendeine der letzten S-Klassen war mal ganz elegant. Aber ansonsten – ein Trauerspiel!

  63. Wer heute Nischen sucht, wird...
    Wer heute Nischen sucht, wird sich bald auf der Parkbank finden
    Ich hatte ein ähnliches Problem mit meiner Laptop-Tastatur. Meine Tochter hat mir da ein-zwei Taten aufgepfriemelt und dabei natürlich die untenliegenden Federn zerstört. Diese Federn zu bekommen – Fehlanzeige. Eine komplett neue Tastatur wäre fällig gewesen – Kostenpunkt etwa 200 Euro. Obwohl mein Laptop mal 1600 € gekostet hat (inzwischen sind die wesentlich billiger), nach 5 Jahren war es halt ehe fällig, immer wieder Abstürze. Also keine Tastatur, Laptop in den „Müll“, einen neuen Computer angeschafft. Von Laptops habe ich die Nase voll. Mit meinen Fahrrädern bin ich besser gefahren. Mein Tourenrad Accordo GT von Centurion ist mittlerweile ein Klassiker. Aufgewertet durch Komponenten der Oberklasse (Shimano XT/, Mavic und einem sehr hochwertigen Tretlager von Philwood) ist das Rad eigentlich unverwüstlich. Außer Kette und hin und wieder ein paar Züge, Bremsbeläge und einzelnen Zahnkränzen wird da nichts ausgewechselt. Gleiches bei meinem Mountainbike – Yeti-Elevator -, auch hier Philwoodnaben und Philwood-Tretlager, ansonsten Shimano XT/Mavic) Nur mein Rennrad hat damals nicht mehr als 1000 Mark gekostet (Centuriorahmen, Shimano Deore/Mavic-Komponenten). Übrigens, auch ich fahre nur auf Ledersattel von Brooks, und ich muss natürlich befürchten, dass, wenn ich mal richtig Ersatzteile brauche, ich dann auf den Flohmarkt muss.
    Was will uns das aber sagen? Die Massenprodukte, die unterhalb eines gewissen Preises liegen (der Preis kann dabei sehr hoch sein), haben ein eingebautes Verfallsdatum, da lohnen sich Ersatzteile nicht mehr. Wenn die Teile vorher kaputt gehen – Pech gehabt.
    Nur so rollt der Rubel, in Zeiten des tendenziellen Falls der Profitrate. Oder auch anders ausgedrückt: Mit immer weniger Arbeitern immer mehr Produkte bedeutet automatisch, dass Reparatur nicht mehr angesagt ist.
    Eine solche Produktionsweise zerstört selbstredend den handwerklichen Mittelstand (und ist natürlich der Grund für Massenarbeitslosigkeit, ist doch überhaupt Produktivität Entlassungsproduktivität), nicht weil der nicht genug Arbeit hätte, nein, weil es keine Produkte mehr gibt, an denen er noch arbeiten könnte. Um das gleich klarzustellen: Das ist eine Art Kapitalismuskritik die nicht bedauert, dass es doch früher besser war, sondern die feststellt, dass das der Kapitalismus ist, einen anderen hat es sie gegeben, nur war der Kapitalismus früher eben noch nicht so entwickelt, bzw. auch noch nicht so durchgesetzt in allen Nischen der Gesellschaft. Aber er war genau auf diese Entwicklung angelegt, nämlich auf die Zerstörung von Nischen.
    Und wer heute Nischen sucht, wird sich bald auf der Parkbank finden.

  64. Ach, das Elend fängt ja...
    Ach, das Elend fängt ja selbst bei europäischen Herstellern an. Meine erste Revox, eine B780, mit dem Cassettendeck aufgerüstet, funktioniert immer noch. Zwischendurch stand es bei meinem Vater. Aber das Studer Mischpult und die B 215 Maschine haben bereits zweimal das Service-Center Berlin und den Werksservice beschäftigt. Der CD Player ist verschrottet, weil das mechanische Teil für die Befestigung der Schublade (mit Steuerkurve für Absenkung/ Hochziehen) in der Produktion von gefrästem Stahl auf Billigguß ersetzt wurde. Selbst der Ersatz ist nach Reparatur wieder gebrochen. Da Offiziere ab und an umziehen dürfen ( Berufssoldat ist ein ambulantes Gewerbe, es wird im Umherziehen ausgeübt) war verpacken und Transport leider nicht zu vermeiden. Aber Prof. Dr. Willy Studer hat ja „zur Sicherung seines Lebenswerks“ verkauft. Und der Konzern der das übernommen hat denkt an Kennzahlen und Ertragstreiber aber nicht an seine Kunden.

  65. egghat, was man so mitbekommt,...
    egghat, was man so mitbekommt, sind es wohl die schärferen Umweltauflagen in China, die auch zum Umdenken Richtung Bangladesch beitragen. Ich würde es auch nicht überraschend finden, wenn mal Nordkorea die Arbeitskräfte und Verschmutzungspotenziale stellt. Und angesichts der Überbevölkerung wird es noch lange dauern, bis die Löhne in Asien signifikant steigen – irgendwer wird es immer billiger machen.
    .
    mark793, ich würde ein Komplettrad nicht zerreissen, sondern lieber nach einem dezenten Modernisierungsschritt suchen, irgendwas mit einer alten Campagnolo Chorus vielleicht, oder Suntour Superbe, was auch eine grandiose Sache war. Wirklich „schneller“ wurden Rennräder seither kaum, und ob Laufräder mit wenig Speichen allzu viel bringen, wage ich auch zu bezweifeln. Wenn man damit vor 20 Jahren Spass haben konnte, geht das heute sicher auch noch. Das liegt nicht an der Technik.

  66. prince Matecki, nicht umsonst...
    prince Matecki, nicht umsonst ist diese Szene weitergepilgert zu Naim, tube und Audiodata. Was Studer einmal mit der Studiotechnik konnte, können viele Kleine heute weitaus besser und dem Markt angepasster liefern. Ich jedenfalls würde nicht mehr auf meinen Alchemist Kraken verzichten wollen. Natürlich gibt es auch in diesem Bereich komische Dinge (jüngst etwa der Peachtree, der in der FAZ positiv getestet wurde und für 1900 Euro den Klang einer 600 Euro teuren Anlage bietet, ich habe den gestern angehört, ein Elend sondersgleichen), aber mit dem richtigen Lieferanten im Hintergrund gibt es keinen Grund, Revox zu vermissen.
    .
    Devin08, es gab auch unzerstörbare Tastaturen, die alten IBMs bis T43 etwa, oder eben die Compaq E500 – aber die waren eben schon immer teurer, und sind auch nicht wirklich schick, sondern Arbeitsgeräte. Modischer Schnickschnack wird von der Zeit immer eingeholt, bei besseren Dingen dauert es meist länger – aber auch hier muss man damit leben, dass alles, was mit technik zu tun hat, früher oder später kaum mehr funktionieren wird.

  67. prince Matecki, nicht umsonst...
    prince Matecki, nicht umsonst ist diese Szene weitergepilgert zu Naim, tube und Audiodata. Was Studer einmal mit der Studiotechnik konnte, können viele Kleine heute weitaus besser und dem Markt angepasster liefern. Ich jedenfalls würde nicht mehr auf meinen Alchemist Kraken verzichten wollen. Natürlich gibt es auch in diesem Bereich komische Dinge (jüngst etwa der Peachtree, der in der FAZ positiv getestet wurde und für 1900 Euro den Klang einer 600 Euro teuren Anlage bietet, ich habe den gestern angehört, ein Elend sondersgleichen), aber mit dem richtigen Lieferanten im Hintergrund gibt es keinen Grund, Revox zu vermissen.
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    Devin08, es gab auch unzerstörbare Tastaturen, die alten IBMs bis T43 etwa, oder eben die Compaq E500 – aber die waren eben schon immer teurer, und sind auch nicht wirklich schick, sondern Arbeitsgeräte. Modischer Schnickschnack wird von der Zeit immer eingeholt, bei besseren Dingen dauert es meist länger – aber auch hier muss man damit leben, dass alles, was mit technik zu tun hat, früher oder später kaum mehr funktionieren wird.

  68. Armer Devin, die Tochter hat...
    Armer Devin, die Tochter hat die Tastatur zerbroeselt?
    Dat is noch jarnix! Auf die Tastatur des Schleppis meines Sohnes hat sein Kater gepinkelt. Da werden grosse Menschheitsfragen aufgeworfen.
    .
    …und als mein Kater (moege er in der Hundehoelle als Aufseher dienen) mit allen Krallen in die Membrane meines einen BBC-Monitors (der vibierte so aufregend) sprang…

  69. @Don, 21:11: Richtig, was...
    @Don, 21:11: Richtig, was wesentlich Neueres muss es gar nicht sein. Für das Flachland, wo ich meistens unterwegs bin, ist das Raleigh auch ok so wie es ist. Nur wenns mal bergauf geht, hätte ich gern bisschen mehr Schaltkomfort und wenns runter geht etwas mehr Bremswirkung. Der Gedanke war, das wenn möglich ohne Neuanschaffung eines kompletten Rades hinzukriegen. Wir haben ja keinen Hinterhof, und der Platz im Keller ist auch endlich.
    Ich hatte zwischenzeitlich auf das alte Rad von meinem jüngeren Bruder (ein Peugeot mit Reynolds 753-Rahmen von 1994 oder 95) ein Auge geworfen. Aber er hat sich dann doch entschlossen, es zu einem Zweitrad für die City mit geradem Lenker umrüsten zu lassen. Das wärs etwa gewesen: indexierte 7-fach-Schaltung (weiß nicht genau, welche), 105er Bremsen, die besser packen als meine Weinmänner und die gleichen Laufräder wie meine Mavic, nur in schwarz (was ich ausgerechnet an dieser Stelle nicht so prickelnd finde, aber egal, auf mein jetziges Hinterrad würde ich ich auch seine 7er-Kassette noch draufkriegen). Aber hatt nicht sollen sein. Ich muss mich einfach noch bisschen schlauer machen, welche Teile wozu passen und was nicht, und vielleicht fische ich was passendes aus der E-Bucht.

  70. Filou, echt? Unsere Katzen...
    Filou, echt? Unsere Katzen machen sowas nicht, Vielleicht, weil wir immer sofort wissen, was sie wollen,
    .
    mark793, wie schon gesagt: Eine ältere Campa-Ausrüstung, Athena oder Chorus. Ist zwar nicht ganz so funktional, aber unverwüstlich, und vor allem wird man sie in 20 Jahren auch noch anschauen können. Dazu ein italienischer Stahlrahmen, SL oder SLX, da liegt man nie falsch.

  71. Lieber Don, bei Ihnen sind...
    Lieber Don, bei Ihnen sind Katzenmaedchen im Hause, die sind immer anstaendig. Kater aber, mein Bester, Kater sind ueble Geschoepfe. Sie pruegeln sich und kommen schwerverwundet nach Hause, machen nachts Krach, muessen mit der x-ten Ausgabe des Schweijk diszipliniert werden. Die jetzige Katze ist nun eine Maedchen und sehr alt und sehr sozial.
    Was DIE aber in ihrer Jugend mit Katern unter dem Altar der benachbarten Kirche anstellte-darueber schweige ich. Dies ist nicht das Forum fuer pornographische Lachnummern.
    Sollten Sie jemals einen Beitrag ueber Katzen machen, koennen Sie versichert sein, dass Sie 300+x Kommentare erziehlen werden.
    Dann werde ich mir auch etwas ueber die Katze von Felix (ha!) Djerjinsky und deren Einfluss auf die Entwicklung der Tscheka einfallen lassen. Katzen sind sowas von subversiv.
    Nun aber bitte zurueck zum Fahrrad. Und das ist ja mehr was fuer Hunde.

  72. Ist ja alles schön und gut,...
    Ist ja alles schön und gut, aber die ungehobelsten, aggressivsten, rechthaberischsten und rüpelhaftesten Radfahrer gibt es nun mal in Deutschland. Wie ich denn auf sowas komme? Ich radele viel und gern, nehme das passende Rad mit wann immer ich kann. Habe mich am Ventoux versucht (gescheitert), habe ganze Ferien sowohl in den Niederlanden als in Spanien verradelt, nun gut, bei autofahrenden Franzosen muss man schon sehr aufpassen weil die auf nichts aufpassen, die Deutschen sind im Schnitt die schlimmsten. Bei weitem. Und nicht nur in Berlin (abgesehen von der Gegend um den Stutti). Köln, sehr böse, mach ich nicht mehr. Und wenn ich nochmal an der Mosel entlang fahre, dann, solange es geht, auf der Luxemburger Seite, und spätestens vor Trier wieder ins Auto. Und, nein, es liegt nicht daran, dass ich von Haus aus Linksverkehr gewohnt bin. An was dieses unkultivierte Radeln wohl liegen mag?

  73. Ich weiss gar nicht, was ihr...
    Ich weiss gar nicht, was ihr habt. Raeder gibts in Massen auf dem Flohmarkt. Weg mit dem Zeug, was nicht mehr funktioniert.
    Ansonsten sehe ich das wie egghat, frueher oder spaeter wird das alles ueber Roboter gebaut oder gedruckt, Plaene gibts im Internet, man hat ja gehoert, dass dies und das eine tolle Konstruktion ist, das alte laesst man zerfallen und druckt es neu und wird neu eingebaut, die Maße sind bekannt.
    Jetzt braeuchte man nur noch stabile Materialien zum Drucken. Die man gut wieder zerfallen lassen kann. Und alles wird gut.
    Ich will ja keinen Muellberg. Aber ich will auch meine Freiheit, mir das zu bauen, was ich will. Und wenn es funktioniert, wird es das Leben lang benutzt und nachgedruckt. Wenn ichs nicht mehr will, „schmeisse“ ich es weg.

  74. Als SUV-fahrender...
    Als SUV-fahrender Investmentbanker liebe ich es, mit dem Zweirad entgegen der Fahrtrichtung durch Einbahnstrassen (ausdrücklich gestattet für Radfahrer) wie z.B. der Luxus-Einkaufsmeile Goethestrasse in Frankfurt zu fahren und dabei in die entsetzten Gesichter der shoppinggeilen Gesellschaftmitglieder zu starren.
    Was die Produkte von Shimano angeht, so sollte sich jeder selbst überlegen, ob er sich in seinen Colnago-Racer eine Rohloff-Dose einbaut. Und wer will denn schon einen Alpencross mit 20.000 Höhenmetern in 5 Tagen mit dem Hollandrad fahren?
    Ach übrigens, für meine absolut pannenfreie 3.300 Kilometer Radtour ans Schwarze Meer hatte ich weder mein SUV, noch einen meiner Carbonrahmen, noch ein Shimano-Produkt im Einsatz. Rotor Komet heisst das Zauberwort. Schon mal gehört?
    Fazit: Es kommt immer auf den Einsatzbereich an, welche Produkte zum Einsatz kommen. Und wenn einen die „Built-in obsolescence“ stört oder ich sie nicht selbst reparieren kann, dann lasse ich eben die Finger davon.
    Trotzdem wird Apple Millionen von ipods verkaufen, bei denen der Ottonormalverbraucher den Akku nicht wechseln kann (aber auch nicht will, denn die nächste Generation ist ja so viel toller). Aber ist daran wirklich der Hersteller schuld?
    Wir als Konsument können immer noch entscheiden, ob wir die Dinge kaufen oder nicht.

  75. ....JETZT weiss ich wer mir...
    ….JETZT weiss ich wer mir (von opa vererbtes sportrad, 7-gaenge, 2-schalthebel), bj ’76, anno ’88 in nbg. geklaut hat !!! — wenn ich koennte , wuerde ich mit dem finger auf einen von euch zeigen !! ;-))

  76. ...ein keckes Stück...
    …ein keckes Stück nationalistische Propaganda; nein, nicht die Feder des Rades.

  77. Don Alphonso, es ist nicht so...
    Don Alphonso, es ist nicht so das nur die Zeit das Schlechte aussortiert.
    Wenn der Bentley jede Nacht unter der Laterne geparkt hätte und täglich seinen Besitzer zur Arbeit und dann noch die lieben Kleinen zum Kindergarten
    transportiert hätte dann sähe er heute nicht sehr viel besser aus als der Käfer.
    Natürlich überleben Autos länger wenn sie nur am Wochenende zur Spazierfahrt herausgeholt und ansonsten in einer beheizten Garage behütet werden.
    Irgendjemand muß auch noch regelmäßig den altertümlichen Nitrozellulose-Lack polieren.
    .
    Es stört mich wenn Autos oder auch Fahrräder das doppelte bis zehnfache eines Massenproduktes kosten, aber bereits nach der anderthalbfachen Laufleistung kaputt gehen oder aufwendig restauriert werden müssen. Natürlich halten sie manchmal etwas länger, das steht aber oft in keiner Relation zum Neupreis.
    Daher sind solche hochpreisigen Güter immer nur als Gebrauchtware für mich interessant.

  78. Das ist die Philosophie von...
    Das ist die Philosophie von Shimano! Jedes Jahr ein neues Design ein zwei Neuerungen,damit einige Kunden sich dazu entschließen, jedes Jahr viel Kohle in eine neue Komponetnengruppe anlegen können. Ersatzteile gibt es so gut wie garnicht. Selbst für die Nabenschaltungen gibt es nur das Nabeninnere für rund 80 Euro.
    Einige der Neuerungen sind schon sinnvoll, andere aber nicht, wie zum Beispiel ein hebel fürs Bremsen und Schalten oder aber auch Biopace. .

  79. Bonanza, Sie Revoluzzer -...
    Bonanza, Sie Revoluzzer – gegen die Einbahnstraße, ts ts…
    Es gibt in Westfalen übrigens eine Stadt, da dürfen (und machen) Radfahrer einfach alles. Meine alte Heimat!! Aber das wäre sportlich nicht anspruchsvoll genug für Sie, fürchte ich.

  80. wissibesser, man hat mir ja...
    wissibesser, man hat mir ja schon viel nachgesagt, aber Nationalismus? Ich diskriminiere zwar alles, was nördlich des Mains ist, und behandle Franken wie Sklaven und Österreich ist tiefster Balkan – aber das bleibt in der Landesfamilie. Nationalistisch bin ich sicher nicht.

  81. Das Fahrrad meines Lebens war...
    Das Fahrrad meines Lebens war ein „EUROMAT“ von Wertkauf.
    Es war gar keine richtige Marke, nur eine Verkaufsmarke aus diesem Billigkaufhaus Ende der 70er Jahre.
    Als Zehnjähriger hatte ich bereits diese 28 Zoll Rad; ich war schon damals sehr groß.
    Es war das was man sich als Junge, aus einem Elternhaus in dem man nur einmal im Jahr an Weihnachten solch einen Wunsch äußern durfte, unter einem Rennrad vorstellte: Rennlenker und zehn-Gang Kettenschaltung.
    Alles war aus billigem Stahl, Gangschaltung von HURET.
    Eine Kettenschaltung die nur zu betätigen war wenn man flott rollte, das war für mich aber immer normal und unkaputtbar.
    Die Felgen waren klassische Kastenfelgen, nicht so schmal wie bei echten Rennrädern aber auch nicht so breit wie bei den alten Tourenrädern.
    Ich bin mit diesem Fahrrad 15 Jahre lang, bis weit nach dem Studium überall hingekommen wohin ich wollte.
    Auch auf Feld- und Waldwegen, auch den Feldberg (die Höhe hinter der kleinen Stadt im Taunus) hinauf und hinunter.
    Okay, irgendwas hat immer geklappert, die Felgen waren immer irgendwo verzogen, Gabel und Rahmen hatten hinterher einen gewissen Versatz.
    Aber schon als Zehnjähriger konnte ich es in der Regel selber reparieren.
    Und es fuhr immer.
    .
    Wir hatten ein dann paar Popper vom Gymnasium in unserer Clique.
    Die konnten sich Stundenlang über Shimano, Campagniolo, Brügelmann und Co. unterhalten.
    Für mich war das damals esoterisches Gelaber.
    Ich habe meinen EUROMAT noch täglich gefahren, da hatten die anderen schon mehrere Mopeds und Autos.
    Mein Vater hat es irgendwann zum Spermüll gestellt weil es ihm im Weg war.
    Da war es immer noch zu benutzen.

  82. Reiterjunge, meine...
    Reiterjunge, meine Erstanschaffung eines Rennrades war damals ein Akt der Notwehr: http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1108068/

  83. Chrischan, insgesamt wird man...
    Chrischan, insgesamt wird man sich wohl damit abfinden müssen, dass Shimanoprodujte nur Begleiter auf begrenzte Zeit sind. gerade deshalb verstehe ich nicht, warum die diese Marktmacht haben. Allein schon die Aufteilung in Jahresmodelle sollte doch jedem klar machen, dass er keijen Wertgegenstand kauft, sondern einen Modeartikel.
    .
    Reiterjunge, die Kunst ist natürlich, andere den Wertverfall zahlen zu lassen und selbst den Wertershalt oder die Wertsteigerung mitzunehmen. Das ist ähnlich wie bei der Börse, nur mit dem kleinen Unterschied, dass man nicht dem Markt gndenlos ausgeliefert ist. Geht aber mit allem, Möbel, Schmuck, Uhren, Bücher.

  84. El Bonanza, schuld ist...
    El Bonanza, schuld ist vielleicht die gesamtgesellschaftliche Einstellung gegenüber dem Wort „Neu“, ohne sich da gross Gedanken darüber zu machen. Ich persönlich lebe ja eher zeitlos; erreichtes Alter ist in meinen Augen eher eine Qualität, und modern bin ich nur, wo es unbedingt sein muss. Aber das sehen die Leute, die alle 5 Jahre einen neue Schrankwand aus dem Sonderangebot brauchen, natürlich vollkommen anders. Allerdings wird denen das auch dauernd eingeredet. Mit Erfolg, wie man sieht.
    .
    OK, die Rationalisierung im Fahrradbau ist schon ziemlich ausgereizt. Typische Kaufhausräder mit Vollfederung kosten in der Herstellung rund 30 Euro, also so gut wie nichts. Der Rest ist Vertrieb und Marketing.

  85. Hallo Don Alphonso,
    Dein...

    Hallo Don Alphonso,
    Dein größter Fehler war, „zu der grossen Halle vor der Stadt“ zu gehen. Wenn Du zu einem seriösen Geschäft gegangen wärst, hätte man Dir sicherlich seriös können. Erstens gibt es noch kompatible 7-fach Schalthebel, auch kann man aus bestimmten Gründen einen 8-fach Hebel verwenden. Zweitens sind Cantileverbremsen, die an Deinem Rad verbaut sind, nicht mehr der Stand der Technik, aber sowohl Bremshebel als auch Bremskörper sind zu bekommen. Ärgerlich ist natürlich, daß an Deinem Rad ein integrierter Brems-/Schalthebel verbaut ist, da müssen tatsächlich bei einem Defekt beide Elemente getauscht werden.
    Aber nebenbei: Dein Rad ist 15 Jahre alt. Ich glaube, vor der „Abwrackprämie“ wurde ein Neuwagen in Deutschland etwa 13 Jahre gefahren, bis er verschrottet wurde. Der kostet durchschnittlich aber leicht das 30-fache und keiner hat sich je darüber aufgeregt, daß dann Schluß ist.
    Und schließlich: Dein Opa hat in den 30er Jahren sicherlich mehr als einen Monatslohn für sein Wanderer ausgegeben. Wenn Du das tust und 2500€ ausgibst, bekommst Du von Herrn Rohloff (handemade in Kassel, nix China) einen Antrieb, den Du noch Deinen Enkeln vererben kannst.

  86. Werter Don,
    .
    wie sagte...

    Werter Don,
    .
    wie sagte Schiller doch so schön und unvollständig:
    „Die Axt im Haus erspart den Zimmermann“.
    .
    doch wohl nur, wenn (M,m)an(n) es kann.
    .
    Im Übrigen schreitet die evolutionäre Selektion eben nur weiter voran. Die, die es können sterben zusehends aus.
    .
    Gruß Hanskarl

  87. prince Matecki, Don Alphonso,...
    prince Matecki, Don Alphonso, das stimmt natürlich, Revox ist auch nicht mehr das, was es mal war. Zwischenzeitlich hatten die allerdings ja mal eine heftige Krise wie ich mich zu erinnern meine, und dann sind nur noch diese komischen Multiroom-Produkte zur minderwertigen Pop-Dauerberieselung für Möchtegerns herausgekommen. Das erfuhr ich aber auch letztens erst ziemlich verwundert von meinem HiFi-Händler.
    .
    Viele Produkte sind leider auch nur die relativ besten. Ich habe auf meinem Schreibtisch gerade eine zerlegte elektrische Zahnbürste, in der sich zwar ein Standardakku befindet, der sich aber trotzdem nicht wechseln läßt. Ich kann auch nicht mehr machen, als sie von Braun zu kaufen, noch dazu „Made in Germany“ – und jetzt wieder eine neue, da nach meiner Demontage alles verbogen ist. Leider ist das öfters so, wenigstens sind dann hiesige Arbeiter damit beschäftigt, und keine chinesischen Kinder…
    .
    El Bonanza, ich verstehe nicht ganz was daran so erwähnenswert ist, wenn Sie es anscheinend geniessen, entgegen der Fahrtrichtung Autofahrer zu erschrecken. Möchten Sie gerne angefahren werden?

  88. "Tubl, allerdings ist es dann...
    „Tubl, allerdings ist es dann so, dass die Zeit das Schlechte aussortiert. Man schaue nur mal, wieviele alte Bentleys noch auf den Strassen sind, und wie wenige Käfer überlebt haben.“
    Der Satz stimmt. Das Beispiel ist schief. Wenn in die Käfer in Relation zum Wert genauso viel Geld zur Instandhaltung investiert worden wäre, wie in die Bentleys sähen die Zahlen wohl anders aus. Auch ein alter Bentley braucht viel Pflege und ständige Wartung, um am Leben zu bleiben. Man kann mit Geld und gutem Willen heute ja alles wieder in Gang bringen. Selbst WW-II-Fluzeuge, die ein halbes Jahrhundert in irgendwelchen Seen lagen, werden gehoben und wieder in flugbereiten Zustand versetzt. Es gibt eben eine erstaunliche Zahl von – hier sonst eher beargwöhnten – Kapitalisten, die sich ihr Hobby Einiges kosten lassen. Welche Unsummen in die Erhaltung historischer Automobile investiert werden, bleibt zumeist das Geheimnis der Sammler. Sonst würde die Aura dieser Automobile auch leiden.
    Es gibt auch (relativ) viel mehr alte Silberkannen als alte Tonkrüge. Das ist wohl wie bei den Bentleys eher ein Ausdruck der Wertschätzung als der Qualität der Produkte.

  89. @mawu
    Der Genuss beim gegen...

    @mawu
    Der Genuss beim gegen die Fahrtrichtung durch Einbahnstrassen fahren liegt darin, daß ich all denen, die meinen, die einzig verbliebene Freizeitbeschäftigung sei Shopping, zwei Dinge aufzeigen kann:
    1. Es gibt noch andere sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten am Wochenende – nämlich Radfahren
    2. Es gibt ein weitaus flexibleres Fortbewegungsmittel als das Automobil für den innerstädtischen Verkehr – nämlich das Fahrrad
    Und letzteres sage ich, obwohl ich im Besitz eines SUVs bin, das bei mir jedoch fast ausschließlich auf sehr langen Strecken zum Einsatz kommt und noch kein einziges Frankfurter Innenstadtparkhaus jemals von innen gesehen hat.

  90. Ein Freund hat ebenfalls ein...
    Ein Freund hat ebenfalls ein sündhaft teures Mountain Bike, welches nun schon seit Ewigkeiten einer Reparatur harrt. Seitdem er aber Transferleistungen bezieht (ja ja Berlin Mitte) kann er die sich nicht leisten. Das Problem ist eben, er ist furchtbar unmobil. Wenn er sich wenigstens irgendeine Schleuder (am besten natürlich ein Vertex) klauen würde, aber das macht er auch nicht.

  91. @El Bonanza
    Nichts gegen das...

    @El Bonanza
    Nichts gegen das Radfahren. Aber muss es denn gleich immer was Belehrendes haben? Ich habe keinen SUV. Ich betrachte aber nicht gleich jede Fahrt mit meinem französischen Kleinwagen als Demonstration gegen diese rollenden Blechhaufen. Vielleicht ist es dieses Sendungsbewußtsein, das tyler (04.11.09, 01.17 Uhr) zu dem Schluss veranlaßt, in Deutschland würde besonders rüpelhaft Radgefahren. Das Radfahren entgegen der Einbahnstrasse in einer Einkaufsstrasse als Genuss zu empfinden, fiele mir schwer. Das erscheint mir fast so sinnig, wie extra in einen Stau zu fahren, damit der noch länger wird und die anderen mal begreifen, das es besser wäre, nicht mit dem Auto zu fahren.

  92. @mama: Sorry, auf Ihre...
    @mama: Sorry, auf Ihre berechtigte Frage, ob wir denn beim Radeln vor lauter Technik auch noch was von der Landschaft mitkriegen, wollte ich gestern schon antworten – mit einem Eigenzitat aus einem Blogeintrag vom August:
    .
    „Bei nahezu völliger Windstille und bedeckten Himmel lief das Rad heute wie an der Schnur gezogen von Dorf zu Dorf, an Feldern, Wiesen und Wäldern entlang. Und ich merke, wie nach dieser Woche, in der ich mit einiger Mühe vielleicht 100 Kilometer runtergespult habe, auf einmal wieder dieser ganz spezielle Zustand erreichbar ist, in dem es einfach läuft und läuft und man kaum die Beine unter sich beim Treten spürt. Trittfrequenz, Tempo, Atemrhythmus, alles passt schön zusammen, und die Sinne sind aufnahmefähig für so viele Nuancen, da wechselt der Duft von Pferdeweide mit dem Geruch von dem fast reifen Getreide auf den Feldern daneben ab, unter den Bäumen riecht der Asphalt noch feucht vom Regenguss der Nacht, ein Stück weiter gibt die Straße die Wärme einer kurzen Sonneneinstrahlung ab, dass ich fast so etwas wie Thermik an der Unterseite der Arme und Oberschenkel spüre.(…)“
    .
    Und zur Unterstreichung des Gesagten ein passendes Pausenbild
    Sie hatten recht, uns bei all den interessanten Fragen nach technischen Details auch mal wieder an das zu erinnern, worauf es eigentlich ankommt.

  93. Toller Text - Passt prima zu...
    Toller Text – Passt prima zu meiner neuen Passion. Ich werfe mich gerade mit voller Wucht in das Thema Italienische Single Speed Fahrräder. Rahmenbau in Italien, Montage in Deutschland. Das ist auch in der Praxis ein spannendes und weites Feld. Vielen dank für den tollen Text.

  94. Werter Don,

    Gericom ist...
    Werter Don,
    Gericom ist tatsächlich ein Erlebnis, bei mir war bei einem solchen Gerät nach 3 Jahren der Bildschirm dunkel. Ich als Technik-Depp bin dann zum „Ich bin doch blöd-Markt“ gedackelt in der irrigen Annahme, man könnte dort so etwas vollbringen wie „eine Birne austauschen o.ä.“. Ja, lacht ruhig ob meiner Doofheit……Daraufhin wurde mir beschieden, dass das nicht funktioniert und ich das Teil komplett wegwerfen könne. Danach habe ich mir einen älteren Leasingrückläufer IBM Thinkpad gekauft (für 20% oder 200 Euro – des Gericom-Preises), das Ding läuft und läuft, ist eben einfach Premiumtechnik.
    Gruß aus dem Norden

  95. seltsam. ein rocky mountain...
    seltsam. ein rocky mountain kommt mir nicht unter meinen allerwertesten, die dinger brechen leider wie strohhalme und der service ist leider auch mies. übre shimano lasse ich nichts kommen, fahre seit 15 jahren bei regen, wind, schnee, gatsch damit herum, und irgendwelche gänge haben immer funktioniert. daheim kurz säubern, öl rauf und die sache hat sich.

  96. Nur so nebenbei: @ D.A. Vielen...
    Nur so nebenbei: @ D.A. Vielen Dank für die wunderbaren Bayreuth-Bilder!

  97. Alles redet von den...
    Alles redet von den Lohnkosten. Die Lohnstückkosten sind entscheidend.

  98. Auch ich mache gern so ein...
    Auch ich mache gern so ein Schnäppchen für 20 €. Und das dann ganz ohne Anklage unserer „Wegwerfproduktegesellschaft“. Schließlich basiert unser aller Wohlstand auf dem beschriebenen Prinzip des Vernichtens noch funktionierender Produkte und dem Schaffen von Zwangsabgaben auf unnötige Leistungen. Ein 15 Jahre altes Fahrrad hat seine Pflicht und Schuldigkeit getan, es ist wirtschaftlich gesehen abgeschrieben. Bei älteren Kraftfahrzeugen, die heute einfach nicht mehr Durchrosten wollen, wird eben die KfzSteuer angehoben, damit es dem Eigentümer leichter fällt, sich von seinem Gefährt zu trennen. Und bei einem Heizungskessel sagt einem der Schornsteinfeger, dass 93 % Wirkungsgrad nicht zulässig sind, 95 % müssten es schon sein. Der neue Kessel hat 96 %, entsprechend 30 € Ölersparnis im Jahr bei 6.000 € Kosten für den neuen Kessel (der hält dann unverzinst 200 Jahre, damit er sich auch gelohnt hat). Eine Isolation des Hauses für 6.000 € wäre vielfach gewinnbringender für die Umwelt und den Geldbeutel. Und wenn man auf Gas umsteigt, dann sitzt der Kaminfeger gutbezahlt 10 min vor dem Heizkessel und schaut ob dieser läuft. Mehr kann er nicht tun. Als ob ich bei einem nicht funktionierenden Heizkessel nicht umgehend beim Fahmann anrufen würde. Unsere Kfz haben bald EU6, verbrauchen hierdurch einen Liter Sprit mehr auf 100 km und bringen immisionsmäßig keinen Beitrag zur Umwelt gegenüber EU4….
    Wir fahren alle gut damit. In Ländern, die sich diesen „Luxus“ nicht leisten können, geht es den Menschen viel schlechter. Meckern hilft nicht, genießen wir unseren Luxus und so manches Schnäppchen und handeln, wenn wir es für hilfreich erachten.

  99. Es geht auch anders:
    Patria...

    Es geht auch anders:
    Patria Terra, Rohloff Speedhub 14 Gang Nabenschaltung, Magura Hydraulikbremsen, Beleuchtung von Schmidt und Busch & Müller. Ich glaube, nur die Truvativ-Kurbeln sind aus Fern-Ost. Damit habe ich mein 20 Jahre altes Mountainbike abgelöst. Das neue muss jetzt wieder mindestens 20 Jahre halten.

  100. Neuroserve,...
    Neuroserve, selbstverständlich, da tut sich einiges, auch in deutschen Landen: heylight und tune sind auch nicht zu verachten. Man muss es halt kennen – und die meisten kennen es eben nicht.
    .
    Ritchi, tatsächlich ist eine der grossen Fragen dieser Veranstaltung: Wie kommt man aus dem Kreislauf heraus? Denn gerade das Anhäufen von Werten definiert die Klasse, um die es hier geht. Wegwerfen geht gar nicht bei uns.

  101. ...und wer von euch HAT nun...
    …und wer von euch HAT nun mein opa-rad geklaut ??? — ich hatte es so schoen gepflegt (schaltung u.a. immer gut geoelt,– der vermieter hat sich zwar ueber die flecken im hausflur beschwert, aber was sollte ich machen ???– ausserdem, extra fuern winter (weil die reifen da noch schluepfriger als eh schon sind), im kaufhof ’nen walzen-dynamo gekauft&installiert (ca. 40.- DM)…. , … und dann klaut mir einer von euch den vor-vererbten anteil an dem „vermoegen“ meines grossvaters, AUS DEM HAUSFLUR heraus !!! –will heissen, quasi ein mitbewohner oder freund desselben, denn nur mit schluessel war zugang moeglich.–
    ….lasst es euch gesagt sein: die bajuwarische obrigkeit mag zwar „langsam“ erscheinen, aber anno ’88 verfuegten die schon ueber datenbaenke zum abgleich mit gestohlenen fahrraedern !! — meine schuld, dass ich das teil von opi (damals kostenlos, heute immer noch ???) nicht hab‘ gravieren lassen.
    ….aber frueher oder spaeter kriegen sie uns alle. auch die „Roten Radler“, mit oder ohne schmalzler.
    ;-))

  102. Ariadne, bitte, gern geschehen...
    Ariadne, bitte, gern geschehen (nachher gibt es noch mehr).
    .
    nestor, also: Ich kann auch nach all den Jahren nicht über Rocky Mountain klagen – über Shomano dagegen durchaus.

  103. Moritz, jaha, so ein Erlebnis...
    Moritz, jaha, so ein Erlebnis hab es bei uns auch mal: Da wurde ein schon gebrauchtes und repariertes Notebook als „neu“beim Mediamarkt verkauft. Nach ein paar Stunden war das Netzteil hinüber, was ganz gut war, weil die Kiste massiv überhitzte. Die Rückandlung des kaufs ging dann nur mit anwaltlicher Anwesenheit. Seitdem hat dieser Laden nie wieder ein Geschäft mit dem Laden gemacht.
    .
    MTM. sehr knapp an der Eigenwerbung, aber nach Betrachtung der Stahlrahmen würde ich sagen: OK, kann stehen bleiben.

  104. @Don Alphonso
    Wie man aus dem...

    @Don Alphonso
    Wie man aus dem Kreislauf herauskommt? Man entschleunigt sein Leben. Investiert nach ausreichender Bedenkzeit in werthaltige Produkte und fragt sich vor jedem Kauf, warum man bisher ohne diese Sache leben konnte und ob es nicht auch zukünftig so bleiben könnte. Man muss nicht über jedes Stöckchen springen, was einem hingehalten wird. Der teuflische Sachzwang, der auch so manche Investition geradezu „alternativlos“ (neues Lieblingswort der Politik) zu machen scheint, läßt sich viel öfter überwinden als man glaubt. Echte Freiheit entsteht durch Verzicht ohne Reue.

  105. Käseimitat, Radtechnikist...
    Käseimitat, Radtechnikist etwas, das man selbst lernen kann, und ein Inbusschlüssel ist auch nicht so teuer.
    .
    elbsegler, nun, die Wartung von Silberkannen und Kronleuchtern ist lächerlich gering, ein paar mal im Jahr putzen und alle 70 Jahre neue Kabel in die Lampe reicht aus.

  106. Manni1000,
    "und wer hat..."
    ...

    Manni1000,
    „und wer hat…“
    ich nicht!(life of brian)

    Die Folklore glaubt zu wissen, daß die hier beschriebenen Tendenzen zu Kurzlebigkeit und Serviceverweigerung, einer quasi naturgesetzlichen Entwicklungsnotwendigkeit geschuldet sind.
    Dabei wird natürlich übersehen, daß die Optimierung von industriellen Prozessen auch die Fertigung von Ersatzteilen, die Lagerhaltung und gerade die Logistik effiziernter macht.
    Ähnliches gilt für den Servicebereich wo z. B. eine Vielzahl von Assistenzsystemen die Effizenz von Fehlerdiagnostik und -behebung drastisch verbessert haben. Wann haben Sie zuletzt einen überforderten, verzweifelten Boschtechniker über den Motorraum Ihres Wagens gebeugt erlebt ? – eben. Daß Shimano das nicht kann spricht gegen Shimano und nicht gegen Rationalisierung.
    Und so liegt es beim Kunden, ob er den Wert der Dauerhaftigkeit schätzt und willens ist, sich eine Sache zu eigen zu machen anstatt sie nur zu kaufen.

  107. Das mit dem Fahrradschrauben...
    Das mit dem Fahrradschrauben muß so ein Bubending sein; in meiner Jugend im Dorf haben die meisten auch an irgendwelchen Mofas und später dann Autos herumgeschraubt, während ich lieber Bücher gelesen habe. Da es an den Autos heutzutage wenig zu schrauben gibt (es sei denn, man nennt einen Sunbeam sein eigen), hat sich das wohl auf die Fahrräder übertragen. Natürlich kann ich mein Fahrrad auch selbst reparieren, das habe ich aus Kostengründen auch ein Vierteljahrhundert lang gemacht. Da ich es mir aber inzwischen leisten kann und ich einen zuverlässigen Schrauber habe, der auch noch direkt neben dem Bürogebäude angesiedelt ist, wo ich arbeite, liefere ich morgens einfach das Rad an, wenn etwas zu tun ist, und hole es zum Feierabend wieder ab. Nicht, daß ich ungern schraube, aber mir fallen mühelos eine ganze Menge anderer Sachen ein, die ich lieber mache. Mein Verhältnis zu meinem Fahrrad ist allerdings auch sehr unemotional und pragmatisch: Es einfach nur ein Fortbewegungsmittel, das mich von A nach B bringt und zwar ziemlich genau 365 Tage im Jahr. Welche Marke? Keine Ahnung – Stahlrahmen, Drei-Gang-Nabenschaltung, wurde mir vom Schrauber empfohlen, läuft tadellos, alles andere interessiert mich nicht.

  108. @poisson
    Da kann ich Ihnen nur...

    @poisson
    Da kann ich Ihnen nur Recht geben.
    Wenn ich nur daran denke, daß es die Fahrradindustrie nie geschafft hat, dynamobetriebene Lichtanlagen zu entwickeln, die auch nach einer halbstündigen REgen- und Feldwegfahrt noch funktionieren.

  109. Don Alphonso, die Firma dankt...
    Don Alphonso, die Firma dankt herzlichst und mit freudiger Erleichterung. Ein schönes Kompliment. Vielen Dank.

  110. @HansMeier555

    nabendynamo.de?...
    @HansMeier555
    nabendynamo.de?

  111. Ich habe eben ein sehr weicher...
    Ich habe eben ein sehr weicher Herz für hartes Columbusrohr.
    .
    Alter Bolschewik, für mich ist das Schrauben am Rad so etwas wie geistige Lockerung; eine gute gelegenheit zur Ablenkung und die Selbstvergewisserung, dass ich ausser Schreiben auch noch etwas wirklich sinnvolles kann.

  112. Ach so, vielleicht noch ein...
    Ach so, vielleicht noch ein Hinweis zum Damenrad und allen Männerrädern: Die Klassiker haben bei den Damen einen verchromten Durchstieg, und verchromte Kettenstreben und Ausfallenden (Cinelli!) sind eigentlich ein wunderschönes Detail, mit dem man vielleicht noch punkten könnte, wenn erst mal die Schwemme aus Ostasien einsetzt.

  113. Ich habe auch ein Fahrrad....
    Ich habe auch ein Fahrrad.

  114. Hans Meier, Wieso...
    Hans Meier, Wieso „dynamobetriebene“ ? Ich hätte gedacht Sie plädierten für eine Karbidlampe.

  115. Sir Alphons, hier sprechen Sie...
    Sir Alphons, hier sprechen Sie grosse Worte gelassen aus. Jawoll, verchromter Durchstieg und vieles mehr. Man denkt an alte Umberto Dei und es stehen einem die Tränen der Rührung in den Augen. – Leider, leider ist Verchromung heute in Europa nicht mehr ganz trivial. Die Ostasiaten können in jedem Hinterhof und in jeder Badewanne ihre Chrombäder anrichten – in Europa wird das aus umwelt- und gesundheitspolitischen Gründen generell sehr kritisch gesehen. Tatsächlich habe ich mich nach Möglichkeiten umgeschaut, in Italien vernünftig verchromen zu lassen. Bislang ohne viel Erfolg. Für Hinweise bin ich jederzeit offen.

  116. Wirklich? Oh je. Ich weiss...
    Wirklich? Oh je. Ich weiss nur, dass es möglich sein muss, denn letztes Jahr stand in Mantua ein Retro-Damenrad (ohne Marke), die das hatten, inclusive teilverchromter Ausfallenden. Alternativ gab es früher auch verchromte Metallaufkleber für Kettenstreben. Ich geniesse hier gerade die Freuden eines nicht ausreichenden Plastikaufklebers an einem Specialized FSR, da hat die Kette nach ein paar hundert Kilometern ein paar hundert mal glatt durchgeschlagen. Früher wischte man einmal mit Chrompolitur drüber, und alles war prima. Heute bleiben die Macken und der Kleber vom Plastik am Rad, eine Riesensauerei – sie nennen es Fortschritt, glaube ich (und über das Knacken im laut Rechnung 170 Mark teuren XTR-Innenlager sage ich mal lieber gar nichts, an meinem Vicini sind die Konuslager seit Ende der 60er Jahre in bewundernswertem Zustand).

  117. Konnte leider die Diskussion,...
    Konnte leider die Diskussion, nicht so ganz mitverfolgen – war bis gestern auf Urlaub in Sizilien (Palermo Grab Fr. II etc.). Don Alphonso: in dem griechischen Italien wird das erst wirklich schön, vielleicht doch mal weiterfahren mit dem Auto. Aber ansonsten freut es mich, dass Sie obwohl Audi Anhänger dem Aluminum zumindest beim Radbau nicht so sehr huldigen? Aber so einfach ist die Welt dann auch nicht. Es gab mal ein tausend Meter Zeitfahren in den 80ern, in dem ein Russe die Goldmedaillie verloren hat, weil er in der letzten Runde seinen BTTT (?) Lenker abgerissen hat. Alu ist spröde mit all den Problemen, wenn Sie es zurückbiegen, aber ich glaube trotzdem, dass man im Verhältniss
    Gewicht zu Tragfähigkeit mit Alu besser fährt: So gut ist mein Gefühl nicht, wenn ich auf mein altes CrMo F. Moser Rad steige (obwohl das auch nicht die Krönung italienischer Radbaukunst ist).

  118. So, so, in Mantua. - Dem...
    So, so, in Mantua. – Dem Hinweis werde ich bei Gelegenheit nachgehen. Es wird noch gemacht. Das ist klar. Es sagt Dir aber keiner, wo. Stattdessen ist Schweigen und Du wirst dann so etwas merkwürdig angeschaut. Für den Augenblick haben wir es dann dabei belassen. Ich fühle mich jetzt allerdings motiviert und werde das nächste Mal aus purer detektivischer Neugierde etwas härter nachforschen. Mal schaun, was draus wird. Danke für den Tip.

  119. @poisson
    Auch die Drähte...

    @poisson
    Auch die Drähte rutschten ja immerzu heraus… aber ich bin natürlich nicht ganz up to date und das waren ja keine Sportgeräte, sondern einfach nur Schüler-Fortbewegungsmittel.

  120. @MTM bei Lübeck gibt es einen...
    @MTM bei Lübeck gibt es einen alten Glavanisier-Betrieb der u.a. für Oldtimer Stoßstangen neu verchromt. Die dürften auch in der Lage sein an Fahrrädern zu verchromen. Anschrift und Telefonnummern sind in vielen Oldtimer-Zeitschriften in den kleineren Anzeigen zu finden. Wäre einen Versuch wert.
    _____________________________________________
    Ja, für Verstärker und DVD / CD Player bin ich auf Yamaha umgestiegen, weil gemeinsam fernbedienbar, der Verstärker hatte noch Anschlüsse für 3 Aufnahme / 2 Hinterband Abhöre Schleifen und liefert mit stabilen mehr als 250 W auch an komplexen Impendanzen genug für meine proAc Lautsprecher, die einen sehr mäígen Wirkungsgrad haben. Da braucht man Reserven weniger für krasse Lautstärken als für die Dynamik. Tuner ist noch Revox, auch ein Cassettengerät (ich hab halt die alten noch) und hinter dem Studer Mischpult (ich hab als selbst spielender Musiker auch Großmembranmikrofone und so) hängen noch zwei Bandmaschinen für Schnürsenkel. Natürlich geht das inzwischen digital genauso gut, aber irgendwo fehlt da das sinnliche und die Haptik. Außerdem, wie meinte ein jugendlicher Neffe neulich: „Na du bist aber sehr old school“.

  121. Julius: Ich habe nicht, aber...
    Julius: Ich habe nicht, aber ich hatte auch. Ein Fahrrad.
    Ich will nicht übertreiben: es war das Fahrrad meines Vaters. Mit dem bin ich als Schüler in den Ferien die Schweiz gefahren und zurück, oder nach Schloss Banz, oder zum Steinhuder Meer, oder weiß der Henker wohin. Hauptsache, es war kulturell vertretbar, und es regnete. Das war aber nicht schlimm, denn dafür gab es den Poncho. (Für das Regnen.) Bedingung Nummer zwo war, der Mitfahrer wurde akzeptiert. Also vorher Abendessen mit Tee in der Familie. (Schüler eben, im Jahre 1742. Vor Christus.)
    Marken gab es damals leider noch nicht, deshalb sollte ich hier genaugenommen nicht mitreden dürfen. Fahrradfahren ist heute offenbar ein Markenerlebnis. Eine Markenerfahrung. Es wäre mir auch gar nicht eingefallen, nachzuschauen, ob das Rad eine Marke hätte, und wenn, welche. Nabe ja, aber Marke? (Wo sieht man, welche Marke das Rad hat? Wo ist das Krokodil? Oder der Polo Poppenspäler?) Ich glaube aber, ich habe „Adler“ auf dem Rahmen gesehen. Und der, glaube ich, war aus Kruppstahl. Denn außer Ölen und Saubermachen, und ab und zu einem neuen Sattel, gab es nichts zu tun. Außer unterwegs ständig die Decken flicken. Schläuche ins Wasser halten und so weiter. Bei Leuten klingeln, ob sie eine Schüssel Wasser hätten für den perforierten Schlauch. In Deutschland hat man Wasser bekommen, in England Wasser und Biskuits und Tee, und Zuspruch.
    Wie gesagt, Marken gab es damals noch nicht, und Markenbewusstsein unter Fahrradfahrern wäre, äh – lassen wir das.
    Später bin ich mal mit Freunden um den Bodensee gefahren, all diese Professoren und Vice Presidents und so, Sie wissen, wovon ich rede; aber mit geliehenen Rädern, die Gangschaltung hatten. Aus beiden Gründen haben ich mich irgendwie falsch gefühlt. Welche Marke diese geliehenen Räder waren, weiß ich leider auch nicht zu sagen; vielleicht hätte ich darauf achten sollen.
    Da fällt mir gerade ein, neulich haben sie mich angerufen, ob ich wisse, dass in meinem rechten Hinterreifen ein Nagel stecke, embedded sozusagen. Nein, sage ich, und denke zurück. (Sinnend.) Jetzt reden wir natürlich von einem Auto, nicht von einem Rad. Dieses Auto wiederum, kann ich Sie hohnlachend versichern, hat eine Marke. Oder sagt man da: Ist?

  122. Ein gutes IFA Diamant mit...
    Ein gutes IFA Diamant mit Brooks narrow Sattel ohne Federung, auf keinen Fall Schaltung, Schaltung ist out.

  123. Prince Matecki, herzlichen...
    Prince Matecki, herzlichen Dank. Werde das verfolgen.

  124. fast hätt ich's vergessen:...
    fast hätt ich’s vergessen:
    http://p4p.org/

  125. Nette Sache....
    Nette Sache.

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