Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Meister und Sklaven der Zeit

| 176 Lesermeinungen

Falls Sie genug Zeit haben, die kommenden 8099 Zeichen zu lesen und vier Bilder anzuschauen, geht es Ihnen sicher nicht so schlecht wie all den Leuten, die heute schon 0,17 Sekunden für relevant halten. Das ist fein für Sie, denn dann haben Sie Zeit, was heute nicht mehr selbstverständlich ist - auch wenn manche gerade diesen Mangel als Tugend anpreisen. Ich bin anderer Ansicht, also setzen Sie sich, nehmen Sie einen Tee, vielleicht wollen Sie ja auch mitplaudern? Bitte:

Stunden verwunden. Die Letzte tötet und heilt.
Gräfin Aurora von Königsmark

Die Apothekerstöchter bekamen zum Abitur eine Rolex, Damenmodell mit Weissgold, damit es nicht so auffällt. Ich durfte nach Amerika, kaufte mir ein Oldsmobile Delta 88, Baujahr 1973, candyrot mit weissem Dach, und machte zwischen San Francisco, Reno, der Mojavewüste und Los Angeles einiges, was heute mit Jugend und der Befreiung von schulischen Pflichten, und nicht unbedingt meiner Herkunft zu erklären ist. Am Ende hatte ich mich ausgetobt, zuviel von den USA und den real existierenden Eigenheiten gesehen, und war froh, als ich in Deutschland ankam. Den Wagen konnte ich nicht mitnehmen, aber in  Visalia, einem Kaff im kalifornischen Zentraltal, hatte ich mir das gekauft, was nach meiner Ansicht eine adäquate Uhr für den Schulabschluss war: Eine Gruen Curvex von 1938. Ein extremer – und damals extrem teurer – Entwurf des Art Deco, den man vielleicht aus der Zeit heraus erklären muss.

Bild zu: Meister und Sklaven der Zeit

Denn 1938 waren die Folgen der schweren Weltwirtschaftskrise zumindest in der Oberschicht so weit überwunden, dass man sich wieder etwas Besonderes und Ausgefallenes leisten konnte. 120 Dollar für eine Curvex klingt nicht nach einem hohen Preis, aber ein normaler Chevrolet kostete in jenen Tagen 700 Dollar. Der Optimismus war zurück, der Glaube an die technische Entwicklung und den Fortschritt, alles wurde grösser, schneller, schöner. Die Uhren, deren Zeiger diese Beschleunigung festhielten, änderten radikal ihre Form: Von der Taschenuhr aus der Zeit nach dem ersten Weltkrieg, die man noch behäbig aus der Westentasche ziehen und vielleicht sogar aufklappen musste, über runde Armbanduhren, die noch wie Taschenuhren gestaltet waren, hin zu eckigen, technisch wirkenden Formen der späten 20er Jahre, die mit dem Streamline Design wieder abgerundet, flacher und dem Arm angepasst wurden. Die Zeitmesser verliessen die körperferne Kleidung, fesselten sich an den Leib, und mit der Gruen Curvex, in der nicht nur die Form, sondern sogar das Werk gewölbt und dem Handgelenk angepasst war, stand die Uhr kurz davor, integraler Teil des Körpers zu werden: So stark schmiegte sie sich den menschlichen Linien an. Oder, in der Werbung, auch umgekehrt.

Natürlich müssen Uhren nicht aerodynamisch sein, und wie ein Flugzeug oder ein Auto im schnellen Kampf gegen die anstürmenden Luftmassen bestehen. Aber gerade weil die Form ohne Notwendigkeit die Erkenntnisse von Fliegen und Rasen, von Überbrückung weiter Strecken in möglichst kurzer Zeit aufzeigt, weil sie so schmal ist, dass immer ein Blick auf das Zifferblatt vor den Manschetten möglich ist, sagt sie auch viel über den Zeitbegriff des Besitzers aus: Zeit als omnipräsente Dimension, in der es gilt, möglichst viel zu erreichen.

Bild zu: Meister und Sklaven der Zeit

In den 71 Jahren zwischen der Entstehung meiner Gruen Curvex und dem Moment, da ich das hier schreibe, ist etwas im Zeitverständnis schief gelaufen.  Die Unruh einer mechanischen Uhr macht fünf Halbschwingungen pro Sekunde in ihren Lagern aus künstlichen Halbedelsteinen, also 2,5 Hertz. Der Prozessor in dem Rechner, auf dem Sie das hier lesen, ist so viel schneller, dass es Zeitverschwendung wäre auszurechnen, wie sehr die technische Geschwindigkeit zugenommen hat. Aber auch nach 71 Jahren läuft die Curvex korrekt mit ihren 5 Halbschwingungen – in meinem Umfeld dagegen, bestehend aus arbeitenden Kindern besserer Familien, grassiert die Zeitnot und die Erschöpfung. Sie schaffen es im Gegensatz zu den Prozessoren nicht, immer noch mehr Vorgänge in die verfügbare Zeit zu stopfen. Sie müssen dazu auch nicht auf die Uhr schauen, denn die Uhr ist unten in der Statuszeile des Rechners. Und bei jedem Arbeitsschritt wird dokumentiert, wann die Dokumente erstellt wurden, oft auch der Ort und die Dauer. Jede Schwingung einer Unruh durchrast die Zukunft und hinterlässt Vergangenheit, die bestenfalls Erinnerung und Erfahrung wird. Die Uhren in den Rechnern hinterlassen eine „History“. Und die vergeht nicht, sondern stellt Ansprüche an die Gegenwart.

Eine Bekannte ist das, was man vielleicht als „Millionenerbin“ bezeichnen kann. Sie arbeitet im mittleren Management einer Bank. Ihre Eltern, deren einzige Tochter sie ist, hätten an einem oberbayerischen See ein paar tausend Quadratmeter Baugrund und genug Geld, darauf ein paar Villen zu errichten. So hatten sie sich das Leben ihrer Tochter auch vorgestellt: Das Grundstück aufteilen, drei Villen bauen, zwei verkaufen und ausgesorgt haben, vielleicht jemanden heiraten, der nicht Mitgiftjäger ist. Statt dessen versucht sie, so viel Arbeit wie möglich in die kleinen Zeittakte der Firma zu stecken. Wenn sie es aufgrund all der kleinen, omnipräsenten Zeitfresser wie Mobiltelefon, Blackberry und Notebook nicht schafft, die Zeittakte genug dicht zu füllen, schafft sie sich Neue: Obwohl in ihrer Abteilung Überstunden als Regel angesehen werden, geht sie, wenn sie zu viele Stunden auf dem Konto hat, mit einem Kollegen vor die Tür, trägt sich mit der Karte aus und geht mit ihm wieder hinein, um das zu machen, was nicht an ihrem Rechner getan werden muss. Der wird von der Firma überwacht. Es darf dort keine Zeiteinheit, keine Millisekunde Arbeit hineingestopft werden, wenn sie laut Karte abgemeldet ist. Sie hat panische Angst, dass irgendwann die Überwachung verbessert wird, weil sie nicht weiss, wie sie dann noch die Arbeit in die verfügbaren Zeiteinheiten stopfen soll. Sie hat eine Jaeger LeCoultre Reverso. Diese Uhr kann man umdrehen, um das Glas zu schützen. Entwickelt wurde die Uhr für das Polospiel, aber sie wirkt auch in den Momenten, da einen die Zeit auffrisst.

Bild zu: Meister und Sklaven der Zeit*

Es gibt natürlich auch Beschleuniger für Menschen, Zigaretten, Ritalin, Kokain, Wachhalter. Es gibt Teams, die einen mitziehen, und den Druck, den man bekommt, wenn man ihn sich nicht selbst macht. Es gibt Firmen, die ihr Geschäftsmodell auf der Selbstvergewisserung solcher Existenzen aufbauen, es gibt Blogs und Twitter, bei denen die Arbeitsakkorde und Fortschritte dokumentiert und der Weltöffentlichkeit zugänglich gemacht werden, um aus dem menschlichen Elend eine schicke Fassade zu verpassen. Alle Redakteure der „Welt Kompakt“ wurden zum twittern verdonnert. Auf die Frage „Was tust Du gerade“ wird nicht mit dem angemessenen „Das geht Sie nichts an“ oder „Wurden wir uns schon vorgestellt“, sondern mit möglichst vielen, präzisen und zeitnahen Informationen geantwortet. Und weil das Alte niedergelegt und dokumentiert ist, kann man sofort das Neue nachschieben. Komplexe Gedanken, auf einander aufbauende Geschichten, Vertiefung, Fabulieren, Abschweifen, das alles ist unter diesem Druck kontraproduktiv. Es gibt dafür keine Zeitkästchen.

Irgendwann in den letzten 71 Jahren hat sich der dynamische Geist der Gruen Curvex durch den Gehäuseboden aus Gold geätzt, ist in die Blutbahn gelangt, und hat im Gehirn der Menschen jene Beschleunigung durchgesetzt, gegen die sich das Werk der Corvex mit ihren 2,5 Hertz seit 71 Jahren sperrt. Weil die Unruh mit einer Hemmung die Energie der Feder des Aufzugmechanismus kontrolliert abgibt. Die Hemmung, jener kleine Hammer mit Rubinköpfen, erlaubt es der Unruh, die kontrollierte Herrin der Federkraft und damit auch der Zeit zu sein. Für mich ist es immer ein gutes Zeichen, wenn die Uhr ab und zu abgelaufen ist, und ich das erst nach ein paar Stunden bemerke; meine eigene Hemmung gegen die Zeit und ihr Diktat funktioniert also noch.

Bild zu: Meister und Sklaven der Zeit

Das ändert allerdings nichts am Paradigmenwechsel, der allgemein unter der sogenannten Leistungselite, oder Entscheider, oder der Besserverdiener von Morgen stattgefunden hat. Ein Autor der FAZ geht an den See, betrachtet ein paar Frauen beim Picnic und macht sich einen Tag lang solche Gedanken. Die Welt Kompakt wurde dazwischen schon 31 mal getwittert: „0,17 Seconds“, teilt mir der Dienst mit, habe meine Suchabfrage gedauert. 0,17 Sekunden, eine Zeitangabe, die alles über den Zeitbegriff dieser Leute sagt. Sie sind schnell, so schnell, dass sie das brauchen, und es folglich nicht haben. Niemand, für den das eine relevante Grösse ist, kann selbst relevant sein.

Es war auch heute am See ausgesprochen schön.

*Die Abbildung zeigt aus Gründen der besseren Sichtbarkeit nicht das von Platinen verborgene Caliber 330 der Gruen Curvex, sondern das offenliegende Werk einer Gruen Verithin von 1948.

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176 Lesermeinungen

  1. Ich habe mir Zeit genommen,...
    Ich habe mir Zeit genommen, Ihre Glosse zu lesen und es nicht bereut! Kann man Zeit bereuen?
    Ben

  2. Diese Geschichte trifft mich...
    Diese Geschichte trifft mich tief. Es gab Jahre, da mich extreme Puenktlichkeit in die Bahnhoefe zwang, ein Grund sich eine der damals gerade aufkommenden Quartzuhren anzuschaffen und sie alle paar Tage mit der Normalzeit der Bahnhofsuhren zu synchronisieren.
    Ein Auftraggeber sah das voellig anders: Seit seiner Kindheit verschmaehte er Uhren. Seine Termine entsprachen sehr dem orientalischen Zeitverstaendnis. Das hatte auch sein Gutes, denn jeder verpasste letzte Zug wurde von ihm mit einigen Glaesern Wein, einem guten Essen und einer Nacht im Gaestezimmer verguetet.

  3. ihr bester blog ever-sie und...
    ihr bester blog ever-sie und harald schmidt…mehr braucht keiner in dieser republik

  4. Da Sie sich vor 71 Jahren Anno...
    Da Sie sich vor 71 Jahren Anno 38 eine Curvex kauften, dürften Sie ja das Alter von 90 Jahren bereits um einiges überschritten haben. Typisch an dieser hübschen Teenagerstory ist das Reiseziel: Kalifornien. Der deutsche Durchschnittsreporter kennt ausschließlich New York, Washington und Hollywood, und der Durchschnittstourist beschränkt sich auf New York, Florida und Kalifornien. Alle betrachten sich jedoch zeitlebens als absolute Amerikaexperten, obschon sie die traumhaft menschenleeren Strände von Oregon, die herrlichen Wälder von Vermont oder die 45 anderen Staaten nie zu Gesicht bekamen.

  5. Bonjour Mr. Alphonse,

    es ist...
    Bonjour Mr. Alphonse,
    es ist unglaublich, welch‘ reiches Werk Sie faszinierenderweise immer wieder niederschreiben und in einem Tempo, dass es einem die Sprache verschlägt, täglich!
    Chapeau.

  6. Ist es ein Privileg, werktags...
    Ist es ein Privileg, werktags ohne Blick auf die Uhr durch Rottach shoppen? Echten Luxus genießt, wer dort, für jedermann sichtbar, ein Dutzend Elite-Lakaien untätig herumlungern lassen kann, während er selbst schon wieder weitergefahren ist nach….
    .
    Die fatale Verbürgerlichung der Eliten begann schon, als sie anfingen, das Gesinde zu reduzieren und die „unnützen Esser“ aus der Küche zu entfernen.
    Im Mittelalter galt noch das Prinzip: Je mehr Diener und Bettler im Schlepptau, desto höher der Status des großen Herrn. Das große Rudel, das auf dem Marktplatz rumsteht, nichtstut und sich vor allem nicht zerstreut.

  7. ....
    .

  8. Kann man sich Zeit nehmen?...
    Kann man sich Zeit nehmen? Verfügt man über Zeit? Oder machen wir uns zu Sklaven der Zeit? „Gut Ding will Weile haben“, die Altvorderen haben sich schon früh(zeitig) aus dem Hamsterrad verabschiedet, wohlwissend daß sich nicht alles dem Diktat der Uhr unterwerfen lässt. Erinnert sei an Chaplins „Moderne Zeiten“.
    Lechthaler

  9. small oder big block?...
    small oder big block?

  10. Don, bei alten Uhren geht mir...
    Don, bei alten Uhren geht mir immer das Herz auf. Danke.
    Ihre Curvex hat aber sicher ein Lederarmband? Finde ich wesentlich schöner.
    Eine Reverso trage ich auch ab und zu (jedoch nie umgedreht). Das ist vermutlich die einzige Gemeinsamkeit, die ich mit Ihrer Bekannten habe. Ein Glück.

  11. Na na, Dunnhaupt, der Don war...
    Na na, Dunnhaupt, der Don war damals jung und wild und hatte gerade die Schule verlassen. Da ist Kalifornien schon attraktiv, die Wälder von Vermont wohl eher weniger.
    Im übrigen kann ich nur zustimmen: die Leute lassen sich die Zeit wegfressen. Sie sind ja auch überall grenzenlos erreichbar, immer erreichbar, auch am Wochenende. Das hängt vielleicht aber auch damit zusammen, dass sie ihre eigene Rolle in der Firma als so grenzenlos wichtig einstufen. Oder sie haben keine Hobbies und Arbeit ist ihr Leben. Da wird dann eben auch noch am Freitag Abend in der Firma gehockt und die Welt gerettet. Und NEIN sagen, das geht nun gar nicht. Damit würde man ja Schwäche oder Unlust demonstrieren.
    Wer mich fragt, woher ich die Zeit für die Gartenarbeit nehme, dem sage ich immer nur: wir alle haben 24 Stunden Zeit am Tag zur Verfügung. Wir setzen nur unsere Prioritäten unterschiedlich.
    Ein Mobiltelefon habe ich jedenfalls nicht und ein Bläckbärri kommt mir nicht ins Haus. Eine Uhr trage ich nur als schmückendes Beiwerk, wenn ich mal Anzug trage. Wer mich erreichen will, der erreicht mich entweder zu Hause oder am Arbeitsplatz. An allen anderen Stellen stehe ich nicht für Gespräche zur Verfügung, weil ich dann beim Essen bin oder in Meetings. Freiräume schaffen, sich nicht wie die Sau treiben lassen. Letztens ging sogar jemand auf der Toilette an sein klingelndes Telefon. Sowas finde ich extrem peinlich.

  12. Werter Don,
    tatsächlich ein...

    Werter Don,
    tatsächlich ein köstliches Stück, das Sie hier abliefern. Die lockere Verknüpfung von edlen Zeitmessern mit krampfhaft der eigenen Wichtigkeit hinterher hechelnden Neuzeitgeschöpfen ist gekonnt. Twitter sehe ich als eine Art digitale Diarrhoe, der sich vor allem die bereits bekannten weniger „Verkopften“ hingeben. Oder mit der Springerischen Welt zu sprechen: kompakt blöd.

  13. respekt, respekt, don fonso. -...
    respekt, respekt, don fonso. – es geht auch ohne aetzend und boese und verliert nichts an schaerfe – im gegenteil.

  14. Eigentlich hätte ich zu...
    Eigentlich hätte ich zu diesem Text zwingend eine Musikempfehlung erwartet – denn was setzt sich der abstrakt-physikalischen Zeit, die wir uns von den Zeitmessmaschinen aufzwingen lassen, besser entgegen als die Zeitkunst schlechthin, die Musik? In guter Musik läuft Zeit nicht einfach in rein quantitativ gestückelten Zeiteinheiten ab, sondern sie füllt sich qualitativ, reichert sich in ihrem Verstreichen mit Sinn an. Angesichts dieses qualitativen Ablaufs musikalischer Zeit ist die rein quantitative Differenz zwischen den 2,5 Hz der Gruen Curvex des Don und den 32.768 Hz meiner billigen Quarzuhr vernachlässigbar.
    Leider wird aber auch die Musik immer mehr von der abstrakt-physikalischen Zeit angefressen. Am Ende der Zerstörung musikalischer Zeit steht schließlich das monotone synthetische bass drum-Gewummer aus den Ohrstöpseln der iPods, mit dem sich die musikalischen Analphabeten unerbittlich das abstrakte Verstreichen ihrer Lebenszeit einhämmern. Hier bleibt von Musik nicht mehr übrig als die Fortsetzung des Arbeitstaktes mit anderen Mitteln.

  15. Harald Schmidt? Wer ist das?...
    Harald Schmidt? Wer ist das? Auch ein Blogger?

  16. Sie haben Recht, Alter...
    Sie haben Recht, Alter Bolschewik, Ravel gespielt von Martha Argerich wäre jetzt fein:
    http://www.youtube.com/watch?v=6F-TaxA4YQg

  17. Nicht zu vergessen auch die...
    Nicht zu vergessen auch die Klosterregel: Nachts aufstehen und zu Gott beten. Tagsüber, während der Arbeit, dient der Rosenkranz als Zeitmaß.

  18. Zumal schon kurze Gebete...
    Zumal schon kurze Gebete ruckzuck 500 Jahre Ablaß bewirken können.

  19. ... sie sind mein...
    … sie sind mein lieblings-lebens-zeit-fresser !!!

  20. Und keiner merkt, wie sich der...
    Und keiner merkt, wie sich der Don über uns witzig macht:
    .
    Gestern noch haben wir uns auf Kommando über die Nichtstuer und Tagediebe von Rottach-Egern mokiert, jetzt über die Springer-Journalisten, die während ihren Überstunden im Hamsterlaufrad auch noch zum Twittern verdammt sind.

  21. Werter Don Alphonso,
    hoch...

    Werter Don Alphonso,
    hoch einschätzen darf man das von Ihnen aus eigener Zeitsouveränität
    gegebene Zeitopfer für diesen Blog. Das Ergebnis Ihrer Feldforschung aus
    unmittelbarer Nähe des Hamsterrades, ein Kleinod des investigativen
    Journalismus.
    Ihre Freundin scheint sich in heftig in Tantalos verliebt zu haben, versucht es
    ihm gleichzutun. Aber auch sie wird eines Tages alle Zeit der Welt haben, wenn
    ihr Lebensakku seine Energie vollständig in nutzenheischender Effizienz
    aufgegeben hat. Bei aller ausgeklügelter Nutzung der Zeit, worin bestand ihr,
    der Alltagsbanalität enthobener Nutzen?

  22. Werter Don,
    .
    wie wahr, was...

    Werter Don,
    .
    wie wahr, was Sie da schreiben. Erlauben Sie bitte ein paar Anmerkungen:
    .
    – Ihre liebe Bekante möge es bitte unterlassen, sich an der „Stechuhr“ (schon das Wort bereitet Schmerzen) „auszustechen“, denn damit verletzt sie vorsätzlich ihren Arbeitsvertrag, was für eine Abmahnung ausreichend sein dürfte, wenn der, den sie gerade für ihren Arbeitgeber hält, nach einer Übernahme oder Umstrukturierung von der Rationalisierungsstelle in Sonstwo den Befehl erhält, doch einige Vorschläge zur Kostensenkung (bittschön gleich namentlich, ja das wärs doch) einzureichen. Sie tut auch ihrem Chef (muss ein toller Typ sein) keinen Gefallen, weil der sich dann wg. Verstoß gegen das ArbZeitGes sogar strafbar machen kann.
    .
    Klapprechner, Tragefernsprecher und handgehaltene Schwarzbeeren kann man – auch wenn man es kaum glauben mag – ausschalten. Aber der Rat hat schon beim Fernseher nichts genutzt. In Sitzungen (vulgo: Meetings) und in Flugzeugen muss man das Gerät sogar in den entsprechend ungefährlichen stummen Modus ver setzen —- mit der reizenden Folge, dass ich oft über Tage vergesse, es wieder auf normal zu stellen: Himmlische Ruhe, wer m ich wirklich erreichen will, findet mich auch auf normalem Wege, und der Rest war dann wohl nicht wichtig.
    .
    Zur Entschleunigung (Unwort, korrekt: Verlangsamung): Unser Hirn, das ja meist klüger ist als wir selbst, braucht zum Denken vor allem eines, nämlich Zeit, die es sich auch trickreich verschafft (sagen die Hirnforscher). Aber Denken ist anstrengend …
    .
    Sie sagten es schon in der Überschrift: Die einen sind die Sklaven, die anderen die Meister … wir haben die Wahl.
    .

  23. wir lesen vergnügt (bei...
    wir lesen vergnügt (bei weißem Tee aus einer bayrischen Kanne mit filzgefüttertem metallenem Wärmer) Ihr blog. Die arme junge Frau, die ihre Freiheit, sich wirklich einen eigenen Lebensinhalt zu suchen, nicht wahrnehmen kann, ist – bei so viel Bravheit – durch Mitgiftjäger gefährdet. Stehen Sie ihr bei! Vielleicht aber wollte sie sich den Eltern und sich selbst beweisen, unabhängig sein, selbstverdientes Geld vorweisen können, Distanz zu den Alten, sich nicht ständig dreinreden lassen. Es gehört halt bravado dazu, sich nicht von einer Knechtschaft in die andre zu fügen.
    Andrerseits ist doch das Bürgertum höchst divers, regional, nach Alter und Herkunft des Geldes, etc. und die junge Dame ist eine reiche, verbürgerlichte Bauerntochter, die sich des unwiderbringlichen landschaftlichen Wertes ihrer Grundstücke bewußt ist und sie nicht verschandeln lassen will, was wir sehr ehrenwert finden!
    Auch jungen Leuten fehlt manchmal das Zeug zur Exzentrizität, no vielleicht die nächste Generation.

  24. Ihre Bekannte wäre zu...
    Ihre Bekannte wäre zu bedauern, wäre sie nicht eine „Millionenerbin“ … aber so ist ihr Verhalten doch nur (sich selbst täuschende) Selbstausbeutung. Wofür?
    Ansonsten ist Ihr Text wieder schön zu lesen, auch wenn Sie ihn in kürzester Zeit dahin geschrieben haben sollten. ;-)

  25. Die Bekannte hat, verdammt...
    Die Bekannte hat, verdammt noch mal, recht.
    Die Hölle sind wir, wie gesagt, selbst, und müssen uns folglich von uns ablenken. Der Bankjob ist für sie das, was für andere Counterstrike ist. Oder Blogs schreiben. In Rottach am See rumhängen ist jedenfalls auch keine Lösung.
    .
    Früher hätte sie Äbtissin werden und ihre Nonnen zu, sagen wir mal, gesanglichen Höchstleistungen antreiben können.

  26. Ben, nun, man sollte sich...
    Ben, nun, man sollte sich überlegen, ob man am Ende eines Tages seinen Spass hatte. wenn ja, dann hat es sich gelohnt.
    Filou, eine Reihe alter Herrschaften hatten auch nie eine Uhr – das waren die, nach denen sich alle richten mussten. Aber das waren dann nicht immer die Nettesten. Wie so oft: Ein wenig Zeitgefühl ist nie ganz schlecht. Züge habe ich aber auch sehr oft verpasst.

  27. mark & Kollege, danke, das...
    mark & Kollege, danke, das ehrt mich, aber christina schon andeutet: Das Nachdenken war eher lässig (am See sitzen ist jetzt nicht so arg stressig), und das Niederschreiben war, nun ja, eher ein Streicheln denn ein Ackern in den Gehirnwindungen.
    .
    christina, die spannende Frage ist doch, was man von Dingen hat, die da sind, aber man bunützt sie nicht. Geld auf der Bank zum Beispiel – es gibt Kontoauszüge, aber existiert es? Mir erscheint solcher besitz wie ein wertloses Versprechen., eine Lebensaktie eines bankrotten Konzerns. Deshalb sieht es bei mir ja auch sehr viel prunkvoller als auf dem Konto aus.

  28. dunnhaupt, was ich von Amerika...
    dunnhaupt, was ich von Amerika gesehen habe, war vor allem der Blick aus der Windschutzscheibe. Amerika ohne Bandtacho und Lenkrad darunter wirkt vollkommen sutteal, da fehlt was. Allerdings muss ich auch sagen, dass Visalia jetzt nicht so das arg sehenswerte Touristenziel ist, wenn man nicht gerade bedenkt, dass dies die Region jener ist, die in Früchte des Zorns nach Westen gehen. Ich habe es nicht bedauert, dort gewesen zu sein, obwohl mir danach ein paar Monate Südfrankreich sicher mehr zugesagt hätten. Aber es war lehrreich, und wenn ich einen Sohn hätte, der von mit mit 19 mein OK zu zwei Monaten USA und Autokauf haben wollte, würde ich natürlich sagen, dass er spinnt und das absolut nicht in Frage kommt. (Meine Eltern waren lockerer als ich)
    .
    s’il vous plaît, danke, das ist mir eine Ehre.

  29. Werter Don,
    .
    auch hier passt...

    Werter Don,
    .
    auch hier passt wieder: „Reich ist, wer Herr seiner Zeit ist.“
    .
    Bitte beachten Sie den Doppelsinn dieses Satze.
    .
    Gruß Hanskarl

  30. christina, man könnte es auch...
    christina, man könnte es auch andersherum sehen; der Fragebogen von Max Frisch stieß mich mit der folgenden Frage darauf:
    „Wenn Sie in der Lage sein sollten, von Zinsen leben zu können: Halten Sie sich deswegen nicht für einen Ausbeuter, weil Sie, obschon Sie von den Zinsen leben könnten, selber auch arbeiten?“

  31. Firmengebäude der Gruen Watch...
    Firmengebäude der Gruen Watch Company in den 30ern
    http://www.pixelp.com/gruen/contents.html
    und heute in Google Street View
    http://tinyurl.com/yak5ao6

  32. Wolfram. die Strassen sind...
    Wolfram. die Strassen sind immer noch so schlimm wie früher. Manchmal frage ich mich, ob die Amerikaner überhaupt begreifen, wie runtergekommen ihr Land seit den 50er jahren ist. Und wieviel sie verloren haben – Gruen war nicht schlechter als die besten Schweizer Firmen.
    .
    muscat, in dem Fall wären es weniger die Zinsen als vielmehr das, was Reichen wieder genommen wurde.

  33. Danke Don, il est chez moi....
    Danke Don, il est chez moi.

  34. HansMeier555, Lakaien muss man...
    HansMeier555, Lakaien muss man sich erst mal leisten können, und die wurden in den letzten Jahren angesichts von diversen sozialen Ansprüchen sehr teuer. Ausserdem: Ist letztlich auch nur Stress, wenn man mal versehentlich von der Putzfrau eingesperrt wird und nicht mehr raus kann.
    .
    Lechthaler, „Moderne Zeiten“ sind noch was anderes, da geht es darum, wie Menschen sich der Ausbeutung unterwerfen. Heute geht es darum, wie sexy sie das finden, wenn jeder beim Arbeiten zuschauen kann.

  35. Bernhard B, bezieht sich das...
    Bernhard B, bezieht sich das auf das Caliber? Es ist ein 330, also das Grösste, und nicht das spätere, kaum gebogene 430.
    muscat, es ist das originale Arnband, und ich bringe es nicht über das Herz, es durch ein schöneres, aber historisch unkorrektes Lederband zu ersetzen. So trage ich sie eben im Konzert oder der Oper, da geht das. Ansonsten: Meist Longines, weil sie gut sind, ohne aufzufallen.

  36. Doctor Snuggles, das ist eine...
    Doctor Snuggles, das ist eine feine Lebenseinstellung. Allerdings sind gewisse Lebensbereiche einfach so gestaltet, dass man diese Dinge gar nicht als Belastung, sondern als Auszeichnung empfindet. Jedes System wird irgendwann schön, wenn man nur lange genug keine Alternativen hat, und ich würde auch warnen, die Leute davon abzubringen: So bedauerlich das in Einzelfällen sein mag, bringt es nichts, Käfigvögel eine Freiheit zu geben, die sie gar nicht wollen. das wäre so, als würde man einen Nichtkollegen von Springer ersuchen, einen feingeistigen Text über ein irrelevantes Thema zu schreiben: Die sind einfach, wie sie sind, ich darf das kurz illustrieren:
    .
    wk_kueveler @wk_baron in frankfurt fällt baum um; erschlägt frau. wir spazierten 5 min später vorbei und haben fotos v. ungl.-stelle. lokal oder bund?
    https://twitter.com/wk_kueveler/status/5858423307
    wk_baron @wk_kueveler Schick mal bitte deine Fotos an Cheffe @wk_runne und wir entscheiden dann, wo die Geschichte läuft. Danke!
    https://twitter.com/wk_baron/status/5859158368
    .
    Für solche Leute bitte weiter die Maschine.
    .
    Byron. ich denke, die Twittermode wird auch wieder nachlassen. Das Wachstum ist schon zu Ende, und warum alles Echtzeit sein soll, erschliesst sich mir ohnehin nicht. Was bringt das, wenn jeder immer alles sofort aufschreibt? Einen Tod der Literatur und der Erfindung.

  37. abf, ich hatte heute einfach...
    abf, ich hatte heute einfach leider keine Zeit, an den Formulierungen zu schleifen, bis sie scharf waren, deshalb der stumpfe Rohling. Keine Zeit zu schreiben heisst allerdings, das muss ich dazu sagen: Noch ein Sonnenuntergang am See.
    .
    Alter Bolschewik, eigentlich habe ich überlegt, dazu „Suso in Italia bella“ zu empfehlen, aber der Musikratschlag kommt immer erst zum Wochenende:
    http://www.lareverdie.com/cover_suso_in_italia_bella.php#site1
    Nicht unbedingt etwas für jeden, und definitiv eine der CDs, die man drei, vier mal hören muss, um drin zu sein.
    .
    Mein Anlass waren aber ein paar Stunden am See, in denen ich nur sass und auf das Wasser schaute. Ich habe nicht mal Bilder davon.

  38. Pardon, ich meinte damit Mr....
    Pardon, ich meinte damit Mr. svplaît;
    .
    und ’ne Gruen Curvex finde ich absolut angemessen, wenn Sie schon diese Wege zurücklegten, dann doch wenigstens im Plan der Zeit, und der alte Kontinent ist ja auch nicht schlecht, denn ab und an kann man auch mal eine Burg oder eine Schloss in echt besuchen, meinetwegen auch mit Millionärstochter, so Sie denn Zeit hat und nicht mehr so sehr ranglotzen muss, um die Welt zu retten
    .
    Erinnerungen sind gelegentlich besser als Bilder.

  39. Don, was wird denn den Reichen...
    Don, was wird denn den Reichen (ausser lachhaft geringen Steuern auf Kapitaleinkünfte) genommen? Bedaure, aber ich verstehe Ihren letzten Satz irgendwie nicht.
    .
    Für tagsüber ist übrigens auch Max Bill (Junghans) ganz tauglich. Automatik mit schwarzem Ziffernblatt.

  40. Don, das Problem an diesen...
    Don, das Problem an diesen Leuten ist aber, dass sie in der Regel nicht begreifen, dass es auch noch Alternativen zu ihrem Lebensmodell gibt. Sie erwarten, dass alle so sind. Wenn man solch eine Person als Chef hat, dann macht die Arbeit nicht mehr Spaß. Zum Glück ist es bei mir nicht so, aber ich habe ja noch einige Jahre vor mir…
    Die perfekte Überwachung ist, wenn sich der Kontrollierte gar nicht als kontrolliert fühlt, sondern das als Freiheit empfindet.

  41. @Don: Danke für die...
    @Don: Danke für die Vorstellung dieses Art-Déco-Entwurfs, sieht man nicht so oft, sowas.
    @Snuggles: Sie bringen es auf den Punkt. Ansprechbar ist man entweder auf der Arbeit oder zuhause, aber nicht beim Essen, da will man seine Ruhe.

  42. Apothekerstöchter, ein...
    Apothekerstöchter, ein überfälliges Thema.

  43. Don Alphonso, das ist eine...
    Don Alphonso, das ist eine spannende Frage, ich sehe das auch so, denn für mich wird Geld erst dann interessant, wenn ich es in Dinge umwandle, die mir gefallen und gut tun. Es gibt aber nicht wenige Menschen, denen es Vergnügen bereitet, sich die Zahlen auf ihren Kontoauszügen anzukucken, und sich vorzustellen, was sie alles damit machen könnten. Sie tun es aber nicht. (Ich kenne sogar eine Familie, die sich die Müllgebühren im Feriendomizil Oberstaufen spart, und die Mülltüten dann im Auto nach Hause karrt.) Tja, und dann wird es immer mehr auf dem Konto, und sie fallen ins Grab. Die bucklige Verwandschaft freut sich … hahaha … und verprasst das Geld.
    @muscat: Das mag vielleicht eine berechtigte Frage sein (sie gefällt mir), aber eigentlich gehts doch hier nicht nur um das Arbeiten an sich, sondern darum, warum sie ohne Not ihre Freizeit/Zeit einem Arbeitgeber (in diesem Fall eine Bank) in den Rachen wirft. Arbeiten, auch in einer Bank, mag ja okay sein, aber sich auswringen, und dann auch noch so tun, damit es keiner merkt. Nein, das verstehe ich nicht. Und das hat eher etwas mit missglückter Erziehung zu tun, oder auch mit absolut geglückter Erziehung unter wirtschaftlichen Aspekten.
    Wieso fragen wir (ich unterstelle hier keine einheitliche Masse) immer, wie wir „der Wirtschaft“ dienen können, aber nicht mehr, wie die Wirtschaft sein müsste, um uns, den Menschen zu dienen?

  44. Hmm, ich hab gerade das...
    Hmm, ich hab gerade das Gefühl Zeit zu verschwenden, ich schätze das geht einigen so. Da fällt mir ein: „Muße ist die höchste Form des Seins“, hab vergessen von wem das war, ich glaube irgendein alter Grieche. Indem wir uns in der Geschwindigkeit überschlagen bleibt die Zeit wiederum für Augenblicke stehen, ähnlich wie ein Autorad, das bei der Fahrt aussieht als würde es still stehen.

  45. Bei der armen Angestellten...
    Bei der armen Angestellten geht es weniger um den Faktor Zeit, als viel eher um den Faktor Kontrolle. Der wird sie schließlich krank machen. Unsere natürliche Geschwindigkeit haben wir noch lange nicht erreicht, da geht noch einiges, vielleicht sogar schneller als mein Laptop.

  46. @Autor - Ihre Beiträge sind...
    @Autor – Ihre Beiträge sind schön. In wie vielen Systemen hätte man Sie für Ihre sanften Brutalitäten inzwischen schlicht erschossen, verheiratet, mit Orden ersäuft, weggelobt oder ins Archiv versetzt? – Jedes Mal, wenn ich hier lese, fühle ich, nach doppelter Rückkopplung, diese mitteleuropäische Grundzufriedenheit in mir. Danke!

  47. Liebe Christina, bevor ich...
    Liebe Christina, bevor ich meine kleine Reise in die Apfelgaerten der Normandie beende, muss ich Ihnen Recht geben. Wer zur Hoelle hat uns beigebracht, sich einen Guten Job zu suchen, sich Chefs zu unterwerfen und der Fremdausbeutung preiszugeben?
    Es ist das eine Frage, der sich jeder stellen muss. Es wird uns NICHT gelehrt, unter allen Umstaenden, soweit es noch geht, Herr seiner Zeit und Herr seiner Einkuenfte zu sein.
    Gelehrt wurde uns ab Elternhaus und Schule, spaeter im Studium, uns einzufuegen, sprich: ES auszuhalten. Dinge auszuhalten, die dem Innersten eines Menschen widersprechen.
    Aber es ist spaet, und ich darf hier nicht weiter einer moeglichen Revolte das Wort reden.
    Ich darf nicht, weil mein Chef mich morgen braucht. Der Chef bin ich. Ich bin ein Opfer der Selbstausbeutung. Macht allerdings viel Spass.

  48. Zeit hin Zeit her. Zeit...
    Zeit hin Zeit her. Zeit vergessen, zu viel gelesen, jetzt 00:10, morgen früh wieder im Eimer. Mist mist mist.

  49. Lieber Filou, dann trinken wir...
    Lieber Filou, dann trinken wir jetzt noch eine kleinen Calvados! :-) Ich brauch mich morgen auch, und den Spaß sowieso, aber die Selbstausbeutung … hm, die kann man reduzieren, und dann macht das Leben noch mehr Spaß.

  50. Wer noch nicht in der Poofe...
    Wer noch nicht in der Poofe liegt, sollte jetzt ganz schnell ARTE gucken. Da wird das Thema nochmal durchgenudelt.

  51. Ohne TV-Gerät? Wird...
    Ohne TV-Gerät? Wird schwierig,.

  52. Fuer Sie, lieber Don, schaue...
    Fuer Sie, lieber Don, schaue ich morgen auf der Arte-Seite nach. Wenn man Glueck hat, kann man das dort noch mal anschauen.
    Wie ich Sie so kenne, sind Sie findig genug, und beduerfen meiner nicht.
    Es geht da mehr ueber Arbeit, den Sinn derselben, und eine neue Begrifflichkeit.

  53. tina thielen, mach ich doch...
    tina thielen, mach ich doch mit grösstem Vergnügen.
    .
    hansmeier555, die Gemeinsamkeit von Springerleuten und Rottachern ist die indezente Störung meiner Kreise.

  54. codizil, man sollte sich keine...
    codizil, man sollte sich keine Illusionen machen, Menschen kann man nicht einfach wieder aufziehen wie eine Uhr. Die Lager einer Uhr sind theoretisch für Jahrtausende richtig justiert, Menschen verändern sich unter Belastungen. Man sagt das denen ja auch. Aber nichts bringt sie dazu, darauf zu hören. Eine Ausrede, warum es trotzdem besser ist, als es nicht zu tun, finden sie immer.
    .
    yaq12, so wie ich das sehe, werden solche Praktiken stillschweigend geduldet. In der New Economy gab es welche, die ihren Angestellten Tips gegeben haben, was sie schlucken sollten, und bei vielen Juristen gilt der Ausnahmezustand als Normalität. weil man ja weiterkommen will. Ganze Branchen geilen sich an sowas auf. Eon ziemlich ungesundes Pack zieht man sich da gerade heran. Und wie gesagt: Niemand zwingt einen dazu, Die fühlen sich dabei toll.

  55. Foersterliesel und Gäste,...
    Foersterliesel und Gäste, generell denke ich, dass jeder selbst wissen muss, was er tut, und es ist in Deutschland legal, sich nach Belieben zugrunde zu richten, Wer erst mal so weit ist, hat sich nicht nur mitschleifen lassen, sondern ist auch freiwillig mitgegangen. Muss es wohl auch geben, und man kann solche Leute auch nicht anketten oder dauerüberwachen.
    .
    Mach ich, Hanskarl. mach ich.

  56. ... schoenes Bild, verehrter...
    … schoenes Bild, verehrter Don Alphonso, dass es nichts bringe, „Käfigvögel eine Freiheit zu geben, die sie gar nicht wollen“.
    Aber nicht vergessen: Genau hinhoeren, und nicht alles fuer bare Muenze nehmen, wenn gefangene Voegel das Lied von der Freiheit anstimmen, besonders wenn „Kopflanger“ diesen Chor bilden!

  57. möchte nur ganz kurz durch...
    möchte nur ganz kurz durch einen Hinweis auf „Momo“ an die Kinderbuchdiskussion anknüpfen.

  58. Och männo, HansMeier, das...
    Och männo, HansMeier, das wollte ich doch gerade schreiben…
    Graue Herren, die einem die Zeit wegrauchen. Man sieht sie nicht mehr so häufig. Die sitzen jetzt in 1-Raum-Eckkneipen oder stehen am Bahnhof in gelb markierten Todeszonen.

  59. @Yaq12: Sie sagen es: Unser...
    @Yaq12: Sie sagen es: Unser Gehirn braucht zum Denken Zeit! Schlimmer noch: Es braucht sogar zur Wahrnehmung der Gegenwart Zeit: nämlich etwa 400 Millisekunden. Das heißt wenn wir uns der Gegenwart bewusst werden, ist sie schon Vergangenheit. Und alle möglicherweise schon zuvor eingesetzten Handlungen sind Reflexe. Was man daraus lernen kann? Dass es ein Jetzt nur subjektiv gibt. Und weil das so ist, darf man sich gerne auch immer wieder nach seiner inneren Uhr richten.

  60. Oh, was für ein schöner,...
    Oh, was für ein schöner, schöner Beitrag! Das sollte man mal allen Leuten zu lesen geben, die sich für ach so wichtig halten und mosern dass sie nie Zeit haben. Aber das scheint ja wirklich im Arbeitsleben zum guten Ton zu gehören, wenn man nicht über Stress und Überstunden klagt ist man wohl nicht wichtig genug… ich habe einen Kollegen der sich auch immer beschwert. Er macht wirklich viele Überstunden, verbringt aber geschätzte 2 Stunden am Tag damit, Kaffee zu trinken, Zeitung zu lesen und sich bei den Kollegen zu beschweren wie viel er denn zu tun hätte. Einmal kam er sogar ins Büro an einem Tag wo er Urlaub gehabt hätte und jammerte, es hätten ihn schon so viele Leute angerufen etc. Nachdem ich mitkriegte wie er seinen 15-minütigen Sermon schon beim dritten Kollegen abspielte, meinte ich nur trocken „Dann geh mal lieber ans schaffe anstatt so viel zu schwätze“ (man verzeihe mir bitte den Dialekt, leider färbt das hier mit der Zeit ab). Er war dann etwas beleidigt, die anderen Kollegen kicherten leise…
    Was ich vor allem nicht begreife: Wenn man sich immer abhetzt und Überstunden macht leidet doch die Qualität der Arbeit ganz dramatisch. Im Endeffekt „spart“ man eigentlich viel mehr Zeit wenn man in Ruhe konzentriert seine Arbeit macht als wenn man versucht 1000 Sachen auf einmal zu erledigen, weil man dann doppelt so lange mit Fehlerkorrektur zubringt. Um auf Momo zurückzukommen: Man denke an Straßenfeger Beppo: Atemzug, Besenstrich, Schritt nach vorne, etc. Alles schön der Reihe nach :-)
    Für mich ist ein Unwort unserer Zeit das „Multitasking“. Multitasking führt doch nur dazu, dass man alles ein bischen, aber nichts richtig macht.
    Seufz, jetzt musss ich mich aber zum Sklaven der Zeit machen – meine Kaffeepause ist um ;-)

  61. Eine Musikempfehlung ist kein...
    Eine Musikempfehlung ist kein Problem:
    http://www.messitschbyburns.de/archives/407
    http://www.bohrenundderclubofgore.de/html/index.html
    Zeit mitbringen!
    Grüße aus Leipzig

  62. ... "Mulitasking" am...
    … „Mulitasking“ am Arbeitsplatz, verehrte(r) unellen, auf dem Weg dorthin ein Abstecher in die Imbissstube, waehrend des Verzehrs des Hamburgers ein Blick in den Terminkalender, wieder zu Hause ein delikates Fertiggericht aus der Mikrowelle, anschliessend eine Zigarette u. ein Quickie .. Hoffentlich ist bald Urlaub: Last Minute, egal wohin …

  63. Ich möchte kurz aus...
    Ich möchte kurz aus Machiavellis „Der Fürst“ zitieren:
    […] „Nun bin ich beruhigt über Euer letztes Schreiben vom 23. des vergangenen Monats, dem ich mit Zufriedenheit entnehme, wie angemessen und gemächlich Ihr Euer öffentliches Amt ausübt, und darin möchte ich Euch bestärken, denn wer seine Bequemlichkeit einmal für die der anderen aufgibt, verliert die seine, und für die der anderen weiß man ihm keinen Dank. Und da Fortuna alles lenken will, muss man sie es treiben lassen, Ruhe bewahren und ihr nicht hinderlich sein, und die Zeit abwarten, bis sie uns Menschen etwas tun läßt.“ […]
    Nun, genau diese Art wird aber heute als unmodern angesehen, jeder meint doch, die Welt steuern zu können. Ein Politiker, der sich nicht durch hektischen Aktionismus profiliert, wird gleich von den Medien angegriffen, Konzern“lenker“ sind im Dauerstreß und selbst der kleinste Mitarbeiter muss seine Arbeitsergebnisse in Excel-Sheets oder SAP-Masken eintragen, damit man Grundlagen für die nächste Sparmaßnahme hat.

  64. Werter Don,

    sehr...
    Werter Don,
    sehr philosophisch….
    Manchmal denke ich so nach einem ewig langen Arbeitstag und und Haushalts- und Gesellschaftspflichten um 22:30 Uhr an den „Seewolf“ mit seinem Käpitan und dem Bild von den Matrosen, die arbeiten um zu fressen und fressen um zu arbeiten.
    Ist doch auch nicht anders bei uns, auch wenn man nicht in die Wanten klettern muss sondern in der Unternehmensberatung tätig ist….
    Ich beneide Sie um die Möglichkeit, sich angenehmeren Dingen widmen zu können.
    Ich habe mir gestern „Die Wohlgesinnten“ gekauft, bis ich damit fertig bin stehe ich wahrscheinlich schon am Rollator und versuche mich dran zu erinnern, wo ich gerade bin (Rottach-Egern, Kampen, Kö, Zeil, where the h..?)
    Gruß aus dem Norden

  65. Noch eine Sache: vor längerer...
    Noch eine Sache: vor längerer Zeit lief mal ein Beitrag über das First Class Terminal der Lufthansa am Frankfurter Flughafen im Fernsehen. Dort wurde auch der mittlerweile verstorbene Panasonic-Europachef Joachim Reinhart interviewt. Der hatte (zumindest dort im Fernsehen) völlig die Ruhe weg und meinte nur, wenn er diesen Aktionismus und Streß an den Tag legen würde, den er bei anderen Leuten auf seinen vielen Reisen beobachtet, dann wäre es schon längst tot. Tja, da könnten sich vielleicht auch andere mal ein Beispiel dran nehmen.

  66. @unellen: Beim Thema...
    @unellen: Beim Thema „Multitasking“ vergessen einige Menschen gerne, dass auch ein Computer den einzelnen Arbeitsschritt (und damit die Arbeit insgesamt) nicht schneller, sondern lediglich verschiedene Arbeitsschritte parallel statt sequenziell durchführt. Ein Symptom unserer Zeit, in einer Zeiteinheit lieber 5 Arbeitseinheiten (Vorgänge, Projekte,…) zu 80% erledigt zu haben als 4 zu 100% und 1 Arbeitseinheit noch ausstehend? Hier wäre doch DAS Forum für eine Diskussion diesbezüglich…alles zum Teil und nichts 100%ig gemacht, das kennen wir doch auch von modernen Fahrrädern mit japanischer Mechanik und anderen Anschlägen auf unser Qualitätsempfinden ;-)

  67. @Doctor Snuggles: Der gute...
    @Doctor Snuggles: Der gute Mann wäre wahrscheinlich gar nicht erst bei Panasonic Europe in Amt und Würden gekommen, wenn er schon beim morgendlichen Kaffeeschwatz und E-Mail-checken vom Stress gepeinigt worden wäre, wie der ein oder andere rangniedere Büroarbeiter. Also wenn ein Handwerker so eine „OhGottOhGott-wie stressig-das-Alles-ist-Attitüde“ mitbrächte, würde man wahrscheinlich an seiner Qualifikation zweifeln und die Arbeiten anderweitig vergeben.

  68. Doctor Snuggles, wie recht Sie...
    Doctor Snuggles, wie recht Sie haben.
    Auf einer Weihnachtsfeier („Year-End-Party“) meines vorherigen Arbeitgebers sprach der Vorstand von unternehmerischer (!) Verantwortung eines jeden einzelnen (auch des „kleinen“ Sachbearbeiters), die man in Krisenzeiten (einige hyperventilierende Gehirnathleten oder sog. hot shots hatten im abgelaufenen Geschäftsjahr der Firma Fantastilliarden an Abschreibungen beschert) zeigen müsse. Am Montag darauf reichte ich meine Kündigung ein.
    Bis heute gibt es in dem Laden meines Wissens keinen einzigen Unternehmer.

  69. @ Beobachter: er selber hat ja...
    @ Beobachter: er selber hat ja mal in einem Spiegel-Interview gesagt, dass er gerade in Japan erstmal lernen mußte, Zeit mitzubringen. Soviel zur „japanischen Mechanik“ ;-)

  70. Ruhe verschaffen kann sich,...
    Ruhe verschaffen kann sich, wer zu delegieren versteht.
    Dafür braucht man geeignete Gefolgsleute, denen man voll vertrauen kann, und die auch unkontrolliert loyal und kompetent sind.
    .
    Wirkliche Klasse beweist, wer sogar die Entspannung delegieren kann. Einfach mal den Bürochef für eine Woche nach Rottach schicken.

  71. Der Zwang zur Hektik ist also...
    Der Zwang zur Hektik ist also auch Folge mangelnder Beziehungs- und Führungsfähigkeit.

  72. HansMeier, die Sache mit dem...
    HansMeier, die Sache mit dem Deligieren war auch das, was Joachim Reinhart ansprach. Er sagte, er hätte qualifizierte Leute um sich herum, die genau wüßten was sie tun und denen er vertrauen könnte. Nun wissen wir natürlich nicht, ob nicht vielleicht diese Mitarbeiter am hyperventilieren waren. Aber wie Sie schon geschrieben haben, als guter Chef sorgt man auch dafür, dass man nicht nur selber entspannt ist, sondern auch die Kette nach unten ihre Arbeit ordentlich erledigen kann. Jede Brücke stürzt ein, die längere Zeit einem höheren Druck ausgesetzt ist als ihre Konstruktion erlaubt.

  73. Wir sollten den Don mal...
    Wir sollten den Don mal verdonnern, mindestens drei Wochen lang internetfrei zu verbringen, vielleicht an irgendeinem großartigen Palazzo im Schwarzmeergebiet ohne IT-Anschluß.
    Einen Monat lang keine Texte schreiben!
    Damit wir auch selber mal wieder zum Arbeiten kommen, meine ich.

  74. Nachdem ich gerade erfahren...
    Nachdem ich gerade erfahren habe, dass die VG-Wort- und VG-Bildkunstausschüttung in meinem Fall möglicherweise genug einbringen, um mir in Meran/Obermais 5 Quadratmeter zu kaufen, sieht es eher nach 5 Jahren Daily Don aus. Danach haben die Leser ihre Ruhe, und ich mein Haus Henrietta. Zumindest ein Stockwerk.

  75. @ Doctor Snuggles ("Jede...
    @ Doctor Snuggles („Jede Brücke stürzt ein, die längere Zeit einem höheren Druck ausgesetzt ist als ihre Konstruktion erlaubt.“): Diese Weisheit ist leider gerade dort nicht verbreitet, wo sich die Mitarbeiter tatsächlich ständig unter Zeitdruck befinden und nicht selten systematisch „unter Druck gesetzt“ gesetzt werden, das ganze gerne garniert mit dürftigem Salär. Das lässt dann sehr gut auf den ganzen „Laden“ und die gelebte Unternehmens“kultur“ schließen. Mit Bauwerken oder Maschinen würde kein Mensch mit etwas technischem oder ökonomischem Verstand dauerhaft so verfahren und permanent „auf Verschleiß fahren“ oder strukturschädigende Belastungen in Kauf nehmen. Auf der anderen Seite die pseudo-gestressten, die dauernd jaulen und meinen sie tragen das Leid der Welt auf ihren Schultern (nicht selten im klimatisierten Büro, mit flexiblen Arbeitszeiten und Zugang zur Kaffeemaschine anzutreffen). Da hilft nur ein gedankliches Rollenspiel und man bemerkt (hoffentlich), dass es noch „stressigere“ und „schlechere“ Arbeistplätze gibt als den eigenen.

  76. Zum Thema findet sich heute...
    Zum Thema findet sich heute bei Dilbert noch ein ausgezeichneter Strip: http://www.dilbert.com/dyn/str_strip/000000000/00000000/0000000/000000/70000/4000/100/74151/74151.strip.gif

  77. Den Don verdonnern. Klingt...
    Den Don verdonnern. Klingt gut, HansMeier.
    Ich nehme mir aber jetzt schon mal frei. Muss einer Freundin zur Seite stehen, die sich zum Ende des Jahres auch aus ihrer Pseudo-Unter-/Arbeitnehmer-Position lösen möchte. Glücklichmachen ist das größte Glück!

  78. Don Alphonso, schön, dass Sie...
    Don Alphonso, schön, dass Sie das Wahlergebnis inzwischen scheinbar verdaut und in Ihre Form zurückgefunden haben. Nach einiger Abstinenz werde ich wieder gelegentlich vorbeischauen. Mit freundlichen Grüßen.

  79. @ Beobachter: neue Leute...
    @ Beobachter: neue Leute einzustellen ist nicht so teuer. Eine neue Brücke zu bauen, schon eher. Sie wissen doch, die Kosten. Menschenmaterial gibt es genug.

  80. @Doctor Snuggles: Mea culpa....
    @Doctor Snuggles: Mea culpa. Ich kann die volkswirtschaftliche Denke nicht ablegen. Aber gerade bei diesen Themen muss man die Argumentationslinien in der Tat klar trennen und betriebswirtschaftlich ist der Keks diesbezüglich ja schnell gegessen, wie recht Sie haben. P.S.: Menschenmaterial ist ein „böses Wort“ und bestimmt auf irgendeinem Index.

  81. @Doctor Snuggles: Hmm, also...
    @Doctor Snuggles: Hmm, also mit dem „Menschenmaterial“ kommts mittlerweile drauf an, wo – in einigen Branchen herrscht chronischer Fachkräftemangel, der Demographie sei dank (meine Generation wird zwar kräftig in die Rentenkasse einzahlen und selber keine kriegen, dafür wird in 20 Jahren keiner von uns arbeitslos sein, wenn man den Prognosen glauben schenken darf).

    was den Druck generell angeht: Manchmal kann ich manche Chefs, die Druck ausüben aber schon verstehen, denn es gibt auch faule Leute, die am Arbeitsplatz viel Zeit vertun (und sich dann über Stress beschweren). Das ist meist die Sorte, die man auch nicht mehr vernünftig loswird, dem Kündigungsschutz sei dank…

  82. Ja ja, die Alphatiere:...
    Ja ja, die Alphatiere: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,661964,00.html
    Übrigens, weil hier Momo erwähnt wurde: laut Ende sollte es eine Kritik des Geldsystems sein: http://de.wikipedia.org/wiki/Momo#Hintergrund

  83. @ Beobachter: wenn jedes Wort,...
    @ Beobachter: wenn jedes Wort, das Hilter mal im Mund hatte, gleich auf einen Index kommt – dann gute Nacht: http://de.wikipedia.org/wiki/Menschenmaterial
    @ Unellen, die Sache mit dem Fachkräftemangel sehe ich mit gemischten Gefühlen. Es wurde z.B. auch mal behauptet, es gäbe nicht genügend Ingenieure. Ein Bekannter ist Ingenieur, hat sich in ganz Deutschland beworben, arbeitet jetzt bei einer Zeitarbeitsfirma, weil ihn sonst niemand brauchte. Gut, ich kann seine Qualitäten nicht beurteilen, vielleicht waren den Firmen auch seine Studienleistungen nicht gut genug, das weiß ich natürlich nicht. Aber ganz so schlimm kann es nicht sein.

  84. @ Doctor Snuggles: Oh mein...
    @ Doctor Snuggles: Oh mein Gott, es war der GröFaZ höchstselbst? Damit hatte ich ja nicht mal gerechnet.
    @ unellen, Doctor Snuggles: Ja mit den Arbeitsplätzen ist das so eine Sache. Mit „Vollbeschäftigung“ wie in den 1960er würde ich jedenfalls auch nicht rechnen. Aber Vollbeschäftigung mit relativ (zur Qualifikation) oder absolut gesehen geringen Löhnen und qualitativ undefinierten Arbeitsplätzen ohne Arbeitnehmerrechte wäre ja auch Vollbeschäftigung. Beide Varianten wirds meines Erachtens nicht geben, „Fachkräftemangel“* hin oder her.
    *gibts auch wenn 25jährige Ingenieure gesucht werden, aber nur alte (und teure) verfügbar sind (so rein betriebswirtschaftlich) Und in 20 Jahren sind auch wir „alt“, unellen)

  85. Werter Don,
    vielen Dank für...

    Werter Don,
    vielen Dank für diesen Beitrag.
    Das Verhältnis zur Zeit sagt sehr viel aus, wie man eigentlich leben möchte und wie man dann doch tatsächlich lebt.
    Wenn ich nicht Getriebene wäre, wohin würde ich mich mit all meiner freien Zeit dann treiben lassen?
    Vielen Dank auch für das wunderschöne Foto Ihrer Uhr.
    Sie erinnerte mich an meine Zeit in Santa Barbara (CA). Die Zeit dort möchte ich nicht missen, denn nie zuvor und nie danach hatte ich soviel Zeit, die ich füllen konnte, wie ich wollte. Nicht getrieben, nicht gedrängt, sondern einfach so.
    Danke.

  86. Ja Frau Walfwuff, das dürfte...
    Ja Frau Walfwuff, das dürfte auch ein Problem sein: würden die Leute ausharren und mal ruhig nach links und rechts, vorne und hinten schauen, dann würden sie wahrscheinlich feststellen, dass ihr Leben eigentlich tödlich langweilig ist. Durch dieses „nicht zur Ruhe kommen“ müssen sie sich aber nicht mit sich selber auseinandersetzen. Auch eine Form der Problemverdrängung.

  87. Doctor Snuggels, generell ist...
    Doctor Snuggels, generell ist Krankheit, wenn man sie dann als Mann hat, kein gutes Thema. Wird immer so lang wie möglich ignoriert. Genetisch bedingte Dummheit, ausser bei den eingebildeten Kranken.
    .
    Frau Waldwuff, gern geschehen. Ich denke, wenn man sich Zeit lässt, dann findet man auch schon was, was einem zusagt. Getrieben sein ist jetzt nicht wirklich das, was mir behagen würde, und einen gewissen Grunddruck mache ich mir schon selbst. Aber viel weniger, als meine Umwelt auf mir sehen möchte. Man nehme nur mal die Anfragen, ob ich das hier nicht hauptberuflich woanders machen möchte, die ab und an reinkommen – ja, wozu denn? Um mir auf Redaktionskonferenzen von Leuten, die ich zutiefst verabscheue und denen man nicht vorgestellt werden möchte, Zeug anzuhören, von dem sie keine Ahnung haben? Einer der Schulversager meiner Heimatstadt zum Beispiel ist Chef eines Onlineportals für Computer. Nein danke, da mache ich lieber so weiter. Und habe mehr Zeit.

  88. @Doctor Snuggles, Beobachter:...
    @Doctor Snuggles, Beobachter: Der vielgerufene Ingenieursmangel ist meines Erachtens (und Erfahrung) nach eine reine Spiegelfechterei für Statistiker und gewisse Journalisten. Denn nicht jeder Ingenieur ist ein Maschinenbau- oder Elektro-Ing. Darauf läuft der angebliche Mangel aber letztlich hinaus, erweitert vielleicht noch um den ein oder anderen Wiwi. In anderen Disziplinen sieht die Arbeitswelt dagegen etwas anders aus.
    Dieses Bild wird sich durch die Einführung von Bachelor und Master in Zukunft wohl ändern, wenn erst die letzten Dipl.-Ing.s in Rente oder in der Kiste liegen.

  89. Ja Don, und die Frauen...
    Ja Don, und die Frauen drängen gerade dazu, gleichberechtigt an dieser Krankheit teilzuhaben. Bekloppt. Ich sage immer zu meiner Frau, sie möge doch auch bitte mehr Gleichberechtigung fordern und sich einen Job suchen, damit ich zu Hause bleiben kann. Macht sie aber nicht, deshalb muss ich mich in der Firma herumärgern.
    Habe gerade eine schöne Webseite mit Ausstattungsmaterialien für die nächste Zeitkiller-Beschäftigung gefunden: http://www.torten-kram.de/
    Herrlich, oder?

  90. Es tut mir leid : Mir hatte...
    Es tut mir leid : Mir hatte und hat es in den USA immer besser gefallen als in Frankreich!
    Mir sind nämlich Leute höchst unsymphatisch,die „Einen“ schief ansehen ODER GAR NICHT REGISTRIEREN,weil man ihre Sprache nur bruchstückhaft beherrscht und eben schlecht pronaunciert (weil man eben jemand ist,der nicht ständig dort lebt).
    Und das Festhalten an ihrer „Grande Nation“ ist ja wohl höchst läppisch !

  91. @arathorn: Sollten Sie die dt....
    @arathorn: Sollten Sie die dt. Staatsbürgerschaft haben, sind Sie in F eben auch nur einer von den „Boches“. Die sind ziemlich nachtragend dort.

  92. Arathorn, bin nun ueberhaupt...
    Arathorn, bin nun ueberhaupt nicht Ihrer Meinung, was Frankreich betrifft. Mein Franzoesisch ist so, dass ein guter Freund mir riet, vom Gebrauch dieser Sprache bitteschoen abzusehen, da die Franzosen schon genug schlechte Erfahrungen mit Deutschen gemacht haetten.
    Nichtsdestotrotz begebe ich mich ohne Faden in dieses Labyrinth, verlaufe mich, stelle mich bloed an und mache auch sonst jeden ignoranten Unsinn.
    Ergebnis: Man ist freundlich, charmant und hilfsbereit mir gegenueber.

  93. Also, ich kann das alles nicht...
    Also, ich kann das alles nicht bestätigen, aber weil der namensgebende Teil der Familie aus dem Elsass stammt, bin ich etwas voreingenommen. Und das ist noch milde ausgedrückt.

  94. Don, koennte es sein, dass das...
    Don, koennte es sein, dass das an der Unterschiedlichkeit der genetisch bedingten Themperamente liegt? Sie sind Bayer, ich bin Rheinlaender.

  95. Und ausserdem, lieber Don,...
    Und ausserdem, lieber Don, sind die Elsaesser ein besonderer Menschenschlag, schon wegen des ewigen Wechsels der Herrschaft-und das nicht erst seit 1871.

  96. Die Distinktion erfolgt in...
    Die Distinktion erfolgt in Frankreich überwiegend durch die Sprache gerade wie auch in England nur sind die Franzosen in der Regel unverzeihlich. Mit einfachen Leuten redet man für gewöhnlich unbeschwert, aber wenn’s um Geschäftsbeziehungen etc. geht wirkt dieses mächtige Herrschaftsinstrument wie ein altes unerbittliches Uhrwerk.

  97. Frankreich wäre mal ein...
    Frankreich wäre mal ein grosses, eigenes Thema, aber. Ach je. Dazu bräuchte ich etwas Raum und vielleicht eine Reise dorthin, dieses Jahr bin ich ja nur durchgefahren. Und auf die Schnelle – ich muss jetzt leider noch zum Einkaufen. Und für morgen habe ich schon ein anderes Thema, aber, um es kurz zu machen: Ich fühle mich in Frankreich sehr daheim. Würde man sagen: Du kannst hinziehen, wohin Du willst, jetzt sofort – würde ich sagen: Saint Valier de Thiey. Ich glaube, ich war nirgendwo so zufrieden wie in einem Olivenhain in Saint Valier de Thiey.
    .
    Menschen sind überall übel, sicher. Aber wenigstens sind sie in Frankreich in Frankreich übel.

  98. Das ist wahrscheinlich sehr...
    Das ist wahrscheinlich sehr richtig, besonders auf der anspruchsvolleren Ebene. Ich bin dort aber nur als Besucher, nicht wirklich Tourist, die Verbleibsfrequenz ist kurz aber haeufig.
    Wenns aber ums Geldverdienen geht, findet jede Nation eine Lingua Franca. Das geht sich aus.

  99. Man kommt ja zu nichts mehr!...
    Man kommt ja zu nichts mehr! Dieser/dieses Blog wächst ja schneller als man lesen kann.

  100. Es ist auch immer etwas...
    Es ist auch immer etwas anderes, ob man nun als Tourist für eine gewisse kurze Zeit irgendwo wohnt oder ob man sich dort auch dauerhaft niederläßt. Bösen Ressentiments kann man jedenfalls in beiden Fällen ausgeliefert sein.
    @ arathorn: „Gods own Nation“ finde ich aber auch nicht besser als „Grande Nation“. Wirkt in beiden Fällen überheblich. Nichts gegen die USA, ich war gerne da und vom positiven Denken können wir uns hier wirklich eine dicke Scheibe abschneiden. Aber dauerhaft in diesem Kulturkreis leben zu wollen… wohl eher nicht.

  101. wolfbartels, ich bin mittelalt...
    wolfbartels, ich bin mittelalt und brauche das geld für einen Altersruhesitz in Meran.
    .
    Filou, gerade habe ich gelesen, dass nirgendwo die Oberschicht so abgeschottet ist, wie in Deutschland, was vielleicht nicht stimmt – aber generell würden mich auch mal die Erfahrungen in Frankreich interessieren. Ich habe ja etwas den Verdacht, dass es in Frankreich nicht eine Oberschicht gibt, sondern viele parallele Gesellschaften, die eigene Oberschichten ausbilden. In Deutschland läuft das dann alles entweder auf den Tegernsee, die Westviertel oder den Sosajediematsch im Spreesumpf zu.

  102. Was diue Ableitung einer...
    Was diue Ableitung einer tollen Nation aus der Geschichte angeht: Da ist mir alles suspekt. Immerhin hat es Frankreich geschafft, in diese Geschichte auch Zola einzubauen an jener Stelle, da am in den USA immer noch auf Sozialistenjagden stolz ist.

  103. Don, ich glaube schon, dass...
    Don, ich glaube schon, dass dort die Gesellschaftsschichten sich sehr abschotten. Ich glaube auch, dass diese Abschottung mit der Nachbarschaft beginnt. Man liebt die Familie, man hat einen Freundes-oder Bekanntenkreis, mit dem man etwas ritualisiert umgeht. Damit hat es sich. Das ist der Kreis, in dem man bleibt. Man versucht, anderen nicht auf den Nerv zu gehen. Das ist uebersichtlich, kompliziert genug, aber sicher. Dafuer kann man in der Oeffentlichkeit etwas offener, dennoch distanziert, mit Fremden aller Art umgehen. Man liebt, wie die Amerikaner, einen zivilisierte Umgang miteinander. Die einen halt so, und die anderen anderss. Die Amerikaner sind affirmativ, die Franzosen sind postiv, offen, aber distanziert.
    So glaube ich es sehen zu muessen. Diese Sicht als Richtlinie genommen fuehrt selten zu Problemen. In der Regel bin ICH das Problem.

  104. Naja Zola, aber bevor er...
    Naja Zola, aber bevor er wieder in Gnaden aufgenommen werden konnte, musste er wegen seiner Haltung zur Dreyfuss-Affaire nach London fluechten. Sicher kein Ruhmesblatt der Grande Nation.

  105. Danke für den tollen Blog!...
    Danke für den tollen Blog! (Man ist versuchgt zu ergänzen: „… auch wenn er nichts ändert, nichts bewirken wird“, aber das versteht sich sowieso.)
    .
    Und Vaters Uhr sieht genauso aus.
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    Und man ist versucht einen ganz anderen Text zu zitieren, „wg. des Seestücks“:
    .
    „Er liebte das Meer aus tiefen Gründen: aus dem Ruheverlangen des schwer arbeitenden Künstlers, der vor der anspruchsvollen Vielgestalt der Erscheinungen an der Brust des Einfachen, Ungeheueren sich zu bergen begehrt; aus einem verbotenen, seiner Aufgabe gerade entgegengesetzten und ebendarum verführerischen Hange zum Ungegliederten, Maßlosen, Ewigen, zum Nichts. Am Vollkommenen zu ruhen, ist die Sehnsucht dessen, der sich um das Vortreffliche müht; und ist nicht das Nichts eine Form des Vollkommenen? Wie er nun aber so tief ins Leere träumte, ward plötzlich die Horizontale des Ufersaumes von einer menschlichen Gestalt überschnitten, und als er seinen Blick aus dem Unbegrenzten einholte und sammelte, da war es der schöne Knabe, der von links kommend vor ihm im Sande vorüberging.“ („Der Tod in Venedig“, S. 37).
    .
    Oder evtl. noch anders: „Die Zeit, die im traditionellen Bildungsroman die Perspektive der Fortentwicklung zu garantieren schien, birgt … keine Utopie mehr …“ in: Kindlers Literaturlexikon, „Der Zauberberg“. Wir alle wissen halt vom Verfall, der (auch) unsere Jetzt-Zeit ausmacht.
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    Oder noch anders: „Auch der weibliche Hamster im Laufrad kann sich wie bekannt ggfls. neue, verbesserte Luxusscheuklappen masschneidern lassen, damit er (sie), nicht das wirkliche Leben draußen/daneben sehen muss.“
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    Solange die Menschen nicht genug leiden unter dem Leben, welches sie führen, werden sie nichts ändern. Es ist also u.u. nicht meine Aufgabe einzugreifen. Also warten wir ab. In Geduld und Gelassenheit.
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    Evtl. steckt auch ein bißchen eine ganze Menge Pessoa im Sachverhalt (kein Wunder in dieser Zeit): „Die Welt gehört dem, der nicht fühlt. Die Grundvoraussetzung, um ein praktischer Mensch zu werden, ist ein Mangel an Sensibilität. Eine menschenleere Straße ist nicht etwa eine Straße, auf der niemand geht, sondern eine Straße auf der Menschen gehen, als wäre sie menschenleer. Es gibt kein Glück ohne Wissen. Aber das Wissen vom Glück bringt Unglück; denn sich glücklich wissen heißt wissen, daß Glück Zeit ist und daß Zeit unweigerlich vergeht. Glücklich, wer nicht denkt, da er instinktiv und dank seiner organischen Bestimmung verwirklicht, was wir anderen auf Umwegen und infolge einer nicht organischen oder gesellschaftlichen Bestimmung verwirklichen müssen. Man sollte die Existenz eintönig gestalten, damit sie nicht eintönig wird. Den Alltag beruhigen, damit auch die kleinste Einzelheit eine Zerstreuung mit sich bringt. Heute dasselbe fühlen wie gestern heißt nicht fühlen – heißt sich heute an das erinnern, was man gestern gefühlt hat, heißt heute der lebendige Leichnam dessen zu sein, was gestern gelebt hat und verlorenging. “
    .
    Und: „Wahre Erfahrung beruht auf einem verminderten Kontakt mit der Wirklichkeit und einer verstärkten Analyse dieses Kontaktes.“ Was ein Glück also, dass Don Alphonso mit gesundem Instinkt genau das wohl auch herausgefunden hat, seine Bekannte aber eben noch nicht.

  106. @Don
    "Abgeschottet" oder "sich...

    @Don
    „Abgeschottet“ oder „sich verkrochen“?
    .
    Auf den USA ruht meine ganze Hoffnung. Letztlich können uns nur die USA aus dem bürgerlichen Jammertal herausführen und der Welt ein neues, goldenes Zeitalter sieghaften Feudalismus bescheren. Alles in allem sind sie dabei auf dem besten Weg. Es fehlen nur noch ein paar Stilberater.

  107. La France, so übel sind die...
    La France, so übel sind die Franzosen nun doch nicht, meistens eine Frage des Stils, nicht unbedingt immer eine Frage der Bildung, sondern das Rufen im Walde lässt auch den Hörer innehalten, sofern er nicht der Schreier dorten selbst war.
    .
    Kommunikation kann doch nicht zum Schwierigsten der Welt ausarten, scheint aber mittlerweile so; für Franzosen, na, da muss ich doch eine Lanze brechen, ich komme wunderbar klar mit Ihnen; und ausserdem auch ein schönes Land mit vielen schönen Dingen, honi soit qui mal y pense.
    .
    Na, die Sache mit der Oberschicht sollte man schon differenzierter sehen, es gab auch Indochine;
    apropos: Wie kam denn Frankreich überhaupt ins Spiel, Uhren bauen sie doch im Jura.
    @Filou, das sehe ich genauso, meistens ist Mann/Frau selbst das sich im Weg stehende Chaos, welches das Verhalten gegenüber der anderen Welt so beinflusst.

  108. Und es gibt auch...
    Und es gibt auch gesellschaftliche Zusammenschau. Ein Beispiel:
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    „Ich würde beginnen mit einem einfachen Satz: Wir müssen auf unsere Wähler und auf unsere Mitglieder hören. Hätte die SPD diesen Satz in den letzten Jahren befolgt, wäre ihr vieles erspart geblieben.
    .
    Was wollen Sie denn inhaltlich ändern bei der SPD, wenn Sie da noch was zu sagen hätten?
    .
    Lafontaine: Beginnen wir mit der Rente, die jetzt auch von Herrn Steinmeier angesprochen worden ist. Es ist nun einmal so: die Rentenformel ist zerstört worden. Wir haben den Sachverhalt, dass jemand, der heute 1000 Euro im Monat verdient – und das sind ja immer mehr, die sogenannten Niedriglöhnerinnen und Niedriglöhner -, am Ende eines langen Arbeitslebens nach 45 Jahren nur 400 Euro Rentenerwartung hat. Das ist eine totale Zerstörung der Rentenformel, das ist das Programm für Armutsrenten und diese Rentenformel müsste die SPD in den Mülleimer werfen, müsste sagen, wir haben hier einen großen Fehler gemacht. Menschen, die ein Leben lang arbeiten, müssen am Ende ihres Lebens eine Rente bekommen, dass sie gut davon leben können.
    .
    Das dritte ist Hartz IV. Das ist ja so einfach gesagt, Hartz IV, wir haben uns an das Wort gewöhnt. … Hartz IV bedeutet die Zerstörung der Arbeitslosenversicherung insbesondere für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die früher bis zu 36 Monate Arbeitslosengeld bekommen haben, weil sie auch jahrzehntelang einbezahlt haben. Sie konnten sich also darauf verlassen: wenn sie im Alter arbeitslos werden, müssen sie nicht mehr überall hin betteln gehen. Das ist zerstört worden. Viele sind nach einem Jahr so gestellt wie Leute, die nie gearbeitet haben.“
    .
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1068936/
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    Wer am Ende tatsächlich noch ein ererbtes Vermögen hätte, auf dass er zurückgeifen könnte, wäre tatsächlich noch etwas besser dran.

  109. Dr. Snuggels, die boesen...
    Dr. Snuggels, die boesen Ressentiments gibt es ueberall und in allen Schichten. Ich wohne seit einer Ewigkeit in den Niederlanden und weiss ueber Ressentiments so ziemlich alles. Aber auch da muss man eine differenzierte Sicht ueben.
    Fuer die Ressentiments der Niederlaender habe ich jede Menge Verachtung ueber. Im Laufe der Jahre habe ich mich aber so gut aufmunitioniert, dass ich jedes Gefecht gerne annehme. Auch das Fuehren einer Schlacht wuerde mich nicht in Verlegenheit bringen.
    Aber das ist ein Thema ueber das ich hier nicht reden moechte. Eigentlich ueberhaupt nicht.

  110. Und, lieber HansMeier555, ein...
    Und, lieber HansMeier555, ein paar Jahrtausende Warten und ein Ende derer komischer Glaubensrichtungen. Ich würde meine Hoffnungen weiter auf Europa setzen. Hier hat es keiner nötig, sich zu verkriechen, man ist nur froh, dass sich Springers Schlammhüpfer an Bohlen und Co. abarbeiten.
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    perfekt!57, bitte, gern geschehen, die Sache ist nur: Meine Startbedingungen eines begrenzt linksliberal-intellektuellen Elternhauses mit Schach und Literatur sind anders als die einer rechtsreaktionären Grossfamilie im bayerischen Oberland, bei der es als Alternative zum Beruf nur die Rolle am Herd gibt. Man darf ja nicht übersehen: Das Mittelalter ging in Bayern erst vor ein par Jahren zuende. Und da hatte sie eben Pech, auf der falschen Seite der besseren Kreise geboren zu sein.

  111. @kollege: Richtig, es ist eine...
    @kollege: Richtig, es ist eine Frage des Stils. Nirgends fuehle ich diesen betreffend sicherer als in Frankreich.

  112. Uns ging und geht es vor allem...
    Uns ging und geht es vor allem darum, etwas beizutragen, wie den anderen auch. Mehr nicht. Weniger darum, zu kommentieren. Schon gar nicht: Zu verkleinern.
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    Aus der Erfahrung halt: Vor gut einer Woche war ich in der Niederlassung eines deutschen Mittelständlers (ca. 600 MA) im (sehr überschaubaren) Industriegebiet von Dampierre bei Besancon in Frankreich (dort ca. 20 MA). Die dortige Niederlassungsleiterin ist eine Deutsche aus Leipzig, studiert in Greifswald, sehr nett, kompetent usw., genau richtig an den Platz, Alter ca. Mitte 40, verheiratet, 3 Kinder, welche dort mit ihrer Familie auch lebt. Und anscheinend zufrieden. An dem Tag war zufällig auch ein Beamter des französischen Arbeitsamtes dort und schaute sich um („Arbeitsbedingungen. usw.“). Die Dame erklärte mir, dass einer ihrer Arbeitnehmer schon seit drei Monaten krankfeiern würde, „wg. der Arbeitsbedingungen usw.“. Und dabei würden sie sogar Tarif zahlen, schließlich hätten die Franzosen ja sogar den Mindestlohn(!). Und deshalb würde der Mann ja schließlich über 1.200,- Euro brutto im Monat verdeinen(!)“.
    .
    Und mir ging auf, dass es in diesem Falle tatsächlich höchst unverständlich sein musste, warum der Mann sich mit krankfeiern vor der Arbeit drückte: Bei ca. 1209,- Euro brutto für 168 Stunden sollte er sich ja im Grunde auch fürstlich entlohnt fühlen (€ 7,10/h) … . (Mehr noch: Ist man ja heute im Allgemeinen auch. Oder etwa nicht?)

  113. @Don
    Die einzig mir bekannte...

    @Don
    Die einzig mir bekannte „komische Glaubensrichtung“ ist der Glaube an Aufklärung und Demokratie. Und bis der verschwindet, braucht man bestimmt keine 5000 Jahre zu warten.
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    Die USA haben das militärische, wissenschaftliche, wirtschaftliche und sonstige Potential, China und Europa zu erobern und zu privatisieren (wie einst die Vandalen das weströmische Reich). Daraus könnte dann ein neues Lehnswesen entstehen, und aus diesem wiederum — nach ein paar dunklen Jahrunderten — eine neue Kultur und eine neue Zivilisation.
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    Das einzige Problem: Sie wollen noch nicht. Die sind dort noch nicht so weit. Aber es läuft alles in die richtige Richtung. Ein bißchen Geduld muß man schon mitbringen. Das ist ja auch das Thema Ihres Beitrages.

  114. @perfekt!57: Darum ging es...
    @perfekt!57: Darum ging es gestern auch in der Diskussionrunde bei ARTE, eine feine Art, sich durch spaetes Fernsehen den naechsten Morgen zu versauen. Es ging auch um die, in der franzoesischen Oeffentlichkeit stark diskutierten Selbstmorde von Telecom-Mitarbeitern.
    Heute mittag, bei einer stillen Nachbetrachtung waehrend einer Autofahrt, wurde mir bewusst, dass die naechste Revolution aus Frankreich kommen wird. Die koennen das, da haben sie Erfahrung-und wer mal gesehen hat, wie beherzt sich die Franzosen mit der Exekutive ihres Staates pruegeln, weiss: Ca ira!

  115. Amerika? Ja sicher. Auf den...
    Amerika? Ja sicher. Auf den USA ruhen unsere ganzen Hoffnungen. Gerade auch, was den sinnvollen Gebrauch der Zeit angeht. Z.B. hier, wie es Herr Schwarzenegger aktuell vormacht:
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    „Der Fall Kalifornien sieht so aus: Die Geldreserven der Staatsregierung in Sacramento reichen noch bis zum 28. Oktober 2009. Dann entsteht eine Milliardenlücke, so lange, bis im Frühjahr eine neue Welle von Steuereinnahmen in die Kassen fließt. Diese Lücke muss der Gouverneur mit Krediten überbrücken. Zum 1. November etwa werden drei Millionen Dollar Lehrergehälter für über 1000 Schulbezirke fällig.
    .
    Städte, Gemeinden, Schulbezirke und Bundesstaaten sind in Amerika, genauso wie in Deutschland und in anderen föderalistischen Staaten, immer wieder auf Kassenkredite angewiesen, um ihre laufenden Ausgaben decken zu können. So müssen zum Beispiel Gehälter jeden Monat gezahlt werden, bestimmte Steuern gehen jedoch erst zum Quartalsende ein.
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    Sollte die Regierung das Geld auf dem Kapitalmarkt nicht auftreiben können, muss sie sich definitiv an Washington wenden … . Kalifornien, der bevölkerungsreichste Bundesstaat und – für sich genommen – die sechstgrößte Volkswirtschaft der Erde, steht am Rande der Zahlungsunfähigkeit. “
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    Das macht die Zeit: Ungefähr alles, was wir von den USA wussten, über sie glaubten, ist Makulatur. Überholtes Wissen von gestern. Fast scheint es so.
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    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/898/312809/text/
    .
    „Die Lehrergehälter aus dem Kassenkredit“ – das hat bloß unser öffentlicher Dienst noch nicht begriffen, dass das womöglich hier bei uns auch so kommen soll, denke ich jeden Tag erneut, wenn ich mit Leuten aus dem öffentlichen Dienst zu tun habe. Und ist kein Witz: Steht da wohl so, weil es so ist. („womöglich auch hier bei uns hier so kommen soll“: „…denn sind wir erst mal alle gleich weit unten am Boden, können wir auch gerecht und gleichberechtigt und solidarisch unsere demokratischen Staaten wieder aufbauen“. (Und irgendjemand muss doch auch Vorteile davon gehabt haben, das jetzt die Substanz weg ist, solcherart auf Pump gewirtschaftet werden muss, von der Hand in den Mund, oder?)
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    Wichtig scheint doch wohl vor allem eines zu sein: Das man die eigenen Probleme erst mal globalisiert, nicht(!) löst. Denn sonst müsste man sie ja alleine lösen. Daher ist Zeit gewinnen (s.o.) so wichtig – und die Globalisierung des nicht-gelösten Problems. Denn haben das Problem erst einmal alle, werden sich die anderen am Ende hoffentlich auch mächtig ins Zeug legen, am Ende noch für mich mit, wenn ich es geschickt anstelle.)
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    Wenn wir die Zahlen ungefähr richtig im Kopf haben beträgt dasgerade neu bewilligte US-Verteidungsbudget fürs kommende Jahr 496 Milliarden Dollar.
    Hinzu kommt ein Verteidigungssonderbudget fürs kommende Jahr für den Krieg in Afghanistan in Höhe von ca. knapp 180 Milliarden Dollar (denn den Krieg in Afghanistan kann man mit den 496 Milliarden Dollar nicht führen, die reichen dafür nicht.).
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    Über die Höhe der gesamten US-Schulden gibt es unterschiedliche Rechnungen und Berichte: Von zwischen 8.000 und 10.000 Milliarden Dollar ist die Rede.
    .
    Wenn ich aber bei einem Kontostand von minus 10.000 Milliarden Dollar zusätzlich pro Jahr 680 Milliarden für weitere militärische Zwecke locker mache, dann wird die Tilgung höchstwahrscheinlich eher nicht leicht fallen. (Wahrscheinlich setzt man dann die Tilgung aus, und überweist den Gläugiern (z.B. China, evtl. Emiraten und Großbanken) nur die Zinsen: Das wären dann auch nochmals über 600 Milliarden Dollar pro Jahr (bei nur 6% Zins): Die USA, ein Volk, in Zinsknechtschaft verfallen.
    .
    (Man hat die u.u. evtl. enthaltene Polemik selber gespürt „Da kann man dann auch keine Lehrer mehr bezahlen, oder Wiederaufbauhilfe für/in NewOrleans leisten“. Auf absehbare Zeit höchstwahrscheinlich nicht. Mit 180 Milliarden Dollar direkt nach Afghanistan geben, könnte man wahrscheinlich das ganze Volk kaufen, wenn das nicht so unmoralisch wäre, wahrscheinlich sogar für viel weniger: BIP in Afghanistan ca. 20 Milliarden Dollar p.a., mehr nicht- so gesehen – und nur so gesehen! – hat es höchstwahrscheinlich noch nie finanziell erfolgreichere Kämpfer als die Taliban gegeben (Mörder!).)

  116. Abschottung aus Angst
    @Don...

    Abschottung aus Angst
    @Don Alphonso: Zola war utopischer Sozialist, aber er war ein Revolutionär, im wesentlichen aber immer noch ein bürgerlicher, nicht modern sozialistischer, nicht marxistischer. Dem entsprechend war die Kunstform, die er begründete, der Naturalismus, nicht der Realismus. Und nur als solcher, als Radikaler Bourgois konnte er in die „Grande Nation“ eingebaut werden, mal abgesehen von der Sache mit Dreyfuss, wie Filou richtig bemerkt. In Deutschland gibt es keine radikalen Bourgeois, selbst der radikalste Bourgeois, ein faschistischer gar, ist ein Biedermann, ein sog. Spießer, kaum zu unterscheiden vom Durchschnittsbürger, also auch kein Grund solche irgendwo einzubauen. Daher ist in Deutschland die herrschende Klasse homogener, dabei aber nicht wirklich elaboriert, selbst am Tegernsee nicht, oder hier im Taunus, sondern einfach nur spießig homogen, möchte möglichst nicht auffallen. Solches schottet sich ab, aus Angst, nicht aus Größenwahn. Nicht die Klasse bindet, sondern die gemeinsame Angst.
    Die Abschottung in Frankreich geschieht viel bewusster, da Ausdruck eines besonderen Lebensstils, eines gewissermaßen bürgerlich-aristokratischen. Dieser wiederum ist kulturell einerseits bindend, also verbindlich, andererseits offen, da diese Verbindlichkeit als Bindung genügt. Auch der linke Intellektuelle, solange er den Stil der Bourgeoisie nicht gänzlich verneint, hat hierin einen Platz. Das macht den Eindruck, als gäbe es mehrere Oberschichten. Allerdings ist die Grande Nation auch keine einheitliche. Der Proletarier in Frankreich gehört zu dieser Nation nur, da er sich nicht über die Klasse des Proletariats definiert, sondern immer noch über die Klasse, aus der heraus er sich sozialisierte – den Bauern und städtischen Kleinbürgern, dem Subjekt der französischen Revolution. (Ein solches Subjekt gibt es in Deutschland auch, aber es ist der Untertan, der Niedergehaltene, seit den Bauernkriegen! – kein Identifikationssubjekt, schon gar nicht für eine neue, eine revolutionäre Klasse, einer proletarischen. Revolutionäres Subjekt kann diese Klasse nur sein als proletarische oder gar nicht!)
    Der radikalste Prolet in Frankreich hingegen ist daher eigentlich immer noch ein Bauer. Dementsprechend auch seine Kampfmethoden – Entführung und Anschläge inbegriffen.
    Habe hierzu schon vor einiger Zeit einen Beitrag geschrieben, den ich in einem FAZ-Blog unterzubringen hoffte – Franzose will er sein -, aber leider sind eben nicht alle Mitarbeiter bei der FAZ (bzw. freie Mitarbeiter) so cool, wie das Thema, über das sie schreiben. Bringe ihn hiermit passenderweise zur Kenntnis, per Link: http://blog.herold-binsack.eu/?p=441
    @ Filou: Aus dem Gesagten geht auch hervor, dass das französische Proletariat als ein solches gemeinhin überschätzt wird, es ist ein aufständisches Subjekt, aber kein revolutionäres, kein sozialistisches. Und ein revolutionäres Subjekt kann heute nur noch ein sozialistisches sein, kein bürgerliches, und sei es noch so radikal. Wenn das französische und das deutsche allerdings gemeinsame Sache machen würden, wer weiß?
    Ich persönlich glaube, dass revolutionäre Aufstände in Europa möglich sind, aber diese kommen dann von seine Rändern. Griechenland, Spanien, Portugal, Irland gar, oder sogar aus dem Osten, aus dem ehemaligen sozialistischen Block. Letztere aber müssten ihre antikommunistischen Affekte eben so schnell überwinden, wie ihr absurdes Hoffen in den Kapitalismus, was durchaus möglich ist, aber nicht wahrscheinlich. Der Sozialismus selber – nicht zu verwechseln mit revolutionären, quasi sozialistischen Aufständen – kann daher – wenn überhaupt in Europa – nur noch aus den relativ entwickelten Ländern kommen, dort wo das Kapital selber die Voraussetzungen für schafft, sozusagen dermaßen hoch organisiert ist, dass der Sozialismus wie ein reifer Apfel vom Baum fällt, und initiiert durch revolutionäre Aufstände ringsum, die die Zentren wirtschaftlich abwürgen. Es könnte so aussehen, wie Marx das schon zu seiner Zeit als Ideal gesehen hatte: als Zusammenwirken der sozialistischen Revolution mit einer Neuauflage der Bauernkriege. Diese Krise oder die nächste machen das vielleicht wahr.

  117. perfekt!75
    der genannte herr...

    perfekt!75
    der genannte herr bogenpisser hat bei der gelegenheit noch mehr gesagt.
    .
    sinngemäss, dass sein verein das vertritt, was sich die mehrheit der deutschen wünscht.
    .
    ja eben, wozu noch wahlen?
    .
    hat nicht carl schmitt ähnliches dem führer (ab mai 1945: gröfaz) zu gute gehalten? sinngemäss, der führer vollende die demokratie, indem er das tut, was die wünsche und bedürfnisse der mehrheit sind, etwas, was so eben nur ein führer könne…
    .
    schon sonderbar, dass dieses interview so folgenlos blieb.
    .
    Mir ekelt vor diesem tintenklecksenden Seculum, wenn ich in meinem Plutarch lese von großen Menschen. Der lohe Lichtfunke Prometheus‘ ist ausgebrannt, dafür nimmt man jetzt die Flamme von Bärlappenmehl – Theaterfeuer, das keine Pfeife Tabak anzündet. Da krabbeln sie nun, wie die Ratten auf der Keule des Hercules, und studieren sich das Mark aus dem Schädel, was das für ein Ding sei, das er in seinen Hoden geführt hat. Ein französischer Abbé dociert, Alexander sei ein Hasenfuß gewesen; ein schwindsüchtiger Professor hält sich bei jedem Wort ein Fläschchen Salmiakgeist vor die Nase und liest ein Collegium über die Kraft. Kerls, die in Ohnmacht fallen, wenn sie einen Buben gemacht haben, kritteln über die Taktik des Hannibals – feuchtohrige Buben fischen Phrases aus der Schlacht bei Cannä und greinen über die Siege des Scipio, weil sie sie exponieren müssen.
    .
    warten wir es ab, was dieser begnadete selbstdarsteller noch alles zustande bringt. überhaupt, hiess das bei denen zur wahl nicht, rente ab siebenundsechzig niemals? wie lang will der denn noch machen?

  118. @ perfekt!57: ich kenne die...
    @ perfekt!57: ich kenne die Arbeit des Angestellten nicht. Und ich weiß nicht, wie das Lohngefälle der Gegend sonst so ist. Daher kann ich nicht sagen, ob sein Lohn viel oder wenig ist. Wissen Sie das oder vergleichen Sie mit den Löhnen in Frankfurt oder München?
    @ HansMeier555: ich würde meine Hoffnung nicht in die USA stecken. Dort sind die Leute mehr damit beschäftigt, allesamt hoffnungslos reich zu werden. Für den Rest der Welt interessieren sie sich in der Regel nur, wenn man dort etwas verkaufen kann oder es dort etwas gibt, was man selber braucht.
    Im übrigen hat das amerikanische Imperium seinen Zenit überschritten. Sie hätten mehr daraus machen können, waren aber die ganze Zeit mit Konsum beschäftigt und haben sich dabei hoffnungslos verschuldet.
    Die USA brauchen den Rest der Welt, weil sie es selber nicht mehr auf die Reihe kriegen, in allen möglichen Bereichen. Warum glauben Sie werden Wissenschaftler aus aller Welt in die USA geholt? Offensichtlich ist ihr eigenes Bildungssystem so schlecht, dass sie nicht mehr genügend eigenen Nachwuchs ausbilden können. Und die sollen die Welt retten?
    Ach ja, und mittlerweile hat die VR China soviel Dollars gehortet, dass sie die USA auf einen Schlag zahlungsunfähig machen könnten, wenn es ihnen gefiele. Da würde ich erstmal dran denken, bevor ich mich auf die verlasse.

  119. Gääääähn, schon wieder...
    Gääääähn, schon wieder Revolution?
    .
    Voltaire hatte Recht: Es war ein Unfug, den Bauern Lesen und Schreiben beizubringen. Sie sollen das Feld pflügen und keine philosophischen Traktate verfassen. In diesem Punkt möchte ich dem großen Wühler ausdrücklich zustimmen.

  120. @Doctor Snuggles
    Die USA haben...

    @Doctor Snuggles
    Die USA haben trotz allem die bessere Hardware. Was die Chinesen in der Hand haben, sind doch nur Papierschnipsel. Da unterschreibt der Präsdent drei Verordnungen, und die sind nix mehr wert. Aber das Atomwaffenpotenzial und die Flugzeugträger, die bestehen weiterhin.
    Vor über 100 Jahren haben Europäer schon einmal China kolonialisiert, das könnten die USA ja auch einmal probieren. Das einzige, was die Amerikaner (und auch uns Europäer, jaja) von so was abhält, ist, daß es innenpolitisch schwer durchsetzbar ist. Aber daran arbeiten wir ja gerade.

  121. War ein mal ein Revoluzzer
    im...

    War ein mal ein Revoluzzer
    im Zivilstand Lampenputzer;
    ging im Revoluzzerschritt
    mit den Revoluzzern mit.
    Und er schrie: „Ich revolüzze!“
    Und die Revoluzzermütze
    schob er auf das linke ohr,
    kam sich höchst gefährlich vor.
    .
    Rest hier: http://www.mela.de/Mela/revoluzzer.html

  122. Der angelsächsiche...
    Der angelsächsiche Kolonialismus des südstaatlichen bzw. südafrikanischen Typs hält alle Antworten auf die Fragen der Globalisierung längst bereit. Wir müssen uns nur dazu durchringen, sie auch anzuwenden. Da sind wir noch arg im Rückstand. Aber wenn wir wollen, ist es kein Traum. Feudalismus nach innen, Kolonialismus nach außen, dann finden auch unsere Unterschichten wieder einen Arbeitsplatz.

  123. Wenn ich an Europa...
    Wenn ich an Europa denk…
    Der Don kennt es vielleicht von seinen Ausflügen in den Süden, alle anderen aus dem Fernsehen (nur den Interpreten hier wahrscheinlich nicht):
    http://www.youtube.com/watch?v=-OAX8qNPU6w
    .
    Ein schönes Wochenende allerseits!

  124. Marc Antoine Charpentier...
    Marc Antoine Charpentier (1643–1704), Te Deum, Kirchenmusik. Wurde zum ersten Mal zur Eurovisionsendung anlaesslich der Hochzeit von Koenigin Elisabeth eingesetzt.
    War ’ne Notloesung, man hatte nix anderes-und wusste es nicht besser.
    Aergerlich, weil der Rest ist auch zauberhaft. Nur die Eleitung ueberspringe ich.

  125. @Filou: Wenn Sie schon Mühsam...
    @Filou: Wenn Sie schon Mühsam bemühen, dann doch bitte im Ganzen:
    Der Revoluzzer
    Gewidmet der deutschen Sozialdemokratie
    War ein mal ein Revoluzzer
    im Zivilstand Lampenputzer;
    ging im Revoluzzerschritt
    mit den Revoluzzern mit.
    Und er schrie: „Ich revolüzze!“
    Und die Revoluzzermütze
    schob er auf das linke ohr,
    kam sich höchst gefährlich vor.
    Doch die Revoluzzer schritten
    mitten in der Straßen Mitten,
    wo er sonsten unverdrutzt
    alle Gaslaternen putzt.
    Sie vom Boden zu entfernen,
    rupfte man die Gaslaternen
    aus dem Straßenpflaster aus.
    zwecks des Barrikadenbaus.
    Aber unser Revoluzzer
    schrie: „Ich bin der Lampenputzer
    dieses guten Leuchtelichts.
    Bitte, bitte, tut ihm nichts!
    Wenn wir ihn‘ das Licht ausdrehn,
    kann kein Bürger nichts mehr sehen.
    Laßt die Lampen stehn, ich bitt! –
    Denn sonst spiel ich nicht mehr mit!“
    Doch die Revoluzzer lachten,
    und die Gaslaternen krachten,
    und der Lampenputzer schlich
    fort und weinte bitterlich.
    Dann ist er zu Haus geblieben
    und hat dort ein Buch geschrieben:
    nämlich, wie man revoluzzt
    und dabei doch Lampen putzt.
    Erich Mühsam

  126. Lieber Devin, wegen der hier...
    Lieber Devin, wegen der hier gebotenen Kuerze bot ich nur die ersten zwei Strophen dar.
    Anschliessend kam ein Hinweis auf die passende Website.
    Ich kriege immer schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich mehr als 20 Zeilen schreibe. Es hat natuerlich auch etwas mit der Kuerze meines Gedankenganges zu tun.

  127. Verehrter Don, wuerden Sie...
    Verehrter Don, wuerden Sie bitteschoen in den naechsten 3 Wochen Themen ansprechen, die mein Engagement nicht herausfordern.
    Mein (gelegenliches) lautes Lachen bei diesen naechtlichen Seancen am Computer rufen in meinem/unseren Haus Unmut und Misstrauen hervor.
    Herr Meier, das gilt auch fuer Sie! An Ihren Rempeleien habe ich sehr viel Vergnuegen. Aber nicht nur das, Sie Zugewinn.

  128. Entweder Geiz, da ich die...
    Entweder Geiz, da ich die Woche in der Hinsicht enorm viel erlebt habe, oder eine kleine Abhandlung darauf, dass es nicht zum Zusammenbruch der südlichen Wirtschaftszentren kam, wie manche angesichts der Krise vermuteten.

  129. @ Hans Meier: Die Europäer...
    @ Hans Meier: Die Europäer haben China nicht wirklich kolonisiert, sondern immer in speziellen Europäer-Vierteln gewohnt. Sicherlich, sie haben auch immer, speziell bei den Boxeraufständen, gezeigt, welchen hohen zivililisatorischen Anspruch sie über die Welt haben: Morde, Brandschatzungen und Vergewaltigungen. Damit läßt sich die Welt wirklich gut regieren.
    Aber setzen wir doch mal die Pickelhaube ab und legen den Hamburger beiseite: Kanonenbootpolitik funktioniert nicht mehr so einfach in einer globalisierten Welt. Die Amerikaner stellen ja nicht alles alleine her, sondern müssen überall in der Welt Rohstoffe und Bauteile kaufen. Mit einer Währung, die nichts mehr wert ist, funktioniert das nur nicht. Die USA sind völlig verschuldet und wenn der Dollar fallen sollte, dann geht gar nichts mehr. Und per Dekret wird der Dollar nicht aufgewertet, nur weil sie die USA sind. Die Zeiten sind vorbei.
    Im übrigen: die Amerikaner haben vielleicht die modernere Technik, aber die Chinesen haben die größte Armee der Welt. Technik alleine bringt es nicht, das hat Vietnam gezeigt und das wird auch in Afghanistan deutlich. Dazu kommt, dass die Chinesen in allen Bereichen aufholen. Es werden U-Boote gebaut, Flugzeugträger, eigene Flugzeuge entwickelt, Atomwaffen besitzen sie schon lange und Raketen, diese bis in die USA zu tragen haben sie auch schon. Also, wovor sollten die Chinesen Angst haben? Und, falls Sie es noch nicht mitbekommen haben: wenn, dann kolonisieren die Chinesen die USA, nicht umgekehrt. Die Bevölkerungszahlen der weißen Schicht in den USA fallen, die Geburtenrate insgesamt hält sich nur dank der Einwanderer aus Asien und vor allem aus Mexiko und Südamerika stabil. Die WASP, die bislang die USA fest in ihren Händen gehalten haben, sterben langsam aus. Mit wem also wollen Sie die größte Bevölkerung der Welt kolonisieren? Mit mexikanischen Einwanderern?

  130. „Ganz oder gar...
    „Ganz oder gar nicht“
    @Filou: Ich verstehe schon. Nur kommt es schon darauf an, ob mit dem Dargestellten – Ihrem Auszug aus dem Gedicht – , der Dargestellte nicht verfälscht wird. Und mir schien das so, eben auch aus dem Kontext Ihres Beitrages betrachtet. Mühsam war selber ein „Revoluzzer“, und wie aus dem Untertitel deutlich wird, ironisierte er einen gewissen Typus von Revoluzzertum, jenen, der dann auch nahtlos in den Opportunismus, dem arbeiteraristokratischen Reformismus der genannten Sozialdemokratie, hinüber wuchs. Und das Wesen dieses Typus, die Pointe sozusagen, erkennt der Leser erst in dem von Ihnen nicht gebrachten Teil des Gedichts, und natürlich auch aus dem Untertitel: Gewidmet der deutschen Sozialdemokratie. Und aus diesem Grund hielt ich es für nötig, das ganze Gedicht – ungekürzt – zu bringen. Die paar Zeilen mehr, tun niemanden weh, aber sie verhindern Falschinterpretation (denn bei weitem nicht jeder klickt in den Link). Und wir verbrauchen hier schließlich kein Papier. Daher meine ich: „Ganz oder gar nicht“ (vgl. die britische Arbeiterkomödie: http://de.wikipedia.org/wiki/Ganz_oder_gar_nicht).

  131. @Devin08: mein Lieber, Ihre...
    @Devin08: mein Lieber, Ihre Beweggruende sind mir klar-und sehr verstaendlich. Es ist das ja auch kein wirkliches Problem. Hier ist garnichts ein Problem. Es ist nur so: im Geiste stehe ich, gekleidet in meine irreste Jacke, zwischen vielen Menschen, halte in der einen Hand ein alkoholisches Getraenk (ansonsten bevorzuge ich bei ernsten Gespraechen Wasser) , in der anderen Hand klemmt ein stinkender Zigarillo, von dem ich hoffe, das er nicht bemerkt wird (frueher, ach ganz frueher, verirrte sich die Raucherhand gerne an die Taille einer Dame)-und so geistere ich von Grueppchen zu Grueppchen, in der Hoffnung etwas Interessantes zu hoeren, bei entsprechender Kondition selber etwas beizutragen, gern auch ausserhalb jeglicher Relevanz. Die groesste Freude empfinde ich beim Austausch gepflegter Unverschaemheiten. Wenn die mich treffen, bin ich stinkesauer, goennerhaft verteile ich auch gerne welche…
    .
    …ich vermute, dass das Alphonsesche Unternehmen so bedacht ist. Wenn sich also auf dieser Party Dickbrettbohrer, Hochstapler, Flachgeister, Vollidioten (sehr selten), Vegetarier, Veganer, Kokser, Sauefer und Eintaenzer treffen, bitte gerne. Die Welt ist bunt. Sie soll so bleiben.
    .
    Aber, lieber Devin, wer so belesen ist wie Sie, ist auch in der Lage einen Gedankengang nach der notwendigen Exposition mit einer gut bedachten Punktlandung auf den Boden zu bringen. Dann macht es echte, wirkliche Freude. Und ich wuerde mich nicht so ueberanstrengt fuehlen, obwohl ich Ihnen gerne folgen moechte.
    Darf ich Ihnen eine Drink vom Buffet holen?

  132. Hier ist Platz für alles und...
    Hier ist Platz für alles und jeden, nur Trolle und Springermitarbeiter würde ich gern draussen bleibend sehen.

  133. lieber don,

    sie geben hier...
    lieber don,
    sie geben hier einen sehr schönen einstieg in die beschäftigung mit der – meiner meinung nach – „schwierigsten“ aller dimensionen. ich halte die vorherrschende auffassung und den umgang mit der zeit, wie ihn der typische „erfolgsmensch“ bei uns pflegt, für eine der größten komplikationen der gegenwart.
    glauben sie vielleicht, dass es der menschheit bei der gestaltung der zukunft nützlich sein kann, zeit nur als eine beliebige x-achse zu verstehen? für mich wird jedenfalls immer klarer, dass wir uns wirklich in „zeiträumen“ bewegen, auch wenn statistisch gesehen der verbleibende rest meiner irdischen tage bereits bei meiner geburt beziffert werden konnte.
    wenn man sich die bedeutung dieser grundlegenden erfahrung mal ganz langsam auf der zunge zergehen lässt, dann kann den diktierten umgang mit zeit nur einer echten prüfung unterziehen.
    dazu würde ich einige, bekannte symptome unseres alltags in einem zusammenhang sehen wollen: mikrowelle, palm, tgv, twitter, abs, „turbo-abi“, studiengebühren, bachelor + master, harz IV, endlager, ccs (carbon capture and storage), outlook, schweinegrippe, rentenlüge, etc.
    ich muss leider feststellen, dass besonders deutsche und amerikaner zu einer generellen hyperaktivität neigen, nur kurzfristiges im sinn haben und keine zeit mehr für eigene massstäbe finden. mit einem seitenblick auf andere gesellschaftsformen und alte kulturen kann ich jedoch erkennen, dass eine entspanntere einstellung zur zeit bitter nötig ist.
    ein blick auf die hellenistische wertschätzung des müssiggangs als bestandteil der philosophischen ausbildung erklärt, warum man sich „zeit“ zur reflektion, kreativität und weiterführender erkenntnis leisten muss. hier kann ich allen entscheidern aus politik und wirtschaft eine art renaissance als langfristig, stärkenden standortfaktor nur empfehlen.
    abschliessend, bevor es jetzt ins bett geht, werde ich noch kurz meine alte automatik aufziehen. denn am rechner gibt mein arm dem uhrwerk nicht den nötigen schwung.
    mit besten grüßen

  134. Verehrter Don Alfonso,

    seit...
    Verehrter Don Alfonso,
    seit ca. 30 Jahren, leiste ich mir den Luxus ohne persönliche Uhr zu leben. Ab und zu misbrauche ich irgendeines der uns überall umgebenden Instumente, das als kostenlose Dreingabe auch über eine Uhr verfuegt, zur Bestimmung des aktuellen Zeitkorridors. Ungefaehr reicht … Auch stecke ich mein Taschengeld nicht in vom Duft des Dünkels umgebene minimechanische Relikte sondern in makromechanische wie den Oldsmobile Delta 88. Diese riechen ehrlich nach Benzin, manchmal nach einem Schal, den Laurean Bacall darin vergessen hat oder auch nach Shit von Dean Moriarty’s letzter Zigarette.
    Weiter oben hat @Filou eine Quarzuhr gekauft, um den Zug pünktlich zu erreichen. Das wär nicht notwendig gewesen wenn er statt DB … JR (Shinkansen) gefahren wäre. —> Keep it simple wie man von Keb Mo lernen kann:
    Two cars, three kids, six phones
    A whole lot of confusion up here in my home
    Five-hundred stations on the TV screen
    Five-hundred versions of the same ol‘ thing
    Y’all know it’s crazy
    And it’s drivin‘ me insane
    Well, I don’t wanna be a superman
    I just wanna go somewhere, use my hands
    And keep it simple
    Oh real simple
    You know I called my doctor on the telephone
    The lines were open, but there was nobody home
    Press one, press two, press pound, press three
    Why can’t somebody just pick up the phone and talk to me?
    Y’all know it’s crazy
    You know it’s driving me insane
    I don’t wanna be a superman
    I just wanna go somewhere, use my hands
    And keep it simple
    (Yes I do)
    Real simple
    (Play the blues)
    Well I went down to the local coffee store
    The menu went from the ceiling all the way down to the floor
    Decaf, cappuccino, or latte said the cashier
    I said gimme a small cup of coffee and let me get the hell up outta here
    Y’all know it’s crazy
    Oh it’s driving me insane
    Well, I don’t wanna be a superman
    I just wanna go somewhere, use my hands
    And keep it simple
    Oh lord, real simple
    Well now I don’t wanna be a superman
    I just wanna go somewhere, use my hands
    And keep it simple
    Real simple
    Real simple

  135. Verehrter Don Alfonso,

    mit...
    Verehrter Don Alfonso,
    mit den Trollen würde ich mich gut stellen. Ich bin mir sicher, daß auch auf Ihrem Schreibgerät jede Menge Software von Trolltech arbeitet ;-)

  136. @Dr. Snuggles: Auch Indien...
    @Dr. Snuggles: Auch Indien wurde eigentlich nie „richtig“ kolonialisiert. Es geht nicht darum, überall zu siedeln und zu wohnen, sondern einer produktiven (!) Gesellschaft (also nicht Afghanistan, sondern eher China) eine Souveränität überzustülpen und die Gewinne abzuschöpfen. Das geht ja auch indirekt, durch diskriminierende Steuern, Zölle, etc. Oder einfach durch Tributforderungen, wie die Mongolen im 13. sie erhoben haben: Zahlt uns diese Summe, und eure Stadt liegt morgen nicht in Schutt und Asche!
    .
    Ich meine: Wenn jeder Chinese täglich nur 5 Cent Tribut an die westliche Eroberer-Koalition zahlen würde (sagen wir mal in Form nachträglich erhobener roaylities, Patentgebühren, etc.), dann bräuchten wir uns über Haushaltslöcher schon viel weniger Gedanken machen.
    .
    Die Mittel dazu hätten wir. Das einzige Problem ist, daß wir das nicht wollen, weil so was nicht unserem Selbstbild entspricht. Aber die letzten 20 Jahre haben ja gezeigt, daß da noch viel „Musik drin“ ist. Also: Es bleibt spannend.

  137. @Dr. Snuggles
    Habe Ihren...

    @Dr. Snuggles
    Habe Ihren Kommentar nochmal gelesen. Sie argumentieren ja nachgerade rassistisch! Die Mongolen, Hunnen und Vandalen waren auch keine WASPS’s und hatten doch sehr nachhaltige Globalisierungs-Erfolge aufzuweisen.
    China kann man sehr leicht erpressen, wenn man nur will. Schon alleine wegen der ungeschützten Nachschubwege.
    Was die USA betrifft, so brauchen die natürlich eine Erneuerung im Innnern — aber diese ist ohne Expanion nach außen halt nicht zu haben. Im Gegensatz zu den Europäern haben die Amerikaner ihre wichtigsten Werte behalten: Moralische Klarheit, Glaube an sich selbst und eben die erwähnte „warrior mentality“.
    .
    Vor allem müssen wir begreifen, daß ökonomische Produktivität künftig keine große Rolle mehr spielen wird. Schauen Sie mal her: Wenn die Chinesen produktiver sind als wir, dann ist schon das alleine Beweis dafür, daß es auf Produktivität nicht ankommen kann. Die alten Röme waren auch produktiver als die Germanen, aber was hat es ihnen genützt? Letztlich hängt doch alles von der Frage ab, wer die Sicherheit garantieren kann.
    .
    Unklar ist, was mit Europa passieren wird: Dürfen wir mitmachen oder werden wir selbst kolonialisiert? Letzteres würde ich mir eigentlich wünschen, denn auf diesem Wege könnten europäische Feingeisterei und amerikanische Risikobereitschaft endlich wieder zu jener produktiven Mischung finden, die wir aus dem frühen Mittelalter kennen. Die Amerikaner erobern die Welt, und die Europäer sickern von unten herauf in die Priester-, Beichtvater und Hausmeierstellen und zivilisieren dadurch ihre Eroberer. Am Ende könnte wieder eine „westliche“ Kultur stehen, die diesen Namen verdient.

  138. Doctor Snuggles, "tödlich...
    Doctor Snuggles, „tödlich langweiliges Leben“, „Problemverdrängung“ u. dgl. lese ich hier immer wieder – aber wer hat eigentlich jemals behauptet, und das frage ich mit vollem Ernst, daß das Leben „schön“ sein soll? Welches Problem wird verdrängt, das „Problem“ des Lebens an sich?
    .
    Das Leben ist so, wie es ist. Und wir Menschenaffen sind eben zufälligerweise durch die Evolution mit mehr oder weniger Intellekt ausgestattet worden, Reflektieren und haben plötzlich Probleme, die im gesamten restlichen Reich aller Lebewesen nicht existieren.
    .
    Der Sinn des Lebens ist eben im Prinzip „sinnlos“, außer seinen biologischen Funktionen der Selbsterhaltung und Fortpflanzung. Arbeit in jeglicher Form die dabei auftretende, natürliche Beschäftigung. Und wer nicht wenigstens ein bisschen getrieben ist, der muß sich selbst antreiben – nicht immer so ganz einfach.
    .
    Es muß im Leben einfach alles so ausbalanciert wie möglich sein, bei einigen Leuten meint man eben starkte Diskrepanzen zu erkennen, aber auch Don Alphonso arbeitet wärend seiner Urlaube und spät Abends, obwohl er es laut seiner Aussagen wirtschaftlich nicht nötig hätte. Also mir persönlich wäre dies zu viel Arbeit.

  139. Na ja, HansMeier555, das...
    Na ja, HansMeier555, das machte in etwa 20 oder 30 Milliarden Euro im Jahr. Damit liessen sich wohl nicht mal die von Goldman Sachs ausgeschuetteten Boni bezahlen.
    Haette einen anderen Vorschlag: etwas weniger Ausbeutung, eine Sozialversicherung, die auch Wander- u. Saisonarbeiter einbezieht, Zulassung von Gewerkschaften, Tarifautonomie … Waere im Sinn der Wettbewerbsfaehigkeit der „Eroberervoelker“, m.W. wurde derartige Forderungen aber noch auf keinem BDA- oder BDI-Kongress erhoben.

  140. Hans Meier, die Mittel haben...
    Hans Meier, die Mittel haben wir eben nicht mehr. China hat eine 5000jährige Geschichte, die letzte Hochkultur, die noch existiert. Und wie gesagt, sie haben die größte Armee der Welt und Atombomben. Außerdem sind die Vorzeichen andere als vor 100 Jahren. Dieses Land läßt sich nicht mehr so einfach unterjochen. Die wollen in der Weltgeschichte wieder die Rolle spielen, die sie früher spielten und auf die sie in ihrem Selbstverständnis auch ein Recht haben. Und sie arbeiten gerade voll darauf zu. Das müssen gewisse Leute im Westen erstmal verstehen.

  141. @Dr. Snuggles, Teutobrecht
    Von...

    @Dr. Snuggles, Teutobrecht
    Von den Chinesen erwarte ich nicht viel. Deren imperialen Gelüste blieben schon immer in groskter Weise hinter ihren Möglichkeiten zurück. Von den Chinesen erobert zu werden wäre kulturgeschichtlich noch reizvoller, aber die sind dafür einfach zu rational, zu vorsichtig, zu vernünftig, zu verschlagen.
    .
    Meine Hoffnungen ruhen immer noch auf den USA, denn nur dort gibt es den richtigen Mix aus Potenz, Wahnsinn und der Fähigkeit, Gegebenheiten nicht als solche zu akzeptieren. Der Irak-Krieg und die Wirtschaftskrise sind reine Medienprobleme. Der Irak-Krieg forderte von USA praktisch keinen Blutzoll (5.000 Soldaten fallen für ein 300-Millionen-Volk nicht ins Gewicht), und die Wirtschaftskrise ist im Grunde nur ein Symptom dafür, daß der Koloss nicht weiß wohin mit seiner Kraft. Statt in blöde Einfamilienhäuser hätte man ja auch in die Gründung einer halbstaatlichen „Ostchina-Gesellschaft“ investieren können, die sich die Eroberung, Christianisierung und wirtschaftliche Erschließung des östlichen China zum Ziel setzt. Söldner lassen sich auch vor Ort anheuern.

  142. Werter Don, sehr geehrter...
    Werter Don, sehr geehrter HansMeier555,
    vor einiegn Jahren habe ich eine Menge Geld aufgewendet, um mir Zeit zu kaufen. Kann man nicht? Doch, kann man. Als erstes braucht man viel Geld. Hat man diesen Faktor nicht parat, muss man mit der immer knapper werdenden Zeit zurande kommen. Der zweite Faktor ist, dass man eine Beschäftigung findet, die einem den Lebensunterhalt ermöglicht und keine Zeit verschlingt. Und der dritte und letzte Faktor ist die Umgebung, die einem den Eindruck vermittelt, die Zeit wäre stehen geblieben oder zumindest total entschleunigt worden.
    Aus dem immernebligen Hamburg hat es mich dazu in den Norden verschlagen. Hier ist die Besiedelung dünn, die Menschen unnahbar und dickköpfig und Neuem gegenüber nur bedingt aufgeschlossen. Hier habe ich mir die Beschäftigung aufgebaut und mir mein Umfeld geschaffen, das mir eine Uhr, welcher Art auch immer, unnötig erscheinen lässt. Ich habe zur Geburt vor vielen Jahren eine Patek Philippe bekommen. Hier braucht man die Vorzüge nicht aufzuliste, die diese Uhr ausmachen. Der Name verursacht schon Gänsehaut. Aber um diese blöden Diskussionen um Uhren nicht aufkommen zu lassen, habe ich mir zum Studium von einem sehr guten Freund eine Fakeuhr aus Fernost schenken lassen. Ein sehr guter Nachbau, der ein weiteres Studium und viele weitere Jahre exzellent funktionierte…
    In meiner Gegend ist jede Nachricht, egal ob Hochwasser, Klimawandel, zu Tode geprügelter Fahrgast eines öffentlichen Verkehrmittels oder ähnliches menschengedenkenweit weg. Es ist eine Oase. Viele lebensabschnittbegleitende Freunde früherer Tage sehe ich mit starken Drogen oder mit ausgeprägtem Brunoutsyndrom herumlaufen und weiterem Geld hinterherrasen. Viele sind unglücklich, wenn sie im Beruf keine Bestätigung ihrer selbst willen erfahren, ihren Job verlieren oder nicht – wie angekündigt – befördert wurden. Ich habe den Rat gegeben doch das zu machen, was ihnen wirklich liegt und oder Spaß macht. Ohne Rücksicht auf Zeitverlust… Das Ergebnis ist aber immer das Gleiche. Das Sicherheitsbedürfnis ist so stark ausgeprägt, dass es diesen Menschen unmöglich ist, ihr Leben zu verändern. Und das in diesen Zeiten… Die Hausfinanzierung, die Autofinanzierung, das Investment in die Kanzlei, die Praxis, das Geld für die Familie, die Frau, die Hobbies der Kinder… Es erinnert mich immer an große Konzerne, wie Arcandor, die so groß und eingebunden sind, dass sie untergehen MÜSSEN. Zu groß, um sich zu ändern.
    Lieber kleiner, flexibler, weniger verpflichtet, weniger Kredite, kleineres Auto, kleinere MIETwohnung als all diese blöden Verpflichtungen.
    Beste Grüße aus dem Norden
    MvB-B

  143. Kurzer Nachtrag:
    Cina ist das,...

    Kurzer Nachtrag:
    Cina ist das, was zuzeiten meines ersten Studiums Russland und Japan waren. Alle Pseudoschlauen haben Russisch- oder Japanisch-Kurse besucht und sind doch nicht nach Russland oder Japan gegangen, um dort zu arbeiten. Russland wird wieder versinken, wenn Energiereserven aufgebraucht sind und Japan ist nicht mehr erwähnenswert. Mit China wird es sich ähnlich verhalten. In fünf bis zehn Jahren kräht kein Geschichtshahn mehr danach. Dann wird das nächste aufstrebende Land in das Licht der Geschichte rücken. Afrika? Südamerika? Die Kinder der Pseudoschlauen sollten schon mal Spanisch-Portugiesisch und Bantu lernen.

  144. Nur wider den...
    Nur wider den Zeitgeist
    @Filou: Ich gebe mir gerne Mühe, Sie nicht zu überanstrengen. Aber ich kenne ja keinen wirklich hier, das ist doch praktisch eine virtuelle Welt – es sei denn, wir träfen uns mal bei Don Alphonso, auf dessen Terrasse. Aber das lehnt er ja ab!
    Solange kann ich Sie nur danach beurteilen, was Sie schreiben, und da habe ich den Eindruck, dass Sie ganz schön polemisch sind, aber ungern dabei zur Sache kommen, daher meine spitzen Bemerkungen – ab und an -, meine Vorsicht, meine Herausforderungen.
    Und wie gesagt: Schreiben, weitergehen, zwischen durch mal was trinken, das ist nicht so mein Ding. Wenn ich schreibe, trinke ich nicht, wenn ich weitergehe rede ich nicht, da beobachte ich vielleicht nur.
    Aber ganz sicher bin ich einfach nur ein zu ernster Mensch, meine „Belesenheit“ (ich bin weniger belesen, sondern nur mehr nachdenkend – auch und gerade über das Gelesene) gehört hierher. Entspannungslektüre habe ich auch, aber die hält sich in Grenzen, und die wird sicherlich nicht wirklich politisch sein. Politischer Small Talk ist wirklich Zeitverschwendung, es sein denn, wir haben ehe schon aufgegeben und reden uns nur so die Langeweile/die Angst vom Gemüt.
    In einer gewissen Hinsicht bin ich noch „Positivist“, ich glaube an die Möglichkeiten, an die vielen ungenutzten. Aber ich glaube an die negative Macht der Worte, daher vielleicht manchmal auch meine Gestelztheit: jedes falsche Wort, jeder falscher Zungenschlag, jede Unaufmerksamkeit, zerstört eine weitere Möglichkeit. Das ist wohl das, was Sie überanstrengt! – Sie glauben an NICHTS! Ich vermute mal, dass Sie ein sog. Nihilist sind (soll keine Beleidigung sein, ist eben Zeitgeist).
    Und Möglichkeiten ergeben sich nur wider den Zeitgeist. Also nicht persönlich nehmen!

  145. ....famos, was hier so abgeht,...
    ….famos, was hier so abgeht, besser als bei jeder Privataudienz, und all diese Beiträge;
    .
    super Don, was aus einem alten Chronometer, einem candyroten Fortbewegungsmittel, Töchtern etc. so alles rauszuholen ist, die halbe Welt bewegt sich um zu kommentieren und wahrscheinlich wird dies‘ Blog noch Rekorde brechen, leider aber wird die Schreibe aggressiver.
    @filou_ doucement, faut pas oblier son style.
    @Devin08_ | Also nicht persönlich nehmen >_< ? @kollege_ c'est moi

  146. Verehrter...
    Verehrter MArkusvoBentheim-Burg
    Ihrem vorletzten Beitrag haette ich noch beiplflichten koennen (bis auf die Uhr), der Letzte allerdings zeugt vom Duft des Dünkels, der die Uhr umgibt.
    Europa … könnte, wenn es fähig wäre zu wollen, von seiner Vielfalt profitieren und vielleicht aus seiner Geschichte lernen – aber – es ist nicht – und war noch nie – der Nabel der Welt. Selbst zu Zeiten, als das Weltbild der Europäer noch einenem Teller glich, war hinter dem Tellerrand weitaus mehr los als man sich in Europa vorstellen konnte. Während die Relikte des Wattschen Booms bereits dem Rost anheim fallen, die Maginotlinie unbenutzt zur Tropfsteinhöhle wird und in Silicon Saxony die letzten Lichter ausgemacht werden, werden in Coimbatore und Dalian noch immer die Schornsteine und Suppenküchen rauchen und in Seoul und Tailpeh die neuen Waferfabs gebaut und die Wohlhabenden der Welt sich weiterhin in Seide und Cashmere kleiden. Und wenn die Megastädte der Welt sich nicht an Tokio und dem urbanen Leben der Japaner orientieren,dann werden Sie explodieren und zur Hölle auf Erden werden. Dem quantitativen Potenzial Asiens haben wir nichts entgegenzusetzen. Wir in Europa könnten allerdings den qualitativen Entwurf (Prämiumfahrzeuge, hochwertige Lebensmittel u.Ä.) stabilisieren und durch einen vorbildlich umgesetztes umweltverträgliches Gesellschaftsmodell komplettieren. Gepaart mit einer weltoffenen Denke könnte das unser Beitrag sein. Dann wären wir in Asien zumindet gern gesehen und HIP und uns bliebe etwas, an dem auch wir arbeiten könnten.

  147. Hallo Don,
    Dein bisher bester...

    Hallo Don,
    Dein bisher bester Blog, inhaltlich teilweise jedoch korrekturbedürftig.
    Richtig ist, dass viele Jobs heute Hamsterräder sind. (Und ich tue sogar noch viel Zeit und Geld obendrauf, um überhaupt hinzukommen.)
    Aber wenn ein Banker 60 Stunden die Woche braucht, um damit einen Fehlbetrag im zweistelligen Prozentbereich zu produzieren: Cool, weitermachen, aber bitte Gütertrennung.
    Nachdem wir zwischen 1999 und 2007 anschauen mussten, dass Banker (und eigentlich nur Banker) das gottgegebene Recht haben, teure Sportwagen auszuführen, ist es jetzt nur richtig, dass die mal tüchtig arbeiten müssen.
    Am Ende haben wir die Sportwagen bezahlt. Und die Miete für Ortseifen.
    Folgerichtig sucht der Mann für Law-and-Order jetzt nicht mehr in Kreuzberg nach kriminellen Vereinigungen, sondern in Frankfurt, da die Regierung spätestens im März09 festgestellt haben wird, in Heiligendamm die falschen Leute ausgesperrt zu haben.
    Du irrst aber, Deine Bekannte (so sie das noch ist) dafür zu verurteilen, dass sie das tut. Auf geerbtes Geld zu warten und von Beruf Tochter oder Sohn zu sein, ist falsch. Denn dann wirst Du eines Tages nur gefundenes Fressen der Vermögensberater werden.
    Es ist nämlich nicht so, dass die oberen 10% automatisch die besseren Geldberater haben, sondern manchmal auch die schlechteren (e.g. Madoff).
    Don, siehe doch ein: deine Klasse wird aussterben.
    Ich habe ein sehr amerikanisches Verhältnis zum Erben: Kinder bekommen eine gute Ausbildung, Kontakte und ggf. etwas Startkapital und dann guten Flug. (Okay unfreiwillig, weil mein Ururgroßvater das Kunststück vollbracht hat, eine spätere VEB zu gründen).
    Ich wohne an keinem See, aber wenn ich mit dem Hund aus dem Park wiederkomme, ist der Blog praktisch fertig. Nach Feierabend setze ich mich wie die anderen auf die Brücke und trinke Bier. Aus der Flasche. Und wenn ich nicht in den Tiefen deiner Text den rechtschaffen Journalisten erkennen würde, würde ich denken: Iiiihh, Don gehört zur digitalen Boheme.
    Nachsatz zur Mallorcagrippe: Es wir Zeit, dass Du Dein britsh-racing-grünes Autochen anlässt und dich zu den alten Leuten nach Norditalien aufmachst. Deutsche sind Pandemietrottel, weil sie glauben sich auch noch halbtot zur Arbeit schleppen zu müssen und auch wegen „son bisschen Fieber“ nicht zum Arzt gehen. Unsere Klasse stirbt dafür am deutschen Arbeitsethos. Wir sind Helden.

  148. Lieber MvBB, was die...
    Lieber MvBB, was die Verpflichtungen betrifft, ich kann Ihnen nur beipflichten. Langfristige und hohe Verbindlichkeiten waren mir schon immer ein Greuel und meine diesbezügliche Vermeidungsstrategie hat sich mal wieder als äußerst hilfreich erwiesen, jetzt in der Krise, von der ich leider auch nicht verschont werde.
    .
    Da dies bei mir aber mein ganzes Leben schon so war, kombiniert mit Unternehmertum, ist mein Dasein nun einigermassen erträglich. Andere haben es nie darauf angelegt – aber die wollten es nicht anders.
    .
    Zur Auflockerung noch ein kleines Benzingespräch: Bezüglich des „Gummipufferporsche“, den Sie neulich als schönste Baureihe erwähnten, kann ich Ihnen allerdings nicht beipflichten. Das Urmodell ist sicher das stilistisch gelungenste, am G-Modell stören eben die besagten Gummipuffer, weswegen ich diesem die dem Urmodell im Prinzip ähnlichere Baureihe 964 bevorzuge. Nach dem Tiefpunkt 996 ist der 997 nun wieder eine ganz nett gelungene, moderne Interpretation. Ich kenne mich aber eher bei den sportlichen Modellen aus.
    .
    No. 6, bin ganz Ihrer Meinung. Qualitativ müssen wir hier punkten.

  149. @Bis zu den Lofoten
    Die Klasse...

    @Bis zu den Lofoten
    Die Klasse des Don soll aussterben? Wie denn?
    Das Kapital bleibt so oder so erhalten, irgendjemand erbt es immer.
    Und damit bleibt auch die „KLasse des Don“ erhalten, denn außer durch Geld wird die durch nichts definiert.
    Das ist jedenfalls das traurige Fazit, das ich aus seinen bisherigen Beiträgen ziehen würde. Ein Reicher ist in D ein Normalbürger mit viel Geld, und das war’s. Im günstigen Fall ein Bildungsbürger mit Geld (Asamkirchen), im schlimmeren Fall eben ein Prolet mit Geld (Pelzmantel).
    Aber immer ein Bürger, Bürger, Bürger, nie der Vertreter einer anderen Klasse mit einer anderen Kultur. Darum kann sie auch nicht aussterben.

  150. In China aber kann man frei...
    In China aber kann man frei atmen.
    Weil es dort kein Bürgertum gibt.

  151. hans meier,
    .
    so anfang...

    hans meier,
    .
    so anfang achtziger lernte ich in mannheim einen chinesen kennen.
    der war in der vr china ingenieur und war für ein studium an der rwth aachen vorgesehen. in mannheim sollte er am goethe-institut vorher noch sein deutsch aufpolieren. ich nehme an, diejenigen chinesen, die das damals machen sollten, waren mehrfach handverlesen und seine eltern, in der udssr hätte man sie wohl nomenklaturisten genannt.
    .
    diesen sohn des reiches der mitte fragte ich, was denn so die jungen chinesen (damals war ich selber jung, an die alten chinesen zu denken lag mir fern) wollten. er antwortete; haben. ich verstand nicht gleich, von maoisten, es gab damals noch welche*), hatte ich anderes erwartet, von daher meine frage: und de politik? die antwort: das interessiert nicht, die wollen haben. lederschuhe, ein fahrrad, ein motorrad, ein auto.
    .
    so bemerkte ich zum ersten mal, dass ein teil der vorurteile auch erwartungen sind, die man gegenüber fremden hat. was den fremden natürlich völlig egal ist, die haben mit sich genug zu tun, so wie andersrum auch.
    _____
    einmal, in der mensa, fragte er, wer denn das sei, hinter den tapetentischen. als ich sagte, maoisten, lächelte er.

  152. HansMeier, mit dem Atmen...
    HansMeier, mit dem Atmen stelle ich es mir in China etwas gewöhnungsbedürftig vor, wenn ich an die Bilder der chinesischen Industriestädte denke (in den TopTen der Welthitliste mit der dreckigsten Luft) und an die Berichte derer, die schon in China waren. – Nein, die Bürger sterben nicht aus, einfach weil die Welt stark verstädtert. Und in Städten gibt es naturgemäß Bürger und Unterschicht. Viel Klassenauswahl werden Sie da auch in Zukunft nicht haben. Städte fressen zivilisationsferne Eroberer in 3 Generationen auf, wie sie an den von Ihnen angeführten Vandalen und Mongolen unschwer sehen können. Und das Beispiel Pol Pot und die Rückkehr der Ruhrgebietsbewohner in ihre zerbombten Städte nach 1945 zeigt auch, daß eine Stadt nichtmal durch solche Katastrophen kaputtzukriegen ist. Byzanz ging zwar unter, wurde aber als Istanbul wiedergeboren. Es wird Ihnen im Leben nichts anderes übrigbleiben, als mit Bürgern vorliebzunehmen. – Die Weltlage sehe ich im Moment so, daß es noch die nächsten 40, 50 Jahre unklar bleiben wird, wer Nr. 1 ist, und danach sind es wahrscheinlich die Chinesen. Das Weltzentrum verschiebt sich westwärts und dürfte inzwischen am Pazifik sein – eben darum hat sich der Ost-West-Klammergriff gelöst und Europa wieder freigegeben. Ähnlich wie im Frühmittelalter geht es wieder darum, diese ganze weltpolitisch minderbedeutende Fläche zusammenzuhalten, nun allerdings auf einem höheren Niveau. Externer Kolonialismus fällt auf absehbare Zeit aus, da sich die europäischen Flächen schon so weit entleeren, daß da bald wieder neue Leute ein jungfräuliches Land vorfinden. Oder, um in ihrer Denkweise zu sprechen: wenn sie ein Gebiet zum Kolonialisieren suchen, brauchen sie nicht weit zu gehen, in MeckPomm und Brandenburg ist reichlich Platz. Nur werden sie mit den widerborstigen Leuten nicht zufrieden sein, die haben nämlich eine tiefsitzende Abscheu vor allem, was sich adlig gibt, und akzeptieren allenfalls Bürger.

  153. @auch-einer
    Das mit dem...

    @auch-einer
    Das mit dem „fehlenden Bürgertum“ war zugegebenermaßen mehr ins Blaue geschossen. Vielleicht habe ich damit eigentlich Berlin, Russland oder Kasachstan gemeint und hab mich dann zu weit nach Osten verlaufen. Vielleicht könnte man Konfuzius ebensogut zum größten bürgerlichen Ideologen aller Zeiten erklären und zugleich konstatieren, daß Kommunisten heute nirgendwo seltener sind als im Präsidium der KPCh. Vermutlich gibt es in China ein eigenes Bürgertüm, das 1000 Jahre älter ist als das bayerische und auch von Mao nie vollständig ausgerottet werden konnte, schon gar nicht auf Taiwan.
    Andersrum kann man fragen, ob der Wunsch des Arbeiters nach Lederschuhen, Fahrrad und Auto nicht eigentlich durch und durch kommunistisch ist.
    .
    Wenn Ihr Chinese gesagt hätte, die jungen Leute dort wollten einen Rotary-Club, eine unabhängige Tageszeitung, freie Wahlen, eine freie Wählergemeinschaft, ein humanistisches Gymnasium, einen Bach-Chor, ein Bordell und einen Waldorf-Kindergarten (oder die chinesischen Äquivalente dieser Institutionen) dann könnte er m.E. eher als Exponent einer bürgerlichen Gesellschaft gelten.

  154. A propos "british racing...
    A propos „british racing green“: Wir wollten schon seit Wochen vorschlagen, Don möchte doch mal einen Blog über Wintergärten machen, z. B. solche von Marston & Langinger und in der bewußten Farbe, falls ihm die Idee zusagt.
    .

  155. @colorcraze
    Das mit der...

    @colorcraze
    Das mit der Luftverschmutzung gibt mir zu denken.
    .
    Aber unter „Kolonie“ verstehen wir nicht das gleiche. Es geht ja nicht darum, „leere Räume“ zu kolonisieren. Wozu auch, wir sind doch keine Viehzüchter. Im Gegenteil, es sind die Stadtbevölkerungen, die nach einem Kolonialherren schreien, der mal kräftig Schutzgelder einzieht. Und wo gibt es heute die vitalsten, am schnellsten wachsenden Städte?
    .
    Stadtbewohner und Bürger, das sind allerdings zwei Große Unterschiede.

  156. Es kommt auch gar nicht drauf...
    Es kommt auch gar nicht drauf an, wo genau kolonisiert wird, wichtig ist nur der Kick-Back-Effekt. Eine Generation von Konquistadoren und Kolonisatoren wird irgendwo da draußen die Statur und die mentalen Fähigkeiten erwerben, die es braucht, um dann, nach der Rückkehr nach Alt-Europa, endlich zu tun, was getan werden muß.

  157. Also zwei Schritte...
    Also zwei Schritte zurück!
    @auch-einer: Mal unabhängig von der Frage, was der Begriff Maoismus überhaupt beinhaltet – an Realität, an marxistischer Radikalität, an Verleumdung und an Verirrung -, oder eben auch nicht, heißt das doch nur, dass dieses Söhnchen ein kleiner Renegat war, einer, dessen Marxismus („Maoismus“) nichts anderes war als die ‚Eintrittskarte‘ in die Nomenklatura, in die dortige herrschende Klasse (und mit herrschende Klasse meine ich nicht das Proletariat). Mag sein, dass es was darüber berichtet, in welchem Zustand damals schon, die KPChinas sich befunden hat, mag aber auch sein, dass das einen ganz alltäglichen Vorgang beleuchtet. Der Klassenkampf im Sozialismus – und ich unterstelle mal, dass China sich doch für einige Zeit auf sozialistischem Weg befunden hat -, hat eben genau diese Aufgabe: solche Elemente vorführen, ausscheiden, abstoßen, aus der Partei und aus wichtigen Staatsämtern entfernen. Genau das ist doch die ganze Epoche des Sozialismus: eine gigantische Säuberungswelle, eine einzige und ständige und solchermaßen globale (die andere Globalisierung) Denunzierung des bürgerlichen Klassenstandpunktes, und dies Welle auf Welle, Generation für Generation, solange bis das Kapital weltweit geschlagen ist (das wäre auch in etwa der rationale Kern an der trotzkistischen „permanenten Revolution“, nicht weniger, aber bestimmt auch nicht mehr).
    Der Kampf für den Sozialismus findet statt: aus Not, aus Notwendigkeit, aus Wissen, aus Überzeugung, aus langer Erfahrung, also den Horizont der Jugend immer hinter sich lassend, und schließlich aus der Klarheit darüber, dass es das Kapital selber ist, dass diesen nicht nur notwendig, sondern ihn überhaupt erst macht – wider Willen, aber unvermeidlich – , sodass persönliche Ambitionen, ganz besonders die von jungen Leuten, deren Karriereinteressen, deren jugendlicher Hochmut, deren bürgerliche Ambitionen überhaupt, selbst Gegenstand jenes Kampfes sind. Und dass das Gehöhne solcher Jugendlicher eben nichts bedeutet, außer, auf welcher Seite sie stehen. Und genau das beweist auch die Kulturrevolution. Klasse gegen Klasse, nicht Jung gegen Alt, das hätte die Losung sein müssen! Dann wäre nicht nur einiges Blut nicht vergossen worden, sondern vielleicht auch der Kampf ein Gewinn gewesen – für den Sozialismus.
    „Bombardiert das Hauptquartier“, war dann wohl keine falsche Losung, und doch täuschte es darüber hinweg, wessen Klassencharakter dieses Hauptquartier längst eingenommen hatte, und dass China vermutlich schon die Farbe gewechselt hatte. Und doch gehört auch das zum Sozialismus: verlieren können, wissen, dass man verlieren muss, unter Umständen, und dass der Kampf doch kein sinnloser war. Denn die Geschichte des Klassenkampfes verläuft eben nicht geradlinig, nicht immer in eine Richtung, sondern höchst wechselvoll, ein Schritt vor und manchmal wieder zwei Schritte zurück, wie Lenin schon feststellte. Und offensichtlich war auch diese „Kulturrevolution“ als eine solche schon nicht mehr zu gewinnen, für die sozialistische Sache, waren die Akteure dieser Revolution schon all zu korrumpiert (und das Proletariat dieser schon zu sehr entfremdet). Also wieder zwei Schritte zurück – wenigstens!

  158. Die Zuercher Spiegelgasse 1...
    Die Zuercher Spiegelgasse 1 trifft die Zuercher Spiegelgasse 14.

  159. @Don Alphonso
    Ihr Olivenhain...

    @Don Alphonso
    Ihr Olivenhain in Saint Valier de Thiey ist nicht sehr weit von unserem Landsitz in Peymeinade entfernt. Ich fuehle mich dort auch noch immer sehr wohl. Aber ich habe auch nicht diese Art von Franzosen als Nachbarn, welche hier erwaehnt werden und GOTTSEIDANK auch keine von diesen neureichen Deutschen, wie ich sie zuweilen in MC ertragen muss.
    Ihre GRUEN ist im Uebrigen ein wunderschoenes Teil. Dies schreib ich als Sammler mit mehr als 30 Uhren, welcher zuweilen 3 Mal pro tag wechselt. Schwerpunkt: alte Modelle von Arctos bis Vacheron; Vorteil: nimmt auch weniger Platz ein, als alte Kraftwagen.
    So, ich muss nochmal mit meiner kleinen Labradorin raus. Sie sitzt schon an der Pforte.
    Bon Dimanche
    G

  160. Pardon allerseits, ich musste...
    Pardon allerseits, ich musste mich etwas ausklinken, und einer anderen Beschäftigung nachgehen.
    .
    Grimaldeli, beneidenswert. Vor drei Jahren hatte ich vage Pläne, wie und wo es weitergehen soll, zur Auswahl standen Meran, Grossraum Gardasee, Mantua und Südfrankreich/Seealpen rund um Grasse – letztlich wurde es aus praktischen Erwägungen der Tegernsee, aber ich bin ja noch halbwegs jung. Was ich an Grasse mag, ist der Umstand, dass es schon so gar nichts mehr mit dem zu tun hat, was weiter unten kommt.
    .
    Ich denke auch, dass in Zeiten wie diesen ein Teil des Vermögens in möglichst keinen Mobilien praktisch angelegt ist, und Uhren wird man immer brauchen.

  161. @Don Alphonso
    Fuer das Umland...

    @Don Alphonso
    Fuer das Umland von Grasse mag das gelten, aber nicht fuer Grasse selbst.
    Ich bin mit Sicherheit kein Rassist, aber die Franzosen haben fuer Grasse folgendes bonmot: „Qu’est-ce cet la différence de Grasse et un Croissant?“ Antwort: „A Grasse c’est plus de beurre!“ Anmerkung: Mit beurre werden in F die Menschen mit Migrationshintergrund bezeichnet…
    So, Hund und Katzen schlafen schon. Ich werde mich dem anschliessen.
    bon nuit!
    G

  162. Grimaldeli, ich denke, man...
    Grimaldeli, ich denke, man wird auch Grasse irgendwann gentrifizieren. Es gibt sicher auch in Frankreich mal wieder einen TGrend zurück in die Stadt.
    .
    perfekt!57, ich denke gerade eher über eineResise zu den Produzenten warmer Stoffe nach, Wintergärten – die bei uns n icht so arg heimisch sind – haben oft was von „den Briten nacheifern“. Und „Glosheisl“ klingt nichts so schick, ist aber die gelebte Realität.

  163. @Don Alphonso
    GutenMorgen an...

    @Don Alphonso
    GutenMorgen an den Tegernsee!
    Eine Stadtwohnung hat sicher seine guten Seiten. ich bin sehr gern ab und zu in Paris in der av.de Versailles. Aber wenn ich nach 3 Tagen dann wieder hier unten bin, weiss ich, warum.
    Wenn Sie mal wieder an die Cote fahren, schauen Sie sich Menton an und das Hinterland von XX-miglia und Bordighera. Sehenswert und nicht „like Cannes“. !
    Von Menton bis Sanremo koennen Sie auch alte Villen finden,welche dem Stil Ihrer Villa Minerva aehneln.
    (http://www.villas-international.com/properties/details/menton-garavan-7-bedroom-villa-%28ref-fs611%29/207/
    http://www.villas-international.com/properties/details/menton-garavan-8-bedroom-villa-%28ref-fs541bis%29/200/)
    Und mit Preisen, welche nicht so abgehoben sind, wie in MC.
    Ich will jetzt Blumen zurueckschneiden.
    Bon Dimanche!
    G
    P.S.: Es ist wieder ein schoener Novembertag. jetzt schon 16° mit Sonne.

  164. devin08
    .
    was bringt sie auf...

    devin08
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    was bringt sie auf die idee, dass mein bekannter ein renegat war?
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    er hat meine frage nach den interessen der chinesichen jugend beantwortet.
    was die damaligen maoisten in ihren hauptströmungen (kpd/ml, kbw) angeht, die sind heute bei den grünen, evangelische geistliche oder beides, andere haben sich ins bürgerrliche heldenleben zurückgezogen.
    .
    unterhalten sie sich einmal mit gelernten ddr-bürgern. viele von denen vermissten am real existiert habenden sozialismus ein etwas breiteres warenangebot in den bereichen südfrüchte, pkw und flaschenbier.
    das, was dann dr. kohl in seinen reden als freiheit bezeichnet hat, vermissten eher wenige, die überwiegende mehrheit kannte es nicht anders. steckte ja auch einiges an geld und mühe in dem versuch, es die ddr-bürger nicht anders wissen zu lassen.

  165. hans meier,
    .
    für die...

    hans meier,
    .
    für die wesentliche bürgertugend und das wesentliche unterscheidungsmerkmal des bürgers zu anderen schichten halte ich die fähigkeit zum, bei soziologen heisst es fähigkeit zum triebaufschub. also etwa das, was noch bei benjamin franklin spare in der zeit, dann hast du in der not! hiess.
    .
    haben wollen halte ich nicht für eine dem bürger wesentliche einstellung, am beispiel china wollte ich darauf hinaus, dass die dort nicht ganz so klassenlos sind, wie das hierzulande dargestellt wird bzw. wurde.
    .
    Wenn Ihr Chinese gesagt hätte, die jungen Leute dort wollten einen Rotary-Club, eine unabhängige Tageszeitung, freie Wahlen, eine freie Wählergemeinschaft, ein humanistisches Gymnasium, einen Bach-Chor, ein Bordell und einen Waldorf-Kindergarten (oder die chinesischen Äquivalente dieser Institutionen) dann könnte er m.E. eher als Exponent einer bürgerlichen Gesellschaft gelten.
    .
    gute definition.
    warum ist eine rotierer- oder salonlöwen-club so spezifisch bürgerlich? weil sich da geschäftsleute und freiberufler treffen, um geschäfte zu machen, ohne dass es nach aussen so aussieht, als ginge es ums geschäft? schade eigentlich, dass es keine koflieferanten mehr gibt, das war doch noch was fürs kommerzielle gefühl, das erhob den kaufmann über seinesgleichen hinaus.
    .
    warum ist ein humanistisches gymnasium spezifisch bürgerlich und das realgymnasium (heute: neusprachliches bzw. math,-nat. gymnasium) nicht? umgekehrt wird ein schuh daraus: humanistisches gymnasium und tübinger stift sind feudal, realgymnaium und technische hochschule sind bürgerlich. bordelle gab es vor dem bürgerlichen zeitalter, es wird sie och gebenm, wenn es die bürger nicht mehr gibt. die bürgerlicvhe sexualmoral der (mehr oder weniger) strengen monogamie ist eher der abgrenzung vom genussüchtigen adel zu sehen, schillers kabale und liebe dalte ich da für eine wesentliche quelle.
    .
    die walddoof-erziehung mitsamt der lehre des dr. steiner werden die höffentlich nie brauchen. da kann ich ja gleich die jesuiten holen, wenigstens lernen die kinder dann was vernünftiges (einmal waren sie schon in china, das ganze war etwas besser vorbereitet als das, was die deutsche industrie da treibt). der zusammenhang zwischen eurythmie, dreigliederung und bürgerlicher lebensart erschliesst sich mir nicht.
    .
    der genuss der klassichen musik wiederum ist für den bürger typisch. in japan wird bach hoch geschätzt, einige der besten bach-interpreten sind japaner. von bach in china weiss ich nichts, aber beethoven soll sehr geschätzt werden. es gibt da in der zeit einen artikel zur asientournee der berliner philharmonikern, der lange marsch zu beethoven, googeln hilft hier.
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    womit der bogen zur unabhängigen tageszeitung, den wahlen und dern gfreien wählern geschlage ist. die öffentliche meinung ist eine bürgerliche erfindung, die parteipolitik ebenso. wiewohl ich mene, dass eine bürgerliche partei mit einem vollen tropfen socialistischen oeles gesalbt sein muss, schon deswegen, weil der proletarier ein verhinderter bürger ist.
    .
    denn das, was den bürger auszeichnet, ist der wunsch nach sozialem ausstieg, über generationen. in diesem zusammenhang auch der verzicht auf momentane befriedigung ganz vom anfang. die eigentliche gefahr für die bürgerliche lebensweise sehe ich darin, dass dieser aufstieg in zukunft nicht mehr so einfach zu bererkstelligen ist. was danach kommt? kollektive zwangsbeglückung eienrr querfront, einer in nationale gewendete ddr 2.0? denkbar wäre es, zumindest der eien saarländer ist sich nicht zu schade, auch dienationale karte auszuspielen.
    .
    wenn in china die unbürgerliche freiheit lockt, warum nicht auch in den us of a?
    da kommt der vorteil des weiten landes dazu.
    wenn sich die usa wieder mehr auf die monroe-doktrin besinnen (man könnte auch sagen, sich aufgrund finanzieller gegebenheitenwieder aufs kerngeschäft beschränken) wird der aufenthalt dort noch immer vergleichsweise angenehm sein. im gegensatz zu anderen traue ich den amerikanern zu, eine autarkie ohne allzugrosse einbussen an komfort zustande zu brigen. andere werden da erhebliche probleme haben.

  166. Wohlfeil erworbenes Wissen,...
    Wohlfeil erworbenes Wissen, käufliches Wissen, Standardware
    @auch-einer: So habe ich seine/Ihre Ironie verstanden. Was die genannten „Kader“ der damaligen „Maoisten“ angeht, da haben Sie natürlich recht. Aber das ist doch kein Grund eine ganze Bewegung zu belächeln. Die Leute „hinter den Tischen“, das waren nicht die Kader, das waren die einfachen Mitglieder, Leute, die es ernst gemeint hatten. Die nach keinen Privilegien gierten, oder Karriereinteressen verfolgt haben. Renegatentum ist Teil des Klassenkampfes – jenem von oben. Dazu passt, was ich auch schon zu gewissen Intellektuellen gesagt habe, sog. „ Gurus“ (Die Sloterdijk-Debatte aus marxistischer Sicht“, http://blog.herold-binsack.eu/?p=518). Selbst wenn Kader nach wie vor wichtig sind – das ist der Tribut, den die Massen immer noch zu zahlen haben -, leben wir doch im Zeitalter der Massen (Ortega); und Massenbewegungen folgen ihren eigenen Gesetzen, objektiven, weniger subjektiven. Sie sind das ureigene Produkt dieser Gesellschaft, ihre Elendigen, ihr Elend, denn ihr Untergang. Es ist kein Zufall, dass der Marxismus wieder diskutiert wird, ernster, viel ernster und doch erheblich weniger dogmatisch, aber auf höchstem Niveau, vor allem aber: gegen den Strich der Leute gebürstet, die da in letzter Zeit ein „Schwarzbuch des Kommunismus“ (Koenen – auch so ein „Schmierfink“, manche verkleiden das auch geschickt als „Schwarzbuch des Kapitalismus“ – wie Robert Kurz) nach dem anderen veröffentlichen, und doch nur ihre billigen Romane abziehen. Die revolutionäre Theorie muss durch diesen Schlamm hindurch, sie kann nicht sauber bleiben, denn sie ist Handwerkszeugs, kein zu pflegendes Bildungsgut. Es gibt genügend Leute, die aus dieser Zeit heraus gewachsen sind und doch Marxisten geblieben, ja „bessere“ geworden sind. Überhaupt: Marxist ist man sein ganzes Leben lang, oder man war nie einer. Das verhält sich reziprok zur Metamorphose des Kapitals: Kapital wird erst etwas im nach hinein, wie von Zauberhand verwandelt, im Geld-Ware-Geld-Prozess, wo Geld in dem Maße zu Kapital geworden sein wird, wie die Ware sich erst durch ihren Gebrauch als solche, als Produkt allgemeiner und abstrakter Arbeit zu erkennen gibt. Findet dieser Prozess nicht statt – zum Beispiel in gewissen Krisen -, dann gibt es kein Kapital, keine Ware, keine (Lohn-)Arbeit, kein Profit, ja keine politische Ökonomie, kein Subjekt, ja nicht einmal das Objekt kapitalistische Gesellschaft. „Wachstum“ heißt das Zauberwort hierfür, gibt es solchen nicht, gibt es keinen Kapitalismus, denn auch keinen Mehrwert, keinen Zins, keine „Zukunft“, ja nicht einmal eine Vergangenheit, kein Eintrag in die Geschichte.
    Das alles ist ein bisschen mehr, als der polemische Begriff vom Maoismus zu wissen vorgibt. Denn die Kritik des Kapitals (der „politischen Ökonomie“) nicht zu Ende gedacht, zu Ende geführt, ist so, als wenn sie nie geführt worden wäre. Kritik verwirklicht sich in der Massenbewegung, in der nicht enden wollenden/enden könnenden, oder sie war nie eine. Ein Schmierer war also so wenig Marxist wie ein Fischer, oder ein Jonny Klinke, oder gar ein Trittin. „Maoisten“ mögen manche gewesen sein, aber Marxisten?
    Trittbrettfahrer der Bewegung sind sie, kleinbürgerliche Intellektuelle, Teil der bürgerlichen Maschinerie zur Niederhaltung der Massen, Söldlinge des Kapitals, gefallene Helden, dem johlenden Pöbel zum Vergnügen, der herrschenden Klasse zum ordinären Gebrauch. Sie haben sich wirklich ihren Eintrag bei Wikipedia verdient. Revolutionäre Massenbewegungen lernen von solchen Leuten, ja sie müssen es, denn die besitzen das Privileg des Wissens, aber sie überwinden sie, sie lassen sie hinter sich, sie lernen vor allem von ihren Fehlern.
    Das Privileg jener Intellektuelle ist recht eigentlich nicht das Wissen, sondern der Dünnpfiff, den sie absondern und den sie für Wissen halten. Wohlfeil erworbenes Wissen, käufliches Wissen, bestenfalls Standardware!

  167. Es gibt aber noch eine...
    Es gibt aber noch eine Steigerung des Luxus… wenn Zeit UND Geld keine Rolle spielen:
    http://www.antipreneur.de/luxusuhr-privatier/

  168. @ Captain Kid
    Es gibt sicher...

    @ Captain Kid
    Es gibt sicher Uhren, da fragt man sich, ob sie es wert sind, auch gerade wenn Zeit und Geld keine Rolle spielen:
    http://www.lacotedesmontres.com/Vacheron-Constantin-30030-000P-8200-PdN.htm
    Also,mir gefaellt das Modell sehr!
    Decadent, n’est-ce pas?

  169. Armbanduhren sind mir zu...
    Armbanduhren sind mir zu unbequem. Mein Handy benutze ich eigentlich nur als Reisewecker.

  170. ah yes... Time......
    ah yes… Time…

  171. ...
    dreckfuhler-berichtigung
    .
    denn das, was den bürger auszeichnet, ist der wunsch nach sozialem ausstieg, über generationen.
    .
    der bürger will sozial aufsteigen, selbstverständlich.
    die anderen (z. b. adel, bauern) wollen bleiben, was sie sind.

  172. @Hansmeier: Ach, die...
    @Hansmeier: Ach, die Luftverschmutzung, die war in Manchester 1850 oder im Ruhrgebiet 1920 auch nicht ohne. Weiters gibt es in einer bestimmten Gegend in China selbstentzündliche Kohleflöze, an der Oberfläche. Da wohnen Leute; manchmal bricht ein Feuerchen auf neben ihrem Häuschen, und sie müssen weg. Auch leiden überall auf der Welt die meisten, die jahrelang auf offenen Feuerstellen kochen oder jahrzehntelang am Holzkohlengrill stehen, an Atemnot. Das wird bei uns zu Zeiten auch nicht anders gewesen sein. Die Chinesen haben in den letzten Jahrzehnten unglaublich viele Bäume gepflanzt zur Luftverbesserung und Befestigung der Oberfläche. In Peking etwa gab es immer einen Staubwind, der sich nur mit Tüchern vorm Gesicht aushalten ließ, der dürfte nun etwas gemildert sein. Die Berliner haben sich gegen das sommerliche Gesandstrahltwerden mit umhergewehtem märkischem Sand – es gab da vor 2, 300 Jahren wirklich Sandsturmtage – auch mit Baumpflanzungen gewehrt. Recht erfolgreich. – Ich ging in den 1970ern zur Schule in einem dieser neuen Betonplattenbaubunker, nebenan hatte man einen Pavillon mit viel Xylamon und PVC-Kleber hingestellt, in dem wir zeitenweise unser Klassenzimmer hatten. Der Gestank ging mir immer auf den Wecker. Den Kohlenkokel erlebte ich erst später in Berlin deutlich, denn im Südwesten hatte man seit den 1960ern vor allem Ölheizung. Aber dafür hatte man in den 70ern diesen Plastikgestank allerorten. Ich weiß nicht, was heute für ein Zeug rumfliegt, wahrscheinlich Nanostaub. Wie sich der so macht – die verschiedenen Arten sollen sich sehr unterschiedlich verhalten – wird man auch erst wissen, wenn die Generation unserer Kinder im Rentenalter ist.

  173. Werter Don, werte...
    Werter Don, werte Kommentatoren,
    ich amüsiere mich immer über Artikel, die das Wachstum im Orient, die Aufbauleistung in China oder die Unkultur und Ausprägung des Islamismus beschreiben. Alle diese Auflistungen haben angefangen zu einem Zeitpunkt aktiv zu werden, als wir hier in Deutschland schon lange lange in Anstand, Wohlstand und in Neubauten lebten. All das, was dort jetzt losgeht oder losgetreten wurde, liegt bei und schon satte 150 Jahre zurück. Was müsste ein China im Jahre 1850 auf uns geschaut haben mit Zeitungsmeldungen von Industrialisierung, Aufbau von Städten, Bewahrung von alten Kulturgütern etc. Was müsste ein Islamist in einem mittelalterlichen Blog über die Kreuzzüge berichten und mit welch probaten Mitteln dort vorgegangen wurde.
    Ein Hoch auf die Entwicklung dieser oben erwähnten Länder, aber eine Meisterleistung ist es nicht und zu spät kommt sie allemal. Es herrscht Unterdrückung wie bei uns im Mittelalter und dies auch auf dem Rücken von anderen Völkern. Siehe, was die Chinesen in Afrika im Moment machen. Kolonialzeit Europas lässt grüßen.
    Zudem sind die technischen Entwicklungen Asiens immer auf Basis und mit dem Fachwissen des Westens vorangebracht worden. Ohne Kopieren, Klauen und Abwerben würden viele dieser aufstrebenden Nationen immer noch in Lehmhütten hausen.
    Ich trinke noch eine der besten Trinkschokoladen der Welt im Salon des Jacobs und bringeeinen Toast auf unsere Zivilisation aus!
    Beste Grüße von der Elbe
    MvB-B

  174. Der sitzt im...
    Der sitzt im Straßengraben.
    Ich wechsle das Rad.
    Der ist nicht gern, wo er herkommt.
    der ist nicht gern, wo ich hinfahre.
    Warum sehe ich den mit Ungeduld.

  175. Danke ich lese Ihre Seiten...
    Danke ich lese Ihre Seiten erst seit einer Woche und das jetzt rückwärts Sie werden immer besser.

  176. Schon mal was von der ZEIT...
    Schon mal was von der ZEIT Sachs 5726 gehört? Keine
    kann von der Zeit schöner erzählen oder wisst ihr wer die
    schönen Schleifen in die gefrorene Pfützen gezogen hat?
    Sie sehen aus wie die Cappucinoherzen auf Milchschaum
    aber eben nicht von uns Menschen gefertigt. Sag`wer
    hats gemacht? Und du weißt wenn Morgenrot am Himmel
    leuchtet und Abendrot am Himmel strahlt dann hat Gott
    bloß zugeguckt und vor Schamesröte hinter Sonne und
    Mond Platz genommen.

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