Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Vom See bis zum brennenden Wagen

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Eines schönen Tages streift man durch die Strassen der grossen Stadt und findet an jenem Ort, da gestern noch der eigene Cayenne stand, einen Brandfleck, und stellt sich eine Frage: Warum? Die Kinder, die man eigentlich zum Chinesischunterricht im Kindergarten bringen müsste, wissen es nicht, die Polizei weiss es nicht, der Versicherungsmann zuckt mit den Schultern. Ich aber denke, es liegt an der von allen Seiten betriebenen Unvereinbarkeit von Seevierteln und grossen Städten, die dann entsteht, wenn die Seeviertel versuchen, ihre Vorstellungen in der Stadt zu perpetuieren. Es sind Reibungsverluste, bedauerlich zwar, aber am Sieg des Sees über die Stadt - und das ist das Tröstliche - kann auf Dauer kein Zweifel bestehen.

Hochkultur ist Stadtkultur.
Oswald Spengler

Es ist sicher nicht schlecht, zu diesem Beitrag auch jenen zu lesen, auf dem er lose begründet ist.

Wenn es die Eltern dann geschafft haben, an den See zu ziehen, bleiben sie in aller Regel auch für immer, oder zumindest bis zur Seniorenresident dort. Diese Unterscheidung aufzuheben machen sich Seniorenresidenzen am See anheischig, so dass niemand im Alter auf die gewohnte Trennung von gewöhnlichen Leuten und Krankenkassenpatienten verzichten muss. Man kann, man soll einen alten Baum nicht mehr verpflanzen, und von Urlauben abgesehen, werden alte Menschen einfach unbeweglich. Beim Nachwuchs, bei den Kindern, sieht das natürlich anders aus. Die müssen weg von den Seevierteln, denn die demokratische Masseneinrichtung „Universität“ ist fern jedes Gewässers, und zumeist in der grossen Stadt. In Bayern gilt es in Westvierteln als unvorstellbar, die Kindern nicht studieren zu lassen. Daraufhin zielen alle Bemühungen der Mütter und der schulischen Leistungsdoper, deren Insitute gerne leise empfohlen, aber nicht laut angegeben werden: Wenn auch nicht so schlimm wie ein Realschulabschluss, ist die Notwendigkeit von Nachhilfe immer noch ein Makel. Aber irgendwie schafft es am Ende doch ein jeder an die Hochschulen.

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Und in die grossen Städte. Weg von den goldenen Küsten, weg vom Umfeld, wo alle ungefähr gleich sind, gleiche Eltern, Lebensentwürfe, Ideologien, Lebenspläne, weg von der Hegemonie der Bessergestellten mit ihren klaren Regeln, die gar nicht so schwer zu befolgen sind, wenn man es nicht anders kennt. Weg auch von den gemeinsamen Erfahrungen, wie etwa: Immer einen See vor der Haustür zu haben, verlässliche soziale Strukturen, mit jedem reden zu können, ohne Gefahr zu laufen, an Menschen zu geraten, die nicht angemessen sind. In Seevierteln gibt es einfach keine Möglichkeit, eine Vielzahl von Fehlern zu begehen, und was man mangels Existenz erst gar nicht kennt, wird auch nicht zur Versuchung.

Das natürlich ändert sich in den Städten. Nicht nur, dass mit dem Wegzug die Sozialkontrolle der Seegesellschaften mit einem Schlag auf das Reinigen der Wäsche reduziert wird, wo sich Frau Mama allenfalls über die nachlässige Kleidung echauffieren kann. Nicht nur, dass, von ein paar sog. „Elite“-Instituten in elenden Käffern wie St. Gallen oder Ingolstadt abgesehen, die Studienorte bei der Herkunft ihrer Studierenden für heftige soziale Durchmischung sorgen. Die mehr oder minder intakte Abschottung der Seeviertel gegen den Rest spielt in der Stadt keine Rolle mehr. Das zu akzeptieren fällt besseren Familien schon in Momenten nicht leicht, da der Nachwuchs noch nicht begriffen hat, wie wichtig das für sein weiteres Leben sein wird. Und hier beginnt die Gentrifizierung.

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Denn in den Seevierteln wäre es undenkbar, den Kindern in einem schlechten Viertel eine Wohnung zu mieten oder zu kaufen. Traditionell passiert das, was schon in Sachen Tanzschule und Fahrschule üblich war: Man hört sich zuerst bei den Nachbarn um, fällt aus der Ferne erste Todesurteile – das als „Nordschwabing“ angepriesene Freimann etwa geht gar nicht – und begibt sich für die Kinder auf die Suche nach angemessenem Wohnraum. In Zeiten der Zeitungsanzeige lautete das so: „Chefarzt/Unternehmer/Notar/Manager sucht für Sohn/Tochter Wohnung in Stadt X, in Uninähe bis ziemlich heftiger Höchstpreis, der den Kindern normaler Leute die Sprache verschlägt“. So einfach ist es, bevorzugt zu werden. So einfach ist es, Wertschätzung zu erfahren, selbst wenn man danach feilscht und Anbieter gegeneinander ausspielt, um am Ende nicht mehr als andere zu zahlen. Aber ein Arzt, sagt man sich in Immobilienkreisen, ist eben ein Arzt. 

Vielleicht ist es der soziale Druck der Seeviertel, der keine andere Alternative zulässt, weil man sonst als jemand gälte, der nicht mal seinen Kindern eine anständige Wohnung leisten kann. Vielleicht ist es rein rationale Überlegung, nur die besten Lagen zu erwerben, um sie später mit Gewinn wieder zu verkaufen. Vielleicht ist es auch Kalkül, die Seeviertel möglichst geschlossen in die Städte einzupflanzen und das Kind von drogenverseuchten, dauerbetrunkenen Nachbarn – man sieht das ja oft im Fernsehen – fernzuhalten. Vielleicht spielt das alles eine Rolle, vielleicht aber ist es auch nur eine nicht hinterfragte Folklore – jedenfalls wohnten die meisten meiner Bekannten aus dem Seeviertel in München dann entweder im südlichen Schwabing oder an der Isar. Nur die Tochter eines Apothekers musste in ein katholisches Wohnheim ohne Männerempfang – zu wichtig war den Eltern die Tugend der Tochter. Fuhren wir des Morgens um 6 Uhr von den Diskotheken heim und an jener Anstalt vorbei, schüttelten wir die Köpfe und sagten, dass diese Apothekerfamilie – also, das geht einfach nicht. Und beschwerten uns am Wochenende in den Seevierteln bei unseren Eltern, sie möchten doch bitte auf den Apotheker einwirken… die Apothekertochter war sehr schön, und wir waren in unseren Vorurteilen und Eigentumswohnungen nicht sehr selbstlos.

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Wohnungen, die oft genug gemietet gekauft und dann mit einer Überweisung an den Mieter schnell entmietet wurden. Man liest ja oft über abgedrehte Heizung und ausgetauschte Schlösser: Die Normalität der Gentrifizierung nach meinem Erleben war das Bestechungshandwerk, die drei erlassenen Monatsmieten, und der Verzicht auf die Renovierung, weil Papa ohnehin stets bestrebt war, die Wohnung auf seetaugliche Verhältnisse zu bringen. So entstehen ganze Strassenzüge, in denen alle Gleichaltrigen in etwa die gleichen Lebenserfahrungen haben, weil ohne sie ein Leben hier nicht bezahlbar wäre; das Seeviertel wird vertikal zusammengeschoben und in alle freiwerdenden Strukturen gepresst, wo andere keinen Platz mehr finden, und es geschieht, bevor man als Begünstigter überhaupt begreift, dass man mehr als eine neue Wohnung, sondern einen alten, fortgesetzten Lebensraum bekommt. Man macht sich darüber allerdings auch kaum Gedanken, denn man hat nach den Jahren am See erst mal die Jahre in der Stadt nachzuholen.

Später kennt man es auch gar nicht anders. Die Ansprüche steigen, die Wohnungen werden zu klein, zurück an den See zu gehen, kann man sich aus diversen Gründen aber auch nicht vorstellen. In den normalen Vorstädten jedoch wohnen nur normale Leute, man hat den Nachteil des schlechten sozialen Umfeldes zusammen mit dem Nachteil der Innenstadtferne, und so vermünchnern überall die Innenstädte. Die vier bis fünf Zimmer Altbau mit Stuck und Parkett werden das Mass aller Dinge, für die Restaurierung bekommt man die Telefonnummer von Polen, und die bisherigen Mieter sind, sagt man sich, vielleicht in einem Neubau besser aufgehoben, bevor sie weiterhin die historische Bausubstanz mit ihrer Anwesenheit schädigen. Man lernt diese Argumente in den Seevierteln wie das Atmen und die Abgrenzung. Und was man in der Stadt möchte, ist nicht die Wiedereingliederung in die Gesellschaft, aus der die Eltern und Grosseltern an die Seen geflohen sind – man möchte das Seeviertel mit all seinen Sicherheiten in der Stadt neu errichten.

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Von dieser Einstellung, die zu hinterfragen Fassungslosigkeit erzeugen würde – wieso, Schneck, willst Du bei Hartz-IV-Empfängern leben? Sei doch froh! – von dieser Einstellung leben die Projektentwickler und Erben alter, maroder Haussubstanz, es leben davon die Townhousevermarkter und, zumindest versuchen sie es, die Städte, die eine Abwanderung der Reichen in die Speckgürtel verhindern möchten. Es leben davon auch die vom Ende der Ideologien gebeutelten und zur Werbefigur verkommenen Autonomen, die das nicht gut finden und mit zunehmender Intensität Fahrzeuge demolieren, und dabei sogar in der Finsternis Opel mit Autos verwechseln. Es wird das weitergeführt, was am See erlernt wurde, und so entstehen Städte in der Stadt, durch den Druck der verdrängten Umwelt überwacht, abgeschottet und besonders gut von der Polizei kontrolliert, oder gerne auch dem privaten Sicherheitsdienst. Solange jedenfalls, bis die jungen Leute auch alt werden und wieder die Reize der Seen entdecken, wo es ja noch ein Haus auf die Vererbung wartet. Solange aber rottet sich die Quintessenz der Seeanwohner in kleinen Vierteln zusammen und wundert sich, wundert sich wirklich, warum man sie dort nicht einfach in der Ruhe leben lässt, die sie vom See kennen, und warum man ihre Autos verkratzt, wenn sie doch sozial zuträglich dem Feinkosthändler, dem Antiquitätenladen und so vielen Polen draussen vor der Stadt in den Unterkünften den Lebensunterhalt sichern.

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153 Lesermeinungen

  1. Werter Don,wie amüsant wäre...
    Werter Don,wie amüsant wäre Ihr Artikel, wenn das Körnchen Wahrheit sich nicht als fieses Gerstenkorn im eigenen Auge entpuppen würde.
    Vielen Dank für den gelungenen Artikel.

  2. Aber bitte, was glauben Sie,...
    Aber bitte, was glauben Sie, wie ich zu meiner Wohnung in München…. äh ja.

  3. Fein beobachtet,...
    Fein beobachtet, Don.
    .
    Westend geht einfach gar nicht.
    Zwar nicht im Westend, aber auch schlimm (schon die englischsprachige Beschreibung auf der Homepage lässt es erahnen):
    http://frankfurt.prinz.de/restaurants/restaurantfinder/sevens-swans-weitere-restaurants-gastro,600488,1,LocationFinder.html
    Damit muss man als überzeugter Stadtbewohner aber nun mal klarkommen.

  4. Guten Tag,
    daß man das...

    Guten Tag,
    daß man das Seeviertel auch inkl. See in eine Universitätsstadt – allerdings keine Elite-U. – verlegen kann, können Sie ebendiesem Blatt entnehmen. Inzwischen reagiert die vorhandene Umwelt darauf. Von den mehreren Universitäten dieser Stadt liegt eine im See. Und wie wär das in Z am gleichnamigen See? Die ETH würde ich als Top-Uni einstufen. Also: Hin zur Uni bedeutet keinesfalls zwingend weg vom See. In keiner Weise.
    Gruß aus dem Norden K

  5. nun ja, nicht im fortgesetzten...
    nun ja, nicht im fortgesetzten Westviertel der Stadt zu wohnen hat tatsächlich Folgen:
    die Post wird Ihnen aus dem Hausbriefkasten gestohlen, Ihren freundlichen lieben Hund würden die Zuwanderer aus der GUS am liebsten auf der Treppe erschlagen, so wie es bei ihnen daheim durchaus üblich und erlaubt ist, da das bei uns doch nicht so ohneweiteres geht, wird Gift gestreut, ob Kinder davon was abkriegen ist egal. In GUS-Ländern ist das egal. Ihre Wohnung wird nachgesperrt und durchsucht, nachdem man Ihren Tagesrhytmus ein bißchen beobachtet und Sie abgepaßt hat. Es gibt viele die Zeit zum Abpassen haben und gern einen Zehner dazuverdienen. Für die Polizei ist das alles bedauerlich, aber unter der Wahrnehmungsschwelle, der Hausvermietung und dem Besitzer (eine konservative Politikerfamilie) egal, schließlich hat sie sich mit dem ramponierten schäbigen Haus eben auf GUS (die durchaus nicht niedrigen Mieten sind gestützt durch öffentlich finanzierte Mietbeihilfen, die alle diese Leute natürlich kriegen) spezialisiert. Ein mieses Haus bringt bessere Rendite. Sie, der fehlgelaufene Oberschichtler, sind der Störfaktor. Auch die unterste Unterschicht ist gern unter sich und demonstriert Ihnen das auch: Sie haben einen Gips, die Hausmeisterin lungert vorm Haus herum und sieht Sie heranhumpeln, rennt ins Haus und sperrt die Liftfunktion, Sie humpeln drei Stockwerke hoch, oben drücken Sie den Liftknopf und: siehe da, jetzt funktioniert er wieder. Und was sagt die Person, die Ihnen diese Bude angedreht hat und behauptete ihr Vater sei wirklicher Hofrat und sie selber arbeitsrechtliche Beraterin in einer Arbeitnehmervertretung gewesen? „Ziagns aus“ sagt sie und Sie denken sich, daß Sie doch immer schon dieser Unterschichtdialekt an der Person gestört hat und daß sich dann ja herausgestellt hatte, daß sie nie in der Arbeitnehmervertretung beraten hatte. Alles Schmäh und Provision. Sie sollten die Sozialstruktur (zuviele Drogenrazzien, zuviel Suche nach untergetauchten Asylanten, zuviel Vandalismus, zuviele Einschreiben vom Gericht) der Bude ein bißchen aufbessern. Als Sie diese Person das erste Mal trafen, war Sie Ihnen gleich unsympathisch gewesen, überblond mit Perücke, Ihre Mutter hatte Ihnen beigebracht solchen Leuten aus dem Weg zu gehen und Sie haben – tapferer dämlicher Bekämpfer der Vorurteile Ihrer Schicht – Mitleid mit ihr gehabt.

  6. Das ist das gute an Berlin. Es...
    Das ist das gute an Berlin. Es gibt dort einfach kein Zentrum und dafür unglaublich viel Altbausubstanz für eine schrumpfende Bevölkerung mit unterdurchschnittlichem Einkommen. Große Wertsteigerungen durch Gentrifizierung sind in diesem Umfeld einfach nicht durchsetzbar, zumal es auch noch funktionierende Strukturen gibt wie Mieterberatungen und extrem kompetente Mieteranwälte. Ich kenne Leute, die zahlten vor ein paar Jahren für eine renovierte Dreizimmerwohnung in einem ruhigen, begrünten Hinterhof nahe der Gethsemanekirche weniger als 500 Euro warm.

  7. Lieber Don,
    passen Sie bitte...

    Lieber Don,
    passen Sie bitte auf mit dem Gebrauch von solchen Worten wie „Gentrifizierung“. Bevor die Bundesanwaltschaft Ihre Wohnngstür durch ein SEK eintreten läßt und Sie für ein paar Wochen in U-Haft verschwinden läßt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Andrej_Holm

  8. Lieber Don Alphonso, so...
    Lieber Don Alphonso, so exzentrisch Ihre Ansichten zum teil sein mögen, die große Linie stimmt dann doch immer wieder – ob Sie es wollen oder nicht.
    .
    Man kennt Sie ja nicht persönlich und Ihr dargebotener materieller Reichtum in Form „eines alten Fiats und jeder Menge Plunder“ (Zitat) ist für einen Beweis zur Zugehörigkeit nur indirekt tauglich. Trotzdem scheint mir Ihre Analyse ziemlich ins Schwarze zu treffen, sowohl bei mir, als auch bei Ihnen. Denn wir beide sind in relativ elitären Vorstädten aufgewachsen und später wieder in die Stadt gezogen, in besagte Altbauwohnungen in besagten Vierteln. Mit besagten Erwartungen an das Umfeld. Und das alles beweist mir dann wohl hinreichend, daß Sie tatsächlich wissen wovon Sie schreiben…
    .
    Üblicherweise ziehen Familien ja aus der Stadt heraus. Da man sich bei den heutigen Immobilienpreisen leider nur schwerlich ein schönes Haus mit Schwimmbad erarbeiten kann, wie es die Eltern meist noch taten, man keine Lust hat in so einem Reihenhasenstall zu wohnen und obendrein überhaupt keine Lust hat, Rasen zu mähen, Laub zusammenzukehren und eine Schar von Hausangestellten doch wieder zu teuer ist, geht oder bleibt man eben lieber in die Stadt. In entsprechenden Viertel, in das nur selten marodierende Jugendliche eindringen und Autos verkratzen.

  9. fein, fein. - ich kommentiere...
    fein, fein. – ich kommentiere hier seltener, dem ein oder anderen ist das aufgefallen. es gibt nichts mehr zu meckern. – see hin oder her, der don hat sich – zumindest literarisch – freigeschwommen. – als leser selbstverstaendlich bleibe ich mit freude und spannung erhalten. auf bald,
    herzlichen gruss, abf

  10. Sagen Sie mal, verehrter Don,...
    Sagen Sie mal, verehrter Don, hatten Sie in Ihrer Muenchener Zeit auch Freunde aus sog. „anderen Kreisen“, oder war das eine homogene gesellschaftliche Clique?

  11. auch im St. Galler Kaff lässt...
    auch im St. Galler Kaff lässt sich dieser Prozess rund um den gründerzeitlich geprägten, den Ort und das Kloster überblickenden Rosenberg recht gut beobachten… vornehmlich alte Stadtvillen mit unverbaubarem Blick auf den Säntis sind hier beliebt, um dem (natürlich) vielversprechenden und mit hochwertigem automobilem Gerät ausgestatteten Nachwuchs eine ähnlich angenehme und fischgrat-bewehrte Studienatmosphäre zu schaffen… Hier jedoch unter mehr oder weniger offensiv zur Schau getragener Missgunst der ursprünglich dort ansässigen Bünzlis…

  12. Nietzsches Unterton
    @Don...

    Nietzsches Unterton
    @Don Alphonso: Wau, den Jünger schieben Sie zur Seite, den Spengler zitieren Sie! Wo liegt da die Logik? Oder ist es nicht doch so, wie ich ja erst kürzlich behauptete, nämlich, dass es „wenig Sinn (mache) einen Jünger heraus zu nehmen“ (http://blog.herold-binsack.eu/?p=542), und man daher auch den Spengler da lassen kann, wo all die anderen schon sind? – Oder ist es der Nietzscheanische Unterton im Spengler, der Ihnen „den Stachel löckt“?
    Man kann natürlich auch mit dem Teufel spielen, um ihn als einen solchen vorzuführen. Nur sollte dem Publikum – und einem selber – das klar sein, sonst ist man ein Verführer/Selbstverführer. So gewisse Selbstzerstörungstendenzen sind ja nicht nur in eines Nietzsches Wahn zu erkennen – der Syphilis wegen, vermutlich -, sondern auch schon in der bürgerlichen Sozialisation angelegt, von wegen des „schlechten Sohnes aus gutem Hause“, nicht wahr?
    Solch Rebellentum endet dann hin und wieder auch wiederum in der „Selbstkarikatur“ – http://blog.herold-binsack.eu/?p=583

  13. Opel mit Auto...
    Opel mit Auto verwechselt….
    Das hat mir sehr gut gefallen.

  14. Die Polen sind auch die...
    Die Polen sind auch die einzigen die sich noch richtig mit der Instandsetzung von Stukkatur auskennen. Da gibt es keine deutschen Handwerksmeister die das richtig können.
    Während die Polen ihre Städte nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgebaut haben; bei uns ist im Zuge der Gleichheitsideologie alles eingestampft und normiert, viel hässlicher Beton.
    Aber, zerkrazte Autos?

  15. Nur ein Kommentar bisher? War...
    Nur ein Kommentar bisher? War das Körnchen Wahrheit das Körnchen zu viel?

  16. Huch, da sind die ganzen...
    Huch, da sind die ganzen Kommentare ja auf einmal da. Wird Zeit für’s Wochenende …

  17. Schrecklich, diese...
    Schrecklich, diese integrationsunwilligen Parallelgesellschaften! Kann man die nicht allesamt sofort abschieben?
    .
    Aber Scherz beiseite, ich bin sehr erfreut, daß es im Umgang mit historischer Bausubstanz in den Innenstädten und dem menschlichen Miteinander einige Verbesserungen zu geben scheint. Mir sind noch Zeiten bekannt, da wurde grundsätzlich mit Gummiknüppel, Tränengas und Türramme entmietet und anschließend mit Hilfe von TNT flächensaniert. Jetzt also 3 erlassene Monatsmieten und der Verzicht, die ohnehin ungültigen Renovierungsklauseln nochmals juristisch überprüfen zu lassen.
    .
    Auch erfreut man sich wieder an stuckfassadenen Altbauten. Diese architektonischen Vorlieben hatten bis dato ja nur „langhaarige und arbeitsscheue Hausbesetzer-Chaoten“.
    .
    Ich bezweifle allerdings, daß es die Autonomen sind, die die dortigen Autos t(h)erminieren. Das ist wohl eher der übliche jugendliche Vandalismus im öffentlichen Raum. Autos sind das einzige, was man dort noch zerstören kann. Telefonzellen gibt es ja kaum mehr!

  18. Foersterliesel, zwar weiß ich...
    Foersterliesel, zwar weiß ich nicht, wo Sie wohnen bzw. mal gewohnt haben, aber eines ist sicher: Es gibt sie noch, die angenehmen Wohngegenden zwischen dem bräsigen Westend auf der einen und den sozialen Brennpunkten auf der anderen Seite. Man muss sich bisweilen etwas Mühe geben, diese Plätzchen zu finden, aber es lohnt sich.

  19. Bei uns fing die...
    Bei uns fing die Gentrifizierung an als wir gezwungernermassen der Plebs in unserem angestammten Viertel weichen mussten und das ungeliebte eigene Haus mitten im Kleinstadtzentrum bezogen. Das war echte Sanierungsarbeit: Daeler vertreiben, den Knabenstrich eliminieren, die Nachbarin kaufte das Nebenhaus, das eigentlich zum Bordell umgewidmet werden sollte…
    …eine taegliche Konfrontation mit dem Abschaum!
    Was demonstrierten wir? Wir, die Buerger sind wieder da! Das gehoert uns! Und wer uns an die Hauswand pinkelt, kriegt Aerger. So, uund wenn wir auf diese Art weitermachen, wird das Anwesen wieder zur hoffnungsvollen 1A-Lage.

  20. Liebe literarische Figur,
    wie...

    Liebe literarische Figur,
    wie entzückend, wer würde nicht gerne von der liebenden Frau Mutter „Schneck“ genannt werden?
    .
    Den (anti-)zyklischen Lauf der Dinge berücksichtigend: Kämen Münchener Lagen wie Hasenbergl, Milbertshofen, Neuperlach etc. je für so etwas wie Aufwertung in Betracht?

  21. Nach Z am gleichnamigen See...
    Nach Z am gleichnamigen See und St. Gallen müsste sich auch Basel melden…
    wobei diese Stadt schon seit Jahrzehnten anders tickt und wohl ein Rad ab hat: Da wohnen die Stadteliten schon seit je her in einem Altstadtquartier (nein, nicht dort, wo die Touris rumirren) und die Neureichen im anderen Altstadtquartier – und das Kleinbasel fungiert seit Zukauf als Platz der unteren Bevölkerungsschicht. So hat jeder seinen Platz.
    Und nun kommen sie, die deutschen Studenten, die, die sich in ihrer Heimat lauthals über Studiengebühren und Bologna beschweren, trampeln in unserer Stadt herum, als Hundertschaften besetzen die Unis mit ihrem grausligen Arbeitsethos. Sie arbeiten neben ihrem Studium in Billiglohnsektoren (wow, 15 (!!) Franken die Stunde, wahnsinn!), was von ihren deutschimportierten Professorenkollegen auch kräftig unterstützt wird.
    Wir erleben hier eine innerstudentische Gentrifizierung durch Einwanderung der gerade-nicht-mehr-Elite aus Deutschland. Bitte, ihr da im Norden, kriegt eure Politik wieder ein und repariert wenigstens den Ruf eures Bildungssystems. Exzellenzinitiaive… pffft!
    Unsere Unis können nicht für alle dasein, wir haben noch die Immigrantenkinder zu indok… äh versorgen, die wollen ja auch was vom grossen Bildungskuchen…

  22. Muscat, so ein Ding mit Seven...
    Muscat, so ein Ding mit Seven haben wir auch in München, dort war zu NE-Zeiten gleich hinter der Börse Afterwork, ganz grässlich,
    .
    Lieber Kalchas, ja, schreckliche Sache, das. So viele Reiche und Vermögende, wie hier Räume geschaffen werden, gibt es doch gar nicht, und falls doch, bleiben die sicher nicht dort. In Berlin wackeln solche Projekte mangels Reicher ja schon länger.

  23. Lustig zu lesen, nur wie immer...
    Lustig zu lesen, nur wie immer leicht ungenau. Bspw. Ingolstadt hat keinen besondneren Ruf in den Kreisen, die Sie immer darstellen wollen

  24. Foersterliesel, ja, so kennt...
    Foersterliesel, ja, so kennt man Wien, wie es singt und lacht. Wo die Ober- und Unterschicht nicht zu trennen ist. Grässlich, dieser Balkan.
    .
    HansMeier555, Kastanienallee, Helmholtzplatz, aktuell auch Friedrichshain – alles drei Stufen unter Westdeutschland, aber da läuft es auch nicht anders. Es gibt nur mehr Möglichkeiten auszuweichen – in München geht das nicht mehr.

  25. Monsieur Don! In Berlin...
    Monsieur Don! In Berlin schickt man ja sogar seine kaputten Autos und gebrauchten Hotelbettlaken rüber zum Polen. Keine Chance auf gentrification. Aber schlimm ist etwas anderes: Die Verkalkung der besseren Viertel. Ich spreche über Norddeutschland. Die Armen und Migranten haben ja den Nachwuchs, den die Stützen sich nicht mehr antun (will keinen ansehen). Die Kundschaft auf den echten Wochenmärkten wird immer grauer, kommt mit „Hackenporsche“ und teilweise Dackel oder Schoßhund. Kann das die Lösung sein? Diese reichen Rentner fahren ja auch alle SUVs (bessere Einsteigergonomie), und wenn die dann brennen – egal, sind versichert. Deshalb der unauffällig Fiat? Hält jung, oder? Best wishes!

  26. wobei mich dieses zitat...
    wobei mich dieses zitat spenglers sehr wundert, denn er sah in der stadt das ende der kultur, den übergang in die bloße zivilisation und deren ende schließlich in der metropole. laut spengler ist kultur rassisch bedingt. rassisch meint hier: verbunden mit einer landschaft. und zwar durch grundbesitz und vererbung dieser teile einer landschaft. so kann nach seiner meinung eine bestimmte kultur nur in einer bestimmten landschaft entstehen. und weil kultur an grund und boden gebunden ist, gibt es laut spengler nur zwei echte bewahrer von kultur: adel und bauerntum. denn nur diese leben von ihrem grund und boden und sind deshalb an diesen wiederum gebunden. die stadt hebt diese bindung auf, sie ist in der stadt auch nicht erforderlich. die berufe der stadt sind unabhängig von grund und boden, weil ihre versorgung von außen erfolgt. ohne die bindung an grund und boden löst sich die kultur in der stadt allmählich auf. somit ist das leben der stadt abstrakt, rein geistig, weil bindungslos. so sammelt sich in der stadt auch alles, was ohne bindung ist. ausgerechnet die bindungslosen der stadt beschäftigen sich mit kultur, der sie mangels verbindung zur landschaft keine neuen impulse zu geben vermögen, wodurch sie zum kunstgewerbe verkommt. die blüte unserer kultur sah spengler in der zeit des barock, während der land und stadt kulturell gleichgestellt waren und während der neue impulse für unsere faustische kultur gleichermaßen aus ländlichen wie aus städtischen bereichen erfolgten. diese erfindungen/entdeckungen werden in der darauffolgenden verstädterungsphase (zivilisation) lediglich weiterentwickelt oder präzisiert. wie im alterungsprozeß eines menschen folgt auf die wachstumsphase der kultur nur noch der abbau, der sicher mit erkenntnisgewinn verbunden ist, welcher jedoch ausschließlich auf der vorherigen wachstumsphase basiert. was wir erleben ist also, daß die entwurzelte und damit kulturlose landbevölkerung in die städte gespült wird, wo ihr nichts geboten werden kann als ein hoch entwickeltes kunstgewerbe, das jedoch kein kulturelles urbedürfnis zu stillen vermag. ein siechtum in grellen farben auf rational höchstem niveau. sehr interessant und gleichzeitig haarsträubend aktuell sind übrigens seine ausführungen über die lebensbedingungen im alten rom und die staatliche alimentierung von einkommens- und vermögenslosen römern während dieser zeit. sicher ist dieser verfallsprozeß am tegernsee noch nicht so deutlich erkennbar. einige gegenden im deutschen osten geben jedoch schon einen sehr deutlichen ausblick auf unsere zukunft und scheinen die richtigkeit von spenglers theorie zu bestätigen.

  27. Verehrter Don Alfonso

    Wie...
    Verehrter Don Alfonso
    Wie langweilig ! Es geht auch anders ! Abbruchreifes Altstadthaus, selbstgebautes Hochbett, 48 Stunden nonstop an der Tippkiste und danach nachts um 4 in die Rote Kuh, Hockergang mit 1200er KaWa (der Sozius immer gut besetzt), 20000 Meilen in 2 Monaten im Challenger on the Road usw usw usw. Danach kommt ein See mit dazugehörigem Anwesen auch gut.

  28. @Driver
    Ich sag mit meinen 56...

    @Driver
    Ich sag mit meinen 56 Jahren immer scherzhaft: Wer bei uns (MC) unter 70 Jahren ist und ohne Gehhilfe auskommt, der ist jung!
    In Frankreich sagen sie: Paris ist zum Wohnen, Cannes zum Feiern und MC und Menton zum Sterben!

  29. Hat nicht Konstanz, welches...
    Hat nicht Konstanz, welches bekanntlich an einem See liegt, ebenfalls eine Uni? Oder zählt die nicht, weil zu jung bzw. zu links?
    .
    @Kalchas: Sie wohnen zu weit oben im Norden. Leider liegt die ETH zwar in Zürich, aber nicht am See, sondern auf dem Hönggerberg. Luftlinie sind das zwar nur wenige Kilometer, mit dem Fahrrad jedoch kann das recht anstrengend werden. Die Universität Zürich dagegen hat einige Institute in kurzer Distanz zum Seefeld, z.B. die Sonderpädagogen. Vielleicht sind es gerade diese, die ab und zu mal eine Erfrischung brauchen.
    .
    @Justus: Lassen Sie die teutonische Kavallerie nicht dumm sterben: Bünzlis sind Spiesser.

  30. Ich kann Ihre Beobachtungen im...
    Ich kann Ihre Beobachtungen im Beitrag nur bestätigen. Nur (zum Glück) ist Münster nicht München (obwohl die Münsteraner das nicht gerne -oder vielleicht doch- hören). Selbst (oder gerade) in der Provinz kann man diese Beobachtungen machen. Auch die genannten Anzeigen sorgen meinerseits immer wieder für Erheiterung. Wissen die Damen und Herren Chefarztsöhne eigentlich, dass sie den Horizont eines Tunierpferds behalten, wenn sie sich so von Ihren Allmächtigen versorgen lassen (Scheuklappen und so…)?
    „Und was man in der Stadt möchte, ist nicht die Wiedereingliederung in die Gesellschaft, aus der die Eltern und Grosseltern an die Seen geflohen sind – man möchte das Seeviertel mit all seinen Sicherheiten in der Stadt neu errichten.“
    Und dieser Satz trieb einen kalten Schauer über meinen Rücken…

  31. @Don
    In Berlin wird es immer...

    @Don
    In Berlin wird es immer Räume zum Ausweichen geben. Die Stadt ist drei mal so groß wie München, dabei gibt es dreimal weniger Reiche. Wer in Berlin als „reich“ gilt, den würde man in München oder Stuttgart nichtmal zur Mittelklasse rechnen. Die Gentrifizierer werden einfach nicht genug zahlungskräftige Mieter finden, um damit Kreuzberg, Tiergarten, Wedding und Schöneberg zu füllen. Den Hauptsadteffekt darf man nicht überschätzen, diese Leute haben zuvor in Bonn Platz gefunden. Bundesamte sind auch keine Millionäre, die ihren Kindern mal so eine Eigentumswohnung kaufen. Es gibt um Berlin auch keinen Speckgürtel von „dummen Städten“.
    .
    War neulich erst in München und erneut schockiert, wie klein diese Stadt doch ist. Man spaziert 45 Minuten durch die Innenstadt und hat das (sicher trügerische) Gefühl, schon alles gesehen zu haben.
    .
    Enttäuschend mein Eindruck von London, wo ich erst vor wenigen Jahren erstmals gewesen bin. An der Themse stehen nur häßliche Büroklötze, die überall stehen könnten. Die wenigen sehenswerten Gebäude stammen noch von Sir Christopher Wren persönlich. Nach 16 Uhr ist die City tot, am Wochenende sowieso, kein Mensch hält sich freiwillig dort auf. Keine Chance, irgendwo noch was Eßbares zu erhalten. Halt doch, es gibt so Inseln wie die New-Tate Gallerie. Dort ist der Eintritt frei und es wimmelt von jungen Familien mit Kinderwägen…
    Beim Essen von Fish&Chips bekam ich Heimweh nach McDonald’s. Okay, das sind nur flüchtige Eindrücke vom Spazierengehen.

  32. Auf Kassenpatienten herab zu...
    Auf Kassenpatienten herab zu schauen, ist einfacher, als der Wahrheit ins Gesicht zu schauen.
    Ich war mal privat versichert und trauere diesem Zustand nicht hinterher. Es kann sein, dass man als Kassenpatientin bei manchen Ärzten etwas länger auf einen Termin warten muss, aber man ist andererseits halbwegs sicher davor, dass einem irgendwelche Operationen, Szintigrafien, Röntgenaufnahmen, MRTs oder sonstwas nahe gelegt werden, nur weil man das zum mehrfachen Satz abrechnen kann. Und wegen dieser Abzocke gibt es möglicherweise bald keine Privatkassen mehr. Dann heißt „Privat“, dass man tatsächlich aus eigener Tasche bezahlt, wenn sich mal jemand richtig Zeit nehmen soll. Und das kann ich bei meiner klugen Heilpraktikerin schon heute haben…

  33. @foersterliesel
    fühlte mich...

    @foersterliesel
    fühlte mich beim lesen an herrn schwab erinnert.

  34. @Driver
    Vieleicht eine naive...

    @Driver
    Vieleicht eine naive Frage: Was ist ein „Hackenporsche“?

  35. Ich hatte einmal einen Chef...
    Ich hatte einmal einen Chef aus Deutschland (Frankfurt). Auch einen aus München hatte ich auch. Dennoch – I’m still standing….

  36. Meine Prognose, Don: In...
    Meine Prognose, Don: In spätestens 3 Jahren wird es Ihnen auch zu langweilig am See, und Sie ziehen zurück nach München. Denn irgendwie fehlt Ihnen doch schon das Münchner Stadtleben. Stimmts?!

  37. @foersterliesl
    @don...

    @foersterliesl
    @don alphonso
    Vielleicht stimmen Ihrer beider Beschreibungen und in Wien ist es wirklich so: der Balkan ab dem Rennweg; linke oder rechte Seite? Ist die Villa des Fürsten Metternich (italienische Botschaft) oder das Belvedere schon am Balkan?
    Gegenbeispiel: ich habe einige Jahre in Wiesbaden gewohnt. Dort haben sie ein chirurgisch saubere Trennung. Die ‚Slums‘ im Schelmengraben oder Bergkirchenviertel oder Westend und dann die Villengegend wie Sonnenberg etc. Das tut der Stadt aber noch weniger gut als die Lösung mit dem Balkan.
    Wiesbaden war für mich die schlimmste Stadtlandschaft, die ich bisher erlebt habe in Europa.

  38. @Grimaldeni
    Ein...

    @Grimaldeni
    Ein „Hackenporsche“ ist ein Einkaufsköfferchen mit zwei Rädchen, besonders unter RenterInnen beliebt. Nicht unbedingt unter PensionistInnen. Prego.

  39. HansMeier555, ach, die...
    HansMeier555, ach, die müssten ja erst mal zu FAZ gehen, und das tun die sicher nicht.
    .
    mawu, man liest ja so viel über das Thema, aber so gut wie nichts von Seiten jener, die das ganz natürlich und schon länger betreiben – und ich wollte einfach mal schreiben, wie unpektakulä das eigentlich ist

  40. abf, ach nein? Nun, das muss...
    abf, ach nein? Nun, das muss sich ändern. Womit kann ich Sie nochmal indignieren?
    .
    Filou, das ist dann der dritte Teil dieser Serie: Berufspartymacher. Es war eine extrem kleine Welt damals, vielleicht 3, 4000 Leute. Ein Kaff. Jeder mit jedem, und alle so, wie man eben war.

  41. Justus, das Problem hat man...
    Justus, das Problem hat man auch in Oestrich und in der kleinen, dummen Stadt an der Donau: Stehkrägen versauen denen schneller das Ansehen, als dass sie begreifen, dass es hier doch nicht so unwichtig ist, wie sie glauben.
    .
    Devin08, angesichts des beitrags ist ja wohl hoffentlich klar, das der Spengler in ironischer Brechung darüber steht.

  42. Hätten kaufen müssen nach...
    Hätten kaufen müssen nach Krise 1998 Wohnung in Moskau. Mein Freund haben gekauft 3-zimmer Appartment für 60.000 Dollar, jetzt wert sein 200.000 Dollar. Nicht nur er, überall so. Leider nix davon haben, weil er selber wohnen muss Moskau.

  43. "Man hört sich zuerst bei den...
    „Man hört sich zuerst bei den Nachbarn um, fällt aus der Ferne erste Todesurteile…“ – das hat mir gut gefallen!
    .
    Zur meiner Zeit gehörte es zum guten Ton, daß man wenigstens pro forma ein bissel gegen die Eltern rebellierte. Schon daß man sich von ihnen monatlich mit, sagen wir, 600 DM unterstützen ließ, behielt man unter den Kommilitonen besser für sich.

  44. don carlos,
    .
    sehr interessant...

    don carlos,
    .
    sehr interessant und gleichzeitig haarsträubend aktuell sind übrigens seine ausführungen über die lebensbedingungen im alten rom und die staatliche alimentierung von einkommens- und vermögenslosen römern während dieser zeit. sicher ist dieser verfallsprozeß am tegernsee noch nicht so deutlich erkennbar. einige gegenden im deutschen osten geben jedoch schon einen sehr deutlichen ausblick auf unsere zukunft und scheinen die richtigkeit von spenglers theorie zu bestätigen.
    .
    guter hinweis, danke schön dafür.

  45. @Driver
    der Hackenporsche wird...

    @Driver
    der Hackenporsche wird immer beliebter, nicht nur bei Rentnerinnen. Im besten Innenstadtviertel meiner kleinen Stadt am Rhein, wo die Parkplätze natürlich nur für Anwohner zur Verfügung stehen, aber diese auch nicht aufgegeben werden dürfen (hinten anstoßen, vorne anstoßen und noch dreimal, dann ist er drin und wenn man Glück hat, muss man nicht mal mehr 200 m zurücklegen bis zur Haustür), gehen sowohl die Herren als auch die Damen um die 40 schon mit diesem Gerät zum Einkauf. Laut Kleidung und der Wohnungspreise dort sind dies keine Spätstudenten.
    Es gibt auch beim Hackenporsche sehr deutliche Statussymbole. Besonders große Räder, ein guter Aufsatz, keine schreienden Farben und am besten eine breite kleinere Kühltasche vorgesetzt. Die Dinger sind nicht gerade billig und haben mit dem Kärrchen vom Billigmarkt für 10 Euro nichts zu tun.

  46. @HansMeier: gerade weil Berlin...
    @HansMeier: gerade weil Berlin so viel Plebs beherbergt, brauchen die Neu- und Altmittelreichen Lagen, die exklusiv markiert sind und Barrieren. Der Altbestand an Mietern mit günstigen Mietverträgen ist dabei erstmal in Kauf zu nehmen. Da deutscher Plebs gern unter kulturell und vom Alter her seinesgleichen wohnt, ist irgendwann der Punkt erreicht, wo er sich freiwillig im nächsten Viertel sammelt. Bei unseren kinderreichen Mitbürgern islamischer Religion ist das nicht so einfach. Die haben ja genug ihresgleichen schon in der Wohnung und müssen nicht einer hobby- oder substanzdefinierten Szene hinterher. Ergo funktioniert Verlandadelung (hätte Andrej Holm den gefährlichen Terminus lieber eingedeutscht) besser in Prenzl. Berg und Friedrichshain als in Kreuzberg.
    Kriegt man eigentlich in der umgekehrten Logik einen Orden, wenn man für die Gentrifizierung Partei ergreift, oder gibt es lediglich Haftverschonung?

  47. @HansMeier: gerade weil Berlin...
    @HansMeier: gerade weil Berlin so viel Plebs beherbergt, brauchen die Neu- und Altmittelreichen Lagen, die exklusiv markiert sind und Barrieren. Der Altbestand an Mietern mit günstigen Mietverträgen ist dabei erstmal in Kauf zu nehmen. Da deutscher Plebs gern unter kulturell und vom Alter her seinesgleichen wohnt, ist irgendwann der Punkt erreicht, wo er sich freiwillig im nächsten Viertel sammelt. Bei unseren kinderreichen Mitbürgern islamischer Religion ist das nicht so einfach. Die haben ja genug ihresgleichen schon in der Wohnung und müssen nicht einer hobby- oder substanzdefinierten Szene hinterher. Ergo funktioniert Verlandadelung (hätte Andrej Holm den gefährlichen Terminus lieber eingedeutscht) besser in Prenzl. Berg und Friedrichshain als in Kreuzberg.
    Kriegt man eigentlich in der umgekehrten Logik einen Orden, wenn man für die Gentrifizierung Partei ergreift, oder gibt es lediglich Haftverschonung?

  48. Don, ob das von Ihnen...
    Don, ob das von Ihnen Beschriebene und sicherlich von Elternseite Gutgemeinte für den Nachwuchs tatsächlich von Vorteil war, wage ich doch zu bezweifeln. Wer weiss, was z.B. aus Ihnen geworden wäre, wenn Sie ohne elterliche Unterstüzung in einem Studentenwohnheim (womöglich noch in einer Stadt wie Bochum…) gelebt hätten und sich den Lebensunterhalt selbst verdient hätten. Vielleicht hätten Sie mehr ‚Biss‘ entwickelt, wären beruflich weiter gekommen und würden noch nicht so viel an einen Altersruhesitz denken… Nur so ein Gedanke, der mir kam.

  49. @Refjur: Sag ich doch,...
    @Refjur: Sag ich doch, Münster kann einiges. Und die Leute sind nicht so hintenrum wie die Münchener. Eindeutiger Vorteil, hat aber (noch) nicht gereicht, um sie im Städteranking vom ersten Platz zu kicken. Andererseits – das ist gut so, dann bleibt uns eine übermäßige Zuwanderung von Flitzepupen aus, sagen wir Leonberg, Reutlingen, Künzelsau etc. erspart.

  50. @auch einer, @don carlos
    Kann...

    @auch einer, @don carlos
    Kann euch beruhigen: Solange man in der Zone nirgendwo mehr als 6 Euro Stundenlohn zahlen muß, kann es mit der urbanen Alimentierung der Viel-zu-vielen noch nicht so schlimm sein.
    .
    Außerdem bitte ich zu bedenken: Rom war eine STADT!
    In unseren germanischen Urwäldern gibt es so was bis heute nicht und kann darum auch nicht untergehen.

  51. don carlos,
    .
    eben mal be zeno...

    don carlos,
    .
    eben mal be zeno unter s vorbeigeschaut. sonderbare vorstellung bei dieser lektüre: nicht nur, dass dr. phil. spengler sehr unter hämorrhoiden litt, er fand auch keinen guten proktologen,

  52. @kleiner mann
    Man kann dabei...

    @kleiner mann
    Man kann dabei Geld verdienen.
    Wenn man es richtig macht, ist aber auch das Bundesverdienstrkeuz nur eine Frage der Zeit.
    @Gustav
    Die Eltern dieser Schicht wissen schon, warum sie ihren Nachwuchs so großzügig behandeln. Daß ihr Kind eine Hochbegabung ist, die es von alleine schaffen könnten, glauben sie nur bis zu seiner Einschulung. Außerdem müssen sie ja auch permanent den anderen Eltern im Viertel auf dem Wochenmarkt oder am Kaffeetisch erklären, was die Kinder jetzt so machen.
    Vom Segelurlaub oder von „Oxford“ zu erzählen kommt da viel besser als zu sagen: „Der studiert jetzt in Bochum, hier ist das Foto von seinem Studentenwohnheim, ich habe ihm zum Nikolaus erst wieder einen Fuffi geschickt, damit er mal seine Freundin in ein richtig gutes Restaurant einladen kann.“

  53. @HansMeier: gerade weil Berlin...
    @HansMeier: gerade weil Berlin so viel Plebs beherbergt, brauchen die Neu- und Altmittelreichen Lagen, die exklusiv markiert sind und Barrieren. Der Altbestand an Mietern mit günstigen Mietverträgen ist dabei erstmal in Kauf zu nehmen. Da deutscher Plebs gern unter kulturell und vom Alter her seinesgleichen wohnt, ist irgendwann der Punkt erreicht, wo er sich freiwillig im nächsten Viertel sammelt. Bei unseren kinderreichen Mitbürgern islamischer Religion ist das nicht so einfach. Die haben ja genug ihresgleichen schon in der Wohnung und müssen nicht einer hobby- oder substanzdefinierten Szene hinterher. Ergo funktioniert Verlandadelung (hätte Andrej Holm den gefährlichen Terminus lieber eingedeutscht) besser in Prenzl. Berg und Friedrichshain als in Kreuzberg.
    Kriegt man eigentlich in der umgekehrten Logik einen Orden, wenn man für die Gentrifizierung Partei ergreift, oder gibt es lediglich Haftverschonung?

  54. hans meier
    .
    eine meiner...

    hans meier
    .
    eine meiner enttäuschten hoffnungen bezog sich darauf, dass die bundespolitik in berlin sehr viel mehr mit ihren folgen konfrontiert ist, als sie das in bonn je war. solange das pack in der reichshauptstadt (berlin ist weder das eine noch andere, deshalb meine vorliebe für diese bezeichnung) seinen spass daran findet, die autos der nacbarn abzufackeln und ansonsten mit dosenbier für 0,29 und döner für 1,99 ruhig zu stellen ist, ist berlin auch nur bonn, bloss etwas grösser und weniger rheinisch-frohnatürlich.
    .
    das mit dem lohnniveau der wendeverlierer ist richtig. den jüngeren ist der gedanke an von staats wegen brot und spiele schon nicht mehr so fremd. das bestärkt nur meine these, dass sor allem der bdi eine interesse an einer ddr 2.0 hat (schon in der version 1.0 – codemame ulbricht – und auch später wurde von partei wegen der mensch über seine arbeitsstelle definiert, was, so wie die legale abtribung, als rechtsposition verkauft wurde. ähnliches erleben wir geradse jetzt, wo die fdj-tusse die verdummung der jugend als recht auf bildung verkauft).
    .
    das böse ende kommt erst noch. die renten dieses publikums werden entsprechend niedrig sein. wenn dann diejenigen, die bis dahin nicht gestorben sind, erst einmal pflegefälle sind… die beginnende debatte um die sterbehilfe (same place, other blog, for instance), zu der man sich evangelischerseits eben ganz zaghaft noch nicht so voll und ganz bekennt, aber man kann sich dort doch schon auch eine nicht ergebnisoffene beratung vorstellen, zeigt den weg und die richtung.

  55. Gentrifizierung anprangern?...
    Gentrifizierung anprangern? Gute Idee!
    Im Ernst – das Elend der durch die Mietzinsbindung verslumenden Altbauten konnte man in Wien bis Mitte der 80er besonders schön erkennen.
    Den Wohlstandsgewinn für die ganze Stadt NACH der Aufhebung auch. Das brauchte und brachte Arbeit(splätze) für die Bauindustrie und Geld.
    Ausgebaute Dachgeschosswohnung, verminderter Leerstand, Substanzerhalt, und NEIN, leider nicht zum Nulltarif.
    Schlimme Worte, ganz schlimme Worte für Berufsjugendliche und Berufssöhne, ich weiss …
    Als nächstes bitte gleich die Globalisierung abstellen, ja?
    Auf den Wohlstandsgewinn in den Schwellenländern könne WIR sehr gut verzichten…

  56. Seeblicker, ach, ich prangere...
    Seeblicker, ach, ich prangere das ja nicht an, ich schreibe nur relativ neutral, wie es wirklich ist, denn ich habe eine Wohnung in der Maxvorstadt wohne extrem gentrifiziert und würde es auch gar nicht anders haben wollen. Es ist der Versuch, sowas aus Sicht eines „Täters“ zu erklären. Dass es dabei auch Fälle gibt, die zu weit gehen, kann man auch kaum bestreiten.
    auch-einer, nicht umsonst wird die sicher durchgentrifizierte Immobilie als Rentengarantie für später gehandelt. Nicht umsonst.

  57. @BertholdIV:
    Als Mainzer MUSS...

    @BertholdIV:
    Als Mainzer MUSS ich Ihnen von Herzen und auf ewig dankbar sein, hier ENDLICH diese Wahrheit über Wiesbaden geschrieben zu haben… hätte ich es getan, so hätte mir dies keiner geglaubt!
    HH:

  58. @Seeblicker
    Wer sagt denn,...

    @Seeblicker
    Wer sagt denn, daß Verslummung etwas schlechtes ist? Ich finde es gut, daß es Slums gibt.
    Irgendwoher muß die neue gentry ja auch ihre PR-Strategen beziehen.
    .
    Verslummung und gentryfizierung, das gehört zusammen wie der Baggersee und die Autobahn.

  59. don,
    ,
    im beitrittsgebiet...

    don,
    ,
    im beitrittsgebiet läuft schon die nächste masche.
    generationenübergreifendes wohnen oder so ähnlich. es läuft darauf hinaus, dass in einem objekt sowohl wohnungen für ältere menschen wie auch für junge familien angeboten werden, wobei die jungen, dafür, dass sie den alten zu hand gehen, günstiger wohnen.
    .
    in der kleinen dreckigen stadt neben der kleinen armen stadt, in deren ortsteil ich wohne, läuft so ein pproekt. gleich noch mit denkmalschutz gekoppelt. fehlt nur noch bie oassive energie, um auch noch an den letzten fördertopf gehen zu können. soviel ich weiss, sucht der projektant noch investoren.

  60. Werter Don, dazu kam mir...
    Werter Don, dazu kam mir folgendes Gedicht in den Sinn:
    .
    Der Maulwurf und die Lerche
    .
    Ein Maulwurf hört in seinem Loch,
    einer Lerche Lied erklingen
    und denkt, wie unnütz ist es doch,
    zu fliegen und zu singen.
    Christian Morgenstern
    .
    Die Lerche weiß von jenem nicht,
    sie freut sich ihres Lebens
    und fliegt ins helle Sonnenlicht.
    Der Wurf der schimpft vergebens.
    .
    Warum sollte sie nicht singen,
    nach Lerchenart, von früh bis spät.
    Spricht doch der Wurf von Dingen,
    der er nicht kann und nicht versteht.
    .
    Der Maulwurf aber wusste,
    dass ihn die Lerch nicht hört,
    er tat halt was er musste –
    ’s war Neid was ihn gestört.
    .
    Gruß Hanskarl

  61. auch einer,

    Die legale...
    auch einer,
    Die legale Abtreibung ist das allein der Frau zustehende Recht, darüber zu entscheiden, ob sie noch Blagen in die Welt setzen will oder nicht.
    Sie können das ganze natürlich gerne ideologisch oder ökonomisch verbrämen, aber das sind nur Vernebelungstaktiken.

  62. @ HansMeier555
    es gab...

    @ HansMeier555
    es gab allerdings nur rom. wer an der römischen demokratie teilhaben wollte, mußte sich in rom befinden und an den abstimmungen teilnehmen. das konzentrierte einiges volk in der stadt, welches aus allen teilen des reiches dorthin strömte. allerdings ist der begriff ’stadt‘ in spenglers theorie auch eher synonym zu betrachten: es geht weniger darum, ob man in einer stadt wohnt, sondern wahrscheinlich mehr um den lebensstil. denn auch der moderne dorfbewohner ist kaum noch bewahrer einer landschaftsgebunden kultur, dessen gedeih und verderb von seinem grund und boden abhängt, als ein vom intellekt geleiteter, beruflich und persönlich frei beweglicher mensch.

    wer sich in deutschland umsieht und tatsachen nicht verdrängt, muß erkennen, daß die deutsche kultur in bombenhagel und straßenkämpfen ausgelöscht wurde. zurück blieb ein zäher überlebenswille, ein streben nach materieller sicherheit und materiellem wohlstand sowie ein rein intellektuelles interesse an kultureller betätigung. zwar sind unser denken und handeln sowie unsere wissenschaften durch die untergegangene kultur geprägt, jedoch fehlt die innere bindung zu ihrer symbolik. kultur ist reines gefühl, das schicksalhaft erlebt wird und in symbolen ausgedrückt wird. zivilisation ist reiner intellekt, der vorhandene symbole nutzt, seinen bedürfnissen anpaßt, sie rein geistig weiterentwickelt und damit auch verfälscht. die religion ist ein mittlerweile rein abstrakter glaube, dessen inhalte selbst von ihren begründern nicht verstanden werden würden. unsere architektur ist austauschbar, ohne bindung zur landschaft, durch die sie ursprünglich geprägt war. die wissenschaften beweisen immer und immer wieder längst vorhandene theorien, ohne jedoch zu neuen theorien gelangen zu können. ohne bindung an grund und boden ist dessen vererbung unsinnig, somit sind nachkommen ökonomisch bedeutungslos und im bindungslosen städtischen leben ohnehin hinderlich. unsere kultur stirbt auf zwei wegen aus: ihre symbole wurden entdeckt und erfüllt, wodurch die kulturelle entwicklung abgeschlossen ist und der an die landschaft gebundene mensch als träger und vererber der kultur stirbt allmählich aus oder verläßt den angestammten grund, der für ihn an symbolik und bedeutung verloren hat. was im ländlichen raum zurückbleibt, zurückbleiben muß und damit wieder grund und boden verhaftet ist, wird nach unseren maßstäben als kulturell unterentwickelt bezeichnet, greift jedoch einzelne symbole der untergegangenen kultur auf, die dann zum initial für eine neue kultur werden. vorerst nicht erkennbar, weil rudimentär und unserem verständnis nicht nachvollziehbar, fremd, möglicherweise als bedrohlich empfunden und deshalb bekämpft. all das vollzieht sich laut spengler über große zeiträume und ist deshalb schwer erkennbar. in deutschland habe ich an der langsamkeit dieser prozesse erhebliche zweifel. es scheint vielmehr so, daß hier eine völlig kulturlose und total vergeistigte kaste aus politik, wirtschaft und medien am untergang unserer kultur wirkt und den verfallsprozeß dramatisch beschleunigt. die konzentration auf ‚wirtschaftliche kerne‘, die ausschließliche orientierung an ‚wirtschaftlichen zwängen‘ und die reduzierung des gemeinschaftslebens auf deren reine verwaltung wird zu einer entvölkerung des ländlichen raumes führen, der im deutschen osten begonnen hat und der sich in ganz deutschland fortsetzen wird. das bindungslose volk wird zum bestandteil eines politisch-wirtschaftlichen mechanismus, der sich entsprechend den rein geistigen vorgaben einer intellektuellen schicht bewegt, die sich zwar an die spitze eines in relativer sicherheit einigermaßen satten, in der vorahnung auf die kommenden ereignisse schon beunruhigten bevölkerung stellen konnte, die jedoch keineswegs die kulturelle elite einer rasse (im sinne des verhaftetseins mit einer landschaft) darstellt und somit keine impulse zur entwicklung unserer kultur mehr zu geben vermag, sondern vielmehr deren untergang begünstigt.

  63. @ auch-einer
    'eben mal be zeno...

    @ auch-einer
    ‚eben mal be zeno unter s vorbeigeschaut. sonderbare vorstellung bei dieser lektüre: nicht nur, dass dr. phil. spengler sehr unter hämorrhoiden litt, er fand auch keinen guten proktologen’…
    haben die fähigkeiten im verstehenden lesen nicht ausgereicht, sich einen groben überblick über das zugegebenermaßen recht komplexe werk zu verschaffen? spengler ist nunmal nicht bild. aber abwertung als ersatz für erkenntnisfähigkeit ist auch keine lösung, eher symptom für eine narzißtische persönlichkeitsstörung. wobei diese ein weit verbreitetes übel ist und damit im trend liegt. dennoch: meinungsfreiheit bedeutet nicht, daß man jeden haltlosen geistigen dünnschiß auch äußern MUSS.

  64. @Don Carlos
    Wenn Kultur aber...

    @Don Carlos
    Wenn Kultur aber „reines, schicksalhaft erlebtes Gefühl“ ist, wieso kann sie dann durch Bombenhagel ausgelöscht werden? Ich schätze mal, mein Oma hat im Leben „schicksalhafte Gefühle“ nie „reiner“ erlebt, als in jener Herbstnacht 1944. Und den kulturellen Wert des Einrichtungskrempels, der dabei verbrannte, werden wir gewiß nicht überschätzen, obwohl der Verlust mancher Erinnerungsstücke selbst nachgeborne Enkel heute noch schmerzt. Besteht unsere Kultur etwa aus Hausfassaden?
    .
    Den Spengler mit seiner „Bindung an den Boden“ sollten Sie nicht so ernst nehmen. Ein mit meiner Oma befreundeter Historiker hat eben zur selben Zeit einige Gemeinden in der Gipfelregion eines deutschen Mittelgebirges demographisch-genealogisch erforscht und ist — ganz im Widerspruch zur damals modischen Ideologie — zum Schluß gekommen, daß es im Zeitraum 1800 bis 1950 zu einem weitgehenden Bevölkerungsaustausch gekommen war. Auch über 500 Metern ü.d.M. herrschte ein ständiges Kommen und Gehen.
    .
    Was wir unter „bindungslosem Volk“ verstehen könnten, ist damit noch nicht gesagt. Wenn heute irgendwas den Volksmann an die Scholle bindet, dann ist es die Sozialgesetzgebung. Wer Studienfach oder Uni wechselt, kriegt schnell Ärger mit dem Bafög-Amt. Wer Hartz IV bekommt, hat Gründe, einen Umzug zu vermeiden. Asylbeweber dürfen oft nichtmal die Grenze ihres Landkreises verlassen.
    .
    Statt Spengler könnten Sie auch Musil zitieren: „Die Sitte, den Orten einen Namen zu geben, stammt aus der Hordenzeit, wo man sich die Futterplätze merken musste.“ Heutige global citizen denken da zuerst an Brüssel.
    .
    Schließlich kann ich Ihnen noch mein eigenes Rezept anbieten: Die Wiedereinführung feudaler Verhältnisse. Feudalismus oder Barbarei, das ist hier die Frage. Statt Freizügigkeit, Gleichgültigkeit und Schwesternterror brauchen wir die feudale Trikolore: Zuwendung, Distinktion und Gnade. Dann kann das Abendland auch mal wieder aufgehen.

  65. liebe swina,
    meinen Sie Werner...

    liebe swina,
    meinen Sie Werner Schwab, den Dramatiker? Leider kenne ich zu wenig von ihm.
    Wien ist genauso sozial segregiert wie die meisten anderen Städte auch, wenn man sich in die falsche Zone begibt, kommt es eben zu den oben beschriebenen
    Problemen. Auch die Balkanstädte, die ich kenne, funktionieren so.
    @ Seeblicker: der Wiener Bauboom mit all den abscheulichen Dachausbauten,
    den Immomillionären, den kriminellen Subunternehmern und den Billigstarbeitern
    vom Arbeitsstrich kann auch ganz anders gesehen werden als von Ihnen.
    In Wien gibts für Altmieter nicht die Bestechung mit den drei erlassenen Monatsmieten sondern den bestellten Einbruch, das Abschalten von Strom und Gas und allerhand sonst, um sie zum Aufgeben und Ausziehen zu bringen. Ich verfolge das gerade bei einer Freundin (sie ist Juristin und beißt zurück) deren Wohnhaus von einem Bauunternehmer gekauft wurde und – da in der City – nun gegen alle Regelungen zum Schutz historischer Bauten entkernt, durchbetoniert und überbaut wird.
    Die AWDler werden Verkaufsdirektoren für Immogesellschaften, es sind Projekte ohne sozialen Markt, ähnlich den von Don Alphonso beschriebenen in Berlin.
    Gibt es in der BRD eigentlich auch den „kleinen Ingenieur“ (der Titel wird Absolventen technischer Mittelschulen nach etwas Berufspraxis verliehen und immens stolz getragen) der zumeist eine Installations- oder sonst eine Firma des Baunebengewerbes besitzt und den schon meine Mutter den „Geier der Villenviertel“ nannte? Er schließlich weiß um Zustand der Häuser, Erbengemeinschaft und Erbenzwist, Liquidität oder keine und er sitzt immer in einer prachtvollen und billigst erworbenen Jugendstilvilla.

  66. Don Carlos, was Spengler...
    Don Carlos, was Spengler „Kultur“ nennt, heißt bei Marx „Idiotismus des Landlebens“. Und dem bin ich, darin aufgewachsen, glücklicherweise inzwischen entronnen. Es lebe die Zivilisation!

  67. @HansMeier: gerade weil Berlin...
    @HansMeier: gerade weil Berlin so viel Plebs beherbergt, brauchen die Neu- und Altmittelreichen Lagen, die exklusiv markiert sind und Barrieren. Der Altbestand an Mietern mit günstigen Mietverträgen ist dabei erstmal in Kauf zu nehmen. Da deutscher Plebs gern unter kulturell und vom Alter her seinesgleichen wohnt, ist irgendwann der Punkt erreicht, wo er sich freiwillig im nächsten Viertel sammelt. Bei unseren kinderreichen Mitbürgern islamischer Religion ist das nicht so einfach. Die haben ja genug ihresgleichen schon in der Wohnung und müssen nicht einer hobby- oder substanzdefinierten Szene hinterher. Ergo funktioniert Verlandadelung (hätte Andrej Holm den gefährlichen Terminus lieber eingedeutscht) besser in Prenzl. Berg und Friedrichshain als in Kreuzberg.
    Kriegt man eigentlich in der umgekehrten Logik einen Orden, wenn man für die Gentrifizierung Partei ergreift, oder gibt es lediglich Haftverschonung?

  68. @Foersterliesel: Wenn ich so...
    @Foersterliesel: Wenn ich so lese, was Sie beschreiben, muss Wien ein furchtbares Schlangennest sein. Traurig. Das deckt sich so garnicht mit meinem durchaus ironischem Bild von dieser Stadt.

  69. @foersterliesel
    ja.
    werner...

    @foersterliesel
    ja.
    werner schwab,
    dem hauswartssohn & dramatiker.

  70. dem = den...
    dem = den

  71. @ HansMeier555 & Alter...
    @ HansMeier555 & Alter Bolschewik
    voraussetzung für eine diskussion von spenglers definitionen und seiner gesamten theorie wäre, daß sie zumindest bekannt sind und verstanden wurden. alles andere ist reines debattieren auf gymnasiumsniveau. auch wenn einzelne personen in der geschichte schicksalhaft für die entwicklung ganzer kulturen wirkten, ist nicht jedes einzelne leben schicksalhaft für eine kultur. wenn spengler diesen unterschied in seiner theorie sehr deutlich ausspricht, macht ihn das nicht für jeden sympathisch. seine theorie der rassischen bindung an eine bestimmte landschaft sagt aus, daß bestimmte symbole, die eine kultur prägen, nur in bestimmten landschaften entstehen können, einfach deshalb, weil sie symbole ebendieser landschaft sind. sie erinnern sich sicher an seine ausführungen zur gotik. zu marx‘ zeiten war die entwicklung unserer kultur bereits abgeschlossen, die landbevölkerung strömte in die städte und verlor seine kulturellen bindungen. die kultur geht in die zivilisation über und stirbt allmählich. für den einzelnen muß das ja nicht unbedingt nachteilig sein – spengler schreibt ja über den untergang des abendlandes und nicht über den untergang von einzelpersonen im abendland. allein, daß er nur sehr wenige persönlichkeiten als schicksalhaft für unsere geschichte akzeptiert, kränkt die meisten und die dadurch entstehende diskussion dient eher der kompensation dieser narzißtischen kränkung denn der erörterung seiner theorie. was schade ist, denn anders als bei marx, der sicher eine ziemlich genaue analyse der funktionweisen vergangener epochen sowie der des kapitalismus zu seiner zeit bietet, sind seine aussagen zur zukünftigen entwicklung der gesellschaft doch recht schwammig und setzen ein übermenschlich hohes bewußtsein für das gemeinwohl voraus. daß die theorie von marx bei philsosophen populärer ist als die spenglers über geburt, werden und sterben von kulturen, kann nur in der empfundenen kränkung von philosophen und intellektuellen infolge spenglers harscher kritik an ihrer erkenntnisfähigkeit liegen. objektiv betrachtet befinden sich seine aussagen jedoch näher an der realität als die seiner gegner.

  72. @Foersterliesel
    So weit mir...

    @Foersterliesel
    So weit mir Kollegen den ING erklären (nach der HTL und zwei oder drei Jahren Berufserfahrung) gibt es so etwas in Deutschland nicht.
    Aber inhaltlich entwickeln sich die FH’s dazu

  73. @Hiwwelhubber
    Danke. Das ist...

    @Hiwwelhubber
    Danke. Das ist ja nicht nur die starke Segregation in den Stadtteilen, das setzt sich ja fort in einem unterentwickelten öffentlichen Personenverkehr, kaum Kinos, und einer fast nicht vorhandenen Innenstadt. Für die wirklich Reichen gibt es dann zwei drei Straßen, auf denen sich einkaufen lässt (Wilhelmstraße, Taunusstraße). Letztere benutzen, die Stadt für bestimmte Dienstleistungen (Wilhelmstraßenfest, Ball des Sports etc.) und für die armen Einwohner kann die Stadt in der sonstigen Zeit verkommen. Ich denke, die Stadt – immerhin Landeshauptstadt und knapp 300.000 Einwohner – ist ein Beispiel, für eine Stadt, die keine Stadt mehr ist sondern ein Set von getrennten Gesellschaften.

  74. @Alter Bolschewik:
    Glauben Sie...

    @Alter Bolschewik:
    Glauben Sie wirklich? Und wohin, wenn man fragen darf?

  75. lieber Berthold IV,
    zufällig...

    lieber Berthold IV,
    zufällig las ich jetzt Ihre Bemerkung zu den WMF – Maschinen in den Wiener Kaffeehäusern: also ich kenne mich nicht aus, denke aber, es sind Württembergische. Kupfergeschirr ist plattiert, da haben Sie recht, aber Schneekessel, Sautoir und Kaffeekännchen nicht. In Indien trinkt man auch Wasser aus Kupferbechern und wir hier wären froh wenn die Wasserrohre in den alten Häusern nicht aus Blei sondern aus Kupfer wären. Allerdings: meist trinken wir kulturlos einfach Löskaffee. — Die schlimmen Dinge, unter denen vor allem der arme Hund zu leiden hatte, passierten in Meidling. Das war immer schon ein Arbeiterbezirk, mit sehr vielen historischen Gemeindebauten und schlechter Altbausubstanz, eine traurige Gegend. Dennoch gelingt es indischen und asiatischen Einwanderern ihre Kinder an all dem Häßlichen und Bösen der Gegend (Gewalt und Drogen) vorbeizuschleusen und zu sehr guten Schulabschlüssen zu führen. Der gemeine Wiener ist passionierter Türkenhasser, die Deutschnationalen hier verbünden sich mit den serbischen Nationalisten, gegen die neuen Zuwanderer und die muslimischen Zuwanderer vom Balkan (Kosovaren und Albaner) der GUS (Tschetschenen) und Afghanistan. Antisemitisch sind sie mehr oder weniger allesamt.
    Was hat Sie nur hierher verschlagen ? Leben Sie denn gerne hier?

  76. Der Held und der Knecht
    @Don...

    Der Held und der Knecht
    @Don Carlos/Don Alphonso: Spencer war im Prinzip das, was ein Sloterdijk heute ist, ein radikaler Apologet des „Abendlandes“/des „Innenraums des Kapitals“/Sloterdijk. Und insofern die abendländische Kultur eine Stadtkultur ist, ist sie als solche hervorgehoben, als „Hochkultur“. Der Chauvinismus/der Sozialdarwinismus darin ist so unverkennbar wie eines Sloterdijks Affirmation der bürgerlichen Klasse als eine privilegierte. Denn „Hochkultur wird hier nicht als eine Frage der hohen Kultur sondern der Vormacht verstanden. Spengler verträgt sich gut mit der Blut- und Bodenideologie der Nazis, insofern die „höhere Rasse“ hier zu Hause ist, hier ihren Wohlstand pflegt, auf heimischen Boden, als heimische Rasse. Die „ironische Brechung“ mit diesem Zitat fällt mir etwas schwer zu erkennen. Es sei denn, man stellt die Naziideologie ganz generell als „ironische Brechung“ ihrer selbst in den Raum, als absurde (Selbst-)Verkennung. So wie ja auch hier – und insoweit stimmt der Einwand von Don Carlos wiederum – der Selbstwiderspruch offenkundig ist. Man huldigt dem Adel, verteidigt aber das bürgerliche Abendland, die bürgerliche Ideologie eben in ihrer damals modernsten Ausprägung – als Sozialdarwinismus.
    .
    Vielleicht sollte man begreifen, dass die bürgerliche Ideologie, nicht nur die Nabelschau des bürgerlichen Subjekts ist, sondern zugleich die Ideologie ist, die die letzte Klassengesellschaft verinnerlicht, eine Gesellschaft, die sich ihres nahen Endes sehr wohl bewusst ist. Nietzsche war in diesem Sinne der letzte bürgerliche Philosoph, in dem er diese Betrachtung konsequent zu Ende führte. Das eine solche – dann unkritische – Affirmation – zum Wahnsinn führen muss, liegt eigentlich auf der Hand. Und die Materialisierung eines jenen Wahnsinns finden wir in den imperialistischen Kriegen und natürlich im Faschismus, in dieser Selbstvernichtungsmaschinerie von malthusianischen Zuschnitts. Gleiches gilt für all die, die diese Linie fortsetzen. Jünger zum Beispiel lebte diesen Wahn aus, als Söldner einer fremden Macht. In seiner Semantik spürt man die Zuspitzung der Abstraktion bis hin zur „Auflösung“, der Auslöschung des Gegensatzes, ja den Nihilismus. Schauen wir uns „Der Arbeiter“ an. Die Dinge/die gesellschaftlichen Verhältnisse sind nicht mehr benennbar, Technik, Mensch, Ideologie, Objekt und Subjekt werden zu „Gestalten“ verschmolzen. Nicht die Klasse der Arbeiter vermag er zu erkennen, sondern die abstrakte und solchermaßen metaphysische Gestalt des Arbeiters, eine Gestalt, die jeder annehmen musste, da sie ihm als Matrix gilt.
    .
    Nicht Kritik an der Klassengesellschaft war sein Ding, sondern Verherrlichung dessen, was in dieser zum absoluten Wahn geworden ist. Die Selbstverkennung des bürgerlichen Subjekts als Schöpfer, welches sich ja nun schon mehrfach als solches blamiert hatte, wird in jene „Gestalt“, die ebenso ihr Produkt wie ihr Gegenüber ist – ihr Klassengegner nämlich – positiv projiziert und hyperstasiert. Der Arbeiter wird nicht als der Prolet gesehen, der sich von Ausbeutung und Unterdrückung zu befreien hätte, wenn er zu sich selbst kommen will, will heißen: die ganze Gesellschaft in eine neue Epoche transformieren möchte, sondern als der eigentliche Schöpfer – sogar seiner selbst -, dies aber nicht als Subjekt der Geschichte, wie als Objekt des Kapital – denn das wäre die sozialistische Version – sondern als Geschichte selbst, in absoluter Identität von Objekt- und Subjektsein. Metaphysischer geht es nicht. Was bei den Nazis „das Völkische“ ist, oder bei Ortega „die Massen“, ist bei einem Jünger „die Gestalt“. Abstrakter ist dann eigentlich nur noch der „Strukturalismus“, welcher sich dann aber konsequent wegbewegt von jeglicher Historisierung, jeglichen Subjekts. Nietzsche ist somit der „Held“, denn Urvater aller bürgerlicher Philosophien in der Postmoderne, insbesondere des Strukturalismus, des Existenzialismus…, und Spencer ist sein Knecht.

  77. @Foersterliesel: Darf ich noch...
    @Foersterliesel: Darf ich noch mal stoeren? Was ist Brigttenau, Richtung Karajangasse, fuer eine Gegend? Kann man da wohnen, oder geht’s da so zu, wie von Ihnen beschrieben?

  78. Lieber Don Carlos,
    Sie sollten...

    Lieber Don Carlos,
    Sie sollten nicht darauf bestehen, daß jeder hier alles gelesen haben muß. Ich z.B. verdanke etwa 70 Prozent meiner Bildung Walt Disney’s lustigen Taschenbüchern und kenne Oswald Spenglers Theorien nur vom Hörensagen. Und bei Donald Duck war von der rassischen Prägung der Kultursymbole nie die Rede. Ihre dankenswerten Referate zu Spengler habe ich mit Interesse gelesen, konnten bei mir aber — es tut mir wirklich leid, Ihnen das sagen zu müssen — kein Interesse wecken, das so stark wäre, daß ich jetzt anfangen würde, das versiffte Exemplar aufzuschlagen, das mein Gymnasiasten-Bruder vor Jahrzehnten mal auf dem Flohmarkt gekauft hat. Gymnasialnievau! Hach, das müsste ich erst einmal erreichen! Dann könnte ich mit Ihnen auch über Heideggers „Sein und Zeit“ diskutieren.
    .
    P.S.
    Ich wäre wirklich noch sehr gespannt darauf zu erfahren, was Sie denn nun von meinem Feudalismus-Programm halten.

  79. Bin da kein Experte, vermute...
    Bin da kein Experte, vermute aber, daß es die von Foersterliesl beschriebenen Entmietungs-Methoden in München und überall genauso gibt. Die Frage ist nur, wer so was macht. Wenn der Arzt oder Steuerberater aus dem Westviertel seinem Sohn ein Stadthaus kauft, dann wählt er eher sanfte Methoden. Der halbkriminelle Investor aus der Baubranche halt eher die ruppigen.

  80. Herr Meier, diese...
    Herr Meier, diese Entmietungsmethoden waren in den 70er und 80 Jahren in niederlaendischen Grossstaedten durchaus ueblich. Man nannte die Hilfskraefte der Entmieter „Klopploegen“. Inzwischen hat man hier grosse Probleme, den Nachweis von Drogengeldern, mit denen damals bezahlt wurde, vor Gericht zu fuehren.
    Das war damals. Inzwischen ist die Geldwaesche zu Provinzflugplaetzen verlagert, oder wird in Doenerbuden irgendwie legal gemacht.
    Aber es gibt Hoffnung. In meiner Gemeinde wird mittlerweile ganz diskret der eine oder andere migrantische Diskobesitzer aus dem Verkehr gedraengt. Leider wird er nicht aus dem Verkehr gezogen.
    Lasset uns hoffen.

  81. @ HansMeier555
    also wenn sie...

    @ HansMeier555
    also wenn sie mich so fragen: ich wäre nicht böse, wieder einen kaiser als staatsoberhaupt zu haben.

  82. Und auf lokaler Ebene ein paar...
    Und auf lokaler Ebene ein paar sehr kluge Koepfe.

  83. @D.C.
    Es geht nicht um die...

    @D.C.
    Es geht nicht um die Monarchie, sondern um das feudale Prinzip. Ich sehne mich nach einer Gesellschaft, in der der demokratische Diskurs nicht mehr existiert. Da könnte wieder so was wie eine neue Kultur entstehen, meine ich. Auch die Schollenbindung könnte wieder angedacht werden. Obwohl es ja auch im 20. Jahrhundert in Mitteldeutschland da ein paar gesunde Ansätze gab.

  84. Ach, Don Carlos, mir genügt...
    Ach, Don Carlos, mir genügt ihr Spengler-Referat vollkommen, um alle Vorurteile zu bestätigen. Glauben Sie wirklich, „daß die deutsche kultur in bombenhagel und straßenkämpfen ausgelöscht wurde“? Es waren die Vertreter der „deutsche Kultur“ selbst, die diese und das bißchen Zivilisation, das aus Frankreich herübergeschwappt war, ausgelöscht haben, indem sie diejenigen, die sie für die angebliche „Zersetzung“ ihrer „Bindung“ an die Scholle verantwortlich machten, in die Gaskammern und Verbrennungsöfen schickten. Insofern ist HansMaier555s Einwurf von 19.00h nicht ganz unberechtigt – ich glaube, ich sollte auch noch einmal die Lustigen Taschenbücher herauskramen, es scheint mehr Weisheit in ihnen zu stecken als mir präsent war.

  85. @ Devin08
    man könnte glauben,...

    @ Devin08
    man könnte glauben, daß es zwischen spenglers theorie und der ideologie des nationalsozialismus parallelen gibt. tatsächlich haben die nationalsozialisten mehrfach versucht, spengler zur annahme von professuren zu bewegen, die dieser erstaunlicherweise mehrfach abgelehnt hat. außerdem muß man beachten, daß rassentheorien kein phänomen des nationalsozialismus waren, sondern schon lange vorher weltweit wissenschaftlich diskutiert wurden. bei spengler bedeutet rasse an sich nur die verbundenheit zu einer bestimmten landschaft und damit zu einer bestimmten kultur, die ebendieser landschaft entspringt – in unserem raum der hochwald. er führt untersuchungen an, nach denen der dauerhafte wechsel des lebensraumes zu körperlichen veränderungen führt, somit die kultur in fremder landschaft ebenfalls nicht wie bisher beibehalten werden kann, sondern durch die neue umgebung beeinflußt wird. meine worte sind nur zu dürr, um seine ansichten hier einigermaßen verständlich zu erläutern.

  86. @ HansMeier555
    die 'gesunden...

    @ HansMeier555
    die ‚gesunden ansätze‘ in mitteldeutschland sehen meiner meinung nach so aus, daß hier eine neue adelsschicht aus lokalpolitikern, beamten und angestellten in kommunalen ver- und entsorgungsbetrieben entsteht. neu eingestellt werden nur bewerber die bereits mindestens ein elternteil in einer behörde haben – eine art erbrecht. das rechtsstaatliche prinzip wird durch die behörden insoweit ausgehebelt als der rechtsweg bei jeglichen vorgängen voll ausgereizt wird, was in unserem rechtsstaat zu hohen kosten beim beschwerdeführer führt, der sich deshalb in den meisten fällen nicht durchsetzen kann. die obrigkeit wird unantastbar und zeigt ein dementsprechendes selbstbewußtsein. insofern ist das feudale prinzip in mitteldeutschland bereits wirksam. jedoch ohne die angesprochene zuwendung, distinktion und gnade. dafür mit einem hang zu ewigkeitsparagraphen.

  87. @Foersterliesel
    Mit den...

    @Foersterliesel
    Mit den Bleirohren, haben Sie schon Recht. Das ist aber generell die Frage ob es sinnvoll ist Trinkwasser aufwändig herzustellen und dann durch einen Rohrmischmasch zu schicken? Das ist aber alles bekannt, genauso wie, dass Mineralwasser oftmals keine Trinkwasserrichtlinien erfüllen würde. In der Regel ist es das Uran, Rhadon und vor allem das Nitrat.
    Ein Beispiel: Volvic druckt in der BRD nur einen Auszug aus der Analyse. In F drucken sie die ganze und dort sehen sie 4 mg Nitrat pro l.
    zu Wien: Es gibt in der BRD m.E. schlimmere Städte, Wiesbaden, München, Stuttgart
    zu Ihrer These, dass die Serben Straches Anhänger sind. Die Serben, mit denen ich zusammenarbeite nicht. Viele Strache Anhänger habe ich unter den österreichischen Taxifahrern in Wien gefunden. Aber wer ist Strache? Auch nur ein Spielball von Herrn Christian Konrad. Die von ihm ‚bestellte‘ Justizministerin (die Infos können Sie ja auch bei Herrn Dr. Unterberger nachlesen) wird ihn schon bei Bedarf ‚zur Ordnung rufen‘. Mich erinnert, das an die Republikaner in Bayern. Die waren nur solange groß bis sie Ihren Zweck, Stimmung zur ‚Abschaffung‘ des Asylrechts zu machen, erfüllt haben.
    Ich glaube einfach nicht, dass man als Serbe eine Vorliebe für rechte Parteien in Aut oder der BRD haben kann, außer man weiss überhaupt nicht, wass zu Beginn des 20. JH passiert ist.

  88. Nicht die Lustigen...
    Nicht die Lustigen Taschenuecher. Wirklich nicht. Die echte Wahrheit findet sich nur bei Carl Barks. Nich zu verwechseln mit Karl…

  89. @Don Carlos
    Sehen Sie, das...

    @Don Carlos
    Sehen Sie, das erfüllt mich mit Hoffnung. Daß dynastische Prinzipien wieder gelten. Kommunale Entsorgungsbetriebe könnten ohne weiteres als rassische Symbole der von ihnen gestalteten Landschaft durchgehen. Kultur hätte dann „tellurischen“ Charakter — genau wie auch das Partisanenkampf in der Auffassung des Kronjuristen.
    .
    Das Abendland aber trägt den Untergang schon im Namen wie das Morgenland die Zukunft. Man könnte Afrika dementsprechend als Mittagsland bezeichnen und Amerika als Mitternachtsland.

  90. Ich bin vielleicht weder für...
    Ich bin vielleicht weder für Adel noch für Donald Duck geeignet: Die Erfahrung lehrt, dass Adel ohne Zwang, seinen Anspruch rechtfertigen zu müssen, schnell eine Plage wird, und amerikanische Comics – nun ja, Tom und Jerry und der Roadrunner sind nicht wirklich amerikanisch, aber eben auch nicht Disney.

  91. Zumindest die Grundsituation...
    Zumindest die Grundsituation des nichtsnützigen Neffen des reichen Onkels dürfte Ihnen doch bekannt sein.
    .
    Zur Plage geworden sind wir dem Planeten schon lange – als Spezies, nicht als Schicht.
    .
    Hätten Sie nicht noch ein Kännchen Tee?

  92. Devin08, ich ffand es, um es...
    Devin08, ich ffand es, um es mal aufzulösen, einfach witzig, über einen Beitrag zur Untergang der Stadtkultur – was Gentrifizierung ganz sicher in einer nicht allzu schlimmen, aber endgültigen Art durch das Ausschliessen anderer definitiv ist – die Behauptung des altbürgerlichen Denkers (das kann ihm niemand bei allen Fehlern abstreiten) Spengler entgegenzusetzen, die damit gleichzeitig erfüllt wie komplett negiert wird. Gentrifizierung ist purer Sex für Spenglerfreunde. Aber die bürgerliche Beschränktheit, mit der es geschieht, tritt dem Denker Spengler in den Podex, denn niemand möchte heute noch Spenglers giftige Restideologie der konservativen Revolution, wenn die Familienministerin ledig und ohne Kind ist, und der bayerische Ministerpräsident ein gschlampertes Verhältnis hat. Kurz: Ich mache mir ein philosophiegeschichtliches Spässchen.

  93. Devin08, ich ffand es, um es...
    Devin08, ich ffand es, um es mal aufzulösen, einfach witzig, über einen Beitrag zur Untergang der Stadtkultur – was Gentrifizierung ganz sicher in einer nicht allzu schlimmen, aber endgültigen Art durch das Ausschliessen anderer definitiv ist – die Behauptung des altbürgerlichen Denkers (das kann ihm niemand bei allen Fehlern abstreiten) Spengler entgegenzusetzen, die damit gleichzeitig erfüllt wie komplett negiert wird. Gentrifizierung ist purer Sex für Spenglerfreunde. Aber die bürgerliche Beschränktheit, mit der es geschieht, tritt dem Denker Spengler in den Podex, denn niemand möchte heute noch Spenglers giftige Restideologie der konservativen Revolution, wenn die Familienministerin ledig und ohne Kind ist, und der bayerische Ministerpräsident ein gschlampertes Verhältnis hat. Kurz: Ich mache mir ein philosophiegeschichtliches Spässchen.

  94. @ HansMeier555
    dynastische...

    @ HansMeier555
    dynastische prinzipien gut und schön. aber warum dann dieses widerlich heuchlerische und zynische demokratie- und rechtsstaatsgelaber, verbunden mit diesen bis zum erbrechen abgeleierten hymnen auf die gewonnene freiheit 20 jahre nach dem mauerfall, die an sich nur bis zur einführung der d-mark währte und danach von einer beamten- und subventionswirtschaftsdiktatur kassiert wurde? wenn man diktaturen, die sich noch als solche bezeichnen, oder meinetwegen auch dynastischen prinzipien viel negatives nachsagen kann: sie sind wenigstens ehrlich. ein unterschied besteht wahrscheinlich darin, daß in diesen diktaturen zu entsprechenden anlässen massen von schülern zum fähnchenschwenken abgeordnet werden (konnten), während in unserer die politiker durch vergreiste bis menschenleere land- und ortschaften fahren.

    wenn sich ihre meinung durchsetzen kann, daß kommunale entsorgungsbetriebe genauso symbole unserer landschaft sind wie gotische kathedralen symbole des vorherrschenden hochwaldes waren, sagt das vieles über den gemütszustand dieses landes aus, gäbe das wenig hoffnung auf ein weniger schmerzhaftes ende unserer kultur und wäre genau das, wogegen don alphonso hier vehement anschreibt. nach spengler ist der untergang des abendlandes ein gesetzmäßiger, jedoch sehr langwieriger und deshalb kaum spürbarer prozeß. in unserer realität ist er jedoch dramatisch und schmerzhaft spürbar.

    ansonsten hülfe es beträchtlich, sich dem erkenntnisgewinn nicht zu verweigern und sich weniger der pflege althergebrachter vorurteile zu widmen und diesen genialen philosophen einfach mal zu lesen und zu begreifen. ich selbst nutze die gelegentlichen literaturhinweise in diesem forum sehr gern, um meinen horizont zu erweitern. so bin ich ihnen für ihren tip auf heideggers ’sein und zeit‘ recht dankbar, für dessen lektüre über die feiertage muße vorhanden sein wird.

  95. @Filou - Wie soll denn das...
    @Filou – Wie soll denn das funktionieren, Geldwäsche auf Provinzflugplätzen? Haben Sie übrigens mal Don Rosa gelesen, der die Barks Geschichten gewissermassen fortgesetzt hat?
    .
    @Don Alphonso – Was wäre denn nun „amerikanisch“? Arnold Schwarzenegger? Sicher hat der Comic seine Ursprünge in USA, zumindest soweit ich informiert bin, nach einer gewissen Weiterentwicklung und Verbreitung wandelt sich aber alles zum Allgemeingut.
    .
    Jazzmusik ist ja auch in USA entstanden, die Avantgarde befindet sich aber nun über den gesamten Globus verteilt. Gewisse amerikanische Musiker haben damit übrigens ein größeres Problem, die wollen, daß Jazz in den Händen der Afroamerikaner bleibt. Zum Beispiel hat der berühmte Yoshi’s Jazzclub in Oakland größte Probleme bekommen, als bei einem Jazzfestival vor ein paar Jahren kein einziger Afroamerikaner eingeladen war. Der japanischen (!) Eigentümerin wurde Rassismus vorgeworfen, obgleich die internationalen Musiker zu einem großen Teil ebenfalls afrikanische Ursprünge hatten, aber eben keine US-Amerikaner sondern waren, sondern aus Südamerika oder der Karibik. So viel Rassismus, diesmal von Seiten der Afroamerikaner hat mich schockiert.
    .
    Was Spengler betrifft kenne ich mich zwar auch nicht besonders aus, doch entnehme ich Ihren Schilderungen, daß er die Globalisierung und deren Effekte wohl kaum vorausgesehen hat. Die Thesen mit Kultur und Boden auf dem Land (typische Architektur und Bräuche) und urbane Zivilisation sind zwar ganz interessant, jedoch wächst die Welt zu einer Art globaler Zivilisation zusammen. Das wiederum wird andere Voraussetzungen bewirken und gänzlich andere zukünftige Entwicklungen. Spenglers zeitabhängige Thesen entstanden unter dem Horizont vor einem Jahrhundert.

  96. Vor nicht allzulanger Zeit war...
    Vor nicht allzulanger Zeit war ich in Chicago. Monströs, ungemütlich, abweisend. Doch auf gelernte Berliner wirkt grade Schäbigkeit anziehend: Alles ist ganz billig!
    Dort gibt es also auch noch ein ungeheures Gentrifizierungspotential. Attraktiv am See gelegen ist das Molöchle auch.

  97. verehrter Filou,
    der...

    verehrter Filou,
    der 20.Bezirk, die Brigittenau, ist leider ganz ähnlich. Allerdings kann man ja mit dem Haus Glück haben, d.h.: indische Familien, ältere türkische Familien, einen alten und berührend frommen tschetschenischen Flüchtling, Studenten aus den österreichischen Bundesländern und eine resolute, aber brave serbische Hausmeisterin vorfinden. Viel Glück!
    verehrter Hans Meier555,
    Anteile an Altbauten (also eine Wohnung) werden bei uns eher weniger gekauft, da die Risiken bei der verpflichtenden Reparaturkostenbeteiligung oft schwer abzuschätzen sind. Man kauft eine Neubau-Eigentumswohnung in 1-A-Lage fürs Kind, oder manchmal ein ganzes (kleineres) Althaus in weniger guter Lage, saniert und vermietet den Rest.
    verehrter Berthold IV (der Zähringer ?),
    Wien ist die drittgrößte serbische Stadt, viele Serben sind schon 30 Jahre und länger hier und waren vom Kriegsausbruch 1991 selber überrascht; außerdem hatten sie im Kriegsverlauf flüchtende Verwandte aufzunehmen und bis heute Verwandte finanziell zu unterstützen, die sonst nicht überleben könnten. In Serbien werden die Nationalisten gewählt, der Premier Djindjic wurde, wie Sie sicherlich wissen, umgebracht und die liberale Intelligenz ist schon lange nach Frankreich emigriert. Eine Aufarbeitung der Milosevic – Ära gibt es kaum. Es gibt viel Lebenshunger unter den Jungen und die erstaunlichsten Geschichtsklitterungen unter den Älteren. In der explodierenden österreichischen Kriminalstatistik (Betrug, Eigentumsdelikte) führen Serben noch vor Moldawiern.
    Da die türkische Immigration in Wien auch sehr zahlreich ist, fürchten wir das Aufhetzen der Einen gegen die Anderen. Allerdings wird Strache in Wien nicht gewinnen. — Wirklich schlimm ist die sich jetzt entwickelnde soziale Desintegration Wiens, in dem unter den roten Stadtregierungen die Unterschicht aufsteigen und verkleinbürgerlichen konnte und große Armut unbekannt war. Dadurch war die Stadt sehr sauber und sicher. Seit der Ostöffnung hat sich die Einwohnerschaft fast verdoppelt, Armut, Obdachlosigkeit und Kriminalität sind sprunghaft angestiegen.

  98. <p>Tee? Aber...
    Tee? Aber gerne!
    .

    .
    Ohnehin war gerade der britische Krisennikolaus da.

  99. @Försterliesl
    Da kommt Euch...

    @Försterliesl
    Da kommt Euch Österreichern doch die Erfahrung jahrhundertelanger Balkanbeherrschung zugute.
    „Deutschland, Deine Österreicher“ von Robert Neumann kennen Sie sicher schon.
    @Don Carlos
    Es wäre einfach traumhaft und phantastisch, wenn Sie uns zum Neuen Jahr mit einem Kurzreferat zu Heideggers „Sein und Zeit“ beglücken könnten! Würden Sie das wirklich für uns machen? Versprochen?

  100. mawu, wie schon erwähnt,...
    mawu, wie schon erwähnt, teile ich Spenglers Thesen weitestgehendst nicht, wobei die von ihnm aufgeworfene Grundfrage, ob der Panthersprung die Jahrhundertkatatrophen auslöste, ob es also einen Moment gab, der das 20. Jahrhundert aus den Angeln warf und die Moderne ins Schlechte verkehrte, so ganz falsch nicht ist – in den Konflikten des nahen Ostens etwa wird die Frage aufgeworfen, ob das Grundübel nicht die griechische Intervention in der Türkei nach dem 1. Weltkrieg war.
    .
    Amerika. Gut. Dazu schreibe ich die Woche noch was. Ich bin kein Freund einer globalisierten Kultur, die andere Kulturen auffrisst und als Müll wiederverwertet. Man darf mich da gern konservativ nennen, aber kultureller Austausch und gegenseitiges Lernen sind was anderes.
    .
    kleiner Mann am Wasser, man sollte vielleicht nicht übersehen, dass es im islamischen Raum aufgrund der religiösen Vorschriften und den Problemen bei Investitionen durch das Verbot von Zinsen durchaus einen Trend zum Eigenheim gibt. Das fällt vielleicht nicht so aus, ist aber ein deutlicher Unterschied zu jenen, die gar nichts anderes als Miete kennen lernen möchten.

  101. @Berthold IV: 4 mg Nitrat pro...
    @Berthold IV: 4 mg Nitrat pro Liter sind doch ok – die Trinkwasserverordnung setzt den Grenzwert erst bei 50 mg/L (für Zubereitung von Babynahrung werden allerdings höchstens 10 mg/L empfohlen.) Ich sehe die Probleme bei Mineralwasser eher im bakteriologischen Bereich, da sind die Anforderungen bei Trinkwasser wesentlich strenger als bei Mineralwasser (könnte jetzt eine lustige Geschichte über Pseudomonas aeruginosa in Mineralwasser und die Folgen davon, wenn man es bein Intensivpatienten bei der Mundpflege einsetzt erzählen, aber ich lasse Ihnen allen lieber ihren Seelenfrieden).

  102. verehrter Hans Meier555,
    die...

    verehrter Hans Meier555,
    die österreichische Balkanbeherrschung war ja sehr relativ. Bestand eigentlich nur im Management der Militärgrenze (cordon sanitaire gegen die Pest und cordon militaire gegen die immer wieder heranrückenden Osmanen). Unsere milde Herrschaft in Bosnien-Herzegowina dauerte kurz.

  103. aber warum dann dieses...
    aber warum dann dieses widerlich heuchlerische und zynische demokratie- und rechtsstaatsgelaber, verbunden mit diesen bis zum erbrechen abgeleierten hymnen auf die gewonnene freiheit 20 jahre nach dem mauerfall, die an sich nur bis zur einführung der d-mark währte und danach von einer beamten- und subventionswirtschaftsdiktatur kassiert wurde?
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    das ist für die wessis.
    für den ossi ist sprichwörtlich: der fuchs ist schlau und stellt sich dumm, beim wessi ists grad andersrum.
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    die gewonnene freiheit wurde nicht kassiert, sondern von den blockpfeifen genutzt, die haben sich flugs auf den soeben freigewordenen posten installiert. kaderpolitik ist alles, das war ihre wesentliche politische erfahrung, das war auch ihre wesentliche richtschnur für ihr künftiges politisches handeln. was auch erklärt, warum der öffentliche dienst neufünflands dem dieser verhältnisse unkundigen etwas, hm, byzantinisch anmutet. widerspruch, kritik in der sache sind die gelernten ddr-bürger nicht gewohnt, das ist eine ganz andere kultur, meckern können sie ganz ausgezeichnet.
    .
    welche von den jungfunktionären der kpdsbz, diejenigen, die ursprünglich mit der entmachtung des politbüros honecker die politische wende (so heisst im sprachgebrauch des beitrittsgebiets das, was frau nundeskanzler in ihren fensterreden dem westen als friedliche revolution verkauft) eingeleitet haben. erwiesen sich ebenfalls als wendig, vom kreistag abwärts versteht man sich so von genosse zu blockpfeife und umgekehrt ganz ausgezeichnet, man kennt sich noch von früher.

  104. evm, aufgrund eines...
    evm, aufgrund eines Mieterwechsels könnte ich gerade zurück nach München. Ich war dort auch am Freitag und am Samstag. Essen im Cena, plaudern im Puck. Es ist nett. Ich würde in der Region wohnen. Aber es hat sich zu viel verändert. Ich brauche zu Fuss zur Staatsoper 25 Minuten. Mit dem Auto vom Tegernsee sind es 35. Es muss also nicht sein. Und ansonsten geht mir München auf die Nerven, zu laut, zu wenig Natur. Stress habe ich auch so schon genug.
    .
    BertholdIV, zu Wiesbaden kann ich nichts sagen ausser: Ich würde generell nicht in Hessen wohnen wollen. Hessen ist politisch meines Erachtens so übel, von den schwarzen Kassen und bräunliche Sager über Beihilfen für Abweichler bis zum ZDF, dass ich inzwischen denke: Bayern ist erheblich liberaler, offener und weniger von einem Parteiensumpf unterwandert, als es Hessen ist. Und das heisst was! Wiesbaden als Hauptstadt – das stelle ich mir grässlich vor.

  105. auch-einer, man beklage sich...
    auch-einer, man beklage sich nicht bei mir, ich war keinesfalls für die Wiedervereinigung, sondern für die kleinstdeutsche Lösung.

  106. @ mawu
    globalisierung gab es...

    @ mawu
    globalisierung gab es eigentlich schon immer. schließlich soll der mensch sich ja von afrika aus über die gesamte welt verteilt haben. es wurden einbäume gebaut, um begrenzende gewässer zu überwinden, wüsten und wälder durchquert. es gab phönizier, die handel bis nordeuropa trieben. die römer kontrollierten die gesamte ihnen bekannte welt. germanen wanderten bis nach tunesien. die wikinger waren global tätig. die hanse handelte mit ausländischen waren. schon marco polo hatte china als zukunftsmarkt entdeckt. die ostindienkompanie unterhielt weltweit handelskontore. großbritannien bestand aus kolonien mit billigarbeitskräften. es ging schon immer darum, waren irgendwoher billiger zu bekommen als zuhause. nicht die globalisierung stellt die gefahr dar, sondern daß so einwohnerstarke länder wie china oder indien aufgrund der übernahme von denkweisen unserer kultur eine macht entwickeln, der unsere geschwächte und gleichgültige kultur nicht gewachsen sein wird. ähnlich wie die hochkultur der satten und bequemen griechen ein paar gerissenen krämern der damals unbedeutenden stadt rom zum opfer fiel. das tröstliche daran war vielleicht, daß es ihnen gleichgültig war und sie den schmerz der sklaverei nicht empfanden.

    spengler hat unsere form der globalisierung, die meiner meinung nach nur benutzt wird, um unsere löhne zu drücken und die diktatorische form der regierungstätigkeit zu akzeptieren, sehr wohl vorausgesehen. einige passagen zeigen, daß die globalisierung zu seiner zeit ähnlich betrachtet wurde wie heute. er warnte z.b. davor, angehörige fremder kulturen in unseren denkweisen und wissenschaften zu unterrichten, weil dieser ‚technologietransfer‘ unsere zivilisation schwächt. er sagte sogar die heutigen formen des wahlkampfes voraus, bei denen es eher auf die schauspielerischen leistungen als auf inhalte ankommt. und gerade daß spenglers theorie unter dem horizont von vor einem jahrhundert entstanden und sich schritt für schritt bewahrheiten, macht das bestürzende und gleichzeitig faszinierende aus. was seiner theorie nach meiner meinung das genick bricht und was immer wieder zu abwertenden diskussionen seiner theorie führt, sind seine angriffe auf die philosophie und die naturwissenschaften, deren kausalitätsdenken und damit auch deren ausschließen von schicksalen und katastrophen als ursachen für historische entwicklungen er verachtet. und ebenso deren mangelnde erkenntnisfähigkeit der nach seiner theorie offensichtlichen und stets wiederkehrenden historischen abläufe des entstehens, werdens und niedergangs jeder kultur und der damit verbundenen begleiterscheinungen, auch wenn diese unterschiedlich schnell ablaufen.

  107. (Angesichts der Diskussion:...
    (Angesichts der Diskussion: Soll ich mal etwas über Spengler und seinen heutigen Restwert für die Westviertel schreiben? Gerade die Sache mit der Einigung von Adel und Sozialismus über die Köpfe der Spiesser hinweg ist ja wirklich nicht unspannend, selbst wenn man dabei immer seine Nähe zum Strasser-Nationalsozialismus bedenken muss)

  108. @Don
    Bitte, das mit dem...

    @Don
    Bitte, das mit dem Restwert interessiert mich auch. Aber danach ein Artikel über Apothekertöchter, ok?

  109. Ich dachte immer, Spengler,...
    Ich dachte immer, Spengler, Toynbee und Friedell seien bis zum Abitur aktuell, ein bisschen intellektuelle Pubertät. Dass Erwachsene jetzt so ernsthaft über einen von ihnen reden, erschüttert mich, oder verwirrt mich jedenfalls. (Die „Kulturgeschichte…“ habe ich gleich zweimal gelesen, aber, wie gesagt, vor dem Abitur, oder in den frühen Semestern. )

  110. beklagt habe ich mich...
    beklagt habe ich mich nicht.
    .
    die mauer ist weg, das allein schon war es wert.
    .
    sogar der schon öfters bemühte spengler hätte sicher nicht verfehlt, der art und weise des rückzug der sowjetischen hegemonialmacht seine anerkennung auszusprechen.
    .
    nur eben, die politische klasse der republik hat durch die vereinigung an fähigkeiten nicht gewonnen. darauf kann man wiederum entgegnen, normalität ist die königstugend für die deutschen, eleganz ist was für schneider, brillianz gibts beim juwelier oder im don seinem faz-blog.

  111. @Don Alphonso - was den...
    @Don Alphonso – was den Austausch der Kulturen betrifft bin ich zwar grundsätzlich Ihrer Meinung, jedoch halte ich es nicht für ein spezifisch US-amerikanisch. Mit meinen Beispielen wollte ich darlegen, daß es genauso auch eine positive Komponente gibt, daß moderne „Kultur“ aus Amerika nicht unbedingt immer die von Ihnen beschriebene ist. Nehmen wir doch mal die Musik. Gerade im amerikanischen „clash of cultures“ konnte sich aus afrikanischer Musik und preußischer Blasmusik etwas ganz neues entwickeln, Jazz nämlich, und wo sonst hätte das passieren können, als in Vereinigten Staaten? Abgesehen vom persönlichen Geschmack haben die meisten heutzutage verstanden, daß es sich dabei um nicht weniger hochwertige Musik handelt, sondern einfach um unvergleichlich „andere“ Musik als gewohnt.
    .
    So, jetzt geht’s hier wieder rund mit Kindergeburtstagsfeier und die ersten Kinder kommen schon… (Don Carlos kann ich erst später lesen)

  112. Don, bevor es in Vergessenheit...
    Don, bevor es in Vergessenheit gerät: Sie schrieben, Raphael Chirbes`“Krematorium“ lesen Sie gerade. Nun, mich interessiert wirklich, wie er/es Ihnen gefällt. Ich las es – und seine vorherigen gleich mit – aufgrund seiner Begegnung mit Paul Igendaay und der Buchvorstellung vor Monaten in der FAZ und muß sagen, sein Stil ist gewöhnungsbedürftig und verlangt, wie es Don Paul schrieb, dem Leser viel ab. Aber genau so erlebte ich die Spanier, die mit dem Bauboom „gewachsen “ sind – vom Agrar- und Tourismusland zum Grundstücksspekulanten und Baupromotor. Nun ja, 1,5 Mio. unverkaufte pisos und viviendas sind das stattliche Resultat.

  113. @Don Carlos - Ihre Darstellung...
    @Don Carlos – Ihre Darstellung der „Globalisierung“ klingt nachvollziehbar und Ihre Darlegungen zu Spenglers Thesen interessant. Jedoch unterscheidet sich die heutige Globalisierung zur früheren durch zunehmend schnelleren und tiefer in die Bevölkerung eindringenden Informationsaustausch. Die Geschwindigkeit hat sich erhöht. Man wird sehen, wie die Entwicklung weitergehen wird und ob es uns westlichen Zivilisationen mit China ähnlich gehen wird, wie den Griechen mit Rom.
    .
    Von Chinakennern habe ich bisher nur erfahren, daß die dortige Kultur des „Ja“ sagens der westlichen, freien Denkkultur nicht das Wasser reichen kann. Innovationen finden nach wie vor in erster Linie bei uns statt und das wird wohl auch noch lange so bleiben. Ihre Kritik an den westlichen Demokratien kann u.a. daher ich nicht teilen. Mir gefällt auch nicht alles, aber ich wüsste nicht, was besser wäre.

  114. @mawu: vor zwei Stunden erst...
    @mawu: vor zwei Stunden erst bin ich an diesem regnerischen Tag den Musen und auch Morpheus entkommen. Jetzt bemuehe ich mich um den Wachzustand.
    Ganz kurz, ganz unromantisch, auch um den Diskurs nicht weiter zu stoeren:
    Es gibt einen kleinen Flughafen an der hollaendischen Grenze. Dieser hatte vor einigen Jahren schwere finanzielle Probleme. Ein hollaendischer Investor wollte sich der Sache annehmen. Es ergab sich aber der Verdacht, dass er mit vagabundierenden Drogengeldern arbeiten koennte. Ein eigener Flugplatz ist fuer die Logistik des Drogenhandels ideal. Der Skandal wurde klein gehalten, eine grosse Diskussion entstand nicht.
    Zurueck zum Thema.
    .
    PS: Ich bin bekennender Barksist. Fuer mich gibt es nur die eine Lehre. Sie ist Alleinseeligmachend.

  115. Jungs, die...
    Jungs, die Globalisierungsdebatte hatten wir schon. Anderswo arbeiten die Sklaven billiger als der deutsche Handwerker, und der Lufttransport ist dann auch noch steuerfrei. Aber die Qualität ist dann futsch. Mein Florentiner Kollege Massimo lebt schon lange nicht mehr in Italien, weil alle Handwerksgeschäfte und Familienbetriebe von den Ketten verdrängt wurden. Ich mußte ihn trösten mit der Geschichte von Don Alphonsos Schuster (hatte leider keine Adresse). Also die Mehrheit hüben und drüben verliert ihm Casino der Globalisierung – oder sind die Chinesen jetzt alle glücklich mit einem Kind Dreiraumappartement im Smog?
    Spenglers Problem ist seine Metapher von Kultur als Pflanze. Also die These, Kultur sei einem natürlichen, biologischen Prozess ausgeliefert. Das ist rein allegorisch, nicht empirisch. Sein Kollege vom Highgate-Friedhof war da 1. globaler und 2. intelligenter. Das Wertparadigma gilt heute noch. Gälte heute noch, wenn die Wechselkurse nicht völlig aus dem Ruder liefen, z.B. die des chinesischen Won mit Onkel Mao drauf. Also doch: Bleibende Werte werden bei uns entwicklet UND produziert, z.B. Steinways und scarpe italiane per il nostro Don, oder sie kommen aus unserer Feder. Die Chinesen (und Japaner) mussten ja sogar Begriffe wie „Philosophie“ oder „Subjekt“ importieren. Chapeau!

  116. Die Erheiterung Ihres Kollegen...
    Die Erheiterung Ihres Kollegen Massimo ist ein zentraler bestandteil der Planungen des kommenden Jahres, in dem die Stützen in unverbrüchlicher Treue zur FAZ an diesem Ort, aber auch in anderen Ländern weiter laufen.

  117. @Filou - und als Barksist...
    @Filou – und als Barksist mögen Sie Don Rosa nicht? Oder kennen Sie Don Rosa nicht? Er ist nämlich ebenfalls Barksist und baut alle seine Stories minutiös auf Barks’sche Vorlagen auf. Besonders interessant: Onkel Dagogert – Sein Leben, seine Milliarden.

  118. @mawu: ich kenne Don Rosa...
    @mawu: ich kenne Don Rosa leider nicht. Ich kenne Don Alphonso. Und wenn ich hier so weitermache, klatscht er mich mit einer Kasel. Und ich habe NOCH keine, um zurueckzuklatschen.

  119. Niemand klatscht hier...
    Niemand klatscht hier jemanden.

  120. Trotzdem uebe ich mich in der...
    Trotzdem uebe ich mich in der mir nicht ganz gelaeufigen Tugend der Disziplin. Immerhin geht es hier um Ideen von Philosophen, die mir nur dem Namen nach bekannt sind.
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    mawu: Don Rosa und Carl Barks sollten wir in der unvermeidlichen Verzettelung und Verzweigung abhandeln: Carlos versus Meier.

  121. Nachsatz: ...und nach meinem...
    Nachsatz: …und nach meinem Besuch in normannischen Apfelgaerten.

  122. Habe beim Mittagsschlaf...
    Habe beim Mittagsschlaf geträumt, ich hätte bei einer Adventstombola die Filmrechte gewonnen für: „BARBIE – Der Film“. Mit Scarlett Johannson als Barbie und Brad Pitt als Ken. Dann gehört mir jetzt doch eine Lizenz zum Gelddrucken oder nicht?

  123. @Filou
    Wer die Zeichner sind,...

    @Filou
    Wer die Zeichner sind, war mir als Achtjährigem wurscht und im Grunde ist es immer noch so. Barks-Geschichten mag ich auch, (z.B. die Geschichte mit Donald als Kaiser von Amerika), aber dieser große Barks-Hype und der damit verbundene Versuch, aus Donald Duck am Ende noch ein intellektuelles Premium-Produkt zu machen, hat mich eher abgeschreckt. Wenn das Feuilleton anfängt Mickymaus zu lesen, dann ist es für mich höchste Zeit, damit aufzuhören.
    Ich mag die lustigen Taschenbücher, weil sie so was billiges, trashiges, Kaugummiautomatmäßiges haben.
    .
    Die dümmsten und langweiligsten Comix, die ich je gesehen habe, sind die von „Tintin et milou.“ Die hübschen Bildchen kann man auf Bürokaffetassen drucken, aber die GEschichten doch nicht lesen.

  124. @HansMeier555 - dazu empfehle...
    @HansMeier555 – dazu empfehle ich Roland Emmerich als Regisseur, damit es etwas mit Pathos aufgeladen wird. Comics übrigens, die man als Erwachsener mögen kann, sollten den Intellekt nicht beleidigen und ansonsten einfach lustig, ironisch und nett sein – was denn sonst? „Tintin et milou“ ist leider wirklich so eine Mischung aus holprig und besserwisserisch, trotzdem auch irgendwie ganz nett auf seine Art. Ich frage mich immer noch, was Filou mit „normannischen Apfelgaerten“ meint, denn meine Gedanken kreisen unermüdlich um Maulaf, den furchtlosen Chef der Normannen, der sicher wieder „à la crème“ speist und darauf wartet, daß ihm das Fürchten gelehrt wird, denn: Furcht verleiht Flügel. Und die Normannen wollen das Fliegen lernen! (Der erste funktionsfähige Fallschirm würde übrigens 1783 vom französischen Physiker Louis-Sebastian Lenormand erfunden)
    .
    @Driver – Hoffen wir mal, daß das auch bleibt, mit den bleibenden Werten aus westeuropäischer Produktion. Natürlich ändert sich im Tagesgeschäft so manches, Konzerne gehen in Konkurs, neue entstehen. Trotzdem darf man die europäische Kultur nicht unterschätzen, speziell die Renaissance und Aufklärung und die damit einhergehende Denkweise. Auch die Weltkriege waren von großem Einfluß. Diesbezüglich haben wir anderen sicher einiges voraus.

  125. Also das war so: Der...
    Also das war so: Der Unterschied von Barks’schen Geschichten und denen der anderen Autoren war mir schon als Kind sehr schnell klar. Selbst die begrenzte Mimik der Figuren ist bei Barks um ein kleines bisschen differenzierter.
    Die langen Geschichten wie die des Wikingerhelmes u.a. sind einfach gut erzaehlt. Nicht vergessen sollte man die Arbeit von Frau Dr. Erika Fuchs, die mit ihren deutschen Texten ein nicht unerheblich Intelligentes den Geschichten zufuegte.
    Aber das war lange bevor der zu Recht bemaengelte Hype um Barks begann.
    Waehrend meiner Studienzeit, Ingenieur- statt Geisteswissenschaften, musste ich mich fuer meine Sammlung schaemen.
    Die anderen lasen Boell, oder Walraff, oder Castenada.
    Tintin ist im Frankophonen sehr beliebt. Ich kann dem nichts abgewinnen.

  126. ja, die donaldisten.
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    herges...

    ja, die donaldisten.
    .
    herges gerader strich soll auf sorgfältige recherche zurückzuführen sein.
    für jemand, der pfadfindereien nichts abgewinnen kann:
    blueberry oder corto maltese, bloss mal so.

  127. Nun mawu, Sie beziehen sich da...
    Nun mawu, Sie beziehen sich da auf die auch nicht so ganz bildungsfernen Geschichten von Goscinny und Uderzo. Furcht verleiht Fluegel; mir bebt das Herz vor Freude.
    Die normannischen Apfelgaerten beziehen sich auf das trou normande, dem ich nach dem Essen eine beinahe religieuse Bedeutung zumesse.

  128. Spencer lässt...
    Spencer lässt grüßen
    @Driver: Die klassische chinesische Philosophie ist – mit Konfuzius beginnend – in etwa wo alt wie die antike griechische Philosophie. Hier in typisch kulturchauvinistische Weise davon zu reden, dass China (oder Japan) die Worte Philosophie bzw. Subjekt aus dem Westen importieren mussten, ist ein Rückfall in viktorianische Arroganz. Spencer lässt grüßen.

  129. In Belgien und Frankreich gibt...
    In Belgien und Frankreich gibt es in jeder groesseren Stadt einen Laden, in dem die Plastikfiguren und andere Requisiten der Tintin-Geschichten zu kaufen sind.
    Aber ich mag nichts sammeln. Alles Ballast. Asterix-Figuren finde ich sogar richtig doof. Damit tut man der Arbeit der Asterixautoren, die immer etwas mehr war denn platte Unterhaltung, keinen Dienst.

  130. @Devin08: Es gibt Begriffe,...
    @Devin08: Es gibt Begriffe, die kuturell bedingt, anderen Kulturen wirklich nicht gelaeufig sind. Denken Sie zum Beispiel mal nach, was der Begriff Unrechtsbewusstsein gegenueber Andersglaeubigen im Islam bedeutet.

  131. Ich persönlich bevorzuge...
    Ich persönlich bevorzuge übrigens Lorenzo Mattotti.

  132. Don, gerade bei Wiki...
    Don, gerade bei Wiki nachgesehen: Kein Eintrag. Sie helfen sicher gerne weiter?

  133. "Feuer", das angesichts der...
    „Feuer“, das angesichts der Klimakonferenz ein sehr aktuelles Buch ist, ist sein berühmtestes Werk.

  134. Erinnere mich dunkel an den...
    Erinnere mich dunkel an den Major Gruber. Habe vor Jahren mal im guten Fachgeschäft danach gefragt, war aber chancenlos vergriffen.

  135. Zur Klimakonferenz konnte ich...
    Zur Klimakonferenz konnte ich faulheitsbedingt nichts finden, Abbildungen zu Mattoti sehr wohl. HmHm. Das ist Kunst, und dazu kann ich mich nicht aeussern. Die erotischen Sachen gefallen mir schon.

  136. @Don
    Vor lauter Micky-Maus...

    @Don
    Vor lauter Micky-Maus bitte nicht den Spengler vergessen!

  137. Charpentier, La Desencente...
    Charpentier, La Desencente d’Orphée aux Enfers, Les Arts Florissants, William Christie.
    .
    Harman Kardon HD 740 an AKG HAERO 888 DIGITAL, drahtlos.
    .
    Mit anderen Worten: Es wird eine Nacht voll Musik.

  138. Ich fürchte, ich werde mit...
    Ich fürchte, ich werde mit dem hier antworten:
    http://www.youtube.com/watch?v=M8sFupDAwvo

  139. Une bataille musicale?
    Oui...

    Une bataille musicale?
    Oui monsieur, wenn ich huebsche Maedchen tanzen sehen will: Voila!
    …soll er’s mir sagen, ich spiel‘ ihm auf!
    http://www.youtube.com/watch?v=LhS8TCckC6A

  140. Falls Mattotti zu hoch ist,...
    Falls Mattotti zu hoch ist, könnte ich gerade im Umfeld dieses „Langweile am See“-Komplexes auch noch auf Loustal als geschätzten Zeichner verweisen, hier namentlich Zenata Beach.

  141. Falls Sie mich meinen: nein,...
    Falls Sie mich meinen: nein, wir haben uns mal wieder falsch verstanden. Es ist das alte Lied: Orlando, wenn er verrueckt wird, singt franzoesisch. Wenn Franzosen irsinnig werden, sprechen sie italienisch.

  142. Filou - jetzt verstehe ich....
    Filou – jetzt verstehe ich. Mir war nicht bewußt, daß Calvados aus der Normandie kommt und habe mich immer gefragt, was genau die „schönen Normannischen Löcher“ sein sollen. Gestern, auf der Suche nach dem Zitat, stieß ich dann auch auf die „schönen normannischen Löcher“, „le trou normand“, das den in der Normandie gerne getrunkenen Calvados bezeichnet. Und genau das ist es: immer wieder entdeckt man irgendeine lustige Pointe!

  143. Ja, mawu, ich versuche mich...
    Ja, mawu, ich versuche mich des Oefteren in der Kunst der eleganten Umschreibung.
    Die Sache mit Maulaf hat mich den ganzen Abend verfolgt. Ich hatte die Geschichte vergessen. Ich muss jetzt immer noch grinsen.
    Es kommt irgendwann der Tag, an dem ich meine Buecherkisten doch auspacken werde, dann brauche ich zusammen mit den Asterixen nur noch eine kleine Grippe…
    …das koennte eine schoene Woche werden.

  144. (Immer wieder komisch, dass...
    (Immer wieder komisch, dass einem sowas im Gehirn bleibt, wo man ansonsten so viel vergisst)

  145. Weils wirklich komisch ist,...
    Weils wirklich komisch ist, mein Don. Witzige Sachen bleiben laenger. Namen sind eine furchtbare Herausforderung.
    Mir faellt immer wieder auf, dass ueber die Erinnerung an Stimmungen und Landschaften viel aus dem Dunklen auftaucht. Zum Beispiel „undichtes Mansardefenster“. Ah, das ungelesene Typoscript von Arno Schmidt, dessen Namen ich vergessen habe. Irre..
    .
    Ich muss endlich mal die Kisten auspacken.

  146. George and Junior von Tex...
    George and Junior von Tex Avery. Da kann der gute Walt Disney nach Hause gehen:
    http://www.youtube.com/watch?v=nisViGGFFuY

  147. @ Driver
    'Spenglers Problem...

    @ Driver
    ‚Spenglers Problem ist seine Metapher von Kultur als Pflanze. Also die These, Kultur sei einem natürlichen, biologischen Prozess ausgeliefert. Das ist rein allegorisch, nicht empirisch. Sein Kollege vom Highgate-Friedhof war da 1. globaler und 2. intelligenter.‘

    empirisch ist diese these schon, indem er den entwicklungsverlauf der uns bekannten kulturen in ein zeitschema setzt, wo bisher jede kultur übereinstimmungen hinsichtlich eines initials, ihrer entwicklung und und ihres untergangs zeigte. mit unterschieden in der jeweiligen zeitdauer dieser prozesse natürlich. als beispiel einer kultur mit unvollständigem verlauf diente die der inkas, die durch den schicksalhaften eingriff der spanier abrupt beendet und ausgelöscht wurde. daß bei der geringen zahl bekannter kulturen nur eine sehr kleine anzahl von nachweisreihen zur verfügung stand, kann man ihm nicht vorwerfen.

    @mawu
    ‚Von Chinakennern habe ich bisher nur erfahren, daß die dortige Kultur des „Ja“ sagens der westlichen, freien Denkkultur nicht das Wasser reichen kann. Innovationen finden nach wie vor in erster Linie bei uns statt und das wird wohl auch noch lange so bleiben.‘

    natürlich entspricht die denkweise der chinesischen und indischen kultur nicht unserer ‚faustischen‘, die ins unendliche strebt. an sich ist das nachvollziehen unserer wissenschaftlichen und technischen entwicklungen für angehörige dieser kulturen eine immense geistige verrenkung, die ihnen emotional immer verschlossen bleiben wird, auch wenn sie einzelne ihrer vorzüge schätzen. zu beachten ist, daß diese kulturen schon länger im untergang begriffen sind als unsere. sie sind allerdings auch bedeutend älter gewesen, bevor ihr untergangsstadium einsetzte. das läßt vermuten, daß sich unsere bestimmung auch schneller erfüllt, als deren. das faustische prinzip des schneller, weiter, höher (oder auch des immer kleiner) ist anscheinend auch im kulturellen verlauf bedeutend dynamischer. doch unsere überlegenheit in allen bereichen ist die schwäche, die trotz imperialer stärke anfällig macht für unterwanderungen durch bedeutend simplere kulturstufen. das werden wahrscheinlich sogar ganz andere kulturen sein als die chinesische oder indische. die mischung dieser untergehenden kulturen mit unserer wird möglicherweise eine neue kultur entstehen lassen, so wie unsere christliche kultur unter einflüssen der aramäischen, jüdischen und römischen kultur entstand. bei zeno.org sind übrigens die zahlentafeln spenglers einsehbar, die den verlauf verschiedener kulturen und ihre einzelnen stadien in ihren ausdrucksformen nebeneinanderstellen.
    Das Wertparadigma gilt heute noch. Gälte heute noch, wenn die Wechselkurse nicht völlig aus dem Ruder liefen, z.B. die des chinesischen Won mit Onkel Mao drauf. Also doch: Bleibende Werte werden bei uns entwicklet UND produziert, z.B. Steinways und scarpe italiane per il nostro Don, oder sie kommen aus unserer Feder. Die Chinesen (und Japaner) mussten ja sogar Begriffe wie „Philosophie“ oder „Subjekt“ importieren. Chapeau!

  148. muscat, die letzte Nacht war...
    muscat, die letzte Nacht war lang wie die Lully-Oper, die mich am Kopfhorer kleben liess. Jetzt bin ich groggy.
    .
    Tex Avery, Disney, Barks, das sind drei voellig verschiedene Ebenen der Comickultur (Kultur? Naja schon.). Barks war nicht nur ein guter Zeichner, der im Laufe der Jahre immer besser wurde, er war auch ein guter Geschichtenerzaehler, ein ironischer sowieso. Er erinnert an Mark Twain, besonders an dessen Erlebnisse waehrend seiner Reise durch Amerika, zusammen mit seinem Bruder.
    Donald, staendig auf der Suche nach der Erfuellung des Amerikanischen Traumes, voll Enthusiasmus neu Projekte beginnend, um zuegig in eine existentielle Krise zu geraten, aehnelt stark den Erlebnissen und Katastrophen der Clemensbrueder.
    Ich finde, das Carl Barks in die Liga der grossen amerikanischen Erzaehler gehoert. Leichtes Genre? Von mir aus!

  149. Über die Vorstellung einer...
    Über die Vorstellung einer Gentrifizierung Moabits mußte ich lachen. Was Friedrichshain angeht, hier wohnten vor 1990 hauptsächlich Langweiler, und es werden wieder Langweiler dort wohnen, wenn sie aus dem Alter raus sind, in dem man mindestens jedes Wochenende Party macht.

  150. Laß dieses Haus, Herr, eine...
    Laß dieses Haus, Herr, eine Stille sein,
    Wo du gern mit uns da bist innerlich
    Wie in dem Laub die runde Traube Wein.
    .
    Wir haben jedes so zurechtgestellt;
    Den Tisch, die Lampe, Bücher, Bild und Schrein,
    Daß eines sich durchs andere erhellt,
    Wir alle aber sind nur, Herr, durch dich.
    .
    Wenn du es gibst, daß wir nicht müde werden
    In unsrer Liebe, wenn wir nachbarlich
    Mit Tisch und Lampe, Menschen, Tieren tun,
    Wird dieses Haus in voller Gnade sein,
    Um von den Straßen endlich auszuruhn
    Und deiner wie des Brots gewß zu bleiben.

  151. @unellen
    Sie haben Recht, ich...

    @unellen
    Sie haben Recht, ich hatte einen Grenzwert von 1mg pro Liter im „Kopf“. Man sollte vielleicht doch immer zuerst googlen, bevor man hier schreibt. Dann auf ein nitratreiches Leben ;-). Vielleicht hätte ich mir doch bei Bioland verlässlichere zahlen holen sollen, wenn schon dort Mitglied
    http://www.bioland.de/wissen/starke-argumente/wasser.html
    Und einen Nitratbericht gibt es auch noch:
    http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/nitratbericht_2008.pdf

  152. ...
    @unellen
    http://www.egms.de/static/en/meetings/gmds2005/05gmds108.shtml
    Ist das dann die Argumentation warum kein stilles Mineralwasser somdern Kohlensäurehaltiges: na ja, auch eine Lösung…

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