Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Nullsummenspiel zwischen Frankfurt, Washington, Berlin und Rüsselsheim

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Typisch deutsch, kleinlich und absolut nicht grosszügig ist jene Debatte, mit der sich hierzulande gegen die Förderung von General Motors und Opel gewehrt wird. Statt den einzig wirklich guten Grund vorzubringen - es gibt in Deutschland schon zu viele hässliche Strassenblockaden von Opel und Ford - kapriziert man sich auf ein paar lumpige Milliarden. Eben jene Milliarden, die die Amerikaner mannhaft und ohne Wimpernzucken selbst vor kurzem nach Deutschland überwiesen. Dieses Land soll sich nicht so haben - es hat schon alles seine Ordnung, wie es ist.

Mal ist er hier, mal ist er fort, mal ist er an einem ganz anderen Ort.
Emmuska Orczy, Das scharlachrote Siegel

Vor der Einführung des Privateigentums irgendwann in den Epochen der Altsteinzeit hatten alle gleich viel, oder gleich wenig, nämlich nichts. Oder alles. Dann kam man überein, dass alles irgendwie Besitz wurde. Bald besassen die einen mehr und die anderen weniger, und die, die mehr hatten, heuerten andere mit weniger an, um wiederum andere mit noch weniger den Besitz abzunehmen. Professionelle Mörder, die Mafia, Steuereintreiber, Rechtsanwälte, Stafzettelaussteller der Innenstädte, liberale Parteien und Banken verdanken diesem Umstand ihre Existenz, und wenn ich als junger Mann nicht zwingend auf den Bau musste, sondern in einem Brunnen vor dem Parkcafe feierte – dann hatte vor mir, ohne dass ich es bedacht hätte, schon jemand anderes umverteilt, wodurch ich mir das leisten konnte.

Bessere Familien können solche Personen in ihrer Geschichte oft identifizieren; bei uns war das ein gewisser Herr Utitz, seines Zeichens Ungelter in der schönen Oberpfalz im prächtigen Rokoko. Ungelter waren etwas extrem Modernes, das die Liberalen sicher auch noch vorschlagen werden: Selbstständig arbeitende Steuereintreiber, die einen gewissen Betrag beim Adel und Grundherren für deren Exzesse abliefern mussten und das, was sie mehr einbrachten, behalten durften. Eine Art privatisiertes Finanzamt. Echte Klassenkämpfer von oben, Umverteilung auf eigene Rechnung. Es gibt tausend Arten, Ausreden für Reichtum in einer verarmenden Gesellschaft voller Gegensätze zu finden: Am Ende steht die Umverteilung als Ursache fest.

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Nun liegt es mir fern, die Leserschaft mit Vergangenem zu konfrontieren und mit historischen Aktenbergen zu langweilen, die im Hauptstaatsarchiv München in Form von Beschwerden Auskunft geben über die Unart, die den Grundstock für mein gedeihliches Auskommen 250 Jahre später in einem Brunnen fern den armer Käffer der Oberpfalz bildete. Früher musste man noch Aug in Aug mit dem Bauern das Getreide konfiszieren; heute dagegen in der Globalisierung verläuft der Wechsel von Geld und Besitz über so viele Stufen, Institutionen und Verträge, dass man nicht von Raub und Plünderung und Diebsgesindel, sondern sogar von Wirtschaft sprechen muss – und nur in Ausnahmefällen können wir uns an übersichtlichen Übertragungen erfreuen, wie von ihnen nun zu berichten sein wird in der Annahme, dass auch die Leserschaft davon profitieren und den Ururururururenkel in einem Brunnen feiern sehen möchte.

Im fernen Amerika nämlich residiert in Washington Herr Obama. Herr Obama ist nicht nur Präsident der Vereinigten Staaten, sondern auch gewählt worden, um die allseits bekannte Finanzkrise zu beenden. In dieser Krise nun ist auch der Autohersteller General Motors unter die eigenen Räder gekommen, er wurde in die Insolvenz geschickt und ist nun de facto als amerikanischer Staatskonzern dabei, nach Geld für die Fortführung seiner Geschäfte zu suchen. Etwa in Rüsselsheim und anderen Standorten seiner Tochter Opel, die eigentlich mit Unterstützung von 4,5 Milliarden Euro an ein russisch-österreichisches Konsortium verkauft werden sollte. Nun aber macht GM – und damit der amerikanische Staat – selbst weiter, und möchte dafür Geld.

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Konkret belaufen sich die Forderungen auf 2,7 Milliarden Euro von den Standortländern plus 265 Millionen jährlich durch Lohnverzicht der Mitarbeiter plus jene Summen, die die Freistellung von ein paar Tausend Arbeitern den Staat kosten wird. Natürlich ist der Aufschrei gross, und er wird sicher nicht kleiner, wenn man hört, dass GM selbst schon wieder auf einem Berg von 42,6 Milliarden Dollar sitzt, und staatliche Hilfen durch die USA und Kanada zurückzahlen möchte. Die deutsche Neidgesellschaft sieht darin absolut nicht die Anforderungen einer liberalen Wirtschaftspolitik, sondern einen Raubzug zuungunsten der Standortregionen wie Rüsselsheim und der Bundesrepublik, die das alles  bezahlen muss. Mit ungewissem Ausgang, und hart verhandeln will der neue Wirtschaftsminister –

statt zufrieden zu sein. Denn in Wirklichkeit ist das alles nur ein Nullsummenspiel. Der amerikanische Staat, der über General Motors nimmt, ist gleichzeitig auch der Versicherungskonzern AIG. Der wurde im letzten Winter mit über 160 Milliarden Dollar Steuergelder gerettet und de facto vom Staat übernommen, weil er Versicherungen für Kreditausfälle abgeschlossen hatte, die er in der Krise schon bald nicht mehr auszahlen konnte. Unter diesen extremen Bedingungen hatten sich AIG und die von den Versicherungen begünstigten Banken im September 2008 zusammengesetzt, und angedacht, wie man die Forderungen reduziert. Schliesslich hätte eine insolvente AIG etliche Banken an den Rand des Ruins oder darüber hinaus gebracht hätte. „Hair Cut“ nennt man dieses an sich übliche Vorgehen der Forderungsverzichts, eine Bank bot das auch explizit an, und ich würde meinen, eine Verringerung von 25% wäre in jener Phase des Schreckens durchaus möglich gewesen. Aber die USA und ihre Notenbank zahlten 100%. Auch an deutsche Banken; so gingen 11,8 Milliarden Dollar an die Deutsche Bank, 2,6 Milliarden an die Dresdner Bank, 1,7 Milliarden gab es für die DZ Bank und 0,5 Milliarden für die bundeseigene KfW. 16,6 Milliarden Dollar, rund 12,5 Milliarden Euro von einer de facto insolventen Firma, vom amerikanischen Steuerzahler.

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Durch den Verzicht auf einen 25%igen Hair Cut wurden die deutschen Banken mit 3,2 Milliarden generös vom amerikanischen Staat beglückt, und seitdem dürfte auch noch die ein oder andere Million durch weitere Ausfälle dazu gekommen sein. Damit wurden deutsche Bankenbilanzen aufgeschönt und Kurse gestützt, in Frankfurt lernte man wieder das Lächeln und trat mit Herrn Ackermann frisch gestärkt der ahnungslosen Politik und ihren vagen Regulierungsandeutungen entgegen. Der eine Staatskonzern hat es gegeben, der andere will nun wieder drei Milliarden. Warum auch nicht? Letztlich ist das Geld immer noch da und nicht in Washington, es ist nur von Berlin und Rüsselsheim nach Frankfurt weitergewandert, wo es ohnehin schöner ist und auch der Rüsselsheimer gerne einkaufen ginge – nun geht eben der Banker mit dem Bonus einkaufen, und sicher nicht mit weniger Geschmack. Im ersten Moment muss natürlich auch der Steuerzahler dafür aufkommen, aber der wiederum gehört dem Staat und der Staat wiederum gehört über Schulden den Banken und die Banken über Aktien den Reichen und denen wiederum gehört der grösste Teil des Landes. Ob es ihnen in Rüsselsheim oder Berlin oder Frankfurt gehört – Petitessen.

Und sie können noch nicht mal etwas dafür – das macht alles der bankenfreundliche und liberale amerikanische Staat mit seinen Konzernen. Es passiert einfach so, gestern waren die Milliarden hier und nun sind sie dort, kein Gesetz wurde gebrochen und niemand ausgeraubt, keine Steuer hinterzogen – ausser im üblichen Umfang – und niemand direkt geschädigt. Viel hat sich getan seit jenen grausamen Zeiten in der Oberpfalz, aber nichts wird sich davon später als Beschwerden im Staatsarchiv finden. Nur dieser Eintrag hier, der überlebt vielleicht in der Erinnerung all jener, die sich auf dessen Grundlage für die richtige Seite entscheiden.

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Ach so. 200 Millionen Euro sind vorerst noch offen, und niemand weiss, ob GM wirklich so lange überlebt, als dass sie den Lohnverzicht auch 2011 kassieren können. Nun, solange könnte die Bundesrepublik ja schon mal Sicherheiten stellen. Truppenverkauf war schon im 18. Jahrhundert ein probates Mittel für klamme Landesherren, Schulden loszuwerden, wie wäre es also mit, sagen wir mal, 5000 zusätzlichen deutschen Soldaten für den afghanisch-amerikanischen Krieg? Ich bin mir sicher, dass der amerikanische Staatskonzernlenker Obama so eine Geste sehr willkommen heissen würde.

Einfach ist die vorweihnachtliche Lösung aller Sorgen, die ich hier auf Grundlage historischer und neuer Erkenntnisse zu offerieren habe: Werden Sie reich – dann müssen Sie in Rüsselsheim nicht lohngekürzt werden, Sie müssen in Berlin nicht Steuern für anderer Leute Banken abliefern, und auch in Afghanistan lernen nur Leute den Talibankämpfer kennen, die nicht in Ihrem Viertel wohnen.

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  1. Du D.A. ein Denkfehler...
    Du D.A. ein Denkfehler offenbarst du in deiner Mittelaltererkenntnis. Glücklich verheiratet ist der, der nicht hurt oder so (Kinder schlägt, Brüllt, Klaut oder den Pastor „A-loch“ nennt.
    Physikalisch weis ein Jeder:
    Der Einsatz einer losen Rolle erspart oder halbiert die Kraft, je Anzahl dieser Rollen. Da nicht jeder rechnen konnte, gab es auch nur einen „privaten Finanzbeamten“.
    Ihre Darstellungen sind eher eine einzige Katastrophe deutscher Männlichkeit. Daher wohl Ihr Wink auf den Friseur, den auch selber machen können. Ist auch nur wenig Frisur – war auch Dreifelderwirtschaft – zum Glück!

  2. Es ist immer ganz nett, den...
    Es ist immer ganz nett, den Tiefpunkt der Kommentare in Ausdruck in Inhalt gleich zu Beginn zu haben – dann wird es schnell besser, angenehm und frei von Dummheit.

  3. Nullsummenspiel? auf dieser...
    Nullsummenspiel? auf dieser unserer Erde verschwindet nun mal nichts, kein einzig Krümelchen der sich ballenden Atome ;-) Energie nicht, nicht Hitze, es wandelt sich und wandert. Zweiter Hauptsatz der Thermodynamik. Banknoten umdefiniert, es wechseln die Besitzer. Lacht, Leute, lacht! Lacht, wenn man mit Fingern aus Brunnen (auf mich?) zeigt. Und deshalb all die Scheine so schnell als möglich in einem Studium, dessen guter Abschluss weniger Spaß denn Geld bringen sollte (also Naturwissenschaften). Dann hatte ich-Zwanzigjährige das volle Spießerleben durchgeplant mit mittelmäßiger Karriere, Hauskauf, Familiengründung. Das übliche eben. Ich wußte, dass sowas in Brunnen zum Lachen ist. Ich wußte es damals. Ich weiß es immer noch. Aber ich wollte es durchziehen – mangels Alternative – und habs auch durchgezogen, möglichst schnell, möglichst rasch, dann kam mir was dazwischen, für das ein gewisser Tenor alladventlich Spenden zusammensammelt (kein Kommentar). Es ist recht eigenartig, wenn ich so aus der Distanz von goldner Jugendzeit, von der unbeschwerten Studienzeit lese. Meinereigne Leibserfahrungen fielen in eben die späten Achtziger. Jeunesse doree, yeah! Will ich Utitz sein? Damit in 250 Jahren? Unkraut verdirbt nicht, sagte meine Großmama. Ich will Unkraut sein. Ich bin eine Asphaltpflanze. Ich werde schon aus Trotz Großmutter….
    versprochen.

  4. Eine gute und ehrliche...
    Eine gute und ehrliche Betrachtung einer komplexen Situation. Mehr davon ist notwendig um die Situation zu aendern. Danke fuer die interessanten und sehr lesbaren Beitraege.

  5. erkenntnisfroh dagegengefragt:...
    erkenntnisfroh dagegengefragt: Was tun? Im Grunde hange ich der dummen Idee an, dass der Mensch frei sei und dank Ausführung unangenehmer Arbeiten durch Maschinen befreit genug, in Säulenhallen philosophierend zu wandeln…. also Bürgergeld. Und dann mache jeder mit seiner Freizeit was er will…..
    Warum nicht rumhängen? Im kolumbianischen Dschungel hängen genug „einfach rum“, arbeiten wenig, musizieren, berauschen sich a weng, kratzen vielleicht ein paar Jahr früher ab, haben aber vorher jede Menge Spaß am Leben – was ist gegen all das zu sagen?

  6. Guten Morgen D. A.,
    und...

    Guten Morgen D. A.,
    und vielen Dank für diese netten Betrachtungen. Aber folgende Bemerkung:
    Im ersten Moment muss natürlich auch der Steuerzahler dafür aufkommen, aber der wiederum gehört dem Staat …
    läßt mich doch kurz zusammenzucken. War da nicht etwas wie ‚Der Mensch ist frei geboren‘? Oder ist das nur zum Zeitpunkt der Geburt so und verflüchtigt sich bei der standesamtlichen Eintragung ebenderselben? Muß/Sollte man mit der Steuerhinterziehung besser schon im Punkt Null anfangen? Und ist mit ‚gehören‘ hier nur Besitz oder wirklich Eigentum gemeint?
    Mit der Bitte um rechtsverbindliche Klärung verbleibt herzlichst
    Ihr K.

  7. Lieber Don,
    danke für die...

    Lieber Don,
    danke für die Bilder. Wieder sehr schön.

  8. Nicht zu vergessen, dass...
    Nicht zu vergessen, dass natürlich auch Sozialdemokraten, kritische Blogger, Spiegel-online, die Hausbesetzerszene, Lenin und Stalin als selbsternanntes Korrektiv dem Privateigentum ihre Existenz verdanken.

  9. Ja wie böse ist das denn, so...
    Ja wie böse ist das denn, so kurz vor der Weihnachtlichen Sentimentalität, die aller Orten um sich greift? Ist nicht Vergebung göttlich und anschließend Genuss? Oder kommt erst Genuss und gar nie Vergebung? Was soll es der Mensch ändert sich nicht, nie! Heraklit irrte als er nur von einer Konstante ausging im Universum, der Veränderung! Nein zwei weitere Dinge sind auf ewig konstant: Menschliche Dummheit und menschliche Gier. Nur wer das in Betracht zieht weiß die Menschen zu lenken, Gesellschaften zu ändern. Leugnet man diese Zusammenhänge, dann wird keine Änderung möglich sein.

  10. ... tja, 11,8 Milliarden...
    … tja, 11,8 Milliarden Dollar an die Deutsche Bank. Da haben sie in Frankfurt aber noch einmal Glueck gehabt, dass die US-Regierung AIG so uebermaechtig unter die Arme gegriffen hat. Wahrscheinlich kann man die Unsicherheit in dieser Hinsicht am Aktienkurs zurueckverfolgen. Ging ja runter bis auf 16 Euro.
    Vielleicht gibt es ja bald wieder gute Einstiegskurse. Das Schlamassel ist ja noch nicht ausgestanden.
    Wie immer schoener Artikel, das Gemaelde freilich etwas unscharf. Macht die bekroente Person nun das Victory-Zeichen oder taeusche ich mich?

  11. Werter Don,
    bei...

    Werter Don,
    bei „Selbstständig arbeitende Steuereintreiber“ fiel mir auf – das gibts doch schon längst wieder, wenn auch nicht bei Steuern im engeren Sinne: Die gute alte Rundfunkgebühr mit Ihren Eintreibern auf Provisionsbasis.
    Übrigens ist das Konzept des ‚Outsourcings‘ der Steuereintreibung an Selbstständige keine mittelalterliche Erfindung sondern war bereits im antiken Rom üblich – manch einer mag sich zum Beispiel aus dem Lateinunterricht in der Schule an die Reden Ciceros gegen Verres erinnern…

  12. Noch eine kleine...
    Noch eine kleine Anmerkung:
    Selbst der Rüsselheime ginge nicht gerne nach ffm einkaufen, sondern eher nach Wiesbaden.
    Das gilt umsomehr für den Bonusbanker.

  13. Das mit dem Truppenverkauf...
    Das mit dem Truppenverkauf ist, finde ich, gar keine so schlechte Idee.
    Darin waren wir Hessen ja schon früher gut.
    Die betroffenen Soldaten waren in der Regel froh aus ihren maroden wirtschaftlichen Verhältnissen herauszukommen und Ihre Angehörigen versorgt zu wissen.
    Es gab natürlich auch gewisse Verluste in den eigenen Reihen, die blieben jedoch ziemlich gering da der Auftraggeber wußte, daß er für jeden Gefallenen eine Kompensationsleistung leisten mußte.
    Das Land Hessen hätte wieder eine zusätzliche Einnahmequelle.
    Ich denke da auch an so manches insolvente Odenwalddorf welches sich auf diese Weise schnell sanieren könnte.
    Nicht zuletzt hätten wir dadurch ein geübtes stehendes Heer welches sich mehr als selbst finanziert.
    Warum soll man nur privaten Sicherheitsfirmen dieses Geschäft überlassen ?

  14. Privates Eintreiben von...
    Privates Eintreiben von Steuern – werde darüber nachdenken. Suche mir dann einen teuren Lobby-Anwalt, der den Flitzepupen in Berlin ein entsprechendes Gesetz unterschiebt.
    Im Übrigen ein schöner Beitrag über den allseits herrschenden Irrsinn.
    Was lernen wir daraus? Eine erzkonservative Vermögensanlage (damit wären nicht unbedingt Staatsanleihen gemeint) ohne Leverage ist immer noch die beste Wahl, wenn man reich ist und es bleiben möchte.

  15. Werter Don,
    nur eine kleine...

    Werter Don,
    nur eine kleine Korrektur: Wenn das ganze tatsächlich ein „Nullsummenspiel“ wäre, hätten wir diese sog. Krise gar nicht. Das Problem ist doch, dass unterm Strich eben keine null steht – was dann die Notenbanken (insb. die FED) zu abenteuerlichen „Lösungen“ drängt. Aber um Malenas (etwas schiefes) Bild von der Thermodynamik weiterzuführen: Ben Bernake is bei weitem kein Maxwell’scher Dämon!
    Servus, T.I.M.

  16. Nun werter Don,
    mir fällt da...

    Nun werter Don,
    mir fällt da gerade noch eine nette Geschichte aus dem Braunschweiger Land ein, die zeigt, dass Ihr Urahn Glück gehabt hat. Dort im Raume Braunschweig zog einst ein Ablaßhändler durch die Lande und verkaufte die päpstliche Vergebung aller Sünden. Zu Johann Tetzel kam nun im Elm ein Raubritter und begehrte einen Ablaß für einen noch zu begehenden Raubmord. Tetzel stellte den Ablaß aus und bekam zuerst den Ablaß unter die Nase gehalten und dann das Schwert des Ritters über und in den Kopf gehauen.
    Die Geschichte indes ging auch für den „schlauen“ Ritter nicht gut aus, denn so sehr seine Tat als Revolutionär ja fast schon als Vorahnung auf die Reformation gewertet werden kann, so sehr traf ihn die Strafe der Kirche, die den Ablaß jetzt nicht mehr anerkannte.
    Heute erinnert der Tetzelstein an die Stelle, wo der seltsame Handel stattfand. Sein sie also froh, dass Ihr Urahn mehr Glück gahbt hat und sie im Brunnen baden konnten und nicht Blumen an einen Gedenkstein legen mußten.

  17. @Don
    meine Hochachtung, wir...

    @Don
    meine Hochachtung, wir lernen dazu.
    Andere brauchen 20 Jahre, um so zu denken.
    Grüße aus Taormina

  18. Die Weltwirtschaft als...
    Die Weltwirtschaft als gigantisches Hütchenspiel. Im Gegensatz zur albanischen Urform wissen wir allerdings noch nicht einmal, wer die Hütchen verschiebt. Neu ist das alles aber nicht. Die „Globalisierung“ hat ja nicht erst gestern begonnen, sondern schon in grauer Vorzeit, als man schon Steinkeile durch ganz Europa transportierte und tauschte. Dank Computer- und Kommunikationstechnik hat das Hütchenspiel aber erheblich an Unübersichtlichkeit gewonnen, so dass hin und wieder auch die Spieler nicht mehr wissen, ob und wenn ja wie viele Kügelchen und Hütchen zur Zeit im Spiel sind. Aber das schöne im Leben ist ja – es kann immer noch schlimmer kommen.

  19. Ein sehr guter Don im...
    Ein sehr guter Don im klassischen $-til. An so einen zahle ich gerne meinen Soli-XL, solange er mich unterhält. Es sind nie die realen Werte, die sich verkaufen, sondern immer nur Geschichten. Mehr davon! Werden wir reich durch Spenden – notfalls an eine liberale Partei… steuerlich abzugsfähig!
    P.S. Ich war dabei, als JWM vom Himmel hinabstieg und im Winkeln von 18% sanft auf den Strand glitt. Da hat er aber Geschenke verteilt, nix eingesammelt. Die 15% 2009 geben ihm recht. Da ist noch Luft nach oben!

  20. malena, das einzige, was nicht...
    malena, das einzige, was nicht verschwindet, sind die stofflichen Dinge. Geld dagegen ist die grösste Blase aller Zeiten, und dass es verschwinden kann, ist eine Erfahrung, die man alle paar Jahrzehnte mal macht. Konservative Investoren gehen deshalb so oft in den Grundbesitz.
    .
    Wolff, bitte, gern geschehen.

  21. Kalchas, nun, ich bin kein...
    Kalchas, nun, ich bin kein Anwalt, aber als Bürger hat man Rechte oder was davon übrig ist und Pflichten und was da noch kommt. Es ist ja nicht zu verkennen, dass keine Regierungspartei gerade grössere Freiheiten verspricht, sondern nur: Leistingsschutzrecht für Verlage gegen Leser, Internetsperren, Kontenkontrolle, immer mal wieder die Idee des Militärputsc äh einsatzes im Inneren – ob das mit den Gehören jetzt schon so ist, oder noch eines formalen Abschlusses bedarf, weiss ich nicht, aber ich sehe den Weg. Und der ist nun mal so.
    .
    wazzerpfärdt, nun, die Bilder kommen von einem vergessenen Altarmaler des Rokoko, und wenn ich dort mal wieder bin, werde ich an ihn den Dank weiter reichen.

  22. Don Ferrando, Spiegel Online...
    Don Ferrando, Spiegel Online würde ich ja eher auf Seiten der Umverteiler sehen wollen. Aber es ist nur gerecht, dass, wenn man anderen schon das letzte Hemd raubt, man ihnen wenigstens das recht einräumt, das nicht vollumfänglich zu begrüssen. Es ist ja keine Dikltatur, sondern immer noch eine Demokratie, wo man die Funktionseliten der Umverteilung frei wählen darf.
    .
    BlackJack66, die Erfahrung lehrt, dass man mit Heraklit keinen Kredit besichern kann, und damit ist er nicht bilanzrelevant. Vielleicht aber gäbe er einen guten Namen für ein schick klingendes Fondsprodukt ab: Heraklit Change Asset Securities, oder sowas. Ich kann da mal bei den relevanten Initiatorenkreisen nachfragen.

  23. @blackjack. Glück im Brunnen...
    @blackjack. Glück im Brunnen oder Bumen am Stein? Wohl wahr. Es handelte sich um einen Justizmord, begangen an einem Herrn Joseph Süß Oppenheimer, in Württemberg 1738 gehängt, ein „Steuereintreiber“.

  24. G. Schoenbauer, Sie täuschen...
    G. Schoenbauer, Sie täuschen sich leider. Das Gemälde ist flüchtig hingeworfen im Fussbereich eines Alters, aber gerade wegen der groben Ausführung hat es mich bei diesem groben Thema angesprochen. Tatsächlich hat die Übernahme von AIG vieles gerettet – mehr als die Deutsche Bank bekam damals nur Goldman Sachs. Das Thema ist aber noch lange nicht aufgearbeitet, war es doch zu jener Zeot, als man auch spekulativ Kredite versichern konnte, die man selbst gar nicht hatte. Eine AIG-Pleite hätte da vermutlich neben ein paar anderen Pleiten auch für einen heilsamen Schock gesorgt.
    .
    Chris, nun, gegen so ein System spricht, dass die wirtschaftliche Krise in Frankreich 1789 ursächlich daher stammte, dass das System der Steuerpächter zu wenig Rendite für den Staat erwirtschaftete: Man zahlte eine gewisse Summe für das Recht, die Steuern einzutreiben. An dieser Lobby und ihrer Umverteilung führte im ganzen 18. Jahrhundert kein Weg vorbei, bis das System zusammenbrach. Wobei man sagen muss: Die realen Werte, die sie einheimsten, waren die buchstäblichen Peanuts im Vergleich zu den Defitiziten, die Banken im angloamerikanischen Raum den Staaten aufbürden. Ganz erstaunlich, wie ruhig das dorrt alles bleibt, trotz allem.

  25. @don alphonso. aber sicher...
    @don alphonso. aber sicher doch. weswegen in manchen weltgegenden, in deutscher historie ab und an so manche null vom schein gestrichen ward und wird. dinge hätten keinen wert nur einen preis. sagte das nicht marx ;-) ansonsten das letzte hemd keine taschen hat und es einem eigentlich wurscht sein könnte, was nach dem exit sonst noch so passiert. nun ist es halt das komische, dass der herr utitz zwar nix vom urururenkelnden brunnenbad hat, der mensch trotzdem was vermachen möchte. vermachen wie machen und macht. und pflanzen, anpflanzen, fortpflanzen. lustig, nicht wahr? und an dieser stelle modelliert der computer-psychologe an modellpopulationen, parameter knappe güter.

  26. Reiterjunge, ich kenne mich da...
    Reiterjunge, ich kenne mich da nicht so aus, meinte aber gehört zu haben, dass gerade ein Arbeits/Verteidigungsminister aus Hessen arbeitslos wurde und nun vielleicht heimkehrt, um dort einen anderen Posten zu übernehmen, den er vielleicht ähnlich gut ausfüllt. Wäre der bei seiner Expertise nicht was für die deutsche Friedensmission in Afghanistan? Nebenbei würde ich auch jedem Abgeordneten, der für eine Truppenerhöhung eintritt, empfehlen, mit gutem Beispiel voranzugehen, und dort für die Infrastruktur Brunnen und Massengräber anzulegen.
    .
    muscat, diese Geschichte lehrt, dass man sich stets an die besten und erfahrensten Druckausüber halten sollte. Penetranz und Dreistigkeit haben sich immer schon gelohnt, und der Glaube, ein Politiker würde ernsthaft Banken regulieren – nun, dazu bräuchte es schon einen Systemwechsel in den USA, und nicht einen Finanzminister, der auf einen Posten bei Goldman Sachs spekuliert.

  27. Ein guter Artikel.
    Mein Dank...

    Ein guter Artikel.
    Mein Dank gilt vor allem Ihrem Durchhaltevermögen, dieses doch recht „lebenswichtige“ Thema anzusprechen….denn wie Sie ja wissen, möchte die Mehrheit der Menschen wahrscheinlich eher etwas über Friede, Freude & Pflaumenkuchen lesen.
    Dazu fällt mir doch immer wieder das Bildnis der 3 Affen ein.

  28. malena, nun, ich will keine...
    malena, nun, ich will keine Kinder, insofern ist mir das nach mir egal. Man kann die Menschheit nicht ändern, als Historiker akzeptiert man das, oder man verzweifelt. Jede Anstrengung, das Los der Menschen zu verbessern, ruft immer sofort einen Verbrecher hervor, der es ausbeuten möchte. Und der findet stets auch einen Politiker, der dieses Verhalren rechtlich absichert. Und in den Schulen lernt man dann, dass es nicht nett ist, dem Adel den Kopf abzuschlagen. Was natürlich stimmt, keine Frage.
    .
    T.I.M., nein, natürlich ist das grosse Spiel, in dem Werte erfunden und auf Kosten anderer ausgezahkt wurden, kein Nullsummenspiel, sondern auch wieder eine Umverteilung, dessen Schwarzer Peter je nach Lage in den chinesischen Dollarreserven oder beim Steuerzahler in Amerika liegt. Aber natürlich gibt es allerorten das bestreben, für sich selbst dabei ein Nullsummenspiel zu gestalten: Denn geht alles bergab und man selbst bleibt stehen, kommt man unzweifelhaft nach vorne. In Boomzeiten muss man raffen, in Krisen überleben.

  29. miner, danke für das Lob,...
    miner, danke für das Lob, aber das hier ist Minderheitenprogramm, das wirklich tolle und brennende Thema des Tages lautet „Der Betrug einer Castingshow an ihren anrufenden Zuschauern“. Nachdem Betrug in der Glotze systemimmanent ist, ist das alles keine Neuigkeit, aber es wird immer gern gelesen. Auch toll: Die Affairen eines amerikanischen Golfers. Das bewegt die Welt! Nicht so ein paar Milliarden. Das ist nun mal so. Ich persönlich muss auch sagen, dass es legitim ist, genauso wie es legitim ist, wenn sich dann andere mangels Interesse so an jenen bereichern, wie sie es tun. Und die entscheidende Frage ist ja nicht: Wie verändere ich das. Sondern: Wie schlage ich mich auf die Seite der Profiteure, oder verhindere es wenigstens, Opfer zu werden.
    .
    BlackJack66, das ist aber eine feine Geschichte. ich frage mich, ob bessere Anwälte nicht vielleicht auch schon für die Zukunft milde Urteile erwerben können, denn das würde der Justiz viel Arbeit und Ermittlungen sparen. Vielleicht könnte man dafür auch eine Auktionsplattform im Internet betreiben.

  30. Geniale Analyse, Sie bringen...
    Geniale Analyse, Sie bringen es auf den Punkt: „Es gibt tausend Arten, Ausreden für Reichtum in einer verarmenden Gesellschaft voller Gegensätze zu finden: Am Ende steht die Umverteilung als Ursache fest.“

  31. Don, ...oder der gerade von...
    Don, …oder der gerade von Goldman Sachs kommt.
    .
    Wozu müssen die „besseren Anwälte“ (welche wären das noch mal?) milde Urteile erwerben, wenn sie schon selbst die Gesetze schreiben dürfen?

  32. muscat, das stimmt natürlich...
    muscat, das stimmt natürlich auch wieder. Wie dumm von mir, nicht daran zu denken. Das macht der Umgang mit Fondsbetrügern aus, die waren nicht so klug.
    .
    Vielleser, danke, es freut mich, wenn ich erheiternd gefallen kann.

  33. HansMeier555, wie...
    HansMeier555, wie beneidenswert! Taormina! Wo es noch ehrenwerte Männer gibt, mit Handschlagqualitäten!
    .
    elbsegler, sicher. Nun, da die Risiken von den Banken zu den Staaten gewandert sind, kann noch so einiges kommen. Denn Staaten sind mangels Retter eben nicht mehr to big to fail. Ich glaube, 2010 wird nach dem jubelbeperserten 2009 eine höchst lustige Veranstaltung mit neuen Lehman-Momenten. ich kaufe ja weiterhin kräftig Silberkannen und schiebe sie zwischen den Wohnorten hin und her.

  34. Ja,ja, das Sexualleben des...
    Ja,ja, das Sexualleben des Golfprofis und Casting-Shows sind aber auch wichtig.
    .
    Da braucht´s dann wirklich keine Pisa-Studie mehr, um den Geisteszustand eines Landes & seiner Bewohner festzustellen.

  35. Monsieur Alphonso,
    Ihren...

    Monsieur Alphonso,
    Ihren Antworten sind (nicht nur) heute ganz besonders Lebensweisheiten zu entnehmen, deren brillante Formulierung man liebend gerne selbst weiter unters Volk streuen möchte …. Kompliment.

  36. miner, wenn in der Zeitung...
    miner, wenn in der Zeitung keiner darueber schreiben wuerde, taets auch keinen interessieren.
    Es sagt mehr darueber aus, fuer wie bloed Journalisten ihre Leser halten.

  37. Don, ja Silberkannen et al....
    Don, ja Silberkannen et al. sind wohl die richtige Lösung. Diese Geld- und Schuldenschwemme wird wohl mit einer zünftigen Inflation „bereinigt“ werden. Vom Erwerb einer Immobilie in Dubai werde ich dennoch mal absehen. Dann eher schon was am Tegernsee.

  38. elbsegler, stay with the...
    elbsegler, stay with the spiessers.

  39. @miner
    Ist es nicht vielleicht...

    @miner
    Ist es nicht vielleicht Resignation und nicht so sehr Ignoranz, die die Leute dazu veranlaßt, sich bevorzugt mit Belanglosem zu beschäftigen? Die Titanic sinkt, die Kapelle spielt weiter und wir tanzen, bis der Ballsaal zu viel Schlagseite bekommt. Ändern können wir ohnehin nichts, davon scheint mir jedenfalls die Mehrheit überzeugt zu sein.

  40. Filou, mag sein. Künstlich...
    Filou, mag sein. Künstlich geschaffenes Interesse per dicker Schlagzeile.
    Für mich ist´s aber wie mit dem Huhn und dem Ei…ich könnte jetzt nicht sagen, wer zuerst da war: Der „Schreiberling“ oder die…ähm,…die wenig bemittelte Masse.

  41. miner, Henne und Ei, das...
    miner, Henne und Ei, das Gleichnis fiel mir auch sofort ein. Ich wollte es aber kurz halten.
    Waere ein schoenes Thema. So Samstagnacht bei einem Flaeschchen Traubensaft.

  42. Umverteilung setzt voraus,...
    Umverteilung setzt voraus, dass etwas schon verteilt ist – Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer sind hier einschlägig.
    .
    Anderes ist Verteilung, auch Einkommensteuer. Hier sind Macht und/oder Vereinbarung die Schlüssel. Verteilung spielt in jedem sozialen Verband eine Rolle, gleichgültig ob Affenhorde oder Rechtsstaat.
    .
    „Was ein Dieb stahl, das stiehlst du dem Dieb, ward leichter ein Eigen erlangt?“ lässt Wagner seinen Loge dem Wotan im Rheingold sagen.

  43. Filou...Sie trinken den...
    Filou…Sie trinken den Traubensaft und ich den Gerstensaft. Ich trinke ihnen auch nichts weg, versprochen ! ;-)

  44. Werter Don,
    brilliant auf dene...

    Werter Don,
    brilliant auf dene Punkt gebracht. Einfach mal von der anderen Seite betrachtet, mit dem Blick auf die größeren Zusammenhänge. Der letzt Satz hat mir zu denken gegeben, wie wahr in seiner Prägnanz! Es wird einfach immer so bleiben – für die Privilegierten wird es ab und zu mal ungemütlich – aber gefährdet sind sie nicht wirklich.
    Ich werde weiter in Schweizer Uhren, Royal Copenhagen und Möbelklassiker investieren – da können mich die Lehmans und alle „Vermögensoptimierer“ dieser Welt nicht schrecken.
    Früher galt für Banken „to big to fail“, das hat sich erledigt. Und ich gebe Ihnen recht – für Staaten gilt das auch nicht mehr (siehe ab 2010), wobei Griechenland ja ganz gepflegt von den anderen Euro-Staaten aufgefangen werden wird.
    Gruss aus dem Norden,
    Moritz

  45. miner, so leben wir alle...
    miner, so leben wir alle gesund, froh und gluecklich. Und saufen uns unsere Kontoauszuege schoen.

  46. Ein komplexes Thema amüsant...
    Ein komplexes Thema amüsant und anschaulich serviert. Vielen Dank

  47. Wehrter Don,
    danke für diese...

    Wehrter Don,
    danke für diese Ansicht der Dinge, doch was ist mit jenen
    mühsam beladenen die auf dem Weg waren reich zu werden
    und jetzt sich überlegen Ihre Söhne, Söldner gleich los zu
    schicken?
    Herzlichst P

  48. Auch Grund und Boden ist nicht...
    Auch Grund und Boden ist nicht sicher, wie jeder weiß, dessen Familie Enteignung und Vertreibung erlebt hat, dem nach der Ostöffnung eine überwachsene Ruine gezeigt wird, mit der Einladung sie aufzubauen (wie? wovon? die Kinder der Enteigneten sind froh in bürgerlichen Berufen ihr Auskommen zu finden). —
    Daß alles so bleibt wie es ist, und keinem erlaubt sei Neues zu wagen, dafür findet sich immer rasche ein Kläger, wie zum Beispiel hier
    http://anthro-antiquariat.blogspot.com/2009/12/interview-mit-ludwig-flocken-orthopade.html

  49. Werter Don,
    .
    "Macht ist...

    Werter Don,
    .
    „Macht ist Unrecht hinnehmen lassen können“.
    .
    Aus der Frühzeit stammt meines Wissens der „Vorteil“ – wer Macht hatte, konnte vor dem Teilen der Beute zugreifen.
    .
    Es war somit immer alles eine Frage des Zugangs zur Macht – aber das ist ja nicht neu, sondern bekommt nur immer wieder neue Facetten.
    .
    Andererseits, ist die Welt nicht gerecht? Geschieht es uns nicht recht, wenn wir das alles mit uns machen lassen?
    .
    Gruß Hanskarl

  50. Ein wirklich schöner Artikel...
    Ein wirklich schöner Artikel – und auch dank für das Thema AIG-DB, das ja in Deutschland (wenn überhaupt) nur ein absolutes Randgruppenthema ist. Schon erstaunlich wie ernsthaft um ein paar hundert Millionen gestritten wird (Steuerreform etc), aber wenn mal 12 Milliarden bei der DB reinregnen, wird das einfach ignoriert. Ein Haircut (egal in welcher konkreten Höhe) wäre wohl die richtige Alternative gewesen, einfach als (schmerzhafter) Hinweis, dass bei diesem „Spiel“ auch mal die Banken verlieren können und nicht nur die Steuerzahler.

  51. "Ist es nicht vielleicht...
    „Ist es nicht vielleicht Resignation und nicht so sehr Ignoranz, die die Leute dazu veranlaßt, sich bevorzugt mit Belanglosem zu beschäftigen? Die Titanic sinkt, die Kapelle spielt weiter und wir tanzen, bis der Ballsaal zu viel Schlagseite bekommt. Ändern können wir ohnehin nichts, davon scheint mir jedenfalls die Mehrheit überzeugt zu sein.“
    „Mein Dank gilt vor allem Ihrem Durchhaltevermögen, dieses doch recht „lebenswichtige“ Thema anzusprechen….denn wie Sie ja wissen, möchte die Mehrheit der Menschen wahrscheinlich eher etwas über Friede, Freude & Pflaumenkuchen lesen.
    Dazu fällt mir doch immer wieder das Bildnis der 3 Affen ein.“
    Noch ein Grund für die Heikligkeit (toll, neues Substantiv erfunden) dieses Themas: Als kleines Lischen Müller (ich nehme mich selber als Beispiel) wird einem schier schwindelig, wenn von solchen Zusammenhängen und Summen die Rede ist. Man müht sich so ab, damit man sich ein bischen was leisten kann, hält die 10€ Scheinchen beisammen und liest dann von sowas.
    Erweckt in mir den Wunsch, wahlweise folgendes zu tun:
    – Zur Bank laufen, all mein Geld abheben, davon Diamanten kaufen und mir die Hälfte davon als Schmuck um Hals und an Ohren zu hängen, die andere Hälfte an einem geheimen Ort vergraben.
    – Mir zu denken „Bringt doch eh alles nix“ und mein Leben künftig als armer Hartz IV-ler aber dafür mit unbegrenzter Freizeit zu verbringen
    – mich wimmernd unter der Beckdecke zu verkriechen, dann komplett durchzudrehen um mein Dasein in gestiger Umnachtung zu fristen.
    Ich muss zugeben, mit dem Urknall, der Relativität von Raum und Zeit und dem Wissen, als winziges etwas auf einem glühenden Ellipsoid durch unendlichen Raum zu sausen macht mir gestig überhaupt nicht zu schaffen, solche Summen, die Fragilität unserers sogenannten Wohlstands und die Mechanismen der internationalen Finanzbeziehungen (und die Globalisierung) lassen mich vor Schrecken erbleichen. Den Leuten, die sowas einfach verdrängen und sich lieber über Castingshows aufregen kann ich das irgendwie nicht verübeln…

  52. Jaja, die Amis waren nett zum...
    Jaja, die Amis waren nett zum Äckermänn … Ich glaube aber nicht, dass die das damals schon durchschaut haben. Also schon, dass die Goldman Sachs damit gerettet haben, aber eben nicht, dass daran direkt die halbe Welt hing …
    Die ganzen Kreditausfallversicherungen, die der Auslöser der Geldzahlungen waren, gehören eh verboten. Das sorgt nur dafür, dass sich das Risiko des Ausfalls auf ein paar wenige Firmen konzentriert, die in einer Krise dann alle gleichzeitig die Grätsche machen.
    Irgendwie sehr ungesund. Die Banken sollen gefälligst ihr Risiko selber checken. Es ist deren essentielle volkswirtschaftliche Aufgabe, das Geld, das die Notenbank schafft, an die Leute weiterzugeben, die es so investieren, das es eine Rückzahlung gibt. Einfach Kredit schreiben und das Risiko an eine Versicherung weitergeben, kann da nicht die Lösung sein.
    Aber zurück zum Artikel: Stimme zu, die Amerikaner haben wegen der AIG „einen gut“ bei uns. Aber für Opel muss man gar nicht so weit gehen. Hier reicht die Ausgangslage mit den vielen Standorten in den deutschen Ländern, Belgien, dem Silberkannenreich, Polen und Spanien aus, um in den Verhandlungen das Geld für GM einzusammeln. Die Politiker haben zwar beim ersten Mal gemerkt, wie sie diesbezüglich vorgeführt wurden, sie haben aber keine Chance, das beim zweiten Mal zu verhindern. Einer wird schwach (Rüttgers – Bochum – Wahl 2010) und dann kippen die anderen auch und schon sitzt GM am längeren Hebel …

  53. @weisnicht II: immer schön zu...
    @weisnicht II: immer schön zu sehen, dass es noch dada – Freunde gibt.

  54. Ich muß hier Don Ferrando...
    Ich muß hier Don Ferrando zustimmen: nicht nur die liberalen Parteien, sondern auch die linken/sozialistischen/kommunistischen Parteien verdanken ihre Existenz dem Institut des Eigentums/Besitzes und dem Wunsch, dieses umzuverteilen.
    Bei Licht besehen kritisieren diese an den liberalen Parteien nämlich nicht die Umverteilung an sich, sondern nur deren Richtung.
    Man möchte ja schliesslich selbst auch gerne umverteilen – nämlich in Richtung der eigenen Klientel. Und das Umverteilte dann im Auftrag dieser Klientel verwalten, aus reiner Fürsorge versteht sich. Gegen eine kleine Aufwandsentschädigung, über die man dann der Einfachheit halber selbst entscheidet.

  55. Ruchloser virtueller Kerl,...
    Ruchloser virtueller Kerl, will er sich gegen die Heilige Schrift stellen ? Denke er an Lukas 19,26, nehme er das Bild, und sehe er, daß man hilft, wenn man denen nimmt, denen das Wasser bis zum Halse steht. Absaufen kommt noch, ganz nichtvirtuell.

  56. Für die historisch...
    Für die historisch Interessierten in diesem Blog mag der folgende Link empfehlenswert sein:
    http://www.kriegsreisende.de/absolutismus/hessen.htm
    .
    Ich schlage vor Herr Jung bekommt das Recht ein eigenes Regiment zu werben und wird wieder nach Afghanistan geschickt.
    Freiwillige werden sich erfahrungsgemäß zur Genüge finden wenn der Sold stimmt.

  57. Bezahlen sie, Don Alphonso,...
    Bezahlen sie, Don Alphonso, doch einfach den Betrag an Herrn Obama. Ihr Geld wird dann ja nicht weg sein, sondern nur woanders. Und, Herr Obama wird sicherlich auch anstelle eigenen oder fremden wertlosen Papiergelds gerne Silberkannen existieren.
    Sogar die Rüsselsheimer werden Ihnen und den Oberpfälzern dankbar sein, wenn Sie die von Ihrem Vorfahren erpressten Werte nun wieder auskehren.
    Dann werden Sie vielleicht nicht mehr ganz so reich sein, aber keine Sorge, Sie müssen dann nicht gleich nach Afghanistan.

  58. Und wenn die Amerikaner weiter...
    Und wenn die Amerikaner weiter solchen Bockmist verzapfen, dann
    schicken wir Hr. Jung mit mehreren Regimentern ehemaliger Opelaner
    nach Übersee in die GM-Zentrale.
    Don`t mess with Ruesselsheim !

  59. Werter Don, wieder ein sehr...
    Werter Don, wieder ein sehr netter Blog mit interessanten Informationen! Und das mit dem Nullensumenspiel ist ja spätestens seit Oliver Stones „Wall Street“ nicht mehr unbekannt. Die Frage ist doch, ist man Schaf oder Wolf? Und wenn man Schaf ist (so wie die meisten), muß man sich überlegen wie man Wolf wird!?
    Grüße FS

  60. "Ich schlage vor Herr Jung...
    „Ich schlage vor Herr Jung bekommt das Recht ein eigenes Regiment zu werben und wird wieder nach Afghanistan geschickt.
    Freiwillige werden sich erfahrungsgemäß zur Genüge finden wenn der Sold stimmt.“
    *Ironie-an*
    Prima Idee, dann werden wir das ganze Prekariats-Gesockse auch direkt mit los…
    *Ironie-aus*

  61. In der Falle -
    Wer mag schon...

    In der Falle –
    Wer mag schon im dichtesten Nebel den nächsten Schritt tun, wenn dahinter der Abgrund lauern könnte? Unterdessen nähert sich lautlos ein böses schwarzes Federtier von der anderen Seite unseres idyllischen kleinen Sees.

  62. Verehrter Don, ich finde es...
    Verehrter Don, ich finde es gut, dass Sie mal en passant darauf hinweisen, dass die amerikanischen Steuerzahler gerade erst mit zig Milliarden die deutschen Banken vor dem Zusammenbruch retteten. Das alberne Gezeter um läppische 2,7 Milliarden für GM ist wirklich peinlich angesichts dieser Summen.

  63. @Reiterjunge, das ist aber ein...
    @Reiterjunge, das ist aber ein interessanter Link. Danke

  64. Das Nullsummenspiel ist im...
    Das Nullsummenspiel ist im Volksmund auch bekannt unter „Des einen Tod, ist des andern Brot“.

  65. Sehr geehrter herr...
    Sehr geehrter herr Alphons,
    .
    das mit dem privaten Steuereintreiber gibt mir zu denken, erinnert mich irgendwie an die Herren, die abends immer in den Restaurants vorbei kommen und dezent ihren Anteil an den Tageseinnahmen abholen, es gibt dafür so ein schmutziges Wort, ich glaube es hatte irgend etwas mit Schutzgeld oder Schmutzgeld zu tun…
    .
    Aber nix für Ungut, ich hatte auch einen richtigen Kommunisten unter meinen Vorfahren.
    .
    Beste Grüße, hs.

  66. Das war, wenn ich der...
    Das war, wenn ich der Überliederung glauben darf, ein ehrenwerter Beruf für ehrenwerte Männer. Und auch heute noch erscheint mir das besser als, sagen wir mal, Mitarbeiter bei Springer oder deutschen Privat-TV-Sendern. Und man endete dabei auch nicht in der Gosse!
    .
    Sohn ohne Land, das ist sehr schön gesagt, auch wenn das vermutlich nur die wenigsten gerne hören.

  67. sedi, sehen Sie mich sehr...
    sedi, sehen Sie mich sehr erfüllt mit Dank für das Lob.
    .
    Filou, jemand Kluges sagte mal, dass Schreiben über Fernsehen wie Klempnern in an einer Toilette sei, die gerade benutzt werde. Wobei ich sagen möchte, dass man dergleichen auch für weite Teile der Wirtschaft behaupten könnte, wenn man einen schlechten Tag hätte.

  68. Hartmut54, Verteilungsprozesse...
    Hartmut54, Verteilungsprozesse sind in aller Regel nicht so komplex wie die ursächliche Ergatterung von dem, was verteilt werden muss. Für Verteilung reichen ein paar inkompetente Politiker und befreundete Unternehmer, aber das Erlangen ist nur was für Spezialisten. Dass hier die Entlohnung lange Zeit ungerecht war, steht ausser Frage, aber inzwiwschen gibt es ja gute Boni für Banker.
    .
    Moritz, das Besondere dieser Krise war, dass es diesmal für die Privilegierten durchaus ungemütlich wurde. Erst gestern sah ich eine Abrechnung eines Papiers für reiche Rentner zum Herbst 2009, deren Summe immer noch mehr als 50% unter dem war, das vor zwei Jahren aufgeführt wurde. Der Niedergang fast aller Assetklassen ausser Gold, Siolberkannen und Wohnungen am Tegernsee war durchaus ein Schock. Uhren sind nicht schlecht und gerade billig, aber ob das angesichts der Überhitzung dieses Marktes je wiederkommt, wie 2007? Ich habe da meine Zweifel.

  69. Don, you are the best. Sie...
    Don, you are the best. Sie beleuchten Situationen die hoechste politische Bedeutung haben.Zur Erinnerung: 3. Reich mit seiner kriminellen Energie. Zusammenbruch 1945, alles kaputt,bis auf die Werkzeugmaschinen und die erfahrenen Facharbeiter, aber kein Material. Marshall Plan, es gab wieder Material und somit auch Produktion und das Wirtschaftswachtum nahm seinen Anfang. Aufnahme Deutschlands in die Nato bedeutete nichts anderes als die HKL der USA zu sein, HKL, fuer Nichtdienenden, heisst Hauptkampflinie. Wachstum, Wachstum, Wachstum bis zum ersten Iraq Krieg, der von Deutschland mit $18 Milliarden teilfinanziert wurde. Aenderung der angloamerikanischen Wirtschaft von Produktion zu Serviceleistung.Ausbau des Finanzsystems, Spekulation des US Dollars an der Chicago Board of Trade, Clinton und Fannie Mae und Freddie Mac, Hypothenexzesse, Verbriefung dieser bad debts und jetzt treten Lehman und alle anderen Banker in NYC auf die Buehne. Deren salesmen, Nachkommen der aus den 3. Reich Emigrierten und Geflohenen verkaufen diesen junk nach Uebersee und besonders an deutsche Banker mit dem Hinweis etwas Gutes zu tun, Wiedergutmachung zu leisten und gleichzeitig viel Geld zu verdienen ohne Leistung zu bringen. Ohne die Zustimmung der deutschen Politiker, die noch immer ihre Wallfahrten zu dem Ort unternehmen muessen an dem Jesus Christus taetig war, haette dieser ganze finanzielle Schlamassel gar nicht stattfinden koennen. Es ist schon so wie Sie es beschreiben, ein Nullsummenspiel mit Zustimmung der politischen Kasten in unserer westlichen Welt, oder eine Hand waescht die andere.

  70. Das Erstaunlichste an diesem...
    Das Erstaunlichste an diesem Artikel ist, daß er für viele FAZ-Leser hier, die bestimmt nicht das sind, was man als minderbemittelt bezeichnen könnte, so überraschend kommt. Daß sie auf diese Zusammenhänge irgendwie nicht vorbereitet waren. Nehmen wir mal an, die Narratio des Don sei keine linksradikale Verschwörungstheorie, sondern eine durchaus plausible Erklärung der politischen Gegenwartsökonomie: Was würde das über die Qualität des gleichnamigen Journalismus‘ aussagen, der die hier aufgeworfenen Fragen normalerweise gar nicht erst stellt (abgesehen von Schöngeistern wie Nils Minkmar)?

  71. Vielen Dank für diesen...
    Vielen Dank für diesen schönen Artikel – endlich mal ein Text, der über dem ganzen Detailwissen das Große und Ganze nicht aus dem Auge zu verliert. Ich (der von all dem keine Ahnung hat) freue mich über ein bisschen Aufklärung in Finanzdingen und die Bestätigung meiner Ahnung, dass finanzielle Begründungen in der Politik grundsätzlich Lügen sind. Das Beste ist wahrscheinlich, dass man – ob reich oder nicht – sich möglichst wenig an diesen Spielchen beteiligt.

  72. Nun, ja, ExpatLi,...
    Nun, ja, ExpatLi, Kapitalanlagebetrug gibt es auch unter Deutschen und das gar nicht zu selten (Schiffsfonds etwa, Schrottimmobilien, Filmfonds von deutschen für deutsche für Hollywood). CDS und Co. sind wie Hedge Fonds selbst erst mal gar nicht dumme Instrumente, soange sie mit Augenmass betrieben werden. das Kernproblem war, dass die Erwartungen daran zu einem Schneeballsystem wurden, mit Renditeerwartungen, die ab 2007 angesichts der Subprimekrise nicht mehr einlösbar waren. Aber wie gesagt: Das gibt es überall. Wer den deutschen grauen Kapitalmarkt zwischen 2001 und 2009 gesehen hat, wundert sich über gar nichts mehr.
    .
    HansMeier555, das Problem ist, dass Kreditausfallsicherung für Hauskredite ein denkbar langweiliges und gleichzeitig extrem schwieriges Pflaster ist, mit dem Problem, dass die Komplexität erst auffällt, wenn es schief läuft. Und selbst dann ist es immer noch sehr langweilig. Dazu kommt auch noch, dass AIG nur begrenzt Auskunft gibt, wie es wirklich um sie bestellt ist, und wie hoch der Anteil der reinen Zockerei ohne tatsächlich besessene Papiere ist. Das Ende von AIG war ja nicht, dass Kedite einmal versichert wurden, sondern spekulativ mehrfach. Sprich, mit geplatzten Krediten konnte man verdienen.
    .
    Und in den letzten Tagen passiert genau das gleiche wieder mit spanischen und griechischen Papieren, und es juckt auch keinen, selbst wenn die Praxis wirklich höchst gefährlich ist und die nächsten Bail Outs nach sich zieht.

  73. Vielleicht noch ein...
    Vielleicht noch ein allgemeiner Nachtrag zum Thema Klatsch und Glotze: Das vermutlich erfolgreichste Einzelblog der USA macht nicht Wirtschaft oder Politik, sondern Müll und nochmal Müll: http://www.latimes.com/business/la-fi-ct-tmz9-2009dec09,0,7096141.story Und man kann nicht sagen, dass es nicht funktioniert. Sogar das lokale Käseblatt der kleinen, dummen Stadt an der Donau klaut dort den „Gesellschaft“steil zusammen.
    .
    damals, danke, ich würde auch niemandem raten, irgendwelchen Strukturvertrieblern und ihren verlängerten Armen – die „Anlagetipps“ der Medien sind voll davon – zu glauben. Die meisten Produkte haben so hiohe Provisionen für den Vertrieb, dass ich nicht erkennen kann, wie das alles gut gehen soll. Es gibt zwar inzwischen EU-Richtlinien, solche Provisionen auszuweisen, aber leider sogar Medien, deren Schreiber das stark kritisieren und so tun, als sei das kein Problem. Es gibt nichts mit einer Rendite von mehr als 5%, was risikoklos ist. Langweilige Bauernbanken, gerne auch in der Schweiz, machen gemeinhin wenig Sorgen.

  74. Eine einzige...
    Eine einzige Verschwörung
    @Don Fernando: Bravo, so sehe ich das auch, vgl.: „Der Sozialismus – des Kapitalismus‘ eigentlicher Erfolg“, http://blog.herold-binsack.eu/?p=591
    @Don Alphonso: Ich wusste gar nicht, dass Sie so ein guter Verschwörungstheoretiker sind: „Truppenverkauf war schon im 18. Jahrhundert ein probates Mittel für klamme Landesherren, Schulden loszuwerden, wie wäre es also mit, sagen wir mal, 5000 zusätzlichen deutschen Soldaten für den afghanisch-amerikanischen Krieg?“ Aber das hat was, und es liegt mit Sicherheit nicht ganz daneben!

  75. dunnhaupt, nun ja - 2,7...
    dunnhaupt, nun ja – 2,7 Milliarden, das sind pro Bundesbürger rund 340 Euro. ich als unfreiwilliger Angehöriger der führenden Kaste werde dafür überproportional zur Kasse gebeten – sagen wir mal 680 Euro ohne Steueroptimierung in der Schweiz – und dann muss ich auch noch sehr oft, sicher 1000 mal im jahr wegen Opels bremsen. Von 200 runter auf 100 und dann wieder beschleunigen! Sprich, die Existenz von Opel kostet mich so viel Geld und Zeit, dass ich es als Angehöriger besagter Kaste schon anderen übertragen sehen möchte. Würden die USA aber auf die Idee kommen, in Deutschland statt Opels Sträflingsketten in der Weisskragenesition zu fertigen, hätte ich weniger dagegen.
    .
    Lieber FS, danke, wenn man schon mit Schafen spricht, stellt sich natürlich auch die Frage, wieso der Schäfer nicht auf die Idee kommt, die Wölfe abzu sagen wir mal zu vertreiben. Man wird den Wolf nicht ändern,die Schafe bleiben doof, aber dazwischen könnte man was machen. Aber wie unterscheiden sich Wölfe und Schäfer in der Ausbeutung der Schafe? Und müssten nicht die Schafe nicht beide loswerden?

  76. devin08, das ist keine...
    devin08, das ist keine Verschwörungstheorie, schon bei der zweiten Anhörung in Washington zu den Staatshilfen für GM hat der Konzern Vorschläge präsentiert, die eine erwartete, deutliche Beteiliigung in Milliardenhöhe aus Europa anführten, und diese Beihilfe war mit ein Grund, warum die USA dann auch tatsächlich eingestiegen sind: Weil zu erwarten war, dass sie das Problem nicht alleine lösen müssen. Das stand überall, man musste es nur lesen. dass in Deutschland über dieses detail so gut wie nicht berichtet wurde, liegt an den deutsche Medien. Warum auch sollten die USA den Europäern etwas in ihrer schlechten Lage schenken? Die deutschen Banken erhielten über AIG 100%, weil auch die amerikanischen Banken und Kommunen 100% bekamen, aber es ist doch klar, dass man bei der nächsten Gelegenheit zurückholt, was man zurück holen kann. Hätten die USA damals nicht überwiesen, hätte man hierzulande die Banken noch mehr retten müssen. Das ist keine Verschwörung. Das ist Wirtschaft.
    .
    DJHLS, auch die hohe Kunst der Bestechung musste man als Ungelter wohl beherrschen – aber das sollte man nur bei kommenden Politikern fetter Länder machen, und nicht bei prekären Warlords ruinierter Steppenvölker. Kurz, ich würde bei allem Respekt eher die brasilianische Regierung als Herrn Obama schmieren.

  77. Verehrter Don, Ihre Replik um...
    Verehrter Don, Ihre Replik um 18:02 (auf ein posting von hugoservatius davor) könnte man fast für ein argumentum ad personam halten wenn man an Bernhard denkt; das wäre dann nicht sehr fein.
    Ansonsten ist der Sachverhalt so wie beschrieben, allerdings spricht es auch für die Risikoeinschätzung und Besicherung durch aig – Kontrakte bei den Banken. Denn die Deutschbanker haben ja nicht die größte Quote abgeschrieben, sondern von aig kassiert. Andere (Landesbanken fallen mir da ein) haben weniger besichert und weniger hart verhandelt und uns Steuerzahlern jetzt verstaatlichte Staatsbanken beschert, ein erstaunliches Paradoxon.

  78. staph.aureus, als anerkannter...
    staph.aureus, als anerkannter Hoffnarr der Bürgerlichkeit stehen mir Dinge zu, für die unsere edlen Lobsichter aus dem Hause Springer erst mal ganze Jahresvorräte an Stöcken für den Ofen aus den Hinterteilen ziehen müssten. Und bitte, es geht hier ja nur am Rande um Wirtschaft oder Politik: Es geht nur, ganz und allein um Elite und wie man dafür sorgt, dass andere es nicht werden.
    .
    E.R.Nest, man kommt aber kaum umhin zu sagen, dass die Linken wirklich elend schlechte Umverteiler sind, Stichwort Reallohnverluste, Zwangsopelastra für Schlechterverdienende, allenfalls mal Urlaub dort, wo andere ein paar Zeilen von oben herab verkünden und so tun, als wäre das ein Beruf. Ich lasse mir gern Umverteilung nach Unten zeigen, aber ich höre nur Autobahnmaut für alle gleich. Ich höre Steuerermässigung für Urlaube und jene, die es sich leisten können. das Mietrecht wird in meinem Sinne reformiert. Kein Reicher meiner Umgebung ist unter Rotgrün verarmt. Über die Anlage KAP jammern ist nur Angeberei. Aber ich lasse mich gern eines anderen überzeugen

  79. Verschwörung ein...
    Verschwörung ein kapitalistisches Event
    @Don Alphonso: Das meinte ich nicht, das mit den Milliarden zurück holen, das war schon klar, nein, dieses nette Angebot bzgl. einer möglichen Kompensation via „verstärkten Truppeneinsatz“ deutscherseits in Afghanistan, das gefällt mir so gut. Im Übrigen ist bei mir der Begriff „Verschwörungstheorie“ nicht durchgängig negativ besetzt, Sie werden es beobachtet haben, auch ich bekomme permanent vorgeworfen, ich sei ein linksradikaler Verschwörungstheoretiker. Falsch, also oft dann auch reaktionär, würde es nur dort sein, wo man vor lauter „Verschwörungen“ die gesellschaftliche Matrix nicht mehr sähe, wie da zum Beispiel bei jener Verschwörung von „Juden und Freimaurern“, wie sie dauernd von Rechten in Umlauf gebracht wird, eben um davon abzulenken, dass das Kapital die Welt beherrscht, nicht irgendeine Verschwörertruppe. Aber eine Verschwörung im Sinne einer kleineren oder auch größeren Börsenmanipulation, das ist doch wohl immer drin. Ich finde, der Kapitalismus lädt zu solchen Events geradezu ein.

  80. nullsumme, was für eine...
    nullsumme, was für eine nullsumme?
    jede forderung des gläubigers ist beim schuldner eine verbindlichkeit.
    unter gewissen umständen*) lebt der schuldner mitsamt seinen verbindlichkeiten sehr viel ruhiger als sein gläubiger, der im glauben lebt und weiter leben muss, dass der schuldner seine schulden tatsächlich bezahlt, oder, kaufmännisch gesprochen, seine forderung auch werthaltig ist.
    ist sie es nicht mehr, kann der gläubiger seine forderung in den kamin schreiben, wie der kaufmann den verlust des glaubens auf seiten des gläubigers nennt. der gläubiger hat dann das problem, der schuldner eher nicht.
    ——
    *) beispielweise, der schuldner verfügt über eine sog. weltwährung.
    die us of s haben eine solche und sind nicht die bohne an eien starken dollar interessiert. für die ist klar, dass ihen eien inflation hilft, ihre schulden loszuwerden.
    .
    das eigentliche problem für die eu ist, nächstes sicherheitspolitisch (man könnte auch in schönsprech von verteidigungspolitik oder in realistischsprech von der fähigkeit zur kriegsführung sprechen) auf eigenen füssen stehen zu müssen. als billigvariante bietet sich an, schutz bei den russen zu kaufen.
    .
    oha, warum eigentlich wollte bundesregierung, landesregierungen und gewerkschaft richtig geld dafür in die hand nehmen, dass der russische staat bei opel zum zug kommt? nachtigall, ick hör dir trapsen, sagt der berliner.

  81. prince Matecki, nein, so war...
    prince Matecki, nein, so war das absolut nicht gemeint. Ich wollte damit nur ausdrücken, dass Ungelter ein seriöser Beruf war, was man in der Form heute nnicht von allen sagen kann, die anderen am Beutel schneiden. Was die Besicherung angeht: Die gab es auch schon während der New Economy für Risikokapitalgeber durch eine KfW-Tochter. Gewinne gingen an die Investoren, Verluste an den Staat, so einfach. Allerdings war es damals politisch gewollt, und wenn man sich das Elend der Bayern LB oder HSH Nordbank anschaut, dann lag es wohl wirklich nicht nur an den dort Arbeitenden, sondern auch an der Grossmannssucht der Politik. Die Deutsche Bank und der Nachlass beim Kauf der Postbank wäre übrigend nochmal ein ganz eigenes Thema.
    .
    egghat, ich bin gar nicht mal so vollkommen gegen CDS, denn damit lassen sich Härtefälle und massive Probleme in den Bilanzen ja durchaus abfedern. Eigentlich sollten sie jene Zusammenbrüche verhindern, die sie bewirkt haben. Dass die Politik in Sachen Magna voll daneben lag und Frau Merkel sich noch bedanken muss, dass GM nicht vor der Wahl das sagte, was vermutlich schon immer fest stand – mei. Der Markt ist zu voll, es gibt zu viele Autohersteller, und Opel ist schon länger die schwächste Kutsche in diesem Rennen. Wenn jetzt noch eine weitere Krise in den USA kommt, bleibt es auch nicht bei den 3 Milliarden.

  82. und uns Steuerzahlern jetzt...
    und uns Steuerzahlern jetzt verstaatlichte Staatsbanken beschert, ein erstaunliches Paradoxon
    .
    was soll daran paradox sein, prince matecki, wenn der gewährträger auf einmal tatsächlich in die haftung genommen wird, und dann anz folgerichtig erklärt, dass er für seine mittelbaren verbindlichkeiten unmittelbar geradesteht.
    .
    paradox ist eher, wie ruhig das alles von der kritischen, aufgeklärten, und was weiss ich nicht, was noc alles öffentlichkeit zur kenntnis genommen wird.
    vor fünfzehn jahren sagte mit einer, ich habe noch die ganzen nd von 1989. was haben die uns damals belogen! scheint noch immer gut zu klappen.

  83. Das hatte ich vermutet Don. Ja...
    Das hatte ich vermutet Don. Ja unsere Landespolitiker, der Wunsch in der ersten Reihe der Großbanken mitzuspielen und die Fähigkeiten der Aufseher die dort bei den LBs saßen und teils ja heute noch sitzen. Wahrlich ein weites Feld, wie Fontane vielleicht damals nicht nur literarisch seufzte. Die Gründerzeitkrise – auch eine von Kapitalspritze und Überschuldung und Spekulationsblase – und das wechselsvolle Schicksal des Verlages seines Sohnes könnten dafür sprechen.

  84. @Don
    "HansMeier555, das...

    @Don
    „HansMeier555, das Problem ist, dass Kreditausfallsicherung für Hauskredite ein denkbar langweiliges und gleichzeitig extrem schwieriges Pflaster ist, mit dem Problem, dass die Komplexität erst auffällt, wenn es schief läuft. …“
    .
    Ist das jetzt subtile Ironie?
    .
    Und war das alles wirklich so schwer zu durchschauen? Neben all dieser langweilig-komplizierten Finanztechnik gab es doch auch ein paar farbige und sprechende Details: Etwa, daß die Agenturen, die serienmäßig diese AAA-Gefälligkeitsbewertungen ausgestellt haben, eben keineswegs unabhängig, unbefangen und kompetent waren.
    .
    Aber man muß die Frage ausweiten und auch die Universitäten mit in den Blick nehmen. Was sind diese Wirtschaftswissenschaftler eigentlich für Menschen? Und warum konnte sich von denen keiner Überblick und Gehör verschaffen? Ich meine, die haben eine unkündbare Stellung, erhalten Drittmittel, betreuen Doktoranden und sind weiß Gott an langweilige Modelle gewohnt.
    .
    Was soll aus einem Bürgertum werden, das die Langeweile ebenso scheut wie den esprit?
    .
    Muß wirklich erst der Feudalismus wiederkehren, bevor die rokokohafte Lust an der intellektuellen Frechheit wieder gesellschaftsfähig wird?

  85. unellen, ganz ehrlich: Wenn...
    unellen, ganz ehrlich: Wenn man nicht gerade bei einer Genossenschaftsbank ist, ist das mit dem Abheben nicht die Dümmste aller Ideen. Es gibt einfach zu viele Banken; für die „Wirtschaft“ allein könnte man den ganzen Sektor auf ein Viertel eindampfen. Der Rest ist Spekulation und Ähnliches. Auch das ist ein Grund, warum mein Geld eben nicht auf der Bank ist. Dass allerdings die Assetpreise explodieren würde, wenn viele so denken würden – ist eine andere Sache. Und ja, man fühlt sich machtlos. Und ja, ich halte es für erstaunlich – ohne dass ich es deshalb fordern würde – dass es dagegen keine gewaltsamen Revolten gibt.
    .
    Latifundius, gern geschehen. Ich wollte es nur nochmal aufschreiben, bevor es nun um die Frage geht, was mit den Staaten wird, Dubai, Griechenland, Spanien, UK, der ganze Balkan, Österreich… da kommen 2010 saftige Spässchen auf uns zu, dagegen sind die paar Milliarden aus den USA ein Klacks.

  86. 2001 hielten alle den Berliner...
    2001 hielten alle den Berliner Bankenskandal für ein unerhörtes Ding. Mathew Rose sagte: Bald wird es in ganz Deutschland so zugehen.
    .
    Für Berlin hatte das 2001-Desaster sein Gutes. Hätte man sich nicht schon damals in die Nesseln gesetzt, wäre der Schaden jetzt noch viel höher ausgefallen.
    .
    Die deutschen Landesbanken sind ein herrliches Rokoko-Phänomen, nur halt leider ohne liebreizende Architektur, Musik oder Schäferspiele.

  87. Also wiederholt sich die...
    Also wiederholt sich die Geschichte wieder als Farce? Ben Bernanke für Jacques Necker, Obama für Louis XVI, Dollar für Assignaten? Und die Sansculotten gucken Castingshows.
    Da es bei mir für Silberkannen nicht reicht, investiere ich lieber in antiquarisches Papier. Geht im Notfall auch als Tauschobjekt (mit starken Preisabschlägen: 30 Bände Goethe für 2 Kilo Kartoffeln, hatte wir ja schon mal). Schlimmstenfalls nimmt man den letzten Euro, holt sich aus dem Supermarkt einen Einkaufswagen, packt seine Plastiktüten hinein und zieht in den Stadtpark. Die Krise überleben ist alles. Wer jetzt kein Haus hat, braucht auch keinen Kredit zurückzuzahlen.

  88. HansMeier555, nein, ich meine...
    HansMeier555, nein, ich meine das wirklich so. CDS kann man nicht isoliert betrachten, weil sie nicht auf den einzelnen hauskredit, sondern au Pools von Krediten ausgestellt werden, mit bisweilen sehr unterschiedlichen Qualitäten. Dazu ist der Markt nicht reguliert, und die Summen, die in Derivaten rumschwirren, sind definitiv zu gross, um sie mal eben in den Bilanzen zu bereinigen. Wie enorm gross die Gefahren sind – und da reicht nun mal nicht ein Sager – konnte vorher niemand konkret wissen. Bei einem Kredit kann man die Risikovorsorge ausrechnen. Bei Derivaten hilft nur beten, und geänderte Bilanzierungsregeln bei den Level-3-Assets.
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    prince Matecki, Leute wie Stoiber wollten der Welt zeigen, wie verdammt smart sie sind. Und in den Landesbanken sassen wiederum Leute, die Leuten halfen, die die Politiker kannten. Man muss sich nur mal mit dem Thema Fondsimmobilienfinanzierung auseinandersetzen (huhu Helaba!) um zu verstehen, welche Geflechte da am Werk sind. Man brauchte die Vehikel, um etwas an wirtschaftlichem Fortschritt vorzutäuschen, was oft gar nicht da war. Und der Umstand, dass diese Banken noch immer nicht zusammengestrichen und zu einem Institut vereint sind, spricht auch Bände.

  89. Savall, den besten Vergleich...
    Savall, den besten Vergleich hat man vielleicht mit der Missisippi-Spekulation. Aber am Ende ist jede Krise einzigartig, und der Spread zwischen Ausbeutung und gewalttätigen Reaktionen macht die jetzige Lage so erstaunlich. ich mein, der Euro wird gerade auf die Abschussrampe gehieft, um ihn in der Luft von Spekulanten abschiessen zu lassen, wir müssen Griechenland, Spanien, Portugal und Italien aushalten – und es juckt niemanden! Bücher habe ich letzte Woche in Frankfurt gekauft; die Botticelliausstellung war überschätzt und übervoll, aber auch mein Kofferraum war danach überladen.
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    Werter Hanskarl, nun, ich habe es ja nicht mit mir machen lassen, und wenn, sagen wir mal, Leute jammern, dass man sie im TV abzockt – nun, dann sage ich, dass sie es verdient haben. Wenn jetzt hochemotionalisierte Leute wegen einer Gossenshow weinen – hätten sie mal lieber ihre Emotion in ein gutes Buch gesteckt. Nur ist die Finanzkrise leider nicht mehr begrenzt, und das ist mein Problem.

  90. Da kommen wir wieder zur...
    Da kommen wir wieder zur Inflationsfrage. Der Euro ist nicht absturzgefährdet, denn es gibt ja keine plausible Fluchtwährung. Auch eine Verknappung von Lebensmitteln und Verbrauchgütern ist nicht zu befürchten. Der Konsum geht eher zurück anstatt zuzunehmen. Die riesigen Geldsummen schwappen hin und her über den globalen Häusermarkt, nur nicht in den deutschen Einzelhandel. Solange die Ossis für 6 Euro die Stunde arbeiten, habe ich keine Angst vor Inflation. Ich glaube, das wäre der Moment, tatsächlich das Geld abzuheben: Wenn der Mindestlohn kommt und /oder die Nominallöhne der prekär Beschäftigten ansteigen.

  91. Doch, mit den ganzen Carry...
    Doch, mit den ganzen Carry Trades sind massenhaft Schweizer Franken im Umlauf, und die japsen dort gerade beim Versuch, nicht zu sehr aufzuwerten. Ähnlich schaut es in Südamerika aus. Der Euro ist extrem überbewertet, und es ist nur logisch, jetzt in der Krise etwas raus und dann wieder rein zu gehen. Mit dem Klotz der PIGS-Länder kann man darauf wetten, dass der Euro nicht über 1,50 Dollar geht, solange dort nicht wieder was wirklich übles passiert, ich will hier kein Währungsboard aufmachen. Und was die Inflation an sich angeht: Die ist m- E. in Bereichen wie Aktien und Geldanlagen längst da. Nicht im normalen Leben, aber in den Finanzprodukten.
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    bengel & Paulchen, gern geschehen – was die Armen und Entverteilten angeht: Puh. Da bräuchte man ein eigenes Blog. Ich weiss es nicht. Und es wäre vielleicht auch zynisch, wenn gerade ich darüber schriebe.

  92. @Don: John Law und der...
    @Don: John Law und der Mississippi-Schwindel. Doch, dem gleicht’s. Geld aus dem Luftreich der Phantasie.
    „Durch Tausendkünstler schnell vertausendfacht.
    Damit die Wohltat allen gleich gedeihe,
    So stempelten wir gleich die ganze Reihe,
    Zehn, Dreißig, Funfzig, Hundert sind parat.
    Ihr denkt euch nicht, wie wohl’s dem Volke tat.“
    Nun, die Rechnung wird trotzdem präsentiert. Der Teufelsspuk vergeht. Nur der Narr wurde weise und kaufte Grundbesitz. Als Industriesklave kann ich das gelassen sehen, wenn denn mein Arbeitgeber die Sache übersteht. In Sachen Krise stehen wir aber bestenfalls im Jahre 1930 und nicht bei 1932, wie manche denken.
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    Ich las Ihren Botticelli-Bericht. Drei Originale sind nun wirklich ein bißchen wenig. Aber nur ein Schelm gibt mehr als er hat. Apropos zeitlose Werte kann ich nur das Neue Museum in Berlin empfehlen. (Ja, ja, ich weiß, aber wenn man nicht vom Wege abkommt, braucht man ansonsten nicht viel von Berlin zu sehen.) Die bauliche Rekonstruktion ist wirklich von verblüffender Intensität. Ein Geniestreich. Und Ende der Abschweifung.

  93. Dann sind CHF im Moment also,...
    Dann sind CHF im Moment also, sagen wir mal, risikoarm, mit Luft nach oben?
    Sorry, daß ich so plump frage, aber es juckt. Wem kann man heute noch glauben.

  94. Nein, der Franken wird seit...
    Nein, der Franken wird seit Oktober 2008 immer wieder von der Nationalbank mit Verkäufen abgewertet, wenn der Euro unter 1,50 und der Dollar unter die Parität fällt. Wir haben jetzt im Franken für ein Niedrigzinsland schon eine ziemlich starke Anomalie. Die Frage ist lediglich, wann der Schweiz die Luft ausgeht, weil irgendjemand zu stark reingeht. Grob gesagt ist die Krise vorbei, wenn der Euro wieder bei 1,70 Franken oder der Dollar bei 1,20 steht. In meinen Augen ist der Franken eine reine Devensivposition, falls mal was ganz Übles passiert. Wenn Italien den Bach runtergeht, etwa – dann dürfte die Schweiz erst mal eine Weile machtlos gegen den Druck sein, vor allem, weil so viele Franken global rumschwirren und die Schweizer nicht mehr wirklich Herren ihrer Währung sind. Aber das allles ist nicht so leicht, wie ich es hinschreibe. Im Kern lohnt sich eine andere Währung nur, um sie als Bahnhof zu haben: Man geht rein, bevor die eigene Währung extrem fällt, und wenn sie unten ist, steigt man wieder ein. Zwischenzeitlich war der Franken problembehaftet wegen CS und UBS, aber das ist inzwischen erledigt – sollte die UBS wirklich ins Schleudern kommen, kann die CS sie vielleicht retten.
    .
    Savall, John Laws Privileg in Frankreich und die Struktur der amerikanischen FED – da gibt es tolle Ähnlichkeiten. Berlin steht aus anderen Gründen im Januar an, da werde ich hineinschauen. Und berichten.

  95. Bleiben noch Mexico, Chile und...
    Bleiben noch Mexico, Chile und Brasilien. Wer’s mag! (Guaranis, wenn ich mich nicht irre).
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    Ja, die Inlands-Kaufkraft des US-Dollars ist erstaunlich. In einem Land ohne Industrie und horrenden Defiziten ist alles immer noch billig. Vielleicht kommen die Unruhen bei uns in dem Moment, wenn die Chinesen ihre Währung aufwerten und ihre Löhne erhöhen müssen. Irgendwann muß das ja auch einmal der Fall sein.

  96. Oh, es kommt alles noch viel...
    Oh, es kommt alles noch viel besser:
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    http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601087&sid=alurdK3Uf7Ac&pos=6
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    U.S. state government collections fell 16 percent to almost $1.7 trillion in fiscal 2008 from a year earlier, while spending increased 6.2 percent, according to the U.S. Census Bureau.

  97. Werter Don,
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    "Nur ist die...

    Werter Don,
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    „Nur ist die Finanzkrise leider nicht mehr begrenzt, und das ist mein Problem.“
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    Meines auch und wird vermutlich noch DAS vieler Anderer. Es ging in der Vergangenheit jedoch immer darum, zu überleben und „relativ besser abzuschneiden“, zumindest beruhigt es, den Nächsten in schlechterer Lage zu sehen. Mit Ihrem Vermögen ( geistig und pekuniär ) sollten sie sich erfolgreich behaupten können.
    .
    Naturwissenschaftlich erfolgen Veränderungen immer entlang eines Potentialgefälles – soziologisch scheint mir dies ebenso zu sein. Will sagen, ein paar Billionen an Steuergeld ( und irgendwo kommen die ja auch wieder an – und wir sprechen doch vom Umverteilen ! ) anstelle eines 3. Weltkrieges scheinen mir hinnehmbar, auch wenn ich davon etwas mit tragen muss. Wenn ich überlege, dass es in Deutschland selten eine so lange Phase des Friedens gegeben hat, dann bin ich meinem Schicksal sehr, sehr dankbar. Meine Oma ( ich hatte auch eine ), sagte immer: „Merke Dir, Du musst im Leben alles bezahlen – hadre nicht, bleib nichts schuldig, wenn Du kannst“.
    .
    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Zuversicht – es wäre schade wenn der gute BLog Schaden nähme.
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    Gruß Hanskarl

  98. Ich verfolge dies hier mit...
    Ich verfolge dies hier mit einigem Interesse, obwohl ich kein Betroffener bin; wer nichts hat, kann nichts verlieren.
    Nun sitze ich hier, kratze mich am Kopf und frage mich: Ist die weltweite Geldwirtschaft der Kriegsschauplatz, und der Klimagipfel der Nebenkriegsschauplatz, oder ist es umgekehrt so, dass der Nebenkriegsschauplatz nur dazu dient um vom wirklichen Kriegsgeschehen abzulenken?
    Ich bitte, mir diese naive Frage zu verzeihen.
    .
    PS: Ueber Kopenhagen will ich hier NICHTS lesen. Die Sache ist mehr als suspekt.

  99. Nachtrag: ...und ich moechte...
    Nachtrag: …und ich moechte Hanskarl voller Sympathie Recht geben. Was er schreibt klingt nach Flakhelfer-Generation, die hat die volle Breitseite mitgekriegt. Solche Menschen legen den Horizont anders an. Vielleicht waere diese durchaus philosophische Perspektive zu diesem Themenkomplex hilfreich. Geld ist das eine…

  100. iwf & weltbank
    so`n bissel...

    iwf & weltbank
    so`n bissel finanzpolitische ohnmacht –
    was ist das schon?
    kennen die sog. entwicklungsländer seit 50 jahren …
    .
    käfer auf`n blatt –
    was ist das schon?

  101. Staatlich bestellte...
    Staatlich bestellte Steuereintreiber waren in der Geschichte das Normalste.
    Beamte haben sich meines Wissens bloß Ägypter, Chinesen und Deutsche zugebilligt.
    Ein Ur-demokratisches , quasi plebiszitäres Prinzip, gab es bloß in urtümlichen und gegenwärtig als Demokratie bezeicheten Gesellschaften.
    Als Hintergrund ist anzumerken, dass die zu Schlachtenden ihrem Ende selber zustimmen.
    Die Herrschenden heulten früher über verstorbene Untertanen.
    Soweit wird es wieder kommen dank „demos“, dem unergründlichen Verlangen nach „sudden death“.
    Lemminge hüpfen gerne in den Tod…

  102. "Von 200 runter auf 100 und...
    „Von 200 runter auf 100 und dann wieder beschleunigen! “
    .
    Ich wusste doch, dass Sie manchmal Papas Audi nehmen und auf der A9 bei Langenbruck Bankberater spielen!!!

  103. dass wir die 60er und 70er...
    dass wir die 60er und 70er durch unsere liebe – und unser gutes auge – fuer cashmere, cabrios und custom-made der geschichtsschreibung und nostalgie uebereignet haben, das ist unser groesster verdienst. – einer der groessten wohlmoeglich generell in der kultur des 20. jahrhunderts.

  104. @Filou: Suspekt ? Sind Sie ein...
    @Filou: Suspekt ? Sind Sie ein Feind des Glaubens ? Elitäre Klimajesuiten in rotgefärbten Caseln werden Sie curieren. „Diese Konferenz ist die wichtigste Konferenz zu Beginn des 21. Jahrhunderts“, schreibt der Erzengel, und „Am Ergebnis der Konferenz wird sich zeigen, wie viel Gemeinsamkeit der Völker zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen im Interesse zukünftiger Generationen möglich ist.“ Fragen Sie einen Tegernseebewohner, welches Auto gefahren wird: „Natürlich SUV“ wird die Antwort sein, und ein Klimajesuit wird sagen „Natürlich nutze ich die Limousinen der Fahrbereitschaft“. Natürlichkeit kann so vielfältig sein. Und Opel und Banken erhalten Natürschutz. Im Interesse zükünftiger Generatiünen. Noch ein X, oder ein Ü ?

  105. na, da ist mein kommentar...
    na, da ist mein kommentar unter dem falschen artikel geladet. – er gehoert zu vorhergegangenem.

  106. Ich habe mich schon gewundert....
    Ich habe mich schon gewundert. Allerdings kann ich ihn leider nicht selbst verschieben.

  107. @elbsegler:

    "Ist es nicht...
    @elbsegler:
    „Ist es nicht vielleicht Resignation und nicht so sehr Ignoranz, die die Leute dazu veranlaßt, sich bevorzugt mit Belanglosem zu beschäftigen? “
    .
    Lieber elbsegler, ich persönlich verachte die Resignation zur aktuellen Zeit. Die Leute sollen sich es für unbedeutendere Phasen aufheben. Denn jetzt gehts mal seit langen Jahren um etwas wirklich Wichtiges…und da fällt Resignieren und Kneiffen aus wegen: wegen ist nicht !

  108. @Erzengel Gabriel: mit Blick...
    @Erzengel Gabriel: mit Blick auf meinen, wegen der Erderwaermung schnell verdunstenden Calvados, muss ich ehrlich gestehen: eher bin ich bereit an die Dreifaltigkeit zu glauben, als an die Gemeinsamkeit der Voelker. Die haben sich immer schon aus reiner Vergnuegungssucht die Koeppe eingehauen. Und ich glaube, das die ganze Klimahysterie auch nur ein Streit um die Flocken, die Kroeten, die Kohle ist. Genauso glaube ich fest daran, das der Islamismus der gesuchte Stellvertreter fuer den abhanden gekommen Kommunismus ist. Und ich glaube daran, dass die Moslems wie manipulierbare Kinder sich so lange haben bequatschen lassen, bis einige von denen das geworden sind, das sie nun sind. Ich glaube fest an die Manipulierbarkeit der Menschen.
    Damit glaube ich fest und unverbruechlich an die Dummheit. Wer glaubt, wird seelig. Und ich glaube! Der HErr ist mein Zeuge.

  109. der Kurs vom 1,50 zum Dollar...
    der Kurs vom 1,50 zum Dollar ist absolut gerechtfertigt! Alles andere würde uns Schafe nun wiklich bös treffen! ;) Und, ja wer ist den nun der Schäfer? Doch wohl nicht die Regierung?! Ein bischen Revolution darf schon sein, oder?

  110. FS, der Schaefer ist ein...
    FS, der Schaefer ist ein Idylliker der in bukolischer Landschaft sitzt. Der HErr huetet die Herde, waehrend der Schaefer an seiner Schaeferin fummelt und Mondonville den Dudelsack pfeifen laessst. Hinter der Hecke lauern die Woelfe. Sie warten bis der Schaefer das Mieder aufknotet…
    … oder mit anderen Worten: What needs an idiot to be happy? Soft shoes, a wet pussy and a warm place tot shit.

  111. Filou "wer nichts hat, kann...
    Filou „wer nichts hat, kann nichts verlieren. “
    O doch, das Leben zum Beispiel:
    Glasnost und Perestroika haben Rußland ca. 5 Mio. zusätzliche Tote beschert – es hat hier nur niemand davon berichtet…
    Wie immer sind die Armen, Alten und Schwachen dran. Und der Klerus bietet auch nichts Gescheites dazu an.

  112. Zu der - sehr richtigen, und...
    Zu der – sehr richtigen, und so schoen formulierten! – Passage:
    > Man wird den Wolf nicht ändern,die Schafe bleiben doof, aber dazwischen könnte man was machen. Aber wie unterscheiden sich Wölfe und Schäfer in der Ausbeutung der Schafe? Und müssten nicht die Schafe nicht beide loswerden?
    .
    Das ist den Schafen doch egal. Viel zu schwierig/unsicher/kompliziert, und ausserdem: Was wuerden die Mitschafe davon halten? Unruhestiften ist in der Herde sehr unbeliebt…
    .
    Und nun, was will man machen? Als Schaefer die Schafe noch weiter entmuendigen, und zu ihrem Glueck zwingen? Alle Optionen, „Schaf“, „Wolf“ und „Schaefer“, sind letztlich auf die eine oder andere Art komplett wuerdelos, und gefallen mir eine weniger als die andere.

  113. @webmax: ich hatte gerade...
    @webmax: ich hatte gerade einen so schoenen Anfall von Anarchismus. Nun gut.
    Ich meinte natuerlich nur die materiellen Werte. Ueber das Leben, welches zu verlieren waere, ja da kann ich nur fragen: wieviel ist unser Leben wert, wenn wir es in Knechtschaft verbringen muessen?
    Der Ton ist mir zu hoch. Aber er gefaellt mir.
    Die Kirche betreffend glaube ich, dass da in den kommenden Jahren einiges passieren wird, weil es als Hoffnung nichts anderes gibt, nachdem die Ersatzreligionen versagten.
    Wie sagt D.A’s Grossmutter (und hatte wie immer recht: Ein guter haelts aus, und um einen schlechten ist’s nicht schad.
    Der Glaube, und sei der an sich selbst, wird ueberleben.

  114. zu "Hoffnarr der...
    zu „Hoffnarr der Bürgerlichkeit“, „Elite“ meine Relativitätstheorie: Armut und damit verknüpft Reichtum werden neumodisch als relative Größen gesehen, unter Bezug auf das Mittelmaß, den Durchschnitt. In einer Zeit, in der jedermann Bürger sein darf, heisst die Elite MüllerMayerSchmidt, und nimmt beratend gerne ein Scheibchen vom Milljönchen milieugemäß mit. Da wünscht man sich ein Nullsummenspiel auch zwischen München und Klagenfurt, mit Berlin. „Mal war er dort, nun ist er fort, wird gebracht an einen ganz anderen Ort“, Ouvertüre zum winkelschen Weg der Festungshaft, auf der scharlachroten Felsenbühne Staatz. Im Winter singt man dort schneller, openair. In Stuttgart wird noch geprobt, ob die Melodie beim Publikum ankommt. In Staatz gibt´s Erfahrung mit Robin Hood, und es gibt T-Shirts von Che. Noch sind sie Ladenhüter, relativ.

  115. @Filou: Nichts wird passieren,...
    @Filou: Nichts wird passieren, weil man auch das große Informationsmedium Internet aufspalten wird in Bezahlbar und Trivial; schade, beihnahe hätte sich die Elite hier selbst ins Bein geschhossen.
    Den Rest erledigt man pharmazeutisch – wer weiß schon, daß das Schwerstgift Fluor zur Verblödung führt? Zu wenig „Gute“ also in Sicht.
    „Der Glaube, und sei´s der an sich selbst, wird ueberleben.“ sprach der Dinosaurier….

  116. Ich verfolge die Finanzkrise,...
    Ich verfolge die Finanzkrise, Ihre Auswirkungen und die weltweiten politischen Geschehnisse seit November 2006. Das Buch des ehrenwerten Prof. Otte „Der Chrash kommt“ hat mich zum Nachdenken und Recherchiern gebracht.
    Im Laufe der letzten 3 Jahre kamn so die Erkenntniss über die Funktionsweise des Debetismus, der Geldkreierung durch die Geschäftsbanken und den Zusammenhängen mit dem Kondratieffzklus zustande.
    In meiner Funktion als Leiter eines mittelständischen Unternehmens und guten Kontakten zu anderen Personen, welche in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft Schlüsselpositionen besetzten sage ich: Das Spiel ist aus! Ein Zusammenbruch wesentlicher Wirtschaftszweige in 2010 ist unausweichlich und wird auch mit voller Wucht Deutschland treffen.
    Die Klimahysterie in Kopenhagen dient zum einem als Ablenkung, nach die Schweingrippenmanie nicht gefunzt hat.
    Wer zudem die Thematik des Debetismus mit der ständigen Suche nach dem Nachschuldner (Verschuldungszwang) versteht, der weiß auch, warum uns derzeit in Hopenhagen Theater vom allerfeinsten geboten wird!

  117. Die Armen, Alten und Schwachen...
    Die Armen, Alten und Schwachen haben sowieso keine Zukunft, brauchen sie also nicht zu fürchten. Und die Stützen der Gesellschaft sind bisher stets bestens durch die Krisen gekommen. Wohlstandsverluste waren immer nur relativ. Für Schwarzmalerei besteht also kein Anlass. Ein guter Single Malt vor dem Kaminfeuer hilft die Contenance wahren. Slàinte!

  118. Auch ein Schaf kann bisweilen...
    Auch ein Schaf kann bisweilen mal unter Tollwut leiden. Dann ist eben Schluss mit der Schafsschur und heraus kommt der berühmte Wolf im Schafspelz!
    Wenn es eng wird, dann wird sich so manches Schaf in einen bösen Wolf verwandeln, dessen kann man sich sicher sein….

  119. Na, na, D.A, was ist los? Auf...
    Na, na, D.A, was ist los? Auf die alten Tage sentimental und syskritisch geworden?
    Bereitest Du hier Deinen Abgang a la wgnx vor?

  120. Hierzulande haben auch die...
    Hierzulande haben auch die Vermögenslosen sehr viel zu verlieren. Es gibt immer noch sehr viele soziale Besitzstände. Das deutsche Arbeits-, Miet- und Sozialrecht garantieren letztlich jedem, der sich legal hier aufhält, eine Teilhaberschaft am Volksvermögen. Fragt sich nur, wie lange das so bleibt. Denn es gibt ja keine politische Kraft mehr, die diese Besitzstände verteidigt.

  121. Zukunftsangst? Was tun? ...
    Zukunftsangst? Was tun? Arbeiten!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Bern 8.12.
    Egal, was jemand gelernt hat oder kann: Arbeitslose unter 30 Jahren sollen jede Arbeit annehmen müssen. Der Nationalrat ist bei der Sanierung der Arbeitslosenversicherung in diesem Punkt dem Ständerat gefolgt.

  122. Don (21.42 Uhr), Krise zu Ende...
    Don (21.42 Uhr), Krise zu Ende bei 1,20 im Dollar und 1,70 im CHF? Vorsicht mit solchen Aussagen. An so was sollen sich doch lieber die selbstgefälligen „Auguren“ der Großbanken die Finger verbrennen.
    .
    Für erfolgreiche Spekulation oder besser gesagt Manipulation am Devisenmarkt reichen ein paar Milliönchen freilich nicht aus.

  123. FritzV, letzte Woche in...
    FritzV, letzte Woche in Frankfurt wurde im beiderseitigen Einvernehmen nach dem gelungenen 2009 die Weiterführung in 2010 beschlossen. Alles bestens, danke der Nachfrage.

  124. Mit der GEZ haben wir doch...
    Mit der GEZ haben wir doch schon eine Organisation der Ungelter!

  125. Don, ich stimme Ihnen durchaus...
    Don, ich stimme Ihnen durchaus zu, daß die Linken elend schlechte Umverteiler sind – und zwar nicht nur unsere ehemalige rot/grüne Regierung, sondern allgemein (national wie international). Genausowenig, wie ein Reicher in Ihrer Umgebung verarmt ist gibt es aber die von links prophezeiten obdachlosen, hungernden Massen als Folge der „neoliberalen“ Politik, die erstaunlicherweise im wesentlichen ohne die Beteiligung der entsprechenden Partei erfolgt ist…

  126. @muscat, spekulieren kann man...
    @muscat, spekulieren kann man am Waehrungsmarkt mit ein paar Millioenchen ausgezeichnet, ein sehr lukratives und kaum arbeitsaufwendiges Vergnuegen. Fuer eine Spekulation, hinter der eine ausgemachte Marktmanipulation steht, braucht man allerdings etwas mehr. Sicher meinen Sie es auch so, wenn nicht Soros fragen!

  127. E.R.Nest, man hat auf Dauer...
    E.R.Nest, man hat auf Dauer nicht wirklich den Eindruck, als würde die Linke das ernst meinen und damit eventuell auch zu ihrer Abschaffung als Funktionsträger beitragen. Wäre man böse, würde man ihnen unterstellen, dass auch sie die Umverteilung brauchen – realerweise muss ich aber sagen, dass es nun mal extrem schwer ist, mit dem deutschen Steuerrecht gegen die Reichen vorzugehen.
    .
    fionn, man kann die Schweiz nicht mit Deutschland (und hier besonders den schwachen Regionen) vergleichen.

  128. muscat, das ist naürlich...
    muscat, das ist naürlich nicht die einzige Anomalie, da gibt es mehr – aber es ist doch offensichtlich, dass die Unterbewertung von Dollar und Pfund allein der Krise geschuldet sind.
    .
    HansMeier555, nun, das Mietrecht wird ja gerade geändert. Allerdings denke ich, dass man sich angesichts der „roten Gefahr“ und des allgemeinen Hasses auf die Profiteure der Krise da nicht viel wird leisten können.

  129. "realerweise muss ich aber...
    „realerweise muss ich aber sagen, dass es nun mal extrem schwer ist, mit dem deutschen Steuerrecht gegen die Reichen vorzugehen.“
    .
    Zum Glück. Das ist auch nicht Sinn und Zweck des Steuerrechts !!!
    .
    .

  130. Hanskarl, ich sehe es so: Nur...
    Hanskarl, ich sehe es so: Nur weil es auch schlimmer kommen könnte, sollte man nicht gezwungen sein, das Schlimme zu ertragen. Ob ich persönlich durchkomme? Keine Ahnung. Ich bin da weniger beunruhigt, als ich vielleicht sein sollte; ich sehe das alles immer noch zu sehr unter dem Aspekt der Zeit- und Verblödungsgeschichte. Wie auch immer: Wenn in 5 Jahren das grosse gejammer einsetzt, kann ich wenigstens sagen, dass ich versucht habe, Menschen zum Nachdenken zu bewegen. Wer sich statt dessen lieber mit den Affairen irgendwelcher Promis beschäftigt – und das ist meines Erachtens sehr viel öffentlcichkeitswirksamer als Klima, Kopenhagen und Co. – darf sich am Ende nicht über die Rechnung wundern.

  131. "Rote Gefahr"? Meinen Sie...
    „Rote Gefahr“? Meinen Sie jetzt die Wagenknecht? Es gibt keine Rote Gefahr.

  132. Was halten Sie, Monsieur Don,...
    Was halten Sie, Monsieur Don, von der These des berühmten Nikolaus Luhmann? Sinngemäß: Der Arme akzeptiert sein Schicksal, wenn der Geldcode benutzt wird. Nimmt man dem Bauern seinen Zehnten, könnte er die Sense schwingen. Beraubt man einen ganzen Staat um sein Geldvermögen, nicken die Bürger des Konzerns alles brav ab. Hat(te) Luhmann recht? Auch die „komplexen Kreditverschachtelungen“ hat er ja gekannt. Und was halten sie von der Aussage: „Es funktioniert.“?

  133. Das hört sich jetzt aber sehr...
    Das hört sich jetzt aber sehr nach „die tun nix, die wollen doch nur spielen“ an, verehrter Don. Natürlich braucht die politische Linke die Umverteilung – genauso wie sie die Neoliberalen, die Rechten und sonstige Feindbilder brauchen. Sonst müßte man sich ja eventuell mal mit der praktischen Umsetzbarkeit der eigenen Vorstellungen beschäftigen…
    Im übrigen ist das deutsche Steuerrecht nicht vom Himmel gefallen, sondern von den vorherigen Generationen geschaffen. Manches – sowohl dessen Komplexität als auch die Tatsache, daß auch die besseren Kreise nicht allzusehr unter Rot/Grün leiden mußten, liegt auch daran, daß unser föderales politisches System (und auch das Wahlsystem) eben (oft faule) Kompromisse erfordert und Extrempositionen abschleift.

  134. @hanns kröger,
    ja, das Spiel...

    @hanns kröger,
    ja, das Spiel ist aus. mit welchen folgen weltweit wird sich zeigen. das bestehende
    system kann nicht mehr lange am leben erhalten werden. es werden epochale
    umwälzungen stattfinden, aber kein grund zur sorge, denn nur wenn altes zusammen-
    bricht, kann neues entstehen.
    es stehen stürmische zeiten ins haus, für alle!

  135. Sehr geehrter Don,
    vor nicht...

    Sehr geehrter Don,
    vor nicht allzu Zeit kam eine Studie heraus, dass mehr als 35% der Bundeswehrsoldaten aus den neuen Bundesländern kommt. Ossis machen aber nur zirka 20% der Bundesbürger aus. Somit gehören die Ossis eigentlich allesamt einigen wenigen reichen Wessis, die diese dann auch noch zu ihren Gunsten nach Afghanistan verkaufen. Großes Gelächter. Vor der Wende wollten so viele Ostdeutsche doch reisen, wohin sie wollten. Nun reisen sie dorthin wo vor ihnen noch niemand war und auch nach ihnen niemand jemals wieder hinwill. Und das Ganze auf Geheiß von wenigen reichen Wessis. Wenn das mal kein Zynismus und eine Riesenironie ist….
    Beste Grüße aus unserem Glockenturm unseres Schlosses an der Alster
    MvB-B

  136. @G. Schoenbauer: Wenn man...
    @G. Schoenbauer: Wenn man zwischendrin auf ein paar Milliönchen und auf einen gesunden Schlaf verzichten kann, dann ist es sicherlich kein Thema.
    Für alle anderen gilt: Hände weg von Zins-, Währungs- oder sonstigen Prognosen über Kapitalmärkte. Die allermeisten Privatanleger (und nicht nur die) haben nicht die leiseste Vorstellung von den Risiken, in welche sie sich da begeben. Wer sollte ihnen diese auch erklären? Die „unabhängigen Experten“ bei den Banken vielleicht? Ich lach mich kaputt.
    .
    Don, die Unterbewertung des Dollars allein der (derzeitigen?) Krise geschuldet?
    Äh… Sie kennen sich doch in der Geschichte ganz gut aus, oder? Von einigen wenigen Unterbrechungen abgesehen, ging es mit dem Dollar seit dem 2. Weltkrieg kontinuierlich nach unten. Und das konnte auch nicht überraschen, bei dem permanenten deficit spending der Amis.
    .
    Dennoch danke für Ihre Anregungen zum Nachdenken. Die sind absolut wertvoll für jene, die sich nicht so ausführlich mit den Wirtschaftsthemen befassen können / wollen. Unterhaltsam ist es allemal!

  137. @fionn - im Prinzip ist es...
    @fionn – im Prinzip ist es doch völlig selbstverständlich, daß man sich nach allen Kräften bemüht, selbst für seinen Lebensunterhalt zu sorgen – oder nicht? Ich mache hier ja auch jeden Mist, den meine Kunden wollen. Dann darf man etwa von einem Möbelverkäufer ja wohl auch erwarten, daß er bspw. alternativ Blumen ausliefert. Es muß ja nicht immer gleich der Akademiker zum Bauarbeiter werden.

  138. "Wer sich statt dessen lieber...
    „Wer sich statt dessen lieber mit den Affairen irgendwelcher Promis beschäftigt – und das ist meines Erachtens sehr viel öffentlcichkeitswirksamer als Klima, Kopenhagen und Co. – darf sich am Ende nicht über die Rechnung wundern.“
    Das ist schon richtig Alfons, ich sehe allerdings an meinem Bekanntenkreis dass es auch für Zeitgenossen mit IQ 120+ schwierig zu sein scheint den Informationsnebel zu durchschauen … und die es können halten den Mund oder machen eine intellektuelle Veranstaltung daraus … -:)

  139. Zum Thema Umverteilung und...
    Zum Thema Umverteilung und sichere Geldanlagen gerne auch die alte Bauernweisheit zur Heirat: „Liebe vergeht, Hektar besteht.“
    Stimme allerdings dem Nullsummenspiel nicht zu. Das missachtet die Tatsache, dass Wissen zunimmt und auch in der Gesellschaft gespeichert wird. Das fuehrt zu Fortschritt, bei materiellen und immateriellen Guetern. Wir lesen doch alle gern dieses Blog. Auf derartigem Niveau haetten sich vor 200 Jahren vermutlich 0.1% der Bevoelkerung unterhalten koennen. Heute koennen es mehr, trotz der Distraktionen des Alltags wie Klatschblogs – ist das nicht gut? Kommt natuerlich auch auf die Nutzenfunktion an, aber ich denke, Dinge wie „mehr kapieren“, „laenger leben (80 statt 40; ueber 110 statt 80 kann man streiten)“, „laenger lachen (80 Jahre lang)“, die eigenen Kinder nicht mit 27 Tagen krepieren sehen, sind uneingeschraenkt gut?
    Das Nullsummenspiel wird gespielt, aber bemerken tut’s doch nur der Teamleiter mit IQ 108.5, dem die Mensaner seine Pfruende wegnehmen. Ganz unten wird’s besser.

  140. Hannes Kröger, natürlich...
    Hannes Kröger, natürlich bewegt einen die Frage, aber generell würde ich nicht ausschliessen wollen, dass es nicht überall gleich schlimm kommt – und da liegt das Augenmerk immer noch zuerst auf Europa als sicherer Hafen. Es ist vielleicht etwas zynisch, aber ich denke, faktisch wird man in den besseren Lagen des Kontinents wenig von all dem merken, obwohl andere Bereiche ungleich härter getroffen werden. Man muss also sagen: Nicht Deutschland. Aber wenn, dann bestimmte Regionen.
    .
    francesca, ich glaube nicht, dass einer von uns in einer Welt leben möchte, die weitläufige Strukturen neu aufbauen müsste. Weite Teile der Bankenlandschaft sind sicher verzichtbar, wie auch PR und Lobbyismus – aber so einen sauberen Schnitt wird es sicher nicht geben.

  141. Einwurf, ich glaube zuerst mal...
    Einwurf, ich glaube zuerst mal an die menschliche Dummheit und die Unjfähigkeit, in grösseren Komplexen zu denken und zu richtigen Entscheidungen zu kommen. Vor allem aber glaube ich an die Vergesslichkeit. Ich würde meinen, dass dieser mein historisch bedingter Ansatz jedem System entgegen steht, das mit Logik und Prinzipientreue argimentiert, oder davon ausgeht, dass es so etwas wie Stabilität geben könnte – ich glaube, es gbt nur Blasen und Niedergang und eingeredete Gefühle, dass man sich gerade komfortabel irgendwo aufhalte. Generell habe ich keine hohe Meinung von Kommunikation und bevorzuge ganz klar das Plaudern wie hier, womit ich bei Luhmann ohnehin keine Relevanz besässe. Die Frage also muss eher lauten: Was würde Luhmann von mir halten?
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    E.R.Nest, prinzipiell glaube ich, dass Umverteilung möglich ist – ich schreibe heute Abend mal etwas über die britischen Ideen, die City Boys in die Schweiz zu verlagern, und warum das nicht mal geschehen würde, wenn die keine Boni mehr bekämen. Es ist prinzipiell auch sinnvoll, weil die aus der Bereicherung entstehende Ungleichheit wiederum Kosten entstehen lässt, die sich nur begrenzt auf alle abwälzen lassen. Und viele Aspekte der Bereicherung könnten schon durch kleinere Änderungen zunichte gemacht werden – gäbe es in Deutschland sowas wie ein effektives Vorgehen gegen Kapitalanlagebetrug, wäre schon mal was erreicht.

  142. @Filou,
    vielen Dank für Ihre...

    @Filou,
    vielen Dank für Ihre Zustimmung – obwohl ich kein „Flakhelfer“ war ( sonst müßte ich jetzt wohl über 80 sein? ).
    .
    Nachtragen möchte ich den Hinweis auf die unerschöpfliche Ressource „Geist“, die den Menschen gegeben ist auch wenn manche sie nicht nutzen. Der Erfindungsreichtum der Menschheit hat zugenommen ( was die Finanzkriese ja zeigt ).
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    Auch wenn der werte Don, die TV-Kucker, die Berliner, die Springerleser, die Obeflächlichen, die egoistischen Hedonisten ( nicht die Epikuräer ), o. ä rügt – er übersieht sehr Viele die, sich kein X für ein U vormachen lassen. Wenn diese aber trotzdem nicht „auf die Barikaden gehen“, dann wollen sie es eben nicht anders. Schließlich wurden unsere Politiker von uns gewählt – und wenn man sie mit z. B. den griechischen vergleicht …
    .
    Wer mag „die Schafe“ schelten, wenn sie die Wölfe und den Schäfer ertragen weil sie sie „als Preis der relativen Freiheit“ betrachten? Vielleicht fragen sie sich in ihrer Weisheit, wie viele Opfer würde sie kosten die Revolution? Und was würde wohl besser? Und gegen die Wölfe geht ja schon der Schäfer mit seinen Hunden vor, zuweilen.
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    In diesem Sinne, Gruß Hanskarl

  143. Don, natürlich ist...
    Don, natürlich ist Umverteilung möglich. Unmöglich ist nur, damit alle Probleme der Welt zu lösen. Man verursacht damit lediglich andere Probleme als die, die man vorher hatte – ohne die Garantie, die alten befriedigend gelöst zu haben.
    Wirklich erfolgreich waren die Systeme, die die Umverteilung zum Prinzip erhoben haben, ja nun wirklich nicht. Deshalb hatten die sozialistischen Staaten auch nie die Diskussion, ob sie nun ein Einwanderungsland waren oder nicht. Und die Auswanderung wurde mit (wie es neudeutsch heißt) robusten Mitteln verhindert – soweit man die Auswanderungswilligen nicht bezahlt bekam. Der Verkauf von Zivilisten anstelle von Soldaten (auf den ja in der Diskussion schon Bezug genommen war) ist natürlich eine Entwicklung – als „Fortschritt“ möchte ich es nicht bezeichnen, auch das gab es ja bereits schon früher.

  144. Werter Don,
    bei all den...

    Werter Don,
    bei all den literaten und philosophischen Betrachtungen hier, möchte ich mal darauf hinweisen, dass uns noch das Jahr 2010 bevorsteht. Das ist das Jahr, in dem sich die Auswirkungen der Krise wahrscheinlich am stärksten zeigen werden. Brennende Autos, Staatsbürgschaften und Ende des Kurzarbeitergeldes werden wohl nur den Anschub geben. Das wird ein sehr sehr ernstes Jahr werden, in dem viele Köpfe rollen werden. Vieles kaputt geschlagen werden wird und sich viele nach der „guten alten Zeit“ vor 2008 zurücksehnen werden. Wer soll all das bezahlen? Wer wird dann zurate gezogen? Wer wird dann übrig bleiben? Ich habe mit sehr vielen klugen Leuten aus der Politik, der Wirtschaft und von Sicherheitsfirmen gesprochen. Wenn ich doch sonst so einiges sehr spaßig finde, das da und dort passiert, so mache ich mir doch recht ernste Sorgen um 2010.
    Als Reaktion darauf lasse ich gerade unser entlegendstes Chalet aufrüsten. Großer Vorratskeller, extra großer Treibstofftank, eigener Brunnen und zwei neue Geländewagen habe ich auch mal für frühere Sachen besorgen lassen.
    Besorgte Grüße von der Alster
    MvB-B

  145. E.R.Nest, nun. wir leben in...
    E.R.Nest, nun. wir leben in einer postideologischen Zeit, und wenn eine Bank sich entstaatlicht, indem sie Staatsgelder zum Nullzins und ohne echte Sicherheiten ausleiht, was ihr ermöglicht wird, weil der Staat es ihr erlaubt, nach Lust und Laune zu bilanzieren –
    http://www.businessinsider.com/henry-blodget-now-let-us-admire-the-clever-way-in-which-bank-of-america-has-screwed-taxpayers-again-2009-12
    Dann ist das nicht die UdSSR oder die DDR-KoKo, sondern Kapitalismus libertärster Art.
    Um mal bei dem beispiel zu bleiben: Man hätte die BofA mit anderen pleite gehen lassen können und verstaatlichen und dann gesundschrumpfen. Statt dessen hat man unhaltbare Bilanzen mit Staatsgeld aufgeblasen. Das ist real existierender Sozialismus und trotzdem Um verteilung, die man auch hätte umdrehen können – indem man die Bank den Bankstern entrissen hätte. Und das wäre dann immer noch kapitalistischer als das gewesen, was gerade zu Gunsten der Aktionäre und Geldgeber passiert.

  146. muscat, bei der Frage, was...
    muscat, bei der Frage, was eine Währung wert ist, lohnt sich der Vergleich mit der Kaufkraft im Heimatland. ich überlege mir gerade, mir eine bestimmte Kamera zu kaufen. Die kostet in den USA in Dollar weniger, als bei uns in Euro. Oder Silberkannen: Vor drei Jahren gab es nur wenig Unterschied zwischen Deutschland und UK, und die 20%, die es dort billiger war, ist den Mengen dort geschuldet. Heute zahlt man in UK den Silberpreis + 20% für die Kanne, wenn man es in Euro berechnet. Oder die Europreise für britische klassische fahrzeuge: Da wurde in den letzten zwei Jahren bis zum Anschlag nach Deutschland gebracht. Und das sind eben die Anomalien bei der Währung, die es eigentlich nicht geben sollte.

  147. @ Don Alphonso
    Ref: Ihr Mail...

    @ Don Alphonso
    Ref: Ihr Mail 9. Dez um 20.42h
    Recht haben Sie, sehr geehrter Herr Doktor Professor.
    Die Swissie ist bekanntlich „a safe haven“, wenn überall in der Finanzwelt Chaos herrscht. Und da Deutschland unser allerbester Kunde ist muss die Swissie möglichst stabil (um die SFR1,50/Euro*) bleiben.
    Uebrigens, was importieren/konsumieren die Deutschen am liebsten aus der Schweiz?
    P.S. *Ich persönlich lege mein Geld in deutschen Aktien an (Dax / MDax). Warum? Weil Deutschland Exportweltmeister (immer noch) ist.

  148. lieber don, ich denke nicht,...
    lieber don, ich denke nicht, dass wir gefragt werden, in welcher welt wir zufünftig
    gerne leben würden. es wird erst mal „ungemütlich“ werden, chalet aufrüsten ist
    sicher eine gute idee, mvb-b, ein grundstück für kartoffel- und gemüseanbau inclusive.
    das sind doch mal ganz neue erfahrungen die erdend wirken.

  149. fionn, immer wenn ich in...
    fionn, immer wenn ich in Graubünden bin, nehme ich Tuorta da Nusch mit, die hält ewig und ist prima beim Rodeln! Die italienischen Schwarzgeldsünder jedoch tauschen alles in Luxusuhren und Gioldschmuck für die Frau um, hört man so.
    .
    liebe francesca, unter der Massgabe bin ich ja extra an den Tegernsee gezogen. Traditionell erwischt es das Flachland zuerst. Allerdings denke ich auch, dass man auch laut fordern kann, gefragt zu werden. Und da ist es bemerkenswert still, zumindest in Deutschland.

  150. Don, ich halte es auch für...
    Don, ich halte es auch für richtig, wenn man auf den individuellen Kaufkrafterhalt achtet, quasi seinen eigenen „Warenkorb“ errechnet.
    Beim Zocken mit Währungen, was ja einige (wenige) erfolgreich betreiben, steht diese Betrachtung jedoch erfahrungsgemäß eher im Hintergrund.

  151. Nun ja - auch der kleine Mann...
    Nun ja – auch der kleine Mann zockt ja gerne. Der Erwerb meines Sunbeams zum idealen Kurs im idealen Moment ist ja auch so eine Währungsspekulation gewesen. Vor der Krise hätte ich mir das nicht leisten können. Und im Moment bieten Fluglienen fast kostenlose Londonreisen genau zu diesem Ziel an.
    .
    Hanskarl, was Griechenland betrifft: Sowas konnte schon 1848 schnell überspringen. So sicher, dass es nicht kommt, wäre ich auch nicht. Ich frage mich nur, wo ich mich da am Tegernsee beteiligen sollte.

  152. "Ich frage mich nur, wo ich...
    „Ich frage mich nur, wo ich mich da am Tegernsee beteiligen sollte.“
    lol :-)))

  153. @Don Alphonso - Wenn Sie eine...
    @Don Alphonso – Wenn Sie eine Kamera kaufen, dann bitte am besten eine Leica M, die gibt es ja auch digital mittlerweile. Damit investieren Sie (wenigstens größtenteils) in ein heimisches Produkt und für Ihre Bilder könnte das auch ganz gut passen. Sie schrieben ja mal, daß Sie bereits einen russischen Nachbau besitzen. Bitte, russisch???

  154. Werter Don, sehr geehrte...
    Werter Don, sehr geehrte Francesca,
    wie sagte mein unbedarfter Gärtner auf meinem ho9lsteiischen Gut zu einem Handwerker, ohne dass er mich bemerkte: nächs jahr kriggn die Reichen die Fresse dick!“. Mal sehen, was da so lustiges kommen mag. Villeicht weiß der Gärtner ja mehr als wir alle vermuten…
    Beste Grüße
    MvB-B

  155. christina, stelle ich mir...
    christina, stelle ich mir lustig vor: Erst vor der DB-Filiale in Rottach demonstrieren und danach bei Eybl eine Trinkschokolade zum aufwärmen – und ist Farbe von Farrow & Ball nicht zu schade zum werfen?
    .
    mawu, die Reisebegleiterin ist gerade dabei, sich mit so einem Stück überteuerter Arbeit aus Japan und Portugal (wenn man es genau betrachtet) zu ruinieren, ich werde es vermutlich beim Sprit belassen, sie dann an die entsprechenden Orte zu bringen.

  156. Tja, Don Alphonso, that's as...
    Tja, Don Alphonso, that’s as good as it gets! Immer noch besser als komplett Made in China…

  157. Werter Don,
    .
    abwarten und Tee...

    Werter Don,
    .
    abwarten und Tee trinken ( am Tegernsee ).
    .
    Gruß Hanskarl

  158. Also, was die Leica angeht:...
    Also, was die Leica angeht: Einer der grossen Händler sitzt n icht ganz zufällog in Rottach. Und trotz all der Begeisterung ist es nun mal so, dass dort die M8, das sicher schlechtere Vorgängermodell, „nur“ noch die Hälfte kostet. Ich lasse mich ja wirklich gerne überraschen und schaue mir das alles auch offen an, aber der Beitrag „Werksbesuch bei Leica“ würde von meiner Seite aus sicher nicht so überschwenglich werden, wie bei anderen. Es sei denn, es sei denn die Bildqualität wäre wirklich so gut. Allerdings möchte ich sagen, dass es für meine Zwecke auch ohne geht. Und im schlimmsten Fall würde ich sowas dann eben erst in zwei, drei jahren gebraucht kaufen.
    .
    Sowieso, lieber Hanskarl, sowieso. jetzt erst mal warten auf den Schnee.

  159. Lieber Don Alphonso, mir...
    Lieber Don Alphonso, mir geht’s ähnlich. War ich noch scharf auf die M8, habe ich mich bei der Vorstellung der M9 gefreut die M8 nicht gekauft zu haben. „Konsumnegation“ könnte man das nennen. Abgesehen davon frage ich mich genaugenommen, wozu ich das Ding überhaupt brauche. Hatte ich doch damals eine professionelle Nikon D2Xs für den gleichen Betrag gekauft und einen Koffer voller Objektive… Naja, ich meinte ja nur…

  160. An alle...
    An alle Feinschmecker
    —————————–
    Engadiner Nusstorte?
    Eine Kalorienbombe!
    Probieren Sie mal Maluns (besser als Rösti).

  161. lieber MvB-B, ja ja, die...
    lieber MvB-B, ja ja, die unbedarften… bin selbst immer wieder erstaunt, welches
    wissen, so ganz nebenbei, aus einfachem munde kommt.
    im grunde ist alles einfach, nur wir haben alles kompliziert haben wollen, und nun haben wir die ergebnisse.

  162. <p>fionn, es ist kalt. Sie...
    fionn, es ist kalt. Sie steigen von 800 auf 1622 Meter durch verschneite Wälder, den Rodel auf dem Rücken. Sie kommen oben an.
    .

    .
    Sie brauchen einen Schweizer Kalorienbombe! (Ausserdem ist es fein, an der Grenze hinter Müstair gefragt zu werden, was man dort tat, und sagen zu können; Nusstorte! Waas sollte man sonst in der Schweiz in einen leeren Koffer tun?
    .
    Lieber mawu, trotzdem liegt mir die europäische Kunst durchaus am Herzen. Wir haben da für 2009 auch ein paar Ideen, die ich jetzt grob mit „Globalisierungskritik für kluge Geniesser“ bezeichnen würde.
    .
    Generell bin ich einfach skeptisch, weil ich ab und an Kameras probiere – und die besten aller Digibilder macht immer noch die alte Fuji S5600 – wäre das nicht das Elend mit den xD-Karten gewesen, die nicht praxistauglich sind, und hätte sie etwas mehr Weitwinkel gehabt, wäre sie immer noch die allererste Wahl. Eine ladenfrische Canon-SKR machte schlechtere Bider als meine Ricoh R8. In jedem Falle würde ich also erst selbst probieren wollen. Und kaufen, wenn die Kinderkrankheiten weg sind.

  163. @mawu/Don Alphonso
    Ich...

    @mawu/Don Alphonso
    Ich verwende meine R3 zwar nur noch sehrsehr selten. Aber um keinen Preis wuerde ich das Teil hergeben. Allein diese metallene Klack beim Nachladen…
    Fuer den taeglichen Gebrauch hab ich eine kleine Casio, aber hochwertige Aufnahmen, wie Landschaften Portraits etc, das ist das territoire von Leica.

  164. @francesca, MvB-B: Apropos...
    @francesca, MvB-B: Apropos unbedarft.
    Hierzu mal bitte den Beitrag vom 19.10.2007 („Das menschliche Gehirn“) auf beigefügter Seite anschauen:
    http://www.bratislav.org/page/3/
    .
    Ein nach wie vor unübertroffener philosophischer Ansatz.

  165. Ich darf Sie an der Stelle...
    Ich darf Sie an der Stelle schon alle mal bitten sich zu überlegen, wo Sie mich und meine Copilotin sehen wollten, um über Dinge zu schreiben, die werthaltig und unter guten Bedingungen produziert werden; denken Sie mal in Richtung „Slow Food für gute Dinge“.

  166. Morgen fahren wir jedenfalls...
    Morgen fahren wir jedenfalls über’s Wochenende nach Bozen, genaugenommen an den Kalterer See. Hatten Sie da nicht so einen Speck-Geheimtip in Sterzing oder so? Andererseits: indem man es hier veröffentlicht, ist es ja nunmehr das Gegeteil von geheim…

  167. Klettern Sie auf den Rütli...
    Klettern Sie auf den Rütli und errichten Sie dort ein Fertigminarett von OBI.

  168. Ach, Geheimnis ist das keines:...
    Ach, Geheimnis ist das keines: Man schwört in FFM auf Barchettaschnellimporte des Hauses Rossi in Sterzing in den Rathausarkaden:
    .
    http://www.rossi-vipiteno.it/
    .
    Und dann unbedingt Apfelstrudel bei Häusler 50 Meter links davon!

  169. ach muscat, ich dachte ich...
    ach muscat, ich dachte ich treffe auf erhellendes, aber… leider,
    ich konnte nicht mal schmunzeln. einfach nur schlimm!

  170. "Manche meiner Soldaten werden...
    „Manche meiner Soldaten werden töten, manche getötet werden“ (Horst Köhler).

  171. lieber hansMeier 555, endlich...
    lieber hansMeier 555, endlich etwas erhellendes!!
    ist dies wirklich ein zitat von horst köhler, wo sind wir denn?

  172. Verehrter Don,

    was wuerde...
    Verehrter Don,
    was wuerde Luhmann von Ihnen denken? Er wuerde wohl zunaechst die Blogger-Sphaere unter dem Aspekt der Ausdifferenzierung der Medienlandschaft bestimmen und Ihr „Geplauder“ wegen seiner sprachlichen Virtuositaet (Luhmann selbst war ja ein solcher Virtuose), seiner hohen Selbstreferenzanteile, seiner Impraegnierung mit Ironie … als evolutionaer praemiert, d.h. als vorzueglich und in jedem Falle lesenswert, auszeichnen.
    Und eine Sentenz, hinter der Gesellschaft stehe weder die Moral noch die Vernunft, stammt sie nun von Dostojekski, Luhmann oder nicht doch auch von Don Alphonso?

  173. Ich würde mir einen...
    Ich würde mir einen bibliomanen Bericht wünschen, Don Alphonso. Einen richtigen Handbuchbinder mit echten Bünden und Punzierungen und allem drum und dran. Adeva und Faksimile Luzern sind fast schon zu industriell. Auf der Buchmesse bin ich über einen italienischen Anbieter gestolpert: Priuli & Verlucca, Via Masero 55, 10010 Scarmagno, in der Nähe von Turin. Oder auch etwas näher: Die Faksimile-Buchhandlung Pfeiler in Simbach am Inn.

  174. Don Alphonso, danke für die...
    Don Alphonso, danke für die Adressen. In Südtirol soll das Wetter ja reichlich angenehm werden, nur leider würde man mit entsprechenden Zweisitzern im angesagten Schneechaos auf der Nordseite steckenbleiben. Schade irgendwie. Habe heute Nacht schon wieder vom Befahren der Nordschleife des Nürburgrings geträumt. Wird Zeit, daß das Frühjahr kommt…
    .
    Ihr Projekt erinnert mich an das Konzept von manufakt oder wie die heissen (links neben dem Dallmayr). Ich weiß nicht so recht, ob dieses Thema nicht bereits durch diesen Blog ausreichend abgehandelt wird.

  175. @Savall
    Originale aus dem 16....

    @Savall
    Originale aus dem 16. und 17. Jahrhundert, aber auch mittelalterliche Handschriften, die sind sicher auch wertstabil. Und vermutlich kann man sie auch bei staatlichen Bibliotheken als Dauerleihgabe verwahren lassen, dann hat man selber nicht den Streß von wegen Brand, Überschwemmung, Einbruch, etc.

  176. @muscat, ein Wort noch zu...
    @muscat, ein Wort noch zu Ihrer ablehnenden Haltung der Waehrungsspekulation, eine Platituede, wenn Sie so wollen: Man muss natuerlich wissen, was man macht, was die Einflussgroessen sind u. wie sie sich veraendern. Gutes Timing ist die halbe Miete, wie in der Liebe. Damit fuer letztere noch genuegend Zeit bleibt, wuerde ich das allerdings nicht im Tagesrhythmus betreiben.

  177. Um das vielleicht mal etwas zu...
    Um das vielleicht mal etwas zu erklären (ein gesonderter beitrag dazu kommt am Sonntag):
    .
    Ich habe mich mal mit den Googleanfragen auseinandergesetzt. Da gab es beispielsweise einen relativ wenig geklickten Beitrag über meinen Koffer von Brachers, der schnell durchgereicht wurde. Der steigt nun stetig wegen der Suchanfragen an. ich bekomme laufend irgendwelche mails von wildfremden Leuten, die sich wegen irgendwelcher Produkthinweise bedanken. Und auf der anderen Seite merke ich selbst, wie viele Dinge verschwinden, die ich extrem gut finde, angefangen vom hiesigen Kleiderhersteller über den Bäcker in München, der durch eine Kette ersetzt wurde, bishin zu Firmen, deren Existenz ich erst zu schätzen gelernt habe, als sie schon seit Jahren nicht mehr existierten, wie eine Hutfabrik in Miesbach, die exzellent war. Der letzte Auslöser für die Überlegung ist der Umstand, dass unsere Sparkasse ein Haus an einen Investor verkaufte, der das darin befindliche, letzte Hutgeschäft der Stadt zur Geschäftsaufgabe brachte.
    .
    Und ich habe nicht vor, das weiter einfach so hinzunehmen.
    .
    Und deshalb würde ich gern darüber schreiben, wie man als Elite seiner Verpflichtung durch Eigentum nachzukommen hat. Ganz sicher nicht durch kik, Aldi-Formschinken und Ikea. Sondern:

  178. Eigentum verpflichtet, und...
    Eigentum verpflichtet, und Verpflichtungen bin ich nie aus dem Weg gegangen.

  179. Werter Don, wie erfreulich,...
    Werter Don, wie erfreulich, dass wenigstens Ihnen – zwischen all den Jägern des Schwarzen Schwanes hier – noch die Phantasie reicht, für das kommende Jahr schöne Dinge ins Auge zu fassen. Als Vorschlag für Ihre Expeditionen mit der Begleiterin kommt mir in den Sinn: Inneneinrichtung. Und hier insbesondere: Höhepunkte solider und geschmackvoller Handwerkskunst in Norditalien (zB. Leuchten, Tischwäsche) sowie – vielleicht eher in Südfrankreich – Tapeten, Wandbespannungen von guten Herstellern/Manufakturen. — Finally: Apropos der Verblödungsthese des Historikers. Die Sphinx der Wall Street gestand diesen Sommer, in der Einschätzung der Finanzwelt während ihrer Amtszeit hin- und wieder auch geiirt zu haben. Als gewichtigsten Irrtum bezeichnete Greenspan, dass (natürliche) Interesse der Shareholder am Erhalt ihres Vermögens wohl überschätzt zu haben.

  180. @francesca: Einfaches ist...
    @francesca: Einfaches ist wahr; Wahres leider oft schlimm.
    Wie eben der Spruch vom Köhler.

  181. @Hans Karl: Es gibt Gedanken,...
    @Hans Karl: Es gibt Gedanken, die einer gewissen Abgeklaertheit nach geschlagenen Schlachten entstammen koennten. Daher die Assoziation zum Flakhelfer.
    .
    Auch ich bin der Meinung, dass man mit der Intelligenz, auch Schlauheit, des Einzelnen Rechnung halten muss. Ein freier Geist, auch mag er nicht uebertrieben gebildet sein, findet immer einen Weg aus der Klemme. Voraussetzung ist die Freiheit.
    .
    Man erzieht junge Menschen gerne nach Normen-und zu Normerfuellern. Das behindert den kreativen Umgang mit den Umstaenden, seien die nun persoenlich oder von aussen kommend einzwaengend.
    Deshalb stehe ich auch zu einem gesellschaftlich verantworteten Individualismus.
    Die Aufregung ueber die eine oder andere Bedrohung ist nicht sonderlich konstruktiv.
    Man nehme seinen Besen und bringe sein Haus in Ordnung, mache sich unabhaengig. Dann wird der Schaden gering ausfallen. Wenn es ueberhaupt Schaden gibt.
    .
    Manche Menschen haben die Neigung tief zu bohren. Gerne tun sie es in einem Brunnenschacht. Beim Blick nach oben ist der Horizont begrenzt. Je mehr Schaetze sie aus der Tiefe holen, um so groesser ist zwar die Erkenntnis bei Verengung des Horizontes.
    (Wo hab‘ ich das bloss gelesen?)

  182. Don, sollte man etwas (außer...
    Don, sollte man etwas (außer guter Unterhaltung) spenden und wenn ja, wem würden Sie Ihre (Sach-)Spenden zukommen lassen?

  183. muscat, ich verstehe die Frage...
    muscat, ich verstehe die Frage nicht ganz. Ich selbst jedenfalls bin glücklich und vom Leben ausreichend beschenkt.

  184. Filou, Tiefschürfender!
    Ist...

    Filou, Tiefschürfender!
    Ist es nicht lustig, daß einer eher auf den Mond gelangt als 40 km in die Tiefe?

  185. Na, ob Sie z.B. dem Bettler...
    Na, ob Sie z.B. dem Bettler auf der Straße Geld geben würden, so was meinte ich.

  186. @HansMeier555: Nun, zum...
    @HansMeier555: Nun, zum Kapitalanlegen fehlt es mir an Kapital. Deshalb ist mein ältestes Buch von 1734. Aber ich versuche, meine bescheidenen Ressourcen so sinnvoll wie möglich zu nutzen. Denn da bin ich mit dem Don einer Meinung: wir sind nicht Eigentümer der Bücher, sondern nur ihre Besitzer. Wir stehen in einer Kette von Vorbesitzern und haben dafür zu sorgen, daß die Bücher einige Jahrzehnte sicher aufgehoben und gelesen werden. Anschließend finde man einen, der die Fackel weiterträgt. That’s all.
    .
    Ach, Don Alphonso: zum Buchbinder gehört natürlich auch noch ein Drucker: die Stamperia Valdonega in Verona sei Ihre Wahl. Ein Familienbetrieb mit echtem Berufsethos. Typographie vom feinsten. Man sieht sich in der Tradition Bodonis. Dazu noch ein Papierhersteller. Über Gmund brauch ich Ihnen nichts zu sagen. Aber das ist Industrie. Viel feiner und handwerklicher geht es bei Zerkall in der Eifel zu. Vielleicht kennt ja auch noch jemand einen Handpapiermacher?

  187. Werter Don,
    das Verschwinden...

    Werter Don,
    das Verschwinden von institutionellen Einrichtungen für unsere Schicht ist nicht so ersichtlich wie das Vesrchwinden von mittleren oder mittelpreisigen Geschäften. Ladage&Oelke, Staben, Braun, Peek&Cloppenburg für die Basics, der Ausrüster für meine Afrika Safaris in der Mönckebergstraße waren schon da, als mein Großvater geboren wurde, mein Vater dort kaufte und ich mich dem anschloss. Also meine Einrichtunge verschwinden nicht. Auch deshalb nicht, weil meine Familie, meine Freunde, meine Klubfreunde und auch ich hier regelmäßig kaufen. Das Bedauern des Verschwindens findet immer nur auf seiten derjenigen statt, die die Geschäfte schön fanden, dort früher mal gekauft haben und dann nur noch von aussen bewunderten. Diejenigen haben es verdient, dass sie damit nicht mehr versorgt werden und kikeriki, adleritis und iiihhkea direkt vor der Haustür PLÖTZLICH vorfinden. Man muss seine Institutionen pflegen.
    Beste Grüße
    MvB-B

  188. @HansMeier, Geistreicher, bei...
    @HansMeier, Geistreicher, bei zwei Meter Lochtiefe faengt’s schon an mit der Begrenzung.

  189. muscat, das ist eine...
    muscat, das ist eine schweirige Frage, die ich nicht mit „Ja“ oder „nein“ beantworten kann. Prinzipiell stosse ich – gerade in Beerlin – auf Ablehnung, wenn ich im 103 sitze und über Stunden wirklich jedem Bittenden etwas gebe, weil ich mir denke: Ich weiss nicht, ob Ihr Eich das verdient habt, es ist mir auch egal, mit geht es gut und es ist schön, wenn es Euch auch gut geht. Man wird nach der dritten, vierten Gabe tatächlich von Beisitzenden angeraunzt. Ich habe aber massive Probleme mit Aufdringlichkeit und Distanzlosigkeit; wenn ich nach Berlin fahre, ist der erste Scheibenwäscher vielleicht noch sinnvoll, aber der 5., der mich zwangsbeglücken möchte, stört mein Dasein. Ich kann als Person absolut nicht mit diesen Aufdringlichkeiten umgehen, das macht mich wirklich fertig.
    .
    Wie auch immer, wennn es nicht gerade die Kirchen (wobei es da auch Ausnahmen gibt, die Barfüssler in meiner heimat beispielsweise) nährt, sehe ich sogar einen tieferen Sinn im geben. Und ich will dabei keine Spendenquittung.

  190. Das finde ich gut (und...
    Das finde ich gut (und richtig), Don. Jetzt kann ich beruhigt ins Wochenende gehen.

  191. Es ist ein Frage von...
    Es ist ein Frage von WIRKLICHER Kultur (keine Sunbeams und keine Silberkannen, nicht für ungut D.A.). Es ist ein Frage von Leben und Tod, von Bewahrung und Zerstörung. Das ultimative System, der Planet Erde, ist in allen Bereichen begrenzt, und damit sind auch die Freiheitsgrade der ideologischen Formeln begrenzt – solange man Tod, Vernichtung und Zerstörung nicht als „irrelevant“ klassifiziert. Es IST eine Frage der Umverteilung, der Zuteilung, der Eigentumsverhältnisse. Und es geht NUR um diese Frage, und zwar für Menschen, Fauna und Flora. Dabei haben wir die Antwort bereits. Sie heißt kategorischer Imperativ.

  192. Sicher, aber angenehm ist es,...
    Sicher, aber angenehm ist es, ihn zu befolgen und eine gute Kanne Tee neben sich stehen zu haben. Es geht ja nicht um das material, sondern um den Begriff der beständigkeit, den sie ausdrückt.

  193. Savall, schön von Ihnen zu...
    Savall, schön von Ihnen zu lesen. An so etwas habe ich auch gedacht, allein, mit der Druckerey gäbe es eine Quelle in Berlin. Nachdem aber Verona für mich natürlich näher liegt, liegt nichts näher als vielleicht beide zu machen.

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