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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Das Hohnlächeln des Westviertels für den Rest der Welt

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Was hätten die flinken Werber in Berlin und Dresden gelacht, wenn der Kommunismus doch recht behalten und es ihre Auftraggeber aus den reichen Provinzen derbröselt hätte. Wie hätte man sich im Ruhrpott gefreut, wenn diese überheblichen Reichen im Süden des Landes endlich mal erlebt hätten, was eine Stukturkrise ist. Und wie angenehm wäre es für das Volksgefühl geworden, nicht von einer, sondern von hunderten, tausenden, zehntausenden Frau Schickedanz zu lesen, denen die Wirtschaftskrise das fette Leben in den Westvierteln genommen hätte. Nun - es ist anders gekommen, 2009 neigt sich dem Ende entgegen, und es ist immer noch alles so grotesk ungleich wie immer.

Aber gegen Abend kam er dann mit einem wirklich sehr, sehr schönen Brilliantarmband, und das munterte mich richtig auf.
Anita Loos, Blondinen bevorzugt

Sollte dereinst jemand die Geschichte der grossen zweiten Depression von 2007 bis 2012 schreiben, so wird sicher eines der köstlichsten Kapitel jenes sein, das sich mit den weniger schlauen Vorhersagen schlauer Leute beschäftigt. Ex post, mit einem Abstand von zwei, drei Dekaden, ist man nicht nur klüger, sondern auch in der Lage, über all das Ungemach zu lachen; der Staub der Verdrängung wird sich über alte Behauptungen gelegt haben, und man wird sich an die Krise erinnern wie an jenen Tag, da Anne-Amelie nur vier Wochen nach ihrer Hochzeit unter Missachtung aller gesellschaftlichen Normen mit diesem argentinischen Scheckbetrüger durchbrannte: Da war was los, da ging es rund, da hat man auch etwas den Glauben verloren, aber alles kehrte in geordnete Bahnen zurück, später warfen die Anlagen wieder Renditen und Anne-Amelie die Julia, na ja, Schwamm drüber, über Geld und ausserehelichen Nachwuchs redet man nicht, das besorgen schon die Nachbarn.

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Der Umstand, dass man auch in 20 Jahren mit der Vernunftehe das Äquivalent zur islamischen Zwangsehe einfädelt und finanziell weiterhin bestimmt, wie es weitergeht, weil man zu jenen 20% gehört, denen 80% des Landes gehört, dieser eigentlich sehr angenehme Umstand ist im Kern dem Vollversagen zweier irrigen Thesen zu verdanken, die 2009 von den westdeutschen Westvierteln eindrucksvoll widerlegt wurden. Da ist zuerst einmal die in Deutschland oft ventilierte These, die Krise würde für eine massive Angleichung von Ost und West, von noch strukturstarken und industriell bereits abgewrackten Gebieten sorgen. Mit dem Niedergang der Exporte würden die industriellen Zentren schwere Rückschläge erleiden, die man andernorts bereits hinter sich und Alternativen in Dienstleistungssektoren entwickelt habe – Berlin etwa sei mit seinen Lebenskünstlern und niedrigen Preisen weitaus besser für die Krise vorbereitet, als die bisherigen Leistungszentren mit ihren Immobilienblasen und überzogenen Lebenshaltungskosten, die sich in der Krise keiner mehr leisten könnte. Für den besseren Westen werde der Absturz deshalb sehr viel härter ausfallen.

Solche Überlegungen träufelten Gift in die besseren Gesellschaftsseelen an exakt jenen Stellen, da sie verwundbar sind: Beim Immobilienbesitz, bei den Geldanlagen, beim – der Theorie zufolge irrigen – Annahme, Export wäre sicher und Dienstleistung ein Sammelbecken parasitärer Elemente, die erst mal richtig arbeiten sollten. Das Szenario erinnerte trefflich an das Grosse Welttheater des barocken Dichters Calderon de la Barca, in dem der Reiche vor dem Tod vergeblich um seinen Besitz fleht und der Bettler entspannt der jenseitigen Welt harrt.

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Nun haben wir aber alle überlebt, und die Unterschiede zwischen Arm und Reich in diesem Land sind so grotesk wie eh und je: Für den Preis von 20 Quadratmeter Wohnfläche direkt am Tegernsee, errechne ich aus Angeboten eines Miesbacher Werbeblättchens, bekäme ich rund 12000 Quadratmeter Grund an einem See in Mecklenburg mit kleinem Haus. Die Flucht in sichere Anlagen hat die Preise für bessere Wohnlagen in besseren Städten des Westens steigen lassen, nichts findet man dort, während in Berlin die Luxuswohnprojekte reihenweise gestoppt wurden, und Geierfonds auf der Suche nach billiger Beute über den Baugruben kreisen. Die Krise hat den Export schwer getroffen, aber viele andere Faktoren – Bildung, Qualifikation, geringe Verschuldung und ganz simpel, enormer Reichtum und die Existenz einer vermögende Mittelschicht, die den Reichtum der besseren Kreise nährt – sind ebenfalls wichtig. Sogar das Gejammer wegen der Kursverluste von Anlagen ist verstummt. Die meisten haben genug, um die Probleme einfach auszusitzen.

Das erschiene vielleicht anders, wenn die zweite Theorie richtig gewesen wäre und zu lange die Anlagen belastet hätte; jene These, die da lautete „First in first out“: Die Länder, die zuerst in die Krise gerieten, würden sie auch als erste hinter sich lassen; die von ihnen in den Morast des Niedergangs nachgezogenen Länder würden länger darin verharren. Während ich  das hier schreibe, wurden in den USA wieder mal 6 Banken unter Zwangsveraltung gestellt, mit rund 2 Milliarden Dollar Schaden für die Einlagensicherung. England, Spanien, das Baltikum und der Balkan, Grossbritannien und Russland strampeln nun schon seit Jahren durch die schwerste Rezession seit Jahrzehnten, und müssten die Westviertel der Theorie zu Folge inzwischen auch nach sich gezogen haben. Westviertel, in denen immer noch die Nachwirkungen des Grauen Kapitalmarktes aus der Zeit bis 2007 – Schiffsfonds, Ostimmobilien, angeblich absolut sicherer Return aus Filminvestments – den eigentlichen Anlass zur Klage liefern. Aber nicht diese obskure Krise, die es wohl irgendwo gibt, aber nicht hier.

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Angesichts dessen, was andernorts zur Dämpfung der Krise getan wird, ist das Krisenmanagement der Westviertel lächerlich einfach: Abwarten, Tee trinken, vielleicht etwas Geld in eine Immobilie umschichten, etwas grundlos jammern, Kerzen für 80 Euro kaufen und Angst vor der Inflation haben. Grosso modo: Nichts tun und gerade dadurch überleben. Es widerstrebt vielleicht einem obskuren Gerechtigkeitsgefühl, dass in all den Stürmen neben den Bankern auch manche eher Unschuldige einfach so weiter machen können, als wäre nichts passiert, aber von allen Ländern scheint Deutschland mit am besten die Bedrohungen zu meistern, und das vor allem in jenen Zentren, die den wirtschaftlichen Kern ausmachen, jenen zugunsten, die hier in den Westvierteln leben.  

Und nachdem gemeinhin jene Bereiche und Regionen am schnellsten vom Aufschwung profitieren, die nur geringe Substanzverluste hinnehmen mussten, bleibt es hier vermutlich auch bei einer kleinen Delle im Selbstbewusstsein und in den als selbstverständlich betrachteten Gewinnen. Sonst passiert nichts. Warum auch. Die Abstände bleiben gewahrt, und man bleibt unter sich.

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Abgesehen von jenen Regionen im Osten, die von 1945 bis 1989 keine Westviertel haben durften, überlebt die deutsche bessere Gesellschaft nun schon seit 1813 eine Krise nach der nächsten. Sie überlebt die Krisen nie mit Anstand und Mut, oder gar mit Hingabe und Leidenschaft. Sie ist im Überleben opportunistisch, kleinlich, verzagt, sie hat Ängste und Träume banalster Natur. Ihre Kernkompetenzen sind Überleben und die Bewahrung des Besitzes, das kann sie perfekt, das hat sie durch Zusammenbrüche, Völkermord und fast alle Arten von politischen Systemen bewiesen. Manche fallen heraus und andere steigen auf, es ändern sich die Sitten und die Individuen sterben, aber das Kollektiv bleibt bestehen. Eine ganz erstaunliche Beharrungsleistung angesichts des lemmingesken Fortschrittsfetischismus zwischen New York, Berlin, Internethandel und Echtzeit-Dauerkommunikation, der mit immer grösserer Geschindigkeit immer grössere Blasen aufpustet, und jene verlacht, die einfach am See ihre Ruhe haben wollen. Bitte nicht wundern, wen  man dort ab und an zurücklächelt, ohne das vielleicht angemessene Bedauern, wenn es für die anderen mal wieder kalt und schlimm wird.

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100 Lesermeinungen

  1. "Aber gegen Abend kam er...
    „Aber gegen Abend kam er dann…“ Ich bin keine Blondin, möchte aber gern wissen – wer war „ER“?
    P.S. „Gentlemen prefer blondes but they marry brunettes“ – stimmt das immer noch?

  2. <p>"Er" ist laut der...
    „Er“ ist laut der Erzählerin der „Knopfkönig von Chicago“, ein Industrieller Namens Gus Eisman, der tatsächlich solche Pretiosen bringen muss, um Gefallen zu finden.
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    Ansonsten darf man mich da nicht fragen, ich habe es mit angewöhnt, meine generellen Präferenzen für den eher südlichen Typus den vorhandenen Möglichkeiten in jeder Hinsicht unterzuordnen.

  3. Wenn dann die Abrechnung...
    Wenn dann die Abrechnung kommt, die letzte womöglich
    Das ist böse, wirklich böse, denn es reizt den Zorn derjenigen, derer vielen, die da verloren haben. Und es müssen einige verloren haben, damit die Reichen das so einfach „aussitzen“ können. Auch ich habe verloren, nicht so viel, denn ich habe nicht viel, aber doch etwa 30 bis 40 % von dem wenigen, das ich besaß, womit ich nun, noch weniger besitze. Das einzige Schnäppchen, das ich vielleicht gemacht habe, ist mir ein Haus zu kaufen. Jetzt in der Tiefpreisphase. Nichts besonderes, aber immerhin hier im Hochtaunus, wo ich nicht mehr weg ziehen möchte, um kein besseres Schnäppchen auf dieser Welt. 70000 € unter der Preisvorstellung des Verkäufers, das könnte man als Schnäppchen bezeichnen, und doch muss es sich noch als ein solches beweisen, die nächsten Jahre, Jahrzehnte, in denen ich die Raten an die Bank bezahle. Und auch die Bank hat ein Schnäppchen gemacht, trotz der niedrigen Zinsen, sonst hätte sie es nicht gemacht. Und gestaunt hat sie, dass auch Nichtprofessionelle, solch ein Schnäppchen machen können. Den Kredit bekam ich schnell, ohne Eigenleistung, denn die zahle ich lieber in einer Hochzinsphase. Und die kommt, ganz sicher.
    Noch sicherer scheint mir aber, dass diese Krise 2012 nicht ausgestanden sein wird, nicht in Deutschland, nicht sonstwo. Wir schieben sie vor uns her, mit einem großen Besen, dessen Borsten aus frisch gedrucktem Geld sind.
    Das Lächeln wird ihnen erfrieren, denen in den „Westvierteln“, gleich wo immer, auf diesem Planeten, wenn dann die Abrechnung kommt, die letzte womöglich.

  4. Nun, in Lettland plündern...
    Nun, in Lettland plündern korrupte Bürokraten das Volk aus, in den USA leben Millionen von Food Stamps, in Russland bereichern sich die Oligarchen auf Kosten aller – und die einzigen, die sich wehren, sind sozial gut gepuderte Franzosen und Griechen. Irgendwas stimmt mit der Theorie Nor = Klassenkampf nicht mehr.

  5. Devine, ich glaube Sie...
    Devine, ich glaube Sie täuschen sich. In den „echten“ Westvierteln wird keine Abrechnung kommen. Dort ist man sehr beständig und schlußendlich sehr genügsam. Man zieht kein Geld heraus. Zur Not tut es der Kaschmirpullover ein paar Jahre länger, den Anzug läßt man nochmal aufbügeln und de A8 fährt sich nach 5 Jahren genausogut noch ein paar Jährchen länger.
    Dort muß man nicht alle Moden mitmachen und Geld wird nicht verprasst, wie bei den Aufsteigern der letzten Jahre.
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    Glückwunsch noch zu Ihrem Haus!
    Es grüßt DF

  6. wir haben gar keine krise. es...
    wir haben gar keine krise. es ist schlicht eine politisch-mediale inszenierung. ein zahlenspiel mit möglicherweise zwei zielen: die wirtschaftliche entwicklung der chinesen und inder zu stören sowie die kontrolle über die massen zu erlangen. kurz: das ende der sogenannten demokratie nach 1945, die ohnehin nur den zweck hatte, den einfluß der russen und ihrer ideologie auf die besetzten gebiete im osten zu schwächen. rußland ist jetzt isoliert durch ein wirtschaftlich relativ starkes und selbstbewußtes china im osten sowie durch die westlich geprägte zivilisation im westen. südlich wird noch um einfluß gerungen, indem der ‚radikale islam‘ bekämpft wird. die dortige politische unsicherheit riegelt den süden der russen jedoch einstweilen ausreichend ab. momentan geht es hauptsächlich darum, die chinesen nicht zu stark werden zu lassen und in eine wirtschaftlich-finanzielle abhängigkeit zu bringen. daß die krise in deutschland nicht diese ungeheuren auswirkungen zeitigt, die befürchtet wurden, hängt damit zusammen, daß deutschland nur eine äußerst unbedeutende rolle in dieser inszenierung besitzt. allerdings wird die geschichte auch nach dieser krise nicht beendet sein, und deutschlands bedeutung in der welt wird etwa der polens entsprechen. es wurde ende 2008 gesagt, daß die amerikaner nur aus der krise herauskommen, wenn sie die importe reduzieren und durch exporte einnahmen generieren. doch es wird vielmehr so sein, daß die krise dazu dient, die bisherigen exporteure auszuschalten und die ausländischen investoren aus amerika zu verdrängen, die durch die sogenannte kreditblase hochgezüchtet und angelockt wurden. nun können ihre investitionen günstig zu übernommen werden und die richtung der warenströme wird sich umkehren. wir erleben momentan die ebbe dieser richtungsumkehr. die damit einhergehende relative verarmung wird unsere bereitschaft erhöhen, billigere importierte produkte zu kaufen und somit diesen trend der wareneinfuhr verstärken. die staatliche stützung und sicherung der vermögenden in deutschland wird die widerstandsfähigkeit gegen den massenimport sowie die handlungsfähigkeit der deutschen wirtschaft stark reduzieren, weil die kosten dieser statussicherung durch niedrigere löhne, billigimporte und, damit einhergehend, verlust an wirtschaftskraft kompensiert werden müssen. die 80% der bevölkerung, die nur 20% des volksvermögens besitzen, ernähren durch umverteilung von steuern in form von subventionen ein mittelalterliches ständewesen und eine überflüssige, satte, degenerierte oberschicht, die deutschland die luft zum atmen nehmen, in seiner entwicklung behindern und zu einer spielfigur der amerikanischen wirtschaft machen, obwohl deutschland eigentlich das geistige und wirtschaftliche potential hätte, einfluß auf die entwicklung der geschichte zu nehmen. aber was soll man von einer opportunistischen provinzfigur aus der uckermark verlangen…

  7. Vom anderen Ende der...
    Vom anderen Ende der Vermögenspyramide kann ich nur einwerfen, daß ich nicht im geringsten daran denke klassenzukämpfen. Zum einen hat man selbst als simpler Angestellter in diesem unserem Lande noch eine Menge zu verlieren und zum anderen wäre es ja möglich, daß der Klassenkampf Erfolg hat. In diesem Fall würde die bisherige Elite nur durch eine Funktionärskaste ersetzt, die nicht weniger ausbeuterisch ist, aber den schlechteren Stil hat. Ich habe nichts gegen Leute, die wie der Wurm Fafner liegen und besitzen. Schlimm sind die Siegfriede, die erst die Welt und dann sich selbst zerstören. Leider immer in dieser Reihenfolge. Unser Problem sind nicht die Leute, die reich sind, sondern die Leute die reich werden wollen.

  8. Die Theorie, daß die...
    Die Theorie, daß die Verdammten dieser Erde den Klassenkampf führen würden, hat so nie gestimmt. Die wirklich Verzweifelten schlagen, wenn sie sich aus ihrer Apathie einmal befreien können, höchstens mehr oder minder blind um sich, wobei sie in der Regel die Falschen treffen. Den Klassenkampf führen diejenigen, die etwas zu verlieren haben, die vom Abstieg bedroht sind oder denen der Aufstieg, den sie glauben, verdient zu haben, verwehrt wird. Mit etwas Glück können sie dann die ganz unten mobilisieren und zu einer Waffe in ihrem Klassenkampf funktionalisieren, die blinde Wut der gesellschaftlichen Verlierer zum Mittel ihrer partikularen Zwecke machen und damit das Ganze verändern (ob zum besseren, sei dahingestellt).
    Nur, hierzulande sieht es nicht so aus, als ob dieses Bündnis jemals zustande käme: Diejenigen, die den Aufstand anführen könnten, wählen unerklärlicherweise lieber FDP, diejenigen, die die kritische Masse darstellen könnten, verblöden vor der Glotze. Und im Westviertel kann man ruhig schlafen.

  9. Das ist aber reichlich duester...
    Das ist aber reichlich duester heute… die Kommentare klingen etwas winterdepressiv? Ich glaube nicht an das Szenario, dass wir in ein neues, dunkles Feudalsystem abrutschen. Hochtechnisiertes Mittelalter a la Bladerunner? Was stimmt, ist dass Deutschland sicherlich weltpolitisch weiterhin unwichtiger werden wird, unseren Status der letzten Jahrzehnte hatten wir ja nur den beiden Bloecken zu verdanken, danach nochmal ein Aufflackern dank Wiedervereinigung. Allerdings ist Technologie im Positiven nicht aufzuhalten, und die Einbindung aller in eine flachere Welt ist laengst Realitaet. Nicht, was das Leben am See betrifft, aber was die Aufstiegschancen betrifft. Wer etwas erreichen moechte und noch nichts hat, der braucht keine Revolution mehr, es reicht heute weniger Mut, dafuer mehr Mobilitaet.

  10. Lieber Don,
    Man darf Ihnen...

    Lieber Don,
    Man darf Ihnen (und uns allen) nur gratulieren zu Ihrer so überaus hoffnungsvollen Prognose des Endes der Krise schon im Jahre 2012. Als etwas kühlerer Beobachter der Weltwirtschaft neige ich allerdings eher zum „First in — last out“, denn wer wie wir total vom Export abhängig ist, muss gemeinhin erst geduldig abwarten, bis sich sämtliche Kunden vom Schock erholt haben, um eines Tages wieder bei uns kaufen zu können. Und dann gibt es bekanntlich auch Pessimisten, die da glauben, dass sich die Konstellationen nach einer Weltkrise manchmal permanent verschieben und nichts wieder wird wie es einst war. Erfreulicherweise gehören Sie und ich nicht zu jenen. In diesem Sinne alles Gute!

  11. Rebound, mein Tipp ist ja...
    Rebound, mein Tipp ist ja eher: Flächendeckende Vollverblödung durch Glotzenzwangsgebühr für alle und jeden, Steigbügelhalterung aus dem Subniveau der sog. TV-Kritik (fällt eigentlich jemandem auf, dass jeder Dreck in der Glotze von Medien hochgelobt wird, die Glotze selbst aus dem Internet aber nur den Dreck nimmt?), Internetzensur, Ruhigstellung durch Videospiele und Breitbandvollprogramm. Seesimulation für die einen, see für die anderen.
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    Alter Bolschewik, schon Trotzki hat ja die Kleinbürger als Problem so treffend ausgemacht. Und komischerweise reden wir hier in der FAZ durchaus über solche gesellschaftsstrukturen, während die Bild ein dem einen Kleinbürger ein nacktes Mädchen und die Welt dem anderen Kleinbürger einen Poschardt zeigt. Aber hauptsache, den Besitzern von Hotelfonds geht es gut und hey- gewählt haben das andere.

  12. Don Carlos, die Erfahrung...
    Don Carlos, die Erfahrung lehrt, dass zu schnelles Wachstum wie in China und Indien (und Dubai für die Reicheren) nicht dauerhaft ist, zumal in diesen Ländern fraglos enorme Spannungen und Misswirtschaften entstehen. Bloomberg hatte da gerade einen feinen Beitrag über die Blasen in China:
    http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601109&sid=aqiNuxetDZbg&pos=15
    Das kann nicht gut gehen. Es ist wie mit der Subprimeblase: Man wusste, dass sie da ist, irgendwann würde sie explodieren, wie jedes andere Ponzischema auch. Inder und Chinesen müssen sich selbt gegen Billigomporte aus Vietnam wehren, und om Gegensatz zu Japan sind sie auch nicht klein genug, um die Gewinne aus dem Aufstieg breit zu verteilen. Langfristig wird man die Vorzüge eines sicheren und gefestigten Landes zu schätzen wissen.
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    Savall, da ist auch was dran – wer vom bestreben geleitet ist, reich zu werden, weiss oft nicht, wann es genug ist. Ich muss da immer an einen Internet“unternehmer“ denken, der mit einer Betrugsmasche gross wurde und in den letzten Jahren versucht hat, als seriöser Geschäftsmann Firmen zu gründen: Das passt nicht. Geld ist für den Selbstzweck. Und deshalb hat er auch eine Reihe von teuren fehlschlägen hinnehmen müssen: Zu gierig. Den Schaden hat er dann, so gut es ging, auf seine Dienstleister verteilt.

  13. @ Don Alphonso...
    @ Don Alphonso (Flächendeckende Vollverblödung)
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    TV ist sicherlich ein großes Problem. Das einzige Mittel gegen TV ist aber – ähnlich wie bei harten Drogen – der freiwillige Verzicht auf den Konsum.
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    Dann wäre die Bildungspolitik zu nennen. Die Privatisierung dieses Bereiches in Verbindung mit der Entleerung von Bildungsinhalten und deren Ersatz durch Fertigkeiten verursacht große Schäden.
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    Mehr und mehr scheint mir fraglich zu sein, ob unter den Bedingungen des Mehrheitswahlrechts mit seiner offensichtlich unausweichlichen Folge der Parteiokratie, Demokratie möglich ist.

  14. Es wird alles nicht so...
    Es wird alles nicht so schlimm.

  15. Sie wissen, Don Alphonso, daß...
    Sie wissen, Don Alphonso, daß ich mehr den Nutzen als den Nachteil der Historie für das Leben schätze. Also stelle ich ständig historische Vergleiche an. Ich wähne uns irgendwann am Ende des römischen Reiches, sagen wir im Jahre 371, wobei man einen Ausonius heutzutage vergeblich suchen würde. Immerhin gibt es einen Schriftsteller namens Fritz Rudolf Fries, der schon im Jahre 1984 in einem Roman namens „Verlegung eines mittleren Reiches“ die Sinisierung der Welt voraussagte. Was freilich wir Historisten wissen und die Chinesen noch nicht, daß denen ein Gründerkrach vorbesteht, der sich gewaschen haben wird. Es sind noch niemandes Bäume in den Himmel gewachsen. Ich wünsche mir bloß, daß ich zu diesem Zeitpunkt an einem Punkt meiner Lebensbahn angekommen bin, an der mich das nicht mehr interessiert. An den Leuten im Westviertel wird das auf jeden Fall vorübergehen.

  16. Alle haben wohl nicht...
    Alle haben wohl nicht überlebt – aber die meisten. Und da könnte man schon darüber nachdenken, ob das Krisenmanagement in diesem Land vielleicht doch nicht soo schlecht war, wie uns viele Medien und noch mehr Experten gerne glauben machen wollten.
    Wäre es also nicht an der Zeit, der so gerne gescholtenen Dame aus der Uckermarck mal ein paar wärmende Worte des Dankes zu widmen? (…und bitte fairerweise auch Herrn Steinbrück dabei nicht ganz vergessen)

  17. aus dem westviertel madrids...
    aus dem westviertel madrids darf ich vermelden: alles wie immer. wie sollte es auch anders sein, hat sich hier doch seit dem 15jahrhundert nie etwas veraendert. nichts. nie.

  18. Die Beobachtungen Don Alfonso...
    Die Beobachtungen Don Alfonso sind wirklich eigenartig. Die ganze Welt will mehr wissen über die Deutschen. Wie leben sie? Was tun sie morgens, abends, spät in der Nacht, an Wochenenden? Haben die überhaupt einen Sinn für Humor? Was essen sie – nur (Curry)-Wurstwaren? Wie kommt es vor, dass Deutschland (mit nur 80M Einwohnern) Exportweltmeister ist? Da nur wenige anglosaxons deutsch verstehen, gibt’s diese (Markt)Lücke – oder?
    Don A. konnte „short stories“ schreiben – nach dem Modell Somerset Maugham, der über die Briten in den 30iger Jahren schrieb. Und es stimmt, die Photos auf dieem Blog sind super. In the best possible taste… (so far anyway :-)

  19. @ 19. Dezember 2009, 13:42 -...
    @ 19. Dezember 2009, 13:42 – Korrektur:
    Gemeint war natürlich, ob unter den Bedingungen des Verhältniswahlrechts Demokratie möglich ist.
    .
    Meiner Ansicht nach zeigt das Beispiel der USA, dass ein klares Mehrheitswahlrecht inklusive Vorwahlen zu einer stabilen und festen Demokratie führt.

  20. Cher Don, vielen Dank für den...
    Cher Don, vielen Dank für den Verweis auf Bloombergs ominösen Bericht über die chinesische Blasenkrankheit, den ich übersehen hatte. Das hat allerdings geradezu Dubaieske Proportionen — dahin gehören wohl auch die spektaku-leeren riesigen Shopping-Center ohne Kunden. Zum Glück kann uns das heute nicht mehr im gleichen Maße berühren wie die Subprimes, denn unsere Blase ist inzwischen bereits geplatzt, die chinesische hingegen vorläufig noch nicht.
    Das Ganze erinnert irgendwie an das kindliche Spiel „Stuhlparade“, das man im Englischen als „Musical Chairs“ kennt. Alles marschiert lustig um die Stühle herum, bis die Musik aufhört und jeder rennt, um noch einen Stuhl zu ergattern. Doch kaum spielt die Musik wieder, marschiert alles lustig weiter wie zuvor, und die Verlierer sind vergessen.

  21. Im Grunde hat sich...
    Im Grunde hat sich gesellschaftlich nichts verändert. Eine kleine Bereinigung hier und da betraf – im geschichtlichen Rückblick besehen – überwiegend den homo novus, der den rechten Augenblick einer Verschnaufpause verpasst hat und weiter ad astra strebte und dabei vergaß nachhaltige Investitionen zu tätigen.
    Daran wird auch die missliche Lage der Gegenwart nicht viel ändern. Mögen manche sich dies auch erhoffen.
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    Wer ständig neues sich erwerben will, muß auch in der Lage sein bestehendes zu erhalten – sonst wird er schon im Ansatz scheitern.
    Wer heute jammert nicht sparen zu können, sollte eruieren was er falsch gemacht hat.
    Ja, das hört sich bitter böse an, aber muß man in zwei, drei Jahresabständen einen neuen Fernseher, Auto oder Videokonsole erwerben?
    Und wer sparen möchte muß seine Ersparnisse nicht gleich in Aktien und dergleichen anlegen, wenn man einen Buchungsverlust nicht aussitzen kann. Denn erst beim Verkauf wird daraus ein reeller Verlust.
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    Die jetzige Situation ist von denen maßgeblich ausgegangen, die eben nicht zum „alten Bestand“ gehören, die allen beweisen wollten wie toll und hipp das Neu und wie verbraucht das Alte ist.
    Bekanntlich wurde auch auf ein kurzes Innehalten verzichtet, man stolperte und viel die Stufen wieder runter.
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    Das dabei auch jene getroffen werden, die eher dem – man verzeihe mir das Wort – Proletariat zugehörig sind, ist nichts neues und System unabhängig.
    Bekanntlich hatte das Proletariat noch weniger zu sagen unter proletarischen Systemen.
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    Kurz um, wer heute leidet, sollte denjenigen seiner Standesgenossen die Leviten lesen, die meinten mit Gewalt Grenzen verschieben zu können, anstatt wie ein Tropfen geduldig darauf hinzuarbeiten.
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    Rasen ist gefährlich und kann tödlich sein. Nicht nur im Straßenverkehr.

  22. Nun, ich lebe nicht mehr im...
    Nun, ich lebe nicht mehr im Westviertel, nicht mal im Westen, eher im Osten, im fernen Osten. Dies musste es mit 50 schon sein um was neues zu bewegen, raus aus der Langeweile, weit weg, am besten ins All zu den Aliens. Was macht man so im All, man verteilt das Vermoegen an den Vietcong. Doch das ermuedet auch, man wirft viel Geld zum Fenster raus und es kommt zur Tuer wieder rein. Eins kommt zum anderen, der gekaufte Lastwagen bringt 20.000 Ananas, die Reisdreschermaschiene fuellt den Speicher ohne Kreuzschmerzen, dann baut man hier und dort ein Haeuschen fuer die Familie oder die die keins haben, so waechst man in eine Baufirma, kauft ein paar Grundstuecke und eroeffnet ein Speiselokal, das dann auch noch brummt. Nicht zu vergessen die gespendete 12m Buddha-Statue im kleinen Wat, obwohl einem die Knie schmerzen beim hocken und lauschen der Moenche. Ach ja die Wirtschaftskrise. Danke fuer den guenstigen Wechselkurs, danke fuer die Investition in die bis nu richtigen Junkbonds und danke fuer die niedrigen Steuern! Das danken auch die vielen Leute deren Operation oder Begraebnis man mitfinanziert hat, die pekuniere Unterstuetzung einer Bettlaegrigen, selbst ein Medizinstudium an einer teuren koeniglichen Uni sprang heraus. Nebenher betreibt meine Schwiegermutter mit der ruebergereichten Rente eine Bank. Also es ist tatsaechlich alles nicht nur schlimm. An diesem Blog hab ich einen Narren gefressen, wenn man so sagen darf. Bitte gerne alle weiterhin bloggen und kommentieren, es macht so viel Spass beim Lesen!
    Ps. Quarzende Froesche im Reisfeld zur nachtschlafender Zeit sind schlimm.
    k

  23. Ihre extensive Analyse "of the...
    Ihre extensive Analyse „of the state of affairs in the world of finance“, werter Don Alphonso, machte mich hell wach und wischte mein hoehnische Grinsen sofort weg.
    What a frightening szenario, my dear Don.
    As Chicken Little used to say: ‚The sky is falling“. Die Immobilienblase zerplatzt. Die dot.com bubble ist auch weg. Die Commodity Blase ist auch schon am elastischen Limit, Das Deriviaten Debakel ist am broeseln, und der Junk Bond Tango ist auch zu Ende …. und da bleibt nur noch die Frage: „Was tun?“
    Is cash trash?
    Ist es Zeit sich nach Malle zu verlagern? Oder sollen wir jetzt schon alte Faschingslieder singen wie „Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld und Pinke Pinke etc etc.?“
    Aber warum kein Word von Ihnen, geschaetzter Don Alphonso uber das Barbarische Metal, das wunderschoene Gold.
    Ich glaube das Hohnlaecheln kann schnell zurueck kommen, fuer diejenigen die ihre Goldbarren aus der Sockenschublade nehmen, das goettliche Metal bewundern, und es ab und zu mit ihren eleganten Taschentuechern zu polieren. Das soll therapeutisch wirken ….eventuell auch gegen Hohn und Spott.
    The Golden Rule remains: He who has the gold rules.“
    One can never be too rich, sagen manche.
    Ich glaube da steckt was dahinter.
    Pax vobiscum
    E

  24. An der Seite des Proletariats:...
    An der Seite des Proletariats: proletarischer Sozialismus vs. kleinbürgerlicher Sozialismus
    .
    @Don Carlos: Wenn Sie ein paar Zahlen nennen könnten, käme das nicht so verschwörungstheoretisch daher. Ich persönlich glaube weniger an solche und auch anders denkbare politisch-nationale-staatliche Szenarien, den diese sind eigentlich im globalisierten Kapitalismus obsolet. Alles was da diesbezüglich noch passiert, ist eine alte Matrix, wird sozusagen als Vergangenheit hinterher geschleppt. Nehmen wir das Tandem USA-China. Hier zeigt sich eine Interessenidentität im ökonomischen trotz einer politisch nach wie vor brisanten Perspektive. China fordert die USA heraus, es verbraucht mehr an Energie als die USA bereit sind abzugeben, und doch ist China nichts anderes als die verlängerte Binnenökonomie – letztlich – der USA. Ökonomisch betrachtet sind sie Janusköpfig, politisch daher noch weniger handlungsfähig. Und das zeigt sich auch recht deutlich in ihrer nach Absprache riechenden Haltung in Kopenhagen. Die Politik von heute folgt der Ökonomie – auf den Fuß, und macht „Absprachen“ beinahe überflüssig.
    .
    @Don Alphonso: Russland war zur Zeit der russischen Revolution wohl das kleinbürgerlichste aller kleinbürgerlich-kapitalistischen Länder. Ein Problem, das nicht erst Trotzki erkannt hat, sondern längst vor ihm Lenin schon. Seine Antwort war „Zwei Taktiken“. Eine kleinbürgerlich-demokratische Revolution, geführt durch eine schmale Schicht der Arbeiterklasse. Dass solches dann schief geht – vor allem dann beim Übergang zum Sozialismus -, war vielleicht nicht unbedingt zu erwarten, aber zu befürchten. Trotzkis „Permanente Revolution“, war diesbezüglich nur die vorgezogene Kapitulation, die dann Stalins Doppeltaktik aus einerseits Fördern jenes kleinbürgerlichen Sozialismus‘ (siehe nur seine Reform des Eherechts, und seine Verfolgung der Homosexuellen…), und andererseits dann dass wie wahnsinnig Abschlagen der Köpfe dieser zur Hydra gewordenen Bedrohung (seine diesbezügliche Paranoia war daher nur deshalb eine, weil er selber dafür verantwortlich zu machen war) vollzog. Zu viel Blut, was da vergossen wurde, selbst wenn es nur kleinbürgerliches gewesen wäre (was definitiv eben nicht so war!), denn abgesehen davon, dass das dieses Kleinbürgertum nur noch wachsamer und hinterhältiger werden ließ (die schlimmsten Feinde Stalins waren seine Freunde – von Berija bis Chruschtschow), bescherte ihm dies am Ende den Sieg. Von der Zerstörung des Sozialismus in Theorie und Praxis und von dem historischen Schaden einer solchen Niederlage ganz zu schweigen.
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    @Alter Bolschewik: In jedem Klassenkampf geht es um die Führung. Wer führt, der bestimmt die Richtung. Aber zum Führen muss man ausgebildet sein, und genau diese Bildung fehlt einem deutschen Proletariat. Das überhaupt scheint mir der Haupterfolg eines deutschen Kapitals zu sein. Das Geheimnis liegt wohl in dieser Mischung aus Bestechung der Oberschicht dieser Klasse und der ansonsten fehlenden Durchlässigkeit zwischen den Klassen. Ersteres führt zu einer stabilen Arbeiterbürokratie, letzteres zu einer im Prinzip ungebildeten Klasse. Die Hoffnungen auf die technische Intelligenz – als Bildungselement der Klasse sozusagen – wären da wohl berechtigt, insofern diese gerade besonders prekarisiert, aber nur wenn sie ihre Bindungen zur Bourgeoisie kappt. Diese Möglichkeit besteht, wenn sie auch nur ein kleine ist. Die Gefahr ist allerdings die, und sowohl die DDR als auch schon die deutsche Sozialdemokratie zeigen uns wie gefährlich das ist, dass diese technische Intelligenz eben für einen „kleinbürgerlichen Sozialismus“ steht, nicht für einen proletarischen. Im Kampf um die Führung geht es also sowohl darum diese Schicht zu gewinnen, als auch, sie zu disziplinieren.
    Dass das dem Kleinbürgertum nicht gefällt, liegt auf der Hand, und verstärkt natürlich den Antikommunismus in diesen Kreisen. Nichts desto trotz bleibt auch dem Kleinbürgertum, insbesondere darin jener technischen Intelligenz, die da eben nicht zur wissenschaftlichen aufsteigt, letztlich keine andere Wahl – als der Klassenkampf – an der Seite des Proletariats.

  25. Werter Don,
    .
    es ist noch...

    Werter Don,
    .
    es ist noch nicht „aller Tage Abend“ – d. h. ich sehe eher Japan als Muster für die zukünftige Entwicklung. Hinsichtlich China bin ich überzeugt, daß das heutig Staatswesen zerfallen wird ( und damit dessen Macht ), wie dies in der Geschichte schon so häufig der Fall war.
    .
    Westviertler: es wurde schon eh und je belohnt, wer richtig ( geeignet ) gehandelt hat. Dagegen kann man doch nun wirklich nichts haben?
    .
    Wie sagte Oma immer: „aus Schaden wird man klug“ – nun, liebe Oma, nicht alle, nicht immer. Man wird dies bald sehen können.
    .
    Gruß Hanskarl

  26. Sorry, aber in meinem letzten...
    Sorry, aber in meinem letzten Beitrag wäre noch ein kleiner sprachlicher Verrenker zu korrigieren gewesen. Es soll natürlich heißen, unter @Don Alphonso:
    Trotzkis „Permanente Revolution“, war diesbezüglich nur die vorgezogene Kapitulation, die dann Stalins Doppeltaktik aus einerseits Fördern jenes kleinbürgerlichen Sozialismus‘ (siehe  nur seine Reform des Eherechts, und seine Verfolgung der Homosexuellen…) und andererseits aus dem dann wie wahnsinnig Abschlagen der Köpfe dieser zur Hydra gewordenen Bedrohung (seine diesbezügliche Paranoia war daher nur deshalb eine, weil er selber dafür verantwortlich zu machen war) erst vollzog.

  27. Und hier noch eine Anekdote...
    Und hier noch eine Anekdote aus den neuen Westvierteln Kasachstans. Ich habe gerade 10 bis 12 Wodkas hinter mir und in diesem Zusammenhang den Fortbestand einer deutschen Zweigniederlassung in den Wirren der kasachischen Oligarchie bis auf weiteres garantiert. Ich gehe von einem Fortbestand dieser Oligarchie über die nächsten 200 Jahre aus. Es bleibt nur die folgende Frage: Wird wir dies Wirtschaftsminister Brüderle vergelten wie einstmals Herr Mühlenbesitzer Glos in Baku? Übrigens, spricht Herr Brüderle im Gegensatz zu Herrn Glos eigentlich Englisch?
    За здоровье всех присутствующих!

  28. fionn: was die Deutschen tun,...
    fionn: was die Deutschen tun, morgens, abends, nachts, an Wochenenden? Jammern, Angst haben, gloomen und doomen.

  29. Weltweit bekannt als Gernan...
    Weltweit bekannt als Gernan Angst.
    Und sitzt in den Genen.

  30. Volltreffer-Artikel !...
    Volltreffer-Artikel ! Absoluter Volltreffer !
    Es gibt diesen Bereich der Gesellschaft, der nicht von dieser Krise berührt wird. Es herrscht eine tiefe Ruhe & eine gute Laune…und ganz tief darin höre ich nur fröhliches Gelächter über die darunter befindliche „Allgemeinheit“, die das alles aufrecht erhält / aufrechterhalten wird und dabei nicht mal mitbekommt, dass sie dies tun….
    Es erscheint wenig verwerflich, denn „die weiter unten“ sind Unbekannte und rennen ja schliesslich fröhlich & glücklich in ihr eigenes Verderben.
    Ich selbst werde dieses Phänomen nie geniessen können & wollen, aber ich habe nach längerer Leidensphase zumindest akzeptiert, dass es wohl so sein soll. Denn von unten kommt keine Resonanz auf alles Leiden. Muxmäuschenstille.

  31. @ErnstWilhelm:
    на...

    @ErnstWilhelm:
    на здоровье всех и может быть у вас рождество со снегом в Казахстане мой господин.

  32. Sehr geehrter Devin08,
    ich...

    Sehr geehrter Devin08,
    ich kann in Ihrem geschätzten Beitrag, mit bestem Willen nicht erkennen, was Trotzki, Lenin und Stalin mit dem Lächeln des Westviertels zu tun haben könnten? Auch sind mir „proletarischer Sozialismus und kleinbürgerlicher Sozialismus“ unbekannt. Von Westvierteln aber, da verstehe ich auch ein wenig.
    .
    Es bleibt mir weiterhin vollkommen rätselhaft, warum so viele auch ansonsten vernünftige Menschen, andauernd die bestehenden Verhältnisse gewaltsam ändern wollen, ohne jene, die diese Veränderungen betreffen werden, zu fragen, ob sie sie denn wollen.
    .
    Gruß Hanskarl

  33. @Assedo
    Большое...

    @Assedo
    Большое спасибо! Но я буду провести Рождество в Германии.
    Jetzt aber wieder auf Deutsch. Wie sagt schon miner: „Es gibt diesen Bereich der Gesellschaft, der nicht von dieser Krise berührt wird.“ Aber eben nicht nur in Deutschland. Den einzigen Unterschied sehe ich global im Grad der jeweiligen Korruption beziehungsweise Korrumpiertheit.

  34. @ Assedo
    Noch ein Frage:...

    @ Assedo
    Noch ein Frage: Google Переводчик

  35. Manchmal nützt es, seine...
    Manchmal nützt es, seine Gedanken etwas zu ordnen. 20 Quadratmeter am Tegernsee kosten soviel, weil dort die Nachfrage so hoch ist. Deshalb sind jede Vergleiche sinnlos.
    Es wird immer eine unterschiedliche Nahcfrage geben. Dieser Egalitarismus ihres Post ist ein wenig wirklichkeitsfremd.

  36. @ErnstWilhelm:
    Also wieder auf...

    @ErnstWilhelm:
    Also wieder auf dem Heimweg? Bei mir verhält es sich genau anders herum. Am 29. bin ich in Odessa, welche grade im Schnee zu versinken droht.
    Nur warum um alles in der Welt nach Переводчик googlen?
    Führt eh nur zu den gängigsten Werkzeugen, wobei Google mit Abstand das schlechtere anbietet.
    .
    Ich hoffe sehr, Ihr Aufenthalt in Kasachstan war nicht nur erfolgreich, sondern auch angenehm.
    .
    Was mich interessieren würde, was Sie unter „Grad der Korruption“ verstehen? Meines Erachtens steigt die aufzuwendende Summe proportional zum pro Kopf Einkommen – unabhängig vom Land.
    .
    Siemens, M.A.N etc pp sind nicht grad außerdeutsche Begebenheiten gewesen. Vielleicht liegt der Unterschied nur im Bekanntheitsgrad und der unterschiedlichen Form dieser „Aufwendungen“, so wie dem Risiko des zu erwartenden Verlustes bei Aufdeckung je nach Landesgegebenheit.
    .
    Ein Polizist hier riskiert mehr, daher auch die monetäre wesentlich höhere Summe bzw Zuwendung in anderer Form.
    Es gab da mal eine bayrische Zollabteilung, die sich Exportgenehmigungen hat vergolden lassen über eine Dekade. Auch hier bracht die reine Gier alles zu Fall.

  37. Um Erlaubnis fragen?
    @Hans...

    Um Erlaubnis fragen?
    @Hans Karl: Es tut mir Leid, wenn Sie erwarten, dass ich Sie dahingehend um Erlaubnis frage, was ich schreiben soll oder darf. Sie fragen ja auch nicht. Im Übrigen beziehen sich meine Statements sehr wohl auf die Texte der Mitschreibenden, in diesem Fall sogar auf gleich drei. Und vorläufig rufe ich hier auch nicht zum bewaffneten Aufstand auf – meine Waffen sind die der Kritik, noch! -, muss also auch niemanden danach befragen, ob ihm das genehm wäre. Wenn es soweit sein sollte, werde ich Sie aber gerne kurz vorher informieren, sollte es dann noch dieses Blog geben, es sei denn, Sie nennen mir Ihren persönlichen Email-Account, dann gehts auch persönlicher.
    Mehr kann ich nicht für Sie tun.

  38. Wolfgang Stock, wenn es...
    Wolfgang Stock, wenn es irgendwas in meinen Beiträgen vom genannten Tegernsee nicht gibt, dann ist es Egalitarismus. Weltfremd ist das durchaus, aber das bringt es nun mal so mit sich, wenn 98% der Weltbevölkerung ärmer sind.
    .
    Prinzipiell, möchte ich bemerken, bin ich einer Abschweifung in auch groteske Gefielde der Weltansichten nie im Weg;K ich denke, man sollte das als Horizonterweiterung betrachten, ohne dass man zustimmen müsste. es schadet ja nicht, andere Sichtweisen zu kennen.

  39. Von diesen Kommentatoren...
    Von diesen Kommentatoren scheint das keiner zu merken, nur einer und der sitzt draussen vor der Tür.
    Wie hässlich, kalt und grausam das ist, das Hohnlächeln der Reichen über das Elend der Welt.
    Da muss ich an Weihnachten denken und daran, zu geben….zu helfen…
    Und nicht Hohn zu lächeln.
    Das bleibt wie immer ganz unter uns.

  40. Werter Don Alfonso und Werte...
    Werter Don Alfonso und Werte Gemeinde,
    habe die Welt bereist von Westen nach Osten, von Norden nach Süden, und umgekehrt. Habe mein Brot schon in allen Triaden redlich verdiend. Habe viele getroffen die rastlos nach Wachstum suchend rund um den Erdball irrten und den Stein der Weisen in Ihrem Besitze wähnten. Der Hydra des ewigen Wettbewerbs ständig ein Köpfchen abschlagend verzehrten sie sich im Dienst für die neuen Könige. Sie tranken den Tee um 5 Uhr in bester Gesellschaft mit den Meistern des Mammons in den Westvierteln der Welt und Rum auf des Totenmannes Kiste. In in Neu York in den güldenen Tempeln der Händler des Geldes und der Hüter der Welt ist ihr Ehrenname „Working Bee“. Und sie ritten auf den besten Schimmeln Ihrer Herren als da z.b. sind die mit Stern oder die mit vier Ringen. Doch, wie vergangen, auch in Zukunft wieder werden sie untergehen in den Magnetstürmen, in den Raumschiffen der Herren, auf der Suche nach dem Spice, – während ein kühles Lüftlein am See diese zum baldigen Hineingehen an den warmen Kamin läd.

  41. @Assedo
    Nix Heimweg. Ich wohne...

    @Assedo
    Nix Heimweg. Ich wohne in Almaty.
    „Meines Erachtens steigt die aufzuwendende Summe proportional zum pro Kopf Einkommen – unabhängig vom Land.“
    Über die Summen kann man lange streiten. Das Problem ist ein anderes. Ist Korruption ein Entwicklungshindernis? Und dies ist es in Russland, Aserbaidschan und Kasachstan sicherlich. Und was riskiert ein Polizist in Baku oder Almaty mehr? Sie machen es sich zu einfach.
    Auch Almaty, Baku und Moskau haben inzwischen ihre Westviertel! Nur eben mit 3 Meter hohen Mauern und Wächtern. Und dies macht den Unterschied.

  42. obszönes Hohnlächeln, ich...
    obszönes Hohnlächeln, ich könnte hier auch die netten Lügen schreiben, die allen gefallen und die überall zu lesen sind. Die Idee dieses Projekts aber ist, hier keine Vanity Fair zu machen, sondern es so zu schreiben, wie es ist. Man muss es nicht mögen, das ist auch gar nicht das Ziel der Übung.
    .
    No. 6, fraglos wird in der nächsten Eiszeit der Mangfallgletscher wieder entstehen und uns und was von uns übrog ist mit leichter Hand wegräumen. Wir sind zäh, aber nichts währt ewig, und Ratten werden in unseren Ruinen hausen. Aber nicht, bevor wir nicht verloren haben.

  43. Und noch einmal für alle...
    Und noch einmal für alle Hingebungsvollen, und nichts liegt mir ferner als über sie zu lachen:
    Lk 16,9 Auch ich sage euch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn er euch ausgeht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.

  44. Hanskarl, nun, hausübliche...
    Hanskarl, nun, hausübliche Revolutionstheorien gehen davon aus, dass bei der Revolte der Appetit mit dem Essen kommt: Einer fängt schon mal an, andere finden es gar nicht so übel, man trifft sich, hängt ein paar Feinde an die Laternenmasten, andere wollen auch mal, und so geht man zum Regierungssitz, vielleicht auch mit ein paar geklauten oder von anderen gestellten Panzern und zack – man muss nur anfangen. Sagt die Theorie.
    .
    miner, es ist doch so: Es passiert nicht im Verborgenen, ich schreibe hier drüber, es gibt die Wirtschaftspresse, man kann das meiste irgendwo nachlesen, wenn es einen interessiert, und das ganz ohne linksradikale Publikationen: Bloomberg, nakedcapitalism und so weiter. Deutschlands grösstes, freiwillig angesurftes Nachrichtenportal heisst Bild.de. es gibt nicht nur jene, die tun, sondern auch jene, denen es egal ist, ob man es mit ihnen tut. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass meine Mitleidsfähigkeit doch recht eng begrenzt ist, wenn sich Leute nicht mal für Probleme interessieren.

  45. Filou, dafür sitzt dann aber...
    Filou, dafür sitzt dann aber das stupig german money erstaunlich locker.
    .
    ErnstWilhelm, eigenartige Vorstellung, von einem Politiker einer Klientelpartei Qualifikationen zu erwarten.

  46. @Don, "Und ich muss ganz...
    @Don, „Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass meine Mitleidsfähigkeit doch recht eng begrenzt ist, wenn sich Leute nicht mal für Probleme interessieren“.
    .
    Lange hat´s gedauert, aber jetzt im
    Winter 2009, sozusagen als Fazit der Krise: meine auch….

  47. Don, Angst und verzweifelter...
    Don, Angst und verzweifelter Mut sind Cousins. Im frueheren Militaerjargon nannte man das Vorwaertsverteidigung.

  48. @ErnstWilhelm
    "Das Problem ist...

    @ErnstWilhelm
    „Das Problem ist ein anderes. Ist Korruption ein Entwicklungshindernis? Und dies ist es in Russland, Aserbaidschan und Kasachstan sicherlich. Und was riskiert ein Polizist in Baku oder Almaty mehr? Sie machen es sich zu einfach.“
    .
    Eher weniger denn mehr.
    Und verzeihen Sie, wenn ich hier widerspreche. Einfach mache ich es mir nicht.
    Es ist eben so, reine Bestandsaufnahme. Und das Korruption ein Entwicklungshindernis darstellt sollte allgemein bekannt sein.
    .
    Wenn die Miliz bei Routinearbeit nur gegen Geld erscheint stimmt etwas grundlegendes im Staate nicht und da sollte man beim Kopf anfangen.
    Wenn ein Volk froh über staatliche Feiertage ist, an denen Staatsbedienstete nicht arbeiten, um dann ungestört arbeiten zu können, sollte man mit Persilscheinen gegenüber diesen Ländern nicht so schnell bei der Hand sein.
    .
    Ich gehe davon aus, daß Sie und ich bestimmt eine fruchtbare Konversation über den post-sowjetischen Raum führen können, vermute aber, daß dies den hiesigen Ramen sprengen wird.
    .
    Die drei Meter und die Wachgänger sind da nur der Ausdruck eines grundsätzlichen Problems, ob nun in Kasachstan, Rußland, Belorussia oder Ukraine.
    Wenn eine Elite keine positive Vorbildfunktion lebt kann man dem Rest nicht die alleinige Verantwortung übergeben.
    Ob sich die Herren und Damen der Definition „Elite“ in westlichen Ländern unterwerfen wage ich zu bezweifeln, spielt auch nicht wirklich eine übergeordnete Rolle – solange „wir“ dafür sorge tragen, daß eben diese wohl genährt und ausgestattet ihre Macht ausleben können.
    .
    Das tragische daran – ich merke ich komme vom Thema ab – ist, daß sich in den letzten 150 Jahren nicht wirklich etwas geändert hat. Man ist fast geneigt zu glauben, es könnte ein Fluch über diese Weiten liegen.

  49. Wer Zeit hat ist reich. Oder...
    Wer Zeit hat ist reich. Oder wird es. Ein Zeichen von Zeit ist zum Beispiel ein vernünftiges Frühstück
    http://www.telegraph.co.uk/news/newstopics/theroyalfamily/6440061/The-moral-of-the-Queens-breakfast-tray.html
    wobei Stil nicht eine Frage des Geldes ist. Aber das ist „Reichtum“ ja auch nicht.

  50. Ich bin ja bekanntermaßen...
    Ich bin ja bekanntermaßen Agnostiker, was mich natürlich nicht davon abhält, des Joschua von Nazareth kluge Worte zu mißachten:
    Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
    Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
    Die Gordon Gekkos dieser Welt werden diese Worte nicht hören. Es ist ihnen auch egal. Allerdings sind mir auch die Gordon Gekkos dieser Welt egal. Heute war in der Zeitung ein Artikel über das Höhlenkloster in Kiew. Das existiert nun schon fast tausend Jahre. Ich war vor vielen Jahren dort und habe mich davon beeindrucken lassen. Die Wall Street wird nicht so lange dauern. Auf Dauer sind die Gierigen die Verlierer.

  51. Wie der Ausdruck Partei schon...
    Wie der Ausdruck Partei schon besagt, vertritt sie natürlich nur einen Teil der Bevölkerung, also naturgemäß ihr Klientel.
    So sind alle Parteien, von SED und SPD bis CSU und CDU Klientelparteien!!
    Über die Fähigkeiten kann man trefflich streiten; ob es nun Kurt Beck, Ulla Schmidt oder Dirk Niebel ist!

  52. Betrügereien (scams & ...
    Betrügereien (scams & swindles) haben immer eine grosse Rolle in der Geschichte der USA gespielt.
    Aus „Made in America“ ISBN 0-7493-9739-X
    Zum Thema Immigranten aus Europa in den 19. & 20. Jahrhunderten
    „Landed on Manhattan, the new immigrants would often be approached by fellow countrymen who spoke their language, but who were friendlier in their manner… With astounding magnanimity, these instant new friends would offer to help the newly arrived immigrants to find a job or lodgings and would insist on carrying the bag in which the immigrant had packed his money and valuables – „You have to be careful in New York“, the immigrant would be solemnly warned.
    Then at some point the immigrant would find that his „new friend“ had disappeared and so he learned his first lesson about life in this new land….“
    Toxic debt und Blasen im 21. Jahrhundert sind viel raffinierter, dafür viel schlimmer, oder? It was Groucho Marx who said „The two most important things in business are honesty and fair dealing. If you can fake these, you’ve got it made“, (i.e. you’ll be successful) .

  53. Einer der m. E. wahrhaftigsten...
    Einer der m. E. wahrhaftigsten Sätze in der FAZ (zu der ich, weil ich diese Zeitung aufgrund ihrer kühlen Distanz zur lange gelebten deutschen Hysterie immer noch schätze, diesen Blog positiv dazurechnen möchte):
    „von allen Ländern scheint Deutschland mit am besten die Bedrohungen zu meistern, und das vor allem in jenen Zentren, die den wirtschaftlichen Kern ausmachen“
    Dieser Halbsatz enthält sehr viel Sprengkraft.
    Wenn die wirtschaftlichen Kerne des Landes unter Druck geraten (und das tun sie jetzt zum ersten mal seit 1949), könnten sie sich ihrer Rolle bewusst werden und manchen Luxus abstreifen: Länderfinanzausgleich, absurde Steuermodelle, ein Staatenbund mit Regionen, die diesen nicht verdient, sondern von Besatzungstruppen geschenkt bekommen haben.
    Wir sind zum ersten Mal, seit Menschen aufrecht in dieser Region Europas unterwegs sind, nur von Nicht-Feinden (teils sogar von Freunden) umgeben, zwar nicht unbedingt geliebt, aber aufgrund einiger Leistungen zumindest geschätzt von unseren Nachbarn. Die sich manchmal die Augen reiben, wie uneitel und manchmal bis zur Selbstaufgabe tolerant wir auf die uns umgebenden Befindlichkeiten eingehen können.
    In Amerika erkennen die informierteren Menschen an, dass wir uns aus manchen Auseinandersetzungen aus geschichtlichen Gründen lieber raushalten wollen (wobei auch mal ein „Habt Euch nicht so…. das ist doch lange her“ fällt). Nur kann sich einen Nation dieser Größe und Organisiertheit, Verflechtung mit dem Rest der Welt nunmal nicht „raushalten“.
    Aus der „German Angst“ ist eine „Verlässlichkeit“ geworden. Und die wurzelt m. E. stark in der viel schimpfierten „Provinzialität“, die uns zu 95 % ausmacht.
    Das erdet uns. Dafür lachen manche über uns. Aber wir lachen auch. Ganz entspannt und vielleicht sogar länger.

  54. Monsieur Don, I have to agree....
    Monsieur Don, I have to agree. Alles wird so bleiben, zumal diejenigenwelchen ohnehin gut unterhalten sind. Ich lese auch gerne BILD in den Ferien. Außerdem schiele ich gerne in die privaten Gemächer meines Gastgebers. Das liegt natürlich an der Konditionierung durch BILD. Mein Ex-Chef hatte bei der BILD gearbeitet, bevor ich bei ihm lernen durfte: „Alles, was die Leute interessiert, sind Leute.“ Stimmt doch auch! Also bitte keine Vorurteile mehr gegen BILD-Leser. Boulevard ist doch auch eine gute englische Tradition, und Ihr England-Bashing haben wir Ihnen doch schon fast abgewöhnt. Haben Sie das Photo gesehen von der Queen mit Kopfbuch in der Bahn zu ihrem Urlaubsort? Das hatte Stil! Echte Bescheidenheit.
    By the way, normalerweise liegen die Westviertel in europäischen Städten im Süden. Warum nicht bei Ihnen? Wegen des Flussverlaufs? Üben Sie den Linksverkehr und behalten Sie Abblendleuchten für England im Kofferraum!

  55. Süden ist über der Donau,...
    Süden ist über der Donau, und über die Donau zieht man nicht. Man kennt auch keine Leute von da. Es muss welche geben, sicher, aber entweder man wohnt im alten Westviertel, oder man ist nur ein Arzt oder noch was Schlechteres.

  56. (Zumindest ist es das, was...
    (Zumindest ist es das, was einem als Kind beigebracht wird. Und natürlich nie in Frage stellt.)

  57. Don, you are the best. Das...
    Don, you are the best. Das Problem ist die Korruption, die der Beamten, der Gewerkschaften, der Politiker. Die westliche Welt ist einfach pleite. Hier auf Long Island verdienen Polizisten $150,000, nach 20 Dienstjahren erhalten sie eine Pension von 50% des letzten Gehalts, welche durch Ueberstunden im letzten Dienstjahr noch gewaltig erhoeht werden kann. In Deutschland sind die Pensionen der Beamten und den Oeffentlichen Diensts unfinanziert und der Barwert erreicht unermessliche Dimensionen. Dies ist der Grund der finanziellen Misere die fast alle westlichen Laender erfasst hat. Mancur Olsen hat dies in seinem Buch The Rise and Decline of Nations vorzueglich beschrieben. Es wird alles neugeordnet werden muessen, die Sozialleistungen, die Pensionen, die Gehaelter, und die jetzige Diskussion ueber die Rettung des Finanzsystems ist nicht anderes als das die Vorbereitung des Waehlers auf die kommenden Aenderungen.Fuer eine Revolution wird es nicht reichen, das Prekariat in USA und D ist mit TV und social benefits bestochen worden.

  58. @abf: Nur des Interesses...
    @abf: Nur des Interesses halber: Ist in den Westvierteln Madrids wirklich alles wie immer? Ich erinnere mich, dass ich an nahezu jedem dritten Balkon ein „zu verkaufen“ Schild sah, als ich dieses Jahr im März dort war…. Und hat nicht das Platzen der Immobilienblase Spanien mit am härtesten getroffen?

  59. Hi ExpatLI,
    gegen Korruption...

    Hi ExpatLI,
    gegen Korruption gibt es einen wirksamen Schutz: eine Entlohnung, mit der sich der Lebensunterhalt bestreiten laesst. Von daher wuerde ich sagen, dass es sich ein Polizist auf Long Island leisten kann, nicht korrupt zu sein, wenn ihre Angaben zutreffen, was ich nicht glaube.
    Laut New York Police Department (http://www.nyc.gov/html/nypd/html/faq/faq_police.shtml#19) liegt das Anfangsbruttogehalt derzeit bei $34,970. Sicher erhoeht es sich im Laufe der Karriere und auf Long Island moegen die Verhaeltnisse noch ein wenig guenstiger sein, aber 150.000 scheinen mir eindeutig zu hoch gegriffen. Auch muss man m.E. die Kosten fuer Miete, Schulgebuehren und dergleichen beruecksichtigen; wenn ich mich recht entsinne, haben die Obamas in ihrer letzten Einkommenserklaerung allein als „tuition fees“ fuer die beiden Toechter $40.000 eingesetzt.
    Fuer die von Olson behauptete Sklerose mag es in den 70er und 80er Jahren viele Anzeichen gegeben haben, unter deren Eindruck das zitierte Buch auch geschrieben wurde. Heute scheinen mir die Probleme doch woanders zu liegen: 1% der Bevoelkerung sitzt hinter Gittern, 50 Millionen „leben“ unterhalb der Armutsgrenze, eine Analphabetenrate von regional bis zu 30% …, und, na ja, die Weihnachtsboni der Wallstreet Banker.

  60. georgina darcy, das glaube ich...
    georgina darcy, das glaube ich nicht. in chueca und andern hipvierteln ist tatsaechlich vieles zu vermieten. – aber schaun sie mal dort, wo es wirklich zaehlt. schildchen finden sie dort keine. und trozdem stehen dort 50-75% wie immer leer – aber nicht weil etwas zu verkaufen waere.

  61. Stoeren sollte auch nicht mehr...
    Stoeren sollte auch nicht mehr das eine Milliarde Menschen, Tendenz steigert am Hungertuch nagt und vermutlich nicht ueberleben wird.
    Was solls. Solange das Volk schweigt werden die sogenannten Eliten sich bereichern.

  62. Nuhn ja, gmmonko, man...
    Nuhn ja, gmmonko, man sprendet das schlechte Gewissen einfach weg (und die Folgen von Entwicklungshilfe sind auch so eine Sache).
    .
    abf, in Spanien gibt es ja auch noch die Schattenwirtschaft der 500-Euro-Scheine. Insofern ist die offizielle Lage zwar rabenschwarz, aber die Leute haben auch noch was unterm Teppich.

  63. Sehr geehrter Devin08,...
    Sehr geehrter Devin08, selbstverständlich müssen Sie mich nicht fragen, so habe ich meinen Beitrag auch nicht gemeint, bitten entschuldigen Sie, wenn er so zu verstehen war.
    .
    Die Zeile: „… vorläufig rufe ich hier auch nicht zum bewaffneten Aufstand auf – meine Waffen sind die der Kritik, noch!“ macht mir allerdings Angst. Die Revolutionäre, von denen ich Kenntnis habe, sind zu Mördern geworden und das wünsche ich Ihnen nicht und würde schon jetzt die Betroffenen bedauern.
    .
    Wenn ich ein „Spiel“ verloren habe, habe ich mir alle Mühe gegeben die Regeln besser zu verstehen und habe so das nächste, spätestens das übernächste Mal, gewonnen – nie, in keinem einzigen Falle, habe ich zur Änderung der Regeln aufgerufen.
    .
    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Frohe Weihnachten und ein Gesundes Jahr 2010.
    .
    Gruß Hanskarl

  64. Generell würde ich sagen,...
    Generell würde ich sagen, dass ich einfach nicht in Amerika leben wollen würde. Irgendwie so gar nicht. Es kommt einfach zu viel zusammen.
    .

  65. @Hanskarl,
    also ueber das...

    @Hanskarl,
    also ueber das „noch“ bin ich auch gestolpert, habe es aber unter „Verbalradikalismus“ ad acta gelegt.
    Habe mir vorgestern in einem Anfall von Masochismus drei Che Guevara-Filme angeschaut, die beiden von Soderbergh u. den alten (vernachlaessigenswerten) mit Omar Sharif als Guevara, und frage mich, ob Devin08 mit seiner Lageeinschaetzung moeglicherweise noch mehr daneben liegt als Che im bolivianischen Urwald.

  66. Kritik ueben, lieber HansKarl,...
    Kritik ueben, lieber HansKarl, ist immer sehr einfach. Der Entwurf einer positiven Gegenwelt vermeiden die Kritiker gern.

  67. Die besseren Regionen in...
    Die besseren Regionen in Süddeutschland und der Schweiz verdanken ihren Erfolg eben der Qualität. Die Formel „billiger geht immer“ gilt eben im Qualitätssegement nicht. Dafür bedarf es nicht nur einer Firmenkultur, sondern auch einer gesellschaftlichen Kultur, und so was kann man nicht einfach in der Retorte züchten.
    .
    Gesellschaftliche Stabilität, Rechtssicherheit, hoher Ausbildungsstand, hohe Lebensqualität (bei relativ geringen Konsumausgaben), das alles kommt da zusammen.
    .
    Andererseits profitiert diese Exportwirtschaft auch als Trittbrettfahrer von der Globalisierung. Je reicher die Reichen auf diesem Planeten werden, umso größer auch der Markt für Qualitätsprodukte.
    .
    Die süddeutschen Westviertel, das sind die Hoflieferanten der Feudalherrren, Heuschrecken und Ausbeuter aller Länder: Die Zukunft scheint gesichert.

  68. @G. Schoenbauer
    Laut NYT...

    @G. Schoenbauer
    Laut NYT bewerben sich sich ex-Banker mit MBA fuer die Positionen bei NYPD. Bei uns auf der North Fork, dem Westendviertel von LI, werden die Polizeijobs nur unter der Hand verschachert, die Kosten dafuer tragen die home owners ueber die real estate taxes. Im Grunde genommen ist dies demokratischer als in D, denn dort wird die Uni-Ausbildung der Soehne des Westendviertels von den Verkaeuferinnen bei Karstadt bezahlt, und die Sicherheit in eben jenem Viertel von den Fabrikarbeitern bei Siemens. Direkte Demokratie hat viele Vorteile aber auch besonders hohe lokale Steuern. Mancur Olsen ist immer noch hoch aktuell, man muss sich nur die Muehe nehmen seinen Text genau zu lesen.Ich darf ich Ihnen Power and Prosperity empfehlen , sehr lesenswert.

  69. @ Don Alphonso...
    @ Don Alphonso 10.03h
    „…dass ich einfach nicht in Amerkia leben wollen würde“ – weil dort das Leben einfach ….ein bisschen ….zu …..oberflächlich ist?
    @ HansMeier555
    Die Schweizer erwarten, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.
    Uebrigens, die Vereine in der Deutschschweiz sind legendär und deswegen ist das Leben/Freizeit ziemlich strukturiert. Es gibt 270 Vereine allein im Kt Zug (110’000 Einw.) – die Qual der Wahl.
    Trotzdem, die Schweizer leben eher bescheiden – man hat einfach Geld, doch
    „pour vivre bien, vivre caché“….(so sagen die Privatebankers in Genf).

  70. @ Don Alphonso zur...
    @ Don Alphonso zur Info.
    http://www.spruengli.ch/geschenke-produkt.php?art_nr=11297

  71. Don, es wurde schon oft...
    Don, es wurde schon oft thematisiert, aber bitte erklären Sie mir noch mal, warum Reiche Angst vor einer (moderaten) Inflation haben sollen, wenn sie zu einem Großteil auf Immobilien und Beteiligungen sitzen. Das macht KEINEN SINN. Einzig und allein die Deflation – Japan – ist das wirklich gefährliche Szenario für diese Leute.
    So bleibt nur festzustellen, dass „diese Krise (bisher) nichts taugte“, wie einer Ihrer Kollegen in der Druckausgabe heute so schön schrieb. Ich denke, er wird Recht behalten.

  72. Zum Zusammenhang von...
    Zum Zusammenhang von allgemeinem Wohlstand und der Produktion von Luxusguetern gibt es einen wohlformulierten Gedanken von Otto von Bismarck.
    Wer von den hochgebildeten Damen und Herren kann ihn zitieren?
    Ich jedenfalls nicht.

  73. Was die Inflationsangst und...
    Was die Inflationsangst und die Immobilien angeht: Man kann die Häuser ja nicht alle selbst bewohnen. Also muss man vermieten. Eine gewisse Inflation kann man durch Mietsteigerungen ausgleichen, aber ab 5% Geldwertverlust sinken die Mieten erheblich. Das schlägt voll auf die Rendite durch. Damit werden generell Mietwohnungen weniger attraktiv, und damit sinkt ihr Wert. Wenn einem die Immobilien selbst gehören, ist das ok, aber wenn sie über eine Gesellschaft mit Fremdkapital finanziert sind und die Banken den Kredit neu ausverhandeln, kann das wirklich schwierig werden: Sehr viel höhere Zinsen bei niedrigerem Wert und geringeren Einnahmen, denn von der Miete müssen ja auch inflationäre Kosten bezahlt werden.

  74. Don, wie war das doch gleich...
    Don, wie war das doch gleich mit dem Leverage? Den brauchen reiche Leute nicht und sollten demnach auch die Finger davon lassen.
    Andererseits heißt es aber auch: Selig die Armen im Geist …
    Das Westviertel wäre also tatsächlich nicht verloren!

  75. Lieber Don,
    das Schicksal der...

    Lieber Don,
    das Schicksal der Westviertel scheint Ihnen ja wirklich am Herzen zu liegen! Auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen, Sie sind ein Patriot dieser Lebensform.
    Alles Liebe zum 4. Advent

  76. Das ist doch alles nur...
    Das ist doch alles nur Cocktail Partytalk,werter Don Alphonso, …. das mit dem Jammern aus dem West End.
    War doch schon immer so.
    When all is said and done, the worthies of the West End say to each other: Hell, I am okay Jack. Get a few more cases of Bubbly (hip talk for sparkling wine, Pick your brand.)
    What recession?
    What finance crisis?
    The Old Money is okay, despite war, pestilence, or revolution….. except for the poor sods who lost their estates in eastern lands, when the commies did their number. Bad luck, you know.
    But in the Western World — so wie ich das sehe — All is well in the West end, my dear Alphnso.
    Pax vobiscum

  77. @G. Schoenbauer, vielen Dank...
    @G. Schoenbauer, vielen Dank für Ihre Aussage.
    @Filou, nun, wenn Sie an Gott glauben, dann ist diese Welt das was er wollte und wohl auch das Beste was ihm möglich war. Wenn Sie glauben, daß es Gott nicht gibt, dann ist diese Welt, das Beste, was auf evolutionärem Wege ( bisher ) möglich war.
    .
    Wie ich bereits angedeutet habe, lieber Filou, ist für mich Weltverbesserung NUR OHNE Blutbad zu akzeptieren – die DDR Bürger haben der Welt ( wohl erstmals in der Geschichte ) gezeigt, daß eine Revolution unblutig erfolgen kann. Die Folgen waren ihnen, wie allen Revolutionären, nicht klar – soweit ich verstanden habe wollten die „Montagsdemonstranten“ Freiheit, aber nicht unbedingt unter US-amerkanischer Vorherrschaft.
    .
    Auch Ihnen Beiden wünsche ich Frohe Weihnachten und ein Gesundes Jahr 2010. Gruß Hanskarl

  78. Lieber HansKarl, nicht Ihnen...
    Lieber HansKarl, nicht Ihnen wollte ich in die Parade fahren, sondern diesem merkwuerdigen Revolutionaer, der alle Wohltaten der Gesellschaft in Anspruch nimmt, aber staendig vom Umsturz redet, ohne auch nur eine Ahnung davon zu geben, was danach kommen soll. Diese Sorte Salonrevolutionaere begleiteten mich bei Kneipe und Studium, und als wir in durchaus saturierte Umstaende kamen, gaubte ich den Spuk vergessen zu koennen. Es scheint aber so zu sein, dass ein paar Vetreter dieser Ideen Lehrer geworden sind, und die Geister ihrer Schueler verwirrten. .
    .
    Auch Ihnen wuensche ich Frohe Weihnachten und ein wunderbares Neues Jahr. In diesem Sinne bleibe ich Ihr immer leicht unsolider Filou.

  79. Lieber Filou,

    Sie meinten...
    Lieber Filou,
    Sie meinten sicherlich nicht: „Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte, und die vierte verkommt“. Obwohl ich an dieses Zitat hier schon öfter denken musste.

  80. wer außer der mittelschicht...
    wer außer der mittelschicht hat denn
    antrieb & angst
    in ausreichendem maße,
    um kleinkriminell & brutdrangsalierend gegen die krise anzuagieren?
    .
    das westviertel [the rich few] sitzt aus,
    das ghetto vor`m plasmafernseher [solange die herdprämie noch den kredit bedient].
    .
    der [vom unternehmer geschmierte] lobbyist regiert,
    weil in.die.materie.einarbeiten & selberdenken & verantwortung übernehmen
    sich
    der mp [doch nicht für das geld! und für vier jahre!] schenkt.
    .
    .
    raab siegt zum viermillionsten mal und
    nur
    bohlen kann jetzt keine cd „producen“ –
    trotz stimme & schicksal – pushing.
    vielleicht ist deutschland ja doch cleverer als gedacht?!

  81. Louis XV, wenn ich mich recht...
    Louis XV, wenn ich mich recht erinnere haben es auch vorhergehende Zweite Generationen geschafft, in einem Anfall von Verblendung, camouflierter Gier und geistiger Verkommenheit, geschaffene Werte gruendlich zu vernichten.
    Der darauf folgende Wiederaufbau liess nur Raum fuer Arbeit und die Pflege klar definierter Feindbilder. Dann, es schien ja alles getan, kam die Zeit der Gelangweilten und Langweiler: die Fleissigen, die Auswendiglerner, die Mechaniker, die pseudointellektuellen Klemptner aller denkbaren Parteien und Gesellschaftsschichten sorgen momentan dafuer, dass nichts ordentliches entstehen will, und Bestehendes nicht gepflegt und weitergebaut wird.

  82. Swina, Subversion? Das...
    Swina, Subversion? Das gefaellt mir!

  83. In dieser historischen...
    In dieser historischen Längsschnitt-Perspektive („bessere Kreise seit 1815“) ist die Entscheidung Helmut Kohls, die Enteignungen 1945-1949 im Osten nicht rückgängig zu machen, natürlich ein interessantes Streitthema.

  84. @abf: nein, nein, ich meinte...
    @abf: nein, nein, ich meinte nicht dieses etwas ranzige Friedrichshain Madrids, sondern die Gegend um den Palacio Real. Sogar direkt am Plaza del Oriente habe ich dezente Verkaufsschilder gesehen. Ich komme immer nur im Frühjahr und zum Urlaub nach Madrid und habe (leider) noch nie dort gelebt – aber gelten diese nicht mehr als gute Wohngegend?

  85. georgiana darcy, rund um opera...
    georgiana darcy, rund um opera und oriente sind die wohnungen meiner erfahrung nach eher klein und laut und es ist recht touristisch zu jeder jahreszeit. in den besseren strassen von salamanca, in el viso und – tatsaechlich im westen – in moncloa-aravaca wird nach wie vor vieles vererbt oder ‚zugeteilt‘. mieten kann man – wenn man mit glueck oder beziehungen an etwas dran kommt – hier jetzt guenstiger, wie ich hoere, kaufpreise sind vglweise stabil. – anders sieht es aus ueberall dort, wo nicht allererste lage ist. – von den leerstehenden flammneuen trabantenstaedten im norden und osten von madrid nicht zu reden.

  86. ja, an renitenz
    wie in...

    ja, an renitenz
    wie in wiener- & tempo-beiträgen
    fehlt`s im lande.
    vielleicht auch nicht. siehe prima (donna) dog – win.
    möglicherweise schlummerts nur unterm eise?
    .
    subversion gefällt mir auch @filou.

  87. @ExpatLI,
    vielen Dank fuer den...

    @ExpatLI,
    vielen Dank fuer den Buch-Tipp. Lese zwar die NYT auch fast jeden Tag, den Hinweis, dass die New Yorker Polizei jetzt auch Wallstreet-Banker rekrutiert, muss ich wohl uebersehen haben. Vielleicht untersuchen sie die hektischen Transaktionen, die an 9/11 vom WT-Center aus durchgefuehrt wurden, solange das eben noch moeglich war.
    Wenn ich es recht sehe, sind die meisten New Yorker Polizisten gewerkschaftlich organisiert. Von daher koennte man, und das auf der Grundlage von Olsons „Logik kollektivenb Handelns“, auch ueberlegen, ob die Gewerkschaftsmitgliedschaft bei der Job-Vergabe nicht auch eine Rolle spielt.

  88. "der mit immer grösserer...
    „der mit immer grösserer Geschindigkeit immer grössere Blasen aufpustet, und jene verlacht…..“Zitat D.A.- Geschindigkeit kommt sicher von Geschundenheit, und das
    Handy, das die Apfelsine und den Eifelturm erkennt,erkennt bald den rodelnden D.A……..das alles ist doch Wahnsinn. So wie Frank Schirrmacher schreibt: egal wo wir sind,was wir tun- wir sind im Netz.
    Irgendwie passt ja ihr letzter Absatz gar nicht zum Rest,in dem Sie versuchen
    wahrhaft zu machen,dass die bessere Gesellschaft sich noch der alten Grenzen schadlos bedienen kann.
    Die positivste Erklärung,warum man Babies in Gitterbetten steckt,ist weil sie irgendwann über ihre Körperbewegungen ihre Körpergrenzen spüren, und langsam sickerts dann durch: aha,das bin ich und der Rest ist das Andere.
    Und eine Fehlentwicklung ist dann der „lemmingneske Fortschrittsfetischismus“in Form einer „Echtzeit Dauerkommunikation“……
    das ist wie Dauerlutscher-soll mal jemand erklären,wozu man das braucht.

  89. kleinerberg, nun ja, ich kenne...
    kleinerberg, nun ja, ich kenne da beispielsweise eine recht wichtige Bankmanagerin in meinem Alter, über die findet sich im Internet nichts. Null. Man kann das durchaus so machen. Einmal pro Woche beantwortet sie private Mails, Briefe gehen schneller. Und ich literarisiere nach Kräften, anders ginge das alles hier gar nicht. Erklärungen, warum es anders so toll sein sollen, geben Figuren, die ihren Namen vorne mit einem @ versehen.
    .
    HansMeier555, ich denke, das war ein notwendiger Schritt. Wie es anders geht, sieht man ja bei den Vertriebenenverbänden. Und so tuer wäre es ja oft nicht, sich im Osten wieder was zu kaufen.

  90. swina, was soll daran so klug...
    swina, was soll daran so klug sein?
    .
    Filou und Louis XV, ich würde meinen, dass jeder Clan einen individuellen Untergang hat, das kann sehr unterschiedlich schnell gehen, Aber es gehört eben auch dazu: Jeder hat so seine historische Mission.

  91. Ist doch wunderbar, dass die...
    Ist doch wunderbar, dass die Oberschicht größtenteils konservativ in Krisenzeiten agiert. Das gibt – wie Sie selbst sagen – der Unter- und Mittelschicht die Möglichkeit, das Krisenmomentum vollends für sich in Anspruch zu nehmen.

  92. Und was zu tun? Ich sehe...
    Und was zu tun? Ich sehe gerade keine Vorteile (ausser niedrigen Zinsen für Elektroschrott und Abwrackprämie).
    .
    Hanskarl, es gibt wohl ein paar andere Beispiele auch, im Gegensatz zu den üblichen Einschätzungen gab es in Stadtrepubliken des Mittalalters oder in Bayern 1919 auch unblutige Umstürze – ohne dass es jetzt die Leistung der Ostdeutschen schmälern soll. Hier geht es übrigens über die feuertage munter – die Wünsche können noch warten.

  93. @Felix Herzbach, das sieht...
    @Felix Herzbach, das sieht Oskar genauso.

  94. Egon, ich habe auch nie...
    Egon, ich habe auch nie beabsichtogt, hier etwas anderes als eine Plauderei zu veranstalten.
    .
    However, you’re right: Given the fact that the poor are never the winners of change processes on the short run, the discrepancies tend to increase even there are severe losses on the top of the society, too. But this time it’s different: The crisis will have severe impact on complete countries, UK, Iceland, Ireland USA, and I don’t see any chance for them to get out of this mess in just a few years. So, the questiion is: Are you still rich if the country you’re living in starts to look like the less pleasent parts of the former Soviet Union?
    .
    Danke, HansMeier555, beste Wünsche zurück – tatsächlich halte ich diese Welt für die beste aller möglichen Welten, und zwar mit allem zynischen Unterton, den man sich vorstellen mag.

  95. G. Schoenbauer, dann stellt...
    G. Schoenbauer, dann stellt sich aber die Frage, warum die letzte Wahl so unglaublich anders ausgegangen ist. Sieht Oskar etwas, das es nicht gibt?

  96. ... er sieht oder sah Rentner,...
    … er sieht oder sah Rentner, die mit ihrer Rente nicht klarkommen, er sieht oder sah Arbeitslose, deren Versorgung in Teilen deutlich schlechter gestellt ist als frueher und er sieht oder sah Arbeitskraefte, deren Arbeitsplaetze bedroht sind. Mit den letzten Wahlergebnissen konnte er durchaus zufrieden sein und war es ja allem Anschein nach auch, nicht zuletzt im Saarland.

  97. Kann man es so...
    Kann man es so konzeptualisieren, daß es da zwei verschiedene Kapitalismus-Modelle gibt.
    Hier das Modell „Westviertel“, das in der Tradition der korporativ verfaßten oberdeutschen Handels- und Handwerkerstadt steht und wo alle Gewinne auch sozial verantwortlich reinvestiert bzw. rekonsumuiert werden müssen. Wohlstand und soziale Integration müssen da Hand in Hand gehen. Auch dort gibt es „oben“ und „unten“, aber in der weihnachtlichen Christmette begegnen sich alle und müssen fähig sein, sich gegenseitig in die Augen zu sehen. (sorry für den Kitsch mit einem Tropfen Wahrheit).
    .
    Dort das angelsächsische Modell „gated community“, das in der Tradition des karabischen Plantagen-Kolonialismus oder der Ostindien-Gesellschaft steht und wo man krasse soziale Unteschiede für negligabel, oder gar für wünschenswert hält. Die Ordnung läßt man sich dann durch mehr oder weniger rassistisch-totalitäre Gesetzgebung und Polizeipraxis garantieren.
    .
    Bislang hat Deutschland diesem MOdell gut widerstanden, aber die Versuche, auch hier eine solche Ordnung einzuführen werden wiederholt werden.
    .
    Ich würde als Kompromiß die frühneuzeitliche, barock-gegenreformatorische Residenzstadt empfehlen, wo unter dem Firnis der alleinseligmachenden Kirche alles und jedes toleriert werden kann.

  98. verehrter Hans Meier555,
    vom...

    verehrter Hans Meier555,
    vom Westviertel zur gated community – ja diese Tendenzen sehe ich auch

  99. Lieber Don!
    So sehr ich Ihre...

    Lieber Don!
    So sehr ich Ihre feinsinnigen Beobachtungen schätze, muss ich ihrer Grundthese in diesem Artikel, nämlich der Existenz einer allen geschichtlichen Veränderungen opportunistisch trotzenden Oberschicht widersprechen. Eine gewisse personelle Konstanz findet sich eingentlich nur im Adel, bei den wirklich sehr Reichen und bei „Quasiadeligen“ Beamten- und Akademikerfamilien. Die überwältigende Mehrheit der Reichen und Priviligierten hat diesen Status erst nach 1945 erreicht,undist meist kleinbürgerlicher Herkunft. Manch einer hat sein Glück durch Bildung gemacht, doch nicht wenige der Tegernseeanreiner haben ein kleines hässliches Geheimnis von Schwarzmarktgeschäften oder Schlimmeren im Keller. Konstant ist also nicht das Personal, sondern nur der Opportunismus.

  100. Good point, werter Don...
    Good point, werter Don Alphonso. Alles schoene Plauderei.
    But if all fails, if Iceland and Greece and assorted other entities zerbroeseln — so wie ashes to ashes, dust to dust — there’s alway Malle and other assorted watering holes in the Carribean where the survivors, can admire their faces in the glitter of gold. Sowas soll beruhigend sein.
    Wie es auch geht, in God — and lottsa Good Luck — we trust.
    Is Baden Baden a good refuge for the impoverisched Geldadel for those future years of collapse, my dear Don Alphonso? Seems like a pleasant spot. Or bleibt uns nur noch Pitcairn Island or Papua New Guina?
    Forgive the Denglish.
    Ich wuensche Allen Frohe Weihnachten … and Good Fortune for the coming year.
    Pax vobiscum

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