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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Hilfreiche Sekundäruntugenden I: Diskriminieren in besseren Kreisen

| 122 Lesermeinungen

Es ist mir stets ein Rätsel, was andere in anderen Klassen zu finden erwarten. Es ist überall gleich langweilig, es gibt überall die gleichen kleinlichen Vorurteile, und wer keine finanziellen Probleme hat, macht sich bei Bedarf eben andere. Allerorten sucht man nach Gründen, sich abzuschotten und sich "besser" zu fühlen. Wer immer meint, darin ein Ziel zu erkennen, erkennt damit nur Vorurteile und Diskriminierung an. Und sollte sich nicht wundern, wenn er selbst als Erster davon betroffen ist.

Think of all the fun I’ve missed, think of all the fellas that I haven’t kissed.
Eartha Kitt, Santa Baby

(Bitte diesen und die beiden folgenden Beiträge cum grano salis lesen. Danke) Es gibt Dinge, die man in der besseren Gesellschaft tut: Man sagt Bitte und Danke, man wartet, bis man gefragt wird, man fällt anderen nicht ins Wort, man achtet die Älteren und spendet zu Weihnachten. Das sind die Tugenden. Und es gibt Dinge, die man keinesfalls tut: Man geht nicht ins Bordell, man säuft nicht, man nimmt keine Drogen, man spreizt nicht die Ellbogen bei Tisch ab, man fährt keinen Opel, man hinterlässt keine unehelichen Kinder und Spielschulden. Das sind die Untugenden. Über die spricht man auch nicht.

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Neben Tugenden und Untugenden gibt es aber auch noch Sekundärtugenden, die man tut, ohne darüber zu sprechen. Kuppelei auf dem zweiten Heiratsmarkt zum Beispiel. Die richtige Qualität kaufen. Beziehungen spielen lassen. Es passiert, aber es wird einem – im Gegensatz zu den Tugenden – nicht explizit beigebracht. Und dann gibt es auch noch Sekundäruntugenden, die man ebenfalls tut, und über die man nicht redet. Diese Sekundäruntugenden sind delikat, weil sie zwar gewöhnlich und in allen Schichten der Gesellschaft anzutreffen sind, in besseren Kreisen aber anders gehandhabt werden. Gerade zu Weihnachten und Neujahr jedoch werden sie genutzt, denn in dieser Zeit kommt man mehr als sonst unter Menschen, die man nicht einschätzen kann. Mir beispielsweise passierte es einmal, dass ich bei einer Feier neben einer hochrangigen Mitarbeiterin des Bayerischen Rundfunks sass.

Und diese Dame nun, die gar nicht genug mit führenden bayerischen Politikern in Flugzeugen zu weltbewegenden Augenblicken der bayerischen Geschichte unterwegs sein konnte, diese stets devote Fragenstellerin mit implizierten Antworten, die so nur in China, in Nordkorea, im kongolesischen Staatsfernsehen und eben in Bayern über den Äther gehen, war hier plötzlich gar nicht mehr devot. Die Feier fand in einem guten Restaurant nahe des bayerischen Landtags statt; gut, und selbst wenn es nicht gut gewesen wäre, würde man als Gast schweigen, aber offensichtlich nicht gut genug für die Journalistin. Diese Dame, die, vorsichtig gesagt, nicht eben mit dem Silberlöffel im Mund auf die Welt gekommen, sondern eher auf der Brennsuppe dahergeschwommen ist, wusste alles zu bemäkeln. Raunzte den Kellner an, stocherte missmutig im Essen und begann nach der Vorspeise in diesem teilweise doch gehobenen Rahmen mit dem Diskriminieren.

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Nun ist die Diskriminierung exakt eine jener Sekundäruntugenden, die das granitharte Fundament jeder Klassengrenze bilden. Jeder, der nur ein paar Sekunden über das Thema nachdenkt, wird begreifen, dass es aufgrund der Verschiedenheit der Menschen gar keine Klassengrenzen geben kann, denn die Übergänge vom bildungsfernen Schläger vor der Rütlischule und Derivatezocker über den Werber, den Journalisten, den Politiker, den Pharmalobbyisten, den Arbeiter, den Bäckermeister bishin zu der sog. Besseren Gesellschaft sind volatil und fliessend. Gerade diese Indifferenz aber schreit nach Diskriminierung, einer Grenzziehung, die in ihrer Irrationalität um so wirkungsvoller ist, je willkürlicher sie getroffen ist. Der Altamerikaner musste möglichst gross durchbohrte Ohren haben, der Papst musste alle Gegner exkommunizieren, und wer oben mitspielen will, braucht nicht nur totale Übereinstimmung bei Manieren und Ansichten, sondern auch einen Begriff davon, was man Rausdiskrimieren möchte.

Und hier machte die Journalistin den entscheidenden Fehler. Geboren jenseits der Westviertel, aber mit einem enormen Drang, anerkannt und akzeptiert zu werden, diskriminierte sie die Falschen: Die Bedienung, ihre Untergebenen, Dienstleister, Menschen, die von ihr abhängig waren, und über die sie sich erhöhen wollte. Typisch für Neureiche und deren Unfähigkeit zur richtigen Diskriminierung: Diese Menschen glauben, dass sie Klassengrenzen überwinden können, wenn sie sich von jenen Kreise absetzen, aus denen sie stammen. Neureiche und Aufsteiger diskriminieren immer alles, was unter ihnen ist, und versuchen damit zu zeigen, dass sie keinesfalls zu „denen“ gehören. Sie trampeln sich mit der Diskriminierung eine Rampe der Überheblichkeit fest, über die sie Zugang zur besseren Gesellschaft haben wollen. Sie wollen nicht fragen, ob sie hochkommen dürfen – sie versuchen zu zeigen, dass sie auch oben sind.

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Und genau das ist der Fehler. In besseren Kreisen diskriminiert man ganz anders. Man hat es absolut nicht nötig, sich an der Theke mit dem Metzger darum zu streiten, ob er noch 10 Gramm mehr drauf tun darf. Man würde nie die Putzfrau ausrichten. Ganz im Gegenteil, gerade durch die nicht zu verleugnenden sozialen Unterschiede kann man mit anderen plaudern, ohne dauernd darauf herumzureiten, oder es die anderen spüren zu lassen. Dieses paternalistische Leben und Leben lassen ist gleichermassen angenehm, stressfrei und strukturerhaltend: Beide Seiten sehen zwar die Unterschiede, aber auch deren Bedeutungslosigkeit, wenn es um das Tagesgeschäft geht. Das lernt man in unseren Kreisen schon als Kind, weil man gnadenlos rundgemacht wird, wenn man in so einem Fall nur ein einziges Mal unhöflich sein sollte, man lernt es in der Kinderoper beim Barbier von Sevilla, wo Almaviva den Barbier braucht, und beim Don Giovanni, der nichts ohne seinen Leporello wäre.

Man lernt beim Barbier aber auch den schleimigen Basilio kennen, und den geldgierigen Dr. Bartolo, der eine hinterhältig und ausrichtend, der andere heimtückisch und nach Aufstieg schielend. Zusammengenommen sind sie der Urtyp dessen, was sich oben mit der Verachtung anderer Leute lieb Kind machen will, der Aufsteiger, das Wiesel, der Parvenü, der nur so lange nett ist, bis er zum Überholvorgang ansetzt. Solche Menschen respektieren weder jene, von denen sie abstammen, noch jene, die ohne jede Leistung dort geboren und aufgepäppelt wurden, wo sie gerne wären. Verständlich – aber es ist auch verständlich, wenn sie statt akzeptiert – die natürlichen Ziele der Diskriminierung der Oberschicht werden.

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Denn der Aufsteiger ist das perfekte Opfer: Er ist einfach auszusondern, weil ihm die gemeinsamen Erfahrungen des Aufwachsens in den besseren Kreisen fehlen. Er ist einfach zu treffen, weil er sich bei seiner Anbiederung exponiert. Er ist nicht systemrelevant, weil er isoliert ist, und man dabei nicht Gefahr läuft, mit ihm auch sein Umfeld oder eine gute Familie zu insultieren. Es wird allgemein akzeptiert, weil der Aufsteiger im Gegensatz zu anderen sozialen Schichten die Klassengrenzen in Frage stellt – natürlich ohne zu verstehen, dass er es tut, aber in besseren Kreisen lernt man früh, dass Unwissenheit vor Strafe nicht schützt. Und, das Schönste am Aufsteiger, mit seiner Ausgrenzung kann man anderen Schichten demonstrieren, dass man für Verräter nichts übrig hat. Aufsteiger ausgrenzen ist hochgradig systemerhaltend, ja, besser noch: Es verleiht einer vollkommen irrationalen, komplett eingebildeten und nur durch Vorurteile definierten Mauer einen Sinn und echte Geltung, wenn einer herabgefallen und sich an ihrem Fuss das Rückgrat gebrochen wird.

Also schneidet man den Aufsteiger nicht nur, man lässt auch kein Wort von dem durchsickern, was er über andere so äussert, man ist mucksmäuschenstill, solange nicht mindestens drei schlimme Ratschkatteln auf dem Wochenmarkt oder zwei Friseusen zuhören. Nie würde man natürlich auf die Idee kommen, ihn einfach nur auf seine Ebene zurück zu schicken; spricht man von ihm, sortiert man ihn stets hinter jenen ein, über die er sich zu erheben trachtete. Man reisst seine Rampe nieder, man teilt das öffentlich mit, und signalisiert, dass man nichts dagegen hätte, würde man ihm weiter unten seine Diskriminierung mit Gleichem vergelten. Man restauriert die zinnenbewehrten Mauern und reinigt den Graben davor, und wundert sich ein wenig, warum die so sind. Gäbe es doch so viele Möglichkeiten, die verfetteten Herzen all jener alten Tanten zu erobern, die gar nicht so schlimm sind, wie immer behauptet wird, solange man das System der besseren Tugenden und hilfreichen Sekundäruntugenden nicht in Frage stellt. Derweilen werden die verhinderten Aufsteiger Mitglied bei Facebook und Xing und versichern sich, dass sie trotzdem dazu gehören.

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122 Lesermeinungen

  1. ....
    .

  2. Bitte mehr davon! Ich bin...
    Bitte mehr davon! Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.
    Als Historiker bin ich dankbar für Aktualisierungen von Phänomenen, die man so schön z.B. im höfischen 18. Jahrhundert beobachten kann: Marie-Antoinette hat sich nicht zufällig als Schäferin – statt als Kaufmannsgattin – verkleidet. [Alewyns Großes Welttheater ist immer noch lesenswert dazu.]
    Distanz zum Vorbild und eine gewisse Verklärung. Beides trifft m.E. auch noch heute zu, wenn sich beispielsweise Kinder besserer Eltern in zerrissene Jeans (aber vom Designer!) kleiden.
    Wo die Grenzen feststehen, braucht man schließlich keine Angst vor ihnen zu haben.
    Damals war’s das Bürgertum, das die besseren Kreise ‚bedrohte‘, heute scheint es doch ein wenig unübersichtlicher.

  3. Verehrter Don, unsere...
    Verehrter Don, unsere gemeinsame Freundin Nancy Mitford entdeckte schon als junge Dame, dass man selbst bereits von Geburt an IN ist, während Aufsteiger, die gern IN werden möchten, gerade deswegen schon per Definition OUT sind, so sehr sie sich auch bemühen mögen.

  4. @v.K.
    Marie-Antoinette war...

    @v.K.
    Marie-Antoinette war zwar keine Aufsteigerin, aber gewissermassen eine Zugereiste, und zwar eine Zugereiste, die sich schwer tat in ihrer neuen Umgebung, und zwar ein Leben lang, sich jedenfalls nicht integrierte, ob sie nun nicht wollte oder – mangels Intelligenz, Einfuehlungsvermoegen … – nicht konnte. Und so wurde sie eben auch als Koenigin ein Opfer von Diskriminierung, und nicht nur als L’Autrichienne verunglimpft, wie man doppeldeutig sagte.
    Ich habe, neben dem Film von Sophia Coppola, versteht sich, vor allem die Revolutionsliteratur im Hinterkopf, und koennte es mir als durchaus schluessiges Argument vorstellen, wenn man die Eskapaden in Petit Trianon (Verkleidungen, aktive Schauspielerei, bewusstes Abgehen von primitivsten Formen der Etikette) als Kompensationserscheinung begriffe, aehnlich dem Verhalten heutiger Wirtschaftsbuerger, denen es an Bildung, oder Bildungsbuerger, denen es an der noetigen Knete mangelt, als ganz normale Statusinkonsistenz also.
    Gruss
    G.S.

  5. Der Höhepunkt der...
    Der Höhepunkt der Diskriminierung der im Beitrag beschriebenen BR Aufsteigerung wäre gewesen, hätten Sie anstatt „diese Dame“ geschrieben „diese Person“!

  6. sic !...
    sic !

  7. Werter Don,
    Sie beschreiben...

    Werter Don,
    Sie beschreiben mit leichter Hand eine mit Abstand unangenehmste Art Mensch. Deren „nach oben lecken und nach unten treten“ Zeugnis eines kümmerlichen Geistes ist. Äußerst fruchtbar ist in diesem Fall auch die absolute Nichtbeachtung. Ganz schlimm wird es, wenn sich zwei dieser Frontallappenbeschädigter zusammenfinden.
    Facebook und ähnliche sogenannte soziale Netzwerke leben tatsächlich zu einem großen Teil von solchen Kreaturen, was Sie sehr treffend erkannt haben. Die Unsinnigkeit von Hunderten „Freunden“ spricht für sich.
    Ihnen und den Ihrigen ein frohes Fest.

  8. Hm, da fällt mir ein gewisser...
    Hm, da fällt mir ein gewisser Steuerpächter vor ca. 250 Jahren ein.
    .
    Eventuell dauert es heute nicht mehr so lange.
    Es genügt Geld, der richtige Ehepartner oder ein hohes Amt.
    Der geschickte Aufsteiger ist dann auch noch höflich.
    .
    Ergattert man dann noch einen Platz auf der richtigen Schule für die lieben Kleinen, so ist spätestens die nächste Generation angekommen.

  9. Es genügt sogar mit einem...
    Es genügt sogar mit einem roten oder silbernen Automobil schnell im Kreis fahren zu können.
    Dabei muß man noch nicht einmal höflich sein.

  10. wie wahr, wie wahr...feiner...
    wie wahr, wie wahr…feiner Artikel.
    .
    Leider ist das bewusste Ausgrenzen als erzieherische Methode für gesellschaftliche Querschläger ein wenig aus der Mode gekommen.
    .
    Wünsche ein frohes Fest.

  11. Gut gebrüllt Löwe.
    Ein...

    Gut gebrüllt Löwe.
    Ein respektvoller Umgang mit den Putzfrauen und Putzmännern dieser Welt hat übrigens auch etwas mit Menschenwürde zu tun, wie ich sie verstehe.
    Völlig anderer Aspekt:
    Nicht nur zu Weihnachten wird mir warm ums Herz, wenn ich Ihren würdevollen Umgang mit Tieren (nicht nur bei Catcontent) beobachte und zu spüren meine.
    Auch hier kann ich nur sagen: weiter so, Don

  12. Als Pendant müsste jetzt noch...
    Als Pendant müsste jetzt noch eine Geschichte der sozialen Absteiger dazu kommen.
    .
    Unternehmerfamilien, der Kinder dann Universitätsprofessor oder Ladenbesitzer werden, und die Enkel dann Straßenmusikanten.

  13. "Bitte diesen und die beiden...
    „Bitte diesen und die beiden folgenden Beiiträge *** grano salis lesen“
    Grano salis? Grano salis! (Latein – with a pinch of salt) – damit wirkt Don Alphonso mit seinem ersten Satz selbst diskriminierend.
    Is Don Alphonso an intellectual snob?

  14. Don Alphonso ist nur jemand,...
    Don Alphonso ist nur jemand, den die Technik hier ausbremst, weil das Wort aus c, u und m als unanständig gilt und mit *** wiedergegeben wird. Ich könnte hier dazu aufrufen, ganz Berlin mit einer 10 Mater dicken Schicht aus Sahne vom Erdboden zu süssen, aber ich kann nicht mal einen Lateonbrocken anbringen.
    .
    HansMeier555, der Klassiker ist da der Psychiatrieaufenthalt, aber selbst die fangen sich dann meist wieder. So einen richtigen Abstieg – ich kenne da nur einen, der als Werber arbeitet.

  15. Don, der Wesenszug, den Sie da...
    Don, der Wesenszug, den Sie da beschreiben, ist leider nicht nur auf sog. „Aufsteiger“ begrenzt, wenngleich er da vermutlich häufiger auftritt.
    Mir sind grundsätzlich Menschen zuwider, die sich über andere erheben oder (verbal) auf jemanden eintreten, der schon am Boden liegt.
    Es geht nicht ums „besser sein“, sondern zuallererst mal darum, überhaupt „gut“ zu sein/zu werden.
    Gesegnete Weihnacht!

  16. Verehrter Don, schreiben Sie...
    Verehrter Don, schreiben Sie einfach „kum“: kum deo, kum grano salis – oder, wie man bei Ihnen in Igolstadt sagt – kum rueber. Die Lateinlehrer unter den Lesern werden es Ihnen nachsehen.

  17. (Achtung, Test!):

    C U M...
    (Achtung, Test!):
    C U M

  18. Die psychologisch...
    Die psychologisch nachhaltigste Diskriminierung findet in der eigenen Familie an, zwischen den Schwiegerleuten und natürlich den unterschiedlich gebetteten Cousins und Cousinen.
    .
    Pack Vobiscum

  19. Na also - ungeahnte...
    Na also – ungeahnte Möglichkeiten für Sie, werter Don!

  20. (Achtung, schon wieder ein...
    (Achtung, schon wieder ein Test!):
    сum grano salis (kyrillisches s + lateilisches u, m)

  21. Abseits aller...
    Abseits aller Diskriminierungen möchte ich dem Blogherren und allen Anwesenden (ob nun teilnehmend oder zufällig danebenstehend) ein frohes Weihnachtsfest wünschen!

  22. v.K., ganz zu schweigen von...
    v.K., ganz zu schweigen von MP3 amerikanischer Sänger aus schlechten Immobilienlagen, in denen zu Gewalt aufgerufen wird – ich denke aber, das ist die Sehnsucht auszubrechen, Hier wird es darum gehen, wie man dafür sorgt, dass keiner einbricht.
    .
    dunnhaupt, nun war Nancy Mitford ja aus einer Adelsfamilie, und das ist nochmal was anderes als der Schutzring um das deutsche Bürgertum. Der Aufstieg ist bei uns durchaus machbar, man kann das, wenn man sich Mühe gibt, durchaus lernen, denn so gross sind die Abstände nun auch nicht. Nur sollte man es eben nicht auf die oben beschriebene Weise tun.

  23. G. Schoenbauer, was damals...
    G. Schoenbauer, was damals wohl wirklich störte, war der Wechsel vom öffentlichen Königtum hin zu jenen Räumen, deren Fenster wirklich versiegelt werden konnten. Natürlich entzündete sich daran die Phantasie, und die Franzosen konnten ja nicht wissen, wie langweilig, rückständig und balkanisch die Wiener sind.
    .
    Don Ferrando, ich denke, die Diskriminierung über den Bayerischen Rundfunk ist schon schlimm genug.

  24. Test...
    Test

  25. Byron, desgleichen an alle!...
    Byron, desgleichen an alle! Das Problem des Internets sehe ich an den stets wiederkehrenden Anfragen, hier Werbung oder Linktausch zu machen: Irgendwelche schlecht erzogenen Kinder ohne korrekte Anrede, die mit der Tür ins Haus fallen und mehr Titel von Firmen haben, als ich je haben werde (genau genommen habe ich überhaupt keinen Titel), und denen man nur wünschen kann, dass die Schule des Lebens sie früh genug sauber durchrüttelt, damit sie in Zukunft wissen, wann sie zu schweigen haben. Aber genau in der Hinsicht ist das Internet ja gegentgeilig eingerichtet, und so gibt es sogar Vollversager, die anderen Volversagern Kurse für Twittern zum Verlabern ihrer nichtswürdigen Personalities andrehen.
    .
    Reiterjunge, der beste Weg dazu ist der zweite Heiratsmarkt, alles andere ist beschwerlich, und man wird kaum willkommen geheissen, wenn man nicht andere Qualitäten ins Feld führen kann. Beruflicher Erfolg ist eher keine Auszeichnung, warum auch, da muss noch mehr her: Kultur etwa kann helfen. Und natürlich die totale Unterordnung unter ein Regime, das dergleichen nur von Konvertiten fordert und sich selbst nicht drum kümmert. Kurz: Ich würde es einfach bleiben lassen.

  26. Ich danke zunächst den...
    Ich danke zunächst den FAZ-Technikern für die wunderbare cum-Erheiterung. So habe ich schon lange nicht mehr gelacht, grano salis.
    In Sachen Diskriminierung ist es das altbekannte Permaneder-Problem, der ja auch orange marmalade für eine Mehlspeis‘ hielt. Was mich dabei verblüfft, ist der strikte Wille der Aufsteiger dazugehören zu wollen. Es ist doch so, daß wir Leute am anderen Ende der Gesellschaftspyramide doch auch unseren Spaß und unseren Stolz haben. Dann ist es regelrecht widerwärtig zu sehen, wie so ein übermotivierter Karrierist die Stimmung verdirbt. Es ist nicht angemessen, es hat keinen Stil, es ist am falschen Platz. Dergleichen würde mir nie einfallen und ich würde mich dabei nicht wohlfühlen. Ich halte es lieber mit Fabricio aus dem Gil Blas:
    „Meine Lage wurde peinlich; schon begann ich Hunger zu leiden. Da beschloß ich, in Dienst zu gehen. Ich nahm Stellung bei einem Tuchhändler, der einen liederlichen Sohn hatte. Der Vater befahl mir, bei seinem Sohn den Spion zu spielen; der Sohn bat mich, ihm zu helfen, wenn er den Vater betrog: ich mußte wählen. Ich gab vor dem Befehl der Bitte den Vorzug, und das trug mir meinen Abschied ein.“

  27. Reiterjunge, das mit dem Auto...
    Reiterjunge, das mit dem Auto erschliesst sich mir seit dem Ausstieg von Tazio Nuvolari nicht mehr. Alle anderen sind doch nur Kerpener.
    .
    miner, also was ich do höre, wird bei uns schon drauf geachtet, dass die Kinder alle das Abitur machen, ohne Komasaufen und Aufenthalt in der Psychiatrie.

  28. Die besseren Westviertlkreise...
    Die besseren Westviertlkreise behandeln die Dienstboten also höflich und respektvoll?
    Aber doch hoffentlich nicht immer.
    Die Fähigkeit, so einen Kellner, Steuer- oder Anlageberater ordentlich zusammenstauchen zu können, ist ja auch eine Kernkompetenz und soll einem Otto Schily auch im politischen Alltagsumgang mit Richtern, Fraktionskollegen und Journalisten geholfen haben.
    Es muß ganz natürlich daherkommen, ohne Ahnung einer Grenzverletzung.

  29. Don, das möchte ich ja gerne...
    Don, das möchte ich ja gerne glauben, aber mein Bedauern bezog sich nicht auf die fehlende erzieherische Ausgrenzung diverser Zöglinge,
    sondern eher auf die fehlende gesellschaftliche Ausgrenzung der ausgewachsenen Fehlgestalten.

  30. Sehr gut geschrieben, eine...
    Sehr gut geschrieben, eine Freude diese Analyse zu lesen.
    Jede Gesellschaft braucht die sozialen Skelette um dem ganzen Form und Halt zu geben.
    Ihre Betrachtungen sind wunderbar.

  31. apropos Konvertiten:
    Da fällt...

    apropos Konvertiten:
    Da fällt mir ein Ex-Chef ein.
    Der ist sogar zum katholischen Glauben übergetreten als er nach Bayern geheiratet hat.
    Ein besonderers krasser Fall.

  32. Sage nur Robert Altman,...
    Sage nur Robert Altman, Gosford Park. So geht wirkliche „edle“ Diskriminierung besserer Kreise von oben: schauen, dass sich die „Domestiken“ (und gleich nach ihnen die gierigen Verwandten) hübsch gegenseitig diskriminieren. Divide et impera!
    Das was Don hingegen beschreibt, ist bemüht einen auf edle Fassade machen und nur vordergründig zu Kellnern und Hausmeistern nett sein. War ja strenger Drill von daheim und kommt nicht unbedingt von Herzen. Da sehe ich den Unterschied.
    (Wobei ich unter „Domestiken“ heutzutage alle subsumiere – nicht nur Friseure und Kellner – die in gewissem Sinne abhängig sind: Bewerber, Doktoranden, Praktis, Dienstleister aller Art, to be continued).

  33. Sollte man hier wirklich...
    Sollte man hier wirklich nicht
    cum grano salis
    schreiben können? Sollte mich doch wundern…

  34. Bei mir ging es definitiv...
    Bei mir ging es definitiv nicht, aber ich bin ja auch nur der Chef des Blogs.
    .
    Vroni, ich glaube, ich wäre sehr vorsichtig, eine Erfindung der 90er jahre mit dem zu verwechseln, was früher war – und selbst der Film spielt in Zeiten des Niedergangs der britischen Klassengesellschaft. Würde ich auf Gaösworth verweisen, könnte man wiederum ganz anderes erzählen – aber wen braucht das schon 2er Hand, wenn er es selbst erlebt hat.

  35. Reiterjunge, es gibt so...
    Reiterjunge, es gibt so Familien, die hier darauf gesteigerten Wert legen, gerade in den kleineren Orten. Und obendrein erleichtert es mitunter das gesellschaftliche leben, wenn man etwa Chef der freiwilligen Feuerwehr werden möchte.
    .
    Wolff, danke, nun, mir erscheint das alles weniger als Skelett, denn vielmehr als jener berühmte Stock mit Hut, vor dem man Ehrerbietung erwartet, derer man sich im Übrigen selbst nicht befleissigt.

  36. miner, aber genau das könnte...
    miner, aber genau das könnte man mit einer ordentlichen Aufzucht verhindern – dass die Glotze in der Hinsicht einen Seitenkanal für Übles geschaffen hat, nun, da muss man durch.
    .
    HansMeier555, meine reale Erfahrung mit dem Thema sagt mir, dass man sich noch eher auf dem Perserteppich übergeben darf, bevor man gegenüber Dienstleistern das Gesicht verliert. Das macht dann garantiert die Runde. Nie, nie, nie in unseren Zeiten das Gesicht und die Haltung verlieren.

  37. Lieber Don,
    ich habe hier eine...

    Lieber Don,
    ich habe hier eine wunderbar altmodische Literaturempfehlung zum Thema. Karrieristen werden das natürlich nicht lesen. Adolph Freiherr von Knigge: ‚Über den Umgang mit Menschen‘. Darin steht alles, was man wissen muß, wenn man es denn nicht von zuhaus mitbekommen hat. Meiner Ansicht nach ist dem seit 1787 kaum etwas hinzuzufügen. Ich besitze eine schöne Ausgabe von 1922.
    Frohe Weihnachten !

  38. @Reiterjunge,
    vielleicht...

    @Reiterjunge,
    vielleicht bestand die Frau Ihres Ex-Chefs auf einer kirchlichen Hochzeit; dann muessen, glaube ich, beide Eheleute katholisch sein.
    T. Blair soll ja auch zum Katholizismus uebergetreten sein. Dass er es ohne diesseitigen Hintergedanken gemacht hat, kann ich mir bei ihm eigentlich nicht vorstellen, habe aber keine Ahnung, was der Beweggrund gewesen sein koennte.
    Eindeutiger war es bei August dem Starken. Er wollte König von Polen werden und wurde es nach seiner Konversion auch.

  39. Wir verstehen auch weiterhin...
    Wir verstehen auch weiterhin nicht, warum unser Don immer noch zu sowas hingeht. Er weiß doch längst alles. Wenn man über sowas sprechen würde, würden wir sagen, wir fühlten uns fast schon an einen gewissen Leopold von … erinnert. Die zweite häfte des Nachnamens … .
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    Und wenn nicht auf uns zurückfallen könnte, was wir verlinken, dann würden wir ggfls. überlegen, folgendes zu verlinken:
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    „Dann lauter: „Ja, halloooo … grüß Sie, Herr Doktor Schneider… wie? Nee, nee, alles im grünen Bereich … Ich bin noch wegen eines Geschäftabschlusses unterwegs. Aber das kann auch mal warten für einen Kunden wie … Ja, meine Rede … und die Familie ist alles … Sie glauben gar nicht, wie recht Sie … Hamsterrad, yapp … Aber muss ja … So ist das … Leben ist kein Ponyhof.““
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    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,668459,00.html
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    Und fragt man gewisse Schirrmacher nicht um Reiseerlaubnisse, nicht wahr? Man erwähnt solche Gedanken nicht mal (selbst wenn man sie in einem schwachen Moment gehabt haben sollte). („Schirrmacher? Der Mann ist doch im Grunde schon tot seit seinem dummen Buch. Eigentlich heute schon für seine Position untragbar. Nicht geeignet für die Spitze der FAZ.“ – oder so.)
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    Und „mann“ und „frau“ können und sollen zusammen fruchtbar werden, das ist ihr Zweck. Anders als gepaarte Koffer, die weiter nur alt werden. Vielleicht schön alt. Sicher nie nicht Nachwuchs zeugen können und sollen. Das Leben an sich ist schon genial.
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    Es sei daran erinnert: Auch Rilke gehörte zu den eher wenigen, die den Ausbruch des Ersten Weltkrieges nicht mit „Hurra“ begrüssten – wie die Masse der Dummköpfe. Hier:
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    „Wie soll ich da, ich, dem Rußland, Frankreich, Italien, Spanien, die Wüste und die Bibel das Herz ausgebildet haben, wie soll ich einen Anklang haben zu denen, die hier um mich großsprechen? Genug.“
    .
    http://www.rilke.de/briefe/110915.htm
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    Und wir bleiben, allen Protestanten, Evangelen und Berlinern zum Trotze anteilig zu tiefst katholisch: Es gibt Weisheit die braucht nicht neu erfunden oder überdacht zu werden, sie ist schon da, war schon immer dar – und wird immerfort da sein:
    .
    „Geheimnis des Glaubens“ „Erhebet die Herzen.“ „Wir haben sie beim Herrn!“ — Mit der bekannten Betonung auf „haben“ – Stehende Ewigkeit durch Fortdauer der Gegenwart und des (offenbaren) Geheimnissses – Amen.

  40. Ein Salz-Körnchen Wahrheit...
    Ein Salz-Körnchen Wahrheit dazu gestreut, hoffentlich wird es jetzt nicht zu salzig – aber Körner kann man ja wieder abkratzen: In der sogenannten Mittelschicht und auch Unterschicht, diesen beiden Schichten, aus denen kommend man eh unter dem Generaverdacht steht, per Herkunft Aufsteiger sein zu wollen :-), ist es ebenfalls verpönt und gilt zumindest als unsympathisch, „niedriger Gestellte“ coram publico schlechtzureden oder niederzumachen.
    Ist nicht unbedingt ein Oberschichtding. Hatte saturierte Vorstandssöhnchen erlebt, extrem arrogant nur ab einem bestimmtem Frühstückdirektorentitel aufwärts grüßend – aber selten so ein derartiges Benehmen bei Leuten, die ernsthaft nach oben kommen wollten. Also genau anders herum. Was an der Perspektive liegen kann, Frosch- oder Vogel-, das ist hier die Frage :-)
    Kann man so sehen, Don. (Mit der Milieustudie Gosford Park jetzt.)

  41. Alles, was den Menschen...
    Alles, was den Menschen demütigt, freut jene, die glauben, dass er für höchste Ziel taugt.
    Nicolás Gómez Dávila

  42. Genau getroffen.
    Man erkennt...

    Genau getroffen.
    Man erkennt diese Aufsteiger auf der Stelle.
    Manieren liegen nunmal im Blut, die kann man nicht lernen.
    Auch mit Knigges Hilfe nicht.
    Bitte so weitermachen.

  43. Prinzipiell schätze ich den...
    Prinzipiell schätze ich den Spiegel nicht besonders, und wäre auch um Kommentare dankbar, die halbwegs nachvollziehbare Aussagen haben.

  44. Knigge ging es nicht um...
    Knigge ging es nicht um Manieren, sondern darum sich geltend zu machen. Es ist immer schön, die Menschen auch zu lesen, deren Geist man beschwört.

  45. Meine Empfehlung wäre Marcel...
    Meine Empfehlung wäre Marcel Proust.
    .
    Combray wurde von zwei Besitzungen beherrscht, derjenigen der altadligen Guermantes und derjenigen des zwar neureichen, aber tatsächlich sehr distinguierten und kultivierten Swann.
    Allein über dessen Mesalliance zu sprechen war verboten und einladen konnte man ihn nur ohne seine Frau.

  46. Ich bin ja mit dem Hofmann von...
    Ich bin ja mit dem Hofmann von Castiglione immer ganz gut gefahren, sehr empfehlenswert, das Büchlein. Dazu die Asolaner Gespräche von Pietro Bembo. Beides hat nicht so den Ruch der Benimmliteratur.

  47. Der Artikel scheint mir etwas...
    Der Artikel scheint mir etwas gestrig, da durch die Bildungsoffensive in den 70ern, die Aufsteiger und Karrieristen inzwischen in der Mehrzahl sind; gerade in der Altersgruppe unter 40.
    So ist inzwischen eine umgekehrte Strömung zu beobachten: die besseren Kreise passen sich dem schlechten Benehmen der Aufsteiger an.
    Ich meine mich zu erinnern, dass dieses Phänomen auch schon in diesem Blog behandelt wurde, als sich der Autor über die schlechte Tischhaltung der Business-Schooler beschwerte…

  48. Na ja verehrter Don Alfonso,...
    Na ja verehrter Don Alfonso, das war also Ihre Weihnachtsansprache.
    Es gibt nichts Neues auf der Welt. Gabs auch nicht vor 2000 Jahren. Wichtigtuer gabs und gibts in allen Kreisen. Z.B. wenn da aktuell die Hirsche fuer jene zum Abschuss freigegeben sind, die seit Jahrhunderten unter sich sind und sich an Weihnachten immer noch im Blutrausch ueber die waehrend des Jahres fuer sie extra gekirrten Geweihtraeger hermachen. Wenn nach der Honoratiorenjagd die Aufsteiger in der Wildkammer nach einem Stueck von der Strecke fragen gibt es so manchen Altvorderen, der generoes abwinkt. Wer ist denn da die Henne und wer das Ei ? Machen wir uns doch nichs vor: Frueher haben der Pfarrer, der Lehrer, der Arzt, der Apotheker und der Gutsherr entschieden wo die Buergersteige gebaut wurden. Heute heute sind diese weitgehend entmachtet. Statt dessen regiert ein von Aufsteigern geschaffenes und gepraegtes anonymes technokratisches Konglomerat auch Ihre kleine Stadt und der Buergermeister aus alteingesessener Familie springt solange die Arbeitsplaetze erhalten bleiben.
    Und kommen Sie mir nicht mit den kantigen Feldherren, denn diese waren und sind ohne ihre Centurien und Kohorten mit Aufstiegswillen keinen Pfifferling wert. Bleibt also noch der seit ungefaehr hundertfuenfzig Jahren existierende Geldadel and Ihrem See.
    Der wird sicherlich einen wesentlichen Teil seines Besitzes in den steigenden Rollatorpreisen vergraben muessen und tut daher gut daran fuer Goodwill beim Personal der Seniorenresidenz zu solgen.
    Frohe Weihnacht und ein Gutes Neues Jahr 2010 !

  49. Was an der besagten...
    Was an der besagten Rundfunkdame unangehm auffällt, ist ihr Verhalten als Radfahrerin (nach oben buckeln, nach unten treten), nicht ihr sozialer Aufstieg. Für eine Gesellschaft dürfte es insgesamt eher förderlich als hinderlich sein, wenn sozialer Aufstieg möglich ist, ja sogar gefördert wird. Es gibt auch genug Aufsteiger, die nicht vergessen, wo sie herkommen und sich besser benehmen als die vom Don beschriebene Journalistin.

  50. geehrter perfekt 57, ich teile...
    geehrter perfekt 57, ich teile ihre Meinung, am besten lebt sichs im katholischen Deutschland, hier kann man auch als Protestant oder Heide leben, grob gesagt im Gebiete innerhalb der Limes-Grenzen.

  51. Meine leicht paradoxe...
    Meine leicht paradoxe Erfahrung mit dem Umgang in besseren Kreisen (Adel, Bürgertum – freilich in Frankreich) ist die folgende: Man unterscheidet sich dadurch von den anderen Schichten, daß man weiß, was gute Manieren sind und daß man quasi instinktiv diejenigen erkennt, die diese ebenfalls haben. Genau aus diesem Grund muß man sie auch selten einsetzen: Die sklavische Unterordnung unter Regeln, auch die der Höflichkeit, gilt als kleinbürgerlich. Vielmehr gehört eine gewisse désinvolture (natürlich im richtigen Moment und in der richtigen Stillage!) zum guten Ton. Daraus entsteht eine sehr komplexe Mischung von Regelbeachtung und Regelbrechung… Hinzu kommt das Problem des Witzes, der so schwer im Erwachsenenalter erlernt werden kann.
    Man sollte es nicht glauben, aber diese Codes haben die Französische Revolution, das 19. und das 20. Jahrhundert ohne größere Probleme überlebt.

  52. Oh, wie gut tut so ein...
    Oh, wie gut tut so ein Beitrag, wenn man nicht dazugehören muss – zur feinen Gesellschaft.
    Freiheit ist ein ziemlich hohes Gut und kann wohl nur von dem richtig bewertet werden, der sie hat.
    Wie schön ist es doch mit seinem Opel durch die Landschaft zu fahren und mit diesem nicht nur schön sondern auch praktischen Auto (ich fahr nen Zaffi) wirklich echten Fahrspaß zu genießen.
    Wissen die Damen und Herren der ersten Riege eigentlich wie schön und befreiend es ist mal so richtig ausgiebig zu popeln?
    Wer seine Sinne noch recht beisammen hat wird Schniposa oder Roulade mit Rotkraut und Kartoffel jedem Edelfraß vorziehen (jetzt zu Weihnachten meint ja jeder Discounter, er müsse seine Kundschaft mit dem abgedrehten Fraß der oberen 10000 verwöhnen. Iiih bah, so was mag ich gar nicht und ich versteh auch nicht, wieso die Leute ausgerechnet zum Fest der Liebe son abgedrehtes Zeugs kaufen und dann auch noch essen).
    Man hat festgestellt, dass die Leute im mittleren Gehaltssegment die glücklichsten sind und das ist vermutlich leicht nachzuvollziehen. Wer da angekommen ist, der ist wirklich frei. Er darf sich geben wie er ist ohne irgendwelches zwanghaftes Verhalten an den Tag legen zu müssen.
    Ich denke mal, dass die ganzen Möchtegernaufsteiger diesem Klientel entspringen. Warum nur? Warum aus dem glücklichsten Stand in einen deutlich weniger glücklichen wechseln.
    Wichtig ist doch nur, wie zufrieden man mit sich und seinem Leben ist. Und da Geld und Einfluss für jemanden, der nicht grad in wirtschaftlicher Not lebt, für die Zufriedenheit ziemlich unwichtige Größen sind, sollte man diesen Leuten vielleicht erst einmal ein paar nette Ratgeber über Lebensbewältigung in die Hand drücken bevor sie den Fehler ihres Lebens machen und in einen goldenen Raubtierkäfig eindringen der wohl nur von außen interessante und erstrebenswerte Reize bietet.

  53. Wir fanden durchaus eher...
    Wir fanden durchaus eher nicht, das wir kryptisch gewesen wären. Tippfehler sicher zu viele. (Man rief in unseren Rücken, im Esszimmer dampften bereits die frisch aufgetragenen Speisen, und man hatte bereits die Hände gefaltet.)
    .
    Gut hat es auch der, welcher gar kein Bürgerlicher ist. Nie anstrebte, so jemand zu sein. Auch nie nicht was anderes sein wollte, als „Zigeuner im grünen Wagen“, Hochseilartist unter der Zirkuskuppel. (Letzteres, wie bekannt, auch eine Reinform von öffentlicher Existenz, Künstlertum halt, z. B. auch dem Schriftstellerberuf nah verwandt. Der Wortkünstler ja auch Equilibrist, wenn man so will.)
    .
    .
    Am Rande: Spätestens im Frühjahr fahren wir wieder nach Olot (auch wg. der Schwarzen Madonna, evtl. Link) und nach Ripoll, die südlichen Pyrenäen gefallen uns so gut.
    .
    http://de.wikipedia.org/wiki/Olot http://de.wikipedia.org/wiki/Santa_Maria_de_Ripoll

  54. Aufsteiger sollten sich...
    Aufsteiger sollten sich grundsaetzlich folgenden Satz auf die erste Seite ihres DIARY schreiben:
    „Sei freundlich und verbindlich zu allen, die du auf der Leiter des Erfolges ueberholst!
    Denn merke: auf dem Weg nach unten begegnest du allen wieder!“

  55. Die, welche die Anerkennung...
    Die, welche die Anerkennung verdienen, treten wenn es erforderlich ist, nach oben !

  56. Don Alphonso 10.06h
    The...

    Don Alphonso 10.06h
    The Mitford sisters – es waren sechs Mädchen, darunter Unity und Diana. Beide waren „eng mit Adolf Hitler befreundet“ wie die ganze Welt weiss.
    Ich habe vor mehreren Jahren in den GB-Media gelesen, dass ein uneheliches Kind irgendwie in einem Dorf in Südengland in den späten 30iger Jahren geboren wurde, und die Mutter war angeblich entweder die eine oder die andere der o.e. zwei Frauen. Und im Dorf wurde immer noch über die Indentität des Vaters des Kindes auch spekuliert.

  57. Ein schoener Satz, lieber...
    Ein schoener Satz, lieber Grimaldeli. Dafuer seien Sie von mir geherzt.

  58. Ich bin ein Aufsteiger....
    Ich bin ein Aufsteiger.

  59. Don Alphonso ist sicher kein...
    Don Alphonso ist sicher kein „intellectual snob“ er ist ganz einfach sehr gut ausgebildet. Re grano salis: wie die Engländer pflegen zu sagen, „The Greeks had a word for it“ * – auch die Romans konnten sich sehr präzis ausdrücken. Suffixe und Präfixe machte das möglich. Don Alphonso besitzt dieselbe Fähigkeit, d.h. sich präzis und elegant auszudrücken.
    P.S. Darf ich „Lady Troubridge’s Book of Etiquette“ empfehlen?
    *laconic (lakonisch) – ein altgriechisiches Wort . In Lakedaimonia (d.h. Sparta) sprachen die Menschen immer sehr „lakonisch“.
    Frohe Weihnachten!

  60. Ich benötige Hilfe.
    Man...

    Ich benötige Hilfe.
    Man würde nie die Putzfrau ausrichten.
    Was versteht man darunter?

  61. Ausrichten ist im Sinne von...
    Ausrichten ist im Sinne von „über sie gegenüber anderen schlecht reden“.

  62. Ich bin über den Artikel...
    Ich bin über den Artikel erschrocken.
    Er liest sich nonchalant, aber wenn ich über den Inhalt nachdenke, sehe ich folgende Aussage: Aufsteiger verdienten es, gemobbt zu werden, weil sie arrogant wären oft selber andere Menschen schlecht behandelten. Aufsteiger seien selbst schuld, wenn sie trotz guter Leistungen ausgegrenzt werden und schließlich mit kaputter Psyche scheitern, denn sie hätten gefälligst in ihren Kreisen zu bleiben und mit entsprechend gering oder mäßig bezahlten Arbeitsplätzen zufrieden zu sein.
    Ich nehme an, dass es auch Aufsteiger gibt, die nicht nur kompetent und ehrgeizig sind, sondern auch fair und freundlich. Werden nette Aufsteiger akzeptiert und gleichberechtigt behandelt? Beim Mobbing Fremder durch die Arrivierten geht es gar nicht darum, es Arschlöchern heimzuzahlen, es geht um Besitzstandswahrung. Nicht ein kompetenter Aufsteiger soll einen überbezahlten Platz im Unternehmensvorstand oder als Chefarzt ergattern, sondern die eigenen Kinder.

  63. @Don
    Vielen Dank
    Ist das...

    @Don
    Vielen Dank
    Ist das bayrisch oder habe ich was versäumt? Außer Bayrisch halt.

  64. Sophica, es bezog sich...
    Sophica, es bezog sich eigentlich nur auf einen ganz bestimmten Typus: Jenen, der glaubt, seine eigenen Klassengrenzen definieren zu können, indem er eine Diskriminierung votträgt, die in dem Rahmen, in dem er sich bewegen möchte, ein klares Tabu ist. Mit so etwas zieht man automstisch Abgrenzungswünsche an. Und wie schon erwähnt: es gibt sehr viele, sehr viel bessere Methoden, um geschätzt zu werden. Nur in diesem gar nicht seltenen Fall kollidiert eine Fehleinschätzung der besseren Kreise mit deren weitgehend üblichen Selbstverständnis.
    .
    ???, ich habe keine Ahnung, aber bei uns sagt man das halt so.

  65. Don Alphonso, gut beobachtet....
    Don Alphonso, gut beobachtet. Aber lernt man in den bessere Kreisen nicht mehr, zwischen diskreditieren und diskriminieren zu diskriminieren, um sich zu distinguieren? Und wird derjenige, der hier nicht mehr diskriminiert, nicht mehr länger so diskreditiert, wie Sie es beschreiben, weil womöglich das Fehlen eines solchen Distinktionsmerkmals nicht mehr länger einen hinreichenden Anlass dafür bietet?

  66. fionn, aber sicher, immer...
    fionn, aber sicher, immer doch. Buchempfehlungen sind stets willkommen.
    .
    Bluecotton, jeder ist ein Aufsteiger oder Nachfahr eines Aufsteigers. Aufsteigen an sich ist nicht das Problem, es geht um die Art des Aufstiegs.

  67.  
    @Don:
     
    Auch der...

    @Don:
    Auch der Chef kann hier völlig unzensiert latinisieren, wenn er denn weiß, wie: Man muß nur einen Buchstaben im kritischen Wort maskieren, sprich durch seinen numerischen Code ersetzen. Schon spricht der Suchfilter nicht mehr auf das scheinbar böse Wort an, wie auch, es steht ja nicht im Klartext da. Im obigen Beispiel habe ich das „c“ codiert und
    „cum grano salis“
    geschrieben, was als
    „cum grano salis“
    dargestellt wird. Macht kaum Mehrarbeit. Eine Liste aller gängigen Zeichen und ihrer jeweiligen Codierung gibt es z.B. unter
    http://www.web-toolbox.net/webtoolbox/html/ascii-zeichen.htm
    Übrigens: Mit einem „non-breaking-space“, geschrieben
     
    kriegt man hier auch schöne Leerzeilen ohne Punkte zustande… (um dessen Schreibweise hier zu demonstrieren mußte ich das „kaufmännische Und“ vornedran seinerseits maskieren).
    Fazit: Der Kenner kann schreiben was er will, die Trolle sind meistens nicht gewitzt genug, um die technischen Hürden zu überwinden…
    Besinnliche Tage!

  68. fionn, nun, scjlimmer ist,...
    fionn, nun, scjlimmer ist, dass vor weniger als 7 Monaten der rote Daimler von Nancy Mitford offeriert wurde – und ich konnte ihn nicht kaufen!
    .
    Grimaldeli, ein Anlass für diesen Beitrag ist eigentlich jemand, bei dessen Kommentaren ich übersehen habe, auf seine Webseite zu gehen. Heisst Aufsteigen Punkt Net. Realsatire. Der gute Mann ist gerade dabei, seinen Link bei vielen grösseren Blogs zu hinterlassen. Besonders nett ist das hier:
    aufsteigen.net/2009/11/frugale-finanzgewohnheiten-die-kunst-des-richtigen-sparens/
    „Lies Bücher kostenlos in öffentlichen Büchereien oder einfach im Buchladen.“
    .
    Das nenne ich asozial. Mit solchen Aufsteigern, die nur den eigenen Vorteil suchen, würde ich nichts zu tun haben wollen

  69. Zur Rundfunkperson ist mir...
    Zur Rundfunkperson ist mir noch was eingefallen:
    Wir Kleinbürger haben es halt nicht gelernt, uns stilvoll bedienen zu lassen. Unsere Eltern haben uns mit aller Härte dazu erzogen, daß wir anderen nie und nimmer „Umstände machen“ dürfen. Darum erschrickt man, wenn einem im Foyer eines teuren Restaurants ein livrierter Page den Mantel abnehmen will. Der erste Reflex ist, sich dagegen zu wehren. Fällt einem zufällig ein Papiertaschentuch auf den Boden, hebt man es wieder auf.
    .
    Und auch durch diese allzu bescheidene Haltung verraten wir unsere inferiore Herkunft und Stellung — darum ist die Versuchung groß, es sich gewaltsam abzutrainieren.

  70. Gracians Handorakel. Hierfür...
    Gracians Handorakel. Hierfür lernte Schopenhauer die spanische Sprache. Und natürlich den Kardinal Retz. Der Galateo ist auch ganz angemessen. Der Habitus der meisten Beiträge hier widerspricht im Übrigen den Vorstellungen oder Phantasien, die man über sich selbst hegt. Den Daimler einer anderen Dame zu kaufen, mag es sein wer es mag, Sie verzeihen mir, das ist überaus abgeschmackt. Ich finde es aber beleidigend, wenn man mir Bücher schenkt, die ich im Traum nicht lesen mag – ich lese nur wieder, nichts Neues mehr. Proust auf einer Reise zu lesen ist ein Sakrileg.

  71. Inferior ist meines Vermutens...
    Inferior ist meines Vermutens nach alleine, sich darüber Gedanken zu machen, was es heißt, inferior oder nicht zu sein. Auch Könige bücken sich, wenn es an der Zeit ist.

  72. Ich habe ihre Bemerkungen mit...
    Ich habe ihre Bemerkungen mit mehr als einem grano salo gelesen, verehrter Don Alphonso. In fact I swallowed a whole package of the stuff, denn das war noetig wenn es mir bewusst wurde dass die ganze Diskussion hauptsaechlich nur Nuveau Riche Typen betrifft, und andere finden moechten. Ob es sich bei denen um ein Geltungsbeduerfnis handelt? Oder ist es nur die uebliche neidische Upward Mobility der hungrigen Massen?
    Diejenigen die wissen, wer sie sind, wo sie herkommen, sind meist mit einer natuerilichen Superioritaet von Geburt aus ausgerusted. Sie sind bewusst dass diese „social climbers“ unwichtig sind, es sei denn es droht eine Revolution die den „social order“ des status quo zerstoeren koennte.
    Ich bin nicht sicher, aber glaube man hat den Ausdruck „Lumpenproletariat“ den weniger gehobenen Schichten mal verpasst. Natuerlich ist das nicht schoen in unserer egalitaeren Zeit, was?
    Fuer die etablierten Luminati , die ich manchmal in ihrem Habitat beobachten konnte, ist es klar: So isses halt. That’s the order of things. Some are on the top, others are not, and others are scrambling to get there.
    Good luck.
    May the best man or woman win.
    Pax vobiscum

  73. @fionn/24. Dezember 2009,...
    @fionn/24. Dezember 2009, 16:15
    We call it „sophisticated“!
    .
    @Don Alphonso/aufsteigen.net/2009
    Da reichen mir 3 Zeilen und ich ziehe von dannen.
    Klingt von der Schreibweise her, wie eine Geschaeftsidee von Norman Rentrop.
    Ausserdem mag ich es sehr, wenn man mich einfach mal so duzt.
    .
    Allen ein gesegnetes Weinachtsfest!
    G

  74. Für Aufsteiger resp. ...
    Für Aufsteiger resp. Arrivistes haben die Deutschschweizer einen Rat parat, nämlich „Nur nicht auffallen, liebes Kind“.
    Uebrigens, wie lebt man in Deutschland? Gibt’s sowas wie „la deutsche vita“?

  75. ja, ein frohes fest!
    .
    der...

    ja, ein frohes fest!
    .
    der artikel will mir nicht schmecken,
    irgendetwas ist schräg …
    aber ich bin zu weihnachtsbräsig, um es genau bestimmen zu können.
    (sei es hochmut oder angstabwehr oder ..?)
    .
    aber für die kleine lektion:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Cum_grano_salis
    meinen dank.

  76. @HansMeier555,
    tja, die...

    @HansMeier555,
    tja, die Rundfunkdame hat mich auch etwas ins Gruebeln gebracht. Die altbekannte Geschichte aus der Asservatenkammer von Psychologen, dass die taegliche Portion von Frustrationen, die man auf solchen Positionen wohl unweigerlich serviert bekommt, vielfaelltige Aggressionen nach sich ziehen, die an sozial Schwaecheren abgearbeitet werden (wenn man sie nicht ersaeuft), waere moeglicherweise auch hier einschlaegig. Hat m.E. auch nicht unbedingt etwas mit Diskriminierung zu tun, so wie ich den Begriff verstehe.
    Wuerde einem solchen Typ im uebrigen durchaus zutrauen, dass er den Service eines 5 Sterne-Hotels zu schaetzen weiss, was ihn ja nicht davon abhalten muss, auf den Portier einzuprugeln, dem Koffertraeger das Trinkgeld vorzuenthalten oder uebers Essen zu meckern, wobei letzteres natuerlich auch gerechtfertigt sein kann.
    Gruss + schoene Weihnachten
    G.S.

  77. @vincent,
    ist in meinen Augen...

    @vincent,
    ist in meinen Augen etwas zu einfach gedacht. Da kommt dieser Aufsteiger forschen Schritts in der besseren Gesellschaft an, trifft auf ein Mitglied des Establishments, macht kein Hehl daraus, dass er dazugehoeren und so werden wie dieses selbst: einzigartig, u. uebersieht dabei, dass das ein Angriff auf das Selbstverstaendnis dieses vornehmen Menschen ist.
    Von dessen Warte aus gesehen, ist der Aufsteiger folgerichtig eine gute Gelegenheit zu forcierter Selbstdarstellung: er erhoeht sich durch dessen Erniedrigung, Demuetigung … Dafuer gibt es tausend und abertausend Distinktionsmerkmale, die und deren Wertigkeit der vornehme Mensch natuerlich ganz allein bestimmt (das Buch, das er zufaellig liest, muss man natuerlich kennen, wenn nicht: igittigitt; das Porzellan, aus dem der Kaffee geschluerft wird, Epochenbestimmung selbstverstaendlich inbegriffen, das Bild an der Wand, den Schmetterling XY aus der Kollektion des Urgrossvaters …).
    Ansonsten: vgl. das Nicolas Gomez Davila-Zitat in dem Beitrag von Josef.
    Gruss
    G.S.

  78. vielleicht ist ja die...
    vielleicht ist ja die
    distinktion
    an sich.
    .
    warum sollte sich ein mensch mit selbstbewußtsein,
    neugier auf die welt
    und der fähigkeit zur selbstreflektion & selbst/ironie
    abgrenzen wollen?
    .
    .
    warum das burgtor hoch,
    wenn doch der kritische geist & das unverblendete herz dem einen willkommen heißen und den anderen passieren lassen können –
    warum sich durch ausgrenzung
    (auf welcher seite man auch immer stehen möge) selbst kasteien?

  79. Hallo,

    mir stoesst der...
    Hallo,
    mir stoesst der Artikel auch merkwuerdig auf.
    Wollen wir doch mal nicht vergessen, dass diese eine Klasse eigentlich gar keine Daseinsberechtigung hat. Sie hat ueber Jahrhunderte genommen und von dem etwas aufgebaut, was ihr nicht zusteht. Diese Klasse hat Dreck am Stecken. Ihr Abschottungsvermoegen oder ihr Netzwerk ist das einzig Bewundernswerte, weil ich es nicht sehen kann, sondern nur ab und zu erfahre, dass man mich geringschaetzt.
    Aber letztendlich hat diese Klasse genauso Schiss davor, dass ihr Besitztum enteignet wird, so wie der Proll Angst davor hat, seinen Kredit nicht mehr abzahlen zu koennen.
    Mir ist jedenfalls der Aufsteiger, der tatsaechlich jahrelang buckelt und schlechte Manieren zeigt, und dabei mal auf die Kacke haut, wesentlich sympathischer als ein Gockel im edlen Zwirn, der sich auf den Nicht-Ruhmestaten seiner Vorfahren ausruhen darf.
    Manieren, Geschmack, pah, dass ich nicht lache.
    Aber das sage ich, der im Osten Deutschlands aufgewachsen ist und sich wie der HansMeier555 dabei unwohl fuehlt, wenn er uebertrieben bedient wird.
    Grummend.

  80. Was ich ja immer wieder ganz...
    Was ich ja immer wieder ganz reizend finde: Man ist nicht dagegen, dass etwas Ungutes passiert. Man ist nur dagegen, wenn jemand darauf hinweist, und sich gleichzeitig weigert, die wohlfeile Empörungsmaschine in Gang zu setzen. Nur so viel: Ich sehe meine Aufgabe nicht in Gefallsucht. Ich möchte Dinge ansprechen, die aus verschiedenen Gründen von allen Seiten gern beschwiegen werden. Pauschale „das steht denen gar nicht zu“-Anwürfe werden im Übrigen der Sache nicht gerecht; und diese Klasse hat seit Jahrhunderten Strategien entwickelt, um da zu bleiben, wo sie ist. Ich würde sogar sagen, dass diese Kompetenz ihren Wesenskern ausmacht. Angst? Aber nicht doch.

  81. Wo kommen denn diese...
    Wo kommen denn diese Manierlichkeiten her: „Man sagt Bitte und Danke, man wartet, bis man gefragt wird, man fällt anderen nicht ins Wort, man achtet die Älteren und spendet zu Weihnachten.“
    Der entscheidende Punkt ist, sich klar zu machen, dass man etwas „ist“ und nichts „sein will“.

  82. Lieber Don Alphonso,

    falls...
    Lieber Don Alphonso,
    falls ich etwas ausfallend wurde, so moechte ich mich dafuer entschuldigen. So soll es ja nicht sein, denn ich lese Ihre Artikel sehr gerne und ich bin Ihnen dankbar, dass Sie mir einen Einblick von der anderen Seite geben, über die ich nichts weiss.
    Meine Ahnungen entstammen meiner Kindheit, gefuellt mit vielen russischen Maerchen, den Gockeln, den weissen Miezekaetzchen, deren schoene Haeuschen lichterloh brannten und sie dann bei den Armen Zuflucht fanden, welche sie zuvor aussperrten. Das ist richtig fiese Ideologie, die ein Kinderkopf nicht mehr los wird.
    Und so bin ich neugierig und möchte wissen, ob es sie wirklich gibt, diese in sich geschlossene, undurchlässige Kaste. Oder ob es eine durch die Kunstfigur Don Alphonso geschaffene Sphäre ist, die auf uns wirken soll. Ich bin mir nach wie vor nicht sicher. Ich muss immer an Industrielle denken, irgendwie.
    „Diese anderen“, gibt es euch denn wirklich?
    Ich sehe aber in Rumänien oder in Russland diese Clubs mit den vielen schwarzen Wagen davor, diese Tussis in ihren wohlgeformten Koerpern, dieses snobistische, brutale, krass nach Geld unterschiedene, von oben herabsehende. Damit kann ich etwas anfangen. Da steh ich als Normalo dazwischen. Mittlerweile finde ich das auch in Berlin relativ offensiv.
    Reden wir von solchen Kreisen, welche in die angeblich „oberen“ existierenden Sphären einzudringen versuchen? Oder ist das alles nur Show?
    Oder reden wir von Leuten, die tagtäglich buckeln gehen, auf Kosten anderer Leute ihre Profite einfahren, sich nen Haeuschen am Stadtrand kaufen, dann vielleicht noch ein Boot dazu, aber doch irgendwie alles kleinbuergerlich, spiessig? Die natuerlich in Hotels rummosern, wenn es nicht sauber ist, man zu lange auf das Essen wartet, obwohl man bereit ist, viel Trinkgeld zu zahlen fuer eine zurueckhaltende, angenehme Behandlung?
    Ich versteh das alles nicht. Alle gehen doch letztendlich aufs Klo und lassen die Hosen runter.

  83. Ah. Genau. Diese Fragen...
    Ah. Genau. Diese Fragen schwirrten auch noch in meinem Kopf herum:
    Ich frage mich tatsaechlich, was erstens jemanden in diese Kreise „aufsteigen“ laesst. Etwa durch Heirat? Was erwartet mich als Normalo-Menschen überhaupt? Wuerde ich gluecklich? Bekaeme ich den Unterschied ueberhaupt mit?
    Zweitens, was laesst diese Kreise „unruhig“ werden? (Unruhe im Land kann es ja nicht sein, denn da geschieht euch nix, wegen der jahrhundertelang entwickelten Strategien…)
    Und drittens, da mir meine Familie am liebsten ist und wir nie besonders viel hatten: wie schaffen wir es denn, Stabilitaet aufzubauen, so dass wir nicht verlieren koennen in diesen „windigen“ Zeiten? Wie koennen wir uns die Angst nehmen und wieder auf uns vertrauen, während Zeitungen/TV/Internet/Blogs uns ueber all den Dreck informieren, der in der Welt passiert oder uns zeigen, was wir alles nicht haben und doch haben sollten. Wie kommt es denn zu blühenden Landschaften. Wie bekommt man die Kontrolle über das eigene Leben zurück. Oder fehlt uns doch einfach diese Revolution?
    Ach. So spät.

  84. Hans Meier, wie wahr. genau...
    Hans Meier, wie wahr. genau diese situationen: restaurant und hotel – genau dort merkt man, wo man herkommt. mir ist das allerdings immer aus 2 gründen peinlich: einmal, wie sie schreiben, weil man es als nicht gerecht empfindet, andere für sich arbeiten zu lassen. aber auch, weil ich ständig das gefühl habe, nicht zu wissen, wie ich mich richtig verhalten soll, sprich: wie ein bauer wirke.

  85. Wie immer gut zu lesen lieber...
    Wie immer gut zu lesen lieber Don,
    wünsche frohes Fest und guten Rutsch ins neue Jahr.
    Mache bitte auch im kommenden Jahr weiter wie in diesem,unserer Kultur wirds sicher nicht schaden…

  86. Mir scheint, daß dem Parvenü...
    Mir scheint, daß dem Parvenü in Deutschland viel weniger mentale und kulturelle Hürden entgegenstehen als in den meisten anderen Ländern. Wenn man erst mal Geld und Position hat, kann man nicht mehr viel falsch machen. Das bißchen Erziehung kann jeder lernen. Herausragende Bildung, hochdeutsche Aussprache oder Bordellverzicht werden mitnichten verlangt. Vermutlich genügt es vollkommen, wenn man in zwei, drei Vereinen größere Summen spendet, hin und wieder bei Benefiz-Konzerten physische Präsenz zeigt und sich dabei gegenüber jedermann freundlich und zurückhaltend gibt.
    .
    Wenn sich trotzdem noch irgendwer der alteingesessenen Platzhirsche über gewisse Defizite mokiert, na und. Darüber kann man auch hinwegsehen, wirklich schaden kann einem das nicht. Wenn dann die eigenen Kinder durch gute Erziehung und Schulerfolge glänzen, dann wird man den anderen auch schon plötzlich als Vorbild hingestellt.
    .
    Das Kulturniveau der etablierten Familien sollte man auch nicht überschätzen. Wer Kunstgeschichte studiert, gilt bestenfalls als liebenswerter Paradisevogel.

  87. Ob mit oder ohne grobes Salz -...
    Ob mit oder ohne grobes Salz – ohne Sex auch kein StaatSexamen. Ein weiteres launiges Beispiel für Zensurversuche, und wie man sie umgeht, und das nonchalant serviert in den Kommentaren.
    Danke, Don und zonebattler.

  88. Genial: "Devote...
    Genial: „Devote Fragenstellerin mit implizierten Antworten“.
    .
    Ach wenn hier nur auf den Suggestivjournalismus der gleichgeschalteten Medien angespielt wird. Aber: Auch eine schöne Umschreibung für bigotte Inquisitionstalente.
    .
    Vielen Dank für die Frechheit in der besinnlichen Weihnachtszeit.
    .
    Danke, Don!

  89. Das Thema wird uns...
    Das Thema wird uns wahrscheinlich noch lange verfolgen. Z.B. habe ich mich gefragt, wer sind den die Gastredner in St. Gallen gesellschaftlich? Ob ihr Erfolg so leicht oder so schwer war, wer kann es schon wissen. Sogar den L. Defunes hat ein Freundesnetzwerk aus dem Dreck rausgeholt und nicht das eigene Talent.

  90. bluecotton, ab einer gewissen...
    bluecotton, ab einer gewissen Stufe der Beziehungsgeflechte gibt es immer einen, der einem wieder die Türen aufmacht. Letzthon war in der deutschen Wirtschaftspresse ein weinerlicher beiträg über jemand zu lesen, der eine Firma, in der er im Aufsichtsrat sass, für seine Firma gekauft und dafür Provisopn bekommen hat, und die natürlich auch nicht versteuerte. Dass so jemand überhaupt wieder in dem Bereich arbeiten darf, ist schon ein Skandal. Aber nein, auch noch öffentliches Badauern. So ist das. Allerdings nicht überall.

  91. Reinhard Wolf, gern geschehen!...
    Reinhard Wolf, gern geschehen! Morgen geht es weiter mit der Lüge, die passt ja auch dazu.
    .
    FinMike, das nächste mal schreibe ich „jenes lustbetonte Körpersekret des Mannes auf slangenglisch grano salis“. Das geht auch!

  92. "Wir waren die Pardel, die...
    „Wir waren die Pardel, die Löwen; die uns ersetzen, werden die Schakälchen sein, die Hyänen; und wir allesamt, Pardel, Schakale und Schafe werden uns weiterhin für das Salz der Erde halten.“
    Mit den Sedaras muß man wohl leben, auf ihr jämmerliches Niveau sollte jedoch ohne Not niemand absinken.
    Mehr und intelligenteres bei Tomasi di Lampedusa.

  93. Don, da nehme ich dann doch...
    Don, da nehme ich dann doch lieber frische Austern. Vom Geschmack her angeblich ähnlich (who tf wants to know), aber doch mehr Stil.
    Aber wirklich ärgerlich – gerade auch aufgrund des hilfreichen Hinweises von Z. – wäre ja, wenn wir uns jetzt alle noch eine kleine Schere zu Weihnachten wünschen, mit der wir in Gedanken durchgehen, ob nicht dieses oder jenes Fremdwort doch lieber auf die umständliche Tour buchstabiert gehörte.
    Gehns, könntens ned an weng revoltiern gehn, beim Schirrmacher, wg. dieses Unfugs? Ich mein, grad wo Sie doch eh jeden Text erst freischalten, ist so etwas doch für die FAZ eher peinlich…

  94. Im übrigen reicht ein...
    Im übrigen reicht ein BR-Journalistengehalt wohl einfach nicht aus, sich auf Dauer im Westviertel zu etablieren.

  95. Wie sagte meine Oma immer:...
    Wie sagte meine Oma immer: „Wenn Dreck zu Pfeffer wird, beißt er doppelt“. Das fällt mir immer ein, wenn ich auf Leute wie die genannte BR-Mitarbeiterin treffe.

  96. nach meiner beobachtung ist...
    nach meiner beobachtung ist fast die gesamte deutsche gesellschaft eine gehobene gesellschaft. jeder erhebt sich gegenüber jedem, jeder setzt andere herab, jeder meint, stilbildend zu sein. ein land der könige. in jedem kaff bilden sich gruppen von minderwertigem gesocks, das meint, den ton angeben zu können und zu müssen, seien es irgendwelche vereine, clubs oder räte. einziges distinktionsmerkmal ist an sich die gruppenzugehörigkeit, gepaart mit einer besonderen art von rücksichtslosigkeit, machtwillen und plakativität. ansonsten werden die distinktionsmerkmale durch die jeweilige gruppe festgelegt. jedoch keinesfalls mit den für eine gehobene gesellschaft eigentlich erforderlichen und kennzeichnenden distinktionsmerkmalen verantwortung, pflichtgefühl, hinwendung, bildung, geist, stil, zurücknahme der eigenen person. unser ‚demokratisches‘ system suggeriert, daß es jeder an die spitze schaffen kann, wohlweislich jedoch ohne zu definieren, was die spitze ist. so definiert jeder hanswurst seine spitze selbst und betrachtet sich als den gipfel der evolution. je provinzieller, desto besser. denn in der provinz ist es weniger wahrscheinlich, daß eine gruppe von kleinkarierten größenwahnsinnigen einer vielleicht materiell bessergestellten oder konstitutionell robusteren gruppe anderer größenwahnsinniger unangenehm auffällt und ausradiert wird. somit wird auch klar, wie dieses lästige massenphänomen der selbstüberschätzung ansonsten durchschnittlicher bis unterdurchschnittlicher individuen eingedämmt werden kann: klare klassenschranken, ein klares oben und unten mit eindeutigen distinktionsmerkmalen, rechten, pflichten und vor allem konsequenzen. was in deutschland vorherrscht, wird als freie selbstentfaltung des individuums bezeichnet, in wirklichkeit sind es reines desinteresse, gleichgültigkeit und ekel der mächtigen gegenüber einer für sie überflüssigen, lästigen und dumpfen masse.

  97. Wer sich vergleicht, der ist...
    Wer sich vergleicht, der ist an sich schon verloren. Ich lebe gerne in Deutschland 2010. Der Kulturpessimismus ist doch auch nur ein armseliges Selbstüberschätzen.

  98. Lieber Don,

    die Aus- und...
    Lieber Don,
    die Aus- und Abgrenzungskompetenz der herrschenden Klassen endet am Laternenmast. Das ist eine Wahrheit die im Nachbarland deutlich verbreiteter ist, als in der „deutsche Vita“.
    Ob deutsche Laternen hierzulande weniger tragfähig sind als französische ist mir nicht bekannt, aber bisher hat es die deutsche herrschende Klasse bewundernswürdig verstanden sich über Jahrhunderte hinweg zu retten und ist im Kern der selbe dünkelhafte Mob geblieben. Durch alle deutschen Revolutiönchen ist sie meist mit dem Schrecken und einem kleinen Aderlaß davon gekommen, um wie die berühmten Augen auf der Suppe doch wieder oben zu schwimmen.
    Daß sich diese Klasse über all die lange Zeit eben gerade über ihren unbegrenzten Standesdünkel so konstant erhalten hat, darf man nicht vergessen.
    Soweit d’accord.
    In den guten Zeiten werden die Aufsteiger durchaus toleriert, aber kommt zum Beispiel in den schlechten Zeiten ein narrischer Tapezierer aus Braunau daher, da übt man ich wieder herzlichst im Ausschließen der Aufgestiegenen.
    Ja auch ich bin etwas unzufrieden mit dem Artikel und kann es wie meine Vorredner nicht genau definieren, trifft er doch eben nicht ins Schwarze.
    Sehen Sie, es gibt die Parvenues denen mans nicht gönnt, weil es Idioten sind, weil sie den ihnen begegnenden Standesdünkel überkompensieren, und wie die Radfahrer nach oben buckeln und nach unten treten. (Die Seite auf die Sie oben hingewiesen haben, habe ich sofort verlassen, weil mir der Radfahrer da frontal in die Milz fuhr).
    Über diese Mieslinge unter den Aufsteigern ist es mir zu wohlfeil sich aufzuregen, denn das trifft eben nicht des Pudels Kern. Ich rege mich auch (nicht) über den reichen Schnösel aus alter Linie auf, der die Putzfrau oder die Haushälterin würdelos behandelt und wünsche ihm (doch nicht) wahlweise einen Strick oder die Pest an den Hals, auch wenn mir das Opinel in der Hiosentasche dann von allein aufklappt.
    Aber es gibt eben die geduldeten braven Aufsteiger, die sich den sozialen Codes gut anpassen, durchaus lange Zeit in der Mitte der alteingesessenen besseren Kreise akzeptiert werden und dann plötzlich sind sie doch die anderen, irgendein Disinktionsmerkmal, das den Unterschied macht. Herkunft, Hautfarbe, Religion reicht, um „die da“ wieder auszuschließen und lebten sie noch so lange oder länger mit den „wahren“ Herrschaften Seit an Seit.
    Gegenwärtiges Beispiel gefällig:
    Die altchristlichen Gemeinden im Irak. Schauen sie sich den Exodus da an, und denken sie zwei Minuten drüber nach, was das, übertragen auf die friedliche und verpennte Stadt an der Donau übertragen, heißen könnte.
    Schöne Grüße zu Weihnachten
    MD

  99. Lieber Don
    Ihre Geschichten...

    Lieber Don
    Ihre Geschichten lese ich wirklich gern.
    Die Geschichte des schlechten Aufsteigers, ohne Sitte und Moral, der dem Gelde und der Macht erliegt, ist von Ihrer Stellung aus erzählt, war die für mich lehrreichste und interessanteste.
    vielen Dank

  100. "nur jemand, den die Technik...
    „nur jemand, den die Technik hier ausbremst“
    Auch eine Form des wirksamen Schutzwalls. Die werten Leser des Blogs dürfen
    sich glücklich schätzen, die perfid-elegante Seidendecke des Stillschweigens
    vormeinungsfreiheitlicher technischer Maßnahmen dank Zonebattlers Hinweisen
    dauerhaft zu lüften.
    Nicht ohne salondemokratische Delikatesse, wie man das m a c h t, technisch
    gelenkte Meinungsfreiheit, f r a n k und frei, im programmgesteuerten Zaumzeug
    an g e s c h i r r t.
    Die plauderhaft verquast besorglichtuende Analyse der Folgen von Google:
    http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E4734952DE7A84F3EA8E224A98264EA4C~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    gewinnt so auch hypokritsche Aspekte.
    Da haben wir die Bescherung: in Echtzeit, völlig rußfrei, beinah unbemerkt auf
    den Gabentisch gerutscht.
    Danke Don für den Hinweis auf die *** und wg happy season leuchtet nun wohl auch der vierte *.

  101. Gesellschaftsdünkel geht...
    Gesellschaftsdünkel geht häufig mit vollkommener physischer und geistiger Inkompetenz einher , braucht auch die Gemeinschaft von ihresgleichen zum Ausgrenzen anderer.
    Die soziale Ausgrenzerei (nicht grüßen, weitgehendes Ignorieren etc.) ist indes ein Kampfmittel der Schwächlinge und kann leicht nach hinten losgehen.
    Wie,wenn der Auszugrenzende als eine Art Steppenwolf gar keine Anerkennung sucht,diese regelrecht meidet – stattdessen aber Vollstreckungsbescheide seiner Widersacher und deren eidesstattliche Erklärungen einsammelt.
    Neben dem nur regional wirsamen „Adel der Alteingesessenen “ gibt es noch einige weitere Qualifikationsmöglichkeiten – ich unterscheide hier den Erbadel vom Geld- und Geistesadel,sowie den physischen Adel ,letzterer sehr universell
    und sich immer mehr zeigend in der Herrschaft der Schöngesichter und Sportler nicht nur in den Medien,sondern auch in Politik und Wirtschaft. Ihnen gehört in Wahrheit die Welt !! Sie diskriminieren zu wollen ist ein Unding und von Vornherein zum Scheitern verurteilt. Liebe Weihnachtsgrüße: darko

  102. Schöner Artikel...
    So richtig...

    Schöner Artikel…
    So richtig widerstandslos goutieren konnte ich ihn aber erst, nachdem ich „grano salis“ nachgeschlagen hatte.
    Frohes Weihnachtsfest

  103. ,,...man fährt keinen...
    ,,…man fährt keinen Opel…“
    Die Frage ist hier für wen das gelten soll. Wer Spaß will nimmt einen Caterham, ein Männer- resp. Heroinenauto. Will man seine Souveränität gegenüber diesen Blechkästen nachweisen kommt in Deutschland nur ein Opel in Frage. Vorzugsweise irgendeiner, irgend älteres Modell, das auf gar keinen Fall Irgenetwas hermachen will. Bei wem es zu diesem Niveau nicht reicht bleibt nur, ein praktisches Modell von Irgendwem zu nehmen, aber bitte, bitte nie darüber zu reden.
    Ein Mensch, der es nicht über sich bringt dazu wenigstens zu schweigen – den kann man wohl schwerlich zu irgendeiner ,,besseren Gesellschaft“ zählen. Erst recht dann nicht wenn man über den nationalen Rahmen hinausblickt. Eine Elite, die für Distinktionsspielchen Autos auswählt, ist bestensfalls eine Ansammlung von Parvenüs. Würde eine Persönlichkeit, die Klasse besitzt, über die ,,Marke“ des Küchenherdes oder der Zahnbürste öffentlich reden? Dagegen haben sich die Dandies zurecht, freilich erfolglos, gewehrt.

  104. Der Dom in Siena ist schön....
    Der Dom in Siena ist schön. Wieder einmal trifft Davila: „Der Erwachsene ist ein Mythos der Kinder“ Descartes Cogito ist längst ersetzt durch Schmitts Wort vom Feind, der die eigene Frage als Gestalt ist. Es fehlt entschieden der Humor, letztlich das einzige distinktionskriterium, das trägt.

  105. "Es fehlt entschieden der...
    „Es fehlt entschieden der Humor, letztlich das einzige distinktionskriterium, das trägt.“ – mit Verlaub, das würde ich bei dieer Art Kommentar auch so sehen wollen.
    .
    Quallenregen, auch Ihnen und allen anderen alles Gute.

  106. Ja....
    Ja.

  107. hm...
    hm

  108. humor, freude und...
    humor, freude und kulturoptimismus… worüber? daß deutschland inzwischen der größte exporteur von arbeitskräften für jobs ist, die im ausland weder die einheimische, noch die immigrierte bevölkerung ausüben will? daß deutsche schulabgänger als produkt eines bildungssystems, für das sie nichts können, von moralisch verkommenen unternehmern in gehässigen medien als für die arbeitswelt zu blöde und unbrauchbar bezeichnet werden dürfen? auf die entvölkerung des deutschen ostens, der nun von wölfen, waschbären und polen besiedelt wird? auf den patriotismus deutscher hersteller, die sich ihre produkte sowohl von den steuerzahlern als auch durch ihre deutschen kunden mit überhöhten preisen subventionieren lassen, um im ausland billiger verkaufen zu können? auf deutsches know how – worin? und wie lange noch (siehe schulabgänger)? daß jeder jeden zu übervorteilen versucht und dabei rücksichtslos um sich schlägt, um sich einen platz in den gehobenen und lobbypolitisch abgesicherten kreisen zu erkämpfen? es gibt wahrscheinlich nur sehr wenige länder, deren bevölkerungen mit einer derartigen gleichgültigkeit und geringschätzung durch ihre ‚eliten‘ behandelt werden. und keines, dessen bevölkerung seinen untertanengeist mit derartiger selbstüberschätzung und blindheit tragen würde. humor auf den rängen kann angesichts dessen nur zynismus sein. stille erleichterung wäre noch nachvollziehbar. aber öffentlich auf schiffbrüchige zu pissen…

  109. Wer diskriminieren zu müssen...
    Wer diskriminieren zu müssen glaubt, schießt Eigentore in Form einer Mängelanzeige, genannt unheimlich starke Ichschwäche. Diese kann sich auf vielerlei Arten äußern; der um Anerkennung bestrebte Parvenü ist nur eine. Wer Kanzler werden will, leidet der nicht unter unheimlich starker Ichschwäche? Dass zahllose Prolls demokratische Freiheit damit verwechseln, sie könnten sich alles erlauben, ist der Fluch der Demokratie. Facebook und ähnliche Sperenzchen sind höchstens Blitzableiter und keine Ersatzhandlungen frustrierter Parvenüs. Wenn der Hausbesitzer mit dem Gärtner auf Augenhöhe spricht, dann bleibt die natürliche Schranke erhalten und der Gärtner fühlt sich anerkannt satt diskriminiert durch Ichschwäche.
    Kann nicht das Publizieren unter einem westgotischen Königsnamen in Bastardschreibung eine Schranke setzen und ebenfalls eine Ichschwäche suggerieren?

  110. Werter Don,
    .
    wer Format hat,...

    Werter Don,
    .
    wer Format hat, will nicht dazugehören – er ist!
    .
    Sehr vielen Persönlichkeiten mangelt es an Persönlichkeit, an Format.
    .
    Persönlichkeit, nicht Status strahlt.
    .
    Selbstachtung, Selbstbewußtsein, Selbstsicherheit, Selbstwert-
    gefühl, Selbstverständnis, Selbstvertrauen, Selbstbesinnung diese Eigenschaften machen ( nach meiner Beobachtung ) die Persönlichkeit aus.
    .
    Ein Gesundes Jahr 2010 wünsche ich Ihnen, werter Don Alphonso,
    und allen Mitlesern und Mitschreibern.
    .
    Gruß Hanskarl

  111. Lieber Wolfgang...
    Lieber Wolfgang Thoma,
    reichen Sie mir bitte die Hand!

  112. Bei so vielen idealistischen...
    Bei so vielen idealistischen Postings muss ich doch noch mal ein bissel dagegenschwätzen:
    .
    Was zählt denn all meine Charakterstärke, wenn es keiner mitbekommt? Natürlich muß man seine finanzielle Potenz irgendwie spürbar werden lassen, um sie in soziale Macht umzuwandeln. Dafür braucht es eine Strategie, die mit „inneren Werten“ nicht viel zu tun hat, eher mit sozialer Intelligenz und Geschicklichkeit.
    .
    Sich ein teures Auto zu kaufen kann durchaus sinnvoll sein. Denn genau das ist die Symbolik, die jeder versteht und todsicher auch auf die Leute wirkt, denen man, ähem, „nicht vorgestellt werden möchte“. Sie wirken über die unmittelbare Umgebung hinaus. Äußerliche Statussymbole erzeugen eine Bugwelle, die all die kleineren Kutter schon mal in Wallung bringt.
    .
    Dann gibt es das Prinzip: „Wer hat, dem wird gegeben“. Das gilt ja auch insbesondere bei der Vertretung eigener Interessen im Gemeinderat. Auch die Behördenbeamten, die selbst nicht unbedingt zu den „besseren Kreisen“ gehören, müssen daher wissen, daß man was hat. Und da muß der Neureiche eben ein bißchen forscher vorgehen, gerade weil ihn noch nicht jedermann kennt. Zu Recht kann man ihm nachsagen, daß „er es nötig hat“. Warum aber soll er das Nötige dann nicht tun?
    .
    Sich über das Distinktionsverhalten anderer moralisch zu empören heißt, sich seiner Bescheidenheit zu rühmen. Ausgrenzung, Distinktion und Mobbing existieren in allen sozialen Klassen und Gruppen, auch unter Hartzern und Knackis. Und nicht nur im Westviertel.
    .
    Ich jedenfalls würde Distinktion als etwas Positives betrachten, ja geradezu als eine Voraussetzung für die vertikale Integration der Gesellschaft, die uns in den letzten Jahrzehnten abhanden gekommen ist. Wir haben verlernt, mit Ungleichheit vernünftig umzugehen. Nur darum ist die Öffnung der sozialen Schere für uns so ein enormes Problem. Letztlich ist es der Gleichheitswahn, der uns zur Heuchelei und zum Radfahrer-Verhalten zwingt.
    Alexis de Tocqueville hat so etwas Ähnliches schon vor über 150 Jahren auf seiner Amerikareise festgestellt: Dort waren alle unglaublich stolz auf ihre „Gleichheit“, aber sobald der Yankee nach Europa kam, wollte er selbstverständlich als Adliger behandelt werden. Und benahm sich genau wie die BR-Dame.

  113. ...gewähren Sie mir, einem...
    …gewähren Sie mir, einem der mit der ZEITonline temporär fremdgegangen
    ist, noch eine kleine Aklimatisationsphase; diese Proletentölpel in der Community
    sind einfach ein zu schlichtes Völkchen unter der Sonne des gestählten
    Deutschen Intellektuniversums. Und seit die mit ihrem „Relaunche“ das
    Niveau abgefackelt haben, ist es dort nicht mehr gut sein als Gutmensch, als Mensch, der Gutes und von Schlechtem zu unterscheiden in der Lage ist…

  114. Lieber HansMeier555,
    ob pos....

    Lieber HansMeier555,
    ob pos. oder nicht, ist m.E. egal. Man kann viel abschaffen, das Distinktionsverhalten wird nicht dazugehoeren. Ist mit Fragen der Identitaetsbildung, dem Grundbeduerfnis „Anerkennung“ und allem zu integral verwoben, was in der Gesellschaft ueber Konkurrenz abgewickelt wird, die ja nicht nur eine Frage der Wirtschaft ist. Klingt zwar sympathisch, wenn Josef weiter oben schreibt: „Wer sich vergleicht, der ist an sich schon verloren.“, wahrscheinlich muesste man sich dann aber zu einem Robinson „zurueckentwickeln“.
    Wenn Sie das Matthaeus-Prinzip anfuehren, wurde das nicht zuletzt mit Blick auf die Wissenschaft formuliert (von Robert K. Merton; gescheite Familie uebrigens, Sohn Nobelpreistraeger). Die Zahl derjenigen, denen diesem Prinzip zufolge gegeben wird, ist gering. Nur sie sind vom Kampf um Anerkennung dispensiert.
    Gruss
    G. Schoenbauer

  115. Vielleicht hat die BR-Dame...
    Vielleicht hat die BR-Dame auch nicht verstanden, daß Distinktion immer ein
    gemeinschaftliches Werk ist. Aus eigener Kraft, mittels abqualifizierenden
    Verhaltens eine hervorgehobene Stellung zu behaupten, vermag dies nicht
    nachhaltig zu gelingen.
    Erst einvernehmlich stillschweigend auch vom Dienstleistung gewährenden
    unbezweifelt, kommt Distinktion zu voller Entfaltung. Hilfreich, die Jovialität
    vermeidende, ehrliche Wertschätzung, vorbehaltlose Anerkennung
    der gesellschaftlichen Stellung des Gegenüber, auch wenn sich einmal ein
    Mißgeschick ereignet.
    Mag ja sein, daß eine schlechte Dienstleistung ein klares Signal erfordert, möglichst unter Vermeidung vorzeitiger Mißtöne, als qualifizierte sachbezogen souveräne Rückmeldung und nicht als kläglicher Distinktionsversuch vor der Gruppe, der man sich vielleicht gerade mit diesem Vortrag schon unberechtigter-weise zugehörig fühlt.
    Ein wenig bewundere ich die stillschweigende Nichtbeachtung der Anwürfe einiger sich wohl getroffen fühlender, vielleicht sogar Aufsteiger, annehmend gerade dies sei schon listbewehrter Teil der Beweisführung des werten Don
    Alphonso.

  116. Woran sich auch nur wieder...
    Woran sich auch nur wieder erweist, daß Manieren nichts anderes als ein fundamental echter oder täuschend echt gespielter Respekt vor jedem Mitmenschen sind. Deshalb ist dieses völlig ironiefreie Gerede von den „besseren“ Kreisen als Selbstreferenz wie jede Selbstreferenz Selbsttäuschung. Anmaßung und Respekt passen nicht zusammen.

  117. Zahle ich mal eben 400 Euro...
    Zahle ich mal eben 400 Euro bei einem Essen und stauche einen Kellner zusammen, der 7,50 die Stunde bekommt und sich nicht wehren darf,
    zwinge ich den mir Untergebenen unter Umständen zu einer Form des Guerilla Krieges. Und da ist er der Stärkere, ausser man stört sich nicht am Rotz in der Suppe.
    Putzfrauen haben Zugang zu sensiblen Material. Habe ich kein gutes Verhältnis zu meiner Putzfrau, kann das böse enden. Ganz abgesehen davon, daß man sich jeden Spaß nimmt, wenn die eigene Frau vor Langeweile wieder zu viel am Champagner genippt hat.
    Der Emporkömmling ist sich nicht bewusst, das Respekt in z.B Form von Höflichkeit ein strategisches Element des Selbstschutzes ist.

  118. Earl of Sandwich, der...
    Earl of Sandwich, der Grundfehler vieler Reicher ist der Glaube, den Gesellschaftsvertrag einseitig aufkündigen zu können und zu erwarten, dass der Rest nur dem Gelde nachrennt. Das stimmt sogar, und im Erleben der Reichen fast immer – aber die Frage ist natürlich, wo man sie ausnimmt, betrügt und mies behandelt, ohne dass sie es merken.
    .
    Il Magnifico, ich hoffe, man merkt, dass ich selbst zwar am Rand der besseren Kreise klebe, weil ich da nun mal reingeboren wurde, dem Ganzen aber durchaus so fern stehe, dass ich darüber ausgewogen berichten kann. Bleibt mir ja auch nichts anderes übrig, wenn ich schon nicht heiraten und Kinder kriegen will.

  119. codizil, mitunter lernen...
    codizil, mitunter lernen Aufsteiger natürlich auch zu schweigen – allerdings, der oben verlinkte Herr schweigt nicht, weil er möchte, sondern weil ich ihn mittels Löschung dazu verdammt habe. Menschen, die anderen Menschen raten. Geld zu sparen, indem sie Bücher im Geschäft lesen, haben hier keinen Platz, solange es nicht um die Schädigung einer gewissen Grosskette geht.
    .
    FelixBaur, na, dann herzlich willkommen – man hört aber, dass Herr Blau von der Zeit auch noch einige andere gute Ideen hat. Und respektvoll muss ich zugeben, dass ich ihm auch deren Durchsetzung zutraue.

  120. Hanskarl, auch Ihnen ein...
    Hanskarl, auch Ihnen ein sauber formatiertes 2010!
    .
    HansMeier555, bei uns in Bayern sagt man da: Wea nix daheirad und nix daiabt, bleibt oam, ois bissa schtiabt.

  121. Als nicht so treuem Blogleser...
    Als nicht so treuem Blogleser verwirrt mich hier die Definition der „besseren Kreise“. Manchmal ist es Geld, dann wieder Bildung oder Benehmen. Reicht ein Spitzenplatz in einer Disziplin, oder muss man bei allen zumindest im oberen Mittelfeld landen?

  122. Jaja, die Aufsteiger. Sie sind...
    Jaja, die Aufsteiger. Sie sind ja recht eigentlich die Erfinder der Manieren. Alle anderen machen einfach, was sie wollen. Zu dem Phänomen gibt es einen schönen Artikel:
    http://www.mahagoni-magazin.de/Stil-leben/als-die-manieren-laufen-lernten.html
    Viele Grüße
    Johannes Steinweg

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