Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

10.000 Euro teure Lehren aus 2009

| 177 Lesermeinungen

Wenn es einem im Gegensatz zu vielen anderen nach der Krise nicht schlechter geht als vor der Krise, dann gehört man zu denen, dies man vielleicht als Gewinner bezeichnen könnte. Weil jemand die richtigen Stützen der Gesellschaft begünstigt hat, weil die Belastungen verteilt werden, weil der Teufel immer auf den gössten Haufen - nun, die Frage ist nur: Warum fühlt es sich mit ein wenig Nachdenken so an, als hätte man auch verloren?

I said „pretend you’ve got no money“
but she just laughed and said „oh you’re so funny“
Pulp, Common People

Wenn man mir 10.000 Euro nimmt, muss ich keine Silberschale, keine Kanne, keinen einzigen Silberlöffel verkaufen.

Wenn man einer Berliner Freundin, alleinerziehend mit einem Kind, Vater besitzlos, 10.000 Euro an Leistungen nimmt, wird sie mangels anderer Alternativen in letzter Konsequenz gezwungen sein, auf den Strich zu gehen, oder das Kind wegzugeben. Ich jedoch käme erst gar nicht zum Grübeln, ob ich, um ihr zu helfen, nicht doch ein paar Kilo Silber verkaufen sollte, oder einfacher etwas sparsamer leben, denn sie würde es sich nicht anmerken lassen. Sie würde sich nicht wehren. Sie würde versuchen, zu überleben.

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Diese 10.000 Euro, von denen ich hier spreche, sind das, was man vermutlich als das staatlich garantierte Spielgeld der Banken in den westlichen Industrienationen ansehen darf. Diese 10.000 Euro können Knall auf Fall abgerufen und ohne Gegenleistung werden, sie werden von der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt, ohne dass man die Einzelpersonen fragen würde. In den USA wird gerade ein Gesetzespaket durch die Parlamente gebracht, das genau diese 10.000 Euro in einem hinteren Teil zum Thema hat: 4 Billionen, 4.000 Milliarden Dollar kann die amerikanische Notenbank beim nächsten Wall Street Crash in die Banken pumpen. Zusätzlich garantiert der Staat für die Schuldverschreibungen der Banken. Da sind, auf den einzelnen umgerechnet, 10.000 Euro eher die Unterkante, ein Anfang vielleicht von dem, was der Staat den Banken gibt. Und natürlich wird sich der Staat das wieder irgendwo holen muss, von seinen Bürgern: Sozialleistungen, Bildung, eher unwahrscheinlich dagegen Reichensteuern und Finanzmarktsteuern, sicher nicht: Keine militärischen Abenteuer mehr.

Ich denke, es ist ziemlich irrelevant, ob man so etwas in einem dicken Paket für amerikanische Politiker versteckt, wo es allenfalls von Bloomberg gefunden und auf diesem kleinen FAZ-Projekt für Wenige diskutiert wird, oder ob Banken einfach damit rechnen können, dass es so kommt. Das Paket ist ein klares Versprechen, und wer bei der Globalisierung mithalten will, wird es den Amerikanern gleich tun müssen. 10.000 Euro pro Bürger, egal ob reich oder obdachlos, egal ob mit dem Vermögen in der Schweiz oder einer Karte, die nichts mehr ausspuckt: 10.000 Euro sind sicher.

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Wer wie ich aus den Westvierteln der Republik kommt, ahnt natürlich, wie das endet. Es gibt immer ein paar zu reiche und schlecht zu ertragende Eltern, die dem Sohn nach dem Autounfall im Suff nicht nur den Rechtsanwalt spendieren, sondern auch noch das neuere, bessere, schnellere Auto. Und mit schöner Regelmässigkeit bringen sie dann nicht nur sich selbst, sondern auch andere damit um. Genau das gibt man den Banken: Die Garantie, dass sie nach dem nächsten Crash immer noch doppelt so viel Hilfen bekommen, wie sie diesmal bekamen. Dein GTI ist Schrott? Hier, nimm den Porsche. Und wenn der hin ist, gibt es einen Ferrari. Das ist die eine Lehre aus 2009.

Die andere Lehre ist: Das ist nicht politisch. Die Amerikaner haben sich von Bush und Palin befreit, und besitzen eine demokratische Regierung, die Briten garantieren sozialdemokratisch, wir tun es in Schwarzgelb und die Russen lupenrein demokratisch. Für die Banken. Die den Aktionären gehören, oder Firmen, die auch jemandem gehören, aber wenn man am Ende zur Überzeugung gelangt, dass diese Banken zumeist einer kleinen Schicht gehören, und sicher nicht meiner alleinerziehenden Bekannten in Berlin, die das Risiko dieser Banken 10.000 Euro kosten kann, ist man schon nah dran an der Wahrheit. Man wird denen Besitzern über die Banken das Risiko abnehmen und – ohne das es gesagt wird – an alle weiterreichen. Das ist natürlich nicht die freie Marktwirtschaft; das Kalkül dahinter aber ist: Wenn es mit dieser Sicherheit im Hintergrund gut geht, haben alle etwas davon. Und wenn wir wieder retten müssen, ist es immer noch besser so, als dass in der Folge die ganze Wirtschaft implodiert, und alle noch mehr leiden, als nur mit 10.000 Euro.

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Das ist eine Wette auf die Zukunft mit einem besoffenen Fahranfänger am Steuer eines übermotorisierten Fahrzeugs auf jener öffentlichen Strasse, auf der wir alle unterwegs sind. Zu gerne würde ich dagegen wetten, aber selbst wenn ich gewinnen würde, hätte ich nichts davon – irgend ein Trumm wird mir bei diesem Unfall auch an den Kopf fliegen. Das, was all die elenden Jubelperser der wirtschaftlichen Erholung an den Börsen verlauten lassen, wäre natürlich zu hoffen, wenn es nachhaltig wäre. Aber wenn ich sehe, wie alle Bekannten meiner Eltern gerade Immobilien suchen, und wie entsetzlich teuer in den letzten Monaten Alte Kunst wurde, scheint man in den real bevorzugten Kreisen absolut kein Vertrauen zu haben. Vielleicht, weil bei uns jeder weiss, wie das mit den neuen, schnellen Autos ausgeht.

Oben hat man die Lehren aus 2009 gezogen und dazugelernt. Unten vielleicht auch, aber das bringt denen gar nichts: Wenn der Staat den Banken die 10.000 Euro geben will, hat er auch die Mittel, sich das Geld zu holen. Solange man etwas besitzt, kann man den Besitz evakuieren. Aber ein Drittel der Bevölkerung westlicher Industriestaaten ist praktisch besitzlos, und ein weiteres Drittel hat nicht genug, um solche Vermeidungsstrategien zu fahren. Den einen werden die Leistungen genommen, den anderen der Besitz. Sie werden das alles hinnehmen, sei es, weil es mit Schulden hinausgeschoben oder über Prämien aufgehübscht wird. Eine Alternative gibt es nicht, aber dafür jede menge Angst, dass es noch schlimmer kommen könnte. Und wenn eine Alternative doch gedacht wird, dann kommt sie, wie in Amerika, eben nicht von den Etablierten, sondern vom Rand.

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Und dann ist da noch diese, zugegeben leicht perverse Überlegung: Als die New Economy zusammenbrach, begann in den USA die Immobilienblase mit all den hübschen, heimeligen Häusern, auch als Gegenbewegung zu den virtuellen, letztlich wertlosen Gütern der Zeit davor. Nun, da die heimelige Immobilienblase auch geplatzt ist, bräuchte man eine neue, gegenläufige Blase, auf der man aufbauen, Gewinne machen und expandieren könnte. Vielleicht ist diese Blase schon längst da, und vielleicht sind diese 10.000 Euro, für die ich mit einem Schulterzucken und meine Berliner Freundin mit ihrer Existenz einsteht, auch ein Hinweis darauf, was die neue Blase ist: Die Krise selbst.

Denn auch mit der Krise kann man umverteilen und sich bereichern, Unterschiede zwischen Gewinnern und Verlierern werden deutlicher, man stellt sich der neuen Blase auch nicht in den Weg, sondern macht ihr Versprechungen, man fördert ihre Protagonisten und schafft Gremien, um die Krise fördernd zu begleiten. Wie jede Blase steuert die Krise Kaufentscheidungen und Konzentrationsprozesse, und dass auch Unsicherheit ein famoses Geschäftsmodell ist, weiss jeder Anbieter von abgeschotteten Siedlungen für meine Klasse.

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177 Lesermeinungen

  1. ... in der Zyklizitaet liegt...
    … in der Zyklizitaet liegt das Geschaeft, lieber Don, u. Goldman Sachs wird die Chance erneut nutzen, ist doch diese (man koennte sagen: schamlose) Minimierung des Risikos nachgerade die Einladung dazu. Sie zeigen es manchmal ja selber an, wenn es brenzlig wird; als vor einigen Jahren Yukos nicht mehr zu retten war, gab es auf dem Derivatemarkt von GS fuer dieses Unternehmen nur noch Calls zu ordern, keine Puts oder andere Short-Papiere.
    Gruss
    G. S.

  2. Wie ist eine Freundschaft...
    Wie ist eine Freundschaft über solche finanzielle Gräben hinweg und den damit einhergehenden Standesunterschied möglich? Etwas mehr über die Anatomie einer solchen Beziehung zu erfahren, wäre sehr interessant. Freundin in Berlin – arm aber sexy? Übrigens…dem Begüterten sollte es ein Leichtes sein, der Bedürftigen aus der Notlage zu helfen. Wenn nicht durch direkte finanzielle Zuwendung, so doch durch Beziehungen innerhalb der besseren Gesellschaft. Sicher kein Instrument zur Behebung des Berliner Pauperismus, aber immerhin ein Ausweg in diesem prekären Einzelfall.

  3. Ich habe anderthalb Jahre in...
    Ich habe anderthalb Jahre in Berlin gelebt und gearbeitet, und um in Berlin Menschen mit bedrückenden Geldsorgen und abgebrochenen Studien kennenzulernen, ist dort eher eine der leichteren Übungen: Man muss sich nur mal bei den Einsteigerjobs der Medien umschauen. Es gibt Leute, die fragen, wieviel billiger ein Döner ist, wenn sie auf die Tomate verzichten. Mich persönlich, der ich ab und an ein paar Tage gekocht und Leute eingeladen habe, wenn mal wieder deren tolle Projektpartner nicht zahlen konnten, widert nur wenig mehr als der Spruch „!arm und sexy“ an. Arm ist nicht sexy, arm ist arm, sexy ist gelogen. Und aus Gründen, die mir nicht mitgeteilt werden, nehmen viele Angebote erst dann an, wenn sie sehr offensiv vorgetragen werden und es wirklich gar nicht mehr anders geht.
    .
    Mag sein, dass ich ein Seelchen bin, aber mich macht die Armut in Berlin fertig. Berliner sehen das meist gar nicht mehr.

  4. Welche Toene, lieber Don....
    Welche Toene, lieber Don. Hessen ist mit E7.000 pro Person verschuldet, gewaehlte und gebildete Politiker haben den Hessen diese Suppe eingebrockt. In dieser Summe sind die unfinanzierten Pensionsanwartschaften der Beamten und des oeffentliches Diensts nicht enthalten. In den USA investieren Leute wie Blankfein, Flowers, Fuld, Braunstein ua, Leute im Angestelltenverhaeltnis, nicht einmal WASP, das Geld anderer, primaer von pension funds. In der Vergangenheit waren sie aeusserst erfolgreich wie fuer CALPERS, der pension fund fuer den Oeffentlichen Dienst California, denn anders als in Deutschland muessen die Renten hier vorfinanziert werden. AR Sorkin von der NYT beschreibt in seinem neuen Buch Too Big to Fail (sehr lesenswert) die Vorgaenge von Lehman, BoA, JP Morgan ua. Blankfein, Chairman of Goldman Sachs, war vor gar nicht langer Zeit ein bond salesman, der Schwierigkeiten hatte einen Job zu finden. Die normale Social Security hier entspricht im Grossen und Ganzen der BfA und wird durch Beitraege finanziert die direkt vom
    Gehalt abgezogen werden. Die vielen von Staat gefoerderten zusaetzlichen privaten Leistungen fuer Angestellte und Freiberufler, wie 401k und IRA, binden enorme Geldmengen und damit auch die Chances zu gewinnen und verlieren, auf regulaere wie illegale Art und Weise. Vor dem Hintergrund finanzierter Pensionen in den USA und unfinanzierter Beamtenpensionen in Deutschland sind E10.000 Belastung fuer den deutschen Buerger gar nicht mal so viel.

  5. Lieber Don,

    ist jede Krise...
    Lieber Don,
    ist jede Krise nicht – genau umgekehrt – eine Chance gerade für diejenigen, die im Moment nichts oder wenig haben? Der Umbruch bringt ihnen neue Chancen und Möglichkeiten, und wer wenig Geld hat, zeigt in solchen Zeiten auch eher Mut zum Risiko, während das alte Geld wieder in Gold, Immobilien und Kunstwerke strömt.
    Nicht umsonst hat man gerade in den bittersten Zeiten der Weltwirtschaftskrise dieses herrlich optimistische Lied gesungen: „Einmal schafft’s Jeder“.
    http://www.youtube.com/watch?v=UDiwvFEA2sk
    Beste Grüße,
    Nikolaus

  6. Werter Don,
    Ich hab wieder...

    Werter Don,
    Ich hab wieder genossen, Ihre Worte zu lesen. Für mich, haben sie diesmal persönlich treffende Einwirkung.
    Selbst habe ich für Obama gewählt, aber zwar gab es in diesem Bereich der Banken keine Spur von einer neuen Steuerung. Die Versprechen klingen jetzt falsch. Mir ist überrascht, daß ich damals dachte, etwas verändern wurde.
    Auch habe ich Berlin besucht, es war im Winter 03-04. Die Kälte des Wetters und Menschen war unertraglich. Ich kann es nicht vorstellen, als ein armer Mensch in dieser Grausamstadt immer zu leben.

  7. "Das ist eine Wette auf die...
    „Das ist eine Wette auf die Zukunft mit einem besoffenen Fahranfänger am Steuer eines übermotorisierten Fahrzeugs auf jener öffentlichen Strasse, auf der wir alle unterwegs sind.“
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    Perfekt auf den Punkt gebracht!

  8. @Don Alphonso
    sehr schöner...

    @Don Alphonso
    sehr schöner Artikel. Die Krise war eine Marktbereinigung, die die „unfähigen Banken“ wie LB Bayern, LBBW, HRE zerlegt hat. Bei der Dresdner sehe ich das anders, das war m.E: die bad bank der Allianz. Am Beispiel der LB Bayern; schon Anfang der 90er wurden die ganzen Assets des Landes Bayern, soferne s solche jemals gab, „verschenkt“. War das wilde Spekulieren nicht der Versuch die Pleite, die in den 90ern schon eingetreten war zu übertünchen?

  9. Lieber Simon,
    Sie irren sich....

    Lieber Simon,
    Sie irren sich. Gerade für arme Menschen ist Berlin eine Gnade, denn dort müssen sie sich nicht für ihre Armut schämen. Dort muß man sich nicht verstecken. Die große Anzahl der Schicksalsgenossen macht es psychologisch einfacher. Und in Berlin ist alles billig. In München und Frankfurt gibt es Menschen, die genauso arm sind, und die sind am Ende schlimmer dran. Gegenüber den Armen sind die Normalbürger überall kalt und abweisend, in den Wohlstandregionen umso mehr.

  10. Wenn man einer Berliner...
    Wenn man einer Berliner Freundin, alleinerziehend mit einem Kind, Vater besitzlos, 10.000 Euro an Leistungen nimmt, wird sie mangels anderer Alternativen in letzter Konsequenz gezwungen sein, auf den Strich zu gehen, oder das Kind wegzugeben.
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    wenn ich frau von der leyen noch zu zeiten von schwarz-rot richtig verstanden habe, war das schon damals ihre erklärte absicht. nicht der strich sondern die erziehung der kinder dejenigen, die sich die berufliche auszeit ncht leisten können, durch den staat. die cdu hat an christlich mindestens soviel verloren, wie die spd an sozial.
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    die trennung läuft inzwischen anders. geringverdiener gegen bezieher von leistungen nach sgb zwo. mal sehen, wenn die bild den nächsten rolf schlachtet.
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    bis dahin ist bei denen, die über eigene einkünfte, aber wenig vermögen verfügen, das meiste zu holen. gewisse philosophen haben das auch schon entdeckt und fördern diese erkenntnis in der zeit und im kikero nach kräften.
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    schon in der vergangenheit wurden die werbungskosten bei den einkünften aus nichtselbständiger arbeit gekappt, es wird nicht der steuersatz sondern die bemessungsgrundlage erhöht, was auch erklärt, warum sich die debatte immer um den steuersatz dreht. wenn frau dr. bundesmerkel und ihre vizen, der schöne schido und der vonundzu, auf steurerhöhungen verzichten wollen, wird die pkw-maut um so eher kommen, und nicht nur für die autobahnen.
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    ein freund von mir meinte, das gehe doch sehr einfach, am monatsanfang eine vorauszahlung entsprechend der geschätzten monatlichen fahrleistung und an jedem monatsende zur abrechnung die angabe des jeweiligen kilometerstands. meine antwort darauf: das ist viel zu einfach, so machen sie das in deutschland nie und nimmer.

  11. @Don, bravo! Über die Jahre...
    @Don, bravo! Über die Jahre hat Ihr Scharfsinn nicht gelitten, im Gegenteil.
    @Waldherr, ich halte es mit Ihnen, alles andere wäre eine nebulöse Art der Betrachtung….eben wie beim Besoffenen. Nur hat all dies Tradition, kommt nicht erst seit dem Niedergang der Aktien der IT-Branche und der Banken. Nein, alles nahm schon seinen Anfang bspw. bei den Renten. Sie wurden eingesammet und so wieder ausgezahlt, schlichte Verteilung. Keine Vorsorge- oder gar Demographieüberlegungen. Oder nehmen wir Abschreibungen von Dienstfahrzeugen: hier der Cayenne für den erfolgreichen Makler in Mallorca. Oder der Geschlossene Immo-Fonds für den, sagen wir Zahnarzt. Subventionen, über die keiner ernsthaft spricht. Und eben auch der Beamtenstaat und dessen Finanzierung, der nun besonders Berlin zu strangulieren droht, mithin uns alle, also auch die vom Don erwähnte Berlinerin mit den 10.000€. Und nichts ist in Sicht, daß sich dies ändern könnte. Der Fisch stinkt eben immer noch vom Kopfe her. Alles ist langsam aufgebaut und nur konsequent weitergeführt worden, dynamisch und auf iPhone-Niveau sozusagen und gipfelt nun in dieser hebelträchtigen Garantie für apokalyptisches Schuldenmachen. Professioneller Dilettantismus ist das Credo dieser Tage/Jahre/Jahrzehnte. Goethe allerdings soll ja auch schon einen gewissen Hang zum Dilettantismus gehegt haben. Nun, hierauf kann man sich notfalls berufen.

  12. Einem Laien wie mir stellt...
    Einem Laien wie mir stellt sich immer wieder die Frage, ob solche monströsen Bürgschaften, die jeden Bürger in Höhe eines steuerfreien Jahreseinkommens (des angenommenen Existenzminimums) belasten (können), überhaupt mit dem Haushaltsrecht vereinbar sind.

  13. mir voll aus der Seele...
    mir voll aus der Seele gesprochen. Aber, was hilfts? Eine Revolution, ein Krieg, der die Verhältnisse durcheinanderwirbelte? Verhältnisse werden wohl nie wirklich gewirbelt, nicht in der französischen Revolution, nicht in der Oktoberrevolution (handelte nicht das Stück Doktor Schiwago *auch* davon?) Nicht in Deutschland nach 45. Was machen Thyssen-Krupp heute? Degussa? BASF? Das Vermögensgefüge scheint eher sedimentiert, denn neues Spiel, neues Glück. Rien ne va plus. Von Ausnahmen abgesehn. Und die Verarmung frei nach Les Miserables kann ja noch ein gut Stück weitergetrieben werden, es fallen nicht die begehrten Haare für Extensions und Perücken, es geht noch „besser“, viel, viel „besser“. Ich hoffe, Sie alle haben gute Laune, gute Nerven, Zitat von Peter Oberender, leider keine Satire:
    „Wenn jemand existenziell bedroht ist, weil er nicht genug Geld hat, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu finanzieren, muss er meiner Meinung nach die Möglichkeit zu einem geregelten Verkauf von Organen haben.“
    und hier der link zum gesamten Interview:
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/577008/
    Nur so zum Beispiel.

  14. Sehr gut, Klasse: Einfach...
    Sehr gut, Klasse: Einfach wahr. Denn auch das bleibt: Die Worte der Wahrheit muss, werde ich auch unter Millionen Lügen sofort erkennen, herausfinden: sie springen mich an. So bin ich, so ist der Mensch. (Und auch das würden manche ändern, wenn sie nur könnten).
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    Ein Steilvorlage also für drei Sätze, zwei Gedanken, die auch uns seit ein paar Wochen im Kopf herumgehen, schon längst zu Papier wollten:
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    Wir waren zwar immer von rund 30.000 €/Kopf ausgegangen, die Höhe wohl mit wichtig, aber nicht entscheidend:
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    Auf der Ebene unterhalb von Don gibt es also sehr wohl weitere Differenzierung (Don schrieb es ja auch). Und die beobachteten wir in den letzten Wochen durch Umgang mit genau solchen Menschen wie folgt:
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    Es gab und gibt Nutznießer, ja. Z.B. auch im öffentlichen Dienste. Solche, die im Verhältnis zu denen weiter unter ihnen in den letzten Jahrzehnten Vorteile hatten, geringe Vorteile, aber Vorteile immerhin doch: An Geld und geldwerten Vorteilen vielleicht ca. 2000-3000 €/Jahr. Jedenfalls im Vergleich zu einem Gabelstaplerfahrer oder Kassiererin. Und 25 Jahre Dienst und vielleicht 20 Jahre Pensionszeit machen sagen wir 40 Jahre. Also rund 120.000 €. Und klar ist für die – und viele leben, verkörpern das offensiv – „für diese Krise werden wir nicht zahlen“. Mit keinem Cent. Nicht vom Geld, nicht von den Vorteilen.
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    Auch viele der heute 50-jährigen aus dieser Schicht (Ca. A12/A13 plus/minus) möchte mit 58 gehen, so wie die Generation vor ihm ihm das vormachte. Wird und würde mit Zähnen und Klauen drum kämpfen, das. Meint, er hat sich das verdient. Durch „Aushalten“ z.B..
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    Und klar ist für diese auch: Der Rest der Gesellschaft soll wird und muss zahlen. Für deren „heldenhaften Einsatz“. „Die viele Selbstverleugnung“ auch. Und sich selber – zugunsten des Staates – eine andere Zukunft zumuten? Von lange gehegten Lebenshoffnungen ablassen? Die so fest verinnerlicht, sind dass sie schon Wahrheit wurden? Sicher nicht ohne starke Führung „von oben“.
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    Eher ist für solche klar, dass sie zum Glück eben doch staatstragende Elite sind, und darum (zu Recht!) selber an den Hebeln. Und andere, Gabelspalerfahrer, Verkäuferinnen usw. über Jahre Jahre und jahre der Zukunft dann halt 6 Personen x 20.000 €-weise den Verzicht zusammentragen werden (und sollen und müssen), der notwendig diese Gemengelage aus früher Vergreisung, mangelnder Bildung und Chauvinismus zu tragen, zu erhalten.
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    Anders als z.B. mancher Ministerpräsident sehe ich auch nicht „alle in einem Boot“ – „in Deutschland heute jedenfalls überwiegend“. Und auch lange nicht „die Klassenkämpfe bei uns doch fast alle überwunden“: Da strampeln viele – eigentlich doch nur Schwache – der genannten Gehaltsgruppen jetzt schon, d.h. treten nach unten – buckeln noch oben, aus Angst „ein irgendwie gefährliches Unten“ könnte sie am Ende doch noch „infizieren“ (zu dem sie einen zu Große Nähe haben, qua Herkunft?), ihnen ihre „kleinen Privilegien“ (sorry) „aufgrund eigenen Schwäche, nicht bourgois genug gewesen zu sein“ also, tatsächlich noch „auf der Ziellinie gefährden“.
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    Wir stimmen Don zu: Genau so, wie er sc hreibt soll und wird es wohl gehen. Und ist längst „ein Klima oraler Gehemmtheit drüber gelegt“. Also Schweigegelübde informell sich wechselseitig abgenommen (und die Einhaltung dessen „nach unten“ sorgsam zu überwachen auch längst genau so beschlossen) – denn was öffentlich besprochen würde, könnte ja noch anders kommen, oh Schreck!

  15. Je mehr der Sozialismus...
    Je mehr der Sozialismus verdrängt wird, desto wahrscheinlicher wird er!
    @Don Alphonso: Als die Römer mit der „verwilderten Sexualität“ – http://blog.herold-binsack.eu/?p=639 – ihrer Bürger, resp. auch ihrer Bürgerinnen, und damit recht eigentlich bzgl. der Erhaltung der Klassenprivilegien der herrschenden Sklavenhalter, der patriarchalischen Sklavenhaltergesellschaft, muss man sagen, nicht mehr Herr wurden, schufen sie ständig neue Gesetze – letztlich Zivilgesetze – und untergruben damit erst recht diese Privilegien.
    Und nun sage ich, je mehr das Kapital – resp. ja eigentlich das Finanzkapital – Gesetze schafft, die die Eigentümerprivilegien eben dieses Finanzkapitals sichern sollen, desto mehr untergraben sie sie.
    Sie haben es richtig gesagt – Don Alphonso -, das sind keine Marktgesetze mehr, denn sie referieren von Krise zu Krise immer mehr auf die eigentlich da kommende Gesellschaft – die sozialistische.
    Die (amerikanischen) Banken wissen das, daher auch ihre hektischen Rücküberweisungen an den Staat – nicht ohne sich vorher kräftig bereichert zu haben – und sei es auch nur durch gesparte Zinsen.
    Von nun an wird jedem Kritiker des Sozialismus deutlich gemacht, dass der Sozialismus – ökonomisch betrachtet – längst Einzug hält.
    Die einzigen, die das angstvoll konstatieren, im Lager des Kapitals, sind sinnigerweise die Konservativen. In der Tat ist das Risiko des Kapitalismus längst auch für die Kapitalisten zu groß, also bedienen sie sich „sozialistischer Absicherungen“, sprich: des „Volkseigentums“.
    Die Überführung des Eigentums an Produktionsmitteln in eben dieses Volkes Hände ist nur noch konsequent.
    Dramatisch daran ist eigentlich nur, dass weder das Kapital noch die Arbeit begreifen wollen, was da passiert, und dass daher eine sozialistische Revolution desto wahrscheinlicher wird, je mehr man sie verdrängt.
    @Schoenbauer: Apropos „Römisches Recht“, auf Ihren letzten Beitrag, im letzten Blog – http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2009/12/30/hilfreiche-sekundaeruntugenden-iii-nicht-vorgestellt-werden.aspx -, habe ich noch mal geantwortet.

  16. Das Trauma unseres Don seiner...
    Das Trauma unseres Don seiner Nichtakzeptanz in den Szenen, kultivierteren und intellektuelleren Kreisen der Großstadt trägt er nun schon sehr lange mit sich herum und ohne nachhaltige medizinische Hilfe wird er es wohl nicht mehr ablegen können. Was bringt einem auch der schnödeste Mammon und die unreflektierteste Selbstverliebtheit, wenn man zu Hause auf Dauer doch nur das eigene ewig kleingeistig-snobistische Süppchen kocht, sei es auch für Freunde? Nicht ohne Grund versuchen sich Zehlendorf und Wilmersdorf zumindest am WE kultivierter zu kleiden, um in den intellektuellen Szenen der City äußerlich akzeptiert zu werden, zumindest jedoch nicht aufzufallen, was durch Kleidung allein freilich nicht zu leisten ist, denn ein schwarzes Lacoste-Polo macht noch keinen Philosophen, und daher zu einer gewissen Frustrationstolleranz ob der intellektuellen Minderqualifikation und Inkompatibilität bei den Betroffenen führen muss. Und von den für 1,5 Jahre zugereisten Ländle-Hunsrück-Garmisch-Gästen hört man immer wieder die Illusion, Berlin, uns sei es nur ansatzweise, verstanden zu haben, was ihnen freilich schon ob dieser Aussage lebenslang nicht gelingen wird. Aber eben diese Entwicklung ist für Berlin auch ein Segen, bewegt sich eben diese Klientel doch nur an ihrer eigenen Oberfläche und die Unfähigkeit in die kultiviert-intellektuellen Kreise vorzudringen, geschweige denn das System zu verstehen, lässt gerade diese wunderbar unbeeinflusst und -gestört gedeien: Gott würfelt eben nicht!

  17. Rettung kann man für Geld...
    Rettung kann man für Geld (und auch für Gold) nicht kaufen.
    .
    Ob das Glück Euch lächelt oder nicht,
    ob die Tage glücklich oder unglücklich sind,
    Eure Leben sind ein stetiger Austausch,
    es gibt keine Freude und keinen Schmerz,
    die Euch nicht Gelegenheit wären, Eure
    Ehrlichkeit zu beweisen, Eure Bande zu
    verstärken und einander Halt zu geben.
    (Abu Hayyan Al-Tawhidi, 10. Jht.)

  18. "in den Szenen, kultivierteren...
    „in den Szenen, kultivierteren und intellektuelleren Kreisen der Großstadt“ – Johannes v. L. Sie Scherzkeks, und morgen behaupten Sie vermutlich, in den Berliner Opernhäusern würden sich die Menschen gut kleiden. Ich darf Sie beruhigen, ich wollte nicht nach Berlin, ich kam einer beruflichen Pflicht nach, für die ich auch nach Bremen, Zürich oder Vierharting gegangen wäre, nur war es zufällog Berlin. Ich fand das Kaff an der Spree schon immer übel, geschmacklos und übervoll mit exakt jenen „Johannes v. L.s“ und anderen Hypebubis, und ich wollte dort auch nie von Leuten akzeptiert werden, denen Sie offensichtlich vorgestellt sein möchten. Mein Beileid.

  19. Johannes v.L., meinen Sie das...
    Johannes v.L., meinen Sie das Berlin bzw. einen bestimmten Berliner Stadtteil wie in der heutigen F.A.S. beschrieben („Sklaven zu Himbeeren“)?
    Dann auch mein Beileid.

  20. Welch Weitblick, werter...
    Welch Weitblick, werter Don!
    Die Krise sei die nächste Blase – das mit Verlaub – ist richtig, und wie Sie Selbst ausführen, war immer schon richtig. Was heute von Merckel & Co. zwanghaft aufrechterhalten wird ist die nie dagewesene Stabilität des Westens wie sie sich mitte der Achtziger wohl auf Ost-Berliner Mattscheiben dargestellt haben mag. Eine Illusion.
    Natürlich wird es Krieg geben – schliesslich braucht unsere demografiegeschwächte barbusige Europa ebengenau diese Rohstoffe zur Kompensation ihrer nicht vorhandenen Kopulationsbereitschaft. Unverzichtbar, wenn man siegen will! Wir wollen nicht siegen, sondern im weibischen Christentum auf die Erlösung warten.
    Ähhh – ich fürchte, das wird schiefgehen…

  21. Was würde passieren wenn der...
    Was würde passieren wenn der Betrag, bei dem die sich durch Zwangsgelder (Steuern, Abgaben, etc) finanzierte Organisation, Investitionsausgaben von den Abgebern genehmigen lassen muß, bei 100 Euro pro Kopf liegen würde ?
    Bei einer 10.000 Einwohner Gemeinde wären dies alle Investitionen oberhalb 1 Mio. Bei 100.000 Einwohnern 10 Mio. Bei einem Bundesland wie Baden Württemberg 8 Mio x 1000 Euro/Kopf = 800 Millionen Euro und beim Staat 80 Mio x 1000Euro/Kopf = 8 Mrd Euro.
    Eigentlich sind das doch die Geldregionen wo es sinnvoll wird, die nicht persönlich haftenden Politiker zu bremsen. Diese zu zwingen, ein ‚Go‘ einzuholen. Selbst Organisationen wie die durch die Unternehmen finanzierten IHK’s würden hier gebremst da deren Mitgliederanzahl bedeutend geringer ist.
    Eine solche Rückfragepflicht sollte auch bei neuen Steuern, Steuerentlastungen, Privatisierungen etc. gelten.
    Bei alten, bestehende Gesetzesregelungen und für laufende Ausgaben ist zu prüfen ob das Budget nicht jährlich um 2% abgesenkt wird. Wenn das nicht klappt muß der jeweilige Bidgetinhaber einen neuen Vorschlag unterbreiten über den wir bei den 100Euro/Kopf Investitionen neu abgestimmt wird. Die werden sich hüten und es ist sehr sicher kein Problem die Töpfe jedes Jahr um 2% zu reduzieren.
    Die Gefahr besteht daß laufend neue ‚Minimalabgaben‘ geschaffen werden. Auch sind hiermit Organisationen wie die Rundfunkanstalten nicht zu bremsen. Aber auch hier ist eine 2% Reduktion des Gesamtbudgets denkbar.

  22. Johannes v.L.-haha...die...
    Johannes v.L.-haha…die Schüler des grauen Klosters stellen derzeit ihre HemdKragen steil,während die von der Rütlischule vermutlich gar keine besitzen.
    Diese Stadt ist glaube ich leider nicht mehr als die Summe ihrer Teile.
    Hans Meier555 9:41….Berlin als Gnade für arme Menschen zu bezeichnen-ich weiß nicht,für wen soll das gelten? Für den Studenten auf 8 qm 2.HH,der mit seiner Existenz einen kleinen Fleck seiner Biografie bunt malen möchte-der kann`s gewiss aushalten…oder für die „Künstlerkolonie“ Danziger Strasse, die auf einem grossen Transparent dauerhaft verkünden: Künstler sind anwesend.
    Da habe ich gelacht….bis zu welchem Alter lässt sich das gesund durchspielen?

  23. @Kleinerberg
    Berlin ist schon...

    @Kleinerberg
    Berlin ist schon darum von Vorteil, weil man kein Auto braucht, weil die Konsumzwänge nicht so groß sind und weil es keine Polizeistunde gibt.
    Welche Stadt würden Sie dem Prekariat denn empfehlen?

  24. Ein genereller Honweis: Wer...
    Ein genereller Honweis: Wer partout meint, über meine vermuteten psychischen Defekte diskutieren zu wollen, kann das gerne im Internet irgendwo machen – vielleicht sogar an einem Ort, der seiner feigen Existenz in Sachen Anonymität entgegenkommt. Hier muss ich leider darauf bestehen, dass es nicht möglich ist, zumal meine Meinung über solche Prim@en dann auch nur die wenigsten interessieren dürften.
    .
    G. Schoenbauer, gegen Zyklen wäre nichts einzuwenden, die gehören wirklich dazu. Was wir aber seit Mitte der 90er Jahre dauerhaft sehen, sind, ähnlich wie zu Beginn des 20. jahrhunderts, keine Zyklen, sondern extreme Blasenbildungen, die auf breiter Front gefördert werden, und die sich zu einem Desaster aufschaukeln können. Leider wissen die Banken nun auch, wie weit sie schaukeln können.

  25. Alteuropa philosophiert mal...
    Alteuropa philosophiert mal wieder so vor sich hin mit seiner nie endenden Nabelschau, wem wir wohl diesmal unsere Misere in die Schuhe schieben können. Das heutige Zeit-Interview mit dem Soziologen Ulrich Beck beschuldigt (surprise!) unsere Gesellschaft und verkündet das Kommen sozialer Unruhen. — Nicht erwähnt in der Zeit ist hingegen der heute in Kraft tretende Freihandelsvertrag zwischen China und der ASEAN. Wer ist denn das nun wieder? Ach ja, die ASEAN ist bloß die EU Südostasiens, eine Union von 10 Ländern mit 500 Millionen Menschen. Wann werden wir endlich merken, dass sich die Welt längst nicht mehr um uns dreht?

  26. "Though this be madness, yet...
    „Though this be madness, yet there is method in it, …“
    Guter Artikel, weniger verblasen als sonst…

  27. ExpatLI, ich bin ja kein...
    ExpatLI, ich bin ja kein grosser Freund von Herrn Adenauer, aber dass er sich mit dem Spruch „KInder werden immer geboren“ mit dem Generationenvertrag gegen Erhard durchgesetzt hat – das war nicht schlecht. ich sehe aber immer noch einen Unterschied zwischen einer Staatsverschuldung, die unschön ist, aber der gewisse Werte gegenüberstehen, und einem Paket von 4 Billionen, das ohne Gegenleistung einfach so rausgehauen wird. Ein System, das 4 Billionen mal eben so brauchen würde, ist eigentlich kein System, das erhalten werden sollte, sondern ein Verbrechen.
    .
    Nikolaus, wenn die Reichen gleich reich bleiben und von unten einer kommt und reich wird. dann muss er es sich irgendwie zuteilen. Und wenn es nicht von oben kommt, dann nimmt er es nach meiner Rechnung von unten. Auch nicht gerade eine tolle Sache, wenn man unten ist. Umbrüche, lehrt die Geschichte, fabrizieren erst mal vor allem Verlierer.

  28. Die Domain...
    Die Domain „www.beamte-verzichten.de“ ist tatsächlich noch zu haben.
    .
    Ja, wir wissen: Unser Staat kostet eigentlich nicht viel. Jedenfalls nicht im Verhältnis zu dem, was er leistet. Die Ordnung aufrecht erhalten z.B.. Und da kann es vielleicht tatsächlich in Ordnung sein, wenn manche ihre 10.000 € als Lehre an andere nach unten durchreichen. (Und „manche“ sind sicher noch nicht „die Meisten“. Sondern sicher schon „Elite“. Haben zumindest die – für sie selber nette – Freiheit, das so zu definieren. So Nach-unten-Weiterreichungstaten tun einem selber auch weniger weh mit guter Begründung. Daher darf es vor allem auch an der nicht fehlen.)
    .
    .
    Außerdem wissen wir, was heute Zeitgeist ist: Man muss mit den Spießgesellen der eigenen sozialen Schicht am besten an die Macht kommen, sie eben demokratisch erringen. Und solange man dann Klientelpolitik zugunsten der eigenen Gruppe macht, eben genau deshalb erfolgreich macht, weil die anderen sich noch nicht, oder jedenfalls nicht ausreichend genug wehren und dagegen organisieren – und/oder die von uns ausgestreuten Lügen, Halbwahrheiten und Beschönigungen unseres Umverteilungstuns zu unseren Gunsten weiter glauben – solange hatten halt die anderen noch zu viel. Und wir zu wenig. Und hätten also einen Fehler gemacht, uns nicht zu holen, was uns zusteht, weil die anderen es (noch) nicht festhalten können/wollen:
    .
    Erst wenn die anderen anfingen, sich zu wehren, könnte der erste Beginn einer vielleicht möglicherweise vorhandenen moralischen Schranke/Grenze konstatiert werden. Vorher keinesfalls.
    .
    .
    Ich fänd‘ das prima, wenn die Domain „www.beamte-verzichten.de“ demnächst vergeben wäre. Gibt ja vielleicht den ein- oder anderen Oberstudiendirektor, verheiratet mit Oberstudierat/rätin (beide nur beispielhaft gemeint), der tatsächlich inzwischen versorgt genug wäre, dass er die letzten paar Jahre bis zur Pension auch noch unter Verzicht aufs Monatseinkommen „schaffen gehen“ könnte. Und die beiden auch mit einer Pension auskämen, zugunsten Deutschlands, da ja auch ihr gemeinsames Häuschen längst bezahlt wäre, nicht wahr?
    .
    Und Entschuldigung für die vielen verbliebenen Fehler in unserem ersten Beitrag: Wir hoffen diesmal sinds weniger.
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    Nein: Don hat recht: Die 10.000 € werden nach unten durchgereicht werden. Bis zu denen, die sowieso nichts haben. Und daher eher auch nicht merken, wenn ihnen die 10.000 € auch nur von ihren zukünftigen Zuwächsen genommen werden. (Wobei „späterer Zuwachs“auch ein länger andauernder Anblick der durchlöchterten Strasse vor ihrer Haustür bedeuten kann.) Wenn die Nicht-Zuwächse nicht sogar von deren Existenz abgehen. In laufenden Jahr schon.

  29. Josef, danke - ich darf aber...
    Josef, danke – ich darf aber bemerken, dass das „Zerfasern“ im Rahmen dieses Blogs kein Fehler, sondern Absicht ist. Ich glaube nicht an das Heil der geraden Texte.
    .
    dunnhaupt, der Mensch ist generell nur begrenzt in der Lage, sich von seinen Standpunkten zu lösen. China/Asean würde ich vielleicht nicht so eng sehen, wenn mam betrachtet, wie wichtig Aussenhandelspartner wie dieses kleine Österreich da für Deutschland sind. Und generell würde ich sagen: Kleinräumiges Denken hat klar seine berechtigung, gerade, wenn das Grosse so hässlich wie die real existierende Globalisierung ist.

  30. Werter Don,
    .
    "... der Teufel...

    Werter Don,
    .
    „… der Teufel immer auf den gößten Haufen – nun, die Frage ist nur: Warum fühlt es sich mit ein wenig Nachdenken so an, als hätte man
    auch verloren?“
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    Wo Tauben sind fliegen Tauben hin, sagt der Volksmund und meint den Erfolgreichen ( Erfolg ist das Ziel erreichen ) – ohne darüber nachzudenken, warum dieser erfolgreich ist und der andere Misserfolge erlebt.
    .
    Die Evolution benötigt Druck – die bedauernswerte Freundin in Berlin muß die Konsequenzen ihres Handelns tragen ( Partnerwahl, Entscheidung für das Kind ), wie ihre Geschlechtsgenossinnen seit
    Millionen von Jahren ( Lucy ). Auch in solchen Fällen, sollte der „Gewinn“ nicht privatisiert und die „Last“ solzialisiert werden.
    .
    Stellen Sie sich mal vor, es gäbe keine Not, kein Elend, keine Gefahr, keinen Schaden für uns Menschen ( das Paradies war so eingerichtet und Gott musste reparieren, er hat eben doch gewürfelt ), wir befänden uns heute noch auf der Stufe der Bonobos – ja was wäre dann mit Ihrem Blog? Was sollten wir denn schreiben, mit welchen Worten uns worüber mokieren? Wie hätten wir dann aus 2009 Lehren ziehen sollen?
    .
    Ich erinnere in diesem Zusammenhang an:
    „Die Notwendigkeit schafft die Möglichkeit“ ( Hegel )
    „Die Not macht erfinderisch“ ( Volksmund )
    „Zur Not geht viel“ ( Hanskarl )
    „Die normative Kraft des Faktischen“ ( Carlo Schmidt )
    Gruß Hanskarl

  31. Wie immer, lieber HansKarl,...
    Wie immer, lieber HansKarl, gut, treffend, zukunftsweisend.

  32. Johannes v. L., verzeihen Sie...
    Johannes v. L., verzeihen Sie die indiskrete Frage, haben Sie bei Prof.Dr. Dagobert Duck an der Universität Entenhausen theoretische Astrologie studiert?

  33. Lieber Filou, danke.
    .
    Wir...

    Lieber Filou, danke.
    .
    Wir Menschen können den geltenden Natur-Gesetzen nicht entrinnen. Ich bin aber schon dafür, daß man den in Not geratenen Mitmenschen hilft, auch wenn dies oben vielleicht nicht so aussieht – aber eben unter genauem Hinsehen!
    .
    Gruß Hanskarl

  34. Lieber Hanskarl,
    ein bißchen...

    Lieber Hanskarl,
    ein bißchen Evolutionsdruck täte Beobachtern wie Ihnen womöglich auch ganz gut.
    Vielleicht schon 2010?
    Gruß

  35. Also jeder soll da leben wo es...
    Also jeder soll da leben wo es ihm gedeiht. Sei es auch in Berlin. So wie das bei mir der Fall ist. Die Süddeutsche Intoleranz, also für mich alles südlich von Köln, habe ich mehr als satt. Stuttgart oder Bayern muss ich auch nur aus beruflichen Gründen besuchen.
    @muscat zu „Sklaven zu Himbeeren“: also dieses Berlin / Prenzlauer Berg Bashing in der FAS ist langsam nicht mehr zu ertragen. Wie oft waren 2009 solche Artikel in der FAS zu lesen? Also ich kenne an den drei Stück. Was wollte uns die nette Autorin erzählen? Dass es in der DDR besser war? Dass es besser war, wenn in jedem Haus ein Alki gewohnt hat? Dass die heutigen Künstler sich am Markt orientieren? Was ist falsch daran Touristen anzuziehen? Und was zum Teufel ist an Montmartre jetzt falsch?
    Wie sieht´s denn in Schwabing, Oberkassel oder Gerlingen aus? Besser? Mitnichten! Es ist aber halt der Trend auf Berlin zu schimpfen. Ob dies auf irgendwelchen Minderwertigkeitskomplexen der Provinzbevölkerung füßt? Ob dies aus Neid auf die Kultur in der Hauptstadt passiert – egal ob quer- oder wie auch immer finanziert? Mal in Stuttgart oder München ausgegangen? Nach wie vielen Wochenenden ist man dort mit den Museen, Opern, etc. durch? Ein oder zwei Wochenenden. Und ich hoffe beim besten Willen, dass wohl niemand etwas gegen Barenboim hat. So schlecht ist der alte Mann auch nicht.
    Seit dem ich in Deutschland bin, habe ich so ziemlich jede Region des Landes kennen gelernt. Am unerträglichsten war es in Stuttgart. Auf Wunsch gerne mehr Details.
    Ich finde Berlin toll, ja ich liebe Berlin, weil ich hier eine ungemeine Freiheit genießen kann. Es ist egal wie ich auf die Straße gehe. Es ist egal was ich denke. Es ist egal, ob ich im Supermarkt den Kundentrennungsstab auf das Band lege. Ich liebe die Anonymität dieser Stadt. Ich liebe die Kraft dieser Stadt.
    Ein Mensch aus z.B. Eutigen i. G., der hier nicht leb, sondern Berlin bei Mistwetter besucht hat, wird die Stadt auch nicht verstehen. Muss er auch nicht, wenn er hier ist.

  36. Man muss nicht alles immer...
    Man muss nicht alles immer tierisch ernst nehmen. As Oscar Wilde said“ Life is too serious to be taken seriously“. Jein?

  37. Lieber HansMeier555, wie...
    Lieber HansMeier555, wie kommen Sie zu diesem Schluss?
    .
    Meinen Sie vielleicht, daß Veränderung erforderlich wäre? Wenn ja, zu wessen Nutzen?
    .
    Ich darf Sie versichern, daß ich am Besten weiß, was gut für mich ist – und ich war bisher in meinem Leben erfolgreich. Meine Ziele habe ich erreicht, weil ich sie so gewählt habe, daß die erforderlichen Ressourcen ausreichten – warum sollte ich etwas ändern?
    .
    Oder habe ich Sie mißverstanden?
    .
    Gruß Hanskarlk

  38. ...oder mit Arno Schmidt: Wer...
    …oder mit Arno Schmidt: Wer sein bisschen Scheiss ernst nimmt, ueber den kann ich nur lachen!
    (Nicht ganz wortgetreu ziteiert, fuerchte ich. Aber die Richtung stimmt.)

  39. Das las sich alles so krass,...
    Das las sich alles so krass, dass mein Gehirn sich wegdrehte und die Welt nicht mehr verstehen mochte.
    Naja, gestern noch den Stromversorger gewechselt, hinueber zu einer Genossenschaft, dasselbe morgen mit dem Bankkonto. Vielleicht noch eine Brotbackmaschine mit einem Vorrat an Mehl. Ansonsten weiterhin die weisse Wand anstarrend.

  40. Die autistische Welt wird...
    Die autistische Welt wird gerade gesprengt
    @Dunnhaupt: Ulrich Beck kommt da gewissermaßen ein wenig spät. Die Epoche der sozialen Unruhen hat längst begonnen (hatte sie eigentlich irgendwann mal pausiert?). Nun gleich ob alte oder neue Botschaft, was neues verkündet uns Beck trotzdem.
    Noch bis vor kurzem glaubte man diese Unruhen auf die sog. 3. Welt beschränkt sehen zu dürfen, aber mit Griechenland und nun auch dem Iran wachsen sich diese immer mehr in Richtung Zentrum aus. Vor nicht all zu langer Zeit – vor 3-4 Jahren, glaube ich -, gab es übrigens die erste Hungerrevolte mitten in Europa, in Slowenien, wo aufgebrachte Sinti und Roma eine Filiale von Rewe stürmten. In keiner Zeitung stand da was davon. Ich habe das einem Flugblatt entnommen, das mir per Massenpost in den Briefkasten flatterte, wo mir jemand Sicherheit versprach, nämlich durch eine sichere Geldanlage. Klar wurde mir aber dabei nicht – wogegen gesichert bin? Gegen den Hunger, oder gegen die Revolte?
    Und das berührt den nächsten Punkt: Was wissen wir schon wirklich? Und wo stehen wir? Die Pressezensur ist perfektonierter denn je, ja sie toppt die totalitärste Diktatur darin. Was wir nicht hören sollen, bekommen wir auch nicht zu hören. Das dürfte dann wohl auch die ultimative Aufstandsbekämpfungsmethode sein: eine totale Nachrichtensperre in der vernetzten Welt.
    Allerdings nützt das nur solange die Aufstände noch nicht unmittelbar vor unserer eigenen Haustür toben, na ja: und solange es Twitter gibt!
    So werden sie toben dort wie hier, und wir können sie gar nicht mehr überhören! Und das ist es vielleicht, was der kritische Kritiker Beck als Neuheit zu verkünden hätte: der Aufstand wird endlich wahrgenommen. Das Ende der Epoche des Autismus, könnte man dazu auch sagen, nämlich das Ende jener Zeit, in der die Menschen nichts mehr wahrnehmen, was nicht unmittelbar mit ihren Konsumbedürfnissen zu tun hat.
    Ob das das Wesen jenes „Kristallpalastes“ ist, von dem Sloterdijk glaubt, dass er uns – die Privilegierten aller Länder -, beinhalte, gegen die, die da draußen toben? Wer weiß schon? So oder so: Die autistische Welt wird gerade gesprengt? Innen und Außen gibt es nicht mehr!

  41. Devin, selbst gaebe es eine...
    Devin, selbst gaebe es eine der Totalitariaet gleiche Zensur; gegen die Phantasie und die die angeborene Subversivitaet des sich selbst rettenden Individuums kommt kein Staat an. Es kann Jahrzehnte dauern, aber darauf folgtAnarchie. Voelker, die aus halbwegs gebildeten (religieus oder politisch) Menschen bestehen, finden schnell wieder den Weg zur Ordnung.
    Egal, ob geruehrt oder geschuettelt-es wird immer ein Martini.

  42. Ich weiss ganz genau, dass in...
    Ich weiss ganz genau, dass in meinem Kommentar von 18:41 das Wort „Scheiss“ (Sch**** (Sternchen sind von mir)) vorkam. Hatt‘ da mir ein FAZke meine „…eiss“ gestohlen?

  43. Tatsaechlich!...
    Tatsaechlich!

  44. hans meier555,Berlin ist...
    hans meier555,Berlin ist absolut gut für das freiwillige Prekariat, da spielt ja auch Sehnsucht als Wahl eine Rolle für die alltäglichen Kraftanstrengungen.
    Ich könnte die U-Bahn schon nach Kürze nicht mehr ertragen,wollte aber auch in keinen Staus mehr stehen-Beweglichkeit ist aber in der Stadt notwendig und extrem Zeitintensiv.
    Wer sich in den identitätsstiftenden Szeneläden nicht sozial aufwärmen muß oder will,der hat natürlich weniger Kosten, ansonsten aber kostet die Stadt Geld:
    Wer sich bewegt,zahlt.
    Auf dem Lande werden naturlicherweise immer mehr Häuser frei mit grossen Grundstücken, nur lockt es nicht besonders viele-das Leben dort hat anscheinend etwas erschreckend realistisches, und die geistige Anbindung an den Nachbarn ist vielleicht schwerer vorstellbar als zu meinem Unbekannten Gegenüber in der U-Bahn.
    Das meiste bleibt sowieso Illusion.

  45. Wenn ich als Herr des Blogs...
    Wenn ich als Herr des Blogs schon nicht das Wort mit c, u und m schreiben darf, wieso sollten Sie dann so etwas schreiben dürfen?
    .
    Im Ernst, die begrenzten Ausdrucksmöglichkeiten, die in der Software liegen, sind suboptimal, aber es soll bald ein neues System geben.

  46. Ein halbwegs gebildeter...
    Ein halbwegs gebildeter Softwareschreiber ist in der Lage kontextbezogene Algorithmen zu erstellen.
    Man wird dann doch subversive Metaphern finden muessen.
    Schoener Sport.

  47. Die New York Times macht das...
    Die New York Times macht das in einem ohnehin sehr guten Beitrag über die Krise in Florida so:
    .
    Some people depart in a rage, leaving graffiti on living room walls (profane suggestions about how bankers might rearrange their anatomy), mounds of trash, dirty diapers, even piles of human excrement.
    .
    http://www.nytimes.com/2010/01/03/business/economy/03coral.html
    .
    Exkrement müsste eigentlich gehen.

  48. Lieber HansKarl,
    es freut...

    Lieber HansKarl,
    es freut mich, daß es Ihnen gutgeht, möchte aber zu bedenken geben, daß alles, was Sie über sich sagen, auch ein Bonobo von sich behaupten könnte.
    .
    Lieber Kleinerberg,
    In Berlin gibt es doch gar keine Staus. Und eigentlich auch keine Hektik oder Gedränge. Außer vielleicht im Lesesaal der Staatsbibliothek an der Potsdamer Straße.
    Und dieser ganze Hype („spannende Stadt“, „armabersexy“, etc.) — meine Güte, wer hat sich denn für so was jemals interessiert. Doch wohl nur Leute, die einen Fernseher besitzen.
    Gruß

  49. @Devin08,
    thanks fuer den...

    @Devin08,
    thanks fuer den obigen Hinweis auf Ihre Antwort in der letzten Blogveranstaltung wie auch fuer diese. Der Hinweis auf den sich selbst versorgenden Grenzsoldaten ist sicherlich zutreffend; soviele Moeglichkeiten hatte er wohl auch nicht, wenn er da auf dem Limes oder dem Hadrianswall hockte und ins Feindesland schaute, keine Eisenbahn weit u. breit, kein 20 ft.-Container. In der weiteren Niedergangsdiskussion gibt es ja auch die These, dass es an der voellig unzureichenden infrastrukturellen Erschliessung lag, die letztlich den Ausschlag gab. M.E. ist das nur ein Aspekt, der mit der Groesse des Imperiums zusammenhaengt, und dass diese nicht zu halten war, als man intern auf Frieden und Sicherung des Vorhandenen setzte und dies zu vielfaeltigen wirtschaftlichen Verwerfungen fuehrte, die letztlich an die Substanz gingen, koennte man m.E. gut begruenden, obgleich man es hier nicht ausfuehren kann.
    Gruss
    G.S.

  50. In diesem Beitrag hier geht es...
    In diesem Beitrag hier geht es übrigens ga nicht so sehr um Berin, möchte ich nur angemerkt haben. Berlin ist nur ein Beispiel für eine eher anonyme Grossstadt, in der es unter schlechten Bedingungen sehr eng werden kann. Letztes Jahr gab es beispielsweise den Fall einer Bloggerin, die keine Betreuung für ihr schwer behindertes Kind mehr bekam. Da werden schon jetzt Menschen zurückgelassen. Ich möchte nicht wissen, wie es ist, wenn der Staat vielleicht noch die laufenden Kosten seiner Mitarbeiter bezahlen kann, nicht mehr aber das, was sie verteilen sollen.

  51. Lieber HansMeier555, Sie aber...
    Lieber HansMeier555, Sie aber anscheinend nicht über sich! Warum sind Sie erfolglos – fehlt vielleicht nur der evolutionäre Druck?
    Gruß Hanskarl

  52. Letzten Endes werden wir...
    Letzten Endes werden wir vielleicht gerade staunend Zeugen des beginnenden Unterganges einer Kultur. Wenn das Kind der oben erwähnten Mutter nicht in der Lage ist, durch erworbene geistige Fähigkeiten, vom Sozialverband unserer Gesellschaft getragen, einen Platz im Lebensraum der Deutschen zu besetzen; wie der bekannte Flügelschlag des Schmetterlings in Übersee.
    Na ja, ist auch schon anderen passiert: Etrusker, Kelten, Inkas, etc.
    @HansKarl, Du merkst, dass ich nicht Deiner Meinung bin. Altruismus macht in der Entwicklung der Gattung Mensch durchaus Sinn.

  53. Danke für die vielen lieben...
    Danke für die vielen lieben Wünsche der letzten zwei Wochen. Neben nettem Geplauder wie vom geschätzten Gastgeber gewünscht, versuche ich auch immer was zu lernen. Als Korrektur für Viel- und Langschreiber Devin08 ist Stairway to Heaven von 1971 und Led Zeppelin wurden 1980 aufgelöst – wegen Todesfall. Neuverschuldung von 10kilo€ ist in Relation des Wertverlustes des USD seit dem Verlassen der Goldbindung 1971 durch Tricky Dicky nur noch ein Vierunddreißigstel, also etwa 600 DM. Und die arme Alleinerzieherin in Berlin ist zwar noch lange nicht so alt wie Tilly, der in des Don´s „Renaissanceloch“ sein Leben der Tetanus wegen lassen mußte, hat aber kaum die Chance, in Berlin an so einer grauslichen Krankheit zu sterben.

  54. "Seit dem ich in Deutschland...
    „Seit dem ich in Deutschland bin, habe ich so ziemlich jede Region des Landes kennen gelernt. Am unerträglichsten war es in Stuttgart. Auf Wunsch gerne mehr Details.“
    Nur zu, Radal.

  55. Lieber Hanskarl,
    Ihre Frage...

    Lieber Hanskarl,
    Ihre Frage hat Pausenhofniveau. Bitte nicht so plump.
    Gruß

  56. Stahlhelme, schöne frische...
    Stahlhelme, schöne frische Stahlhelme! Schusssichere Westen, Sandsäcke, Kevlareinlagen!

  57. Seid dem 7.Februar letzten...
    Seid dem 7.Februar letzten Jahres überlege ich mir, warum der Suhrkamp Verlag nach Berlin ziehen will. Langsam verstehe ich es. Frankfurt und das etwas spießige Gebäude in der Lindenstrasse würde nie soviel Blogbeiträge kriegen wie Don’s Berlin mit dem Petzlberg. Don, vielleicht könnten Sie es arrangieren dass Ihre Freundin bei Suhrkamp/Berlin etwas Geld mit Kisten auspacken verdienen kann. Dafür kriegt sie zwar nicht die diskutierten 10.000 Euro, aber es wäre doch zumindest ein Start in die richtige Richtung.

  58. Hat sich da nicht ein...
    Hat sich da nicht ein Rechenfehler eingeschlichen. 4 billion dollars sind 4000 millions, da es in den USA ja keine Miliarden gibt ??!!

  59. Lerchenzungen! Leckere...
    Lerchenzungen! Leckere Lerchenzungen! Otternasen, geröstete Otternasen! :-)
    Es ist halt leichter als Komment-Gladiator, sich über Naheliegendes, Konkretes wie … Berlin in die Haare zu geraten, als über so Unvorstellbares wie irgendwohin versprochene und dann gepumpte Billions of Dollars.
    Super, wenn man als Regierung nicht nur diese irremachende Abstraktion ausnutzen kann, sondern sowas auch noch „zwischen den Jahren“geräuschlos durchwinken lassen kann. Nunja, waren auch über 1000 Seiten.
    Denn im Grunde sind Volksvertreter, Parlamentarier/Kongressabgeordnete, ob indolent oder nicht, dem gleichen Effekt wie hier unterlegen. Was ich ganz einfach emotionslos feststelle :-)

  60. 4 Trillions steht im Original....
    4 Trillions steht im Original. Das sind 4000 Billions. Oder 4000 Milliarden.

  61. Die Analyse ist richtig,...
    Die Analyse ist richtig, lieber Don. Und Sie reden, wie ein Mann von Ehre. Wer Geld hat und soziales Gewissen, sollte die moveyourmoney-Initiative ersnthaft in Erwägung ziehen. „Our money has been used to make the system worse — what if we used it to make the system better?“ Das ist doch mal ein Vorschlag zur Güte. Es gibt bestimmt noch mehr kreative Ideen dieser Art.

  62. Stahlhelme, schöne frische...
    Stahlhelme, schöne frische Stahlhelme! Schusssichere Westen, Sandsäcke, Kevlareinlagen!..Zitat D.A………an die Füsse gebunden lässt sich es damit wohl prima untergehen.
    HansMeier555, ja es geht auch ohne Stau und ganz normal.Ich bin aus einigen Gründen auch immer gerne in Berlin, und finde die Dinge doof,die ich auch anderswo nicht mögen würde.

  63. Make Potter History....
    Make Potter History.

  64. Schöner Artikel werter Don....
    Schöner Artikel werter Don. Das schöne an der Finanzkrise ist ja, dass sie eigentlich nur die hatten die damit nichts zu tun haben.
    http://www.faz.net/s/Rub09A305833E12405A808EF01024D15375/Doc~EAB47E2CED7AC4EEC9103E5F1E2EA7584~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell
    Es wird gerade mal wieder umverteilt, wie im Artikel richtigerweise bemerkt.

  65. Um aus meinem Herzen keine...
    Um aus meinem Herzen keine Mördergrube zu machen: Mein Verhältnis zu Anhängern der reinen Hypeideologie ist mehr als nur ein wenig getrübt, und ja, ich habe schon nach der New Economy vorgeschöagen, solche Leute mit einem lebenslangen Berufsverbot zu belegen. Wenn die recht hätten, warum würden wir es nicht wie Pakistan machen und uns auf einen Kurs, der politisch taugt, einigen? Dann würden die Kurse sicher steigen, jeder wüsste, was er bekommt, und recht viel fälscher als die lockeren Bilanzierungsregeln und das Elend der Level-3-Assets (worüber heute kein Mensch mehr schreibt, obwohl die wirklich entscheidend sind) könnte man auch vergessen. Aber gerade der globale Finanzjournalismus scheint sich in seiner Rolle als Claquer bestens zu gefallen
    .
    Um das Sittenbild noch abzurunden:
    http://www.nytimes.com/2010/01/04/business/economy/04fed.html?hp
    Herr Bernanke ist der Auffassung, dass nicht das billige Geld (für das er mit verantwortlich war), sondern die Kontrolle (bei der er auch am Tisch sass) das Problem bei der Mitschuld der Notenbank war. Sprich, man kann weiterhin die4 Banken mit Geld bewerfen, solange man nur besser aufpasst. Zufällig ist die amerikanische FED aber ein Institut der Banken. Da darf man sich jetzt schon freuen über die effektive Kontrolle.

  66. Hui, werter Don, wer wird denn...
    Hui, werter Don, wer wird denn hier langsam zum Klassenkämpfer? Ich lese — und staune. Stelle jedoch fest, daß Sie das moderne Lumpenproletariat, wiewohl Sie es durchaus treffend beschreiben, (noch?) nicht explizit ein solches nennen. Denn ein Lumpenprolateriat ist es, welches diese Gesellschaft landauf, landab Hartz-IV-und-Krawall-TV-sediert heranzüchtet; die Freilanzer und Generation-Praktikum-Praktikanten unterscheiden sich von ersteren letztlich auch nur durch den Besitz eines Diploms und eines Laptops: Verlierer sind sie alle. Und wo es Verlierer gibt, gibt es Unzufriedene; und wo es Unzufriedene gibt, gibt es Sprengkraft — Sprengkraft, die diese Gesellschaft über kurz oder lang auseinanderjagen wird. Wie lange, fragt man, werden sich die Abgehängten von den Eliten über den Löffel balbieren lassen, bis sie aufstehen, hingehen zu den besagten Westvierteln, und die Eigentumsfrage flott neu formulieren? (Aber das wäre ja kriminell, nicht wahr?) Ich möchte nicht so weit gehen wie mein Vorkommentator Devin08, der überall Sozialismus sieht, wo ich lediglich eine — möglicherweise gewaltsame — Reform des Finanzkapitalismus angloamerikanischen Zuschnitts erahne, aber in dem Punkt muss ich ihm rechtgeben: der Konflikt, dieser fundamentale Antagonismus, der durch die Geldgier des Finanzkapitals überhaupt erst befeuert und auf die Spitze getrieben wird (denn es sind diese, die sich blindwütig und auf Kosten aller anderen bereichern: Umverteilung), dieser finale Konflikt wird von Krise zu Krise verdrängt, bis er sich wohl, wie das bei Verdrängungen so üblich ist, gewaltsam Luft macht. Wenn die Banker, die Eliten — zu ihrer eigenen Sicherheit! — nicht bald umdenken, nicht bald ihre Maßlosigkeit drosseln, werden ihnen auch ihre gated communities und ihre Sicherheitsdienste nicht viel nützen. Ein S-Bahn-Ticket Richtung Berlin-Grunewald wird sich Ihre Berliner Freundin (die ich hier natürlich nur stellvertretend heranziehe) allemal leisten können: ein Rückfahrticket wird dann nicht nötig sein.

  67. Der Artikel ist einfach nur...
    Der Artikel ist einfach nur links, sprich schuldzuweisend. Darüber hinweg ist er einfach nur wirr – da werden Äpfel mit Birnen verglichen und da hat das eine nichts mehr mit dem anderen zu tun! Wieso gehen sie nicht gleich ein Auto anzünden? Am besten einen Porsche…
    Der Kapitalismus hat in erster Linie erst mal Reichtum gebracht, aber wie es mit allem so ist, kann man mit einem Werkzeug ebenfalls Schaden anrichten, genauso wie es mit einem Küchenmesser möglich ist Menschen zu töten. Ist nun das Küchenmesser dran Schuld, wenn Menschen damit nicht vernünftig umgehen?

  68. Mein lieber Stefano, hier geht...
    Mein lieber Stefano, hier geht es aber zufälligerweise gar nicht um Kapitalismus, der Werte erzeugt, sondern einzig und allein um eine Umverteilung, die keine Werte erzeugt. Kein Mensch hat hier etwas gegen den Kapitalismus gesagt. Es geht nur, ausschliesslich um die Frage, was zu dessen Finanzierung notwendig ist, und was darüber hinaus reine Spekulation auf Kosten aller und zugunsten weniger ist. Und jetzt lesen Sie den Beitrag nochmal, vielleicht möchten Sie danach ihre Einlassung korrigieren,

  69. Buongiorno, D.A. Lassen Sie...
    Buongiorno, D.A. Lassen Sie sich von diesem Stefano nix sagen, der kommt sicher aus Süditalien oder sogar Sizilien. Da fragt man nie, wo das Geld herkommt – aus dem Norden halt, d.h. aus der Druckmaschine aus dem Norden. Meine W2-Kollegin in Berlin fährt übrigens kein Premium-Modell, sondern nur einen klapprigen Franzosen. Sie lebt jetzt in einer Platte (Ostberlin) und verdient weniger als ein (verbeamteter) Gymnasiallehrer. Ich hatte von Berlin schon seit den 80ern genug und habe immer nur bereut, daß ich München für FFM verlassen habe – für den globalen Wettbewerb. Berlin bleibt die Hauptstadt des Ostens, Ende.
    Zu Ihrem Beitrag: Sie driften ein wenig in Richtung Baudrillard, weil Ihre Blasen sich ja nun zum xten mal selbst kopieren und reproduzieren. Welche ist eigentlich die Original-Blase? Hatten wir alles schon, letztlich seit dem Onkel auf dem Highgate Cemetary. Natürlich steht diesen Fake-Finanzmitteln kein realer Wert gegenüber. Aber nach Adam Riese passiert nix, solange die Zinsen jedenfalls noch per Schuldenaufnahme bedient werden können. Die Schulden des Staates sind schließlich die Vermögen der Elite, also ideal zur dezenten Umverteilung. Wo ist also das Problem? Plötzliche Radikaltilgung ginge nur um den Preis radikaler Instabilität, vulgo Bürgerkrieg. Und das will ihre alleinerziehende Freundin doch wohl auch nicht, oder? Dagegen bieten die Staatslotterie und das tägliche Bingo der Gelben Presse noch mannigfaltige Chancen zum sozialen Aufstieg. Cordialmente

  70. @Stefano,
    nicht von der CI,...

    @Stefano,
    nicht von der CI, aber vom US-Census Bureau: „The Census Bureau said the poverty rate — the percentage of people living in poverty — jumped to 13.2 percent, the highest level since 1997, from 12.5 percent in 2007.
    About 39.8 million Americans were living in poverty, up from 37.3 million in 2007.“
    (zit. n. http://www.reuters.com/article/idUSTRE58943C20090910)

  71. @Stefano

    Der beissreflex, den...
    @Stefano
    Der beissreflex, den der artikel offensichtlich bei ihnen ausgelöst hat, erlaubt mir dagegen sie sofort fehlerfrei ideologisch zu verorten. und das, mit verlaub, nicht gerade in der sympathischsten ecke. die ideologischen krisenverlierer der dekade, sozusagen.

  72. Show must go on. Geld ist der...
    Show must go on. Geld ist der Schmierstoff der Dienstleistungsgesellschaften. Nur schaut man sich die geleisteten Dienste allenthalben an, sieht man nur noch den Bären.
    Wöllte man den Banken wirklich den Wind aus den Segeln nehmen müssten unsere Gesellschaften aufhören auf Pump zu konsumieren. Dabei gäbe es mit Sicherheit erhebliche Kollateralschäden, aber den Banken würden die Chips für die Wetten ausgehen.
    Macht natürlich keiner ;)

  73. Lieber Don,
    wie immer...

    Lieber Don,
    wie immer treffend,bissig,gut.
    Umverteilung von Unten nach Oben und solange die FED nicht verstaatlicht wird und Privatiers ihre Finger im Spiel haben, wird sich das nicht ändern.
    Ob die Amerikaner den Bock nun auch noch zum Gärtner machen…….
    In längst vergangenen Zeiten hätten die Bauern ihre Mistgabeln genommen und zumindest versucht die zuständigen Stellen am Baum aufzuknüpfen.
    Zumindest eins darf man annehmen…weder Studenten,Bauern noch sonstige Bevölkerungsgruppen finden eine Theorie der sie sich zuwenden…wo keine ALternative da keine Zusammenrottung…
    Wie Devin schon sagte…man kann den Aufbruch zum Sozialismus irgendwo schmecken..nur wollen muss man das nicht…man hätte die selben Nasen nur in anderem Gewand.

  74. @driver, eine schöne Frage:...
    @driver, eine schöne Frage: welche ist noch die Original-Blase. Wieso allerdings die Vermögen der Elite – die Schulden des Staates – zur dezenten Umverteilung dienen bzw. ideal sind, verstehe ich nicht. So sie denn in beweglichen Werten vorliegen und verbleiben, vielleicht noch annähernd machbar. Aktien- und mehr noch Immobilienbesitz, wie wollen Sie das zur Umverteilung heranziehen. Hat doch nie geklappt in der Vergangenheit. Im Gegenteil. Wer viel hat, kann umso besser abschreiben….oder/und zur Not „….im Ausland aus volkswirtschaftlichem Interesse investieren, um keine Steuern hierzulande zahlen zu müssen“(Begründung der Steuerbefreiung in der Flick-Affäre). Daimler, sorry, Mercedes zahlte einst in den Achtzigern noch 150 Mio. Gewerbesteuer, nun muß die Stadt Sindelfingen raustun! Die Folge des Globalisierungswahns. Das Obrigkeitsstaatsdenken hierzulande ist zu stark ausgeprägt, als das sich daran etwas änderte. Die Frage ist nicht, wann brennen hier die ersten Autos, sondern, warum brennen sie nicht schon lange. Ausharren bis zum Schluß, und am Ende war es wieder keiner. Und mit den Leuten in Berlin? Sicher ist die stete Verfügbarkeit der medialen Verdummungsaktionen wie Lotto, Bingo, iphone ´n apps, sat1 und daily-soaps selbstredend – und davon scheinen schon die Universitäten befallen zu sein. Sonst brennten sie ja schon.

  75. Es gab schon immer...
    Es gab schon immer „Habenichtse“, die die Gunst einer unsicheren Stunde für sich nutzen konnten und natürlich kam ihr neuer Wohlstand dabei nicht von unten, sondern von oben. Das Aufstiegs- und Abstiegsdrama um Schickedanz, Esch, Middelhoff und v. Krockow bieten doch gerade in der jetzigen Krise ein schönes aktuelles Lehrbeispiel für die Erben von morgen!

  76. ... weit oben, verehrter Don...
    … weit oben, verehrter Don Alphonso, haben Sie mich darauf hingewiesen, dass die „extreme(n) Blasenbildungen, die auf breiter Front gefördert werden“, „sich zu einem Desaster aufschaukeln können“.
    Lassen Sie mich nur darauf hinweisen, dass ich das genauso sehe. In der Blase steckt nun mal aber der besondere Kitzel (hoffe, der Toleranzfilter der FAZ laesst diese Ausdrucksweise zu), nicht fuer mich oder fuer Sie, aber fuer einen Teil derjenigen, die mit dem billigen Geld, das ihnen nicht gehoert, auf Teufel komm raus spekulieren sollen, um es zu vermehren.

  77. Ein lesenswerter Text, der den...
    Ein lesenswerter Text, der den Autor mitfühlend und angesichts der „geräuschlosen“ und den meisten leider nicht sichtbaren Umverteilungsprozesse nachdenklich zeigt… Ja, verlieren werden wir alle etwas, denn wenn die vielen kleinen Stützen der Gesellschaft, die abhängig beschäftigten Arbeiter und Angestellten und ihre Kinder wie auch das so abfällig bezeichnete, meist städtische „Lumpenproletariat“ mit oder ohne Doktortitel – ein Zustand der Dekadenz – ihrer Zukunft weiter beraubt werden, werden wir alle viel mehr als nur materiell enteignet. Weniger Politik ist der Weg … und niemals ein Gnadenbewußtsein, welches hier auch schonmal in den Kommentaren angesprochen wurde; Dankbarkeit für Transfergeld und Gnade der anonymen hirn- und herzlosen Autoritäten – Eliten – welche sich an die Stelle der Kirche gesetzt haben? Es geht also munter in Richtung Kastendenken, Klassendünkel und Neofeudalismus, befördert von den heutigen Profiteuren und langfristigen Ruinierern unserer Werte… naja, und vielleicht schwingt auch ein bisschen Neid mit, daß das „Berliner Prekariat“ auf Kosten der anderen so sorglos lebt, dem Vorbild des Bürgermeisters nacheifernd.

  78. zebra, ein feuilletonistischer...
    zebra, ein feuilletonistischer Kommentar ist eine Glosse. Aber Ihr schöner Text ist lobend und kritisch, informativ und analythisch, beschwingt und leicht, ein wenig traurig, ein wenig zynisch, sanft hohnlachend und zielsicher. Da könnte sich D.A. eigentlich freuen. Ich tue es.

  79. Nur kurz zur Aufklärung für...
    Nur kurz zur Aufklärung für alle Desinformierten: Berlin war dem übrigen Bundesgebiet schon immer unerreichbar weit voraus. Das phlegmatische Verhaften in Monotonie bleibt anderen Städten und Regionen vorbehalten. So ist das provinzielle München etwa ein nettes kleines begehbares Museum, davon gibt es in Berlin jedoch viele. Mit den konstant steigenden Besucherzahlen, 7,9 Millionen in 2008, liegen in Europa nur noch London und Paris vor der Bundeshauptstadt. Auch die New York Times hat 2009 ihren Lesern 44 Ziele empfohlen – Berlin ist auf Platz vier. Mittlerweile ist Berlin nach Wien die zweitwichtigste Kongressstadt der Welt, seit dem Jahr 2006 wurden Singapur, Paris und Barcelona überholt. In Berlin werden Trends geboren, nicht nachgemacht. Die Weltstadt spricht für sich, jeglicher Vergleich erübrigt sich daher ohnehin. Was stört es schließlich die Eiche, wenn sich eine Sau daran reibt. ;-) Berlin: The Place to be!
    Übrigens, sonst ein schöner Beitrag zu einem bedeutenden Thema, weiter so, denn wahrhafte Denker finden irgendwann auch ihren Weg nach Berlin, die Klügsten sicher schon mit 20, andere erst mit 80, aber der Weg ist unausweichlich, schließlich führen alle Wege in die ewige Hauptstadt.

  80. @Jo: WAS??? In Berlin gibt´s...
    @Jo: WAS??? In Berlin gibt´s „wahrhafte Denker“? Muss ich sofort hin! Verdammt, wie konnte mir das nur entgehen…

  81. Jo: Danke für Ihre...
    Jo: Danke für Ihre Informationen zur Hauptstadt. Auch die Pariser Intelligenz scheint von Berlin sehr angezogen. Ihr Beitrag gleicht somit das in diesem Blog so übliche wie unerträgliche bayrische Provinz-Lobgehudel etwas aus.

  82. Keine Sorge.
    Solange nicht...

    Keine Sorge.
    Solange nicht mehr als, sagen wir, ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland Hartz IV empfängt und die Höhe der Überweisungen noch ausreicht die Miete für ein Wohnklo und zwei Scheiben Brot pro Tag zu bestreiten wird es in diesem Land keine Aufstände geben.
    Solange es noch mittlere Einkommensbezieher gibt werden diese im wesentlichen die Solidarlasten tragen.
    Die letzten echten Hungerrevolten gab es hier meines Wissens während der Bauernkriege im 16. Jahrhundert.
    Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.
    .
    Nein, vorher fliegt uns die zweite oder dritte Welt um die Ohren.
    .
    Und um sich zumindest wirtschaftlich davor zu schützen könnte sich ein europäischer Merkantilismus herausbilden:
    Keine Geldgeschäfte mehr mit den USA, Strafzölle auf chinesiches Plasikspielzeug, Kein Erdöl mehr aus Nahost sondern Kohlehydrierung im Ruhrgebiet und in Schlesien, Agrarprodukte gibt es sowiso mehr als genug.
    Eine europäische Planwirtschaft mit einem kleinen inneren freien Markt.
    .
    Die Armeen und Flotten Europas werden in noch stärkerem Maße benötigt um Zuwanderer und Terroristen abzuwehren, welche nur noch ihr Leben wegzuwerfen haben.

  83. Ich denke, bei dem ganzen...
    Ich denke, bei dem ganzen Brimbamborium 2008 / 2009 ging es darum, die Banken vom freien Entscheid der Menschen unabhänig zu machen.
    Solange es genug Menschen & Betriebe gab, die in Fonds & Aktien investierten, gab es praktisch kein Problem für die Banken.
    Aber der freie Willen des Einzelnen ist eine echte Gefahr für´s heissgeliebte Zockerspielchen.
    Wenn Banken jedoch innovative Finanzprodukte und „Echt-Super-Aktien“ anbieten und auf einmal kauft eine recht begüterte Schicht nur noch Wohnimmobilien, Gold, Antiquitäten und lässt den Rest des Kapitals in Bargeld liegen ( am Besten noch zuhause, wie gemein !) , dann…..ja dann finden das die Banken „echt doof“, dass nur noch so wenige mitspielen.
    Und genau hier springt der Staat ein und sagt: Hey, liebe Banken, ihr seid….ähm…..ähm…..ja genau, ihr seid systemisch! Ich, als Staat hol die Menschen wieder an den Spieltisch zurück, auch ohne dass sie es wollen. Das ist dann eh viel zuverlässiger ! Sagt es und gibt den Banken einfach soviel Geld der Bürger, dass die Banken sich endlich wieder ihre tollen Fantasie-Produkte einfach selbst abkaufen und auch gaaanz viele tolle Aktien kaufen können.

  84. Ach, der Gärtner... haben Sie...
    Ach, der Gärtner… haben Sie jetzt eigentlich schon Schritte eingeleiet, um dieses unerträgliche, durch eine Ihnen verhasste Vertragsverlängerung weitergeführte Blog doch schliessen zu lassen? Es steht Ihnen wirklich frei, sich über mich und meine Ansichten zu beschweren und zu verlangen, dass meine Tätigkeit hier ein Ende findet.
    .
    miner, gut, ein Kernproblem ist natürlich die Frage, wo man mit seinem Geld hingeht – und die stellen sich nicht nur die Superreichen, auch Menschen mit kleinem Vermögen wurden und werden in Anlageformen beraten, die nicht nur riskant, sondern auch für sie ungeeignet sind. Im Pronzip würde nichts dagegen sprechen, die Zahl der Produkte zu begrenzen und die Pflicht zur Aufklärung zu verstärken, nur müsste dann das Geld einen anderen Ort finden. Vielleicht ist es sogar ganz gut, wenn ab und an ein paar Billionen in schwaerze Löcher gestopft werden – ein Problem wird es erst, wenn das Staat diese Löcher dann zufüllt.

  85. miner @ 15.11h

    Lehren aus...
    miner @ 15.11h
    Lehren aus 2009. Man hatte Silber kaufen müssen und nicht Gold.
    Silber Hoch 19,18 Tief 10,51
    Gold Hoch 1’212.- Tief 810.-

  86. Reiterjunge, es gab auch...
    Reiterjunge, es gab auch massive Aussschreitungen im „Jahr ohne Sommer“ 1813, 1816 und noch bis 1818. Ich vermute aber eher, dass so ein Szenario einfach die Kriminalität ansteigen lassen wird. Es gab da auch in den USA so einen Bruch, als es zur Rezession Anfang der 70er jahre kam, und die Veteranen aus Vietnam zurück kamen. Manche sagen ja, dass einfach die Berliner Verslumung sich auf den Westen ausbreitet, weil signifikante Teile der Bevölkerung einfach mit der Gesellschaft fertig sind.
    .
    Habe ich gemacht, fionn, habe ich gemacht. 10 Silberkannen, zusammen inzwischen im Materialwert höher als das, was ich bezahlt habe – und von den Dingen, die ich 2003 in Berlin geplündert habe, muss ich gar nicht reden

  87. So schnell wird uns die 2te...
    So schnell wird uns die 2te und 3te Welt nicht um die Ohren fliegen. Mit Ausnahme-vielleicht-Afrika.
    http://www.nytimes.com/2010/01/03/business/economy/03view.html

  88. Jo, eine Stadt, in der die...
    Jo, eine Stadt, in der die Leute Kühlschränke auf die Strasse stellen, wo sie monatelang vor sich hin gammeln, kann man nicht ernst nehmen. Nur weil eine menschenansammlung ein dysfunktionaler Moloch ist, muss es keine Stadt sein – sowas nennt man gemeinhin Slum. Man fahre in eine kleine Stadt in der Toskana, Massa Maritima zum Beispiel, oder Urbino in Umbrien, da versteht man sofort, was Urbanität ausmacht: Sicher nicht die Zusammenrottung Chancenloser und Transferleistungsempfänger aus Politik, Beratungsfirmen, Kanzleien und anderen projektmachenden Abstaubern in einer vorsibirischen Einöde.
    .
    Rosonante, ich freue mich immer über Wortbeiträge.

  89. Blase, welche Blase?
    Der...

    Blase, welche Blase?
    Der EZB-SCHATTENRAT – bis vor zwei Minuten konnte ich nichts damit anfangen (ebensowenig wie mit der EZB selbst), sieht keine Blase.
    http://isht.comdirect.de/html/news/actual/main.html?sNewsId=IDNEWS_130526054:1262612663&C_Timeframe=6M&iOffset=0&iPage=3&sSortBy=NWS_Date+up
    Waer im Vollbesitz seiner geistigen Kraefte ist und den EZB-Schattenrat zitiert, sollte sich statt Rotkaeppchen zum Wolf in’s Bett legen.

  90. Hallo lieber Don
    besten Dank...

    Hallo lieber Don
    besten Dank vorab für die „letzte Tortengeschichte“. Sinniere noch darüber welche Ihre Empfehlung war und wie ich die meinem Sohnemann ggfs. beibringen werde. Warscheinlich bin ich einfach zu kraftpunktorientiert und die Lektuere eines komplexeren Textzusammenhangs fordert mich über die Maassen.
    Aus meiner Sicht kommen sie in den Reaktionen auf das Grundproblem zu sprechen. Die Interessen der grossen US-Banken samt angeschlossener amerikanischer Finanzinstitutionen wie Ratingagenturen, FED etc.
    Ich glaube diese Interessen muessen kristallklar dargestellt werden damit der Einzelne daraus seine Schlussfolgerungen ziehen kann.
    Sie schreiben in einem Nebensatz die FED ist ein Institut der Banken. Welcher Ihrer Leser weiss darüber wirklich Bescheid. Wie wäre es mit einer Umfrage…
    Ich möchte mich schliesslich ExpatLI anschliessen und zusätzlich auf ein schönes Buch von Müller in deutscher Sprache verweisen welches versucht etwas holzschnittartig diesen Dunkelbereich aufzuhellen.
    Es wird spannend
    Beobachter

  91. @ D.A. Alles Gute im Neuen...
    @ D.A. Alles Gute im Neuen Jahr und mögen Ihnen die Ideen für diesen Blog nicht ausgehen.
    Aber Berlin als Vorsibieren ist doch ein bißchen übertrieben. Kommen Sie mal nach Dresden. Da herrschen fast regelmäßig -10-15 Grad und wir haben meist auch (viel) Schnee, und einen notorisch unfähigen Winterdienst. Da fühlt man sich tatsächlich manchmal wie in Sibirien. Wir stellen auch keine Kühlschränke auf die Straße (hoffe ich).

  92. TDTF, der EZB-Schattenrat, der...
    TDTF, der EZB-Schattenrat, der Name sagt es bereits, sieht wohl nur den eigenen Schatten (und das ist noch freundlich formuliert), weswegen die Aussage nicht überrascht.
    Täglich grüßt das Murmeltier.

  93. Die ungedeckten Schecks, der...
    Die ungedeckten Schecks, der „Grande Terreur“ und der Kontrabass
    .
    @Filou: Ich gestehe es, auch ich habe solch individualistische Visionen. Doch ist das nur Wunschdenken. Nicht das Individuum, die Masse machts. Und das mit all den uns bekannten Problemen. Doch gibt es keine Alternative zu – zumal der Kapitalismus die Massengesellschaft selber geschaffen hat. Ich verweise da auch gerne auf Ortega y Gassets – Der Aufstand der Massen -, das ist wohl keine marxistische Lektüre, aber zu diesem Thema unübertroffen treffend (vgl. „Die Epoche der Halbgebildeten“ -http://blog.herold-binsack.eu/?p=540). Es gibt allerdings auch den „Massenmenschen“ – im Individuum – und dieser potenziert in Persona all die negativen Seiten der Massen: im „Spezialisten“ (Ortega) wie im Rassisten (dem bürgerlichen Konkurrenzsubjekt).
    .
    @Union Jack: Ich gehe ja nicht deswegen so weit, weil ich so gerne ein Radikaler bin, vermutlich habe auch ich meine spießigen Seiten, so wie die Masse, wenn sie denn spontan und somit ungelenk agiert. Aber da wo ich den Punkt hier weiter denke, jenen nämlich, wo ich „überall Sozialismus sehe“, erkenne ich im verzweifelten Handeln der Herrschenden die sozialistische Tendenz. Selbstredend ist das kein Sozialismus, sondern, und wie Sie es sagen: jedes mal eine kapitalistische Reform, doch Reform auf Reform und die Gesellschaft ist …nein, nicht sozialistisch, das wäre nur eine Bernsteiniade, aber reifer für den Sozialismus. Da dieser sich mit einem Knall durchsetzt, durchsetzen muss, begreifen die Leute dies nur nicht. Gebannt wie die Ratte, die da von der Schlange bedroht ist, starren sie auf das ferne Ereignis, und sehen somit die Nähe der Gefahr nicht.
    .
    Und dann zeigt sich, dass im Ergebnis all diese Reformen den Kapitalismus nicht haben retten können, waren sie doch alle zusammen nur ungedeckte Schecks, solche auf eine ungewisse Zukunft und welche der Kapitalismus nicht mehr einzulösen vermochte – und das schafft dann den Sozialismus und den „Grande Terreur“ (nach „Art Robbesspierre“), nämlich den der Die Massen. Diese lösen solche Schecks dann schnell ein, gegen die einzige Währung, die es dann noch gibt – die Blutwährung.
    .
    Mit ein wenig Fantasie, kann man diesen Terror auch mit dem Kontrabass in einem klassischen Konzert vergleichen. (Ich zitiere: „Der Kontrabass, wenn er denn von Meistern gespielt wird, ist fähig,
    alle Gefühlsstimmungen wiederzugeben“, http://katrin.bierkandt.org/Der_Kontrabass.pdf.)

  94. @Union Jack
    "Ein S-Bahn-Ticket...

    @Union Jack
    „Ein S-Bahn-Ticket Richtung Berlin-Grunewald wird sich Ihre Berliner Freundin (die ich hier natürlich nur stellvertretend heranziehe) allemal leisten können: ein Rückfahrticket wird dann nicht nötig sein.“
    .
    Ja, so stellt man sich die Deutschen vor: Man bewaffnet sich mit Sensen, Dreschflegeln, Heugabeln und Fackeln und fährt zur Revolution in Richtung Westviertel, kauft aber vorher ordnungsgemäß ein Bahnticket. Am S-Bahnhof Westkreuz muss man dann unverrichteter Dinge wieder umkehren. Denn die Bahnlinie, die am dortigen Westviertel vorbeifährt und auch Berlin-Grunewald hält, ist rein zufällig wochenlang stillgelegt bzw. fährt nur noch selten (angeblich die S-Bahn-Krise). Zurück fährt man dann aus Trotz schwarz.
    .
    Die Revolution fällt aus – stattdessen macht man denjenigen das Leben zur Hölle, die im eigenen Viertel wohnen und denen es nur ein kleines bischen besser geht, als einem selbst. Die Superreichen bleiben von solchen Zumutungen verschont, von vielen weiss man nicht einmal, wie sie aussehen (Reich, Reicher, Unsichtbar).

  95. Devin, das Beispiel Kontrabass...
    Devin, das Beispiel Kontrabass ist sehr schoen: eine staendige Grundmelodie des Aufruhrs (nur vier Noten) bis sie zur staendigen Melodie des Einzelnen geworden ist. Dann irgendwann, es scheint Zauberei, macht jeder unabhaengig von der Masse, das was zu tun ist. Und die herrschende Klasse weiss garnicht, wieso das von ihr aufoktroyierte System nicht mehr funktioniert. Das nannte Helmut Schmidt ‚kleinbuergerliche Anarchie‘.
    Und danach?

  96. Ægopodium, man bleibt eben...
    Ægopodium, man bleibt eben untereinander – auch im Schlechten. Die Leute, die kapitalmarktbetrug begehen, suchen sich ihre Opfer ja auch nicht im Wedding. Jede Klasse züchtet sich so ihre eigenen Kriminellen, Rabauken und Störer.
    .
    Filou, fü dieses Funktionieren gibt es doch den – auch nicht immer, aber doch ausreichend funktionierenden – Staat.

  97. Filou, Helmut Schmidt hat die...
    Filou, Helmut Schmidt hat die Gnade der frühen Geburt und darf sogar in Hamburger Theatern rauchen. Und die ‚kleinbürgerliche Anarchie‘, über die er im Blick auf die eigene Partei lächeln konnte, ist längst flächendeckend. Angst, so der Altkanzler diese heute empfindet, ist nicht lächerlich. Und danach? Der verbale Totentanz, der gestern und heute in rotzigen Kommentaren diesen Blog alimentierte, muss in Berlin ja auch real existieren. Noch mag die Hoffnung stützen, dass die Anarchie kleinbürgerlich bleibt. Aber wer das exponierteste RAF-Mitglied ohne Reuebekenntnis begnadigt, hat noch anderes im Sinn. Ist das Berliner S-Bahn-Desaster ein Menetekel?

  98. Devin08, ich würde es gar...
    Devin08, ich würde es gar nicht für so unrealistisch halten, dass die ungedeckten Schecks einmal platzen – aber die Kunst des Scheckbetrugs besteht ja auch darin, den Opfern weis zu machen, dass der Scheck so gut wie Geld von der Bank ist, und dass sie auch untereinander die Schecks tauschen können. Das ist im Übrigen wie mit dem Papiergeld. Und angesichts der Bereitschaft der Menschen, sich die Lage schönzulügen, sehe ich gute Chancen, dass der Kapitalismus damit noch ein paar Jahre oder länger durchkommt.
    .
    Ariadne, vielen Dank, auch Ihnen alles Gute. Ich weiss natürlich auch, dass die Sitte, den alten Kühlschrank der Strasse zu überantworten, sehr typisch für Berlin ist. Gerade aber um diese Jahreszeit muss ich oft an die Kälte dieser Stadt im januar und Februar denken, deren Unerfreulichkeit auch grosse Berlinfreunde unumwunden eingestehen. Ausserdem rennen dann alle Frauen in diesen gesteppten Würsten herum, ganz schrecklich, während man in München zum Kaschmir greift.

  99. Beobachter, empfehlen Sie...
    Beobachter, empfehlen Sie ihrem Sohn einfach, ein gastfreundliches Haus und einen vollen Tisch zu führen, der Rest ergibt sich von allein.
    .
    Die Sachen mit der amerikanischen Notenbank und die Verbindungen zwischen Wall Street und Washington sind natürlich unerfreulich und nicht dazu angetan, dem System rückhaltlos zu vertrauen, wo jeder vom Trick des anderen profitiert. Aber mei: Ich schreibe ja darüber. Trotzdem gehen die Massen zur Bildzeitung. Es ist ja obendrein nicht mal so, dass es bei Blommberg, Financial Times, WSJ und Co nicht auch enorm viele kritische Stimmen gäbe; wer mit dem System zu tun hat, weiss auch, dass es so nicht weitergehen kann, und wenn das weltgrösste Anlagevehikel PIMCO amerikanische und britische Bonds aus dem Portfolio wirft, weil das Risiko zu hoch ist,
    http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601087&sid=aCsYALmsTN_o&pos=2
    sollte sich doch jeder einen Reim darauf machen können? Ich bin nur ein miner begabter Plauderer, und die Kollegen den Wirtschaftsredaktionen werden entweder nicht wahrgenommen, oder aber sie verstehen sich als PR-Gehilfen. Ein Graus, sicher. Aber so ist das nun mal.
    .
    Rosinante, ich muss natürlich schon sagen, dass mir ein erfreulicher Frühlingsreigen in diesem Blog besser gefallen würde als ein Totentanz; wenn sie andere Wünsche zur thematischen Gestaltung der Tanzdarbierung haben, immer nur her damit – als Impressario freut man sich darüber.

  100. @Ægopodium:
    Ja, genau so...

    @Ægopodium:
    Ja, genau so stelle ich mir — frei nach W.I. Lenin — die Deutschen vor. (Ich hoffe, und gehe auch freimütigst davon aus, daß Ihnen das Ironische an meinem Bild nicht entgangen ist.) Aber bei Ihrer Aussage “zurück fährt man dann aus Trotz schwarz” musste ich schon herzlich lachen.
    @Devin08, Beobachter et al.:
    Es gibt tatsächlich wohl nur eine Entwicklung: das Ende des Systems, so wie wir es kennen. Dieses Ende wird als Farce eingeläutet, um als Tragödie seine Coda zu finden. Überflüssig macht es sich auf jeden Fall.
    Zunächst wird die Macht (Eliten, Finanzkapital, whatever) wohl auch weiterhin blutsaugerisch und erpresserisch die Ohnmächtigen aussaugen und zugleich sedieren, bis sie im Gefolge — und geradezu zwangsläufig — das demokratische Gefüge als solches nach und nach aushebeln muss, um sich weiterhin an der Macht halten zu können (früher oder später wird also alles eine Frage der “nationalen Sicherheit”) — das wäre die Farce, in Ansätzen jetzt schon erlebbar.
    Derweil sich die Macht erneut und erneut und erneut verspekulieren wird, bis nichts mehr da ist, oder der Souverän dem wilden Treiben einen Riegel vorschiebt. Oder bis sich der Chinese zum Abschied tief verbeugt — und weltweit den Yuan einführt. Auf dem Weg dorthin wird zwar noch der eine oder andere Angriffskrieg vorgeschoben, um die Massen abzulenken, wird der “Clash of Civilisations” zu einem veritablen Kreuzzug aufgemotzt oder die (wahlweise) gelbe oder braune Gefahr an die Wand gemalt — alles eben, was das Schaf gefügig macht… Das wäre dann die Tragödie, denn diese Abenteuer werden vieler Menschen Leben kosten.
    Somit erkaufen sich die Mächtigen, im wahrsten Sinne, Zeit, doch das wird ihnen nichts nützen, denn gegen einen gut organisierten Widerstand von unten und von ganz weit unten helfen auf Dauer auch keine Gewehrläufe privatisierter Armeen.
    Da sollten sich die Herren und Damen doch stattdessen am späten Herrhausen ein Beispiel nehmen, der aus Einsicht und wohl auch reinem Selbsterhaltungstrieb die Gier der Mächtigen (zumindest ein wenig) einhegen wollte.

  101. Aber worin besteht eigentlich...
    Aber worin besteht eigentlich der Reichtum der Reichen?
    .
    Ich meine, wenn hier eine Umverteilung von unten nach oben stattfindet, in deren Folge die „Reichen immer reicher“ und die „Armen immer ärmer“ werden, dann stellt sich doch die Frage, was der Reichtum der Reichen eigentlich bedeutet, worin er besteht, welche Qualität er hat.
    .
    Daß man sich als Milliardär Ferraris, Jachten, Privatjets, etc. leisten kann, beantwortet diese Frage doch nicht. Gold kann man nicht essen.
    Geht man stattdessen davon aus, daß der Reichtum der Reichen letztlich nicht in materiellen Dingen besteht, sondern in der Möglichkeit, bei Bedarf auf die Arbeitskraft, Leiber und Seelen der Vermögenslosen zuzugreifen, dann müsste man zum Schluß kommen, daß bei einer Verarmung der Armen (bzw. beim Verschwinden der gutausgebildeten, leistungsbereiten und lebensfrohen Mittelschicht) auch die Reichen ärmer werden. Von einer Ausdünnung der human resources wären auch ja sie betroffen. Am Ende frißt sich der Drachen vom Schwanz her selber auf.
    Zwar könnte man einwenden, daß der soziale Bruch Abhängigkeiten vergrößert und den Reichen es erstmal erleichert, auf die Arbeitskraft, Leiber und Seelen der Normalbürger zuzugreifen. Aber hier sollte der Scheitelpunkt längst erreicht sein. Wenn die Reichen nicht wirklich vorhaben, den Berliner Pauper bei sich zu Hause als Gärtner, Stiefelknecht oder Gespielin zu beschäftigen, dann können sie auch bei weiteren Lohnsenkungen nichts mehr gewinnen. Noch gibt es ja erstaunlich viele junge Frauen, die bereit sind, sich für Minimallöhne an der Kasse eines Discounters ausbeuten zu lassen — aber irgendwann werden sie einsehen, daß selbst Betteln lukrativer ist (von anderen Optionen zu schweigen).
    .
    Diese Frage stellt sich mir auch mit Blick auf die USA. Was können reiche Amerikaner denn mit ihrem Geld schon groß anfangen? Wenn Berlin ein häßlicher, kulturloser Moloch in der Sandbodensteppe ist, was sind dann die Städte Nordamerikas?

  102. @Don Alphonso:
    Ganz ehrlich,...

    @Don Alphonso:
    Ganz ehrlich, ich lebe seit fast vier Jahrzehnten in Berlin, und kann mich beim besten Willen nicht an Kühlschränke auf der Straße entsinnen. Das eine oder andere ausrangierte Sofa ja, aber Kühlschränke? Darf ich fragen, in welcher Ecke Sie ihre anderthalb Jahre verbracht haben?

  103. Union Jack, während meiner...
    Union Jack, während meiner Berliner Zeit – zwischen Wedding, Kreuzberg, Prenzlauer Berg und Mitte – habe ich auf meinem Heimatblog einen „Dirt Picture Contest“ veranstaltet – wenn ich etwas sah, habe ich es abgelichtet, um meinen Berliner lesern das Scheussliche zu zeigen, was sie gar nicht mehr sehen. Hier eine kleine Auswahl:
    .
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1017915/
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1017083/
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/420932/
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/358402/
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/245785/
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/227948/
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/182845/
    .
    Fast alles übrigens rund um den Helmholtzplatz geknipst.

  104. @ Stefano
    'Der Kapitalismus...

    @ Stefano
    ‚Der Kapitalismus hat in erster Linie erst mal Reichtum gebracht‘

    noch so einer, der sich mit 80% der bevölkerung lediglich 20% des volksvermögens teilt und sich als ‚reich‘ und als ‚leistungsträger‘ wähnt, während er in seinem täglichen kleinkarierten überlebenskampf um (global betrachtet) almosen keine hirnzelle für die erkenntnis frei hat, daß er lediglich in einer aufbewahranstalt für wirtschaftliche leichtgewichte geparkt ist, wo er um kleingeld streitet und feilscht, das die bigshots gerade so der tumben masse überlassen, um sie zu sedieren und mit dieser ahnungslosen begeisterung im unterschichtenirrsinn verharren zu lassen…

  105. Nachtag: Und es waren stets...
    Nachtag: Und es waren stets nur die besten Stücke, und ich habe auch fast immer erst ein paar Tage gewartet!

  106. Lieber Don,
    GENAU DAS hat mir...

    Lieber Don,
    GENAU DAS hat mir doch an Berlin so gut gefallen.
    (Sie verstehen einfach gar nichts).

  107. dons angewidertsein von...
    dons angewidertsein von berlin, man kann es ihm verzeihen. spricht daraus doch vorallem entaeuschte liebe und in neugierde verbrannte finger und ebensolche cabriodaecher (wenn ich mich recht erinnere).
    die grosse hauptstadt, das ewige versprechen, alles gleich, alles moeglich, alles unbedeutend.
    die groesse fehlt, zu der man aufschauen koennte, die einem orientierung boete und in deren lichte und an deren hofe auch manch nicht-hauruck-ich-mach-jetzt-mal-irgendwas-ganz-doll-hippes in braver haltung und redlichem dienst gedeihen koennte.
    stattdessen kollektives individualexperiemt wohin man schaut. relativer groessenwahn und relative bedeutungslosigkeit bei den juengeren semestern. absolutes jammertal und absolute bedeutungslosigkeit bei vielen aelteren. wer hier entaeuscht ist, ist es in erster linie von sich selbst. wer hier etwas schafft, schafft das in erster linie aus sich selbst. beispiele gibt es auch dafuer. leichter ist es natuerlich, zu reden und gegen die entaeuschung ein allgemeines und etwas trauriges partyspiel zu beschliessen: ich frage dich nicht, was du so machst, wenn du mit mir im gegenzug auch nur ueber kunst und anderes bedeutungsvolle und erhabene sprichst.
    trotzdem die spannendste stadt deutschlands weil ewiges versprechen und bohememagnet. trotzdem die trostloseste stadt deutschlands weil ewiges versprechen und bohememagnet. wer hier entaeuscht ist, ist das in erster linie von sich selbst; weshalb man ueberhaupt gekommen ist, weshalb man bei zeiten nicht wieder den absprung geschafft hat. und dann, wenn man ihn schafft, dann bleibt immer etwas wehmut. denn nichts auf der welt ist so sexy wie versprechen und potential. und nichts ist so widerwaertig wie eine stadt, die nichts kennt ausser versprechen und potential, die niemals form gewinnt und niemals richtig ankommen wird.
    als urlaubsort, als kulturell stimulierender zweitwohnsitz, als alternative zum tegernsee oder mallorca bei noetiger unabhaengigkeit allerdings immer eine feine sache. man darf halt nichts erwarten, was die stadt nicht leisten kann und auch fuer niemanden leisten will. wer dennoch hofft, wartet vergebens und ist selbst mit 20 – grosszuegig gerechnet ’25‘ – schon viel zu alt.

  108. Ah, Helmholtzplatz. That...
    Ah, Helmholtzplatz. That figures.

  109. Sehen Sie? Und ich finde, es...
    Sehen Sie? Und ich finde, es gibt ein Recht in Deutschland auf Strassen ohne Kühlschränke und Sofas und Windschutzscheiben ohne Hundekot:
    .
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1018342/
    .
    Manche finden diese Einstellung vielleicht spiessig, aber deshalb lebe ich ja auch in Gmund am Tegernsee mit Bergblick.

  110. abf, die Weiblichkeit in...
    abf, die Weiblichkeit in Berlin war mir alles andere als unhold, und ein Cabrio hatte ich damals nicht. Ich mag es nun mal sauber, höflich und respektvoll, ich mag ordentliche Verhältnisse, und ich schätze es gar nicht, wenn Verelendung auch noch als bevorzugenswert inszeniert wird. Ich gestehe freimütig, dass ich nie mehr Kind des Westviertels als in Berlin war. Ich hätte bleiben können, ich hatte einige gute Angebote, ich wollte nicht und bin heim. Nach Bayern. Bayern ist gar nicht so schlecht, wenn man Berlin kennt. Hätte ich auch nicht gedacht, ist aber so.

  111. @abf:
    Bravo, wunderbar...

    @abf:
    Bravo, wunderbar eingefangen!
    @Don Alphonso:
    Bergblick wird im allgemeinen überschätzt. ;)

  112. Union Jack, ich habe mir sagen...
    Union Jack, ich habe mir sagen lassen, dass dies eine der teuersten und durchgentrifiziertesten Gegenden Berlins ist.
    .
    Die bis auf den Draht verfaulte Matzratze lag aber in der Nähe von Tegel, und das hier ist Neukölln:
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/681073/
    und das hier Kreuzberg
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/684827/
    .
    Ich muss ehrlich sagen, dass ich da keine grossen Unterschiede erkenne. Unterschied ist, wenn man in Gmund gegenüber des Hauses an der Anliegerstrasse ein paar Beete hat, die die Gemeinde jedes Jahr ein paar Tage lang mit aktuellen Blumen bestückt. Das gibt es auch noch in Deutschland!

  113. Notabene: Auch Sibirien ist...
    Notabene: Auch Sibirien ist bewohnbar.
    http://www.angi.ru/UserFiles/Image/panoramnuividtoba.jpg

  114. Sich mit einer kulturell...
    Sich mit einer kulturell extrem spannenden und bedeutenden Stadt wie Berlin konstant so unrealistisch zu befassen, wie unsere Donna hier, dessen Verhalten kann nur als mangelnde Lebenserfahrung und fehlendes Kulturbewusstsein gewertet werden. Wer Kühlschränke auf der Strasse sieht, muss in einer Gegend gelebt haben, wie es sie nur ganz selten gibt, vielleicht in ausgewählten Randgebieten von Neukölln oder Wedding, wobei das selbst dort arg unwahrscheinlich wäre. Aber wer freiwillig in solche Gegenden zieht, dessen Stilbewusstsein ist ohnehin sehr fraglich. Andererseits kann es sehr unterhaltsam sein, gerade in solchen Ecken angesagte oder neue Clubs und locations zu besuchen, die Abende sind sicher weit unterhaltsamer als im bräsigen eingefahrenen Brezeldorf München. Und wo man heute als Mann noch Rinderhaut um die Lenden trägt, da sind Jahrtausende der Evolution ungenutzt verstrichen, soviel Rückständigkeit kann nur sehr einfache Gemüter begeistern. Aber dennoch viel Spass, Berliner sind schließlich tolerant. ;-)

  115. Union Jack, darf ich Ihnen...
    Union Jack, darf ich Ihnen vielleicht mal meinen Berg vorstellen, den vor der Terrasse?
    .
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1448402/
    .
    Selbst die Kröte ist schöner als die Kühlkschränke. Im Winter ist es auch nicht schlecht:
    .
    http://rebellmarkt.blogger.de/20081231/

  116. Es gibt eine grosse...
    Es gibt eine grosse Auswahl…..
    http://www.mamud.com/airsicknessbags/doggybags.htm
    Gruss fionn
    aka Cookie’s Mummy (Cookie is a Basset)

  117. Don Alphonso, hablando se...
    Don Alphonso, hablando se entiendo. Das Missverständnis meiner Totentanz-Bemerkung zu Johannes L.K. und Union Jack war nicht beabsichtigt. Und diese Berliner Innensicht wird durch die konstruktive Dekonstruktion der Mehrheit -in diesem Blog- mehr als befriedigend ausgeglichen. Aber einen Frühlingsreigen, so sehr ich ihn heute erträume, dürfen Sie beim gewählten Schlechtwetterthema nicht erwarten. Und auf David Chipperfields Altes Museum darf Union Jack ja wirklich stolz sein.

  118. Jo, nochmal: Die...
    Jo, nochmal: Die Kühlschränke sind alle aus dem LSD-Viertel, wo schon damals die Mietpreise fast am Münchner Niveau waren. Mir ist schon klar, dass berliner das nicht sehen oder es einfach übersehen, deshalb habe ich es ja auch dokumentiert. Man muss das auch nicht mögen, aber dass es so ist, ist nicht zu bezweifeln. Zumindest nicht, wenn man in der Folge anderen Lebenserfahrungen absprechen möchte. Ich nahm das durchaus mit Humor und dem Wissen, dass ich dort nicht leben muss. Und ich verstehe die Bierernstigkeit nicht, mit der Berliner das Offensichtliche ignorieren, als wären sie Mitglieder der CSU und man hätte Franz-Josef Strauss kritisiert.

  119. na, mangelnden ankratz bei den...
    na, mangelnden ankratz bei den damen haette auch niemand vermutet. in berlin verkuendet doch bereits ein frisch gewaschener und gebuegelter hemdkragen – zur not sogar ein ungebuegelter – weithin leuchtend die zugehoerigkeit zu einer ganz anderen, einer luxerioeseren, einer sagenhaften welt. die aufstiegstraeume vom leben in geordneten und wohlriechenden verhaeltnisses, sie schlummern in den meisten wg-betten.

  120. Don, wenn der Staat, der...
    Don, wenn der Staat, der nichts anderes sein sollte als das regulierende, ausfuehrende Organ der Interessen aller, in wesentlichen Elementen des Zusammenlebens versagt, wird er ganz sicher bei der Niederschlagung der ‚Revolution des Einzelnen‘ versagen. Denn der Staat kann seine Gegner nicht mehr erkennen; er sieht den Wald vor lauter Baeumen nicht mehr. Irgendwann werden auch die Glieder der Exekutive brechen, denn auch ihnen wird die materielle Basis geschwaecht (schon heute), ihnen bliebe nur noch das Ideal von Recht und Ordnung-aber dieses Ideal wird mit der schleichenden Verelendung korrumpiert werden. Es sei denn, ein Charismatiker schwuenge sich auf und erklaerte den Spandauer Polizisten (Beispiel) zum Herrenmenschen. Na dann Gute Nacht!
    Allerdings wird die naechste Revolte ohne Charismatiker auskommen koennen, denn es wird jeder solange im Rahmen seiner Moeglichkeiten das Noetige tun, bis dass das die Regeln der Demokratie neu geschrieben werden. Das einzige, was wir fuerchten muessen, sind Staatsanwaelte und Richter.
    Es werden kluge Maenner fuer die Neuformulierung des Staatsgedankens
    noetig sein. Von denen wird so mancher sich zum Fuehrer des Ganzen aufschwingen wollen. Soll er nur! Es gibt da die bewaehrte franzoesische Loesung…
    …und am Helmholtzplatz hoert das Volk das Ratschen des probelaufenden Fallbeils.
    Ca ira!

  121. Lieber Don,
    schöner Berg,...

    Lieber Don,
    schöner Berg, ganz ohne Zweifel. Und auch der See scheint mir nicht von schlechten Eltern zu sein. Doch als gebürtiger Schöneberger würde ich mich, so leid es mir tut, nach zwei Wochen im schönen Gmund langweilen. Möglicherweise sogar schon etwas früher.
    Und was Ihre Trouvaillen anbelangt: ich setze, wenn es sich irgend vermeiden lässt, meinen Fuß nur äußerst ungern in besagte Bezirke, am “ungernsten” in die von Ihnen genannten östlichen, Gentrifizierung hin oder her. Möglicherweise ist die schöne Kund’ von der Gentrifizierung noch nicht bei den Alteingesessenen angekommen? Oder vielleicht haben ja die zugereisten Langhaarigen (denn so muss man die wohl bald wieder nennen) ihre gute Kinderstube im Schwäbischen zurückgelassen? Wenn sie denn je eine hatten? Dort, wo ich mich bewege, versperrt mir jedenfalls kein Refrigerator den Weg.

  122. Mal ganz was anderes: hat die...
    Mal ganz was anderes: hat die leserschaft Interesse an so einem Tand des Web2.0?
    .
    http://www.formspring.me/donalphonso
    .
    Dieses Projekt wird bald ein Jahr alt, vielleichtmöchte man ja mal weniger mir nachreden, als vorfragen.
    .
    Union Jack, wenn ich mich richtig erinnere, dann ist doch in Schöneberg auch der Strassenstrich? In einer Seitenstrasse war eine Verkaufsstelle für Abgüsse von Antiken, da musste ich mal hin. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es mich an die schlimmsten Erlebnisse in Amerika erinnert hat. Ich weiss, verdrängen und wegziehen löst kein Problem dieser Welt, aber auch die Nichtexistenz eines Drogenstrichs gehört für mich irgendwie zur Grundvoraussetzung eines Ortes, an dem ich mich wohlfühlen kann. Ja, ich weiss, Spiesser, man kann mich nicht vom Westviertel trennen. Aber alles in allem, viel zu bedrückend.

  123. Filou, das ist richtig, aber...
    Filou, das ist richtig, aber an die Stelle des geschwächten Staates wird dann eben der Privatstaat der Sicherheitsfirmen treten. Nicht schön, nicht gerecht, aber das ist fraglos der Trend, und es gibt immer ein paar Schläger, die bereit sind, das zu tun. Ein höchst respektabler Münchner Immobilienunternehmer etwa lässt von russischen Herren seine Berliner Projekte von anderen osteuropäischen Handelsreisenden freihalten.
    .
    abf, so ist das auch nicht, zumal sich in Berlin das Gleiche gern zum Gleichen gesellt, wie bei uns daheim halt auch. Sprich, man zieht keinen Anzug an und findet Abendbegleitung in den finsteren Strassen Neuköllns. Berlin ist in der Hinsicht ein wenig wie Kolonialismus, und die lockereren Beziehungen unter denen, die eine Weile unter Eingeborenen hausen müssen. Und viele machen das ja auch nur ein paar jahre, bevor sie heim nach Stuttgart in die Vorstadt ziehen.

  124. Um die LSD-Abschweifung mal...
    Um die LSD-Abschweifung mal zum Thema zurückzuführen: Gerade im Vergleich zu Nordamerikanischen Großstädten fällt doch auf, daß Berlin einen Pauper züchtet, der zumindest nicht gewaltkriminell ist. Selbst die Alkis und Obdachlosen wirken entspannter und weniger agressiv als dies in anderen spannenden, pulsierenden Globalisierungsmetropolen der Fall wäre.
    Berlin ist häßlich, dreckig und die Heimstatt des Prekariats, und gerade in dieser Eigenschaft weitaus menschenfreundlicher als eine Pariser Banlieu oder die Slums von New York oder Chicago.
    .
    Berlin mit Rottach-Egern zu vergleichen hat ja wohl keinen Sinn.

  125. Trotzdem würde ich in Berlin...
    Trotzdem würde ich in Berlin kein Rad auf der Strasse stehen lassen, und ich merkte nach einer Weile auch, wie ich angefangen habe, mein Profil etwas abzuflachen. Man hört in Berlin sehr schnell auf, es mit Offenheit und Herzlichkeit zu versuchen. Man wird misstrauisch, wenn man Geld abhebt. Man erwartet nichts Gutes, wenn man angesprochen wird. Das führt dazu, dass man nicht mehr unbedingt sichtbar sein möchte, zumindest nicht als „Rottacher“. Ich würde einfach gewisse Dinge in Berlin nicht anziehen. Und das ist nicht gut.

  126. Woher weiss der Don eigentich,...
    Woher weiss der Don eigentich, dass es sich um Germanische Kaeltetruhen handet?

  127. Nun ja, LSD-Viertel war ja...
    Nun ja, LSD-Viertel war ja schon immer der ranzigste Prenzl.berg und wurde erst in den letzten Jahren durchsaniert, somit kein Massstab. Die Preis erreichten dort auch noch nie Münchner Niveau, was im übrigen ebenfalls völlig ungerechtfertigt ist, diese Preise würde ich selbst keinesfalls für einen Wohnort in solch einem vorsintflutlichen Museum zahlen. Wer kultiviert ist, etwas auf sich hält und es sich leisten kann, wohnt in Berlin zentral und ruhig im Bötzowviertel, optimalerweise mit Parkblick. Was die Vorliebe für die beengenden Berge anbetrifft, so ließen sich solche Bedürfnisse noch nie teilen, es sei denn, man bevorzugt starke Beschränkungen des eigenen Horizonts. Da lobe ich mir doch das intensive Leben der Großstadt und die jederzeitige Nähe zum freien Meerblick, Kultiviertheit erwirbt man eben nicht in der Provinz.

  128. Weil in dieser Region...
    Weil in dieser Region Nichtdeutsche einfach keine Wohnung mieten könnten. Der Helmholtzplatz ist fest in der Hand der Neuen Berliner Mittelschicht.

  129. (Eigentlich geht es hier ja so...
    (Eigentlich geht es hier ja so gar nicht um Berlin)

  130. Ehrlich gesagt, halte ich die...
    Ehrlich gesagt, halte ich die apokalyptischen Töne für etwas zu schrill.
    .
    Von wirklicher Armut sind wir immer noch weit entfernt, und der materielle Wohlstand hat in den letzten Jahrzehnten tatsächlich stark zugenommen. Es gibt auch gar keinen Grund, Nahrungsmittelknappheit oder sonst einen Zusammenbruch der Versorgung zu befürchten.
    .
    Das Elendsgefühl der Deutschen kommt einfach daher, daß sie so eine pseudoindividualistische, autistische Moral mit sich herumtragen — bloß keine Hilfe annehmen!
    In Italien oder auf der Westbank gehören die Menschen immer zu einer Familie, die zusammenält, materiell und vor allem mental. Wer eine solche Lebenseinstellung und außerdem Kontakte pflegt, wo Leistungen nicht immer in Cent und Euro abgerechnet werden, kann auch mit Hartz-IV-Sätzen ganz gut über die Runden kommen.

  131. Lieber Don,
    touché. Aber,...

    Lieber Don,
    touché. Aber, sehen Sie: Neukölln ist eben nicht Berlin, Prenzlberg ist auch nicht Berlin, und Schöneberg ist auch nicht Berlin. Berlin ist, und daher wohl so schwer zu fassen für einige hier, die Summe dieser und anderer durchaus unterschiedlicher Teile. Manchmal auch mehr als das.
    Gmund hingegen, Gmund ist und bleibt Gmund. Mehr ist da nicht.

  132. Eigentlich sollten nach einem...
    Eigentlich sollten nach einem Jahr SDG doch die Berlin-Diskussionen erledigt sein.
    Es kommt nichts neues!

  133. Lieber Don,
    Dafür werden...

    Lieber Don,
    Dafür werden einem in den Berliner Kneipen nach Mitternacht Rennräder für 100 Euro zum Kauf angeboten. Worüber man sich nicht aufregen muß, wenn man Ihren Artikel gelesen hat.

  134. ich sitze ja auch schon an...
    ich sitze ja auch schon an einem Beitrag zu Vernunftehen als neudeutsche Antwort aud die muslimische und altdeutsche Zwangsheirat.

  135. Wo wird hier eigentlich der...
    Wo wird hier eigentlich der Unterschied zwischen Real- und Virtual-Wirtschaft gemacht? Die Unsummen, welche im Spielkasino Börse in der Virtual-Wirtschaft gewonnen werden (zum Teil sogar Kreditfinanziert), können in der Real-Wirtschaft nicht erzielt werden. Also wird sie am Finanzmangel ‚verhungern‘.
    Zum Anderen: Alles umlaufende (und gehortetes Geld) sind Schulden! Schulden, die jemand (und sei es der Staat) irgend wann einmal gemacht haben.
    Schulden bei PRIVAT-BANKEN! Die dummen Politiker haben sich die Souveränität der Staatsfinanz abschwätzen lassen. ‚Geld regiert die Welt‘ sagt man, wer regiert hier also? Wer tanzt nach wessen Pfeife?
    Warum soll ein Staat den Banken aus der Patsche helfen müssen, mit Geld, das er sich aus dem System leihen muss, welches periodisch (mit den gleichen Banken) immer wieder an die Wand fährt?

  136. Eine „emanzipierte...
    Eine „emanzipierte Massenbewegung“
    @Filou: Ich behandele eine Revolution wie eine Art Naturereignis (es ist natürlich keines!), insofern ist die Frage müßig, was danach kommt. Und wenn diese Frage schon ernsthaft in den Raum gestellt wird, dann sollte sie sich vor allem an die richten, die eine solche Revolution dann zu verantworten hätten: die aktuellen Herrscher, die nämlich die Folgen ihres eigenen Tuns nicht verantworten wollen!
    Im Übrigen, wenn ich das richtig verstanden habe, hat der Kontrabass inzwischen 5 Noten (5 Saiten), so zumindest entnehme ich das dem höchst interessanten Beitrag, auf den ich per Link aufmerksam gemacht habe. Diese Weiterentwicklung fand im 19 Jahrhundert statt, und man könnte sie auch als Metapher für die Lernfähigkeit einer emanzipierten Massenbewegung deuten, eben analog solch „emanzipierter Instrumente“, wie der Titel jener Seminararbeit ja auch heißt („Der Kontrabaß – ein emanzipiertes Instrument“, hier nochmal der Link: http://katrin.bierkandt.org/Der_Kontrabass.pdf).
    @Don Alphonso: Sie haben recht, doch eine endlose Dehnung (Verzögerung) kann es nicht geben, jedenfalls nicht in unseren physikalischen Räumen. Auch der Kosmos, soweit wir ihn verstehen, sieht nach der Expansion einen weiteren „Urknall“ vor. Und weiter wissen wir auch – glauben wir zu wissen: was auch immer an Masse da zusammenkommt, das heißt unter ihrer eigenen Gravitation zusammenbricht, tut dies nicht nur am Punkt ihrer äußersten Ausdehnung (was ja schon ein bemerkenswertes Phänomen ist!), sondern mit der Folge dann einer höchstmöglichen Dichte (was alles auf den Kopf zu stellen scheint, was vorher noch als unumkehrbar schien). Die räumliche Ausdehnung, die höchstmögliche, d.h. die Bewegung der Masse selber, ist das Geschäft des Kapitals, die höchstmögliche Dichte hingegen schon nicht mehr.
    Dieses Paradox verstehen wir vielleicht noch nicht wirklich – so suchen wir ja gerade in CERN nach dem Teilchen, dass genau solches im Kosmos zu verantworten hätte (eine vielleicht noch etwas naive Vorstellung) -, aber am Beispiel der „schwarzen Löcher“ beginnen wir dieses Phänomen zu „studieren“. Gleiches darf man für die politischen Revolutionen annehmen: die Phänomene sind unübersehbar, verstehen tun wir deshalb aber noch lange nicht ihre inneren Gesetze. Wir sollten daher nicht annehmen, dass wir mit unserem Nichtverstehen etwas verhindern.

  137. das dachte ich auch, don...
    das dachte ich auch, don ferrando, aber unsern don a juckt das immer noch. – auf der anderen seite macht es auch immer wieder mal spass. denn tatsaechlich: neues gibt es nicht zu sagen, und das ist ja auf seine weise auch beruhigend.

  138. @Don Ferrando

    Stimmt, Berlin...
    @Don Ferrando
    Stimmt, Berlin bleibt eben einfach überlegen und die Bewohner kulturell weit voraus denkend, aber das werden Kleingeister halt auch nie nachvollziehen können, was freilich wiederum gut so ist, da Berlin dann in den Szenen nicht zu engstirnig und langweilig spießig wird.

  139. @don und die Silberkannen:...
    @don und die Silberkannen: Kupfer hätten Sie kaufen müssen, Kupfer ;-)
    erstens schon wegen des rötlichen Scheins, zweitens des Grünspans wegen und drittens – Tief 3.127,00 Hoch 7.430,00. Schön gemachtes Silberzeug allerdings verachte auch ich nicht, nein, das tue ich nicht und immer getreu der Weisheit, dass Silber das Gold des Kleinen Mannes sei (ich ziehe es allerdings in bereits verarbeiteter, gerne auch leicht zerkratzter Form dem schnöden Barren vor).

  140. malena, wenn man eine...
    malena, wenn man eine Silberkanne hat, kann man damit auch Tee trinken, repräsentieren, sich des Anblicks erfreuen, irgendwann verschenken, aber was mache ich mit 10 Kilo Kupfer?

  141. lieber Don, hihi, das weiß...
    lieber Don, hihi, das weiß ich jetzt auch nicht so genau – gibt es nicht ein paar schicke Arbeiten aus vergangenen Zeiten, antikes Kupfergetriebnes? Messigne, bronzene, kupferne Kannen aus der Ära Bauhaus, Wiener Werkstatt oder ähnlicher Herkunft? Müsste doch eigentlich…. aber 10 kg? Ganze Teesets including Teeglashalter for die whole Gesellschaft? Stövchen, gern auch schon in petroleumbetriebner Primuskocherform? 10 kg? Is ja schon ne Menge Altmetall, andererseits. Spiegel? Ganze Küchenkupferausstattungen?

  142. @Devin: Eine gute Melodie muss...
    @Devin: Eine gute Melodie muss nicht unbedingt alle Moeglichkeiten des Instrumentes nutzen muessen.

  143. oh - und noch ne Verwendung:...
    oh – und noch ne Verwendung: Messingleuchter, Bronzen (zum Briefbeschweren oder zum Kopfeinschmeissen;-) diverses Getier mit Ring durch die Nasen zum Türeinklopfen…. da kommt schon das eine Kilo zum andern;-)

  144. sowas tät ich jetzt echt...
    sowas tät ich jetzt echt nicht vom Schreibtisch stoßen:
    Wiener Bronze-Lampe. A.CHOTKA Austria 1875-1925,
    „Zwei Araber im Teppich-Zelt“, mit Juwelen handelnd,
    Bronze, farbig bemalt, signiert, Höhe: 36 cm (14 1/4 in),
    schwarze Marmor-Plinthe, Plinthe leicht bestoßen,
    Literatur: Berman: Bronzes Sculptors and Founders,
    Signatures des Artistes du Bronze et Fondeurs,
    Hillenbrand: Bronze-Signaturen, Zobel: Antique Vienna
    Bronzes Farbabbildung Seite 205
    (vielleicht a weng auf der überkandelten Seite – aber mir gefällts!;-)

  145. Nun, die Geschichte lehrt,...
    Nun, die Geschichte lehrt, dass Metalle. die weniger wert sind, in Formen proportional weitaus mehr kosten. Gewisse hässliche Goldklunker dagegen bekomt man fast zum Materialwert. Und was Lampen angeht, habe ich ein Faible für Kronleuchter. Da braucht man – praktisch wertlosen – Sand für das Glas.

  146. 2 Empireleuchter, ein...
    2 Empireleuchter, ein Historismusschreibseit aus Frankreich – Der Rest ist Holz, Silber und Porzellan.

  147. ja und Blei. Bleiglas. Grad...
    ja und Blei. Bleiglas. Grad hab ich so ein „dolles“, ebenfalls wahnsinns überkandideltes Ensemble im Blick meines begehrenden Auge, Flakons und Schalen, geschliffne Stopfen aus Malachitglas, Putten aus Pressglas, Böhmen, jaja, dieses Zeug aus der Werkstatt Schlevogt (uh, wie billig ;-)

  148. 'drogenstrich' - verstehe. ich...
    ‚drogenstrich‘ – verstehe. ich hingegen koennte mir kein leben in einer stadt ohne drogenstrich vorstellen. – denke, mein konzept von romantik wurde stark von amerikanischen krimiserien der 60er und 70er gepraegt. – shaft, anyone?- you dirty mf.

  149. ja, lieber Don, jetzt nehme...
    ja, lieber Don, jetzt nehme ich der Einfachheit halber an, dass Sie sich im Besitze jener Schätze befinden (Empire und Historismus aus Bronze und Holz und Silber und Porzellan), während ich mich im Augenblick halt an den Fotos, der Beschreibung ergötze ;-) (also die Lampe gehört mir NICHT! leider ;-) (dafür werde ich dem schnöden Pressglas doch wohl nähertreten, weil es gar zu gut zu Spiegel und Bürsten auf der Kommode passt. Jugendstilsilber. Man kann sich mit Silber auch die Haare kämmen ;-)

  150. Ich lach mich scheckig, da...
    Ich lach mich scheckig, da schweifen sie doch tatsächlich ab zu Nitpicking über Prenzlberg. Also, Jungs und Mädels, ICH hab jedenfalls an Silvester den Kollwitzplatz verunziert mit den Überresten von Raketen, die wir gezündet haben, ich war also DORT. Aber nur bis 10 nach 12, da erspähte mein Urberliner Ehemann sofort ein Taxi, gefahren von einem fröhlichen Usbeken (vermutlich), der von der bevorstehenden Hochzeit seiner Tochter erzählte, die sie seit Monaten planen (200 Gäste, mindestens, Saal in Reinickendorf, aber wohnen werden sie in Neukölln) [Hab ich die Kurve zu Dons Ankündigung nicht elegant hingekriegt?]. Um halb zwei waren die letzten Böller in Charlottenburg verklungen, 2 unbekannte Nachbarn vom Haus gegenüber hatten uns Frohes Neujahr zugerufen, und wir lagen schnarchend im Bett. –
    Das war jetzt der Erlebnis-Teil.
    Ansonsten ist der Feierstreß jetzt um und geht in den Alltagsstreß über. Ich bin sehr froh, daß Berlin so wenige Feiertage hat. Wenn ich für Mittwoch schon wieder auf Vorrat einkaufen müßte, würde ich einen Koller kriegen. Die Zahl der bereits zur Entsorgung am Straßenrand abgestellten Weihnachtsbäume läßt mich vermuten, daß es vielen ähnlich geht. –
    @HansMeier: Ihre derzeitigen Kommentare sind mir sympathisch. –
    Allgemein, vonwegen Umverteilung: man hat halt noch nichts anderes dafür erfunden als Lohnarbeit und Unternehmertum, und wenn gerade die alten Techniken nicht mehr gehen und die neuen noch nicht da sind, ist halt erstmal Ebbe damit. Einstweilen werden die Leute vorübergehend verrented (ob Hartz4 oder „Grundeinkommen“: das ist Staatsrente), das hilft zumindest gegen die gröbste Existenzangst, aber zum Weiterkommen nicht. Nein, ich denke nicht, daß mit irgendwelchen Aufständen zu rechnen ist – dazu fehlt es an synchronen oder synchronisierten Massen. Die sind aber asynchron, so viele Fabriken hat es nicht mehr. Und Krawall im Kiez wird nur dort bemerkt.

  151. Wo gibts denn Silber und Gold...
    Wo gibts denn Silber und Gold in Barren zu attraktiven Konditionen?

  152. Also zurück zum Thema: was...
    Also zurück zum Thema: was weiß er über Prostitution, und über das Weggeben von Kindern mangels anderer Alternativen ? Beschränken sich seine Kenntnisse alleinerziehender Mütter vor allem auf die Geschichte der Gyp Winton, deren Unheil bemerkenswerterweise in Wiesbaden begann ?
    .
    Dann lasse er sich belehren vom bairischen Volksmund:
    bei Armut gibt man in Berlin seine Kinder nicht weg, man frisst sie auf.
    Vor allem im Ostteil.
    .
    …und das Lied von Pulp geht so weiter:
    „laugh along with the common people,
    laugh along even
    though they’re laughing at you,
    and the stupid things that you do.“
    (das reiche Girl kommt übrigens aus Griechenland, aber das ist ein anderes Thema)

  153. @Rosinante, H. Schmidt bezog...
    @Rosinante, H. Schmidt bezog sich mit seiner Bemerkung auf die Hollaender. Er meinte es vermutlich abfaellig, aber das hollaendische System funktioniert. In der niederlaendischen Konsensdemokratie bekaempfen sich die Parteien bis aufs Messer, und keine Intrige kann fies genug sein, dennoch haben alle Politiker das Ganze im Auge. Taeten sie es nicht, muessten sie ihr Land fuer einen symbolischen Euro an Belgien verkaufen. Das ist keine Alternative. Kleinbuergerlicher Anarchismus, hat, wenn jeder auch das Andere in Sicht behaelt, etwas fuer sich.

  154. Nachtrag: Echten Schmutz-Pr0n...
    Nachtrag: Echten Schmutz-Pr0n aus Berlin zur Neujahr findet sich bei der fabulösen Infemme hier
    http://infemme.twoday.net/stories/6116244/

  155. Na und? Sieht aus wie...
    Na und? Sieht aus wie Amsterdam, Arnheim, Koeln, Siegburg, Winsen a.d.Luhe und Kyritz a.d. Knatter.

  156. Sie hat kein Interesse an...
    Sie hat kein Interesse an einer Revolution: Die polnische Dipl.-Ingenieurin, die wöchentlich für drei Tage nach Berlin kommt, um dort in den Wohnungen der besseren Gesellschaft für Ordnung zu sorgen. Mit ihrem sauer verdienten Geld finanziert sie daheim den Bau des Familienheimes, den Gymnasiumsbesuch der beiden Töchter und baut eine Altersrücklage auf. Die Polin putzt nicht in Berlin, weil sie als Diplom-Ingenieurin in Polen keinen Job bekäme, sondern weil sie mit Putzen in Berlin einen höheren Ertrag erzielt. Ihre Anstellung hatte sie dafür gekündigt.
    Die polnische Dipl.-Ingenieurinund Ihre Berliner Freundin, werter D.A., trennen geographisch nur 150 km, mental liegen Welten zwischen den beiden Frauen.
    In fast allen Teilen der Welt ist Armut persönlich unverschuldet, aber in Deutschland gibt es – von raren Ausnahmen abgesehen – keine Armut ohne persönliche Mitschuld.

  157. Filou, vielen Dank für die...
    Filou, vielen Dank für die Holländer. Diese liegen wirklich auf der Hand. Zumal Beatrix eine Jugendliebe von H. Schmidt gewesen sein soll. Doch dass sie das Land zum Schleuderpreis an Belgien verkaufen wollen, ist eine Erfindund von Dan Brown. Wie überhaupt die kleinbürgerliche Anarchie weder von Bakunin, Mühsam (Erich), Helmut Schmidt oder Guido Westerwelle wegweisend erkannt wird, sondern vom Vatikan und dem japanischen Kaiserhaus. Ja, dem japanischen Kaiserhaus. Dieses soll Holland vor 300 Jahren schon 5 Euro für den Laden geboten haben, aber die Schriftgelehrten im Hafen von Rotterdam konnten das Dokument nicht entziffern. Seither knabbert Bill Gates an der Akira Kurasawa-Woody Allen-Lars von Trier-Software mit der Carla Bruni verhindern soll, dass Nicolas einen ehemals königlichen Leuchtturm bei Den Haag erwirbt. Holland, du hast es einfacher. Filou, Sie fanden die Lösung!

  158. @ Heinrich,
    Sie haben da etwas...

    @ Heinrich,
    Sie haben da etwas mißverstanden.
    Ich gehöre sicherlich nicht zu den Berlin Enthusiasten.

  159. Kommunizierende Röhren:
    Das...

    Kommunizierende Röhren:
    Das ist noch ein wichtiger Hinweis zu Berlin. In den guten alten Wohlstandszeiten der 80er Jahre gab es nicht nur in der Hamburger Hafenstraße, sondern auch in anderen westdeutschen Städten „autonome“ linke Hausbesetzerszenen, die dann nach der Maueröffnung schwuppdiwupp nach Berlin verdampften. (Stichwort „Mainzer Straße“)
    In den neunzigern bekamen die militanten Linken dann ein akutes Nachwuchsproblem, weil aus den kleinen dummen Donaustädten einfach nix mehr nachkam. Die Abiturienten der Spaßgesellschaft wollten nicht mehr Marx-Rocker werden, sondern „was mit Medien machen“ oder schon gleich in die Werbewirtschaft.
    Am Ende landeten dann alle am Mariannen- oder Kollwitzplatz, oder eben in der Bundespressekonferenz.
    Ich hoffe, die Mitlesenden sind mit dem Ergebnis zufrieden.

  160. P.S.
    Lieber Don,
    was glauben...

    P.S.
    Lieber Don,
    was glauben Sie denn, woher ich damals meine Wohnungseinrichtung…

  161. So, nu is aber gut, Putzfrauen...
    So, nu is aber gut, Putzfrauen (auch die schlecht bezahlten aus Berlin) hatten wir hier wirklich schon zur Genüge…
    .
    Ich freue mich auf Dons Beitrag zur Vernunftehe! Noch mehr würden wir uns natürlich über seinen höchstpersönlichen Beitrag zur Vernunftehe freuen (bzw. Schadenfreude empfinden), aber nun ja, das ist wieder ein anderes Thema.

  162. Hans-Georg Goldfinger 4 jan...
    Hans-Georg Goldfinger 4 jan 22.36h
    Silber oder Gold ETFs (certificates 100 percent based on the metal price) kann man bei einer Bank kaufen.
    In der Schweiz kauft man Goldvrenelis.
    http://www.blick.ch/news/wirtschaft/das-goldvreneli-ist-zurueck-76329

  163. @ Maximillion Gratuitous

    ("Es...
    @ Maximillion Gratuitous
    („Es gibt in D keine Armut ohne persönliche Mitschuld“)
    Ähm, doch. Alleinzerziehende Mütter.
    Oder Sie definieren das Kind haben als „Mitschuld“. Kann man natürlich machen. Muss man aber nicht.

  164. D.A. 4.1. 16.28 Uhr: Sie...
    D.A. 4.1. 16.28 Uhr: Sie gekränktes Sensibelchen. Solange Ihre überschiessende Fabulierkunst Abstand zu Aeusserungen hält: Merkel und Obama wären ,,Verbrecher“, sehe ich keinen Grund mich bei Herrn Schirrmacher über Sie zu beschweren.
    Generell möchte ich zum Städte/Regionenstreit anmerken, dass Ihre praktizierte Zuspitzung einer Extrem-Meinung hilfreich ist beim Anfachen einer Diskussion, in deren Verlauf sollte man aber dabei sein Differenziervermögen nicht auf das Niveau eines Fussballfans herabschrauben.

  165. @Der Gaertner,
    wenn Ihnen das...

    @Der Gaertner,
    wenn Ihnen das Niveau nicht gefaellt, dann erhoehen Sie es doch mit Ihrem Differenziervermögen; „bei Herrn Schirrmacher beschweren“, wie niveauvoll, schon der Gedanke.

  166. “(Eigentlich geht es hier ja...
    “(Eigentlich geht es hier ja so gar nicht um Berlin)”
    Nun ja, eigentlich geht es am Ende — und nicht nur in Ihren Kolumnen, lieber Don — irgendwie doch immer um Berlin, denn wenn die Stadt wirklich im colorcraze’schen Sinne “verrented” ist, dann sind ihre Bewohner, gewollt oder nicht, Teil eines großen sozialen Experiments, dessen Ausgang uns noch alle wundern wird, und welches in dieser Form und in diesem Land nur hier stattfindet. Somit Avantgarde. Quasi ausfransender EU-Rand (so oder ähnlich hieß es mal vor kurzem in der ZEIT), wie gerade Exarchia/Griechenland, mitten in Ostdeutschland… äh… Deutschland. Wobei der Avantgarde-Begriff hier natürlich strikt wertneutral ausgelegt wird.

  167. Im Ost-Berlin der Achtziger...
    Im Ost-Berlin der Achtziger Jahre fand ich morgens meinen (Westnummernschild-) Wagen mit einem Hundehaufen dekoriert. Viele Anwohner lagen mit Kissen in den Fenstern um das Spektakel zu geniessen. Taugt das als Résumé zu Berlin? Hingegen wurde meinem Auto (ausländisches Kennzeichen) rezent zweimal die Windschutzscheibe eingeschlagen und zwar in einer properen Reihenhaus-Siedlung einer süddeutschen Gemeinde. Was sollte ich daraus schliessen? Sicher sind Städte mit gepflegten Blumenrabatten ansehnlicher als Müllhaufen am Helmholzplatz. Wohnt deshalb in der Blumenstadt auch ein freundlicherer Geist?

  168. Liebe Rosinante, ich bin...
    Liebe Rosinante, ich bin bekennender Freund des hoeheren Bloedsinns. In Ihrem letzten Beitrag haben Sie sich ein wenig verrannt. Die Niederlande, in denen ich mein Dach habe, sind mir gut bekannt. Bei allen kritischen Anmerkungen, die man zu Holland haben kann, muss ich anerkennen, das man hier die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krisen der letzten Jahre mit Gelassenheit, Panikfreiheit, und, wenn noetig, mit der erforderlichen Strenge bewaeltigt.
    Oft habe ich den Eindruck, dass es deutschen Poitikern nicht am rechten Begriff fuer Deutschlands Probleme, wohl aber am notwendigen Mut zu deren Bewaeltigung fehlt. Ber Nennung von Ross und Reiter ist man in NL wenig zimperlich. Den Aufschrei betroffener Gruppen nimmt man hin. Das gehoert zum Sport.
    Die Diskussion zu Einlassungen, wie die der Herren Buschkowsky oder Sarrazin wuerden hier wahrscheinlich als das aufgenommen werden, wie sie gemeint waren: als Kondensat der Beschreibung einer komplexen Situation.
    Auch die niederlaendische Politik ist nicht wirklich ehrlich. Wenn’s aber stuermt, dann heisst es hier „all Hens an Deck!“ oder „Pumpen oder absaufen!“.
    Fuer weitere maritime Allegorien stehe ich gerne zur Verfuegung.

  169. fionn

    Zertifikate eher nicht,...
    fionn
    Zertifikate eher nicht, Münzen in der Schweiz nicht zwingend, aber wo gibt s Barren, evtl. auch Münzen, in Deutschland mit nur geringstem Verkaufsaufschlag und sehr nahe am Goldpreis?

  170. Lieber Filou, ich bedaure,...
    Lieber Filou, ich bedaure, wenn ich einen Freund des höheren Blödsinns an einer Stelle berührte, die mir selbst als langjähriger -und assimilierter- Gast in Helvetien nicht ganz abhanden kam. Mich somit dummerweise auf zwei Seiten verwundbar macht. Und jenes, was Sie zum Thema nationale Solidarität schreiben, ehrt das Land Ihres „Daches“ und ist in meiner Wahlheimat ebenso ausgeprägt vorhanden. Darin liegt eine qualité de vivre. Und wenn man das Ganze von Aussen ironisch benennt, haut man auch das Detail Innen. Das tut weh. Sorry. Vielleicht stimmt Sie eine „maritime Allegorie“ etwas versönlich: Es gibt ein Photo, wo ich als Vier- oder Fünfjähriger auf der Insel Schouwen eine Strandburg baue. Und meine blonde, holländische und etwa gleichaltrige Freundin, die ich gerade am Strand kennengelernt hatte, schaut mir mit kritischer Sympathie zu.

  171. Das ganze ist eine...
    Das ganze ist eine Abzockaktion der Staaten. Viel einfacher wäre es, wenn der Staat die Banken auskaufen würde. Somit würde er Besitzer / Hauptaktionär und dieselbe Sicherheit wäre erreicht, ohne die ohnehin reichen Banker zusätzlich auf Kosten der Steuerzahler zu bereichern.
    Aber niemand spricht davon, das Publikum hat ja auch keine Ahnung.
    Grüße und Danke an Don Alphonso!

  172. Ach Gott, der Schmutz. Der...
    Ach Gott, der Schmutz. Der Mensch ist nunmal kein Engel, sondern verbreitet auf Schritt und Tritt Spuren seiner Anwesenheit. Wenns mal 3 Tage voll Knaller ist, macht das nix, wenns danach weg kommt. –
    Vor Monaten sprießte selbst hier in der Straße ein Kühlschrank aus der Erde; nach einigen Wochen überlegte ich, die BSR anzurufen (gleichbedeutend mit: Müllabfuhr von unbekannten Nachbarn zahlen), war dann aber doch noch zu phlegmatisch. Inzwischen hat sich wer erbarmt (die Hausgemeinschaft des Hauses, vor dem er stand?), er ist weg. –
    Ein Grund, warum ich unbedingt in Berlin leben bleiben wollte – nein, das ist jetzt kein Witz, sondern eine Wahrheit – ist die Abwesenheit der Institution „Kehrwoche“. Denn die Putzerei wurde in Berlin seit jeher anders gehandhabt: die einen zahlen, die anderen kehren. So haben die meisten ihre Ruhe und einige ein Einkommen. –
    Am Stadtrand in den Einfamilienhäusern kommt es natürlich auch zu den üblichen Hausfrauenkriegen um die besser geputzten Fensterbleche (habe ich von Einheimischen gehört), hier gab es mal welche, die sich gegen Hundehaufen engagiert haben (Zettel geklebt und Hundebesitzer angesprochen) – der Grad der Sauberkeit wird schon ab und an zum Thema. Von hochgetragenen Fahrrädern zerkratzte Flure und aus dem Briefkasten in den Flur geschmissene Zettel passen mir auch nicht, aber da hab ich noch keine Idee, wie sich das abstellen läßt (ja, ansprechen hab ich natürlich schon probiert, allerdings wohl nicht die Richtigen erwischt oder zuwenig hartnäckig gewesen).
    NL: nach meinem Eindruck haben die eine ganz, ganz starke Verwaltung. Die greift in einer Rigorosität durch, die mir in D undenkbar erscheint. Da werden ganze Städte umgeplant – und da wird nicht lang drüber palavert, das wird so angeordnet und gemacht.

  173. @colorcraze: Wenn es Zeit...
    @colorcraze: Wenn es Zeit wird, kommen besonders die Neubaugebiete aus den 60ern untern Bagger. Aber so ganz einfach geht das nicht. Da wird schon ueberlegt, wie man das regelt.
    Es kommt auch zu Missgriffen. In der Regel haben dann die Buerger nicht aufgepasst und sich nicht gut organisiert. Dann wird ein neues, zukuenftiges Abbruchgebiet geschaffen. Der Markt sorgt allerdings dafuer, dass der Abbruch schneller kommt, als die Investoren es gewuenscht haben.

  174. Ein wirklicher Liberaler...
    Ein wirklicher Liberaler muesste dafuer sorge tragen, dass es moeglichst zu keiner Machtkonzentration kommt. Grosse Banken haben viel Macht. Hat man viele kleine Banken mit vielen verschiedenen Geschaeftsmodellen, dann ist es egal, wenn welche hops gehen. Das sollte eigentlich die Zentrale Lehre sein.

  175. Mal so zur Abwechslung in...
    Mal so zur Abwechslung in Bildern: Schneemännchen auf dem Balkon. –
    Nochn Grund, warum mit Aufständen nicht zu rechnen ist (bzw. warum die Massen asynchron bleiben): wir haben heute massenhaft Selbständige, vor allem in Dienstleistungsbranchen, und in Berlin wohl am meisten, wie ich dem derzeitigen „Stellenreport“ gerade entnehme. Me, too; Umfeld auch. Das ist by the way auch ein Problem für den Fiskus, Lohnsteuer ist einfacher und lohnender einzuziehen als die 2 Popel an Einkommensteuer, die unsereins zuwegebringt. –
    Auch mal noch erwähnen wollte ich die mir persönlich unbekannten Leute im Nachbarhaus, die mit ihrer Wohnmilieu-Studie mal ein nicht-apokalyptikverseuchtes Bild der Lage zeichnen. –

  176. Oh wei, die Links hats ja bös...
    Oh wei, die Links hats ja bös zersägt – ich probiers nochmal:
    http://www.colorcraze.de/schneemaennchen.html
    und
    http://www.vhw.de/publikationen/vhw-studie-migranten-milieus/

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