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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Zwang, Vernunft, Versorgung und Arrangement

| 146 Lesermeinungen

So ein Unmensch, empört sich Tante Euphemia beim Gedanken an den Muselmanen, der seine Tochter einem anderen verspricht, ohne sie überhaupt zu fragen. Alle am Tisch nicken, auch die jungen Nichten, die es einfacher haben werden und frei wählen können, solange der gemahl nur mindestens Arzt, Notar und Abkömmling einer Familie ist, die mindestens schon 100 Jahre hier wohnt und frei von Flüchtlingen, Preussen und anderen Leuten zu sein hat, die man ja nun wirklich nicht in der Verwandtschaft haben müsste - also, der Dr. S. ist ja ganz reizend, den sollte man mal zum Tee einladen. Es gibt keine Zwangsheiraten bei uns. Das wäre viel zu primitiv.

Nicht einmal ein unausgelotetes Geheimnis steckt in diesem Weib!
Djuna Barnes, Ladies Almanach

 

Vorausbemerkung: Vor knapp einem Jahr bekam ich eine Anfrage, ob ich mir vorstellen könnte, für diese Zeitung ein Blog zu schreiben; das Thema könnte ich frei vorschlagen, solange es nur bald sei. Ich schrieb in einer Stunde eine Seite über die Klassengesellschaft zusammen, fuhr nach Frankfurt, und 1 Jahr und 16.400 Kommentare später macht es den Anschein, als wäre dieses Projekt gar nicht so arg schlecht gelaufen: Ich schreibe etwas, behaupte, die bessere Gesellschaft würde es auch so sehen, die Leserschaft stimmt zu und bezweifelt das, und zwei, drei Tage später kommt der nächste Beitrag. Man plaudert, man ist von rechts bis links mehr oder weniger nett zueinander, man unterhält sich. Aber man fragt nicht.

Blogs sind etwas extrem Modernes, wahre Höllenmaschinen in den Händen publizistischer Nihilisten wie Sie und ich,  aber ich persönlich bin auch Romantiker und bedaure das Aussterben von zwei anderen Rubriken ganz besonders: Die Kur- und Urlauberliste der eintreffenden, abreisenden und verstorbenen Persönlichkeiten, und die Fragentante. „Liebe Frau Euphemia, meine Tochter wurde jüngst in einer dunklen Einfahrt mit einem Knaben“ – Sie verstehen. Zum Jubiläum, finde ich, habe ich erst einmal genug erzählt. Vielleicht haben Sie ja auch Fragen. Die können Sie mehr oder weniger anonym in diesen elektronischen Briefkasten namens formspring.me legen (wenn der gerade geht):

http://www.formspring.me/donalphonso

Ich werde mir die besten Fragen zu mir, zum Benehmen, zur Kultur, was auch immer raussuchen und sie nach meinem Londonurlaub mindestens so ehrlich wie ein Journalist beantworten. Sie bekommen milchglasklare Ehrlichkeiten auf Ihr Wissensbedürfnis zum Jubiläum, vielleicht 20 Stück? Nur keine Scheu bitteschön.

Bild zu:  Zwang, Vernunft, Versorgung und Arrangement

Mit den Zwangsheiraten ist das ja so eine Sache: Es ist noch keine 90 Jahre her, da ging der Liebhaber der Cousine meiner Grossmutter mit ihr hinaus in die Donauauen, wo sie sich zusammen auf eine Bank setzten, ungefähr dort, wo heute die Ärztevillen stehen. Sie schrieben einen Brief, anschliessend erschoss er sie und dann sich selbst, weil beide Eltern die Ehe zwischen den beiden untersagt hatten, wie das damals eben so üblich war. Es war noch nicht mal eine Frage der – nicht vorhandenen –  Standesunterschiede, einfach nur Arroganz, Vorurteil, andere Planungen der Eltern, und auf der anderen Seite Ausweglosigkeit durch Schwangerschaft und Schande. Das kam in den besten Familien vor. Danach erst wurden die Regeln, für meine Grossmutter etwa, deutlich gelockert, aber generell finde ich, das aufgeklärte, fortschrittliche Abendland sollte besser nicht so laut über ander Hinterwäldler Eheschliessungsgewohnheiten herziehen – und  das auch ohne Berücksichtigung der Frauen, die sich manche aus Internetkatalogen in Osteuropa oder Fernasien beschaffen.

Die letzte Zwangsheirat unter gleichen, deren Zeuge ich wurde, passierte kurz nach meinem Abitur, als ein Mitschüler auf der ersten Party im Zivildienst eine Krankenschwester beschlief, natürlich ohne Vorsichtsmassnahmen. Weil ihr Vater von einem Dorf kam und dort noch Anstand herrschte, blieb meinem Bekannten angesichts diverser Repressionsmassnahmen gar nichts anderes übrig, als sie zu heiraten. Inzwischen ist er wie sein Vater Arzt, und alles ist bestens gelaufen. Zwangsehen können gut ausgehen.

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Und während meine Familie, wie so viele andere bessere Namen der Stadt auch, durch Zeugungsverweigerung lustig dem Aussterben in Dritt- und Viertsportwagen entgegenfährt, gibt es im Westviertel meiner Eltern auch noch andere Familien, die es mit der hier üblichen Religion sehr ernst nehmen. Man sagt, es handle sich um glückliche Ehen, aber tatsächlich haben die Töchter dieser Familie, allesamt in meinem Alter, allesamt Männer wie sie selbst gefunden, und wieder Kinder wie sie selbst gezeugt. Nun werden sie in einem Alter, da bei unsereins in der Gesellschaft langsam das Abfinden mit anderen Lebenswegen einkehrt, gerade Grossmutter. Mit etwas über 40. Keine Zwangsehen, das passt einfach, da stimmt alles, jedes Gesetz wird da eingehalten, göttlich wie weltlich.

„Arrangierte Ehen“, denn darum handelt es sich letztlich, wenn Familienverbände so eng verknüpft sind, dass dem Nachwuchs wenig Alternativen bleiben und die Partner aus einem recht ähnlichen Umfeld kommen, „arrangierte Ehen“ klingt doch gleich sehr viel netter als Zwangsehen, die natürlich nur im islamischen Leben stattfinden. Auf das Arrangement kommt es an; serviert man beispielsweise hausgemachten Apfelstrudel, wir kein Gast ablehnen können, steckt man das Kind in die richtige Schule und macht hier und da etwas Druck, sorgt man für ein paar Dünkel, etwas Besseres zu sein, dann renkt sich das alles schon zu aller Zufriedenheit ein, dann ist die Auswahlmöglichkeit begrenzt, dann gibt es nur genehme Männer.

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Was es, zugegeben, wirklich nicht mehr gibt, sind elterliche Absprachen, welches Kind einmal wen heiraten soll. Das war früher vielleicht noch nötig, als die Städte klein und die Auswahl in der besseren Gesellschaft sehr begrenzt war, als man schnell zugreifen musste zu Zeiten, als Kinder das noch nicht verstanden. In Zeiten wie den unseren jedoch, da der Aufstieg vielen gelungen ist, lässt man den Kindern in aller Regel die Wahl, solange die Wahl aus dem grossen Angebot der richtigen gesellschaftlichen Ebene getroffen wird. Es ist ein Kompromiss aus Zwang und Freiheit, der nur sinnvoll ist: Echte Zwangsehen sind in Zeiten der einfachen Scheidung schnell getrennt, mit vielen Kosten und Komplikationen, die dem Wunsch nach Sozialprestige und Vermögenserhalt entgegen stehen. Die zugelassene Liebe der Ehepartner ist, so gesehen, eine Sicherung von Vermögen und Nachkommenschaft in einer Zeit, da ansonsten nichts mehr sicher ist. Kindern wird das Umfeld zur Partnersuche arrangiert, die Eltern arrangieren sich dagegen mit der Gegenwart.

Natürlich würde man das nicht so deutlich ausdrücken; natürlich sind diese Strategien mitunter nur Hinweise, vorausschauendes elterliches Handeln, kaum fühlbare Drähte zur Fernsteuerung, unsichtbare Hände, Aber letztlich kenne ich so gut wie keine Ehe, die über grössere Standesunterschiede hinweg geschlossen wurde. Dass die Bruchstellen solcher Beziehungen sich dann oft an der Langeweile, der Kultur oder kleinen, liebestötenden Marotten entzünden, ist auch nicht so tragisch: Denn wenn es zur Scheidung kommt, ist die nächste Beziehung oft genug – die Vernunftheirat.

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Und Vernunftheiraten, deren Kerngedanke die gegenseitige Versorgung mit Steuervorteilen, Geld, Essen, jemandem zum Reden und vielleicht sogar ehelich-horizontalen Pflichten ist, diese in bester bürgerlich-merkantilistischer Tradition stehende Zweckgemeinschaft ist dann vielleicht doch etwas, weshalb der Bürger des Westens auf den Araber herabschauen darf: Weil es der Beweis ist, dass man alle Vorzüge der Zwangsheirat haben kann, ohne deren Nachteile erdulden zu müssen. Der Opportunismus der Eltern wurde durch den Opportunismus der Kinder ersetzt, und ich muss gestehen, dass die entsprechenden Angebote gar nicht so schlecht sind: Jene Unverheirateten und frisch Geschiedenen, die ich in ihren Suchbemühungen kenne, sind allesamt sehr freundliche, gepflegte und zuvorkommende Wesen, die im Rahmen der Anforderungen perfekte Leistungen versprechen.

Natürlich kommt dabei die Romantik erheblich zu kurz, aber dafür garantiert die Vernunft bei der Partnerwahl Rationalismus, Standesbewusstsein und einen genauen Blick auf die Zukunftsaussichten des Partners, es wird auf langfristige Chancen geachtet und nicht auf diesen in jenem Alter ohnehin irrelevanten Sex. Natürlich bliebe als Alternative die Hopse, die alte Mehrfachgeschiedene mit Männerverschleiss und Alkoholproblem, so zumindest wird das berichtet in Familientreffen, in denen die Vernunftehe gelobt wird. Aber für derartiges Benehmen mit Entwicklungspotenzial zur verrückten alten Tante in Nizza sind die klassischen, besseren Kreise des Westens in aller Regel einfach nicht der richtige Humus. Am Ende siegt meistens die zwingende Logik der Vernunft, und die macht das wenigstens sanfter als der 2. Bürgermeister von Vierharting am See, dessen Frau noch so unheimlich nett war, als man sich erbot, deren gestresstes Töchterchen zwei Wochen zur Kur nach Meran zu begleiten.

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146 Lesermeinungen

  1. Ganz recht, werter Don....
    Ganz recht, werter Don. Vernunftehen sind nicht die schlechteste Erfindung.
    Doch wozu eine Ehe, wenn man ausdrücklich keine Kinder hat / haben will? Das verstehe ich bei vielen Paaren heutzutage nicht (sieht man einmal von den steuer- und erbrechtlichen Privilegierungen ab).

  2. den letzten satz verstehe ich...
    den letzten satz verstehe ich nicht.
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    ansonsten kann ich als wirtschafts-, rennrad- und geschichtsuninteressierte endlich mal einen text lesen & (bis auf den letzten satz, nun ja) verstehen.
    .
    lese gerade mit „einigkeit und sex und mitleid“ über das – berliner kontratsprogramm zu süddeutschem westviertel-arrangement.
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    apropos: arrangiert.
    hat`s denn wenigstens mal ne frisches.blut-kur durch die heirat mit einem künstler (darf ja auch ein bestsellerautor sein) oder einer künstlerin gegeben?

  3. Die arrangierte Ehe ist eben...
    Die arrangierte Ehe ist eben eine sehr sinnvolle Sache. Das Ideal der „Heirat aus Liebe“ ist ja auch noch eine recht junge Erscheinung der Romantik in unserer Welt. Auf dem Land war allein schon wegen des zu vererbenden Grund und Bodens ein rechtzeitiges Arrangement nötig. Romeo und Julia schon haben uns gezeigt, wohin es führen kann, wenn man nur den Gefühlen freien Lauf lässt. Wichtig ist nur, dass das Arrangement mit Umsicht und Rücksicht erfolgt, um für alle Beteiligten ein zufriedenstellendes Ergebnis erreichen zu können. Vernunftehe und Zwangsheirat sind eben gerade keine Geschwister. Bei der Vernunftehe muss auch zwischen der einseitigen und der zweiseitigen Vernunftehe unterschieden werden.
    Ehen über Standesgrenzen hinweg sind wohl erst möglich, wenn der erfolgreiche Mann glaubt, jung nachheiraten zu müssen und mangels Angebot und Gelegenheit dann die Sekretärin oder andere weibliche Personen im Arbeitnehmerkreis freit. Interessant ist, dass sich mittellose schöne junge Frauen viel stärker zu hässlichen alten, aber reichen Männern hingezogen fühlen als reiche schöne junge Frauen zu alten, hässliche und armen Männern. Hier besteht auch ein erhebliches beiderseitiges Gleichberechtigungsproblem. Die Heirat zwischen mittellosen schönen jungen Männern und alten hässlichen, aber reichen Frauen wird von der Gesellschaft immer noch mit Unverständnis begleitet.

  4. Bis auf Ihre Ausführungen...
    Bis auf Ihre Ausführungen über die „Hopse“, sind Sie wieder treffsicher in Ihren Beschreibungen.
    Meine Erfahrungen im Verwandten- und Freundeskreis zeigen mir auch, das „gleich und gleich“ sich gern gesellt. Wobei die Gleichheit zumindest in einem Punkt sehr groß sein sollte. Entweder finanziell oder intellektuell (mit letzterem können Unterschiede bzgl. des ersteren durchaus ausgeglichen werden, andersherum hat sich gezeigt, ist es schwieriger).
    Einzig diese „Hopse“ – aber vielleicht ist mir einfach eine mehrfachgeschiedene Frau mit Männerverschleiss und Alkoholprobelm, nicht persönlich bekannt. Und so etwas gibt es in Bayern?

  5. Da wir doch stärker von...
    Da wir doch stärker von Strukturen gelebt werden als wir wahrhaben und uns eingestehen wollen, ist es vernünftig sein Leben mit jemandem zu teilen, der von ähnlichen Strukturen (Werten, Idealen, Konfliktlösungsmodi etc..) gelebt wird. Das läßt Energien und Raum für die Kinder, eigene persönliche Entwicklung und ein gewisses soziales Engagement. Die große soziale und politische Gräben überbrückende Leidenschaft, die zur Ehe wird, gelingt meistens nur, wenn die Frau „raufheiratet“, weil Frauen sich stärker mit dem angestrebten und dann erreichten Milieu identifizieren und einfach autoplastischer und anpassungsfähiger sind.
    Bei Romanzen vom Modell „Bankerin und Elektriker“ kann frau Funkensprühen aber kaum Dauer erwarten. In den skandinavischen Ländern allerdings soll das gut und dauerhaft klappen: die Ärztin und der fesche truckdriver; vielleicht weiss einer der Leser mehr dazu?

  6. Ein sehr netter Beitrag. Es...
    Ein sehr netter Beitrag. Es hat mich sehr gefreut ihn zu lesen.

  7. Hach! War das schön früher!...
    Hach! War das schön früher! Alles Harmonie…

  8. Foersterliesel: Aerztin und...
    Foersterliesel: Aerztin und der fesche Truckdriver: soll auch in der DDR funktioniert haben.

  9. vielleicht darf ich mir zum...
    vielleicht darf ich mir zum einjaehrigen ein neues autorenfoto wuenschen. meine liebe zu dieser seite liesse sich gleich viel vernuenftiger an.

  10. Zwangsehen waren für Männer...
    Zwangsehen waren für Männer damals hübsch praktisch und hocherfreulich. Weil niemand lästigerweise forderte, dass sie diese Dame auch lieben müssten und niemand sie zum Paartherapeuten hinvertickte, wo sie rumsülzen müssten. Also war Fremdgehen oder die Courtisane null Problemo vor der inneren Gewissenserforschung.
    Für die Damen war die Vernunftehe auch ein bisschen praktisch, war diese doch meistens des Geldes wegen arrangiert worden. Um den greislichen Kerl und seine wenigen unappetitlichen Pflichtanwanzungen im Schlafgemach zu ertragen, sind Wohlstand und einige Liegschaften doch ganz hilfreich. Fehlen die irgendwann, ist der Gedanke an ein kleines Pilzsüppchen ein naher.
    Unterm Strich: Für mich wäre eine Zwangsehe daher was ganz gräuliches. Denn vernünftig geht es da ebenfalls nicht zu, sondern höchst bigott.

  11. Kommt mir fast so vor, als...
    Kommt mir fast so vor, als würde da jemand die Verheirateten beneiden ;-)
    Ich habe übrigens aus Liebe geheiratet.

  12. Werter D.A.,
    Sie schreiben,...

    Werter D.A.,
    Sie schreiben, „das aufgeklärte, fortschrittliche Abendland sollte besser nicht so laut über ander Hinterwäldler Eheschliessungsgewohnheiten herziehen“. Das bestätigt folgender Fall:
    .
    Minderjährige wird mit mittelälterem Herrn (zwangs)verheiratet, wird schwanger, hat jüngeren Liebhaber, alter Ehemann erschiesst jungen Liebhaber (Tötungsdelikt wg. „Ehre“), junge Frau stirbt dann auch an dem ganzen Elend. Jede Menge Unglück, aber wg. „Ehre“ muss das nun mal so sein.
    .
    Afghanistan (evtl. auch noch im deutschen Sektor)? Taliban? Migrationshintergrund im 21. Jhdt., nicht nur in Berlin?
    .
    Nein: Bestes bürgerliches Teutschland: Effi Briest.
    .

  13. Eine hochintelligente,...
    Eine hochintelligente, bildhübsche zwanzigjährige indische Studentin aus den besseren Ständen erklärte uns in Heidelberg ausführlich die Vorteile, die eine Vernunftehe ihrer Ansicht nach besitze. Sie vertraue ihren Eltern völlig, in ihrer Abwesenheit die richtige Wahl für sie getroffen zu haben, sagte sie, und reiste anschließend ab nach Indien, um den von ihren Eltern Erwählten zum ersten Male kennen zu lernen und zu heiraten. Die Liebe, so fügte sie erklärend hinzu, käme dann doch ganz von selbst, da ihre Eltern selbstverständlich in ihrem besten Interesse gewählt hätten.
    Im Grunde ist’s nicht viel anders bei bayerischen Bauern: Geld kommt zu Geld, Hof kommt zu Hof. Was braucht’s mehr?

  14. Försterliesel, in gewissen...
    Försterliesel, in gewissen Rahmen geht „Bankerin und Elektriker“ auch. Es ist ja nicht so, dass Banker nichts anderes tragen als Anzüge und Kostüme und ihr ganzes Privatleben mit dem Umschichten von Depots verbringen. Nicht jeder, der in einer Bank arbeitet, ist auch Vorstand oder hochbezahlter Investmentbanker.
    Bei den „normalen Angestellten“ gibt es schon die eine oder andere Person, die sich in ihrer Freizeit ganz anders kleidet und andere Verhaltensweisen an den Tag legt, als man es vielleicht vermuten würde. Das kann also schon passen.
    Im Großen und Ganzen, und das wollten Sie wohl andeuten, müssen sich die Partner ähnlich sein, es dürfen keine zu großen Unterschiede herrschen. Unterschiede dürfen nur als Salz in der Suppe empfunden werden, aber nicht als Salzkeule. Daher ist der Spruch „Unterschiede ziehen sich an“ nur eingeschränkt richtig. Unterschiede ja – sie dürfen nur nicht zu groß sein.

  15. Frau Waldwuff, die "Hopse" ist...
    Frau Waldwuff, die „Hopse“ ist bestimmt das berühmte schwarze Schaf der Familie. Eine, die eben nicht in das Schema passt und der viel auch angedichtet wird. Eine, die vielleicht schon mehrere Ehen hatte oder gar nicht heiraten wollte, aber nicht ins Kloster ging. Ist doch klar, das so ein Verhalten zu Getuschel führt.

  16. Ehen unter Verwandten werden...
    Ehen unter Verwandten werden bevorzugt
    @Don Alphonso: „Blogs sind etwas extrem Modernes, wahre Höllenmaschinen in den Händen publizistischer Nihilisten wie Sie und ich“, sorry, aber abgesehen davon, dass ich mich nicht für einen Nihilisten halte (siehe hierzu mein Traktat gegen den Nihilismus, http://www.herold-binsack.eu/downloads/philosophus_mansisses.pdf.), erblicke ich auch hier einen grammatikalischen Fehler, oder irre ich mich, wenn es heißen müsste/könnte…“wie Ihnen und mir (meiner Wenigkeit)“?
    Und weiter: „Keine Zwangsehen, das passt einfach, da stimmt alles, jedes Gesetz wird da eingehalten, göttlich wie weltlich“, müsste doch wohl heißen: göttliche wie weltliche.
    OKAY., ich weiß, dass Sie schreiben wie sie lustig sind, aber ich habe heute Migräne und da störe ich mich an jeder Kleinigkeit.
    Mit dem Rest – dem Inhalt auf jeden Fall – bin ich einverstanden. Nur eine Ergänzung: Die orientalischen Zwangsheiraten folgen dem selben Prinzip wie die Vernunftehe – der Erhaltung/Vermehrung des Vermögens, nur dort oft noch innerhalb der Familie (Ehen unter Verwandten 2. oder 3. Grades werden bevorzugt).

  17. Tja. Wie schrieb Walter Serner...
    Tja. Wie schrieb Walter Serner in seinem Handbrevier für Hochstapler: „Ein Geschlechterverhältnis beginne wie es mag – nach einiger Zeit dominiert die Geldfrage.“
    .
    Ganz so einseitig-pekuniär und pessimistisch würde ich es zwar nicht sehen. Aber grundsätzlich habe ich vom Institut der Ehe auch keine allzu hohe und idealisierte Meinung. Und zwar unabhängig davon, ob die Verbindung eher vom Schicklichkeitsempfinden des hochmögenden Umfelds geknüpft wurde oder ob schlicht und einfach die Hormone das primum movens dahinter gewesen sind.
    .
    Das hält mich indes nicht davon ab, seit fünf Jahren glücklich verheiratet zu sein.

  18. Werter Don,
    .
    Sie haben nicht...

    Werter Don,
    .
    Sie haben nicht erwähnt, dass einige der arrangierten Verbindungen auch schief gegangen sind – dann aber gaben sich die Arrangeure als „Pilatus“.
    .
    Unglück von einer jungen Frau abzuwenden, die an einen schlechten
    Kerl geraten ist, den sie heiß begehrt, ist unmöglich. Verzichtet sie nicht ( obwohl alle dies raten ), tritt es ein, verzichtet sie aber, wird sie überzeugt sein, daß gerade sie mit ihm glücklich geworden wäre.
    .
    Wir dürfen nicht vergessen, dass bei sehr vielen Arrangements leider nicht das Wohl der Partner in vorderster Linie stand, sondern ( Sie deuteten dies an ) „Arrondierungsinteressen“.
    .
    Gruß Hanskarl

  19. @Foersterliesel
    Wenn Frau...

    @Foersterliesel
    Wenn Frau immer raufheiratet, dann gilt:
    Frau (Stufe N) verknüpft sich mit Mann (Stufe N+M, 1≤M)
    => Frau (Stufe N = Max)
    bleibt übrig.
    Früher wurde sie Abtissin, heute leistet sie sich einen gutausehenden Tennislehrer.

  20. Lieber Hanskarl, Menschen...
    Lieber Hanskarl, Menschen redet man am Besten erst dann in die Beziehungen rein, wenn man nicht mehr zu verlieren und vom Leben zu erwarten hat – sprich, alte Tanten tun sich damit leichter als meinereiner. Wie oft dachte ich mir: Tu es nicht! Aber die Erfahrungen müssen die selber machen. ich halte mich raus, solange es nicht um die Möglichkeit eines Ehebruchs geht.
    .
    mark793, so ist es auch sicher nicht bei allen und überall. Nur muss man eben auch sehen, dass die Freiheit der Partnerwahl, alles in allem, vielleicht doch nicht so gross ist, wie die Theorie das verspricht.

  21. Devin08, "Nihilisten" ist...
    Devin08, „Nihilisten“ ist mitsamt holpriger Grammatik eine Anspielung auf ein Gedicht von Frank Wedekind, in dem es sinnigerweise heisst:
    „Wenn doch alle Nihilisten
    Auf der Stell krepieren müßten,
    Die den Kaiser von den Russen
    Haben in den Bauch geschussen.“
    Ihren grammatikalischen Zurechtweisungen entnehme ich, dass Sie zumindest kein Anarchist sind.
    .
    Ich fand den Begriff „Hopse“ im Roman „Englische Liebschaften“ von Nacy Mitford und habe beschlossen, ihn nicht nur zu adoptieren, sondern so schnell wie möglich einer breiteren Schicht vpn Lesern zugänglich zu machen.

  22. Nicht umsonst gilt der alte...
    Nicht umsonst gilt der alte Spruch:
    Liebe ist vergänglich, Hektar beständig.

  23. Beide formen klingen für mich...
    Beide formen klingen für mich schrecklich laangweilig! Wenn überhaupt dann nur aus liebe!

  24. Gesundes Neues Jahr, Don...
    Gesundes Neues Jahr, Don Alphonso! Wie passen denn die gleichgeschlechtlich gesonnenen der guten Gesellschaft ins Bild? Gibt es bei ihnen auch die Vernunftehe nach Hektar?

  25. Glückwunsch...
    Glückwunsch mark793!!
    Hoffentlich sieht es Ihre Frau genauso!!
    .
    Ansonsten lautet das Motto “ Füße raus aus dem Standesamt“

  26. Selbsterkenntnis
    @Don...

    Selbsterkenntnis
    @Don Alphonso: Auch auf die Gefahr hin, dass ich dafür mal gehenkt oder geköpft werden, oute ich mit mal ein wenig. Ich sagte es ja schon, ich bin Migräniker, schon mal einen Anarchisten mit Migräne gesehen? Spaß beiseite. In mir schlummert vermutlich ein unterdrückter Anarchist – daher die Migräne. Politisch-theoretisch, ja ideologisch (das Wort verwende ich bewusst, aber auch selbstkritisch-ideologiekritisch), bin ich Sozialist. Den politischen Anarchismus halte ich für nicht praktikabel. Und doch gibt es einen Anarchisten in uns allen, zumindest in denen, die schreiben (auch ich habe hin und wieder Lust gegen das Diktat der Grammatik zu meutern).
    Ähnlich und doch anders ist es mit dem Nihilismus. Der Nihilismus als literarische Gattung mag ja was haben – hin und wieder ist er gar ganz witzig, nehmen wir als Beispiel den Marquis de Sade und seine Gespielinnen -, aber als politische Theorie oder Überzeugung ist er fruchtlos, denn das Eingeständnis eines schwachen Geistes (und vermutlich auch schwachen Körpers). Die Kritik ist sich Selbstzweck, hat was eitel-masoschistisches, und meidet doch die Selbstkritik, was ich ihrem geleugneten Sadismus zuschreibe. Psychologisch betrachtet korrespondiert der Nihilismus mit einem zu starken Narzißmus. Es würde mich nicht wundern, wenn alle Nihilisten muttergeschädigt sind – weibische Männer oder männliche Weiber. Nietzsche erscheint mir auch dafür als das Prachtexemplar. Anarchisten hingegen, ich nehme mal das Beispiel von Bert Brecht, der ähnlich wie ich in der politischen Theorie ein Sozialist, aber im Wesen vermutlich ein Anarchist war, dürften da eher etwas vatergeschädigt sein – bei einer schwachen Mutter, ein zu starker (und doch abwesender) Vater, das macht die Kerle rebellisch, anarchistisch, wie überhaupt ein wenig all zu zerstreut, immer auf der Suche – nach dem verlorenen Vater, die schwache Mutter all zu sehr liebend.
    Und? Erkennen Sie sich da irgendwo selbst?

  27. @Frau Waldwuff..

    ......
    @Frau Waldwuff..
    … Hopse
    .
    in Franggn (Franken resp. Nordbayern) auch..
    .
    Hupferla
    .
    genannt!

  28. gärtner,
    .
    ganz so einfach...

    gärtner,
    .
    ganz so einfach war das mit der adretten ärztin und dem feschen truckdriver in der ddr nicht.
    .
    zunächst fehlte es an truckdrivern, weil, es fehlte an trucks. die versogung passierte auf dem schienenweg, in einem umfang, dass es den hardcore-grünen mitsamt den pufferküssern eine reine freude ist, wäre die böse braunkohle nicht gewesen, die ab den siebzigern das energetische rückgrat der ddr war. von daher gab es sehr viel mehr reichsbahner als fernfahrer.
    .
    die ärztin war, als teil der technischen intelligenz nicht eben die halbgöttin in weiss. die war an der poliklinik oder im krankenhaus eine kleine angestellte.
    wie man hört, soll das die zukunft der ärtzlichen profession in der berliner republik sein, was eben jetzt sehr zu deren missvergnügern beiträgt.
    .
    zu ddr-zeiten war derjenige der king, der sowohl handwerkliches geschick wie auch zugang zu den erforderlichen materialien hatte, also beipeilweise ein betriebselektriker oder -klempner, der nach feierabend und dann für blaue kacheln so richtig tätig wurde.

  29. <p>Das mit...
    Das mit »formspring.me/donalphonso« ist ein Witz?
    Das funktioniert ja so ungefähr gar nicht.

  30. Dieser Text mußte wirklich...
    Dieser Text mußte wirklich mal sein, danke dafür. Es ist nämlich keineswegs so in D, daß es bei allen so wäre, daß die Kinder suchen und ihre Partner dann halt von den Eltern akzeptiert werden oder nicht, egal was die Kinder tun (diese Illusion wird ja hartnäckig verbreitet). Die Einmischungen der Eltern sind da durchaus vorhanden. Spätestens wenn die meinen, „es wäre nun mal Zeit“, fängt das Geschacher an. Manche sind geduldiger, manche weniger.
    Ich werde es nie erfahren, könnte mir aber vorstellen, daß hinter der Depression mit anschließendem Selbstmord meiner früheren Schulfreundin so etwas steckt – „Sie hatte doch alles! Warum war sie nicht glücklich!“. Vermutlich wurde sie geistig so eingeengt, daß sie es nicht mehr aushielt.

  31. Oh bitte,wie heißt dann eine...
    Oh bitte,wie heißt dann eine Vernunftsehe wenn sie geschieden wird? Vernunftsscheidung vielleicht?
    Solange hier keine Statistik belegt,dass die Vorteile einer Vernunftsehe( oder arrangierter Ehe) in ihrer Dauerhaftigkeit punktet-solange wird einfach nur geheiratet und geschieden in gleichbleibender Zuverlässigkeit.Der Unterschied von Heirat und Scheidung ist doch nur,dass es bei der Scheidung nicht ganz so feierlich zugeht( siehe Lothar M. und andere Heiratswillige).

  32. Lieber Don Alphonso,
    mal...

    Lieber Don Alphonso,
    mal wieder ein schönes Thema, und mal wieder eine Albernheit des deutschen Journalistendenkens ad absurdum geführt, die mit den „Zwangsheiraten“. Ihre konkreten Beispiele aus der Familie und dem Bekanntenkreis bereichern den Diskurs mehr als all die vagen Berichte über Völker „weit hinten in der Türkei“ oder ungefährliche Hinweise auf vorgestern bei Effi Briest.
    In der Sache haben Sie meines Erachtens aber nicht ganz Recht, ebensowenig wie mark793 (der allein durch seine Person ja beweist, dass er unrecht hat): Arrangierte Ehen verletzen natürlich die Würde des Individuums, ebenso wie aus Geldgründen geschlossenene Ehen (und dass sie mitunter dennoch funktionieren, ist kein Gegenbeweis)!
    Ja, vielleicht ist eine „Vernunftehe“ etwas Gutes. Aber seit wann hat Geld etwas mit Vernunft zu tun? Der Wahrheit näher kommt meines Erachtens Foersterliesel, die Vernunft gleichsetzt mit „Werten, Idealen, Konfliktlösungsmodi etc.“ Insofern hat Vernunft etwas mit Beziehungsbedürfnissen zu tun – und also mit Liebe. Oder habe ich jetzt überinterpretiert?

  33. Heut regeln sich diese Dinge...
    Heut regeln sich diese Dinge ja häufig ganz ohne Vernunft- oder Geldgründe und weitab von familiären Bemühungen über digitale Singlebörsen. Dies hat doch im Hinblick auf Komplexitätsreduktion und Direktheit in der Zielverfolgung etwas für sich!

  34. Lieber damals, ich habe zwei...
    Lieber damals, ich habe zwei Freundinnen, die explizit o etwas wie eine vernünftige Versorgungsehe suchen, weil sie nicht allein sein wollen, und gleichzeitig auch der Ansicht sind, dass sie es wert sind, und zumindest in einem Fall meine ich auch, dass man, wenn man dergleichen sucht, auf jeden Fall zugreifen sollte, denn sie ist fabelhaft, solange man nicht mehr von ihr erwartet. Ich weiss nicht, warum das würdelos sein soll: Sie ist einfach stolz und selbstbewusst.
    .
    kleinerberg, die mir bekannten Fälle gehen einfach mit einer gedämpften Erwartungshaltung und einem guten Schuss Realitätsgefühl in solche Verbindungen rein – ich glaube, das hilft wirklich beim Erreichen der Zielsetzungen.

  35. Jäger, sicher, Parship und...
    Jäger, sicher, Parship und Elitepartners wären sicher auch mal spannende Themen, allein – ich bin da nicht dabei, und möchte das auch nicht. Ich vermute aber, dass es vor allem Grossstädter sind, die sich dort rumtreiben, in kleineren Städten mit Familienbindung geht das alles eher informell (und wenn ich ehrlich bin: Ich kenne umgekehrt proportional viele Töchter reicher Eltern im Vergleich zu Töchtern von normalen Familien, das ist halt einfach so).
    .
    colorcraze, die frage ist halt, ob Schubsen das Richtige ist. Manche Eltern arbeiten 20 jahre darauf hin, um aus der Tochter die perfekte, dezente Mauerblume zu machen, die im Verborgenen blüht, nur um dann zu merken, dass der Markt etwas anderes verlangt. Und dann versuchen sie 20 Jahre lang, dem schüchternen Ding die Möglichkeiten aufzuzeigen. Aber wenn einmal etwas verkorkst ist, bekommt man es kaum mehr gerade. Man schaue sich nur mal die Singlerate in München in der Alterrstufe Ü40 an.

  36. @Devin,
    klingt plausibel:...

    @Devin,
    klingt plausibel: starker Vater + schwache Mutter = Anarchist; schwacher Vater + starke Mutter = Nihilist.
    Allerdings kann es auch anders laufen. Flauberts masochistisch unterfutterter Hang zu einer starken Frau wie Louise Colet kann man (Sartre folgend) etwa als Kompensation begreifen: Identifikation mit dem starken Vater, verbunden mit dem Versuch, die schwache Mutter durch eine starke Geliebte zu ersetzen. Ob er ein Anarchist war? Eher nicht, und gewiss keiner von der Brechtschen Sorte.
    Wuerde fuer mich selber uebrigens beides in Anspruch nehmen, den Anarchismus und den Nihilismus, gewonnen aus Einsicht und Ueberlegung.

  37. Panglos, es ist dazu da, die...
    Panglos, es ist dazu da, die Fragen zu sammeln, geantwortet wird dann im Blog.
    .
    Devin08, um das vielleicht zu erklären: Wedekind hat sich damals lustig gemacht über die grassierende Angst vor Nihilisten mit Höllenmaschinen, die die etablierte Welt aus den Fugen bomben, und so war es eine Anspielung auf die veränderte Mediennutzung, die es in Blogs gibt. Man sieht das ja, wenn man sich mal die Kommentare anschaut, die Berwitschaft zum Diskurs, die Verlagerung des Inhalts vom Ursprungstext in die Kommentare, und das Selbstverständnis. Ich bin ja nicht mehr der Journalist, der hier sagt, was Sache ist. Ich gebe Stichwörter, formuliere sie hübsch, und dann folgt das Eigentliche.

  38. Komisch, dass mich immer...
    Komisch, dass mich immer Mitleid beschleicht oder umfasst? Und dann trudle ich immer zwischen Schopenhauer und Nietzsche…

  39. @ Tim: ich dachte es hieße...
    @ Tim: ich dachte es hieße „Schönheit vergeht, Hekat besteht“? Aber auch schön! :-)

  40. @don alphonso: Absolut...
    @don alphonso: Absolut richtig, aber ich wüßte nicht, wer außer vielleicht Biologen der Theorie der weitgehenden Freiheit bei der Partnerwahl überhaupt anhängt. ;-) Die Mechanismen der Einschränkungen walten doch auch außerhalb der sogenannten besseren Gesellschaft, nur vielleicht mit dem Unterschied, dass im Kleinbürger- oder Malochermilieu mangels größeren mit Privilegien verknüpften Familienbesitzes nicht ganz so starke Druckmittel da sind, den Nachwuchs bei der Partnerwahl auf Linie zu halten.
    @don ferrando: Das Risiko der vorzeitigen Endlichkeit dieses Zustandes ist natürlich nicht von der Hand zu weisen. Aber ich denke, selbst dieser worst case würde die gemeinsame gute Zeit, die man hatte, nicht zwingend entwerten. Für Rosenkriege etc. war ich noch nie zu haben, und mit meinen Verflossenen stehe ich auch in losem, aber freundschaftlichem Kontakt. Also selbst wenn ich unterstelle, dass eine Scheidung nochmal eine andere Qualität hat als die Trennung von einer Lebensabschnittsgefährtin, das Risiko ist es wert.
    Gleichwohl kann ich auch verstehen, dass der Hausherr dieses Blogs in seiner ganz persönlichen Güterabwägung zu abweichendem Ergebnis kommt. Aber da ist das letzte Wort ja auch noch nicht gesprochen. ;-)

  41. Lieber Don Alphonso, das mit...
    Lieber Don Alphonso, das mit der Würde ist natürlich eine Sache des persönlichen Stils. Jeder setzt da seine Maßstäbe anders. Für mich zählen in einem vielleicht altmodisch liberalen Sinne die wirklich individuellen Werte (dazu gehören auch so banale Dinge wie die süße Nase meiner Frau) mehr als nicht zum Individuum gehörige wie Geld oder Bildung. Man könnte Ihren Freundinnen auch entgegnen, ob sie sich nicht für mehr wert halten als nur für eine Versorgungsehe. Sie wiederum könnten mir vorwerfen, dass ich narzisstisch handele, wenn ich in der Ehe vor allem geliebt werden will, aber nicht weiß, wie die Ausbildung meines Kindes mal finanziert werden soll. Man muss halt Prioritäten setzen.

  42. @Don: Hm, eine dieser Singles...
    @Don: Hm, eine dieser Singles in München kenne ich, weil aus meiner Schulklasse (nach annähernd 30 Jahren hatte es mal einer tatsächlich geschafft, ein Treffen des allergrößten Teils der Abitursklasse von damals zuwegezubringen). Ich meine, daß es in Großstädten eher schwerer als leichter ist, jemand Passenden kennenzulernen, in Kleinstädten läuft da viel mehr über Tratsch und Zusammenbringenwollen. Ansonsten sind Arbeitsstellen immer auch als Heiratsmärkte wichtig, bzw. als Lebensabschnittspartnersuchgebiet. –
    Mit der Mauerblümchentheorie kann ich nichts anfangen, dazu sind mir zuviele verheiratete Mauerblümchen über den Weg gelaufen. Es scheint mir mehr an Gelegenheit und Ansprüchen an die Zukunft zu liegen. Meine Hypothese wäre eher, daß Mann bzw. Frau 2 Jahre in einer fremden Kleinstadt arbeiten sollte, um verhältnismäßig leicht einen passenden Partner zu finden – da gibt es nur wenige Treffpunkte, wenn man die frequentiert, wird das schon. Daten habe ich allerdings keine dafür.

  43. Vielleicht macht es die...
    Vielleicht macht es die englische Society noch krasser und kommerzieller mit ihren bedauernswerten Debütantinnen, die sich ein volles Jahr lang auf dem Heiratsmarkt mustern lassen müssen, aber im Grunde war unsere Tanzstunde doch auch nichts anderes. Mehrere meiner damaligen Freunde haben tatsächlich ihre Tanzstundendamen geheiratet. Hier wie dort ging es doch nur darum, Partner aus den „richtigen“ Kreisen zu finden.

  44. Zwangsehen, seien sie hier...
    Zwangsehen, seien sie hier oder anderswo „arrangiert“, sollten kein Grund sein, die Ehe als solche zu verdammen. Es gibt leider immer und überall Mißbrauch. Es schafft ja auch niemand die Banken ab, nur weil ein paar unverantwortliche Banker beinahe die Weltwirtschaft zum erliegen und zahlreiche Staaten in noch höhere Schulden gestürzt hat.
    Dummerweise ist es ein hartes Stück Arbeit, eine Partnerschaft – sei es Ehe oder eine Lebensgemeinschaft (auch z.B. gleichgeschlechtlich) – am Leben zu erhalten. Ich spreche da aus 16jähriger Erfahrung.
    Andererseits würde ich aber, obwohl ich mit Sicherheit keine vorbildliche Ehefrau bin, jederzeit wieder heiraten. Und zwar meinen eigenen Mann! Und er beteuert übrigens auch, dass er mich wieder heiraten würde :-)
    Gründe dafür habe ich genug, nicht nur die formal juristischen, die aber auch nicht ganz unwichtig sind.
    Unter folgendem Link kann man mal weiterstöbern, zum Thema pro Ehe:
    http://www.family.de/

  45. Ich möchte auch eine...
    Ich möchte auch eine vernünftige Versorgungsehe !
    Welches fabelhafte weibliche Wesen ist gewillt mich vernünftig zu versorgen ?
    Gerne schmeisse ich den Haushalt, gestalte den Garten, repariere die Autos, koche, ziehe die Kinder auf und suche mir nebenbei noch eine kleine Beschäftigung.
    Also, wer will ?

  46. Eine nette...
    Eine nette Provokation
    @Schoenbauer: Natürlich gibt es unzählige Variationen, das sind sowieso alles nur gewissermaßen „Standardmodelle“. Wichtig ist auch immer, wie präsent die Personen sind/waren (Vater ab- oder anwesend, Mutter hingegen ist wohl nur in großbürgerlichen Familien oft auch abwesend). Auch meine Mutter war ja nicht wirklich schwach, sie war dem Vater definitiv körperlich unterlegen, aber mental wie geistig hoch überlegen (was den Vater dazu veranlasste, seine körperliche Dominanz mehr als gut war, ins Spiel zu bringen – gottseidank war er meist abwesend – und was mich vermutlich mehr geprägt hat als alles andere, will heißen: mich den Vätern gegenüber ein wenig entfremdet – mir selber fällt es schwer Vater zu sein – und gegenüber den Frauen all zu sehr geöffnet hat, mein Thema aus Leidenschaft – nicht aus „Einsicht und Überlegung“ ist Erotik/„Liebe“, was kein „männliches“ Thema ist).
    Ich rede hier von Nihilismus und Anarchismus im Sinne von offener oder versteckter/unterdrückter Leidenschaft, weniger aus Überlegung (gibt’s das überhaupt bei Anarchisten – Überlegung und Einsicht? Brecht war, wenn er überlegte, sicherlich kein Anarchist, sondern eben Kommunist, und bei den Nihilisten wird die Überlegung – die Kritik – zum Selbstzweck, ich sagte es ja schon; aber was macht der „gefühlte Nihilismus“, jener mit einem Hang zum Fatalismus, zur Unterordnung auch, letzteren finden wir übrigens eher bei den Frauen – bei weibischen Männern – als bei Männern – männlichen Frauen -, warum wohl?)
    Kurz: Theorielastige Menschen (so wie ich einer bin), können nicht wirklich Anarchisten sein, wenn doch, dann nur als unterdrückte/gefühlte. Sie könnten aber Nihilisten sein, was aber durch den Kopf, die Theorie, geht und dort widerlegt werden kann.
    Die Auseinandersetzung mit bestimmten Themen ist daher auch immer eine Selbstauseinandersetzung, eine Selbstfindung, will heißen: im Negativen/ in der Negation Teil der Identität.
    Ich setze mich vorwiegend mit dem Nihilismus auseinander, warum wohl? Der Anarchismus hat für mich keine theoretische Präsenz, den muss ich im Alltag meistern.
    .
    @Don Alphonso: Ich denke schon, dass ich verstanden habe, das Problem ist nur, dass ich den Nihilismus etwas anders definiere, bzw. etwas subtiler. Der „bombende Nihilist“, das wäre der „Selbstmörder“, der, der sich mit der Bombe selbst in die Luft jagt (wenn Gott schon tot ist, will man ihm ähnlich/nahe sein). Deswegen sind die Selbstmordattentäter in orientalischen Ländern so en voque. Der Anarchist, der ja auch bomben kann, liebt das Leben und tötet daher nur die anderen. Wir sollten das differenzieren, weil das mit dem Nihilismus in unserem Kulturkreis oft sehr pauschal als Verleumdung auch – der Sozialisten – gebraucht wird (der Vorwurf des „Anarchisten“ dagegen, hätte beinahe etwas aufwertendes). Allerdings wenn man es sich – entsprechend meines Schemas – vereinfachen möchte, dann könnte man auch sagen: die Kritikaster – hier im Blog – sind die Nihilisten (die Selbstmordattentäter/die, die sich selber widerlegen/aber nicht selber kritisieren/die vielleicht leicht Größenwahnsinnigen/die Muttergestörten) und der Rest die Anarchisten (die, die andere töten/andere kritisieren/sich unter Umständen aber auch/die Vatergestörten).
    Wäre mal eine nette Provokation. Allerdings – und so ist es halt im Leben -, zumeist ist es komplexer.

  47. Reiterjunge, bedaure - ich...
    Reiterjunge, bedaure – ich habe bereits einen Partner (und leider auch eine Pferdehaar-Allergie).
    Aber Ihr Konzept klingt ansonsten nicht schlecht.

  48. Devin08, der "Nihilist" war...
    Devin08, der „Nihilist“ war damals einfach nur ein Kampfbegriff der Presse, so wie heute der „Islamist“ oder die „soziale Hängematte“.
    .
    Frau M., das ist alles sicher schön, allein, ich habe gegen arrangierte Ehen genauso viel oder wenig wie gegen „normale“ Ehen – mit ein wenig Selbsttäuschung kann das alles prima sein! Ich selbst möchte es aber nicht für mich, das sei mir zugestanden.

  49. Ergänzung zum Nihilisten:...
    Ergänzung zum Nihilisten: für die englische Presse im 18 Jahrhundert waren die Unabhängigkeitssuchenden in Amerika „Terroristen“.
    Nachträglich ein gutes und glückliches neues Jahr an alle und viel Spaß in London, werter Don. Nutzen Sie die englische Kolonialgeschichte und dinieren Sie lieber indisch, statt zu hungern.

  50. @muscat, ich habe keine...
    @muscat, ich habe keine Pferde.
    „Reiterjunge“ ist eine literarische Figur.

  51. Uäh, da bin ich ja schon...
    Uäh, da bin ich ja schon wieder froh, kein Mitglied der besseren Gesellschaft zu sein. Von meinen Eltern gabs keinerlei Kuppelei-Versuche, so konnte ich ganz frei nach Liebe entscheiden :-). Allerdings hatte ich meine Eltern auch bevor ich meinen Mann kennenlernte mit einigen in ihren Augen dermaßen unpassenden Freunden verschreckt, dass ihre Ansprüche an den perfekten Schwiegersohn dann ziemlich niedrig waren ;-) (wer weiß, vielleicht auch eine gute Strategie für die Söhne und Töcher aus besserem Hause).
    Mir läufts es bei den Worten „Versorgungsehe“, „Vernunftehe“, „arrangierte Ehe“ jedenfalls eiskalt den Rücken runter. Dann lieber Single bleiben und sich anderswo lustig amüsieren. Die meisten Menschen sind doch eh schon genug Zwängen unterworfen, da soll doch wenigstens das Liebesleben noch Spaß machen – eine „Versorgungsehe“ klingt aber irgendwie recht unspaßig.
    @Reiterjunge: Wenn ich nicht schon verheiratet und vielleicht auch etwas besser verdienend wäre, fände ich die Idee genau wie Muscat gar nicht schlecht ;-)

  52. Lieber Devin08,
    vielen Dank...

    Lieber Devin08,
    vielen Dank fuer diese Replik; wenn ich es recht sehe, gibt es keine schreienden, ins Mark gehenden Unterschiede. „Nihilismus und Anarchismus im Sinne von offener oder versteckter/unterdrückter Leidenschaft“ zu begreifen, ist besser formuliert, als ich es koennte, und trifft den Sachverhalt praezise, wenn man von Lebensweltkonzept ausgeht.
    Brecht als Anarchisten und Kommunisten vorzustellen, je nach sozialem Kontext, ist auch o.k. Brecht war auch ein Liebhaber: eigennuetzig und ausnutzerisch bis zum Geht-nicht-mehr, wenn die einzige Schriftstellerin, die die kleine dumme Stadt an der Donau hervorgebracht hat, keine Maerchen erzaehlt hat. In der Erzaehlung „Avantgarde“ (in dem gleichnamigen Buechlein) beschreibt Marieluise Fleisser ihre Liebesbeziehung zu dem „Dichter“, wie Brecht hier heisst.
    Zitat: „Er hielt sie streng am Zuegel und hatte sich an sie gewoehnt, machte bloss nichts Legales daraus.“
    Gruss
    G. S.

  53. Wer kennt hier eigentlich noch...
    Wer kennt hier eigentlich noch den (aus dem Norddeutschen stammenden) Brauch, dass unverheiratete Männer an ihrem 30. Geburtstag vor dem Standesamt fegen müssen?

  54. Das Gute mit dem Schlechten...
    Das Gute mit dem Schlechten durchsetzen
    @Don Alphonso/Besucher: Das zeigt doch wie wenig Ahnung – absichtlicher- oder nachlässigerweise – die Presse hat und das erklärt vielleicht auch, woher das Interesse der vielen „Nihilisten“ am „plaudern“ kommt. Wir sollten uns aber dadurch nicht abhalten lassen unsere „Wahrheiten“ auch durchzusetzen. Die „Wahrheit“ alleine – wir wissen es ja schon: http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2009/12/27/hilfreiche-sekundaeruntugenden-ii-mit-anstand-luegen.aspx – hat keine Bedeutung.
    .
    Einer der Frühen der das begriff, war ein gewisser Bert Brecht. Sein Episches Theater war ein diesbezüglicher Versuch, nämlich, die im Alltag – auf den bürgerlichen „Bühnen“ – nur missbrauchten Gefühle als „Kontrabass“, Sie erinnern sich: http://blog.herold-binsack.eu/?p=665?, dann auf seinem Bühnenspektakel zu ihrem Recht zu verhelfen; und Sie ahnen es, im Sinne von: Erst kommt das Fressen…
    .
    Um es auf den Punkt zu bringen: Gutes Benehmen ist eine Sache, aber es muss einem guten Zweck dienen, und für denselben Zweck kann auch schlechtes Benehmen gut sein. Und das ist nicht einfach eine Frage der individuellen Perspektive, sondern der realen Dialektik in der Gesellschaft. Der Mensch, der „Gutmensch“ – der besonders („Der gute Mensch von Sezuan“ zum Beispiel) -, nimmt immer einen Klassenstandpunkt ein, selbst dann/auch dann/vor allem dann, wenn er nach einer „Vernunftehe“ (oder anderen „vernünftigen“ Lösungen, dem „guten Leben“ zum Beispiel) strebt, oder in eine Versorgungsehe hinein gedrängt wird/sich hinein drängt.
    .
    Die „Perspektive“/der Klassenstandpunkt wird sich dadurch nicht sogleich verändern, Perspektive/Standpunkte hat man meist fürs ganze Leben, nämlich so, wie sie einem recht früh geschaffen waren.
    Und diese Dinge revolutionieren, zersetzen die Klassen – insbesondere, die gehobenen und demoralisieren die Moral, besonders die der „da unten“. Daher gilt: „Dass der Arme nicht per se der bessere Mensch ist“, gar nicht sein kann (vgl. Maughams Parabel auf Gauguin in „Silbermond und Kupfermünze“, http://www.dieterwunderlich.de/Maugham_silbermond.htm).
    .
    Aus marxistischer Sicht kann es daher gar nicht genug „Vernunftehen“ geben, besser solche, als die vielen pseudoromantischen Liebesehen, die, die das Elend nur konservieren, die Moral versteinern lassen, sie verkleinbürgerlichen, alles Schlechte in den unteren Klassen nur potenzieren und die oberen vorzeitig degenerieren helfen (das o.g. Stück Brechts hieß übrigens sinnigerweise in seiner Urfassung, in den ersten 5 Strophen „Die wahre Liebe“, vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Der_gute_Mensch_von_Sezuan).
    So, das ist jetzt für einen Marxisten genug des Zynismus. Ich weiß gar nicht, was über mich gekommen ist.

  55. @Reiterjunge
    Vernunftehe auf...

    @Reiterjunge
    Vernunftehe auf Versorgungsbasis kann ich nicht bieten, da bereits in selbiger untergekommen. Hätte allerdings noch Kapazitäten für die eine oder andere männliche Konkubine frei.

  56. Aber natürlich, der wird ja...
    Aber natürlich, der wird ja auch noch gelebt. Allerdings ist es nicht das Standesamt, sondern in der Regel das Rathaus. Es sind aber nicht nur die Männer, die unverheirateten Frauen müssen die Klinken putzen. Habe gerade sogar bei Wikipedia einen Eintrag dazu gefunden: http://de.wikipedia.org/wiki/Treppe_fegen

  57. "frei von Flüchtlingen,...
    „frei von Flüchtlingen, Preussen und anderen Leuten zu sein hat, die man ja nun wirklich nicht in der Verwandtschaft haben müsste“
    Ich komme einfach auf keinen grünen Zweig, beim Nachsinnieren, wieso eigentlich kein Preusse in der Verwandtschaft sein sollte! Im Gegenteil, es würde mich sogar mit etwas Stolz befüllen!
    Also wieso denn nun, werter Don?
    Lieber Grüße
    Die Eiche

  58. Devin: ich würd's mal mit nem...
    Devin: ich würd’s mal mit nem guten Arzt probieren..

  59. @Die Eiche: Ein/e Bayer/in...
    @Die Eiche: Ein/e Bayer/in würde doch auch reinem Prinzip keinen Preussen/Preussin heiraten wollen! Abgesehen vom wahrscheinlichen Konfessionsunterschied ist das doch sowas wie Erbfeindschaft, wahrscheinlich heutzutage noch schlimmer ausgeprägt als die zwischen Kölnern und Düsseldorfern ;-).
    @Ladida: Hmm, männliche Konkubine wäre wirklich was feines :-) Leider habe ich dafür keine Kapazitäten mehr frei…

  60. Den Glaskasten nicht...
    Den Glaskasten nicht übersehen!
    .
    @Schoenbauer: Auch auf die Gefahr hin, dass das jetzt langsam zur Posse wird, aber ich halte es nun mal ziemlich streng mit den Begriffen: Brecht war halt ein Scheißkerl – nicht nur in Liebesdingen -, ähnlich wie eben der von Maugham indirekt beschriebene Gauguin. Aber während ein Gauguin vielleicht so etwas wie ein utopischer Sozialist war (und in mancher Hinsicht, wie ein Villon, ein Strauchdieb, jener Villon war ja auch eine Vorlage für Brecht) – zumindest im gelebten Sinne -, war Brecht halt tatsächlich ein Kommunist, ein besserer, wie ich meine, wie so manch „Held der Arbeit“, der uns da vom „sozialistischen Realismus“ à la DDR vorgegaukelt werden sollte. Und doch war Brecht eben Realist genug, um zu wissen, dass der beste Kommunist (sowenig wie die überzeugendste Wahrheit) nichts ist, wenn ihm die Mittel zur Durchsetzung seiner Idee(n) fehlen. Also machte er Kompromisse, solche, die ihn aber nicht kompromittierten, denn ein Scheißkerl war er sowieso. Und wie kann man einen Scheißkerl kompromittieren – durch eigentlich gar nichts, es sei denn, er täte das selbst, indem er seine Anhänger langweilte.
    .
    Das in etwa dürfte Brechts Motto gewesen sein – die Leute niemals langweilen! Und das schien mir sehr überlegt. (Anders bei Gauguin: der war das durchs Gemüt – durch und durch -, urgewaltig, wie das dem tragischen Helden noch so eigen ist).
    Und bei dieser Gelegenheit nahm er all die Leute mit, die ansonsten seinen Überlegungen nichts hätten abgewinnen können – aber fasziniert waren, durch seinen gnadenlosen Realismus, seinen ruchlosen Kommunismus. Endlich mal jemand, der sie ernst nimmt, und nicht glaubt, sie mit billigen Ideologien einfangen zu können/zu müssen – so in etwa dürfte er auf die Leute gewirkt haben, auf völlig unterschiedliche. Und genau das ist für mich Kommunismus von bester Prägung: im Alltäglichen das Revolutionäre aufspüren, nicht durch das Revolutionäre das Alltägliche beschämen, es blamieren, und dabei so nebenbei die Massen zu Konsumenten, zu Zuschauern degradieren. Denn das wäre bürgerliches Theater.
    .
    Das allerdings steht im Gegensatz zum Pathos, einem solchen, wie ihn die Klassengesellschaft nun mal hervor gebracht hat, von Alters her, schon auf antiken Bühnen. Dieses Pathos ist nötig um die Entfremdung zu überbrücken, den antiken Helden (siehe oben) zu kaschieren, der ja in Wirklichkeit ein von Muttern gemachter war (siehe Achilles und die Affenliebe zwischen ihm und seiner Mutter Thetis, der Nymphe, und die Liebe zu seinem Patrokles in der Ilias, vgl. „Das Patriarchat in Hellas“ : http://faz-community.faz.net/blogs/antike/archive/2009/12/21/achill-kein-vieh.aspx, bzw.: http://blog.herold-binsack.eu/?p=632).
    .
    Ein solcher Pathos hat auf einer kommunistischen Bühne eigentlich nichts zu suchen und doch, soweit er Teil der Wirklichkeit ist, und nicht nur einfach diese affirmiert, kann er auch dort behandelt werden, dann aber kritisch-ideologiekritisch-selbstkritisch, so ganz nebenbei. Und am besten sollen das die Leute – die „Besucher“ (nicht Zuschauer!) – selber erkennen, nicht negativ vorgeführt bekommen – denn dann würden sie sich vorgeführt sehen. Das ist das Geheimnis des epischen Theaters: das eigentliche Leben – dessen Einheit in all ihren Widersprüchen.
    .
    @Unellen: Wer sagt denn, dass in/wegen einer arrangierten Ehe kein zufriedenes Sexualleben möglich sei. Die Frage ist dann natürlich auch schon: wie oft, wie lange und mit wem hat man das? Aber sind wir doch mal ehrlich: in der schönsten Liebesehe – wenn diese nicht überhaupt nur eine Fata Morgana ist – hält auch das zufriedene Sexualleben eben nicht „bis zum Tod“ (in meiner 1. Ehe hielt das mal gerade 6 Jahre und dann folgten weitere 6 Jahre – der Knechtschaft dann –; in der Bibel gibt es da eine Geschichte, wo das genau umgekehrt gewesen sein soll); irgendwann wird genau dieses zum arrangierten, zum A und O einer Vernunftsbeziehung (wogegen nichts zu sagen ist, nur soll man halt die Romantik in der Liebe nicht überhöhen, denn dann wird’s komisch).
    .
    Im Übrigen bin ich der Meinung, dass es neben der Liebe zum eigenen Kind (schon umgekehrt stimmt es nicht mehr!) keine Liebe mehr geben kann. Denn jede Liebe ist selbstlos, selbst verleugnend, und als solche, ginge sie denn über die Liebe zum Kind hinaus, wäre sie eben eine nihilistische Beziehung. (Wie war das mit Nietzsche, dem Weibe und der Peitsche? Wir wissen halt immer noch nicht, wie er das eigentlich gemeint hat, so interpretierbar scheint uns das.)
    .
    Die Liebe der Geschlechter – oder auch die innerhalb eines Geschlechts, wir sind ja modern -, ist immer Ausdruck des gesellschaftlichen Arrangements. Jenes Arrangements zeigt sich halt nicht in jedem Fall so deutlich, wie von Don Alphonso für die oberen Klassen beschrieben. Aber es drückt jeder Geschlechtsbeziehung seinen Stempel auf. Das Zivilrecht, im Übrigen, spätestens dann das Scheidungsrecht, das Unterhaltsrecht, bringt das dann alles wieder auf den entscheidenden Punkt: es geht um Versorgung, um Versorgungsansprüche, die, die durch die Ehe, u.a. durch den Liebesdienst darin, erworben sind. Der, der da behauptet, das alles ginge ihn nichts an, soll nicht zu schnell mit dem ersten Stein werfen, denn er übersieht womöglich den Glaskasten, in dem er sitzt.

  61. „Einen guten...
    „Einen guten Arzt“
    @Stallbursche: Können Sie mir einen empfehlen?

  62. @muscat
    Das scheint mir die...

    @muscat
    Das scheint mir die säkularisierte Variante zu sein. Aus Bremen kenne ich es nur so, das der Junggeselle zum 30. die Domtreppen fegen muss (und dann ordentlich einen ausgeben!) Betrachtet man das heutige Durchschnittsalter bei der Heirat müsste auf manchen Treppen reger Andrang herrschen.

  63. Devin08, wenn schon...
    Devin08, wenn schon Oberlehrer, dann aber auch bitte kompetent! In Don Alphonsos Satz „Blogs sind etwas extrem Modernes, wahre Höllenmaschinen in den Händen publizistischer Nihilisten wie Sie und ich“ ist das Bezugswort, nach dem sich die attributiven Pronomina richten müßten, „Nihilisten“, also ein Genitiv (possess.). Untauglich wäre also auf jeden Fall ihr Korrekturvorschlag mit den Dativen „Ihnen und mir“. So eng betrachtet, müßten vielmehr Genitive von „Sie“ (Ihrer) und „ich“ (meiner) stehen. Aber nun bitte ich Sie: „… in den Händen publizistischer Nihilisten wie Ihrer und meiner…“ !!! Dergleichen fordert kein „Diktat der Grammatik“. Die deutschen Grammatiken stellen vielmehr die Alphonsosche Lösung anheim, das Substantiv mitsamt seinem Wie-Attribut als Einheit zu nehmen und nur das Substantiv zu beugen („das Bild eines Menschen wie du und ich“). Schon mein Grammatik-Duden von 1959 erlaubt neben „in einem Fall wie diesem“ sogar „in einem Fall wie dieser“ und begründet dies damit, daß sich hier „die Vorstellung eines elliptischen Satzes“ einstelle. Als elliptisch ist auch das andere von Ihnen beanstandete Gefüge durchaus zu rechtfertigen: „… jedes Gesetz wird da eingehalten, göttlich wie weltlich“ (in adverbialer Fassung ausgeführt: „ob nun weltlich oder göttlich erzeugt“).

  64. @unellen
    GÄÄÄÄHN! Diese...

    @unellen
    GÄÄÄÄHN! Diese krampfhafte Pflege von „Erbfeindschaften zwischen „Bayern“ und „Preußen“ langweilt schon deshalb, weil weder klar ist, wer die Bayern, noch wer die Preußen eigentlich sein sollen. Franken und Schwaben sind doch wohl keine Bayern, auch wenn sie im Freistaat leben. Was meinen Sie mit Erbfeindschaft zwischen Kölnern und Düsseldorfern? Die gibt es auch nicht. Düsseldorfer sind für Kölner noch nicht mal satisfaktionsfähig. Die sind einfach nur zu bedauern! ;-)

  65. @Ladida, nein nein, ich muß...
    @Ladida, nein nein, ich muß versorgt sein.
    Ohne Heirat läuft da nichts.
    Schließlich würde ich meine Karriere opfern.
    Ich muß auch an meine Rente denken.
    Falls doch etwas schief geht bleiben die Kinder natürlich bei mir.

  66. @Unellen: muss ja sagen, diese...
    @Unellen: muss ja sagen, diese Sache mit der „Erbfeindschaft“ langweilt mich doch zusehens. Mittlerweile habe ich auch meine Filter justiert und überspringe solche Sätze. Keine Ahnung, was die künstliche Aufrechterhaltung von Ressentiments innerhalb eines sich immer mehr vermischenden Deutschlands soll, zeugt für mich von Kleinbürgerlichkeit und Spießertum. Wenn es wenigstens nachvollziehbare Gründe gäbe, also sowas wie Kriegsgreuel und alte Leute, die nicht vergessen und verzeihen können. Aber nur, weil man anders sein will? So ein kindisches Verhalten legt ja nicht mal unsere kleine Tochter an den Tag.

  67. Etwas mehr Vernunft bei der...
    Etwas mehr Vernunft bei der Partnerwahl würde den meisten Menschen sicher ganz gut tun. Meine (katholische) Oma hat ihren Enkelinnen dazu die folgenden vier Dinge ans Herz gelegt:
    1. Such dir jemanden aus der eigenen Gesellschaftsschichtm, sprich wenigstens er sollte studiert haben, noch besser natürlich, wenn er bereits aus einer Akademikerfamilie kommt. Zu große Bildungsunterschiede gehen meist nicht gut.
    2. Wenn der Mann mit über 35 noch zu haben ist – Finger weg. Die Partnersuche ist wie ein Flohmarkt – die guten Stücke sind zeitig weg.
    3. Schau dir die Schwiegereltern an!!
    4. Wenn du einen älteren Mann nimmst, dann denk daran, dass du ihn auch in 15 Jahren noch in Unterhosen ansehen willst…

  68. Lieber Elbsegler und Doctor...
    Lieber Elbsegler und Doctor Snuggles,
    ich persönlich finde ja solche „Erbfeindschaften“ und ähnliches auch höchst albern und langweilig. Aber es gibt halt immer noch genug Leute, die so denken. Was die Kölner und Düsseldorfer angeht: Eine Freundin von mir, gebürtige Kölnerin hat wirklich lange mit sich ringen müssen, ob sie wirklich einen Job in Düsseldorf annehmen will. Sie hats schließlich gemacht und zieht auch schweren Herzens dahin. Auf meiner Bemerkung, dass ich solche Bedenken albern finde meinte sie nur kopfschüttelnd: „Ach Du, Du zählst eh nicht, Du bist ja sogar freiwillig nach Berlin und ins Saarland gezogen“.
    Ach ja, und meine Mutter hat noch in den 70ern von einer Verlobung mit einem jungen Herrn, den sie eigentlich sehr liebte abgesehen, weil er nicht katholisch war. Ist alles noch nicht so lange her… von den anfänglichen Vorbehalten meiner Schwiegerfamilie gegen mich, weil ich deutsch bin auch mal ganz abgesehen (wobei komischerweise die Großmutter meines Mannes, die die Einverleibung Böhmens im Dritten Reich und Zwangsarbeit selber noch erlebt hat überhaupt keine Probleme mit mir hatte, andere Leute die viel jünger waren hingegen schon). Ich kann das auch nicht verstehen.
    @Devin08: Dazu:
    „Wer sagt denn, dass in/wegen einer arrangierten Ehe kein zufriedenes Sexualleben möglich sei. Die Frage ist dann natürlich auch schon: wie oft, wie lange und mit wem hat man das?“
    Tja, ich sage nicht, dass es nicht möglich ist. Aber wenn ich mir überlege, welche Männer ich attraktiv finde und welche Männer meine Eltern für erstrebenswert halten sehe ich da schon Probleme ;-). Wir wählen doch ganz ehrlich normalerweise unsere Partner zuerst danach aus, ob körperlich die Chemie stimmt, der Rest kommt dann später. Und diese Entscheidung würde ich mir von niemandem abnehmen lassen wollen, ich will meinen Partner schließlich sexuell auch attraktiv finden. Ist auch im Hinblick auf Planung der Vemehrung besser.
    Außerdem werfe ich mal ganz provokativ die These in den Raum, dass Beziehungen mit Leuten, die nicht genau aus demselben Milieu stammen wie man selber viel spannender sind :-).

  69. Oh, wie ich gerade fand, bin...
    Oh, wie ich gerade fand, bin ich nach Weißhaupt gefragt worden. Also, Adam Weißhaupt (alias George Washington) wurde als Jesuit in Ingolstadt (im Jesuitenkolleg) geboren, gründete die ursprünglich von Martin Luther und seinem Freund Johann Eck ins Leben gerufenen Illuminaten neu, gewann Knigge, Kant, Seume, Müller und Picklsberger als Mitglieder, warb für die Rettung der Weißkopfseeadler, heiratete sein Kindermädchen Konrada Lorenz, verdiente ein Vermögen als Schaumbadschlä äh Schaumbadverkäufer (klug verwirrender Handelsdeckname „Schwarzkopf“) und ließ sich im Alter zum Bürgermeister von Wiessee wählen, gilt heute als begnadeter Schwebfliegenkenner und Sammler bester Johannisberger. Von Weißhaupt stammt der (u.a. wegen des feinen Ingolstädter Dialektes) berühmt gewordene Satz „Isch mach disch komplott isch schwör!“

  70. @Ladida: Sie hätten noch...
    @Ladida: Sie hätten noch Kapazitäten für eine männliche Konkubine frei? Ich hatte mal eine Freundin, die war verheiratet (im Ausland, sie war Stewardeß), bei der waren auch noch genügend Kapazitäten vorhanden. War nicht die schlechteste Zeit für mich.
    @Reiterjunge, jenseits von Versorgung, greifen Sie bei so einem Angebot zu.

  71. @Ariadne: zu Ihrem Punkt Nr. 2...
    @Ariadne: zu Ihrem Punkt Nr. 2 sei gesagt, dass man den ähnlich auch in anderen Kulturen findet. In Japan z.B. gibt es den bekannten Spruch, Frauen seien wie Weihnachtskuchen – bis zum 24. sollte er gegessen sein. Tja, danach wird er eben langsam trocken und schmeckt nicht mehr so gut.

  72. @Besucher: es muß nicht immer...
    @Besucher: es muß nicht immer die – in London indische oder pakistanische, in Berlin türkische – Imbißbude an der Ecke sein. Mit genügend Geld in der Tasche und genügend Zeit würde ich in London vielmehr nach guten Lokalen suchen. Die kochen dort nämlich ziemlich gut, weiß aber nicht, ob sich das dauerhaft in Lokalen niederschlagen konnte, oder ob der „lieber zuhause“-Spartrend die wieder weggefegt hat. Ist jetzt schon so 20 Jahre her, daß ich dort war. An den „Luxury Cake“, eine Nußcremetorte, die es in Covent Garden zum Tee gab, erinnere ich mich jetzt noch mit Begeisterung, denn die war wirklich sehr gut. In den Städten halten sich Lokale selten so lange wie in Kleinstädten, es ist halt mehr Bewegung drin – Generationswechsel werden zu Brüchen, Bewohner ziehen weg oder nehmen andere Routen, Veränderungen im Geldpegel lassen die Stammkundschaft andere Orte suchen.

  73. Grammatik, Sprachgefühl und:...
    Grammatik, Sprachgefühl und: auf die Wäsche achten!
    .
    @Nachbesserer: Danke für die Belehrung. Sie haben mit Sicherheit recht. Nur bedeutet das nicht, dass mir das gefallen muss, wie es offenbar grammatikalisch möglich ist. Daher ist es mir ja auch aufgestoßen, es lag mir beim Lesen irgendwie quer. Mag sein, dass mein Sprachgefühl nicht von Bedeutung ist, aber gesagt haben wollte ich es: es gefällt mir so nicht.
    Daher habe ich auch nicht den „Oberlehrer“ raushängen lassen, wie Sie mir jetzt vorwerfen, sondern ganz vorsichtig formuliert gefragt: „oder irre ich mich, wenn es heißen müsste/könnte?“ Da mir auch mein eigener Vorschlag so nicht gefallen wollte, hatte ich zumindest in Bezug auf das „und ich“ eine Alternative in Klammern gesetzt („meiner Wenigkeit“), was ich für etwas eleganter hielt.
    Nun ja: Die Grammatik erlaubt eine Regelung, weil das Sprachgefühl sich u. U. daran stört. Offenbar nicht nur das meinige. Das scheint mir doch zumindest erkennbar!
    .
    @Ariadne: Ich fühle mich da ein wenig angesprochen, meine Frau ist 22 Jahre jünger als ich. Und Sie haben natürlich recht (wie viel „Vernunft“ in dieser Ehe ist, und vor allem auf welcher Seite, kann ich im Moment noch nicht beurteilen, wir sind gerade erst im sog. „verflixten 7. Jahr“, warten wir noch ein bisschen!). Der wesentlich ältere in der Beziehung, und wenn das eine Frau sein sollte, wäre das noch ein wenig problematischer (ist keine Anspielung auf die Orangenhaut, sondern darauf, dass Männer erheblich anspruchsvoller sind – diesbezüglich; ich wüsste nicht, ob ich eine 22 Jahre ältere Frau haben wollte, es sei denn, sie wäre Tina Turner, zum Beispiel), muss schon auf seine Unterhosen achten, und auf das, was drunter ist. Aber muss das nicht eigentlich jeder/jede?
    Vielleicht gibt es gerade deshalb in solchen Beziehungen ganz gewisse Probleme nicht? Also ich denke da an mich, und was für Unterwäsche ich vor 30 Jahren meinen Partnerinnen so alles zugemutet habe. – Na ja, mein Körper war vielleicht ein bisschen straffer und die Unterwäsche ehe nicht sonderlich wichtig. Und doch: es gingen ja alle Beziehungen letztlich in die Brüche, wer weiß, ob nicht doch die eine oder andere Geschmacklosigkeit, meinerseits, den Ausschlag dafür gab. Will heißen: man(n)/frau sollte in Form bleiben, und sollte auf die Wäsche achten, gleich wie groß der Altersunterschied ist!

  74. @Reiterjunge, Doctor Snuggles:...
    @Reiterjunge, Doctor Snuggles: Wenn die männliche Konkubine so aussieht wie Keanu Reeves als Ritter Danceny in der Verfilmung von „Gefährliche Liebschaften“ dann kann sie, ähem… er gern mal in der Mittagspause vorbeischauen.
    .
    Überhaupt ist „Gefährliche Liebschaften“ ein klasse Roman, der bei diesem Thema nicht unerwähnt bleiben sollte.

  75. Doctor Snuggles, das mit den...
    Doctor Snuggles, das mit den Japanern haben Sie sich doch ausgedacht…

  76. Auf der Stufenleiter der...
    Auf der Stufenleiter der Liebe
    @Unellen: Die Doppeldeutigkeit in meinem Beitrag haben Sie elegant ignoriert. Aber bitte, es geht auch so. Ich habe jetzt gerade wieder eine Eheschließung beobachten dürfen, die ganz offensichtlich arrangiert ist, und doch scheinen die beiden sich zu mögen (auf welcher Stufenleiter der „Liebe“, weiß ich natürlich nicht), sie haben sogar schon die erste und die zweite Provokation aus dem Verwandtenkreis abgewehrt. Das spielt sich natürlich in orientalischen Kreisen ab, das scheint mir evident. Um es mal auf den Punkt zu bringen: die Wahl der Eltern muss ja auch nicht unbedingt – auch in Hinsicht auf sexuelle Attraktivität – die verkehrteste sein. Kluge Eltern haben so was im Auge, voraus gesetzt, dass sie auch mal „jung waren“.
    Was Ihren letzten Satz angeht, da möchte ich Ihnen nicht widersprechen. Und doch ist die in etwa vergleichbare Bildung schon – zumindest für mich – lebenswichtig. All zu große Bildungsunterschiede erlauben die vielleicht heißesten One-Night-Stands – die „Differenz“ erzeugt da u. U. eine etwas wildere Fantasie/guter Sex ist letztlich die Fähigkeit zu einer entsprechenden -, aber die Ansprüche an das Leben müssen zusammen passen. Ansonsten gibt es zu sagen, dass Milieuunterschiede (was genau meinen Sie damit? – Kultur-, Klassenunterschiede…) auch sonstige Probleme bereiten, denen man sich gewachsen sehen muss.

  77. Merle, vielen Dank für...
    Merle, vielen Dank für Weisshaupt. Doctor Snuggles hatte mich netterweise auf de.wikipedia.org/…/Adam_Weishaupt und de.wikipedia.org/…/Illuminatus hingewiesen, und Don Alphonso mir geschrieben, dass in der Theresienstrasse 23 nicht die Heimat dieses Blogs ist. Aber mit Verlaub, Ihre Weisshaupt-Biographie liest sich wie Vanille-Eis mit heissen Himbeeren, während man bei Wikidepia eher an Schimmelkäse denkt. Hat Weisshaupt sich nie zum Thema der Partnerwahl geäussert?

  78. @ Doctor Snuggles. In Nr. 2...
    @ Doctor Snuggles. In Nr. 2 scheint mir aber auch einige Wahrheit zu liegen. Fast alle glücklichen Beziehungen oder Ehen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis wurden nach dem Motto „Jung gefreit, neu gereut“ geschlossen. Dabei ist es auch egal, ob man verheiratet ist oder in einer festen Beziehung lebt.
    Mit Frauen in Torschlusspanik habe ich naturgemäß weniger Erfahrung, mit Männern, die mit Mitte 40 doch noch erwachsen geworden sind und merken, dass sie jetzt doch ganz schnell noch heiraten und eine Familie gründen wollen, dagegen schon und ich kann ihnen versichern, die sind ganz furchtbar.

  79. Richtig, Dr. Snuggles! Der...
    Richtig, Dr. Snuggles! Der Satz über den Weihnachtskuchen ist genau so geschmacklos wie der Punkt 2 von Ariadnes Oma.

  80. @muscat: Nein, der Satz stammt...
    @muscat: Nein, der Satz stammt nicht von mir. Ich habe ihn vor vielen Jahren schon mal gelesen und ihn gerade bei Wikipedia in folgendem Artikel wiedergefunden: http://de.wikipedia.org/wiki/Heiraten_in_Japan
    @Ariadne: Zu früh ist aber auch nicht gut, jedenfalls meistens. Sicherlich kein Problem, wenn man vorher schon mal Erfahrungen gemacht hat, aber wenn gleich die erste Beziehung in die Ehe führt, gibt es später gerne mal Probleme.

  81. Ich persoenlich neige mehr...
    Ich persoenlich neige mehr dazu, den 96ten Vers des S’far ha B’lafontim zu befolgen, der da (ich uebersetze ihn ins englische) lautet:
    „If you wanna be lucky, for the rest of your life,
    d’ont take a pretty women your wife!“

  82. Filou, was halten Sie von der...
    Filou, was halten Sie von der englischen Übersetzung der Luo Bengh Ch’a (Refrain eines balinesischen Volksliedes):
    „I looked around, to see the sky,
    then I was married, before I die“.

  83. @Filou
    Na, dann hoffe ich mal,...

    @Filou
    Na, dann hoffe ich mal, dass Sie gluecklich sind, bzw Ausnahmen die Regel sind.
    Andernfalls verstecken Sie diesen Beitrag besser vor ihrer „Liebsten“!
    ;-)
    .
    Je vous souhaite à toutes et à tous une excellente année 2010.
    G

  84. @Filou
    Pretty woman ist...

    @Filou
    Pretty woman ist relativ.
    Dazu faellt mir spontan eins meiner Lieblingschansons ein:
    http://www.youtube.com/watch?v=ZXD329ff21Q

  85. All' den hier versammelten...
    All‘ den hier versammelten Damen, welche ueber eine Zweit-Dritt oder Viertehe (selbst sei sie auf Zeit) sinnieren, sei dieses hier mit dem hinterhaeltigsten Grinsen dezidiert:
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=FgMn2OJmx3w

  86. "Etwas mehr Vernunft bei der...
    „Etwas mehr Vernunft bei der Partnerwahl würde den meisten Menschen sicher ganz gut tun. Meine (katholische) Oma hat ihren Enkelinnen dazu die folgenden vier Dinge ans Herz gelegt:
    1. Such dir jemanden aus der eigenen Gesellschaftsschichtm, sprich wenigstens er sollte studiert haben, noch besser natürlich, wenn er bereits aus einer Akademikerfamilie kommt. Zu große Bildungsunterschiede gehen meist nicht gut.

    3. Schau dir die Schwiegereltern an!!“
    Ariadne, was macht aber ein studiertes oder gar promoviertes Arbeiterkind mit Migrationshintergrund? Da ist die Auswahl nicht besonders groß, vor allem wenn es jemand sein soll, dessen Eltern aus dem gleichen Land kommen wie die eigenen.
    „Außerdem werfe ich mal ganz provokativ die These in den Raum, dass Beziehungen mit Leuten, die nicht genau aus demselben Milieu stammen wie man selber viel spannender sind :-).“
    unellen, nur, die verschiedenen Milieus begegnen sich in der Regel doch sehr selten.

  87. "Mit Frauen in Torschlusspanik...
    „Mit Frauen in Torschlusspanik habe ich naturgemäß weniger Erfahrung, mit Männern, die mit Mitte 40 doch noch erwachsen geworden sind und merken, dass sie jetzt doch ganz schnell noch heiraten und eine Familie gründen wollen, dagegen schon und ich kann ihnen versichern, die sind ganz furchtbar.“
    Ariadne, können Sie das mit Beispielen illustrieren?
    „@Ariadne: zu Ihrem Punkt Nr. 2 sei gesagt, dass man den ähnlich auch in anderen Kulturen findet. In Japan z.B. gibt es den bekannten Spruch, Frauen seien wie Weihnachtskuchen – bis zum 24. sollte er gegessen sein. Tja, danach wird er eben langsam trocken und schmeckt nicht mehr so gut.“
    Doctor Snuggles, ui, das dürfte vielen Akademikerinnen in Deutschland nicht gefallen.

  88. Pardon, meine Damen, ich habe...
    Pardon, meine Damen, ich habe mich vertan. Hier, das meinte ich:
    http://www.youtube.com/watch?v=EFJO5LcWGfk
    Bleibe grinsen.

  89. Ich rechne es der Leserschaft...
    Ich rechne es der Leserschaft hoch an, dass bisher noch keine Abschweifung zu Anna Karenina stattgefunden hat.

  90. Katharina die Grosse und ihre...
    Katharina die Grosse und ihre Spezialmoebel waeren es wert.

  91. Pardon, aber...
    Pardon, aber Standesunterschiede, wie sie Don Alphonso hier anfuehrt, spielen heutzutage nicht wirklich eine Rolle mehr. Die Kommentare zeigen das an.
    Don Alphonso haengt scheinbar einer Zeit und einer Gesellschaft nach, die es bereits in meiner Jugend nicht mehr gab. Und die ist gaaaaaaanz lang her.
    Auch die Tochter aus besserem Hause orientiert sich inzwischen an ihren eigenen Interessen und ist bereit, diese gegen den Willen ihrer Erzeuger und Erzieher durchzusetzen. Die eine mit Erfolg, die andere scheitert.
    Sicher aber ist, dass Frauen sich ihre Maenner aussuchen. Das machen sie zielbewusst-wenn man sie also laesst, zeigen sie mehr guten Instinkt bei der Partnerwahl, als all die externen Einflussgroessen. Dabei versteht es sich doch von selbst, dass die Partner innerhalb ihres Milieus zusammenfinden; die Apothekerstochter, die Medizinertochter u.A. haben einfach zu wenig Gelegenheit, sich anderswo zu orientieren. Ausnahmefaelle sind moeglich, aber selten-und sind nicht dauerhaft. Da geht es um anderes, und meistens um etwas, das man spaeter irgendwie sehr vermisst. Irgendwie.
    Was D.A. antreibt sind Maennerphantasien aus einer gewesenen Zeit. Vermutlich. Jeder andere Mann, der auf der Suche nach einem weiblichen Wesen ist, das lange Zeit mit ihm zusammen sein moechte, stelle sich dem Markt, verhalte sich so wie er ist (wenn er es unverklemmt kann), und er wird sehen, welches Maedchen vorbei kommt und sagt: Komm mit, Du frierst!
    Und was heisst hier Geld, Familienvermoegen, Sozialprestige und andere mehr oder weniger wichtige Dinge? Wenn es um das eigene Leben geht, das eigene Glueck, sind sie besonders in jungen Jahren unwichtig. Gottseidank. Wo kaeme die Evolution hin, wenn man schon uralt geboren wird und nichts mehr riskieren moechte?
    Nochmals, lasst die Frauen nur machen. Die wissen Bescheid. Wussten sei immer.
    Der Rest des Lebens laeuft wie hier:
    http://www.youtube.com/watch?v=8qksbJy2HNU&feature=PlayList&p=219DC370A3E81BB2&index=22
    .
    So isses nun mal. Bleibt auch so.

  92. @Arbeiterkind,
    also den...

    @Arbeiterkind,
    also den angeblich in Japan so bekannten Spruch habe ich gerade meiner japanischen Frau uebersetzt. Sie kennt ihn nicht, wiewohl ich selber den darin behaupteten Sachverhalt vielfaeltig beobachtet habe. In Bildungsschichten wird ja etwa bei der Studienwahl der Tochter gezielt darauf achtet, dass diese etwas lernt, mit dem sich am am Heirat-, nicht am Arbeitsmarkt punkten laesst; eine rundum gebildete Persoenlichkeit soll sie werden, fuer die die kulturellen Traditionen des Landes (Teezeremonie, Ikebana, Kabuki/Noh …) kein Buch mit sieben Siegeln sind. Und wenn es nicht funktioniert, das Angebot auf keine „natuerliche“ Nachfrage trifft, gibt es omiai, wobei das „o“ honorativ gemeint ist, das „mi“ fuer visuelle Begutachtung und „ai“ fuer Begegnung steht („ai“ koennte auch Liebe bedeuten, wuerde dann aber mit einem anderen chinesischen Schriftzeichen geschrieben).
    Habe selber Erfahrungen in dieser Form der Eheanbahnung, als Vermittler, nicht als Vermittelter, und kann Sie gern verkuppeln, wenn Sie das wuenschen, obgleich Auslaender meine Erfolgsquote druecken.
    Gruss
    G.S.

  93. Filou, ich glaube, Sie wären...
    Filou, ich glaube, Sie wären überrascht, wie banal und langweilig das ist, was man als meine „Phantasie bezeichnen könnte. Ich wage es aber zu bezweifeln, dass die Orientierung zum eigenen Milieu so vollkommen „normal“ ist, nachdem da bei genauerer Betrachtung die Übereinstimmungen besser als nur natürlich „gut“ sind.
    .
    „was macht aber ein studiertes oder gar promoviertes Arbeiterkind mit Migrationshintergrund?“ Arbeiterkind, ich würde das als „freie Radikale“ bezeichnen, für Leute, die einfach ausserhalb gängiger Normen stehen. Das macht es mituntger recht einfach; ich kenne einen Fall, da gehen Müttern regelmässig die Augen über, zumal die betreffende Person auch noch kopnservativ wie eine schwäbische Pfarrershaushälterinnentochter ist. Das muss nicht immer funktionieren, aber tatsächlich gibt es dafür keine klassischen Normen, die man einfach so anwenden könnte.

  94. colorcraze, man hört, dass...
    colorcraze, man hört, dass zuerst mal die Preise massiv gefallen sein sollen, und London in der Hinsicht verberlinert.
    .
    Ariadne, die Grossmutter war klug, allein, die Anzahl der jungen, mit tollen Eltern gesegneten Akademiker mit blendendem Aussehen ist nicht so arg gross. Spannend wäre es zu wissen, wo man die Kompromisse machen soll – oder es lieber ganz bleiben lässt.

  95. unellen, Konkubinenstellen,...
    unellen, Konkubinenstellen, nun, da fällt mir ein Kloster nahe meiner Heimatstadt ein, in dem der Fürstbischof seine abgelegten Mätressen unter guten Bedingungen endlagerte. Der gute Mann wuchs gewissermassen an den Aufgaben.
    .
    Die Eiche, das sind einfach die kulturellen Unterschiede. Bewohner des heutigen Preussens sind entweder Ostdeutsche oder Norddeutsche, und die haben einfach einen anderen Erfahrungshorizont. Das kann gut gehen, muss aber nicht.
    .
    Ich hatte einmal das Vergnügen, mit einer Tochter eines ostdeutschen Professors verkuppelt zu werden – eine alte freundin meinte, ich könnte ihr zumindest einen amüsanten Abend mit offenem Ende bereiten. ich habe mir an die Frau den Mund fusslig hingeredet, weil jede Art von Antwort minimal und einsilbig war, und zu erzählen hatte sie auch wenig. Danach ging sie zur gemeinsamen Bekannten und meinte, es sei ein sehr schöner Abend gewesen. Kann sein, aber das war es sicher nicht für mich. Es passt einfach nicht, ich kann es auch nicht anders sagen.

  96. Verehrter Don Alphonso, ich...
    Verehrter Don Alphonso, ich habe gelernt, dass man niemals mit der Klinge von unten herauf schlagen darf. Das mache ich auch in Ihrem Fall nicht. Naja, zwei Ausnahmen, wenn ich mich recht erinnere-Notwehr bei rethorischen Tricks.
    .
    Wenn ich Sie also mal namentlich erwaehne, geht es mir mehr um die geaeusserte Haltung der Kunstfigur (Sie scheinen immer authentischer zu werden) als um Sie persoenlich.
    .
    Geht morgen wieder auf den Paukboden, Ihr Filou.

  97. @Devin08,
    also wenn Sie...

    @Devin08,
    also wenn Sie selber, sagen wir, die 35 ueberschritten haben, sollte ein Altersunterschied von 22 Jahren kein Problem sein.
    Meine jetzige Frau ist genauso alt wie ich, eine fruehere war deutlich juenger, und welcher Mann wuerde zu Tina Tuner nein sagen? Habe als Student sehr viel von aelteren Damen gelernt, Lernprozesse, die voraussetzten, dass man aus der im „Zauberberg“ beschriebenen „horizontalen Lebensweise“ den kategorischen Imperativ herauszulesen verstand, was mir nicht schwerfiel.
    @Arbeiterkind, gerade gesehen, der Spruch stammt von Doctor Snuggels, das Angebot aber steht.

  98. Nur zur Info.
    Ich habe mich...

    Nur zur Info.
    Ich habe mich einmal (erfolgreich) für eine Stelle geworben, und mein neuer Boss war Deutscher. Nach ein paar Tagen klingelte das (landline) Telefon bei mir zuhause, der Anrufer stellte sich als „Researcher at the Swiss Institute for Sexual Behaviour“ vor und wollte wissen, wieviele Male in der Woche ich Sex hatte.

  99. @ Arbeiterkind

    Zu den...
    @ Arbeiterkind
    Zu den Männern mit Torschlusspanik: Meine Erfahrungen beruhen hauptsächlich auf meinen Erlebnissen während meiner Referendarszeit, da war ich 23-25 und ich bin niemals zuvor in so direkter und unangenehmer Weise von Anwälten und Richtern etc. mittleren Alters angebaggert (von flirten konnte da wirklich keine Rede mehr sein) worden. Diese Herren hatten in der Regel ihre etwa gleichaltrigen Ehefrauen oder langjährigen Freundinnen entsorgt und waren nun auf der Suche nach der „großen Liebe“, natürlich mindestens 15 Jahre jünger. Und man konnte da sehr schön beobachten, wei sie immer ungeduldiger wurden, je länger sie suchen mussten.
    Das promovierte Arbeiterkind hättte in unserer Familie kein Problem. Ich weiß allerdings aus Erfahrung, dass es für viele, die einen Partner haben, der aus einer anderen Bildungsschicht stammt, oft recht hart ist. Entweder wird der Partner in der eigenen Familie schief angeschaut oder andersherum wird man selbst in der Schwiegerfamilie als diejenige angesehen, die sich „für was Besseres hält“.
    Außerdem ist der Gesprächsstoff sehr begrenzt. Wenn man die Schwiegereltern nur einmal im Monat sehen muss, mag das noch gehen, aber ich wüsste z.B. nicht, worüber ich mich längere Zeit mit jemandem unterhalten sollte, dessen Interessen sich auf Fußball, die BILD oder irgendwelche Seifenopern beschränken. Ich könnte mich vielleicht noch in Gespräche über Kochrezepten oder Gartenarbeit retten…

  100. ""was macht aber ein...
    „“was macht aber ein studiertes oder gar promoviertes Arbeiterkind mit Migrationshintergrund?“ Arbeiterkind, ich würde das als „freie Radikale“ bezeichnen, für Leute, die einfach ausserhalb gängiger Normen stehen. Das macht es mituntger recht einfach; ich kenne einen Fall, da gehen Müttern regelmässig die Augen über, zumal die betreffende Person auch noch kopnservativ wie eine schwäbische Pfarrershaushälterinnentochter ist. Das muss nicht immer funktionieren, aber tatsächlich gibt es dafür keine klassischen Normen, die man einfach so anwenden könnte.“
    Don,
    der Mutter aus gutem Hause hat also die konservative Grundhaltung der Schwiegertochter in spe ausgereicht, um über ihre ungewöhnliche Herkunft hinwegzusehen? Mir ist nicht wirklich klar, warum „freie Radikale“ es besonders einfach haben sollen.

  101. "Das promovierte Arbeiterkind...
    „Das promovierte Arbeiterkind hättte in unserer Familie kein Problem. Ich weiß allerdings aus Erfahrung, dass es für viele, die einen Partner haben, der aus einer anderen Bildungsschicht stammt, oft recht hart ist. Entweder wird der Partner in der eigenen Familie schief angeschaut oder andersherum wird man selbst in der Schwiegerfamilie als diejenige angesehen, die sich „für was Besseres hält“.
    Außerdem ist der Gesprächsstoff sehr begrenzt. Wenn man die Schwiegereltern nur einmal im Monat sehen muss, mag das noch gehen, aber ich wüsste z.B. nicht, worüber ich mich längere Zeit mit jemandem unterhalten sollte, dessen Interessen sich auf Fußball, die BILD oder irgendwelche Seifenopern beschränken. Ich könnte mich vielleicht noch in Gespräche über Kochrezepten oder Gartenarbeit retten…“
    Ariadne, danke für Ihre Antwort.
    Die Frage, die sich mir stellt, ist, was Sie mit „aus einer anderen Bildungsschicht stammen“ meinen. Ein Arbeiterkind hat per definitionem Eltern aus der Arbeiterschicht. Hat es aber studiert/promoviert, gehört es – zumindest was seine formale Bildung anbelangt – zu den Akademikern. Aber ich vermute, Sie meinen schon ersteres, schließlich prägen ja die zwanzig ersten Jahre im Elternhaus einen Menschen in nicht unwesentlichem Maße.

  102. Mit 9 Jahren...
    Mit 9 Jahren verheiratet
    @Schoenbauer: Nun Ja. Die Großmutter meiner Frau wurde mit 9 Jahren verheiratet. Ich weiß wohl nicht, wie groß da der Altersunterschied war und wie lange es dann dauerte, bis sich der erste Nachwuchs einstellte (und wie viele davon die Geburt überlebt haben), aber der jeweilige Altersunterschied zwischen den Kindern ist enorm. Und: die Ehe schien sich zu bewähren. Bis zuletzt eine innige Beziehung, geradezu rührend mit an zu sehen, der Großvater ist erst kürzlich gestorben. Die Großmutter ist wohl inzwischen auch schon recht alt, aber noch so fit, dass sie direkt nach dem Ableben ihres Mannes eine Reise nach Mekka machte – ganz alleine. Und eine nicht unwesentliche Beobachtung vielleicht: sie schien mir in dieser Ehe eigentlich die Chefin zu sein.

  103. G. Schoenbauer, haben Sie...
    G. Schoenbauer, haben Sie besten Dank für Ihr Angebot. Zu der Altersklasse der von Ariadne beschriebenen Herren gehöre ich allerdings nicht, so dass ich mich erst einmal auf dem ersten Heiratsmarkt umsehen werde.

  104. Devin08, wie viele Ehen kennen...
    Devin08, wie viele Ehen kennen Sie denn, wo der Mann der Chef ist??

  105. @ Arbeiterkind. Ich weiß,...
    @ Arbeiterkind. Ich weiß, dass man allgemein immer nach Akademiker und Nicht-Akademiker einteilt, deshalb habe ich das der Einfachheit halber hier auch so gemacht. Natürlich ist diese Unterteilung zu grob. Für mich ist Bildung keinesfalls gleichbedeutend mit der Absolvierung eines Studiums. Bildung heißt für mich, dass man sein Wissen (freiwillig) erweitert. Beispiel: Meine Tante durfte trotz hervorragendem Abitur in der DDR nicht studieren, weil sie kein „Arbeiter- und Bauernkind“ war. Sie ist andererseit unglaublich belesen, spielt hervorragend Klavier, leitet einen Chor und komponiert ein bißchen. Sie gehört für mich in eine höhere Bildungsschicht. Anderes Beispiel: Einen Professor, der als sog. Fachidiot wirklich nur seinen kleinen Bereich beherrscht. Fragen Sie ihn nach Literatur, klass. Musik, Geschichte etc. stößt man auf völlige Unwissenheit. Und dann seine Sekretärin: „Nur“ Sekretärin (wird auch mit entsprechender Geringschätzung behandelt) aber Vielleserin, beherrscht zwei Fremdsprachen und ist fast jede Woche in der Oper oder im Konzert. Sie zählt für mich eindeutig zu einer höheren Bildungsschicht als er.

  106. @Arbeiterkind, dann darf ich...
    @Arbeiterkind, dann darf ich Ihnen viel Glueck bei der Suche wuenschen.
    @Devin08, gruessen Sie bitte die Grossmutter.

  107. Hier muss man ja aufpassen,...
    Hier muss man ja aufpassen, dass man auf dem geraspelten Süssholz und schlüpfrigen Empfehlungen nicht ausrutscht.

  108. Ariadne, nun könnte man...
    Ariadne, nun könnte man natürlich streiten, *was* denn nun Bildung ist. Das, was Sie beschreiben, gehört sicherlich zur klassischen Bildung. Wie aber steht es um die Naturwissenschaften? Gilt man als ungebildet, wenn man die Hauptsätze der Thermodynamik versteht?

  109. Wie komm ich denn hierher? Na...
    Wie komm ich denn hierher? Na denn, lass ich auch mal meinen Kommentar los.
    Ehen werden im Himmel geschlossen!
    Alles andere sind jämmerliche Zusammenschlüsse mit entsprechenden Ergebnissen.
    Aber dann wäre ja diese ellenlange Diskussion überflüssig, und niemand könnte sich
    an den (eigenen) Wortspielen ergötzen. Auch wieder schade, oder? Pfiat Euch!

  110. @ Arbeiterkind....
    @ Arbeiterkind. Naturwissenschaften und Mathematik sind genauso gut. Allerdings hat man seltener das Glück auf naturwissenschaftlich gebildete Menschen zu treffen (vermutlich, weil das komplizierter ist). Mit den Hauptsätzen der Thermodynamik stellen Sie da schon ziemlich hohe Ansprüche. Die meisten verstehen noch nicht mal die Goldene Regel der Mechanik oder verwechseln Analysis und Geometrie.

  111. Ah ja, Bierdimpfl, das...
    Ah ja, Bierdimpfl, das kirchliche Zeremoniell… wieder schwer im Trend, auch bei den Atheisten. Man will es ja feierlich haben. Die olle Diskussion hatten wir aber schon, wenn ich recht erinnere.

  112. Ariadne, nach meinen...
    Ariadne, nach meinen Beobachtungen sind viele, die eine Naturwissenschaft studieren/studiert haben, nicht so firm in den Bereichen, die zur klassischen Bildung zählen. Ob der Umkehrschluss gilt, weiß ich mangels geringer Stichprobe nicht zu sagen.
    „aber ich wüsste z.B. nicht, worüber ich mich längere Zeit mit jemandem unterhalten sollte, dessen Interessen sich auf Fußball, die BILD oder irgendwelche Seifenopern beschränken.“
    Dies scheint aber auch auf nicht wenige Akademiker der MINT-Fachbereiche zuzutreffen. Nun gut, man ersetze BILD durch Spiegel Online.

  113. Rosinante, danke. Allerdings...
    Rosinante, danke. Allerdings drfen Sie sich Weißhaupts Denken über „Partnerwahl“ ziemlich so vorstellen wie das von Herrn Alphonso. Also alles andere als „heiße Kirschen“. Weißhaupts wahre Vorlieben sehen Sie etwas klarer, wenn Sie hören, dass seine Illuminatenstube (heute übrigens verfallen) am Weinmarkt stand.

  114. Sozusagen vor meiner Haustüre...
    Sozusagen vor meiner Haustüre wird auch das Fach „Medienwissenschaft“ unterrichtet, na ja, eher kommuniziert. Einer der ordentlichen Dozenten hat eine Habilitationsschrift verfasst, die in statistischer und höchst irrelevanter Form die Programme irgendeines Senders (Radio oder Fernsehen oder Beides) über einen Zeitraum von 20-25 Jahren untersuchte. Ob der Herr Professor eine Frau findet, wenn es noch ledig, übergewichtig, bebrillt, entsetzlich gekleidet ist, oder Rosinante für eine Backzutat und Cervantes für den Trainer von Atletico Bilbao hält? M.E. kaum ein Problem, bei seinem Lohn. Es sei denn, er schnarcht!

  115. Gottnee, Rosinante, in meinem...
    Gottnee, Rosinante, in meinem Kinderbuch ueber den Qixote ist das Pferd als ein klappriger Gaul abgbildet. Das ist nicht wahr, gell?
    .
    Gruess Gott merle, wie war’s bei/ mit den 7 Zwergen?

  116. Ich bin noch mal hier, war gar...
    Ich bin noch mal hier, war gar nicht beabsichtigt.
    Muscat, was reden Sie von kirchlichem Zeremoniell? Was ich damit anstossen wollte,
    liegt wohl außerhalb Ihrer Reichweite, entschuldigen Sie. Wer ist denn nun oll? Pfiat Euch.

  117. @Arbeiterkind et al.
    Was ist...

    @Arbeiterkind et al.
    Was ist Bildung? Ein enzyklopädisches Wissen über alle Bereiche von Kultur und Wissenschaft reicht werde aus, noch hat es heute noch irgendjemand. Es ist ein recht stabiles Vorurteil, dass nur die „klassische“ Bildung von wert sei. Dabei ist es ziemlich gleichgültig ob mich jemand mit seinem Wissen über die Hauptsätze der Thermodynamik oder das Menschenbild im Spätwerk Picassos langweilt. Wissen allein nützt nichts. Fachidioten gibt es in allen Bereichen. Die Vielfalt der menschlichen Erkenntnisse läßt uns alle im besten Fall mehr oder weniger nur noch den Status des Fachidioten. Es ist das Interesse an dem, was man nicht weiß und die Fähigkeit auch darüber ein anregendes und differenziertes Gespräch führen zu können, was für mich Bildung ausmacht. Bildung hat weniger mit Wissen als mit Neugier wegen Unwissens zu tun. Das Idealziel, ein gebildeter Mensch zu werden, war im Grunde schon immer unerreichbar. Bildung ist der Weg, weniger ein Ziel.

  118. Rosinanten, ja die hat meine...
    Rosinanten, ja die hat meine Theres selig (verstorben) als Beigabe in den Hefezopf
    geknetet, aber nur dann, wenn es an ordentlichen Weinbeeren fehlte. Rosinanten
    sind doch die kleinen Schwarzen, oder umgekehrt? Nichts für ungut, Rosinante, und
    immer weiter so, das wird noch. Wir Bayern haben die Geduld erfunden und Nachsicht
    ist unsere wahre Grösse.
    Ich muss jetzt aber wirklich zum Holzhacken, mein Stübchen kühlt sonst aus.
    Pfiat Eich.

  119. Bierdimpfl, na dann klären...
    Bierdimpfl, na dann klären Sie uns doch mal auf, was Sie anstoßen wollten und was genau außerhalb meiner Reichweite liegen soll.

  120. "sehen Sie etwas klarer, wenn...
    „sehen Sie etwas klarer, wenn Sie hören…“ Oh. Also, natürlich mit dem geistigen Auge, dem, das Weißhaupt, also George Washington, so verehrenswert schien, dass er es auf die One-Dollar-Note setzte, über der llluminaten-Pyramide links, eben das allsehende Auge, Zeichen der Omnipräsenz der Illuminaten.

  121. Unwürdige! Unrat schüttete...
    Unwürdige! Unrat schüttete sie aus über uns, über die drei Cedern, ja über die Brüder von Eleusis! Das dulden wir nicht. Und nimmermehr wird sie reden! Nehmt euch, schmierigte Gesellen, Merlen zur Warnung, welche nun dort darben muss, wo wir, die Herren von Nürnberg und Bayreuth es wünschen! Vier den dreien Sternen und Wurk dem Stab Reginalds!

  122. lieber elbsegler,
    gratuliere...

    lieber elbsegler,
    gratuliere für ihr statement, gratuliere.

  123. Theodor, gebretzelter...
    Theodor, gebretzelter Hanswurst! Maus aus gefälschter Burg! Rück Merle raus! Denk an den Zirkel!

  124. Merle, mir schwant in Sachen...
    Merle, mir schwant in Sachen Weisshaupt, seiner Biographen, der Illuminati, seiner Partnerpräferenz, den heissen Kirschen und dem Weinmarkt in der Stadt an der Donau die Schande der Ignoranz. Etwas Licht in diesem Tunnel der Unwissenheit spenden die heissen Kirschen und der Weinmarkt. Einen Steinwurf vom legendären „Weinloch“ in der Heidelberger Altstadt wurde der Krypto-Illuminat und spätere Reichspräsident Friedrich Ebert geboren. Und Liselotte von der Pfalz, die gerne am Heidelberger Fass nippte, drang als heisse Kirsche bis ins Heiligste des Versailler Schlosses vor. Wobei der Ehevertrag, den der Sonnenkönig für die Heirat seines Bruders mit der Prinzessin aus Heidelberg aushandeln liess, dem schönen Beitrag von Don Alphonso eine hocharistokratische Höllentiefe gibt. Aber ich bin überzeugt, Weisshaupt ist an Allem unschuldig.

  125. @G. Schoenbauer: ich habe...
    @G. Schoenbauer: ich habe gerade mal kurz recherchiert und herausgefunden, dass eine japanische Professorin 2007 in der Sendung Maischberger ebenfalls den Satz vom Weihnachtskuchen benutzte. Auf der Webseite der japanischen Fremdenverkehrzentrale wird dann auch erklärt, dass er sich erst in den 1980er Jahren in Japan entwickelt hat: http://jnto.de/in-japan/feste-und-events/weihnachtliches-japan.html
    Also, aus der Luft gegriffen ist er nicht, auch wenn Ihre Frau den Satz nicht kennt. Aber es kennen ja auch nicht alle Deutschen alle Sprichwörter, die irgendwo im Lande rumgeistern.

  126. @Arbeiterkind: ich schreibe...
    @Arbeiterkind: ich schreibe hier ja nicht, um irgendwelchen Akademikerinnen zu gefallen.

  127. "@Arbeiterkind: ich schreibe...
    „@Arbeiterkind: ich schreibe hier ja nicht, um irgendwelchen Akademikerinnen zu gefallen.“
    Doctor Snuggles, das wollte ich Ihnen natürlich nicht unterstellen. ;-) Eigentlich ging es mir eher darum, dass viele Akademikerinnen in Deutschland in dem besagten Alter (noch?) nicht verheiratet sind, was in anderen Ländern durchaus anders sein kann.

  128. elbsegler, richtig, Wissen...
    elbsegler, richtig, Wissen allein nützt nichts. Aber ohne ein solides Schulwissen in den Naturwissenschaften, kann man als Verbraucher leichter übers Ohr gehauen werden. Und was wären Diskussionen über Umweltschutz, Klimawandel etc., wenn ihre Diskutanten nie Biologie, Physik und Chemie gehabt hätten. Ein guter Mathematikunterricht vermittelt auch Grundlagen über Statistik, die jeder verantwortungsvolle Demokrat im Hinterkopf haben sollte, wenn ihm von Politikern oder Lobbyisten diese oder jene Behauptung entgegengeschleudert wird.
    uvm.

  129. @Arbeiterkind
    Genau, die...

    @Arbeiterkind
    Genau, die Zeiten von „Wissen ist Macht, nichts wissen macht nichts!“ sind schon lange vorbei (frühe Jungsteinzeit). Wir wissen vor lauter Wissen damit nur nicht immer viel anzufangen, weil die Zusammenhänge immer schwerer im Auge zu behalten sind. Wir drohen im rosa Rauschen des Wissens schon wieder unwissend zu werden. Was nützen Datenmengen auf der Festplatte wenn die Anwendungsprogramme fehlen. Bildung erscheint mir heute desto mehr darin zu bestehn, techniken zu erwerben, mit diesem Wissen nutzbringend umgehen zu können.

  130. Und was wären Diskussionen...
    Und was wären Diskussionen über Umweltschutz, Klimawandel etc., wenn ihre Diskutanten nie Biologie, Physik und Chemie gehabt hätten.
    .
    Eben, Bildung ist das, was man hat, wenn man alles andere vergessen hat.

  131. Der Hör-Groschen ist Dank der...
    Der Hör-Groschen ist Dank der Seh-Hilfe gefallen. Thank’s

  132. Absurdes Patriarchat
    @Muscat:...

    Absurdes Patriarchat
    @Muscat: „wie viele Ehen kennen Sie denn, wo der Mann der Chef ist??“ – Keine!!! Das heißt, ich muss mich korrigieren, die die ich kennen würde (glaube, gekannt zu haben), sind eben deswegen alle gescheitert. Absurdes Patriarchat!
    @Schoenbauer: …Die „Großmutter grüßen“. Gerne, wenn sie noch lebt, wenn ich das nächste mal den Iran besuche, was ich zur Zeit aber nicht annehme (ich meine, dass ich den Iran besuche!)
    @Arbeiterkind/Ariadne: Den 2. Hauptsatz der Thermodynamik kenne ich zufällig (und glaube auch, ihn begriffen zu haben, Stichwort: Entropie), die anderen aber nicht, zumindest nicht auswendig. Bin ich nun ungebildet?

  133. Jetzt ist der Groschen...
    Jetzt ist der Groschen gefallen: Weißkopf, Weißadler und dergleichen scheinen mit Dan Brown zu tun zu haben.
    Ich bitte Sie flehentlich! Und welche Flughafen-Schwarte für den gebildeten Amerikaner kommt als nächstes?

  134. Lieber Don, was ich an Dir...
    Lieber Don, was ich an Dir wirklich bewundere ist Deine Sicherheit bei der Auswahl Deiner Themen – irgendwie sitzt Du fast nie einem grundlegenden Irrtum auf, kaum je einem gängigen Vorurteil. Jetzt also die Zwangs- und Vernunftehe: trotzdem fangen die Kommentatoren dann regelmässig an zu dozieren und in Sekundenschnelle zerbirst das zarte Porzellan – wird wieder zu Staub. Es verfestigt sich nichts, wird – rein rethorisch betrachtet – nicht zur Waffe.
    Da wiederholt sich eine Lehrerin gleich mehrfach über Bildung (Lehrer sollten prinzipiell nur untereinander heiraten und tun es in der Regel ja auch), ein älterer Herr mit exotischer Ehefrau gibt nach ersten Grammatikkorrekturen stille Genüsse preis (Grunderfahrung: wer mit einer Zwangsstörung ausländisch heiratet ist kein Abenteurer, sondern geht auf Nummer sicher – das ist die Zwangsehe par excellence) und nur ganz, ganz wenige greifen den Faden auf und spinnen ihn auf Augenhöhe (hart an der Konvention) weiter:
    „kann es nicht auch sein, daß Unterschiede die Liebe spannender machen“ und „wer sagt denn, daß ein Akademiker gebildet ist?“ oder „geht es gut, wenn eine Ärztin einen Trucker liebt und umgekehrt?“.
    Irgendwann wirst Du den Übergang finden müssen zur richtigen, echten Grenzüberschreitung: die Themen sind allesamt am Puls der Zeit, sie zielen auch in die richtige Richtung, aber es entsteht um Dich herum in dieser Konstellation kein Humus, in dem Du wirklich produktiv sein kannst. Das ist beruhigend für die Grundform, aber beunruhigend für Deine Begabung und Dein Talent.
    Im übrigen sollte es immer auch Männer und Frauen geben (Onkel und Tanten), die nicht heiraten – von Liebe einmal ganz abgesehen.
    Istvan

  135. Istvan, das ist mal so und mal...
    Istvan, das ist mal so und mal anders, aber ich glaube, es würde den Charme zerstören, würde man alles auf Hochglanz poliert haben wollen. Das hier ist ein Angebot, jeder muss selbst wissen, wie er darauf eingeht. Und ich lerne ja auch dazu.
    .
    B.A.H., nachdem ich heute am Flughafen war und nicht mal fliegen durfte: gar keine.

  136. "@Arbeiterkind/Ariadne: Den 2....
    „@Arbeiterkind/Ariadne: Den 2. Hauptsatz der Thermodynamik kenne ich zufällig (und glaube auch, ihn begriffen zu haben, Stichwort: Entropie), die anderen aber nicht, zumindest nicht auswendig. Bin ich nun ungebildet?“
    Devin08, ich glaube, das Problem ist, dass in unserem Bildungssystem zu wenig darauf geachtet wird, dass die Schüler eine ausgewogene Bildung bekommen, also nicht nur Literatur, sondern auch Chemie, nicht nur Mathematik, sondern auch Musik usw. Durch die Möglichkeit, Fächer abzuwählen, aber auch die Tatsache, dass in bestimmten Fächern wie Musik oder Sport viel zu viele Unterrichtsstunden ausfallen, geht vielen Schülern etwas verloren, dass sie später nur bedingt nachholen können. Dazu kommt noch die leider immer noch (und komischerweise vor allem in Deutschland) gesellschaftsfähige Einstellung vieler Menschen, wie „In Mathe war ich immer schlecht, ich habe das Fach gehasst“ (oft mit einem gewissen Stolz verkündet). Bildung ist sicherlich mehr als das reine Wissen, lässt sich aber gewiss nicht auf „Techniken“ reduzieren. Was wäre ein Klavierspieler, der nur seine Technik beherrscht?

  137. @Istvan: ja, die...
    @Istvan: ja, die unverheirateten Tanten und Onkel – ich hatte zumindest eine unverheiratete Patentante und eine ebensolche Großtante, neben vielen verheirateten natürlich. Es gibt welche, die leben eher quasimönchisch – bei den ITlern soll das z.T. der Fall sein. Im Silicon Valley sollen mal Busladungen an jungen, heiratsgierigen Frauen eingefallen sein mit dem Vorsatz, die dort ansässigen Junggesellen mit Geld zu ehelichen. Diese sollen aber dankend abgelehnt haben. Wurde auf einer Reise vor vielleicht 2 Jahren erzählt. –
    Und sonst fällt auf, daß sich etwa auf Großkonzern-Sportfesten gern die Singles zu den Singles und die Verheirateten zu den Verheirateten gesellen, und sonst im Leben oft die mit Kindern zu denen mit Kindern.

  138. @Colorcraze: die Sache mit der...
    @Colorcraze: die Sache mit der IT halte ich mal wieder für Schubladendenken. Klar, es gibt ein paar, die sich hinter ihren Monitoren verstecken, aber solche Leute findet man auch in anderen Berufen.

  139. Selbstreferenz ist der...
    Selbstreferenz ist der Abgesang.

  140. Lieber Doctor Snuggels,
    ist...

    Lieber Doctor Snuggels,
    ist schon klar: was man selber nicht kennt, kann trotzdem existieren – was fuer eine Einsicht! Hatte deshalb gestutzt u. daraufhin meine Frau gefragt, weil ja vom Weihnachtskuchen die Rede war, Weihnachten aber kein traditionelles japanisches Fest ist und die Weihnachtstage ganz normale Arbeitstage sind. Sicher haben Sie recht, wenn der Spruch neueren Datums ist.
    Soweit ich informiert bin, gehen Weihnachtsrituale auf die amerikanische Besatzungmacht zurueck, und heute ist Weihnachten ausschlielich kommerzeill interessant.
    Eine andere japanische Weisheit besagt, dass ein hervorstehender Nagel eingeschlagen wird („deru kugi wa utaeru to iu wake desu“). Diese beschreibt einen oder den wichtigsten Zug des vorherrschenden Kollektivismus und Konformismus, von dem in den Berichten der Fremdenverkehrsaemter kaum die Rede sein duerfte, und die nun aber wirklich jedem Japaner als Spruch bekannt ist, und nicht nur denjenigen, die ihn individuell oder kollektiv (burakumin) am eigenden Leib erfahren haben und erfahren.
    Gruss
    G. S.

  141. Hallo G. Schoenbauer, die...
    Hallo G. Schoenbauer, die Erkenntnis ist vielleicht nicht neu, es gibt aber Menschen, für die nur das existiert, was sie auch kennen.
    Die Gleichnis mit dem Einschlagen des hervorstehenden Nagels ist eine der ersten Sachen auf die man stößt, wenn man sich ein wenig mit Japan abseits von Manga, J-Pop und Höschen aus Automaten beschäftigt. :-)

  142. Zuerst einmal Ihnen alles Gute...
    Zuerst einmal Ihnen alles Gute im neuen Jahr!
    Wie immer habe ich mich über Ihren Text sehr gefreut, ich lese sie sehr gern. Vielen Dank dafür!

  143. @Snuggles: nun, es gibt...
    @Snuggles: nun, es gibt Berufe, die sich mehr, und solche, die sich weniger dafür eignen. Verkäufer oder Vertriebler eignet sich sicher ganz, ganz schlecht.

  144. Die Fähigkeit gute Fragen zu...
    Die Fähigkeit gute Fragen zu stellen
    @Arbeiterkind: Sie haben natürlich recht, das Problem scheint mir aber, wie gerade solche Fächer – Mathe/Physik – in den Schulen vermittelt werden. Ich persönlich hatte mit Mathe nie Probleme, versuchte sie aber zu verstehen wie eine Naturwissenschaft. Da scheiterte ich an meinen Lehrern. Das frustrierte mich und ich hasste es Formeln auswendig zu lernen (wie Englischvokabeln), deren Sinn uns nicht vermittelt werden konnte. So habe ich mich lange nach meiner Schul- und Studienzeit erneut damit beschäftigt, im Rahmen dann meiner eher philosophischen Interessen. So habe ich auch in meinem naturwissenschaftlich wie mathematisch gebildeten Bekanntenkreis mal rumgehorcht und festgestellt, dass die Besten wohl Formeln und Lehrsätze auswendig kennen, und manche auch gewisse Zusammenhänge nachvollziehen, soweit ein Interesse daran besteht, aber selten in der Lage sind einer philosophischen Debatte zu folgen, die über das mechanische Weltbild eines Aristoteles hinaus ginge. – Wohlgemerkt – die Besten davon! Ich habe Physiker kennengelernt, praktizierende, Professoren, die am Ende ihrer Weisheit das Phänomen der Instantanität, also letztlich die Übertragung im „virtuellen Raum“ (vgl. hierzu auch den höchst interessanten, um nicht zu sagen: provokanten, Beitrag „Aporien des Cyberspace“ – aus dem „Cyberspace“ gewissermaßen: http://www.goedartpalm.de/apo.html), als Beleg für eine Art „intelligentes Design“ gesehen haben wollen. – Leute, die normalerweise, zumindest in ihrem beruflichen Alltag, nicht an eines Gottes Walten glauben!
    .
    Philosophie ist für mich mehr als nur ein Spezialfach, und auch mehr als eine Art Superwissenschaft (und Wissenschaft sollte sie sein!), denn Grundlage für „ausgereiftes“ (und doch weiter reifendes) Denken, auch und gerade für das Alltagsdenken. Wie kann man aber ausgereift denken, wenn einem die Fähigkeit abhanden geht gewisse physikalische (oder auch biochemische, und ganz aktuell: neurophysiologische) Zusammenhänge in unserem Kosmos zu begreifen, was im Übrigen auch nicht geht, ohne einen, und wie ich finde – naturwissenschaftlichen – Zugang zur Mathematik. Selbst wenn man Pythagoras nicht folgen mag, denn auch für mich ist die Welt eine voller „Dinge“ – eine materielle Welt (nicht nur: reale“ Welt) – und nicht einfach nur „Zahlenwelt“. Nach jenem Dr. Palm gar – siehe oben – ist sie eine materialisierte (nicht „materielle“!) Welt selbst im virtuellen Raum.
    .
    Eine Zahlenwelt scheint sie nur zufällig (und welcher Mathematik da im virtuellen Raum zu folgen wäre, ist mir vorläufig auch noch nicht klar, denn auch Mathematik wird durch Kausalität erst möglich, wahrscheinlich wird dort bald auch die Mengenlehre obsolet, denn die Zugehörigkeit zu einer Menge/einem Funktionsraum weicht den multiplen Andockstationen – „Synapsen“ – im löchrigen Hyperraum), so ganz nebenbei, eben wegen ihres gewissermaßen algorithmischen Aufbaus, und vermutlich auch vermöge unseres solchermaßen dann „identisch“ arbeitenden Gehirns: so funktionieren die Schleusen für die Botenstoffe im Hirn ähnlich der technischen Hydraulik, setzen dabei aber elektrisch leitende Salze frei. Am Ende haben wir dann so etwas wie einen sich selbst organisierenden Organismus – der nur Energie aufnehmen muss und Abfall – „Botenstoffe“ – ausscheiden darf, eben jener „Hydraulik“ so ähnlich: geregelt von körpereigenen Säften/Elektrolythen, gewonnen aus den Stoffwechselprodukten/Ausscheidungsstoffen/Exkrementen, die eben nicht durch den Darm ausgeschieden werden, sondern im Mikrokosmos des Körpers vorher vorverdaut. Es genügt aber nicht, das einfach zur Kenntnis zu nehmen, die wichtigste Frage bleibt doch: warum ist das so? Woran orientiert sich das? Was ist die „Supermatrix“ hierfür? – Nach meinem Verständnis – der Mikrokosmos. Und doch beinahe noch wichtiger als eine solche Antwort – denn welche wäre schon die richtige? -, ist die Fähigkeit solche oder so ähnliche Fragen zu stellen!
    Das wäre für mich die Mindestanforderung an eine heute notwendige Allgemeinbildung: die Fähigkeit gute Fragen zu stellen!

  145. Ein paar Anmerkungen:
    1. An...

    Ein paar Anmerkungen:
    1. An dem von D.A. dargestellten Sachverhalt wird schon was dransein, jedenfalls kennt man einige Sprichwörter zum Thema:
    „Liebe vergeht, Hektar besteht“
    „Ab 30 Hektar darf sie einen Buckel haben“
    „Wer nix erheiratet und nix erirbt, bleibt ein armer Teufel bis er stirbt“
    .
    2. Schwaben und Franken sind auch Bayern, allerdings keine Baiern. Die „Beutebayern“ haben sich keineswegs freiwillig den Baiern angeschlossen, sondern wurden von Napoleon, einem von Korsika nach Frankreich emmigrierten geltungssüchtigen Emporkömmling, zwangsverheiratet. Meine Heimat (Schwaben, Landkreis Günzburg, Markgrafschaft Burgau) war davor 500 Jahre lang österreichisch und wir wären es auch heute noch gerne, allein schon gewisser Steuervorteile wegen… Wir pfeifen auf die Arroganz der Altbaiern.
    .
    3. Es gibt nicht nur evangelische Preußen. Im ostpreußischen Ermland, einem bodenständigen Bauern- und Hansestädte-Ländchen, z.B. waren alle durchweg katholisch. So kam letztendlich auch meine 1/4 Preußen, 3/4 Bayerisch-Schwaben-Mischung zustande…
    .
    4. Die „freien Radikalen“, als jene intelligenten Kinder einfacher Leute, die wurden früher, wenn sie entdeckt wurden, einfach aufs Priesterseminar geschickt; heute fehlen genau solche Leute dort. Nur noch 100%ige… das kann nicht gutgehen. Radikal und boßhaft werden diese Menschen in der heutigen Zeit dann, wenn sie von der alteingesessenen „Elite“ von oben herab behandelt werden, trotz der intellektuellen Ebenbürtigkeit.
    .
    Grüß Gott.

  146. Hopse = Hupfdole alles...
    Hopse = Hupfdole alles klar.
    Ein kleines Tanzmariechen, das völlig grundlos in die Familie sich geschlichen hat und dort einen Platz einnimmt (meist einnahm, erstaunlicherweise kann dieser Platz häufig nicht gehalten werden), der ihm nicht zusteht.
    z.B.
    Sekretärin, die den Onkel umgarnte, der ihr ein kleines Geschmeide von einer Dienstreise mitbrachte, das die Gattin entdeckt hatte, dieselbige sich nun schon darauf freute und bei der Firmenweihnachtsfeier dann feststellte, dass das Geschmeide eine andere schmückte.
    Hergabe gegen Hingabe.

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