Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Ersatzhandlung unterprivilegierter Zeitgenossen

| 143 Lesermeinungen

Ich hasse es, wenn ich mich dabei erwische, Verhalten niedriger Schichten zu imitieren. Nachdem ich gestern in einer Schlange wie ein bildungsferner Teenager SMS geschrieben hatte, griff ich dann doch zu M. G. Lewis und seinem Buch "Der Mönch". Um mich herum wurde telefoniert und angerufen, als gäbe es kein Morgen mehr - dabei ist nur ein Flug ausgefallen. Aber stets, wenn die Realität unschön wird, greift man zum Mobiltelefon. Besser ist es, die Realität schön zu belassen und so erst gar keinen Anlass für so ein Gerät zu haben.

Es gab keine wirklichen Freundschaften, die Gespräche drehten sich stets um nichtssagende Dinge.
Paolo Volponi, Ich, der Unterzeichnete

Das ist nicht mein Flieger.

Bild zu:  Ersatzhandlung unterprivilegierter Zeitgenossen

Mein Flieger kam erst gar nicht in die Nähe von München, von wo er mich nach London bringen sollte. Er blieb in London wegen Schneefall und Eis, und so griff ich zum Mobiltelefon und machte die Anrufe, die man in solchen Situationen eben macht. Meiner Frau Mama sagen, dass sie natürlich wie immer recht hatte und der Flug nicht ging. Der in London erfolgreich gelandeten Copilotin sagen, dass es ein paar Optionen gibt, und alle sind hässlich. Der guten Freundin eine Kurznachricht schreiben, dass ihre Ratschläge für London sicher famos gewesen wären, aber noch famoser wäre es jetzt, sie in einem Cafe zu treffen. Was man eben so tut, wenn man in einer Schlange mit 200 nicht transportablen Personen steht und darauf wartet, dass die eine dafür abgestellte Dame sich für einen Zeit nimmt.

Ich war damit nicht allein; hinter mir beratschlagten zwei junge Frauen, ob sie jemanden in München kannten und ob man diese Bekanntschaften vielleicht dazu bringen könnte, sich mit ihnen zu beschäftigen. Jeder rief irgendwo an, jeder hoffte im telefon einen Ausweg zu finden, alle hatten etwas mit anderen fern dieses Elends zu besprechen. Die Frustation war allgegenwärtig wie auch der Versuch, ihr über das Mobiltelefon zu entgehen – Stansted vielleicht? Eine andere Linie nach Heathrow? Wie die Zeit bis um 10 Uhr Abends totschlagen, und was tun, wenn der Flieger dann schon wieder ausfällt? Nun, ich ging zum Bus, um an den Tegernsee zum Rodeln zu gelangen.

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Im Spätherbst 2002 war ich bei einer Firmenpräsentation anwesend. Der Gründer dieser Firma, die sich dem M-Commerce verschrieben hatte, trug einen Namen, der an einen der grossen Lebensmittelskandale der Republik erinnerte, und wirkte noch sympathischer. Es gibt manchmal diese Söhne, in denen eine ganze Familiengeschichte kondensiert, und getrieben von dieser Geschichte, auch gross und wichtig zu werden, was mitunter etwas unbeholfen wirkt, wenn die Geschichte, nicht aber die richtigen Anlagen da sind. Die Gründung nun basierte auf der Idee, Menschen über ihre Mobiltelefone und via SMS etwas zu verkaufen, was im Kern bedeutete, dass die Käufer das Produkt nicht sahen, es auch nicht vergleichen konnten, und obendrein neben dem Kaufpreis auch für die reichlich komplexe Abwicklung des Kaufes zahlten. Die jungen Kunden wollten M-Commerce, sie wollten am Mobiltelefon bedient werden, sie seien darüber dauernd erreichbar, und es sei die ominöse, junge, kaufkräftige Zielgruppe.

Wäre man so unhöflich gewesen, das veraltete Prinzip der Vernunft an die Geschäftspläne anzulegen, hätte man sagen müssen, es gehe darum, den Kunden überteuerte Produkte ohne Informationen zu schlechten Konditionen ohne jeden Service anzubieten, um damit hohe Gewinne zu erzielen. Tatsächlich war ich auch unhöflich genug, diese meine altbackenen Bedenken anzubringen und zu fragen, warum das jemand tun sollte. Der Gründer lächelte und empfahl mir, doch einmal mit einem öffentlichen Verkehrsmittel zu fahren. Dort würde ich sehen, wie junge Menschen, vom Umfeld und der Warterei gelangweilt, stets ihre Mobilapparate in der Hand hätten und froh um jede Ablenkung seien. „Shoppen“, er sagte wirklich „shoppen“, sei so eine Ablenkung, man könnte der Langeweile entgehen und den Umstehenden zeigen, wie viele SMS man bekäme. Und unter jungen Menschen sei Konsumfreude, nach aussen getragen, auch ein Prestigegewinn.

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Menschen, die das besser als ich verstanden, gaben viel Geld, es gab teure Technik und einen holprigen Start, eine üppige Werbekampagne und schon bald die Einsicht, dass man da der jungen, konsumfreudigen Zielgruppe vielleicht doch zu viel zugemutet hatte – jedenfalls erwies sich die Geschäftsidee als ähnlich faul wie manches, von dem im Lebensmittelskandal der Familie des Gründers die Rede war. Was aber bleibt, ist der Umstand, dass der Griff zu diesen Dingern stets dann kommt, wenn man mit der Realität gerade wenig bis nichts anfangen kann. In der Schlange am Flughafen. In der U-Bahn voll mit Leuten, die seltsam wirken und es vielleicht nicht sind, aber das Licht macht alle hässlich. Im Stau. Beim Warten. Beim Zeittotschlagen. Aber eigentlich nie, wenn man etwas Besseres zu tun hat.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum Medien so viel über dieses Thema und die Endgeräte berichten, auch wenn nicht gerade ihr Flug nach London ausfällt: Weil es Themen sind, die für die Unterprivilegierten vor und hinter der Druckerei tatsächlich relevant sind. Weil sich damit die Hoffnung verbindet, diese Dinge könnten das Elend ihrer Existenz, die man sich wohl bildungsfern und eher buchfrei vorstellen muss, in Zukunft noch besser übertünchen. Könnten noch bessere virtuelle Realitäten in Lebenskonzepte schicken, die von Warten, Abfertigen, Stocken, Hängenlassen, Verzögerungen und riesigen Mengen toter, sinnloser Zeit gefüllt sind. Die Moderne der Unterprivilegierten ist geprägt von einer beruflich vorgegebenen Hektik, zersplitterter Zeit, parallelen Handlungssträngen und Freiräumen, die zu kurz sind, um etwas Sinnvolles zu machen. Kein Wunder, wenn sich Firmen anschicken, diese Zeitlöcher mit Geräten und Inhalten und sogenannten „Apps“ zu füllen, die in ihrer allein  auf dem Neuesten aufbauenden Konzeption nur den Verlust langer Linien, Geschichte, Erinnerung und besserer Alternativen widerspiegeln. Das Elend der zertrümmerten Tage, die nicht mehr gut oder schlecht, sondern nur noch vollgestopft und stressig sind, wird mit einem angeblich schicken „Echtzeit-Internet“ überzuckert, mit Gerätschaften, die angeblich Prestige versprechen, und der Zusage, dass man damit immer auf der Höhe der Zeit ist.

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Würde man diesen Leuten aber Alternativen geben, ein gutes Essen etwa, ein kluges Gespräch, eine Wanderung am See, eine erfreuliche Liebschaft, die sich unvermutet jenseits der gesellschaftlich akzeptierten Formen ergibt, die Fähigkeit, nicht warten zu müssen, sondern auf die Schnelle nach Verona fahren zu können, oder auch nur eine banale Rodeltour auf dem Berg vor der Terrasse, würde man ihnen also das Leben der Privilegierten anbieten, die sich ihre Zeit nicht dergestalt zerstören lassen müssen – ein Mobiltelefon, sicher, hat man, falls der Sunbeam liegen bleibt, falls man sich beim Aufstieg das Knie verrenkt, zur Sicherheit, vielleicht für eine Verabredung, Erreichbarkeit ist ja nicht schlecht. Aber niemand würde beim Essen andere anrufen, das Gerät im Konzert einschalten, oder zwischen dem dritten und vierten Knopf der Bluse schauen, was eigentlich andere gerade bei Twitter, dem neuen Lieblingsspielzeug der Unerfüllten, äussern.

Es gibt bei diesem „Twitter“ eine Frage, die das System einem stellt: „Was machst Du gerade?“ Darauf gibt es eine gute Antwort: „Das geht Sie nichts an.“ Tatsächlich ist das Gute Leben, das Angenehme im Kern so angelegt, dass man für dergleichen Zeitfresser weder Anlass noch Bedarf oder gar Zeit hat. Es ist schon schlimm genug, ab und an in der Zeitfalle zu stecken und für einen Startup-Gründer vorhersehbar zu sein, schlimmer aber wäre es, tatsächlich in einer Realität zu leben, die dauernd Ergänzung und Verbesserung von aussen braucht: Das Leben fern aller Vorzüge, weshalb das Mobiltelefon kein Diener im Notfall mehr ist, sondern ein unverzichtbarer und deshalb auch kostenpflichtiger Helfer, die Normalität besser ertragen zu können. Ich denke, man kann „unterprivilegiert“ wirklich so definieren: So wenig Leben zu haben, dass man glaubt, der Kauf eines neuen Mobiltelefons würde an diesem erbärmlichen Schicksal etwas verbessern.

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143 Lesermeinungen

  1. ich glaube, das von Ihnen so...
    ich glaube, das von Ihnen so genannte „erbärmliche Schicksal“ von von vielen dieser von Ihnen so identifizierten „Unterprevilegierten“ gar nicht so empfunden!

  2. Natürlich nicht, es gibt ja...
    Natürlich nicht, es gibt ja auch genug Leute, die behaupten, dass es eine wunderbare Welt ist, wenn man sich auf dem Mobiltelefon eine halbnackte Frau und die neuesten Lügen eines Berliner Gossenverlages anschauen kann.

  3. Werter Don,

    ist London denn...
    Werter Don,
    ist London denn nun abgesagt oder lediglich bis auf einen Zeitpunkt nach den wetterbedingten Wirrungen verschoben?

  4. Nun, wenn es nach mir ginge,...
    Nun, wenn es nach mir ginge, läge mein nächstes Reiseziel in Süditalien. ich tendiere auch dazu, das als Wink des Schicksals zu begreifen, aber es wird andere geben, die mich vom Gegenteil überzeugen wollen.
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    Aber sind Rodelbilder so viel schlechter?

  5. (Ausserdem ist es meines...
    (Ausserdem ist es meines Erachtens mehr journalistisches Engagement, für ein Bild durch Eis und Schnee auf einen Berg zu steigen, statt nach London geflogen zu werden.)

  6. Die dem Zeitalter der...
    Die dem Zeitalter der Aufklärung entsprungene amerikanische Verfassung von 1776 nennt unter den unabdingbaren Menschenrechten den „Pursuit of Happiness“ — einen Passus, den die Väter unseres bundesdeutschen Grundgesetzes absichtlich wegließen, obschon sie sich sonst fast wörtlich an das US-Vorbild hielten. Historiker werden diese merkwürdige Unterlassung zweifellos eines Tages diskutieren müssen. Ist es doch gerade diese Suche nach der individuellen menschlichen Zufriedenheit, die den Einzelmenschen von der großen Masse unterscheidet.

  7. Ich glaube, 1948 war man...
    Ich glaube, 1948 war man sowohl der Zufriedenheit als auch dem Individualismus noch recht fern.

  8. Mir gefällt Ihr Rodelbild;...
    Mir gefällt Ihr Rodelbild; von diesem Winter sicherlich? Nach dem Flughafenabenteuer entstanden? Es hat doch etwas zeit-loses, so in sepia.
    .
    Bisher habe ich die Verdrängung sei es durch Mobiltelefone, sei es durch Stöpsel im Ohr eher unter psychologischen Gesichtspunkten gesehen.
    Ich weiß noch nicht, ob ich da den Begriff des Unterprivilegiert-Seins anwenden würde.

  9. @Don Alphonso
    Mal wieder mein...

    @Don Alphonso
    Mal wieder mein schon vorgebrachter „alternativer“ Reisetipp: Flandern ist um diese Jahreszeit wunderbar. Sie haben in Brügge keine Touristen. In Gent kommen Sie in St. Bavo hinein oder in Brüssel ins Comikmuseum. Und vor allem, Sie bekommen was anständiges zu Essen.

  10. Das war gestern Nachmittag....
    Das war gestern Nachmittag. Ich wollte eigentlich lieber so ein Bild wie vor ein paar Tagen machen:
    http://rebellmarkt.blogger.de/static/antville/rebellmarkt/images/5jan7gr.jpg
    aber dafür waren die Wolken zu hoch. ABer so geht es auch, zumal die Hütte wirklich fein ist.

  11. Werter Don, tut mir leid zu...
    Werter Don, tut mir leid zu lesen das Eure London Reise in den Schnee gefallen ist! Aber so ein Rodeltraining am Ihrem Haushang ist natürlich schon ein Ersatz, zumal ich vermute das die Kälte bei Tee und Torte wieder vertrieben wird.
    Und das mit den Handy´s sehen Sie ganz richtig. Es ist ein notwendiges Übel in der heutigen Zeit, aber weiß Gott kein Mittel der Freizeit- oder gar Lebensgestaltung!

  12. ein neues iphone verbessert...
    ein neues iphone verbessert jedes schicksal unmittelbar und dauerhaft. es ist aber in erster linie auch kein ‚phone‘ mehr, sondern eher das hoechst wundersame und stets spielerische freude und niegeahnten nutzen stiftende schweizer taschenmesser der 21.jhdrts.

    wunderbarer artikel, don. well done.

  13. @Don Alphonso
    weil ich das...

    @Don Alphonso
    weil ich das Bild des Flugzeugs sehe: Da würde ich nicht einsteigen; nicht nur weil ich Physiker bin. Ich bin mal außerplanmäßig auf eine Fogger 100 gebucht worden von Frankfurt – Wien (aua) und habe den Flug dan weggeworfen. In diesem Fall unberechtigt, da es mir nicht so erging wie Herrn Müntefehring, aber man weiss halt bei manchen Modellen nicht wirklich. Die MA von der aua hat mir dann gesagt: keiner will mit dieser Fogger fliegen…

  14. Guten Tag Don Alphonso!
    Lassen...

    Guten Tag Don Alphonso!
    Lassen Sie mich raten zu diesem gelungenen Rodelbild: Es war eine Voigtländer Bessa II. Aber welcher Film? Ilford Pan F? Und womit entwickelt? Jedenfalls eine sehr angenehme Art von Medienkompetenz!
    Viele Grüße Kalchas

  15. Werter Don,
    täusche ich mich...

    Werter Don,
    täusche ich mich oder ist das ein Hörner Rodel?
    Erquickliche Reihenfolge: Tegernsee, Italien und mit viel Zeit dazwischen irgendwann und nur weil es sein muß London. Ein sogenanntes Nur-Notfall-Handy mit sich zu führen, stößt immer mehr auf Unverständnis vieler Zeitgenossen. Zombis, die unter Zuhilfenahme simpler Konsumgüter eine Art Leben inszenieren. Eigentlich ein Trauerspiel.

  16. @dunnhaput:

    Der zitierte Satz...
    @dunnhaput:
    Der zitierte Satz steht in der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten, nicht in der Amerikanischen Verfassung.

  17. Werter Don: Lavoisier, Antoine...
    Werter Don: Lavoisier, Antoine Laurent, die Antwort auf ihr letztes Preisausschreiben kann nur Lavoisier lauten!
    http://www.personenlexikon.net/d/lavoisier-antoine-laurent-de/lavoisier-antoine-laurent-de.htm
    Lange habe ich gegrübelt wie ein Beitrag zur Vernunftehe zu weiten Anmerkungen über das Wesen der Naturwissenschaften (und dem zweiten Hauptsatz) führen kann.
    Erst ihre auffällig plazierte (bemerkenswert treffende) Methapher „freie Radikale“ brachte mich auf die richtige Spur.
    Natürlich liegt es nahe, daß sie an den Begründer der quantitativen Chemie gedacht haben, war er doch im Nebenberuf Steuerpächter (und wurde deshab auch geköpft).
    Er heiratete mit 30 eine 13jährige aus begüterten Haus, ein Bild der beiden findet sich im Wikipediaeintrag zu seiner Person. Scheint nicht nur eine Ehe, sondern eine sehr ertragreiche Arbeitsbeziehung gewesen zu sein.
    Habe ich gewonnen ?

  18. Der Mensch lernt nur im...
    Der Mensch lernt nur im Spiel
    @Don Alphonso: Eine ähnlich dumme Frage ist dann: „Wo bist du?“ – Ja wo werde ich denn sein? – am Mobiltelefon. Wir haben es noch nicht gelernt, mit den Freiheiten, die uns das Mobiltelefon theoretisch gibt, angemessen umzugehen. Wir leben gefühlsmäßig (nicht nur bewusstseinsmäßig) noch in viel zu realen Koordinatensystemen – so weiß halt jeder, wenn er das Festnetz anruft, wo der Angerufene ist, dass dieser den Ruf umgeleitet haben könnte, wird erst gar nicht als Gedanke gelassen – um virtuelle Welten so zu akzeptieren, als wären sie real, material, bzw. umgekehrt auch: als wären reale Welten auch jederzeit virtuell (siehe auch meinen zuletzt geposteten Link: http://www.goedartpalm.de/apo.html).
    .
    Der Griff zum Handy – als Zeitvertreib -, wie übrigens auch zu diesem Blog, zu Blogs überhaupt, ist vorläufig nur ein Spiel, eine Übung, noch nicht die Meisterung der Realität in der Virtualität, wie vice versa. Aber nur im Spiel lernt der Mensch. – Sie wollen ja auch nur plaudern und nicht ernsthaft debattieren!
    .
    Und somit ist es auch nur bedingt wahr, wenn Sie schreiben: „So wenig Leben zu haben, dass man glaubt, der Kauf eines neuen Mobiltelefons würde an diesem erbärmlichen Schicksal etwas verbessern.“ Natürlich verbessert sich nicht das unmittelbare (individuelle) Schicksal, sowenig wie die unmittelbare Klassenlage, aber es verändert das gesellschaftliche Sein – aller – und damit auch wieder das Bewusstsein – aller, selbst derer, die sich jedes Zugriffs auf diese Medien bisher verweigern. – Und eine Frage am Rande: was ist denn heute „das Leben“?
    .
    Wenn ich mir etwas gemerkt habe, aus dem oben genannten Beitrag aus der virtuellen Welt, so dass wir es nicht mehr schaffen eine Identität zu behaupten, gleich welche. Die Dinge, die jetzt passieren, sind nicht mehr zu kontrollieren, auch nicht mehr von denen, die sie in die Welt gesetzt haben. Nicht nur „Gott“ scheint „tot“, sondern auch ein jeglicher – irdisch angenommener – Schöpfer ist nunmehr ohne Macht. Mir kommt da immer das Bild von King John, dem ohne Macht, in den Sinn, wenn ich daran denke. Die Magna Carta – http://blog.herold-binsack.eu/?p=653 -, die ihm da die Fürsten abrangen, und das scheint mir der eigentliche Witz an der Geschichte, zerstörte nicht nur die absolute Macht eines Monarchen, sondern auch die der Fürsten, des Adels, denn sie wurde zur Grundlage der bürgerlichen Gesellschaft, die da dann wohl sehr viel später aber doch erheblich früher als auf dem Kontinent in England siegte. Im Mittelalter mögen solche Dinge passiert sein, als Betriebsunfall quasi, heute ist alles ein „Unfall“. Die Technik, die „Intelligenz“ der Technik, nicht die, die wir da hinein gelegt haben, sondern die, die sich da verselbständigt, mag noch keine lernende, keine sich selbst organisierende sein, aber sie übersteigt jetzt schon unseren Horizont.
    .
    Und dabei ist das noch relativ einfach erklärbar: Diese Intelligenz ist das Produkt gesellschaftlicher Interferenzen, also eine die Interaktion überlagernde Wirkung, und somit auch eine, die dem (auch wissenschaftlichen) Geist nicht mehr zugänglich ist (Kant hätte seine wahre Freude daran – http://blog.herold-binsack.eu/?p=536).
    Und genau das scheint mir die Matrix für alle Gesellschaft zu sein, für jetzt und für die weitere Zukunft.

  19. Werter Herr Alphonso,

    mir ist...
    Werter Herr Alphonso,
    mir ist gerade eine neue, und wahrscheinlich richtige, Theorie bezüglich Ihres Scheiterns im dicken B eingefallen:
    Sie haben zu Parties in Berlin immer Pflaumenkuchen mitgebracht!

  20. Sie haben recht. Das ist nicht...
    Sie haben recht. Das ist nicht Ihr Flieger. („Flieger“ ist das Journalisten-Wort für „Flugzeug“. In der kultivierten Welt ist der „Flieger“ der „Pilot“.)

  21. Don, 1948? Mir würde eine...
    Don, 1948? Mir würde eine Zeitreise zurück in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts genügen… Nein, prinzipiell bin ich kein „Retro-Fan“. Doch ich bilde mir ein, dass es den Leuten damals besser ging. Ohne Handy usw.

  22. Ein Übel, durchaus; aber...
    Ein Übel, durchaus; aber beileibe kein notwendiges. Wie lange schon gibt es Menschen und seit wann gibt es diese Dinger die die Deutschen „Handy“ nennen? Ich hab keins und ich hab’s noch nie vermisst; und ich hab auch kein Gerät mit Ohrstöpseln.

  23. Werter Don,
    .
    ich wundere...

    Werter Don,
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    ich wundere mich immer wieder, was mein ( etwa 2 Jahre altes ) Handy alles kann. Ein Wunderwerk menschlicher Technik – allein, ich brauche sie nicht. Ich telefoniere zuweilen – ansonsten ist das Gerät abgeschaltet – d. h. ich bin nur selten über das Handy erreichbar.
    .
    Es scheint so zu sein, dass es heutzutage niemand mehr ertragen kann allein sein kann ( n i c h t erreichbar ) – Zeit und Muße zum Nachdenken zu haben oder um sich mit sich selbst zu beschäftigen, ist kaum mehr erwünscht. Als ein Bekannter neulich zu seiner Frau sagte: es hat heute noch niemand angerufen, werden wir geächtet? – war ich entsetzt.
    .
    Die Alternativen „Flug nach London“ und „Rodelpartie“ werden nur noch wenige verstehen können – behaupte ich.
    .
    Gruß Hanskarl

  24. Don Alphonso, a German...
    Don Alphonso, a German gentleman in London! Lucky London!
    Ich hoffe, Don Alphonso wird es schaffen als Gast in den Reform Club („Round The World in 80 Days“) eingeladen zu werden. Wenn nicht, wenigstens kann er sich beim Reception vorstellen und um einen Rundgang durch den Club bitten.
    Gardez votre sang-froid!
    KIT! (Keep In Touch).

  25. Obwohl ich immer und immer...
    Obwohl ich immer und immer wieder mit Ihnen übereinstimme, komme ich nicht mit Ihnen klar.
    Für den Fall, dass Sie darauf eine Antwort haben, behalten Sie diese um Himmels willen für sich. London war im Budget für 2011 eingeplant; möglicherweise wird es auch bei uns nichts damit werden. Auf jeden Fall hätte ich gern bei Ihnen darüber gelesen.

  26. "Aber der Rang ,den das...
    „Aber der Rang ,den das Profitdenken im Bewußtsein des Menschen einnimmt, setzt jede bessere Einicht matt..“ Hugo Kükelhaus,Organismus und Technik,fischer alternativ,ffm 1979.
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    Sogesehen ist es auch kein Argument(abf) zu sagen,es verbessere sich für alle etwas mit einem neuen iphone.
    „von Aussen zugeführt“ scheint es so zu sein;aber Verabredungen per Mobilphone kurzfristig abzusagen kann ja auch Tugenhaftigkeit langfristig untergraben.

  27. Werter Don,
    Sie schreiben...

    Werter Don,
    Sie schreiben über den sinnlosen Versuch von Marketender-Leuten die sogenannte neudeutsche „augmented“-reality in kleine berührungsempfindliche Kästchen zu packen…
    Das geht auch analog.
    Sie packen Ihren Körper in eine fahrerlose Transportmaschine – ob jetzt in Stansted, in der Nürnberger U-Bahn oder wo auch immer. Der Pilot – so er als solcher identifiziert wird – ist als psychologische Größe anwesend. Die Fokker 100 Nummer – ja mei – da haben wir alle bereits in den 90zigern geschwitzt. Einschliesslich der Flugbegleiterinnen (süss). Das war sehr wohl eine „erweiterte Realität“…
    LG Doktor Benway

  28. Lieber D.A.
    *
    Es tut mir leid,...

    Lieber D.A.
    *
    Es tut mir leid, dass Sie nun die geplanten 60 Stunden anderweitig verbringen müssen. Abzüglich der Zeit, die Sie noch am Flughafen nach anderen Optionen suchend verbrachten. Auf dem Kontinent werden Sie wahrscheinliches besseres Essen finden. Schliesse mich in dieser Hinsicht BertoldIV an.
    *
    @abf: Noch heute vormittag habe ich überlegt, mich des Mobiltelefons permanent zu entledigen. Den Plan aber schnell wieder verworfen. Mit dem iPhone von Frau Practice jedenfalls habe ich noch kein Telefonat hinbekommen, dafür erfolgreich das WiFi konfiguriert (war nicht schwierig). Mit der gestifteten Lebensfreude hält es sich aber dann doch in Grenzen. Ein Spaziergang über verschneite Hügel des Wohnkantons mit dem Wu-Tsi bietet da mehr.
    *
    Super: Ein neues Foto von D.A.! Lesenswerter Blog – fast gänzlich ohne das Leid des Gestrandeten. Bin selber vor zwei Monaten in München wegen Nebels hängengeblieben. Zehn Stunden in der Transfer Area Terminal G waren zum Schluss (die letzten achteinhalb) nicht mehr lustig.
    *
    @Tom: Dieser Hinweis nervt langsam. Und wurde bereits an anderer Stelle richtiggestellt.
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    @Devin08: Ich lese schon alles, aber geht es nicht etwas kürzer?
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    Beste Grüsse, PP

  29. Mein lieber Don! Sie haben mir...
    Mein lieber Don! Sie haben mir hier so schön das „twittern“ erklärt. Ich hab mich damit noch nie herum geschlagen und möchte es in Zukunft umso gewisser nie tun. Schon seit vielen Monaten bin ich ein treuer Leser Ihrer Kolummne und werde jetzt endlich eine schon längst geplante Datei auf meiner Festplatte anlegen: „Best_of_Don“. Der heutige Beitrag kommt natürlich gleich drauf, die interessanten Sätze unterstrichen und/oder fett markiert. NUR. Warum wird in ihren Texten überhaupt generell so viel gekauft und so viel herum gefahren? Wie ist das mit dem Leer-Zeiten vertreiben, Zeit totschlagen, nichts Sinnvolles mehr tun können bei den Vermögenden und Reichen? Dieses unmäßig viele Kaufen und herum fahren sind ja auch nur „apps“ und „twitter“? Ich glaube nicht dass ich mich hierin irre.

  30. Danke für die Belehrung,...
    Danke für die Belehrung, Mister Practice. Ihr hastiger Beisprung nervt allerdings ein wenig. Ich hatte auf eine Ausfälligkeit des Don Alphonso gehofft, der so gerne andere wegen ihrer Wortwahl kritisiert, selber aber sofort an die Decke geht. Das haben Sie leider voreilig dienerisch verbockt.

  31. @Tom: Nun, das sehe ich ein....
    @Tom: Nun, das sehe ich ein. Wie kann ich das nur wieder gut machen? Ich glaube ohnehin, die Reizschwelle des D.A. liegt etwas höher. Flieger lässt er von seinen „Followers“ abkanzeln. Wir müssen uns was anderes ausdenken, ihn nach seinem Münchner „Grounding“ heute früh trotzdem noch „an die Decke“ gehen zu lassen.
    *
    Beste Grüsse, PP

  32. Lieber Tom, der Herr...
    Lieber Tom, der Herr Niggemeier betreibt an anderer Stelle ein sog. „Bildblog“, in dem er sich an derlei Kleinigkeiten aufhängt. Vielleicht machen Sie dem und sich selbst eine Freude und schwärzen mich dort an? Ich sage nun mal Föieger, aber warum, weiss ich auch nicht. Aber hören Sie auf, andere schwach anzureden.
    .
    Don Giovanni, „Fahren“ ist für mich nicht Zeittotschlagen, sondern erleben. So in etwa wie der Aufstrieg beim Rodeln nicht traurige Notwendigkeit, sondern Erleben ist. Und um das „Kaufen“ geht es hier unverhältnismässig oft, weil Konsum und Besitz zwei die Klasse definiernden Handlungsweisen sind

  33. Peter Practice, ich sitze in...
    Peter Practice, ich sitze in einer warmen Wohnung am Tegernsee, komme gerade vom Rodeln und werde den Abend mit dem Schreiben einer netten Geschichte mit einfersüchtigen Sticheleien verbringen. Mein Gemüt ist sonnig, mich ficht das alles nicht an.
    .
    DoktorBenway, normalerweise vermiede ich das ja, und seit gestern weiss ich auch wieder, warum.

  34. Der Vollständigkeit halber...
    Der Vollständigkeit halber auf diesem Nebenflugplatz sei angemerkt, dass „Flieger“ nicht nur einen Piloten bezeichnet, sondern auch den untersten Dienstgrad in der Luftwaffe, also das was beim Heer der Schütze, Kanonier oder Panzergrenadier ist.
    Aber eigentlich wollte ich zum Thema gestrichener Flüge nur anmerken, dass ich mich da bei dem Gedanken ertappe: Wer weiß wofür es gut ist, dass der nicht gestartet ist (und damit meine ich jetzt nicht unbedingt die Kohlendioxid-Bilanz)…

  35. Aufschwund 2010, Inhalt ist...
    Aufschwund 2010, Inhalt ist nur die eine Seite, es kommt auch darauf an, aus welcher Ecke die Übereinstimmung kommt.
    .
    fionn, nein, ich bleibe hier. Ich kann aber ein paar Bilder vom Ödberg und von der Neureuth im Schnee anbieten, was auch nicht schlecht ist, sowie ein Rezept für Tomatensuppe.

  36. Medientechnik als Droge um...
    Medientechnik als Droge um weniger bemittelten Menschen den Weg zum Grab angenehm zu gestalten. Wunderbar. Schön aus dem Bauch heraus.
    Sätze wie „Das Elend der zertrümmerten Tage…zu überzuckern“ & „Die Moderne der Unterprivilegierten ist geprägt von einer beruflich vorgegebenen Hektik“ mag ich echt gerne…
    Folglich gibt´s ein Dankeschön für diesen feinen Artikel.

  37. mark793, Flieger bezeichnet...
    mark793, Flieger bezeichnet ausserdem, wenn ich mich recht entsinne, eine Marke für Mandarinen, und da ist auch ein Flieger (im Sinne viermotoriges Flugzeug) abgebildet. Wie auch immer: Ich bin zufrieden.
    .
    Hanskarl, nn, ich gedenke über die Vorzüge des Rodelns zu schreiben, vielleicht versteht man dann eher – und die Copilotin um Matschbilder aus London bitten. Mein Mobiltelefon wurde mir von jemandem aufgedrückt, weil das alte, das ich geschenkt bekam, nicht mehr ging. Amüsanterweise verdiene ich trotzdem mit so einer hypermodernen Einrichtung eines Blogs einen Teil meiner Unkosten für britisches Silber, wohingegen die technischen Vorreiter zumeist, wenn ich das so sagen darf, arme Schlucker sind.

  38. der Griff zum Mobiltelefon...
    der Griff zum Mobiltelefon (keins das mit „i“ anfängt) ist bei mir (wenn ich nicht gerade Bereitschaft habe und einen vertrackten Webserver zur Raison bringen muss) sehr häufig: der Griff zum Buch.
    .
    Wenn man Autofahren hasst (und in der Stadt ist es hassenswert, sonst für mich bestenfalls langweilig) – dann fährt man Fahrrad oder bei diesem Wetter ÖPNV. Da lese ich sehr gerne … Natürlich kann man (in Maßen) auch papierene Bücher transportieren – aber das Mobiltelefon hat man ja sowieso dabei. Jane Eyre hat mich beim Warten auf den nötigen Arzttermin begleitet, Effie Briest mein Gemüt erheitert (weil mein Familienzweig zum Glück sehr weit weit weg von ähnlicher kleinbürgerlichen Umgebung einer norddeutschen Kleinstadt weggezogen ist), der Orientzyklus von Karl May die Fahrten in der Strassenbahn belebt, als nächstes kommt der Science-Fiction-Schmöker „Heavy Time“ von C.J. Cherryh.
    .
    Nicht jeder, der ein Mobiltelefon in der Hand hat liest SMS oder die Bild. Auch wenn SF-Schmöker oder Karl May vermutlich für manchen fast das selbe sind :-)

  39. Lieber Don, auf Ihren Beitrag...
    Lieber Don, auf Ihren Beitrag zum Rodeln freue ich mich. Beim Photo (übrigens sympathischer als das Blog-Bild) vor der Hütte mit der Sportbrille assoziierte ich Charles Lindbergh vor dem Transatlantikflug. Waren Sie schon einmal auf der Rodelbahn im Albulatal in Graubünden?

  40. betrifft Flieger:
    da trennt...

    betrifft Flieger:
    da trennt sich der Sprachgebrauch am Weißwurstäquator.
    Flieger ist ein südlich desselben sehr gebräuchliches Umgangsdeutsch für Flugzeug. Nördlich desselben habe ich den Ausdruck höchstens von Expatries gehört.
    Unser Mutter ermahnte uns „nicht am Tisch wie ein Flieger zu sitzen“, damit bezog sie sich nicht auf das fliegende Personal, sondern auf das Flugzeug, bzw. die wie Tragflächen abgewinkelten Arme. (-;
    Das Wort Flugzeug ist aber im Süden durchaus auch geläufig, nur um Herrn Tom zu beruhigen, es sagt nicht jeder Flieger, wer’s ko aber scho‘.
    Und Mobiltelefon als Zeitdieb? Ma doué, das Ding hat, wie jedes technische Gerät einen Ausschaltknopf. Den kann man nutzen. Nichts schöner als in der Ruhezone des ICE wirklich Ruhe herzustellen. Bringt für einige Zeitgenossen ganz neue Erfahrungen.
    Ich glaube, das Aufmerksamkeit heischende Herumklimpern auf der Technik ist halt meist ein nicht besser wissen oder können. Und ja, natürlich, wie oben schon gesagt, viele könne nicht mehr alleine sein. Was ist das, ein Zivilisationsdefizit? Oder schon mehr als neurotisch?
    Und sehr schade, ich wäre gern Herrn Alphonso durch London gefolgt.
    Aber werter D.A. , vielleicht überlegen sie es sich noch anders. Allerdings empfehle ich Ihnen dann nicht London, sondern weiter nördlich: Edinburgh und Glasgow, die beiden gegensätzlichen Schwestern. In Edinburgh gab es übrigens vor einigen Jahren am Haymarket ein sehr nettes vegetarisches Restaurant, mit durchaus passabler lokaler guter Küche. Ob es das noch gibt?
    MD

  41. @technikerin die bücher...
    @technikerin die bücher liest
    oh wow, eine Cherryh-Leserin!
    Was mögen sie noch? Banks? Master Bujold? Vinge (JD)?
    Bei mir liegt gerade Banksies Algebraist und wartet auf den netten Leseabend, der gleich nach der Raubtierfütterung anfängt.
    Mit Grüßen von SF-Fan zu SF-Fan. Und danke für den Link, ich weiß, an wen ich das weiterleiten kann.
    MD

  42. Da hat der Don wohl etwas dick...
    Da hat der Don wohl etwas dick aufgetragen. Suum cuique.

  43. Twitter, SMS und Mobiltelefone...
    Twitter, SMS und Mobiltelefone sind harmlos im Vergleich zu Skype, die kostenlose Internet-Bildtelefonie, die rund um den Globus funktioniert.
    .
    In Verbindung mit Zwangsehen können sich da interkontinentale Synergieeffekte ergeben.

  44. Buuh, das ist ja schwach,...
    Buuh, das ist ja schwach, groß ankündigen, nach London zu fahren und dann am Schlittenberg hängenbleiben! Also bitte, eine Übernachtung auf dem Flughafen ist doch das mindeste, was man als Fluggast heutzutage erlebt haben muß: innere Einkehr bei Frost ohne Wasser und ohne Brot. Jetzt hatte ich mich so auf Katastrophenberichte gefreut (neben dem Wetter der Sicherheitswahn und das Müll-selbst-Hinaustragen, z.B.), und was kommt: milde Überlegungen zum Quasseltakt, gedämpft durch Schnee.
    Wo mich doch jetzt mehr das seeviertlerische Erleben einer Großstadt interessiert hätte – denn ich stells mir schwierig vor, wenn schon Berlin, das kleine, ruhige, größtenteils saubere, solche Schwierigkeiten macht.

  45. Werter Don,
    .
    vielen Dank für...

    Werter Don,
    .
    vielen Dank für Ihre Antwort. Das Wort „Vermögen“ deckt ( wie Sie wissen ) zwei Begriffsinhalte ab – zum Unterschied zu „Unvermögen“. „Unberg“ gibt es nicht ( man nennt es dann Tal ) – aber „Underberg“, und das ist etwas ganz anderes :-)). Soweit die Beispiele.
    .
    Aber „Unkosten“ gibt es auch nicht, auch wenn dieser Begriff in meinem ( etwas älteren ) Duden steht, es gibt nur Kosten.
    .
    Gruß Hanskarl

  46. Erst wollt' ich – nach dem...
    Erst wollt‘ ich – nach dem ganzen Unwillen Dons tagelang voraus, überhaupt da hinzugehen und dann nach dem neudeutsch „gecancelten“ Flug schreiben: „Mensch‘ Riebesehl, kannst du nicht nach London fliegen wie andere auch? :-) (Ich liebe London.)
    Aber dann: Neid. Mit einer Achillessehnenentzündung kann ich das grad alles nicht so doll (auf den Berg rauf und mit Schlitten runterbrettern, mag den Winter). Da bleibt eben die Nabelschnur des Telefons und der technischen Dinge, leider. Aber nimmer lang.
    Das Mobile hab ich übrigens abgeschafft, schon vor 2 Jahren. Hab einfach keine Lust, überall draußen für Kunden erreichbar zu sein. Sowas macht mich echt fertig, fühle mich damit als Sklave. Was ich wohl eh bin, aber solche Gefühlsverstärker der Realität braucht kein Mensch :-)

  47. mobiltelefone. während banken...
    mobiltelefone. während banken milliarden von euro geschenkt bekommen, die andere erarbeitet haben, um es weiter wie bisher zum fenster hinauszuwerfen, gleichzeitig der ‚wirtschaftsweise‘ regierungsberater franz fordert, daß man von wirtschaftlich ansonsten doch eigentlich überflüssigen hartzvierempfängern doch wohl für die großzügige staatliche unterstützung den einsatz als billiglöhner erwarten könne und man ansonsten in keinem presseerzeugnis irgendeine information über den politischen, wirtschaftlichen und sozialen zustand dieses grandiosen staatswracks zu entdecken vermag, sodaß sich sämtliche medien mangels nicht indexierter themen verzweifelt an der ankündigung verheerender schneefälle von bis zu 50cm höhe (und das im winter!) festklammern, unterhält man sich hier lang und breit über einen gegenstand, den man ablehnt… ich dachte, nach: ‚Im Spätherbst 2002 war ich bei einer Firmenpräsentation anwesend.‘, geht es nach einer diesmal etwas längeren einleitung wie gewöhnlich mehr zur sache. aber: nichts. es war wie überschriften in focus oder spiegel oder stern oder wasweißichfürnscheiß lesen und dann doch keine information bekommen. jetzt ist sogar dieses forum gleichgeschaltet. vermutlich wünscht die obrigkeit eigentlich, daß es 50 METER schnee geben möge, um den aktuellen zustand zu verdecken und zu konservieren, bevor es noch schlechter kommt.

  48. Bitte, "Handy" (für...
    Bitte, „Handy“ (für schnurloses Telefon) ist kein englisches Wort, deswegen ist die Pluralschreibung „Handies“ doof!
    mfg
    RZ

  49. @ Don Carlos
    :-)
    Es ist...

    @ Don Carlos
    :-)
    Es ist tatsächlich alles mies, schlau erkannt.
    Zwischendurch muss man sich aber auch mal entspannen können.
    (Lustigen Kleist’schen Satzbeau haben Sie..)
    Denn, was ist los mit uns: Wir kriegen einen he r r l i c h e n Winter. Aber was steht in den Medien: „Schrecklich“ „Katastrophe“ „Nix zu essen“. Das ist das, was einen umbringt: die Medien. Nicht der Winter.
    Heine, altes Kaminstück:
    Draußen ziehen weiße Flocken
    Durch die Nacht, der Sturm ist laut;
    Hier im Stübchen ist es trocken,
    Warm und einsam, stillvertraut.
    Sinnend sitz ich auf dem Sessel,
    An dem knisternden Kamin,
    Kochend summt der Wasserkessel
    Längst verklungne Melodien.
    Und ein Kätzchen sitzt daneben,
    Wärmt die Pfötchen an der Glut;
    Und die Flammen schweben, weben,
    Wundersam wird mir zu Mut.
    Dämmernd kommt heraufgestiegen
    Manche längst vergeßne Zeit,
    Wie mit bunten Maskenzügen
    Und verblichner Herrlichkeit.
    Schöne Fraun, mit kluger Miene,
    Winken süßgeheimnisvoll,
    Und dazwischen Harlekine
    Springen, lachen, lustigtoll.
    Ferne grüßen Marmorgötter,
    Traumhaft neben ihnen stehn
    Märchenblumen, deren Blätter
    In dem Mondenlichte wehn.
    Wackelnd kommt herbeigeschwommen
    Manches alte Zauberschloß;
    Hintendrein geritten kommen
    Blanke Ritter, Knappentroß.
    Und das alles zieht vorüber,
    Schattenhastig übereilt.
    Ach! da kocht der Kessel über,
    Und das nasse Kätzchen heult.
    Heinrich Heine (1797-1856)
    So geht das.

  50. Wenn ich mir das Bild der...
    Wenn ich mir das Bild der Rodelpartie so anschaue, vermisse ich den Flug nach London nicht wirklich. Zufrieden schaut es aus. Aus der Zeit, als die Photographie noch in den Babyschuhen steckte.

  51. Lieber Hanskarl,
    nichts fuer...

    Lieber Hanskarl,
    nichts fuer ungut …, oder nichts fuer nicht gut, oder nichts fuer schlecht, aber was lesen meinen mueden Augen bei den beiden Grimms (und sollte Ihnen die Mainzer Chronik aus dem 15. Jahrhundert nicht bekannt sein?):
    „UNKOST, u n k o s t e , u n k o s t e n , f., m., seitenstück zu kost, koste, kosten (th. 5, 1850 ff.). mhd. wird zwar unkostebære, unkostelich, doch bis ins 15. jh. kein unkoste, unkost belegt. häufig erscheint unkost, unkoste, unkosten (noch in wenigen ziemlich unfreien stilistischen verbindungen) in einer Mainzer chronik des 15. jhs. städtechr. 17, 104 ff., und dann mehrfach im laufe des jhs.; un-, onkost DIEFENBACH gl. 288b. schon im 14. jh. ist mnl. oncost und mnd. unkost (f., handelsrechnungen d. d. ordens 432, 4 Sattler [1392], 410, 36 [1398], plur. 344, 36 [1393]) nachzuweisen. wie spätmhd. im 15. jh. neben unkost: uncostung (Nürnberger polizeiordnungen 107 Baader), steht mnd. neben unkost(e): unkostunge, -inge, daher dän. omkost, -ning, schwed. omkostning, omkostnad. nl. onkost. afries. onkost. vgl. unkostung. “
    Den Rest der Lektion unter:
    http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?textsize=600&lemid=GU07236&mode=hitlist&query_start=0&totalhits=4&textword=&locpattern=&textpattern=&lemmapattern=unkosten&verspattern=
    Gruss
    G.S.

  52. Mir fällt partout nichts ein,...
    Mir fällt partout nichts ein, was ich hier schreiben könnte. ;)

  53. Hi Union Jack,
    wie formulierte...

    Hi Union Jack,
    wie formulierte es Devin08 (oder war es Devin007?) in seinem letzten Beitrag des vorangegangenen Threads: „die Mindestanforderung an eine heute notwendige Allgemeinbildung (ist) die Fähigkeit gute Fragen zu stellen.“
    Also stellen Sie eine solche. Was liegt Ihnen auf dem Herzen? – Hier werden Sie geholfen.

  54. Lieber Don,
    Nur der...

    Lieber Don,
    Nur der Vollständigkeit halber: ein Flieger (Fliaga) ist in Tirol ein schöner Rausch!
    Gruß und Dank für den gelungenen und amüsanten Text!

  55. @Vroni: Danke. Danke. Danke!...
    @Vroni: Danke. Danke. Danke! für Henri. Weiterhin stilles bis frohes Genießen der kalt-gemütlichen Jahreszeit!

  56. Don Alphonso, o mei, o...
    Don Alphonso, o mei, o mei!
    Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die allgemeine Schulpflicht eingeführt und es entstand eine breite neue Leserschicht, für die Lesestoff geschaffen werden musste: von der Gartenlaube bis zu Goethe machten sich die Schreiber ans Werk. Daran hat sich nichts geändert. Der Lesestoff für Leser aller Arten musste natürlich zu Vorurteilen führen; über bestimmten Lesestoff werden die Nasen gerümpft und die Nasenrümpfer halten sich für etwas Besseres. Inzwischen betrifft das auch andere Lebensbereiche; Nasen werden gerümpft und spießige Vorurteile zum Maß aller Dinge. Den marginalisierten „Unterprivilegierten“ ist das bestimmt genauso egal wie die gute alte F.A.Z. sich locker einen spießigen Nasenrümpfer leisten kann, der ganz viele Klicks bringt. Die Zuschriftenflut zeigt, dass der deutsche Spießer von diesem aufgebretzelten Geschreibsel voll ins Herz getroffen wird – nur ist solcher Zuspruch per se suspekt. Wäre unser „Fonsä“ (bairisch für Alfons) doch wenigstens mit dem Taxi vom Flughafen zum Rodeln an seinen See gefahren – damit hätte er die richtige Distanz zu den Unterprivilegierten in den Bussen.

  57. Ein gewisser Prozentsatz der...
    Ein gewisser Prozentsatz der durchschnittlichen Allgemeinheit wäre durchaus offen für ein einfacheres und besseres Leben. Aber genau der „gewisse Prozentsatz“ ist der Knackpunkt. Was passiert wenn dieser Prozentsatz eine kritische Masse erreicht, und die Wirtschaft ihren Dreck nicht mehr verkaufen kann? Radikale Veränderungen vergleichbar mit den Umwälzungen nach der Pestepidemie Mitte des 14. Jahrhunderts wären wohl die Folgen – würde ich spontan einschätzen. Weil die Angst der Konzerne so groß ist, wird alles daran gesetzt den status quo zu erhalten.
    Zum Thema Mobiltelefon: Mir ist meine Individualität wichtig. Ich möchte am liebsten ein Telefon nur zum Telefonieren und für SMS. Aber weil Basisgeräte ohne Kamera fast immer fürchterlich aussehen, ich aber keinen Technik-schnick-schnack haben will, blieb mir nichts anderes übrig als mein altes Nokia, erworben übertragen vom Türken, Baujahr 2004, noch einige Zeit weiter zu verwenden. Vorigen Herbst war Schluss damit. Ich fand das passende Gerät und bin nun manchmal zu meinem Gegenüber so dreist und antworte auf die Frage, was das denn sei mit den Worten: „Noch nie ein Mobiltelefon gesehen?“

  58. ...jaja, damals.... ....die...
    …jaja, damals…. ….die guten alten 70er mit waehlscheibentelefon….
    –bis vor kurzem konnte mein, vor 5 jahren in d-land gekauftes und auch hier voll funktionsfaehiges „cell“, mich noch wecken und an kalendereintraege/geburtstage erinnern. leider ist (ausgerechnet) diese funktion nun ausgefallen und ich musste mir einen wecker (7$) kaufen um nicht zu spaet zur arbeit zu kommen. da hab ich mir doch glatt einige hundert $$ gespart, denn unter einem „smart-phone“ geht ja heutzutage gar nix mehr.
    jouu HansMeier555: skype ist die erfindung schlechthin !!
    wie sonst koennte ich kostenfrei mit meinem ehem. mitbewohner, der gute wohnt nun in australien, meinem kumpel in russland, meinem ehem. lehrer in china, meiner ex-freundin und vielen anderen in d-land kommunizieren, und zeitnah und durch bewegte bilder anschaulich gemacht, an deren leben teilhaben?? –zugegeben, es gibt noch ooVoo, aber das mache ich meist nur mit meinen eltern…
    ;-)

  59. NATUERLICH tut's mir auch...
    NATUERLICH tut’s mir auch leid, dass der don den flieger nicht besteigen konnte, Sir J. Soane’s „museum“ ist bestimmt eine reise wert !!
    — auf der anderen seite ist es vielleicht gut, dass der don es nicht getan hat, denn „Flieger“ ist der nachname meines ehem. besten freundes; „ehem.“ weil er damals meine freundin „bestieg“.
    ;-))

  60. Einspruch, werter Alphonso....
    Einspruch, werter Alphonso. Die Dauerverwendung von Mobiltelefonen und anderen Ablenkungsgeräten ist nachweisbar mitnichten ein Phänomen, das vornehmlich bei den Unterprivilegierten anzutreffen ist. Vielmehr handelt es sich um eine klassenübergreifende Kulturtechnik, die ich eher im Bereich der totalen Auslieferung des Selbst an einen „Kommunikationszusammenhang“ ansiedeln würde. Will sagen, wichtig ist, daß dauerhaft kommuniziert wird, nicht worüber. Ihr Argument aufnehmend, würde ich eher sagen: das mobile dauertelefonieren ist weniger eine Flucht aus einer als unerträglich empfundenen Realität, sondern die mittlerweile automatisierte Übernahme des Selbst durch eine andere Realität. Wären Sie ins Flugzeug gestiegen, hätten Sie festgestellt (und natürlich wissen Sie es auch so), daß die Mobilfunkdichte in der business class um keinen Deut niedriger als in der Holzbankklasse ist. Die Gleichung Arschgeweih + Aldi = Handy muß doch ganz erheblich erweitert werde.
    Als noch atemberaubender empfinde ich jedoch das Telefonieren im Gehen mit bluetooth headset. Ich lebe im Norden Nordamerikas und dachte zunächst, ich sei von lauter Verrückten umgeben, weil ständig Passanten mit sich selbst zu sprechen schienen. Manche tun dies tatsächlich, aber eine satte Mehrheit geht Geschäften und Belanglosigkeiten nach.
    Ja, wer sich nicht alle drei Jahre (vermutlich ist die Halbwertszeit sogar noch niedriger) ein neues Mobiltelefon aufschwatzen läßt, wer nicht auf offener Straße, in der U-Bahn oder am Flughafen die Umwelt mit seinem Lärmmüll verschmutzt oder wer sogar gar kein Mobiltelefon besitzt, ist ein maverick – und vielleicht tatsächlich jemand, dem das Rodeln am Hausberg noch die Sinne verdrehen kann. Ich war heute mit Sohn bei -20 Grad Eishockey spielen. Vielleicht etwas zu rauh für den Eintritt in die ehrenwerte Gesellschaft, aber eine ehrliche Freizeitbetätigung.

  61. Werter Don, warum schreiben...
    Werter Don, warum schreiben Sie so despektierlich über den Industriellen-Sprößling? Ich habe das Gefühl, hier schwingt Neid und Mißgunst eines etwa Gleichaltrigen, der weniger erreicht hat, mit, stimmt’s?

  62. Vroni, Filou, und so bleibt's....
    Vroni, Filou, und so bleibt’s.

  63. Projektvorschlag für den...
    Projektvorschlag für den Don:
    Eine Fahrradreise durch Europa (z.B. von Griechenland aus im großen Bogen über Dänemark nach Portugal) zu folgenden Bedingungen:
    1) Städte und Siedlungen über 10.000 Einwohner dürfen nicht angefahren werden, stattdessen nur Dörfer, Dörfer, Dörfer, am besten auf nichtasphaltierten Feldwegen.
    2) Lebensmittel dürfen nur in Dorfläden oder direkt bei den Bauern gekauft oder geklaut werden. Schnorren ist erlaubt und erwünscht.
    3) Internetnutzung ist ausgeschlossen. Konsumiert werden dürfen nur Medien, die es in den Dorfläden zu kaufen gibt. (Nur die Texte dürfen elektronisch an die Redaktion abgesetzt werden).
    4) Es gibt weder ein Servicefahrzeug noch ein Team, das folgt. Zelt und Petroleumkocher sind auf dem Gepäckträger mitzuführen.
    .
    So ein Blog würde ich jedenfalls gerne lesen.
    Vielleicht 2011?

  64. Ein netter Artikel - allein...
    Ein netter Artikel – allein die Komentare nerven. Aber einmal entdeckt, konnte ich kaum mehr aufhören zu lesen. Dem Sprachgebrauch nach: lauter manufactum Stammkunden. Ich warte auf den Tag, an dem ein von britischen,vom Katholizismus zum Buddhismus übergetretenenen Ex-Offizieren der Royal Air Force (allesamt Piloten des Multi Royal Combat Aircrafter Tornado) handgeklöppelter, in seiner Qualität unnachahmlicher Dreispitz angeboten wird. Tags drauf bin ich in Frankfurt und mache Fotos. So. Jetzt könnt ihr in euer Bakelittelefon beißen, ist ja sowieso nicht angeschlossen.
    PS: Neulich erstand ich bei ebay ein super smartphone. Kann alles.

  65. @Manni 1000.
    muss gestehen,...

    @Manni 1000.
    muss gestehen, kein Handy zu besitzen u. auch keins zu benutzen, aber diese skype, von Ihnen als „die erfindung schlechthin“ gepriesen, wuerde mich ausnahmsweise interessieren. Was braucht man denn dafuer – doch hoffentlich kein Mobiltelephon.
    Gruss
    G.S.

  66. Ich hatte ja mal ein Jahr so...
    Ich hatte ja mal ein Jahr so ein Chatprogramm – es erwies sich als die Lizenz zum Anfaseln für Creti und Pleti. Seitdem habe ich das auch bei Gmail blockiert, weil es zumindest ein paar kleine Hürden gegen Belanglosigkeit aufbaut.

  67. "Will sagen, wichtig ist, daß...
    „Will sagen, wichtig ist, daß dauerhaft kommuniziert wird, nicht worüber.“
    .
    Liebe Edelgaard,
    das trifft wohl zu und bringt mich auf folgenden Gedanken:
    Die Situation des modernen Europäers, sich alleine, unbeochtatet und „ungestört“ in einem abgeschlossenen Raum aufzuhalten, ist, menschheitsgeschichtlich gesehen, eine Ausnahme.
    Wer intellektuelle Arbeit verrichten oder Pornofilme konsumieren will, mag solches Alleinsein genießen — für die große Menschheit gilt eher das Gegenteil. Sie halten es nicht aus ohne die emotionale Wärme eines körperlich präsenten Mitmenschen, der immer immer ansprechbar und anfaßbar sein soll. Das ist die menschliche Normalsituation: Man lebt in großen Familien in engen Gemeinschaften. Der Umzug in eine moderne Etagenwohnung bedeutet dann einen emotionalen Schock. Daher der Wunsch, sich vors Haus zu setzen, aus dem Fenster zu gucken und natürlich über alles bescheid zu wissen. Nicht um zu „kontrollieren“, sondern einfach nur um es zu wissen.
    .
    Werden solche Menschen mit dem Wunsch eines Gastes konfrontiert, alleine sein zu wollen (um in Ruhe ein Buch zu lesen oder Briefe zu schreiben), so reagieren sie äußerst befremdet. Bücherlesen ist nur dann statthaft, wenn es Teil des Zusammenseins ist: Die Tochter setzt sich aufs Sofa, kichert hin und wieder und muß dann allen, die sich im Raum befinden, die lustige Stelle vorlesen. (Und natürlich über die Handlung auf dem Laufenden halten). Wer etwas schreibt, wird ganz selbstverständlich gefragt, was er da schreibt und an wen und gerne auch gebeten, es vorzulesen. Eine eventuelle Weigerung würde sofort die halbverärgert halbironische Reaktion auslösen, da wolle sich einer wohl mit „Geheimnissen“ vor den anderen wichtig machen.
    Da solche Menschen selber niemals allein sein wollen (im Gegenteil, das wäre für sie die Schreckensvision schlechthin) können sie auch den Wunsch von unsereinem nach Einsamkeit nicht begreifen.
    .
    Die Simserei, Twitterei und Skyperei wäre so gesehen nicht unbedingt eine neues Entfremdungsphänomen, sondern im Gegenteil ein Versuch, die Entfremdung der Moderne wieder abzumildern.

  68. najanaja, gerade mit...
    najanaja, gerade mit manufactum kann ich wenig anfangen. Nennen wir es doch einfach hinterfragendes Unbehagen der Zivilisation, wie sie ist. Kann ja auch mal sein. Es gibt für diesen einen Beitrag mindestens 100, die einen anschreien, wie toll das alles ist, und wie wichtig es ist, ein Prim@ zu werden.
    .
    HansMeier555, es gibt nie ein Serviceteam. Wäre die Erlaubnis dabei, Landgasthöfe anzufahren, wäre die Idee nicht schlecht, ausser natürlich für mein Gewicht.

  69. Nudelesser, ach, was heisst...
    Nudelesser, ach, was heisst schon „erreicht“ – ist es „etwas erreichen“, wenn man eine Geschäftsidee in den Sand setzt, dabei Millionen verbrennt, eine fette Spur markiger Sprüche im Internet hinterlässt und am Ende mit der Tatsache konfrontiert wird, dass man sich grundlegend getäuscht hat?
    .
    Ich habe mehr, als ich wirklich brauche. Ich bin zufrieden. Und gegenüber Geld bin ich wenig interessiert. Wichtig ist mir allein ein angenehmes Leben.
    .
    Edelgaard, ich würde auch Leute in der Business Class nicht als privilegiert bezeichnen. Privilegiert ist man, wenn man andere mit der Business Class fliegen lassen kann, oder es gar nicht nötig hat, überhaupt zu fliegen. Weil das Leben aus dem Erleben des Angenehmen besteht, und nicht im Hinterherrennen von Zielen und Illusionen.

  70. Werter Don, wie unser...
    Werter Don, wie unser Finanzsystem Kredite aus dem Nichts schafft, so schaffen Sie unterhaltsame Beiträge aus dem Nichts. Wo wird noch etwas Substantielles fabriziert?

  71. "Privilegiert ist man, wenn...
    „Privilegiert ist man, wenn man andere mit der Business Class fliegen lassen kann, oder es gar nicht nötig hat, überhaupt zu fliegen.“
    Das wollte ich lesen, also Duke of Wellington oder Alm-Öhi. Aber irgendwo dazwischen läßt es sich auch ganz gut einrichten.

  72. Edelgaard, vor Äonen nannte...
    Edelgaard, vor Äonen nannte man das „ein erfülltes Dasein“. Heute hat man natürlich ein überfülltes Dasein.

  73. Lieber Don,
    klar sind auch...

    Lieber Don,
    klar sind auch Landgasthäuser erlaubt, aber: Vorsicht mit den Ruhetagen!

  74. Don, könnte ich so schön...
    Don, könnte ich so schön texten, dieser Beitrag wäre von mir. Und der erinnert mich an den mit den schönen Impressionen vom See – ohne Werbung.
    Ja, das iphone ist unten – wie Werbung.

  75. D.A., warum sollte ich wen...
    D.A., warum sollte ich wen anschwärzen? Warum Sie? Warum bei jemandem, den Sie dem Anschein nach nicht mögen? Sehr seltsam. Haben Sie nichts besseres?

  76. Lieber G....
    Lieber G. Schoenbauer,
    .
    vielen dank für Ihre Mühe, da sehen Sie mal, wie dumm „die“ früher waren. Kein Wunder, die hatten ja noch nicht mal ein Handy. :-))
    .
    Was ein „Beispiel“ ist wissen wir, was ist ein „Unbeispiel“?
    Was ein „Auto“ ist wissen wir, was ist …
    Was ein „Flieger“ ist wissen wir, was …
    Was ein „Leser“ ist wissen wir, …
    Was ein „…
    .
    Aber was sind Unkosten ?
    .
    Gruß Hanskarl

  77. meine theorie ist die, dass...
    meine theorie ist die, dass man ab einem gewissen alter
    .
    – einfach nicht mehr jeden scheiss mitmachen muss
    mitmachen, weil alle anderen auch mitmachen, wird mit der zeit immer weniger interessant, wenn man nur genug hypes mitgemacht hat.
    .
    – einfach nicht mehr jeden scheiss mitmachen will
    weil, man hat genug neuesten scheiss mitgemacht, um so gelernt zu haben, das neueste muss nicht unbedingt besser sein, und ist es meistens auch nicht, zumindest nicht für den anwender.
    .
    inwieweit stimmt meine wahrnehmung, dass die ganze literarische produktion dieses landes während der letzten zehn jahre eigentlich nicht so toll ist, als dass man sie neu erwerben müsste, sondern in ruhe abwarten kann, bis das zeug verramscht wird? oder liegt es an meinem fehlenden überblick und der unkenntnis der tatsächlich bedeutsamen werke der neuesten zeit? oder gibt es welche, die das ebenso machen und nicht mehr bei den neuerscheinungen sondern gleich bei den remittenden suchen?
    .
    ansonsten gilt noch immer: dienstboten müssen immer und überall zu erreichen sein.

  78. auch-einer, stimmt, ab einem...
    auch-einer, stimmt, ab einem gewissen Zeitpunkt hat man den ganzen Blödsinn einmal zu oft gehört – bei mir war das die New Economy. Manchmal würde man sich wünschen, die Propagandisten der Neuauflage nur mal eine Woche in so ein Stahlbad zu tauchen, wie es der Zusammenbruch war. Dann wären sie vielleicht etwas dezenter.
    .
    nico, danke, gern geschehen!

  79. Ernst Wilhelm, mein Bestreben...
    Ernst Wilhelm, mein Bestreben war immer nur, eine angenehme Plauderei zu ermöglichen. Substanz gibt es hoffentlich irgendwann wieder in einem Buch.
    .
    Manni1000 und andere, die Copilotin will unbedingt mal eine Reise zu hochprozentigem Alkohol unternehmen, da werde ich noch genug Möglichkeiten haben, das alles nachzuholen – und ansonsten sehen zwei Augen in London gerade auch nicht weniger als die üblichen vier.

  80. art-buyer, selbst wenn es so...
    art-buyer, selbst wenn es so käme, wäre es ein sehr langsamer Prozess. Man hat das ja mit der Bewegung des slow food, die sich seit Jahren ausbreitet. Evolutionen erlauben Marktanpassungen, das ist ihr grosser Vorteil. Aber ob es kommt? ich habe da meine Zweifel. Das Neue ist jaimmer noch das Bessere in den Augen der Mehrheit.
    .
    wolfgang thoma, Vergleiche belieben zu hinken, besonders, wenn man über solche Distanzen humpelt. Sie finden Zilliarden vin Beiträgen, die das Neue und Fortschrittliche als das Ultimative anpreisen, was juckt es Sie, wenn jemand da ein paar Fragen hat, ob das wirklich so ist? Es ist doch nur eine kleine, andere Meinung im Strom der Zeit. Versuchen Sie es mit Gelassenheit, dann ist allen geholfen.

  81. @Hanskarl
    nun, ein Unwetter...

    @Hanskarl
    nun, ein Unwetter ist schließlich auch ein Wetter – und eine Unsumme letztlich eine große Summe Geld. Insofern könnten Unkosten also riesengroße Kosten sein …
    Tatsächlich ist „Unkosten“ wohl das Überbleibsel des Begriffs „Unkost“, was eine Aufwendung bezeichnete, die nicht für Kost, also für die Ernährung, getätigt wurde.
    In der Sache gebe ich Ihnen Recht: im heutigen Sprachgebrauch werden Unkosten und Kosten für ein und dasselbe verwendet, also fort mit dem „Un“!

  82. Lieber Hanskarl,
    also...

    Lieber Hanskarl,
    also etymologische Studien habe ich nicht angestellt. Mir stellt sich das in aller Kuerze und noch groesserer Einfachheit so dar, dass die Kosten uspruenglich etwas Gutes waren: man hat gekostet, am Don Alphonsoschen Apfelstrudel, an einem guten Tropfen, an der Liebe …, und nach diesem Kosten kam die Rechnung, die Quittung, auf der Unkosten vermerkt waren. Als ausgesprochen altmodischer Mensch wuerde ich das auch heute noch so sehen. Wie sagte man einst, wenn man einen 20 Markschein in Haenden hielt: Erst geigt sich was, dann geht er floeten. Das wuerde ich beinahe als Bestaetigung meiner Deutung verstehen.
    Gruss
    G.S.

  83. najanaja — “So. Jetzt...
    najanaja — “So. Jetzt könnt ihr in euer Bakelittelefon beißen, ist ja sowieso nicht angeschlossen” war schon sehr lustig. Um es mal im Argot auszudrücken: LOL.
    G. Schoenbauer — Es mangelt mir nicht an Fragen, sondern an Antworten. Wie steht es da um mich, um meine Allgemeinbildung? Aber danke für die Einladung.
    Don Alphonso — Wäre der Wunsch, von Ihnen in Zukunft relevante, d.h. politisch relevante, Artikel zu lesen, vermessen — diesseits von Beobachtungen des Sozialneids? (Wo Sie doch so gut darin sind?) Aber für Sie als verkappten Salonsozialisten ist wahrscheinlich eh’ alles politisch, hab’ ich recht? ;)

  84. Re: Wetterbericht aus dem...
    Re: Wetterbericht aus dem Finanzplatz Schweiz.
    Snow is falling. SELL SNOW!!!

  85. Ist das, was wir hier...
    Ist das, was wir hier veranstalten nicht auch nur ein Zwitschern
    von Unerfüllten? – Auch wenn es zuweilen etwas mehr als 160
    Zeichen sind.

  86. Lieber auch-einer,
    Lieber...

    Lieber auch-einer,
    Lieber Don,
    für mich bleibt die Frage interessant, was davor ist — so in dem Alter, wo man womöglich noch an das Neue glaubt und dem entsprechenden Druck sowieso am wenigsten ausweichen kann.
    Denn niemand ist so konformistisch, feige und intolerant wie eine pubertierende Schulklasse.

  87. Ref: Don Alphonso. 9 jan...
    Ref: Don Alphonso. 9 jan 08.47h
    hebr.), Der Ausdruck „Krethi und Plethi“ geht zurück auf das Alte Testament. Die Leibwache des Königs David bestand aus Kretern (aus Kreta) und aus Plethern (d.h. Philister).
    Krethi und Plethi….und koutsi Maria (das ganze Zitat aus dem griechisch)
    koutsi Maria = hinkende Maria.

  88. Was wir gerade machen?...
    Was wir gerade machen? Eigentlich nichts, wie immer.

  89. @ DONCarlos & Vroni

    Nebenbei:...
    @ DONCarlos & Vroni
    Nebenbei: Es gbt auch jede Menge andere Informationen. Schon immer. Oft auch solche, die wohl leider wahr sind. Z.B.:
    .
    https://www.ssl-id.de/ila-bonn.de/buchbesprechungen/buecher285.htm
    .
    „Am 31. März stellte die deutsche Journalistin Gaby Weber in der Buchhandlung Cúspide in Buenos Aires La Conexión Alemana vor. Es herrschte großer Andrang. Unter den zahlreichen BesucherInnen waren auch Familienangehörige der während der Militärdiktatur „verschwundenen“ Arbeiter von Mercedes Benz Argentina und Kollegen, die damals bei dem deutschen Autobauer in Argentinien beschäftigt waren. Gegenüber dem in Deutschland im vergangenen Oktober erschienenen Buch „Von Rattenlinien und Nazigeldern – Daimler Benz und die Argentinien-Connection“ wurde die spanische Ausgabe um neue Recherchen erweitert.
    Eines der dazu gekommenen Kapitel widmet sich den „Babies aus den Folterkammern“. Während der Militärdiktatur von General Jorge Videla wurden 500 Babies, die in den geheimen Folterzentren zur Welt kamen, den Militärs übergeben, schätzen die „Großmütter von der Plaza de Mayo“. Es ist wohl kein Zufall, dass in der Familie des Ex-Produktionschefs von Mercedes-Benz, Juan Ronaldo Tasselkraut, gleich drei illegal „adoptierte“ Söhne auftauchen. Die Hebammen, die die getürkten Geburtsurkunden unterschrieben haben, tauchen auch in anderen Fällen von Babies „verschwundener“ Frauen auf, eine der Hebammen war während der Diktatur in der Armeekaserne Campo de Mayo tätig, jenem Militärhospital, dem Mercedes-Benz die Brutkästen gespendet hat.“
    .
    http://www.gabyweber.com/ (Geb. 1954, Journalistiin für die ARD, Dr. Phil.)
    .
    „Serie des WDR 5 über den Sinn und Unsinn von Geheimdiensten
    Friedrich der Große glaubte, dass ein Geheimdienst den „sittlichen Charakter des Volkes verderben müsse“ und wollte „kein größeres Übel an die Stelle des Kleineren setzen“. Spätestens das Ende des Kaltes Krieges bewies, dass die „Dienste“ ihre Aufgabe nicht erfüllen, von Skandalen heimgesucht werden und eine Verschleuderung von Steuergeldern darstellen. Trotzdem werden sie aufgerüstet, in Deutschland wie im Ausland.
    .
    Bürgerrechtler schlagen Alarm: Die Geheimdienste wollen alle Bürger, unter dem Deckmantel der Sicherheit, als Verdächtige katalogisieren, überwachen, kontrollieren und vielleicht sogar terrorisieren. Die sechsteilige Serie des WDR5, ausgestrahlt ab dem 28. September 2008 jeden Sonntag, geht der Frage nach, ob die Dienste am Ende nicht doch nur das politische Klima vergiften und eine Konfliktlösung erschweren?
    ..
    Gaby Weber berichtet über den Verfassungsschutz und den Bundesnachrichtendienst, über das verflossene Ministerium für Staatssicherheit und über die CIA. Karla Engelhard hat in Moskau zum früheren KGB, dem heutigen FSB, recherchiert. Und am Ende der Serie fragt Gaby Weber nach der Zukunft der Geheimdienste.“
    .
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dasfeature/1067840/
    .
    http://www.dradio.de/download/114424/ darin pdf:
    .
    „… Mercedes Benz war 1999 das Thema meiner ersten Hörfunksendung.
    Überlebende der argentinischen Diktatur berichteten, wie die Werksleitung
    21
    der Polizei die Adressen von unliebsamen Gewerkschaftern übergab, die
    dann verschleppt und ermordet wurden. Ich fand erste Indizien dafür,
    dass sich Manager die in den Folterkammern geborenen Babys angeeignet
    haben sollen. In mehreren Fällen ermittelte die Justiz. Diese Verbrechen
    wurden sowohl in Deutschland als auch in Argentinien angezeigt.
    Doch die Staatsanwalt Nürnberg stellte die Ermittlungen ein, weil nicht
    bewiesen werden konnte, dass die Verschwundenen wirklich tot seien. Die
    Richter in Buenos Aires unterdrückten Beweismaterial, Akten
    verschwanden. Und auch bei den geraubten Babys kommen die Verfahren
    nicht voran. In Deutschland sind die Verbrechen gegen die Menschheit, in
    die Mercedes Benz verwickelt ist, in den Augen der Staatsanwaltschaft
    Berlin verjährt.
    Das Verfahren in den USA ist auf Antrag der Daimler AG erst gar nicht
    eröffnet worden. Die Hinterbliebenen wollten dort auf Schadensersatz
    klagen. Bundeskanzlerin Angela Merkel soll bei der US-Regierung
    politische Bedenken vorgebracht haben. Das wollte ich genauer wissen. …“
    .
    Da überläßt man es doch wohl besser den auch höher bezahlten Spezialisten, sich solcher Fragen anzunehmen und gibt sich zufrieden mit Meldungen wie „Achtung! … teils bis zu 50cm Neuschnee!“, nicht wahr?

  90. wie alle schoenen dinge ist...
    wie alle schoenen dinge ist das iphone natuerlich ein medium der einkehr, andacht und meditation. das geplapper mit anderen tritt zurueck hinter das erfuellende lauschen dem weltgeist.
    wie saab 900cabrio, rr phantom und nen alter defender autos fuer nichtautomobilisten – eigentlich fuer autohasser – sind, ist das iphone der ideale begleiter fuer entspannte und unpathetische mobilephone-feinde.
    seit iphone bin ich tatsaechlich wieder quasi jederzeit erreichbar – theoretisch zumindest. wer mailbox aktiviert, sms beantwortet oder jede mail zur kenntnis nimmt, ist selber schuld. lang schlafen darf das gute ding in mantel oder tasche. erfeuen tut es auch in ruhe.

  91. "Die Religion ist das Opium...
    „Die Religion ist das Opium des Volkes“, sagte einst Karl Marx, als die Buecher noch gedruckt und offline gelesen wurden. Heutzutage gibt halt andere Religionen, sowohl was Inhalte als auch Medien betrifft (God is a DJ, I-phone His priest?). Stimme zu, dass das Leben zwangslaeufig immer haerter fuer die Loser sein wird, die sich dann sowas goennen muessen, um nicht dem Drang zur kommunistischen Revolution zu verfallen. Stimme nicht zu, dass Einstellungen wie „erfuelltes/bewusstes Leben“ dies aendern koennen, da sowas nur fuer die Winner realistisch ist (da Geld, Erziehung, Bildung). Fragte mich vor Jahren in London schon immer, warum die kleinen Leute das tun (Supermarkt an der Kasse fuer 4 Pfund/Stunde, Lehrer fuer 1500/Monat) und nicht einfach die Banker mit refried beans erschlagen (so wie kuerzlich in dem chinesischen Stahlwerk). Antwort: Fuer die naechste Generation. Daher glaube ich, das Privileg, in der eigenen Generation ganz „leben“ zu koennen, haben nur wenige.

  92. @HansMeier555: _das_ war jetzt...
    @HansMeier555: _das_ war jetzt mal ein sehr orientierender Kommentar, der die großen Linien anreißt und die unterschiedlichen Verhaltensarten anschaulich beschreibt. Nun müßte man noch genauso bündig das Hin und Her der Synchronisation (z.B. der Essens- und Schlafenszeiten) betrachten. Was das Mobiltelefon angeht (als ich vielleicht um 1990 das erste Mal davon hörte, man wolle nun Mobiltelefone bauen, war mir klar: das wird eine durchschlagende Neuerung, denn ein Telefon, mit dem eine bestimmte Person zu erreichen ist und kein verlassenes Zimmer, will eigentlich jeder.), so geht damit eigentlich jeder auf die Art um, die er auch sonst an den Tag legt. Die Phase des Wichtigtuns mit Anrufen ist lange durch, immer noch nicht gelöst ist das Problem der Bürolosigkeit (Geschäftsbesprechungen auf Straße und U-Bahn – dabei fällt mir gerade die Gründung der Börse ein: ein Platz unter freiem Himmel, auf dem herumgeschrien wurde, erst später hat man die eingehaust. Ach ja, meine Erlebnisse der „NewEconomy“ sind mit Chefgespräch bzw. Geschäftsfinanzerörterung in vollbesetzter U-Bahn verknüpft). Wie man jedoch jemals die immer emsigen Gruppengackerer und die denkenden Betrachter ohne Generv zusammenbringt, steht noch in den Sternen. Üblicherweise beruhigt es sich, wenn längere Zeit immer dieselben zusammenfinden.

  93. Überflieger
    @Schoenbauer: Ich...

    Überflieger
    @Schoenbauer: Ich dachte schon, mein „Überflieger“ wäre unter all den Rodelfans überlesen worden. – 007 ist nun wieder unterwegs, denn:
    @Perfekt 57, bzw. @Don Alphonso: Die Links „GabyWeber“ und „DR“ lassen sich leider nicht öffnen, mich interessiert das aber sehr. Kann man mal die kompletten Daten – nicht als Link – ins Netz gestellt bekommen? Danke!

  94. @ perfekt!57
    auch dieser...

    @ perfekt!57
    auch dieser abschnitt paßt hervorragend zu diesem wirtschaftswundermythos, der mir anhand der wirtschaftlichen und politischen entwicklung der vergangenen 20 jahre absolut unerklärlich und surreal erscheint, weil er völlig ohne geistigen oder kulturellen hintergrund stattgefunden haben muß, denn es waren in diesen 20 jahren seit 1990 beim besten willen keinerlei fähigkeiten oder ein besonderes talent zu entdecken gewesen, die nach einer totalen niederlage und einer ungeheuren zerstörung – was ja 1990 keineswegs in annähernd ähnlichem ausmaß wie 1945 der fall war – zumindest eine tendenz in richtung einer irgendwie gearteten positiven wirtschaftlich-politisch-kulturellen entwicklung auch nur annähernd hätten hervorbringen können: ‚Die Operation Safehaven wurde 1947 eingestellt, als sich der Kalte Krieg abzeichnete und Westdeutschland zum Bollwerk gegen den Kommunismus aufgebaut werden sollte. Und das Bollwerk musste irgendwie finanziert werden, nicht nur mit deutschem Fleiß, sondern eben auch mit dem während des Faschismus geraubten und versteckten Geld. Aber davon wollen die Deutschen, damals wie heute, nichts wissen und halten lieber am Mythos von der „deutschen Aufbauleistung aus eigener Kraft“ fest. ‚ (www.ssl-id.de/…/buecher285.htm). meine theorie war ist und bleibt, daß der westgermanische aufschwung nach 45 fremdfinanziert war, um ein kontrastprogramm zur russischen ideologie zu bieten. deutschland wird nun nicht mehr als kontrast zu einem anderen system benötigt – die folgen erleben wir ja. eine jahrzehntelange kreditblase, deren implosion unsere wirtschaftlich-politisch-kulturelle bedeutung schlagartig in den ursprungszustand von 1945 zurückversetzen wird.

  95. Lieber G. Schoenbauer,...
    Lieber G. Schoenbauer,
    .
    vielleicht kann ich Sie mit etwas Humor ja doch noch überzeugen. Das Vorwort „Un“ bezeichnet doch immer eine „Verschlechterung“ eines Begriffes – hat aber nie dieselbe Bedeutung. Daher gibt es auch Beispiele mit „Un“ aber nicht dieselben ohne.
    .
    Ungestüm, aber nicht Gestüm.
    Universität, aber nicht Iversität.
    Unterhaching, aber nicht Terhaching.
    Uniform, aber nicht Iform.
    Unsereiner, aber nicht Sereiner.
    Unke, aber nicht Ke.
    :-))
    .
    Gruß Hanskarl

  96. G. Schoenbauer, "skype" ist...
    G. Schoenbauer, „skype“ ist ein kostenlos aus dem internet runterzuladendes programm, welches einem erlaubt mit anderen skype-teilnehmern sich (ebenfalls kostenfrei) per internet-video zu unterhalten. voraussetzungen dafuer sind: computer mit (moeglichst schnellem) internetzugang, kamera (webcam), mikrofon (am besten in webcam bereits eingebaut), lautsprecher/boxen; alternativ:headset.
    der download und die installation sind brunz-einfach, die bedienung nahezu selbsterklaerend. man kann unerwuenschte kontakte blockieren, so dass man nicht von krethi & plethi belaestigt wird, bzw. die einstellung waehlen, dass man nur von kontakten welche schon in der kontaktliste eingetragen sind angeskypt werden kann. ausserdem lassen sich, zeitgleich zum gespraech, dateien austauschen, so dass man sich bilder, dokumente o.ae. schicken kann. das ganze funktioniert auch in einer gruppe von bis zu 12 personen, d.h. man kann eine konferenzschaltung mit bis zu 12 leuten machen (ab 5 personen wirds allerdings unuebersichtlich). das ganze funktioniert auf jedem computer/laptop dank internet weltweit, macht einen riesen spass, dient der freundschaftserhaltung unglaublich und ist, wie gesagt, kostenfrei !!
    wenn ihr schon „drueben“ weilt, bitte auch die guiness-brauerei besuchen, das lohnt wirklich !!
    ;-)

  97. Natürlich wurde hier der...
    Natürlich wurde hier der Un-Sinn vergessen.

  98. Die Wellen des "Fortschritts"...
    Die Wellen des „Fortschritts“ lassen sich nicht ignorieren, ob privilegiert oder unterprivilegiert. Ansonsten wird man hinfortgespült. Die Alternativen sind unten durch tauchen, hinter der Schaumkrone versinken und sich in sicherer Entfernung einzurichten oder obenauf sitzen und die Welle zum eigenen Fortkommen instrumentell zu nutzen. Riskant sind alle drei Optionen, nur das reine Ignorieren und Sich-aus-dem-Verkehr-Ziehen scheint mir dem sicheren Untergang gleichzukommen. Don Aplonso macht das schon gut und richtig, denn während ich mich von der Dynamik dieses blogs habe schanghaien lassen, sitzt er am Kachelofen in der warmen Stube und denkt zurück an Rodelvergnügen.

  99. Bin heute auch nicht...
    Bin heute auch nicht rausgegangen, obwohl ich das samstags üblicherweise tue. Das Schneegestöber war mir zu arg, Sonne kam garnicht raus. Vom Balkon mußte man 5 cm Schnee entfernen. Richtig kalt ist es nicht. –
    Wie das Internet mein Leben verändert hat? Ich kann seither an ein größeres Publikum Briefe schreiben. Davor war ich auf Brieffreundinnen und Redaktionen angewiesen, und die Möglichkeit zu neuen brieflichen Kontakten war viel eingeschränkter. Daß man den Ort immer mitnennen muß, von dem man gerade schreibt oder spricht, ist mir seit meinen Tramptouren in den frühen 80ern geläufig; ich schrieb Briefe von unterwegs. Ich hatte also viel Zeit, mich daran zu gewöhnen, daß „da“ eben für jeden jeweils etwas anderes ist, und man das „da“ deshalb empfängerverständlich benennen muß. Erhöht hat sich also die Zahl der Rezipienten, ob sich meine Schreibproduktion erhöht hat, weiß ich nicht. Was sich aber sicher erhöht hat, ist die Akzeptanz des ins Unreine Geschriebenen; und durch die Menge an Geschriebenem werden druckreife Formulierungen nicht mehr so stark beachtet wie früher. Es haben sich neue Genres oder Schreibformen entwickelt, an öffentlichen etwa der Usenet-Dialog, das Forum, der Blog, der Chat. Die Verfügbarkeit von einschlägigem Lesestoff zu einem bestimmten Thema qua Google und Wikipedia möchte ich nicht mehr missen. Zwar finde ich den Bildschirm nach wie vor ein ungeeignetes Medium zum Lesen von langen Sätzen und längeren erzählerischen Bögen oder auch für philosophische Gedankenentfaltungen, aber für Zusammenfassungen auf Enzyklopädieniveau ist es sehr geeignet, und die Leichtigkeit des Verbreitens einer Datei ermöglicht eine viel genauere Detailliertheit als früher. –
    Da ich mir auch die Gründerzeit mit ihren Hasardgeschäften und die 1920er mit Telefon, Telex und Büro als hektisch und nervös vorstelle, finde ich weder die verflossene NewEconomy noch das derzeitige Vollgas bei angezogener Handbremse sonderlich erstaunlich. Ich erwarte, daß es ab und an was Neues gibt, möchte aber nicht von Hyperventilierern alte Hüte oder nutzlose Gimmicks angedreht bekommen. Es wird noch einige Neuerungen geben, die sich sehr stark im Leben der Menschen bemerkbar machen werden. Diese müssen immer erst reifen, und sich schließlich auch rentieren. Und dann müssen sie eingepaßt werden. Von daher wird noch viel Geld verpulvert werden müssen, um zu neuen Geschäftsmodellen zu kommen, die weltweit funktionieren.

  100. ... ein Dankeschoen, lieber...
    … ein Dankeschoen, lieber Hanskarl, also ich verspreche es Ihnen, dieses „Unwort“ nie wieder zu benutzen, habe das Argument auch voll verstanden, schliesslich habe ich sogar die „Universitaet“ besucht, eine „Uniform“ allerdings nie getragen, obgleich mich, „unter“ „uns“ gesagt, Edelgaards Beispiel („Un-Sinn“) ins Gruebeln bringen koennte, wenn ich nicht so hundsmuede waere, und bei dem letztgenannten Adjektiv merke ich gerade, dass sich dieses „Un“ sogar inmitten gestandener Woerter eingenistet hat.
    Also noch einmal, nichts fuer „ungut“ und einen schoenen Sonntag,
    G. S.

  101. Manni1000,
    vielen Dank fuer...

    Manni1000,
    vielen Dank fuer diese Aufklaerung. Die Infrastruktur ist vorhanden, sogar auf dem neuesten Stand, weil ein technikbessesener Sohn bei keinem Familienmitglied veraltete Teile duldet, zudem der Meinung ist, man muesse stets alle Moeglichkeiten nutzen, die das System bietet. Werde mir diese Skype-Software naechste Woche herunterladen und wollte diese Moeglichkeit dann einmal im Vierteljahr benutzen, um mich in kleiner Runde zu besprechen.
    Mit bestem Gruss
    G. S.

  102. @devin
    ich glaube, man meinte...

    @devin
    ich glaube, man meinte diese reportage:
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dasfeature/1067840/
    ich habe sie zufällig gehört und fand sie sehr informativ.
    .
    @don
    heißt das, vodafon & co sind die eigentlichen systemstabilisierer
    oder
    anders:
    ohne handy (& rtl) würde herrn lehmann & sarah schmidt ihr trostloses dasein bewußter werden?

  103. "ich habe keinen gebrauch fuer...
    „ich habe keinen gebrauch fuer X. dass es menschen gibt, die einen haben, kann nur dadurch erklaert werden, dass es sich bei ihnen um die deltas unserer gesellschaft handelt, denen die wahren freuden des lebens vorenthalten geblieben sind. die armen schaefchen.“
    kurz: der text liest sich wie eine weitere der endlosen, ermuedenden variationen auf das alte thema kulturpessimismus. gehts auch ein bisschen aufgeschlossener?

  104. Aber natürlich, lalala. Ich...
    Aber natürlich, lalala. Ich könnte stundenlang erzählen, warum Blogs eine feine Sache sind.
    .
    swina, ich denke, es ist einfach eine Fluchtmöglichkeit und die Illusion, mit etwas verbunden zu sein, was helfen kann, auch wenn man allein ist. Und der Profit gibt den Firmen wohl recht.

  105. colorcraze, dass...
    colorcraze, dass Veränderungen in aller Regel nicht so schnell ablaufen, wie einem das deren Profiteure erzählen – geschenkt. Mich erstaunt nur die Begrenztheit, mit der man dann diesen Sprüchen zu folgen bereit ist. Mangelnde Lernfähigkeit. würde ich sagen, ist auch ein Geschäftsmodell.
    .
    Last not least, ich bin mir da gar nicht so sicher, dass man dem Ganzen nicht auch prima durch ignorieren entgehen kann. Ich kenne da jemanden, der eine wichtige Rolle in einem Bereich der Finanzwirtschaft spielt und Investitionen steuern knn, die wohl viele gern bei sich sehen würden – es gibt nichts über ihn im Netz. Und auf seiner Visitenkarte steht eine falsche Emailadresse.

  106. Rebound, sicher, die...
    Rebound, sicher, die Duldsamkeit ist erstaunlich, aber manchmal frage ich mich auch, ob das nicht nur eine trügerische Illusion ist, wie in jenen Tagen, als man sich auch keine brennenden Asylbewerberheime vorstellen konnte – bis es dann kam und weitflächig üblich wurde. Und auch diesmal wäre ich überrascht, wenn es eine sinnvolle Art der Auflehnung wäre.
    .
    abf, es ist vermutlich abhängig von anderen Nutzungsgewohnheiten, aber ich erlebe dieses Ding durchaus als Statussymbol einer gewissen mobilen, um nicht zu sagen heimatlosen Schicht.

  107. lieber don,

    ...es steht...
    lieber don,
    …es steht natuerlich dem „bloginhaber“ frei, blogs zu editieren. — jedoch, es stimmt mich befrendlich, dass die artifizielle kunstpause die ich einlegte, um zwischen zweierlei blogs zu differenzieren, derartig uncharmant uebergangen wurde, indem meine kommentare (so cryptisch sie fuer andere auch sein moegen) zusammengefasst und demzufolge un-differenziert (noch ein weiters un-wort; wobei Edelgaard mit ihrem „un-sinn“ „un-recht“, im sinne von G. Schoenbauer’s kommentaren hat) in Einem (blog) wiedergegeben wurden !!
    — wenn sich’s vermeiden laesst : bitte nicht mehr machen, denn schrift und deren form sind ebenso ausdrucksmittel.
    siehe:
    ;-)

  108. ...btw: es muss "last BUT not...
    …btw: es muss „last BUT not least“ (in jedwedem falle) heissen…
    ;-))

  109. @Don Alphonso: Weise Worte,...
    @Don Alphonso: Weise Worte, schon zu weise, die nichts daran ändern, dass eine Verabsolutierung der eigenen Vorlieben zur Primäruntugend Spießigkeit mutiert. Vom Straßenkehrer bis zum Universitätsprofessor sind die (legitimen)Unterhaltungsbedürfnisse andere; hier kämen die Variationen des jeweiligen geistigen Vakuums ins Spiel, die vom allgegenwärtigen Unterhaltungsmüll aller Arten trefflich wiedergegeben werden.

  110. Man kann auch in einem Blog...
    Man kann auch in einem Blog beheimatet sein.

  111. @abf, Ihr fast schon...
    @abf, Ihr fast schon salomonisches Urteil über diese ambulanten Büros, ist wirklich amüsant und verständlich. Und dahinter könnte auch der mit dem Ausspruch stecken: Ich bin dafür, Alkohol vom Markt zunehmen. Deshalb trinke
    ich ihn.
    Konsum sozusagen als Schadensbegrenzung und Fingerzeig. Auch nicht schlecht. Nun, man hat ja herausgefunden, daß ca. 80% aller Heim-PCs ungenutzt in ihrem Dasein der Ungenutztheit verharren, da sie die Käufer nicht mehr bedienen können, schlichtweg der Technik nicht Herr sind oder die Leistungen nicht ausreichen, das eine oder andere Spiel zu laden. Insofern ist diese Branche ähnlich der dem Drogengeschäft: einmal angefüttert, gehst du nur noch zum Dealer deines Vertrauens. Und das erste iphone, für das sich Taussende anstellten und reservierten, war dann ja auch nach Monaten durch eines mit einem 8GB-Speicher schon veraltet. Die Meute schien verärgert, blieb gleichwohl der Marke treu. In Zukunft, so vermute ich, braucht man gar nicht mehr das Haus zuverlassen, um zu leben. Ein Freund berichtete mir jüngst, er habe sich dem Diktat eines Vertrages bei der Telekom unterworfen, um dieses Gerät zum erträglichen Preis zu ergattern, und um alle diese nutzbringenden apps auch nutzen zu können. Er brauchte allerdings Wochen, um dieTechnik zu verstehen, obwohl er Handynutzer der ersten Stunde ist. Jetzt aber könne er schon vom behaglichen Zuhause aus Filme downloaden, für die er sonst in den Videoverleih zu gehen genötigt war. Nun, wenn das keine Bereicherung des Lebens ist.
    Ihre Version gefällt da weit besser, abf.
    Selbstredend bin ich auch süchtig. Seit 1988. Alles fing mit dem B-Netz an. Leiste mir aber heutzutage den Luxus, stets mit veralteten Geräten umzugehen, die lange mit wenig bezahlt sind und mit denen man bestens telefonieren kann – und für Geschäfte immer noch das Beste -, die man allerdings in Szene-Lokalitäten nicht auf den Tisch legen sollte, weil das womöglich Rückschlüsse auf meine Unterwäsche nach sich zöge oder ob ich enthaart bin oder nicht.
    Schöne neue Welt!

  112. Don, mal jenseits Ihrer Person...
    Don, mal jenseits Ihrer Person und da Sie ja eher der Experte sind. Wo wird im Netz aus Ihrer Sicht etwas Substantielles fabriziert?

  113. Don Alphonso, die sympathische...
    Don Alphonso, die sympathische Überschätzung des Nomadentums, die mir gut bekannt ist, bleibt ein junges und wichtiges Phänomen. Die Heimat ist die solide Basis allen Genusses, und -weniger hedonistisch- auch die Basis aller humanistischen Zwischenmenschlichkeit. Aber sie ist nun mal das klassische Feindbild aller berufsjugendlichen und zwangsglobalisierten Kleinbürger. Das Schöne an Ihrem Blog ist, dass sich hier beide Fraktionen auf kultiviertem Terrain begegnen können.

  114. don, so oder so steht...
    don, so oder so steht statuskalkuel der wahren freude an dingen und am leben immer im wege.
    schon lange fuehle ich mich viel zu alt, mir ueber statusquatsch abseits dieses blogs auch nur im entferntesten gedanken zu machen.

  115. Manni1000, ich habe nichts...
    Manni1000, ich habe nichts verändert. Es kann sein, dass das System die eingetippten Absätze nicht wiedergibt, aber ich habe das so freigeschaltet, wie es kam. Wenn ich etwas editiere, steht in eckigen Klammern ein Hinweis und der Grund dabei. Wenn man Absätze machen will, muss man in die freie Zeile einen Punkt setzen, etwa so:
    .
    .
    .
    .
    wolfgang thoma, wieso Spiessigkeit, wenn man nur eine andere Meinung vertritt und darauf hinweist, dass nicht jede Entwicklung unbedingt immer nur gut und sinnvoll ist? Man wird doch noch darüber reden dürfen; welche Schlüsse man zieht, bleibt jedem selbst überlassen.

  116. Liebe Rosinante,
    man kann auch...

    Liebe Rosinante,
    man kann auch den ganzen Kontinent (oder den Planeten) als seine Heimat betrachten, so weit die kognitiven Fähigkeiten (Sprachkenntnisse, etc.) mitmachen.
    .
    Ansonsten war es für mich schon vor Jahren eine Entdeckung, daß gerade die neuen Informationstechniken (zunächst das Kabelfernsehen, später das Internet und heute womöglich auch Blogs und Skype) eben gerade nicht zu einer Globalisierung, sondern zu einer Re-provinzialisierung der Gemüter geführt haben, die ich mitunter auch als regressiv empfinde.
    .
    Die Technik ermöglicht es heute, auch über unbegrenzte räumliche Entfernungen den Anschluß an die Dorfgemeinschaft zu halten, der man entstammt. Die Bereitschaft, sich mit anderen Kulturen auseinanderzusetzen, wird dadruch nicht größer. Guten Vorsätzen steht die Bequemlichkeit entgegen.

  117. abf, leider kann man nicht...
    abf, leider kann man nicht über das Thema dieses Blogs reden, ohne über Status zu plaudern, aber mit der nötigen Gelassenheit sollte es schon gehen.
    .
    Rosinante, ich glaube ohnehin nicht, dass die Mobilität für alle Mobilen ein Götze ist, dazu sind die Nachteile, die Bindungslosigkeit und nicht zuletzt die hohen Kosten zu offensichtlich. Das Grundübel ist meines Erachtens eine Industrie, zu der nicht nur Mobilfunkbetreiber gehören, sondern auch Fluglinien, Elektrogeräthersteller etc., die daraus einen erstrebendwerten Lebensstil erschafft. Zu allem Elend passt das leider zu den prekären Verhältnissen vieler Journalisten, die froh sind, wenn eine Industrie vortäuscht, sie wegen ihrer miserablen Lebensumstände ernst zu nehmen. Ich kannte in Berlin eine freie Mitarbeiterin eines Privatsenders, die mit 1300 Brutto über die Runden kommen musste, und dennoch stets die neuesten Spielzeuge brauchte, weil sie ja immer unterwegs war zum nächsten schlecht bezahlten Job.

  118. Ernst Wilhelm, das ist eine...
    Ernst Wilhelm, das ist eine kleine, schwierige Frage. Jeder wird darauf eine eigene Antwort finden müssen; mich bereichert das Lesen und Erkennen anderer Lebenskonzepte jedenfalls ungemein. Und das muss noch nicht mal gut geschrieben sein. Ich erlebe so vieles, was ich ansonsten nie sehen würde. Das allein würde ich schon als Substanz betrachten.
    .
    Wolfgang Thoma, nun, vielleicht ist es gar nicht so schlecht, ab und an etwas „spiessig“ zu sein, wenn man den Begriff bemühen will. Allerdings sehe ich die verabsolutierung eher in den Rollenbildern, die Industrie, Werbung und Medien als „zeitgemäss“ zu vermitteln suchen, ja, ich denke sogar, es gibt einen Totalitarismus des Neuen. Und da möchte ich nachfragen dürfen, ohne mir gleich den Vorwurf des Spiessertums einzuhandeln.

  119. Don Alphonso, Ihre Analyse...
    Don Alphonso, Ihre Analyse sitzt. Und die geschilderten Journalistinnen (beiderlei Geschlechts) deklarieren die Armutsindustrie (zu der auch der materielle Luxus gehört) zum Lifestyle, polieren die political correctness und kommen doch kaum an Jean-Paul Belmondo in „Au Bout de Souffle“ heran. Und seither sind 50 Jahre vergangen. Eine tragische Komödie, die leider auch gefährlich ist. Ich wünsche Ihnen ‚Gut Rodel‘.

  120. @Rosinante 10. Januar 2010,...
    @Rosinante 10. Januar 2010, 14:22
    … gut Rodel ist mir in meinen sechzig Jahren noch nicht untergekommen..
    .
    D.A., würde es auch „Hals-und Beinbruch“ tun?
    .
    aus dem verschneiten MFR mit Gruessen

  121. @D.Alphonso: Spießigkeit =...
    @D.Alphonso: Spießigkeit = Beharren auf bestimmten Vorlieben = Verengung des Denkens = Intransigenz. Rodeln statt i-phone – das ist hier die Frage!

  122. Ständige Erreichbarkeit ist...
    Ständige Erreichbarkeit ist kein Privileg, sondern eine Last.
    Die freie Verfügbarkeit der Zeit, ohne Eingriff durch fremdbestimmte unselbständige Tätigkeit, Luxus. Sie haben neulich darüber auch so schön in Ihrem Beitrag über den Kauf Ihrer Uhr in Kalifornien geschrieben.
    Genießen Sie den Luxus. Es ist merkwürdig, aber vermutlich macht Ihnen ausgerechnet das, was das wirklich luxuriöse an Ihrem Leben ist, niemand oder nur wenige streitig, die Zeit.
    Vielen Dank, Sie haben mich wieder daran erinnert, das einzig die Verfügbarkeit von Zeit uns in Getriebene und Treibende unterscheidet.
    Es ist nicht das Vermögen.
    Ich ziehe das Rodeln im übrigen dem iphone vor.

  123. Wie man es auch wendet und...
    Wie man es auch wendet und dreht:
    Hier im Blog ist der Don für uns alle doch jederzeit erreichbar.

  124. @ Manni1000: Damit nicht nur...
    @ Manni1000: Damit nicht nur einseitig für Skype Werbung gemacht wird, hier der Hinweis, dass man ebenfalls mit dem Yahoo Messenger sowie dem Windows Live Messenger per Webcam kommunizieren kann. Wir nutzen alle drei, um mit der Verwandtschaft in Nah und Fern zu videofonieren.
    Es sei ebenfalls darauf hingewiesen, dass Skype (wie alle anderen Messenger auch) auf einer Seite nichts nützt: es müssen beide Seiten haben, um kommunizieren zu können.

  125. @ Frau Waldwuff, diese...
    @ Frau Waldwuff, diese Freiheit gönne ich mir. Ich gehöre auch zu den Handy-Verweigerern. Wir besitzen zwar eines, das hat aber nur meine Frau, ich benötige keines. Wer mich anrufen will, der erreicht mich im Büro oder zu Hause. An allen anderen Plätzen braucht mich niemand zu erreichen, da will ich entweder in Ruhe trainieren, in der U-Bah ein Buch lesen oder mich auf die Straße konzentrieren. Und eventuelle Probleme in der Firma, tja, die sind morgen auch noch da.
    Neulich hatte ich wieder ein nerviges Frauenzimmer in der U-Bahn vor mir. Kam schon mit dem Handy am Ohr in die U-Bahn und setzte sich mir gegenüber. Nun ja, zwangsweise musste ich ihrem langweiligen Gespräch folgen, mein Buch hatte ich schon zu Ende gelesen. Als sie dann aber auch noch anfing, diverse Male mit offenem Rachen zu gähnen und sich nicht einmal die Hand vor den Mund hielt, da hielt ich die schlechte Erziehung nicht mehr aus und setze mich weg.

  126. @HansMeier555: hm, ob das...
    @HansMeier555: hm, ob das Reprovinzialisierung ist – weiß nicht. Ihre Beobachtung hat aber was für sich. Anfang des 19. Jhdts erfolgte die Auswanderung nach Amerika ein für allemal und ohne Weg zurück. Es kamen dann vielleicht noch ein paar Briefe in Abständen von Jahren, aber mehr nicht. Heutzutage wird nicht mehr ausgewandert, sondern eher gependelt, und das über weite Entfernungen, also so, daß man z.B. in Berlin eine Wohnung und womöglich Ehepartner und Kinder hat, aber selbst wg. Arbeit 2 Jahre in Köln wohnt und nur alle 4 Wochen nach Berlin fährt. Dieses auseinandergezogene Muster hat sich nach meiner Beobachtung stark verbreitet. Skype kenne ich zum Telefonieren mit zuhause oder den Arbeitskollegen über Ländergrenzen hinweg. Kost halt quasi nichts – früher rauschten die 5-DM-Stücke nur so durch, wenn man ins Ausland telefonierte. Ein bißchen suspekt daran ist mir nur das für mich nicht erkennbare Geschäftsmodell: womit verdienen die eigentlich ihr Geld? Nur aus Jux und Dollerei hält man sich doch auch nicht Server und Entwickler. Als leichte Paranoikerin rechne ich dann immer schnell mit was Unkoscherem, etwa Datenverkauf, aber ich habe noch nichts davon gehört. Die Anwendung selbst finde ich aber schon sehr gut, und ich kenne Leute, die sehr froh drum sind, daß es das gibt, aber selbst benutze ich es nicht, weil ich mir den Luxus eines recht altmodischen Lebensstils leisten kann – morgens raus ins Büro, eigenbröteln (leider auch immer mit Support durchsetzt), abends nach Hause. –
    @Don: das mit den neusten Handys bei den Journalisten ist wie mit dem Werkzeug bei den fliegenden Handwerkern – Kunde erwartet, daß sie das haben, sonst kein Auftrag, basta. Werkzeug und Werkstatt hat man quasi mitzubringen heutzutage, Büro mieten? Viel zu teuer! Fest anstellen? Um Gottes Willen! Skypen vom Hinterhof muß reichen. Und so kreisen dann die Externen wie die Satelliten völlig losgelöst und keiner sagt ihnen was los ist. –
    Naja, „es steht jeden Tag ein Dummer auf, man muß ihn nur finden“ habe ich schon als Kind zu hören bekommen, aber solche Einmalgeschäfte sind ja auch nicht das, was man sich unter Geschäftsmodell vorstellt.
    Ihre Abneigung gegen besagtes M-Commerce-Konzept ist mir verständlich, denn ich sehe da auch keine Kunden, anders als beim Handy fehlt mir da der mir verständliche Nutzen. Wenn man frierend an der Haltestelle steht, übers Handy die nächste Kneipe suchen: ja. Die nächste Haltestelle einer anderen Linie mit Ankunft des nächsten Busses und Wegbeschreibung dorthin: ja. Karte mit den nächstgelegenen Geschäften: ja. Aber „shoppen“?? Womöglich noch über Versandhandel, wobei man zuhause angebunden ist, um den Paketträger zu erwischen??? Ist mir komplett unbegreiflich. –
    Ansonsten – das Handy ist die Waffe des Zivilisten: zum Hilfe anfordern taugts immer.-
    „Das Grundübel ist meines Erachtens eine Industrie, … die daraus einen erstrebenswerten Lebensstil erschafft.“ Ob erstrebenswert, weiß ich nicht, aber sobald genügend Leute so leben, ergibt sich eben ein Lebensstil. Mobilität über recht weite Strecken ist heutzutage erschwinglich, und wer ein Haus hat, gibt es nicht so gerne auf – so stehen dann viele Häuser leer.

  127. "Hoffentlich wird's nicht so...
    „Hoffentlich wird’s nicht so schlimm wie’s schon ist“ K.V.

  128. @colorcraze: Nicht alle...
    @colorcraze: Nicht alle Dienste, die Skype anbietet, sind kostenfrei. Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Skype
    Darüber machen die ihr Geld.

  129. @Frau Waldwuff,
    Michael Endes...

    @Frau Waldwuff,
    Michael Endes „Momo“ist natuerlich die wahre Vorkaempferin in dieser Dimension. Wenn Sie Oskar Negts „Lebendige Arbeit, enteignete Zeit“ nicht kennen sollten, darf ich Sie darauf hinweisen. Negts Ausgangspunkt ist zwar die Arbeitszeitpolitik, geht aber weit ueber diese Thematik hinaus.
    MfG
    G.S.

  130. Hab`s gerade ueberflogen,...
    Hab`s gerade ueberflogen, lieber Doctor Snuggles. Wahrscheinlich meinen Sie diese Passage: „Wenn das Skype-Guthaben eines Kontos mehr als sechs Monate nicht für einen kostenpflichtigen Dienst (SkypeOut, SMS, Personalisierung) genutzt wird, verfällt es ersatzlos. Dieser Zeitraum verlängert sich immer um sechs Monate nach der letzten Nutzung eines dieser Dienste.“
    Gruss
    G.S.

  131. jaja, skype ist nicht das...
    jaja, skype ist nicht das allheilmittel, hab ich auch nie behauptet ! — bei ooVoo kann man sich video-mail nachrichten hinterlassen, dafuer bleibt der chat nicht erhalten wenn man ausloggt (im gegensatz zu skype). — dass allen diesen varianten gemeinsam ist, dass die gegenueber liegende seite das pendant auch haben muss, ist selbstverstaendlich. — was aber auch funktioniert ist: einen anruf von einem freund der familie aus nord-baiern auf skype zu fuehren und zeitgleich mit der familie, die in sued-baiern wohnt, auf ooVoo zu schnacken. wir alle koennen uns hoeren und, falls wir gewillt waeren dafuer geld auszugeben, koennten wir uns auch sehen. — klar ist, dass skype & co geld dadurch machen, dass sie (zgg. EXTREM) guenstige telefon-tarife anbieten. 2.1ct/min von hier (=usa) nach d-land ins festnetz, finde ich SEHR guenstig (von meinem cell aus kosten mich 1min 1,61$ !!). deshalb, quasi fuer den fall der faelle, wo ich nicht vor meinem pc, sondern in irgendeinem internet-cafe auf, sagen wir mal: barbados, sitze, habe ich per pay-pal ein gespraechsguthaben von 10$ kaeuflich erworben. das verfaellt spaetestens dann wenn skype pleite geht.
    ;-)

  132. nico. thanks. auch beim wein...
    nico. thanks. auch beim wein stimme ich zu.
    statuseifer ist immer eine recht zweifelhafte angelegenheit. selten aber schlagen distinktionsbemuehungen so skuril-bizarre blueten, wie in den selbstbestaetigungsritualen sogenannter ‚weinkenner‘.
    keine noch so flaue flasche haette es verdient, deren gefasel ausgesetzt zu sein – von einer ordentlichen ganz zu schweigen.

    daher mein aufruf an diese runde: „trinkt mehr wein! – rettet ihn vor den gelaber der philister!“

  133. um noch den bogen zum titel...
    um noch den bogen zum titel „Ersatzhandlung unterprivilegierter Zeitgenossen“ zu schlagen: derlei ersatzhandlungen gibt es viele. quasi alle, die heute auf inszenierung von status zielen und in der einen oder anderen weise ein subjektiv empfundenes defizit kompensieren sollen. – .. aber was soll ’s. – ersatzhandlungen sind bei lichte betrachtet eh die meisten handlungen. – selbst die tierhandlung ist nur die dumpfe alternative zur ehrenhaften rettung aus dem animal shelter.

  134. 2.5 Bücher liest der...
    2.5 Bücher liest der Durchschnittsdeutsche im Jahr. 2.5!!! Ich habe im Jahr 2010 schon 7 Büchergelesen, jetzt frage ich mich, wer dann gar keine liest, damit die Statistik wieder stimmt.

  135. Die Handymanie ist leider...
    Die Handymanie ist leider nicht auf unterprivilegierte Zeitgenossen beschränkt. Ebensowenig wie das schlechte Benehmen. Ich ertrage das Handy auch nur als Nothelfer. Schon die Zumutung, ständig erreichbar sein zu sollen, lehne ich ab. Das Handy hat aber ein Problem des „Festnetz“-Telefons nur verstärkt. Schon in der Vorhandyzeit erntete ich meistens blankes Unverständnis, wenn ich erklärte , das Telefon einfach bimmeln zu lassen, wenn ich keine Lust hätte, zu telefonieren. Der Vorteil der heutigen Technik ist wenigstens, dass ich sehen kann, wer mich zu erreichen versucht. Anruf wegdrücken und es ist Ruhe! Es ist aber wohl auch eine Frage des Alters und der Abgeklärtheit. Mich interessiert der ganze Technik-Kram nicht mehr. Gleich, ob es sich um Handy, Fernseher, Autos oder sonst was handelt. das war in jungen Jahren entschieden anders. Solange mich andere mit ihrer Technikbegeisterung nicht nerven, dürfen sie ruhig machen, was sie wollen. Vor kurzem war ich mal wieder in einen völlig überfüllten ICE geraten. Es war Sonntag Abend und alle deutschen Studenten und Wehrpflichtigen waren auf der Fahrt an ihre Einsatzorte. Vor lauter Notebooks, Mp3-Playern und Handies waren die zugehörigen Menschen kaum noch zu erkenne und ich vermute, dass der Stromverbrauch der Passagiere inzwischen höher ist als der der Lok. Welch ein Segen, dass aus völlig überholten Gründen der Ganze Tand im Flugzeug doch meistens abgeschaltet bleiben muss. Sonst würde das Fliegen noch unerträglicher als es ohnehin schon ist.

  136. @Snuggles: ah, ok, sie haben...
    @Snuggles: ah, ok, sie haben also doch ein sinnvolles Geschäftsmodell. Bedenken zerstreut. –
    @abf: „trinkt mehr wein! – rettet ihn vor dem gelaber!“ sehr richtig. In meiner Jugendzeit in einer Weingegend (Markgräflerland) spotteten die Leute auch über die auswärtigen Weinthermometerbenutzer – mE völlig zu recht. Wein ist zum Trinken da, ob er schmeckt, merkt man, wenn man ihn zu sich nimmt! Außerdem gerät er sowieso jedes Jahr etwas anders. –
    @elbsegler: sind Sie in dem ICE auch mal in die „Ruhezone“ gegangen? Vermutlich herrschte dort hemmungsloses Gequatsche, und sie wären ob des Tastaturgehämmers noch froh gewesen.

  137. @abf, wie wahr, wie wahr. Als...
    @abf, wie wahr, wie wahr. Als bekennender Genießer natürlicher Produkte, ist auch mir dieses Gefasel um jede etwaige Nuance, diese zwanghafte Suche so zuwider, daß ich seit langem schon jeder öffentl. Verköstigung fernbleibe. Warum muß ich Schokolade essen, um irgendeine blase Note des Weines zu erahnen. Kann der Wein nicht ohne schmecken? Kraft meines Datums habe ich gottlob die guten Zeiten des Genießen kennengelernt. In diesem Sinne halte ich es mit Ihrem letzten Satz und danke. Genießet und schweiget einfach.

  138. @colorcraze
    In diesem Zuge...

    @colorcraze
    In diesem Zuge konnte man nicht mehr gehen. Nur noch stolpern über Taschen, Koffer und querliegende Mitreisende. Auf die Idee, in diesem Durcheinander nach der „Ruhezone“ zu suchen, bin ich gar nicht gekommen. Vielleicht war ich auch mittendrin.
    @abf et al.
    Ab gehts auf die Nebenstrecke… Ich finde diese Weinkennerpoesie einfach herrlich. Realsatire eben. Ich bin mit meinem verhunzten Geschmacks- und Geruchssinn jedenfalls nicht ansatzweise in der Lage diese feine Brombeer-, Vanille- und was-weiß-ich-Note zu erspüren. Leicht beschwipst solche Beschreibungen des Unbeschreiblichen zu hören, ist immer wieder köstlich. Je nach Mut und Stimmungslage kann man auch munter Mitfaseln. Man wird selten auf Widerspruch stoßen, doch irgendwann wird es schwer, den nötigen Ernst zu bewahren. Doch was solls. Solches Geschwätz gibt es zu jedem Thema. So manche Konzert-, Opern- oder Theaterkritik ist auch bis zur Unkenntlichkeit verschwiemelt. Nur die besondere Weinkennersprache, die eng mit der Jägersprache verwandt zu sein scheint, macht die Angelegenheit eben noch lustiger. Eben weich am Gaumen und angenehm lang im Abgang…

  139. @elbsegler: oh weh,...
    @elbsegler: oh weh, hoffentlich ist es bei der nächsten Zugfahrt nicht so voll.

  140. Lieber D.A.

    beim Lesen Ihrer...
    Lieber D.A.
    beim Lesen Ihrer blumigen Worte fühlte ich mich schlagartig in die Mitte der 1980er Jahre versetzt. Nach etwas Recherche mit meinem Smartphone via WiFi habe ich folgendes gefunden:
    Stiftung Warentest – Oktober 1984:
    „Die Enttäuschung ist vorprogrammiert – Kleine Denksportaufgabe: Man braucht es nicht und trotzdem wird es wir verrückt verkauft. Was ist es? Ganz einfach: ein Heimcomputer! Wir prüften sieben Modelle und suchten verzweifelt nach sinnvollen Einsatzmöglichkeiten. Unser Fazit: Wer auf die elektronische Aufrüstung seines Heimes verzichtet, büßt keine Lebensqualität ein.“
    Die haben sich damals ganzschön festgelegt… Oder? Alles was nach der Erfindung der Brieftaube kam, ist eh alles Teufelswerk.
    Gruß O.S.

  141. Oberschwabe, sagen Ihnen...
    Oberschwabe, sagen Ihnen Minidisk, AAC, Betamax, xD-Slots noch etwas? Das ist alles so Zeug, das kam und ging, manches sinnvoll, anderes nicht, und am Ende –
    .
    ich weiss, dass es in 1000 Jahren noch Kerzen geben wird. Aber das, was unsere Sachkultur ausmacht? Oh weh.

  142. @BlackJack66
    Ich zum Beispiel...

    @BlackJack66
    Ich zum Beispiel habe letztes Jahr kein Buch gelesen. Alleine aus Zeitmangel. Wir waren letztes Jahr zum Beispiel auch nicht im Urlaub. Urlaubszeit, dass ist immer mal die Zeit ein gutes Buch zu lesen – sonst komme ich, selbst wenn ich es gerne mal wieder machen würde – nicht dazu eins durchzuackern. Dieses Jahr geht es eine Woche ans Meer – da werde ich mir auch wieder 1-2 Bücher mitnehmen. Aber ich glaube es gibt viele Menschen – die lesen nicht, weil sie nicht möchten – oder ungebildet sind – sondern weil ganz einfach auch die Zeit dafür fehlt.
    Viele Grüsse

  143. Zhe new popularism: My...
    Zhe new popularism: My conifirmation rate/day: 1-2-3-4-5-6-7…….n!

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