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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Nach oben schlafen mit Tullia d’Aragona

| 189 Lesermeinungen

Mit dem Hochschlafen ist es ja so eine Sache: Es ist relativ leicht, wenn sich ein alter, reicher Sack eine Frau aus Russland oder Thailand beschafft, aber extrem unschön im täglichen Umgang. Will man aber einen jungen, angenehmen und familiär gut gepflegten Sohn aus besserem Hause, muss man sich gegen die Konkurrenz der Leistungsträgerin zur Wehr setzen. Klingt schwer, aber wenn man den Terminus Technicus für derartige Geschöpfe kennt - Frettchen nämlich - ahnt man vielleicht, dass eine wohlgebildete, kluge und kulturell interessierte junge Dame mit kleinem Vermögen dennoch gute Chancen haben könnte.

Jetzt darf ich Sie nicht mehr hintergehen; der glückliche Mensch, den Sie zu ihren Füssen sehen, ist nicht Lindor: Ich bin Graf Almaviva.
Beaumarchais, Der Barbier von Sevilla

Eine der bekanntesten Frauen der italienischen Renaissance, eine Prominente gar im heutigen Sinn, wenn man so will, war Tullia d’Aragona, ihres Zeichens Edelkurtisane in Rom, was in der Dauer ihrer Männerbeziehungen etwa der heutigen Fussballergattin entspräche – wären da nicht die dazugehörigen Männer, allesamt keine Mietbeine, sondern Mächtige ihrer Zeit und Machtlose in ihren berühmten Armen; angetan vom Intellekt der cortigiana onesta, und wäre da nicht auch ihr Wille gewesen, nach oben zu kommen. Nicht jedoch durch Beischlaf oder die Gosse der Berichterstattung mit Fernziel einer Moderation in einem Privatsender, sondern als Literatin.  Die Chancen für Tullia d’Aragona, Tochter einer Prostituierten und eines Kardinals, den verpflichtenden gelben Schleier aller Freudenmädchen ablegen zu dürfen, waren in jener Zeit nicht eben gut, aber sie wandte sich mit einem hervorragenden Dialog über das Verhältnis von körperlicher geistiger Liebe an den Herzog von Florenz, und bekam die Erlaubnis, danach als hoch geachtete Schriftstellerin ihren Salon weiter zu führen.

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Die elenden Waschweibermänner der italienischen Renaissancephilosophie waren von diesem Aufstieg quer durch alle Schichten wenig begeistert, aber man machte zwangsweise Platz für die Aufsteigerin: Zu viele Männer von Namen und Rang verkehrten bei ihr, als dass man zu laut über sie hätte herziehen dürfen – und es waren noch die Zeiten, als man einen Auftragsmörder für jene lumpigen Beträge auf einen Schmierfink hetzen konnte, für den man heute seinen Nachfolger, den Journalisten, zum Freund des Atommülllagers Asse oder riskanter Derivate macht. Die weitere Geschichte der Tullia d’Aragona ist weniger erfreulich, aber das Prinzip, mit einer Mischung aus Geist und Körperlichkeit nach oben zu gelangen – das funktioniert bis heute.

 Nun mag das gewählte Beispiel überzogen erscheinen, aber jene Zeiten, da Deutschland eine offene Gesellschaft mit Aufstiegsmöglichkeiten aus eigener Kraft war, sind schon etwa länger vorbei: Schichten schotten sich ab, Ärzte heiraten Ärztinnen und keine Krankenschwestern mehr, und dank der Emanzipation der Frau findet auch jeder hoch stehende Topf einen angemessen hochnäsigen Deckel. Während früher das Rollenbild der Hausfrau und Mutter alle Frauen vor den Männern gleich machte, und Aussehen, Mitgift und Geist eher Variablen waren, mit denen der Sprung über Klassengrenzen möglich war, gibt es nun in allen Klassen reichlich Auswahl für jenes Doppelverdienertum, in dem die Zukunft des Reichtums liegt. Und in Zeiten von schneller Küche, Putzfrauen und Kindermädchen als Statussymbolen hat die reinliche Hausfrau als Ideal gegen die harte Geschäftsfrau keine Chance mehr; der Trend geht weg von der Heiligen und Hure hin zur Leistungsträgerin und Lederfetischistin. Die alte, gleichermassen frauenfeindliche wie auch zum Hochschlafen/heiraten geeignete Ideologie  liegt hierzulande dagegen in Trümmern.

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Wäre man böse, würde man das als die Tradition des Alten Europas preisen, denn von ein paar Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts abgesehen, waren klassenübergreifende Heiraten bestenfalls unüblich, in aller Regel aber praktisch undenkbar. Die Ehe der Leistungsträger knüpft im Kern an 1918 an, sie ist eine kühle und kalkulierte, private Entscheidung gegen einen gesellschaftlichen Ausgleich, und die Argumente, unter sich zu bleiben und die anderen unten zu belassen, negieren den Umstand, dass die eigenen Familien den heutigen Stand zumeist jener demokratischen Öffnung des 20. Jahrhunderts verdanken, auf die heute wieder mit Ablehnung und gezielter Heiratspolitik reagiert wird. Soweit ich es jedenfalls in meinem Freundeskreis erlebe, bleibt man unter sich. Unter Leistungsträgern.

Und genau hier stellt sich die Frage, ob es nicht doch klüger ist, von unten kommend den bewährten Weg der Tullia d’Aragona zu bestreiten, statt sich jener Rollenbilder zu befleissigen, die von Hedwig Courts-Mahler bis zu den Telenovelas die Lüge vom Mädchen in Unschuld mit goldenem Herzen erzählen, das sich nach vielen Wirrungen in den Armen des Agenturchefs wiederfindet. Den Weg der Bildung nämlich, denn der Agenturchef ohne Bindung entspricht absolut nicht dem normalen besseren Sohn und dem Selbstverständnis deutscher Westviertel. An diesem jungen Mann hängt zumeist eine Familie, die Leitbilder vorgibt. Und wenn sie schon keine Zwangsheirat mehr durchsetzen kann, so kann sie doch eventuellen Heiratskandidatinnen mit Leistungsbewusstsein auf die Idee bringen, bei anderen Anbietern solcher Söhne vorstellig zu werden, statt sich den zukünftigen Segeltörn ins Glück von einem derartig skurrilen Anker verderben zu lassen, der sich auf dem Grund in jahrzehnte alten Vorurteilsminen verheddert. Eine unter Müttern und Tanten extrem häufig gelegte Mine ist der Vorwurf der Kulturlosigkeit, und dem wiederum ist angesichts der heutigen, verschulten Studiengänge schwer zu entgehen.

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Oh, bitte, nicht missverstehen, nur bei den wenigsten Müttern reicht das Kulturverständnis hinter die engen Grenzen des Konzertvereins, der Vernissage und sporadischer Staatsopernbesuche (Wagner, Puccini, Händel, alles egal, solange Parkett) hinaus, und die Leistungsträgerin ist nicht niveaulos, sondern hat nur den Focus von alter Kultur zu ihren heutigen Entsprechungen  verschoben: Harry Potter statt Lohengrin, Thomas Gottschalk statt Siegfried, Castingshow statt Meistersinger, das Elend des Halbbildungsbürgertums sucht sich nur andere Erscheinungsformen. Die Anforderungen, um der Elitesse auf diesem Gebiet den Rang abzulaufen, sind nicht nur niedrig; hier bietet sich eine offene Flanke, von deren Existenz all die zielstrebigen Karriereplaner erst etwas verstehen, wenn Mutter und Grosstante längst eingeflüstert haben, dass die junge Frau mit den Büchern, deren Eltern nicht ganz so reich sind, auf längere Sicht die bessere und angenehmere Wahl wäre.

Vielleicht machen sie es, weil es ihnen immer noch näher, vertrauter ist, als die heute gültigen Hochleistungsideale der Märkte. Was das bedeuten kann, lernen Mütter bei der Nachhilfe für ihre Kinder, um sie durch die Anforderungen des achtstufigen Gymnasiums zu peitschen, und kaum jemand wünscht sich wirklich dessen hirngewaschene Produkte als Schwiegertochter: Zu anstrengend, zu ruppig im Auftreten, zu ungemütlich, man kann auch nicht mit der schönen, handgestickte Tischdecke der Urgrossmutter und dem Streublumenservice aufwarten. Eine stille Lesende, eine Gebildete, eine Frau, die den Bildungskanon nicht nur kennt, sondern auch übertrifft, ist da eine willkommene Abwechslung, es bestätigt den eigenen Stand und dessen alte Werte, und verspricht eher als all die dominanten Elitentöchter einen geruhsamen, von Ausgleich dominierten Übergang des Einflusses auf den Sohn. Ausserdem kennt jeder von den selbstständigen, durchsetzungsfreudigen Jungmanagerinnen diese Geschichten und Gerüchte: Hat doch die eine schnell eine Scheidung gewollt, und sorgt die andere dafür, dass der Enkel und Stammhalter lieber Chinesisch für die Reise nach Fernost lernt, als bei Oma im Garten zu spielen.

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Kurz, der Ruf der zackigen, rabiaten Leistungsträgerinnen ist in den klassischen Westvierteln in etwa so gut wie der einer Giftmörderin in der Renaissance, und da vermag die Gebildete, mit welchem Familienhintergrund auch immer, weitaus besser zu gefallen. Und so, wie man sich einredet, dass man wirklich den Ring mit Genuss hört, findet man auch Argumente, warum das mit der fehlenden Elitenfamilie gar nicht so schlimm ist: Hauptsache, der Bub ist glücklich und hat eine Frau, mit der er auch in 50 Jahren noch in die Oper gehen kann, anstelle eines Monstrums, das die ersten 20 Jahre diese in den Metropolen so häufigen Fetischclubs und dann den Scheidungsanwalt besucht.

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189 Lesermeinungen

  1. Soso, Sie sehen also Hoffnung...
    Soso, Sie sehen also Hoffnung für die Orchideenfachstudentinnen. Na, mal sehen, ob selbige welche mal am Klassentreffen auftaucht, könnt so ein Fall sein.

  2. Werter Don, es könte ja auch...
    Werter Don, es könte ja auch ein einfaches mädel aus dem Volk sein, ohne den Bildungsbürgerhintergrung! das erleichtert vielleicht die „Kontrolle“ der holden Maid?! Ansonstemm wünsche ich ne schönre Woche ohne zu schwere Gedanken! Muß gen Osten nund hoffe auf gesunde Rückkehr!
    Grüße FS

  3. das weiße rauschen ihres...
    das weiße rauschen ihres textes,
    dazu die bilder aus einer welt, in der es noch .. zeit .. zu geben schien –
    und so erlebe ich in den
    fauteuil
    geschmiegt, mich an die musik debussys erinnert.
    .
    sowas aber auch.

  4. Die Crux für die neuen...
    Die Crux für die neuen Leistungsträger/innen ist das Vortäuschen der notwendigen „Halbbildung“, den alleine dieser Trick benötigt entsprechendes Wissen und geht dann fließend in den geforderten Bildungskanon über.

  5. Ein Beispiel aus dem echten...
    Ein Beispiel aus dem echten Leben: Er Physiker und IT-Berater, Sie Kunsthistorikerin. WESTviertel alle beide. Schulfreundschaft wird Ehe. In Ermangelung von Sinn im Leben wird auf härtester Katholizismus gemacht. Und der Sohn nach dem letzten totalitären Herscher des Kontinents benannt. Statt Fetischclub und Scheidung … fundamentales Unglücklichsein im Jetzt. Trotz Orchideenfach.
    Nebenbei: Ist das ein Teil der Serie „wie komme ich ins Westviertel?“

  6. ("Eine stille Lesende, eine...
    („Eine stille Lesende, eine Gebildete, eine Frau, die den Bildungskanon nicht nur kennt,…“)
    Die sanfte Frau, die nicht rummosert und ihre Klugheit nicht zeigt, immer noch das Ideal. Hmhm. Dumm nur, dass Gebildetsein nicht zwangsläufig mit Sanftsein gleichzusetzen ist.
    Bei Herren nicht, das ist bekannt. Warum sollen die Damen dann. Welches traditionelle Rollenmodell hat den hier in den Überlegungen Unfug gestanden. Sorry. Mir wäre sogar recht lieb, wenn die wahrhaft Gebildeten, ob Mann oder Frau, öfter Kante zeigen würden, anstatt Bildung nur zur privaten Erbauung, standesgemäßen Vermehrung und Distinktion nach unten zu betrachten.

  7. Sehr geehrter Herr Alphonso,...
    Sehr geehrter Herr Alphonso, diese Anmerkung hat gar nichts mit diesem neuesten Blog zu tun, sondern mit dem letzten, aber heute morgen ging es mir so durch den Kopf, dass ich mich immer auf ein hohes moralisches Roß setze, wenn ich Kommentare zu Ihren Werken abgebe. Und in diesem Zusammenhang ist es sehr erfreulich und erfrischend solche Geständnisse zu lesen wie von Ihnen im letzten Blog wiedrgegeben, wie sie sich abhetzen als erster oben zu sein und sich nicht überholen lassen wollen, auf keinen Preis und sei es Ihr Herzinfarkt.
    Ich kenne das vom Schwimmen wo ich plötzlich von neben mir heranpreschenden schnellen Schwimmern dermassen in Erregung versetzt werde, dass ich unwillkürlich einen Gang schneller fahre und als erster vorne anschlagen will. Und auch die von Ihnen geschilderten Statusängste, Statussehnsüchte, Statuserhaltungsüberlegungen und Statusabrenzungen sind mir nicht fremd, sondern wohlvertraut. Wie eine alte Haut, die man nicht so leicht ablegen kann. Es ist in meinen Augen natürlich eine alte unnötige Haut, aber ich kenne sie… Und Ihre erfrischenden Selbstbekenntnisse sind wohltuend erhellend und aufklärend, tragen zum Erkenntnis und Selbsterkenntnisstand bei. Und da ist so gar eine Prise Humor, die schon anzeigt, dass man sich auch davon lösen kann, ja sogar sollte….
    Also weiter so! Mehr davon!

  8. Schön geschrieben und...
    Schön geschrieben und nachvollziehbar – die umgekehrte Betrachtung von Beziehungschancen zwischen einer attraktiven Elitesse und eines männlichen Orchideenfachabsolventen – dieser insbes. im Rahmen der Alten Kultur versiert & gebildet, gleichzeitig gänzlich erfolglos als zackiger Leistungsträger – hätte mich aus persönlichen Motiven, die ich hier nicht weiter ausbreiten möchte, noch mehr interessiert.

  9. D.A., Sie scheinen mit einigem...
    D.A., Sie scheinen mit einigem Pessimismus in die Zukunft zu blicken und schwere Zeiten auf das Land zukommen sehen. Meinen Sie wirklich, die heutige Zahnarztgattin geht 50 Jahre mit demselben Dentisten in die Oper und die Spielerfrau besucht 20 Jahre mit demselben Ballkünstler die Fetischclubs der Metropolen? Die nähere Zukunft mag weniger kommod werden als es die jüngere Vergangenheit war, aber gar so grässlich, dass Ehefrauen mehrere Jahrzehnte an der Seite eines einzigen Gatten ausharren müssen, wird die Zukunft dann wohl doch nicht.

  10. "eines Monstrums, das die...
    „eines Monstrums, das die ersten 20 Jahre diese in den Metropolen so häufigen Fetischclubs (…) besucht.“
    Entspricht diese Vorstellung der Realität oder ist es eines der schmutzigen Schauermärchen des Westends, welches die Damen wohlig erschauern lässt.

  11. Ärzte heiraten Ärztinnen....
    Ärzte heiraten Ärztinnen. Unser Bundeskabinett hat Vorbildcharakter. Sowohl der Geundheitsminister als auch die Sozialministerin – beides Mediziner – haben einen Partner/Partnerin der gleichen Profession geehelicht. Aber möglicherweise liegt es nur an der Hochschule und wäre nicht übertragbar. Denn an einer reinen medizinischen Universität mangelt es an Alternatievn aus Orchideenfächern.

  12. Don Alphonso, ich teile bis...
    Don Alphonso, ich teile bis heute mit Ihnen den Zivilstand, ledig und kinderlos, und Ihr neuer Beitrag scheint auf ein sanftes Ende dieser Gemeinsamkeit hinzudeuten. Vielleicht sehr oder sehr sehr sanft, oder wie auch immer. Und darin liegt nicht der Hauch einer Anmassung durch Wertung. Bereichernd empfinde ich den Blick ins 16. Jahrhundert. Denn dies verrät den Anthropologen im Historiker und den Soziologen im Feuilletonisten. Und am Beispiel der „Schwiegertochter“ erklären Sie den psycho-sozialen Wandel einer gesellschaftlichen Osmose mit Begriffen des Allzumenschlichen (und dem wundersamen Wandel femininer Werte).
    Vroni, Ihre Beiträge in diesem Blog sind selten länger und stehen durchgehend unter dem Aspekt der Dekonstruktion. Als ich gestern im FAS-Feuilleton die Besprechung Maxim Billers zum atztekischen Titel der 17jährigen Berliner Flippnudel las, musste ich an Sie und Ihre Tochter auf dem Fahrrad denken.

  13. Werter Don, also dieser Satz...
    Werter Don, also dieser Satz hier ist ja ein begnadeter : „der Trend geht weg von der Heiligen und Hure hin zur Leistungsträgerin und Lederfetischistin“ Ich frage mich bloß, wer ist wer. Die Lederfetischistin als Ersatz für die Heilige und die Leistungsträgerin die Entsprechung zur Hure (für Geld und Karriere mache ich alles??)?
    Humorvoll beginnt die Woche und kann jetzt gut starten.
    @Vroni: Ja Bildung sollte gezeigt werden, dann aber leise und sanft, als Hilfe zur eigenen Erkenntnis, das macht den Meister seines Faches, wenn es Spaß macht seinem Wissen zu lauschen.
    @agathos: Gibt es doch zu Genüge, all die Sozialpädagogen, die jetzt Taxi fahren (uh der war fies)
    @Mandrake: LOL Sie sind aber böse :-) Ist es also eine Höchststrafe, 50 Jahre mit ein und derselben Person zusammen zu sein. Treue nur eine Mähr und heute durch schnellere Verfügbarkeit eh überholt?? Was wohl habemus Papam dazu sagt!

  14. Selbständige Frauen, Kinder,...
    Selbständige Frauen, Kinder, Journalisten, Fernsehen welches Sie ja nicht schauen, Nicht-Bayern, Fleisch, Fisch, ein Gläschen Wein, alles ist für Sie nur Ekelmotiv.
    Gegen die schlechte Welt da draussen helfen Torten, Tantchen, Tee, Mama, überbacken Brote: ich fühle geradezu die gigantische Verstopfung die sowas zu produzieren vermag. Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer.

  15. Monsieur, Sie sollten mal mit...
    Monsieur, Sie sollten mal mit Judith Butler reden. Die Dame kam unlängst mit Bodyguard und Manager zu ihrem Vortrag nach Cambridge. Wahrscheinlich auch in Lederklamotten, ich gehe ja da nicht hin. Aber wenn ich Ihren Don lese, denke ich sehr an die Konstruktion von Geschlecht. Chinesisch, Leistungstragen, Fetischcharakter, alles da. Wo ist die kultivierte Krankenschwester von einst? Ich glaube, lieber Don, Sie zitieren Ihre Frau Mutter – für mich OK. Aber das ist wie immer ambivalent. Wie soll eine junge Dame kultiviert und gebildet sein, ohne sich mit der kostümierten Freundin von der F.D.P. anzuzicken? Ein schmaler Grat, Ihr bürgerlicher Kanon. Manchmal ist Mittelstand wohl erste Wahl. Regards!

  16. Tempora mutantur et nos...
    Tempora mutantur et nos mutamur in illis. Times change and we change with them. Doch ich glaube, die Mitgift ist immer noch im 21. Jh. vorteilhaft.
    In Griechenland ist es noch heute üblich (in der besseren Gesellschaft) ein Haus mit mindestens zwei Stockwerken zu bauen (das 2. und das 3. Stockwerke sind separat – „self-contained“). Diese separaten Wohnungen stehen den verheirateten Töchtern zur Verfügung – und falls es zu einer Scheidung kommt, hat die Tochter (samt Kinder) ein Dach übers Kopf. Nicht nur das, sondern Babysitter auch – die Grosseltern stehen normalersweise zur Verfügung. Und die geschiedene Tochter kann (wieder, oder weiter) einer Tätigkeit nachgehen. Sehr praktisch, imo.

  17. ….kaum einer der...
    ….kaum einer der arbeitswütigen, neuzeitlichen Buben sollte jemals in einer ruhigen Minute eine Kosten-/Nutzenrechnung seiner Beziehung aufmachen…er würde sich kurz nach dem Geräusch des gefallenen Groschens eh mit einem Lächeln auf den Lippen von seiner nervösen, globalen Hochleistungsträgerin trennen.
    Denn im Allgemeinen ist der Schaden, den diese Damen im Leben des Partners anrichten doch weitaus grösser als der Nutzen, den sie mit ihrem erworbenen Presswissen & ihren Sportstudiogestählten Frauenkörpern zu bieten haben.
    Wie es um das gegenwärtige Niveau der Herren steht, sei jetzt einmal dahingestellt, aber die „durchschnittliche Leistungsträgerin“ bietet aktuell keine erstrebenswerte Aussicht auf ein lebenswertes gemeinsames Dasein…
    Zuwenig Ruhe & Gelassenheit – zuviel Schlaumeierei, Hochfrequenz & Tinitus
    .
    Aber wie immer im Leben: Ausnahmen gibt es natürlich.

  18. Vroni, das Bild der "stillen...
    Vroni, das Bild der „stillen Lesenden“ finde ich auch etwas antiquiert. Vielleicht wieder nur ein Reflex auf so manches Kampflesben-Geschrei aus den letzten zwei bis drei Jahrzehnten?
    .
    Don, zeigt das Beispiel der Tullia nicht auch, dass Frauen, um den gesellschaftlichen Aufstieg schaffen zu können, gescheit und fleißig sein sollten, wohingegen es bei den Männern in aller Regel ausreicht, (entsprechend dem Zitat von Enzensberger) gescheit und faul zu sein?

  19. Wehrter Don,

    sehr düster,...
    Wehrter Don,
    sehr düster, sehr dunkel.
    Aber doch erhellend zu lesen.
    Herzlichst P.

  20. Werter Don...
    Werter Don Alphonso,
    vermutlich kennen Sie mehr der Leute, die Sie beschreiben, als ich – aber dennoch scheint mir der von Ihnen beschriebene Gegensatz etwas konstruiert zu sein. Wieso sollte es nur ein Entweder-oder geben? Was mir bislang zumindest bei Naturwissenschaftlern aufgefallen ist, ist dass diejenigen, die ich am ehesten zur (in dem Fall wissenschaftlichen) Elite zählen würde, meist auch großes kulturelles Interesse aufweisen. Und das auch noch oft völlig aus sich selbst – die Naturwissenschaften sind ja doch ein Feld, auf dem sich viele Bildungsaufsteiger (mit wirklichem Interesse!) tummeln.
    Das Problem ist ja, dass offenbar noch immer die Naturwissenschaft nicht wirklich zur Bildung zählt, weshalb zumindest die Damen in Ihrem Milieu diese Studiengänge scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Vielleicht schade, vielleicht auch besser so.
    Btw. – meine Liebe zur Oper hat mit Pierre Boulez legendärer Aufnahme begonnen. Man kann den Ring genießen, ohne es sich einzureden.

  21. Der Feudalismus hatte da...
    Der Feudalismus hatte da bessere Lösungen im Angebot wie z.B. das Königliche Haus vom Heiligen Ludwig.
    1792 war’s aus, aber das mit den Bürgertöchtern hätte ja eh nicht geklappt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Maison_Royale_de_Saint-Louis
    Bildung aus Büchern reicht natürlich nicht, es müssen auch gefällige Künste dazukommen wie Singen, Musizieren, Tanzen und gerne auch Reiten.
    Kochen nicht unbedingt, Hauptsache sie hat einen guten Geschmack, stellt die richtige Köchin ein und die angemessene Speisekarte zusammen, auch mit Blick aufs liturgische Jahr.

  22. Im Prinzip sollte es so...
    Im Prinzip sollte es so aussehen,
    daß die aussteuerlose Pygmalia aus verarmter Familie, der kein Nikolaus einen goldenen Apfel ins Fensterchen wirft, ihr symbolisches Herfkunfts-und-bildungskapital in eine Ehe mit einem aus den Tiefen der Gossen aufgestiegenen skrupellosen Höfling einbringt und die Elite somit ihren Genfond erweitern und doch ihre verfeinerten Sitten konservieren kann.

  23. Werter Don,
    der Schaum meines...

    Werter Don,
    der Schaum meines Latte Macciatos aus der Kantine fällt langsam in sich zusammen, aber der stille bescheidene Blaustrumpf als Ideal der jungen Männer des Westviertels? Also bitte, das glauben Sie doch nicht wirklich.
    Obwohl ich sehr gern lese, und dies auch für absolut wichtig halte, prädestiniert einen das nicht als Frau in die bessere Gesellschaft einzuheiraten. Übrigens, ich habe (gem. meiner grandmère) deutlich unter meinem Stand geheiratet. Dafür habe ich aber einen Mann, der Shakespeare und Goehte kennt und mich damit immer wieder und unerwartet beglückt. Und das, obwohl, wenn man ihn fragt, er nicht gerne liest. Vielleicht hat mein Mann sich ja durch Bildung in die kleinbürgerliche Welt nach oben gelesen ;-).
    Einen wunderschönen Tag aus dem wiederverschneiten Frankfurt.
    Frau Waldwuff

  24. Lieber Don,
    .
    "Eine unter...

    Lieber Don,
    .
    „Eine unter Müttern und Tanten extrem häufig gelegte Mine ist der Vorwurf der Kulturlosigkeit, und dem wiederum ist angesichts der heutigen, verschulten Studiengänge schwer zu entgehen.“
    .
    lernt man Kultur erst im Studium? Ich würde behaupten, dass der dafür geeignetere Ort ein ordentliches Gymnasium ist. Zum Vorwurf der „verschulten Studiengänge“: Ingenieurwesen, Naturwissenschaften, Medizin, Pharmazie, Wirtschaftswissenschaften etc. waren seit jeher verschult. Daran hat auch die Bolognese nicht viel verändert.
    .
    T.I.M.,
    .
    „Das Problem ist ja, dass offenbar noch immer die Naturwissenschaft nicht wirklich zur Bildung zählt, weshalb zumindest die Damen in Ihrem Milieu diese Studiengänge scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Vielleicht schade, vielleicht auch besser so.“
    .
    vielleicht liegt das auch einfach daran, dass man in den Naturwissenschaften auch körperlich (im Labor) arbeiten muss. Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache – ganz unabhängig von der Herkunft, aber vielleicht gerade für Frauen.
    .
    Darüber hinaus verbringen die meisten Naturwissenschaftler, die ich kenne, durchaus 60 Stunden und mehr im Labor/Büro. Also sogenannte „Leistungsträger“, wenn auch nicht mit der Bezahlung und mit dem Auftreten der Jesuiten der Ökonomie. ;-)
    .
    Was kulturelle Interessen von Naturwissenschaftlern anbelangt, habe ich meine Zweifel an Ihrer These: http://www.phdcomics.com/comics/archive.php?comicid=1038 Das scheint nicht nur in Deutschland, sondern auch anderswo so zu sein.

  25. @ Freier Radikaler
    ("dass man...

    @ Freier Radikaler
    („dass man in den Naturwissenschaften auch körperlich (im Labor) arbeiten muss. Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache – ganz unabhängig von der Herkunft, aber vielleicht gerade für Frauen.“)
    .
    Wie pidde? :-)
    Und was ist mit den unzähligen PTAs und MTAs in den Laboren? Sind dann wohl alles Männers… ^^.

  26. @ muscat
    ("Vielleicht wieder...

    @ muscat
    („Vielleicht wieder nur ein Reflex auf so manches Kampflesben-Geschrei …“)
    .
    Don hat keine solchen Reflexe (oder Reaktanzen). Aber er lässt sie hier entstehen. Durch die Leserschaft.
    q.e.d.

  27. @ Rosinante
    ("Als ich gestern...

    @ Rosinante
    („Als ich gestern im FAS-Feuilleton die Besprechung Maxim Billers zum atztekischen Titel der 17jährigen Berliner Flippnudel las, musste ich an Sie und Ihre Tochter auf dem Fahrrad denken. „)
    .
    Dann müssten Sie natürlich auch an Andrea Diener denken mit ihrem13jährigen Porsche-aufmischenden Fiat. Quod licet.
    .
    Flippnudel, so nennt man jetzt solche One Hit Wonders?

  28. .
    Herrrrliiiich
    .
    .Die...

    .
    Herrrrliiiich
    .
    .Die Schöne
    .
    und die Bestie
    .

  29. @ Freier Radikaler....
    @ Freier Radikaler. Math-Nat.Studiengänge werden nicht nur von den Damen der besseren Gesellschaft gescheut, sondern geschlechter- und standesübergreifend allen, die keine Lust auf ein allzu schwieriges Studium haben oder denen schlicht die intellektuelle Ausstattung dazu fehlt. Da kommt man nämlich mit Auswendiglernen nicht sehr weit. Dieses Phänomen setzt überigens bereits in der Schule ein. Wie sonst ist es zu erklären, dass z.B. am Gymnasium, dass meine Cousine nach dem Umzug nach Niedersachen besuchen muss, bei 8 (!) 11. Klassen nicht ein einizger Physik-Leistungskurs existiert, dafür aber 5 Leistungskurse „Sozialkunde“?

  30. @Vroni und muscat
    „ Die...

    @Vroni und muscat
    „ Die sanfte Frau, die nicht rummosert und ihre Klugheit nicht zeigt, immer noch das Ideal.“
    Ich fürchte doch. Denn in der Regel ist es doch so: Der balzende Herr möchte für sein resigniert hingeworfenes „Die Welt ist ein Irrenhaus“, von der angebalzten Dame Mitgefühl und Aufmunterung. Keineswegs will er jedoch, dass sie ihm diese Geistesleistung mit: „Cicero. Stultorum plena sunt omnia“ quittiert.
    Ich habe, obwohl nur halbgebildet, unlängst einen interessierten Herrn allein dadurch in die Flucht schlagen können, dass mir der Name Václav Havel geläufig war. Deshalb kann ich dem sonst hochgeschätz Don heute nicht ganz folgen.
    Man kann den Ring mit Genuss hören. Den größten Genuss hatte ich jedoch bei der Version von Loriot. Was zum großen Teil darin begründet war, dass die erschienen Strenggläubigen zwar irgendwie das „Loriot“ zur Kenntniss genommen, mit einer Parodie aber trotzdem nicht gerechnet hatten.

  31. Vroni, bestimmt ist...
    Vroni, bestimmt ist „Gebildetsein nicht zwangsläufig mit Sanftsein gleichzusetzen“, aber oft ist es eben doch so, daß höhere Bildung an Verstand und Herz eine gewisse Zurückhaltung produziert, bei Männern übrigens genauso wie bei Frauen.

  32. @ fionn: In Italien (und...
    @ fionn: In Italien (und nicht nur in Italien) sind es eher die Söhne, die nach der Scheidung wieder zu Mama ziehen, denn dort ist die Küche immer noch am besten, und die Wäsche ist gratis.

  33. Vroni,
    .
    "Und was ist mit den...

    Vroni,
    .
    „Und was ist mit den unzähligen PTAs und MTAs in den Laboren? Sind dann wohl alles Männers… “
    .
    OK, ich sollte präzisieren. Ich bin von denen ausgegangen, die eine akademische Ausbildung anstreben.

  34. Ariadne,
    .
    auch in den...

    Ariadne,
    .
    auch in den Naturwissenschaften wird viel auswendig gelernt (Chemie, Biologie, Biochemie etc.). Und ist Jura wirklich einfacher? Philosophie? Wie ist es mit den anderen Geisteswissenschaften? Da kenne ich mich einfach nicht aus.
    .
    Und warum sollte es auch nicht höhere Töchter/Söhne geben mit der nötigen intellektuellen Ausstattung? Ist der liebe Gott wirklich so ungerecht und verleiht Kindern der besseren Gesellschaft den für Naturwissenschaften nötigen Intellekt nicht? Kann ich mir nicht vorstellen …

  35. @ Dafne
    Meinem...

    @ Dafne
    Meinem Lieblings^^-Oberbildungskanoniker MRR gebricht es an dieser Zurückhaltung. Ist er nun weniger gebildet.
    @Windsbraut
    Herren, die sich ausschließlich Mut und Aufmunterung wünschen, die scheinen mir eher eine Mama zu suchen.
    (@Rosinante, das mit der Dekonstruktion stimmt natürlich. Sie hilft gewisse implizite Logiken zu entdecken, was natürlich nicht jeder mögen muss.)

  36. @ Freier Radikaler. Bei Jura...
    @ Freier Radikaler. Bei Jura kommen man mit Auswendiglernen und Glück bzw. der richtigen Wahl des Bundeslandes, in dem man die Examina abzulegen gedenkt – je nord(westlicher), desto einfacher (also auf keinen Fall Bayern, BW oder Sachsen) – zu mittelprächtigen Ergebnissen. Aber wirklich gute Ergebnisse erzeilt man auch bei Jura nur, wenn man es verstanden hat. Bei Mathematik schafft man mit Auswendiglernen vielleicht noch das Abitur, danach ist Schluss. Warum würden sonst wohl so viele Studenten ihr BWL, Soziologie o.ä. Studium abbrechen – wenn nicht plötzlich irgendwo (in abgeschwächter Form) Mathematik auftauchen würde?
    Dass die Natur die höheren Schichten bei der Intelligenzverteilung vernachlässigt, glaube ich auch nicht. Ich meine, die Studienfachwahl ist in diesen Kreisen entweder eine Frage der Tradition bzw. hat man es vielleicht schlicht nicht nötig, vom erlernten Beruf je leben zu müssen? Da wird man sich auch nicht mit so hässlichen Dingen wie Wirtschaftsmathematik oder Festkörpermechanik plagen – es sei denn, man interssiert sich tatsächlich dafür.

  37. @Vroni, Rosinante:
    Apropos...

    @Vroni, Rosinante:
    Apropos Dekonstruktion:
    Erfolgreicher Unternehmer / Denker = „Kreativer Zerstörer“.
    Erfolgreiche Unternehmerin / Denkerin = ?

  38. @ ermahnungsresistenter...
    @ ermahnungsresistenter Gärtner:
    .
    Wissen Sie, was ein emmerdeur ist?
    .
    fragt sich
    .
    f.

  39. @ agathos 01.07
    diese...

    @ agathos 01.07
    diese Konstellation scheint mir gute Chancen zu haben, denn Frauen suchen anderes als Männer und wollen, auch wenn sie selbst sehr gschaftig und tüchtig sind, Kulturelles in ihrem Leben haben und sei es eben durch einen Mann. Die Buchhalterin mit dem ewigen Studenten, der einen unfertigen Roman in der Schreibtischlade hat, die Frau Facharzt mit dem Maler der in Bankfilialen ausstellt und die Uni-Professorin mit dem Übersetzer….
    Umgekehrt kann ich aber dem Don nicht so ganz zustimmen: orchideenfächrige
    Aufsteigerinnen vertragen sich auf Dauer nur mit ebenso geisteswissenschaftlich
    angehauchten Herren. Ist der Mann zu materialistisch-dynamisch-schlicht vertschüssen sie sich nach einiger Zeit doch. Dankbar und treu hingegen ist die simple Aufsteigerin.
    Auch in Kontrast zu den Beobachtungen des Don konnte ich so einige tüchtige GschaftelhuberInnen aus kleinen Verhältnissen gut einheiraten sehen, und die ließen dann auch nicht mehr los, denn sie schätzten den hart errungenen Status sehr (mehr als die Qualität der Beziehung, den persönlichen Austausch und Freude und Vergnügen aneinander/miteinander).

  40. @Freier Radikaler:
    Naja,...

    @Freier Radikaler:
    Naja, natürlich gibt es Nerds, aber die sind (meiner Erfahrung nach) deutlich in der Unterzahl. Und ob die Damen nun in Ihren Exotenfächern NICHT arbeiten oder in Naturwissenschaften dürfte letztlich auch egal sein. Ehrlichgesagt hab‘ ich auch keine Ahung wie es in der Biologie mit ihrem hohen Frauenanteil aussieht.
    Übrigens gibt’s natürlich auch Ausnahmen, selbst im bayerischen Adel:
    http://www.preysingmusic.de/
    Wenn man mal von der Studienwahrscheinlichkeit absieht, ist es aber trotzdem so, dass es bildungstechnisch noch immer keine Schande ist, wenn man wie die Damen in Frischs Homo Faber keine Ahnung vom zweiten Hauptsatz der Thermodynamik hat, obschon der eine essentielle Erkenntnis der täglichen Welt beinhaltet. Und das (nur als Beispiel) sollte Abiturwissen sein.

  41. @Freier Radikaler:
    Naja,...

    @Freier Radikaler:
    Naja, natürlich gibt es Nerds, aber die sind (meiner Erfahrung nach) deutlich in der Unterzahl. Und ob die Damen nun in Ihren Exotenfächern NICHT arbeiten oder in Naturwissenschaften dürfte letztlich auch egal sein. Ehrlichgesagt hab‘ ich auch keine Ahung wie es in der Biologie mit ihrem hohen Frauenanteil aussieht.
    Übrigens gibt’s natürlich auch Ausnahmen, selbst im bayerischen Adel (und außerdem ein Beispiel für Naturwissenschaft + Kultur):
    http://www.preysingmusic.de/
    Wenn man mal von der Studienwahrscheinlichkeit absieht, ist es aber trotzdem so, dass es bildungstechnisch noch immer keine Schande ist, wenn man wie die Damen in Frischs Homo Faber keine Ahnung vom zweiten Hauptsatz der Thermodynamik hat, obschon der eine essentielle Erkenntnis der täglichen Welt beinhaltet. Und das (nur als Beispiel) sollte Abiturwissen sein.

  42. @Vroni, Rosinante:
    Apropos...

    @Vroni, Rosinante:
    Apropos Dekonstruktion:
    Erfolgreicher Unternehmer / Denker = „Kreativer Zerstörer“.
    Erfolgreiche Unternehmerin / Denkerin = ?
    .
    Ariadne, eben, das Interesse (und gewiss bei einigen auch die Tradition) ist hier das entscheidende. Intelligente Leute kann man in allen möglichen Studiengängen kennenlernen, da gibt es m.E. keine Klumpenbildung in den naturwisschenschaftlichen Fächern.

  43. Es ist nicht so lange her, der...
    Es ist nicht so lange her, der Fall der BMW-Erbin mit dem Schweizer.

  44. Intelligenz ist, was ein...
    Intelligenz ist, was ein IQ-Test misst. Das hier sind „(hoch)intelligente Leute“: http://web.fu-berlin.de/akip/5_projekte/improved%20reading/presse/2006/mindmag54_okt2006.pdf(s. 12ff). Alles andere sind nur unsere Projektionen (FAZ-Leser und DA-Fans) auf erstrebenswerte Zustaende, die eine Mischung aus Intelligenz, Ausdauer, Bildung, Herkunft, Vermoegen, Umgang und sonstigen Eigenschaften/Zustaenden sind.

  45. colorcraze, ich kenne einige...
    colorcraze, ich kenne einige enorm attraktive Orchideenfachstudentinnen, das bringt das Studium mitunter so mit sich- Ob die allerdings dergleichen wollen würden – da habe ich Zweifel.
    .
    FS, viel Spass im Osten! Ich fürchte, es muss zumindest einiges an Gleichklang geben, damit so etwas funktioniert, zumal die einflüsternden Mütter in aller Regel schon auf passenden Stil achten. Das einfache Mädchen aus dem Volk ist eventuell mit Piercing und Abendvergnügen vor der Glotze zufrieden – aber genau das reicht nicht. Sie muss zumindest Ah sagen, wenn das Wort Rosenthal fällt, und Oh, wenn es von der Grossmutter stammt.

  46. Vroni, die Tatsache, dass...
    Vroni, die Tatsache, dass Andrea Diener auf Ihre Fahrrad-Anekdote reagierte, sehe ich im Kontext ihrer sonstigen Themen und Gedanken in diesem wie im eigenen Blog. Darin zeigt sie eine kritische und gebildete, ironische, auch sarkastische, aber immer höfliche Dialogfähigkeit gegenüber dem anderen Geschlecht. Die Solidarisierung mit Ihnen und einem machismofixierten Radikalfeminismus bleibt da ein Aperçu am Rande.
    Ich werte es als positives Zeichen, dass Sie Ihre Beiträge selbst als Teil einer Dekonstruktion verstehen. Das Argument, damit „implizite Logiken zu entdecken“, gehört seit Jahrzehnten zum Endlosschlaufengefasel der Fortschrittsfraktion. Was frau dabei in der Erziehung anrichten kann, ist dem bösen Text Maxim Billers zu entnehmen. Die wütende Prosa dieser Jungautorin, die ich damit keineswegs als Person werten will, will keine „implizite Logiken entdecken“, sondern jenes, was ihr diese Worthülsen stets vorenthielten: Wärme, Lebensoffenheit, Schutz durch Vorbildlichkeit und Lebensengagement. Und der keinesfalls unwichtige Rest sollte Ihnen als regelmässige Leserin von Don Alphonsos Beiträgen eigentlich vertraut sein.

  47. Swina, nun, das Bild selbst...
    Swina, nun, das Bild selbst wurde in jener Hektik erworben, die das eisige Wetter in Pfaffenhofen nach sich zog, und wurde eigentlich nur verwendet, weil es so einigermassen passte.
    .
    TucholskyfuerArme, das Problem sind vor allem die unendlich vielen offenen Flanken. Man kann sich vielleicht Grundkenntnisse in Tristan und Isolde anlesen – aber was tun, wenn die Miutter dann erzählt, sie hätte ihren Sohn am liebsten nach Rainer Maria Rilke benannt? Wer zum Teufel war denn das? Und wurde nach dem schon mal bei einer Quizsendung gefragt?

  48. Wirklich ermüdend,
    wie...

    Wirklich ermüdend,
    wie schnell diese Kulturplauderei hier gleich wieder zu einer genderspezifikorientierten Prüfungsordnungsdebatte verflacht.
    Es geht hier doch sapperlottnochmal nicht um Abschlüsse oder Noten. Es geht um die Stimmung im Wohnzimmer, wenn mal Gäste kommen.
    Hängen da Bilder?
    Steht da ein Flügel?
    Fühlen sich die Kinder der Gäste wohl auf dem Teppich?
    Wird vielleicht ein Cognac oder Likör angeboten?
    Ist es vorstellbar, daß die Gesellschaft nach einem Gläschen noch was singen wird? Oder sich einer an den Flügel setzt?
    Findet man ein Gesprächsthema, wo man diskutieren kann, ohne politisch zu werden oder, noch schlimmer, von der eigenen „Arbeit“ reden zu müssen?
    Was von der Don von seiner Ehefrau verlangen würde, ist eben, daß sie ein Klima schafft, in dem die Gäste Bildung weder affektieren noch verheimlichen müssen, sondern sich zur geistvollen Plauderei ermuntert fühlen.
    .
    Mathematik, warum nicht. Wenn eins von den Kindern das Problem von Achilles und der Schildkröte anbringt, das sie grade in der Schule dranhatten, dann können die anwesenden Juristen ruhig mal ihr Plädoyer halten.
    Oder erklären, wie die Löcher in den Käse kommen.

  49. … gruselig!
    … ob ihr nun...

    … gruselig!
    … ob ihr nun Castingshows anschaut, oder diesen Blog kommentiert, die Motivation bleibt doch die selbige… (ich schließe mich da nicht aus!) Im Übrigen sind die Folgen der beschränkten Lebensumstände in einem Bergbauerndorf völlig anders! …oder am Ende doch nicht?
    Vielleicht könnte intellektuelle Euthanasie weiterhelfen. Nur wer mietet dann meine Häuser? Auch wenn ich nicht damit hausieren gehen muss, aber Gott-sei-Dank brauche ich mir keine Gedanken darüber zu machen, wo ich meinen Don reinhänge!
    Hm… Welcher österreichische Künstler hat nochmal seinen reinrassigen deutschen Schäferhund »Adolf« genannt, Hermann Nitsch war’s nicht… Hm… Wird wohl nicht so wichtig sein! Ich geh‘ jetzt Schlitten fahr’n, Pfiagohd!

  50. Kinder haben auf dem...
    Kinder haben auf dem Perserteppich nichts verloren.

  51. D.A., Wenn mir die potentielle...
    D.A., Wenn mir die potentielle Schwiegermutter sagt, sie hätte seinen Sohn am liebesten nach Rilke benannt, würde ich mir wohl zweimal überlegen, ob es wirklich klug ist, in diese Familie einzuheiraten. Aus rein genetischen Überlegungen…

  52. Dann, liebe Ariadne, sollten...
    Dann, liebe Ariadne, sollten Sie unbedingt die Finger von mir lassen. Trotzdem wurde aus mir kein Lyriker, sondern ein Bergbursch mit strammen Wadeln und einem Hunger für zwei.
    .
    Der Heinz meint…, ich wüsste nicht, warum das die gleiche Motivation sein sollte. Hier plauert man, dort wird geplärrt, gebrüllt und, nun ja, also, gesungen oder so etwas.

  53. D.A. Etwas mehr Appetit und...
    D.A. Etwas mehr Appetit und Bewegung an der frischen Luft hätten Rilke vermutlich auch gut getan. Ich muss allerdings gestehen, dass ich, was die Lyrik dieser Zeit betrifft, voreingenommen bin, da ich eindeutig zu den Vertretern des Brit. Empire neige. Rilke & Co. sind mir etwas zu ätherisch.

  54. Booooster, ein schreckliches...
    Booooster, ein schreckliches Beispiel. Mich würden ja keine 10 Pferde in so eine Westviertelehe treiben, wo man immer das ganze Familienelend seit drei Generationen mitheiratet – aber es wurde danach gefragt, also beantworte ich es auch.
    .
    Vroni, in einer Welt, in der man das Elend der Glotze mit Kultur verwechselt und entsprechend adelt, wüsste ich nicht, wie man mit Kultur noch laut die Kante geben könnte. Allein, im Rückzug auf das höhere Kulturgelände kann man dem Rest ja auch zeigen, was er ist: Niemand, dem man vorgestellt werden wollte. Aber, wie auch imnmer: ich wurde gefragt, ob man sich heute noch von unten hochheiraten kann, und wer partout möchte, kann sich ja meine Antwort zu Herzen nehmen. Ich würde es nicht tun. Nie!

  55. Ariadne, dann empfehle ich die...
    Ariadne, dann empfehle ich die Lektüre von „Ich verzeihe keinem“ von Claire Goll, die das Vergnügen mit Rilke hatte und ein Bild hinterliess, das inkongruent zu nennen eine Untertreibung wäre. Rilke säuselte Frauen an, keine Frage. Aber nicht 24 Stunden am Tag, nach dem Dichten war er ganz anders.

  56. HansMeier555, Sie entwerfen...
    HansMeier555, Sie entwerfen das stimmungsvolle Bild eines gepflegten Wohnzimmers und stellen dazu die animierenden Fragen eines Drehbuchs: Billy Wilder etwa, vielleicht der junge Bergmann, sicher für eine Romanverfilmung von Thomas Mann. Und ich halte hier kein Plädoyer für ein Living. Aber Singen? Nach dem Essen? Womöglich im Chor? Na gut, an was dachten Sie denn so?

  57. Anmerkung an Rodelfahrten, Sie...
    Anmerkung an Rodelfahrten, Sie erleben hier ja generell nur den frisch gestärkten Teil mit steifem Kragen und passenden Manschettenknöpfen – die Geschichte, wie ich mir den letzten Bruch zugezogen habe, darf ich hier gar nicht niederschreiben, wie auch meine verzweifelten Versuche, jemanden vom Bahnhof abzuholen. Ganz schrecklich.
    .
    agathos, für die umgekehrte Version kenne ich nur wenige Beispiele, und die, die ich kenne, wären in der Erählung extrem indiskret. Ich denke aber generell, dass auch Frauen nicht unglücklich sind, wenn ihre Männer nicht tumbe Deppen sind, die nur den Ärger im Büro daheim vortragen. Auch das ist eine Folge der Emanzipation. Aber schreiben – das wäre hier zu viel verlangt. Leider.

  58. …sie sagen es! Wenn man...
    …sie sagen es! Wenn man einmal das »Dieter-Bohlen-Prinzip« verinnerlicht hat, kann man überall was werden!

  59. @ Don

    Wer adelt denn die...
    @ Don
    Wer adelt denn die Glotze? :-)
    Außer den Öffentlich-Rechtlichen fällt mir keiner ein.
    Nicht einmal der aus Tötensen.

  60. @Don
    Kinder nicht auf den...

    @Don
    Kinder nicht auf den Perser?
    Das ist spiessig, kleinbürgerlich und passt nicht zu Ihnen.
    Achten Sie auf Ihre Contenance, bitte, bitte.

  61. muscat, Sie denken die...
    muscat, Sie denken die Dekonstruktion konstruktiv und im Sinne des Kreativen. Vive la Différence

  62. luxurius, und wenn ich Stroh...
    luxurius, und wenn ich Stroh auf dem Boden hätte: Keine Kinder, keine Sorgen.
    .
    Vroni, erstaunlicherweise hat man als Gossenabkömling der Glotze eher eine Chance auf einen Platz in den Kulturteilen der Zeitungen, als durch einen wahrhaft klugen und feinen Textbeitrag im Internet oder in einem Magazin. Man stopft die Leser so lange mit dem Dreck, bis sie es auch anschauen, weil man es ja gesehen haben muss, um darüber zu lästern und Pseudokritik lesen zu können. In meinen Augen das Perpetuum Mobile, das am besten mit Dreck läuft.

  63. Mandrake, ich kenne...
    Mandrake, ich kenne Scheidungen ja nur aus der Händchenhalterperspektive, aber so lässig, wie das in den Kreisen der Besitzlosen ist, ist das bei uns nicht: Ein paar Häuser weiter wohnt eine Mittelständlerfamilie, bei der eine Scheidung beinahe die Firma ruiniert hätte. Gerade weil die Schwiegertochter das Ende als Gelegenheit zum Kassensturz und Schlussprofit betrachtete. Ein anderer Fall ist so gelegen, dass mit Überschreibungen eine Scheidung auch dann nicht mehr sinnvoll wäre, wenn sie sich gewünscht werden würde, was der Gatte so einer Turbofrau aber nicht laut zu denken wagt. Gütertrennung ist seltener, als man glauben sollte.
    .
    Bersorgter Gatte, ach, das Westviertel ist ein einziges Vorurteil und pickt sich natürlich die Fälle heraus, in denen dergleichen nachweisbar ist. Und man sieht das ja auch beim Umschalten in der Glotze. Mich darf man da nicht fragen, bei mir hört die Beschäftigung mit solchen Dingen grob bei Pitigrillis Kokain und Golls Sodom Berlin auf. Aber prinzipiell denke ich, dass auch Latex langweilige Erbsenzähler nicht spannender macht.

  64. @Don Alphonso
    Bei mir liegen...

    @Don Alphonso
    Bei mir liegen sogar die Hunde auf den Teppichen.
    Dadurch haben sie mit 14 Jahren i.d.R. auch noch keine Liegewarzen.

  65. Sehr geehrter Don...
    Sehr geehrter Don Alphonso,
    Als Beispiel einer schlecht gelungenen Heirat, auch von den perzipierten Tiefen der Prostitution, hätten Sie ja Caesonia angeben können.
    Und nach vermaledeitem Backenknochen, Zehenbruch, saurem Lüngerl und Fast-Herzinfarkt auf der Jagd in die sonnige Höhe sollten Sie der Blog-Gemeinde hier nicht am Wegesrand tot umfallen – auch wenn Ihre geschätzte, weise Großmutter Recht hat, wenn sie sagt, daß es ein Guter aushält.

  66. HansMeier555,17:25, ich finde...
    HansMeier555,17:25, ich finde Ihren Beitrag unterbewertet kommentiert.Und bestärke.
    Wenn nicht im Wohnzimmer oder im Garten, an welchem Ort sonst könnte sich besser die Stimmung entfalten, die die vorgestellte Wunschkonstruktion als Grundlage braucht.
    Don Alphonso, Ihr Einwand mit dem Perserteppich ist irgendwie kindisch.Ich schätze Sie wohl so ein,dass bei Ihren historischen Liebesspielereien auch mal was danebengehen darf und bitte um Toleranz.
    Gestern las ich von Theodor Storm die Novelle „späte Rosen“. Darin liest sich etwas von Ihrem Beitrag.

  67. Grimaldeli, nichts gegen...
    Grimaldeli, nichts gegen Hunde!
    .
    Schluchten-Ossi, ich hätte auch einen ganzen Tag aus dem Dekamerine und 8 Geschichten aus dem Heptameron bringen können, das Thema war und bleibt aktuell – nur ist Tullia d’Aragona ein meines Erachtens sehr schöner und amüsanter fall, in dem die Kurtisane die Hofmänner aussticht. Um mich muss man sich keine Sorgen machen; meine Grosstante, die die Karten lesen konnte, berechnete ein Sterbealter von sicher über 95 Jahren. Da bleibt noch etwas Zeit.

  68. O.T:
    Da Sie Pfaffenhofen...

    O.T:
    Da Sie Pfaffenhofen erwähnen; ich war bei meinem ersten Besuch gestern etwas enttäuscht. Zuviel Militaria. Vielleicht waren aber wegen der sibirischen Kälte weniger Händler dort. Liege ich da richtig mit meiner Einschätzung?
    Dann würde ich bei besserem Wetter nochmals einen Versuch starten!

  69. Kinder und Perserteppich:...
    Kinder und Perserteppich: selbstverständlich, für gut erzogene Kinder kein Problem. Und gut erzogen heißt nicht gedrillt: alles zu seiner Zeit, Wühlen im Matsch oder gutes Benehmen in schicker Kleidung bei gegebenem Anlass, das machen Kinder mit Stolz. Mein Enkelsohn durfte schon mit drei Jahren das gute Porzellan aufdecken. Je eher Kinder Wertschätzung lernen, desto eher haben sie auch als Erwachsene Wertschätzung für das, was wertzuschätzen ist. Außerdem hält ein guter Perserteppich auch manches aus. „Keine Kinder, keine Sorgen“ ist ehrlicher, das möge jeder für sich selbst entscheiden.

  70. @Foersterliesel: sehe ich...
    @Foersterliesel: sehe ich ähnlich, eine Orchideenfächlerin und ein reiner Geschäftsdynamiker vertragen sich wohl schlecht.
    @Don: Scheidungen sind die Katastrophe der besitzenden Mittelklasse, denn danach gehts nur noch arm weiter, mindestens für eine Partei, meist für beide. Es soll auch schon den Fall gegeben haben, daß die beiden sich noch nach der Scheidung so innig haßten, daß sie sich den Rest dessen, was ihnen jeweils geblieben war, auch noch kaputtzumachten suchten.

  71. Haben Sie gar kein Herz Don...
    Haben Sie gar kein Herz Don Alphonso?
    Nun, die Bilder sind schön!

  72. zu "Kinder und Perserteppiche"...
    zu „Kinder und Perserteppiche“ und nichts verloren: Ha, das kommt ja wohl auf den Perserteppich an ;-) (gebraucht und abgelatscht statt antik und wertvoll, ich wüßte nicht, warum da das Kind nicht eben mal drüberkotzen sollte?)
    Ja, der Naturwissenschaftler, das unbekannte Wesen! Worüber unterhält sich eigentlich ein Chemiker-Ehepaar beim Frühstück? Über die E-Nummern? Ich kanns ja verraten: Über Oper. Durchaus!

  73. Lieber Don Ferrando, nun, ich...
    Lieber Don Ferrando, nun, ich fand nur das gemälde und einen schlichten Biedermeierspiegel, beides aber zu enorm günstigen Preisen. Gestern war vielleicht 1/3 dessen da, was sonst bei gutem Wetter anwesend ist. Gestern war es eklig. Aber das ist gut für die Preise, ein ähnliches Capriccio mit Anklängen an die Ansichten von Tivoli liess mich vor einem Jahr bei einer Auktion gnadenlos untergehen.
    .
    Gedankenstrich, meine Ablehnung von Kindern ist weithin bekannt: Ich schätze sie einfach nicht. Allerdings habe ich einen südkurdischen Hochzeitseppich, der auch Panzer aushält – bei Kindern decke ich darüber.

  74. Das ist ok.
    Aber wenn jetzt...

    Das ist ok.
    Aber wenn jetzt Kinder aus anderen Westvierteln kommen?
    N.B.: Waren Sie so unerträglich?

  75. kurdisch? ein Belutsch?...
    kurdisch? ein Belutsch?

  76. Etwas untergegangen ist das...
    Etwas untergegangen ist das die angeführte Dame von Allesandro Moretto schön nackig gemalt wurde, nicht gerade ein Andachtsbild für Kardinäle.
    Das widerfährt heutigen Aufsteigernädels durch zeitgenössische Künstler eher selten. (Warum dachte ich an die Vergnügungen eines Malers die vor einigen Jahren die Justiz beschäftigten?)
    Um die letzten Bemerkungen aufzugreifen, Kinder machen mehr mit als gemeinhin gedacht. An einem regnerischen Nachmittag (vor etlichen Jahren) habe ich einigen Jungen der Nachbarschaft die Konstruktion Bachscher Fugen in Theorie und Vorspiel erklärt. Zwei von den fünfen verzogen sich nach einer Weile, die anderen fanden es durchaus spannend. (Sie waren Konzert- und Opernbesuche gewohnt, aber man konnte mit ihnen auch auf dem Rasen vor dem Haus kuffen) (Fußball spielen)

  77. luxurius, ich wurde extrem...
    luxurius, ich wurde extrem wohl erzogen, ich war anständig und der Umstand, dass ich mit B. und E. deren Schwester V, an den Kirschbaum band und als Hexe anzünden wollte, tat meinem Ruf als kleiner Gentleman keinen Abbruch. Aber heute zünden sich die Kids ja an, ohne Manieren zu haben.
    .
    malena, richtig, um 1900. Immer noch sagenhaft in Form.

  78. Lieber Don,
    übrigens lag ein...

    Lieber Don,
    übrigens lag ein echter Perserteppich in unserem Kinderzimmer. Den mochte ich, weil man die Matchboxautos so schön übers Muster schieben konnte. Ein Erbstück von meiner Oma, die aus einer Familie stammte, die fünfzig Jahre lang nichts tat als stilvoll zu verarmen. Meine Oma hat nie studiert, aber die richtigen Bilder gekauft. Seitdem sie tot ist, grüßt uns der Maler vergebens.
    Gelitten hat der Teppich erst, als mein Bruder mit den chemischen Experimenten anfing. Man darf gar nicht dran denken, was die so einem 13jährigen in der Drogerie alles verkaufen!

  79. Daß Sie sich an diese...
    Daß Sie sich an diese Fesselspiele überhaupt erinnern, zeigt, daß Sie kein echter Gentlemen sind.
    Der Kavaier erwürgt und vegißt .

  80. @Don Alphonso
    Ich habe auch...

    @Don Alphonso
    Ich habe auch keine Kinder! Aber seltsamerweise kann ich mit den Kindern meiner Freunde, so heisst es, sehr gut umgehn.
    Sehr oft muss ich den Satz hoeren: „Wie du mit den Kleinen umgehst…
    Du bist doch der geborene Vater!“
    .
    Gottseidank nicht… auch nach 5 Ehen

  81. geehrter don alphonso,...
    geehrter don alphonso,
    manches Weibchen ( und auch Männchen) meiner Bekanntschaft ist von Studierten nach oben gezogen worden, in einem Beispiel wurde der von Süden kommende gar in ein Studium gepresst, dass unter Nachhilfe der Familie erfolgreich abgeschlossen werden konnte.
    Die genetische Spannung solcher Verbindungen kommt auch häufig den Absprossungen zugute.

  82. .
    " Biete ´Grasgefluester´
    ...

    .
    “ Biete ´Grasgefluester´
    Meine Damen, kaufen Sie G r a s g e f l ü s t e r“
    .
    Sie sind mit einem Schlage reich, und führen ein aufregendes Leben.

  83. Das klingt, als hättest du...
    Das klingt, als hättest du Jacques Attalis „Die Welt von morgen“ schon gelesen. Rückzugsgefechte sind das auf dem Weg ins Hyperimperium… immerhin kriegen wir dann alle einen Tricorder von Apple – als Versicherungsprämie dafür, dass wir unser Soll- und Idealgewicht erreicht haben werden.

  84. Reine Maria!
    Daher der Tick...

    Reine Maria!
    Daher der Tick mit den Kaseln und dem unbefleckten Teppichboden.

  85. Ariadne,
    .
    "Da wird man sich...

    Ariadne,
    .
    „Da wird man sich auch nicht mit so hässlichen Dingen wie Wirtschaftsmathematik oder Festkörpermechanik plagen – es sei denn, man interssiert sich tatsächlich dafür. “
    .
    ach, warum sollen solche Dinge „häßlich“ sein? Schönheit sieht man bekanntlich nicht nur mit den Augen. Oder wie sieht es denn in Ihrem Fachgebiet – ich vermute, die Rechte – aus?
    .
    T.I.M.,
    .
    „Naja, natürlich gibt es Nerds, aber die sind (meiner Erfahrung nach) deutlich in der Unterzahl.“
    .
    Sie haben natürlich Recht, wenn wir an Planck (der übrigens mit einer höheren Tochter (!) verheiratet war), Einstein, Schrödinger (auch als notorischer Schürzenjäger bekannt: http://derstandard.at/3146765?_seite=2&sap=2 ), Pauli (u.a. ein Partymensch), Djerassi (Vater der Pille und Literat), Rosalind Franklin (eine höhere (!) Tochter), Manfred Eigen uvm. denken.
    .
    Aber wie sind denn die meisten „gewöhnlichen“ Naturwissenschaftler? Ihre Madame v. P. ist da doch eine Ausnahme.
    .
    malena,
    .
    „Worüber unterhält sich eigentlich ein Chemiker-Ehepaar beim Frühstück? Über die E-Nummern? Ich kanns ja verraten: Über Oper. Durchaus!“
    .
    mag sein, aber nach meinen Erfahrungen dominieren am Mittagstisch Witze über Minderheiten (und Frauen!), das Nacharbeiten wochenendlicher Alkoholexzesse, Diskussionen über Fernsehsendungen, die der Don sicherlich nicht kennt, u.a.
    .
    Mein lieber Don,
    .
    „nur bei den wenigsten Müttern reicht das Kulturverständnis hinter die engen Grenzen des Konzertvereins, der Vernissage und sporadischer Staatsopernbesuche (Wagner, Puccini, Händel, alles egal, solange Parkett) hinaus“
    .
    na dann sollten diese doch mal ihre Söhne (und nicht nur Töchter) dort mitnehmen. Es scheint ja, nach Aussagen einiger Kommentatoren dieses Blogs, auch Menschen zu geben, die jenseits von Piercing oder Leder ihr Leben gestalten können. Und wie Sie selbst schreiben, schauen die sogenannten „niederen Schichten“ sowieso nicht vorbei: http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2009/04/22/die-gewollte-unerreichbarkeit-der-hoeheren-tochter-durch-die-niederer-klassen.aspx
    OK, vielleicht ist die Gefahr doch zu groß, dass auch die/der kühl kalkulierende Geschäftsdynamiker/in „auf Brautschau“ geht …

  86. Was hochschlafen von Männern...
    Was hochschlafen von Männern und das Verhalten von Naturwissenschaftlern betrifft, gibt es ein hoch interessantes Beispiel eines bekannten Naturwissenschaftlers: Einstein. Seine erste Frau war auch Physikerin. Sobald er erfolgreich war, hat er sie abgelegt. Als zweite Frau hat er sich eine genommen, die Don’s Mama gefallen hätte. Leider hat ihm die zweite Frau aber die Genialität abgewöhnt, vorausgesetzt es war er, der die großen Ideen hatte und nicht die erste Frau, oder die Kombination der beiden.

  87. Lieber Tiger,
    Genialität...

    Lieber Tiger,
    Genialität halte ich für überbewertet.

  88. @Tiger,
    also ob das ein gutes...

    @Tiger,
    also ob das ein gutes Beispiel ist? Die erste Frau war sicherlich eine eindrucksvolle Persoenlichkeit, ob sie nun aber auch so eine geniale Physikerin war, nachdem sie zweimal durchs Examen gerasselt war, nie auch nur eine Zeile ueber Physikalisches oder Mathematisches veroeffentlicht hat. Sicher hat sie Einstein als Gespraechspartner geschaetzt oder – je nach ideologischer Warte – benutzt. Wie bedeutungsvoll die 1905 vorgelegten Arbeiten waren, koennte man doch sagen, dass sie in der Luft lagen, den damaligen Forschungsstand an drei oder vier Stellen genial fortfuehrten. Der echte Knaller aber war doch die Allgemeine Relativitaetstheorie, und die ist zu einer Zeit ausgedacht worden, also ueber der Ehe bereits dunkle Wolken aufgezogen waren und die Nachfolgerin bereits in Sicht war.
    Gruss
    G.S.

  89. @Der Tiger: Vielleicht sind...
    @Der Tiger: Vielleicht sind Sie nur zu jung, um zu wissen, daß die genialen Ideen der meisten Genies vor dem 40. Geburtstag gedacht wurden, um anschließend von der Substanz zu leben, oder Sie sind zu alt, um sich noch daran zu erinnern, wie es bei den Meisten war.
    Einstein hat es da wohl ganz richtig gemacht: Eine Physikerin in der Zeit, als das Genie aus ihm sprach und wichtigster Quell seines Glücks war, und anschließend eine Frau für alle anderen Freuden, die das Leben noch so bieten kann…

  90. bei wem erbringen eigentlich...
    bei wem erbringen eigentlich die ganzen zackigen Zicken ihre Leistungsnachweise und warum erscheinen einem die beteiligten Prüfer und (Doktor-) Väter häufig als Männer ohne Eier, welche sich vom kalkulierten Charme um den Finger wickeln lassen?!

  91. Verehrter Don Alfonso
    Nothing...

    Verehrter Don Alfonso
    Nothing to add from my side but: @vroni ist auf den Schlips getreten und @hansmeier555 wie immer brilliant.

  92. @N°5 Tribal wording ist nur...
    @N°5 Tribal wording ist nur in der Raucherecke der Executive Lounge oder beim rituellen Abfackeln eines 8-Zylinder BigBlock opportun.

  93. In diesem Blog geht es also um...
    In diesem Blog geht es also um das Aufsteigen in bessere Kreise durch Heirat.
    Alle an der Diskussion Beteiligten scheinen deutlich verschiedene „Kreise“ – manche reden sogar von „Ständen“ – zu sehen. Was ist nun, wenn man solche Kreise/Stände nicht deutlich erkennt und vor allem nicht weiss, wo man sich selbst „verorten“ soll ? Finden Sie das unnormal, oder ist das Ihrer Meinung nach der Normalzustand der nivellierten Massengesellschaft, vor dessen Hintergrund Sie eine gemütliche Ständegesellschaft herbeireden?
    Wer macht sich jetzt was vor bzw. lebt in Wolkenkukucksheim: Der, der Kreise und Stände sieht, oder der, der sie nicht bemerkt ?

  94. Frauen. Tz....
    Frauen. Tz.

  95. Werter Don Alphonso, mit...
    Werter Don Alphonso, mit einiger Erheiterung las ich ihren Artikel zum femininen Klassenkampf, kann jedoch nicht umhin einige ihrer Theorien genauer zu betrachten.
    Als Arzt habe ich selbst KEINE Ärztin geehelicht, von meinen 40 Kollegen aus der Uniklinik sind nur 3 mit Ärzten verheiratet. Die 2 Damen der seltenen Spezies die wunderschön, intellektuell und „tough“ waren – blieben unverheiratet. Eine hat sich erhängt, die zweite lebt allein mit einem Kinde.
    Nach wie vor scheint also die „Superfrau“ auf die Männlichkeit abschreckend zu wirken…warum auch immer. Eine alte Weisheit sagt: „Von einem schönen Teller kann man nicht essen!“. Also suchen sich Männer die „mittelschönen“ zum heiraten, weil „Eine schöne Frau hat man nie allein!“. Dazu kommt die Angst vor der weiblichen Überlegenheit. Partnerin ja, aber DOMINA???
    Drum Mädchen sei gescheit, stell Dein Licht unter den Scheffel.
    Die Männer sind noch nicht bereit!

  96. Auf dem Land und in den...
    Auf dem Land und in den hinteren (geistigen) Winkeln der Republik mag das alles ja wohl irgendwie angehen, Don Alphonso ist auf alle Fälle zu erst mal ein neuer Freundeskreis zu wünschen, ganz ehrlich und ohne Sarkasmus. Und für die Zukunft wünscht man ihm wohlwollend auch ein paar Sachen: dass er sich bald aus seinem offensichtlich hochspiessigen Elfenbeinturm wagt und vielleicht dann zu Betrachtungen fähig ist, die weniger pseudo-hochgeistig, schubladenlangweilig und abgeschmackt sind. Denn der Mist, den er da bisher verzapft, der schockt doch niemanden.

  97. @Anmerkung an...
    @Anmerkung an Rodelfahrten
    Sie habe den Kern von Don Alphonso freigelegt! Genau so ist es. Er kann mit seinem selbstgewählt-schrulligem Rodel nicht einfach nur Rodeln, nein es muß besser und schneller als bei den Funktionsjackenträgern gehen. Und so ist dieser ganze Blog bzw. der ganze Don Alphonso: der eigene Lebensentwurf samt Stumpf und, genau, Stil, ruht nicht in sich, sondern wird Tag für Tag abgrenzend auf dem Leuchttisch mit allem anderen verglichen. Auch wenn das Herz dabei gegen die Rippen hämmert. Und irgendwie weiß er das auch.

  98. Hat es je eine...
    Hat es je eine wissenschaftliche Studie zum Thema Torschlusspanik gegeben?
    Trifft T/panik auch Männer?

  99. @freier Radikaler:
    Natürlich...

    @freier Radikaler:
    Natürlich ist sie nur ein Beispiel für eine höhere Tochter in der Naturwissenschaft gewesen, nicht für den typischen Naturwissenschaftler. Der, könnte man vielleicht sagen, ist eher wie Sie und ich. Das widerspricht übrigens nicht unbedingt der von Ihnen geschilderten Konversationen am Mittagstisch (unter Kollegen nehm ich an) – unter „seinesgleichen“ führt wohl jede Gruppe Gespräche über Themen, die ihr zu eigen sind (Damit meine ich eher das „nerdige“). Und gelästert wird auch überall, wenn auch mit unterschiedlichen sprachlichen Mitteln.
    Das TV-Programm, das auch bei manchen einmal Thema sein mag (oder Fußball, ich geb’s ja zu) spiegelt doch nur meine Aussage, dass es sich oft um Bildungsaufsteiger handelt, die eben ihr (nicht fachliches) Wissen aus Interesse und nicht gezwungenermaßen als Distinktionsmerkmal erworben haben.
    In den besseren Kreisen wäre man damit zwar immer noch unten durch, aber – und ich denke das ist ein wichtiger Punkt – aus soziologischen, nicht aus intellektuellen Gründen! (Man muss bei „verbotenen“ Themen nicht den Ahnungslosen SPIELEN – obwohl ich das in bestimmter Gesellschaft zugegebenermaßen auch manchmal mache. Ist das Selbstverleugnung?)
    Die soziologischen wurden in diesem Blog ja immer wieder schön herrausgearbeitet, aber der intellektuelle Gegensatz, den D.A. hier versucht hat darzulegen, halte ich nach wie vor für konstruiert.
    Gruß, T.I.M.

  100. @woher-wohin
    Das ist ja das...

    @woher-wohin
    Das ist ja das Elende, das Erbärmliche und Todtraurige an unserer Ständegesellschaft, daß sich die Elite so feige in ihre Löcher verkriecht — anstatt mit zwölf Pferden in der goldenen Kutsche durch die Fußgängerzone zu preschen oder sich in der Designer-Sänfte durch den großen Einkaufstempel tragen zu lassen.
    Sie können es an Ihrem Nick ablesen: Wohin ist es mit einer Gesellschaft gekommen, die glaubt, Erziehung sei nur was für Kinder, und sich dann über die Integrationsprobleme wundert.

  101. @Teutobrecht
    Als Frau, die von...

    @Teutobrecht
    Als Frau, die von reichlich vielen Männern geprüft wurde, ist es mir ein Vergnügen, Ihnen das amüsantestes Prüfungsergebnis mitzuteilen: ‘You are too smart and you show it too much’ – vielleicht galt das ja auch für Frau Einstein I.
    @Nun Ja …..
    (1) Als Beispiel, “dass die genialen Ideen der meisten Genies vor dem 40. Geburtstag gedacht wurden, um anschließend von der Substanz zu leben”, wurde zumindest mir gegenüber meistens Einstein angeführt. Da habe ich mir die Logik nur einmal andersherum überlegt.
    (2) Ihre Bemerkung ‘Einstein hat es da wohl ganz richtig gemacht: Eine Physikerin in der Zeit, als das Genie aus ihm sprach und wichtigster Quell seines Glücks war, und anschließend eine Frau für alle anderen Freuden, die das Leben noch so bieten kann…’ ist ja gerade der Grund weil ich Einstein als Hochschläfer in diesen Blog eingeführt habe.

  102. @woher-wohin
    für mich als...

    @woher-wohin
    für mich als zoni firmiert dieser blog sowieso unter geschichten aus tuvalu oder es war einmal …

  103. Nur mal so noch eine Frage,...
    Nur mal so noch eine Frage, warum benutzen Sie mein mögliches Alter als Beleg für meine Unkenntnis?

  104. ... ja Tiger, danke fuer das...
    … ja Tiger, danke fuer das Pruefungsergebnis. Ob Mileva Maric, so hiess Einsteins erste Frau, aehnlich bewertet wurde, weiss ich nicht. Dass er sich „hochgeschlafen“ hat, ist m.E. blanker Unsinn. Die erste Ehe wurde geschlossen, als Einstein Patentpruefer beim Schweizerischen Patentamt und seine Braut arbeits- und mittellos war, die zweite, als er ein weltberuehmter Physiker war, dem alle Tueren offenstanden. Wenn Sie gern Maerchen lesen, hier ist noch eins: http://www.emma.de/403.html

  105. Hochgeschlafene Männer!
    Im...

    Hochgeschlafene Männer!
    Im Petersburg des 18. Jahrhunderts gab es gar keine anderen.
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1073317
    Erst im 19. Jahrhundert kamen dort wieder die Männer an die Macht und heirateten schwäbische Prinzessinnen. Von da an ging’s bergab, bis runter zu Rasputin.

  106. T. I.M.,
    .
    "Das widerspricht...

    T. I.M.,
    .
    „Das widerspricht übrigens nicht unbedingt der von Ihnen geschilderten Konversationen am Mittagstisch (unter Kollegen nehm ich an) – unter „seinesgleichen“ führt wohl jede Gruppe Gespräche über Themen, die ihr zu eigen sind (Damit meine ich eher das „nerdige“). …
    … dass es sich oft um Bildungsaufsteiger handelt, die eben ihr (nicht fachliches) Wissen aus Interesse und nicht gezwungenermaßen als Distinktionsmerkmal erworben haben.
    In den besseren Kreisen wäre man damit zwar immer noch unten durch, aber – und ich denke das ist ein wichtiger Punkt – aus soziologischen, nicht aus intellektuellen Gründen!“
    .
    selbstverständlich kann man sich über Fußball, Prominente o.ä. unterhalten (der Don vielleicht nicht). Nur, für nicht wenige scheinen sich die Gesprächsthemen darauf zu beschränken. Das finde ich schon erstaunlich, wenn ich die Gespräche eben jener fachlich hochgebildeten Naturwissenschaftler vergleiche mit denen von Arbeiter/einfachen Angestellten. Mit letzteren kann man wunderbar plaudern (im Grunde genommen macht das der Don hier auch), ohne ein gewisses geistiges Niveau zu unterschreiten. Woran das liegen könnte? Ich würde spekulieren, dass ein allzu unreflektierter Medienkonsum gerade auch bei Gymnasiasten und Studenten dafür verantwortlich sein könnte. Zur täglichen (Des-)Information nutzen diese Privatfernsehen und Onlineausgaben von … (Zeitschriften, für die der Don sicherlich nie arbeiten würde). Aber zumeist bewegt sich das Niveau der Gespräche noch weitaus tiefer, so dass ich es niemals wagen würde, mich als FAZ-Leser zu outen. „Bildungsbürger“ halten sie übrigens für ein Schimpfwort. Nein, nicht dass Sie mich missverstehen. Mir ist schon klar, dass viele Menschen in diesem Lande farbenreich illustrierte Zeitungen bevorzugen. Aber von jemandem mit akademischer Ausbildung (und möglicherweise Promotion) habe ich eigentlich mal erwartet, dass er einen etwas weiteren Blick hat, da er auch mal Verantwortung für viele andere Menschen tragen wird.

  107. Wenn EMMA wüsste, würde sie...
    Wenn EMMA wüsste, würde sie ganz feministisch schreiben: ‘G. Schoenbauer hat sogar noch das Argument selbst bestätigt: Einstein auf einem subalternem Patentamtposten hat die geniale Frau, die arbeitslos, arm und von ihm abhängig war, systematisch ausgenommen.’

  108. .
    Zu Hochschlafen in St...

    .
    Zu Hochschlafen in St Pertersburg im 18.Jhdt wollte ich , wegen Vorbild und so….
    etwas anmerken. Ich glaube ich laß´es lieber.
    herzliche Grüße

  109. @Hansmeier, ihre Kommentare...
    @Hansmeier, ihre Kommentare sind doch immer recht erfrischend, weil frei von jeder Grämlichkeit. Ja, gastfreundliche, kultivierte Atmosphäre ist ein sehr wünschenswertes Kulturprodukt, aber ich fürchte, das läßt sich nur mit einer gewissen Ruhe und Sicherheit herstellen. Und die, @woher-wohin, ist nicht gegeben; die Frage ist, wie es trotz des Aufs und Abs und Vor und Zurück und aller Kalamitäten trotzdem geht.
    @Augendoc: vielleicht liegt es an den zuvielen Muttersöhnchen, die eine Mama suchen. Zuwenig Vater- und Mentorsöhne, die mit selbständigen Individuen klarkommen.

  110. Ich freue mich schon darauf...
    Ich freue mich schon darauf wenn der ganze Geschlechtsstreß endlich vorbei ist, und ich mit einem Stapel Bücher in meinem Lesesessel versinken kann !
    .
    Immerhin kann ich dann meine Kinder schicken Nachschub aus der Unibibliothek zu holen oder etwas zu rauchen.

  111. ... swina, für mich auch....
    … swina, für mich auch. Habe aber noch nicht die Hoffnung aufgegeben, das Wessi zu verstehen;sind doch alle nur Menschen. Humanitätsduselei?
    …HansMeier555, jetzt verstehe ich, worum es in diesem Blog geht: Er soll die „Elite“ aus ihren Löchern hervorlocken. Aber will man sich das wirklich antun? Ist es nicht besser, sie protzen und dummschwafeln allein in ihren „Westend“-Villen vor sich hin? Habe nicht ganz verstanden, wer wen erziehen und integrieren soll …
    Don Alphonso ist ein Utopist, denn die „bessere Gesellschaft“ schätzt Bildung prinzipiell, immer und überall nur, wenn sie nützlich fürs Geschäft oder als Statussymbol ist. Als solches kann echter, nicht Karriere-geleiteter Lesehunger und Bildungseifer nur anfänglich dienen, auf Dauer nervt das. Wer will so eine Schwiegertochter, du liebe Güte…
    Genauso pragmatisch gehen die Männer (und natürlich auch die Frauen) bei der Gatten-Wahl vor, eine Frau muss dauerhaft nützlich sein, daher auch die traurigen Beispiele der „Sitzengebliebenen“, die Augendoc erwähnt.

  112. Von Tullia d'Aragona zu...
    Von Tullia d’Aragona zu Einstein. Das hätte ich mir nicht gedacht. :-)
    .
    Wenn schon vom Huhn zur Handgranate (der Werdegang der meisten Threads….), dann hätte ich eher auf von Tullia d’Aragona zur etwas ungebildeteren, aber mit viel Gewinnstreben ausgestatteten Lucrezia Borgia gewettet.
    .
    Auf Constantia von Cosel wird man deswegen nicht kommen, weil sie als Weiwerts nicht italienisch genug ist und daher zurzeit für Alphonse-Anhänger ziemlich uncool :-)
    Gut, Einstein ist auch nicht vornehm-italienisch. Dafür scheint er im Laufe der Zeit ein ziemlich mieses Image als Abstauber eingefahren zu haben. Salonlöwe war er aber auf alle Fälle, das Geigenspiel war angeblich immerhin mittel, und er konnte intelligenter parlieren wie mancher dröge Naturwissenschafts-Zeitgenosse. Das ja.

  113. @Freier Radikaler:
    D'accord....

    @Freier Radikaler:
    D’accord. Solche Leute gibt’s wohl auch, aber zwischen Ihrem und meinem überwiegenden Bekanntenkreis scheint es da doch eine gewisse Diskrepanz zu geben. Vielleicht habe ich auch einfach bislang Glück gehabt.
    Aber Sie bitte ich: Intellektuell Flagge zeigen! Natürlich vor allem denen gegenüber, die eigentlich dahingehend satisfaktionsfähig sein sollten. Vielleicht stellt ja der ein oder andere sein Licht unter den Scheffel, um nicht weiter aufzufallen, so wie Sie das FAZ-lesen lieber für sich behalten. Denn sonst, um’s mit Marie von Ebner-Eschenbach zu sagen:
    Der Klügere gibt nach. Eine traurige Wahrheit, sie begründet die Weltherrschaft der Dummheit!
    Sapere aude!

  114. @ fionn/26. Januar 2010, 08:50...
    @ fionn/26. Januar 2010, 08:50
    männer leiden wohl eher an torschusspanik.

  115. Der Tiger, und Bert Brecht...
    Der Tiger, und Bert Brecht erst. Dieser Mann ist im 20. Jahrhundert kaum zu übertreffen (nicht einmal von Bill Clinton). Ganze Dissertationen wurden diesem traurigen Brecht-Kapitel schauerlichster Ausbeutung von bedeutenden, sensiblen, intelligenten, mitunter auch hübschen, fleissigen, devoten, friedensliebenden und orgasmuszwangsbeglückten Frauenschicksalen schon gewidmet. Warum schreiben Sie darüber nicht ein Buch, lieber Tiger. Die Menschheit wartet!

  116. Sie zeichnen ein angenehmes...
    Sie zeichnen ein angenehmes und zutreffendes Bild junger, gebildeter Frauen, so dass ich gar nicht verstehen mag, warum Sie der Ehe und Kindern nicht offen gegenüber stehen. Die Vermittlung von Wissen und Tugend gewinnt doch besonders an Reiz, wenn man diese an die eigenen Sprösslinge richten darf, um sie vor der Gehirnwäsche von Schule und Gesellschaft zu bewahren.

  117. donna laura, Torschusspanik....
    donna laura, Torschusspanik. Sehr schöne Überleitung. Doch wohl nicht zu Handke? Da fiele mir jetzt kein Getränk zu ein. Nun ja, Maaloxan vielleicht.

  118. woher-wohin 14:55
    .
    wenn sie...

    woher-wohin 14:55
    .
    wenn sie nur ihre Löcher ein bischen schneller und tiefer graben müssen
    nur, ein blog schhafft das nicht

  119. @woher-wohin: Reines...
    @woher-wohin: Reines Nützlichkeitsdenken führt in den Abgrund, das ist zu kürzsichtig für längerfristige Entwicklungen. Die Nützlichkeit von $irgendetwas wird immer erst entdeckt, wenn es bereits nutzbar, und das heißt: vorhanden, ist.
    @donna Laura: gut gegeben.

  120. @ Ellia
    ("Die Vermittlung von...

    @ Ellia
    („Die Vermittlung von Wissen und Tugend gewinnt doch besonders an Reiz, wenn man diese an die eigenen Sprösslinge richten darf, um sie vor der Gehirnwäsche von Schule und Gesellschaft zu bewahren.“)
    Das ist kein Reiz, diese „tolle“ Aufgabe ist from hell!! (Zwei Ausrufezeichen, obwohl das unfein ist, grad drum.)
    .
    Man mag die süße Brut in supergute Einrichtungen stecken oder fern von der bösen Welt halten, man hat definitiv nicht mehr 100% die Hand drauf. Die Schlimmste aller Gehirnwäschen jedoch, wenn Gehirnwäsche passiert, ist in meinen Augen grade die elterliche. Manche Kinder brauchen ein Leben lang, um sich davon zu befreien.
    („so dass ich gar nicht verstehen mag, warum Sie der Ehe und Kindern nicht offen gegenüber stehen.“
    Ich versteh`s. :-)
    Grad weil ich unbelehrbarer Wiederholungstäter bin, zum zweiten Mal verheiratet: Die Ehe ist eine merkwürdige Einrichtung, ein komischer Mischmasch von Materiellem (BGB) und Seelischem, auch von angeheirateter Verwandtschaft & Mischpoke und ich habe mich noch immer nicht an diesen Mischmasch gewöhnt. Kompliziert.
    .
    Meine Wunschexistenzform ist Katze einer älteren, sehr einfühlsamen gebildeten Dame. Darauf arbeite ich in meinem nächsten Leben hin, werde auf ihre Bücher aufpassen und gnädig ihre Knuspertaschen entgegennehmen :-)

  121. Lieber Herr Schoenbauer,

    gern...
    Lieber Herr Schoenbauer,
    gern würd frau es glauben, dass das so stimmt mit der Frau Einstein (zum ermutigenden und nacheiferungswürdigen Beispiel für Bauernlümmelinnen;-). Aber nix genaues weiß man halt nicht. Frau Nöther mit dem Nöther-Theorem wäre vielleicht ein passenderes Kopfkissen für Einstein gewesen ;-) wenn ichs mir recht überlege: ach was! Bleib unverheiratet! ;-)

  122. @ G.S 11.15h

    Ja,...
    @ G.S 11.15h
    Ja, Einstein….Aber nicht vergessen Goethe und seine grösse Liebe.
    Aus dem FASZ 16.5.2002 Feuilliton S. 21
    „Die grösste Liebe seines Lebens…. (Charlotte von Stein)….Er wird sie sagen können, wie wohl kein Dichter nach ihm seine Liebe gesagt und geschrieben hat“.
    Alles vergeblich. Deshalb ist Goethe m.M.n. unvermittelt nach Italien gereist. Und nach seinem Rückkehr nach Weimar, hat er plötzlich Christiane Vulpius geheiratet – eindeutig unter seinem Stand. Doch endlich war er glücklich!

  123. Vroni, Mischmasch in...
    Vroni, Mischmasch in Beziehungen gibt es auch ohne Ehegelöbnis. Ganz sicher.
    .
    Die vielen tollen Patchwork-Familien… Wo einfach alles super klappt, denn: Es ist DIE moderne Form der Familie und wir sind alle so wahnsinnig tolerant, flexibel und haben uns ganz doll lieb, und besonders die neue Freundin vom Papa mögen wir; dass sie der gleiche Jahrgang wie dessen erstgeborene Tochter ist, stört ja „heutzutage“ wirklich niemanden mehr…
    Da lob ich mir doch das Original.

  124. lieber fionn,

    unter Stand?...
    lieber fionn,
    unter Stand? Immerhin potterte einer von den Vulpiussen seinen Verlag mit dem Rinaldo Rinaldini, während Goethes Wilhelm Meister und die Wahlverwandtschaften eher nicht so der Hit an der Ladentheke waren. Vielleicht war die Christiane doch a weng interessanter als Bettine Brentano annahm ;-)

  125. malena. Yes, maybe it's time...
    malena. Yes, maybe it’s time to blow the dust off Goethe and do a remake. With Christiane as a hip chick?

  126. @Rosinante
    Das Buch ist heute...

    @Rosinante
    Das Buch ist heute fertig geworden. Dies ist der Titel und so fängt es an:
    A case for Europe
    Vorwort
    Warum liegt ein Mensch über mehrere Jahre hinweg fast jede Nacht für ein paar Stunden wach und denkt über Europa nach? Ich weiß es nicht, aber ich habe es getan. Was mir dabei so durch den Kopf ging, unterbrochen nur von dem regelmäßigen Stundenschlag der nahe liegenden Kirchturmuhr, steht in diesem Buch.

  127. @Rosinante
    Das Buch ist heute...

    @Rosinante
    Das Buch ist heute fertig geworden. Dies ist der Titel und so fängt es an:
    A case for Europe
    Vorwort
    Warum liegt ein Mensch über mehrere Jahre hinweg fast jede Nacht für ein paar Stunden wach und denkt über Europa nach? Ich weiß es nicht, aber ich habe es getan. Was mir dabei so durch den Kopf ging, unterbrochen nur von dem regelmäßigen Stundenschlag der nahe liegenden Kirchturmuhr, steht in diesem Buch.

  128. Den Kampfmaschinen geht man...
    Den Kampfmaschinen geht man besser aus dem Weg, das spart den Anwalt und Unterhaltskosten.
    //Als flankierende Maßnahmen bewähren sich Torten, Tanten, Bücher und Termine//

  129. fionn, keine gute Idee, wird...
    fionn, keine gute Idee, wird der nicht die ganze Zeit geremaked? bloss, weil g sich upgegraded hat ists doch nicht so, dass christiane unter stand war, oder? aber gern können Sie dem G einen blasen und wünsche Spass mit der G’schen Staubwolke ;-)

  130. Lieber Woher-Wohin,
    da Sie...

    Lieber Woher-Wohin,
    da Sie hier neu sind, werde ich es Ihnen so erklären: Alle bisherigen Soziologen hat die soziale Kluft nur unterschiedlich interpretiert, es kömmt aber darauf an, feudale Verhältnisse zu restaurieren.
    „Die Armen werden immer ärmer, die Reichen immer reicher“ — wie oft haben Sie das schon gehört? Können Sie das noch hören? Wobei vom Reichtum der Reichen nie was zu sehen ist. Bungalows, Segeljachten, Ferraris — das ist doch Massenramsch und kein echter Reichtum. Besieht man sich die Sache bei Licht, dann hat keine herrschende Klasse der letzten 3.000 Jahre so schäbig, so abgerissen dahervegetiert wie die heutige.
    Da war die Ausbeuterkaste des Barock noch von anderem Kaliber. Wenn Sie aus Sachsen (oder gar aus Dresden) stammen, dann müssten Sie doch bescheid wissen.

  131. Immer wieder wird "hier" der...
    Immer wieder wird „hier“ der Versuch unternommen, Bildung als Distinktionsmerkmal herauszustellen. Dieser Versuch muss scheitern, da noch nicht einmal unter den Kommentatoren dieses Blogs Einvernehmen über die Definition von Bildung herrscht. Auch in den Kommentaren dieses Beitrages wie auch in jenen vieler vorangeganger Beiträge schlugen alle dahingehenden Versuche fehl. Es gelang bestenfalls, Bildung zu katalogisieren – wobei stets der ureigene Bildungshintergrund für den Bildungskanon als unabdingbar und die individuellen Bildungslücken als weniger gravierend aufgefasst werden. Allen Gebildeten und Eingebildeten sei aber ins Stammbuch geschrieben, dass Bildung maßlos überschätzt wird. Der Mensch machte sich die Erde untertan – nackt und ungebildet. Das einzig Erforderliche dazu: Ein haariger Arsch und eine dicke Keule.
    Und da mache man sich auch heutigen Tages nichts vor: Unter dünnem zivilisatorischen Firnis steckt nach wie vor nichts als ein Affe.

  132. Lieber Don,
    der Sie das...

    Lieber Don,
    der Sie das Westviertel doch inwändig kennen, sagen Sie uns doch mal:
    Was wird denn nun aus all den musischen Hochbegabunginnen, aus all den Künstlerinnen, Schauspielerinnen, Dichterinnen, Geigerinnen, Sängerinnen, Pianistinnen, deren attraktive Porträtfotos uns im Kulturkaufhaus von jedem Medium her anblicken?
    Kommen die etwa nicht zum guten Teil aus dem Westviertel? Und streben sie nicht dorthin?
    Öffnen Sie doch mal Ihr Nähkästchen, wenn Sie schon über die Apothekertöchter eisernes Stillschweigen bewahren.

  133. Christine Vulpius war...
    Christine Vulpius war schauderhaft ungebildet.
    Dostoewski hatte sie nicht gelesen von Rilke kannte sie nicht mal den Namen. Weiß auch nicht, worüber sich Göte mit der unterhalten konnte.

  134. apropos Vulpius und sein...
    apropos Vulpius und sein Schwager
    .
    SPiegel ONline hat auch Platz für das Projekt Gutenberg (gutenberg,de).
    Dort finden sich (wers noch nicht kennt, geradezu eine literarische Schatzgrube) unter den Werken von Egon Friedell unter: Wozu das Theater? der Sketch „Der Schwager des Vulpius“. Eben.
    .
    Fast noch empfehlenswerter im gleichen Werk „Goethe“ , manchen viellecht auch als „Goethe im Examen“ bekannt und immer wieder schön.

  135. Zum Thema Hochschlafen kann...
    Zum Thema Hochschlafen kann ich denen, die es noch nicht kennen, ein sehr amüsantes Büchlein empfehlen; “Grieche sucht Griechin”. Als es herauskam, habe ich darüber noch mehr gelacht als über die damals sehr diskutierten Stücke von Dürenmatt: “Die Physiker” und “Der Besuch der alten Dame”.

  136. Wer von den Kommentaren hier...
    Wer von den Kommentaren hier in der Runde war es gleich, der argwöhnte, Sie zitieren in Ihrem Text typische Meinungen Ihrer Mutter? Jedenfalls scheint er mir Recht zu haben. Die Überlegungen erinnern mich sehr an Sprüche meiner eigenen Eltern, aus meiner Jugendzeit, als meine Familie sich noch zur Elite rechnen durfte. (Inzwischen sind wir – per Untergang der DDR – Gott sei Dank wieder intellektuelles Proletariat.) „Natürlich keine Offizierstochter oder Bonzentochter oder so“ , meinte mein Vater, „aber ansonsten ist mir egal, wer meine Schwiegertochter ist – Hauptsache, sie ist klug. Den Rest kriegen wir schon hin.“ Das ist doch ziemlich genau dieselbe These – wobei die toughen, kalten Bonzen wohl in etwa den heutigen „Agenturchefs“ entsprechen und Klugheit mit altmodischer Bildung und Formbarkeit gleichgesetzt wurde. Diese Forderungen meiner Eltern haben meine Partnerwahl doch etwas erschwert und ich war einigermaßen erleichtert, als ich 1989 ins Volk entlassen wurde.
    Nun steht die von Ihnen geschilderte Westendwelt offenbar noch nicht vor dem Zusammenbruch – aber ist ihre Ideologie daher weniger lächerlich?
    Lieber Don Alphonso, bitte heiraten Sie nicht! Als „unverheiratetster Mensch“ haben Sie der Welt erheblich mehr zu bieten – jedenfalls solange die Mütter und Tanten der besseren Gesellschaft noch ein Wörtchen mitzureden haben.

  137. @malena,
    vielen Dank fuer die...

    @malena,
    vielen Dank fuer die Replik.
    Sie schreiben u.a.: „Aber nix genaues weiß man halt nicht.“
    M.E. gilt das nur fuer die ersten Arbeiten, die Spezielle Relativitaetstheorie usw. Wenn die entscheidenden Gedanken hierfuer von Frau Einstein gekomnmen sein sollen, frage ich mich, warum ihre angeblich so unerschoepfliche Kreativitaet versiegte, waehrend ihr Gatte spaeter, als die Ehe bereits zerruettet war, noch ganz andere Heftigkeiten aus dem Aermel zauberte: die Allgemeine Relativitaetstheorie.
    Fuer deren erste Ueberlegungen war Marcel Grossmann, ein Freund und Studienkollege, dessen Vater Einstein die Stelle im Patentamt vermittelte, eine wichtige Person. Die Zusammenarbeit schlug sich auch in einer gemeinsamen Publikation nieder: „Entwurf einer verallgemeinerten Relativitätstheorie und einer Theorie der Gravitation : I. Physikalischer Teil von Albert Einstein; II. Mathematischer Teil von Marcel Grossmann“. Wenn man diese Arbeit mit der spaeteren Allgemeinen Relativitaetstheorie vergleicht und, wie Grossmann, konzediert, dass die darueberhinausgehenden Ideen allein auf Einsteins Mist gewachsen sind, kann man sich zumindest plausibel machen, dass er auch zehn frueher derjenige war, der die damaligen Erkenntnisse auf durchaus geniale Weise weiter und zu Ende dachte, mit Hilfe seiner Frau, Grossmanns u.a.
    Dass er anderweitig kein Kostveraechter war … Zumindest ein Punkt, in dem ich selber ihm aehnlich bin.
    Gruss
    G.S.

  138. Lieber damals,
    kennen Sie den...

    Lieber damals,
    kennen Sie den „Waffenschmied“?

  139. auch-einer, ja genau, ein Fall...
    auch-einer, ja genau, ein Fall von Hertha-who und Rowling. Was heißt da schon im amazon ranking „unter Stand“ ;-) ja und ätsch – Rinaldini als DVD auf Platz 13000 und Wahlverwandtschaft auf 60000 (und das auch bloß, weil man’s lesen „muss“;-) während Dieter Bohlens neuestes Werk und der meisterliche Roman einer Frau Charlotte Roche…. unter Stand, ohne Rang, dafür mit ranking.

  140. Leider nein, bitte geben Sie...
    Leider nein, bitte geben Sie einen Tipp!

  141. Don Alphonso, Sie wollen mir...
    Don Alphonso, Sie wollen mir doch nicht ernsthaft erzählen, dass die Frauen des Großbürgertums sanfte, stille, sich mit Lesen zufrieden gebende Wesen sind, und sich eine ebensolche Schwiegertochter wünschen? Zugegeben, ich persönlich kenne mich eher im Milieu ehemaliger Feudalisten aus Ostdeutschland aus, aber: diese formidablen Großmütter und Urgroßmütter, die ganze Clans beherrschen und auch aus den Grab noch regieren? Wer sich mit einer klassischen Grande Dame anlegt, zieht meistens den kürzeren: nicht wenige haben durchaus Qualitäten, die jedem Feldwebel oder Brigadegeneral zur Ehre gereichen würden. Jedoch: sie sind dabei weder laut, noch „pushy“, noch aggressiv, sondern haben wesentlich effektivere Wege der Einflußnahme (und Kontrolle…). Ich nehme an, genau das ist es, was ihnen an den „Leistungsträgerinnen und Lederfetischistinnen“ als Schwiegertöchtern mißfällt: das Zickige, das ewige „over the top“. Man es ihnen nicht wirklich verübeln. Die angenehmsten Menschen sind dieser Frauentypus wirklich nicht.

  142. Oh, die Schwiegermüter,...
    Oh, die Schwiegermüter, soweit ich sie kenne, sind natürlich anders gepolt, oder, wie man auch sagt, oft noch vom Alten Schlag und prä-68.
    .
    damals, lächerlich ist es sicherlich, was da an Voraussetzungen verlangt und, wenn nötig, bis zur Unerfüllbarkeit angezogen wird. Aber so ist es nun mal, und man muss damit leben, wenn man sich darauf einlässt – wovon ich abraten würde.

  143. T.I.M.,
    .
    "Aber Sie bitte ich:...

    T.I.M.,
    .
    „Aber Sie bitte ich: Intellektuell Flagge zeigen!“
    .
    ach, meist halte ich es da doch mit dem Don http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2009/12/23/hilfreiche-sekundaeruntugenden-i-diskriminieren-in-besseren-kreisen.aspx (und tat es auch schon, bevor ich den Artikel kannte): allenfalls dezent räuspern oder einfach nur ignorieren, vielleicht eine provokante Frage stellen, wenn mal wieder über Minderheiten gelästert wird. Schließlich gehör(t)en diese (meist) zu jener Klasse, aus der ich auch stamme. OK, zugegen, der Vergleich hinkt etwas, da ich keinesfalls zur besseren Gesellschaft gehöre und meine Kollegen ja nicht meine Untergebenen sind, aber eine Zurechtweisung würde wahrscheinlich nicht viel bringen. ;-)
    .
    HansMeier555,
    .
    „Was wird denn nun aus all den musischen Hochbegabunginnen…?“
    .
    aus lauter „Torschlusspanik“ Heirat mit einem Geschäftsdynamiker mit „Torschusspanik“ und Rückzug auf die Gebiete „Torten und Bücher“, vielleicht „Konzertverein“, um dann als „dicke Tante mit gebläuten Haaren“ zu enden, die dann mit Leuten wie den Don ab und zu Tee trinkt? Und was wird aus den hochbegabten Juristinnen, BWlern, Ärztinnen etc. (Naturwissenschaftlerinnen wage ich nun nicht mehr, in diese Reihe mitaufzunehmen) aus den Westvierteln? Dito?
    .
    Naive Frage noch an Sie, HansMeier555: Was verstehen Sie unter Kulturkaufhaus? Die Kaufhäuser, die ich kenne, sind reine Konsumtempel mit Elektronikabteilungen, in denen meist spärlich bekleidete Damen auf den CDs zu ihrem Kauf animieren sollen. Die „attraktiven Porträtfotos“, die Sie meinen, nähern sich heutzutage in ihrem freizügigen Kleidungsstil zwar auch denen der genannten Popikonen, finden sich in jenen Häusern doch in weit geringerem Umfang. Habe ich bisher nicht in den „richtigen“ Städten gelebt?
    .
    Don und damals,
    .
    warum gelten die „Agenturchefs“ als die heutigen „Bonzen“? Haben die wirklich so viel Macht wie die DDR-Bonzen? Müsste man nicht eher über die Jesuiten der Wirtschaft und deren Verwandte schimpfen?

  144. ...
    @woher-wohin
    „Humanitätsduselei?“
    gewiß,
    das indoktrinierte sitzt.
    [verstehen, verständnis … das gute im menschen.]
    .
    für mich in (ost-)berlin klingt das schönebergsche ja schon irgendwie wie istanbul (fremd, aber irgendwie verstehbar),
    die fairy tales vom tegernsee branden jedoch sehr anatolisch an.

  145. .
    mir ist schon bewußt, daß...

    .
    mir ist schon bewußt, daß “ Hochbegabung=Hochgefährlich“
    .
    nur wie verhält es sich mit Hochbegabungen für – gutes Benehmen
    oder -aus aktuellem Anlaß- für Machterkennung?

  146. @HansMeier555

    "Christine...
    @HansMeier555
    „Christine Vulpius war schauderhaft ungebildet.
    Dostoewski hatte sie nicht gelesen von Rilke kannte sie nicht mal den Namen. Weiß auch nicht, worüber sich Göte mit der unterhalten konnte.“
    Ist das jetzt ernst gemeint? Christiane(!) Vulpius ist 1816 gestorben, Dostojewski 1821 geboren und Rilke 1875; Wilhelm II war ja nicht deswegen ungebildet, weil er Böll nicht gelesen hatte, sondern weil er Clausewitz nicht verstanden hatte (u. a.).
    Worüber der hochgebildete Wüstling Göte (um hier mal Arno Schmidts [Elite-Mitglied?] Schreibweise fortzuführen) sich mit ihr unterhalten hat, darüber gibt es ganz konkrete Vermutungen.
    In diesem satirischen Sinne K

  147. Wie geht's der Besseren...
    Wie geht’s der Besseren Geselleschaft nach der Krise resp. wieviele haben Geld verloren indem sie CDOs (toxic debt) im Depot hatten?
    Den bestverdienenden Mensch den ich kennen heute ist einen Brite, der mit „distressed debt“ handelt. Wird ein grosser Teil der B.Gesellschaft die Finanzkrise nicht überleben?
    P.S. @ HansMeier555 gestern 18.46h/ Kalchas heute 07.32h Die Frau der britischen Prime-Minister Benjamin Disraeli war auch nicht besonders gut ausgebildet. Disraeli selbst sagte über seine Frau „She doesn’t know who came first, the Greeks or the Romans“.

  148. @fionn
    Zumal ja beide, Römer...

    @fionn
    Zumal ja beide, Römer wie Griechen, immer noch da sind; wobei letztere aus ersteren zwar trinken, aber erste nach zuvielem Trinken nur noch Grieschn können.

  149. Werter HansMeier555
    Die...

    Werter HansMeier555
    Die Memoiren des Herzogs Saint Simon (Floerke Ausgabe mit Bildbeigaben!) sind da sehr aufschlußreich, die Briefe der Herzogin Elisabeth Charlotte von Orleans (Insel 1924) aber auch.

  150. @Don : wenn Schwiegermütter...
    @Don : wenn Schwiegermütter unerfüllbare Anforderungen stellen, dann wird es halt nichts mit Enkeln. Schwiegertöchter sind nicht beliebig formbar, aber in der Regel dankbar für Unterstützung beim Kinderaufziehen.

  151. Freier Radikaler, die Bonzen,...
    Freier Radikaler, die Bonzen, die ich in der DDR hätte treffen können, hatten keine Macht – sie waren die eifrigen Erfüllungsgehilfen der Machthaber – wie die Agenturchefs.

  152. Freier Radikaler, die...
    Freier Radikaler, die hochbegabten BWLerinnen, Ärztinnen, Juristinnen ect. heiraten, nachdem sie ca. 5-8 Jahre berufstätig waren, einen gutverdienenden Mann und werden Vollzeitmutter. Die ersten paar jahre beschränken sie sich dann darauf, über berufstätige Frauen zu lästern, später erzählen sie dann jedem, der es hören will (und allen anderen sowieso), dass sie ihre glänzende Karriere ihrer Familie geopfert haben.
    PS: Und sie parken die Feuerwehrzufahrt des D.A. zu, wenn sie die Kinder von der Schule abholen.

  153. Dann hätten die Töchter der...
    Dann hätten die Töchter der richtigen Bonzen ja erleichtert aufatmen können — damals.

  154. Hochbegabte BWLernnen -- das...
    Hochbegabte BWLernnen — das ich mich nicht schieflache.
    Wenn BWLer hochbegabt sind, dann heißen sie anders.
    .
    Aber auf die Frage würde ich schon gern zurückkommen: Wo bleiben all die Sängerinnen, Malerinnen, Schauspielerinnen denn ab? Ich meine jetzt die wirklich begabten. Ist da irgendwo im Westviertel ein Endlager?

  155. Ariadne,
    .
    meinen Sie die...

    Ariadne,
    .
    meinen Sie die Hochbegabten aus dem Westviertel oder generell alle Leistungsträgerinnen (Ich finde, etwas mehr Wertschätzung für diese Menschen wäre schon angebracht. Insofern benutze ich diesen Begriff vor allem aus Mangel an Alternativen.)? Ich bin ja mal gespannt, was aus meinen Kolleginnen der Naturforschung mal wird. Im Moment (Mitte bis Ende Zwanzig) meinen sie ja alle, dass sie ihre biologische Uhr nicht ticken hören und lästern über jene Frauen, die eine Versorgerehe eingegangen sind oder jene Männer (40+x), deren Frauen keiner Berufstätigkeit (mehr) nachgehen. Wenn man noch studiert/promoviert habe man außerdem sowieso keine Zeit für Familiengründung. Ich meine allerdings gehört zu haben, dass es mit Aufnahme einer Berufstätigkeit nicht besser werden solle – sowohl für Frau als auch Mann.
    .
    HansMeier555,
    .
    warum sollte es unter BWLern nicht auch fähige und weniger fähige Menschen geben?

  156. Die begabten Künstlerinnen...
    Die begabten Künstlerinnen sind, Gott sei Dank, nicht im ,,Westviertel“ von Ingolstadt hängengeblieben. Sie warten auch nicht auf den Hirsch von Muttis Gnaden, sondern sind in den anspruchsvollen Fernseh-und Theaterproduktionen dieses Landes zu finden.

  157. Theoretisch sehe ich das ja...
    Theoretisch sehe ich das ja auch wie Hansmeier555 und nenne BWLer und Juristen pauschal Nichtsnutze, Malefize und Angehörige einer verfehlten Lebensplanung. Praktisch mache ich mehr Ausnahmen, als es meinem Ruf als standfester Charakter zuträglich wäre, und nebenbei ist mein Leben auch voll mit denen, wobei ich dann auch höchst nett bin und ja, auch unter denen gibt es Hochbegabte.
    .
    fionn, was ich letztlich erlebte, war jemand, der in Lebenversicherungsderivate ging, und das bitter bedauern musste. Soweit ich das sehe, ist das eber eher die Ausnahme und oft auch nur Vermögensberatern geschuldet.

  158. .
    Ich bitte untertänichst...

    .
    Ich bitte untertänichst darum, bemerken zu dürfen: Sie haben die Tänzerinnen
    vergessen.

  159. Das schlimme an der Diskussion...
    Das schlimme an der Diskussion ist eigentlich, das diese Westviertelklientel ihre über Jahrzehnte angehäufte Bildungstünche mit Kultur verwechselt.
    In der Regel beschränkt sich die Kultur in diesen Kreisen doch auch nur auf die klassischen Entsprechungen von Bild, Buletten und Glotze und Name-dropping (Rilke kennen und ihn gelesen haben sind zwei Paar Schuhe und Wagner ist ja mittlerweile so was wie der Johnny Cash für die Bildungsbürger)
    Menschen mit denen man Dogma frei und ohne Standesdünkel über Philosophie, Musik und Theater diskutieren kann finden sich auch dort selten. Zu schnell endet die antrainierte Bildung und man findet hier wie dort das hinter der Fassade doch nur ein potemkinsches Dorf steckt

  160. Malefize, Don, welch...
    Malefize, Don, welch vermaledeite Bezeichnung, eben nur im Süden des Landes
    zu hören, (lesen) leider viel zu selten. Danke für’s Erinnern und Servus.

  161. Echt? Ich höre das jeden Tag....
    Echt? Ich höre das jeden Tag. Von meiner Mutter. Oft nicht zu Unrecht.

  162. Lieber Gärtner,
    meine Frage...

    Lieber Gärtner,
    meine Frage ist eben: Wohin gehen die Schauspielerinnen nach der Probe oder Vorstellung? Sie werden doch wohl nicht im Theater übernachten. Und wenn Sie — was wir hoffen wollen — unverheiratet bleiben, so bleibt doch die Frage, an wessen Seite sie ihre freie Zeit verbringen.
    Oder genauer andersrum: Inwiefern sind Tänzerinnen oder Flötistinnen für bessere WEstviertelsöhne als Lebens(abschnitts)partnerinnen attraktiv? Gibt es da keine Familien, die so was bewußt kultivieren?
    .
    Zu den BWL-Hochbegabungen: Gibt es vermutlich auch, aber dann würde man eher von einem genialen Unternehmer, Geschäftsmann oder Manager sprechen.
    Ein „BWL’er“ ist für mich ein Student (oder Dozent), der sich bei einem Notenschnitt von 1,2 etwas auf seine „Hochbegabung“ einbildet — auch wenn er noch gar keine unternehmerische Leistung vollbracht hat.
    Darum wirkt der Ausdruck „hochbegabter Betriebswirt“ auf mich ein wenig als Oxymoron. Musterschüler und Hochbegabung, das sind 2 große Unterschiede.

  163. Ich kann mir beim besten...
    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das Künstlerinnen als die besseren Schwiegertöchter zur Einheirat in die deutsche Kleinbourgeoisie angesehen werden. Soweit diese überhaupt ,,Kultur“ besitzt, die über das Wahlkampfsponsering der CSU hinausgeht. Aeusserst fraglich.

  164. Ganz ohne Bildung und ganz...
    Ganz ohne Bildung und ganz ohne Prostitution:
    http://www.youtube.com/results?search_query=ich+hab+reiche+eltern&search_type=&aq=f

  165. ,,Künstlerin" als Ehefrau vom...
    ,,Künstlerin“ als Ehefrau vom lieben Buben: Vielmehr der verzweifelte Versuch einer Ingolstädter Mutter, der Realität nicht ins Auge sehen zu müssen.

  166. Ich meine, es wäre doch...
    Ich meine, es wäre doch irgendwie niedlich, ganz phantastisch Strauss-Lieder singen zu können, dies aber ausschließlich im privaten Rahmen zu tun.
    Lachen Sie mich ruhig aus.

  167. HansMeier: ich lache Sie...
    HansMeier: ich lache Sie gewiss nicht aus, ich hatte schon manchmal das Vergnügen solcher Darbietungen, allerdings bisher immer nur im Osten Deutschlands. Jawohl. Da scheint das natürlicher Hervorzukommen und auch als solches gewürdigt zu werden. Z.B. kürzlich: Arien von Leipziger Sopranistin auf banaler, kleiner Geburtstagsfeier.
    Die deutsche Kleinbourgeoisie ist einfach zu knickrig und ,,g’schamig“ sowas privat zu organisieren. Weil man es in diesem Milieu nicht kennt und Angst hat sich irgendwie zu blamieren. Deshalb überlässt man dann sowas gerne der Kirche, die erwähnten Ingolstädter ,,Sonntagskonzerte“, wo man einen Euro in den Klingelbeutel abdrücken kann und daheim den Dreck nicht hat.

  168. Der Gärtner, das macht nicht...
    Der Gärtner, das macht nicht die Kirche, sondern durchaus bürgerschaftliches Engagement, von dem man wenig versteht, wenn man es nicht kennt. Angesichts der Umstände in der Stadt bietet es sich einfach an. Sie dürfen mir glauben: Daheim gibt es immer noch genug andere Anlässe für Kultur im kleinen Rahmen. Oder wozu glauben Sie werden die meisten Kinder hier in Instrumente gezwungen, und wozu haben wir hier ein musisches Gymnasium?

  169. Lieber Don,
    ich meinte schon...

    Lieber Don,
    ich meinte schon die, nun ja, Begabungen.
    Schließlich ist am städtischen Theater auch nicht alles Gold, die Charaktere dort nicht durchweg besser als BWLer oder Start-up-Gründer.
    Da könnte man doch verstehen, wenn jemand, der es weiß Gott nicht nötig hat, sich von Beleuchtern und schlechtbeleuchteten Regisseuren rumschubsen zu lassen, sich lieber an so einen See zurückzieht und dort mal die Gäste unterhält.

  170. HansMeier555, die meisten...
    HansMeier555, die meisten Leute können doch Johann und Richard ohnehin nicht auseinanderhalten. Ich entsinne mich an ein nettes Erlebnis in der Oper: Ariadne auf Naxos. Ein älteres Ehepaar, dem Dialekt nach aus dem Rheinland, der Herr seinem Verhalten nach höherer Beamter, Studiendekan o.ä., sehr kultiviert und gemessen an Kleidung und Schmuck der Dame nicht Hartz4, erläuterte seiner Gattin das Geschehen auf der Bühne: „Und das ist Odysseus.“

  171. Genau, der Musikunterricht und...
    Genau, der Musikunterricht und das musische Gymnasium.
    .
    Das Schauspielerinnendasein an Stadttheatern ist, wie man hört, kein Honigschlecken, Verträge sind befristet, Beschäftigungsverhältnisse prekär, und nicht jeder Intendant ein „Kostverächter“.
    .
    Also mal so gefragt: Wie steht das Westviertel zum Stadttheater (nicht zu den Aufführungen, sondern als möglicher Arbeitsort für die eigenen Kinder). Ein absolutes Nicht-Verhältnis?

  172. Ariadne, wo ist Dein Problem?...
    Ariadne, wo ist Dein Problem? Den Bacchus kenn´ ich noch aus der Schulzeit, und gerade auf griechischen Inseln tanzen wir gern zu zweit. Also, falls Sie eine süße Freundin haben, das Zerblein vielleicht…

  173. Dem stünde, soweit ich es...
    Dem stünde, soweit ich es erkennen kann, nichts im Wege, aber der Klassiker sieht so aus, dass die Eltern die teure Ausbildung bezahlen und die Töchter dann in Istanbul leben und journalistisch arbeiten. Wer es als Mann doch schafft, wird auch mit netten Anwältinnen als Gattin belohnt.

  174. @ Georgiana Darcy

    Stimmt, sie...
    @ Georgiana Darcy
    Stimmt, sie tun sanft, sind es aber nicht im Mindesten (gottseidank). Sie vermeiden das oft unfein wirkende Pushy-Syndrom*, sondern agieren sehr dezent aber damit wirkungsvoller.
    .
    Ich komme aus Kreisen, wo man/frau noch oft „pushy“* sein muss, um überhaupt irgendwie wahrgenommen zu werden. Kenne das Prob also aus erster Hand. Tun kann man dagegen nicht viel, außer sich intelligentere Zuhörer* zu holen. Dann muss man auch mehr „pushy“ sein, sondern kann sich darauf verlassen, auch mit leisen Tönen gehört zu werden.
    .
    *“Dem Weisen genügt ein Wink, der Narr verlangt den Stock.“

  175. Korrektur(ächz):
    Dann muss...

    Korrektur(ächz):
    Dann muss man auch NICHT mehr „pushy“ sein,…

  176. Odysseus, Du bist schon...
    Odysseus, Du bist schon verheiratet! Die brave Gattin webt und wartet im trauten Heime. Bacchus ist dagegen noch zu haben. Das ist für eine Frau – gerade wenn sie eine enttäuschende Beziehung hinter sich hat (und Theseus war ein Totalausfall) – ein kleiner aber feiner Unterschied.

  177. Vroni, solange man "dezent"...
    Vroni, solange man „dezent“ nicht mit „hintenrum“ verwechselt…
    Denken Sie an die Buhrufe, die sich die Marquise de Merteuil zum Ende anhören musste!

  178. Dezent, oder intrigant wie die...
    Dezent, oder intrigant wie die Marquise, das ist die Frage :-)
    .
    Mädchen wurden schon immer darauf hingewiesen, ihre Botschaften sanft mit Augenaufschlag vorzutragen und nicht mit der Knarre. Auch in unteren Schichten. Es hätte Vorteile beim Mann, sonst höre (im Sinne von gehorchte) er ihr gar nie nicht. :-) „Weibliche Sozialisation“ war also überall, nicht nur in Westvierteln. Gutgeheißen als weibliche Raffinesse, Emotion und ihre Optik/Körperlichkeit einzusetzen und in Ratschlägen aus Mutters Nähkiste immer noch präsent.
    .
    Was wir heute erleben, ist das Ausbrechen aus dieser passiv scheinenden Rolle. Viele Frauen haben keine Lust mehr drauf, sich im Beruf sanft zu biegen, wollen merh Geld vedienen, werden lauter und wirken unkultivierter (überspitzt dargestellt in „Sex in the City“.) Unterhaltsam, aber wenig charming, außer sie ist extrem hübsch, gescheit und gleichzeitig blond (it helps a lot). Leider ist dann oft das, was sie ernten, ein verbiesterter Mann, der mit gleichen Mitteln retourniert.
    .
    Ich kann das Dilemma auch nicht lösen.
    Mal schnurre ich, mal schneide ich welche in Streifen. Situativ,wie Katzen tun. Dauerhaft laut sind eh nur Hunde, fühle mich aber eher wie Katze.

  179. Es ist doch immer das gleiche:...
    Es ist doch immer das gleiche: kaum hat „sie“ „ihn“ endlich am Bande, fängt sie an, gegen seine Kumpels zu giften.

  180. Nehmen wir an, ich bin bereit...
    Nehmen wir an, ich bin bereit (theoretisch) nach oben zu schlafen – nur die Frage ist – MIT WEM?

  181. Ich kannte mal jemanden, die...
    Ich kannte mal jemanden, die ein Kind von einem Fieldspreisträger bekam. Die akademische karriere ist dann gesichert (auch für den Sohn)

  182. Interessant wird es natürlich...
    Interessant wird es natürlich immer dann, wenn in einem Unternehmen wie der Spiegel schreibt die emotionelle Hause einsetzt. Altgediente Beratungsunternehmen, Banken werden hin und her verkauft. Das Management fällt aus. Das wäre ein Tätigungsfeld für neuartige Hedgefonds. Suchen Sie die Unternehmen, die sturmreif sind, da das mittlere Management aufwärts
    durch emotionale Hause außer Betrieb gesetzt ist.

  183. @ Georgiana Darcy + Vroni
    die...

    @ Georgiana Darcy + Vroni
    die (un)heimlichen königinnen der besseren familien … sind nicht soo leicht zu ertragen.
    .
    gleichheit schafft sympathie: freundliche helfer dabei sind ballerinas oder zurückhaltende damenpumps, twinsets, broschen, eierlikör, braten, samtene tailleurs, brave frisuren, konservative ansichten. daher wirken wir in gesellschaft auch immer ein wenig, nun ja, gesetzt.
    hollywoodstyle geht gar nicht … ausser bei poolfestchen an der côte d’azur, aber da ist keine tante, mutter, schwiegermutter in sicht, dafür die fussbekleidung gefährlicher und die rocksäume bis kurz vor knapp.
    .
    ich weiss auch nicht mehr, wer die präsenz der mutter des dons in diesem blog – zu recht – bemerkte.
    dieser tief brummende, mephistophelisch einblasende mutterton hält ganz sicher vom heiraten ab. er wird offensichtlich auch jeden tag (! –> s.o.) erneuert, nicht wahr, mein lieber Don Alphonso?
    aber so wie man nicht nicht kommunizieren kann, kann man sich auch nicht einer stellungnahme gegenüber den intensiv vertretenen ansichten der altvorderen entziehen.
    lieber Don Alphonso, ob sie heiraten oder nicht (klar: letzteres) – die mutter ist schuld … aber sagen sie es ihr nicht, sie grämte sich zu sehr, und änderte u.u. ihre ansicht zu illegitimem nachwuchs – was sie ebensowenig möchten.
    .
    noch ein tässchen kaffee, pardon, tee?

  184. .... Ihr seid doch alle krank!...
    …. Ihr seid doch alle krank!

  185. Oh, schwarze Seele will nur...
    Oh, schwarze Seele will nur ein wenig plaudern.

  186. Das wollen hier doch alle....
    Das wollen hier doch alle.

  187. Lieber Don, nicht zu heiraten...
    Lieber Don, nicht zu heiraten war, ist, einfach die richtige Entscheidung.
    Warum? Weil Sie mit Ihrer Mutter „verbandelt“ sind, das Präsentieren einer Neben-
    buhlerin würde unweigerlich Krieg bedeuten. Ich weiss wovon ich rede, so kampf-
    erprobt kann die Neue gar nicht sein, um aus dieser Konstellation siegreich hervorzu-
    gehen. Wichtig ist allein lieber Don, dass es Ihnen gut geht und Sie keinen Mangel
    verspüren.

  188. Und nun mal was...
    Und nun mal was Praktisches:
    1. Man heiratet auch immer/ nicht immer die Mutter der Angebeteten mit.
    2. Warum klucken die Ehemänner/-frauen immer mit den Familien?
    3. Warum legen die Paare nicht eine größere räumliche Distanz zwischen sich und jene?
    4. Warum sagen die Jungen nicht mal ein klärendes Wort?
    4a:Wenn die Alten wirklich Kultur haben, mischen sie sich nicht ein!
    5. Sind Freundinnen/ Freunde (sogenannte) dezenter als Schwiegermütter?
    6. Ein probates Mittel ist, sie abzufüllen mit a. einem Getränk oder b. einem Proseminar über den ach so revolutionären Italo Calvino oder c. das Gentilhomme-Konzert oder d. ein Gedicht von der Sappho oder e. den „Faust“ oder f-z zu den Lehren der „Alten“ sein uneingeschränktes „Ja!“ anzustimmen und parallele, aber konträre Beispiele mit Weana Schmähcharme zu zitieren.
    Schließlich vielleicht auch noch, sie ins Dehmel zum Zweispänner mit Einlage einzuladen.
    Zeigen Sie Ein(fühlungs)verständnis – und flirten Sie ruhig Ihrerseits dezentissime bis fortissimamente. Sülzen Sie, indem Sie gelegentlich das welke eiskalte Händchen küssen.
    >
    Bitte, FreundInne(n), machen Sie doch auch mal probate Vorschläge und sprechen Sie über Ihre Schwejkschen (!) 100%-Erfüllungen der ewigen Mütter.
    Buen provecho!
    Jorge Loma

  189. Kampfbiene: Freudianisieren...
    Kampfbiene: Freudianisieren Sie nur ruhig weiter, aber bitte mit Originalzitat und Stellenachweis bei Ihrem Profeten (nicht aus „Brigitte“, bitte)!
    Jorge Loma

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