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Perverse Vorstellungen mittelalter Männer in Hannover

06.03.2010, 22:52 Uhr  ·  Es ist mir nicht erinnerlich, dass ich nach Neuerungen im Hause gefragt hätte. Ich komme mit meinem alten Gemäuer Baujahr 1600 bestens zurecht, ich habe Lichtschalter und Warmwasser und WLAN für einen Rechner in einem Zimmer, in das mir kein Gast kommt, denn ich mag es, wenn meine Wohnung rechnerfrei wirkt. Rechner sind eigentlich nur für Leute da, die es nötig haben - und von denen wiederum möchte ich eigentlich nicht zwangsbeglückt werden, indem mein Haus zu einem bedienbaren Computer umgebaut wird.

Von

Es gibt nichts Neues auf der Welt, ausser wenn es vergessen wurde,

sagte die berühmte Modistin Rose Bertin in jener Zeit, die wir als Epoche der Aufklärung bezeichnen. Damals gab es noch keine Werber und Social Media Berater, und so kam man auf die – heute eher unverständliche Idee – dem Menschen jenseits von Herkunft, Bildung und Intelligenz einen hohen Wert zuzumessen, dessen er sich dann in den folgenden Jahrhundert nicht allzu würdig erwies. Aber zuerst kam die Aufklärung und irrte sich im Menschen, und dann kam leider die Computermesse Cebit, wo sich schlecht angezogene, mittelalte Männer mit Bauchansatz ihre Plastikschuhe ruinieren und glauben, sie könnten die Menschen erneut dazu bringen, sich zu irren und jeden begrenzt haltbaren Krimskrams zu kaufen, solange er nur von den Journalisten immer wieder als NEU! NEU! NEU! angepriesen wird. Wie das Haus, das man wie einen Computer steuern kann, mit dem nun schon seit Jahrzehnten bekannten Kühlschrank, der selbstständig Eier nachbestellen kann. Dazu gibt es dann Pr0no für schlecht angezogene, mittelalte Männer mit Bauchansatz und Plastikschuhen: Weibliche Modelle, die die moderne Hausfrau vorstellen sollen, bedienen mit von jenen Männern entworfenen Geräten das Haus, bequem meisten auf dem Sofa, und nirgendwo liegen die muffelnde Wäscheberge wie bei ihnen daheim herum. Und Journalisten schreiben dann mehr oder weniger kritisch über diese neuen Häuser für neue Menschen.

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Diese kleine, reaktionäre Runde hier betrifft das nun insofern, als dass die diesem Blog zugrunde liegende Klasse – trotz des Bedeutungsverlustes – aufgrund der hohen Kosten solcher Systeme als Erstkunden erkoren wurden. Wie bei fast allen teuren Dingen – Autos, Plasmabildschirme, Bücher, Atomwaffen jedoch nicht zwingend -  üblich, sollen sie sich damit absetzen wollen vom Rest der Bevölkerung, der sich aber nicht abhängen lassen möchte, und bald auch kauft, womit die Preise sinken. Dann werden bald alle per Mobiltelefon die Filme für die Glotze bestellen, den Kühlschrank mit Fertigessen befüllen und die passende Schmusemusik für die hoffentlich zukünftige Partnerin auswählen, während sie sich noch im ICE ärgern, dass andere Erbsenzähler längst Business Class fliegen dürfen, aber solange machen sie eben auf dem Mobiltelefon rum, damit alle sehen, wie toll sie ihr Haus im Griff haben, selbst wenn sie auf Termin sind und eine Präsentation halten.

So ähnlich, aber sehr viel freundlicher erzählt man das in Hannover auf halbleeren Messehallenastrichböden dem Journalismus, jener Brotberuf, der mit schlechter Bezahlung und wenig Ansehen die meisten Beteiligten auf Lebenszeit von eben jenem Umfeld ausschliesst, in dem sie wenigstens reich heiraten könnten. Es ist ein Illusion mittelalter CeBit-Aussteller mit Bauchansatz für mittelalte Journalisten mit billigen Plastikschuhen – wir, die ominöse Zielgruppe für derlei Klimbim, funktionieren anders. Niemand hat hier etwas gegen hilfreiche Technik; Elektrizität, Licht, Waschmaschinen, Kühlschränke und fliessend Wasser fanden sich selbstverständlich zuerst bei der besseren Gesellschaft. Aber das vollcomputerisierte Haus trifft gleich auf eine ganze Reihe von Widerstände.

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So ein Haus stand vor ein paar Jahren (und steht vielleicht immer noch) am Potsdamer Platz in Berlin als “Showcase” eines Telekommunikationskonzerns. Ein ganz normales, langweiliges, durchschnittliches Haus, wie es millionenfach in Deutschlands Vorstädten steht, leicht schräges Dach, grosse Glasflächen, in Weiss und Dunkel farblos, die klassische Hundehütte im Heimatschutzstil der Berliner Republik für alle, die sich nicht mehr leisten können und sich deshalb zur Seite orientieren und das nachbauen, was jeder so baut. In Westvierteln jedoch, seit jeher die Manifestation des gebauten und fest gefügten Bürgertums, sieht es naturgemäss anders aus: Dort schielt man allenfalls unbemerkt zur Seite, um noch eins draufzusetzen. Idealerweise mit dem Blick nach oben. Das muss im Ergebnis nicht zwingend schöner sein als das elektronische Wohnloch in Berlin, aber es hat eine andere Aussage: Die Aussage der Überlegenheit.

Man kann jedes architektonische Detail, die meisten Moden der Inneneinrichtung unter diesem Aspekt begreifen. In den 60ern zeigte man mit Flachdach Modernität, und vor wenigen Jahren mit der Runderneuerung der Fenster Umweltbewusstsein. In den 70er Jahren bewies man mit wappengeschmückten, schmiedeeisernen Gartentoren patriarchalischen Anspruch, und mit den im Raum stehenden Küchenblöcken mitsamt übergrossem Kaffeeautomat italienischer Herkunft die einzig richtige Einstellung zur neuen Lust an der richtigen Ernährung als Kennzeichen der immer fitten und sportlichen Elite. So sieht man das in den gehobenen Einrichtungszeitschriften. Was man dort aber so gut wie nie zu Gesicht bekommt, ausser vielleicht in den eher ungern vorgestellten Arbeitszimmern, sind Computer. Computer haben in der Ikonographie der besseren Kreise keinen Platz. Vermutlich, weil sie Arbeitsgeräte sind, und einen damit in gewisser Weise auf eine Stufe mit den Hannoveraner Hungerleidern stellen.

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Die nun wiederum haben eine ganz andere Idee, denn der Rechner oder ein ähnliches Gerät wäre die Schnittstelle zum Haus, das damit selbst nicht mehr die gebaute Anspruchshaltung ist, sondern eine bedienbare Wohnmaschine. Es mag sein, dass dies einem Le Corbusier gefallen hätte, aber der ist tot und die Mode möchte französischen und toskanischen Landhauszierat, gern auch Stuck und anfälliges Parkett, aber definitiv nicht zur Reduktion des Wohnens auf jene Kisten mit Bildschirm und Tastatur, mit denen man in diesen Vierteln nicht angeben kann. In diesem Lebensideal gibt es Seeterrassen und Dreifachgaragen, es gibt Kinder, die weit weg studieren und sicher Hunde und Katzen, aber ganz sicher keinen wie auch immer gearteten Wunsch, sein Leben und Haus über einem Rechner gebeugt zu organisieren. Wer das tun muss, hat schon verloren – das ultimative Ziel des Westviertels ist nicht das Bedienen, sondern das bedient werden.

Hersteller gehobener technischer Gerätschaften, wie die hier so beliebten Tonmöbel, haben das längst verstanden und verbauen so wenig Bedienelemente wie möglich. Man muss keinen guten Klang einstellen, das besorgen die leicht rot glühenden Röhren auf den Verstärkern von selbst. Man bekommt Lautsprecher mit jedem nur denkbaren Furnier, aber kaum einen Plattenspieler, an dem man viel verändern könnte, wenn der passende Tonabnehmer einmal gefunden ist. All diese Geräte müssen heute Dauerhaftigkeit und Simplizität ausdrücken, sie müssen zuverlässige Diener sein, und nicht dem Besitzer zu seinem Diener machen. Die Diener der Gegenwart erkennt man nicht mehr an der Livree, sondern an ihrem Kratzbuckeln vor Rechnern, an denen sie ihre Zeit vergeuden.

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Natürlich kann man sich auch bei Dienern nie sicher sein, ob sie nicht zum Räuber wandeln, wenn man ihnen dafür Gelegenheit gibt. Man muss nur Don Giovanni auflegen, um das Wesen dieser Leute zu erkennen, wenn Leporello, seinen Herrn zu betrügen, sagt: “Vom Fasan hier diesen Schlegel bring’ ich sachte ausser Sicht.” Die neue Technik wird nicht so simpel wie ein Lichtschalter sein, da wird es Prozessoren und Software geben, Module und Schnittstellen, und kaum versagt etwas, wird man es nicht reparieren können, und abhängig sein von diesen traurigen Hannoveraner Gestalten in ihren billigen Anzügen, die dann ins Haus kommen und sagen, dass man bei diesem Gerät der Stufe 1.06 heute nichts mehr machen kann, da sei man viel weiter, aber das neue Programm laufe auch nicht mehr auf so einem alten Rechner, da bräuchte man schon etwas Besseres – wenn es nur ein Schlegel wäre, oder vier Dublonen, mit denen Don Giovanni den Leporello auf Linie bringt, aber hier hat man nun Leute im Haus, die nicht dem Besitzer dienen, sondern den immer neuen Geräten, von denen man abhängig sein wird, an die man sich wird neu gewöhnen müssen, die etwas von einem verlangen, anstatt dass man etwas von ihnen verlangen kann.

Ich begreife nicht, warum das so schwer zu verstehen ist: Man muss, wenn man hier etwas verkaufen will, bereit sein, sich und sein Produkt zu unterwerfen. Man muss in den Staub oder zumindest die gleiche zynische Masche wie der Vermögensverwalter anwenden, der Profit ohne Risiko und Arbeit verspricht; man muss jenen, die überlegen sind, in diesem Gefühl belassen und es zudem fördern, man darf nicht mit dem Anspruch antreten, ihr Umfeld, das für sie geschaffen wurde, erneuern und revolutionieren zu wollen. Das kommt nicht gut an in diesen Kreisen, die im Übrigen vielleicht auch gar nicht so aufgeklärt sind, wie manche Potentaten im 18. Jahrhundert, und mittelalte Digitalstaubsaugervertreter in billigen Anzügen nicht für ihre perversen Vorstellungen des Computerbedienens zu füttern gedenken. Und die Eier muss nicht der Kühlschrank holen; das kann man selbst machen, denn wozu wohnt man sonst im Westviertel, dessen nächster Nachbar der Bauernhof mit Bioladen ist, und nicht irgendwelche computergesteuerten Hundehütten, die so auch in Hannover, am Potsdamer Platz oder in Vierteln stehen könnten, in denen niemand wohnt, den man kennt.

 
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Lesermeinungen zu diesem Artikel (135)
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Kann mir nicht vorstellen,...

Kann mir nicht vorstellen, daß man bei der Planung deutsche Westviertel im Blick hatte. Stammt wohl alles noch aus der Ära : Berlin demnächst 8 Mio Einwohner, es gibt nur noch Megacities mit Wohntürmen 130 Stockwerke hoch, dazwischen flitzen die Transrapids hin und her. Da braucht man das.

0 dunnhaupt 07.03.2010, 02:28 Uhr

Ein amerikanischer Bekannter...

Ein amerikanischer Bekannter erstand einen der frühesten Handys, damals noch für runde 1000 Dollar. Stolz lief er damit im Garten herum, um den neidischen Nachbarn zu imponieren. Dabei war das Ding total unpraktisch und so groß wie ein Laib Brot. Heutzutage bekommt man einen weit besseren Handy gratis, sobald man irgendeine beliebige andere elektronische Novität erwirbt. Die Hoffnung, den Nachbarn zu imponieren, bleibt jedoch noch immer der Hauptbeweggrund zur Anschaffung des elektronischen Gerümpels.

0 Martin Rath 07.03.2010, 05:35 Uhr

Die Aussage, in Zeiten der...

Die Aussage, in Zeiten der Aufklärung habe es noch keine Werber und Social Media Berater gegeben, dürfte bei Friedrich II. in Preußen und der russischen Katharina bestenfalls auf ein irritiertes Lächeln gestoßen sein; man hielt sich gewiss doch in Paris ein paar Philosophen, der Hebung historischer "Größe", des "Reputationsmanagements" und anderer zeitlos-werblicher Effekte wegen. . Vermutlich roch ein Voltaire nicht so streng aus dem Hals wie Ludwig XIV. - ob es aber unter seiner Perücke besser dünstete als heutigen Mediensöldnern aus den inkriminierten Plasteschuhen? . Doch zugegeben: Ihr Schmiergeld aus den teutschen oder russischen Sklavenhalterstaaten erhielten die lobhudelnden Philosophes sicherlich in noblem Leder, nicht in schnöden DIN A 4-Umschlägen ausgehändigt.

0 Second Attempt 07.03.2010, 07:19 Uhr

Ich frage mich, oder besser...

Ich frage mich, oder besser frag ich Sie, welcherart wohl Ihre Affinität zu Plastikschuhen und billigen Anzügen sein mag? Diese beiden Ausflüsse moderner Sklaverei haben es Ihnen anscheinend besonders angetan.

0 Jochen Hoff 07.03.2010, 08:00 Uhr

Don du hast die schmerzenden...

Don du hast die schmerzenden Füße dieser Männer in Plastikschuhen vergessen und den verzweifelten Blick. Sie wissen das es keinen Markt gibt für die alten Produkte und niemand der zu Hause auch nur eine dieser besseren Alarmanlagen installiert hat, wird ein solches Haus kaufen. Es gibt für die traurigen Männer in den Plastikschuhen keine Produkte. Da ist nichts. Alles nur wieder warmgemacht. Aber Ungenießbares wird durch aufwärmen nicht besser. Wie oft wird die CEBIT jetzt schon umgebaut? Schade dass die großen Ieh-Phones, die Tabletts noch nicht in Mengen da waren. Die hätten sich die Männer mit den traurigen Augen dann gegenseitig um die Ohren hauen können. Die nächste CeBit sollten sie mit "Innovation gesucht" übertitteln. Dann würde es reichen ins Leere zu schauen und weiter abzuwarten.

Dank Bill Gates haben heute...

Dank Bill Gates haben heute weltweit Millionen von Menschen Arbeit. Doch, damit es so weitergeht, sind "computer-crashes" sowie "built-in obsolescence" ebenso unvermeidbar wie Death and Taxes. Und da David Gelernter das WWW möglich gemacht hat, dürfen wir am Computer sitzen und gleichzeitig surfen und schweigsam chatten. Die Kosten einer eventuellen Panne muss man in Kauf nehmen - schliesslich "There's no free lunch" (amerik. Sprichwort).

0 HansMeier555 07.03.2010, 09:09 Uhr

Lieber Don, schreiben Sie doch...

Lieber Don, schreiben Sie doch mal eine Reportage darueber, was passiert, wenn jemand wie Ihre Mutter sich eine neue Stereo-Anlage anschaffen will und dann selber in den Laden geht, um sich beraten zu lassen.

Geehrter Don, es ist wohl an...

Geehrter Don, es ist wohl an der Zeit, daß ich mir einen Hut kaufe. Abgelegt unter: Zumutungen der Moderne. Ganz Recht. Die Tonmöbel auch sehr schön beschrieben. @dunnhaupt, ist da nicht noch immer das Auto vor der Tür das Statussymbol der Deutschen. Beim Discounter einkaufen mit dem Zuffenhausener Fahrzeug. Nachdem Drei-Sterne-Koch Dieter Müller sich an Lidl verkaufte, geht fraglos nun auch das. Nur ne Frage des Imagetransfers. Wundere mich eigentlich nur, das andere Köche seines Niwos das so klaglos hinnehmen - wohl in vorauseilendem Gehorsam. Sie schreiben es ja auch: beim Kauf eines Doppelhandyvertrages mit Mindest-Telefonierpflicht erhält man auf manchen TV-Kanälen einen chinesischen Motorroller obendrauf....um damit nach Hannover zu fahren?! Und: die ersten C-Netz-Handys kosteten so um 8.900DM, schwer wie ein Brikett, 30 Min Sprechzeit. D-Netz 4.000DM von bspw. Erikkson. Gruß

Nun, ich wohne in einem...

Nun, ich wohne in einem Viertel, das man besser nicht kennen sollte. Und ich gebe gerne zu, daß ich zu Zeiten auch den Herren in den billigen Anzügen geglaubt habe. Ein, horribile dictu, Journalist klärte mich auf. In einem Journal, in dem Musikwiedergabegeräte mit Röhren vorgestellt werden, erklärte er mir, daß sich manche Leute eben erst schlaukaufen müßten. Er hatte recht. Deshalb ist mein CD-Player jetzt 15 Jahre alt und mein Plattenspieler fast 10. Wohlgemerkt, der Neid oder Nicht-Neid des Nachbarn ist mir gleichgültig. Aber ich habe es satt, aller zwei, drei Jahre der Elektronik-Industrie mein Geld hinterherzutragen. Naja, bis auf den Fernseher. Der wechselt aller paar Jahre, weil er größer werden muß. Ach, Fluch aller Zuspätgeborenen! Warum kann man nicht „Lawrence von Arabien“ in 70 mm-Technik sehen? Im übrigen glaube ich, daß wir Nicht-Westviertelbewohner schlauer sind, als unser Ruf vermuten lassen würde. Unser Geld ist knapp, deshalb schauen wir sehr genau darauf, wofür wir es ausgeben. Für einen Kühlschrank mit Internet-Anschluß ganz sicher nicht.

0 Foersterliesel 07.03.2010, 09:16 Uhr

Wieder mal sehr schön und...

Wieder mal sehr schön und treffend! Dazu fällt mir eine Geschichte aus Düsseldorf ein, ein Einfamilienhaus wurde so modernistisch aufgerüstet und gesichert und das Ganze - natürlich! wozu sonst hat mans denn - den Gästen einer samstäglichen Kaffeegesellschaft vorgeführt, mit dem Ergebnis daß sich die ganze Gesellschaft ausgesperrt hatte, auch die Jalousien der Fenster waren fest verschlossen und der Hausherr hatte den Code vergessen. Es dauerte Stunden bis man wieder ins Warme konnte.

Jochen Hoff: "übertitteln"...

Jochen Hoff: "übertitteln" gefällt mir.

Werter Don, ich muss Martin...

Werter Don, ich muss Martin Rath da zustimmen - Werbung und PR ist wahrlich keine Erfindung des 20. Jahrhunderts, wenngleich sich die Ansätze damals von denen heute natürlich deutlich unterscheiden - nicht zuletzt aufgrund der deutlich langsameren Kommunikationstechniken. Auch war das gemeine Volk als Adressat natürlich deutlich weniger wichtig als heute. Was die Computertechnik und deren mangelnde Eignung für die bessere Gesellschaft angeht - ich denke, dass der Vergleich mit den Tonmöbeln nur begrenzt funktioniert. Denn während dort hochwertige und eben auch teure Technik durchaus zu einem Qualitätsvorsprung gegenüber der Geiz-ist-geil-Ware führen kann ist dies bei Computertechnik, wo ein Großteil der Funktion nicht mehr durch die Hardware gegeben wird, kaum noch möglich.

0 donalphonso 07.03.2010, 09:50 Uhr

minna, so steht das zumindest...

minna, so steht das zumindest im verlinkten Beitrag in der FAZ - da mag auch etwas Werbung dabei sein, aber zuerst mal ist so ein Umbau richtog teuer. . dunnhaupt, ich denke, es wird rückblickend eben so eine Phase geben, in der die Welt das wollte, mehr Megapixel, mehr Prozessorgeschwindigkeit - ohne dass es irgendwas gebracht hätte. Dann bricht es eben zusammen, und manche fragen sich, ob sie nicht doch mit einem Altmeister besser gefahren wären.

0 Chat Atkins 07.03.2010, 09:51 Uhr

Hast du kein 'echtes Kapital',...

Hast du kein 'echtes Kapital', dann greifst du eben zum 'symbolischen Kapital'. Hauptsache, du fühlst dich 'gehoben', möglichst fern vom miserablen Plebs, dem du dich dann nicht mehr zugehörig wähnst. Näheres nachzulesen bei Pierre Bourdieu ...

0 donalphonso 07.03.2010, 09:56 Uhr

Martin Rath, da war sicher ein...

Martin Rath, da war sicher ein wenig Prestigedenken dabei, aber Voltaire und Diderot waren damals keinesfalls Massenphänomene, sondern im Kern eine geistige Spielerei innerhalb einer sozial hochstehenden Gruppe. Was passiert, wenn man für die unteren Schichten wirklich Aufklärung durchsetzen will, sieht man an Joseph II. von Österreich, der am Ende mit seiner Aufklärung sogar die Leibeigenen gegen sich aufgebracht hatte, von den Bergbauern ganz zu schweigen. Ausserdem hatte Voltaire Geist, die räudigen Social media Berater dagegen haben nur Hunger und Gier. . Second Attempt, ich vertrage es halt nicht, wenn Menschen die Zukunft repräsentieren wollen, die sich noch nicht mal ordentlich anziehen können und mehr als nur wirken, als hätten sie die bessere Zeit ihres Lebens, so es sie je gab, schon hinter sich.

0 donalphonso 07.03.2010, 10:03 Uhr

Jochen Hoff, dafür hat man ja...

Jochen Hoff, dafür hat man ja ein paar Berliner Schelme angeheuert, die den an sich wertlosen Computerkrempel mit Inhalten wie "Echtzeit" oder "augumented Reality" füllen - ich möchte hier vielleicht auf diese Abfertigung so einer Figur hinweisen, gerade weil dieses Übel aus dem Berliner Hypesumpf auch hier in diesem Umfeld nach oben rülpst: http://mark793.blogger.de/stories/1584517/ Allerdings nur mit mässigem Erfolg, weil, wie man sieht, auch Schwernutzer des Internets nicht allen Plärrern nachlaufen. . fionn, ich schreibe das hier an einem Compaq E500 von 2002/3, ungefähr. Und der läuft bestens. Überhaupt, es gibt keine besseren Rechner als IBMs von T20 bis T43. Es geht also mit Qualität.

In die Reihe der Produkte, die...

In die Reihe der Produkte, die sich dem Herrn unterwerfen, passt aber die Barchetta nicht wirklich, oder?

0 donalphonso 07.03.2010, 10:06 Uhr

Lieber HansMeier555, ich...

Lieber HansMeier555, ich könnte schon eine Reportage darüber schreiben, wie ich versuche, das navigationsgerät meiner Mutter nach einem Jahr der Nichtbenutzung wieder zum Laufen zu bekommen. Elender Blödsinn, das Teil. . Geehrter Nico, danke, die Tonmöbel wären einen speziellen Beitrag wert.

0 donalphonso 07.03.2010, 10:11 Uhr

Savall, mein Kraken ist nun...

Savall, mein Kraken ist nun ebenso ein Relikt vergangener Tage, wie die Audiodatalautsprecher, aber ich mag sie halt, man gewöhnt sich daran und weiss, dass man auch in 10 Jahren noch gut hören wird - es müssen noch nicht mal Röhren sein. Langfristig rechnet sich das alles, solange man nicht immer das Neueste haben muss. Ausserdem kaufe ich gerne gut abgehangene Dinge. . Foersterliesel, das ganze Konzept des sog. "Fortschritts" sollte man immer jenen überlassen, die sich danach drängeln; ich glaube, seit Viagra gab es auch nichts mehr, was bei älteren Herrschaften des Westviertels uneingeschränkt begrüsst wurde. Nur Viagra, das leuchtete ein.

0 donalphonso 07.03.2010, 10:15 Uhr

Die Barchetta, lieber Egghat,...

Die Barchetta, lieber Egghat, ist kein Diener, sondern eine Herausforderung, und gehört damit in eine Reihe mit der Geliebten, den gefährlichen Sportgeräten und anderem, was sich ja auch gar nicht unterordnen soll. . Lieber Chris, das mag sein, aber am Ende entscheidet man sich eben danach, was einem dient und nicht überbeansprucht. Ob das nun wirklich rational ist, ist eine andere Frage, aber es geht um die Zufriedenheit - und die kommt nun mal, wenn man keine Belastung empfindet, so wie beim Röhrenverstärker. Und nicht, wenn man ein paar hundert Leuten über Twitter vom Fortgang der hausprogrammierung berichten muss.

Wenn meine Elterngeneration...

Wenn meine Elterngeneration Technik-Schnickschnack kaufen geht, dann ist die Töchtergeneration unweigerlich dabei. Und leistet Nothilfe, wenn die Bedienungsanleitung nicht erklärt, was C&P bedeutet.

Ach ja, lieber Don, wenn Sie...

Ach ja, lieber Don, wenn Sie uns die Navigationsgeraets-Geschichte irgendwann mal goennen wuerden? Ich bin schon etwas laenger der Meinung, dass Navigationsgeraete ihre Besitzer verbloeden, wusste aber bis jetzt nicht, dass sie auch selber dazu imstande sind. :-)

0 Foersterliesel 07.03.2010, 10:57 Uhr

Verehrter Don, Viagra, hm,...

Verehrter Don, Viagra, hm, also von den langverheirateten Damen wurde das gar nicht begrüßt, allerdings:nix Genaues hört man nicht, man muß da schon Gesten interpretieren können. Allerdings wissen wir von Todesfällen, darunter auch ein Arzt, es handelte sich aber immer um jüngere Zweitfrauen, oder aushäusige Betätigungen. Die Westviertelehe kannte in ihrer Jugend durchaus Leidenschaft, schließlich hatte man/frau Auswahl und konnte den nehmen der einem am besten gefiel; da nimmt man dann ruhigere Zeiten im Alter sehr gelassen. Alles zu seiner Zeit!

D.A. richtig teuer wird es...

D.A. richtig teuer wird es nur, wenn sich die Wirklichkeit partout nicht an die Planungen der Investoren halten will.

0 Don Ferrando 07.03.2010, 11:14 Uhr

Das "Haus wie ein Computer"...

Das "Haus wie ein Computer" erinnert mich an den Heinz Erhart Film, bei dem sein Rivale, Ingenieur Bierbaum, auch eine vollautomatische Küche vorführt um zu beeindrucken! Damals wie heute zum Lachen!!

Die Westviertel konsumieren...

Die Westviertel konsumieren bei Technik anders - nicht mittels Konsumguetern von Media Markt oder Huf Haus, sondern Investitionen wie richtigem Haus oder einem guten Boot (etc.). Der "Konsum" ist dann die Abschreibung und Instandhaltung. Das sind Summen, die jeden Unterschichtenkonsum in den Schatten stellt, ist aber wesentlich diskreter. Und wird zusaetzlich den Blicken entzogen, dass das Einkommen aus Vermoegen per Saldo natuerlich hoeher ist, die monetaere Mauer um den Konsum.

Als ganz junger und...

Als ganz junger und zukunftsoffener Mensch sah ich einst Jaques Tatis "Herrliche Zeiten". Niemals haette ich geglaubt, dass man diesen Film als Realitaet 43 Jahre spaeter Wahrheit werden lassen will. Man bemueht sich (der selbsteinkaufende Kuehlschrank war bereits vor 20 Jahren im Gespraech) immer wieder. Es bleibt Marketingbloedsinn. Dies schreibt einer, in dessen grossen Haus 9 Computer als Produktionsmittel (Produktionshilfen) herumstehen. Einer dient der Unterhaltung. Das ist der, mit ich hier schreibe. Ich hoffe, dass er einer intelligenten Sache dient.

Nachtrag: Wer den Film kennt,...

Nachtrag: Wer den Film kennt, wird feststellen, dass er in einem franzoesischen Westviertel spielt. Ja so ein Zufall aber auch.

Gerade wollte ich Tati...

Gerade wollte ich Tati erwähnen, da seh ich ihn auch schon im momentan fast letzten Kommentar auftauchen, den wahren & guten. Danke.

0 nurmalsozwischendurch 07.03.2010, 12:59 Uhr

Das Lustige ist jedoch, dass...

Das Lustige ist jedoch, dass diesen Blog vermutlich besonders viele Techniknerds lesen und kommentieren. Meine Eltern jedenfalls - ich würde sie als klassische Bildungsbürger beschreiben - kämen niemals auf die Idee die FAZ online zu lesen, geschweige denn, Kommentare in einen Blog zu schreiben... Don, was schätzen sie, wieviele Ihrer Leser beispielsweise eifrige iPhone-Nutzer sind? Bestimmt mehr als Sie vermuten....

Filou 13:05 ... das ist etwas...

Filou 13:05 ... das ist etwas worüber ich nicht wegkomme. Wie alt waren die, diesen Film vor 43 Jahren produzierten und sich darüber lustig machten und die, die den selbsteinkaufenden Kühlschrank vor 20 Jahren schon verkaufen wollten? ... ein einziger Aufstand der " verknöcherten" . " das Leben ist ein einziger ruhiger Fluß"

minna, Tati war Baujahr 1907....

minna, Tati war Baujahr 1907. Der Kuehlschrank vor 20 Jahren wurde von Maennern (!) um die 30 besprochen. Was sollen die Jungs auch noch anderes erfinden? Staubsauger, Waschmaschinen und so, gabs ja schon. Aber (!) als ich mir fuer ein Schweinegeld 1978 den ersten Cumputer (zum Selbstprogrammieren) anschaffte, redeten die Nerds bereits von Navigationssystemen, obwohl es die notwendigen Satelliten noch nicht gab. Ich selbst versuchte einen Archaeologen auf computergestuetzte Restauration von Mosaiken vorzubereiten. Das Eine oder Andere ist ja dann doch Realitaet geworden. Man muss das alles nicht so bierernst nehmen. Zukunftsspinnereien gabs schon immer. Wer aber sich den Tati-Film von 1967 ansieht, wird grinsend feststellen, wie vorausschauend Tati war. Computertechnik plus Westviertelpersonage plus Ironie... http://de.wikipedia.org/wiki/Tatis_herrliche_Zeiten

KOMMANDO ZURUECK! . Ich...

KOMMANDO ZURUECK! . Ich meinte den Film `Mon Oncle`. Herrgottnochmal! http://www.youtube.com/watch?v=gkvtE1AS6Qo

filou, ich hab nichts dagegen,...

filou, ich hab nichts dagegen, wenn die Rechnung unterm Strich aufgeht und auch noch für angenehme Unterhaltung sorgt. Bin ich dabei. Nur im Moment sieht es mir nicht danach aus. Bleibe Optimist - ist auch für mich nur ein Auf- reger "im Kopf".

0 colorcraze 07.03.2010, 15:56 Uhr

Tja, so wird das nie was...

Tja, so wird das nie was werden mit dem IT-Fortschritt in Deutschland. Warum hat sich England seinerzeit industrialisiert? Weil auch die Reichen (der Landadel) fleißig mitgesponnen haben mit Fabrikchen hier, Maschinchen da, Kanälchen dort. Meine Kunden sagen, am miesesten ist die technische Ausstattung in den Abteilungen, deren Chef noch mit Vorzimmer arbeitet. Das leuchtet völlig ein. - Ich meine, das Telefon hat halt zu Anfang mal der Butler bedient, bis sich die Herrschaften rangetraut haben. Heutzutage sollten sie halt wenigstens eine kleine Computerklitsche bezahlen, ähnlich wie einen Gärtner. Man erwartet ja nicht, daß sie Technikfreaks und early adopter von Bananenprodukten werden. Aber ein _bißchen_ ihrer veridelten Zeit könnten sie nun schon ins Selberschreiben stecken.

Werter Don, lieber...

Werter Don, lieber Filou, . 1979 kaufte ich für rd. 8.000,- DM einen APPLE II+ auf Wunsch meiner Söhne - eine meiner gescheitesten Entscheidungen. Beide Söhne verdienen heute damit ihr Brot - meine Frau hielt entgegen, daß dafür ein "wünderhübscher" Nerz zu haben gewesen wäre. . Wenn ich nachhause kam und auch mal an den Computer wollte, wurde mir bedeutet, daß ich das nie lernen werde, weil ich doch schon etwas zu alt dafür wäre! Ich ärgerte mich gewaltig, kaufte einen "Kompatiblen" ( nur das Mainboard, LW, Keyboard extra und Bernstein-Bildschirm ), zimmerte eine Kiste und lernte programmieren ( Integer-Basic, später UCSD-Pascal ). . Warum ich das schreibe? Mein neues Handy ( kostenlos von der Telekom ), kann ich nur mit großer Mühe "bedienen". Die Handhabung von Fernseher bzw. Video-Rekorder ( brauchen wir, wegen der Werbepausen ) beherrscht meine Frau - ich hingegen repariere die Fahrräder, den Motorroller, die Nähmaschine, die Waschmaschine ( 40 Jahre alt ), die Türschlösser ( Federn ), die Glühlampen, das Garagentor, kann zu Weihnachten den Baum einstielen und stelle bei Bedarf die Mausefalle auf. . Auch den Computer repariere ich, sei es, daß ich einmal eine "kalte Lötstelle" fand und diese nachlötete, die Grafikkarte mit einem neuen Lüfter versah, den Kühler des Notebooks tauschte. Gelingt eine Reparatur nicht, schmeiße ich das "Klump" zum Sperrmüll, wo ihn ein Osteuropäer mit nimmt. . Sie sehen also - es bleibt noch genügend "vom Alten" und sei es die Feder der Fahrradschaltung ( Die kleine japanische Feder und der grosse Weltmarkt ). Lassen wir doch einfach "die Angeber" in diesen Häusern "froh" werden. . Gruß Hanskarl

Lieber Don Alphonso, seit...

Lieber Don Alphonso, seit meiner Schulzeit bin ich relativ großer Anhänger von Stereoanlagen, da Musik, insbesondere Jazzmusik, zu meinen hauptsächlichen Hobbies zählt. Und schon damals habe ich nicht verstanden, warum der aus einer Produktreihe beste CD Player gleichzeitig auch immer der mit sinnlosen Funktionen am stärksten überfrachtete ist. Im Deutschen gibt es dafür auch einen Begriff: Effekthascherei. Und ich befürchte, hier verhält es sich so, wie mit den Privatsendern: das Publikum will eben diesen Schrott sehen bzw. haben. . Ach Rebound, weil ich gerade "Huf-Haus" lese. Ich bin da nicht informiert, aber was gibt es daran auszusetzen? Die reine Ästhetik ist eigentlich über Zweifel erhaben - ganz im Gegensatz zu den "richtigen" Häusern, die unsere Eltern in den letzten Jahrzehnten meist so gebaut haben. Zudem fällt in denen langsam alles auseinander, von der Isolation bis zur Bodenheizung. Da frage ich mich ernsthaft, ob ein insgesamt kurzlebigeres Produkt mit gleichzeitig langlebigerer Ästhetik nicht die bessere Wahl gewesen wäre. Da sieht man mal wieder: so ein Altbau ist eben durch nichts zu ersetzen.

Lieber HansKarl, bei mir war's...

Lieber HansKarl, bei mir war's der PET 2001 mit gigantischen 8KB, spaeter mit grosser Tatstatur umgemodelt. Der Printer war ein umgebauter amerikanischer Army-Fernschreiber (ziemlich laut). Gelernt habe ich MS-Basic, damit habe ich geschickt unser Rechnungswesen organisiert und Textbausteine (bevor es sie wirklich gab) fuer uns entwickelt. Meine Madame hat Baukloetze gestaunt-und der Sache nicht recht getraut (heute kann sie nicht mehr ohne). Um mich vom Computer zu verdraengen, war der Sohn noch zu klein, aber die fruehkindliche Praegung verhalf auch ihm zu gutbezahlter Arbeit-nach Studium selbstverstaendlich. Fahrraeder war in meiner Jugend. In Holland gibt man die Faelle zum Fietsenmaker (so nennt man hier auch Hausaerzte, haha). Die machen das schon richtig. Handy wird nonchalant behandelt: nur zum telefonieren. Mehr nicht. Aaaaaaber, Spielzeug muss sein: uebermorgen kaufe ich mir ein iPodTouch. Was damit anzufangen ist, wird sich zeigen. Ich jedenfalls bin hoffnungsfroh wie ein Kind vor Weihnachten. Opern gucken ist schoen, wenn's langweilig wird (Bahn, Flugzeug, Wartezimmer, Krankenhaus etc.). Gruesse Filou

0 Trouvaille 07.03.2010, 17:58 Uhr

Cher Don, da haben Sie mal...

Cher Don, da haben Sie mal wieder den Punkt getroffen. Ob die Firmenlenker, die die kostbare Zeit und Erfindungskraft ihrer Ingenieure für diesen Kühlschrank-onlineschwachsinn verschwenden, wohl auf sie hören? Einen wichtigen Unterschied zwischen dem Häuschen, das die Telekom seinerzeit vor das Museum für Kommunikation in Berlin gestellt hatte, und der Villa in Tatis Film "Mon oncle" möchte ich anmerken: Tatis Villa wird von den Bewohnern und ihren Bekannten für ganz wundervoll gehalten und parodiert viele Wohn-und Lebensstilträume der späten 50er oder frühen 60er Jahre, ist für die Zeit großzügig und luxuriös, schließlich ist der Besitzer Eigner einer Schlauchfabrik. Die traurige Hütte auf der innerstädtischen Brache, die seinerzeit als Zukunftshaus an einer der häßlicheren Straßen der unansehnlichen Berliner Mitte stand, war ja nur der abschreckende Appell an alle Geringverdiener, sich gefälligst mit ihrer Situation abzufinden. Kein Mensch träumt von einem Leben mit Laminatboden, Rigipswänden und online aufgetauter Tiefkühlkost und ist bereit, dafür jahrzehntelang zu arbeiten. Das bißchen Elektrosmog von der Haustechnik fällt da gar nicht ins Gewicht.

...hab den verlinkten...

...hab den verlinkten FAZ-Artikel mal durchgelesen. Mein Eindruck: da überwacht das vernetzte Haus den Bewohner.

0 donalphonso 07.03.2010, 18:12 Uhr

Minna, das ist durchaus so,...

Minna, das ist durchaus so, aber es rennen auch hier genug Leute rum, die einem das als Vorteil verkaufen wollen - genau genommen macht das heute jeder seinen Saufkumpan und seine Geschäftspartner verlinkende Datenmüllblogger so. . Liebe Trouvaille, dazu hat man schon zu viel geld versenkt, und keiner gibt gern zu, ein Idiot gewesen zu sein. Und trotzdem, doch, ich glaube, dass es durchaus Leute gibt, denen diese Vision gefallen könnte. Nehmen Sie nur mal einen runtergekommenen Internethyper in seiner vermüllten Wohnung in Friedrichshain, der weder einen Begriff von Luxus jenseits eines Extralöffels Zaziki auf seinem Döner hat, nehmen Sie die Digitalgadgetsüchtigen, die nie mehr als ein Mietloch haben werden - für die sind solche Ideen von Cyberspacehäusern extrem attraktiv.

0 donalphonso 07.03.2010, 18:27 Uhr

mawu, bei High-End ist das...

mawu, bei High-End ist das aber definitiv nicht so, da denkt man einfach an den Genuss und nicht an die Schalterei. Ab 700, 800 Euro pro Komponente wird es zunehmend puristisch, bishin jenen, wo es praktisch keine Bedienelemente ausser dem absoluten Minimum gibt. In dem Bereich entscheidet allein der Klang, auch über das Prestige. . Hanskarl, früher zeichnete sich das Gute ja vor allem durch einen modularen Aufbau aus, durch den man die Einzelteile leicht austauschen konnte. Deshalb sind heute alte Neumann-Mischpulte immer noch begehrt, und das Neue - mei. Wenn es nicht reparierbar ist, ist es meines Erachtens nicht gut, und meinem Handy gegenüber habe ich keine Beziehung - meist ist es ohne Strom, ich gehe nicht ran, ich höre es nicht. Und mein Rechner ist, wie schon erwähnt, einer jener Compaqs, die was aushalten und damals auch so um die 8-10000 Mark kosteten. Geht er kaputt, hole ich mir den gleichen bei Ebay für 150 Euro.

Nana, den Staubsauger, der...

Nana, den Staubsauger, der waehrend meiner Abwesenheit den Terror erledigt, will ich wohl gerne haben. Und einen automatischen Hemdenbuegler sowieso. Was mir aber ganz sicher fehlt, ist ein effizienter Nachbarnkiller plus automatischer, unauffaelliger Beseitigung, sowie ein Kripostreichler.

0 donalphonso 07.03.2010, 18:32 Uhr

PS: Mawu, sowas wie Naim...

PS: Mawu, sowas wie Naim meinte ich: . http://www.naim-audio.com/products/intro_poweramp.html . colorcraze, sicher, absolut, wobei das Vorzimmer schon auch seine Berechtigung hat. Generell aber denke ich, dass es oft zu den beliebten Ausreden gehört, auf die untaugliche Technik zu verweisen - oft ist das Schlechte ja geradezu eine teuer eingekaufte Lösung einer Agentur. Um nur mal das Blog hier anzusprechen: Wie glücklich wäre ich, wenn hier Wordpress laufen würde. Tut es aber nicht. Kostete angeblich so einiges und mich jede Menge Zeit beim Beitragbauen, weil die Planer nicht dachten, dass sich jemand mal wirklich Mühe gibt. Von dem ganze Javakrempel beim Editieren und Einfügen mal ganz abgesehen.

Lieber Don Alphonso, während...

Lieber Don Alphonso, während meiner Schulzeit hatte ich natürlich nur "normale" Hersteller auf dem Radar, bei deren Top-Geräten es diesen ärgerlichen Funktions-Überfluss gab. Trotzdem darf man nicht vergessen, daß auch High-End letztlich stark mit Technikspielerei verquickt sein kann. Mein Schwiegervater etwa, High-End Fanatiker sein Leben lang und sicherlich im Besitz einer der besten Anlagen Europas, ist auch großer Fan von Dolby Surround und jeglicher Spielerei. Sein Rack aus Technikkomponenten ist ca. 5m breit und 1,6m hoch - und das ist jetzt kein Witz und nicht übertrieben. Hören tut er dann allerdings hauptsächlich Popmusik... . Meine Musikempfehlung für heute Abend: klassischer und lässiger Hardbop von Roy Hargrove, Album "Family" (Verve Records).

... und das ganze stelle ich...

... und das ganze stelle ich mir mit neugierigen, aufgeweckten Kindern vor.

Don Alphonso, naim hatten Sie...

Don Alphonso, naim hatten Sie glaube ich schonmal empfohlen. Macht einen guten Eindruck. Ich bin über meinen Schwiegervater auf Audio Research gekommen, die seit jeher auf Röhren spezialisiert sind, und habe ich über die Jahre entsprechend ausgestattet, z.T. auch gebraucht. Der Klang ist absolut phänomenal und die extrem technische und sachliche Optik m.E. auch (wobei die alten Kippschalter noch schöner waren). Hierzulande fast gänzlich unbekannt. http://www.audioresearch.com/

0 donalphonso 07.03.2010, 18:52 Uhr

Ich wünschte, es wäre bei...

Ich wünschte, es wäre bei mir die Melodie "Kufenschleifen", aber ich muss nochmal weg -dafür gehe ich dann morgen wieder rodeln. Es wird weiter freigeschaltet! . Filou, es tut uns allen gar nicht schlecht, wenn wir uns hin und wieder mit etwas arrangieren (solange es mich nicht stört).

Darf ich das als einen kleinen...

Darf ich das als einen kleinen Verweis auffassen?

0 auch-einer 07.03.2010, 19:20 Uhr

der denkfehler liegt...

der denkfehler liegt woanders: der strom kommt immer weiter aus der steckdose, oder? --- was haben wir früher über die amis gelacht, fliegen zum mond, die schulen entlassen analphabeten, blackouts bei der stromversorgung. so weit sind wir, bis auf die mondlandung, inzwischen auch. ---- oder positiv: angenommen, sie kommen auf die idee, dass sie mit ihrer heizung, der biologischen kläranlage und der tiefkühltruhe (von lappalien wie dem rechner und dem automatischen garagentor und den rolläden gar nict zu reden) doch ziemlich vom funktionirenden stromnetz abhängig sind, die investition in ein brauchbares notstromaggregat könnte eine kluge entscheidung sein.

0 Trouvaille 07.03.2010, 20:03 Uhr

Es hat eine Weile gedauert,...

Es hat eine Weile gedauert, bis ich mir die tatsächliche Cyberhaus-Zielgruppe vorstellen konnte. (In Friedrichshain bin ich nicht lange nicht gewesen, aber woanders gibt es die ja auch.) Unbeeinflußt von ästhetischer Bildung, Einkommen von prekär bis geht so, meist alleinstehend bis einsam, mit erheblichem psychosozialen Reifungsverzug, (noch)überwiegend männlich? Das ist aber ganz schlecht für die Cyberhausverkäufer. Denn diese Leute werden entweder erwachsen oder sie verkommen völlig. Im letzteren Fall geraten sie irgendwann auf die Radarschirme der sozialen Reparatureinheiten, im ersteren verlieren sie das Interesse an einer Lebensform, die Vorratsdatenspeicherung überflüssig macht, da die Daten stets vorrätig sind. Wenn ich aber sehe, mit welcher Begeisterung sich jüngere Menschen auf alles stürzen, wo man klicken und tatschen kann, aus schierer Freude am bloßen Funktionieren dieser Spielzeuge, dann liegt es natürlich nahe, dieses profitable Verhalten möglichst ins Erwachsenenalter zu verlängern und die ganze Lebensumgebung mit Technik, die man nicht durchschauen oder reparieren kann, auszustatten.

0 Kasper2010 07.03.2010, 20:30 Uhr

Hallo Don Alphonso, also ich...

Hallo Don Alphonso, also ich bin so ein schlechtgekleiderter mittelalterlicher Hannoveraner in Plastikschuhen! Mein Gott welche Arroganz unsereins so nieder zu machen. Schau'ens doch 'mal auf das Durchschnittsalter auf der CEBIT. Das liegt vielleicht bei 39. Wenn ich als Endfünziger mich entschließe über die CEBIT zu ziehen, dann hab' ich schon irgendeine priviligierte Qualifiikation im Weltmaßstab der PC-User, auch wenn ich schlecht gekleidet bin. Die Generation 50-Plus sollte man nicht unterschätzen. Kapitalstark; virtuell eloquent. Für neue Technologien aufgeschlossen , vor allem wenn sie dann noch die CEBIT besuchen. Aber die konservativen Anzugträger in der Internet-Banking Hall sind wohl die coolen Typen, die sie toll finden. Das kann oft auch nur Fassade sein. Frage an Sie: Wer ist der bessere CEBIT-Besucher ? Der perfekte Internet-Banker der Spekulanten hilft; oder der Green-IT Seniorenbesucher der die Hoffnung hat das die IT ein Teil der Rettung der Welt bedeuten könnte ? Empfehlung: Erst mit den Menschen sprechen; dann Artikel schreiben.

0 Mr. Malone 07.03.2010, 20:35 Uhr

Die alte Definition der...

Die alte Definition der Verschwendung stimmt also immer noch: Geld ausgeben, das man nicht hat für Dinge, die man nicht braucht, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann. und ist auf das Konsumverhalten heute immer noch so gut anwendbar wie auf die Verschwendungswelle in den 1980ern. Nur werden die Techniken halt immer kleiner, integrierter und software-gesteuerter. Früher hatten wir wenigstens viel Chrom und glitzernede Regelschalter (oder schwarz, wenn es cool sein sollte), heute fragt man nur nach dem Stand der Hard- und Software. Verschwendung sollte doch wenigstens Spass machen!

@auch-einer: meine Nichte lebt...

@auch-einer: meine Nichte lebt in Kanada. In der Naehe von Toronto und, wie sie behauptet, am Rande der Zivilisation. Vor jedem Blizzard haderte sie mit ihrem Schicksal, weil ihr Business natuerlich extrem vom Strom abhaengig ist. Letzten Sommer zerschlug sie den gordischen Knoten und schaffte sich einen Generator an. Gasbetrieben, Gas hat sie. Diese Anschaffung ist prinzipiell auch in unseren Breiten ueberlegenswert, extrem abhaengig wie wir sind. Obwohl private Autarkie noch viel wuenschenswerter waere. Abwarten, bis der Markt die Luecke erkennt.

Trouvaille, ich glaube das in...

Trouvaille, ich glaube das in dieser Richtung bereits enorme Fortschritte gemacht worden sind. War es frueher die simple Lohnsteuerkarte, so ist es heute die einfache clandestine (illegale, scheissegale) Cyberschnueffelei. Ich moechte unseren Staatsorganen nichts unterstellen, aber seit Horst Herold (der Mann war faehig), sollte man sehr sehr skeptisch sein. Eins der Gesetze von Murphy heisst: alles, was moeglich ist, wird auch geschehen.

Lieber Filou, wie wahr wie...

Lieber Filou, wie wahr wie wahr. Interessant ist z. B. das die Mafia seit Jahren niemand mehr entführt hat, um Lösegeld zu erpressen ( die überflüssigen "Hirten" wurden freigestellt, was den gestiegenen Erfolg der italienischen Polizei erklärt ). Sie ging mit der Zeit, frei von den Fesseln des Rechts, sie verlagerte das Geschäft ins Internet. Ein Hoch Herrn Murphy! Und es hat sich gezeigt, die Mächtigen folgen den Gangstern - etwas zeitversetzt ( Bangster ). Wir werden noch so manches hören - im Netz ist noch Vieles möglich. Gruß Hanskarl

0 Jeanne S. 07.03.2010, 23:07 Uhr

Werter Don, ich sehe diese...

Werter Don, ich sehe diese sog. technischen Innovationen mit anderen Augen: Mir macht das Angst! Ganz ehrlich, ich möchte nicht, dass mein Kühlschrank mir die Eier bestellt, oder dass main Haus weiß wann ich nach Hause komme und schon mal die Heizung anmacht... Das bedeutet nicht das ich alles neue und digitale schlecht finde, programmierbare Festplattenrecorder fürs Fernsehen z.B. finde ich außerordentlich praktisch (Aber so etwas gab es auch schon vor 15 Jahren, nur mit Videokasseten). Ich bin nur der Ansicht, irgendwo ist Schluss. Ich möchte mir einen Rest Selbstbetimmung erhalten und dazu nicht dem Kühlschrank erklären, dass ich für die nächste Woche bitte keine Salami möchte sondern mir eher nach Serrano Schinken ist. Beste Grüße Jeanne Ps. Ich denke die Werbung und PR gibt es schon seid mehreren Jahrhunderten, sobald jemand ein Produkt (oder sich selbst) bekannt machen wollte, machte er von "Werbemaßnahmen" gebrauch.

Da bin ich doch ein wenig vom...

Da bin ich doch ein wenig vom Westviertel und seinem Umgang mit der Technik erstaunt, so wie Sie, werter Don, es darstellen. Ich würde die Einschätzung von colorcraze (07. März 2010, 16:56) teilen. An sich sollte es doch nach dem Motto "Die Fassade muss ordentlich sein, dahinter muss es funktionieren - egal wie" laufen. Ein omnipotentes Schaltpult dezent installiert, scheint mir doch der zeitgemäße Arbeitsplatz für den Butler 2.0 und der Rest des Personals ist nicht mehr nötig. Gut, Sie sind Hauspersonal gegenüber skeptisch; ich zweifle aber nicht, dass es vermehrt in den besseren Gegenden so aussehen wird. Oder irre ich? Würde mich über Beispiele - gern auch dagegen - freuen.

Der vollautomatische...

Der vollautomatische Kühlschrank ist der Untergang des kulinarischen Abendlandes. Der leere Kühlschrank ist Statussymbol. Nicht der volle. . Es ist viel amüsanter, falls zuhause abends Eier oder Butter fehlen, einfach wieder einmal auszugehen. Oder kulinarisch zu improvisieren. Das macht die Unfähigkeit, nicht organisieren zu können, sehr erfreulich, zu einem Vorteil. Und führt zu neuen Rezepten. . Der kreative Zeitsklave braucht jedenfalls keinen automatischen selbstauffüllenden Kühlschrank. Er ist froh, genau einen guten Grund zu haben, sich mal wieder unters Kneipenvolk zu mischen.

0 Leonard Warren 08.03.2010, 00:57 Uhr

Lieber Don, im...

Lieber Don, im Original: Leporello (mangiando e bevendo di nascosto): Questo pezzo di fagiano, Piano piano vo'inghiottir. ... Es handelt sich also nur um Mundraub (straffrei!)- Leporello verschlingt sofort den köstlichen Happen; ein hungernder Diener beschämt allererst den Herrn! Dieser Sinn kommt in der dt. Übersetzung völlig zu kurz; Don Giovanni wird heute wohl nur mehr in der Komischen Oper zu Berlin auf deutsch gesungen, gut so! Übrigen, kennen Sie die -meines Erachtens -beste Einspielung 1966 Otto Klemperer; New Philharmonia Chorus & Orchestra Commendatore: Franz Crass Don Giovanni: Nicolai Ghiaurov Don Ottavio: Nicolai Gedda Donna Anna: Claire Watson Donna Elvira: Christa Ludwig Leporello: Walter Berry Masetto: Paolo Montarsolo Zerlina: Mirella Freni http://cgi.ebay.de/Otto-Klemperer-Mozart-Don-Giovanni-London/120520366553

@auche-einer, Filou, sehr gute...

@auche-einer, Filou, sehr gute Ansätze, wenn man erst mal bei der Autarkie ist. Nur muß eben auch ein Generator bspw. mit Gas oder Diesel betrieben werden...und von Nachbarn und Staatsorganen - lärmmäßig gesehen - geduldet werden. So gesehen empfehle ich die Erneuerbaren Energien, bspw. eine Photovoltaikanlage auf dem Dache mit Batterien zur Speicherung, so daß auch der nächtliche PC-Betrieb - Stützen d. G. - gewährleistet ist und eben auch ein bestellender frigorifico oder das Ladegerät fürs iphone `n apps oder amazon`s kindle. Überschüssiger Strom kann noch zum Zwecke der staatlich garantierten Geldvermehrung (EEG) eingespeist werden mit zur Zeit noch 39,14ct/KWp bis 30KW Anlagengröße. Auch der selbstverbrauchte Strom wird gefördert- in Zukunft auch wohl noch stärker. Wie Sie sehen, es gibt Lösungen zur Autarkie - auch ohne Hannover, die zudem ein lohnendes und sichers Investment darstellen.

v.K. - das Problem ist ja,...

v.K. - das Problem ist ja, daß sich hier schon seit langem kein Mensch mehr Personal leisten kann. Eine "Zugehfrau" ist schon das Höchste der Gefühle. Wir haben zwar die tollsten Maschinen, vom Geschirrspüler bis zum Aufsitzrasenmäher, dürfen aber jeden Mist selbst machen. Und mit Familie türmt sich dieser Mist, im Gegensatz zum Singledasein von Don Alphonso... . Apropos Energie: mein Vater ist ziemlich für erneuerbare Energien, in den 80ern hatten wir schon Sonnenkollektoren und eine Wärmepumpe. Nun wollte er eine Photovoltaikanlage installieren, weil dies u.a. für das Heizen des Pools ideal ist und ausserdem subventioniert wurde. Genau dafür ist diese Subventionierung aber ausdrücklich nicht erlaubt (Neidgesellschaft). Daraufhin hat er eben keine solche Anlage installiert.

0 Der Tiger 08.03.2010, 08:38 Uhr

Guten Morgen Don! Vielen Dank...

Guten Morgen Don! Vielen Dank für Ihre so charmant verpackte Ermahnung: “Die Diener der Gegenwart erkennt man nicht mehr an der Livree, sondern an ihrem Kratzbuckeln vor Rechnern, an denen sie ihre Zeit vergeuden.’ Als ich das las, fühlte ich mich sofort angesprochen. Ich schaltete sofort den Mac aus und hab mich bis jetzt anderweitig beschäftigt. Nach einem gut ausgeruhtem Wochenende Der Tiger

Vroni 1.46 Ich fürchte, da...

Vroni 1.46 Ich fürchte, da gehören Sie zu denen, die nicht mehr so gern gesehen sind oder zum Störfaktor werden. Es wird doch alles durchgeplant-Schulbesuch,Ausbildung, der Arbeitsplatz und Ihre Wohnung. Natürlich muß das alle kontrolliert und über- wacht werden, wie soll es sonst funktionieren. Der Butler 2.0 wird Sie schon auf Linie bringen.

0 donalphonso 08.03.2010, 08:48 Uhr

Lieber Tiger, ich gehe jetzt...

Lieber Tiger, ich gehe jetzt auch mit ein paar Kommentatoren rodeln, Sie sind da also nicht allein. Das Leben beginnt, wo der Rechner endet (allerdings kann man natürlich auch etwas Leben in den Rechner hineintragen). . mawu, ein findiger Elekriker hätte da vielleicht einfach einen Extraschaltkreis eingebaut, und fertig. Es ist doch lächerlich, einen Pool mit Atomstrom zu beheizen.

0 donalphonso 08.03.2010, 09:15 Uhr

Leonard Warren, sicher ist es...

Leonard Warren, sicher ist es Mundraub, und Don Giovanni amüsiert sich ja auch darüber - aber wie im weiteren Verlauf zu hören ist, klaut Leporello vor allem, weil er genau so ein Lump wie sein Herr ist - im Übrigen ist das Verhältnis zwischen Leporello und Don Giovanni enorm spannend, und Leporello äussert in seiner ersten Arie schon, dass er kein Diener, sondern Herr sein will. Und genau das äussert sich im Klau: Er will wie ein Reicher speisen. . stephen, ja die Navigeschichte, das ist ein spassiger Kampf zwischen Hersteller, Händler und meiner Mutter geworden. Mistteil, elendes. Karten sind besser.

0 donalphonso 08.03.2010, 09:20 Uhr

nurmalsozwischendurch, sicher...

nurmalsozwischendurch, sicher besutzen das iphone recht viele, solange es halt modern ist. Ich nicht, in meinen Augen ist es eine Kette ans Internet, die ich nicht brauche, wenn ich unterwegs bin. Und natürlich ist Eltern dieses Blog fern. Aber es ist sicher keine dumme Sache, hier eine Brückenfunktion zu bilden und im Übrigen zu erinnern, dass man mal bei den Eltern wieder anrufen sollte. Gell. . Vroni, ich finde ja, dass leere Kühlschränke entsetzlich aussehen. Bei einer Berliner Bekannten stand darin 1 verfallenes Yogurth und eine kühl zu lagernde Medizin, und die Pfannen waren auch nach einem Jahr immer noch in der Liste, in der sie ankamen. Das ist nach meinem Verständnis ein leerer Kühlschrank, und die Berliner Lösung ist das Suchen nach dem billigsten Döneranbieter (solange nicht jemand den Fehler macht, diesem Pack einen Job zu geben, dann darf es auch mal ein teurerer Döner sein)

0 colorcraze 08.03.2010, 09:23 Uhr

@Don/Tiger: natürlich haben...

@Don/Tiger: natürlich haben Sie völlig recht damit, daß man es nicht ausufern lassen darf. Aber ich finde z.B. Familienfeste, bei denen einige Sitzfleisch über Gebühr entwickeln, genauso unangenehm wie zu langes Sitzen vor dem Rechner. Es kommt immer darauf an, eine längerfristig lebbare und aushaltbare Form des Umgangs damit zu finden. @minna/Vroni: täglich essen gehen hab ich durch; aus dem was da ist, was kochen und Reste verwerten auch; zur Zeit geht es mir eher darum, nicht zuviel Zeit für Versorgung und Essen draufgehen zu lassen, weil ich auch noch anderes machen will.

0 windsbraut 08.03.2010, 09:23 Uhr

@ nurmalsozwischendurch, 07....

@ nurmalsozwischendurch, 07. März 2010, 13:59 „Das Lustige ist jedoch, dass diesen Blog vermutlich besonders viele Techniknerds lesen und kommentieren. (...) Don, was schätzen sie, wieviele Ihrer Leser beispielsweise eifrige iPhone-Nutzer sind?“ Zwar gebe ich hier ab und zu einen mehr oder minder passenden Kommentar ab, jedoch nur, weil der Don die Hürden dafür abgebaut hat. Und ich denke, dass es vielen Kommentatoren ähnlich geht. (Man möge mir bitte widersprechen, wenn dem nicht so ist!) Und ja, ich besitze ein iPhone, unter anderem deshalb, weil ich es bedienen kann, auch ohne dafür das 250-Seiten-Handbuch lesen zu müssen. Was mir bei meinen anderen Mobiltelefonen nicht gelungen ist. Mich (und andere) deshalb für einen Techniknerd zu halten ist ungefähr so zutreffend, wie den Papst der libertinage d’esprit zu zeihen.

0 colorcraze 08.03.2010, 09:27 Uhr

@DA: hehe, als ich dank...

@DA: hehe, als ich dank Internetblase mal gut verdient habe, bin ich aber täglich in eine (italienische) Wirtschaft gegangen, in der es _rechtes Essen_ gab, gell! Und einige Berliner Arbeitskollegen mit. Sie müssen nicht meinen, daß Berliner gutes Essen nicht zu schätzen wissen. Man hat nur meistens kein Geld und keine Zeit dafür.

0 donalphonso 08.03.2010, 09:39 Uhr

v.K., ich habe gerade eine...

v.K., ich habe gerade eine Druckerpatrone gewechselt, weil es die Druckerbesitzerin (ca. 60, reich) nicht konnte. Und die nahm den Drucker mit zum Geschäft, um die Patrone zu kaufen. So geht das zu, in besseren Kreisen. . Trouvaille, ich habe ja eher den Eindruck, dass die wirklich Begeisterten nicht die ganz Jungen sind, sondern die echten Datenrausbläser sind Mitte/Ende 20 bis Anfang 40, kennen vor allem Leute, die ganz ähnlich sind, kommen aus diesen Kreisen auch nicht raus und haben in der Regel auch kein Geld, um sich Regionen anzuschauen, wo das nicht so ist. Das sind dann die "warum die radikalen Netzapologeten nicht radikal genug denken"-Fasler, die gar nicht anders können, als in der Vernetzung die Zukuft zu sehen, weil sie sonst nirgendwo eine hätten.

Aexgüsi - da ich einmal einen...

Aexgüsi - da ich einmal einen griechischen Freund hatte, habe ich meinen (ersten ) Beitrag heute dem Blog "Tanzen mit Dimitri" geschickt.

0 donalphonso 08.03.2010, 09:44 Uhr

auch-einer, generell ist ja...

auch-einer, generell ist ja weniger der Strom das Problem, sondern der Glaube, dass Computer aushelfen, wenn es für das Denken der Menschen nicht mehr reicht. Gewissermassen der Prozessor als Notstromaggregate von Niedrigstromhirnen kleiner Kapazität. Oder auch: warum soll ich etwas beweisen, wenn es doch schon im Netz steht und mit Google gefunden werden kann. . Kasper2010, ich denke, ich habe klar ausgedrückt, welche Ecke ich meine. Es ist wie mit dem Internet und Twitter: Nicht keder dort anwesende ist ein Cretin, aber jeder Cretin ist dort anwesend. Sicher, es ist prima, wenn das Gerät DIENT, die Welt besser zu machen. Aber es ist nicht gut, wenn irgendwelche Leute wollen, damit man dem GERÄT dient und sie damit reicher macht. Das ist der Unterschied.

Und wieder ein herzliches...

Und wieder ein herzliches Danke für diesen Beitrag! Zu dem Horror vom computerisierten Haus hatte ich einmal ein Gespräch mit einem Verkäufer von, horrible dictu, "ASI-Steuerungen". Auf meinen Einwand, dass die angebotenen elektrischen Rolläden ja bei Stromausfall ziemlich unbrauchbar wären, wurde mir sogleich die Lösung präsentiert: man habe da, Glück gehabt, auch gleich das passende Notstromaggregat im Sortiment....

colorcraze, scheint darauf...

colorcraze, scheint darauf hinauszulaufen: entweder man organisiert selbst oder wird "organisiert" Vroni, mein " zeitmanagement " ist miserabel und ich wundere mich täglich wie gut alles funktioniert ( Input vs Output ).

Nachtrag: Bin immer wieder...

Nachtrag: Bin immer wieder erstaunt wieviel sich durch "Nichtbeachtung" von selbst erledigt, das können sich die "Adabeis" aber nicht leisten.

Minna und Don: . Minna,...

Minna und Don: . Minna, Anarchie und Unberechenbarkeit/Unordnung ist wunderbar prima und hilft gegen die Grauen Herren. . Nene, Don, ein leerer Kühlschrank bei uns zuhause ist dann, wenn kein Ei mehr da ist. Dann ruft mein Mann: Tod, Verderben! Leer! Alles leer! :-) . So arg wie bei Dons Schreckenszenario wars nur, als ich noch Single war und in einer großen Agentur arbeitete. Katzenfutter aber, das fehlte nie für die Miezen. Komisch. . Nix Dönere. Richtig zum Italiener oder zum Japaner, jawohl. Geld war und ist ja da. Geld muss unters Volk. Das schönste Geldausgeben ist für mich "Eating out an Getting drunk" und Geschenke kaufen. Also der soziale Teil daran. Vollautomatisiertes Geldausgeben ist doch scheusslich. Sicher füllt der Külhschrank dann auch für mich meine VISA-Karte aus, wenn ich nicht daheim bin. Grässliche Vorstellung... . Wenn ich Gäste einlade, dann sorge ich rechtzeitig dafür, dass Schmankerln daheim sind. Und auf solche Schmankerln kommt kein digital denkender Kühlschrank nicht. Nie im Leben. Einmal kochte ich irisch-französisch, da braucht ich Walnüsse, frische Felsen-Austern, Lammkeule, frische rote Beete und Erdbeeren. Auf diesen Kombi wär er nicht gekommen, digitale Wesen sind dumm. Maximal hätte er mir eingemachtes Zeug gekauft.

0 elbsegler 08.03.2010, 11:46 Uhr

Werter Don Alphonso, wenn Sie...

Werter Don Alphonso, wenn Sie sich mal nicht irren. Nicht nur Gottes Mühlen mahlen langsam, aber gründlich. Ebenso langsam und gründlich verändern sich auch die Lebensgewohnheiten in den Westvierteln. Zurzeit investiert noch keiner in das vernetzte Eigenheim, aber warten wir mal ab. Es wird nicht lange dauern, bis praktikable Angebote kommen. Noch ist der Aufwand, dieses Netz einzurichten viel zu groß und das Angebot an netzwerkfähigen Geräten viel zu klein. Das wird sich aber mit der Zeit ändern. Der Kühlschrank , der die Eier nachbestellt, ist nonsens. Aber eine intelligente computergesteuerte Heizungs- und Belüftungsanlage, eine den Verbrauch optimierende Steuerung der Stromversorgung, wie sie heute schon in gewerblichen Großimmobilien existiert, das wird kommen. Auch und zuerst ins Westviertel. Denn dort standen und stehen auch die Autos in den Garagen, die alle die Gimmicks als superteures Extra aufweisen, die übermorgen in jedem Kleinwagen serienmäßig sein werden. Ob wir wollen oder nicht, werden wir in einigen Jahren in Autos der Westviertel-Klasse "Fahrerassistenzssysteme" zur Navigation, Geschwindigkeits- und Abstandskontrolle, automatischem Notbremsen bis zum Abwinken finden. ABS und ESP waren auch mal exotische Zutaten. Die Computerisierung des Haushalts geht langsamer voran, aber nicht weniger stetig.

0 HansMeier555 08.03.2010, 12:09 Uhr

Erinnere mich, in der...

Erinnere mich, in der Volksbühne oder so ein Theaterstück gesehen zu haben, wo sich moderne Grosstadtbewohner in vulgärer Sprache ihren Ärger darüber zum Ausdruck brachten, daß ihr Haus versuchte, sie (die Bewohner) rauszuschmeissen. Oder so.

0 HansMeier555 08.03.2010, 12:16 Uhr

Jetzt hab ichs wieder: Das war...

Jetzt hab ichs wieder: Das war Pollesch, die Stadt als Beute. Passt schon.

0 colorcraze 08.03.2010, 12:23 Uhr

@minna: ja, ist wohl so. Mit...

@minna: ja, ist wohl so. Mit dem Entscheiden auch. @Don: Notstromaggregat für Niedrigstromhirne, der war gut. Wobei ich mir davon ja vor allem die Möglichkeit, "die richtigen" zu finden, erhoffe. (Geht ja auch, einigermaßen. An die Leute, mit denen ich mich qua Internet schon geschrieben habe, wäre ich sonst niemals rangekommen.) @Windsbraut: ich habe kein iPhone und werd auch keins kaufen, mein sonstiges Handy reicht mir einstweilen, Technikschrottmuseum hab ich auch zuhause (alter Plattenspieler, den ich mal wieder gangbar machen könnte), und meiner Mutter (75) muß ich denn wohl jetzt auch mal einen Computer kaufen und erklären, weil die alte Schreibmaschine nicht mehr wirklich tut. Manchmal ist eben einfach Technikwechsel, ratsch-batsch, da kann man sich lange dagegen sträuben, irgendwann holts einen eben ein. Wer holt heute noch das Wasser aus dem Brunnen und heizt den Kachelofen?

0 colorcraze 08.03.2010, 12:24 Uhr

Da das vernetzte Haus hier so...

Da das vernetzte Haus hier so ein Thema ist: die Südkoreaner sind damit viel weiter als wir, bei denen war derlei schon in den frühen 90ern gängig.

Außerdem glaube ich fast,...

Außerdem glaube ich fast, dass das vollautomatische Haus eher ein Männerding ist. Sie wollen sich einfach die für sie noch ungeliebtere Hausarbeit ersparen und nebenbei, während sie Auto fahren (Haupthobby) auf dem Gadget mit Apps herumspielen, zwei-drei Fliegen mit einer Klappe also. Da sehen die gar nicht, dass überwacht werden ein Problem werden kann. Ein Männerding, seit sie ab 35 nicht mehr im Hotel Mama wohnen, nicht mehr geputzt und Wäsche gewaschen kriegen und ihre hippe Liebste – sofern Digitalnerds überhaupt eine haben, ihnen nicht ihren Müll wegschaffen wird. . Frauen sind weniger faule Kontrollfreaks und sind weniger spielverrrückt. Ich baue also auf das Anarchische, Altmodische in den Damen und in den "besseren Kreisen" als gedachte Zielgruppe. Immerhin bestimmen sie immer noch ganz nach alter Steinzeitsitte, wenn ein Haus gebaut werden soll, was reingebaut werden soll (meist wollen sie eine repräsentative Eßzimmerwarze^^). Und daher sage ich: Wird eh nix mit diesem alt-neuen Produkt. . Es ist ja schon mal nicht gelaufen. Man darf sich daher beruhigen, die Gefahr des Überwachtwerdens für die Masse ist gering: Maximal kaufen das ein paar verlorene Junggesellen, die irgendwann einen Wallace & Gromit-Film gesehen haben. Wir erinnnern uns: Der versingelte und arg verkauzte Hausherr hat sich ein vollautomatisches Bett gebaut mit vollautomatischem Rausschmeiß-, brutalem maschinellem Zahnputz- und Frühstückskäse-ins-Gesichtschmierservice. Typisch Caveman, eine intelligente "bessere" Frau wird sich nie so wecken lassen wollen.

0 Don Carlos 08.03.2010, 12:32 Uhr

warum gibt es eigentlich keine...

warum gibt es eigentlich keine villenviertel mehr? dem augenschein nach sind die letzten dieser art in den 20er und 30er jahren entstanden. sie geben einen eindruck über den wohlstand und den geschmack der epoche ihrer entstehung. beides scheint bis dahin durchaus auf hoher stufe gestanden zu haben. ebenso die qualität der bauten. unsere epoche stellt angeblich den gipfel der gesellschaftlichen und technischen entwicklung dar, aber etwas ästhetisch und architektonisch auch nur annähernd ähnliches kommt nur noch in sehr seltenen einzelfällen zustande. ganze viertel sind völlig unvorstellbar. wenn die architektur ein spiegel der psyche dessen ist, für den sie errichtet wird, dann ist der große bedarf an demonstrativ großartigen gebäudehüllen mit leicht austauschbarem bis nicht vorhandenem innenausbau auffällig. auch beim gang durch historische/historisierende innenstädte fallen die großzügig gestalteten fassaden auf, allein beim blick in einen hausflur oder in einen innenhof starrt einem jedoch eine erschreckende armut und rückständigkeit entgegen, die einen dramatischen kontrast zur fassade bilden. auch wenn es eine deprimierende aufgabe ist: eine analyse und therapie der psyche von eigentümern/bewohnern derartiger gebäude ist dringend notwendig.

0 windsbraut 08.03.2010, 13:25 Uhr

@colorcraze „Manchmal ist...

@colorcraze „Manchmal ist eben einfach Technikwechsel, ratsch-batsch, da kann man sich lange dagegen sträuben, irgendwann holts einen eben ein. Wer holt heute noch das Wasser aus dem Brunnen und heizt den Kachelofen?“ Ich habe ja auch gar nichts gegen Technik, die mir in sinnvoller Weise das Leben erleichtert. Wie Sie meinem Beitrag entnehmen können, bin ich jedoch nicht besonders gut in der Anwendung elektronischen Schnickschnacks. Man muss es mir schon leicht machen, wenn ich denn mein Geld dafür hergeben soll und es muss ein echter Mehrwert für mich und meine Interessen erkennbar sein. Ich habe jedoch meist das Gefühl, dass man mir andere Interessen einreden will. Um mal ein Bild zu bemühen: Ich finde einen Außenborder am Segelboot ganz prima und praktisch, aber deshalb möchte ich noch lange kein Motorboot fahren. Übrigens Die „Modernisierungsvorhaben“ im Hause meiner Eltern, beschränken sich zurzeit darauf einen Kamin dort einzubauen, wo ganz früher einmal ein Kachelofen stand. Eine computergesteuerte Heizungsanlage ist vorhanden, der wird aber seit einem Stromausfall im letzten Winter Skepsis entgegengebracht. Und ja, ein Generator wurde auch angedacht.

HanMeier555 13:09 ....und der...

HanMeier555 13:09 ....und der Kühlschrank bestellt munter Eier und Milch und läßt abbuchen.

0 donalphonso 08.03.2010, 14:14 Uhr

und wirft auch gleich die...

und wirft auch gleich die verfallenen Dinge weg, die er früher zu viel bestellt hat. Kost ja nur Geld. . Don Carlos, das ist richtig. In manchen Neubaugebiete meiner Heimatstadt sollte man sich aller tiefenpsychologischer Betrachtungen enthalten, sonst wird man depressiv. Und das, obwohl die Stadt enorm reich ist. Aber äussere gestaltung gern als Toskana- oder Provencetraum ist immer noch was anderes als das Haus als überdimensionierte Modelleisenbahn. Es gibt übrigens in Italien ein Haus, das sich um 360 Grad drehen lässt und dem lauf der Sonne folgt - nach ein paar Jahren hatte der Architekt die Funktion über.

Don Alphonso ...

Don Alphonso 09.44h >>Sicher, es ist prima, wenn das Gerät DIENT, die Welt besser zu machen. Aber es ist nicht gut, wenn irgendwelche Leute wollen, damit man dem GERÄT dient und sie damit reicher macht. Das ist der Unterschied.

0 elbsegler 08.03.2010, 15:00 Uhr

Es gibt auch schon den...

Es gibt auch schon den Rasenmäher, der auf im Rasen verlegten Induktionsschleifen seine Runden zieht, sobald der Sensor, der die Rasenhöhe misst, den Befehl zum Losfahren erteilt. gesprengt und gegossen wird in deutschen Gärten ja schon lange zeit- und feuchtigkeitsgesteuert. Alles nur eine Frage des Geldes.

@Don Carlos, und ebenso eine...

@Don Carlos, und ebenso eine Analyse der gesellschaftlichen Umstaende, die dazu fuehrten.

@mawu, eine PV-Alage ist zum...

@mawu, eine PV-Alage ist zum Heizen eines Pools nicht gut geeignet, denn Sie müssen kohe Dauer-KW-Leistngen erbringen, um - wie beim Durchlauferhitzer - das Wasser zu erhitzen. Und ein Pool, welcher den Namen verdient, hat sehr viel Wasser, ca. 50qm. Sie meinen sicher eine solarthermische Anlage, die Wasser in Dach- oder Boden-Kollektoren erhitzt und in Pufferspeicher jeder Größe abgibt und damit zum Verbrauch bereit steht - für Pool, Dusche oder sonstwas. Und das wird auch praktiziert.

0 Der Tiger 08.03.2010, 17:23 Uhr

Was mich am meisten am...

Was mich am meisten am computerisierten Leben stört, ist der Mangel an Service. Ich fand nach 1.5 Jahren Benutzung, dass mein Mac anfängt zu lahmen. Aus lang zurückliegender Berufserfahrung kann ich zwar ahnen, was der Grund sein könnte; aber warum soll ich tagelang vor dem Biest buckeln, um herauszukriegen, wie man sein zerstückeltes Gehirn wieder zusammennäht und von Altdaten befreit? Also ging ich zum Appleladen mit meinen Mac unterm Arm und fragte nach Clean-up Service. Die jungen Männer in Plastikschlappen guckten verdutzt und sagten, dass man das selbst macht, und dass ich dafür von irgendwo irgendwelche Programme runterladen usw. usw. Auf meine Antwort, dass ich mich schließlich auch nicht selbst unter meinen Mercedes lege, sondern ihn in die Garage bringe, guckten sie ganz verlegen. Natürlich könnte ich in der TU Delft einen jungen Hacker zu finden, der für wenig Geld in kürzester Zeit meinem Mac Beine machen würde. Aber ich wollte einen vertraulichen Service, so wie für meine Geld. Das vertraue ich auch nicht irgend so einem spekulativen Islandoutfit an sondern der soliden ABN-AMRO Bank.

0 colorcraze 08.03.2010, 17:37 Uhr

@Windsbraut: also Kamin ist...

@Windsbraut: also Kamin ist gegenüber Kachelofen eigentlich ein echter Rückschritt, weil nur repräsentative Optik und keine Wirkung. @elbsegler: bei uns kam letzten Sommer ein ausrangierter Kleiderständer mit angehängtem Gartenschlauch als Beetbewässerer zum Einsatz. Ansonsten: die gewöhnlichen Leiden jeder Entwicklungsphase. Jaja, ausgereifte Produkte wollen sie alle gern. Aber bis was Neues seine angemessene Endform hat, gehen eben einige Jahrzehnte der Auseinandersetzung darüber ins Land. Die ersten Zugwagen waren postkutschenförmig, die ersten Telefone ungemein klumpig.

ABN-AMRO? Solide? Nanu!...

ABN-AMRO? Solide? Nanu!

0 colorcraze 08.03.2010, 17:53 Uhr

@Tiger: naja, woran es liegt...

@Tiger: naja, woran es liegt ist halt nicht so offensichtlich wie bei einer durchgebrannten Glühbirne, in der der Draht baumelt. Dadurch wirds arg langwierig und teuer, weil unüberschaubar und irgendwann auf reines Trial-and-Error zurückgeworfen. Support ist ungefähr ähnlich anstrengend wie Krankenschwester in der Psychiatrie oder im Pflegeheim.

@Der Tiger, schöne Ironie im...

@Der Tiger, schöne Ironie im letzten Satz, oder, nein, Sie stehen auf der paylist dieser Geldverbrennungshäuser, die........

0 Kasper2010 08.03.2010, 18:09 Uhr

Sehr geehrter Don Alphonso;...

Sehr geehrter Don Alphonso; sorry, das hatte ich dann sehr mißverstanden! Vielleicht gelingst es mir noch einen klugen Satz zu formulieren: Wenn man nicht technikfeindlich ist oder sich der Technik nicht entziehen kann tritt der Computer in's Leben. Die Menge macht's das ein Gift ein Gift ist sagte der alte Paracelsus. Also wenn wir die die Nutzungsdauer aller elektrischen Apparate um uns herum nicht beschränken, werden wir krank, oder/und von der Technik beherrscht. Also maß halten und die Armen von den positiven Errungenschaften teilhaben lassen!

@colorcraze, sehr schön,...

@colorcraze, sehr schön, genau so ist es. Die Nutzer dieser Alleskönner-Geräte erahnen oft nicht, was die Werbung verschweigt. @Der Tiger, und ein Appleladen will eben das, was der Begriff verheißt: Verkaufen. Und auch bei Mercedes weiß man bisweilen nicht mehr um die Fertigkeit des Birnenwechselns. Aber ein Tiger brauch nicht zu vertrauen, er holt es sich.

0 colorcraze 08.03.2010, 18:51 Uhr

@Nico: einer hat mal...

@Nico: einer hat mal geschrieben "I survived complexity". Nerd oder Geek sein ist ja lustig, aber Support, das ist die Hölle auf Erden. Man soll erklären, was man nicht weiß, wird verantwortlich gemacht für was man nicht getan hat, und wird beschimpft, weil man nicht tun kann, was einfach nicht geht.

colarcraze, ich bin erstaunt;...

colarcraze, ich bin erstaunt; und trotzdem funktioniert das alles?

Nico, eine solarthermische...

Nico, eine solarthermische Anlage hatten wir Jahrelang, für Brauchwasser und Pool. Nur war die ständig leck, sodaß wir x-mal die Innenverkleidung des Dachgeschoßes abbauen mussten um sie wieder zu flicken. Vor einigen Jahren hat mein Vater dann aufgegeben und sie entfernen lassen. Vielleicht hat ihm aber mit der Photovoltaik jemand einen Mist empfohlen um Geschäft zu machen, das kann natürlich auch sein... . Heute Vormittag waren wir wieder auf dem Berg Rodeln: der Schnee, die Sonne, wirklich unbeschreiblich!

0 Der Tiger 08.03.2010, 20:16 Uhr

@Nico (1) Um jeglichem...

@Nico (1) Um jeglichem Missverständnis vorzubeugen, ich stehe auf niemands Paylist. (2) Es ist mir bekannt, dass ABN-AMRO nicht in bestem Ruf steht. Aber das liegt weniger an ABN-AMRO selbst, sondern an RBS, die sich die Niederländer unbedingt einverleiben wollten; darauf bestanden, sie für einen total überhöhten Preis zu kaufen, und sich dann an ihrer eigenen Großbanksucht überfressen haben. @colorcraze @Nico Als antiquierter Nerd weiß ich, wie schwierig Computer support sein kann. Eben deshalb möchte ich es nicht selbst machen und bin durchaus gewillt, einen Fachmann anständig dafür zu entlohnen. Meine Großmutter saß neben dem Juwelier, wenn er ihre Perlenkette neu aufzog, um sicher zu sein, dass keine Perle durch eine minderwertigere ausgetauscht wird. Der Appleschlappenträger und ich hätten uns zum Beispiel darauf einigen können, dass ich neben ihm sitze und zugucke (vielleicht auch was lerne) und gleichzeitig sicher bin, dass er nicht die von mir gut bezahlte Zeit dazu benutzt, hochinteressanten E-Mails zu lesen.

0 Don Carlos 08.03.2010, 20:18 Uhr

@ Don Alphonso, Filou das ist...

@ Don Alphonso, Filou das ist genau das, was mir zu schaffen macht: wie kommen solche geistig und kulturell niedrigstehenden kreaturen wie die bewohner mancher protzbauten in neubaugebieten an derartig viel geld, um sich solche scheußlichkeiten leisten, damit auch noch stilbildend unter ihresgleichen und ihren nacheiferern wirken zu können und auf diese weise innerhalb weniger jahrzehnte ein ganzes land zu verschandeln!? es gab zeiten, da konnte man in deutschland allein anhand der bauweise erkennen, in welchem teil des landes man sich befand. selbst die moderne der 20er und 30er fügte sich problemlos in die vorhandene architektur sowie in die landschaft ein. aber alles weg. ein ganzes volk komplett verblödet. stattdessen wird der mangel an geschmack mit technischem müll oder baumarkterzeugnissen zu verdecken versucht, weil im unterbewußtsein ein gewisses unbehagen nagt, welches aber nicht artikuliert werden und nur durch fortgesetzten konsum halbwegs kontrolliert werden kann.

0 colorcraze 08.03.2010, 20:37 Uhr

@Tiger: ihr Ansinnen ist mir...

@Tiger: ihr Ansinnen ist mir verständlich, aber der normale Handwerker (oder auch ich in der Küche) haßt es wie die Pest, wenn jemand danebensteht, weil der schon allein qua Anwesenheit den Arbeitsablauf stört. Aber ich denke, es gibt schon noch Läden mit Leuten, die für sowas bei ordentlicher Bezahlung Verständnis hätten, nur halt nicht an jeder Ecke.

0 HansMeier555 08.03.2010, 20:50 Uhr

Lieber Tiger würde mich...

Lieber Tiger würde mich interessieren, wie Regierungskreise und Bankvorstände so was handhaben. (Blass in Erinnerung der französische Tycoon, der bei seiner Festnahme versuchte, seinen Handychip runterzuschlucken....)

0 colorcraze 08.03.2010, 20:57 Uhr

@Minna: wie, "funktioniert...

@Minna: wie, "funktioniert alles"? Ihr Computer? Dann hat sichs halt noch nicht genügend verhakt. Support? Nur wenn die User erzogen sind, vorher nicht. @Tiger: meine holländischen Bekannten (nicht reich) bekamen so kalte Füße, daß sie ihr Geld zu einer Bauernbank verlegten. @Don Carlos: vermutlich gibt es neue Villenviertel schon irgendwo, nur nicht da, wo wir gucken. Ein paar einzelne Villen stehen hier und da herum. In der Nähe gibts dann auch meist eine erhöhte Dichte aller Arten Therapeuten. Oder man wandelt alte Villen gleich zu Ärztehäusern oder Tierkliniken um.

0 Der Tiger 08.03.2010, 20:58 Uhr

@minna colorcraze hat Recht,...

@minna colorcraze hat Recht, software support ist einer der undankbarsten Jobs, den man sich denken kann, insbesondere, wenn man einen miesen Chef hat, der einem schutzlos der Benutzermeute überlässt. Ich selbst war nie support. Aber ich war Chef, und daher weiß ich, wie undankbar, uneinsichtig und ungeduldig die Benutzermeute sein kann.

0 donna laura 08.03.2010, 21:18 Uhr

@ Jeanne S. , 08. März 2010,...

@ Jeanne S. , 08. März 2010, 00:07, HansMeier555, minna, Don Alphonso et al. dazu fällt mir ein: wenn eine grosse supermarktkette mal ganz ungefragt und für 14 tage kostenlos immer wieder fischstäbchen anliefert - man müsste sie nur noch rechtzeitig abbestellen, sonst gäbe es ein abo für ein jahr? natürlich kostengünstiger in verbindung mit einem bestimmten segel-bier? oder doch lieber im paket mit tk-broccoli und mxxxer-milch-shake, dann aber mit chxxxing-hygiene-papier? alternativ 20 sms täglich aus dem festnetz? (hallo nerds: mal etwas nicht programmieren, geht das auch?)

0 Schluchten-Ossi 08.03.2010, 21:26 Uhr

Sehr geehrter Don...

Sehr geehrter Don Alphonso, Nachdem hier verifiziertes Rodeln mit (zumindest einem) Kommentator vorliegt, kommt dann radeln mit Kommentatoren im Frühling? Mit Armeefahrrädern für die Schweizer Fraktion, ein Holland-Fahrrad für Filou - und vorneweg Vroni, damit ja alle (männlichen) Radler fest in die Pedale treten? Das Faltboot wird auf Donna Laura´s Kutsche transportiert (nebst, falls gestattet, dem zahlreichen Nachwuchs). Als Kapitän wird höflichst Prince Matecki gebeten, als Matrose der elbsegler und HansKarl spendiert sein handwerkliches Allround-Können in allfälliger Ergänzung zu dem Ihrigen bei technischen Problemen? . Ich würde allerdings daheim bleiben müssen, Sie wissen schon, meine Herkunft als einer , dem man nicht vorgestellt wurde.

... ich bin nicht nur erstaunt...

... ich bin nicht nur erstaunt sondern auch beruhigt. In D muß der Prozentsatz an Menschen, die fähig sind "to survived in complexity" sehr hoch sein. Kaum einer will es offensichtlich einfacher haben.

mawu , Neidgesellschaft hin...

mawu , Neidgesellschaft hin oder her, ist Ihnen schon mal der Gedanke gekommen, daß in den Ministerien auch welche sitzen-durchaus nicht unterbezahlt- die von solchen Subventionen auch gerne als" Bürger" profitieren und die Zeit und Gelegenheit haben sich "schlau" zu machen und dadurch so manchen Unsinn verhindern.

0 donalphonso 09.03.2010, 01:50 Uhr

elbsegler, was Autos angeht:...

elbsegler, was Autos angeht: Ich meine eine gewisse Aversion gegen allzu bevormundende Systeme zu empfinden. Wenn ich mit dem Wagen meiner Mutter fahre, schalte ich ESP ab (selbst wenn man es nicht ganz abschalten kann). Das Zeug macht Autos ja nicht sicherer. Es gibt den Irren nur mehr Möglichkeit, die Grenzen nochmal etwas zu verschieben. Würde man defensiv fahren, bräuchte man viele dieser Dinge nicht. . Schluchten-Ossi, sowas plant man doch nicht, aber wer partout Lust hat, kann gerne auf dem Tegernsee nach einem Faltboot Ausschau halten.

0 donalphonso 09.03.2010, 01:55 Uhr

Don Carlos, die jüngsten...

Don Carlos, die jüngsten Protzbauten im Viertel meiner Eltern sind - der Neffe eines Handelskettenmitbesitzers - eine Steuerberaterin und Tochter eines hochrangigen Lokalpolitikers - zwei Bauträger Und das spiegelt ziemlich gut die Kombination aus Geltungswahn und Gier wieder. . fionn, das stammt noch aus der Zeit, als Prinzen von Wales sich wirklich noch beweisen mussten in Schlachten und Palastintrigen. Generell aber kann man das von jedem erwarten, der Geld möchte und es braucht.

0 Schluchten-Ossi 09.03.2010, 06:14 Uhr

Geschätzter Don...

Geschätzter Don Alphonso, Bin ich erleichtert.

0 donalphonso 09.03.2010, 06:28 Uhr

Wir können es ja mal mit dem...

Wir können es ja mal mit dem Tegernsee-Triathlon - Kampftortenessen, Extremausruhen und Hardcorebiergarting - probieren.

Echter oder ehrlicher support ...

Echter oder ehrlicher support - lieber ist mir der Begriff Unterstützung, da dieser nicht perse mit Warteschleifen, Bezahlnummern und Wartungsverträgen einhergeht und zudem noch einen echten Dienst am Menschen zumindest suggeriert - kann nur in einer Diktatur funktonieren: Advocats Liebling gehört ebenso abgeschafft wie flaterates, PCs, die so viel Programme verwenden, die mehrere Berufsgruppen zu ihrer Ausübung gebrauchen und für einen apple`n egg zu erstehen sind; Plastikschuhe auf Messen für computergestäuerte Häuser - Synonym einer Wertegesellschafft (Don)..........eben: survive in complexity = Konsumentsagung. Und das ESP, oh ja. Die alten S-Klassen waren erst schön, so hatten sie ein eSSD und eFH, in verchromten Messingleisten eingefasste Lederabdeckungen im Fußbereich des Volants. All das aber sorgte noch nicht für das die Physik außer Kraft setzende ESP und andere apps, was insbesondere in diesen Tagen bei durch den Schnee pflügenden SUW zu beobachten ist. Werbung machts halt möglich.

0 Der Tiger 09.03.2010, 08:04 Uhr

@HansMeier555 Regierungs- und...

@HansMeier555 Regierungs- und Banktycoone gehen nicht zum Appleladen, sondern kriegen von Berufs wegen entweder in-house oder out-sourced Service (wobei sie die in-house Leute oft noch schlechter behandeln als die von außen). Meiner Erfahrung nach – das liegt allerdings schon über 10 Jahre zurück - waren die zum Teil reichlich arroganten Herren der Ansicht, dass die Support Nerds sowieso nicht verstehen, was für potentiell exponierende Dummheiten sie auf ihrem Computer haben. Diejenigen Herren, die einfache Dummheiten machten (Porno etc), waren erstens vorsichtiger und oft selbst Nerd genug um ihren Computer selbst zu pflegen (oder pflegten Verbindung zu einen Privat-Support-Nerd, der für die selben Dummheiten Interesse hatte). @colorcraze Wenn ich mich recht erinnere, war da zumindest eine niederländische Bauernbank, die genauso den Bach runter ging wie die auf Island. Hoffentlich war das nicht die, zu denen sich ihre Freunde zu retten glaubten. Aber ich muss zugeben, für ein paar Tage hatte ich unser in der ABN-AMRO gelagertes Geld schon abgeschrieben. Ich bin allerdings übervorsichtig in Geldanlagen, und würde nie den gesamten Familienbesitz in einer Bank deponieren.

@Schluchten-Ossi, schon als...

@Schluchten-Ossi, schon als Kind begriff ich: was alle machen, kann nur falsch sein (Demonstrationen, Marschlieder, Gemeinschaftsgebete, Ideologien). In Holland fahren alle Rad, dus ik fiets nooit. . @Don Alphonso: Hardcorebiergarting? Toll! Wo, wann, wie? Teilnehmergebuehr? Ich brauch nicht trainieren. Ich hab den Schwarzen Guertel.

dona laura 22:18 . s c h ö n ...

dona laura 22:18 . s c h ö n auf den Punkt gebracht!

WARNUNG Mich wundert, daß es...

WARNUNG Mich wundert, daß es noch niemand erwähnt hat: Weil private Bauherren sehr zurückhaltend sind in Bezug auf computergesteuerte Häuser, haben die Herren aus Hannover Verbündete gesucht und gefunden. In einer Berufsgruppe, die schon seit vielen Jahren jeden Sch... mitmacht, den Architekten. Insbesondere jene, die Bürogebäude planen. Seit knapp zwei Jahren sitze ich in so einem Gebäude: Sonnenlicht, elektrisch Licht, Lüftung, Heizung, und die audiovisuelle Technik, alles vollautomatisch - und nichts läuft richtig, gar nichts. Das Gebäude steht in Frankfurt an der D..., darf man die Adresse nennen, oder ist das Geschäftsschädigung? Einziger Lichtblick: Am 30. Juni 2011 bin ich hier raus, dann startet www.schlimmebuerogebäude.de

0 donalphonso 09.03.2010, 09:09 Uhr

Danke, darauf freue ich mich!...

Danke, darauf freue ich mich!

Nico7.37 =Konsumentsagung....

Nico7.37 =Konsumentsagung. Solange dieses T-onlinermarketing "stilbildend" ist, sehe ich keine andere Möglichkeit; außer die Don´sche Methode.

. ... und je tiefer der Kurs...

. ... und je tiefer der Kurs fällt, umso aggresiver wird "nachgelegt". .

0 Foersterliesel 09.03.2010, 11:29 Uhr

verehrter Don Alphonso, zwar...

verehrter Don Alphonso, zwar abseits vom Thema, aber dennoch, heutzutage wird ja alles ausgesessen, aber gibt es nicht doch noch Spuren von Scham -und Ehrgefühl und Tragik im Bürgertum? Wie sehen Sie und wie sieht die Kommentatorenschaar dies? Aus meiner Jugend sind mir zwei Fälle erinnerlich: eine mit einem Verleger (einem äußerst kultivierten Verleger sehr interessanter Bücher übrigens) verheiratete Anwältin, die ihm, als der Verlag trudelte, mit Klientengeldern aushalf. Als alles aufflog, brachte das Paar (das auch Kinder hatte) sich gemeinsam um. Im zweiten Falle handelte es sich um einen Anwalt, alteingesessene Kanzlei seit Generationen, beste Klientele, viel Hausbesitz, ein smarter, sehr gut angezogener und sehr gut aussehender, großer, aber sehr harter Mann. Auch er hatte (Spielsucht, aber natürlich nicht am Automaten, sondern Investments) auf Klientengelder zugegriffen und als er ins Gefängnis kam, Selbstmord der Ehefrau. Die Kanzlei wurde von der Familie unter anderem Namen weitergeführt.

0 colorcraze 09.03.2010, 11:42 Uhr

@DA: Der Tegernsee-Triathlon...

@DA: Der Tegernsee-Triathlon klingt ja verlockend. Es wird doch noch Frühling! @Lutz: ich kenne diese Gebäudeart ja wenig von innen, in einem, in dem ich mal war, wurde ich natürlich krank (Gebläseunfug). Meine holländische Bekannte erzählt immer, daß sie in Holland die Schulen völlig umbauen, mit Multimediaräumen etc. Worauf ich mich fragte, ob man den Kindern ein Troglodytendasein anerziehen will. New Yorker erkenne ich immer an den tiefliegenden Augen, die haben sie, weil sie sich immer in den schattigen Häusern aufhalten. Was ich unter http://www.zeit.de/2010/10/C-Zukunft-der-Arbeit gesehen habe, gehört, wenn auch auf eine andere Art, zu diesen Alpträumen. Wie nannte Frau Diener das so treffend – „nicht artgerechte Menschenhaltung“. @DonnaLaura: ich verstehe nicht. Was ist an einer solchen 08/15-Ramschaktion erwähnenswert? Sowas schmeiße ich jeden Tag weg, weils Briefkasten und Mailbox verstopft. @Tiger: nein, war wohl zum Glück eine andere Bank. – Jo, wenn der Chef nicht verstehen will, daß er den Nerd wie einen Schneider an sich ranlassen muß, wenn er was Passendes haben will, dann wird dat nüscht.

0 colorcraze 09.03.2010, 11:46 Uhr

@Foersterliesel: Also...

@Foersterliesel: Also zumindest ich ziehe den Hut vor dem Merckle-Sohn, der das stattgehabte Elend wieder richtet.

Försterliesel, ich bin für...

Försterliesel, ich bin für aussitzen; alles was falsch lief und weiterhin falsch läuft, wird ihnen bis zum Ende ihrer Tage an den Schuhen kleben. Allerdings weiß ich nicht, wie´s die "Enkel " halten werden.

Das stilvolle...

Das stilvolle Aus-derWelt-Gehen ist aber aristokratischen denn bürgerlichen Ursprungs. Selbst im Untergang heroische Größe und Tatkraft zeigen - und nur keine Gefangene machen lassen... Der reaktionäre Friedrich v. Wrangel soll seinem Sohn eine Pistole geschickt haben, nachdem dieser ihn um Bezahlung seiner Spielschulden gebeten hatte. Das postheroische Zeitalter ist sicher langweiliger, doch ist die Konfrontation mit den juristischen Konsequenzen von Fehlverhalten theoretisch ehrlicher, gerechter und manchmal auch heilsamer - wenn sie die Wahrheit ans Licht bringt. Das freiwillige Abscheiden ist eine Flucht vor der wahrheit und kommt der Vertuschung gleich. Nein, ich kann mich damit nicht anfreunden.

@minna, so ist es. Und dabei...

@minna, so ist es. Und dabei lassen sie keine Ignoranz und Dreistigkeit bis hin zur Klagandrohung aufgrund eigener falscher Abrechnungen aus. Dokumentierte Fälle aus dem Bekanntenkreis würden ganze blogs füllen. Wobei sich dabei alle ähneln und quasi die gleiche Vorgehensweise implementierten: Am Anfang (Werbung) nett, zwischendurch ignorant und biswelen terrorrisierend und schlußendlich dreist und gesetzeswidrig. Man kann sie auch schriftlich als Betrüger titulieren - macht denen nix. Energievesorger sind vom gleichen Schlage. 30 Jahre Strom nebst Zähler hat man so bezahlt. Und nun hören sie durch die dicken Teppiche und Schallschutzwände nicht mehr das Begehren des Mobs, der sie einst dorthinbrachte. Im Ausland wollen ja Milliarden investiert sein. Der Anglizismus dieses Schlages ist - im übrigen darf die Bahn und Bank nicht unerwähnt bleiben - bewußt eingeführt, da man sich darin am besten von den einstmals aposthrophierten Attributen abnabeln und verabschieden kann.

0 Foersterliesel 09.03.2010, 12:53 Uhr

ja, colorcraze, damit haben...

ja, colorcraze, damit haben Sie wohl recht, das tu ich auch.

0 prince Matecki 09.03.2010, 14:03 Uhr

Zur Hausautomation kann ich...

Zur Hausautomation kann ich ein paar Erlebnisse beisteuern. Meine dienstlichen Pflichten bringen es mit sich, dass ich im Paul Löbe Haus im Verteidigungssausschuß oder im Haushaltsausschuß sitze. Zuweilen ist das spannend (Politik und Politiker konfronatativ in der Detailarbeit aus der Nähe, auf Armlänge), zuweilen ermüdend(Politiker in der Arbeit der allmählichen Verfertigung der Gedanken beim Reden). In letzteren Fällen schaue ich ab und zu auch mal aus dem Fenster. Wenn es denn geht. Denn das Paul Löbe Haus ist mit "Hausautomation" gesegnet bzw. gestraft. Da geht jaulend die Jalousie außen an einem dunklen Wintertag herunter und die Lamellen dicht, nur um beim Sonnenstrahl der niedrig stehenden Sonne prompt auf zu gehen, sehr zur Freude der nunmehr geblendeten Abgeordneten. Von den Absonderlichkeiten der Beleuchtungsanlage, den sirrenden Lüftern und der Mikro- und Lautsprecheranlage zu schweigen. Und deutsche preisgekrönte Architekten haben das mit der Creme der deutschen Bau- und Automationsindustrie entworfen und gebaut..... Sowas kommt mir nie ins Privathaus.

0 donna laura 09.03.2010, 15:04 Uhr

@ colorcraze: oh, sie bekommen...

@ colorcraze: oh, sie bekommen die unbestellten fischstäbchen jetzt schon wirklich in ihren kühlschrank geliefert? toll ... . @ prince Matecki: der abstand armlänge zum armleuchter ist ausserordentlich wichtig. kürzlich hörte ich von einer freundin, die der politik näher steht als ich es tue, dass ein würmchen von doch noch geprüftem exstudent in einen landtag einzuziehen gedenkt und zu diesem zweck mit anderen jungwürmchen seit jahren intrigen - erfolgreich leider auch noch - plant, um dereinst vom staat fürs faulsein und verdammt wenig (und wenn dann auch noch das falsche) tun alimentiert zu werden. und das ausgerechnet mit dem berühmtesten sprüchlein des im amte leider totesten aller amerikanischen präsidenten. dies nur, um nicht noch zu denken: toll, was für ein intellektueller und moralisch hochstehender überflieger. (das jüngelchen strebt aber zielsicher den titel oberarmleuchter an, denn das ist besser als ein einfacher armleuchter zu sein.) lieber prince Matecki, halten sie durch! mein mitleid mit ihnen! . . @ Don Alphonso: tegernsee-triathlon: bin ich dabei, wenn es gestattet ist! meinetwegen mit kutsche, aber ohne nachwuchs. aber sagen sie dann bitte rechtzeitig bescheid, ich habe ein paar meter zu fahren.

minna, es wäre wirklich...

minna, es wäre wirklich schön wenn man den Eindruck hätte, daß in Ministerien kompetente Entscheidungen getroffen würden. Leider hat man meist einen gegenteiligen Eindruck - auch wenn die Sache mit dem Beheizen des Pools mittels Solarenergie scheinbar tatsächlich keinen Sinn macht.

mawu, deswegen auch meine...

mawu, deswegen auch meine Einschränkung "manchen Unsinn"- ich wollte nur daraufhinweisen, das die Peronen, die in Ministerien arbeiten sich nicht vom Rest der Bevölkerung unterscheiden, weder überkompetent sind, noch unter- belichtet und in ihrer Sozialstruktur einigermaßen "repräsentativ".

0 colorcraze 09.03.2010, 21:04 Uhr

@PrinceMatecki: soso, das mit...

@PrinceMatecki: soso, das mit den automatischen Jalousien klappt immer noch nicht. 10 Jahre vorher hat es schon am TU-Mathegebäude die Leute schier irre gemacht und sorgte für Gespött unter den Studenten. Vielleicht muß auch die Steuerung nachträglich feinjustiert werden, und dafür mag man nicht 3 Jahre 3 Nasen als Feintuner einstellen. Obwohl mans müßte. So ist es halt, wenn man aus dem Gebäude eine Entwicklungsaufgabe macht und daran die Lust verliert. @DonnaLaura: über das, was in die Wohnung kommt, führe ich ein strenges Regiment. Fischstäbchen müssen eher draußen bleiben.

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.