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Erstklassige Schuhe und Dünkel

24.03.2010, 02:52 Uhr  ·  Noch vor wenigen Jahren war es in Provinzstädten nict ganz einfach, wirklich gute Schuhe zu bekommen. Inzwischen jedoch gibt es wieder zahllose Hersteller, die beste Handarbeit für gutes Geld anbieten, und auch die entsprechende Kundschaft finden. Für ihre hochwertigen Produkte, aber auch für die minderwertige Ideologie, die daraus in den Augen der Betrachter wird.

Von

Den leeren Schlauch bläst der Wind auf, den leeren Kopf der Dünkel.
Matthias Claudius

Die Schuhe, sagt die Verkäuferin im kleinen Geschäft in einer Nebenstrasse Mantuas, seien natürlich italienisch und handgemacht, keinesfalls vergleichbar mit der schlechten Massenware aus China. Wirklich gute Schuhe. Sie weist auf ein grosses Poster, auf dem ein alter Mann Schuhe fertigt. So werde das gemacht. Es kann nicht allzu gut um das italienische Schuhmacherhandwerk bestellt sein, wenn man südlich des Alpenhauptkammes explizit darauf hinweisen muss. Die grossen Umsätze werden ohnehin im Industriegebiet, fernab der Innenstädte gemacht, in Hallen, deren Produkte zwar italienische Flaggen, aber nur begrenzt eine garantierte Herkunft mit sich tragen. Auf den Strassen muss man sich lange umsehen, um jemanden zu entdecken, der noch Schuhe aus echt italienischer Handarbeit trägt.

Bild zu: Erstklassige Schuhe und Dünkel

Italienische – oder die in italienischen Geschäften auch beliebte britische – Handarbeit wird gern und häufig betont, wenn ein Kunde bereit ist, erheblich mehr als die monatlichen Essenskosten eines Hartz-IV-Berechtigten für Lederwaren auszugeben. Die gesamte Beratung dreht sich um den zentralen Aspekt der menschlichen Tätigkeit, die den Preis rechtfertigt. Herrenausstatter in Parma setzen ein Messingschild mit “Hand Made” in die Schaufenster, ihre moderneren Kollegen in Meran haben einen Grossbildfernseher aufgestellt, auf dem in Dauerschleife die Herstellung von Schuhen gezeigt wird. Die Diskrepanz zwischen altem Handwerk und neuer Mattscheibe mag befremden; ein britisches Haus dagegen liefert einfach ein Bild, das eben jenen Herrn vorstellen soll, der nun schon etwas länger diesem Beruf nachgeht. Tradition, Beständigkeit, Erfahrung, Geschichte, man kann das Leder fast schon riechen, und der Kauf ist nicht nur der Erwerb eines Produkts: Es ist ein Akt des Widerstandes gegen die Moderne.

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Der Besserverdienende darf den Laden also mit dem Gefühl verlassen, einem netten, älteren, schuhnähenden Herrn geholfen zu haben, er setzt sich nicht einfach nur vom Pöbel mit den Plastikschuhen ab, er kauft überlegen und gleichzeitig verantwortungsbewusst. Handarbeit bedeutet nicht nur das Prestige für den Besitzer, dass für ihn ein freundlicher, älterer Herr in London oder Parma näht, und keine Maschine in China Plastik stampft. Es schmeichelt natürlich der klassentypischen Maschinenfeindlichkeit, und natürlich schätzt man es, wenn Menschen für einen arbeiten und einen nicht über Marketingkampagnen modisches Zeug andrehen. Handgemacht ist eine Art Ablasshandel der Globalisierung und der Umverteilung, denn Handgemacht besagt, dass der Käufer auf chinesische Folterarbeit verzichtet, derer sich die Ärmeren so oft bedienen, und Handgemacht bedeutet die Übernahme von Verantwortung für das Alte Europa und seine Lederkünstler. 280 Euro für Turnschuhe sind nur teuer, wenn es entweder Modemüll aus China ist, oder der Käufer neben dem englischen Leder auch das Gefühl mitnimmt, es den Chinesen und den anderen Schichten gezeigt zu haben, wie das mit der Bewahrung der Tradition geht. Qualitativ hochwertige und multifunktionale Dünkel, und hier spreche ich aus eigener Erfahrung, sind selten so billig und mit so hohem Nutzwert zu erwerben.

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Darüber wird natürlich so einiges gern übersehen; der Umstand etwa, dass diese Tradition nicht wirklich in der breiten Masse der Reicheren alt und ehrwürdig ist. Zwischen dem weitgehenden Aussterben der massfertigenden Schuster und der Besinnung auf das europäische Handwerk liegen ein paar reichlich unrühmliche Jahrzehnte, in denen man stets froh war, das Alte nicht mehr haben zu müssen, und das Neue einfach billig kaufen zu können. Und dann sind da auch noch die Trittbrettfahrer wie jene grossen Marken, die global mit eben jenen alten Qualitäten werben, aber allein aufgrund ihrer schieren Grösse bislang auf eine Art und Weise produzieren mussten, die den Zuständen in jeder beliebigen Fabrik nicht eben fern ist. Es gibt also ein sehr unerfreuliches Traditionsproblem, in dessen Folge vor allem Bekehrte nach solchen Waren gieren, und ein durch Illegitimitätsverdacht erschwertes Angebotsproblem – es gibt zuviel davon, zumal in Krisenzeiten, da die Warenwelten solcher globalen Marken erstaunlich leer bleiben, und den Verkäuferinnen alle Zeit der Welt für angenehme Lektüre bieten.

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Solche kleinlichen Bedenken jedoch wischt der öffentliche Raum, in dem sich Arm und Reich, Oben und Unten über den Weg laufen, schnell und nachhaltig weg. Auch hier kann ich aus Parma berichten, wo sich vor dem Baptisterium eine Horde Jugendlicher einfand, meist in Ballonseide und Turnschuhen gekleidet, und unangemessen laut wurde. Es war nicht das ideale Umfeld zur innerlichen Betrachtung der spätromanischen Skulpturen: Es war laut, vulgär und aus allen möglichen Löchern der Globalisierung zusammenimportiert. Es war, kurz gesagt, eine Vorführung dessen, was die Alternativen sind, wenn man sie nur frei walten lässt: Eine marode Fabrik in China, viel Plastik, der nach Europa geht, und viel Müll, der in die Umwelt gelangt, ein paar Marketinggimpel in Büros in diversen Ländern, ein paar hundert Prozent Gewinnmarge, und am anderen Ende Menschen, die sich darin schlecht benehmen und ihren Müll einfach vor dem Baptisterium liegen lassen. Qualitativ hochwertige Dünkel brauchen eben nicht nur den liebenswerten Opa auf der eigenen Seite, sondern auch die unzivilisierte Horde auf der anderen Seite, die vorstellt, wie sich die Kultur- und Traditionslosigkeit in Chinamüll in die eigene Lebenswelt einbringt.

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Dergleichen öffnet die Augen. Besonders, wenn sich gleich neben dem Baptisterium ein Geschäft für Stoffe befindet, und man schielend durch den Vorhang genau so einen älteren Herren beim Bepolstern eines Stuhles erblickt. Neben der Tür ist die Klingel mit der Aufforderung, sie doch zu drücken. Und ist daheim nicht noch ein verschlissener Biedermeierstuhl, der einen Seidenbezug brauchen könnte? Wäre der Granatapfelbrokat dort hinten nicht eine hübsche Tischdecke? Und passt nicht der rotgraue Bienenstoff bestens in die Bibliothek? Draussen kreischt der Mob um des Kreischens Willen, hier jedoch wird man kundig beraten, freundlich gefragt und als Gleichgesinnter geschätzt. Es sind diese Momente, da man sich leise fragt, ob Umverteilung wirklich so eine schlechte Sache ist. Nehmen wir an, man gäbe der Horde draussen mein Schuh- und Stroffbudget für diese Reise – bei wem würde das Geld enden, mit welchen Flaschen, Verpackungen und optischen Beleidigungen würde man im Gegenzug überflutet werden? Mögen sie draussen weiter brüllen in ihrer leicht waschbaren Ballonseide, es ist eine gute Erinnerung an den Umstand, dass die Welt nicht von ihnen und ihren Einflüsterern der Konzerne dominiert werden darf. Man muss etwas dagegen tun, die Welt im Gleichgewicht halten, sollen sie von der Ausbeutung in China profitieren, man selbst sorgt schon dafür, dass die Welt ein wenig besser wird.

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In Valeggio sul Mincio gibt es ein Restaurant gleich neben einer Nudelmacherei, und wenn das Wetter schön ist, sitzen die alten Tanten vor der Tür an einem Tisch und fertigen ratschend mit atemberaubender Geschwindigkeit Tortelli con Zucca, ein Inbegriff der Würde der Arbeit. Man betritt das Lokal, wählt und bekommt sie frisch serviert, mit Butter und Salbei. Man lehnt sich danach zurück und überprüft, ob man über den Horizont der Körperwölbung hinweg noch die eigenen Schuhe sieht – da sind sie, es sind feine italienische Schuhe aus der angeblichen Hand eines netten Grossvaters, und für einen Moment möchte man fast glauben, dass es mit allen Dünkeln und Selbstbetrug immer noch sehr viel richtiges Leben in einer sehr falschen Welt geben kann. Es ist ein brandgefährlicher Gedanke, den man da hegt, man ideologisiert den eigenen Hedonismus, man findet Gründe, warum das eigene Wohlleben gut und das der anderen schlecht ist, die nicht stumm die Meisterwerke der späten Romanik bestaunen, sondern lieber lärmen und blödeln.

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Man ignoriert die Komplexität der Welt, der Gesellschaft, ihrer Kräfte und der eigenen Möglichkeiten, man macht es sich einfach, so einfach wie eine Heilsgeschichte, und fast so einfach wie jene Trottel, die ihre Dosen an den Toren des Baptisteriums zurücklassen. Vielleicht aber ist es auch genau diese Einfachheit, diese simple Erfindung eines alten Männer, der etwas für einen tut und einen nicht zwingt, sich über grössere Zusammenhänge und die eigene Stellung darin auch nur einen Gedanken zu machen, exakt das, was man letztlich kauft: Eine gute Entschuldigung für schlechte Dünkel. Und das kann nie billig sein.

 
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Lesermeinungen zu diesem Artikel (110)
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0 Don Johnson 24.03.2010, 05:00 Uhr

Handmade, made to measure,...

Handmade, made to measure, tailor made? Worum geht es? Ist Handmade hinsichtlich der Qualitaet des Produkts der industrialisierten Fertigung ueberlegen? Differenzierung tut not. Auch in Sachen China: Fuer etwa EUR 80 erhalten Sie dort gut geschusterte Schuhe. Die Schuhe werden von einem Schuster nach Mass und Anproben in Handarbeit aus gutem Leder genaeht und sind hinsichtlich Qualitaetsanmutung und Tragegefuehl mit britischen Handmade-Schuhen vergleichbar. Ueberdies unterstuetzt der Kunde einen Familienbetrieb. Ich vermute nicht viele Deutsche Kunden koennen einschaetzen wie niedrig die Herstellkosten der Massenware sind.

0 Rosinante 24.03.2010, 05:09 Uhr

lieber Don Alphonso, vielen...

lieber Don Alphonso, vielen Dank für das Photo des Baptisteriums in und eine schöne, junge Erinnerung an Parma. Der Innenraum wirkt ebenso monumental wie intim und bildet mit den farbstarken Fresken die Einheit einer kleinen, geschlossenen Welt. Das berühmte Pendant in Florenz hat mich nie so berührt. Und bei den Schuhen möchte ich keiner Ihrer Silben widersprechen. Nur, glaube ich, dass die Engländer die eleganteren Schuhe machen.

Lasst uns frohlocken und die...

Lasst uns frohlocken und die Vielfalt der Geschmäcker loben! Wie trist wäre der Vormittagscafe um die Ecke ohne vorbeiziehende Ballonseide und Schweißfuß, ohne Polyesterblüschen und aufgeklebte Fingernägel, ohne bauchfrei-in-Leggins und ohne knittrige C&A-Nadelstreifen modebewusster Sparkassen-Fuzzis? Ich persönlich halte es wie Sie, verehrter Don und erfreue mich an den schönen Dingen von hoher Qualität und Handwerkskunst. Mein Motto (und das meines freundlichen Bankberaters): Ich bin zu arm, um billige Dinge zu kaufen! Und so ziehe ich jedes Mal aufs Neue mit Genuss und Hingabe meine Kreditkarte aus dem handgenähten und sonnengegerbten Rindsleder-Geldbeutel bezahle den guten Kaffee und ziehe schmunzelnd über die bunten Auswüchse der Globalität von dannen.

0 HansMeier555 24.03.2010, 06:05 Uhr

Preiswert ist der Schuhdünkel...

Preiswert ist der Schuhdünkel tatsächlich. Wenn man vergleicht, was so ein Bushido-Fan sonst fuer Lautsprecher oder sein Manta-Tuning ausgibt. Obwohl, letzteres ist ja auch irgendwie Handarbeit. . Irgendwann werden auch in Ostasien die Löhne steigen, und dann? Dann kann der Mob froh sein, noch gelernt zu haben,wie man Schuhe ordentlich putzt.

0 donalphonso 24.03.2010, 07:49 Uhr

Guten Morgen! Eines gleich...

Guten Morgen! Eines gleich vorweg, ich werde heute tagsüber nicht da sein. . Don Johnson, bin ich ein Protektionist, wenn ich sage, dass mir der Familienbetrieb in Verona dennoch mehr am Herzen hängt? 80 Euro ist in diesem Kontext sehr wenig, aber offen gesagt zahle ich lieber mehr und bin mir auch sicher, dass das Leder natürlich gegerbt wurde. Ja, ich bin misstrauisch. . Liebe Rosinante, ich hatte gestern etliche Schuhe der üblichen englischen Marken in der Hand, und ich weiss nicht - ich werde damit nur selten warm. Irgendwie ist mir die italienische Formgebung näher. Und soweit, dass ich für englische Markenschuhe doppelt so viel zahle, wie für Schuhe aus besagtem Familienbetrieb, bin ich noch nicht. . Ich würde auch sagen, dass Parma sehr gut für sich selbst stehen kann. In Florenz ist es meines Erachtens die Kombination mit der Kirche, die den Ruhm begründet. In der Kunstgeschichte, wenn man danach gehen darf, ist das Baptisterium in Parma einer der wichtigsten Baukörper der Spätromanik überhaupt.

Zunächst, "bcbg" hat auf...

Zunächst, "bcbg" hat auf diesem Blog gestern gepostet; kam dieser Beitrag von irgendwo in Frankreich, über den "Froschschenkelgraben"? Die Bessere Gesellschaft Frankreichs hat einen Namen - "bcbg" - (bon chic, bon genre). Gibt's viel Kontakt zwischen Deutschen und Franzosen - wahrscheinlich nicht, wegen der Sprachbarrière? Die Deutschschweizer sagen "Die Welschen küssen sich ständig". Re Schuhe. Imelda Marcos besass ungefähr 400 Paare Schuhe - ein Rekord würde ich meinen. Mehrmals bin ich mit dem Zug vom Zug (CH) nach Milan gefahren, um einen Einkaufsbummel durch die Via Montenapoleone zu machen, erster Halt bei Max Mara. Habe aber nie Schuhe in Italien gekauft: bei Bally, einem "traditionsreichen" Deutschschweizer Unternehmen, das auch ein Schuhfabrik auch im Kanton Ticino hatte , habe ich früher meine Schuhe gekauft. Dann hat ein Hedge-Fonds (Texas Pacific) Bally übernommen and they "spoiled the business"...m.M.n.

0 donalphonso 24.03.2010, 07:58 Uhr

Giuditta, diue Exemplare...

Giuditta, diue Exemplare gestern hätte man kaum geniessen können, literweise Testoteron im Blut, ganz schrecklich. Und ich fürchte auch, dass man trotz allem in zu vielen anderen bereichen ganz tief mit drin steckt im Supf der Globalisierung, schliesslich hängt da der Kostendruck und die Zulieferei mit dran. Da kann man ihr allenfalls noch durch Gebrauchtkauf entgehen. Aber natürlich: Die kleinen Siege im Rahmen des verlorenen Krieges machen mehr Spass als die Niederlagen. . Hansmeier555, das Ende des künstlichen Wechselkurses der Chinesen ist ja nur die eine Seite. Die andere ist, dass die Produktion dann ins nächste Billiglohnland weiterzieht. China verliert schon jetzt massiv an Vietnam. Die Globalisierung ist nun mal leider so eingerichtet, dass auch kleine Preisvorteile bei der Produktion beim Erfolg bei den Verbrauchern entscheiden. Die Vorstellung, dass es hier "wie früher" wird, kann man meines Erachtens aufgeben.

0 Georgeous 24.03.2010, 08:20 Uhr

Don Johnson, haben Sie das mit...

Don Johnson, haben Sie das mit den handgemachten Schuhen aus China im Fernsehen gesehen? Wenn Sie die Dinger tatsächlich einmal in der Hand gehabt gehabt hätten, hätten Sie bemerken müssen, dass deren Qualität in keinster Weise mit der Kunst der einschlägigen englischen Schuhmacher zu vergleichen ist. Und das war beim bekanntesten Schuhmacher von Shanghai. Das Resultat seiner "Handwerkskunst" musste trotz Maßnehmens zweimal angepasst werden. Das Oberleder war viel zu weich, so dass der Schuh schnell ausleierte. Als letztes Jahr auch noch der Rahmen brach, habe ich die Dinger weggeschmissen. Ein zehn Jahre altes Paar aus Pferdeleder amerikanischer Provenienz, dessen Leisten mir immer schon irgendwie zu plump erschien, habe ich zur selben Zeit für einen Preis, höher dem Neupreis der Chinesentreter, verkauft.

fionn, bei Imelda Marcos...

fionn, bei Imelda Marcos müssen Sie, glaube ich, noch eine Null anhängen, dann paßt es mit der Anzahl der Schuhe. . Handgemachte Exemplare besitze ich keine; Sergio Rossi, Ferragamo oder Prada kann man in aller Regel aber auch länger als 5, manchmal sogar 10 Jahre tragen. Zumindest was das Thema Schuhe angeht, bin ich also kein Umweltverschmutzer, wie tröstlich. . Parma kenne ich leider noch nicht; daher vielen Dank für die schöne Beschreibung im Beitrag. . Ansonsten "ignoriert man die Komplexität der Welt...", wie sonst sollte es auch gehen, lieber Don?

0 donalphonso 24.03.2010, 08:45 Uhr

fionn, das war im...

fionn, das war im vorhergehenden Beitrag. Und ja, mir fehlt da sie Sprachkompetenz. Ansonsten habe ich den Eindruck, dass es heute wieder zu einer Art Atomisierung kommt: Viele kleine Marken versuchen, zumindest lokal präsent zu sein, wohingegen die Briten oft eine internationale Strategie fahren, und ich mich schon frage, inweiweit das mit der Legende zusammen passt.

0 Kopfgeburt 24.03.2010, 08:46 Uhr

Don Alphonso: Danke, dass Sie...

Don Alphonso: Danke, dass Sie der Hybris (wieder einmal) so hübsch Platz einräumen. Lieber ist mir doch immer noch der Schuster in meinem Dorf. Da weiss ich genau, was ich in welcher Qualität bekomme. Natürlich ist das Dorf nicht gleich Mailand oder Parma - was das Modische anbelangt. Aber immerhin.... Man fühlt sich doch gleich besser, wenn man (oder: ich - in diesem Falle) im Glauben lebt, das lokale Gewerbe zu unterstützen und am Leben zu erhalten. Man mag darin auch ein gewisses (und - ich denke auch berechtigtes -) Misstrauen in den anonymen Globalismus erkennen. . Und sind wir damit nicht eine lebende Erziehungsmassnahme für die Ballonseidenen? Womit wir wieder bei der Vorbildfunktion angelangt wären....

0 Franz von Hahn 24.03.2010, 09:05 Uhr

Apropos...

Apropos Ablass: http://taz.de/1/zukunft/konsum/artikel/1/bio-verdirbt-den-charakter/ Besten Gruß

Runde Schnürsenkel? Rutscht...

Runde Schnürsenkel? Rutscht da nichts aus der Schleife? Ich schwöre auf flache Senkel und da die auch nicht mehr überall zu haben sind (außer bei den noch 66 Berliner Schuhmachern oder Schustern, wie man hier sagt), müssen sie wohl besser sein.

0 Foersterliesel 24.03.2010, 10:16 Uhr

verehrter Don, die neuen...

verehrter Don, die neuen zweifarbigen Schuhe passen sehr gut zu den eher hellen Sakkos, die Sie uns bisher gezeigt haben. Der helle Sommeranzug (think Tom Wolfe) ist ja kaum noch zu sehen, außer dem Khaki-Anzug bcbg und dem beigen Rentner-Trevira, so erkläre ich mir auch das Verschwinden der zweifarbigen Budapester (Bruno Kreisky trug noch welche). - Welche Schuhe man auch kauft: globale Marken, kleine Erzeuger, Waldviertler oder vegane recycling-Dinger, man entkommt dem Dilemma nicht. Man ersteht nur soziales Wiedererkennungsgefieder für Seinesgleichen und hoffentlich bequemes, haltbares Schuhwerk. Aus vergangenen Lebensphasen schleppe ich noch schönes, teures Schuhwerk mit genähten Ledersohlen aus Manufakturen mit, ich kann es nicht mehr tragen, da es teilweise noch immer zu hart ist (man bräuchte eben einen Diener zum Eintragen) und meine alten Füße größer, und nach einem Knöchelbruch, auch empfindlicher geworden sind. Außerdem zieht der Hund an der Leine und um notfalls dagegenzuhalten, brauche ich Schuhe mit Profilsohlen, keine Ledersohlen. Nur die Gummistiefel haben alles überdauert. Gibt es in Parma noch die kleinen altmodischen Geschäfte mit handrollierten Leinentaschentüchern, seidenen Socken, zwirnerner Unterwäsche, seidenen Einsteckkragen für dunkle Kleider etc. ?

0 Foersterliesel 24.03.2010, 10:41 Uhr

für die mitlesenden ascending...

für die mitlesenden ascending social strata: hand (oder halb)gefertigte Schuhe haben kleine Eisenplättchen (die Miniform des Hufeisens sozusagen) an die Sohlen genagelt, um das Sohlenleder vor Abnutzung zu schützen. Beim Gehen gibt das ein charakteristisches klack-klack, das Schlaumeier auch schon durch selber Aufnageln solcher Plättchen auf gemeines Fertigschuhwerk imitiert haben sollen...

0 Roswitha Gemering 24.03.2010, 11:11 Uhr

Ok, gerade gelernt: Die...

Ok, gerade gelernt: Die Qualität in Italien oder England handgefertigten Schuhwerks rechtfertig angeblich Ausgaben in einem Bereich, der einem Hartz-IV-Berechtigtem im Monat nicht für Nahrung zur Verfügung stehen (Anmerkung: Wir reden hier wohl eher über mehrere Monate). Ebenfalls gelernt: Chinaschuhe sind pfui, auch und gerade wg. Müll und für die Umweld. Anderer Ansicht: Don Johnson. Wäre es in diesem Zusammenhang nicht schicklich gewesen, wenigstens kurz auf die gerade in Italien nach wie vor übliche, für die Umwelt aber höchst schädliche, Chromgerbung bei der Lederherstellung hinzuweisen: http://www.schrotundkorn.de/2003/200308sp3.html ? Tja, da wird das Schuhwerk des gemeinen Pöbels plötzlich zur ökologischen Alternative. Oder ist das etwas, was eine Stütze der besseren Gesellschaft nicht sonderlich tangiert?

0 Don Johnson 24.03.2010, 11:23 Uhr

Don Alphonso, Sie haben recht:...

Don Alphonso, Sie haben recht: Die Globalisierung wendet sich gegen ihre Nutzniesser, wenn diese sich nicht zeitig weiterentwickeln. Aus den von Ihnen angesprochenen Qualitaetsproblemen bin ich bei der Auswahl der Dinge, die ich erwerbe, ebenfalls sehr selektiv (siehe oben). Von der Qualitaet der Produkte der grossen Marken (Anspruch oder Anmassung?) bin ich mitunter entsetzt. Wie bereits geschrieben: Der Preis ab Werk steht zu oft in keiner angemessenen Relation zum Verkaufspreis im Einzelhandel und das in allen Segmenten. Anlass meines Kommentars war allerdings der negative Ton Ihres Blogs bezueglich 'der Chinesen'. Natuerlich wird dort viel Schlechtes produziert, aber nicht nur und sicherlich nicht weil die Menschen dies generell anstreben. Es sind doch auch nur Leute... Deshalb unterstuetze ich (hin und wieder) gerne ein chinesisches Familienunternehmen. Georgeous, ich kann Ihre Erfahrung nicht bestaetigen. Die fraglichen Schuhe trage ich nicht oft, aber regelmaessig seit etwa zwei Jahren. Ich vermute, das Problem ist die Auswahl des richtigen Leders. Zu steif ist unkomfortabel, zu weich fuehrt zu den geschilderten Problemen. Fuer den Kunden, der sich anhand von Mustern entscheiden soll, ist das natuerlich ein Problem, falls er kein Vorwissen hat und dem Schuster nicht vertraut. Man sollte auch nicht von den Standardmodellen des Schusters abweichen, Sonderloesungen sind in China oft ein Problem. Ueberdies ist mehrmaliges Massnehmen und Anprobieren bei handwerklich hergestellten Schuhen (und Kleidern) ueblich. Auch in Europa. Mein Vergleich bezieht sich auf Schuhe einer bekannten britischen Marke. Der Name koennte vielleicht mit 'Kirche' uebersetzt werden, aber sicher bin ich mir nicht. Einen schoenen Tag!

Sehr schön geschrieben,...

Sehr schön geschrieben, danke. Bislang bevorzuge ich ungarische Handwerkskunst; mal sehen ob sich das durch meine diesjährige Toscanareise ändern wird. Gibt es da spezielle Empfehlungen?

0 malaparte 24.03.2010, 12:26 Uhr

Als Freund und Träger guter...

Als Freund und Träger guter Schuhe werfe ich ein, daß m.E. die Franzosen die besten Schuhe machen, zumindest habe ich mir nach des Tragens diverser Modelle aus England, Ungarn, Deutschland und Italien dieses Urteil gebildet. Aber was bedeutet "handgemacht" bei Schuhen wirklich. Nahezu 95% aller Schuhe die mit "fatto a mano", "Handmade" oder eben "Handgemacht" angepriesen werden, sind in der Tat doch maschinengenäht. Welcher Hersteller läßt denn seine Schuhmacher wirklich per Hand nähen/einstechen? Vass und Dinkelacker vielleicht, diverse Maßschuhmacher bestimmt. Aber das ist marginal - ich jedenfalls stehe zu meinen maschinell zwie- oder goodyeargenähten Schuhen aus Frankreich, sie sind nicht zu teuer und sehen immer schick aus.

0 MarkusvonBentheim-Burg 24.03.2010, 12:31 Uhr

Guten Tag, interessant und...

Guten Tag, interessant und lustig zu lesen, dass Made in Italy ein Markenzeichen für eine beständige Qualität sein soll oder gewesen sein soll. Ein jedes komplett in Italien gefertigtes Produkt, egal ob Polstermöbel, Auto oder Schuh war schon immer nach ganz kurzer Zeit kaputt, da schlampig gearbeitet immer schon ein italienisches Phänomen war. Einen Fiat oder besser einen Ferrari zu fahren war schon immer gleichbedeutend mit einem Freundschaftsvertrag mit seiner Autowerkstatt einzugehen. Massschuhe als Mass aller Dinge zu sehen belustigt mich auch. Nicht umsonst heisst eine Brandsohle BRAND-Sohle. Der Fuss brennt. Dies nicht bei chinesischen Kunstlederschuhen, sondern der Begriff wurde in LONDON geprägt. Der Welthauptstadt der Massfertigung. Ein Schuh aus der Savile Row für 6 bis 10 Tausend Euro brennt die ersten beiden Wochen des Tragens. Lustig. So viel Geld, soviel Leid. Auch amüsant, dass beim DON oder auch bei solchen Katalogversendern wie Manufactum immer die Diskrepanz zwischen dem billigen Chinakram und den für die besseren Kreise vorbehaltenen Masssachen aus alter Traditionsfertigung unterschieden werden MUSS. Wenn ich mit meinem Rad in die Berge um Bad Ischl fahre, dann wüsste ich kein Teil meiner Ausrüstung oder des Drahtesels, der nicht aus Fernost käme. Zudem gilt ein Teil schon als Made In, wenn nur 5% der Fertigung im jeweiligen Made-Land vonstatten ging. Also der Schnürsenkel in Italien eingefädelt wird beim Made-in-Italy- Schuh. Ohne Fernost kämen wir gar nicht aus. Will ich mein Landhaus reetdecken, kommt das Reet zu großen Teilen aus China, weil landschaftliche Veränderungen dazu führen, dass es in Deutschland und Ungarn kaum noch genügend Reet und dann auch kein GUTES Reet mehr gibt. Elektronik kommt kein bisschen ohne Fernost aus. Man kann sein Leben nicht mehr in Made-In-Goodland- Sachen ausschließlich verbringen. Meine Kreise haben das beizeiten verstanden und wir haben uns angepasst. Somit müssen wir den Made-In-Zeiten nicht immer hinterhertrauern. Wir nehmen uns das Beste aus beiden Welten. Die bequemen Fernostturnschuhe, den Lodenmantel, den sehr guten Fernseher aus Fernost und den alten Jaguar XJ. Viel Spaß beim Made-In-Hinterhertrauern. Beste Grüße aus dem Klub MvB-B

0 Reiterjunge 24.03.2010, 13:02 Uhr

So, ich breche jetzt einmal...

So, ich breche jetzt einmal eine Lanze für den Plasikschuh. Er ist Made in Germany und kommt aus einer Firma mit 100 jähriger Tradition. Bei normaler Benutzung ist er nahezu unkaputtbar. Er ist ziemlich günstig in der Anschaffung. Man muß dafür nicht nach Verona fahren. Die Plastiksohle geht nie ab und hält fast ewig. Das Obermaterial besteht aus sehr solidem Leder. Er ist im Winter absolut wasserdicht. Man kann damit nicht ausrutschen. http://www.atlasschuhe.de/Geschichte.39.0.html?&L=1 Ich rede vom Sicherheitsschuh. Genormte Anforderungen und definierte Haltbarkeit schließen unliebsame Überraschungen weitgehend aus. Streng kontrolliert durch die verschiedenen Berufsgenossenschaften. Es gibt diese Modelle inzwischen nicht nur in klobig sondern auch in leicht und elegant. ( Modell "Office") Wenn man möchte sind diese Schuhe resistent gegen Öl, Laugen, Säuren und Benzin. Es darf auch mal ein Auto darüber fahren ( Optional dezente Metallkappen - Super Nahkampfwaffe gegen Ballonseidenträger in der S-Bahn). Auf Wunsch auch durchtrittsicher gegenüber Schrauben und Nägeln um damit über Schrottplätze zu flanieren. Schon mein Urgroßvater ist mit diesen Modellen durch den Flöz gewandert. Ja, ich trage diese Schuhe in der eleganten Ausführung auch privat - auf eigene Rechnung, versteht sich.

0 HansMeier555 24.03.2010, 13:06 Uhr

Vermutlich ist China selbst...

Vermutlich ist China selbst wirtschaftlich noch nicht ganz erschlossen. Es gibt eine innere Standortwanderung von der entwickelten Küste ins ärmliche Landesinnere. Aber auch das kommt irgendwann an sein Ende. Ein anderes Land, das China als Produktionsstätte ersetzen könnte? Von der Größe her nur Indien aber dort bestehen Hindernisse, die nicht verschwinden werden. Vietnam, Laos oder Mittelamerika -- als nur Tropfen auf den heißen Stein, alle zusammen nicht größer als irgendeine chinesische Hinterprovinz, deren Namen wir nicht kennen. . China ist sozusagen der malocher of the last resort, danach kommt nur noch die Wand. . Oder vielleicht wieder die neuentdeckten Elendsregionen der USA? Mit afroamerikanischen Tagelöhnern, chinesischen Managern und weißprotestantischen Eigentümern?

0 saint cloud 24.03.2010, 13:42 Uhr

Also ich trage "gravati". Die...

Also ich trage "gravati". Die sind wunderbar ! Man muss sich nur ein gutes Dutzend davon anschaffen, damit die Schuhe "regenerieren können". Dann sind 10 Jahre "kein Alter" !

Es besteht die Möglichkeit,...

Es besteht die Möglichkeit, "Im Café mit George Clooney"mit Bettina Weiguny zu bloggen. Doch wenn ich dort mitmachen würde, muss ich zunächst zum Friseur, mich sorgfältig schminken usw , um mich "presentable" zu machen. Also ich bleibe hier - ubi bene, ibi bleibe ich (wie die alten Römer).

0 DUETSCHland 24.03.2010, 14:15 Uhr

Budapester in Wien, Budapest...

Budapester in Wien, Budapest oder der Schweiz gefertigt sind das einzig ware... . Die modischen italienischen überteuerten Schüchen (sind und waren) Ihr Geld (bei Männerschuhen) noch nie wert. Wenig Material und Tragekomfort keine Langlebigkeit... Das ist im Gegensatz zu Sakko und Anzug aus Italien (z.B. Brioni oder etwas günstiger ZEGNA) Stand der Dinge! . Daher: Schuster bleib bei deinen Leisten... Käufer kauft Qualität! .

0 Mr. Ghillie 24.03.2010, 14:26 Uhr

Netter Beitrag, der aber bei...

Netter Beitrag, der aber bei allen Reflexionen über freundliche alte Schuhmacher-Herren, Dünkel und Globalisierung einen wesentlichen Aspekt missen läßt: Wer handgefertigte, rahmen- oder zwiegenähte Herrenschuhe erwirbt (ob italienisch, englisch oder sonstwoher, ob von grauhaarigen Herren zusammengenäht oder nicht), der kann die Dinger mindestens zehn Jahre tragen und dazwischen vom Schuster mehrfach reparieren lassen. Der Billigtreter-Fan dagegen schmeißt weg und kauft nach - und gibt m. E. langfristig mehr Geld für hässlichen Müll aus.

0 HansMeier555 24.03.2010, 14:37 Uhr

Und? Schon Blasen an den...

Und? Schon Blasen an den Sohlen? Und auch in den Pfützen nix eingelaufen?

Ganz furchtbar sind Maenner...

Ganz furchtbar sind Maenner mit Plaettchen auf den Ledersohlen. So einen hatten wir auch; klein, viril, drahtig-ein Flachleger. Wenn der durch unser Institut klapperte, stoehnte die Lausanner Palaeographin (Zaubermaus) "da kommt er wieder, der Huehnerhacker".

Jaja, . Die Globalisierung...

Jaja, . Die Globalisierung frisst ihre Kinder - und sie schmatzt dabei laut und vernehmlich. . Teurer Billigkram für die einen, Schuhe von Edward Green oder John Lobb für die anderen. Es muss kein Massschuh sein, wenn man nicht gerade unter einer problematischen Fussform leidet. . Schon die Oma sagte: ein billiger Schuh ist der teuerste Schuh den man kaufen kann. Nur man muss - wie bei allem Guten - das Einstiegsticket gewillt sein zu zahlen. Gute Sachen halten bei sachgemässer Pflege ein, machmal mehrere Leben lang. Preislich solte man sich das mal auf Jahre herunterbrechen. . Der Pöbel kauft mittelteuer, das wonach er sich gerade strecken kann, aufgegeilt von Werbung und PR und bleibt arm. Ein Wegwerfer, der sich dem Grosskapital zur gefälligen Inwertsetzung anbietet. . Selbst im verrotteten Berlin wird dies in Teilen gewürdigt. Denn wieso sonst hätte der Chelsea Farmers' Club dort eine zweite Filiale aufmachen können, und es läuft, wie ich höre, gut. Einen Grus an Herrn Tophinke. Der Teflon-beschichtete Smoking ist eine hervorragende Idee. http://chelseafarmersclub.de/htm/laden.htm . Ferner will ich nichts gegen Tricker's hören. . Im übrigen heissen Brandsohlen nicht "Brand"-Sohlen weil sie beim Tragen brennen, Herr Bentheim-B. Das liegt dann wohl eher am Schweissfuss.

Da viele Chinesen illegal in...

Da viele Chinesen illegal in Italien leben und arbeiten, vielleicht sind teilweise Schuhe und andere Luxusartikel angeblich "Made in Italy" tatsächlich "Made in Italy" by Chinese workers? (gemäss TV Reportagen).

0 Foersterliesel 24.03.2010, 17:53 Uhr

verehrter...

verehrter Reiterjunge, während Sie meine Tipps nicht goutieren, goutiere ich die Ihren durchaus! Herr von Bentheim-Burg, "da schlampig gearbeitet immer schon ein italienisches Phänomen war" - da muß ich aber widersprechen!! Italien, das Land der wunderbaren Handwerker, die erfinden, imitieren, improvisieren, renovieren wie sonst nirgends! --- Vor ein paar Jahren besuchte ich einen sehr alten Herren, er war mit meinem Vater im katholischen Internat gewesen, und er zeigte mir verschmitzt die kleine Flickschusterwerkstatt mit Sohlenleder, Ledermesser und Klebern, die er sich in einer Ecke des Badezimmers (mit kupferner Wanne auf Löwentatzen, uralter Waage und Marmortäfelung) eingerichtet hatte und wo er seine vom Vater geerbten Budapester selber besohlte. Sic transit gloria mundi, sagte er.

Goethe auf dem Weg nach Rom...

Goethe auf dem Weg nach Rom durch Italien. In Rovereto hat er festgestellt, dass nur noch Italienisch gesprochen wurde, und endlich konnte er auch seine Sprachkenntnisse auf die Probe stellen! In Trient (Trento?) kam er zur Erkenntnis, dass er "völlig anders gekleidet ging, als es in Italien üblich war"... Es hat kein Mensch Stiefel an... Er kaufte in Verona "Stoffe, Schuhe, Schnallen, Strümpfe, Hemden"...In Venedig kaufte er ein zweites Paar Schuhe, einen Hut, zwei Paar Strümpfe und zwei Unterhosen... Ob Don Alphonso Italienisch spricht?

0 Rosinante 24.03.2010, 18:56 Uhr

Foersterliesel 11:16, Ihr...

Foersterliesel 11:16, Ihr "soziales Wiedererkennungsgefieder" empfinde ich als köstliche Formulierung.

0 Foersterliesel 24.03.2010, 19:31 Uhr

liebe(r) Rosinante, danke!...

liebe(r) Rosinante, danke!

0 dunnhaupt 24.03.2010, 19:49 Uhr

Die Cucina casalinga oder...

Die Cucina casalinga oder Hausmacherküche hat einen neuen Tiefstand erreicht, seit ein Großfabrikant von gefrorenen Fertiggerichten mit folgender Devise wirbt: "Unsere Mahlzeiten schmecken genau wie im Restaurant." Wo sind die goldenen Zeiten der Cucina alla Mamma geblieben?

0 HansMeier555 24.03.2010, 20:16 Uhr

Wie wär's denn mal mit...

Wie wär's denn mal mit sowas? http://cgi.ebay.com.sg/Souvenir-Ancient-Russian-Birch-Bark-Woven-Shoes-LAPTI-/350172437637

0 der Tiger 24.03.2010, 20:45 Uhr

Eigentlich dachte ich, weil...

Eigentlich dachte ich, weil ich keine handgenähten Schuhe habe, kann ich nicht mitreden. Aber eben fiel mir ein, dass das nicht stimmt. Ich besitze ein Paar, sehr chic und sehr bequem. Der Anlass war der Transatlantic Marketplace: Challenges and Opportunities Beyond 2009 in Frankfurt. Der war im November und ich grauste mir davor in meinen eleganten, wenn auch nicht handgenähten Pumps fürchterlich zu frieren. Ohne viel Hoffnung fuhr ich nach Den Haag, doch siehe da, im Fenster eines der nobelsten Kleideräden stand ein genau passendes Paar weiche Stiefel. Der Besitzer des Ladens, der mich kennt, weil ich immer komme, wenn Ausverkauf ist, bediente mich persönlich und sagte amüsiert: ‘die sind extra für sie in Italien gemacht worden. Wir haben sie heute bekommen, die Nähte sind noch warm.’ Bei genauem Hinsehen hatten sie nur ein Paar - in der zu meinem Kostüm passenden Farbe und in meine Größe.

Und wenn es heir schon um...

Und wenn es heir schon um Schuhe geht - . Mir fehlt bei dem Thema der wichtige Teilaspekt Schuhspanner. Denn ohne den richtigen Schuhspanner ist auch der beste Schuh bald nicht viel besser als ein Billigschuh. . Darüber hinaus wären Schuhpflegemittel eine Abhandlung wert. Denn an Form und Umgang mit dem Werterhalt erkennt man erst das Ausmass des Dünkels. . Geld ausgeben kann auch ein Russe. Zu besichtigen in jedem beliebigen Flagship-Store auf der Welt.

Wer produziert die besten...

Wer produziert die besten Leisetreter? Muss es Pferde- oder Walfischpenisleder sein? Denke ich an die vielen, welche sich "draussen" auf der Strasse auf stinkenden Deichmannschlappen bewegen, fällt mir hier bei den glattgebürsteten Kommentaren nicht mehr viel ein.... "Die Brandsohle ist die Innensohle des Schuhs, auf dem die Fußsohle steht. Das Wort Brandsohle kommt aus dem Mittelalter und beschrieb ursprünglich das durch das Brandzeichen des Tieres minderwertige Leder, welches für die Innensohle verarbeitet wurde. Erst später wurde das Wort auch mit dem „Fußbrennen” in Verbindung gebracht." - aus dem Netz, von 2 Mouse-Clicks weiter zitiert. Erst wenn hier Beiträge besprochen werden, die auch Leser der bildungsfernen Gesellschaftsgruppen ansprechen, wenn hier eine übergreifende Integrität entsteht, erst dann werde ich hier zum Jubelperser.

0 donna laura 24.03.2010, 22:04 Uhr

Hallo Reiterjunge, schade,...

Hallo Reiterjunge, schade, dass es den office braun mit stahlkappe nicht auch als damenvariante gibt. bis jetzt nutze ich für matschnotfälle noch doc martens, leider ohne stahlkappe (die bräuchte ich allerdings nur, wenn ich meinem bürgermeister begegnete, aber der traut sich wohl nicht mehr in den wald). . werte herren, wie wäre es mit einer diskussion über die tragbarkeit von äusserst modischen und schwindelerregend hohen Stilletos, z. b. von schimmy schuh und den lizenzgebern (?) der grossen französischen und italienischen marken, die wir gestern und vorgestern so fein verschwiegen? diese schuhe sind sehr lange haltbar, zumindest bei mir ... . teilweise bricht man sich aber schon in den geschäften den hals, statische sicherheit ist meist nicht gewährleistet. ich habe den eindruck, dies wird immer unmöglicher, je mehr riemchen und plateau und preis dran ist. gemein ist es, wenn im geschäft auch noch rutschige teppichauslegeware dazu serviert wird. liebe herren, ein kleiner vorschalg zur steigerung des amüsements: stellen sie sich doch einfach mal wieder an einem samstagnachmittag vor das schaufenster eines inschuhgeschäfts und geniessen sie die spiegelakrobatik. erinnerungen an frisch geborene kälbchen werden wach. . und dabei bin ich die vertikalprothesen wirklich gewohnt, vielleicht jedoch nicht ganz so elegant wie die italienerinnen, aber ich vertraue auf mein französisches blut und notfalls auf die arme des mannes, mit dem ich unterwegs bin. . lieber don, glückwunsch zu ihrer hoffentlich nicht knarzenden fussbekleidung.

0 Justin Thynne 24.03.2010, 22:31 Uhr

Der Aspekt des richtigen...

Der Aspekt des richtigen Schuhetragen wird leider zu wenig gewürdigt. Nicht nur die Frage der Herstellung, Brand oder Buschbransohle, der Naht und des Pferde- oder Walfischpenisleder ist von Relevanz. Ich empfehle vor allem darauf zu achten, dass Schuhe maximal alle 1 - 2 Wochen einmal getragen werden. Das ist die beste Behandlung und dann halten die guten Stücke für GBP 4,500.00 auch fünfundzwanzig Jahre. Und das ist doch läppisch: beim aktuellen GBP-Kurs müssten doch 14 Paar zu insgesamt GBP 63,000 bezahlbar sein. Und auf die Tragedauer sind das doch nicht mal 2,500 GBP pro Jahr. A propos Schuspanner. Die meisten taugen gar nichts. Weil sdiese im Regalfall zu stramm spannen und die guten Treterlein (vor allem aus dem billig - hochpreisigem China-Segment) überspannen ...

wem können die besten schuhe...

wem können die besten schuhe reichen, wenn es an einer aufrichtigen haltung fehlt? mille gracie

0 HenryPetersen 25.03.2010, 00:55 Uhr

MvBB - Ihr Kommentar ist etwas...

MvBB - Ihr Kommentar ist etwas wunderlich, grillenhaft überspannt. Sie sollten Noel Annan und George Kennan lesen, allerdings ausreichende Englischkenntnisse haben, um etwas humility zu erhalten und um zu erkennen wem Sie Ihre heutigen Graf Koks Allüren zu verdanken haben. Sorry, Don, I had to mention it. Als Kind und Jugendlicher mit Schuhen nie verwöhnt erwarb ich später die hier besprochenen goodies. Mit ausreichender Pflege halten diese Treter ewig, ob sie die Namen Apollo, Church, Barker oder Allan-Edmonds tragen. Wir hatten einen kalten und sehr schneereichen Winter auf LI und ich kaufte ein Paar half boots von Clark,made in China, not bad at all.Gutes Leder, Aussehen und angenehme Trageeigenschaften. Globalisation ist ein Thema welches meistens verkannt wird, es ist nichts anderes als die Fortsetzung des block busting New Yorker Real Estate Agents, nur in diesem Fall von Goldman Sachs angewendet bei Industriefirmen.

0 Kopfgeburt 25.03.2010, 06:17 Uhr

Schön, dass das edle...

Schön, dass das edle Schuhwerk so viele Kommentare gebiert. So haben wir alle zusammen ein einfaches Thema. . So, wie ich D.A. verstanden habe, geht es heute jedoch mehr darum, dass "local acting" immer wichtiger wird. Als Zugabe kann man dann auch noch seine individualistischen Züge ausleben (eben: der Unterschied zwischen Stil und "style"). Während wir in früherer Zeit auf regionales Handwerk und regionale Produkte angewiesen waren (etwas Anderes gab es nicht - höchstens für die Vorfahren des Westviertels), können wir heute einen globalen Einkauf tätigen, ohne uns von der Stelle rühren zu müssen. Man kann sich aber die Frage stellen, in wie weit dies wünschenswert ist (Stichwort: Oekologie, Energie, Kinderhände, China...). Nächste Frage: Hat Nachhaltigkeit mit Stil zu tun?

Gestern. dunnhaupt @ 19.49h ...

Gestern. dunnhaupt @ 19.49h www.slowfood.com (in verschiedenen Sprachen) www.slowfood.ch Macht ein Comeback (in ausgewählten Restos) in der Schweiz. HansMeier555 @ 20.16h Ganz lüstig! Chinesische Schuhe nehme ich an, sind viel zu klein für uns EuropäerInnen?

0 HansMeier555 25.03.2010, 07:01 Uhr

Gibt es nicht eigentlich auch...

Gibt es nicht eigentlich auch einen Gebrauchtmarkt für Qualitätsschuhe? Wohin kommt das Leder nach dem Herzinfarkt? Versteigerungen, Internet, Antiquariate? Wäre das nicht eventuell eine wichtige Ergänzung für Bouqinisten und Fahrradhändler?

Wilhelm Furtwängler schrieb...

Wilhelm Furtwängler schrieb 1920 an seine Mutter über seine Eindrücke in Schweden: "Nur die Natur freilich ist wunderbar und die Menschen, soweit sie mit ihr zusammen hängen. Alles übrige, zumal die sog. 'geistigen' Interessen, sind nur so obenhin; tausendmal lieber im geschlagenen verarmten Deutschland als hier in Reichtum und Wohlleben, in dem alles erstickt."

0 Rosinante 25.03.2010, 08:19 Uhr

Werter HansMeier555, Ihre...

Werter HansMeier555, Ihre wunderbaren Vorschläge in Ehren. Die Bastschuhe auf ebay sind wirklich wunderschön. Und die Frage, was mit dem Leder nach dem Herzinfarkt passiert, wäre m.E. im Kanzleramt sitzungsrelevant. Aber ein Gebrauchtwarenmarkt für Schuhe? Würden Sie wirklich ein gebrauchtes Kondom nochmals benutzen?

0 donalphonso 25.03.2010, 08:26 Uhr

Rosinante und HansMeier555,...

Rosinante und HansMeier555, natürlich gibt es das, in der üblichen Bucht. Wäre jetzt auch nicht zwingend meines, aber bei Leuten, die einen mittleren dreistelligen Betrag für Schuhe ausgeben, kann man schon erwarten, dass sie damit gut umgegangen sind. . Eduardo, jaha, Furtwängler würde sich aber ganz schön anschauen, wenn er das arme, geschlagene Deutschland von 2010 kennen würde.

@Don Alphonso: genau das...

@Don Alphonso: genau das wollte ich mit dem Zitat sagen. Heutzutage droht hier die Erstickungsgefahr...

0 donalphonso 25.03.2010, 08:50 Uhr

Eduardo, die Leute hier...

Eduardo, die Leute hier können unbeschadet auch chemische Substanzen atmen - man hat sich abgehärtet. . Kopfgeburt, ich denke, die Frage kann men getrost verneinen. Ic h denke, das ist nur die beste aller möglichen Welten und damit immer noch schlecht genug, schliesslich wird sie nicht wirklich von Überzeugungen getrieben, sondern von Ablasshandliungen. Mit diesen Schuhen gehen manche am nächsten Morgen in die Bank und treiben die Sojapreise in Drittweltländern.

0 donalphonso 25.03.2010, 09:03 Uhr

HenryPetersen, es geht nicht...

HenryPetersen, es geht nicht darum zu bestreiten, dass es in China nicht auch gute Schuhe gäbe - ich frage mich tatsächlich aber, ob es denn sein muss. So teuer sind Schuhe nicht, wenn sie hier gemacht werden, aber in den letzten Jahren wurde Europa nachgerade mit jenen asiatischen Kapazitäten überschwemmt, die nicht mehr in den USA untergebracht werden konnten. Und bei den Gewinnmargen der üblichen, in China produzieren lassenden Sportfirmen würde ich auch denken, dass es anders gehen kann. Nur - warum kaufen die Leute so etwas? Gerade diese billigen Dinger? . gerd, ach, Haltung, das ist auch eine Definitionsfrage, da kann man sich leichter auf Schuhe einigen.

0 donalphonso 25.03.2010, 09:10 Uhr

Justin Thynne, da kommen wir...

Justin Thynne, da kommen wir aber ganz schnell zur Frage, ob das wirklich lohnt; ab einem gewissen Punkt kann man ach die Kosten-Nutzen-Rechnung aufmachen, und da denke ich, dass man im mittleren hochpreisigen Segment gar nicht so schlecht bedient wird. Die Behauptung, man würde Schuhe 25 Jahre lang tragen, haöte ich für ähnlich glaubwürdig wie die Ausführung, die neue Digitalkamera würde man 10 Jahre benutzen. Es geht, keine Frage, aber irgendwann trennen sich dann doch die Wege Zumal, wenn man Problemfüsse hat und ungleichmässig abnutzt. Da helfen dann auch die richtigen Spanner nicht mehr. . donna laura, wenngleich der Mensch für solche Schuhe nicht gemacht ist, hat es die damenwelt dennoch geschafft, sich über weite Strecken kippfrei anzupassen. Mantua hat ein Strassenpflaster so schlimm wie ich mir Angola vorstelle - trotzdem schweben sie darüber auf höchsten Absätzen. Jahrzehntelange Übung? Meines wären solche Schuhe übrigens nicht, aber der italienische Mann scheint da anders zu denken.

0 donalphonso 25.03.2010, 09:18 Uhr

gerd, ich denke, es ist...

gerd, ich denke, es ist schwer, hier zwischen den Klassen zu vermitteln. Es fängt doch schon damit an, dass man überhaupt nicht weiss, wie die anderen so sind und denken. Es gibt ein paar Vorurteile und polierte Aussenansichten, aber so richtig direkt läuft diese Kommunikation nicht. Daher ist es wichtig, die Sache so darzustellen, wie sie ist. Und dann: Haben andere überhaupt Interesse daran? Da habe ich so meine Zweifel. Allein schon, weil mit einem Jahreseinkommen von weniger als 20.000 mit Familie solche Eskapaden nicht möglich sind. Oder eben die Schwellenängste zu hoch. (Schwellenängste wären auch mal so ein Thema) . Lebemann, sehr richtig, allein, meine Dünkel sind jetzt nicht so arg gross: Schuspanner mit Schraubgewinde aus Zedernholz, ein wenig Lederfett, kurz, die Umsetzung meiner eigenen, reduzierten Badefreuden auf das Schuhniveau. Aber Frau Diener kann da sicher helfen.

0 donna laura 25.03.2010, 10:36 Uhr

lieber Don Alphonso, ah, ich...

lieber Don Alphonso, ah, ich dachte mir schon, dass sie keine stilettos tragen ... . (vermutlich liefen sie dann wie ellen barkin in switch, im gegensatz zu meiner wenigkeit. und falls sie es doch versuchen möchten: bei der auswahl beachten, dass die schuhchen nicht im regal von alleine umkippen, langsam gehen, perserteppiche um sie herum dick auslegen, zuschauerinnen einladen, die ihnen von herzen dankbar für die kleine zirkusnummer wären und gerne in schöner freundschaft kleine vergiftete tipps gäben - ah, ich sehe es schon vor meinen geistigen augen: herrlich)

0 prince Matecki 25.03.2010, 11:59 Uhr

Dinckelacker habe ich heute...

Dinckelacker habe ich heute an, wir empfingen vorhin einen französischen 4-Sterner (bcbg) auf dem "Münchener Platz" der Hardthöhe mit Wachbatallion und militärischen Ehren. Metallplättchen drunter haben aber nur die Soldaten des Wachbataillons, damit es martialisch klackert und auch damit das "Tritt halten" (der zackige Gleichschritt) besser funktioniert. Vergleichend habe ich deutsche, ungarische, englische und französische rahmengenähte Schuhe, eine jede Tradition hat Vor- und Nachteile. Der Herschong Blucher aus Frankreich ist im Geälnde und im Winter sehr gut, ins Theater würde ich damit nicht gehen. Die englischen Schuhe habe ich teils mit kleiner Gummisohle auf der Lederlaufsohle, das ist ein guter Kompromiß an nassen Tagen auf den Granit- und anderen Steinplatten hier im Gelände, vor dem Reichstag und so weiter. Die Kalbslederschuhe sind weicher, tragen sich schneller ein, dafür halten sie nicht gar so lang wie shell cordovan. . Was mich insgesamt - wie den Don - irritert ist dass man gute Wertarbeit im oberen Drittel der Serienfertigung aus Deutschland kaum noch bekommt. Die Schuhhersteller die so etwas früher für die Kleiderkasse der Bundeswehr gefertigt haben sind inzwischen alle in Konkurs gegangen. Einen Hersteller, der bereit wäre Diensthemden weiß mit Tunneln für die Schulterstücke, den Brusttaschen mit Patte und Doppelmanschetten herzustellen, gibt es auch nicht. Möchte man so etwas in Naturfaser haben, bleibt einem nur der Ausweg zum englischen Herrenausstatter mit Sektion für die Royal Navy. Der lässt so etwas noch "made to measure" fertigen. Es ist gar nicht mal so teuer. Übrigens haben diese englischen Herrenausstatter inzwischen auch wieder Budapester in zweifarbigen Kombinationen für den Sommer im Angebot.

0 donalphonso 25.03.2010, 12:02 Uhr

Donna Laura, ich bin ja eher...

Donna Laura, ich bin ja eher der Naturbursch vom Berg und kann auch ohne all das sehr gut leben. Zumalich wegen meiner Fussfprm uhnehin nur in breite und bequeme Schuhe passe. . der Tiger, Glück muss man manchmal haben. Ich war aua reiner Gier zweimal in Parma im gleichen Laden, und bin beim zweiten Mal auf ein Paar zugestürzt, bis mir aufgefallen ist, dass ich die davor gerade erst in meiner Grösse gekauft hatte. Mein Kurzzeitgedächtnis könnte besser sein. (Aber das trägt ja ohnehin zur Konsumfreude bei)

0 Der Tiger 25.03.2010, 12:26 Uhr

Don, Glück muss man haben, da...

Don, Glück muss man haben, da haben sie völlig recht. Ich wollte ja schließlich beim Abendessen mit Herrn Trichet keine kalten Füsse kriegen. Zu dieser Veranstaltung bin ich aber schließlich doch nicht gegangen, sondern bin stattdessen mit meinen eleganten warmen Stiefel durch halb Frankfurt spaziert. Dazu wollte ich eigentlich Frau Diener einladen, aber dann dachte ich mir, dass Sie darüber vielleicht eifersüchtig werden und mich aus Ihrem Blog rausschmeißen. Das aber wollte ich nicht riskieren.

0 donalphonso 25.03.2010, 12:34 Uhr

Der Tiger, aber bitte, nur zu,...

Der Tiger, aber bitte, nur zu, keine Hemmungen, jeder wie er will und mag. . prince Matecki, Angebot und Nachfrage - dazu kommt, dass diese Bedürfnisse doch weitgehend in die nachbarländer exportiert wurden. Es gibt jetzt in meiner Heimatstadt wieder jemanden, der nach Vorgaben fertigen lässt - das aber in Wien. Und das kommt wirklich gut an!

0 donalphonso 25.03.2010, 12:41 Uhr

dunnhaupt, da muss man ja...

dunnhaupt, da muss man ja schon fast froh sein - ich weiss von Leuten, die sich über die günstigsten Dönerangebote, ihr täglich Mahl, austauschen. Aber wir erklären wollen, wie die Gesellschaft in Zeiten des Internets sein soll! . fionn, mein Italienisch reicht dazu aus, das zu bekommen, was ich möchte. Als Bayer habe ich im Gegensatz zum Hessen Göthe zudem enormes komödiantisches Talent und eindrucksvolle Mimik, und das verrsteht man in Italien.

Schoen und chique waren sie...

Schoen und chique waren sie wirklich nicht, die Dienstschuhe (Halbschuehe) der Luftwaffe. Was aber die Unzerstoerbarkeit und Bequemlichkeit betraf, waren sie das Beste das mir damals an die Fuesse kam. Ueberhaupt gab es da Tuchqualitaeten, die sich vor nichts zu scheuen brauchten.

0 donalphonso 25.03.2010, 13:20 Uhr

Filou, als überzeugter...

Filou, als überzeugter Zivilist bin ich ganz froh, mir meine Schuhe selbst raussuchen zu können, links zwo deri vier fünf. (Tragen die da nicht auch längst etwas Bequemeres?) . fionn, Reiterjunge & Foersterliesel, tatsächlich gibt es in Italien eine grosse chinesische Kolonie, die auch in diesen Geschäften dabei ist. Generell aber möchte ich bemerken, dass meine bisherigen Erfahrungen in Italien bei diesen Dingen enorm gut sind: gestern etwa war ein Herr in italienischem Tuch in einem Lokal, das war eindeutig alt und trotzdem sehr gut. Man kann dort Glück und Pech haben, vielleicht aber auch einfach etwas mehr Glück als anderswo.

Lieber Don, es ist das tausend...

Lieber Don, es ist das tausend Jahre her und geschah in den Zeiten des Kalten Krieges. Fuer die Armee hatte man noch Geld, folglich waren die Uniformstoffe und Schuhe wirklich sehr gut. Zumindest bei der Luftwaffe. Ansonsten war und ist das Leben und Arbeiten in dieser Firma niemals bequem. Fuer jemanden mit meinem Temperament schon gar nicht. . Uebrigens, in der Naehe von Florenz gibt es eine kleine Stadt mit einer renommierten Textilfabrikation. Diese ist zu fast 100% von Chinesen besetzt, nur im "Made in Italy"-Etiketten einnaehen zu koennen. Der Name der Stadt ist mir gerade entfallen. Koennte Prato sein. Bin aber nicht sicher.

0 Rosinante 25.03.2010, 14:08 Uhr

lieber Don Alphonso, ich las...

lieber Don Alphonso, ich las gerade bei Andrea Diener, dass Sie sich neun Paar Schuhe gekauft haben. Ich gebe zu, es ist indiskret, aber wieviele haben Sie denn jetzt: 50, 100, Imelda Marcos? Ich meine ja nur.

0 sodernichvorstadtprolet 25.03.2010, 14:40 Uhr

ich kann Ihnene versichern,...

ich kann Ihnene versichern, auch in zeiten von panzerhaubitze und menschenführung 2000 ist das schuhwerk nicht besser geworden. wer kann oder darf, stattet sich so weit wie möglich selbst aus. nicht ohne grund. einzig die Hallenturnschuh können von sich behaupten bequem zu sein. Hält dann auch 5 Jahre bei täglicher Benutzung.

Shcuhe für...

Shcuhe für Schotten: http://www.scottishtradingcompany.com/index.php?main_page=index&cPath=51

0 donalphonso 25.03.2010, 14:44 Uhr

Rosinante, ich hatte drei Paar...

Rosinante, ich hatte drei Paar dabei (was wirklich nicht viel ist), und kaufte sieben Paar, wobei aber nur 5 wirklich den obigen Kriterien entsprechen; zwei Paar Wildlederschuhe sind eher etwas für das Wandern und legeres Stranddasein, und eigentlich muss man auch ein Paar englische Schuhe mit Sportanmutung rausrechnen - bleiben also zwei Paar Budapester, ein Paar Half-Brouges und ein Paar Tasselloafer. Die aber alle handgemacht etc. pp. bei kleinen Firmen. Das ist nicht so viel wie behauptet. . .Filou, seitdem ich Gomorrha von Saviano gelesen habe, bin ich mehr als vorsichtig, aber ich kaufe ja auch kein modisches Zeug, sondern bei kleinen Herstellern, die oft keine Webseite haben, oder noch nicht mal eine Emailadresse. Auch da kann man sich nie ganz sicher sein, aber es muss irgendwo auch noch ein paar Italiner geben, die meine Zwiefachen herstellen. Es muss. . Ja, jene Tage des kalten Krieges - mich wollten sie nicht. Zu marode schon in jungen Tagen. Und ich wollte auch nicht. .

0 donalphonso 25.03.2010, 14:52 Uhr

Lebemann, ich darf an der...

Lebemann, ich darf an der Stelle sagen, dass ich mich mit der ironischen Betrachtung über jene englische Marke und derer, die für sie fallen, reflexiv durchaus mich selbst gemeint habe. Aber nur, weil ich dumm bin, muss ich noch lange nicht so blöd sein, um auf werbung reinzufallen. Ob sie halten? Man wird sehen. Ich habe vor, sie in den Bergen zu testen und werde dann berichten. selbst wenn es ein wenig weh tut, wollte ich doch schon immer zweifarbige Lederturnschuhe. . Mr. Ghillie, das ist fraglos richtig, und man kann dazu ja gleich nochmal nach Italien zum Hersteller fahren. Zum Glück haben wir hier im Ort aber auch noch jemanden, der ordentlich repariert - das ist ja schon das nächste Problem, nicht jeder kann das heute noch.

Ich wollte auch nicht, aber...

Ich wollte auch nicht, aber man legte Wert auf meine Mitarbeit (gnnn!). Ehrliche Argumente zur Verweigerung konnte ich bei mir nicht feststellen. Ausserdem fand ich, dass ich fuer ein grunzbuergerliches Leben noch zu jung sei. Insgesamt war es, trotz aller Widrigkeiten und reichlichen Aergers keine schlechte Entscheidung. Allein deshalb, um einen bewussten differenzierten Umgang mit dem Begriff 'Freiheit' zu lernen. Als ich kurz nach meiner Geburt feststellte, das man das silberne Loeffelchen vergessen hatte, war mir klar: das Leben wird kein Wunschkonzert und die naechsten Jahre werden ziemlich anstrengend sein. Danach kann man froehlich auf viele Dinge pfeifen. Villon hat mir damals den Ruecken gestaerkt. Aber niemals haette ich einen Priester erstochen, denn um die machte ich immer gerne einen grossen Bogen.

Unanständige...

Unanständige Schuhe http://en.wikipedia.org/wiki/Brothel_creepers

Re meiner Beitrag 15.14h Auf...

Re meiner Beitrag 15.14h Auf der von mir gepostete Website werden Sie die British Boot Company Website/Adresse finden. Ich hatte einmal ein Paar Doc Martens. Sie auch?? Sehr trendy und komfortabel; bei jungen MitgliederInnen der B. Gesellschaft Londons beliebt). Auch "Chelsea Boots" ergoogeln (sehr chic, und NUR für die B.Gesellschaft Londons).

0 Zefal Opus 26.03.2010, 00:04 Uhr

Lieber Don, "Sie sollten auch...

Lieber Don, "Sie sollten auch noch Schuhe für Ihre Füße finden"- so sagt man, aber freilich gilt auch, dass "Zum Freien mehr gehört als ein Paar Schuhe"...!

0 Skolopender 26.03.2010, 01:59 Uhr

Ein härenes Gewand, das meine...

Ein härenes Gewand, das meine Scham bedeckt und im Winter wärmt, ist mein Kleid. Im Winter trage ich selbstgeschnitzte Holzpantinen und im Sommer laufe ich barfuß. So lange es den Ärmsten am Nötigsten mangelt, sind Schuhe, die mehr als eine Tagesration Brot kosten, überflüssiger und sündiger Tand. Der mag jene kleiden, die dereinst gewogen und für zu leicht befunden werden. Das Gewicht ihrer rahmengenähten Schuhe wird sie am Jüngsten Tag direkt in die Flammen der Hölle stürzen lassen. Lauft barfuß und entlastet Euer konsumgeplagtes Gewissen! Lauft barfuß und erleichtert Eure eingeschnürten Seelen! Lauft barfuß und macht Euren Orthopäden arbeitslos! Lauft barfuß und kocht aus Euren ledernen, hoffentlich chromsalzfreien Schuhen eine nahrhafte Suppe! Seid großzügig und teilt die Suppe mit Euren Nächsten!

0 Rosinante 26.03.2010, 07:26 Uhr

Don Alphonso, danke für die...

Don Alphonso, danke für die detaillierte Auskunft. Auf Wildlederschuhe werde ich beim nächsten Italienbesuch ein Auge haben. Davon habe ich nur ein paar unverwüstliche Bally-Classics in Dunkelbraun. Diese lösten die langjährigen Clarks in Beige ab. Aber Wildleder ist so pflegeintensiv und Schuhe (nicht etwa Hosen) altern -finde ich- so hässlich. Aber Italien, da feuern Sie mich an, ist immer neugierige Augen wert.

0 donalphonso 26.03.2010, 07:27 Uhr

Filou, der Barras hat jetzt...

Filou, der Barras hat jetzt nicht den allerbesten Ruf; ich würde gern mal was dazu schreiben, aber bei uns hat sich gedrückt, wer nur irgendwie konnte. Ich fand nur die Verhaltensänderungen bei jenen heftig, die sich dafür entschieden.

Don Alphonso, ich finde es...

Don Alphonso, ich finde es sehr aussagekräftig, dass sich scheinbar niemand in diesem Blog Gedanken über Ihre letzten Sätze macht, sondern sich lieber einem Kaffeklatsch zum Thema "Huch, was sind das nur für schöne Schuhe...." zuwendet. Eigentlich schade.

Don, stimmt! Ich brauchte...

Don, stimmt! Ich brauchte einige Zeit zur Wiedermenschwerdung. Aber ohne diese Erfahrung... ...ist lange her. Seitdem pflege ich ein erweitertes Menschenbild.

0 Rosinante 26.03.2010, 08:50 Uhr

Skolopender, es sieht im...

Skolopender, es sieht im Moment so aus, dass nicht Sie und Ihre Brüder im Geiste über meine Leichtigkeit urteilen werden. Die Hypo Real hat -wenn ich NZZ-online glaube schenke- gerade einen Milliardenverlust eingefahren. Bald können Sie Ihr Barfüssertum nicht mehr idolatrisieren, sondern es wird schlichte ökonomische Realität. Und mit meinen handgenähten Schuhen, den halbhohen, die sich sanft und stützend um die Knöchel legen, springe ich am jüngsten Tag locker über die Flammen der Hölle, die, weil es gerade knapp ist, im matten Glanz der Holzkohle ihre destruktive Kraft nur ahnen lassen.

0 donalphonso 26.03.2010, 09:42 Uhr

ego, so ist das nun mal....

ego, so ist das nun mal. Manchmal zieht es, manchmal zieht es nicht nach sich. Es werden andere Beiträge und andere Debatten kommen.

ego, Don Alphonso, das Thema...

ego, Don Alphonso, das Thema Schuhe ist natürlich auch verlockend. Verlockend einfach. Trotzdem hatte ich bei dieser Debatte, während ich mir überlegte, ob ich kommentieren sollte, einen Teil des angesprochenen Problems: bei genauerem Hinsehen findet man immer ein Haar in der Suppe. Der italienische Gerber verschmutz also das Grundwasser, "Made in Italy" fertigen Chinesen in Italien, usw. usf. . Letztendlich befinden "wir" uns, jeder für sich in einer Teilkultur. Eben genauso, wie der lärmende Pöbel oder der laut musikhörende Opelfahrer auf der Autobahn. Auch die Grenzen zwischen "uns" sind in vielen Bereichen erheblich - möglicherweise gefallen in diesem Blog vielen Don Alphonsos Aussagen über handgemachte Schuhe. Kämer er aber als Unbekannter mit seinem Louis Vuitton Köfferchen um die Ecke, im Prinzip nichts anderes als die handgemachten Schuhe, sähe die Sache entsprechend des letzten Beitrages anders aus: pure Ablehnung, fast schon Hass. . Es fragt sich nun, ob es sich bei seiner, bzw. "unserer" Einstellung tatsächlich um Dünkel handelt - ist dieser Hochmut denn unbegründet? Und wem gegenüber äußert sich dieser Hochmut? Den pöbelnden Proleten gegenüber mag es vielleicht hinreichend begründet sein - aber wie sieht es mit Don Alphonso aus dem Louis Vuitton Köfferchenträger?

mawu, das Schoene ist, dass,...

mawu, das Schoene ist, dass, wer den Mut zum Dandytum hat, soll ein Dandy sein. Leicht hat er es mit dieser Haltung nicht ueberall. Gelegentlich koennte ihm ein Gassenjunge den Hut vom Kopf schlagen (kommt sicher selten vor). Das Dandytum auch mal mit Arroganz konotiert wird-jo mei... Im Einerlei des Rentnergrau, der engen Leggings, der Kapuzenblousons mit Katzenfell (darf garnicht dran denken) sollten mehr Figuren mit leicht flamboyanten Ausserem durch die Strassen laufen. Die Welt wird dadurch nicht unbunter.

0 donalphonso 26.03.2010, 11:53 Uhr

Filou, ich kenen auch Fälle,...

Filou, ich kenen auch Fälle, bei denen das gar nicht mehr wurde, namentlich die Raucherei hat sich da sehr schnekll sehr breit gemacht. Allerdings gab es dann auch viele junge Frauen auf der Suche nach neuen Freunden. . Zefal Opus, nachdem ich gar kein Interesse habe, meinen liderlichen und hier zu Geld gemachten Lebenswandel zu ändern, kann ich gut damit leben.

0 donalphonso 26.03.2010, 11:57 Uhr

Skolopender, als Anhänger...

Skolopender, als Anhänger einer kritischen Apokatastase glaube ich ohnehin nicht ans Wägen, und "Barfüsser" entwickelte sich bis zum 16. Jahrhundert nicht umsonst zum Schimpfwort, siehe Margarete von Navarra. Gute Schuhe entlasten die Medizinkosten der Kassen. . fionn, die haben übrigens auch ein blog: cfc.blogger.de. Aber wie schon erwähnt: Ich bin ein Freund italieniescher Schuhformen. Keine Ahnung warum. Ich bin einfach so.

Don, Raucherei? Rauferei,...

Don, Raucherei? Rauferei, oddddr?

0 donalphonso 26.03.2010, 13:00 Uhr

Rosinante, zumindest bei der...

Rosinante, zumindest bei der Männermode ist Wildleder gerade recht verbreitet, und ich denke, gerade für den Sommer am Tegernsee sollte das Material auch halten: Strandwege, Wiesen, Picnic - ich glaube, das ist ganz simpel. . mawu, das wäre dann das Thema "moralische Ambivalenz". Tatsächlich ist es so, dass ich auf die Frage der Naturgerbung schon auch achte, aber letztlich findet man immer etwas gegen irgendwas. Es gibt einfach kein absolut Richtiges, nur Abwägen. Insofern ist die Diskussion wiederum vielleicht an sich selbst die Lösung bei der Findung der am wenigsten falschen Entscheidung. Den Hass gegen LV dagegen, den verstehe ich einfach nicht.

Ich habe keine Sorge, ego,...

Ich habe keine Sorge, ego, daß der letzte Absatz „Man ignoriert die Komplexität der Welt…“ untergegangen wäre. Ich las ihn mit Betroffenheit und Anteilnahme. Wer Ohren hat zu hören, der hört auch die Stimme eines Rufers in der Wüste. Aber gerade weil diese Sätze ein weites Feld umgreifen, ist eine Diskussion schwierig. Es wird dann, wenn man es ernst meint, doch schneller persönlich als einem lieb ist. In den eigenen Abgrund schaut man weniger gern. Dann lieber über Schuhe reden und die Kapelle spielt „Nearer My God To Thee“. Ich jedenfalls danke Ihnen, Don Alphonso. Ein wichtiger Text. Gut und richtig.

0 Grimaldeli 26.03.2010, 13:20 Uhr

@Don Alphonso/26. März 2010,...

@Don Alphonso/26. März 2010, 14:00/Den Hass gegen LV..... In der Psychologie nennen wir das die "Saure-Trauben-Reaktion"! Vielleicht kann man es ja so begruenden!

Ich verstand mal wieder nicht...

Ich verstand mal wieder nicht recht. Nun glaube ich zu ahnen: Ihre Antwort bezog sich auf die seligen Zeiten des Beau Brummel. Mein Kommentar hatte selbstverstaendlich die Affirmation des Dandys zum Inhalt. Zum leidigen LV: Der Name wurde mir zuerst durch die Ueberseekoffer bekannt. Zu seiner Zeit war die reichliche Verteilung des Emblems auf dem Produkt noch sehr verstaendlich, man sollte doch wissen, wer solche tollen Dinger herstellt. Einen solchen Koffer haette ich gerne gehabt, weil ich alles Transportable hoch schaetze. Wer ein altes LV-Koefferchen besitzt, MUSS und SOLL mit dem Emblem leben. Was die aufkommende Raucherei betrifft, wissen wir natuerlich alle, dass man sich in den Rauchsalon zurueckzog, oder bei Eisenbahnfahrten (USA, bezug Mark Twain) auf dem Perron (Plattform?) zum Paffen versammelte. Das war zu Zeiten der dicken Zigarren. Erst mit dem Aufkommen der Zigarette kam der Qualm in die anderen Raeume. Die Damenwelt spielte dabei eine fortschrittliche Rolle, denn die lange Zigarettenspitze war ein frivoles Signalinstrument, wie eben die Zigarette besonders bei suedlichen Temperamenten kommunikatives Hilfsmittel ist, oder war (leider). Die veraenderte Parfuemierung der Tabake in der Nachkriegszeit laeutete leise das Ende der Salonfaehigkeit der Zigarette ein, denn es war in feinen Kreisen noch bis in die 70er Jahre ueblich, Orienttabake zu rauchen. Mit dem Inmodekommen des Existentialismus und der Popularisierung der Tabake, die an algerischen Bahndaemmen wucherten, Gouloise und Gitane (auch gerne in Maisblaetter gehuellt), wurde das elegante Rauchen fuer die feinere Welt zur Belaestigung. Allerdings muss ich zugeben, dass der Geruch einer deftigen Gitane im Zusammenhang mit dem miefenden Hintereingang eines Avignoner Restaurants heftiges Entzuecken verursacht.

Liebe Fachleute, wo bekommt...

Liebe Fachleute, wo bekommt man denn gute Schuhe? Und wie heißen die?

Don Alphonso, 26. März 2010,...

Don Alphonso, 26. März 2010, 14:00 Die am wenigsten falsche Entscheidung. Je tiefer man bohrt, desto höher ist die Warscheinlichkeit auf unerfreuliches zu treffen. Man kann ausserdem ein und dieselbe Sache so oder so sehen - oftmals schon bedingt durch eine unterschiedliche Laune. Schwierig. So gesehen ist ein wenig "Dünkel" vielleicht garnicht schlecht, um sich selbst die Welt ein wenig zu idealisieren. Unsere Haushaltshilfe glaubt ja auch, jeder sähe "Deutschland sucht den Superstar". . So, ich werde nun meine Ski einladen und nach Kitzbühel fahren, wo wir auf den Geburtstag eines guten Freundes von mir eingeladen sind. Ein österreichischer Aristokrat sehr feinen Charakters. Der Firn soll sagenhaft sein sagt er.

0 donna laura 26.03.2010, 21:12 Uhr

@ mawu ich würde sagen,...

@ mawu ich würde sagen, leider scheint es manchmal so simpel, wie sie es vermuten. es geht doch so manchem nichts über gesegnete vorurteile. . ich bin eher der ansicht, dass man besser den don (oder jeden anderen, den man trifft und noch nicht persönlich kennt) mal freundlich kommen lassen sollte, wenn man ihn träfe - das besagte (und ja: etwas bedenkliche) köfferchen könnte auch von einem lieben menschen geschenkt worden oder in einer merkwürdigen lebensphase zugelaufen sein, wer weiss. hauptsache, der don mag es, das genügt. ob man jemanden wegen handgenähter schuhe eher schätzt? wer weiss? nicht vielleicht doch seiner persönlichkeit wegen? nein?

0 Grimaldeli 26.03.2010, 21:55 Uhr

@donna laura 26. März 2010,...

@donna laura 26. März 2010, 22:12 Wegen handgenähter schuhe eher schätzen? Ich achte schon auf Schuhwerk, auch beim weiblichen Geschlecht; Und vor einem hat mich Grossmutter immer gewarnt, ausser vor Tatoos: Frauen, welche die Preisschilder noch unter Ihren Schuhen haben. Das waer nichts fuer mich. ich halte mich auch dran.

0 kleinerberg 26.03.2010, 21:55 Uhr

Ich rieche das Leder,ich kann...

Ich rieche das Leder,ich kann es sehen.Wäre ich blind müßte ich mit meinen restlichen Wahrnehmungsqualitäten wohl mehr in die Tiefe gehen. Es ist für mich nicht so sehr ein "Akt des Widerstandes gegen die Moderne",als ein Akt des Widerstandes gegen das Oberflächliche. Herr v. Bentheim-Burg meint: so what,ich nehme mir einfach die besten Sklaven. Ja,Herr von Bentheim-Burg,es kommt noch besser-wenn China ersteinmal Mitglied der EU wird,dann putzen Ihnen die Sklaven für den Stundenlohn ihrer Herkunftsländer die Schuhe und decken Ihnen Ihr Reethäuschen quasi mit den Mitbringseln. Vielleicht,Herr v. B-B haben sie ihr Häuschen in Keitum auf Sylt-dort habe ich derart viele neue Reetdächer gesehen,dass ich mich fragte,ob das Zeug all von der Insel stammt. Nun spielen Sie doch mal den Einflüsterer und sorgen für eine vernünftige regionale Marktsituation.

0 Grimaldeli 26.03.2010, 22:20 Uhr

@donna laura 26. März 2010,...

@donna laura 26. März 2010, 22:12 Wegen handgenähter schuhe eher schätzen? Ich achte schon auf Schuhwerk, auch beim weiblichen Geschlecht; Und vor einem hat mich Grossmutter immer gewarnt, ausser vor Tatoos: Frauen, welche die Preisschilder noch unter Ihren Schuhen haben. Das waer nichts fuer mich. ich halte mich auch dran.

Vielen Dank fuer diesen...

Vielen Dank fuer diesen leichten Artikel mit Tiefgang und die vielen interessanten Kommentare. Was mich in meinem Berufsalltag immer gewundert hat ist, wie viele Leute Edelstahluhren von IWC, Rolex, etc. tragen, dazu aber Schuhe fuer (erkennbar) 89,95 Euro, an denen dann an der Sohle immer die Teppichflusen haengenbleiben. Als (zugegebenermassen) Nicht-Uhrtraeger verstehe ich nicht, warum man sich freiwillig gleichzeitig an Fuss und Handgelenk als Emporkoemmling ausweist. Wenn's schon nicht fuer eine richtige Uhr reicht, dann haette ich mir wenigstens die EUR 2,500 fuer das Blech gespart und mir dafuer ein paar gute Schuhe gekauft. Der erste Eindruck wuerde es manchmal danken.

0 donna laura 27.03.2010, 13:20 Uhr

@ Grimaldeli: naja, dünkel...

@ Grimaldeli: naja, dünkel hin oder her, aber geht es nicht um leben und leben lassen? . Don Alphonsos zweifarbige exemplare haben etwas reizendes, auch in kulturell-traditioneller hinsicht; sie wirken wie ein charmanter spleen. und hausgemachter (nicht nachgebeteter, sondern mündiger) spleen ist immer gut. handgenähte schuhe haben ihren preis, den sich nicht jede/r leisten kann oder mag; auch andere schuhe können geschmackvoll sein. zugegeben, es ist irritierend, wenn jemand, dem man geschmacksbildung unterstellen würde, auf einmal mit laufschuhen zur anzughose auftaucht. . aber ich würde nie deswegen meinen bekanntenkreis künstlich verkleinern: das wäre oberflächlich. . aber hey: vorurteile tragen zur reduktion von komplexität bei. . lieber Grimaldeli, es ist doch schön, dass sie gleich (wenn ich mich recht entsinne:) vier frauen ohne preisschild unter dem schuh fanden. . @ Rebound: es kommt eben auf die stimmigkeit an. rolex geht m.e. nur bis 25 jahre oder beim basteln oder bei der gartenarbeit, denn man will sie ja nicht nicht gebrauchen können. swatch wäre aber genauso geeignet. wirkt weniger parvenuhaft (pardon, dies ist m e i n vorurteil). hermeshandtaschen, wenn sie zu i k o n e n der hochglanz- und anzeigenmagazine wurden (ich würde ja zu unbekannteren modellen des hauses raten), haben aber auch manchmal etwas davon. . auch auf die gefahr hin, mich unbeliebt zu machen: manchmal habe ich aber den eindruck, dass monsieur asserate und die schuhmarketingleute (oder die friseurinnung, instyle, gq etc.) recht viel einfluss auf die damit verunsichert wirkende sdg-runde haben. schade eigentlich, denn geschmacksbildung wird im elternhaus in die wiege gelegt und selbst ausgearbeitet. was sagt uns das?

0 Rosinante 27.03.2010, 14:10 Uhr

liebe donna laura, seit Sie...

liebe donna laura, seit Sie -na ja- Ihre Kämpfernatur in den Charme der femininen Lebensweisheit und des sogenannt gesunden Menschenverstandes eingepackt haben, lese ich Sie immer mit Gewinn. Und Sie haben völlig Recht: Vorurteile reduzieren die Komplexität. Ich glaube, dass das Wort Vorurteil während der letzten 50 Jahre durch die marxistisch-freudianische Sinnhegemonie in den Geisteswissenschaften an unseren Universitäten unter einer Vergewaltigung litt. Vorurteil muss ja nicht Ausgrenzung oder gar Verachtung bedeuten, sondern ist ein Schutzmechanismus, den der sensible Mensch in der modernen Kommunikationsgesellschaft einfach braucht. Man oder frau kann den Begriff Vorurteil einfach als Desinteresse denken, und schon ist jeder Verdacht auf latente Rassismus gegenstandslos (und wäre Frau Schavan bald arbeitslos).

0 Grimaldeli 27.03.2010, 15:29 Uhr

@donna laura 27. März 2010,...

@donna laura 27. März 2010, 14:20 Es waren 5 und die waren auf viele Jahre verteilt. Ist doch ein guter Durchschnitt und sicher nicht das letzte mal. Im uebrien, leben und leben lassen war schon immer eine meiner Devisen. Bon weekend. . @Rebound 27. März 2010, 04:53 Schlechte, billige Schuhe sind doch ein schoenes Unterscheidungsmerkmal an dem die Sekretaerinnen unter anderem, taxieren koennen, welcher Typ Clown da um eine Audienz bittet. . Das Stueck Blech, wie Sie es nennen, ist nicht nur eine hochwertige Uhr, es ist auch keine schlechte Wertanlage gewesen. Meine Datejust von 1971 hat damals eine Preis von knapp DM 1200 gehabt. Heute zahlt man fuer gute Gebrauchte ca 2200 Euro. Ich glaube, das rechnet sich.

0 donna laura 27.03.2010, 16:20 Uhr

was für ein glück: schöne...

was für ein glück: schöne schuhe kam man sich kaufen, einen schönen charakter nicht (den muss man sich selbst basteln). dann klappts auch mit der sekretärin. . so wie ihnen mit ihrem zeiteisen, lieber Grimaldeli, geht es mir mit einer alten rennmaschine (marke und daten werden aus diskretionsgründen verschwiegen): früher ein ölverschmiertes häufchen schrott und schrauben, heute ein begehrtes schmuckstück. . allerdings entwickelt sich der markt für gebrauchtes auch weiter: jeder schön erhaltene käfer aus den 60ern kostet heute gut das vierfache dessen, was er in den 90ern noch kostete. . ich entsinne mich des mottos der sdg: abgrenzung nach unten. das mache ich jetzt mal: ich kannte mal ein richterehepaar, beides arbeiterkinder, beide mit goldenen rolex bewaffnet, auf meine (platin)uhr herablächelnd. kinder! . lieber Rosinante: kämpfernatur, john wayne ... auf der höhe von sils maria kam man wunderbar über die welt nachdenken, nicht wahr?

0 Rosinante 27.03.2010, 17:53 Uhr

liebe donna laura, an...

liebe donna laura, an Nietzsches Stein in Sils-Maria war ich noch nie, aber ansonsten kenne ich den Ort vom Schweisse meines Angesichts (na, ja, nur im Hochsommer, wenn's im Unterland, Mailand oder Zürich, 30°C hat, hat's dort deren 24 mit sanftem Wind) passabel gut. Nur dachte ich dort noch nie über Gott und die Welt nach, sondern über Andrea Robbi, den scheusslichen Zweitwohnungsbau, Giovanni Segantini, einen Ausstellungsmacher, dessen Namen ich nicht einmal mit Initial radebrechen kann, und S.M.. Letzterer ist ein Hotelier und Bonvivant mit einer roten "Barchetta" (etwa dreifache PS-Zahl), und es lohnt/lohnte? sich aus lebenserhaltenden Gründen aufzupassen, wenn er durch Sils braust. Aber er ist (hoffentlich immer noch) ein liebenswertes Unikum. Übrigend dachte ich nicht an John Wayne. Aber Sie haben, compliments, ein gutes Gedächtnis.

0 Grimaldeli 27.03.2010, 23:37 Uhr

@donna laura 27. März 2010,...

@donna laura 27. März 2010, 17:20 Komm grad nach Haus von einem frustrierenden Date... ich glaub, ich muss mir eine schnitzen!!!Mein Gott, was bin ich schwierig geworeden§ . Einen schönen charakter selbst basteln? Ich kenne nur den 'juten und den schlechten ,ala Feuerzangenbowle. Ich hab nur den guten Teil davon! Ich nehme an, es sind mal wieder die Gene. Zum Beispiel kann icnicht betruegen. Aber ich bin auch kein Banker. . Alte Rennmaschinen? Bitte,das trifft mein Blut. ich hab keine Garage, wie die 'Lady Moura'(Hatte mal das Vergnuegen diesen schwimmenden Palast betreten zu duerfen). Leider hab ich nur gerade Platz fuer meine 3 alten Vehikel, meine 2 velos und mein Dreirad. Und wenn ich dann z.B. an die Vergangenheit denke, die da u.a.waren: Oettinger-Cabrio 78, Volvo1800ES, 68-Mustang, Veloce,Dino,SL etc., dann geht das Herz auf...Ich glaube, Sie verstehn das... . P.S.: Der Bart ist uebrigens wieder ab und la Regime mit 9kg beendet

0 Rosinante 28.03.2010, 10:13 Uhr

Grimaldeli, Bart ab und 9 Kilo...

Grimaldeli, Bart ab und 9 Kilo weniger, Sie haben eine bewundernswerte Disziplin. Compliments.

0 donna laura 28.03.2010, 13:19 Uhr

lieber Grimaldeli, darf ich...

lieber Grimaldeli, darf ich sie ein wenig neidisch machen? zurzeit verfügen wir über sieben (volle) garagen und etliches an stellplätzen für alte motorräder (im nicht ganz ausgelasteten pferdestall). nun ja, wir wohnen etwas ländlich, gebe ich zu, da hat man eben platz. . glückwunsch zum bartverlust und den 9 kilos (ich gehe doch recht in der annahme, dass diese nicht ein tropfen auf den heissen stein sind)! und das mit der holden weiblichkeit bekommen sie auch wieder hin, falls sie die richtige auswahl treffen. . lieber Rosinante, ich reime sie mir so langsam zusammen, ohne ihnen zu nahe treten zu wollen: scharfsinniger, höflicher tiefenbewohner der schweiz (ar/ai), mit faible für kunst und evtl. architektur, zumindest die universitätsbibliothek und deren bücher von innen gesehen habend, kein ganz hyperjugendlicher hüpfer mehr, dafür umso charmanter, der weiblichkeit zugetan, ihr aber etwas entrückt etc. - das hat etwas.

0 Grimaldeli 28.03.2010, 14:59 Uhr

@Rosinante/28. März 2010,...

@Rosinante/28. März 2010, 12:13 Danke fuer das Compliment. Es war nicht schwer, da man mit guten Zutaten sehr gut abnehmen kann und das Ablesen der Waage jeden morgen Gluecksgefuehle mit sich bringt. . @donna laura/28. März 2010, 15:19 Kein Tropfen auf den heissen Stein. Die V-form ist wieder da! . Um die Stellplaetze beneide ich Sie wirklich. Obwohl wir in Peymeinade Platz en masse haben, krieg ich fuer zusaetzliche Garagen dort keine Baugenehmigung, wuerde aber wohl auch den Gesamtbild verschandeln. . Ja, die Weiblichkeit! War heute nachmittag mit einer 82jaehrigen Dame am Cap-Martin auf dem Sentier des Douaniers spazieren. Diese alte Dame hat mehr Charme und Grandezza als manche von der juengeren Generation. Das soll aber nicht heissen, das ich jetzt ein Engagement in Richtung Geriatrie betreiben will. Sie ist nur die Witwe meines verstorbenen geistigen Ziehvaters.

0 Rosinante 29.03.2010, 04:30 Uhr

Verehrte donna laura, mit ai...

Verehrte donna laura, mit ai und ar liegen Sie im Alphabet nicht schlecht, ansonsten ist Ihr blog-kriminalistisches Profil von geradezu luzider Präzision. Allerdings -typisch Mann?- habe ich auch eine vergleichsweise einfache Biographie. Aber die Sache mit dem Charme halte ich für eine masslos-liebenswürdige Übertreibung. Und was die Entrückung betrifft, die Sie feinfühlig konstatieren, ist dies ein verebbender Antizyklus auf lange und grosse Nähe. . Noch ein etwas unschweizerischer Tip für die Garagen-Problematik. Der Bruder eines Freundes von mir liess sich in einem sehr, sehr weit entfernten Nachbarkanton unter dem Wohnhaus eine Tiefgarage für seine Ferrari-Obsession bauen. Wir mögen uns übrigens nicht.

Warum in die Ferne schweifen?!...

Warum in die Ferne schweifen?! In München findet man bei Pilati mehr Stoffe zum träumen als oberhalb der Donau zusammen und Herr Meier hat zwischen seinen dazugekauften Schuhwerk auch sehr individuelles. Nicht das uns hier die alten Männer arbeitslos werden!

0 Rosinante 31.03.2010, 05:33 Uhr

Liebe donna laura, Sie setzen...

Liebe donna laura, Sie setzen mich freundlicherweise unter den sanften Zwang, mich gleichfalls zu Ihrem Blog-Profil zu äussern. Dies ist nicht die ideale Voraussetzung für spürnasige Leichtigkeit, aber sei's drum. . Sie sind eine Dame, die die Unbekümmertheit der Jugend mit mehreren erwachsenen Kindern glücklicherweise überwunden und gleichsam nie verloren hat. Sie haben viele Zimmer, mehrere Garagen, einen Mann und einen integralen Schatten. Sie lieben die aktive Jagd oder erfreuen sich an Ihrem wildernden Gatten. Sanfte Wolken überziehen das Zwiegespräch mit Ihrem Bruder, dessen neue Dame des Herzens noch nicht in jenem der Familie angekommen ist. Und wenn es nicht das Herz ist, so sollte diese doch das gewachsene Gleichgewicht mehr bereichern als belasten. Aber Ihr Bruder hatte schon immer die unverständliche Tendenz, Ihren Anordnungen nicht Folge zu leisten. . Sie leben östlich der Rheins, südlich des Mains, nördlich der Isar und auf beiden Seiten der Donau. Die bevorzugte Kleidung ist elegant, nicht allzu verspielt und eher sportlich, da Sie sich gerne bewegen. Die Herren der Schöpfung sind für Sie keine Projektionen eines undifferenzierte Pro/Contra, sondern angenehme, zuweilen nützliche Zeitgenossen. Ihr Sohn erprobt bei Ihnen ein Feld der Toleranz, welches für Ihre Frau Mutter noch vermint war. Ihre Vitalität schaut freundlich, schnell, kritisch und gebildet auf das bunte Treiben der Welt.

0 Rosinante 31.03.2010, 06:17 Uhr

........ herzlich Ihr...

........ herzlich Ihr Rosinante

0 donna laura 02.04.2010, 12:39 Uhr

@ Rosinante: mei, wie lieb -...

@ Rosinante: mei, wie lieb - unter zugzwang setzen wollte ich sie nicht. darf ich ihr stilistisch elegant gezeichnetes bild von meiner wenigkeit etwas zurechtrücken? . der nachwuchs hat sämtlich das erwachsenenalter noch nicht erreicht, konflikte mit meinen schwägerinnen sind nichtexistent (den von ihnen geschilderten bruder hat eine andere kommentatorin, wenn ich mich nicht täusche), eher mit, wie bereits kulinarisch angedeutet, den schiachen teilen der schwiegerfamilie. onkel und tanten sind eine herrliche bereicherung jedes familienfestes - eben die idealen puffer. . ich hoffe, dass sie mit integralem schatten nur meinen italienischen hausfreund meinen (und nicht etwa cerebrale fähigkeiten). . korrekt ist, dass sich meine kinder in allem möglichen ausprobieren dürfen, ja sollen; ich versuche sie möglichst frühzeitig auf eigene beine zu stellen, die älteren werden aushäusig erzogen, weswegen ich die derzeitig in den medien durchgespielte debatte um internate etc. - allerdings paniklos - beobachte, denn ich wüsste zu helfen, und hätte auch hervorragende helfer der juristischen fakultät in der familie. . ich jage mit vorliebe u.a. unseren leicht zu verwirrenden bürgermeister, auch den wirtschaftsförderer. und auch rehe, hasen. und ich m u s s wildschweine erlegen. . leider liegen sie bezüglich meiner verortung so ziemlich daneben, aber ich bei ihnen ja auch. . nicht schlecht getroffen: ich goutiere den quatsch und den ernst, die lyrik und die kühle analyse, das gute gedächtnis und ebensolche vergessenstechniken, die sprachliche genauigkeit und die heisenbergsche unschärferelation, wenn sie denn förderlich ist. und was ich gar nicht mag, bekommt sachte eines mit der von ihnen konstatierten weidenrute auf den pelz gebrannt. wenn ich lust dazu habe. . amicalement votre et joyeuses pâques, d.l.

0 Rosinante 02.04.2010, 15:36 Uhr

liebe donna laura, ich...

liebe donna laura, ich schäme mich zutiefst ob dem Patchwork meines Biographie-Ratatouille und danke für die geneigte Richtigstellung. Ich hätte für meine gewagten Feststellungen Blogrecherchen betreiben müssen, doch verliess ich mich hochmütigerweise auf die memoriale Synapse. Und, so ist's ja bei den Männern. Häufig funktionieren selbst die einfachsten Synapsen nicht mehr. . Ich rechne also mit Ihrer Nachsicht und danke abermals für die Aufklärung. Den süffigen Ostergruss erwiedere ich ganz freudvoll. Ihr R.

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.