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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die elegante Dolchstecherei am kalten Buffet

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Gutes Benehmen ist leicht, wenn man dazu keine Alternativen hat. Leider hat die Moderne neben dem unregulierten Internet und seinen Spinnern, auf Randale getrimmten TV-Shows und Konzerten, bei denen gekreischt wird, auch noch zu allem Überfluss mit dem Buffet eine Essensform zur Mode gemacht, die nicht durch Gänge und Besteck reglementiert wird. Doch auch hier beweist sich der Angehörige der besseren Kreise durch tadelloses Benehmen, verfeinerte Technik und die Wahrung des gebührenden Abstands zum Pöbel, der hier leider nicht angehalten ist, sich mit dem Fressnapf unter den Tisch zu bequemen.

Mein Vater ist ein Appenzeller,
der frisst den Käs mitsamt dem Teller.
(trad.)

Im Gegensatz zu den in weniger guten Kreisen kursierenden Gerüchten ist es gar nicht so schwer, sich in der besseren Gesellschaft untadelig zu bewegen. Die bessere Gesellschaft hat klare Regeln und Dogmen, an denen alles vom Besteck bis zur Lebensplanung ausgerichtet ist; und durch diese Alternativlosigkeit ist anderes Verhalten erst gar nicht vorgesehen, und folglich auch nicht möglich. Man tut, was alle tun, und damit ist den Anforderungen Satisfaktion gegeben – der Rest ist das Kleingedruckte, und da kann es jeder halten, wie er will.

Neben der tadellosen, zeitlos-klassischen Kleidung ist eine Grundanforderung auch das angemessene Verspeisen der dargereichten Ergebnisse der Kochkünste. Auch hier kann man so gut wie nichts falsch machen; ein anerkennender Blick mit angedeuteter Verneigung zur Dame des Hauses, wenn man zum Silberbesteck greift, kann bereits Wunder wirken, ansonsten hält man sich sklavisch an die Menüabfolge, legt die Arme eng an, redet nicht mit vollem Mund, hält den Oberkörper gerade, legt die Ellenbogen nicht auf den Tisch und kaut die kleinen, zum Mund geführten Stücke mit geschlossenem Mund. Es ist, wenn man nicht gerade ein paar Monate in Berlin lebte, alles so einfach – solange es kein Vorspeisenbuffet gibt.

Bild zu:  Die elegante Dolchstecherei am kalten Buffet

Das jedoch ist heute oft gerade in Restaurants anzutreffen, und im Nahkampf über den Schüsseln zeigt sich schnell, wer Stil besitzt, und wer keine Kinderstube hatte. Am Buffet sind alle alten Regeln aufgehoben, der Schienenstrang der Etikette weitet sich zum wüsten Rennen, und das ist vielleicht auch der Grund, warum sich bei Medientagen, Empfängen der Landesvertretungen in Berlin und anderen die Gosse nicht ausschliessenden Veranstaltungen diese Nichtdarreichung von Essen durchgesetzt hat: So, wie am  Schweinetrog die Sau der Sau gleicht, ähnelt am Buffet der ein Business Lunch sparende Emporkömmling dem anderen, denn wo es nichts kostet, kann man nehmen und im Zweifelsfall auch stehen lassen, und wo man einmal zahlt, soll man den Teller möglichst überfüllen – man muss nehmen, was man kriegen kann.

Genau das ist der Unterschied zur besseren Gesellschaft, in der man bekommt, was man braucht, und was angemessen ist; nicht mehr, nicht weniger. Das Buffet ist dagegen eine Einladung an die Haltungslosigkeit, an die Gier, an die Zügellosigkeit, und wenn man das Pech hatte, am Abend davor im falschen Lokal handgemachte Tortelli con Zucca zu bestellen und dabei von deren Minderzahl unangenehm überrascht wurde, kann es auch dem Arbiter Elegantiae geschehen, dass er, hungrig und von der Fülle der Auswahl getäuscht, das ein oder andere zuerst übersehen, von einer Delikatesse jedoch bereits zu viel auf dem Teller hat, und somit gezwungen ist, mehr aufzuhäufen, als schicklich wäre – das sieht dann in etwa so aus:

Bild zu:  Die elegante Dolchstecherei am kalten Buffet

Generell sind noch gewisse Ordnungsprinzipien zu erkennen, es wurde nicht einfach aufgehäuft, sondern rundum stets Neues angelegt. Das lässt noch ein gewisses Minimum an Überlegung und Stil erkennen, immer noch Welten entfernt von jenen rutschenden Türmen, die man von Hotels mit Geschäftsreisenden kennt – dennoch, es ist zu viel, es ist zu voll, es ist zu schwer, und offensichtlich sah der Verantwortliche für dieses Ungetüm erst zu spät, dass die Gemüsecreme sehr gut zu den eingelegten Paprika, Pilzen, Zucchini und Auberginen passen würde, auf dass alles nicht in schwerem Olivenöl schwimmt. Kurz, es ist zu viel, zu üppig, zu wenig zurückhaltend und durchaus verbesserungswürdig.

Zum Glück nun fand sich dieses Buffet in Oberitalien, genauer, in Valeggio sul Mincio, einem kleinen Dorf zwischen Gardasee und Mantua, berühmt für seine Nudelspezialitäten und eine obszön hohe Restaurantdichte; wen es hierher verschlägt, der kommt nicht zum Hungern, Fasten und Darben, sondern allein der Völlerei und Prasserei wegen – und in Italien fällt es auch nicht so auf, wenn man in besserer Gesellschaft die dort üblichen Portionen nimmt. Im Gegenteil, die typisch deutsche Zurückhaltung käme hier einer Beleidigung des Hauses gleich. Trotzdem, ich befinde mich hier auf der Rückreise in nördliche Gefilde, sei nun geraten, wie man den Teller mehr als nur ausreichend befüllt, ohne dass es aussieht, als habe man gerade seine letzten unter dem Bett befindlichen Pfandflaschenvermögen eingelöst, und müsste sich nun bis zum Ersten auf einen Schlag sättigen.

Bild zu:  Die elegante Dolchstecherei am kalten Buffet

Generell gilt es, zu nehmen und nicht mit der dort liegenden Gabel zu stochern; jene gerade bei manchen, in der Regel eher zu dünnen Damen beliebte Unart, mit der das Essen Aller auf Konsistenz geprüft und dann doch nicht genommen wird. Schlimm genug, wenn das auf dem eigenen Teller passiert – am Buffet nimmt man, oder lässt es bleiben. Ausserdem verrät das Stochern einen eklatanten Mangel an Kenntnis dessen, was dort serviert wird. Ein kennerhafter Blick, ein Griff zum Löffel, mehr sollte man nicht tun, denn ein voller Löffel wirkt als erheblich weniger, als vier Löffel, mit denen einzelne Stücke herausgefischt werden. Es ist wie mit dem Schwarzgeld und der Schweiz: All zu oft sollte man am Übergang von A nach B nicht gesehen werden.

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Auswahl ist schön und erfreulich, aber stets ist zu bedenken, dass das Eingelegte – wie etwa die Artischocke – mehr Geschmack und Nährwert in sich vereint, als alles, was lose und jenseits aller Flüssigkeit ist. Im begrenzten Volumen auf einem Teller würde ein Berg Kartoffeln trotzdem sehr viel unmässiger wirken, er würde schon beim Auftürmen sehr viel mehr Zugriffe verlangen, als ein Löffel voller Gemüse in Öl. Es sieht nach mehr aus, als es letztlich ist, und genau das ziemt sich nicht. Kartoffeln sind billig und voluminös, Artischocken sind exquisit und obendrein Bestandteil jedes besseren Stillebens. Und möchte man wirklich viel nehmen, fällt die einheitlich dunkle und dezente Masse zudem weniger auf, als der Berg von buntscheckigen Erdäpfelwürfeln, selbst wenn man so unfein war, den anderen nichts anderes als das Anstandsstück übrig zu lassen. Das jedoch ist unumgänglich, um zu zeigen: Ich, ICH will ja gar nicht alles. (Auch wenn das Meiste und Beste für mich ist, und für Euch Andere reichen ja auch Pommes)

Bild zu:  Die elegante Dolchstecherei am kalten Buffet

Von einer Tarte dagegen nehme man, wenn überhaupt, immer nur ein Stück – alles andere würde unmässig wirken. Tarte hat im Übrigen auch den Nachteil, dass sie flach, sehr flach ist. Alles andere dagegen fällt auf, wenn es daneben hoch getürmt ist. Höhenunterschiede, von denen vielleicht noch etwas auf niedere Eben hinabläuft jedoch sind unbedingt zu vermeiden, denn erst dadurch wird die schiere Menge an Essen offensichtlich, wenn man vor aller Augen zu seinem Tisch geht. Deshalb versuche man stets, alle Bestandteile auf eine identische Höhe zu bringen. Auch kritischen Betrachtern bleibt damit das Ausmass der Selbstbedienung verborgen, es stellt sich eine gewisse Gewöhnung ein, wie an die übliche Klientelpolitik einer üblichen Besserverdienendenpartei.

Bild zu:  Die elegante Dolchstecherei am kalten Buffet

Nur schlecht kann man sich nun jedoch in den Raum stellen und verkünden, das sei dennoch alles gerecht so, schliesslich leiste man hier geordnete Aufbauarbeit auf dem Teller, und die anderen, denen die Reste bleiben, seien ohnehin nicht in der Lage, die einem gebotenen Dinge zu geniessen. Zu diesem Zweck nun steht jedoch der Salat auf dem Buffet. Man kann es weder sagen, noch sollte man es zeigen, aber mit einem grünen Mäntelchen wurden schon ganze Atomkraftwerkslaufzeitverlängerungen erklärt, und nun hier kann man davon profitieren wie von der Versorgeraktie nach der Wahl: Indem man den Berg gnädig zur Schauseite hin mit Salatblättern bedeckt. Ein voller Salatteller wirkt ganz anders, viel leichter und dezenter, als ein geplünderter Berg all dessen, was für andere nicht mehr übrig bleibt; es ist die Enthaltsamkeit über der Orgie, die Moral über deren alltäglicher Relativierung, der Anspruch über der tatsächlichen Durchführung, die zarte Krönung schwerer Brocken, und letztlich das, was uns von all den gierigen Fressern und Tellerüberladern unterscheidet:

Es fällt  nicht so auf. Und würden wir es nicht tun, die anderen würden es viel hässlicher machen. Und nun – wie wäre es noch mit Tortelli con Zucca?

Bild zu:  Die elegante Dolchstecherei am kalten Buffet

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170 Lesermeinungen

  1. "Von Luzern auf Weggis...
    „Von Luzern auf Weggis zu
    braucht man weder Strümpf noch Schuh“
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    (Nachtrag zum letzten Text)

  2. hübscher artikel, lieber don....
    hübscher artikel, lieber don. sie beteiligen sich an buffets? dann nehmen sie den grossen teller.
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    ich musste beim lesen an ein jährliches aperitif mit buffet im süden von frankreich denken, bei dem ich traditionell dabei bin und stets wohlweislich ein grossgeblümtes kleidchen mit sagenhaft irrem muster trage, damit die rotwein- und mayonnaiseflecken neutralisiert werden, die am mir vorbeipreschende vorstandsvorsitzende, die stipendiumslos auf elite-unis die bizoutage überstanden, auf dem weg vom trog zur tränke bei mir hinterlassen.
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    neulich war allerdings etwas ganz exquisites das highlight: ein schokoladenfondue in der stechenden sonne. ihr trog mit den davorstehenden säuen brachte mich darauf: der préfet und seine entourage mit braunverschmierten mündern umzingelten es mit spitzen ellenbogen.

  3. Sehr schön komponiert vom...
    Sehr schön komponiert vom Buffet zur Klientelpartei SPD, die sich am Staats-buffet die Teller immer übervoll aufgeladen hat und nun versucht, dies mit einem grünen Anstrich zu vertuschen.
    Chapeau Herr Alphons.

  4. Man koennte zornig werden,...
    Man koennte zornig werden, haelt sich aber zurueck. Es ist naemlich so: Das Nichtueberhaeufen braucht man nicht zu lernen-es gehoert zum menschlichen Anstand.
    Wer aber schuetzt mich und meinen Anstand vor den gierigen Fressern, den Leuten also, die so tun als laegen die Hungerzeiten erst zwei Tage zurueck?
    Man nimmt sich zurueckhaltend hier ein Bisschen, dort ein Bisschen und muss beten, das am Ende noch ein leckeres Bisschen ueberbleibt, weiss aber schon, dass neben einem ein Typ mit der Klotzuhr und eine nach Chnallée Nr.5 miefende Tusse alles, aber auch alles wegfressen werden. Aber nicht nur die Zwei. Sehen Sie dort hinten diesen Typen? Ja den, dessen Anzug von Schuhen mit Ledertrotteln begleitet wird? Genau, der auch. Und sein weiblicher Sonnenbankert ebenfalls.
    Ich pack mir jetzt meine Madame, bestelle ein Taxi. Damit fahren wir dann runter ins Dorf. Currywurscht und Pommes Rot-weiss. Ein herzhaftes Pils dazu.
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    Kleine, aber starke Einschraenkung: Wenn’s was zu trinken gibt, kenne ich weder Ethik noch Moral.

  5. Lieber Don Alphonso, danke...
    Lieber Don Alphonso, danke für den Salat-Tip, falls er denn sein muss. Die Sache mit der Unvereinbarkeit von Fleisch und Fisch auf gleichem Teller wäre vielleicht eine Fussnote wert. Ansonsten bekommt man beim Lesen, insbesondere jedoch beim Betrachten der Bilder, reichlich Appetit. Der fein geschnittene Parmesan mit der dunklen Sauce (was war das?) wirkt besonders verführerisch.

  6. A propos kaltes Buffet: Der...
    A propos kaltes Buffet: Der bekannte britische Schriftsteller Graham Greene verbrachte den 2. Weltkrieg als Kulturattaché der britischen Botschaft an der afrikanischen Goldküste. Wieder nach England zurückgekehrt, erkundigte sich eine neugierige Dame bei ihm: „Haben Sie dort in Afrika jemals Menschenfleisch zu essen bekommen?“ Ohne mit der Wimper zu zucken, entgegnete Greene gewandt: „Eigentlich nur ein einziges Mal, meine Dame, aber sehen Sie, es war nämlich ein kaltes Buffet.“

  7. An ihren Tellern werdet Ihr...
    An ihren Tellern werdet Ihr sie erkennen!

  8. Sehr interessanter Artikel. Am...
    Sehr interessanter Artikel. Am Buffet zeigt sich der Charakter des Menschen (ähnlich wie im Strassenverkehr hinter dem Steuer).
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    Zwei ergänzende Bemerkungen: Blattsalat eigent sich vorzüglich als Bett für festere Köstlichkeiten. Dabei drücken die festen Speisen den Salat platt, er verliert an Volumen und wird elegant kaschiert. Der Teller lässt sich mit Stil und Würde füllen.
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    Teure oder aufwändig zuzubereitende Leckerbissen sind grundsätzlich vorzuziehen. Der Gewinn ist hoch bei scheinbar bescheidenem Füllvolumen. Sie geben den Connaisseur, der mit Stil zu geniessen weiss.

  9. Donna Laura, bitte, was ist...
    Donna Laura, bitte, was ist bizoutage? Mein Dictionaire kennt das Wort nicht.

  10. So, wie am Schweinetrog die...
    So, wie am Schweinetrog die Sau der Sau gleicht…
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    schon, schon. der wesentliche unterschied:
    welche stehen vorn am trog, hauen rein und lassen keinen neben sich. welche stehen dahinter, wollen dorthin, wo schon die vorne sind und drängen auf die vor ihnen ein. die einen wie die anderen quieken dabei, so laut sie nur können.
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    manches läuft vergleichbar, bei der politik fällt es nur besonders auf.
    von daher ist auch die parallele vom kaltes buffet zu regierung und opposition nur naheligend, letztlich aber auf alle bereiche anwendbar, wo es um posten geht (es wird, beispielsweise in der verwaltung unterhalb der regierung, in grossen betrieben, in universitäten – profs sind vesonders eitel, fasst so wie künstler – allerhand gremien, bei denen es um geld um und für kultur geht, ja, und auch in den kirchen, genau so zugehen).
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    für die kurze und eingängige lebenshilfe für situationen am kalten buffet meinen dank und, respekt.
    eigentlich geschafft hat man es nach aussen, wenn man es nicht mehr nötig hat, guten eindruck zu machen, nach innen, wenn man sich selbst gegenüber nicht mehr nötig hat, die sau vom pflock zu lassen.
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    https://www.uni-rostock.de/fakult/philfak/fkw/iph/strobach/veranst/therapy/epiktet.html

  11. Der Seitenhieb auf Berlin hat...
    Der Seitenhieb auf Berlin hat mir am besten gefallen. Etwas widersprüchlich indes, geehrter Don, ist: „Im Gegenteil, die typisch deutsche Zurückhaltung käme hier einer Beleidigung des Hauses gleich“. Oder war das Ironie? Sicher.

  12. Ich habe einmal sehr unter dem...
    Ich habe einmal sehr unter dem italienische Gegenstück zum Buffet gelitten. Es war bei ein leopardischen Geschäftsessen südlich von Neapel. 13 Gänge gab es. Aber das wurde nicht angesagt, und zu jedem dritten Gang ein anderes alkoholisches Getränk. Als Regel für Essen unbekannter Länge (man darf ja auch in solchen Fällen nur sehr indirekt fragen), esse ich spätestens nach dem vierten Gang nur noch die Hälfte meines ausstehenden Appetits. Der konvergierte bei diesem Mahl weit unter null hinaus. Denn als wir den zweiten süßen Nachtisch zu uns genommen hatten, kam endlich der Ehrengast aus Rom…. Und zu dessen Ehre haben wir noch mal acht Gänge wiederholt. Seitdem verstehe ich Tomasi de Lampedusa’s Leopard, und lobe ich mir jedes Buffet, denn da habe ich wenigstens Kontrolle über die Menge.

  13. Ich habe einmal sehr unter dem...
    Ich habe einmal sehr unter dem italienische Gegenstück zum Buffet gelitten. Es war bei ein leopardischen Geschäftsessen südlich von Neapel. 13 Gänge gab es. Aber das wurde nicht angesagt, und zu jedem dritten Gang ein anderes alkoholisches Getränk. Als Regel für Essen unbekannter Länge (man darf ja auch in solchen Fällen nur sehr indirekt fragen), esse ich spätestens nach dem vierten Gang nur noch die Hälfte meines ausstehenden Appetits. Der konvergierte bei diesem Mahl weit unter null hinaus. Denn als wir den zweiten süßen Nachtisch zu uns genommen hatten, kam endlich der Ehrengast aus Rom…. Und zu dessen Ehre haben wir noch mal acht Gänge wiederholt. Seitdem verstehe ich Tomasi de Lampedusa’s Leopard, und lobe ich mir jedes Buffet, denn da habe ich wenigstens Kontrolle über die Menge.

  14. Don, ich hoffe, Sie hatten ein...
    Don, ich hoffe, Sie hatten ein Doggy Bag dabei.

  15. @ Filou: pardon für die...
    @ Filou: pardon für die verwirrung.
    da hat sich ein tippfehler eingeschlichen. richtig hätte es heissen müssen: bizutage. bizarr-kuriose feuertaufe von studierenden an frz. eliteuniversitäten.

  16. 10% für Brot für die Welt?...
    10% für Brot für die Welt?

  17. Lieber Don Alphonso,

    in der...
    Lieber Don Alphonso,
    in der letzten Woche führte mich eine Reise in Ihre Gestade und ich verweilte für eine Nacht in der schönen kleinen dummen Stadt, deren Reiz und die von Ihnen stets mit Distinktion verteidigte Bürgerlichkeit der besseren Kreise ich nun etwas besser verstehe und Ihnen meinen britischen-norddeutschen Respekt dafür entbiete.
    Weniger respektvoll war aber der Umgang mit dem Frühstücksbuffet in einem vermutlich gar nicht so schlechten Hotel Ihrer Heimatstadt. Besonders beeindruckend fand ich eine grosse Gruppe ziemliche kleiner Asiaten, die in Mao-Anzügen vermutlich die Vorteile des deutschen Auomobilbaus studieren wollten. Leider wurde ich Zeuge der Nahrungsmittelaufnahme, da ich mich ungefragt an meinem Tisch auf einmal dreier dieser Platt-Nasen entgegensah. Dabei half auch ein Verschanzen hinter der Zeitung mit den klugen Köpfen nicht mehr.
    Ich durfte betrachten: einen Großteller mit Rührei, Spiegelei, Speck, Würstchen, Hering (o.ä.) Croissant, Marmelade. Das Schönste: all diese Köstlichkeiten wurden auf eine Gabel gestochen, mit Erdbeermarmelade überzogen und mit Wonne verspiesen… Und leider unterscheiden sich diese Herrschaften kaum von dem üblichen Geschäftsreisepöbel, deren Teller nicht weniger kunstvoll garniert waren.
    Ich habe den Aufenthalt gleichwohl sehr genossen.

  18. Merci madame Laura pour la...
    Merci madame Laura pour la rectification.

  19. Ein Buffet ist eine...
    Ein Buffet ist eine Grausamkeit. Speisen die nach dem Durchmarsch einer Kohorte Neandertaler eine Anmutung einer Schlachtplatte (auch ohne Fleisch) haben. Dazu gesellt sich das lange Anstehen mit einem Teller in der Hand. Die unerträglichen Kommentare der Umstehenden verderben einem den Appetit. Ein Tischgespräch kann durch die Unterbrechungen der Nachschubversorgung nicht in Gang kommen. Muß ich an Veranstaltungen mit Buffet teilnehmen gehe ich vorher gepflegt etwas Essen. So erspare ich mir das Elend und kann mich anderen Dingen widmen. Restaurants mit Buffet kommen für mich nicht in Betracht. Don Alphonso, Sie bemerken sicherlich den von mir empfunden Ekel solcher Veranstaltungen.

  20. Herrlich amüsant! Lieber Don,...
    Herrlich amüsant! Lieber Don, bei Ihnen wird auch ein schnödes Knigge-Kapitel zum unterhaltsamen Lesegenuss.

  21. OT: sieht hier jemand...
    OT: sieht hier jemand zufaellig 3Sat, Theater a.a.Wien, Messias? Von Haendel? In der Regie eines typischen Regietheater-Irren?
    Die Musik ist gut! Der Rest Ist zum Vergessen.

  22. Nikolaus, oh bitte, gern...
    Nikolaus, oh bitte, gern geschehen.
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    Filou, in Ermangelung eines dafür geeigneten Gerätes: Nein.

  23. mmmh, caro Don Alphonso, da...
    mmmh, caro Don Alphonso, da fällt mir mein Dinner-Cancelling-Programm, das ich seit einer knappen Woche durchhalte, heute besonders schwer … könnte ich, wie ich wollte, würde ich mich gleich morgen auf nach Oberitalien machen … herzlichen Dank für die virtuellen kulinarischen Genüsse, mmmh, stola

  24. Wiesbadener, normalerweise -...
    Wiesbadener, normalerweise – also auf Veranataltungen – verabscheue ich so etwas genauso, aber in diesem Restaurant ist es eine andere Sache, da ist die Vorspeise nachgerade legendär und ein Alleinstellungsmerkmal in einem Ort, der nur so überquillt von guten Restaurants, Ausserdem sind dort keine Trottel, sondern Geniesser.
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    Justin Thynne, das bringt nun mal die Weltmarktmitführerschaft so mit sich – aber das vermischt sich ja auch nicht mit unseren Kreisen, das kommt und geht mit Managern und Elitessen, wir aber bleiben und wissen, was sich gehört. Und die Hotellerie hat hier auch nur ein gutes Hotel in der Innenstadt.

  25. @Filou -genau, selbst mit dem...
    @Filou -genau, selbst mit dem Dolby – Ton der Anlage trieb mich das Bild zurück an den Rechner. Was immer das mit Messiah, Engeln und Haendel zu tun hat….
    .
    Das Aufnehmen der Leckerbissen ist jedenfalls bei dienstlichen Buffets einfacher – da wir unsere Rangabzeichen offen tragen hilft der Blick auf die Schulter (bzw. bei uns „Marinierten“ auf die Kolbenringe) des Konkurrenten.

  26. @-Filou: Gute Musik - aber den...
    @-Filou: Gute Musik – aber den unentwegten Einsatz der Gebärdendolmetscherin sollten Sie sich schon auch gönnen. Schließlich werden da mal wieder ein paar Groschen für die kulturelle Entwicklung des Abendlandes verpulvert – ansonsten gilt mein Hinweis zum Buffet: Einfach nicht hinsehen und hinter die Zeitung mit den klugen Köpfen oder diesen noch klügeren blog erschanzen.

  27. Lieber Don Alphonso,

    meine...
    Lieber Don Alphonso,
    meine Recherche führte zu gleichem Ergebnis: lediglich eines. Und als ich dort auch noch zum Lunch pardon Mittagessen sass, ein äußerst angenehm-honorables Publikum, die vom Personal – mit meiner Ausnahme – durchweg namentlich angesprochen und begrüßt wurden. Das fand ich sehr schön.

  28. donna laura, das letzte...
    donna laura, das letzte derartige Massaker hatte ich auf den Medientagen erlebt, wo es grosse Bemühungen um kleine Speisensimulationen asiatischer Vortäuschung gab. Naja, Medienleute halt, was will man da erwarten. Hier jedoch, bei den Abbildungen, herrscht kein Gedränge, und es geht durchaus zivilisiert zu. Man muss wissen, wohin man geht, dann verschwinden die unpassenden Leute von selbst.
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    Don Ferrando, bitte, man kann das auf alle und jeden beziehen, wie es belirbt – es trifft keinen Falschen.

  29. Sehr schöne Bilder! Aber beim...
    Sehr schöne Bilder! Aber beim Lesen tauchte ein anderes in meiner Erinnerung auf:
    Sollte es Sie doch einmal wieder nach Berlin verschlagen, betrachten Sie Menzels „Ballsouper“ ; es hing zuletzt in der alten Nationalgalerie. Im Mittelpunkt steht ein preußischer Militär in Galauniform, den Helm presst er mit einem Oberarm an seinen Körper, in einer Hand hält er ein Glas Wein und einen wohlgefüllten Teller, in der anderen das Besteck. Dieser wilhelminische Tantalus kommt an sein Essen nicht heran, aber er versucht es doch und die ganze Haltung und Kinderstube gehen flöten dabei. Dann recken sich noch ein paar Damen ins Bild, die aussehen, als hätte die Kaltmamsell sie gleich mitdekoriert. Büffets haben wirklich etwas Entlarvendes.

  30. hans meier,
    keine frage. brot...

    hans meier,
    keine frage. brot für die welt, kuchen für mich.

  31. Filou, nun, so ist das eben,...
    Filou, nun, so ist das eben, wenn es keine verbindlichen Regeln und gleichzeitig keine Diskriminierungsmöglichkeiten mehr gibt, und wenn jeder sich zu allem eingeladen fühlt. Ich zum Beispiel hadere gerade mit zwei Witzfiguren, die allem und jedem zu erklären suchen, wie die neuen Spielregeln des Internets aussehen, und der eine muss seine Pfandflaschen zu Geld machen, und der andere hat gemerkt, dass es für zu viel Wunscharbeit viel zu wenig verdient. Aber das Maul reissen sie alle auf. Das Problem ist: Wenn man einmal als Billigdönerfresser die Gier erlernt und alles in sich reingestopft hat, wird man auch nicht mehr besser, wenn sich die Umstände bessern. Ich bin absolut nicht der Meinung, dass schlichte Umverteilung daran etwas verbessert.
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    Rosinante, das sind eingelegte Champignons. An diesem Buffet gäbe es zudem viele weitere Möglichkeiten, etwas falsch zu machen, aber man muss natürlich auch bemerken, dass der Schwerpunkt auf dem Gemüse liegt, und recht wenig Fisch dabei ist. Nachdem ich ohnehin kein Tier esse, ist das jedoch für mich eher irrelevant.

  32. Not quite like Beethoven, und...
    Not quite like Beethoven, und an ihrem gekonnten Umgang damit!
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    dunnhaupt, ich nhabe schon Buffets erlebt, da war bedenklich wenig Platz zwischen zustechenden Gabeln und zugreifenden Gierbratzen.

  33. Don Alphonso, danke für die...
    Don Alphonso, danke für die eingelegten Champignons. Und sorry, wegen meiner Fisch-(Fleich)-Bemerkung. Sie sind wirklich ein heikler Ästhet. Aber, Sie sind der Gastgeber und bestimmen die Regeln.

  34. "wo es grosse Bemühungen um...
    „wo es grosse Bemühungen um kleine Speisensimulationen asiatischer Vortäuschung gab“
    Einfach nur köstlich.

  35. In Frankreich soll es ja ganz...
    In Frankreich soll es ja ganz hochvornehme Empfänge geben, wo einem außer einem Glas Sekt und ein bisser Knabberzeugs gar nichts gereicht wird. Schon mehr als ein Ungar soll dabei verhungert sein.

  36. @-HansMeier555: Derartige...
    @-HansMeier555: Derartige Empfänge würde ich nicht hochvornehm, sondern Coctail Empfang nennen, den man zwischen 5 – 7:30 p.m. für eine möglichst grosse Gruppe weniger enger Bekannter veranstaltet. So hat man denen den Eindruck vermittelt, man kümmere sich um sie. Und der Gastgeber geht danach meistens noch zu einer wichtigeren Veranstaltung oder isst mit guten Freunden später en priveé

  37. auch-einer, danke, ich finde...
    auch-einer, danke, ich finde ja, dass diese heutige Gesellschaft mit dem Buffet inclusive aller Hungerleider, die sich am Ziel wähnen, wenn sie kostenlos den Bauch vollhauen können, genau das richtige Essen für diese Epoche ist, wo jeder letztlich alles kann und darf, wenn er nur schnell und dreist genug ist. Meine schlimmsten Erfahrungen waren übrigens nicht die Kulturschaffenden, sondern die Neuökonomisten, deren Erben gerade wieder aus den Löchern kriechen.
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    Nico, kommt darauf an, wie man es sieht. Die Zurückhaltung der besseren Kreise wäre es, weil der Eindruck entstünde, sie wären nicht zufrieden, und die Zurückhaltung der anderen wäre es, weil Italiner Italiener sind. Und nicht zwingend die Übersetzung von Berlusconi und seinen Raffkes ins Deutsche.

  38. der Tiger, durch sowas muss...
    der Tiger, durch sowas muss man einfach durch, und ein bayerischer Magen kann wirklich helfen.
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    nurmalsozwischendurch, nein, ich war am Ende einfach nur satt, zufrieden und glücklich.

  39. Aber ist der Tag nicht ein...
    Aber ist der Tag nicht ein hellerer Traum?
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    Die Gesellschaft ist überall die gleiche, nur die Bedingungen sind am Buffet eben andere.
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    Als Kind war für mich ein Buffet das größte überhaupt, aber inzwischen hab ich es satt. Natürlich verstehe ich, warum so Veranstaltungsveranstalter sich den Streß mit Kleider- und Tischordnung nicht antun wollen.
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    Aber warum erwachsene Leute privat lieber in ein Buffet-Restaurant gehen anstatt in ein solches, wo man das Essen serviert bekommt, das begreif ich immer weniger. Das ist doch kein Urlaub.

  40. HansMeier555, ich würde schon...
    HansMeier555, ich würde schon umverteilen – aber nicht zwingend von den einen Wohlstandsverwahrlosten zu jenen, die so werden wollen. Womit wir beim Thema bedingungsloses Grundeinkommen wären, das ich vehement ablehne, wenn ich nur sehe, was da alles gefördert werden würde.
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    stola, gern geschehen – man sollte so oft wie möglich nach Oberitalien. Es lohnt sich immer.

  41. Ein bedingungsloses...
    Ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre vermutlich der Tot des Buffets. Das umverteilte und weiter reduzierte Bürgertum wird sich dann wohl seine Tarte zu Hause zubereiten, wenn man ihm denn sein Dach gelassen hat. – Und der prekaritäre ehemalige Hungerleider würde seine Besuche bei amerikanischen Kettenrestaurants erhöhen. Mit entsprechenden weiteren umzuverteilenden Kosten im Gesundheits“SYSTEM“ – wobei dieser Begriff schon alles sagt.

  42. @ HansMeier555/21.51:
    mir ist...

    @ HansMeier555/21.51:
    mir ist da etwas ganz anderes passiert: besten champagner kann ich kaum ausschlagen, champagner in mengen schon gar nicht, erst recht nicht bei einer wirklich (eigentlich) exklusiv( gedacht)en veranstaltung … der catering service hatte mist gebaut und das essen nach dem dann schon zur neige gehenden getränk angeliefert, etwa um gefühlte 23.30 Uhr … ich sage ihnen, ich hatte ganz schön mal aux cheveux am darauffolgenden tag. aber ich habe wenigstens meinen bürgermeister mal lachen sehen.
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    @ Don Alphonso/22.21: ich kann ihre erfahrung nur bestätigen: schlimm ist mein ehemaliger bankberater (nun, er hat es erfolglos versucht), am schlimmsten sind aber nochdie politparvenüs. soweit ich sie verstanden habe, widerstehen sie, lieber, geschätzter don, dem alkohol völlig? schade, ihnen entgeht etwas, beobachtung ist nicht alles, manchmal muss man mittendrin sein.

  43. Wobei auch die klassische...
    Wobei auch die klassische gedeckte Tafel ihre Tücken hat. Wenn einer erstmal dasitzt, kriegt man ihn schwer wieder weg — egal ob er eingeladen war oder nicht. Ihn von der Dienerschaft gewaltsam wegzerren zu lassen, das kommt am Bankett der Nobelpreisverleihung auch nicht so gut.

  44. Don Alphonso, ich traue Ihrem...
    Don Alphonso, ich traue Ihrem Urteil zu diesem Buffet. Leider habe ich solches bis heute nicht erleben dürfen. Wenn ich es im Sommer durch Zufall in Italien entdecke werde ich berichten. Bis dahin werde ich meiner Abneigung frönen.

  45. Immer noch OT: Es hat mir...
    Immer noch OT: Es hat mir musikalisch sehr gefallen. Ich habe nochmals die Klagen von C. Jennen ueber Haendels heitere Art verstanden. Und ich begriff mal wieder, dass die Verkuendung der Frohen Botschaft ueber die Musik ein maechtiges missionarisches Instrument ist.
    @Justin Tynne: Gerade die huebsche Gestikuliererin war das Anruehrende. Wer jemals Hirte eines Maedchens war…

  46. prince Matecki, ich fürchte,...
    prince Matecki, ich fürchte, das würde unter den Chargen dieses Landes auch nichts mehr bringen.
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    Justin Thynne, das sind eben die Alteingesessenen. Wenn jemand früher reich war, sagte man von ihm, er ginge täglich zum Essen in jenes Hotel.

  47. Trouvaille, sollte mich ein...
    Trouvaille, sollte mich ein Schicksal je wieder dorthin verschlagen, werde ich es angesichts der lebenden Alternativen – mit dem oberen Essenseingang wenige Zentimeter über dem Teller und mit der Gabel von oben stechend und schaufelnd – gerne dort probieren!
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    Rosinante, ich bin einfach nur Vegetarier. Und noch nicht mal militant!

  48. Usedomspotter, gern geschehen...
    Usedomspotter, gern geschehen – es war leider wirklich so, wurde aber von den Anwesenden tatsächlich ohne Murren gegessen.
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    HansMeier555, das ist noch gar nichts – bei einem bayerischen Ministerium gab es einmal Fabriksemmeln mit Emmentaler und als deko darüber gelegte Salzletten. Das war hart!

  49. Don Alphonso, nein, militant...
    Don Alphonso, nein, militant sind sie als Vegetarier wirklich nicht. Dies zumindest nicht auf der virtuellen Basis dieser Blog-Bekanntschaft. Und Sie wollen auch nicht missionieren, sondern erfreuen und eine lebhafte Kommentatorinnenbeteiligung (beiderlei Geschlechts) auslösen. Ich bezweifle ja nicht die Aufrichtigkeit Ihrer Absicht.
    .
    HansMeier555, Ihre Erkenntnis, dass die Gesellschaft grundsätzlich gleich, das Buffet aber eine Art rechtsfreier Raum sei, leuchtet mir ein. Insbesondere deshalb, weil unsere europäische Zivilisation seit der Abschaffung der Todesstrafe diese anarchistischen Waldlichtungen nicht mehr nachhaltig stigmatisieren kann. Vielleicht ändert sich dies mit der zunächst finanzpolitischen, dann kulturell-pädagogischen Machtergreifung Ost- und Südostasiens in Europa? Zumindest ich werde dies kaum und leider nicht mehr erleben.
    .
    Traurig finde ich den Bedeutungswandel der „Waldlichtung“, die in der Romantik noch die sonnenbeschienene Insel für das suchende Denkerinnenhirn oder ein Ort des zärtlichen Stelldicheins junger Liebe war. Nun, am Buffet, ist die „Waldlichtung“ zu einem Raum geworden (übrigens hat dies Reinhard Mey vor dreissig Jahren mit bescheidenen Worten schon gut besungen), wo jede Form ausser Kraft gesetzt wird, die eine social community angenehm und inspirierend machen kann. Das Bild mit dem Schweinetrog ist kaum übertrieben. Nur bitte, falls Sie meinen, dass man und frau im Appenzell keinen Geschirrspüler hätten, hat ein Schelm dem Buffet halluzinogene Drogen beigemischt.

  50. Zuerst das OT - ich habe nach...
    Zuerst das OT – ich habe nach dem Halleluhjah abgeschaltet, denn wenn eine verquere Inszenierung auch noch den Fluß der Musik stört, ist das für diese Musik zu schade. Temporückungen im Halleluhjah leistet sich inzwischen nicht mal mehr eine Dorfkantorei, dass die SängerInnen des Arnold Schönberg Chores es besser können weiß man dank Graf Harnoncourt. Aber wenn die Ärmsten in „Bewegungschor“ machen müssen mit Armbewegungen die jeder Gospelchor aus den Südstaaten besser hin bekommt, dann leidet halt die Atemtechnik.
    Bis zu diesem Chor halfen die Musik beim Ertragen und ein guter Robert Mondavi Woodbridge 2007 Cabernet Sauvignon, vielleicht ein wenig zu früh in der Blüte seiner Jugend gemeuchelt, aber ohne hätte ich es schwerlich bis dahin ausgehalten.

  51. Ich mag keine Buffets.
    Essen...

    Ich mag keine Buffets.
    Essen liegt herrenlos herum bis es aufgesammelt wird.
    Sogar unsere Werkskantine ist stilvoller. Dort steht wenigstens jemand hinter dem Trog, der mir noch „Guten Appetit“ wünscht. Wenigstens ein Mindestmaß an freundlicher Bedienung ist da noch gewährleistet, wenn man den Teller mit der Kelle gefüllt bekommt.

  52. Womit wir beim Thema...
    Womit wir beim Thema bedingungsloses Grundeinkommen wären, das ich vehement ablehne, wenn ich nur sehe, was da alles gefördert werden würde.
    .
    wobei inzwischen dasselbe über leistungen nach sgb 2 und auch kindergeld verbreitet wird.
    .
    es läuft eben jetzt eine kampagne, die erhebliche kürzungen im sozialbereich vorbereiten soll. erstens spart es geld, das man dann anderswo ausgeben kann und noch wichtiger, die kundschaft von analphabetenzeitung und proletenfarbfernseheh
    (nota bene: dahinter stecken kluge köpfe und auch die so in ihrer meinung gebildeten müssen nicht die sein, für die sie gehalten werden)
    hat jemand, auf den sie herabsehen kann – ein wichtiger faktor, man erträgt vieles leichter und williger, wenn unter einem noch welche sind.
    .
    den vorteil vom grundeinkommen sehen ich nur darin, dass die ganze bürokratie zur verwaltung der bezugsberechtigten der bisherigen transferleistungen entbehrlich würden, die schon lange das eigentliche problem sind.
    .
    dass die leute nicht so sind, wie man selber sein sollte, ist eine erkenntnis, die sich mit der zeit geradezu aufdrängt. wenn heute das, was vor hundert jahren in schwabing (wahnmoching nannte es eine, die es wissen musste) getrieben wurde, heute in der reichshauptstadt abgeht, meinetwegen. wenn es doch zum höheren ruhm des uns so lieben und uns noch teureren spree-athens führt…
    der grundgedanke an diesen tranferleistungen ist, dass sich die vermögenderen so ruhe erkaufen, oder, wie es der strafrechtler v. list sagte, eine gute sozialpolitik ist die beste kriminalpolitik.
    das eigentliche elend ist, dass die ausgaben für kulturelles zusammengestrichen werden, so dass mangelnde finanzielle möglichkeiten auch nicht durch kulturelle möglichkeiten kompensiert werden können.

  53. Die grosse Frage, ob am Buffet...
    Die grosse Frage, ob am Buffet nun angestanden wird oder nicht, wurde leider nicht behandelt. Da ich der Meinung bin, dass man eben nur das auflädt was man mag, bediene ich mich der Raubvogeltaktik: Kreisen und zuschlagen. Die geernteten Blicke reichen von offenem Hass bis zur Bewunderung. Nach Verzehr der Beute gehts dann nochmals los. So macht ein Buffet Spass!

  54. @-Filou (27.03./23:18): Der...
    @-Filou (27.03./23:18): Der Gebärdendolmetscherin galt mein besonderer Ablaus, aber ich frage mich noch immer, das die übrigen Leute da wollten. Ich ziehe es noch immer vor, wie ich es aus England kenne: konzertant und Halleluja erheben wir uns.

  55. Die Lobpreisung genau dieses...
    Die Lobpreisung genau dieses Vorspeisenbüffetts kann ich sehr gut nachvollziehen, bin ich doch bei Gelegenheit seiner Empfehlung gefolgt. Und habe dort als Nicht-Vegetarier außer den ortstypischen Tortelli eine vorzügliche Tagliata di Cavallo gegessen. Noch größer wäre der Genuß gewesen, wenn nicht der clooneyeske Kellner versucht hätte, mich um ein paar Euro zu betrügen – seine Reaktion auf das genau gleichhohe großzügige Trinkgeld war eindeutig. Das Essen war sogut, daß ich trotzdem überlege wiederzukommen…

  56. @ Wiesbadener: Ich stimme...
    @ Wiesbadener: Ich stimme Ihrer grundsätzlichen Abneigung von Buffets vollauf zu. Hier haben wir es aber mit einem italienischen Vorspeisenbuffet zu tun welches durchaus machbar ist. Da rennen nicht alle Besucher des Restaurants auf einmal los und bilden diese unerträgliche Buffetschlange. Wenn man Anstand hat, wird man auch noch eine Hauptspeise etc. wählen (Vorspeise „satt“ kommt in Italien gar nicht gut an). Ich ziehe jeoch das 13 Gang Menu begleitet von einem immer kleiner gefassten Getränk vor.

  57. Wieviel Gänge darf man Ihrer...
    Wieviel Gänge darf man Ihrer Meinung an das Buffet tun?

  58. Wenn denn ein Buffet sein...
    Wenn denn ein Buffet sein muss, so stimme ich durchaus Hitandrun zu. Das schlimmste sind nämlich die Menschen, die sich, womöglich sogar mit feinster Etikette, in aufreizend langsamer Art und Weise am Buffet bedienen. Wie viel die sich nehmen ist mir eigentlich vollkommen gleich, denn jeder halbwegs vernünftige Gastgeber sollte ja dafür gesorgt haben, dass auch von den „leckeren“ Sachen immer genug da ist. Aber dass die Ungeduld, vielleicht sogar der Hunger (Soll’s ja beim Essen auch geben), die man eben noch selbst verspührt, derjenigen, die hinter einem in der Reihe stehen, auf einmal völlig außer Acht gelassen wird, das finde ich höchst unanständig.
    Mag ja sein, dass ich am Buffet den Proleten nur schwer verdecken kann, aber meist bin ich dann doch lieber ein glücklicher Prolet als ein hungriger, genervter feiner Herr. (Nicht dass ich sonst vorgäbe, werter Don, ihrer Klasse anzugehören, aber man muss ja nicht direkt negativ auffallen.)
    Servus.

  59. Jaja Buffets. Es gibt...
    Jaja Buffets. Es gibt unvermeidliche und zwar jene, die zu diversen Geburtstagen vorbereitet werden. Die Beobachtungen sind ähnlich den hier gemachten und wenn man selbst den Teller nicht bis zum overload füllt und stattdessen zweimal hingeht, wird man doch beäugt, als könne man nicht genug bekommen.
    Die Lösung des vorherigen in Ruhe Essens ist nunmehr die auch hier praktizierte.

  60. @manuel: M.E. Vorspeise und...
    @manuel: M.E. Vorspeise und ggf. Dessert (wenn hier unbedingt eine grosse Auswahl geboten werden soll). Der Zwischen- und Hauptgang in Buffettrögen tötet das Tischgespräch.

  61. HansMeier555 27.3...
    HansMeier555 27.3 @16.34h
    „Von Luzern auf Las Weggis zu…“
    „Las“ Weggis, weil viele wohlhabende Ausländer (vorallem Deutschen) Ferienwohnungen in Weggis besitzen.
    Esskultur. Zum Thema Buffet << französisch "bouffer" (essen) << malbouffe = lousy food (Umgangssprache). Da ich früher als Mitarbeiterin bei einer Schweizer Trading Firma mit "Hospitality" zu tun hatte, hat mein Chef mir "das hospitality Bibel" gegeben, nämlich "Richtlinien für Veranstaltungen" (Herausgeber Credit Suisse). Auszug "Der Stehlunch" : Wird "ab einem Buffet serviert" - n.b. "serviert (durch Service-Personal) und "das Angebot aus mundgerechten Häppchen - wie z.B. Voressen oder Geschnetzeltes besteht, damit es mit der Gabel ohne Messer gegessen werden kann". Tipp: "In einer Hand den Teller, in der anderen die Gabel. Wohin nun mit dem Glas. Kein Problem - ein spezieller Glashalter, der am Tellerrand befestigt werden kann, löst diese Frage elegant".

  62. @köstlich: Mit den immer...
    @köstlich: Mit den immer kleiner gefassten Getränken war das auch ein Problem. Ich bin ja nun kein Bayer und weiß besser als Frau Kässmann, dass kleine Frauen nicht mehr als 1.5 Gläser Wein trinken sollten, weil Sie sonst Dummheiten reden (oder machen). Zum Schluss stand vor mir eine Galerie von fünf oder sechs Gläsern verschiedener Größe und Sorte mit allerlei. Das einzig Gute war, dass alle meine Geschäftspartner voll waren und es Ihnen nicht auffiel, dass die kleine Frau aufgehört hatte zu trinken und nur noch zuhörte.

  63. Der Teller, den erwähnter...
    Der Teller, den erwähnter Appenzeller mitsamt Käse auffrisst, ist eine große Brotschreibe. So hat mir das mal einer erklärt. Und aus der Sicht des Appenzellers ist ja jede Brotscheibe schon so groß wie ein Teller.

  64. @-fionn: Ich war vor einiger...
    @-fionn: Ich war vor einiger Zeit von einer großen deutschen Staatsbank – einer von vielen – eingeladen worden, an der Sonderführung durch eine Kunstausstellung von sehr regionalem Zuschnitt teilzunehmen. Da ich an dem Abend nichts Schlechteres vorhatte, konnte ich beim nachfolgenden „Flying Buffet“ – das ist dann die Einsparung des Tisches zugunsten unqualifierter, meistens dehr netter Studentinnen – die von Ihnen bemerkt Tellerrandhalterung – in deisem Fall aus Plastik – auch bewundern. Damit wären dann alle Spuren von Distinktion getillt: Fingerfoodbuffet und Platsikhalterung. Fehlt nur noch das doggy bag.

  65. fionn & HansMeier: genau...
    fionn & HansMeier: genau genommen heisst es „Vo Lozern gaege Waeggis zue“ (und Weggis ist ein beschaulicher Ausflugs- und Ferienort für Rentner und Familien, das pure Gegenteil von Las Vegas).
    .
    Passend zum Thema Buffet wäre auch „Weg-iss“.

  66. verehrter Don,
    Ihre schönen...

    verehrter Don,
    Ihre schönen Fotos machen Fernweh! Friaul und der Collio, Polenta, gegrillte Endivien, Trüffeln, Kaninchen, tagliatelle all´anguilles, panna cotta ai mirtilli und kandierte Maroni zum Kaffee, Fasane die hinter übergrasten Geschützbunkern auffliegen, alles voller Patronen, kaum Wild, unglaublich elegante Jagdgesellschaften mit wunderschönen Hunden, die trotz daidai- Geschrei den (einzigen) Vogel nicht hergeben, Damen die verstohlen mit dem Taschentuch ihre aigles putzen und Seidentücher zur Beretta-Jacke tragen, der Hund überall willkommen (außer in Touristenfallen, wo er schon elefantino genannt wurde)…
    Das Essen bei Buffets ist ja fast immer medioker bis ganz schlecht, und bei gesetzten Berufs-und Sozialessen ebenfalls.
    Wir gehen nur noch dorthin, wo der Hund miteingeladen ist (und zumeist ein ausgelöstes Suppenhuhn mit Reis und Gemüsen in der Küche bekommt) und ich habe diese Reduktion noch nienienie bereut.
    Die gegrillten und in Olivenöl eingelegten Antipasti sind herrlich, bringen allerdings manche Galle zum Revoltieren…

  67. @ auch-einer, 28. März 2010,...
    @ auch-einer, 28. März 2010, 10:11
    .
    „Womit wir beim Thema bedingungsloses Grundeinkommen wären, das ich vehement ablehne, wenn ich nur sehe, was da alles gefördert werden würde.“
    .
    Sehe ich genauso. Wer das fordert, muss wirklich weltfremd sein, vor allem dann, wenn nicht einmal eine Gegenleistung gefordert wird. Jeder Transferleistungsempfänger sollte auch seinen möglichen Anteil dazu beitragen müssen, damit unsere Solidargemeinschaft nicht irgendwann zerbricht. Hat Helmut Schmidt schon vor vielen vielen Jahren gefordert.
    .
    @ Don Ferrando, 27. März 2010, 17:42
    .
    SPD?
    .
    Mit „Besserverdienendenpartei“ hat Don Alphonso wohl er auf die (unsägliche)FDP angespielt. Oder?

  68. cornelius,
    .
    es wirkt schon....

    cornelius,
    .
    es wirkt schon.

  69. Die SPD hat schon stilvoll wie...
    Die SPD hat schon stilvoll wie der Don in der Toscana gespeist; da haben sich andere noch in provinzieller Ignoranz den Teller mit Saumagen vollhäufen lassen.
    So viel Objektivität muß sein.

  70. Vielleicht kann man das Buffet...
    Vielleicht kann man das Buffet so erklären:
    Schon immer gab es verschiedene Abstufungen der Gastfreundschaft.
    Das gemeinsame Mahl am gedeckten Tisch taugt halt nur für wenige, es erfordert einen hohen zeremoniellen Aufwand. Eine Tischordnung muß ausgeknobelt werden und ausserdem muß man lange vorher wissen, wer denn nun genau kommt und wer nicht. Bleiben zwei oder drei der wichtigsten Gäste weg, dann stehen die Gastgeber vor einem Malheur.
    .
    Das Buffet mit Selbstbedienung ist hier ein Befreiungsschlag und, es gibt auch dafür historische Vorbilder.
    Könige und Fürsten pflegten früher anlässlich ihrer Krönung oder andere Feierlichkeiten immer auch ein Volksfest zu veranstalten, wo jeder eingeladen war. Da wurden Ochsen und Schweine auf dem offenen FEuer gegrillt und aus dem Springbrunnen quoll Wein statt Wasser. Entsprechend ging es dort auch zu, aber das war durchaus gewollt: Je größer das Geschrei der Menge, umso strahlender der Ruhm seiner Majestät.
    .
    In herrschaftlichen Häusern gab es neben der festlichen Tafel auch irgendwo einen langen Tisch für die Diener und Armen, wo auch Landstreicher und Bettler einen Teller hingestellt bekamen.
    .
    Und das könnte auch im 21. Jahrhundert wieder Zukunft haben. Angesichts der Erosion staatlicher Institutionen könnte die Mob-Klientel wieder die Bedeutung bekommen, die sie in italienischen Republiken und Fürstentümern immer hatte.

  71. Das wäre dann kein...
    Das wäre dann kein bedingsloses Grundeinkommen, sondern ein bedingtes. Freischaffende Tagediebe ernähren sich am Buffet eines großen Konzerns oder eines fiesen regionalen Baulöwen und erhalten dann dort auch gleich ihre Aufträge: Hier eine Spitzelei, dort eine Schlägerei, dort eine politische Demonstration, nachts Plakate abreißen.

  72. Werter HansMeier555, Sie...
    Werter HansMeier555, Sie erklären die Appenzeller Volkskunde mit Folklore. Eine schöne Möglichkeit. Vielen Dank.

  73. In der Typologie des...
    In der Typologie des Buffet-Gourmands fehlt bislang noch eine Spezies: Der Ich-esse-schon-mal-von-meinem-übervollen-Teller-auf-dem-Weg-zurück-zum Tisch-Zeitgenosse.
    .
    Geht, mit den Fingern von seinem Teller essend, noch mal am Buffet vorbei und sondiert die Versorgungslage für seinen 2. Angriff auf die Leckereien.

  74. hans meier,
    genau, das ist es....

    hans meier,
    genau, das ist es.
    .
    folgten denn nicht schon dem römischen patrizier (westviertelbewohner) auf dem weg zum forum seine klienten (die aus dem glasscherbenviertel) auf dem fusse, stets bereit, für ein paar brosamen von seinem tisch die claque zu machen und noch andere dinge auszuführen, die selber zu tun einem patrizier nicht so ganz anstanden.
    berliner verhältnisse, sozusagen.

  75. @-HansMeier555: Das Wissen,...
    @-HansMeier555: Das Wissen, dass es ein gesetztes Essen gibt, schafft aber bei den geladenen Gästen auch das angenehmen Gefühl der Disziplin. Abzusagen, wenn man weiss, Teil einer diffizilen Sitzordnung zu sein, fällt den meisten Menschen, wenn sie denn etwas erzogen sind, doch wohl schwerer als beim 200-Leute-Corporate-Event-Menue zu kommen oder nicht zu kommen oder schnell wieder zu gehen.
    Bei den herrschaftlichen Häusern darf man auch den Kindertisch nicht vergessen. Deren Teilnehmer erfreuen sich aber vermutlich immer gerne – am Dessertbuffet – eine Einrichtung, die man in letzte Zeit auch zunehmend kennenlernen muss.

  76. @Quorrer/28. März 2010,...
    @Quorrer/28. März 2010, 13:48
    Essen aus Hunger?
    Kennen wir das eigentlich?
    Ich kann natuerlich nur fuer mich sprechen, aber ich esse zu gewissen Tageszeiten gute Dinge, eher einem Ritual folgend.
    Aber ich esse nicht aus Hunger.
    Und Buffets meide ich, wo ich kann; oder besser, ich hasse sie.
    Mein Grossvatter sagte immer: „Stell dich nicht so an“!
    Er meint sicher etwas anderes damit, aber ich stelle mich heute noch nicht gerne an.
    Und wer am Buffet nicht begreift, sich an eine Menuefolge zu halten, der hats halt nicht erlernt; da trennt sich dann eben die Spreu vom Weizen.
    .
    @donna laura/27. März 2010, 22:57
    „besten champagner kann ich kaum ausschlagen, champagner in mengen schon gar nicht……“
    Sie werden mir immer symphatischer! Das geht mir ebenso.
    „Sauf vous hongrer votre étalon“, wie ich vor einigen Wochen leider mal lesen musste! So etwas macht mir Angst!

  77. Don Alphonso (27. März 2010,...
    Don Alphonso (27. März 2010, 21:10), allgemein verbindliche Regeln. Diese Regeln gibt es, gab es schon immer. Nur machte ich die erstaunliche Feststellung, das diese Regeln sehr ad libitum gehandhabt werden, oft auch als Mittel der subtilen Diskriminierung. Irgendwann fand ich meine Antwort darauf: Hoeflichkeit und Zureucknahme des Ich. Vortritt lassen und im Zweifelsfall vorzeitiges Verlassen der Veranstaltung. Bei ganz ueblen Draenglerfaellen hilft der Spruch, dass Alter vor der Schoenheit den Vortritt habe. So manche eilige Dame konnte sich darob garnicht mehr recht fassen. Rache muss man kalt geniessen. So viel Zeit muss sein.
    .
    OT: Im Gegensatz zu princeMatecki hielt ich mit abgewendeten Augen bis zum Ende durch. Die Schwaechen des Chores beim Halleluja fielen mir nicht auf, denn ich befand mich im stillen Dialog mit einem daenischen Weltmeerefahrerer (Daenemark, Atlantik, Panamakanal,Pazifik, Australien-und zurueck).
    Die Treppen in niederlaendischen Kleinbuergerhaesern sind eng und steil.

  78. @Grimaldeli: "Sauf vous...
    @Grimaldeli: „Sauf vous hongrer votre étalon“. Ich krieg den Sinn nicht zusammen. Bei Gelegenheit uebersetzen Sie’s mir? Wenns ein guter Spruch ist, nehme ich ihn gerne ins Repertoire.

  79. @don alphonso
    herzlichen dank...

    @don alphonso
    herzlichen dank im namen der tiere! sie erscheinen mir als löbliches beispiel, dass der vegetarier durchaus genussbetont daherkommen kann

  80. @ Grimaldeli: verständlich...
    @ Grimaldeli: verständlich … aber reden sie sich ein, es sei durchblutungsfördernd, dann schmeckt’s wieder.

  81. @Filou/28. März 2010,...
    @Filou/28. März 2010, 22:35
    Komm grad nach haus, hatte gradnoch im radio die KINKS mit „I’m not like everebody else“ gehoert!
    Passt irgendwo.
    Mon Dieu, Donna Laura hat ihren Hengst kastrieren lassen!
    Sie schrieb einmal davon. Das tut weh bis ins Mark! ich bin halt ein Sensibelchen in solchen Dingen

  82. @donna laura
    28. März 2010,...

    @donna laura
    28. März 2010, 23:32
    Es war auch mehr ironisch gemeint!
    Einen alten Loewen schmeisst sowas sicher nicht mehr aus der Bahn!
    Auch Maennlein duerfen doch manchmal kokettieren, n’est-ce pas?
    Bonne nuit !

  83. Grimaldeli, tut auch weh. Ganz...
    Grimaldeli, tut auch weh. Ganz weh. Ich hoer‘ noch meinen Kater schreien. Es hat ihn aber nicht sonderlich veraendert. Mann bleibt Mann (Brecht).
    Traeumen Sie suess!
    .
    (Regieanweisung: Beim Gang in die Kulissen hoert man noch verklingendes grunzendes Lachen.)

  84. Was da weiter oben durch...
    Was da weiter oben durch Sternchen ersetzt wurde, sollte eigentlch „hoere“ heissen. Aber die tiefen der Zeitschen Informatik sind unergruendlich.

  85. @Filou/29. März 2010,...
    @Filou/29. März 2010, 00:05
    „Mann bleibt Mann (Brecht).“
    Bei einer Circoncision denke ich , ja, M bleibt M, aber beim totallen Cut?.
    Unser Kater Popeye und unsere Katzenprincesin Olivia sind uebrigens auch operiert.
    Nur Max, la menace , unsere Tortue Herman hat noch alles.

  86. Grimaldeli, bevor ich mich ins...
    Grimaldeli, bevor ich mich ins Bett begebe, um ausgeschlafen den Gemeinheiten des morgigen Tages gelassen entgegentreten zu koennen (ich habe die Uhren noch nicht umgestellt), noch kurz dies: Es war mein erster Katz ueberhaupt. Das Geschenk eines Profs, eine Danaergabe. Ein geduldiges, nachts uebermuetiges, Stueck Fell. Meine ganze Sorge galt ihm und Mademoiselle beschwerte sich darueber heftig. Aber sie lernte auch von ihm. Wenn ich am spaeten Abend noch eine Bierflasche kaufen wollte, stand dieser Kater auf dem Minibalkon und bruellte mich von oben an. So entstehen Traditionen.
    Aus purer Ruecksichtnahme liess ich ihn nicht kastrieren, was meine Nachbarn nicht gerade dankbar hinnahmen. Maennersolidaritaet kann sehr weit gehen. Als aber die Cover meiner Schallplatten nicht mehr gut aussahen, musste ich den armen Jungen zum Tierarzt bringen. Der Mann war noch Veterinaer vom ganz alten Schlag und erzeahlte mir, dass er damals nicht nach Stalingrad reinkam weil der ganzen Kompanie das Kleingeld fuer die Strassenbahn gefehlt habe…
    ..so einer war das. Grinsend nahm er mir das Tier von der Schulter und schickte mich vor die Tuer…
    …der kurze Schrei meines Kumpels gellt mir noch heute in den Ohren. Auf der Rueckfahrt sass er auf dem Bieberkragen meines Mantels. Es blutete noch ein wenig. Den Mantel habe ich nie reinigen lassen.
    Dreimal in meinem Leben habe ich richtig Rotz und Wasser geheult: Als meine erste Liebe mich verliess (wasnglueck!), die Mauer fiel-und als dieser Kater starb.
    .
    Eine erbauliche Gutenachtgeschichte. Auf Phoenix laeuft etwas ueber Bach. Ich muss mich ins Bett sputen, sonst muss ich mich noch, wie immer wenns um gute Musik geht, betrinken.
    Bonne nuit mon chere!

  87. HansMeier555, "bedingsloses...
    HansMeier555, „bedingsloses Grundeinkommen“ für „Freischaffende Tagediebe“ mit krimineller Buffet-Besuchs-Strategie und dem üblichen Anarchismus, der nicht mit ministerialer Vergütung aufgewogen wird. Eine Abfindung für die Genossen, die dummerweise noch zuviel Skrupel hatten.

  88. Bei einem Besuch in Berlin vor...
    Bei einem Besuch in Berlin vor ein, zwei Jahren sind mir in den Studentenvierteln die vielen Restaurants mit billigen Buffets aufgefallen, in denen man sich stundenlang aufhalten konnte. Das scheint mittlerweile den Döner für 1,50 ersetzt zu haben.

  89. Schämt ihr euch denn gar...
    Schämt ihr euch denn gar nicht? Es ist immer noch Fastenzeit!

  90. @ auch-einer, @ Cornelius
    das...

    @ auch-einer, @ Cornelius
    das bestätigt wieder diese statistisch-psychologischen tests, wonach probanden lieber auf geschenkte zehn euro verzichten, wenn ansonsten ein anderer proband ebenfalls zehn euro geschenkt bekäme. der einzige grund, den gegner des bedingungslosen grundeinkommens anführen könnten, dies aber geflissentlich vermeiden, ist der verlust eines eingebildeten status, nämlich daß sie a) als beamte ihr betätigungsfeld verlieren könnten, b) als ‚unternehmer‘ keine billiglöhner mehr fänden, auf deren kosten sie ihren wohlstand aufbauen könnten, c) als rentner befürchten, um die ‚früchte ihrer arbeit‘ gebracht und mit ‚faulenzern‘ gleichgesetzt zu werden, e) als politiker die angst und unsicherheit in weiten teilen der bevölkerung als wesentliche elemente ihrer manipulationen und diffamierungen verlören, f) als freiberufler in ‚kreativen berufen‘ konkurrenz befürchten müßten, die keine großen finanzielen ansprüche hat, aber durch das grundeinkommen so weit abgesichert ist, wirklich muße zur kreativität zu besitzen und g) als kriminelle, deren finanzgebaren durch die zwangsläufig strengere steuerkontrolle stärker geprüft würde. kurz: alles menschen, die sich im herrschenden chaos gut eingerichtet haben, eine lobby besitzen, davon profitieren und allein wegen persönlicher vorteile keinerlei veränderungen wünschen.

  91. @Grimaldeli: Nun ja, nicht...
    @Grimaldeli: Nun ja, nicht Hunger wie in Notzeiten, das sicherlich nicht, aber wenn die konzentration nachlässt und sich ein leeres Gefühl im Magen breitmacht, dann kenn ich da kein besseres deutsches Wort für als eben „Hunger“. Appetitt trifft es sicher nicht. Ansonsten haben Sie vermutlich recht, dieses Anstellen ist nervtötend. Trotzdem lese ich aus Ihren Zeilen, dass Sie selbst lieber genervter Weizen als fröhlisch kauender Spreu sein wollen.
    Ich halte ja unreflektierte Etikette, sofern sie eindeutige Nachteile aufweist, für ähnlich unnötig wie Religion – die Verwandtschaft zwischen beiden ist zummindest nicht zu übersehen.
    Gruß, Quorrer

  92. lieber Hans Meier...
    lieber Hans Meier 555,
    „Mob-Klientele“ – wie recht sie haben!
    Mob-Klientele (Hausmeister und AWDler ) mobbt der seriös auftretenden Juristenfamilie (alle in der Politik, nebstbei) die weniger einträglichen Mieter raus.

  93. Guete Morge mitenand! ...
    Guete Morge mitenand! Frühstücksbuffet! Wenn man richtig gut in England essen möchte, muss man ganz einfach dreimal täglich das Frühstücksmenü bestellen.

  94. Oder auf eine Fähre Richtung...
    Oder auf eine Fähre Richtung Frankreich.

  95. A-soziales Gelage
    Ich meide...

    A-soziales Gelage
    Ich meide seit Jahren Buffets, wo immer nur möglich. Nicht nur, wegen der hier treffend beschriebenen Unappetitlichkeiten – von den Gästen bis zu den Speisen -, sondern auch wegen jenes auch als extrem unsozial zu betrachtenden Gelages. Ich hab das mal in Kuba erleben dürfen. Nach dem ich vier Tage in Havanna verbrachte, in einem französischen Hotel am Rande der Altstadt (es gehörte damals noch zur Accor-Kette, die sich aber inzwischen aus dem Kubageschäft zurück gezogen hat), wo es auch ein Buffet gab, man aber ganz sicher noch was auf den Teller bekommen hat, selbst wenn dieser immer nur mit kleinsten Mengen gefüllt war – die Gäste waren fast ausschließlich Franzosen! -, wurde ich dann noch 2 Tage an einem jener berüchtigten All-Inclusive-Destinationen untergebracht, wo dort dann die Alemannen (oder waren das die Vandalen) hausten.
    Ich war leider krank an diesen beiden Tagen und kam daher etwas spät zum Frühstückstisch. Im Angesicht der dort dann vorgefundenen Reste, ging ich schnell wieder zu Bett.
    Gerade in Kuba empfand ich das als besonders a-sozial, wenn man bedenkt, dass die noch
    v e r w e r t b a r e n Speisereste der Hotels zur Schulspeisung bestimmt sind, und dass das die Touristen in aller Regel wissen.
    Was da aber rumlag, nicht nur auf den Tellern der Gäste, sondern eben auch auf den geplünderten Buffets, das hätte gar ein Schwein angewidert.
    Im Übrigen ist die Qualität dieser Buffetspeisen all zu oft nicht die Beste. Nachdem ich mal wieder einen Versuch gestartet hatte und dann bei einem – bei mir zu Hause angesiedelten und solchermaßen auch nicht schlechten – Frühstückscafe (die Familie einer im internationalen Geschäft erfolgreich tätigen Schokoladenfabrik ist der Besitzer), einen der billigsten Käse aus einer bekannten Discounter-Kette identifizierte (es ist jener Pfefferring, der vorgibt Frischkäse zu ummanteln), habe ich solches nie wieder versucht.

  96. @Justin Thynne
    umso...

    @Justin Thynne
    umso schwieriger ist es, den gewünschten Gästen eine Zusage abzutrotzen, dass sie kommen werden. Manche wollen dann wissen, wer ausser ihnen noch da sein und wer wo sitzen wird. Und woher soll der arme Gastgeber das wissen, wenn die anderen die gleiche Frage stellen?
    Da ist es doch besser, man stellt den Herrschaften einen großen Trog vor die Nase.
    .
    @Rosinante
    Der Trend geht klar zum Bündnis der Eliten mit dem Mob. In Amerika kann man das schon wunderbar beobachten. Milliardäre kaufen sich die öffentliche Meinung und mieten sich stundenweise eine „empörte Volksmasse“.
    Hoffentlich kommt das bei uns auch bald.
    .
    Wenn man dem Spiegel glauben darf, dann breitet sich das sogar in der Wissenschaft aus. BrillianzProfessorenStar erhalten horrende Antrittsgelder, von denen sie dann wiederum ein Heer von akademischen Tagelöhnern beschäftigen, die realiter die Versuchsreihen durchführen, Bücher lesen und Texte vorbereiten.

  97. @ Grimaldeli, Filou:
    ich...

    @ Grimaldeli, Filou:
    ich bekam meine beiden Wallache bereits als solche. ich würde ihnen nie etwas identitätsstiftendes genommen haben, eher gebe ich etwas: die namen moses und immanuel zum beispiel.
    .
    ich gebe zu, dass ist ein flacher, jedoch nicht minder nachhaltiger scherz, mit dem ich meine umgebung stets erfreuen kann. mein ex-prof schwingt sich mit vorliebe auf immanuel, wobei ich ihm als das original noch moses empfehlen würde. mais chacun à son goût.

  98. Rassismus ist nicht weniger...
    Rassismus ist nicht weniger unappetitlich! – 2. Versuch! (ist dieser Beitrag etwa nicht erwünscht ?)
    @Justin Thynne: Aber aber, was ist denn d a s für eine Unappetitlichkeit? Und niemanden fällt das auf!?
    Ich zitiere Sie: „Leider wurde ich Zeuge der Nahrungsmittelaufnahme, da ich mich ungefragt an meinem Tisch auf einmal dreier dieser P l a t t – N a s e n (Hervorhebung von mir, H.B.) entgegensah“.
    Ich sehe mich nun ungefragt einem ungeschminkten Rassismus gegenüber! Das gefällt mir auch nicht!
    Vielleicht fällt noch einem in der Runde ein entsprechendes Bonmot zu den „Krummnasen“ ein?

  99. @Don Carlos, scharfsichtig,...
    @Don Carlos, scharfsichtig, sehr scharfsichtig. Es will nur keiner wahrhaben. Deshalb wird die ganze Chose in absehbarer Zeit mit einem grossen Rumms gegen die Wand fahren.

  100. @Devin08: Nicht Krummnasen -...
    @Devin08: Nicht Krummnasen – Langnasen ist die Bezeichnung für unsereinen im Fernen Osten. Und dass man sich dort gelegentlich köstlich und mit Recht über uns amüsiert (zum Beispiel angesichts kläglicher Versuche, Häppchen der oben abgebildeten Art mit Stäbchen zu bewältigen), davon können Sie ausgehen.
    .
    @HansMeier555 (28.3., 19:25): Hierzu wäre noch zu ergänzen, dass man bis zum 18. Jahrhundert bei Hofe „à la française“ speiste, also quasi am sitzenden Buffet: Alles kam auf einmal auf dem Tisch, und jeder half sich, wie er konnte. Das war sehr repräsentativ, aber für die Beteiligten sicher nicht viel angenehmer als die heutigen Stehveranstaltungen (zumal es nur vom Appetit des Hausherrn abhing, wann Schluss war). Die heutige Angewohnheit, Speisen einzeln und in einer bestimmten Reihenfolge zu servieren, wurde erst Anfang des 19. Jahrhunderts als „service à la russe“ eingeführt.

  101. @Filou
    genau das ist auch...

    @Filou
    genau das ist auch meine befürchtung. es wird früher oder später auf das bedingungslose grundeinkommen hinauslaufen. deshalb finde ich diesen persönlich motivierten widerstand so abstoßend, der teuer und unter schlechten umständen für einige tödlich werden kann. ich bin nicht für völlige entindividualisierung, aber das gemeinwohl sollte keiner aus den augen verlieren.

  102. @Devin08
    wollen sie sich damit...

    @Devin08
    wollen sie sich damit schonmal vorsorglich bei den zukünftigen chinesischen herren anbiedern, die jetzt schon das gebahren einer herrenrasse zeigen und bei weitem nicht unter derartiger feinfühligkeit leiden? unsere intellektualisierung gegenüber deren ursprünglichkeit und robustheit – wer wird gewinnen? (wenn sie nicht selbst drauf kommen – einfach bei spengler nachschlagen) schon eine kurze zusammenarbeit mit menschen aus dieser region wird sie rasch und nachhaltig von ihren gutmenschenanwandlungen nebst illusionen über chinesische kultur befreien.

  103. Don Carlos, Ihr Eintreten für...
    Don Carlos, Ihr Eintreten für das Grundeinkommen geht für mich von -verzeihen Sie- falschen Voraussetzungen aus. Beim Blick auf die akuten Probleme, die junge, arbeitswillige und auch seriöse Menschen haben, ist Ihr Einverständnis sozial richtig und nachvollziehbar.
    .
    Das Problem geht geschichtlich jedoch auf die Zeit nach 1945 zurück, als alle Opportunisten, die fesch der SS oder zumindest der NSDAP beigetreten waren: Habermas, Wehler, Grass, Jens und wahrscheinlich auch ? Ernst (der bei den Briten bei der Spiegel-Konzessions-Bewerbung dann Augstein hiess) plötzlich flammende Sozialdemokraten wurden. Die grosse Leistung dieser Clique besteht darin, dass es ihr gelang, nahezu alle belastenden Quellen verschwinden zu lassen. Man kann sich zum Beispiel fragen, wie der Dramatiker Rolf Hochhuth zu Beginn der 1980er Jahre belastendes Material über den amtierenden Ministerpräsidenten Hans Filbinger aus seiner Zeit als junger Marinerichter im letzten Kriegsjahr in einem westfriesischen Archiv fand. Warum fährt ein Schriftsteller, der in der Schweiz wohnt, 12-15 Stunden Zug in ein Archiv an der Nordsee? Gab es dort Dokumente zu Hochhuth’s NS-Vergangenheit zu vernichten?
    .
    Aus dieser Fraktion jugendlicher Nazis, die eine unglaublich meinungsstarke Position auf ihrer Lebenslüge aufbauen konnte, besteht in Form von Kindern und Kindeskindern heute die politische Mehrheit Deutschlands. Und nach 1989 erhielt dieser sogenannt antifaschistische Komplex nochmals prägenden Rückenwind.
    .
    Auf dieser ideologischen Basis, die während der letzten 5 Jahrzehnte alle Parteien durchzog und heute sogar an die Tür der CSU klopft, wird heute die Forderung nach einem gesellschaftlichen Grundeinkommen erhoben. Da diese Basis hoffnungslos morsch ist, muss man dieses m.E. ablehnen.

  104. Don Carlos, ich gebe gern zu,...
    Don Carlos, ich gebe gern zu, dass sich Gründe für und gegen so ein Grundeinkommen finden liessen, aber es graust mir einfach davor, das ganze Pack in berlin durchzufüttern, die normale Erwerbsarbeit verachten, das als „Missbrauch von Lebenszeit“ titulieren und eine ganz andere Rechnung aufmachen: Momentan müssen sie noch Pfandflaschen zurückbringen, weil das Geld, das sie hier und da durch Eltern, Projekte und Dumme erhalten, nur begrenzt bis zum 1. reicht. Das Grundeinkommen dazu, und sie können immer so weiter machen, ohne sich je einer ernsthaften Tätogkeit aussetzen zu müssen. Wir würden uns damit eine prekäre Schicht als Dauerzustand kaufen, und bevor ich es so einem für Bier und Fluppen und Rumgammeln in die Hand drücke, sehe ich es lieber bei einem Beamten. Es geht diesen Evangelisten des Grundeinkommens ja nicht darum, dem Staat etwas zu ersparen – sie wollen einfach mehr. und sind im Gegenzug allenfalls bereit, Dinge zu tun, von denen sie denken, dass es ihrer Gesellschaftsform weiterhilft. Und ich kann mich hier schlecht über Klientelpolituik bei meiner Schicht empören, wenn sich das Subproletariat gleichermassen auf Kosten anderer bereichern darf.

  105. Liebe donna laura, es ist kein...
    Liebe donna laura, es ist kein Verdienst, ich mag weder Alkohol, noch finde ich Gefallen am Betrunkensein. Ich schätze aber Tee!
    .
    Hansmeier555, was ungebetene Gäste an Tafeln geht: Drum schmeisse man vorher raus, was sich anwanzt, und zwar gnadenlos. Ich lasse doch nicht jeden auf Bayernticket dahergelaufenen SMS-Kommunikationskrüppel in meine Wohnung.

  106. D.A., seien wir realistisch,...
    D.A., seien wir realistisch, im Zuge des Fortschreitens der Automatisierung, die sich nicht mehr nur auf den produktiven sondern mittlerweile auch auf den Dienstleistungssektor ausweitet- man denke nur an die Möglichkeiten von automatisierten Kassen- werden immer mehr Jobs wegfallen.
    Es wird zu einem Glücks- oder Beziehungsspiel, einen Job zu finden.
    Demzufolge werden wir uns damit abfinden müssen, daß ein immer größerer Teil der Bevölkerung keine Möglichkeit haben wird, selbst für seinen Lebensunterhalt zu sorgen.
    Und in diesem Fall ist „panem et circenses“ immer noch die billigste Variante ein Gesellschaftssystem am Leben zu erhalten, nur daß man „panis“ jetzt mit bedingungslosen Grundeinkommen übersetzt

  107. Wie schön Text heute, O Don...
    Wie schön Text heute, O Don Alphonso,blendend rhythmisiert, sozusagen im Kunstflug rüber über die Buffets und rum um die mampfenden Mäuler!

  108. auch-einer, ich glaube, das...
    auch-einer, ich glaube, das Gegenteil einer guten Sozialpolitik ist es, eine Menge Leute in wenig sozialen, selbst gewünschten Umständen ruhig zu stellen. Zumal ich dannd arauf wette, dass ein paar Jahre später die Debatte losbricht, wie man diese Zahlungen wieder reduziert, falls es die Inflation nicht von selbst tut. Das Problem der Gewöhnung schafft man damit nicht aus der Welt.
    .
    Reiterjunge, die Wünsche zum Essen des Anderen gehen natürlich verloren, schliesslich herrscht dort der Kampf jeder gegen jeden – wenn, wünscht man sich selbst etwas.

  109. Martin Emmerich, auch, ich...
    Martin Emmerich, auch, ich weiss nichtm ich habe diesmal in einem anderen, sehr guten Restaurant zweimal nacheinander die falsche Rechnung bekommen: Einmal doe niedrige Rechnung zweier Damen vom Nachbartisch, einmal ein Gang doppelt berechnet. Das kann passieren. Kein Problem
    .
    manuel, idealerweise ist ein Buffet so, dass sich jeder etwas aussuchen kann, was ihm mit Abwechslungen gut in das Konzept passt.
    .
    Quorrer, ich habe einfach keine Lust, mich mit Hyänen zu prügeln. Zumal die meisten Buffets einfach nicht die Mühe wert sind. es ist oft, sehr oft schlechtes und auf Massengeschmack im Stehen abgestellte Abfüllung, die nach viel aussehen soll. Obiges Beispiel ist anders, aber ich stopfe doch nicht jeden Beraterfrass in mich hinein, nur weil es umsonst ist. Ich bin doch kein Berliner Web2.0-Apologet.

  110. MSP, gern geschehen; der...
    MSP, gern geschehen; der zweite Teil folgt gleich.
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    Foersterliesel, ich denke, es kommt bei solchen Angeboten einerseits auf das Wissen um die eigene behaglichkeit an, andererseits ist es einfacher, wenn die Zutaten gut sind. Auch Öl ist nicht gleich Öl, und nicht jede Frucjt ist eingelegt gleich gut. Dieses Haus jedoch hätte einen Ruf zu verlieren, und so gehe ich davon aus, dass keine Galle revoltiert, wenn man sich etwas zurückhält.

  111. Rosinante, falls Sie Jürgen...
    Rosinante, falls Sie Jürgen Habermas (und nicht etwa seinen Vater) meinten:
    Er war, wie die anderen genannten, Mitglied der HJ – und nicht der NSDAP. Da muss man schon etwas sorgfältiger unterscheiden. Die Mitgliedschaft in der HJ war (ab 1939, glaube ich) verpflichtend.
    .
    Don A., auch ich will keine neue DDR, allerdings würde ich schon mal überlegen wollen, ob nicht das bedingungslose Grundeinkommen als Antwort auf völlig irrwitzige HartzIV-Bürokratiekosten auf der einen Seite und auf der anderen Seite i.F. von Sachleistungen insbesondere an Kinder als vorbeugende Maßnahme im Hinblick auf die o.g. prekären Zustände gesehen werden könnte.

  112. Wenn aber das Ueberangebot an...
    Wenn aber das Ueberangebot an Arbeitskraeften ausbeuterische Entlohnungen zur Folge hat, muss es ein Mittel geben, dem entgegenzuwirken. Gegenwaertig sieht es so aus, dass viele Jobs derart schlecht bezahlt werden, dass die Gemeinschaft zum Lebensunterhalt dieser Menschen beitragen muss. Der Arbeitgeber erzielt seinen Profit aus gesellschaftlicher Finanzierung. Das geht nicht auf Dauer so weiter.
    Wenn jetzt der Arbeitnehmer grundgesichert ist, steht er nicht mehr unter dem Zwang, auch die miesesten Bedingungen akzeptieren zu muessen, was Folgen fuer Lohnzahlungsmoral der Ausbeuter hat. Frueher war fuer den Ausgleich der Interessen die Gewerkschaft zustaendig. Die allerdings hat sich ueber die Jahrzehnte selbst eliminiert.
    Wir sollten die Idee des Grundeinkommens als zeitlich begrenzte Massnahme zur Regulierung des Arbeitsmarktes sehen. So wie jetzt ist, kostet es uns viel Geld, das nur in eine Richtung (Arbeitgeber) fliesst. Die andere Loesung kostet ebenfalls Geld, setzt aber die Arbeitgeberseite unter Druck, den Arbeiter braucht sie immer.

  113. Warum ist mir das bisher bloß...
    Warum ist mir das bisher bloß noch nicht aufgefallen? Natürlich steckt ein wenig Petronius in Ihnen! Der hätte sich am Buffet jedoch eher nicht die Finger schmutzig gemacht.

  114. Wann immer der Kleinbürger...
    Wann immer der Kleinbürger sich laust…
    @Don Carlos: Oh ja, ich ahnte es, „Spengler“, da ist er wieder, denn hierzu die Keule drauf:
    „Frecher Geschichtsrevisionismus“ -http://www.faz.net/s/RubB8DFB31915A443D98590B0D538FC0BEC/Doc~E7ADDAB15913F436BAF82FB662016E18D~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  115. Sylvia, Petronius?...
    Sylvia, Petronius? Immer!
    .
    Filou & muscat, ich kann mir nicht vorstellen, dass es begrenzbar ist. Die Leute, die wirklich laut dafür trommeln, wollen ja explizit nicht in normale Beschäftigungen, sondern Geld, damit sie genau so weitermachen können wie bisher. Und dann auch noch behaupten, ihre sonstige Tätogkeit sei ja was für die Gesellschaft. Traditionelle Umverteilungsmechanismen spielen bei denen definitiv keine Rolle mehr, das geht in den Bereich „linker Neoliberalismus“, und deshalb versuchen die auch nach Möglichkeit, sich bei Parteien und Stiftungen ranzuwanzen. Der Ausgleich für Arbeiter ist denen vollkommen egal, die möchten einfach mehr Netto von anderer Leute Brutto. Und da bin ich absolut dagegen. Gerade weil ich einige Zeit mit solchen Typen zu tun hatte und mir keine Illusion über deren Bereitschaft mache, etwas anderes als lockeres Abhängen in Berlin zum Ziel zu haben. Und das ist der Punkt, wo man mit einem Grundeinkommen eine schlechte sache vielleicht beendet, aber eine andere, noch schlechtere Sache fördert: Indem man solche Existenzen en masse erst möglich macht, die gerade nicht nötig wären.

  116. fridericus, nicht zu vergessen...
    fridericus, nicht zu vergessen diejenigen, die den Teller nur Milimeter vonm oberen Mageneingang entfernt halten und dann schluckschaufeln. „A la Kastanienallee“.
    Grimaldeli, stimmt, Hunger ist bekanntlich stets der schlechteste aller Köche und der Vater aller Microwellen.

  117. Wie ich schon sagte, Don, eine...
    Wie ich schon sagte, Don, eine zweite DDR halte ich für nicht erstrebenswert, doch was machen wir mit dem minderjährigen Nachwuchs aus diesen Verweigerer-Familien? Hat der einfach Pech gehabt?

  118. @ Don,

    das solche existenzen...
    @ Don,
    das solche existenzen wie die gerade beschriebenen wohl nicht via grundeinkommen förderungswürdig sind mag stimmen, aber ist dsa nicht der kollateralschaden, den man bei sowas mit einkalkulieren muss? Im Bereich des ALG2 gibts ja auch genug Leute, die nicht mal ein marginales interesse daran haben wieder in ein „normales“ arbeitsverhältnis einzutreten. Dem gegenüber stehen aber die wirklichen Massen von ALG2 beziehern, die fast ihre oma umbringen würden, wenn sie das wieder ins erwerbsleben integrieren würde. allein es gibt nicht genug arbeit in einem land mit so grandiosen Lohnstückkosten und gnadenloser Effizienz. das sind doch die leute, die in 1. Linie Nutznießer des BGE wären, also die, die sich nichtmal für nen hausmeisterjob an eine stiftung oder Partei heranwanzen könnten. die paar Schreihälse in München oder Berlin … wie gesagt, kollateralschaden des Wohlstandsstaates, dass soetwas durchgefüttert wird.
    bitte das jetzt nicht als Pladoyer fürs BGE auffassen, es ist eher des Dons argumentation, die mich hier stört. Im gleichen Muster wird doch auch auf ALG2 bezieher eingedroschen, in dem die paar Verwahrlosten ins Licht gezerrt werden.
    mfg …

  119. Lieber Don, Sie sprechen ueber...
    Lieber Don, Sie sprechen ueber Leute aus einer anderen Lebenswelt. Genau diese meinte ich nicht. Es gibt noch andere. Die Frau bei Schlecker, Aldi, Kik, die einfachen Maenner bei der Gebaeudereinigung etc. Menschen uebrigens, denen eine selbstversorgende Taetigkeit Teil ihrer Identitaet ist. Einfache Menschen mit einfachem Weltbild und einfachem, aber redlichen Wuenschen. Diese Leute werden zu Lasten von uns ALLEN ausgebeutet. Die staatlichen Hilfen, die wir denen zukomen lassen, fliesst als Gewinn in die Taschen derer, denen die soziale Verpflichtung eines Vermoegens sacht am Anus vorbei rauscht. Es sind aber diese Leute, die Sie mit Recht verachten. Denen muessen wir mal auf den Boden der Tatsachen helfen.

  120. Dann, mit Verlaub, wäre es...
    Dann, mit Verlaub, wäre es aber erheblich besser, eine Mindestlohn- und Kaufkraftsteigerungsdebatte zu führen, inclusive ein paar Überlegungen zur Konsumsteuerung. Ich halte gar nichts davon, dass alle steuerzahlenden Staatsbürger (und das ist nicht gleich kommerzielle Veranstaltungen als Spassprojekte ausgebende Abhänger) die Zeche zahlen sollen, nur weil an anderer Stelle massiv gespart wird. Auch das ist dann letztlich nur eine Freistellung der Gewinne Weniger zugunsten von denen, die es gern krachen lassen möchten, ohne zu arbeiten.

  121. Sinophobie ist widerlich.
    Die...

    Sinophobie ist widerlich.
    Die Chinesen sind nun wirklich diejenige Nation, die – gemessen an ihren Möglichkeiten – noch nie einen imperialistischen Ehrgeiz entwickelt hat (zumindest nicht im Vergleich mit irgendeiner durchschnittlichen europäischen Musterdemokratie).
    Es fasziniert mich (zumeist in privaten Gesprächen) immer wieder, in welchem Maße das brechreizerregende Geschrei von der „gelben Gefahr“ auch heute wieder vielen Leuten das Gehirn benebelt, erstaunlicherweise auch bei solchen, die man bis dahin für klug hielt. Obwohl ihnen noch nie im Leben irgendein Chinese was getan hat, mal ganz abgesehen davon, daß sie ihren Lebensstandard u.a. deren Arbeitsleistung verdanken.
    .
    Don, was haben Sie gegen das Bayernticket?
    Im übrigen finde ich es lustig, mutig und erhellend, daß Sie in diesem Blog das Tabu, den eigenen Reichtum deutlich zur Sprache zu bringen, so demonstrativ brechen und daraus dann immer auch ganz laut einen Anspruch auf kulturelle, sittliche und soziale Überlegenheit ableiten. Gerade weil sich das für die wohlverzogenen bürgerlichen Stände ja eigentlich nicht gehört.

  122. verehrter Don,
    mit dem guten...

    verehrter Don,
    mit dem guten und dem schlechten Öl bei den antipasti haben Sie schon Recht,
    auch damit, daß der Unbeherrschte immer selber schuld ist!
    Beim Grundeinkommen verstellen Ihnen vielleicht doch Ihre spezifischen Berliner Erfahrungen den Blick auf viele eher idealistische junge Leute, die ihre diversen
    (von den Eltern, die noch durch Pensionen aus herkommlichen Jobs abgesichert sind, finanzierten) Ausbildungen nicht in geregelte Arbeit umsetzen können. Diese Leute plagen sich mit Praktika, Teilzeitarbeit, freiem Dienstnehmertum
    herum und wissen von einem Monat auf den nächsten nicht, ob und wieviel Geld sie bekommen werden, Rücklagen konnten sie nicht bilden, da sie ohnehin immer nur von der Hand in den Mund leben. So geht es zum Beispiel den Lehrenden in der Erwachsenenbildung; die Fixangestellten in den parteinahen Erwachsenenbildungsorganisationen verdienen ausreichend, aber die Heerscharen an Vortragenden sind akademisches Proletariat/Prekariat.
    Natürlich sind Transferzahlungen zwiespältig; das bei uns übliche Kindergeld z.B. hat vor allem jene motiviert, die nicht an ihre Verantwortung für später denken und sich Kinder eigentlich gar nicht leisten können.

  123. HansMeier555, im Gegensatz zu...
    HansMeier555, im Gegensatz zu anderen aus meiner Schicht kenne ich ja auch andere Daseinsformen, und denke auch genug erlebt zu haben um zu wissen, dass die welt nicht besser wird, wenn man Wohlstand zu Gierigen und jenen umverteilt, die sich nicht mehr um minimale Regeln und Codices scheren müssen. Um so wichtiger scheint es mir, dass man genau das nicht auch noch explizit fördert. Denn dieser Lebensstil wird von den besagten Leuten ja nicht als Schande, sondern als erstrebenswert dargestellt. Und nach allem, was ich mir vorstellen kann, ist eine derartige Utopie, wo alles angesichts der niedrigen Preise in Berlin prima ist und der senat überall WLAN-Antennen aufstellt, nicht wirklich das, was dieses land in welcher Hinsicht auch immer voran bringt.

  124. Foersterliesel, dann muss man...
    Foersterliesel, dann muss man eben etwas im Bereich der Akademikeranstellung tun, aber ein bailout, bei dem sich Firmen die Verantwortung schenken können und alles und jeder Apanagen erhält, damit sich das so weiter entwickeln kann, ändert doch nichts am Problem. Zudem haben wir die Situation, dass die Vorreiter der These soch schon lange nicht mehr das geld wollen, um existieren und arbeiten zu können: Dort geht das Motto „Arbeit ist Missbrauch der Lebenszeit“ um. es geht nicht mehr um die eher unangenehme Tätogkeit, die ermöglicht wird, sondern um die eigene Tätigkeit, die Spass macht und durch das Grundeinkommen teilfinanziert wird. Und das ist durchaus ein Problem, nämlich für alle, die trotzdem versuchen, sich reinzuhängen. Wozu, wenn es auch anders geht?

  125. lieber Hans Meier555,
    naja,...

    lieber Hans Meier555,
    naja, eine Identifikation mit der territorialen Größe gibt es bei den Chinesen schon, man will nicht, daß die Ränder (die Tibeter und Uiguren z.B.) abbröckeln. Aber die Sinophobie ist wirklich widerlich. Ich habe öfter mit chinesischen Migranten zu tun und bin von ihrem Realismus, ihrer Ernsthaftigkeit, ihrer genauen Beobachtung anderer, ihrer Fähigkeit zu Selbstkritik und der Intelligenz auch bei einfachen Leuten sehr beeindruckt.

  126. Sollte Arbeit nicht immer auch...
    Sollte Arbeit nicht immer auch (wenigstens ein bißchen) Spaß machen? Sie verwirren mich, mein lieber Don.

  127. verehrter Don,
    ich stimme...

    verehrter Don,
    ich stimme Ihnen zu, daß Transfers aus Steuergeldern Schandlöhne und Wuchermieten ( bei uns wurde die Wohnbeihilfe – auf Antrag der Konservativen – auch auf Wohnungen in Zinshäusern ausgedehnt, deren desolate Wohnungen nun teuer, da transfergestützt, vermietet werden können).

  128. ohje, das "ergänzen" fehlt:...
    ohje, das „ergänzen“ fehlt: Transfers aus Steuergeldern ergänzen Schandlöhne und Wuchermieten.

  129. don alphonso
    .
    Wir würden uns...

    don alphonso
    .
    Wir würden uns damit eine prekäre Schicht als Dauerzustand kaufen, und bevor ich es so einem für Bier und Fluppen und Rumgammeln in die Hand drücke, sehe ich es lieber bei einem Beamten.
    .
    es gibt keine gammler mehr, beamten dafür umso mehr.
    .
    die prekäre schicht haben wir schon. die wird uns auch bleiben. die frage ist nur, wie wir damit ungehen.
    .
    wegweisend übrigens oskar v. nell-breunig (ja, ein jesuit. aber was für einer). der meinte, dass mit vier wochenstunden arbeit die produktion zu machen sei, der rest sei auf soziale arbeit in der gemeinschaft zu verwenden, selber sei man auch einmal auf andere angewiesen.
    .
    ich bitte zu bedenken, wie fernab von allem, was hier und heute erörtert wird (ich mag nicht einmal mehr diskutiert schreiben) diese aussagen sind, die unter katholische soziallehre abgelegt werden.
    .
    a

  130. muscat, Sie haben -glaube ich-...
    muscat, Sie haben -glaube ich- Recht, Jürgen Habermas war „nur“ in der HJ, und deren Beitritt war ab einem gewissen Zeitpunkt auch Pflicht. Aber er war eben noch etwas jung, um seinen berufspubertären Opportunismus schon vor Kriegsbeginn wirksam werden zu lassen. Diese Chance bot sich erst in der Adorno-Nachfolge in Frankfurt (am Main) und der studentischen Claque, die jedes seiner Worte vergoldete.
    .
    Und, weil Sie D.A. (muscat 16:40) gerade die Frage stellten, ob Arbeit nicht auch Spass machen müsse? Arbeit, werter muscat, macht dann, wenn man diese ernsthaft und engagiert betreibt, immer Spass. Wobei dies allerdings nichts mit dem Spass-Begriff des dialektischen Materialismus zu tun hat, sondern mit dem Anspruch an die Tätigkeit eines gebildeten, privlegierten und gut ernährten Individuums, welches für sich in Anspruch nimmt, zu den „Stützen der Gesellschaft“ zu gehören. Und diese potentielle Voraussetzung haben etwa 70 bis 80 Prozent der Bewohner der alten Bundesrepublik seit etwa 1980. Aber die zum Sozialismus konvertierten Altnazis (die es auch in Frankreich weit brachten) haben den bürgerlichen Staat bis zum „Endsieg“ zu Feind erklärt. Und sie haben in Europa die mediale Meinungshoheit. Und (Jürgen Habermas: Strukturwandel und Öffentlichkeit) hat auch die globalisierte Partygesellschaft (in etwas geschraubten Formulierungen, aber letztlich recht präzise) so prophetisch annonciert, dass er im Kabinett Schröder eigentlich einen Sitz verdient gehabt hätte. Jetzt soll mit dem Grundeinkommen die lebenslange Frühpension gesichert werden. Und die „Frau bei Schlecker, Aldi, Kik, die einfachen Maenner bei der Gebaeudereinigung etc.“ (Filou 15:59) darf als argumentatives Bodenpersonal herhalten. In den 1930er Jahren (etwa bei Georges Lucasz oder dem jungen Bloch) hiess das argumentative Strickmuster noch „lesender Arbeiter“. Axel Springer hat diese nette Worthülse mit unternehmerischer Intelligenz ernst genommen. Man hat es dem Klassenfeind bis heute nicht verziehen.

  131. @ Foersterliesel,...
    @ Foersterliesel,
    Zinshäuser = besäßens die güte dem unwissenden kurz zu erklären was sich hinter diesme Wort verbirgt?

  132. Jetzt habe ich "muscat 29....
    Jetzt habe ich „muscat 29. März 2010, 18:31“ Ihren Namen versehentlich in die Autorenzeile eingetragen. Dort muss es „Rosinante“ heissen. Tut mir aufrichtig Leid.

  133. Zum Thema Spass: Die Frage,...
    Zum Thema Spass: Die Frage, die hier von den entsprechenden Leuten in den Raum gestellt wird, lautet grob: Kann ich nicht auch meinen Spass als Arbeit definieren? Einer der Vorreiter dieser Überlegung macht Podcasts und ist beim Chaos Computer Club eine bekannte, aber nicht unumstrittene Figur – nicht gerade bereit, sich sowas wie eine richtige Arbeit zu suchen, aber sehr wohl bereit, darauf hinzuweisen, dass seine Tätigkeit mit einem Grundeinkommen gesichert werden könnte. Da darf dann auch der Hinweis auf das gesellschaftlich Wertvolle seines Treibens nicht fehlen. Das, was es seines Erachtens ist. Ich habe von den Spassbrüdern auch noch keinen erlebt, der sagte: Heute macht mir mal die Arbeit im Altenheim Spass.

  134. @Rosinante, muscat,
    .
    Ich...

    @Rosinante, muscat,
    .
    Ich glaube, dass Sie die Sache mit der NSDAP- oder HJ-Mitgliedschaft der damals 15 bis 19 jaehrigen ein bisschen zu stark mit Bedeutung aufladen.
    .
    Man kann von den genannten Herren ja halten, was man will, aber die Krux war doch die, dass die konservative Gegenseite dieser intellektuellen Plejade einfach nichts, absolut nichts entgegenzusetzen hatte als ihren puren Hass. Die linken hatten Grass und Habermas, die Rechten hatten Hans Habe oder Alfred Dregger. Es gab einfach keinen namhaften, Schriftsteller oder international irgendwie bekannten INtellektuellen von Rang, der sich,sagen wir mal, im Wahlkampf fuer Kurt Georg Kiesinger oder Franz Josef Strauss engagiert haette.
    .
    Was ich am erbaermlichsten finde, sind immer diese (heute laengst pensionierten) konservativen Altprofessoren und ihre qualitaetsjournalistischen Urenkel, die heute, 30 Jahre spaeter, herumheulen, dass man damals, zu Zeiten der „linken Dominanz“ alles moegeliche angeblich nicht haette sagen duerfe. Dass es der Karriere geschadet haette, wenn man die DDR kritisiert. Ach du meine Guete! Diese Verfechter von Freiheit, Marktwirtschaft und den Grenzen von 1937 war halt ein feiges, konformistisches Pack, das sofort den Schwanz einzog, wenn es irgendwo nicht mehr in der Mehrheit war. So, und nur so, kann man sich die „Hegemonie der Linken“ ueberhaupt erklaeren.

  135. muscat
    .
    in der ddr hat es das...

    muscat
    .
    in der ddr hat es das nicht gegeben, höre ich wieder öfter.

  136. Hoppla, ich dachte es gäbe...
    Hoppla, ich dachte es gäbe nur eine muscat! Rosinante hat sich vertippt, nehme ich an?
    .
    Habermas muss ja nicht jedem schmecken; ihn als Altnazi zu bezeichnen, finde ich allerdings nicht angemessen.

  137. Don, dann macht Ihnen Ihre...
    Don, dann macht Ihnen Ihre Arbeit (= Leistung gegen Entgelt) hier also keinen Spaß? Das betrübt mich doch sehr.
    .
    HansMeier, eigentlich wollte ich nur Rosinantes Aussage zu Habermas richtigstellen.

  138. Nun, mir macht das meistens...
    Nun, mir macht das meistens schon Spass, weil ich gern schreibe und dann auch sehen möchte, dass es gut läuft. Ich ziehe meinen Spass also aus meinen Fähigkeiten und deren Anwendungen für mich selbst, die Nutzer und die FAZ. Ich kriege aber durchaus Zustände, wenn mal was nicht so läuft, ich könnte mich durchaus aufregen, wenn andere den letzten Mist anrichten, ich ärgere mich über Stalker und die Verachtung, die ich für Versager empfinde, die sich ihre Bilder im Internet klauen müssen, ist auch nicht gerade ein positives Gefühl.

  139. muscat (29. März 2010,...
    muscat (29. März 2010, 18:31), nein! Ich habe kurz davor bemerkt, dass das Grundeinkommen zeitlich begrenzt dazu dienen soll, um dem Ausbeutungsdruck zu entgehen. Zeitlich begrenzt wohlgemerkt. Die heutige Situation auf dem prekaeren Arbeitsmarkt wird ein grosses Elend fuer ALLE bedeuten. Auch unter siozialpsychologischer Sicht ist sie aeusserst kontraproduktiv. Wo naehmlich der Existenzdruck extrem wird, wird auch das taegliche Leben sehr unangenehm. Eine gewisse Zufriedenheit macht das Leben miteinander angenehm.

  140. Pardon, dann ist das an...
    Pardon, dann ist das an ROSINANTE adressiert.

  141. muscat, sorry.
    .
    Lieber...

    muscat, sorry.
    .
    Lieber Don,
    lechzen Sie nach dem Tag, wo Ihre Berliner Lieblingsbohemiens Privatinsolvenz anmelden oder Zeitungen verkaufen muessen?
    .
    Letztlich beruht all unsere gesellschaftliche Ordnung und Moral auf der Knappheitserfahrung, aus den Sachzwaengen, die sich aus der Knappheit ergeben. Um die Ordnung zu konservieren, muesste man auch die Knappheit kuenstlich aufrecht erhalten. Der Witz am „Neuen Markt“ war aber, dass da eine ueberfluessige Schicht, die tatsaechlich keinen Zwaengen unterworfen ist, ihr Geld unter die Schelme geworfen hat wie die Koelner Narren das Konfetti in die Menge. Dabei waere es doch viel sinnvoller gewesen, (wie oben beschrieben) eine offene Tafel einzurichten, um sich dort die Mob-Klientel zu zuechten, die die verlorengegangene Ordnung demnaest wiederherstellen wird.
    .
    Das ganze erinnert an Diogenes und seine Kyniker. Als die Buerger seiner Stadt ihre Festungsmauern ausbesserten, fing er auch an, sein Fass auf- und abzurollen: „Ich kann ja nicht untaetig rumsitzen, waehrend ihr alle so emsig beschaeftigt seid“.

  142. Ich bin froh, dass Sie es so...
    Ich bin froh, dass Sie es so sehen und möchte ergänzend anmerken: Jeder bekommt die Kunden resp. die Leser, die er verdient. Dafür, dass ich hier ab und an meinen Senf dazugeben darf, würde ich bezahlen (indirekt tue ich es bereits jetzt). Ganz anders sähe es bei dem von Ihnen beschriebenen CCC-Heini und seiner Leserschaft aus. Ob der staatlich gefördert 350 oder 600 Euro für Döner im Monat ausgibt, jo mei, dass ginge mir nun wirklich am Hinterteil vorbei.

  143. HansMeier555, die...
    HansMeier555, die Privatinsolvenzen gab es längst, aber das hat nichts am Maulheldentum dieser Leute geändert. Wie auch immer, von sowas lasse ich mir nur als Leiche erzählen, wie der Staat zu sein hat.

  144. @HansMeier555, Sie machen es...
    @HansMeier555, Sie machen es sich etwas einfach, obwohl Sie gleichsam in Vielem Recht haben. Gut, die deutsche Rechte hatte keine Gallionsfigur wie etwa Raymond Aron in Frankreich (contra Sartre). Und die Politikerkaste war reichlich überaltert. Adenauer wurde bereits 1922/ 23 Kölner Oberbürgermeister und war 1949 als erster Kanzler der Bundesrepublik wirklich kein Youngster mehr. Aber der Bungalow, der als Kanzlerwohnung in Bonn unter seiner Bauherrschaft errichtet wurde, hat immerhin Architekturgeschichte geschrieben. Die ehemaligen Nazi-Boys, die in den sechziger Jahren mit antifaschistischer Phantasie an die Macht drängten, verkauften sich in und mit den Medien alternativlos. Ich habe in der Unterprima meinen Deutschlehrer, der meine marxistische Begründung für eine Szene aus dem „Faust“ vor der Klasse zerpflückte, als „Faschisten“ beschimpft. Der gymnasialen Relegation entging ich nur, weil ich im Präsidium des Schülerparlamentes sass. Aber bitte, da war ich 18. Heute schäme ich mich für diese Frechheit und gleichzeitig für den Opportunismus dieses Baden-Württembergischen Gymnasialrektorats.
    .
    Und auf analoger Schiene läuft heute die angeblich neue Diskussion, seit das Internet die Welt globalisierte. Man muss nur 50 bis 70 Worte austauschen und hat strukturell identische Argumente. Und das Kernproblem der Diskussion ist, ich bleibe dabei, die Einseitigkeit des Faschismusbegriffs. Hätte die stalinistische Sowjetunion 1945 nicht zu den Siegermächten gehört, wäre dieses Stigma auch schnell auf die kommunistische Verbrecherkartei übertragen worden.
    .
    Und ein intellektueller Friede, den Europa gegenüber der Welt eigentlich dringend nötig hätte, ist erst dann möglich, wenn sowohl Rechts- wie Linksfaschismus als die tragenden und zerstörenden Ideologien des 20. Jahrhunderts akzeptiert und anerkannt sind.
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    Uns in diesem Zusammenhang sehe ich auch Ihre Feststellung einer Widerlichkeit der Sinophobie, die ich vollauf teile.

  145. hans meier,
    .
    für den freund...

    hans meier,
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    für den freund und kenner des lehenswesens:
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    vielleicht wären klöster die lösung für das problem, dass die nächstenliebe darunter leidet, dass einem die nächsten, vor allem die, die man auch noch kennt, aber schon derart auf den senkel gehen.
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    eine klösterliche gemeinschaft, etwas j.w.d. gelegen, die da in der stille und abgeschiedenheit ihr ding machen, betend und arbeitend. wurde nicht iim kloster beuron eine wegweisende bibelübersetzung erarbeitet? eben.
    für die ganz harten fälle kommt zu armut, keuschheit und gehorsam noch ein scharfes schweigegelübde, wer das will oder das zu seinem seelenheil braucht, darf sich auch noch geisseln.

  146. @ Don Carlos, 29. März 2010,...
    @ Don Carlos, 29. März 2010, 09:40
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    Es gibt noch mehr Gründe gegen das bedingungslose Grundeinkommen (BGE), lieber Don Carlos: Unser Land erstickt in unerledigten Arbeiten, wenn man sich nur mal die unzähligen kaputten Autobahnen, Brücken, Plätze, Schulen, Universitäten, Kindergärten, Altersheime, Wohnhäuser, Kliniken, Straßen, Fuß- und Radwege ansieht, oder die zigtausenden Kulturgüter und historisch wertvollen Gebäude und Bauten, im ganzen Land. Überall Verfall und Sanierungsstau, in allen Bundesländern. Die Arbeit ist da! Weltweit suchen Forscher und Ingeniere nach Heilmethoden für heute noch unheilbare Krankheiten, oder nach besseren und umweltverträglicheren Materialien für das Handwerk oder die Industrie. Die Arbeit ist da!
    .
    Ich bin gegen ein BGE, weil wir so viele unerledigte Arbeiten haben, für deren Erledigung wir auch alle erwerbslosen Transferleistungsempfänger/innen mit einbinden sollten. Mit einem BGE ausgestattet, würden sich sehr viele Menschen, bei welchem Lebensstandart auch immer, von der Gesellschaft abkoppeln, und das Leben auf ihre Art genießen.
    .
    Würden die Schmaldenker aus der etablierten Politik es richtig anstellen, wäre sogar eine Vollbeschäftigung möglich. Der Unfug, Erwerbslose zu gemeinnütziger Arbeit zu verpflichten, muss endlich aufhören, weil hierbei viel zu oft etablierten Unternehmen die Arbeit weggenommen wird. Das ist schädlicher Aktionismus, der sich nicht mit einer sozialen Marktwirtschaft verträgt.

  147. @Rosinante
    im...

    @Rosinante
    im nationalsozialismus herrschte arbeitspflicht. nur so als anmerkung (punkte 10 und 11 des 25-punkte-programms). die verschiedenen philosophen, welche über das bedingungslose grundeinkommen nachgedacht haben, kann man gänzlich nicht als nationalsozialisten bezeichnen. ansonsten finde ich es immer ungeschickt, an sich vernünftige ideen schlicht aus ideologischen gründen abzulehnen und zu blockieren. solche haltungen tragen auch wieder faschistoide züge. benutzen sie keine autobahnen? heizen sie nicht mit GAS? ekelt es sie, deutsch zu sprechen?

  148. @Don Alphonso
    das pack wird...

    @Don Alphonso
    das pack wird auch ohne bedingungsloses grundeinkommen durchgefüttert. vielleicht sogar noch stärker als mit. denn wenn man rechnet, daß von den geschenkten 1600 euro nur 600 übrigbleiben (50% mwst., 200 euro krankenversicherung), bleibt immernoch ein gewisser anreiz, tätig zu werden. es gibt dann auch kein wohngeld mehr, was einige ’sozial engagierte‘ vermieter in opposition zum bürgergeld bringt. ^^ und wenn einem 600 euro partout zum leben reichen, warum sollte man den bestrafen? dabei darf nicht vergessen werden, JEDER bekäme sein grundeinkommen. also kein grund, neidisch zu sein. da das grundeinkommen über die mehrwertsteuer finanziert wird, kann auch jeder selbst entscheiden, wie stark er das prekariat unterstützt: weniger konsum = weniger transfer an andere. askese als verweigerung der nächstenliebe. wenig amüsant finde ich die großzügigkeit gegenüber beamten. mag sein, daß in ihrer gegend beamte wenig gelten und deshalb als ungefährlich angesehen werden. im osten jedoch (und synonym für weniger wohlhabende gegenden in westgermanien) bilden beamte den neuen adel. die posten werden vererbt, die gewaltenteilung wird außer kraft gesetzt, amtsleiter sprechen bei amtsantritt von inthronisation und der öffentliche auftritt gewählter volksvertreter (die vormals beamte waren) ähnelt einer horde parforce-jägern bei der hatz über fremde felder. das schauspiel ist insofern auch ein westdeutsches problem, als der allgemeine niedergang des wohlstandes in deutschland von osten ausgeht und insofern dieses regional begrenzte problem zu einem gesamtdeutschen werden wird. deshalb wird gerade in diesen kreisen das unausweichliche grundeinkommen abgelehnt, weil dadurch völlig andere kreise zugang und muße zur politik erhielten. und konkurrenz wird in deutschland nunmal am meisten von sogenannten leistungsträgern gefürchtet.

  149. @Devin08, @HansMeier,...
    @Devin08, @HansMeier, @Rosinante
    kleinbürger, sinophobie… blabla. schubladendenken ist ja viel besser. wieviele asiaten kennen sie? mit wievielen haben sie schon zusammengearbeitet? obwohl ihre rein theoretische, aus formelhaftem und enzyklopädischem faktenwissen geprägte sicht auf die realität ihnen ähnlich unseren asiatischen freunden manchmal (bis oft) überhaupt keine möglichkeit bietet, dieselbe zu erkennen, wenn sie vor ihnen liegt, wären sie sicher erstaunt, wie wenig wertschätzung ihren sinophilen tagträumereien entgegengebracht würde. das ist nicht sinophob, sondern realistisch. selbst durch rein theoretische kenntnisse über asiatische kultur, lebensweise und lebensart vorgeprägt, konnte ich mir die differenz zwischen erwartung und knallharter realität nur als folge als folge der kulturrevolution erklären. was auch wieder nur eine theorie ist, die im nachhinein nicht geprüft werden kann.
    @Devin08
    besser spengler als marx. denn: zukunft ist schicksal und damit nicht vorhersagbar. marx hatte nur da recht, wo er vergangenes oder gegenwärtiges beschrieb. und das können viele.

  150. Liebe Rosinante,
    auch damals...

    Liebe Rosinante,
    auch damals musste man nicht unbedingt auf diesem niedrigen Niveau argumentieren.
    .
    Ein prominenter Opponent Adornos war Sir Karl Raimund Popper, der mit seinem Konzept der „offenen Gesellschaft“ dem platten Marxismus tatsaechlich immerhin „etwas“ entgegenzusetzen hatte.
    Nun ja, es gab in Deutschland auch Leute wie Dahrendorf oder Dolf Sternberger und andere, die ebenfalls als glaubwuerdige Verteidiger der liberalen, freiheitlich-demokratischen Grundordnung auftreten konnten.
    Nur war das aber eine aufgeklaerte Elite, keinesfalls typisch fuer die Masse des CDU-waehlenden Bildungsbuergertums. (Darum war es auch der Sozi Schmidt, der Popper fuer sich zu vereinnahmen versuchte — und nicht etwa Barzel, Strauss oder Kohl).

  151. @Devin08, @HansMeier,...
    @Devin08, @HansMeier, @Rosinante und andere, die sich an meiner Nasenvergleichsbemerkung abgearbeitet haben. Die war natürlich ganz politisch korrekt, den ich bin ja – sagen wir es mit Herbert Rosendorfer – eine Langnase. Und die zeige ich genauso gerne, wie meine sinologischen Freunde die ihre. Meine asiatischen Freunde – ich habe einige und dort auch einige Zeit verbracht – würden dergleichen wohl als großes Lob auffassen. Denn nichts ist schlimmer als mit einer europäischen Langnase – im schlimmsten Fall auch noch in Knollenform – hrumzurennen.

  152. Den Mief aus der Schublade...
    Den Mief aus der Schublade nicht raus lassen
    @Don Carlos: Ach ja! Spenglers Abendlandkritik ist also, im Gegensatz zu Marxens „Kritik der politischen Ökonomie“ („Das Kapital“) eine in die Zukunft gerichtete? Vermutlich so wie auch eines Hansmeier555 Reformulierung der feudalistischen Kritik der Moderne. Während aber bei Hans Meier die Satire unübersehbar ist, ist Spencer todernst zu nehmen, so ernst wie tot. Seine Kritik am Abendland war nämlich schon tot, bevor sie überhaupt geboren war, und es wundert nicht sonderlich, dass sie nur ernst genommen wurde von gewissen politischen wie überhaupt Abenteurern, da nämlich nur von diesen aus dem Schmutz der Straße geglaubt. Wenn nicht ein Jack London oder auch ein Hemingway ihre Affinitäten zu Spengler mit ihren zugegeben klugen Worten eben einen zu Unrecht positiven Ausdruck verliehen hätten (Jack London zumindest war Sozialist), wäre ein Spengler dem Schicksal eines Ernst Jünger längst gefolgt. Sein „Schicksal“ aber, und darin im Gegensatz zu dem eines Ernst Jüngers, ist nicht bei den toten Käfern und Schmetterlingen in der Studierkammer und über dem Mikroskop gebeugt, sondern unter ihnen. Und ich ahne es – Spengler hatte genau dies eben nicht voraus gesehen, schon gar nicht, dass man ihn aus dem Mist heraus buddeln muss, von dem sich eigentlich nur gewisse Käfer ernähren. Zumindest seine Zukunft blieb ihm doch verschlossen, so wie jene „Schublade“, die ich nun schnell wieder zumache, bevor mich all zu viel von diesem Mief einnebelt.

  153. Ich finde alle Kommentare hoch...
    Ich finde alle Kommentare hoch interessant – ohne Anführungszeichen –
    nur was lehrt mich das?

  154. Lieber Justin Thynne,
    ich...

    Lieber Justin Thynne,
    ich sprach nur ueber Sinophobie im allgemeinen, ohne Ihre Nasenbemerkung auf die Goldwaage zu legen.
    .
    Liebe Rosinante,
    da faellt mir doch — apropos Habermas, apropos Asiaten — auch wieder Ernst Nolte ein, der den Judenmord ebenfalls als „asiatische Tat“ bezeichnete. Daraufhin wurde er vom linken Meinungskartell brutal niedergemacht. Vermutlich hatten sie einfach nicht genug vernuenftige Gegenargumente.

  155. Lieber HansMeier555,
    man kann...

    Lieber HansMeier555,
    man kann die These von Ernst Nolte, die dieser auf den Frankfurter Römerberggesprächen vortrug (ich kenne das damalige Geschehen nur aus diesem Feuilleton), und deren Kausalbegründung von Gulag und KZ ja die Gemüter explodieren liess, im Detail bezweifeln (zu Herrn Nolte habe ich einen satten Generationenunterschied). Aber die Tatsache, dass er das Thema in dieser Form zur Sprache brachte, war zivilcouragiert und meinungsmutig. Und wie Habermas damals unter lautem Protest den Saal verlassen haben soll und die Form, wie er Nolte danach in der „Zeit“ angriff, war die sogenannte „Faschismuskeule“. Der Meinung des Diskursgegners wurde eine postaktive und rechtfertigende Tötungsabsicht für den Judenmord unterstellt. Und da kann muscat noch so insistieren, dass es unstatthaft sei, Habermas als Altnazi zu bezeichnen. Selbstredend war er dies nicht. Aber er war -vielleicht ist- ein Altstalinist. What’s the difference?
    .
    Was nun Noltes „asiatische Tat“ und die Sinophobie betrifft, so scheint mir wichtig, dass das -und häufig legal gelebte- asiatische Grausamkeitspotential, welches Nolte ansprach, und Louis Begley in seinem Erstling „Wartime Lies“ halbdokumentarisch schildert, die asiatischen Sozietäten im Osten der früheren Sowjetunin und im Norden des indischen Subkontinents meint. Ich bin dort nie gereist und diese Kulturen interessieren mich auch nicht besonders. Aber Sorgen und Widerwillen bereiten mir die Pauschalisierungen (mal sind es wirtschaftliche Strukturen, mal Schadstoffemmissionen, mal Menschenrechte), mit denen das selbstgerechte Europa der hochkulturellen Trinität China, Japan, Korea begegnet.
    .
    Dies empfinde ich als adäquate Ignoranz und Intolleranz, die zudem analog ideologisch grundiert ist, wie die Habermas-Nolte-Vorwürfe. Und aus diesem geistigen Biotop kommt auch die Idee eines Grundeinkommens.
    Ganz freundlich
    Ihr Rosinante

  156. Zivilcouragierter...
    Zivilcouragierter Unsinn
    @Rosinante: Unsinn zu verbreiten ist also „zivilcouragiert“!? Wenn ich nun, frech wie ich bin, das dann auch auf meine Wenigkeit anwende, hätte ich noch viel Spielraum, meinen Sie nicht auch?
    Aber Spaß beiseite. Den Unsinn verzeiht man ja in aller Regel nur gewissen Leuten, selten denen von links! Oder irre ich mich da? Da kommt dann schnell die Ideologiekeule (u.U. auch die Stalinismus=Hitlerismus-Keule!)
    .
    Aber der Mord an den Juden war definitiv keine asiatische Tat, sondern einem europ., sprich: abendländischen Größenwahn geschuldet. Und das ist eine historisch evidente Aussage, keine, die man einfach so vom Tisch wischen kann, mit anekdotischen Rückgriffen auf die letzten 1000 Jahre einer womöglich grausamen asiatischen Geschichte.
    Man kann bei Stalin eine Form des asiatischen Despotismus vermuten, Ernst Jünger tat das, und wie ich finde, sogar überzeugend (Der gordische Knoten). Und auch unter Stalin gab es Verfolgungen von Juden. Aber erstens keinen Holocaust, also keine systematische, auf „rassischer Grundlage“ betriebene Ausrottung, sondern, nämlich, gewissen politischen Opportunitäten seiner Machtausübung geschuldete, Verfolgungen von zumeist sogar linken, sprich: kommunistischen Juden (das darin eben noch nicht aufgelöste Problem, nämlich, was ist ein kommunistischer Jude, wenn doch Kommunisten Atheisten sind, und das Judentum als Religion zu definieren ist, konnte erst nach dem Holocaust, wenn auch als historisch zu bedauernde Konstruktion erst richtig begriffen werden! Denn erst der Holocaust schuf diesen „Fakt“, des „ewigen Juden“). Die fehlende Auseinandersetzung innerhalb der damaligen kommunistischen Bewegung ist in erster Linie ein ideologisches Problem, eben dieser Bewegung, der gesamten kommunistischen Bewegung und nicht nur der sowjetischen.
    .
    Und doch, natürlich litt ein Stalin auch ganz persönlich unter einem gewissen grossrussischen Chauvinismus, den ja bekanntlich auch Lenin schon bei ihm entdeckt hatte (schon früh in gewissen Auseinandersetzungen bzgl. der Behandlung des Nationalismus in Georgien), einem jenen, der für viele Verbrechen verantwortlich ist (und der selbstverständlich auch für damit rassistisch konnotierte politische Akte!) aber eben nicht für den deutschen Holocaust.
    Auch wenn das ideologische Problem einer kommunistischen Weltbewegung mit einem stalinschen grossrussischen Chauvinismus – historisch bedingt – zusammen fällt, ist das nicht einfach als identisch zu betrachten. Das Problem mit dem kommunistischen Juden, dem jüdischen Kommunisten, ist vermutlich heute noch nicht gelöst, nämlich wenn wir darin gelernt haben zu differenzieren, und es doch noch nicht begriffen haben, und zwar wenn wir die Kritik durch einen womöglich jüdischen Staatsbürger an eben diesem jüdischen Staat, nicht als Rechtfertigung für eine ebensolche Kritik durch einen x-beliebigen Deutschen, verwenden dürfen. Das ist auch für einen Linken ein starker Tobak, denn ein solcher, nämlich ein revolutionärer Linker, hat im Regelfall wenig Respekt vor einem kapitalistischen Staat, außer vor dem jüdischen, dem einzigen Staat auf dieser Welt, dem gerade aus dieser Perspektive ein Existenzrecht zugestanden wird. Wie gesagt, das haben wir der „Singularität“ eines Holocausts zu verdanken, nicht einem „asiatischen Despotismus“.
    .
    Noltes Einlassungen sind daher gelinde gesagt ein schäbiger Versuch des Geschichtsrevisionismus, nämlich eine Apologie des deutschen Holocaust, und zugleich Ausdruck einer ungebrochenen eben deutschen rassistischen Manier, nämlich im Hinblick auf Anspielungen bzgl. einer sog. „gelben“ oder schlicht mal wieder „russisch-slawischen“ Gefahr. Und dazu gehört im heutigen Deutschland wahrlich kein Mut (mehr), sondern einfach nur ignorante Frechheit (und einen gewissen politischen Background, um nicht zu sagen: eine besondere Seilschaft).
    Da befindet er sich nämlich schnurgerade in der Gefolgschaft genau derer, die den Holocaust zu verantworten haben: den deutschen Faschisten, den bisher weltweit und historisch (noch) nicht übertroffenen Rassisten.
    Ein Habermas hatte Recht, eine solche Veranstaltung zu verlassen, unter Protest (denn natürlich sollte man solchen Elementen nicht kampflos das Feld überlassen). Mit Faschisten (und solch versierten Apologeten des Faschismus) diskutiert man nicht! Man bekämpft sie. Der Schoß scheint fruchtbar noch!
    .
    Im Übrigen, ein kleiner Nachtrag zur obigen „Nasengeschichte“: Die „Krummnasen“ war keine harmlose gemeinte Anspielung gar „deutsche Langnase“, sondern eben auf eine gängige antisemitische, nämlich rassistische Betitelung der Juden. Mag sein, dass man im engen Freundeskreis über „Plattnasen“, oder wegen mir auch über „Krummnasen“ spotten darf, vorausgesetzt die (dabei auch anwesenden) Betroffenen finden das ebenso witzig, aber im Kontext einer Diskussion, wie dieser hier, hat das nichts zu suchen.
    Und ich finde schon, dass eine Anspielung, die ein gewisses Benehmen mit gewissen äußeren Merkmalen (früher nannte man das rassische Merkmale) verbindet, politisch „nicht korrekt“ ist, da das eine rassistische Einlassung ist.

  157. Devin08, ich will Ihnen kurz...
    Devin08, ich will Ihnen kurz auf den „zivilcouragierten Unsinn“, wie Sie dies mit altstalinistischem Hochmut tun, antworten. Noltes These hat mich nie überzeugt, weil allein die Logistik des Holocaust so genuin deutsch oder preussisch ist, wie es -ausser den Japanern und den Chinesen- wohl keine Ethnie dieser Welt fertig bringen würde. Stalin wäre mit seinem Bauernhaufen dazu gar nicht in der Lage gewesen. Und ich glaube, auch die Briten nicht. Aber Nolte hat ja nicht nur behauptet, sondern als seriöser Historiker quellenbasiert argumentiert. Und diese Argumentation als Unsinn zu bezeichnen, finde ich -auch unter Pseudonym und in einem Blog- ausgesprochen frech. Ich hoffe, Sie wurden wenigstens promoviert.

  158. „Genuin...
    „Genuin deutsch“
    @Rosinante: Wenn Sie auf den Link zu meiner Website gehen, finden Sie alle erforderlichen Daten zu meiner Person, schon der Link verrät meinen Namen – Herold Binsack -, also was benötigen Sie noch? Nun, Nolte scheint die passende Verteidigerin gefunden zu haben. Ich zitiere: „Noltes These hat mich nie überzeugt, weil allein die Logistik des Holocaust so genuin deutsch oder preussisch ist, wie es -ausser den Japanern und den Chinesen- wohl keine Ethnie dieser Welt fertig bringen würde. Stalin wäre mit seinem Bauernhaufen dazu gar nicht in der Lage gewesen. Und ich glaube, auch die Briten nicht.“ Glauben Sie mir, einem Linken, muss man den Kern ein solchen Semantik nicht extra erklären, Ihnen zuliebe tue ich das aber mal!
    .
    Während ich im ersten Teil geradezu einen typisch-deutschen, nämlich doppelt falschen Zungenschlag heraushöre – „genuin deutsch“ (meinten Sie da nicht „genial deutsch“?, denn da versteckt sich doch der klammheimliche Stolz ob jenes genuinen Menschenschlags, hinter einer geheuchelten Kritik, die man dann noch einmal, und solchermaßen wirklich schlauerweise, durch Adoption, nämlich von Chinesen, bzw. „Preußen des Ostens“, den Japanern, abschwächt), ist der zweite Teil in seiner Klarheit, ob eines „Stalins Bauernhaufen“ (der ärgerlicherweise doch den Krieg über die Deutschen davontrug, vermute ich mal) nicht mehr zu übertreffen. Dass übrigens die Briten solches nicht zu leisten vermögen, werden nicht nur diese empört von sich weisen; ihre ganze Kolonialgeschichte ist ein Beleg dafür, wie sehr gerade ihre Grausamkeit, wie koloniale Hochnäsigkeit, der deutschen Kopie weit voraus eilte. Ja, ja, auch die Briten haben ja den Krieg gewonnen, wie ärgerlich. Hier kocht die Wut der revanchistisch aufgeladenen und solchermaßen beleidigten Seele. (Die Japaner waren schließlich unsere Verbündeten und die Chinesen nie unsere Feinde, sondern wenn überhaupt, dann immer nur die der anderen!, nicht wahr?)
    .
    Je mehr Sie reden, desto sichtbarer belegen Sie die Richtigkeit meiner „frechen“ Behauptung. Ihre Quelle ist Nolte, auch wenn Sie das vorgeben zu bestreiten (denn das was Sie bestreiten, relativieren Sie wieder durch ihre chinesisch-japanischen Adoptionskinder). Wo aber zum Teufel ist Ihr Beleg für eines Noltes, zumal seriöse, „Quellenbasierung“?

  159. Liebe Rosinante,
    Habermassens...

    Liebe Rosinante,
    Habermassens Verhalten mag fragwuerdig gewesen sein, aber als primitiven Keulenschwinger kann man ihn trotzdem nicht bezeichnen. Dafür war sein Oeuvre dann doch wieder zu bedeutend. Was seine oft kritisierte Strategie der Kartellbildung betrifft, so war er halt einfach erfolgreicher als andere. So was funktioniert am besten in einem konformistischen Milieu, und der Milieukonformismus der deutschen Hochschullandschaft waere allerdings mal eine genauere Betrachtung wert. Und das aber ganz unabhängig von der politischen Präferenz. Um 1960 wirkten die Proffessorenschaft wie ein erzreaktionärer Männerbund, um 1980 schon wie eine linke Kommune. Schon alleine das sagt ja alles.
    Aber wer sollte eine solche Milieukritik schreiben, wenn nicht die, die selber mitten drinstecken und folglich nicht können?
    Es ist letztlich genau wie beim Journalismus.
    .
    Sich da an individuellen Biographien festzubeissen bringt da wenig, v.a. wenn die dann noch so harmlos sind wie die von Habermas.

  160. Um 1960 wirkten die...
    Um 1960 wirkten die Proffessorenschaft wie ein erzreaktionärer Männerbund, um 1980 schon wie eine linke Kommune. Schon alleine das sagt ja alles.
    .
    bei den germanisten vielleicht.
    noch zu dieser zeit war larenz der zivilrechtpapst, mezger der strafrechstpapst, forsthoff der pontifex maximus im öffentlichen recht und maunz der massgebende verfassungsrechtler. kerle wie samt und seide, schade dass sie und noch ein paar andere, hier nicht erwähnte, im staatsunwesen zuvor schon mal für ihre tragenden rollen übten.
    .
    das nur so nebenbei, um den rechtbeflissenen etwas zum denken zu geben.
    im fortgeschrittenenkurs dann die frage: was macht uns so sicher, dass das nie, nie wieder gescheht.

  161. Lieber HansMeier555, Ihre...
    Lieber HansMeier555, Ihre Differenzierung in Keulenschwinger und Milieukonformismus ist wohltuend, und so meinte ich es auch. Dass JH ein bedeutender Intellektueller der gedanklicher Kultur war und -da er lebt- auch ist, steht auch nicht zur Debatte.
    .
    Aber wenn ich mich als Zugpferd vor einen Karren spanne, auch wenn der Karren selbst gewählt ist und die Last auch, entsteht eine Verantwortung für das Feld, das ich damit bediene und bedienen will. Und bedienen wollte Habermass seine Klientele schon. Und dies würde er auch heute noch gerne tun, aber der flirrende Zeitgeist hat ihn ins Abseits gestellt. Und wenn er jetzt wirklich ein ganz Grosser wäre, so käme doch hin und wieder wenigstens ein Text zur „Lage“. Aber dies kann im Moment nur Enzensberger. Habermas‘ Stil ist das hyprige Abstraktum der kritischen Theorie des Fortschritts. Und dieser Fortschritt ist, solange er sich nicht endlich seiner Geschichte stellt, ein teleologischer Luftballon. Und Menschen dieser Basis bestreite ich das Recht, anderen die geistige Integrität abzustreiten. Genau dies hat er im Fall Nolte aber getan. Die Grenze zur Niedertracht ist hier ganz dünn.

  162. Der Historikerstreit in...
    Der Historikerstreit in Wikipedia
    Ein, auch aus meiner Sicht, sehr sachlicher Beitrag ist in Wikipedia zu finden. Bevor wir also weiterhin über Vermutungen aus dritter Hand streiten, hier somit mal eine Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Historikerstreit.
    Ich habe nichts dagegen die Diskussion danach weiter zu führen, aber dann bitte mit mehr Fakten und mit einer deutlicheren Bezugnahme zur realen Geschichte – auch zu der der Auseinandersetzung.
    Gewisse Attribute wie „ mutig“, „frech“ oder „niederträchtig“ wären dann so obsolet wie dann auch die von mir georteten „falschen Zungenschläge“.
    Im Übrigen bin ich kein Anhänger von Habermas, aber in diesem Streit, dem Grundsatz nach, definitiv, bis auf den absurden Begriff vom „Verfassungspatriotismus“ vielleicht, denn auch dieser ist eine Verharmlosung dessen, was Patriotismus in Deutschland weiterhin bedeutet. Ich habe mich mehrfach dazu ausgelassen (u.a.: http://blog.herold-binsack.eu/?p=541).

  163. Was ich eigentlich nur sagen...
    Was ich eigentlich nur sagen wollte: Die ganze Geschichte illustriert m.E. eben die Unfaehigkeit des konservativen Lagers, eine alternative Deutung anzubieten. Einen kluegeren als Nolte haben sie nicht gefunden. „Asiatische Tat“, dz.

  164. Ich hab' Sie schon verstanden,...
    Ich hab‘ Sie schon verstanden, und dies ist wirklich ein Dilemma. Aber dieser Milieukonformismus betrifft ja den Hochschulbetrieb, die Medien und -weitgehend- die Künste. Ich leide unter dieser Repression und empfinde sie als präfaschistisch. Und, sosehr ich Ihren Fatalismus verstehen kann, sowenig kann ich ihn teilen. Aber keine Sorge, zu Masochismus lasse ich das Ganze nicht ausarten. Deshalb auch ein dezidiertes Nein zur Forderung einer sozialen Grundversorgung.

  165. hmmm - also ich wollte noch...
    hmmm – also ich wollte noch mal was zum Buffet hinzufügen (habe aber nicht alle Kommentare bis hierhin gelesen und weiss daher nicht wie es zu Nolte und dem Hochschulbetrieb gekommen ist). Das Problem des beschriebenen Buffets ist also, dass von vornherein nicht genug für alle da ist? In dem Fall mache ich es so, dass ich – noch am Buffet stehend, nur ganz wenig nehme und es gleich an Ort und Stelle probiere (natürlich tu ich es erst auf meinen Teller und stocher nicht mit meiner Gabel im Buffet selbst herum). Und wenn mir dann etwas besonders gut schmeckt, nehme ich mir davon so viel es geht.
    Den Salat-Tip werde ich mir merken (nur muss man vermutlich aufpassen, dass der Salat einem nicht vom Teller weht, wenn man zum Tisch zurückeilt)

  166. Was lehrt uns das ?
    Gierig und...

    Was lehrt uns das ?
    Gierig und stillos sind immer nur die Anderen – vorzugweise Angehörige der Oberklasse – während man sich selbst maßvoll, ruhig und kennerhaft dem Buffet nähert und sich an selbigem bedient.
    Man lese daraufhin den Artikel und die Diskussionsbeiträge noch einmal.
    Ich habe gerade wieder einen Urlaub mit „all inclusive“ gebucht.

  167. Wie vorher plastisch...
    Wie vorher plastisch beschrieben!
    Wird das Buffet um punkt 22 Uhr freigegeben, sind es immer, immer diejenigen Wirtschaftscapitanos, die sich mit Plastikteller und -besteck samt Gattin bewaffnet auf das Angebot stuerzen, haifischgleich die Theke umrunden (2mal?), geiergleich zustechen und -spiessen, schon mal n Happen zwischen die Kiemen stopfen, waehrend die Anderen ergebenst harren.
    Man wird dann regelmaessig rhetorisch ausgehorcht, wie man das denn mache: 75 Kilo. Ich gleich einem anderen Spielverderber hier im Blog: „Schoener Schlankmacher, Ihr gestreiftes Sakko!“

  168. Yu Ihrer Erbauung:
    Mal...

    Yu Ihrer Erbauung:
    Mal Petronius „Gastmahl des Trimalchio“ goutiert?
    Ja? Ws roemische Dekadenzquelle?

  169. @Don Carlos an devin08,...
    @Don Carlos an devin08, 29.03.2010
    Wer und/ oder was schickt denn das Schicksal? Ausser in extremen Faellen.
    Manche bemerken nicht oder verklaeren oder vergessen oder verschweigen ihre einstigen oder jetzigen Fehler(chen) und machen dann andere oder das Schicksal, aber selten sich selbst verantwortlich fuer den Schlamassel.
    Um sich nicht misszuverstehen: Ausser in extremen Faellen.
    Ein mitteljunger Minister hat uns die Steuersenkungssterne vom Chaoshimmel schmackhaft gemacht, rudert jetzt aber widerwillig und immer noch laechelnd zurueck (nur wegen NRW). Schicksal ist anonym (oder Goetter) und brechen (plotzlich?) gewitterartig ueber uns herein. Sind Bankenbankerott und Griechenland-Pleite Schicksale, so dass der „Aermste“ jetzt sich selbst teilzurueckpaddeln muss? So wie ihn haben wir manchen, den wir rudern muessten. Sehen wir wenigstens vorige und aktuelle Fehler ein? Es ist (un)menschlich, „mea culpa“ sich einzugestehen – und durch einen Selbstkick sich und andere zu korrigieren. Und Spengler und sein Kulturpessimismus? Nein, das ist mir Marxens mutmachende Utopie lieber, Natuerlich muss man dafuer den Fortschritt der Geschichte in klein(st)en Schritten beobachten und wie eine Sinuskurve zu verstehen suchen. Wer von uns ist der Realist?

  170. @Rosinante
    Quellen sind...

    @Rosinante
    Quellen sind Quellen sind Quellen sind Quellen …
    Hypothesen dto., Forschungsergebnisse dto. …
    Ich nehme (nicht) an, Sie sind promoviert?
    In Theologie? Jedenfalls nicht in Geschichte.
    Ihre Ausfuehrungen, die dann auch devin08 geradezu
    zerpflueckt, haetten, waeren sie nicht so grenzenlos
    barsinnig und ganz schlicht Ihrerseits uneinsichtig,
    mich glatt vom Stuhl gelaechert.
    Ihr Vokabular ist nettiketteverdaechtig.
    Nicht mal der oder die, Rosinante, auf dem oder der
    Sie hocken, hat in seinen Ritterbuechern solche Abstru-
    sitaeten ausgelebt. Der werte Don war ein weiser Narr
    und glich in manchem bei dem englischen Zeitgenossen.
    Waere nicht Dulcinea von Toboso (Beginn des 2.Teils)
    angemessener?

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