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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
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Die bedingungslose Idiotie des Grundeinkommens für Reiche

31.03.2010, 21:55 Uhr  ·  Man sagt besseren Kreisen gern nach, dass sie besser wurden, weil sie in schlechteren Tagen nahmen, was sie kriegen konnten, und tatsächlich gibt es keinen Reichtum ohne kontrastierende Armut, keine Oberschicht ohne Unterschicht. Nicht alles jedoch wird genommen - lumpige staatliche Almosen etwa sind es nicht wert, sich davon die Moral oder gar die Kinder verderben zu lassen.

Von

sowie für deren Kinder, Ehefrauen, gschlamperte Verhältnisse und deren Ergebnisse, wie auch für überdurchschnittlich Gutgestellte und anderen, die sich damit bereichern und dennoch verlieren würden.

Ich definiere “Arbeit” schon immer als “Tätigkeit, die ich eigentlich nicht tun möchte”. Arbeit ist etwas, was mir nicht behagt. Nur kurze Zeit in meinem Leben war ich in Situationen, wo ich eine “Arbeit” übernommen habe und es hat jeweils nicht lange – meist wenige Wochen – gedauert und ich war auf und davon. Weil ich es einfach nicht kann.
Tim Pritlove

Ich habe mir heute indirekt mein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) des Staates abgeholt. Man mag das BGE zwar allgemein noch für eine Illusion halten, oder eine politische Utopie, die ab und an aus diversen politischen Lagern gefordert wird, aber für mich ist es längst Realität. Meine Lebensumstände sind bedingt durch meine Klasse, und durch deren Normen bekomme ich vom Staat Leistungen fast geschenkt, die nicht nur enorm teuer, sondern anderen nicht zugänglich sind.

Denn ich war in einem vorsaisonal reichlich leeren Museum. Für 5 Euro hat der Staat 8 Wächterinnen bezahlt, anteilig die Reinigungskräfte und den Unterhalt eines Renaissancepalastes, eine enorme Kunstsammlung betreuen lassen und die Räume geheizt. Überschlagsweise kostete mein sehr spezifisches und meist nur Menschen wie mir zugängliches Vergnügen den Staat eine vierstellige Summe. Weil der Staat und ich und meine Klasse der Meinung sind, dass es eine positive Sache ist, wenn ich mir das anschaue. Was ich damit mache, ist meine Sache. Ich muss niemanden da draussen über die Schönheit der Kunst belehren, ich kann mich bei den Portraits der Adligen über deren Luxus erfreuen, selbst wenn dafür ganze Dörfer verhungerten, und ich kann im Schlossgarten stehen und laut lachen über die Idioten, die mir das mit ihren Steuern finanzieren. Vorgestern war ich in einem anderen Museum, am Wochenende besuche ich zwei klassische Konzerte, ich zahle angesichts der Kosten lächerliche Beträge und kann mit Verachtung auf das dumme Pack hinunterschauen, das zum vollen Preis Popkultur für seinen iPad kauft. Der ist natürlich kein Grundeinkommen.

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Diese bedingungslose Hingabe des Staates, der Allgemeinheit an mich jedoch wird nur selten so missbraucht, wie oben geschildert. Man geht in die Oper wegen der Oper, und nicht wegen des Gefühls, dass die Häuser zu 80, 90% subventioniert werden. Man besucht nicht das Museem mit dem amüsierten Gefühl, dass andere für hässliche Filme auch noch hässliche Werbung anschauen müssen. Selbst beim Betrachten der Gartenbauer, die vor meiner Wohnung am Tegernsee entlang der Anliegerstrasse mehr  Blumen pflanzen, als man im öffentlichen Raum Neuköllns findet, stellt sich kein Gefühl der Überlegenheit ein. Es ist ein nettes Grundeinkommen, das einem da gegeben wird und die Annehmlichkeiten des weltlichen Daseins vergrössert, es trägt ganz erheblich dazu bei, dass das Leben reich an schönen und angenehmen Momenten ist, und die paar lumpigen Euro, die man zur Sicherung des Lebensunterhaltes bräuchte, hat man in dieser Klasse doch so oder so.

Dass man überhaupt erst so weit gekommen ist, dass man Abitur hat, und lange an den Universitäten sein konnte, ist auch so ein Grundeinkommen der besseren Kreise, das bedingungslos gewährt wird. Niemand zwingt einen zu einem öden Studium, man kann herumprobieren und sich an sinnlosen Orchideenfächern erfreuen, wenn jene, die nur auf der Hauptschule waren, schon seit Jahren auf dem Bau Steuern bezahlen. Und wenn man danach allein von den Eltern lebt – niemand zwingt einen, die Investitionen des Staates zu begleichen. Der Staat stellt einfach keine Bedingungen, wenn man reich ist. Das ist sehr nett vom Staat, wie so vieles andere, das ich im Gegensatz zu vielen anderen nutzen kann, wenn ich nur etwas Geld übrig habe.

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Insofern käme ich mir nachgerade unwürdig und erbärmlich vor, wenn ich all diese Geschenke annehmen würde, und dann auch noch auf ein bedingungsloses Grundeinkommen forderte, zur Sicherung der Grundbedürfnisse meiner Existenz. Zumal, wenn alle gleich behandelt werden und die verfügbare Summe vergleichsweise bescheiden ist – des einen Lebensunterhalt ist nun mal des anderen Monatsbudget für bildende Kunst und kann es auch sein, wenn man nicht zur Miete wohnen muss. Um es brutal und jenseits der Frage, wie das zu finanzieren sei, zu formulieren: Gibt man einem Armen, also gut einem Drittel der Deutschen, 1000 Euro im Monat, hat er am Ende des Monats wieder nichts mehr, und bleibt damit arm. Gibt man das einem Reichen, hat der am Ende des Monats 1000 Euro mehr. Irgendeiner, der nicht reich ist, wäre bei diesem Spiel der Blöde, aber das ist nicht das Problem.

Das Problem ist vielmehr die Haltung, die man damit aufgibt. Die kleine Oberschicht dieses Landes definiert zwar massgeblich, was für die Mehrheit wünschenswert ist, sie befindet sich aber trotzdem in einer Art autonomen Fundamentalopposition, aus der heraus vom Staat nichts genommen wird, was wie eine milde Gabe an einen Untertanen aussieht. Anträge auf Schwerbehinderung werden oft nur ungern ausgefüllt, man ist stolz, seine Aufgaben allein und ohne Hilfe zu regeln, nirgendwo wird unerbittlicher der Schnee von den Gehwegen entfernt als im Westviertel, und bevor man ein Kind der Arbeitslosigkeit anheimfallen lässt, zahlt man eben, was immer es kostet (und nutzt den Umstand zur steuermindernden Verteilung von Dividendenbringern). Ganz auf der anderen Seite der sozialen Skala befinden sich jene, zu denen die Fürsorge, das Sozialamt und der Schuldenberater kommt. Das Wissen, den Staat nur für öffentliche Aufgaben zu brauchen, ist eine absolute Grundlage des Selbstbildnisses einer Oberschicht, die autark und damit auch unabhängig von diesem Staat ist.

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In jenem Moment, da man aber ein Grundsicherungsalmosen annähme, egal wie bedingungslos es ist, würde man sich unterordnen. Sich die öffentliche Unehre antun, so etwas nötig zu haben.  Und niemand könnte garantieren, dass sich eine geschlossene Front der Ablehnung bilden würde. Denn die jüngere Generation der Westviertel, jener Nachwuchs, der heute mit 40 nie in der Lage wäre, Villen zu bauen wie die Eltern im gleichen Alter, jene Kohorte hat oft eine zynische Haltung zum Arbeitsethos der Eltern entwickelt. Gerade bei kreativen Berufen und unsicheren Beschäftigungsverhältnissen, gerade auch im Internet, hat sich die widerspruchslose Auffassung breit gemacht, dass klassische Arbeit ohnehin ein Auslaufsmodell sei. Es gibt ein in Medien gern kolportierten Gegenentwurf, in dessen Mitte ein Projektemacher steht, ein hochgradig flexibler und autonomer Selbstvermarkter, der keinen Arbeitsschluss kennt und immer mobil ist, und jene auslacht, die sich der trügerischen Sicherheit des normalen Arbeitsplatzes hingeben, der über kurz oder lang ein Auslaufsmodell ist, die Verlierer, die Opfer. Idealerweise macht dieser neue Prometheus der Arbeitswelt sein Hobby zum Beruf und seinen Beruf zu seinem Leben, arbeitet das, was ihm Spass macht. Er kommt in den klassischen Strukturen der Arbeitnehmerschaft mit ihrem sozialen Zusammenhalt, der Firma und Gewerkschaften nicht mehr vorkommt; statt dessen hat er sein Netzwerk und sein Notebook.

Die negativen Effekte werden dagegen ausgeblendet; nur hin und wieder twittert ein Vertreter dieser prekären Unterschicht, dass er nun seine Pfandflaschen zu Geld machen muss, um über den Monatsersten zu kommen, oder muss sich eingestehen, dass diese Autonomie ein dauernder und selbstausbeutender Kampf um Kunden und gegen billigere Konkurrenten ist. Es sind Lebensentwürfe, die gerade in Regionen mit niedrigen Lebenshaltungskosten eine Weile funktionieren, aber mittelfristig weder Aufstiegschancen zeitigen, noch Garanten für eine dauerhafte finanzielle Sicherheit sind. Und gerade aus diesen Kreisen vernimmt man besonders laut den Ruf nach einem BGE, denn damit könnte man eine solide Basis haben, und die restlichen Einnahmen wären das Zubrot. Es ist ein umfassender Paradigmenwechsel der Arbeits- und Entlohnungsmoral, der hier zwischen dem alten Ideal der Elite und dem neuen Vorbild der Glücksritter statt findet: Weg von der selbst durch Arbeit generierten Sicherheit der Oberschicht, die sich gern die Opern bezuschussen lässt, hin zu jenen, die staatliche Sicherheit wollen, und sich einen Zuschuss durch eine bezahlte Neigung dazu verdienen.

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Zwischen diesen beiden gesellschaftlichen Extrempositionen, der Berliner Schamlosigkeit und dem Hochmut des Westviertels, steht der Nachwuchs der besseren Kreise. Sie haben nicht mehr die Chancen und Möglichkeiten der Nachkriegsgeneration und der 68er, die nicht unbedingt schöne Option auf den Stress auf den globalen Arbeitsmärkten mit seinem Leistungsfetischismus, und mit der Einführung eines Grundeinkommens eine Existenz als Melkkuh für jene Zyniker, die in Arbeit einen “Missbrauch von Lebenszeit” sehen. Gleichzeitig gibt es dann jedoch auch die scheinbare Alternative, wenn man ein paar spassige Projekte, die übliche Unterstützung durch die Eltern, ein BGE und im Notfall die Pfandflaschen unter dem Bett zusammenrechnet. Zum Besten aller Angehörigen der Oberschicht kann man nur hoffen, dass es dafür nie genug lukrative Projekte gibt, und vielleicht sollte man dafür sorgen, dass auch das Flaschenpfand wieder abgeschafft wird. Die schiefe Ebene zu den Fürsorgeempfängern nämlich verliert an Abschüssigkeit, wenn an ihren Rändern nicht mehr zynisch argumentiert und über die Verlierer gelacht, sondern hungrig um Hilfe gebeten wird.

 
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Lesermeinungen zu diesem Artikel (241)
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0 Blackjack 01.04.2010, 06:53 Uhr

Werter Don am ersten April so...

Werter Don am ersten April so zynisch wie eh und je. Nein ich verbessere mich heute noch zynischer als sonst. Das Museen ein BGE für die gebildete Oberschicht ist, die dieses Angebot nutzt, so habe ich das noch nie gesehen. Hat aber eine innere Logik. Liegt aber eben daran, dass die Leute, die lieber RTL II schauen und vielleicht auch die Zeit hätten, aber nicht das nötige Interesse dafür. Also insofern möchte ich Ihren Artikel gerne als Argument gegen das BGE nehmen, denn er zeigt, dass der Staat, das ja schon lange macht, auch in anderen Dingen: Straßenbau, Hartz IV, öffentlicher Nahverkehr, öffentliche Sicherheit, ...... Geht es den Menschen dadurch besser? Ja es geht Ihnen besser als vergleichbaren sozialen Kreisen vor 150 Jahren, von daher ist eine staatliche Grundabsicherung von Bedürfnissen also erstmal nichts verkehrtes. Nun ist aber interessant, das so Leute wie Herr Werner so mit Vehemenz auf ein BGE drängen. Interessanterweise enthält sein Model die Forderung, dass das BGE auf den Lohn angerechnet wird, d.h. dass der Arbeitgeber eben diesen Betrag weniger zahlen muss. So verdient der, der eh schon viel hat noch viel mehr. In Norddeutschland würde man dazu sagen, das der Deibel immer auf den größten Schiethoopen schieten tut. Die Befürworter rechnen ja nie nach, woher das Geld dann kommen soll. Erhöhung der MwStr auf 25%? Nun es kommt wie es kommt und von daher viel Spaß beim Ostereier suchen am T-See.

0 donalphonso 01.04.2010, 07:01 Uhr

Blackjack, was ich bisher...

Blackjack, was ich bisher gelesen habe, ist oft eine steuerliche Bereicherung meiner Kreise - etwa die Abschaffung der Erbschaftssteuer. Letztendlich mus mal jemand erklären, wer draufzahlt, und wer kassiert. Die Armen in Berlin werden sicher weiter ihre hohe Umsatzsteuer zahlen, ich fahre dagegen über die Grenze nach Österreich. . Strassenbau ist übrigens auch so ein Thema... was hat denn jemand davon, der sich kein Auto leisten kann? Von mir aus kann man das BGE gerne probieren, aber wie blöd muss man als armer Mensch sein, dem Staat nur noch jene Steuer zu geben, die gerade die Armen am schärfsten erwischt, und die Reichen am wenigsten belastet?

Nun ja, für einen Abgesang...

Nun ja, für einen Abgesang auf unser Steuersystem hätte ich deutlich weniger Zeilen gebraucht, doch das würde sich auch nicht so vergnüglich lesen lassen wie Ihr Beitrag. Danke!

0 donalphonso 01.04.2010, 07:10 Uhr

Oh, gerne, aber eigentlich ist...

Oh, gerne, aber eigentlich ist es eher ein Abgesang auf Chancen und Möglichkeiten und den Zugang zu gleichen Staatsmitteln. Wo eine Steuer ist, wird sie umgangen. Und bei 30% Umsatzsteuer hätten wir schnell wieder Schmuggler als Zukunftsjob.

0 Blackjack 01.04.2010, 07:17 Uhr

Werter Don, genau das ist die...

Werter Don, genau das ist die Crux in der Geschichte. Es klingt gut, dass jeder Mensch 1000 oder was auch immer für eine Summe erst einmal ohne Gegenleistung bekommen soll. Doch woher es kommt und wer es am Ende dann zahlt, das ist und bleibt nebulös. Ich kann mich an Geschichten meiner Oma erinnern, als jeder Mensch in der Weimarer Republik Billionär war, genutzt hat es niemandem. Am Ende ging der Staat und und die Menschen unter. Also mal wieder viel heiße Luft um nix? Und wer beantwortet die Frage nach der Inflation, die zwangsläufig einsetzt, wenn alle auf einmal mehr Geld haben? Wir sollten lieber dafür sorgen, dass genug Arbeitsplätze geschaffen werden können und jeder sich durch seine Arbeit ernähren kann, denn Arbeit schafft in meinen Augen auch ein Selbstwertgefühl. Keine Arbeit und keine Möglichkeit einen Job zu finden vernichtet das Selbstwertgefühl und führt zu Aggressionen (verkürzt gesprochen)

0 Tausendsassa 01.04.2010, 07:23 Uhr

Ich habe den Artikel mit...

Ich habe den Artikel mit Interesse gelesen habe die Botschaft erfasst aber die Intention die Sie damit verfolgen wird mir nicht ganz klar... Eingehend auf den Anfang ihres Artikels muss ich sagen, dass mir nicht bewusst ist warum solche "Subventionen der Reichen" wie der verguenstigte Museumsbesuch in einer negativen Wortwahl zu erwaehnen waere? Denn genau das sind doch die Wurzeln der Deutschen und gibt einem Jeden den Anreiz Gleiches zu leisten. Den Rest empfinde ich als einen sehr gelungenen Denkanstoss! Da ich zu diesem Art Nachwuchs gehoere, ist es immer interessant zu hoeren was ueber uns so gemutmasst wird.

Nach Jahrzehnten der...

Nach Jahrzehnten der Tarifsenkungen im Einkommen- und Körperschaftssteuerbereich werden wir nun wieder flächendeckend die Anhebung der Steuersätze erleben. Würden wir infolgedessen irgendwann skandinavische Verhältnisse haben, fände ich das gar nicht so schlimm. Lediglich die zugleich dringend notwendige Vereinfachung des Steuersystems, die sehe ich erst mal nicht und die Umverteilung nach oben wird somit weitergehen. Steuerspar- und -stundungsmodelle werden jede Woche neu erfunden; da reicht es einfach nicht, mal zwischendurch ein paar Filmfonds dichtzumachen. Besser dafür sorgen, dass die üblichen Verdächtigen aus den Top-Kanzleien für ihre Mandanten keine Gesetze mehr schreiben dürfen.

0 Rosinante 01.04.2010, 07:34 Uhr

Lieber Don Alphonso, ich...

Lieber Don Alphonso, ich glaube, nachdem Sie diesen Beitrag geschaltet hatten, war Ihnen sehr wohl zumute. Und dieses Gefühl hätten Sie sich auch verdient. Und Blackjack hat den Text in einen grösseren soziologischen Radius der öffentlichen Subventionen gestellt, was ich ganz prima finde. Frohe Ostern

> Und bei 30% Umsatzsteuer...

> Und bei 30% Umsatzsteuer hätten wir schnell wieder Schmuggler als Zukunftsjob. "Stimmt" ! Die ganzen LKW's mit geschmuggeltem Mineralöl aus Luxemburg sind tatsächlich ein Problem was dann mit Konsumsteuer sich auf alle Waren vergrössern würde. ...und die ganzen Flüchtlingsströme die dann nach Deutschland kommen um BGE zu schmarotzen. ...und überhaupt wer arbeitet dann noch ? Thema BGE = und -hurra- die Denkverweigerer sind da !

0 Reiterjunge 01.04.2010, 08:01 Uhr

Habe ich da irgendwas verpaßt...

Habe ich da irgendwas verpaßt ? Abseits von Twitter ist BGE doch gar kein großes Thema. Kann ja auch nicht sein, es gibt doch gar nichts zu verteilen. Wenn überhaupt kann es doch nur darum gehen dem aktuellen Konstrukt namens Hartz I-IV einen anderen Namen zu verpassen. Wenn es helfen würde die Bürokratie zu verringern, Kindern Bildung zu ermöglichen und eine gehaltvolle und gesunde Schulspeisung zu ermöglichen wäre ich eventuell sogar dafür. Natürlich nur für Arme, nicht für jeden. . Die vehementesten Verteidiger des klassischen öffentlichen bildungsbürgerlichen Kulturbetriebes vermute ich nicht bei Ihnen und Ihrer Klasse, Don Alphonso, sondern bei den Kulturarbeitern eben jener Einrichtungen, die sehr gut mit der Politik vernetzt sind. Die wissen sonst nämlich wirklich nicht mehr wohin und sind entsprechend engagiert, da es um die Erhaltung ihres Betätigungsfeldes geht. . Eher wird aktuell im ländlichen Raum der Kindergarten, die Feuerwehr oder der Friedhof eingespart bevor es in der Landeshauptstadt dem Staatstheater an den Kragen geht.

0 Der Tiger 01.04.2010, 08:08 Uhr

Lieber Don! Meinen herzlichen...

Lieber Don! Meinen herzlichen Glückwunsch zu Ihrem wieder einmal sehr amüsanten Artikel. Dabei fiel mir ein, dass Ihr Blog gewissermaßen ein indirektes BGE der FAZ ist. Er ist viel interessanter als all diese Bestseller, vor allem weil man nie weiß, wer was wann schreiben wird.

0 donalphonso 01.04.2010, 08:11 Uhr

reiterjunge, abwarten, Mitte...

reiterjunge, abwarten, Mitte April gibt es in Berlin so einen Kongress, da wird das Thema von den entsprechenden Leute ganz gross rausgebracht, und die haben auch einen guten Freund hier in der Blogecke, der schon feste für das Thema trommelt. Kein Wunder, nachdem vieles andere nicht gut gelaufen ist. Und sitzt man nicht bei der Politik in Komissionen? Eben. . Mir sind Kuratoren immer noch lieber als Netzaktivisten, möchte ich zudem sagen. . FMode, nun, die Theorie besagt, dass die Leute dann gern arbeiten, weil sie nicht mehr gemobbt werden, und ansonsten, wenn sie nichts tun, eben was für die Gesellschaft tun. Twitterlesungen, Barcamps, so Zeug.

Blackjack; keine Ahnung, wie...

Blackjack; keine Ahnung, wie das funtionieren soll. ein BGE von 1000 Euro p.m. entspräche selbst wenn wir nur die 18-65-jährigen betrachten ca 52 Mrd p.M während die Erhöhung der MwSt. (2008: 176 Mrd. p.a.) gerade einmal 55 Mrd. p.a. ergäbe) Zusätzlich könnten die Ausgaben zur sozialen Mindestsicherung gestrichen werden (2008: 40,5 Mrd.) Also ständen zusätzlichen Ausgaben von 583,5 Mrd (624 - 40,5), zusätzlichen Einnahmen von 55 Mrd. gegenüber. Klingt realistisch

0 donalphonso 01.04.2010, 08:19 Uhr

Der Tiger, danke, aber ein BGE...

Der Tiger, danke, aber ein BGE ist das nicht, sondern eine - von mir allerdings mit Freude betriebene - Massnahme zur Leserbindung. Symbiose, sozusagen. Jeder hat was davon. . Don Carlos, ich bin ganz klar gegen das BGE, weil es einerseits die Steuerprogression wegnimmt, andererseits aber nur eine Illusion schafft, bis die Preise aus dem Ruder laufen und am Ende die Reichen klar bevorzugt. Und das auf Kosten weiter, arbeitender Teile der Bevölkerung. Lesen Sie einfach den Text von Pritlove, der macht wie viele andere ja gar keinen Hehl aus seinen Absichten. Und irgendwer muss das zahlen. Meines Erachtens sollte man eine Vermögenssteuer einführen, Zockereien begrenzen und Mindestlöhne festsetzen. Damit könnte man einiges erreichen in Sachen Verteilungsgerechtigkeit und Binnenmarkt.

0 donalphonso 01.04.2010, 08:39 Uhr

ego, ich kenne auch eine...

ego, ich kenne auch eine Schätzung von einer Billion, die man da bräuchte - Staatsschulden? . FMode, Niederlassungsfreizügigkeit in der EU ist das Stichwort.

0 donalphonso 01.04.2010, 08:42 Uhr

Liebe Rosinante, danke, aber...

Liebe Rosinante, danke, aber um ehrlich zu sein, bin ich nur sehr müde. . muscat, tatsächlich sehe ich uns an einem Punkt, wo man dorthin gehen muss, wo das Geld ist - und das ist nun mal oben und dort wiederum in enormen Mengen. Schweizer CDs zeigen ja, dass da was zu holen ist.

0 reichundgesund 01.04.2010, 08:54 Uhr

Ja, mit der "Arbeit" habe auch...

Ja, mit der "Arbeit" habe auch ich so meine Probleme. Jetzt nicht damit, mich sinnvoll zu beschäftigen, sondern eher mit dem Begriff an sich. Schon sehr früh habe ich einen schönen Spruch verinnerlicht: "Wer Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verrückt!". . Mit zunehmender Reife habe ich dann Folgendes für mich herausgefunden: Arbeiten, um damit Geld zu verdienen, ist der sicherste und geradlinigste Weg zur gesicherten Armut. Nein, wir sollten "arbeiten", um darin Erfüllung zu finden. "Arbeit", verstanden als sinnvolle Beschäftigung, sollte also der inneren Befriedigung dienen, und ob wir damit unseren Lebensunterhalt bestreiten können, ist zunächst einmal sekundär. Um Geld zu verdienen, sollten wir der menschlichen Gemeinschaft in irgendeiner Form einen Dienst erweisen, sei es mit Produkten oder Dienstleistungen. Und je mehr Menschen wir damit erreichen, umso mehr Geld werden wir verdienen. . Nun gibt es auch noch diese rare Spezies Menschen, denen ihr Beruf Berufung ist - die also genau das tun, was sie tun wollen, und darin ihre Erfüllung finden. Dadurch sind sie automatisch besonders gut, und daher bekommen sie für das, was sie tun, auch besonders viel Geld.

0 fridericus 01.04.2010, 08:59 Uhr

Bislang wurde hier primär der...

Bislang wurde hier primär der monetäre Aspekt des BGE abgehandelt. Es gibt darüber hinaus aber ein Problem, das in der Frage gipfelt: Wozu soll ich mich in Schule/Lehre/Universität engagieren, wenn ich sowieso und garantiert für immer und ewig alimentiert werde? . In einer Umfrage unter Berliner (!) Jugendlichen, die ihre Lehre abgebrochen haben, wurde als Hauptargument der Anspruch auf Zahlungen nach Hartz IV genannt. Natürlich steht nicht zu befürchten, dass bei Einführung des BGE alle Sechtsklässler bei der Schulleitung ihr Kündigungsschreiben einreichen und sich fortan dem exzessiven Gebrauch ihrer Spielekonsolen hingeben. . Aber der Mensch ist m.E. im allgemeinen derart konstruiert, dass er zunächst versucht, den einfachen Weg zu gehen. Und wenn er bei diesem -prinzipiell ja legitimen- Versuch keine nennenswerten Hürden zu überschreiten hat, warum soll er sich dann den Zumutungen einer anstrengenden Ausbildung aussetzen? . Die Programmierung der verfügbaren 500 Satellitenprogramme auf der Fernbedienung, die Suche nach www.xyz.com im Internet und das Einklinken in "Soziale Netzwerke" lassen sich doch problemlos ausserhalb staatlicher bzw. betrieblicher Lehranstalten erlernen. Und damit kann man den Tag doch ganz bequem ausfüllen. . Dieser Versuchung würden bei Einführung des BGE bestimmt nicht alle, aber immer mehr erliegen. Fürchte ich, und das nicht nur am 1.4.

0 Debütant 01.04.2010, 09:02 Uhr

1.) Sie widersprechen sich...

1.) Sie widersprechen sich irgendwie. Einerseits stellen sie heraus, welche hämische Freude sie empfinden ob der Tatsache, dass der Staat ihnen Transferleistungen in Form von Museen und Opern zukommen lässt (definieren ja die Finanzierung selbiger als "BGE" für ihre Klasse). Andererseits sprechen Sie vom Hochmut ihrer Klasse, der diese dazu veranlasst, Almosen abzulehnen. Was denn jetzt? Almosen ja, aber nur dann, wenn es nicht zu offensichtlich ist, bzw. wenigstens gut aussieht, wie etwa der Schlossgarten? 2.) Ich weiß, dass Ihnen viel daran liegt, das Bild ihrer Klasse (und damit ihr Selbstbild, denn Sie sehen sich ja als typischen Vertreter dieser Schicht) zu prägen. Insbesondere scheinen Sie da Wert zu legen auf die Überlegenheit ihrer Schicht. Ich glaube aber, Sie in dieser Hinsicht enttäuschen zu müssen: Gymnasien, Universitäten, Museen und Opern sind - anders als sie eingangs behaupten - allen zugänglich. Ob sie von dem Angebot gebrauch machen, ist eine völlig andere Frage.

0 donalphonso 01.04.2010, 09:09 Uhr

Debütant, nein, ich empfinde...

Debütant, nein, ich empfinde keine Häme, lesen Sie doch, was dort steht. Ich sage, es wäre möglich, aber Häme kenne ich nur von Leuten, die ein BGE wollen und auf Arbeiter verächtlich herabschauen. . Don Carlos, nun, es ist eben so produktiv wie Information nun einmal ist. Man kann damit nicht fliegen oder ein Butterbrot einpacken, aber es ist da und es wird genutzt, und ist damit auch gerechtfertigt.

@Don Carlos, ich bin von einer...

@Don Carlos, ich bin von einer Erhöhung auf 25 % ausgegangen.

Werter Don, Ihr bester...

Werter Don, Ihr bester Beitrag seit langem, herrlich gewitzte Argumentation. Trotzdem denke ich, man kann ein paar Punkte durchaus anders sehen. Zum einen kann man natürlich sagen, dass bei aller Steuerungerechtigkeit und bei allen FDP-Lobbyaktionen am Ende doch die Eliten einen großteil der Steueren zahlen. Auf der anderen Seite sind die Sozialetats deutlich größer als die kulturetats. Mit anderen Worten, die Eliten entscheiden bloß, dass ein Teil ihrer Steuern auch zu ihren Gunsten ausgegeben wird wenn bspw. ein Museum subventioniert wird. Davon abgesehen steht es den unterpriviligierten Schichten ja tatsächlich offen, davon zu profitieren, auch wenn das sicherlich in viel zu geringem Maße geschieht. Aber wollen Sie etwa (stellvertretend für Ihre Schicht) dafür die Verantwortung übernehmen? Es hindert Sie ja auch niemand daran, statt fünf Euro zwanzig zu geben - sie bekämen sogart noch eine Spendenquittung. Insgesamt ist es ohnehin schade, dass die Spendenkultur in Deutschland so schwach ausgeprägt ist. Das liegt aber mit Sicherheit auch am Umverteilungsstaat, der glaubt alles besser regeln zu können und zu müssen. (Womit wir wieder bei der FDP wären. Was machen eigentlich diejenigen Wähler, die sich mit der Staatsallmacht nicht abfinden wollen, andererseits aber auch nicht Westerwelle und seine Flitzpiepen unterstützen möchten?) Noch ein Hinweis zum Schluss: Die Linken sehen doch so gerne Schweden als Musterland. Dort kann man in viele öffentliche Museen ganz umsonst hinein (und zwar jeden Tag). Würden Sie da auch von Eliten-BGE sprechen? Oder nehmen wir den Schweden ab, dass sie tatsächlich das Wohl der ganzen bevölkerung im Sinn haben. Vielleicht haben wir auch nur gegenüber unserem Prekariat aufgegeben. Beste Grüße!

0 donalphonso 01.04.2010, 09:22 Uhr

reichundgesund,...

reichundgesund, erstaunlicherweise kenne ich viele, die gut sind und viekl verdienen und trotzdem die welt jeden Morgen beim Aufstehen hassen, hassen, hassen. Ich kenne Burn Outs und Zusammenbrüche, und all das mit und ohne Geld. Das lehrt uns nichts, und das ist gut so. . fridericus, ich gehe mal davon aus, dass mit jedem schlechten Vorbild zehn andere sich sagen, warum sie sich abplacken sollten, wenn es auch anders geht. zumal sich manche von denen ja auch explizit als etwas Besonderes, Tolles, Besseres hinstellen, wenn sie dann im Internet zu social Zeug machen.

Werter Don, aus dem Urlaub...

Werter Don, aus dem Urlaub zurückgekehrt ein fantastischer Artikel aus Ihrer Feder, so herum habe ich das Thema noch gar nicht betrachtet. Kurz gesagt gilt wie immer der alte Investmentbankersatz: There is no free lunch, irgendeiner bezahlt eben immer... Hach, diesmal habe ich es nicht geschafft was leicht Provokantes einzubauen, was muscat zu einem Kommentar meines Eintrags verleiten könnte, hihi. Gruß aus dem Norden, Moritz

0 donalphonso 01.04.2010, 09:31 Uhr

Lieber Moritz, lieber T.I.M.,...

Lieber Moritz, lieber T.I.M., danke, es freut mich, zu gefallen. ich würde die Sache mit dem Free Lunch hier jedoch so sehen wollen, dass man es definitiv allen verspricht und sich am Ende überrascht geben wird, dass es nur für ein paar wenige Herrschaften reichen wird, und der Rest hat eben Pech gehabt. . Was denm Sozialetat angeht, da gibt es ja durchaus Unterschiede zwischen dem, was unten ankommt (und dann sofort in den Konsum geht), und dem, was abgezweigt wird für dieses und jenes Grüppchen. Und man muss schin mehr als nur einmal in ein Museum gehen und viele Bücher lesen, um zu begreifen, warum es wichtig sein kann, in das Museum zu gehen - und diese Bildung wiederum ist auch antiquarisch immer noch sehr teuer.

0 Don Ferrando 01.04.2010, 09:32 Uhr

DA: "einem Armen, also gut...

DA: "einem Armen, also gut einem Drittel der Deutschen" . Wie kommen Sie nur auf die aberwitzige Zahl von 33% Armen in Deutschland? . Die Definition von Armut interessiert mich.

0 @Reiterjunge 01.04.2010, 09:34 Uhr

Die Forderung muß BGA lauten,...

Die Forderung muß BGA lauten, nicht BGE: . Bedingungslose Grundverpflichtung auf Arbeit. . Zum Beispiel bei der Gemeindegärtnerei, im Straßenbau, Feuerwehr, im Museum oder auch beim Theater. Dinge, die nicht im direkten Interesse der Wirtschaft stehen, zum Wohle der Gemeinschaft. Da gibt es genug Arbeit. So wie in den Niederlanden. Gerne für einen Mindestlohn.

0 donalphonso 01.04.2010, 09:41 Uhr

Don Ferrando, ich gehe grob...

Don Ferrando, ich gehe grob nach dieser Graphik: Ein Drittel hat Nichts bis weniger als Nichts als Vermögen: . http://www.weissgarnix.de/2009/01/22/portraitfoto-der-verteilungsungerechtigkeit/ . Das nenne ich arm. . Tausendsassa, es ist nicht negativ, ich wollte nur ein Beispiel, und das natürlich nicht ganz unkritisch betrachten.

0 donalphonso 01.04.2010, 09:50 Uhr

Don Carlos, ich habe jahrelang...

Don Carlos, ich habe jahrelang Leute zusammengestaucht, die versagten, als die professionell bloggen wollten. Und ich bin nicht so feige, einer Herausforderung auszuweichen, also setzte ich mich hin mit dem Vorsatzm etwas zu erschaffen, das richtig gut läuft. Aber das ist nur mein verborgener, krankhafter Ehrgeiz.

So richtig problematisch finde...

So richtig problematisch finde ich das nicht. In Wirklichkeit findet gerade das ganz große Museensterben statt, wenn auch bislang in der 2. und 3. Reihe, also beste BGE-Stücke wie das Fuhlrott oder das Gräfliche Porzellanmuseum in DA. Diese Kultur, lieber Don, ist bald Geschichte und für das, was zur distinktiven Bespassung bleibt (grüner Hügel &c.), dürfte es bei vielen schlechteren Söhnen kaum reichen.

> Bedingungslose...

> Bedingungslose Grundverpflichtung auf Arbeit. Zum Beispiel bei der Gemeindegärtnerei, im Straßenbau, Feuerwehr, im Museum oder auch beim Theater. "Stimmt!" Sozialismus wurde noch nie probiert das müssen wir mal unbedingt versuchen! Dann hat jeder eine Arbeit und damit ein Einkommen. Nur was machen wir mit der bösen Wirtschaft ? Die will doch tatsächlich weiter ihre Gewinne (=Einnahmen-Kosten) steigern. Und da Arbeit Kosten sind... Ich hab's ! Wir machen volkseigene Betriebe daraus ! Und diese müssen dann Leute einstellen. > FMode, Niederlassungsfreizügigkeit in der EU ist das Stichwort. das ist natürlich das totale BGE-non-go. Ob ich als Europäer in Deutschland z.b. Existenzgründerzuschuss beantragen kann ? >@FMode schwarzmarkt läßt sich bei den heutigen technischen möglichkeiten relativ leicht *lach* keine Sorge ich kann meinen Kopf benutzen wofür er da ist (Konsumsteuer ist unserem Steuersystem natürlich haushoch überlegen)... ich reagier nur gerade ein bischen bissig auf die Argumente gegen BGE - lass mich mal ;)

Den neoliberalen Tagträumern,...

Den neoliberalen Tagträumern, bzw. den konservativen Kassandrarufen, zum Trotz . Ironischerweise kommt diese Forderung gar nicht mal so aus linken Kreisen, sondern aus liberalen. Was nicht weiter wundert, denn die Linke ahnt die Bedeutung dieses Themas mehr, als dass sie es zu begreifen sucht. Und doch als Forderung wird es für keine linke Parole nützlich sein. . Ich hatte da vor einiger Zeit erst eine kleine Diskussion mit einem liberalen Freund, der eben für das bedingungslose Grundeinkommen ist. Der Erfinder aus diesen Kreisen ist ein gewisser Geschäftsführer einer Kosmetikkette – DM genannt. Es liegt auf der Hand, dass die Bourgeoisie, die auf Einnahmen aus dem sog. inneren Markt angewiesen ist, eine solche Forderung begünstigt. Ich betrachte daher dieses Thema auch als Ausdruck des Konkurrenzgeschehens zwischen dem Kapital das hauptsächlich auf dem Weltmarkt sein Geld macht (die Staaten der Welt direkt aussaugt) und dem Kapital, das den inneren Markt nach neuen Profitquellen abgrasen muss. . Und doch hat dieses Thema auch eine sozialistische Komponente, eine ernst zu nehmende, aber eben auf ganz andere Weise, als dies diskutiert wird. Zunächst einmal halte ich diese Forderung innerhalb des Kapitalismus für eine Lückenfüllung, und zwar für die Zeit, in der dem Kapital in seinem Krisen- und sonstigen Katzengejammer nichts besseres einfällt, als in sozialistischen Gefilden zu wildern. Das BGE als ideologische Krücke linksbürgerlichen Keynesianismus, als Konjunkturspritze von Dauer. Auch die Idee, den Kunden das Geld einfach zu schenken, damit dieser damit die nötigen Waren kauft, wächst auf demselben Mist. . All das hat natürlich auch einen ernsten Hintergrund. Dem Kapital dämmert so langsam die Bedeutung der sozialistischen Kritik an seiner politischen Ökonomie, insbesondere in dem Teil, wo es dem Kapital attestiert, dass Profitmaximierung und Markt ein ebensolcher Antagonismus sind wie Kapital und Arbeit selber. . Der Markt ist nur noch Ideologie, bzw. ein künstlich am Leben gehaltenes Vehikel, wie der Begriff des freien Kapitals ja schon selber auch, dennoch scheint er verzichtbar, damit nämlich die eben gar nicht mehr so freien Kapitalströme (in Form von Subventionen und anderen Transferleistungen) weiter in die richtigen Hände fließen. Der Markt ist sozusagen ein komfortabler Schlauch geworden zur Zitze der Mutterkuh, welche „Nationalökonomie“ genannt wird. Nur diese kultivierte National-Ökonomie als häusliche Kuh gibt es längst nicht mehr, wenn es sie je gab, sondern nur noch dieses verwilderte Rind, das sich da in den heimischen Parks der Stadtbewohner gütlich tut. . Die sozialistische Komponente ist da zunächst die, die da feststellt, dass der Kapitalismus gerade sich selber ad absurdum führt. Aber sie ist mehr, als nur Quelle für Polemik! Im Sozialismus, vor allem einem solchen, der schon von möglichst vielen Volkswirtschaften getragen wird, und wo der Kommunismus keine all zu ferne Utopie mehr ist (und das kann trotz all der Unkenrufe sehr schnell gehen!), wird es Übergangslösungen auf dem Weg der Abschaffung von Arbeit, Markt, wie überhaupt des bürgerlichen Rechts, geben müssen. Die Prämisse „jeder nach seiner Leistung, jeder nach seinen Fähigkeiten“, ist nämlich immer noch eine der Klassengesellschaft geschuldete, wo die herrschende Arbeitsteilung jederzeit zu einer neuen Klassengesellschaft führen kann – und muss - wir haben es gerade erlebt. . Arbeit und Arbeitsteilung sind ein historisch bedingtes Phänomen, des Menschen Zukunft jedenfalls nicht, nicht jenseits von Kapital und Klassengesellschaft. Arbeitseinkommen, gleich in welcher Form, sind damit genau so obsolet wie die Lohnarbeit offenbar jetzt schon für große Teile der Gesellschaft. Die Alimentierung eines immer größer werdenden Teils der Gesellschaft weist damit eindeutig in die eigentlich richtige Richtung, die, die von der Ökonomie, der Entwicklung der Produktivkräfte, nämlich vorgezeichnet ist. . Es liegt auf der Hand: Die Lohnarbeit ist die Achillesferse des Kapitals, nur Hänschen im Glück, weiß noch nichts davon. Der Sozialismus beerbt den Kapitalismus genau deswegen. Die Lohnarbeit, die Ausbeutung von Lohnarbeit – Quelle von Mehrwert -, wird immer weniger den Mehrwert generieren können, um das Kapital am Leben zu erhalten. Die Arbeit wird, zusammen mit dem technischen Fortschritt, auf dem Weg ihrer stetigen Verbilligung, am Ende doch obsolet. . Der Kapitalismus wird an diesem Thema scheitern, der Sozialismus wachsen. Letzteres aber auch nur, nur die Arbeit, der Lohnarbeiter diese Perspektive auf revolutionäre Weise aufgreift, und sich eben nicht vor den Karren der Bourgeoisie nach dort hin spannen lässt. Darin liegt die revolutionäre, eben sozialistische, Komponente, in dieser Frage. Nieder mit der Arbeit!, nieder mit der Ausbeutung!, das sollten dann aber schon die Parolen nach dorthin sein, nicht die, welche die kapitalistische Wohlfahrtsindustrie als Lösungen anbietet. Die Forderung nach einem BGE ist somit keine revolutionäre, dennoch zersetzt diese den bürgerlichen Staat, wie auch die bürgerliche Ökonomie, soweit sie das revolutionäre Bewusstsein nicht zersetzt. Dies alles den neoliberalen, bzw. reformistischen Tagträumern, bzw. den konservativen Kassandrarufen, zum Trotz!

0 fridericus 01.04.2010, 10:11 Uhr

@Don Carlos . Ihr Wort in...

@Don Carlos . Ihr Wort in Gottes Ohr - wenn die Welt nur aus Menschen wie Florence Nightingale, Mutter Theresa et al. bestünde, wäre ein Diskussion über das BGE obsolet. Und natürlich wäre es hoch willkommen, wenn sich Menschen, losgelöst von materiellen Sorgen, nur aus Neugier und Interesse mit wissenschaftlichen und kulturellen Fragestellungen beschäftigen würden. Etwa wie die Begüterten im Mittelalter, die ihre Beschäftigung mit der Alchimie aus dem eigenen Geldsäckel finanzierten. . Mir ging es in meiner Bemerkung um diejenigen, die diesen inneren Antrieb zur sinnvollen Betätigung nicht verspüren, von ihrer Umwelt nicht dazu motiviert werden und, viel schlimmer, durch die unterste Schublade der Unterhaltungsindustrie in einem apathischen und indolenten Zustand konserviert werden. . Zugegebenermaßen provokant und bösartig gefragt: Welche herausragenden kulturellen und wissenschaftlichen Leistungen sind in den nunmehr 5 Jahren seit Einführung von Hartz IV (i.S. einer Vorstufe zum BGE) erbracht worden? . Ich halte das BGE für eine Utopie - Utopien sehen auf dem Papier gut aus, Versuche zu ihrer Realisierung scheitern regelmäßig, manchmal auch mit katastrophalen Nebenwirkungen.

Wg. Dons Definition vor...

Wg. Dons Definition vor Arbeit, als dem was man eigentlich NICHT tun möchte. (Wie Bartleby der Kopist immer wieder sagte; "Ich ziehe es vor es nicht zu tun"). . Arbeit an sich ist überhaupt nichts Furchtbares für mich. Auch einfache Arbeit nicht: Bohnenschnippeln nicht, den Hof kehren nicht. Dreck nicht, Wände abschlagen nicht, verputzen nicht. Als Student war ich an Drehbänken und Tiefziehmaschinen, es war laut, es roch nach Öl. Diese Arbeit war mir damals schon lieber als die in Büros, die nach außen hin doch so leicht und "schicker" war. . Arbeit wird erst durch Nichtachtung zur Hölle. Durch verletzende Bemerkungen. Durch soziale Diskriminierung. Durch üblen, anstrengenden Büroklatsch. Durch jeden Tag wieder neu sich in Haifischbecken behaupten müssen (anstatt in Ruhe arbeiten zu dürfen) . Der Mensch strengt an, nicht die Arbeit selbst.

0 specialmarke 01.04.2010, 10:58 Uhr

allein bei der Vorstellung,...

allein bei der Vorstellung, ein Großteil der öffentlichen Verwaltung würde ohne Umstände in das "Bedingungslose Grundeinkommen" entlassen, geht einem das Herz über. Das wäre auch ein wichtiger Beitrag für die Gegenfinanzierung. Aber wer paßt auf die hübschen Bilder in den Museen auf, die er Don so gern besucht? Es wäre vielleicht eine Art von Neuverteilung des kulturellen Erbes. Außerdem soll künftig jeder in der Oper singen dürfen, der Lust hat - wir werden doch wohl keine Platzanweiser und Ordnungskräfte mehr haben, die das verhindern müssten (kein schöner Job). Das BGE ließe sich vielleicht über einen vom Staat angelegten Deutschland-Fond finanzieren, in dem die Industriewerte der Tiger-Staaten für die Rendite sorgen, umsichtig organisiert von unseren bundesdeutschen Bangstern. - Also, das BGE, es ist wunderbar, aber es führt möglicherweise - ganz sicher sogar - zum Systemabsturz. Die Revolution von 1789 war da noch harmlos - und doch hatten die Begüterten in folgenden Jahrzehnten schwer zu kämpfen, um ihre Stadthäuser, ihr Silber und ihre Maitressen zu behalten - Uff!!!

0 specialmarke 01.04.2010, 11:01 Uhr

Nachtrag: zur Finanzierung der...

Nachtrag: zur Finanzierung der Aufpasser in den Museen wird es wohl nötig sein, Erbschafts- und Vermögenssteuer drastisch zu erhöhen.

0 Foersterliesel 01.04.2010, 11:07 Uhr

liebe Vroni, das haben Sie...

liebe Vroni, das haben Sie sehr gut hingebracht! verehrter Don, nun ja, Ihre klassisch sozialdemokratische Position mit den drei Forderungen ehrt Sie, aber hat sich eben Arbeit nicht überhaupt geändert? Gibts davon genug für alle die davon leben müssen? Und in den hergebrachten Formen? Oder eher im Sozialen (nein, nicht twittern!) und Ökologischen? Die Forderung nach dem BGE kommt aus der anthroposophischen Ecke, aus der schon viel Innovatives, auf den ersten Blick vielleicht verrückt Anmutendes, kam, das sich dann aber doch bewährt hat: think Weleda! http://www.initiative-grundeinkommen.ch/content/blog/index.htm

Eulen nach Athen Habe Don...

Eulen nach Athen Habe Don Alphonsos Beschwerde hinüber zur „antiken Kultur" gerettet. Und ich denke nicht, dass das nur Eulen nach Athen sind. http://faz-community.faz.net/blogs/antike/archive/2010/04/01/morgenklage-rom-spart-seine-antike-kaputt.aspx

0 donalphonso 01.04.2010, 12:21 Uhr

Gourmet, das ist sicher ein...

Gourmet, das ist sicher ein Problem, aber mitunter werden eben auch chancenlose Museen gebaut, weil man es sich einfach leisten möchte; das klassische Bürgermeistermausoleum. Wir haben sowas in meiner Heimatstadt.

0 Reiterjunge 01.04.2010, 12:36 Uhr

@Devin08, auch ich glaube die...

@Devin08, auch ich glaube die Forderung nach BGE wird insgeheim aus neoliberalen Kreisen gepusht. Diese können dabei nur gewinnen: . These A: Das ist ein exzelentes Wahlkampfthema für Westerwelle mit dem er sich auch weiterhin bestens profilieren kann. Er kann darauf nicht verzichten und muß die Debatte am laufen halten. Die Protagonisten in Twitter sind bezahlte heimliche Ghostwriter mit gelb-blauem Hintergrund. . These B: Sollte es andererseits doch zum BGE kommen werden diese Kreise den Rahm durch die allgemeine Inflation abschöpfen, in Form von steigenden Mieten, Teuerung von Solarmodulen oder auch höheren Zinsen auf Konsumentenkredite. . Die Sozialdemokratie kann bei diesem Thema nur verlieren; sie sollte dieses Thema auf keinen Fall in den Mittelpunkt rücken und es lieber den Linken und Anthroposophen überlassen sich dabei alle Finger zu verbrennen.

0 Reiterjunge 01.04.2010, 12:52 Uhr

Ich ganz persönlich fände...

Ich ganz persönlich fände das BGE ja prima. Da dann mehr gedrucktes Geld im Umlauf wäre, könnte ich mit Fug und Recht die Mieten meiner Eigentumswohnungen erhöhen. . Mehrwertsteuer von 50% wäre für mich kein Thema. Ähnlich wie Don Alphonso decke ich meinen Luxusbedarf second Hand im Ausland. Ich gehe goldenen Zeiten entgegen.

" die Kapazitäten der...

" die Kapazitäten der Wirtschaft reichen aus, den markt mit allem müll mehrfach zu überschwemmen." ... abgesehen davon, daß ich die "Kapazitäten der Wirtschaft" nicht für eine konstante Größe halte; was ist mit den Transportwegen, die täglich gesichert werden müssen; was, wie vor einiger Zeit, Rußland von der Lufthansa Cargo verlangt ihren Umschlag von A nach B zu verlegen. Da ist die Lufthansa und unsere Regierung aber schnell am Verhandlungstisch, und dies ist nur ein kleines Vorkommnis, das sich in die Medien verirrt hat. Für mich der Anlaß, mir vorzustellen was in den Kaufhäusern und Discountern noch angeboten würde, sollte man sich nicht einigen von der "atmenten Fabrik" ganz zu schweigen.

Betr. Haltung zu BGE: Depends...

Betr. Haltung zu BGE: Depends on jeweiligem Menschenbild: . Man muss dazu sagen, dass Dr. Götz Werner als Anthroposoph ein ganz anderes Menschenbild hat als Don Alphonso. Werners positiveres Menschenbild geht pädagogisch davon aus, dass der Mensch von Natur aus bestrebt sei, in der Gemeinschaft nützlich sein zu wollen. Dass das in ihm unausrottbar drin ist. Dass das "Geben" von bedingungslosem Grundeinkommen (also ohne Kontrolle, Zwang, ohne peinlichem schikanösem Durchprüfen bis auf die Knochen) nicht seine Freude am zusätzlich Nützlichseinwollen zerstöre. Im Gegenteil, dass er in Zukunft ohne existenzielle Ängste besser seine wahren Begabungen in der Gesellschaft nützlich einsetze. . Andere Menschenbilder gehen davon aus, dass der Mensch an sich grundsätzlich eine faule Socke sei, die man permanent zur Arbeit antreiben müsse. Und dass das BGE den Menschen dann endgültig im Sumpf von Games & Dönere versacken lässt. Dass niemand mehr die Arbeit tun wolle, die als langweilig oder als ungeliebte Drecksarbeit dargestellt wird. Von der Finanzierbarkeit der faulen Socken abgesehen . Fazit für mich: Werners Menschenbild hat Werner in seinen Drogeriemärkten ansatzweise erfolgreich umgesetzt. Die Gesellschaft ist aber nicht so weit, daran zu glauben, dass dieses Menschenbild hochskaliert komplett und ohne geistige Führung (die braucht es nämlich) auf die ganze Gesellschaft übertragen funktioniert. . Tango korrupti Der Bourgeois größtenteils davon aus, dass der Mensch in der Masse faul und korrupt sei und nur mit Kontrolle und Sanktion funktioniere. Er nie. Er immer fleißig und eien Zierde seiner Rasse. . Don zähle ich da doch eher zum bürgerlichen konservativen Lager. . Meine Einstellung ist eher unbürgerlich. Was das betrifft, bin ich Systemiker, der bereits persönlich mit unterschiedlichen Führungsfiguren den Unterschied erfahren hat, was es bedeutet, ob jemand an dich als grundsätzlich nützlich glaubt, oder ob er dir von Anfang an dieses grundätzlich abschlägt, indem er dich von Anfang an zum nutzlosen Fresser und in der Folge zum Abschaum zählt, der sowieso nichts tauge. . Die Folge: Je nachdem, wie du eingeschätzt wirst, verhältst du dich auch. So war es zumindest bei mir. . Bei allem gehörigen Respekt vor Dons Menschenbild und diversen anderen Zwischentönen, die ich in der gesellschaftlichen Debatte darüber raushöre. Diese Zwischentöne und Zwischenrufe sind halt alle persönlich geprägt. Das respektiere ich. . Nun, ich habe eben DIESE Prägung durch Erfahrung von beiden Menschenbildern, hier stehe ich und kann nicht anders. Ich war für die Leute schon alles, obwohl ich immer die Gleiche bin: der Haare vom Kopf fressende zu Arbeit unfähige Nichtsnutz und der WeLaZ (wertvollster Leistungsträger aller Zeiten). Je nach externer, fast willkürlicher Definition. Einmal Definition Richtung autoritärer Vater, einmal Definition Richtung fördernder Lehrer/Chef. Hey Leute, gemach, ich war immer diesselbe!

Da gibt's 'ne schöne...

Da gibt's 'ne schöne Geschichte um Dagobert Duck: alle(!) hatten plötzlich viel Geld. Man kann sich denken, wer diese Taler am Ende wieder alle in seinem geliebten Tresor hatte. Achso: "...mit Verachtung auf das dumme Pack hinunterschauen, das zum vollen Preis Popkultur für seinen iPad kauft." = Meine Frau hört zu meinem Leidwesen auch solch' Musik aus solch' flachem Gerät und mit Ohrstöpseln; nur, sie zahlt natürlich keine Pieseratze für's Runterladen, denn sie ist clever, die Gute. Achja, und mein Sohn ebenfalls. Und wohl viele viele andere auch. Also, so "dumm" ist das Pack manchmal gar nicht.

Nicht mein Modell! @Don...

Nicht mein Modell! @Don Carlos: Nicht Herr Werner war mein Gesprächspartner, sondern ein liberaler Anhänger von ihm. Außerdem ist das nicht mein Modell, da müssen Sie was falsch verstanden haben, und definitiv: es bewegt sich auf sehr niedrigem Niveau, hat also auch einen demagogischen Aspekt.

0 windsbraut 01.04.2010, 13:42 Uhr

@muskat „Würden wir...

@muskat „Würden wir infolgedessen irgendwann skandinavische Verhältnisse haben …. Wir haben bereits skandinavische Verhältnisse. Ich kann das sehr gut beurteilen, da mein „Copilot“ seit längerem Dänemark arbeitet. Man muss wissen, dass sich die Steuersysteme in Deutschland und in Dänemark dadurch unterscheiden, dass in Dänemark die sozialen Leistungen (Renten, Krankenversicherung) über die Steuern finanziert werden, während in Deutschland neben den Steuern gesonderte Sozialbeiträge gezahlt werden müssen. Vom Man muss also nicht die Steuern sondern die Abgaben vergleichen, die vom Bruttogehalt abgezogen werden. Da haben wir die Dänen schon lange hinter uns gelassen.

0 fridericus 01.04.2010, 13:43 Uhr

Don Carlos, . ich möchte...

Don Carlos, . ich möchte nicht in Abrede stellen, dass es ehrenwerte Motive für die Einführung des BGE gibt. . Allein, mir graust vor noch mehr Menschen, die mit sich und ihrem Leben nichts Sinnvolles anstellen können. Und hat nicht ein bekannter Philosoph gesagt: Das Privatfernsehen ist die Rückkehr des Menschen in die selbstverschuldete Unmündigkeit? . Außerdem bewegen wir uns leicht off topic; hier soll es um das BGE und die Reichen gehen.

Don, danke für die...

Don, danke für die Bezeichnung "chancenloses Museum". Sie diagnostiziert beinahe unsere Museumswelt. Leider sind die Museen, die mir zusagen die, die Sie mit Recht chancenlos nennen. Die Porzellansammlung des Grafen, die übervollen und museumspädagogikfreien Vitrinen der letzten echten Völkerkundemuseen, die stillen Herbare der alten Botanischen Gärten, die sterbenden Wunderkammern. Alle chancenlos. Weil sie sich der Vermarktung entziehen. Das macht sie aus (und verdient meine Bewunderung), macht sie auch aus der Sicht jedes Museumspädagogen oder Kulturmanagers überflüssig. Statt aller Klage: eine Welt, in der es chancenlose Museen (Museen, nicht Bürgermeisterkapriolen) gibt, ist eine arme Welt. Wer das spürt, baut wohl wie Sie ein Privatmuseum auf. Auch das ist "Ersatz", Zichorienkaffee der Kultur.

Interessant in diesem...

Interessant in diesem Zusammenhang ist ja das Elterngeld, das zwar wie ein staatlicher Almosen aussieht, es aber vor allem Familien, in denen einer vorher einigermaßen verdient hat, ermöglicht, im ersten Jahr sogar zu zweit zu hause zu bleiben, während man gleichzeitig mit der Einführung des Elterngeldes den echt Armen das Erziehungsgeld gekürzt hat.

Ich moechte hier weitgehend...

Ich moechte hier weitgehend den Gedanken von Don Carlos folgen. Es wird nach Einfuehrung des GBE kaum mehr Schmarotzer geben als heute. Der dem Menschen eigene Konkurrenzgedanke verweigert sich der Tatenlosigkeit. Warum studiere ich freiwillig, warum lese ich freiwillig, warum unterziehe ich mich freiwillig und mit Freude so vieler muehseliger Dinge? Weil ich, brutal ausgedrueckt, nicht so doof sein will wie der Rest der Welt. Weil ich etwas tun will! Besonders weil ich mich vor mir selbst auszeichnen moechte. Wenn ich das erst mal kann, darf mir der Rest der Welt den Buckel runterrutschen. Nach meinem Studium waere mir ein GBE sehr hilfreich zu Pass gekommen. Um wievieles einfacher waere die Entwicklung und Realisierung einer erfolgreichen, Idee gewesen. Schon das Wissen um eine gesicherte Lebensgrundlage haette das Leben von mir und meinen Partner sehr entspannt.

@Klaus, es sind genau jene...

@Klaus, es sind genau jene Typen, denen jede Arbeit, auch die eines Musikers nichts wert ist, die fuer Umme alles haben wollen... ...und mehr kaputt machen, als sie ahnen!

0 donalphonso 01.04.2010, 14:49 Uhr

Vroni, ich schätze durchaus,...

Vroni, ich schätze durchaus, was Werner tut, und unterstütze das durch Konsum - aber ich habe enorme Zweifel an der Skalierbarkeit. Berufskrankheit der Historiker.

Don: Mit der Skalierbarkeit...

Don: Mit der Skalierbarkeit habe ich ebenfalls ein Problem. Meine Berufskrankheit ist die des Corporate Designers. . Der ebenfalls nicht dran glauben mag, dass die Leute es brav umsetzen. Sie tun es nie, egal wie hintertüchensicher es gemacht ist (Erfahrung). . Da ist mir mein Schwester (Buchhalterin, Kauffrau) eine Hilfe. Ihr weiser Spruch: A bissla Schwund is immer.

" hier soll es um das BGE und...

" hier soll es um das BGE und die Reichen gehen." . Also was bringt oder es bringt nichts den Reichen? Mir drängt sich der Vergleich mit dem Kindergeld auf; auch eine steuerliche Maßnahme, auf die wohl kaum ein Rei- cher bzw. sein Steuerberater verzichtet. Wie sähe es mit dem BGE aus, steuer- technisch betrachtet?

windsbraut, ups, dann scheinen...

windsbraut, ups, dann scheinen die OECD-Statistiken nicht zu stimmen. Die weisen nämlich per 2007 für die Dänen eine um sage und schreibe 12,7%-Punkte höhere Abgabenquote (also Steuern+Sozialabgaben) aus.

0 donalphonso 01.04.2010, 15:37 Uhr

Vroni, das hier ist so ein...

Vroni, das hier ist so ein Typ, der ein BGE will und gerade skalierbar abkotzt: . mspro: die größte hürde für ein grundeinkommen sind kleingeistige sozialneider. auch reiche. http://twitter.com/mspro/statuses/11428612097 . mspro: im grunde geht es darum, die gesellschaftliche prosperität auf ein gemeinsames grundniveau zu heben - weil wie es uns leisten können. http://twitter.com/mspro/statuses/11429481353 . Und genauz dieser Typ aus Berlin ist es, der dann in seinem Blog schreibt, Arbeit sei Missbrauch von Lebenszeit. Und gerade weil solche Leute einerseits gar keine Lust auf Arbeit haben, die ihnen keinen Spass macht, und über die Sklavenmoral herziehen, im nächsten Schritt aber behaupten, dass wir uns es leisten könnten, solche Typen wie ihn durchzufüttern, obwohl er die anderen verachtet - genau deshalb glaube ich keine Sekunde an die Skalierbarkeit: Die Arbeit ist nur was für die braven Deppen, aber die gesellschaftliche prosperität, die hätten sie trotzdem gern. Und da sehe ich beim besten Willen nicht, wo eigentlich der moralische Unterschied zwischen einem Subventionsabzocker und dem Berliner Prekariat ist.

0 donna laura 01.04.2010, 15:37 Uhr

@ minna: verzichten wird wohl...

@ minna: verzichten wird wohl niemand, schliesslich hat man es auch selbst bezahlt. . lieber Don Alphonso, sie haben ihre zeilen gerade noch rechtzeitig veröffentlicht, bevor diese als aprilscherz missverstanden werden konnten. . lieber, geschätzter don, sie stimmen mir sicher zu, dass man sie nicht immer loben muss? diese negsubtilen seitenhiebe auf ihnen persönlich bekannte berliner zweinuller sind längst angekommen, und gerne dürfen sie als kluger gastgeber ihre abneigung auch ausleben. gerne lese ich ihre texte trotzdem. sicher gefällt es ihnen aber, wenn sie meine zustimmung zu machochistisch-sozialdemokratisierten forderungen, wie sie in ihren kommentaren auftauchen, nicht erhalten. damit kann ich leben. . vergleichen sie doch mal das nettoeinkommen eines menschen mit dividendenzahlungen. bei einer durchschnittlich vergüteten arbeit (nach hochschulabschluss) benötigten sie ca. 1 mio €, nur sehr grob und angreifbar (nach unten) geschätzt. damit ist man gar nicht mehr so arm, so man erwerbsarbeitet. . einige kommentare einiger kommentaroren aber lassen sich nur als scherz einstufen, v.a. wenn sie in richtung totalüberwachung des citoyen durch den staat gehen. das können die kommentaren nur wollen, wenn sie selbst glauben, davon etwas zu haben - wenn es nicht 1 posten an einem der neuen schweinetröge nach der gealpträumten revolution ist, dann eben satisfaction resp. häme über die nivellierung, dass gefühlt eben alle die gearxxxten seien, wobei am ehesten noch die weniger vermögenden in die röhre schauten, mutmasse ich mal. kluge sozialisten veralbern weniger kluge (noch-nicht-aber-bald-) sozialisten, indem sie aggressionen bei ihrem stimmvieh schüren, und nach gehofft-erfolgreicher revolution als neue klasse selbst on top stehen. soweit sind wir schon (mal gewesen). ach, alpträumt weiter. so schaffen wir auch keinen gesellschaftlichen zusammenhalt. und 1000 € versickern im nullkommanichts im gulli vor dm. . @ T.I.M./ 01. April 2010, 11:20: zustimmung. wo bleibt die freiheit des bürgers? . liebe Vroni / 01. April 2010, 12:24: sie haben sehr recht! / 01. April 2010, 15:29: aber dass sie sich von den anderen so haben herumschubsen lassen ... wie sagte sartre: die hölle, das sind die anderen (huis clos). . ansonsten habe ich viel gelacht hier. galgenhumor. wunderbar, womit wir uns beschäftigen. lieber Reiterjunge, in ihre richtung habe ich auch schon gedacht.

"In jenem Moment, da man aber...

"In jenem Moment, da man aber ein Grundsicherungsalmosen annähme, egal wie bedingungslos es ist, würde man sich unterordnen. Sich die öffentliche Unehre antun, so etwas nötig zu haben". Kein Privileg von 'man'.

0 donalphonso 01.04.2010, 15:45 Uhr

donna laura, es ist nicht...

donna laura, es ist nicht meine Schuld, wenn sich die 2.0eria anheischig macht, ihre Doppelrolle mit Sozialschwätzertum und gleichzeitigen Partikularinteressen im Netz so passend zu dokumentieren - ich erfinde die Realität nicht, ich verlinke sie nur.

> Also was bringt oder es...

> Also was bringt oder es bringt nichts den Reichen? Sicherheit (x000 Euro die jeden Monat auf dem Konto landen) wie allen anderen - mehr nicht. Den ein "Reicher" zahlt ja viel mehr Steuern. (um es vorweg zu nehmen: dieser "unnötige" "Geldverschiebebahnhof" - unglaublich aber wahr es handelt sich dabei jediglich um ein paar Bits die auf einer Datenleitung hin und her wandern - spart uns eine Megabehörde wie die ARGE mit ihren 70000 Mitarbeitern) Auch den Luxus dann im Ausland kaufen nutzt ebenfalls nix. Sondern Aussenhandelsbilanzen sollten immer gleich sein (siehe News der letzten Tage) - das Ausland kauft dann einfach wieder Produkte bei uns. (um jetzt wieder vorweg zu nehmen: mit der Konsumsteuer würden unsere Produkte im Ausland billiger werden - beliebtes hirnrissiges Argument gegen BGE und Konsumsteuer: weil das "Volk" von der rollenden Exportlokomotive nichts hätte - nur die böse böse Wirtschaft)

>"In jenem Moment, da man aber...

>"In jenem Moment, da man aber ein Grundsicherungsalmosen annähme, egal wie bedingungslos es ist, würde man sich unterordnen. Sich die öffentliche Unehre antun, so etwas nötig zu haben". In jenem Moment in dem ich mit dem Auto zur Arbeit fahre gebe ich mir die öffentliche Unehre so etwas nötig zu haben. (Ich könnte die 49km ja auch joggen) > Oswald Metzger: " Ich lehne das Grundeinkommen ab da der Mensch schon immer arbeiten musste" Ich lehne Automobile ab - da der Mensch schon immer zu Fuß gehen musste. Habe ich genug Blödsinn geantwortet ?

0 HansMeier555 01.04.2010, 16:02 Uhr

"Schon sehr früh habe ich...

"Schon sehr früh habe ich einen schönen Spruch verinnerlicht: "Wer Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verrückt!". Lieber Reichundgesund, ich weiss auch, woher der Spruch stammt. Der hing bei Donald Duck ueber dem Sofa. Der war auch so ein schlechterer Neffe aus besserer Milliardaersdynastie und haette gegen Existenzgeld absolut nichts einzuwenden gehabt.

0 donna laura 01.04.2010, 16:06 Uhr

ach, don, unterstellen sie mir...

ach, don, unterstellen sie mir naivität, aber die zweinuller sind mir egal, so wie marketingfachleute auch. ich hoffe auf deren gesellschaftlich-politische wirkungslosigkeit. . @ Don Alphonso / 01. April 2010, 10:19: "Meines Erachtens sollte man eine Vermögenssteuer einführen, Zockereien begrenzen und Mindestlöhne festsetzen. Damit könnte man einiges erreichen in Sachen Verteilungsgerechtigkeit und Binnenmarkt." - mit respekt vor ihrer werten meinung bin ich gegen das erste drittel ihrer forderungen, für den rest schon. oder trauen sie den regierungen wirklich zu, effektiv verteilungsgerecht vorzugehen? ihren guten glauben möchte ich nicht haben. . anderes thema, selbes elend, aber kein märchen: hat sich schon mal jemand gedanken darüber gemacht, dass eine nochvolkspartei die sozialabgaben lieber steurefinanziert sehen möchte, weil die ersteren einklagbare ansprüche nach sich ziehen und aus steuer per se kein anspruch folgen kann? weil dann alles, was der 'staat' gibt, letzlich almosen sind, die je nach kassenlage ausfallen dürften. der bürger am suchterzeugenden tropf des staates: tolle vorstellung. es ist nicht merkwürdig, dass das nicht kommuniziert wird.

Ach FMode, damit wird ja nur...

Ach FMode, damit wird ja nur gesagt, dass die Etablierten etabliert bleiben moechten, und es unter keinen Umstaenden sehen wollen, wenn einerihre Ebene erreicht. Da der Hochgekommene sich als recht Lebentuechtig erwiesen hat, besteht die Gefahr, das er den einen oder anderen Etablierten von der Wolke schubst.

0 Foersterliesel 01.04.2010, 16:20 Uhr

verehrter Don, von allen...

verehrter Don, von allen Innovationen profitieren auch Unsympathische und solche, die´s moralisch ganz und gar nicht verdienen - das ist halt so. Die Sonne bescheint Gerechte und Ungerechte. liebe Donna Laura, öffnen Sie Ihr Herz ein wenig der Welt außerhalb Ihrer Burg und des Parkes rundum, hm? Ohne Sozialdemokratie (keine rote Katze, neinneinnein, keine Angst) gäbs wenig Regelungen und sozialen Frieden und was ist denn am Herrn Götz so Gully-garstig? Reiterjunge z.B. bedenkt, bei aller sachlichen Erwägung der Eigeninteressen, die Kinder die nix Ordentliches zu essen kriegen.

0 HansMeier555 01.04.2010, 16:25 Uhr

Und eines habe ich nicht...

Und eines habe ich nicht verstanden: Sind diese Berliner Existenzialisten jetzt eigentlich selbstausbeutende Streikbrecher oder faule Tagediebe? Oder etwas beides auf einmal?

donna laura, es mag sich um...

donna laura, es mag sich um einklagbare Ansprüche handeln, jedoch sind die im Zweifel flugs weginflationiert oder noch besser: wegbesteuert. Die Unterscheidung nutzt also an der Stelle leider nichts (mehr).

0 Der Tiger 01.04.2010, 16:45 Uhr

Manchem Gutbezahlten ist sogar...

Manchem Gutbezahlten ist sogar noch die subventionierte Opernkarte zu teuer. Mit dem Leiter des Internal Audit Service in der europäischen Raumfahrtbehörde hatte ich mal eine Diskussion darüber. Er hat mir stolz erzählt, dass er immer die billigste Karte in der Pariser Oper kauft und sich dann kurz vor Vorhangaufgang schnell auf einen richtig guten Platz setzt. Er hat nicht verstanden, dass ich seinen Trick (wie auch viele andere seiner Tricks) nicht mitmachen wollte.

0 Rosinante 01.04.2010, 17:05 Uhr

Don Alphonso 17:45, sie nennen...

Don Alphonso 17:45, sie nennen ein schönes Beispiel von aktuellem, dialektischem Materialismus.

Reiterjunge, Sie haben Recht....

Reiterjunge, Sie haben Recht. Nutznießer wären auf jeden Fall die Wohnungsver- vermieter; sollten damit Einwanderungswellen provoziert werden, kann man auch noch die marodeste Unterkunft loswerden.

0 Cornelius 01.04.2010, 17:40 Uhr

@ Don Carlos, 01. April 2010,...

@ Don Carlos, 01. April 2010, 10:08 „parteispenden würde ich allerdings auf mitglieder beschränken, um lobbyarbeit einzudämmen.“ . Korrekt! Längst überfällig, dass sich Parteien nur mit staatlichen Geldern und Mitgliedsbeiträgen (in vertretbarer Höhe) finanzieren lassen dürfen. Damit wären wir ein ganzes Stück weiter … . „es wird einfach so kommen, daß nicht alle zum erhalt unseres wohlstandes gebraucht werden.“ . Ja, vielleicht in 30 Jahren. Im Moment sehe ich allerdings eine stark sanierungsbedürftige Infrastruktur, kaputte Brücken, desolate Schulen, aufforstungswürdige Wälder und Millionen Unternehmer/innen, die keine 36-Stunden-Woche haben. Erwerbslose sollten in die Wirtschaft integriert werden, um sich dort auch weiterbilden zu können und in der Gesellschaft integriert zu sein. Das ist der Schlüssel für mehr Wachstum und Fortschritt!

0 donna laura 01.04.2010, 17:42 Uhr

@ muscat: ganz soweit ist es...

@ muscat: ganz soweit ist es ja noch nicht, aber ich finde allein diese überlegungen, die ich oben schilderte, bedenklich stimmend - der geisteshaltung wegen. als ob man den bürgern fortwährend verschxxxxrn könnte. nun ja, man kann es. . @ Foersterliesel: leider habe ich keinen park, auch wenn das grundstück nicht als klein zu bezeichnen ist, seufz ... keine sorge, als das rote nichtschaf der familie sehe ich durchaus, wozu sie glauben, mich auffodern zu müssen - was sie wissen, wenn sie meine ausführungen genau lesen. ausserdem bedeutet ablehnung der vermögenssteur nicht, unsozial zu sein. . aber gegen verlogene, egoistische sozialisten habe ich etwas - leute, kämpft mit offenem visier! - , und ich sage ihnen, ich kenne leider einige brüder aus der politik etwas näher: wer ist davon nicht korrumpierbar? bauchpinseleien sind sehr beliebt, aber auch nächtliche, vermeintlich unbemerkte ausflüge mit von anderen bezahlten mädchen aus der unterschicht. denken sie mal an vkolswagen etc. hauptsache macht. sehr ernüchternd. . heute habe ich mal meinen zahnarzt in ihr horn stossen hören, lieber HansMeier555: er glaubt an einen zukünftigen deutschen kaiser. . mentalchaos.

0 donalphonso 01.04.2010, 17:54 Uhr

Rosinante, gut, dass Karl Marx...

Rosinante, gut, dass Karl Marx s.A. das nicht mehr erleben muss.

0 auch-einer 01.04.2010, 18:11 Uhr

Hans Magnus Enzensberger hat...

Hans Magnus Enzensberger hat einmal, ich glaube Anfang der achtziger, einen Text zum gesellschaftlichen Reichtum geschrieben. . Seine These, kompress, dass (zu dieser Zeit) der gesellschaftlche Reichtum ein immenser sei, oder anders, die Staatskohle (wie man derlei Fördermittel im grün-alternativen Milieu nannte) damals so locker sass, dass man schon Listen entwickeln musste, um dem zu entgehen. Zu der Zeit war Kultur nicht nur angesagt, sondern ein Wachstumsmarkt, kein Dorf ohne Kunstgalerie, keine Stadt ohne Festspiele, ohne Literaturpreis. Eines seiner Beispiele aus dem prallen Leben: Ein aficionado, der in seiner Arbeitszeit an seinem Arbeitsplatz auf dem Grossrechner seines Arbeitgebers, der Bundeswehr nämlich, eine umfangreiche und erstklassige Datenbank aller deutscher Stummfilme erstellt hat, ohne dass das irgend jemand dort auch nur aufgefallen wäre. Seine Folgerung daraus: Das geht so nicht auf Dauer, nutzt es aus, so lange das geht. . Diesem guten Rat kann ich nur weitergeben, am besten noch mit dem Hinweis von Pispers: Sie ärgern sich, dass Sie Steuern bezahlen müsssen? Jede Theateraufführung kostet pro Platz zweihundert Euro Zuschuss, machen Sie das öfter und Sie haben am Ende mehr erhalten, als Sie je bezahlt haben. . Nachdem ich sehe, in welcher Verfassung die Strassen in den kleinen dummen Städten inmitten des sächsichen Dreiecks sind, auch die Brücken taugen nicht mehr viel, glaube ich nicht, dass da in Zukunft noch Platz für abgeschiedenes, weltvergessenes Musealisieren ist. Die Stätten der ehemaligen Hochkultur werden in Zukunft am erwirtschafteten Deckungsbeitrag gemessen und das heisst, Eventkultur ohne Ende, vom Weihnachtsmann über den Osterhasen bis zum Ritterspiel im Sommer darf ken Anlass versäumt werden, zur weiteren Bespassung des Publikums beizutragen. Dafür zahlt es schliesslich seinen Eintritt, oder? Höhepunkt dieses Zirkus ist, wenn die Grosskopfeten selber in historische Gewänder schlüpfen, um so die angenehme öffentliche Förderung mit der noch angenehmeren Möglichkeit zur Selbstdarstellung zu verknüpfen, beispeislweise, indem sie einen Fürstenzug zu verkörpern, hoch zu Roß, versteht sich, man hat da eine ganz andere Perspektive. . Wer da noch kontemplativen Kunstgenuss sucht, sicher findet sich dann eine Kunstpädagogin, die ihre Kunstklasse im Ausstellungraum wortreich und gut vernehmbar belehren zu müssen meint, so dass man sich an solchen Orten nicht einmal mehr Ruhe kaufen kann. . Was das mit dem bedingungslosen Grundeinkommen zu tun hat? So ziemlich alles. . Es war in der Zeit Ende siebziger, Anfang achtziger Jahre, als man das Studium grosszügeig förderte, Studenten machten sich in der Statistik besser als jugendliche Arbeitslose. Zu der Zeit wurde auch eine erhebliche Sockelarbeitslosigkeit in Kauf genommen, weil das die Sockellöhne der Arbeitenden hoch hielt. Damals gab es auch noch Zuwächse, die verteilt werden konnten, was zuerst die Löhne, dann die Steuerennahmen steigen liess, eine gewisse Inflation besorgte den Rest. Ja, und dann die schon erwähnte Staatsknete ohne Ende, dass sogar noch eine recht erfolglose Konzertagentin beschloss, Politikerin zu werden: Hallo, Frau Roth, alles easy? . Nur sind die Zeiten nicht mehr so. Seit etwa zwanzig Jahren ist da kein reales Wachstum mehr, das verteilt werden könnte und der Aufbau Ost war eine praktische Widerlegung der Lehren Keynes. Was man, einige Niveaustufen unterhalb, in den Programmen der privaten Fersehsender inzwischen ausgiebig betrachten kann: Es wird ein nicht kleienr Teil der Bevölkerung als faul, unfähig, unersättlich, letzlich als parasitär dargestellt. Bloss gut, dass die Macher dieser Sendungen einen gewissen Veit Harlan nicht kennen, wir bekämen sonst sicher noch seinerzeit als brauchbar befundenen Schnitte und Überblendungen zu sehen. . Es geht darum, Stimmung gegen die Bezieher von Leistungen nach SGB zwo zu machen, eien Anliegen, dem sich auch das Analphabetenblatt verschrieben hat. Warum wohl? Weil diese Leistungen nächstens angehoben werden sollen? Sicher nicht. Aber man kann ja so schon mal testen, wie sich massive Kürzungen beim Wahlvolk machen werden, beispielsweise. . Was übrigens die Berliner Digitalboheme angeht, die Münchner Boheme war vor hundert Jahren bei Münchner Hausbesitzern (das war damals das Zeichen, es geschafft zu haben, von der Rente seines Vermögens leben zu können) eher ungut angesehen, ja, geradezu abgelehnt, übrigens mit ähnlichen Begründungen wie ihre NAchfolger heute. . Inzwischen sagen sogar Leute, die sich für Sozialdemokraten halten, öffentlich, dass, wer nicht arbeite, auch nichts essen solle. Ohne, dass da seitens der Sossialdemokraten eine Reaktion erfolgte. Geistiger Selbstmord eienr ganzen Partei? Oder nahm Münte den gefühlten ideellen Gesamtsozi vorweg, gerne im öffentlichen Dienst oder auch als Lehrer anzutreffen? Wäre dies Ausdruck eines wesentlichen Paradigmenwechsels der Nach-68-er denen vor lauter blöder Sattheit auch nichts anderes mehr einfällt, als das, was ihre Eltern damals zu ihnen sagten? Es deutet einiges darauf hin. . Die CDU braucht das gar nicht erst auszusprechen, die ehemalige Familienministerin und Tochter aus gutem Hause forderte ja schon ein Recht auf eien Kindergartenplatz für jedes Kind, auf dass die Eltern von der Aufzucht ihres Nachwuchses unbehelligt ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen können. Noch vor zwanzig Jahren gab es das schon, in der DDR, und wurde von den Politikern der CDU und der CSU in der Bundesrepublik scharf abgelehnt. . In der DDR gab es noch mehr, was jetzt peu a peu wieder eingeführt wird: Das Studium verschult, für die Intelligenz etwas Hochkultur, für den Rest Darbietungen auf dem Gebiet des Hochleistungssports. Familiendarlehen, die dann abgekindert werden (das hatten die Nazis als erste, gute Ideen setzen sich eben durch). Der wesentliche Nachteil damals war, die alten Bonzen geben es gerne zu, die Sicherheit des Arbeitsplatzes, die dann insgesamt zu Disziplinlosigkeit führte. Aber daran wird schon gearbeitet, in Zukunft beliben de Pfandflasdchen und Maultaschen unangetastet, das walte Hugo. . Und was die Schulen angeht, ich nehme an, die Kultusminister kommen recht bakd auch auf die Idee und verkaufen das als Erfüllung eines Elternwunsches, dass Leistung nicht erredet sondern erprüft wird. Das spart dann spätestens in der Oberstufe richtig Geld.

0 auch einer 01.04.2010, 18:13 Uhr

hans meier, . war das nicht...

hans meier, . war das nicht das motto eines gewissen lupo?

0 Don Carlos 01.04.2010, 18:23 Uhr

@Reiterjunge 'Ich ganz...

@Reiterjunge 'Ich ganz persönlich fände das BGE ja prima. Da dann mehr gedrucktes Geld im Umlauf wäre, könnte ich mit Fug und Recht die Mieten meiner Eigentumswohnungen erhöhen. . Mehrwertsteuer von 50% wäre für mich kein Thema. Ähnlich wie Don Alphonso decke ich meinen Luxusbedarf second Hand im Ausland. Ich gehe goldenen Zeiten entgegen.' - es ist immer wieder faszinierend, welch schlichte geister sich hierzulande zu den vermögenden zählen...

0 Trittbrettfahrer 01.04.2010, 18:36 Uhr

Alles über diesen 1. April...

Alles über diesen 1. April aufmerksam gelesen. Uff! So sieht also Chaos aus. Somit kein Grund sich zu fürchten. Klaus: Ich dachte stets es heißt Puseratze, jedenfalls ließ man das Audry Hephburn sagen.

0 Cornelius 01.04.2010, 19:20 Uhr

@ donna laura, 01. April 2010,...

@ donna laura, 01. April 2010, 19:42 . „heute habe ich mal meinen zahnarzt in ihr horn stossen hören, lieber HansMeier555: er glaubt an einen zukünftigen deutschen kaiser.“ . So abwegig ist das nicht, weil unsere Demokratie (eher Lobbykratie oder Scheindemokratie) an einem Scheideweg steht. Gelingt es uns nicht, die Fehlkonstruktionen unserer Demokratie mit einem Numerus Clausus für Politiker und Parteien sowie mit einem neuen Parteienfinanzierungsgesetz nachzubessern, ist es durchaus denkbar, dass sich eine deutliche Mehrheit für eine konstitutionelle Monarchie ausspricht, in der ein Kanzler oder Bundespräsident die Möglichkeit hat, parlamentarische Entscheidungen zu überstimmen.

0 Foersterliesel 01.04.2010, 19:37 Uhr

liebe Donna Laura, ja, ich...

liebe Donna Laura, ja, ich stimme Ihnen zu, schon kurze Karrierestrecken in der Politik verändern fast alle, und zwar in allen, wirklich allen, Parteien. Politische Funktionäre sind kein erhebender Umgang. Und bei Vertretern von Parteien mit sozialem Auftrag enttäuscht das am meisten. -- Die von Don genannten drei Forderungen werden ja von den SPen nicht unisono vertreten und werden so auch nicht durchgesetzt (werden können). Auch aus diesem Grund meine Sympathie fürs BGE: da stehen die Jungen die es betrifft dahinter. -- Ich sehe täglich Kinderarmut, materiell, aber auch was das Betreuungsangebot anbelangt: Parkbetreuung, Förderunterricht, Zuwendung durch eine Person, über die sie sich mit unserer Kultur über deren technisch-materiellen Aspekte hinaus anfreunden könnten...

0 HansMeier555 01.04.2010, 19:41 Uhr

In einen großen Geldhaufen...

In einen großen Geldhaufen gehört auch eine große Seele. . Aber die hat keiner. Wenn irgendwas den Deutschen unglücklich macht, dann das dumpfe Gefühl, es könnte anderen zu gut gehen. Neulich war genau hier in einem FAZ-Blog ein Artikel einer Frau, die zu erzählen wusste, daß ihr Mann immer unzufrieden damit war, daß sie, wie ihm schien, soviel Freizeit hatte. Bis er selber einmal zuhause auf 2 Kinder aufpassen sollte. Wenn sich schon Ehepartner, die sich definitionsgemäß lieben sollten, gegenseitig kein geruhsames Nickerchen am Nachmittag gönnen, wie soll das dann erst zwischen Bayern und Preußen funktionieren? . Wenn irgendetwas der modernen europäischen Gesellschaft in den letzten 300 Jahren Stabilität verliehen hat, dann die Gewißheit, dass die Masse was lernen und was schaffen muß, um nicht zu verelenden. Die großen Disziplinierungsmaschinen von Elternhaus, Schule, Armee, Kaserne, Fabrik, Sportverein, Gewerkschaft und Westviertelkaffeetafel griffen wie Zahräder ineinander, und wenn es jemandem gelang, dem zu entkommen, dann nannte man ihn Dandy, Hippie, Filou oder Strick. . Was den Don heute an den Berliner Existenzialisten am allermeisten ärgert ist ja, daß die sich tatsächlich auch ohne Arbeit oder Existenzgeld über Wasser halten, notfalls mit Flaschensammeln, und sich dabei die Laune nicht verderben lassen. . Dieses unerzogen, undiszipliniert, unkontrolliert wuchernde Sozium, das macht Angst. Deren Arbeitskraft scheint hingegen niemand wirklich zu brauchen. Deutsche Firmen produzieren hochrentabel und versorgen den halben Globus gleich mit, aber Vollbeschäftigung gibt es trotzdem nicht. . Das Dilemma der heutigen Gesellschaft ist, daß der Unterhalt einer menschlichen Existenz heute so billig geworden ist, daß das ethische Prinzip, jeder müsse im Schweisse seines Angesichts das karge Brot verdienen, einfach nicht mehr überzeugend wirkt. Das ist wie wenn die Westvierleltern ihren Kindern kein Auto schenken "weil wir uns das nicht leisten können". Ähem. . Andererseits können wir auf diese Vorstellung einer moralischen Arbeitspflicht auch nicht verzichten. Nach 300 Jahren Säkularisierung und Produktionssteigerung können wir uns längst nicht mehr vorstellen, worin außer in Arbeit ein Lebenssinn bestehen könnte. Unsere gesamte Sozialethik beruht darauf wie die Statik auf der Annahme, daß die Schwerkraft auch morgen noch da sein wird. . Darum möchte ich mal ganz locker den Vorschlag machen, das Grundeinkommen zwar schon an Bedingungen zu knüpfen, wobei die Bedingung nicht unbedingt eine produktive "Arbeit" sein muß. Ich meine: Der Ball ist jetzt im Feld des Westviertels. Nicht die Hartzis müssen sich eine Arbeit suchen, sondern die Elite hat ihn sich zu rekrutieren, zu engagieren, zu integrieren, zu erziehen und ihm einen Sinn zu stiften. Holen Sie die Punks von der Straße und bilden sie aus denen ein hochmotiviertes Team von Lakaien, die ihre Livree mit Stolz tragen und wissen, wie man Silber und Schuhe putzt. Aber es geht auch ohne dem: Schon allein der Menschenhaufen, der sich durch die Innenstadt wälzt, mehrt die Ehre und den Ruhm des von ihm umgebenen Leistungsträgers. Warum stehen unsere Kirchen und Klöster leer? Könnte man die Gewährung des GE nicht auch einfach an die Bedingung knüpfen, Armut und Keuschheit zu geloben, ür gnädige Leistungsträger 25.000 Ave Maria zu beten und zwischendurch ein bissel im Weinberg zu helfen? Das sind jetzt natürlich nur ein paar Ideen, die jedem vernünftigen Menschen, der sich von 300 Jahren Industrialisierung nicht hat komplett verblöden lassen, so als erste einfallen. . Im Kern kommt es nur darauf an, die Begriffe "Sinnvolle Tätigkeit" und "BSP" gedanklich zu entkoppeln, so schwer das uns seelischen Krüppeln auch fällt.

Alle Achtung, hätte ich Ihnen...

Alle Achtung, hätte ich Ihnen bei aller Wertschätzung nicht zugetraut. Hier übrigens eine noch eindrücklichere Darstellung der Vermögensverteilung: www.duckhome.de/tb/archives/7827-Kleine-Darstellungskunde-der-Vermoegensverteilung.html

Don Carlos, ich bezog mich...

Don Carlos, ich bezog mich auf Konsumgüter. Ich glaube kaum, daß es im westlichen Teil D eine nennenswerte Produktion gibt, die den östlichen Teil problemlos mitversorgen kann, um die Regale und Kataloge der Händler zu füllen. Ich selbst kaufe keine Turbinen oder Triebwerke, auch mein Konsum pharm/chem. Produkte hält sich in Grenzen.

0 Don Juan von den grünen Hosen 01.04.2010, 20:04 Uhr

Wunderbar: Diese Diskussion -...

Wunderbar: Diese Diskussion - aber "sarensemal"( K.Adenauer) - wer hat so viel Zeit dafür? Ich nicht! Denn ich war heute in drei Museen und einem Konzert ("Bilder einer Ausstellung", "Paganini")

Meier, Hans, 555: Eins 'ruff...

Meier, Hans, 555: Eins 'ruff mit Pauke. Fuer's meiste jedenfalls.

0 HansMeier555 01.04.2010, 20:23 Uhr

Und überhaupt wird...

Und überhaupt wird hierzulande viel zu wenig konsumiert. Das sagen doch alle. Frau Oskar Lafonaine und angelsächsische Neoliberale behaupten nun schon seit vielen, vielen Jahren, daß sich alle wirtschaftlichen Probleme von selber lösen, solange die Menschen nur kräftig Geld ausgeben und nur genügend patriotischen Mut aufbringne, das ggf. auf Pump zu machen. . Stimmt das denn gar nicht? (Frag ich mal als ökonomisch Ahnungsloser).

HansMeier555 21:41 ...dürfte...

HansMeier555 21:41 ...dürfte ich Sie -untertänigst- darauf hinweisen, es heißt jetzt BIP nicht mehr BSP; eine kleine, leider nicht folgenlose Veränderung.

man die Dame zusammenhängend...

man die Dame zusammenhängend sehen?

@ donna laura Vielen Dank für...

@ donna laura Vielen Dank für die mitfühlenden Worte. Aber, oh nein, ich habe mich nicht herumschubsen lassen. Habe mir das ("unnützer Fresser") nur zu oft anhören müssen. Es ist böse. Hört man es als junger Mensch öfter, fängt man allmählich an, es zu glauben und benimmt sich auch so: unnütz. Wer weiß, was Figuren wie mspro so alles als junger Mensch zu hören bekamen. Ohne dass es eine Entschuldigung sein soll für deren Charakter und deren Schräges vom Stamme Nimm. . Ich weiß nur, dass kleine Kinder um die 4-5 gerne Nützliches tun. Ohne Ausnahme: Es gibt definitiv keine faulen Kinder in diesem zarten Alter. Sie helfen gerne, sie backen eifrig mit Plätzchen, sie wollen später dem Vater, der es schon etwas im Kreuz hat, dann genauso den Zement mischen. Erst wenn Erwachsene sehr früh und dauernd daher kommen und sagen: Lass das, das kannst du nicht! oder schlimmer: Du bist für alles zu blöd! dann entwickeln sich beim jungen Menschen gewisse verständliche Reaktanzen, oft auch juvenile Depressionen. Dies bleibt dann meist: Das Abreagieren mit Konsum und das deprimierte Abhängen, das wie übles Nichtstun ausschaut, aber eigentlich nur eine unglüclliche Seele zeigt. . @ Don Ich habe ja ebenfalls meine Zweifel, ob das, was in einem geschlossenen System wie einem Unternehmen funktioniert auch in einem offenen System funktioniert. Im geschlossenen System des Unternehmens kann der Unternehmer beispielsweise die Mitarbeiter, die er für sein geistiges System des Vertrauens und des ausbalancierten Gebens & Nehmens nicht geeignet hält, sanft und geräuschlos aussieben. Und den Rest mental führen, wie auch immer ihm beliebt. . Das kann man in einer offenen demokratischen Gesellschaft nicht so leicht: Leute, die keinen Anstand haben und kein Wir-Gefühl, einfach rausschmeißen und nur die nehmen, die einem genehm sind. Das ist der Denkfehler des Unternehmers Werner. . Und führen, das funktioniert in einem offenen System wie D schon dreimal nicht. Ich erinnere da an jemanden aus Oggersheim, der eine geistige-moralische Wende einläuten wollte. Und ich erlebe derzeit eine Regierungsmannschaft, die den Eindruck erweckt, nur das eben zu tun, was gerade am pragmatischsten ist. Das hat halt mit Führung nichts zu tun. Es wird auch so sein, dass eine Demokratie gar nicht geistig-moralisch geführt werden kann oder soll. . Zum Grundeinkommen selbst: Ich habe das dumpfe Gefühl, es gibt es bereits, vielleicht nicht ganz zur von Manchem gewünschten Höhe. Aber was solls. Das einzige, was neu dazukäme, wäre das "bedingungslos". Und das packt eine (noch) bürgerliche Gesellschaft (noch) nicht, dass man jedem ohne Bedingungen GIBT. Das sieht das bürgerliche Innensystem nicht vor, da wird alles vergolten im Guten wie im Schlechten. Geben ist GIFT, das englische Wort für Geschenk zeigt das. Wer das "Gift" nicht retourniert, der ist im bürgerlichen System "vergiftet". . Aber wer weiß, vielleicht schreiben diese Internet-Wellness-Prediger dann nicht ganz so einen horrenden Blödsinn, vielleicht ver-prostituieren sie sich dann nicht mehr bei Origami (Name verfälscht, ich weiß sehr wohl, wie die heißen..). Oder bei den Maulheldenkongressen mit Bufett. Weil sie finanziell nicht mehr davon abhängig wären, im Internet auf diese Weise als Schreihals ihr Geld zu vedienen. . Vielleicht würden sie dann auch lieber ihrer Frau Mama die Hecken schneiden. Zumindest einige, wer weiß. . Wenn man sein Geld nicht mehr mit Prostitution (welcher Art auch immer) existenziell verdienen muss, dann bleibt Zeit für das Wesentliche. Wer dann immer noch gierig ist, der möge dann verdammt noch mal sein Grundeinkommen nehmen und zusätzlich mit seiner depperten Prostituition weitermachen, soll er scheffeln. Dan weiß ich endlich: er macht das wirklich freiwillig. dann kann ich ihm oder ihr endlich wirklich die Maß über den Kopf schütten. . Es würde die Dinge klarer machen. Verführerischer Gedanke.

Ökonomen reden ja oft an den...

Ökonomen reden ja oft an den kulturellen Grundlagen vorbei. Aber selten hat ein Möchtegern-Kulturanalyst derart naiv und unwissend an einfachen ökonomischen Zusammenhängen vorbeigeschrieben. Bitte vor dem Stift bzw. der Tastatur ein Einführungslehrbuch zur Finanzwissenschaft in die Hände nehmen und dort mal über das Verhältnis von Einkommensteuer zu Grundeinkommensmodellen nachlesen. Das würde dem Autor viel Zeit und dem Leser viel Lektüre-Schwachsinn ersparen.

Wie nur mag es zu der...

Wie nur mag es zu der irrwitzigen Vermögensverteilung kommen, wobei auch noch, wie gut dargelegt, ein kräftiger Anteil als quasi anstrengungelos erworbener Wohlstand gesehen werden kann? Friedhelm Hengsbach sieht das folgendermaßen:"...Darüber hinaus ist eine Korrektur der finanzkapitalistischen Verteilungsregel fällig. Die unternehmerische Wertschöpfung wird von vier Ressourcen kollektiv erwirtschaftet, dem Geld-, Arbeits-, Natur- und Gesellschaftsvermögen, in dem alle Vorleistungen eingeschlossen sind, auf denen ein großer Teil der unternehmerischen Produktivität beruht - (hier wahrscheinlich ist das bedingungslose Grundeinkommen für Reiche anzusiedeln? golo) -. Aber dass der relativ größte Betrag allein der Vermehrung des Geldvermögens dient und den Kapitaleignern zufließt, ist Raub. Die Wertschöpfung gehört allen beteiligten Ressourcen und muss demgemäß fair auf sie verteilt werden. Diese Korrektur kann jedoch nur dadurch erreicht werden, dass die finanzkapitalistische Entscheidungsmacht gebrochen wird und die Belegschaften, Kapitaleigner sowie die öffentliche Hand drittelparitätisch an den unternehmerischen Entscheidungen beteiligt werden." Klingt doch überzeugend - wird aber im Alltagslärm wohl kaum vernommen werden.

0 Entdecker 01.04.2010, 21:22 Uhr

Don, erst etw. spät...

Don, erst etw. spät zugeschaltet...., nun ich habe den Eindruck sie werden gegen Ende ihrer Kommentare gerne etwas sozialistisch... wer oder welche hat denn die XY Tafel gegründet? ich denke es waren vor allem Damen der besseren Gesellschaft..., ich habe den Eindruck dass WIR ALLE das gleiche wollen alle wollen lieben und geliebt werden, also es gibt Menschen die haben den Ehrgeiz etwas zu bewegen und andere die meiden selbiges wie der Teufel das Weihwasser, aber was für arme Geister sind das? Macht es nicht viel mehr Freude sich zu überlegen wie es besser geht? Ist es nicht wunderbar einen Betrieb zu führen der Chancen gibt und das Dorfdubberli beschäftigt? Ich finde ja, auch ohne Auszeichnung von offizieller Seite, da können wir alle wahre Grösse zeigen...

Alle Leistungen, die ich vom...

Alle Leistungen, die ich vom Staat entnehme sind Grundeinkommen: Straßenbahn und Bus fahren, jeden morgen auf der Autobahn pendeln, Kultur konsumieren, ein Buch aus der Bibliothek ausleihen, ins kommunale Spaßbad gehen, gesetzliche Krankenversicherung, Steuerprogression, Genuss innerer Sicherheit durch Polizei und Justiz, Sicherung unserer Freiheit am Hindukusch, kostenloser Schul- und Hochschulbesuch, Elterngeld, die subventionierte Kita, billige EU-subventionierte Lebensmittel. All das ist Umverteilung, nur eben nicht in Form von Geld sondern in Form von Sachsubventionen. Wandelt man alle diese individuellen Vorteile in Geld um und verlangt für diese Güter voll kostendeckende Preise, dann weiß man was ein Grundeinkommen ist: Nichts weiter als eine teilweise Reparatur einer Einkommensverteilung mit Gewinnern und Verlierern, die natürlicherweise durch Marktaktivitäten geschaffen wird. Abstrakt aber Effizient. Ein Grundeinkommen bedeutet nicht mehr oder weniger Umverteilung als Heute, das ist schlicht eine Frage des demokratisch gewollten Umverteilungsniveaus. Verlieren würde mit einem Grundeinkommen lediglich die Gutmenschen-Politik, sie könnte dem Bürger nicht mehr vorschreiben was "gut" (= subventioniert) ist und was "schlecht" (=besteuert) ist. Man muss nur über ganz wenige Klippen springen, dann erfährt man welche Transparenz und Effizienz eine Gesellschaft mit Grundeinkommen erreichen könnte.

0 colorcraze 01.04.2010, 21:52 Uhr

(Wieder zurück aus dem...

(Wieder zurück aus dem Südwesten. Zur Leidensform Buffet mag ich nichts sagen; außer vielleicht: ich trage immer beidhändig, um Weg zu sparen. Frau Dieners Fahrradwahl ist mir eingängig, auch wenn ich Fahrräder in der Innenstadt eher für eine Gehwegpest halte. Das hiesige Thema animiert mich ein wenig zum Säuseln.) Ach, die Lohnarbeit, von der man leben konnte, sie war so schön emanzipativ. Man konnte selbständig davon leben und in der Freizeit machen, was man wollte, ohne sich von den Eltern noch anhören zu müssen "solange Du die Füße unter unseren Tisch streckst, hast Du zu tun, was wir für richtig halten". Man lernte andere Leute kennen und auch ein paar Fertigkeiten, die größere Welt der Ökonomie streifte einen, auch, was es heißt, Teil einer Organisation zu sein. Man war nicht krass allzuständig wie ein Eigentümer oder Selbständiger, sondern nur teilzuständig für einen überschaubaren Bereich, in dem man mit etwas Glück seine Sache gut und besser machen konnte, oder auch mal schlechter, denn zu Zeiten unbefristeter Verträge mußte man sich nicht stündlich beweisen, das alle paar Jahre mal zu tun reichte völlig. Zu arbeiten war eine allgemein akzeptierte Entschuldigung für weniger Familienaufwand, beispielsweise nicht jedes Weh der Kinder jederzeit zu beachten und zu Essen vorzusetzen, was eben ging und nicht was an spontanen Sonderwünschen aufkam. Heute ist das nicht mehr so, wenn die Kita ausfällt, werden die Kinder mit ins Büro genommen, und keiner zögert, den abwesenden Familienteil während der Arbeit auf Handy anzurufen, er möge doch bitte dies und das mitbringen. Die erhaltene Zahlung für die erbrachte Arbeit und Anwesenheit wurde durchaus als eine Art Wertschätzung empfunden, wenn das Ergebnis daraus verramscht wurde, fühlte man sich beelendet. - Ein allgemeines Grundeinkommen wäre u.a. eine Stillegungsprämie, ähnlich wie die Frühverrentungen und das Aufpumpen der Studentenzahlen seit den 80er Jahren. Es würde den ganzen Niedrigverdienern (dazu gehören ganze Branchen) den zusätzlichen demütigenden Gang zum Amt ersparen, der sie jedesmal daran erinnert, daß mit Arbeit kein selbständiges Leben führbar ist. Dafür dürften sie sich dann wohl von ihren gänzlich arbeitsfernen Bekannten anhören, ihre Anstrengungen seinen albern, denn für ein Taschengeld vernachlässigten sie die Bespassung. Denn mit der Notwendigkeit läßt es sich nicht mehr dagegenhalten. - Weitere Frage: wer soll das finanzieren? "Bürokratieabbau" - die dämlichste aller Illusionen, die Verwaltungen wurden bereits (in Berlin jedenfalls) abgeschmolzen und um da überhaupt mal wieder Effizienz reinzubringen, wären heftige Investitionen in IT und Gehirnschmalz nötig. Über längere Zeit, nicht nur 1 Jahr. "Vermögenssteuer" - das Vermögen ist dann auch bald weg. Also bleibts an denen hängen, die immer zahlen müssen, der arbeitenden Bevölkerung, die dann noch niedrigere Löhne hat. Und wer Leute einstellen will, wird vor eine hohe Hürde gestellt, weil die zumindest ein bißchen eine Veränderung auf dem Konto sehen wollen, er dafür aber weit mehr aufwenden muß. - @DonCarlos: ich glaube, sie überschätzen europäische Nationalgrenzen hinsichtlich Schmuggelgelegenheiten.

0 Justin Thynne 01.04.2010, 21:53 Uhr

Lieber Don Alphonso,...

Lieber Don Alphonso, gedankenschwere zum 1. April - wer hätte das gedacht. Ich nahm an - Sie würden ein Loblied auf Berlin, Plastickgeschirr oder den Aussenminister singen. Stattdessen viele kluge Bermerkungen, wobei Ihre Ansicht: "Gibt man einem Armen, also gut einem Drittel der Deutschen, 1000 Euro im Monat, hat er am Ende des Monats wieder nichts mehr, und bleibt damit arm. Gibt man das einem Reichen, hat der am Ende des Monats 1000 Euro mehr" nur teilweise zu tadeln ist. Denn ein Reicher - der dazu noch Kulturhistoriker ist - wird vermutlich am Ende des Monats statt 1000 EURO mehr, eher das eine oder andere kleine Stück aus Silber, eine kleine Zeichnung oder eine ähnliche Trouvaille bei einem Händler entdeckt und seiner wachsenden Sammlung zugefügt haben.

Erstaunlich, dass das...

Erstaunlich, dass das Grundeinkommensthema mittlerweile solche Reaktionen und Emotionen hervorruft. Es ist auf dem Weg. Noch vor wenigen Jahren wäre dies undenkbar gewesen. Die Demographie und die Globalisierung werden uns über kurz oder lang gar keine andere Möglichkeit lassen, als ein BGE einzuführen. Eine der besten Quellen zum Thema: www.archiv-grundeinkommen.de

0 Justin Thynne 01.04.2010, 21:56 Uhr

Es bleibt aber zu diskutieren,...

Es bleibt aber zu diskutieren, warum denn das Prekariat und die Unterschicht, die ihnen (das wurde von einigen hier richtig dargestellt) ja ebenfalls offenstehenden Bildungs- und Kulturinstitutionen nicht besuchen, daraus Nutzen ziehen und sich zumindet einige von denen zukünftig als Heiratskandidaten für Töchter besserer Familien ("geschäftsführende Schwiegersöhne") empfehlen.

0 colorcraze 01.04.2010, 21:58 Uhr

@golo42 - "und die...

@golo42 - "und die Belegschaften, Kapitaleigner sowie die öffentliche Hand drittelparitätisch an den unternehmerischen Entscheidungen beteiligt werden" - wie soll das gehen, Fuß und Bauch laufen selbst, Kopf völlig unnötig?

@trittbrettfahrer "puseratze",...

@trittbrettfahrer "puseratze", sophia loren in: Die Gräfin von Hongkong (charlie chaplin) ich erfreue mich an der frühlingsfrischen leidenschaft, die die obigen zeilen durchweht...

Werter Ökonom, in den letzten...

Werter Ökonom, in den letzten - sagen wir mal 15 Jahren- wurden den Leuten hierzulande die Modelle der Ökonomen tagtäglich um die Ohren gehauen; wie erklären Sie sich die offenbare Unwissenheit?

@klaus NEB neue entenhausener...

@klaus NEB neue entenhausener bons http://www.ltb-online.de/high124.htm onkel dagobert erklärt, warum es SO nicht geht

0 TheodorWedel 01.04.2010, 22:09 Uhr

@golo42: Ich bin überzeugt...

@golo42: Ich bin überzeugt mit Ihrer Analyse sind Sie der Hit auf jedem JuSo-Treffen. Für einen Einblick in die Realität empfehle ich Ihnen allerdings es mal selbst auszuprobieren, mit dem anstrengungslosen Wohlstand.

0 meine Oma 02.04.2010, 05:11 Uhr

Wie kommt man doch gleich am...

Wie kommt man doch gleich am schnellsten vom Bolongaropalast zum Bahnhof?

ach liebe Vroni soll ich euch...

ach liebe Vroni soll ich euch einmal eine Seelenmassage zukommen lassen, du kannst auch nicht wie im Kommunismus alles in 5 Jahreshaushalten oder auf 10 Jahre planen wenn doch die Seele im 7 Jahrerythmus funktioniert wie schon zu biblischen Zeiten bekannt war nur leider alles in Vergessenheit geraten ist, deshalb ist unser werter Herr Don auch so gebildet vom Lesen.

Sehr hübsch. Weiter so....

Sehr hübsch. Weiter so.

0 Rattenmutter 02.04.2010, 07:30 Uhr

Es ist wunderbar, wenn die Wut...

Es ist wunderbar, wenn die Wut hochkommt ... Das jahrzehntelange Beteuern, Deutschland sei ein Wohlfahrtsstaat und die Menschen würden in einer sozialen Marktwirtschaft leben. Entweder Marktwirtschaft und frei oder sozial und Planwirtschaft. Herzlichen Dank für die sarkastischen Ausführungen des Autors. Selten kommt es vor, daß diese verfilzte und verkrustete Struktur einer ehemaligen Demokratie von der Gegenseite betrachtet wird.

Bitte wer fordert eine...

Bitte wer fordert eine "bessere Gesellschaft"? Von Verkomplizierung leben und Vereinfachung fordern? Soweit kommt's noch...

Welches ein gelungener...

Welches ein gelungener Einstieg in die Diskussion zum BGE! Zunächst würde mich interessieren, ob die Kunstfigur des Don Alphonso oder gerade die werte dahinterstehende Journalistin das BGE ablehnt? Mich beschleicht das Gefühl im Gesamtkontext eine gewisse Geneigtheit zu diesem Konzept zu erkennen. Eins lässt diese Diskussion leider ausarten. Man hat es versäumt das Konzept des BGE zu bestimmen, um anschließend die Vor- und Nachteile herausstellen zu können. Vielleicht könnte dies im Rahmen eines nächsten Artikels ergänzt werden. Für mich ist die Streichung aller staatlichen Transferleistungen entscheidend und die Ausschüttung dieser in Form des BGE - selbstredend an jeden. Ob das finanzierbar wäre oder nicht? Das können weder die Finanzminister der Länder noch der des Bundes beantworten. Denn im Gegensatz zum Heranwachsenden der eine definierte Summe als Taschengeld in regelmäßigen Abständen erhält und diese entsprechend seinen Preferenzen investiert, vermögen unsere 17 Schatzmeister nicht die tatsächlich möglichen Einnahmen sowie sämtliche staatliche Transferleistungen beziffern zu können. Insofern vermag jegliche Aussage über die Finanzierung dieser Idee spekulativ zu verbleiben. Diesem Konzept ein Forum zu geben, sei es auch nur anlässlich eines stetig wiederkehrenden Rituals zum Begehen des 1. April's verdient Applaus. Denn irgendwann erkennt auch der schwache Geist, wie einfach und genial dieser Ansatz ist.

0 donalphonso 02.04.2010, 08:39 Uhr

Nijw, das wird man erkennen,...

Nijw, das wird man erkennen, wenn am Ende die breite Mitte die Zeche zahlt. Ich weiss jetzt schon, wie ich dann die Vorteile mitnehme (Konsum auslagern) und die Nachteile kompensiere (Verlagerung der Einkommensstruktur). Weil ich das dann kann. Es geht einfach, und andere werden das genauso tun. Aber die normalen Leute zahlen drauf. Für mich, weil ich ausweiche, und für Asoziale, die das dann brutal ausnutzen. Und davon wird es verdammt viele geben. . Wir können hier gerne reden, aber ich lasse hier keine Politpropaganda zu.

0 Christoph Kappes 02.04.2010, 09:20 Uhr

Hatte neulich ein Gespräch...

Hatte neulich ein Gespräch mit einem angesehenen liberalen Journalisten. Danach stellt sich die Argumentation pro BGE für mich anders dar. Ich bin kein Freund davon, aber ich fass das hier mal zusammen: 1. Vollbeschäftigung ist historisch die Ausnahme 2. Durch Automatisierung nimmt die Arbeit weiter ab. 3. Es hat also keinen Sinn, an dieser Vollbeschäftigung als Ziel festzuhalten. 4. Nicht-beschäftigte werden durch Hartz IV psychologisch in die Situation gebracht, auf bezahlte Arbeit zu warten, statt selbst etwas sinnvolles zu tun (was unentgeltlich sein kann). Ergo passt das Grundeinkommen zum Dauerzustand der volkswirtschaftlichen Nicht-Vollbeschäftigung und es bringt Betroffene in die Lage, sinnvollen unbezahlten Tätigkeiten nachzugehen. Dies ist mE die Grundargumentation. Wie gesagt, nicht meine Meinung, aber so habe ich das verstanden.

@ Inge Habe diesen Ihren...

@ Inge Habe diesen Ihren Satzbandwurm jetzt nicht verstanden. Interpunktion will help a lot.

@colorcraze Haben Sie wirklich...

@colorcraze Haben Sie wirklich den Eindruck, dass derzeit der Kopf im Spiel ist? @Theodor Wedel Habe einen verlässlichen, sorgsamen Anlageberater, der mir viel Anstrengung bei der Mehrung eines Teils meines Wohlstandes erspart. Halten Sie Friedhelm Hengsbach für einen Sozi?

Don Alphonso, um mich nicht...

Don Alphonso, um mich nicht der Politpropaganda schuldig zu machen, möchte ich den letzten Satz meines vorherigen Beitrages (02. April 2010, 10:25) zurücknehmen. Gerne würde ich den Diskurs weiterführen: Die aufgestellte These "die breite Mitte zahlt die Zeche" bedarf der Falsifizierung um wissenschaftlich widerlegt zu werden. Dies bedingt wiederum die Festlegung einer Arbeitsdefinition des BGE, um anhand dieser die vermeintlichen Auswirkungen erörtern zu können. Gehen wir davon aus, alle staatlichen Transferleistungen würden gestrichen werden und stattdessen jedem Bürger ein bedingungsloses Grundeinkommen ausgezahlt werden. Des Weiteren würden alle Abgaben an den Staat entfallen und einzige steuerliche Einnahmequelle die Mehrwertsteuer darstellen. Nun wäre festzulegen, ob diese Mehrwertsteuer für alle Produkte bzw. "End-Dienstleistungen" gleich ausfallen sollte. In welchen Fällen würde wohl die "breite Mitte" die Zeche zahlen? Den Konsum auszulagern, um einer erhöhten Mehrwertsteuer zu entgehen, vermag in einigen Sparten zunächst eine Vermögensmehrung zu versprechen. Allerdings ist das, das Gesetz des freien Marktes. Die Praktikabilität dieses Vorgehens liegt auch nicht auf der Hand. Denn gerade die vergleichsweise teuren Produkte der deutschen Wirtschaft scheinen in die anderen Länder exportiert zu werden. Den Gedanken der Verlagerung der Einkommensstruktur, um einem vermeintlichen Nachteil zu kompensieren, bitte ich weiter auszuführen. Daneben wäre eine begriffliche Eingrenzung der breiten Mitte indiziert. Nach meiner Interpretation kann damit nur die gesellschaftliche Mitte gemeint sein. Fraglich ist allerdings, ob dies der breite Teil der Gesellschaft ist. Soziologisch betrachtet scheint das alte Schichtenmodell zwar ausgedehnt zu haben, dennoch unterstellt man dessen Berechtigung, müsste man zugeben, die Mitte hat sich weiter abgesenkt und die "Breite" befindet sich nunmehr in der unteren Mitte. Aber um die Diskussion nicht zu sprengen, bitte ich einfach nur den vermeintlichen Zahler der Zeche zu präzisieren.

Ich frage mich, welche Arbeit...

Ich frage mich, welche Arbeit auf den Finanzämtern geleistet wird. Oder bei der IHK. Oder von den Steuerberatern. Oder den Notaren. Warum haben Notare feste Vergütungssätze? Warum haben Schornsteinfeger feste Vergütungssätze? Was macht der Betreiber eines Nagelstudios? Der eines Sonnenstudios? Kann man mit einer Autowaschstraße Geld verdienen? Worin liegt der Wert eines SUV? Ist der Wohlstandszuwachs im Unterschied von Golf I bis Golf IV zu messen? Hier schrieb jemand über "Zuwächse, die verteilt werden können". Kann der Betreiber eines Sonnenstudios das BSP erhöhen? Ich sage, wir reden hier nicht über "Arbeitslosigkeit", sondern über "Produktivlosigkeit". Und die Produktivlosigkeit weiter Bevölkerungsteile, gerade auch von "Akademikern", in Deutschland ist so hoch, daß man eigentlich nach einem BGE schreien müßte. Die Technik, die Möglichkeiten, alle zu versorgen, sind da (Auf welchem Niveau ist eine andere Sache). Im Grunde führen wir eine Diskussion über Ethik. Oder besser, wir führen sie genau NICHT. Noch nicht. Aber Leute wie D.A. fangen ja wenigsten an, die Diskussion anzustoßen.

0 donalphonso 02.04.2010, 10:10 Uhr

Njuw, pardon, das bezog sich...

Njuw, pardon, das bezog sich auf einige nicht freigeschaltete Kommentare mit Werbelinks.

0 Reiterjunge 02.04.2010, 10:17 Uhr

@Don Carlo, in Zeiten der...

@Don Carlo, in Zeiten der Inflation - und das bedeutet der hemmungslose Druck von Geld zur Finanzierung des BEP, ist der Eigentümer von Sachwerten der Gewinner. Ist schon immer so gewesen. Die Schere zwischen Arm und Reich würde sich noch weiter vergrößern. . Das ist in der Tat eine schlichte Erkenntnis, zu der Sie anscheinend nicht in der Lage sind. . Übrigens, Leute die in einem Text alles klein und ohne Absatz schreiben verdienen in meinen Augen kein BEP.

0 specialmarke 02.04.2010, 10:35 Uhr

Wenn die Arbeit nicht für...

Wenn die Arbeit nicht für alle reicht, kann man auch neue schaffen: die Hartz-IV-Maschinerie ist so Arbeitsbeschaffungsmodell. Es erinnert nur allzusehr an die Kasernen- und Gefängnishöfe des 19. Jahrhunderts, auf denen die Delinquenten einen großen Sand- oder Steinhaufen von A nach B und zurück zu schaffen hatten. Denn - wie heißt es doch in der Bibel - "im Schweiße Deines Angesichts sollst Du Dein Brot essen!" Ich glaube nicht, daß unsere christlichen Politiker von diesenGrundsätzen abrücken werden.

Was die digitalen Freiberufler...

Was die digitalen Freiberufler angeht: Resourcen, Fuehrungspositionen und Macht warden in unserer hochgradig spezialisierten Gesellschaft ueber Zugehoerigkeit in Netzwerken erworben. Wer in der Akademik Anerkennung erwerben moechte, muss unter anderen mit Kollegen seines Faches kooperieren, gemeinsame Ideale teilen und sich deren Kritik stellen (peer review processes). Aehnlich ist es in der Wirtschaft. Sich in solchen Netzwerken erfolgreich vorwaertszubewegen, erfordert harte Arbeit, Disziplin, und das Vermoegen, Rueckschlaege einstecken zu koennen. Die “digitalen Freiberufler” in prekaerer finanzieller Lage sind groesstenteils Dropouts, die sich der harten Konkurrenz in Firmen nicht stellen wollen, wo die Resourcenverteilung vom Potenzial , mit seinen Faehigkeiten und Ideen Gewinn zu erwirtschaften, abhaengig ist. Frueher war fuer den Handwerker die Zunftzugehoerigkeit lebensnotwendig, heute ist es ebenso.

0 donna laura 02.04.2010, 10:39 Uhr

@ colorcraze: sehr...

@ colorcraze: sehr erfrischend, ihre ausführungen! . es ist recht interessant zu sehen, wie m.e. manche kommentare der fähigkeit, ironie als stilmittel zu akzeptieren, entbehren. und das für ernsthafteste diskussionen nutzen, die (sehr) theoretisch recht viele repliken erfoderten. wendet man sich einem blog zu, dann weiss man es ja vorher: der nachteil einer schriftlichen auseinandersetzung besteht in der zeitlichen differenz der äusserungen: schlafende-monaden-diskussion. mitleid ersetzt nicht reflexion. + das qui bono lässt sich nicht verallgemeinern, da (noch) keine diktatur vorhanden. aber hauptsache, man hat geplaudert. . frohe ostertage! (die faulen berliner eier haben sicher eine menge zeit über bge, dgb, fdd und lmaX zu sinnieren).

Ich finde, dass Don Carlos...

Ich finde, dass Don Carlos sehr vernünftig und sachlich argumentiert. Ich stimme zu. Don Carlos, sind Sie der Auferstandene aus Highgate und heissen deshalb so? Was ist Ihr richtiger Beruf? Ich weiß gar nicht, was ich Ihren Beiträgen hinzufügen soll. Vielleicht die Idee, das BGE als Benzingutscheine auszuteilen? Die Benzinpreise sind schließlich die Brotpreise des 21. Jahrhunderts. Ein weiter Punkt: Ja, der Mittelstand zahlt die Dekadenzen an beiden Enden des Spektrums. Dafür ist er aber auch erstaunlich loyal und leidensfähig. Ich arbeite in einer Betonburg der Higher Education aus den 60ern und bereue es nur noch. Andere kassieren Willkommensprämien für nix. Auch vom Staat. Wenn das geht, dann geht auch das BGE. Ich wüßte schon, was ich dann meinem Chef sagen würde. Aber vorher füttern wir noch als "Exportweltmeister" die Griechen, Portugiesen, Brits, Amis und alle anderen durch. Und liefern unsere Autos auf Kredit. Deswegen, wie gesagt, Benzingutscheine, aber das nur nebenbei. P.S. Sone Barchette und son Sunbeam saufen ja auch ganz ordentlich...

0 Justin Thynne 02.04.2010, 10:52 Uhr

@ specialmarke 12:35: Der...

@ specialmarke 12:35: Der Vergleich ist ja lächerlich. Hartz IV als Reminiszenz der Gefängnishöfe des 19. Jahrhunderts. Derartige historische Vergleiche kennt man normalerweise nur von Demagogen wie Lafontaine. Dummes Gequatsche fürs breite Volk. Aber hier fehl am Platze.

0 auch-einer 02.04.2010, 10:56 Uhr

specialmarke, . foucauld,...

specialmarke, . foucauld, strafen und überwachen handet hiervon. und auch sombart weiss zu berichten, wie die fabrikdisziplin in die arbeiter gesenkt wurde.

0 Reiterjunge 02.04.2010, 11:00 Uhr

Liebe Netzaktivisten, ich habe...

Liebe Netzaktivisten, ich habe eine viel bessere Alternative als BGE: BGB - Bedingungsloser Grundbesitz ! . Ihr bekommt ein großes, fruchtbares Stück Land im Umfeld von Berlin oder in Mecklenburg-Vorpommern, dazu erstklassiges Saatgut, hochwertiges Werkzeug, Baumaterial, für die erste Zeit ein ausgedientes Bundeswehrzelt und ein paar Konservendosen. Mehr nicht, auch in Zukunft nicht. Und dann dürft Ihr dieses Stück Land beackern. Niemand wird Euch von außen stören, keine Polizei, kein Finanzamt und keine Arbeitsagentur. . Ihr werdet harte, lebenslange, körperliche Arbeit kennenlernen. So wie in der Zeit vor dem Kapitalismus.

0 Solipsist 02.04.2010, 11:14 Uhr

Die Idee mit dem...

Die Idee mit dem bedingungslosen Grundbesitz in MacPomm gefällt mir ausserordentlich gut. Dazu muss allerdings eine kostenlose, lebenslange DSL-Flatrate, damit die arbeitende Bevölkerung ihre Filter auf die Realität von Blogeinträgen richten kann, um das Gehirn endgültig zu vermatschen.

0 Franz von Hahn 02.04.2010, 11:21 Uhr

1) Die Arbeit reicht immer...

1) Die Arbeit reicht immer für alle. Wer Arbeitsmangel hat, kann sich bei mir melden, ich weiß bestimmt Arbeit. Die Frage ist halt, ob es jemandem Wert ist etwas dafür zu bezahlen, dass jemand anderes irgendwas arbeitet. Arbeit die nicht für alle reicht ist Quatsch. Insbesondere, wenn die mehheit der Menschen nicht zu den Spasties gehört, die meinen das sie ihren Job lieben. Ich wette mindestens 85% der Menschen arbeiten nicht um zu arbeiten, sondern um Geld zu verdienen. 2) Natürlich erhöht ein Sonnenstio das BIP. Außerdem ist es nicht zwangsläufig weniger Produktiv ein Sonnenstudio zu betreiben, als zum Beispiel eine Gärtnerei oder eine Bäckerei oder ein Bauunternehmen. Immer wenn jemand Geld für etwas ausgibt ist ja klar, dass er dem einen mindestens genau so hohen Nutzen beimisst, wie diesem Geldbetrag, den er sonst anderweitig verplanen könnte. Irgendiwe treffe ich immer wieder Leute die meinen einen Dachstuhl oder ein Auto zu bauen sei per se "produktiver" als Altenpflege oder Texte schreiben. Ist doch Quatsch. Jede Tätigkeit ist das Wert, was sie an Nutzen stiftet. Ob man den Nutzen jetzt aus einem Auto oder einem Dach oder einem Garten oder einem Solarium bezieht ist doch egal.

0 auch-einer 02.04.2010, 11:32 Uhr

reiterjunge, es gab da mal...

reiterjunge, es gab da mal anfang achtziger eine aussteigerbewegung, die zurück aufs land wollte. ich habe mir damals eine sekung der mieten in den städten versprochen, ist dann aber nicht so gekommen. die, die heute am allerschärfsten das leben auf dem lande loben, leben in universitäts- oder grosstädten.

0 Cornelius 02.04.2010, 11:44 Uhr

@ donna laura, 01. April 2010,...

@ donna laura, 01. April 2010, 19:42 und Foersterliesel, 01. April 2010, 21:37 . „ … ich kenne leider einige brüder aus der politik etwas näher: wer ist davon nicht korrumpierbar?“ . „Ja, ich stimme Ihnen zu, schon kurze Karrierestrecken in der Politik verändern fast alle, und zwar in allen, wirklich allen, Parteien.“ . Und weil es so ist, gibt es doch eigentlich kein größeres Abenteuer, als solchen Leuten irgendwann den Boden unter den Füßen zu entziehen. Deren Gesichter möchte ich sehen, wenn ihre Ruhegehälter und Pensionen - im Namen des Volkes - um vielleicht 50 Prozent gekürzt werden, weil sie das Land, aus niederen Instinkten - aus Eigennutz, viel schlechter bestellt haben, als es möglich gewesen wäre. Gibt es eine größere Herausforderung, als einer ganzen Nation zu zeigen, dass unser Land zu einem Paradies erblühen kann, wenn man es klug, weise, nachhaltig und gerecht regiert? Nichts auf dieser Welt ist von so hohem Rang, so notwendig, so erstrebenswert und nützlich, als eine staatstragende Politik zu kreieren, die sich um keinen Preis korrumpieren lässt; auch nicht um den, des eigenen Untergangs.

Artikel 22 Jeder hat als...

Artikel 22 Jeder hat als Mitglied der Gesellschaft das Recht auf soziale Sicherheit und Anspruch darauf, durch innerstaatliche Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit sowie unter Berücksichtigung der Organisation und der Mittel jedes Staates in den Genuß der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen, die für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlich sind. Artikel 23 Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit. Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen. Jeder hat das Recht, zum Schutz seiner Interessen Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten. Artikel 24 Jeder hat das Recht auf Erholung und Freizeit und insbesondere auf eine vernünftige Begrenzung der Arbeitszeit und regelmäßigen bezahlten Urlaub. Artikel 25 Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen gewährleistet sowie das Recht auf Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität oder Verwitwung, im Alter sowie bei anderweitigem Verlust seiner Unterhaltsmittel durch unverschuldete Umstände. Mütter und Kinder haben Anspruch auf besondere Fürsorge und Unterstützung. Alle Kinder, eheliche wie außereheliche, genießen den gleichen sozialen Schutz. So steht es geschrieben. Ich meine, man sollte endlich anfangen, diese Rechte DURCHZUSETZEN. Auch wenn einige dadurch "ärmer" werden.

0 william_pitt 02.04.2010, 11:53 Uhr

Naja der Artikel schießt doch...

Naja der Artikel schießt doch etwas an der Wahrheit vorbei. Wer am "Bau schufftet" wie hier beschrieben, verdient eigentlich nicht genug , als dass davon Museen und Opern und Universitäten subventioniert würden. Die Steuern, wenn denn überhaupt welche anfallen, gehen nahezu komplett in Gesundheit und Rente und Sozialsicherung . Schulen, Straßen, Museen, Opern und Universitäten werden aus den Steuern der Besserverdienenden finanziert. Eben meist jene, die Universitäten besucht haben. Und die ihre Kinder , für die sie horrende Steuern zahlen (wie etwa mein Vater, ein Ingeneur) natürlich wiederum auf die von ihnen bezahlten Universitäten schicken. Auch Kinder aus armen Verhältnissen steht es offen, Abitur zu machen und zu studieren. Villeicht müssen sie arbeiten. Aber das müssen auch viele Studenten aus (hier) "reichem" Haus. Und "wir Reichen" gönnen uns auch Museen,Theater und Opern die überings auch von "Armen" besucht werden können. Wenn "Arme" nicht daran interessiert sind, ist das doch nicht unsere Schuld?

0 specialmarke 02.04.2010, 12:02 Uhr

Justin Thynne, ich empfehle...

Justin Thynne, ich empfehle "Spiegel online, Wirtschaft", dort den Artikel "Arbeitslose spielen Kaufmannsladen" vom 1.4., war aber kein Aprilscherz. Mein Vergleich zielte auch nicht auf den Schweiss, der Sandschippen verursacht, sondern auf die Sinnlosigkeit des Vorgangs.

0 donalphonso 02.04.2010, 12:21 Uhr

FritzV, da steht aber nicht,...

FritzV, da steht aber nicht, dass man deshalb eine gigantische Umverteilung in Gang setzen soll, der jene entgehen, die es können, und von der diejenigen fett und faul sind, die heute schon asozial herumlungern, Menschen mit regulärer Arbeit verachten und auslachen und erwarten, dass man sie für ihr Technikgerödel im Internet auf Befehl alimentiert, wo sie dann weiter über jene lachen, die sie missbrauchen. Käme es dazu, sähe ich allen Grund für das Widerstandrecht. Das nämlich wäre staatlich genemigter Raub. Es geht ja nicht mal darum, dass man leuten hilft, die es brauchen. Es geht diesen Leuten explizit darum, nicht arbeiten zu müssen, weil sie keine Lust haben, und lieber für das, was ihnen Spass macht, gesichert leben zu können.

0 donalphonso 02.04.2010, 12:28 Uhr

william_pitt, das kann man so...

william_pitt, das kann man so und so sehen. Bei mir an der Schule war es so, dass die Kinder der Reichen in die Uni gehen durften, und die anderen meist eine Lehre machen mussten. Ich ging in München in die Oper, die in eine Kneipe. Es ist eine Frage von Heranführung, Bildung und Möglichkeit, und wenn ich sehe, dass daran auch die Grenze zwischen reich und nicht so reich verläuft, kann irgendwas nicht ganz stimmen. . sceptic, nach meiner Kenntnis ist das in Berlin unter den Nichtarbeitenwollenden eher so eine Art Pyramidenspiel, mit ein paar Vorzeigeleuten in der E-Klasse und Hauseigentum ganz oben (wenngleich auf Kredit) und den Pfandflascheneinlösern unten. Aber alle schreien zusammen nach mehr Würsten, und fallen damit den Politikern auch mehr auf, sie wanzen sich in die Institutionen, Verbände etc., und ich würde nicht darauf wetten, dass es immer so mies bleiben muss - wenn man nicht aktiv etwas gegen solche Leute und ihre Strategien unternimmt.

0 donna laura 02.04.2010, 12:34 Uhr

@ Cornelius: ihr idealismus in...

@ Cornelius: ihr idealismus in ehren, darf ich ihnen ein stück realismus anbieten? auf dem reissbrett und im eigenen hirn funktioniert alles mögliche, in der praxis aber steckt der teufel (pardon für die religöse anspielung, ist nicht so gemeint) nicht nur im detail, sondern auch im menschen. man könnte verzweifeln, wenn man das nicht zu akzeptieren lernt. was sie sich wünschen, wird nicht funktionieren - denn wer ist das agens? . wegen der divergenz zwischen theorie und praxis liest sich marx auch so vergnüglich, er hat ja in vielen recht und kann sich durch tatscahen bestätigt sehen. aber ach: die umsetzung!

0 ForMoreDemocracy 02.04.2010, 12:34 Uhr

Devin08 schrieb am 01. April...

Devin08 schrieb am 01. April 2010, 12:07 "(…) der eben für das bedingungslose Grundeinkommen ist. Der Erfinder aus diesen Kreisen ist ein gewisser Geschäftsführer einer Kosmetikkette – DM genannt." Das bedingungslose Grundeinkommen ist keine Idee von Prof. Götz Werner (DM-Gründer). Er ist lediglich einer der bekanntesten BGE-Befürworter in Deutschland. Ideen für ein bedingungsloses Grundeinkommen gab es bereits in der Renaissance. Der Begriff "bedingungsloses Grundeinkommen" wird jedoch erst in den letzten Jahren häufiger verwendet. Früher sagte man "Existenzgeld" oder "garantiertes Grundeinkommen" oder "garantiertes Mindesteinkommen"; es ist jedoch bei allen 4 Begriffen dasselbe gemeint. Nachfolgend ein paar bekannte Persönlichkeiten, die lange vor Götz Werner das BGE befürwortet haben: > Thomas Morus (*1478; † 1535) "Es wäre besser, jeden mit einer Art Lebensunterhalt zu versorgen, damit niemand zu der grausigen Not gezwungen wird, zuerst Dieb, und dann eine Leiche zu werden." > Thomas Paine (*1737; † 8. Juni 1809) (Begründer der Menschenrechte und einer der Gründerväter der U.S.A.) "Alle Menschen sind von Geburt gleich und die Erde ernährt alle. Wenn ein Mensch geboren wird, hat er das Anrecht auf ein Stück Land, das ihn ernähren kann. Wenn aber alles Land schon aufgeteilt ist unter Wenigen, die meinen, das sei Ihr Eigentum, dann muss ein Ausgleich geschaffen werden. Dieser Ausgleich ist ein Grundeinkommen für diejenigen, die kein eigenes Land mehr haben und sich deshalb nicht selbst versorgen können." > Erich Fromm (*1900 ; † 1980) Siehe: Aufsatz "Psychologische Aspekte zur Frage eines garantierten Einkommens für alle" > Martin Luther King jr. (*1929 ; † 1968) "Das wirksamste Mittel gegen Armut besteht darin, sie unmittelbar zu beseitigen, durch eine derzeit breit diskutierte Maßnahme: das garantierte Grundeinkommen." > Joseph Beuys (*1921 ; † 1986 ) "Auf Einkommen besteht ein Menschenrecht. Die Menschen haben bestimmte materiell zu erfüllende Bedürfnisse, Existenzminima, auch darüber Hinausgehendes. Und das steht ihnen zu, unabhängig von dem, was sie hervorbringen." > Milton Friedman (*1912; † 2006) Siehe Buch: "Kapitalismus und Freiheit", Kapitel "Maßnahmen zur Bekämpfung der Armut" > Lord Ralf Dahrendorf (*1929 ; † 2009) "Einkommen ist ein konstitutionelles Anrecht. Wenn es nicht zu den Grundrechten jedes Bürgers gehört, dass eine materielle Lebensgrundlage garantiert wird, dann zerfällt die Staatsbürgerschaft. Das garantierte Mindesteinkommen ist so notwendig wie die übrigen Bürgerrechte, also die Gleichheit vor dem Gesetz oder das allgemeine, gleiche Wahlrecht."

0 donalphonso 02.04.2010, 12:38 Uhr

Zitate sind in Grenzen nett,...

Zitate sind in Grenzen nett, aber das hier ist argumentöose Verblödung, und da erwarte ich schon etwas mehr Niveau von der Propagandafront der BGE-Freunde, oder ich haue sie ohne Rücksicht hier raus.

0 donalphonso 02.04.2010, 12:50 Uhr

Cornelius, das Grundproblenm...

Cornelius, das Grundproblenm fängt doch schon in dem Moment an, da - siehe den obigen verlinkten Beitrag - das BGE von Leuten gezielt propagiert wird, die absolut keinen Idealismus damit verbinden, oder allenfalls das, worauf sie Lust haben, als Idealismus definieren, den es zu unterstützen gibt. Sobald ich lese "Wenn ich BGE bekomme, räume ich gerne Bettpfannen im Altersheim aus" wäre das eine andere Sache, aber was es im Rahmen einer BGE-Petition zu lesen gab, was "Arbeit ist scheisse und meine Kumpels haben ohnehin gesagt (habt Ihr schon deren Buch bestellt?) dass es damit bald vorbei ist und wir sind sowieso cooler und es wird noch cooler, wenn wir dazu noch das BGE bekommen". Da ist kein Idealismus, und das sieht man, mit Verlaub, auch daran, dass sie eben nicht bei DM an der Kasse stehen, sondern lieber in Beiräte kriechen und schleimen. Näheres dann sicher bald aus der Klaue eines führenden Vertreters der Berliner Pfandflascheneintauscherei.

0 ForMoreDemocracy 02.04.2010, 12:53 Uhr

@ Don Alphonso Sorry, ich...

@ Don Alphonso Sorry, ich wusste nicht, dass es niveaulos ist, ein paar bekannte Personen aufzuzählen und ein paar Zitate mit reinzustellen. *verwundert am Kopf kratz*

... ich mach es kurz, die...

... ich mach es kurz, die Ansicht die D.A. in einem andern Blog vertritt "falsche Idee zur falschen Zeit" ist auch meine. Daran wird keine Debatte etwas ändern, denn diese Idee hat auch schon eine paar Jährchen auf dem Buckel (80er?) samt den dazu gehöhrenden Argumenten und jetzt diese falsche Zeit. Gibt es so etwas wie ein "Zeitloch"?

0 donalphonso 02.04.2010, 12:56 Uhr

Ich rede gern mit Menschen....

Ich rede gern mit Menschen. Aber nicht mit einem Haufen verrotteter Leichen, die jemand anschleppt, damit er erst gar nicht mit mir reden muss und ich vor seinem stinkenden Haufen ehrfurchtsvoll erstarre. Zitate rauskramen kann jeder. Aber hier ist es schlechter Stil und schaut auch noch mies aus.

@Don Alphonso "...da steht...

@Don Alphonso "...da steht aber nicht, dass man deshalb eine gigantische Umverteilung in Gang setzen soll" Doch, genau das steht da. Da steht zwischen den Zeilen, daß, wenn es nicht anders geht, dann eben über Umverteilung. Aber, wem das alles zu teuer ist, dem steht frei, eine Diskussion über die Abschaffung der Menschenrechte anzustoßen. Die nötigen Millarden für eine entsprechende Kampagne sind sicher leicht zu beschaffen...

D.A._Vernahm, dass die Finnen...

D.A._Vernahm, dass die Finnen ein merkwürdiges Bildungssystem schufen. In den Schulen gäbe es keine Sitzenbleiber. Privatschulen gäbe es nicht. der Schulbesuch ist gebührenfrei. Nach der Pflichtschule (meist Ganztagsgesamtschule mit Gratismahlzeit) gehen 94% in das dreijährige allgemein- oder berufsbildende Gymnasium, über 90% schaffen das Abitur! Das für mich Beeindruckendste: die prägende Pflichtschulphase, die talentbezogene individuelle Förderung innerhalb der Klassengemeinschaft erlaubt, bewirkt offenbar so guten Zusammenhalt, dass eine "Zweiklassengesellschaft" mit projektiver Zuschreibung der Schuld am Staatsversagen dem jeweils anderen Lager kaum zu finden ist. In der tiefen Krise von 1993 konstituierte sich eine "Regenbogenregierung" aus allen im Parlament vertretenen Parteien, die relativ rasch die Wirtschaft gesunden ließ.

0 HansMeier555 02.04.2010, 14:51 Uhr

Die Stütze und die...

Die Stütze und die Stützen. . Abstrakt gesehen finde ich BGE-Modelle logisch. Wenn man bedenkt, wie viel 500 Euro für denjenigen sind, der sie nicht hat, und wie wenig für die Stützen. Der eine lebt davon einen Monat, ein anderer finanziert damit einen schönen Abend zu zweit (Oper, Restaurant, Taxi). So gesehen wirkt die Behauptung der Nichtfinanzierbarkeit einfach nicht glaubhaft. . Zweitens könnte man dann all die Sachbearbeiter auf dem Sozialamt einsparen und auch all die anderen Programme zum Arbeitsplatzerhalt, all die Subventionen. (Zumindest in der Theorie). DAs müsste man schon gegenrechnen. . Mit BGE könnte man folgende Spielregeln einführen: Jeder kriegt ein Grundgehalt und dafür wird in der Wirtschafts- und Arbeitswelt wirklich ernst gemacht mit kapitalistischer Marktwirtschaft. Schluß mit Arbeitnehmerechten und mit Kündigungsschutz und alledem. Arbeitskraft wird von da an zu tagesaktuellen Marktpreisen gehandelt. Man bräuchte dann auch keine Rentenversicherung mehr und ebenfalls kein Rentenalter. Wer will, kann so lang weiterarbeiten wie er will. So gesehen wäre BGE ein Konzept, das die Voraussetzung schaffen würde für die neoliberale Revolution, auf die wir schon so lange vergeblich warten. . Wenn es trotzdem irgendwas gibt, was mich am BGE zweifeln läßt, dann ist es die russische Literatur des 19. Jahrhunderts. Diese unglücklichen Adligen, die ihr Leben auf ihren Gütern oder in Monte Carlo verbummeln und vor lauter Verzweiflung über die Sinnlosigkeit ihrer Existenz anarchistische Bombenleger unterstützen. Nein, das kann es auch nicht sein. . Am besten wäre natürlich das feudale Modell: Das Existenzgeld wird zwar bewilligt, aber nicht an die Existenz, sondern an ihren Patron ausbezahlt. Der Patron ist im Gegenzug verpflichtet, der Existenz im menschenwürdigen Umfang Kost und Logis bereitzustellen und für die intellektuelle und geistige Gesundheit der Existenz zu sorgen.

Richtig, Golo42! Auf die Art...

Richtig, Golo42! Auf die Art erzieht man sich gelassene, freundliche Menschen. Eine gewisse Sorgenfreiheit ist Grundvoraussetzungen fuer eine gut funktionierende Gesellschaft.

0 Rosinante 02.04.2010, 15:13 Uhr

HansMeier555 Sie mutieren...

HansMeier555 Sie mutieren langsam zu HansMeier007. Die Sache mit Existenz und Patron ist m.E. diskussionswürdig. Aber woher kommen die Patrons? Etwa aus dem Hause von Weizäcker, wo der Alt-Bundespräsident laut Spiegel-online nicht gewusst haben will, dass sein Sohn in der Odenwaldschule während seiner Zeit in der Gruppe Becker am Morgen mit einem Streicheln über den Po oder einen Griff an die Genitalien (Volker Zastrow in einem Bericht dieses Blattes) geweckt wurde. Vor ein paar Tagen haben Sie dieses Psychogefängnis für Jugendliche plausibel als Gulag bezeichnet. Wer kann in D denn welche Verantwortung tragen?

Rosinante, das ist doch kein...

Rosinante, das ist doch kein Problem, wenn so viele "Tote Seelen" locken.

0 specialmarke 02.04.2010, 15:58 Uhr

@Rosinante @Hans Meier555 Ich...

@Rosinante @Hans Meier555 Ich fürchte mich vor Guido I. Er will es bestimmt werden.

0 HansMeier555 02.04.2010, 16:08 Uhr

Im Westviertel gibt es die...

Im Westviertel gibt es die Patronen. Vielleicht könnte man da einen Vermögenszensus einführen, kombiniert mit anderen Qualifikationen. Es sollte ein Ausschreibungsverfahren geben. Was bin ich bereit den von mir patronierten Existenzen für 500 Euro zu bieten? Damit könnte man auch der vom Don befürchteten Inflationswirkung entgegensteuern. Einmal im Jahrfünft kommt der Amtsmann vorbei und kontrolliert, ob die Existenzen auch wirklich ordentlich zu essen kriegen und gesund sind, und ob sie brav GameBoy spielen. Wenn die Versorgung schlecht ist, dann kann der Auftrag auch wieder entzogen werden. . Apropos Patron: Besser geeignet wären natürlich Matronen. Erst in Kombination mit dem Matriarchat wäre der Feudalismus eine wirklich ideale Gesellschaftsordnung.

Na, wenn man Don Alphonso...

Na, wenn man Don Alphonso heißt, darf man Thomas Morus oder Martin Luther King natürlich ans Bein pinkeln. LOL

0 schauerfeld 02.04.2010, 16:37 Uhr

Werter HansMeier, Sie sind ein...

Werter HansMeier, Sie sind ein Visionär! Ein BGE, als Vehikel zur Einführung der von Ihnen so genannten neuen Spielregeln, darauf wird man sich am Ende wohl einigen. Daß die Twitterboheme in Erwartung ihres Anteils eifrig mitagitiert, scheint mir, angesichts dessen, eine Marginalie.

0 Foersterliesel 02.04.2010, 16:41 Uhr

also Hans Meier 555, wie...

also Hans Meier 555, wie unoriginell, denn so etwas in der Art gibt es bei uns schon in der Asylantenbetreuung: ländliche Pensionen nicht mehr marktfähigen Standards beherbergen und verköstigen Asylanten, kassieren dafür Tagsätze und haben nebstbei dadurch auch noch Schwarzarbeiter zu vermitteln. Woher ich das weiß? Unterzeichner der Charta 77 waren unter den ersten Asylanten.

0 auch-einer 02.04.2010, 16:41 Uhr

das matriarchat würde auch...

das matriarchat würde auch noch ein wesentliches problem des feudalismus lösen: die mutter steht immer fest, der vater ist nie sicher. eigentlich kommt das mit der männerwelt des feudalismus daher, dass es ursprünglich darum ging, panzerreiter aufzustellen und einsatzbereit zu halten, eine kriegerkaste zu schaffen. . dies ist im zukünftigen feudalsystem nicht mehr erforderlich, stattdessen werden die taten zur legitimation der neuen adelsschicht kulturelle taten sein, so dass man sich die patronierten existenzen weniger als daddler und gamer sondern eher als minnesänger im provencalischen stil vorstellen kann, die da in hoher minne (nein, kein sex. platonisch oder asymptotisch, man kommt sich da immer näher, aber man berührt sich nie) zu ihrer herrin entflammt sind. . für die berliner rabauken gibt es klöster, ja, sogar mit einem abt, soviel emanzipatiom muss sein, wenn es dem schweigegelübde (und dem nächlichen geisseln, wie die gerüchte lauten) dient.

0 HansMeier555 02.04.2010, 17:00 Uhr

lieber Försterliesl, ich...

lieber Försterliesl, ich weiß. "Existenzgutschein" heißt das Stichwort.

0 auch-einer 02.04.2010, 17:20 Uhr

wobei, for more democracy, die...

wobei, for more democracy, die angezogenen zitate nicht so voll und ganz ihre forderungen belegen. . thomas morus geht es um die abwehr unverschuldeter not, nicht der alimentierung, dasselbe bei payne. hätte mich auch sehr gewundert, wenn ein yankee im land der unbegrenzten möglichkeiten etwas für ein staatlich garantiertes einkommen übrig gehabt hätte, das geht dort so bis heute. . der angegebene aufsatz von fromm ist im netz in einem archiv grundeinkommen nachzulesen, und enthält kluge gedanken, wie fie frage nach dem optimalen konson oder der motivation für eine berufstätigkeit. daher, delber googeln. . auch bei martin luther king geht es wohl um die abwehr von notlagen, ich kann mir nicht vorstellen, dass ein amerikanischer protestant dafür ist, aebeitsfähigen personen etwas anderes zu geben als arbeit und dazu den segen gottes. . was herr beus meinte, interessiert mich eher wenig, wer margarine auf stühle spachtelt und badewannen mit heftpflaster beklebt, braucht mit auch nichts über gesellschaftliche organisation, unmittelbare, mittelbare oder ganz andere demokratie erzählen, über einkommen schon gar nicht. . sir ralf baron of clarendorf hatte zu lebzeiten andere tribünen, aber er konnte sich im oberhaus wohl nicht so recht durchsetzen, auch seine tätigkeit in der initiative neue soziale marktwirtschaft scheint mir nicht ganz zu seinem engagement für ein bge zu passen, auch hier nehme ich an, dass damit die abwehr von notlagen gemeint ist. . was all die verfassungsmäßigen und letztlich aus dem naturrecht hergeleiteten rechte angeht: solange sie nicht einklagbar sind, ist das nichts als gesetzeslyrik. siehe die verfassung des freistaats bayern, in der gleichzeitig ein recht und eine pflicht zur arbeit niedergelegt sind, ohne dass dies auf die jugend in den vorstädten wie auf die in schwabing irgend einen einfluss hätte.

0 Rosinante 02.04.2010, 17:57 Uhr

HansMeier555, Sie müssen...

HansMeier555, Sie müssen notfalls die Verantwortung übernehmen, aber ich schlage als erste -dezentrale- Matronen-Kommune (bei patriarchaler Mitwirkung) auf Schloss Neuschwanstein die Damen und Herren Carla Sarkozy, Angela Merkel, Rosa von Praunheim, Angelina Jolie, Guido Westerwelle und Josef Ackermann vor. Ginge das?

0 Foersterliesel 02.04.2010, 18:08 Uhr

verehrter auch-einer, es war...

verehrter auch-einer, es war Talg, nicht Margarine, was Beuys verwendete, Beuys ist interessant, fangen Sie einfach mit Selbsterklärendem an wie "I love America and America loves me". Der letzte Absatz bei Ihnen ist sehr vernünftig, also!

0 colorcraze 02.04.2010, 18:16 Uhr

@Vroni: Ihre Beiträge fand...

@Vroni: Ihre Beiträge fand ich sehr lesenswert. @donna laura: genau, auf die Praxis kommt es an, übers theoretische kann man auch hinterher nachsinnen. @Hansmeier: der Mittelteil ihrer Ausführungen - Grundeinkommen für alle, aber keine anderen Sozialversicherungen mehr - wäre mal genauer zu durchdenken. So aus dem Bauch heraus halte ich das für ein mögliches Notszenario, das wahrscheinlich zu weiterer Verelendung führt. Was die möglichen Folgen davon sind, müßte man mal überlegen. @aucheiner: es gibt tatsächlich in Brandenburg ein Kloster (wenn ich mich recht entsinne, vor vielleicht 10, 15 Jahren gegründet), in dem so einige Berliner Obdachlose eine Bleibe gefunden haben. Stand mal in der Zeitung. - Ansonsten: Kinners, nu gönnt euren Onkeln und Tanten doch mal ein wenig Ruh vor eurem Ich-will-mehr-Taschengeld-Geplärr. Die Onkel und Tanten haben nämlich schon ein paar Jahrzehnte mehr Lebenspraxis als ihr und deshalb etwas mehr Ahnung von der Lenkung von Lebensläufen. Außerdem kennen sie diese Superidee bereits aus ihrer eigenen Jugendzeit, *schnarch*

0 Rosinante 02.04.2010, 18:20 Uhr

Foersterliesel, Beuys sagte...

Foersterliesel, Beuys sagte auch "Das Schweigen von Marcel Duchamps wird überbewertet".

0 Merk Merlo 02.04.2010, 18:33 Uhr

Broke is the new black....

Broke is the new black.

0 Debütant 02.04.2010, 18:51 Uhr

Don Alphonso, "[...] ich kann...

Don Alphonso, "[...] ich kann im Schlossgarten stehen und laut lachen über die Idioten, die mir das mit ihren Steuern finanzieren." Klingt für mich wie Häme. Aber das nur am Rande. Mein eigentliches Interesse galt dem Widerspruch, den Sie da offenbaren. Der FAZ-Mitarbeiter, der diesen Beitrag für die Startseite von faz.net zusammengefasst hat, formuliert das folgendermaßen: "Staatliche Transferleistungen in Form von Museen und Opern sind stets willkommen, doch banale Almosen wie eine monatlichen Überweisung einer Handvoll Euro sind nicht nach dem Geschmack besserer Kreise." (faz.net) Sie selbst konstatieren ja, dass die Möglichkeit, ein staatliches subventioniertes Angebot zu nutzen, letztendlich nichts anderes ist als das Empfangen eines "BGE". Eine "monatliche Überweisung einer Handvoll Euro", ebenfalls ein BGE, lehnen sie jedoch im Namen der besseren Kreise ab: dies sei mit dem Stolz einer unabhängigen, eigenständigen Klasse nicht zu vereinbaren. Einmal begrüßen Sie das BGE auf provokant-zynische Weise, und einmal lehnen sie es ab, obwohl, wie Sie ja selber festgestellt haben, es sich in beiden Fällen im Kern um das Gleiche handelt: Förderung durch die Gemeinschaft. Dies offenbart doch, dass das stolze Selbstbild ihrer Schicht zu einem guten Teil auf Einbildung und Selbstbetrug zu beruhen scheint: Man ist gerne bereit, von der Gemeinschaft gefördert zu werden - es darf bloß nicht aussehen wie "banale Almosen", um nochmals von der FAZ-Startseite zu zitieren.

0 donalphonso 02.04.2010, 19:06 Uhr

Ich habe das selbst...

Ich habe das selbst geschrieben, und man tut hier stets gut daran, auch die Einlassungen zur Pberschicht etwas ironisch zu sehen. Und natürlich gibt es da Widersprüche in der Art, wie die Welt gestaltet ist. Macht aber nichts. es ist in Ordnung so.

0 Debütant 02.04.2010, 19:25 Uhr

Meine Absicht war auch...

Meine Absicht war auch keinesfalls, das zu werten, im Sinne von "ist in Ordnung" oder nicht, dass da Widersprüche bestehen. Aber trotzdem lohnt es sich, diesen Gedanken weiter zu verfolgen, denn: Die Tatsache, dass dieser Widerspruch besteht, entlarvt die besseren Kreise doch in gewisser Weise. Man ist offensichtlich nicht so stolz, misst der Eigenständigkeit nicht so viel Bedeutung bei, wie man vorgibt. Offensichtlich geht es bei der Ablehnung von Almosen vielmehr um die Wahrung des Scheins bzw. die Aufrechterhaltung ebenjenen Selbstbildes, denn wenn die Almosen nicht mehr "banal" und wie Almosen aussehen, hält man gerne die Hand auf und lacht über die, die sie füllen. Das ist in meinen Augen in ihrem Beitrag nicht so deutlich geworden. Aber vielleicht hab ich das auch nicht aufmerksam genug gelesen.

ich würde ja durchaus nicht...

ich würde ja durchaus nicht das BGE verteidigen wollen, aber der museumsvergleich hinkt. die subvention ist hier eben kein grundeinkommen, sondern ein bonus, denn man braucht ja erst einmal die 5 oder 8 oder 10 oder immer häufiger auch mehr euro, um in diesen genuss zu kommen. es soll kunsthistoriker geben, die kriegen für einen tag "arbeit", an dem sie ihrer intrisischen motivation folgen, weniger geld als sie bräuchten, um einen tag auf der berliner museumsinsel zu verbringen. und die "berliner schamlosigkeit", die es übrigens, wenn auch quantitativ und phänotypisch verschieden, ebenso in münchen gibt, ist in der tat ein problem, andererseits aber auch ein perpetuum mobile, wenn man weiß, nach welchen prinzipien aufträge, auch von öffentlicher seite, gerade im kulturbereich vergeben werden. sitzen sie da mal drin, in diesem perpetuum, wenn sie miete zahlen müssen.

Wenn also die materielle...

Wenn also die materielle Existenzangst weg faellt, bleibt der persoenliche Ehrgeiz als Triebfeder.

0 HansMeier555 02.04.2010, 20:20 Uhr

Ich kann mich an Zeiten...

Ich kann mich an Zeiten erinnern, da war der Eintritt in die Museen der Bundesländer einfach kostenlos. Das gibt es heute nur noch auf der bankrotten Insel. . Letztlich war die postfeudale Bundesrepublik der Nachkriegsjahrzehnte ein Paradies für Bildungsbürger. Gymnasium, Universität, alles kostenlos, und Bafög gibt es auch noch dazu. Und das dreigliedrige Schulsystem sorgt dafür, daß die Kinder der Eltern unter sich bleiben. . Für Beamte (wie z.B. Lehrer oder Professoren) gibt es Existenzgeld schon immer, und man muß zugeben, daß die eindeutigen Mißbrauchsfälle ziemlich selten sind. Die meisten arbeiten tatsächlich und geben sich dabei sogar Mühe, es gut zu machen. . Die Frage, warum die Oper förderungswürdiger ist als RTL, obwohl letzteres doch viel mehr Zuschauer anzieht, läßt sich mit demokratischen Argumenten nicht beantworten. HIer kommt tatsächlich der vom Don immer so besessen beschworene Anspruch des Bürgertums zum Ausdruck, ein erzieherisches Vorbild zu sein. Eine Minderheit besteht darauf, daß ihre Lebensweise und Lebensauffassung, ihre Moralvorstellungen die "richtigen", die einzig vernünftigen und rundum förderungswürdigen sind, und daß die Masse sich gefälligst dahin hochzuentwickeln habe -- und wenn sie es nicht tut (was und in Wirklichkeit weder verwundert noch betrübt), dann sind sie halt selber schuld. Jahrzehntelang hat das wunderbar funktioniert, es war alles -- trotz 68 -- so selbstverständlich, daß man es einfach nicht infrage stellen konnte. Natürlich gibt es da Universitäten, Staatsbibliotheken und Symphonieorchester, die sind einfach da. . Jetzt aber sind die Neoliberalen auf den Plan getreten und die haben als erste begriffen, daß man diese ganzen Sümpfe auch trocken legen kann. Das brächte nicht nur eine Ersparnis für den Haushalt, sondern würde der linken Klientel, diesen Millionen "lesenden SPD-Wählern" einfach mal die Existenzgrundlage entziehen. Wer könnte sich das nicht wünschen? . Und bislang sehe ich nur einen einzigen Grund, warum es doch nicht so toll funktioniert: Die Weigerung der FDP-Besserverdienenden, den freigesetzten Plebes dann eben bei sich in Haus und Garten als Küchenhilfe, Gärtner, Chauffeur oder Kindermädchen einzustellen. Dann erst könnte sich der Kreis schließen und aus allem eine "runde Sache" werden. . Da ist jetzt eben das Westviertel gefragt, auch in Kooperation mit den IHK's. Warum kann man "Stiefelputzer" den Schulabgängern nicht offensiver als attraktives Berufsbild vermitteln? Warum gibt es keine "berufsvorbereitenden Intensivkurse", wo man lernt, wie man Silber putzt und eine festliche Kaffetafel deckt? Oft ist es doch so, daß erst das Angebot die Nachfrage schafft. Wenn man jedem ausbildungsplatzlosen Jugendlichen so einen Crashkurs "Waschen-Bügeln-Wienern-Kochen" machen ließe und ihm anschließend noch zeigen würde, wie man sich richtig bewirbt -- dann hätten wir vielleicht ja bald wieder Vollbeschäftigung. . Aber wie gesagt, die Inititiative muß natürlich (wie IMMER) von oben kommen. Lifestyle-Magazine und Qualitätszeitungsfeuilletone werden dann schon das ihre dazu beitragen.

Illusionär, demagogisch oder...

Illusionär, demagogisch oder sozialistisch @ForMoreDemocracy: Ich habe mich vermutlich etwas unklar ausgedrückt. Ich meinte natürlich, dass der Erfinder „aus diesen Kreisen“, und da spielte ich auf die bürgerlichen, neoliberalen Kreisen an, eben ein Götz Werner ist und zwar insofern er der erste ernst zu nehmende Vertreter ist, als dass er mal konkrete Zahlen nennt. Diese Zahlen bewegen sich netto knapp oberhalb dessen, was gegenwärtig Hartz IV verspricht nicht zuzulassen – das Verhungern nämlich! Daher auch meine Bemerkung bzgl. dessen „demagogischen Gehalts“. Was die anderen angeht, das sind entweder Urdemokraten (Demokraten der ersten Stunde) wie Thomas Morus, bzw. dann auch utopische Sozialisten, oder eben bürgerliche Gut-Will-Bekunder. Insbesondere, was jene netten Herren, wie Lord Dahrendorf oder auch Milton Friedman angeht. Diese Herrschaften sind Heuchler und so bewerte ich auch ihr Lippenbekenntnisse, eben als leere Wohlfahrtsversprechungen. Die Diskussion um Hartz IV zeigt deutlich, dass man die Armen lieber zu Tode hetzt, von Schulung zu Schulung – verhungern lassen, ist nicht produktiv genug -, als ihnen auch nur einen Cent, quasi ohne Gegenleistung, zu geben. Der Klassenhass ist auf Seiten der Bourgeoisie immer noch die stärkste Emotion. Nur wenn dieses Geld unmittelbar in den Konsum fließe, nicht in Lebensmittel, die sollen ja nicht fett werden, sondern in systemisch wichtigere Produkte – von Kosmetik bis zu Elektronik zum Beispiel -, ist man offenbar bereit über eine gewisse Summe zu reden. Das aber auch nur vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise, und den grundsätzlichen Sorgen des Kapitals bzgl. seiner Zukunft. Ich wiederhole: Als Forderung ist das BGE entweder illusionär oder demagogisch, grundsätzlich spiegeln solche Gedanken den Übergang zur arbeitslosen Gesellschaft wider, und darin offenbaren sie ihren sozialistischen Gehalt, insofern nämlich die Abschaffung des Marktes darin vorweg genommen scheint. Konkret spiegelt sich darin auch eine schwere Krise des Kapitals.

0 Justin Thynne 02.04.2010, 21:00 Uhr

@ Rosinante (19:57)- die...

@ Rosinante (19:57)- die dezentrale Matronenkommune, auch in der von Ihnen vorgeschlagenen personellen Zusammensetzung, finde ich ausgezeichnet. Einzige Anregung: nicht auf Neuschwanstein, sondern auf Herrenchiemsee und alle Schiffe, Boote und übrigen Beförderungs- und Kommonuikationsmittel vernichten.

...HansMeier555, bitte, helfen...

...HansMeier555, bitte, helfen Sie mir auf die Sprünge. . Meinen Sie das Alles ernst! . ...und wurde das mit der PR nicht schon versucht -wie ich meine- zu einem günstigeren Zeitpunkt. . Vor Jahren gab es im Fernsehen einen Werbespot, der einen glücklichen kleinen Jungen beim Stiefelputzen am Straßenrand zeigte, ganz chic gekleidet, wie ein kleiner Landlord. I

Der Widerstand gegen das BGE...

Der Widerstand gegen das BGE ist die letzte Bastion des Mittelstandes. Wenn die Plebs erst abseits der taeglichen materiellen Aengste die Zeit findet ueber ihre wirkliche Situation nachzudenken und die Konsequenzen daraus zieht, wird es eine Menge ueberbeanspruchte Laternen geben. Ca ira!

0 Cornelius 02.04.2010, 22:00 Uhr

@ donna laura, 02. April 2010,...

@ donna laura, 02. April 2010, 14:34 . Ihnen ist zuzustimmen, dass es vom Konzept bis zur praktischen Umsetzung ein überaus steiniger Weg sein wird. Da ich die Menschen, von der Schabe über den Blutegel bis zum Gockel kenne, habe ich das Wissen darum, wie ich diese zu nehmen und gegebenenfalls mit einzubinden habe. Verzweiflung bringt einen da nicht weiter, eher die Suche nach praktikablen Lösungswegen. . Wäre ich nicht felsenfest davon überzeugt, dass es zu schaffen ist, würde ich – wie so viele - den einfacheren Lebensweg gehen, wegschauen und es mir nur noch hübsch machen. Darin sehe ich aber keine Herausforderung, weil es relativ einfach zu haben ist. Die große, unlösbar scheinende Aufgabe sollte im Focus eines jeden stehen, der auch nur ahnt, dass sie mit seiner Hilfe gelöst werden könnte. Glauben Sie mir, donna laura, es wird funktionieren, vielleicht erst dann, wenn wir so tief im Sumpf stecken wie die Griechen. . @ Don Alphonso, 02. April 2010, 14:50 . Nicht nur die Anhänger der APPD („Arbeit ist Sch….“) würden ein Tänzchen machen, wenn es das BGE gäbe, auch viele linke Sozialromantiker, die man hier und da im Che-Guevara-T-Shirt rumlaufen sieht. Die sollten sich nur mal zwei Sätze vom pragmatischen Revolutionsführer hinter die Ohren schreiben: „Hier hat jeder eine Aufgabe.“, „Hier lungert niemand nur so rum.“ Natürlich muss man den Frust vieler Erwerbslosen verstehen, weil die Politik es einfach nicht fertig bringt, diese Menschen mitzunehmen, in die Wirtschaft zu integrieren, ihnen ein Angebot zu machen. Für mich das größte Übel. Würden die in der Hauptstadt ihre Arbeit richtig machen, gäbe es diese leidige Diskussion über ein BGE nicht.

Ich glaube nicht, dass man...

Ich glaube nicht, dass man asoziale Menschen im Erwachsenenalter noch aendern kann. Der einzige Weg ist Ausbildung und Perspektive im jungen Alter. Das in den Kommentaren genannte finnische Modell klingt interessant. Ich finde zudem, dass die Amerikaner mit ihren SAT-Tests (soweit ich weiss, sind das verkappte Intelligenztests) auch ein - von der Ferne als Laie betrachtet - recht faires System haben, das eine Chance fuer kluge Koepfe ohne Geld und Status bietet, falls man bis dahin die inner cities ueberlebt hat. In Deutschland verwechseln wir aber leider zu oft Bildung mit Intelligenz. Ich finde, die gebildetsten Menschen, die ich kenne, sind meistens die, die erkennen, dass sie nicht dumm, aber auch nicht "rocket scientists" sind, und dann mit Wissen und Kultur kompensieren. Daran ist ja auch nichts falsch, ich finde aber, dass diejenigen, die es sich leisten koennen, dann wenigstens ein bisschen Geld in die Hand nehmen sollten und das an Bildungseinrichtungen im weitesten Sinne spenden koennten. Wiederum macht man sich da gern ueber die Amis lustig, aber die machen wenigstens etwas und debattieren nicht nur.

... Don Carlos, in Ihrem Text...

... Don Carlos, in Ihrem Text schrieben Sie -das Spiel wird beendet sein- ist Ihnen das Ausmaß dieser Aussage tatsächlich bewußt?. . Mir, ja!

0 Rosinante 03.04.2010, 05:57 Uhr

Filou 23:47, das Nachdenken...

Filou 23:47, das Nachdenken des Plebs hat vor 40 Jahren das Gedicht "Der Arbeiter heisst Arbeiter / weil er arbeitet. / Der Unternehmer heisst Unternehmer / weil er Etwas unternimmt. / Würde der Arbeiter Etwas unternehmen / müsste der Unternehmer arbeiten." hervorgebracht. Wenn ein Redner den letzten Satz sprach, begann die Zuhörerschaft zu gröhlen. Es ist nicht anzunehmen, dass ein heutiges Nachdenken das Ergebnis substantieller macht. Die Schnelligkeit, die dem dialektischen Materialismus durch den "Strukturwandel" (Habermas) der Elektronik möglich ist, erleichtert zwar kriminellen Energien die "antikapitalistische Wohlstandsvermehrung", aber die Logik bleibt in ihrer Schizophrenie binär. Die Vernetzung (zumal die globale) ist die neue Lebenslüge des Parasiten (beiderlei Geschlechts). Und die Menge überbeanspruchter Laternen (träumen Sie wirklich davon?) reduziert sich auf ein ordnungspolitisches Problem. . Justin Thynne 23:00, Ihr schöner Vorschlag mit Herrenchiemsee würde das Matronen-Projekt auch für das europäische Tourismus-Marketing interessant machen. Die Schiffe könnte man schon vernichten, aber im Sinne einer "offenen Demokratie" sollte dem Steuerzahler am Seeufer das zukunftsweisende Sozialexperiment in Echtzeit auf Grossleinwänden übertragen werden. Die würde auch eine Finanzierung aus Brüssel erleichtern.

schoener post, don. ich will...

schoener post, don. ich will ja auch immer das BGE. nicht fuer mich, sondern fuer unsere gesellschaft. - jetzt weiss ich, dass diese ausgleichszahlungen laengst ueberfaellig sind. - danke. - wo ist die petition? wo kann ich unterschreiben?

0 Überlegender 03.04.2010, 07:15 Uhr

Das BGE scheint mir ein guter...

Das BGE scheint mir ein guter Weg zu sein, die zukünftigen Probleme Deutschlandes in den Griff zu bekommen. Über die Finanzierung kann man streiten, vor allen Dingen weil wir in der EU sind. Eine reine Finanzierung über die MWST ist derzeit ja nicht möglich, da die EU nur 25% MWST zulässt. Aber wenn man es will, wird eine Lösung gefunden werden. Habe in diesem AktuellenArchiv des Grundeinkommens, Gedanken des Prof.Werner gefunden, wie er sich das mit der MWST vorstellt und da zeigt er nicht, das er gegen die Menschen ist und nur seinen eigenen Reichtum fördern möchte! Wenn er z.B. von 3% MWST auf Grundnahrungsmittel spricht und weitere Details, dann so aus sehen: andere Nahrungs- und Genussmittel mit zehn Prozent, Luxusgüter wie Champagner oder Trüffel mit 80 Prozent belastet werden. Privat genutzte PKW ab 200 PS oder ab einem Preis von 50.000 Euro will Werner vier mal so hoch besteuern wie Klein- und Mittelklassewagen. Oder er weiter dies sagt: Schon heute, sagt (Götz) Werner, würden sämtliche Steuern letztlich vom Konsumenten bezahlt. "Alle Steuern stecken am Ende in den Preisen." Wenn künftig nur noch der Konsum steuerlich belastet wird, geht es sozial gerechter und transparenter zu: "Ein reines Konsumsteuersystem eröffnet ungeahnte Möglichkeiten, reiche Müßiggänger und Prasser so richtig zu schröpfen. Sie haben praktisch keine Möglichkeit mehr, Steuern zu hinterziehen oder auch nur zu optimieren." Dann weiß ich nicht was dagegen ein zu wenden wäre. Wie es dann mit der Schwarzarbeit wird, die sich nach meinem derzeitigen Gefühl, dann nicht mehr lohnt werden wir sehen. Also ich spreche hier mal meinen Dank aus und werde mich mit dem Thema BGE intensiv beschäftigen, es scheint mir im Augenblick der beste Weg zu sein. Ich habe auch keine Angst vor den angeblichen Faulenzern, die paar gab es schon immer und damit werden wir leben können. Die meisten wollen etwas tun!

0 HansMeier555 03.04.2010, 07:37 Uhr

Die Eliten müssen sich selber...

Die Eliten müssen sich selber erst einmal fragen: . "Was für eine Unterschicht wünschen wir uns?" "Auf welche Eigenschaften legen wir besonderen Wert, was können wir gar nicht haben?" . Sich immer nur angeekelt abzuwenden, immer nur rumzukritteln und dann doch wieder einen Hunni rüberzuschieben -- das bringt doch nix. Davon wird es nicht besser. . Bitte denken Sie daran: Sämtliche Hebel der Einwirkung sind in ihrer Hand oder könnten es ganz schnell sein. Also: Nicht so faul! Auf die münchhausenartige Selbstherausziehung der unterständischen Schichten aus dem TV-Sumpf dürfen wir kaum hoffen. . Distinktion, Zuwendung, Gnade.

0 Foersterliesel 03.04.2010, 08:28 Uhr

liebe(r?) colorcraze, schön...

liebe(r?) colorcraze, schön daß Sie wieder da sind! lieber Rosinante, ja, das ist diese Differenzierung in den 60ern. Fluxus und arte povera sind auch interessant. lieber Justin Thynne, Kommune auf Herrenchiemsee, oh ja! Man kann das Schloß ja dem Konsortium überlassen und sich in eins der hübschen Nebengebäude (bei uns heißen die Kavaliersstöckl) zurückziehen. alle jene, die das finnische Modell erwähnt haben: es gibt in Finnland auch Schul-und Studiengeld für alle und einen Anspruch auf Wohnung, http://www.pori.fi/deutsch/info/arbeit/

@Rosinante, nur kurz, keine...

@Rosinante, nur kurz, keine Zeit: Die Arbeiter meinte ich nicht. Inzwischen gibt es einen breiten Besatz an halb-bis vollakademischenm Prekariat, Leuten, die gezwungen sind, sich an Institutsleiter heranzuwanzen, Leuten, die zwar viel koennen, und wahrscheinlich deshalb den Schikanen aller moeglicher Intrganten ausgesetzt sind. ETC. Was fuer eine Erloesung waere es fuer diese Menschen, wenn sie der Willkuer der immer groesser werdenden Schar von Armleuchtern entgehen koennten. . (Ich bin Arbeitgeber. Ich sehe den Mist. Manchen Faxenmacher wuerde ich gerne achtkantig rausschmeissen. Geht aber immer noch nicht so einfach) . PS: Der gebildete Diskurs mit Zitieren von Nachkriegsphilosophen und Soziologen ist die Folge eines nachkrieglichen inflationaeren intellectuell overkill, von wem auch immer herbeigefuehrt, um die klare Sicht auf die Realitaet zu erschweren. Immer wieder kommen neue Thesen und Theorien hinzu, kein Beweis wird ueberzeugend gefuehrt-und nur wenige meinungshoheitliche Personen verschwinden. Wir haben zu viele anmassende Haeuptlinge, aber kaum Indianer.

0 specialmarke 03.04.2010, 09:08 Uhr

BGE halte ich vor allen Dingen...

BGE halte ich vor allen Dingen für eine Möglichkeit, unseren unsäglichen Arbeitsmarkt zu entlasten, Lohndumping und Kündigungen wegen Maultaschen überflüssig zu machen. Ende der 60er Jahre konnte man noch kündigen, wenn einem der Arbeitgeber nicht passte, und sich wohlgemut auf den Arbeitsmarkt begeben: ein Inserat führte zun zwei Dutzend Stellenangeboten. Heute dürfen Sie um eine solche Stelle mit 200 Mitbewerbern konkurrieren. BGE könnte so zu besseren Arbeitsplätzen führen, weil diese Drängelei auf dem Marktplatz gewiß nicht jedermanns Sache ist. - Aber finanziert werden muß das natürlich durch die "Stützen der Gesellschaft": Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer, Luxussteuer, denn allein mit einer maßvollen Mehrwertsteuererhöhung wird man nicht auskommen. Und um die Schweiz herum werden wir wohl einen Zaun bauen müssen, wie er mal durch D ging.

0 Justin Thynne 03.04.2010, 09:24 Uhr

@ HansMeier555 (09:37): Das...

@ HansMeier555 (09:37): Das Problem ist, das der Unterschicht vermutlich völlig egal ist, was die Stützen der Gesellschaften denken und welche Unterschicht diese sich wünschen würde. Deren Welt dürfte als äußersten Maßstab das Unwesen des Promi-Prekariat aus der Welt der Sender Sat1, ProSieben, RTL u.ä. zum Vorbild nehmen. Nicht aber die Nutzung von Museen, Parks, dem höheren Schulwesen oder Universitäten.

0 HansMeier555 03.04.2010, 09:37 Uhr

Liebe Kommunardinnen . bitte...

Liebe Kommunardinnen . bitte vergessen Sie nicht, daß Ihr Verweilen auf Herrinnenchiemsee dem Zweck dienen soll, einen neuen Verfassungsentwurf auszuarbeiten. Es geht nicht um Urlaub und Abkapseln, sondern um die Re-Integration der Unterschichtler mit inadäquater Lebensführung. . Sich da was auszudenken wäre dann Ihre Matronenpflicht. Das Dasein als Feudalherrin hat auch nervige und anstrengende Aspekte, barocke Kulissen hin oder hergeschoben. Natürlich macht einem nix so viel Streß und Arbeit wie eine falsch erzogene Dienerschaft. Aber es hilft nix, da müssen wir jetzt durch.

0 KingBuzzo1 03.04.2010, 09:49 Uhr

Wie armselig, wenn man sich...

Wie armselig, wenn man sich derart an den zehntausend Dingen festhalten muss! Welcher Mangel an geistiger Tiefe! Ich habe nie verstanden, worauf diese Klasse nun genau so stolz ist. Auf dieses Barbie-Haus-Getue? Was für eine Katastrophe, wenn diese Leute nun ..."massgeblich definieren, was für die Mehrheit des Landes wünschenswert ist"... Immerhin sind bei ihnen Reflexionsfähigkeit auf leidlichem Niveau und Selbstironie vorhanden. Trotzdem eine traurige Sache, die Inhalte und Überzeugungen der Oberschicht. Radar

0 G. Schoenbauer 03.04.2010, 09:53 Uhr

Filou, von welchen neuen...

Filou, von welchen neuen Thesen und Theorien reden Sie? Wer hat was bewiesen, ohne Sie ueberzeugen zu koennen? Koennte ja auch sein, dass Sie, der Mann mit der klaren Sicht, einiges nicht begriffen haben. G.S.

@G. Schoenbauer: Da kann schon...

@G. Schoenbauer: Da kann schon etwas dran sein. Das ist eben der Nachteil, wenn man sich mit dem platt Existentiellen beschaeftigt. Da bleibt fuers Geistige wenig Raum.

0 HansMeier555 03.04.2010, 10:08 Uhr

"Das Problem ist, daß das der...

"Das Problem ist, daß das der Unterschicht vermutlich völlig egal ist, was die Stützen der Gesellschaften denken..." . Sehen Sie Herr Thynne, genau das könnten Sie doch ändern. Sie haben die Hebel der Einwirkung. Die Abhängigkeit ist längst da, jetzt müssen Sie sie halt auch mal ausnutzen. Natürlich ist es unappetitlich, sich in das Privatleben anderer einzumischen, aber durch diesen Augiasstall muß Herkula jetzt durch. . Heutige Unternehmerfrauen könnten doch einfach dort weitermachen, wo württembergische Pfarrersfrauen im 19. Jahrhundert aufgehört haben. Damit Armut und Anstand wieder zusammenkommen.

0 Foersterliesel 03.04.2010, 10:52 Uhr

na gut, noblesse oblige, Sie,...

na gut, noblesse oblige, Sie, lieber Hans Meier 555 fungieren als Berater (Geheimer Rat, uns viellieb als ein oheim). Mir schwebt zur Untertanen- und Selbstverbesserung was Ökospirituelles mit viel Gärtnern, Tanzen und Musizieren vor. Findhorn, Waldorfschule, Sekem - so etwa. Justin Thynne bekommt Quartier etwas entfernt von mir, ich mag keine ausprobierten Damen trösten (ich kenne das noch aus WG-Zeiten) und der Hund mag auch nicht, wenn man ihm das Fell nassheult. Falls die Tagsätze für unsere Existenzler vorerst nicht ausreichen, bin ich bereit einen Fernkurs "Wie angle ich mir einen jungen Herrn von Stand" für aufstrebende Juristinnen einzurichten und die Erlöse daraus unserem Projekt zuzuschießen.

Natuerlich ist es der...

Natuerlich ist es der Unterschicht egal, was die Stuetzen der Gesellschaft denken. Es ist der Unterschicht aber sicherlich nicht egal, was die Stuetzen der Gesellschaft tun, wenn es Ersteren nuetzt. Es macht einen Riesenunterschied, ob man durch den Staat, oder durch eine "Stuetze" auf eine ansonsten unerreichbare Ebene gehoben wird. Passiert das im jungen Alter, z. B. ein Stipendium, gibt man das der Gesellschaft auch zurueck. Und wenn es potenzsubstituierendes Maezentum oder Sugardaddy-Gehabe war, das diese heilere Welt fuer einen Menschen ermoeglichte, wenn interessiert's. Mir ist der altersfeuchte Philantroph der seine Haende ausstreckt lieber als der nur an seinem papiertrockenen Selbst fummelnde Philosoph, den das Leben der Anderen nur intellektuell tangiert. Wer ko, der ko au wos schees abgebm.

0 ForMoreDemocracy 03.04.2010, 11:40 Uhr

abf (03. April 2010, 09:04) "...

abf (03. April 2010, 09:04) " ich will ja auch immer das BGE. nicht fuer mich, sondern fuer unsere gesellschaft. - jetzt weiss ich, dass diese ausgleichszahlungen laengst ueberfaellig sind. - danke. - wo ist die petition? wo kann ich unterschreiben?" Die Petition kann in der Tat noch mitgezeichnet werden. Online wurde sie zwar bereits im letzten Jahr beendet, aber bis zur Anhörung im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages, in der 2. Jahreshälfte 2010, kann man die Petition noch per Fax o. Postkarte o. Brief mit unterzeichnen. Siehe http://www.bge-forum.de/viewtopic.php?f=44&t=179 oder http://www.archiv-grundeinkommen.de/petitionen/postkarten_petition.pdf Hier kann man sich die Online-Petition ansehen (und Forum dazu): https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=1422

0 Thomas Paine 03.04.2010, 13:05 Uhr

Die Herrlichkeit des...

Die Herrlichkeit des selbstgemachten Individuums spricht zu uns. Ich bin selbst meines Glückes Schmied. Ich, ich, ich und nur ich alleine sorge für das Wohl meines biologischen Organismus´. Ich habe ein tiefgehendes Ressentiment gegenüber der Bürgerlichkeit, weil ich glaube, dass diese mich an meinem Glück hindern will und wollte. Dieses schmarotzende WIR, das sich als moralische Instanz über mich setzten will. Es hat mir nicht die gleichen Chancen zugebilligt, wie den Kindern der Oberschicht. Ich bin mit Hass so tief erfüllt, dass ich, ich glaube, ich glaube, ich, ich habe für den Organismus selbst gesorgt und kann für diesen Organismus selbst sorgen. Und dann hol ich den Müller vom Bau und sage ihm, ich sage ihm: sieh Müller, du schuftest auf dem Bau von früh bis spät und DIE wollen deine Steuern haben!!! Ich sage ihm nicht : sieh Müller, du schuftest von früh bis spät und DIE beuten dich aus! Nein, das sag ich nicht, weil Müller ja auch ein selbstgemachter Mann ist! Er kann stolz auf sich sein, weil er malochert sein Leben lang, seine Gesundheit hergibt für paar Kröten. Ich sage, Müller, sage ich, Müller das ist Freiheit!! DAS IST FREIHEIT, MÜLLER!! Ich sage ihm nicht, dass er bald nicht mehr gebraucht wird. Wenn ich ihm das sagen würde, wäre seine Annahme vom Ende der Erwerbsgesellschaft ja nahe, und ich weiß, Müller ist nicht dumm. Ich muss Müller glauben lassen, dass bald die 2% seiner Population, dass sie schuften und andere leben, auf seine Kosten! So kann ich Müller immer herhalten und ihm sagen, dass Meyer, der nicht mehr auf dem Bau arbeiten darf, der Meyer auf seine Kosten lebt. So halte ich beide im Schach, Müller und Meyer. UND: ich kann davon leben! Jawohl, weil ich Müller und Meyer die Welt erkläre, kann ich davon leben. Wo? Wie? Bei der FDP z.B. oder bei der Bildzeitung.

Kleiner Vorschlag für Absatz...

Kleiner Vorschlag für Absatz 7, letzter Satz: "Er kommt in den klassischen Strukturen der Arbeitnehmerschaft mit ihrem sozialen Zusammenhalt, der Firma und Gewerkschaften nicht mehr vor[kommt];"

Werter G.S. In diesem Blog...

Werter G.S. In diesem Blog fällt auf, daß die wenigsten sich um sich selbst und ihre eigene Zukunft Sorgen machen, aber die Gesellschaft in einem desolaten Zustand sehen. Besteht hier keinerlei Zusammenhang mit "dem gebildeten Diskurs der Nach- kriegsphilosophen und Soziologen".

0 Cornelius 03.04.2010, 16:17 Uhr

Weit sinnvoller als das BGE...

Weit sinnvoller als das BGE wäre die Integration aller arbeitsfähigen Erwerbslosen in die Wirtschaft. . Jeder Erwerbslose sollte – entsprechend seiner Fähigkeiten – 25 Stunden in der Woche in einem Unternehmen seiner Wahl einen Beitrag zur Solidargemeinschaft leisten. Der Unternehmer zahlt Netto 6 Euro Stundenlohn (ohne weitere Abgaben), von dem 4 Euro an einen Konjunkturaufschwungsfond gehen, und 2 Euro an den Teilnehmer der Maßnahme. Der Erwerbslose hat also jeden Monat 200 Euro mehr in der Tasche, weil ihm absolut nichts von seinen sonstigen staatlichen Transferleistungen abgezogen wird. Der Unternehmer zahlt neben den 200 Euro noch 400 Euro an den Konjunktur-Fond, darf aber keinen Stamm-Arbeitnehmer entlassen, um an die Maßnahmeteilnehmer zu kommen. . Was passiert jetzt? Wenn die Merkel das Konzept begreift und morgen an die Medien verteilt, würden sich in kürzester Zeit 3 Millionen Erwerbslose in dieser sinnvollen Maßnahme wiederfinden und die Merkel jeden Monat 1,2 Milliarden Euro einnehmen. Sind im Jahr etwa 14,4 Milliarden Euro. Der Plan geht nur auf, wenn dieses Geld postwendend und ausschließlich in die Bildungssysteme investiert wird. Jeden Monat könnte die Bauwirtschaft und ihre Zuliefererindustrie mit 1,2 Milliarden Euro zusätzlich unsere Schulen, Universitäten etc. sanieren und auf den neusten Stand bringen. Danach alle Straßen, Fuß- und Radwege, Autobahnen, Spiel- und Sportplätze, Museen, Tierparks, Botanische Gärten, staatliche Wälder, etc. pp. … . Die Vorteile gegenüber einem BGE? Erwerbslose, die über Jahre nur verwaltet und umhergeschoben werden, verlieren ihr einst erlerntes Wissen. Damit vernichtet der Staat seit Jahrzehnten wertvolles Humankapital. In der beschriebenen Maßnahme werden Erwerbslose entsprechend ihrer Fähigkeiten in die Wirtschaft integriert. Dabei können sie ihr Wissen anwenden und sich auch weiterbilden. Das Selbstwertgefühl dieser Menschen würde ungemein steigen, zumal ihnen auch eine Perspektive geboten wird, wenn nämlich jedes Jahr 14,4 Mia Euro zusätzlich in die Bildung fließen, erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass neue Produkte, Technologien und Dienstleistungen entwickelt und produziert werden – mit neuen Vollzeitarbeitsplätzen, in die jeder Maßnahmeteilnehmer sofort abwandern kann. Das Konzept löst sich quasi von allein wieder auf. . Der Plan würde natürlich noch besser aufgehen, wenn sich parallel dazu alle Berufspolitiker bereit erklären, 10 Prozent ihrer Diäten mit in diesen Konjunkturaufschwungsfond zu werfen. Wir sind ja schließlich eine Solidargemeinschaft …

0 auch-einer 03.04.2010, 16:25 Uhr

minna, wir überqueren den...

minna, wir überqueren den fluss, wenn wir dort angekommen sind. oder mehr volkstümlich: spare in der not, dann hast du zeit dazu.

0 Justin Thynne 03.04.2010, 16:44 Uhr

Liebe Foersterliesel, für...

Liebe Foersterliesel, für Ihren einzurichtenden Fernkurs, denn die Notwendigkeit für eine finanzielle Unterstützungs des Projektes wird sich schon sehr schnell erweisen, werde ich mich dann als Berater anbieten. Ansonsten sind die nassgeheulten Taschentücher eher auf meiner Seite vorzufinden. Insofern begrüße ich sogar Ihren Fernkurs, dass erhöht das Potential BGE-unabhängiger Kandidatinnen.

. ...auch-einer, dann werden...

. ...auch-einer, dann werden wir uns treffen :)

@Vroni ja mit der...

@Vroni ja mit der Interpunktion habe ich es nicht so, aber so schwierig ist er ja nun auch nicht zu lesen (einmal tief Luft holen und dann klappt das schon) schlimmer saehe es bei diesem Satz aus: wartet, nicht haengen oder wartet nicht, haengen ein Glueck dass ich ein sonniges Gemuet habe

0 Köstlich 03.04.2010, 20:01 Uhr

Ein Grundeinkommen (das...

Ein Grundeinkommen (das arbeitsfähigen Menschen gewährt wird) muss an eine bedingungslose1) Arbeitsverpflichtung gebunden sein. Nur so kann die überwiegende Mehrheit der Leistungswilligen dauerhaft davon überzeugt werden, dass sie -im Vergleich zur (wenn auch kleinen) arbeitsunwilligen Minderheit- zumindest nicht "...die Dummen sind, die täglich ihre Lebenszeit mit Arbeit verschwenden". . 1) Wer (nach einem Jahr der erfolglosen Arbeitssuche) letztlich ein Grundeinkommen bezieht, kann m.E. keine gemeinnützige Arbeit als "unzumutbar" ablehnen, weil er sich für "überqualifiziert" hält. . Es gilt gesellschaftlich den "Abstand im Arbeitsleid" zu wahren, dann regelt sich der Lohnabstand am Markt auch ohne Mindestlohn.

0 Teutobrecht 03.04.2010, 21:12 Uhr

@Filou, das platt...

@Filou, das platt Existenzielle: "Primum vivere, deinde philosophari", wurde das Problem auf Lateinisch umschrieben. Brecht brachte es drastischer auf den Punkt: "Erst kommt das Fressen, dann die Moral." Und Maslow integrierte es in eine Hierarchie von Beduerfnissen. "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!" - fuer die Erneuerung dieser Einsicht sollten wir der FDP dankbar sein. Noch einige Stichworte zu Diskussionen von Wissenschaftlern, die auch ausserhalb des Elfenbeinturms zur Kenntnis genommen wurden: Habermas/Singer ueber den "freien" Willen; Huntington ueber den (angeblichen) "Kampf der Kulturen"; Individualisierung und Pluralisierung der Lebensstile von Beck usw. MfG G. S.

@Teutobrecht, vielen Dank. Da...

@Teutobrecht, vielen Dank. Da fehlt es mir natuerlich an Detailkenntnis. Ich muss daher den Gedankengang aus anderer Richtung beginnen, naemlich aus der Wirkung der vielen klugen Gedanken auf die Realitaet. Die sieht in der Bundesrepublik reichlich betrueblich aus. Besonders weil man irgendwann glaubte, dem rat racing die schlimmsten Auswuechse genommen zu haben. Anzunehmen, dass im diskursiven Nebel die neuen Instrumente des althergebracht Herrschenden (Ausbeuterischen) angefertigt werden, ist so abwegig nicht. Grober ausgedrueckt: Es wird viel geredet und die Unzahl der Schafe, brav zuhoerend und glaubend, verstanden zu haben, werden verwirrt. Und dann, wie ueblich, werden sie geschlachtet.

0 Köstlich 03.04.2010, 22:17 Uhr

Werter Don, woran liegt es...

Werter Don, woran liegt es dass "....die jüngere Generation der Westviertel, jener Nachwuchs, der heute mit 40 nie in der Lage wäre, Villen zu bauen wie die Eltern im gleichen Alter...." ? . Waren die Eltern damals tüchtiger oder ist das Westviertel-Grundstück und die erforderliche Handwerksleistung heute einfach zu teuer geworden?

0 Marcus Tullius 03.04.2010, 22:30 Uhr

Echter Wettbewerb ist die...

Echter Wettbewerb ist die beste Umverteilung. Dann sieht man, welche "Kreise" relevant sind. Geld ist Geist und nicht Bedürfnisbefriedigung. Die Dummen werden ihr Geld verlieren, das mag man betrauern, ist aber nicht zu ändern. Dann gibt es vielleicht auch mehr Leute, die Museen etc. privat finanzieren wollen und können. Es sind nicht die Arbeitsverhältnisse der Kreativwirtschaft, sondern deren Ausrichtung an Kleinklein. Google organisiert die Informationen der Welt, hier verkauft man Klingeltöne und hat sein Unternehmen im Westerwald. Don Alphonso, ich vermisse Renaissancemenschen im Hier und Jetzt. Nicht die Kuratoren ihrer verstaubten Artefakte. Deren Privilegierung ist eine Autosuggestion. Wenn Sie Ihre Privilegien stören, brauchen Sie nicht die SPD zu wählen, das macht der Markt schon ganz von allein.

0 Don Alfredo 04.04.2010, 00:38 Uhr

Apreciado Señores, beeilen...

Apreciado Señores, beeilen Sie sich mit der gesellschaftlichen Neuausrichtung in Deutschland. Viel Zeit dazu bleibt nicht mehr. Die Wirtschaftskrise ist noch lange nicht vorbei und aus verlässlicher Quelle weiß ich, dass sich GS entgegen offizieller Verlautbarung auf eine double-dip recession in 2011 einstellt. Folgen werden mehrere Jahre Deflation. Was das für den Arbeitsmarkt der etablierten Nationalökonomien bedeutet, versteht sich von selbst. Debt crises have sadly similar conclusions: they always end in pain and tears.

@Reiterjunge: Ich unterstütze...

@Reiterjunge: Ich unterstütze ihren BGB-Vorschlag mit der Einschränkung, dass bisherige Grundberseitzer bei diesem Model leer auszugehen haben. Eine Bewegung der Landlosen in D muss her!

Don Alfredo, vielen Dank für...

Don Alfredo, vielen Dank für diesen Hinweis. Wir können jetzt alle verfolgen, ob diesem GS-Plot Erfolg beschieden ist.

0 Teutobrecht 04.04.2010, 01:21 Uhr

@minna, dass man sich Sorgen...

@minna, dass man sich Sorgen ueber die Zukunft macht, ist nun wahrlich nichts Neues, ebenso, dass diejenigen, die Grund haben, sich die groessten Sorgen zu machen, diese eben nicht schriftlich zum Ausdruck bringen, weil man derartige Ausdrucksweise gelernt haben muss. Von daher stimmt ihre Behauptung eines Zusammenhangs von Nachkriegsphilosophen und Soziologen und deren Diskurs und saturierten Bloggern und deren Problembewusstsein in dieser Blog-Veranstaltung, allerdings frage ich mich, was man mit dieser Einsicht gewonnen hat. Hier geht es um Reproduktions- und Verteilungsfragen, damals ..., na, was waren eigentlich die damaligen Themen: der Vietnamkrieg faellt mir ein, Kapitalismuskritik, einschliesslich der (erst kuerzlich wieder aufgelegten) Kritik der Warenaesthetik, "Atomkraft nein danke" , Reformpaedagogik, die jetzt in neuem Licht erscheint, Hochschulgesetzgebung, Gesamtschulen ... Dann gab es einige staerker sozialwissenschaftlich bestimmte Diskussionen: den beruehmten "Positivismusstreit", bei dem Adorno den anwesenden Popper ueberging und stattdessen auf den bereits lange verstorbenen Wittgenstein einpruegelte, oder die aus heutiger Sicht voellig unsinnige Frage, ob mit dem "Spaetkapitalismus" Massenarbeitsarbeitslosigkeit ein fuer alle mal aus der Welt geschafft wurde, man sich fuer die Steuerungstaetigkeit aber massive Legitimationsprobleme eingehandelt habe, oder die kaum weniger sinnvolle Frage, ob die Luhmannns Systemtheorie auch fuer ideologische Zwecke benutzt werden kann usw. usf. Gruss G.S.

0 ForMoreDemocracy 04.04.2010, 09:09 Uhr

Die Kommentare vieler Leser...

Die Kommentare vieler Leser hier machen sehr deutlich, dass sie die Idee des Grundeinkommens nicht verstanden oder sich mit ihr noch nicht wirklich auseinandergesetzt haben - es kommen hier immer wieder Vorschläge, an welche Bedingungen man die Auszahlung eines Grundeinkommens knüpfen könnte. Aber das Grundeinkommen ist eben keine weitere bedarfsorientierte Sozialleistung, oder eine arbeitsmarkpolitische Maßnahme, "arbeitswilligen Arbeitslose" in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Das Grundeinkommen ist ein (bisher ungeschriebenes) Bürgerrecht. Und ein Bürgerrecht gilt für alle Menschen gleich. Jeder Mensch sollte das Recht auf eine materielle Grundabsicherung haben; unabhängig davon was er leistet. Hier die offizielle Definition eines Grundeinkommens: Ein Grundeinkommen ist ein allen Menschen individuell zustehendes und garantiertes, in existenzsichernder Höhe (Armut verhindernd, gesellschaftliche Teilnahme ermöglichend), ohne Bedürftigkeitsprüfung (Einkommens-/Vermögensprüfung), ohne Arbeitszwang und -verpflichtung bzw. Tätigkeitszwang und -verpflichtung vom Staat ausgezahltes Grund-Einkommen. Weitere Einkommen sind anrechnungsfrei möglich. Alle genannten Kriterien kennzeichnen das Grundeinkommen als ein _bedingungsloses_. Es gibt schlicht und ergreifend keine Bedingung für den Bezug des Grundeinkommens. Dadurch unterscheidet sich ein Grundeinkommen von einer Grund- oder Mindestsicherung. Ein Grundeinkommen ist kein sozialpolitisches Projekt, welches versucht, Marktdefekte zu reparieren. Es ist ein Projekt für mehr Freiheit, Demokratie und Menschenwürde. Es weist über die bestehende Gesellschaft hinaus. Allen Lesern frohe Ostern! :-)

0 donalphonso 04.04.2010, 09:21 Uhr

ForMoreDemocracy, bedaure,...

ForMoreDemocracy, bedaure, aber hier ist niemand blöd oder versteht das Thema nicht - Sie verstehen nicht, dass hier viele Leute das einfach nicht als Lösung begreifen, sondern als eine eher unerfreuliche Idee mitunter sehr unerfreulicher Personen. Ich weiss, worum es geht, und ich halte es für grundfalsch.

0 ForMoreDemocracy 04.04.2010, 09:30 Uhr

Dass du die Idee des...

Dass du die Idee des Grundeinkommens für grundfalsch hältst, ist mir klar. Dein ganz offensichtlich negatives Menschenbild und dein Verhalten anderen Kommentatoren gegenüber machen deine Haltung bereits sehr deutlich.

0 donalphonso 04.04.2010, 09:35 Uhr

Immerhin, dafür mache ich...

Immerhin, dafür mache ich hier kein Agitptop und sage auch nicht, dass alle anderen ein wenig blöd sind, nur ich habe die beste Lösung für alles und jeden. (Trotzdem fühlen sich die Leute hier wohl, woran mag das wohl liegen?)

Der Sozialismus ist tot. Der...

Der Sozialismus ist tot. Der Kapitalismus hat gesiegt. Der Markt regelt alles. Damit ist das Ende der Geschichte erreicht. Sagen diejenigen, die von der aktuellen Situation profitieren. Ich, als Globalisierungsverlierer, nehme mir jedoch das Recht heraus, alles und jeden in Frage zu stellen. Um es kurz zu machen, für mich kristallisiert sich ein Mischsystem aus Plan- und Marktwirtschaft als das Optimum heraus. Und im Grunde haben wir das ja jetzt schon, wenn z.B. Mr. Obama aktuell eine neue Flottenverbrauchsgrenze in den USA vorschreibt. Die ganzen Verordnungen und Richtlinien in den Industriestaaten sind nichts anderes als Planvorgaben. Für mich hat das politische System, als Repräsentant des "Staates", immer die letzte Lenkungsfunktion. Es widerstrebt meinem Weltverständnis, wenn die Leitungs- und Lenkungsfunktion des Staates, also von uns allen, in die Hände von Großkonzernen, genauer Kapital-akkumulationen, fallen soll. Sire, geben sie Gedankenfreiheit. Ich denke also und hinterfrage die Rolle der Banken (zugegeben, nicht sehr originell). Warum werden alle Ansätze von Freigeld, Regionalgeld, Gutscheinsystemen etc so vehement bekämpft? Warum macht sich die Finanzabteilung der Regierung DIESBEZÜGLICH so massive Gedanken über den Verlust ihrer "Mehrwertsteuer", so wie wohl auch so mancher Haushaltsentrümpler bei eBay wegen lächerlicher Beträge schnell in Konflikt mit dem Finanzamt kommt. Aber es werden nur 19% MWSt auf einen Maserati erhoben? Etwas ist faul im System. Der Fisch stinkt vom Kopfe. Ich sage, der ganze Plan stimmt nicht. Nicht der ganze Staat herrscht, sondern lediglich die Kapitalisten des Staates. Ich frage mich, was bedeutet es, wenn aktuell "die Märkte mit Liquidität geflutet werden". Die Börsen steigen, die, entscheidenden, Banken machen Gewinne, deren Chefs fahren riesige Gehälter ein. Warum verfügen die Versicherungskonzerne über solch gigantische finanzielle Mittel. Warum kann in den USA die, weithin unbekannte aber riesige, Firma Koch Ind. alleine 500 Milliarden $ für eine Kampagne bezüglich der Klimaproblematik bereitstellen. Und Rockefellers EXXON stellt dafür ähnliche Summen bereit (Welche Stoßrichtung die Kampagnen haben ist ja wohl klar). Und so kämpfen die Kapitalisten, da wo es Profit verspricht, rücksichtslos gegen alles und jeden, und sei es sogar gegen die Freiheit und die Menschenwürde. Nicht, daß es keine Kapitalisten geben sollte, aber sie dürfen nicht herrschen. Und so ist der Sozialismus meines Erachtens paradoxerweise nicht an der Planwirtschaft gescheitert, sondern eben an den fehlenden Eigentumsrechten, die ja eigentlich Kapitalrechte sind (um Heinsohn etwas frei zu interpretieren). Der Sozialismus hatte somit zuwenig Kapitalisten, wärend wir zu mächtige haben. Ein bessere, ausgeglichenere, friedliche Welt ist möglich. Man muß nur wollen. Das weltweite Kapitalsystem hat zwar die Macht, aber kein Recht, beliebige Spielregeln aufzustellen. Und die weltweiten Unterschichten haben genau das gleiche Recht zum Streben nach Glück wie die Oberschichten. Und sie haben die gleichen Rechte, Spielregeln zu definieren. Und seien es welche, die den Oberschichten nicht passen. Wenn es nicht gemeinsam gehen soll, dann muß es halt gegeneinander gehen. Die Menschenrechte sind definiert. Mancher mag das ärgerlich finden, aber so ist der status quo. Also, ich denke, ein BGE ist machbar. @Überlegeners Zitat von einem "reinen Kosumsteuersystem" ist hier ein in vielerlei Hinsicht reizvoller Ansatz. Es kommt auf den Plan an.

Werter Teutobrecht, meinen...

Werter Teutobrecht, meinen Dank für die Klarstellung.

@Marcus Tullius04. April 2010,...

@Marcus Tullius04. April 2010, 00:30 Sie kommentieren "Echter Wettbewerb ist die beste Umverteilung" Sie haben recht. Unlängst las ich, daß in in Brüssel selbst in Wohnvierteln nahe dem EU-Bezirk die öffentliche Ordnung zusammenzubrechen droht. Nogo-Areas selbst für die Polizei, das übliche eben, und blablabla. Da soll man jedenfalls eine AK-47 für einen Apfel und ein Ei bekommen. Wer zu dumm ist, sich einen Job zwecks überleben zu organisieren, kann aber wohl immer noch einen Trigger durchziehen. Und so gesehen ist jeder Krieg ja auch nur ein Wettbewerb. Getreu des kapitalistischen Mottos: möge der Bessere gewinnen...

0 Cornelius 04.04.2010, 11:44 Uhr

@ ForMoreDemocracy, 04. April...

@ ForMoreDemocracy, 04. April 2010, 11:09 . „Die Kommentare vieler Leser hier machen sehr deutlich, dass sie die Idee des Grundeinkommens nicht verstanden oder sich mit ihr noch nicht wirklich auseinandergesetzt haben …“ . Falsch! Wer gegen das BGE ist, lehnt es schlicht ab, weil die Nachteile überwiegen. Punkt. . „Jeder Mensch sollte das Recht auf eine materielle Grundabsicherung haben; unabhängig davon was er leistet.“ . Welch Irrsinn! Da muss man ja schon einen Online-Taschenrechner bemühen, um die Kosten für Ihre Schlaraffenland-Theorie bemessen zu können. Ihnen ist anscheinend völlig egal, dass unzählige Stützen der Gesellschaft 70-Stunden-Wochen haben, und jahrelang auf Urlaub und Feiertage verzichten, damit das Unternehmen überlebt und die ausufernden Sozialstaatsgeschenke bezahlt werden können. Ihr Kühlschrank ist gefüllt, weil andere Menschen für Sie mitarbeiten, nicht selten Doppelschichten absolvieren. Da verlangen Sie ein BGE, ohne jede Gegenleistung. Solchen Irrsinn haben ja nicht einmal Kommunisten wie Che Guevara auf der Fahne gehabt. Der hätte Ihnen kräftig in den Hintern getreten, wenn sie andere für sich mitarbeiten lassen wollten, obwohl Sie gesund und arbeitsfähig scheinen. Solidargemeinschaft heißt: Einer für alle – alle für einen. . Gesellschaftliche Teilnahme, wie Sie es schreiben, können Sie haben, indem Sie entsprechend Ihrer Fähigkeiten in einem Unternehmen ihrer Wahl einen Solidarbeitrag leisten, 25 Stunden die Woche. War das so unverständlich geschrieben (03.04. – 18.17 Uhr), wie auch Sie an einen Vollzeitarbeitsplatz gelangen könnten? . Das BGE, wie Sie es definieren, macht erst einen Sinn, wenn erwerbslose Menschen wirklich nicht mehr gebraucht werden. Davon sind wir aber meilenweit entfernt. Die Gesellschaft braucht jeden Erwerbslosen, auch Sie, um die anstehenden Aufgaben lösen zu können. Sie werden gebraucht! Leider vermögen es die uns regierenden Charakterzwerge nicht, Millionen erwerbslose Menschen mit einzubinden und eine Hoffnung auf vernünftig bezahlte Vollzeitarbeitsplätze zu bieten. Dafür können aber die Gegner des BGE (fast) nichts!

Schön, die teilweise...

Schön, die teilweise persönlichen Reaktionen auf das Thema hier zu lesen. Gerade die Bedingungslosigkeit ist doch das Nachdenken wert - und warum kein neues, menschlicheres und "effektiveres" Mischverhältnis innerhalb einer sozialen Marktwirtschaft, die mehr Raum für Freiheiten statt Almosen geben könnte? Mit so einer Grundabsicherung ginge es vielleicht weniger um fremdbestimmte Arbeit und den Selbstbetrügereien, die damit zusammenhängen können, sondern um Selbstbestimmung, Wahlfreiheit, Auseinandersetzung mit sich selbst und seiner Bestimmung? Die neuen Unsicherheiten könnten Aufbruch, sogar globaler Impuls sein. Die ernsthafte Auseinandersetzung mit Menschenrechten hat ja noch garnicht richtig angefangen. Wirklich lesenswert ist der Text von E. Fromm von 1965.

0 Axel Wartburg 04.04.2010, 15:26 Uhr

Danke, für den Artikel, den...

Danke, für den Artikel, den ich eher als erhellend, denn zynisch empfand. Denn ganau so geht es zu. Während jene als Sozialschmarotzer deklassiert und diffamiert werden, schmarotzen sich in anderen Gesellschaftsschichten auch andere durchs Leben. Doch, elitär und kurz gedacht wie eh, halten sich die Zweitgenannten für etwas Besseres. Elite eben. Elite, was ist das? Für mich ist Elite oftmals der Ausdruck von Inzestinösem. Sowohl biologisch als auch vom Gedankengut her. Wann wohl erhalten wir eine Gesellschaft, die eine derart brutale Unterteilung, zwischen so genannten Eliten und so genannten Hartz-IV-Empfängern und zwischendrin jene die zur so genannten Mittelschicht gezählt werden, überdrüssig ist, weil ihre Individuen begriffen haben, dass andere Unterteilungen, mit Ausnahme der, dass wir alle Menschen mit gleichen Rechten sind und mit gleichen Möglichkeiten sein können, oftmals temporär Natur und fast immer, trennend, denn lösungsorientiert ist? Doch wie ist es so schön? Wer zu beschäftigt ist, um zu ergründen, womit er sich bewegt und wie er zu einem gesunderen Selbstbewusstsein findet, der kann durchaus als „White Trash“ bezeichnet werden. Anders als in Amerika, bezeichne ich damit jene Menschen, die sich lieber oberflächlich ablenken und bewusst oder unbewusst ihr Leben vertun, weil sie auf anderer Leute überstrapazierte Kosten dahin siechen und dieses Siechtum pervertierter weise als Luxus bezeichnen. Liebe Grüße

Au weia und Entschuldigung. In...

Au weia und Entschuldigung. In meinem Text von heute mittag sind wohl die Zahlenpferde mit mir durchgegangen. Koch Ind. hat für die Kampagne natürlich keine 500 Milliarden $ aufgewendet (Das dürfte wohl so deren gesamter Umsatz sein). Die richtige Zahl für den Zeitraum von 2005 bis 2008 lautet 24,9 Millionen Dollar. Bei ExxonMobile sind es 9,1 Mio. Dollar. (Quelle Greenpeace)

0 Cornelius 04.04.2010, 17:33 Uhr

@ FritzV . So schlecht fand...

@ FritzV . So schlecht fand ich die "Zahlenpferde" nicht. Die hätten nur eher einreiten sollen. Habe nämlich ab da gleich weiter gescrollt und Zeit gespart. Dachte mir nur, der hat sie ja nicht alle ;-) . Absätze wären auch sinnvoll, bei Ihren Info-Würsten. . Was Ihr Maserati-Beispiel betrifft: Vergessen Sie bitte nie, dass an der Produktion von Luxusprodukten viele kleine Handwerksbetriebe beteiligt sind, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Ganze Familien haben dadurch ein Einkommen. Wer viel und teuer konsumiert, unterstützt auch die Wirtschaft, und somit auch den Sozialstaat.

@Cornelius In den...

@Cornelius In den Info-Würsten waren Absätze drin, Ehrenwort. Sind aber irgendwie, irgendwo in den Weiten des Netzes wegformatiert worden... Zum Thema. Das Geld für die Handwerksbetriebe und die Familien wäre aber doch auch ohne den Bau der Maseratis vorhanden. Womit wir wieder auf LOS ständen...

0 Cornelius 04.04.2010, 21:26 Uhr

@ Don Carlos, 04. April 2010,...

@ Don Carlos, 04. April 2010, 20:40 . Traurige Realität, die Sie da beschreiben. Das sind die Hinterlassenschaften einer versagenden und jahrelang familienfeindlichen Politik, die es ebenso nicht vermochte, strukturschwache Regionen mit Unternehmen aufzuwerten, die Arbeitsplätze schaffen. Das passiert wenn Hohlköpfe regieren. Haben Sie Kohl, Schröder und Merkel schon dazu gratuliert? „Ostgermanien“, wie Sie es schreiben, ist noch nicht verloren; gewiss nicht. Schreiben Sie von Mecklenburg-Vorpommern? Da sind doch im nächsten Jahr Landtagswahlen.

Don Carlos, Cornelius, ich...

Don Carlos, Cornelius, ich weiß das, und ich kann mich auch noch naja "Häme" in westlichen Medien erinnern - kahle Äste und so- . Und dieser Geburtenrückgang fand nicht nur in Ostgermanien statt, das frißt sich nach Osten durch; genau daher kam in den letzten 200 Jahren aber das ewige "Frischfleich" für die westliche Wirtschaft. Das ist nun vorbei. Die westdeutsche Wirtschaft hat sich den Ast auf dem sie sitzt selbst abgesägt.

0 denktselber 05.04.2010, 19:29 Uhr

@Cornelius und die anderen...

@Cornelius und die anderen Workoholics Es sind nicht die Hartz4-ler, die Ihnen und den 70-h-pro-Woche-arbeitenden das Leben so schwer machen. Ihre Arbeitgeber möchten das von Ihnen und Sie sagen nicht NEIN. Täten Sie und die anderen das, würden Sie vielleicht entlassen werden aber vielleicht würden Ihre Arbeitgeber dann auch weitere Menschen einstellen. Indirekt sind natürlich die Hartz-4-ler daran Schuld, denn wer vom Elend mit den Sanktionen und den 100ten von Kopien und natürlich dem geringen Geld ANGST hat, sagt ja zu allem, nimmt Antidepressiva und andere Drogen, um vermeintlich mit dem Stress umgehen zu können, der sich unter dem Deckmantel des Leistungsprinzips als Goldgrube für die Aktionäre herausgestellt hat. Diese Schöpfen so gut wie alle Gewinne einer produktiven Leistung über Zins- und Dividenden ab. Ehem - Sie und die von Angst und falschen Denkmustern Getriebenen werden noch hohe Kosten bei den Krankenkassen verursachen. Die Aktien-Abschöpfer krümmen auch keinen Finger, geben keine Leistung oder meinen Sie dass Geld (ein Papier, das bei Finanzkrisen nichts wert ist) eine Leistung ist? Wer sind denn nun die Parasiten ? Ein BGE würde die Köpfe mal so richtig frei werden lassen - oder hat die Freiheit keinen Wert mehr? Ist die ganze Maloche für einen Klicker oder Knopf am Ende eine super Ablenkung - findet selbst heraus von was.

0 Robert B. 05.04.2010, 22:23 Uhr

Und wieder ein Artikel über...

Und wieder ein Artikel über die vielleicht bessere Gesellschaft, der sie mir – als politisch eher linken, menschlich liberalen Geist, abgestammten Akademiker-Arbeiter-Kind aus einer dummen Stadt in der Mitte Deutschlands – durchaus interessant macht. Der Aufstiegswille ist da, vornehmes Benehmen auch – nur: Wie kann man Mitglied dieser Gesellschaft werden, wenn man bislang nur gedanklichen Bezug dazu hat? Der Besuch von Theatern und Kirchenkonzerten scheint schon einmal ein Anfang zu sein, der ehrbare Beruf (Naturwissenschaftlicher) ist gerade im Entstehen.

0 Cornelius 05.04.2010, 22:35 Uhr

@ denktselber, 05. April 2010,...

@ denktselber, 05. April 2010, 21:29 . Im Gegensatz zu Ihren Träumereien (BGE) und der durchaus berechtigten Kapitalismuskritik denke ich pragmatisch und realistisch. Mein Plan, für mehr Wohlstand, Lebensqualität und Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu sorgen, könnte zu jeder Landtagswahl aufgehen. Z.B. in 11 Monaten. Ihre Träumereien dagegen, das Zins- und Dividendensystem abzuschaffen (?), oder ein BGE einzuführen, würde vermutlich nicht einmal in 100 Jahren funktionieren. Unser Land braucht aber jetzt den Wandel. 8 Millionen Erwerbslose brauchen jetzt Hilfe und keine postkommunistischen Träumereien von jemandem, der sich „denktselber“ nennt. . Noch nie was davon gehört, dass sogar einfache Angestellte und Arbeiter an ihrem Unternehmen beteiligt sind – mit Wertpapieren, auf die auch Dividenden ausgezahlt werden? So funktioniert soziale Marktwirtschaft. Dafür streite ich. Auch dafür, dass viele Sanktionen beerdigt werden müssen, weil sie nichts anderes als Lobbyschrott sind. . Hartz-4-ler machen mir das Leben nicht schwer. Wo haben Sie das gelesen? Meine Position, dass Hartz-4-ler der Wirtschaft das Leben leichter machen könnten und auch selbst davon partizipieren, wäre richtig. . Vergessen Sie den Quatsch mit dem BGE. Das werden Sie nicht erleben, egal wie alt Sie sind.

0 Überlegender 06.04.2010, 07:29 Uhr

Also ich persönlich finde die...

Also ich persönlich finde die Idee eines BGE faszinierend muss ich gestehen, hatte über Ostern Zeit mich mit dem Thema zu beschäftigen. Was für Möglichkeiten sich bieten mit dem BGE ist in meinen Augen Bedenkenswert. Sicher muss einiges geändert werden um dieses Ziel zu erreichen, aber aus der heutigen Sicht der Dinge, wird das in Kurzer Zeit sowieso passieren. Denn was derzeit passiert ist für unser Land nicht gut. Heute schon zahlen wir über Steuern Teile unseres Einkommens selber, wir finanzieren eigentlich die Unternehmen und unsere Arbeitsplätze, was soll so etwas? Bekäme nun jeder ein BGE, wie wäre dies dann? Also ich meine im Moment, das wir uns dann nicht mehr sorgen müssten um Arbeitslosigkeit und sich mit der Zeit ein neues Denken ergeben würde. Natürlich müssten ALLE Arten von Subventionen gestrichen werden, Viele der derzeitigen Steuern und Abgaben könnten/müssten abgeschafft werden. Arbeitszeitverkürzung gehört für mich auch dazu, sowie ein Mindestlohn der Netto gezahlt würden. Natürlich müssten wir akzeptieren, das es keinen Kündigungsschutz mehr gäbe, halten wir soviel Freiheit aus? Die Firmen wären gezwungen andere Wege zu finden als Löhne, um gute Mitarbeiter zu halten, z.B. Kinderbetreuung durch die Firma, mir fällt da sicher noch einiges ein. Die Gewerkschaften, bekämen durch das permanente Streikgeld, die Möglichkeit sich wirklich um die Belange der Arbeitnehmer zu kümmern. Im privaten Unterhaltsrecht ergeben sich auch ganz neue Dinge mit einem BGE. Leichter in eine Sebständigkeit zu gehen, wird auch erreicht mit einem BGE. Gerade mit einem BGE könnten die von Kohl versprochenen blühenden Landschaften entstehen. Wenn in der Fläche Geld vorhanden ist, lebt die Binnenwirtschaft auf! Erhalten sollte jeder rechtmäßige Bürger Deutschlandes dieses BGE und wer mindestens 5 Jahre in D lebt (so wird es in Brasilien praktiziert und finde ich vernünftig) Die Finanzierung, denke ich mal ist das kleinste Problem, jedenfalls las ich nichts was dagegen sprach. Also ich könnte mir gut vorstellen, das ich ein Befürworter des BGE ein könnte und werde mich weiter mit dieser Idee beschäftigen. Ach ja, ich bin in gut bezahlter Arbeit, dies nur als Anmerkung :-)

0 windsbraut 06.04.2010, 09:09 Uhr

@muscat 01. April 2010, 17:30...

@muscat 01. April 2010, 17:30 „windsbraut, ups, dann scheinen die OECD-Statistiken nicht zu stimmen. Die weisen nämlich per 2007 für die Dänen eine um sage und schreibe 12,7%-Punkte höhere Abgabenquote (also Steuern+Sozialabgaben) aus. „ Auch hier liegt der Teufel im Detail. Wenn man ein sehr hohes Einkommen hat, dann ist Deutschland natürlich vorzuziehen. Das kann man auch bei der OECD nachlesen: Deutschland belastet wie kaum ein anderes OECD-Land die Einkommen von Gering- und Durchschnittsverdienern mit Sozialabgaben und Steuern. Dies gilt für Singles wie auch für Paare und Familien mit zwei Erwerbstätigen. So beliefen sich 2008 in Deutschland laut OECD-Studie Taxing Wages Steuern und Sozialabgaben für einen alleinstehenden Geringverdiener mit 2/3 des Durchschnittsverdienstes auf 47,3 Prozent der Arbeitskosten (Bruttoverdienst plus Sozialbeiträge der Arbeitgeber). Dies ist nach Belgien der zweithöchste Wert in der OECD.“ (Quelle: http://www.oecd.org/document/33/0,3343,de_34968570_35008930_42729633_1_1_1_1,00.html) Entschuldigen Sie bitte die späte Antwort, ich bin am Wochenende meist off line.

0 Doctor Snuggles 06.04.2010, 13:04 Uhr

@Stralau: das Elterngeld ist...

@Stralau: das Elterngeld ist doch auf Euro 1800,- limitiert. Das reicht sicherlich, wenn man irgendwo günstig zur Miete wohnt. Aber wer z.B. ein Haus in Frankfurt/Main abzubezahlen hat (und nicht im Vorstand sitzt oder Investmentbanker ist), der käme mit dem Betrag im Monat nicht hin. Daher: ein netter Versuch, aber nicht für alle nutzbar.

@ Cornelius, 04. April 2010,...

@ Cornelius, 04. April 2010, 13:44 "Wer gegen das BGE ist, lehnt es schlicht ab, weil die Nachteile überwiegen. Punkt." Also ich befasse mich Langem mit dem Thema Grundeinkommen und kann keine Nachteile erkennen. Außer dass in einer BGE-Gesellschaft niemand mehr die Abhängikeiten anderer ausnutzen kann, zumindest nicht mehr so leicht wie es heute der Fall ist; aber selbst das sehe ich als Vorteil; nicht als Nachteil. ;-) Vielleicht sollten Sie das auch mal mit dem BGE befassen. "Da muss man ja schon einen Online-Taschenrechner bemühen, um die Kosten für Ihre Schlaraffenland-Theorie bemessen zu können." Wieso reagieren Sie so polemisch auf eine Idee? Das Grundeinkommen ist weit entfernt von einem „Schlaraffenland“ und ist auch nicht Sinn und Zweck eines solchen. Finanzierbar ist es. Siehe Finanzierungsmodelle. "Ihnen ist anscheinend völlig egal, dass unzählige Stützen der Gesellschaft 70-Stunden-Wochen haben, und jahrelang auf Urlaub und Feiertage verzichten, damit das Unternehmen überlebt und die ausufernden Sozialstaatsgeschenke bezahlt werden können." Um ein BGE zu finanzieren muss niemand Doppelschichten schieben. Auch heute müsste niemand Doppelschichten schieben. Fakt ist, dass unser Land nie so reich war wie heute. Wir haben einen Überschuss an essbaren Lebensmitteln; unser Land wirft jährlich Millionen an Tonnen essbarer Lebensmittel weg. Unsere Güter werden zunehmend durch Maschinen generiert. Wir produzieren ein Vielfaches von dem, was wir brauchen. Unser Land produziert immer mehr, und das gleichzeitig mit immer weniger Menschen. Das ist Fakt. Wir leben eigentlich im Überfluss, man braucht sich nur umzuschauen. Die Rationalisierungsdynamik und der techn. Fortschritt nehmen immer weiter zu. Für unsere Grundbedürfnisse wäre längst gesorgt, wenn wir die Chancen, die sich uns bieten, auch wirklich umsetzen würden – aber wir machen den Fehler, dass wir menschliche Arbeit mit Steuern belasten und Maschinenarbeit nicht besteuern. Maschinen arbeiten sozusagen permanent „schwarz“ und werden sogar noch steuerlich subventioniert (Abschreibungsmöglichkeiten). "Ihr Kühlschrank ist gefüllt, weil andere Menschen für Sie mitarbeiten, nicht selten Doppelschichten absolvieren. Da verlangen Sie ein BGE, ohne jede Gegenleistung. Solchen Irrsinn haben ja nicht einmal Kommunisten wie Che Guevara auf der Fahne gehabt. Der hätte Ihnen kräftig in den Hintern getreten" Btw - Woher wollen Sie wissen, ob Formoredemocracie’s Kühlschrank gefüllt ist? Sehen Sie, da haben wir ein wirkliches Problem in der Diskussion, wenn Sie die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens mit Kommunismus vergleichen. Das zeigt dass Sie sich bisher nicht mit dem BGE auseinandergesetzt haben. Im Kommunismus herrschte Arbeitszwang und jeder bekam annähernd dasselbe. Beim BGE verdienen die Menschen abhängig von Beruf/ Arbeitgeber/ Stellung weiterhin unterschiedlich; nur hat jeder Mensch eine Basis, die seine Grundbedürfnisse abdeckt, bedingungslos. Der Mensch hat dann die Freiheit, das zu tun, was er für sinnvoll hält. Das wäre wirklich Freiheit, die unsere Gesellschaft ja so gerne propagiert, aber nicht einlöst – denn es gibt die Freiheit nicht, ohne die Möglichkeit, eine Arbeit abzulehnen. Heute aber sind immer mehr Menschen gezwungen irgend eine Arbeit, sei sie noch so schlecht bezahlt und seien die Arbeitsbedingungen auch noch so schlecht, anzunehmen. Mit einem Grundeinkommen im Rücken könnten die Menschen auch nein sagen. Erst dann hätten wir auch einen wirklichen ArbeitsMARKT. Denn Markt bedeutet Angebot und Nachfrage. "Das BGE, wie Sie es definieren, macht erst einen Sinn, wenn erwerbslose Menschen wirklich nicht mehr gebraucht werden. Davon sind wir aber meilenweit entfernt." Und da täuschen Sie sich gewaltig. Es werden nicht mehr alle gebraucht. Die Wirtschaft hat nicht die Aufgabe, Arbeitsplätze zu schaffen, sondern Bedarf zu decken. Das gelingt ihr besser als je zuvor, und mit immer weniger menschl. Arbeitskraft. Das ist einfach so. Die Vollbeschäftigung, die Sie anstreben, würde bedeuten, die Wirtschaft am Fortschritt zu hindern. "Die Gesellschaft braucht jeden Erwerbslosen, auch Sie, um die anstehenden Aufgaben lösen zu können. Sie werden gebraucht!" Stimmt. Jeder Mensch wird gebraucht. Aber eben nicht alle für die so genannte weisungsgebundene Erwerbsarbeit. Es warten unzählige gesellschaftliche und kulturelle Aufgaben auf uns, die sich nur schwer an einem Erwerbslohn bemessen lassen. Unsere Gesellschaft hat in den letzten Jahrzehnten den Fehler gemacht, dass sie sämtliche Tätigkeiten ökonomisiert hat.

0 Rüdiger Kalupner 06.04.2010, 15:16 Uhr

Ohne evolutionstheoretische...

Ohne evolutionstheoretische Grundlage ist die Ausgestaltung u n d die Diskussion eines Grund-/Zweiteinkommens für Jedermannn äußerst ineffizient - und unendlich lang am Laufen zu halten. Verwirrrung undZeitgewinn ist auch das Ziel der deutschen Machtspitze. Sie u.a. kennt die Brisanz der evolutonsprozess-logischen Variante des Grundeinkommens. Ich nenne es EPIKUR-Lohn. Mit der evolutionsprozess-logischen Variante eines ZWEITEINKOMMENS (= EPIKUR-Lohn) allein kommen wir weiter. Doch werden a ll e theoriegestützten Konzepte und Beiträge, die die Verwirrung und Selbstblockade der Diskussion s o fo r t beenden könnten, aus der Diskussion herausgehalten. Auch auf diesem Blog. Eine wirkliche Katastrophe für die BGE-Diskussion ist Götz Werner. Aber darüber werden die Historiker sich erst einig sein.

@ Rüdiger "Doch werden a ll...

@ Rüdiger "Doch werden a ll e theoriegestützten Konzepte und Beiträge, die die Verwirrung und Selbstblockade der Diskussion s o fo r t beenden könnten, aus der Diskussion herausgehalten." 1. werden hier keine (sachbezogenen!) Dinge aus dem Blog genommen 2. bedarf es immer einer Debatte und Auflärung bei neuen Ideen. Es gibt kein "Patentrezept", um alle Fragen zu beantworten und eine Diskussion damit zu beenden. Und das sollte es auch nicht. Die Menschen sollen selbst über das Thema nachdenken (oder es auch sein lassen) und nicht mit vorgefertigen Antworten "gefüttert" werden. Könnten Sie mir bitte erläutern, wieso Ihres Erachtens Götz Werner eine "Katastrophe" in der BGE-Diskussion ist? M. E. macht Götz Werner es genau richtig - er regt die Menschen zum (Nach)Denken und Diskutieren an und gibt Impulse; keine vorgefertigten Antworten, die dann am nächsten Tag wieder vergessen wären.

0 Cornelius 06.04.2010, 19:53 Uhr

@ Ingo und Rüdiger . Zu gern...

@ Ingo und Rüdiger . Zu gern würde ich Sie beide argumentativ übers Knie legen und Ihre Thesen zerpflücken, um Sie vom BGE abzubringen, aber dafür fehlt mir leider in der Woche die Zeit. . Fehlt ja nur noch, dass Peter Hartz hier vorbei kommt, um sein brandneues MINIPRENEURE-Konzept anzupreisen. Schlimm ... . Silvio Gsell war doch auch schon hier. Oder?

0 Überlegender 07.04.2010, 06:27 Uhr

Findet hier ein Glaubensk........

Findet hier ein Glaubensk..... statt? Weder Rüdiger Kalupner noch Cornelius sprechen mich hier an, beide haben für mich etwas Sektenhaftes, aber was solls jeder wie er mag :-) Da gefällt mir Ingo mit seiner Aussage unter Punkt 2 esser: 2. bedarf es immer einer Debatte und Auflärung bei neuen Ideen. _Es gibt kein "Patentrezept", um alle Fragen zu beantworten und eine Diskussion damit zu beenden. Und das sollte es auch nicht. Die Menschen sollen selbst über das Thema nachdenken (oder es auch sein lassen) und nicht mit vorgefertigen Antworten "gefüttert" werden._ So bleibt mir die Möglichkeit, meine eigenen Gedanken zu finden und auch eine eigene Meinung zu bilden. Das BGE ist jedenfalls ein komplexes interessantes Thema, wie Menschen reagieren mit einem BGE zeigt sich mir in Namibia/Brasilien und ich war erstaunt von ich glaube Sambia zu lesen, wo der BGE-Versuch abgebrochen wurde. Da dieser zu erfolgreich war, sowas aber auch };-) In den von mir genannten Ländern, geht es meiner Meinung nach nicht um die Vergleichbarkeit der finanziellen Verhältnisse mit Deutschland, sondern nur um die Verhaltensweise der Menschen die ein BGE erhalten und ich glaube nicht, das die Deutschen sich anders verhalten würden. Ich bin immer stärker für die Freiheit die ein BGE ermöglicht, wo könnte ich mich mehr informieren und wo könnte ich mich entsprechenden Diskussionsrunden anschließen, wo finde ich dazu weitere Infos?

@ Überlegender Was...

@ Überlegender Was Cornelius, betrifft so werde ich mich nicht weiter mit ihm auseinandersetzen - er will anscheinend nicht konstruktiv diskutieren, sondern eher in den Krieg ziehen: "Zu gern würde ich Sie beide argumentativ übers Knie legen und Ihre Thesen zerpflücken, um Sie vom BGE abzubringen, aber dafür fehlt mir leider in der Woche die Zeit." Und es zeigt, dass er nicht in der Lage ist, sachlich zu argumentieren. Abgesehen davon kann man mich von der Idee nicht abbringen. ;-) Ich bin 100% davon überzeugt. Ich bin das BGE in Person. :-D Man kann mir 10.000e angeblich gute Gründe nennen, wieso ein BGE nicht gehen soll oder wieso es Nachteile brächte. Das alles wäre zwecklos, denn ich bin ganz fest davon überzeugt, dass es geht. Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe. Sambia - Ja, davon habe ich auch gehört - nachdem zunächst Feldversuche in Namibia stattfanden, gab es auch Feldversuche in Sambia, die dann (trotz oder wegen des großens Erfolges?) frühzeitig abgebrochen wurden. Aber in Namibia wurden die Feldversuche dieses Jahr verlängert (Sollten eigentlich Ende 2009 beendet werden.) Bereits Ende 2008 gab es den ersten Erfahrungsbericht aus Namibia - selbst die positiven Erwartungen der BGE-Experten wurden bei weitem übertroffen. Siehe ab Seite 3/4; dort stehen die wesentlichen Punkte: http://data5.blog.de/media/526/3230526_5b872b6f39_d.pdf Zum ersten Mal in der Geschichte Deutschlands werden übrigens auch Feldversuche zum BGE bei uns stattfinden. :-) In Baden-Württemberg und in Brandenburg werden jeweils 100 Menschen ab Sommer 2010 für 2 Jahre ein BGE von 800€ + KV erhalten. Infos zum BGE finden Sie unter http://www.archiv-grundeinkommen.de/ , http://www.forum-grundeinkommen.de/ , http://www.unternimm-die-zukunft.de/ , http://www.buergerinitiative-grundeinkommen.de/ , http://www.freiheitstattvollbeschaeftigung.de/ u.v.a. Überlegender: "wo könnte ich mich mehr informieren und wo könnte ich mich entsprechenden Diskussionsrunden anschließen, wo finde ich dazu weitere Infos?" Diskussionsmöglichkeiten im Internet gibt es u.a. bei Facebook. Dort gibt es eine BGE-Gruppe mit fast 23.000 Mitgliedern. http://www.facebook.com/bedingungsloses.grundeinkommen Zum Vergleich: Die Regierungsparteien CDU und FDP haben zusammen(!) nicht mal 10.000 Mitglieder bei Facebook. :-O Wenn Sie sich lieber persönlich mit Menschen austauschen wollen, dann schauen Sie am besten im Veranstaltungskalender zum BGE nach. Vielleicht finden Sie ja etwas in Ihrer Nähe: http://www.woche-des-grundeinkommens.eu/category/kalender/

Das Schöne ist, daß man...

Das Schöne ist, daß man BGE-Befürwortern keine üblen Intentionen unterstellen kann. Das macht sie wenig angreifbar. Es wird keine Lobby, keine Partei, keine Institution, keine gesellschaftliche Schicht, weder arm noch reich, vertreten. Der einzige, der sich hier vertreten findet ist: DER MENSCH.

>Noch nie was davon gehört,...

>Noch nie was davon gehört, dass sogar einfache Angestellte und Arbeiter an >ihrem Unternehmen beteiligt sind – mit Wertpapieren, auf die auch Dividenden >ausgezahlt werden? So funktioniert soziale Marktwirtschaft. Dafür streite ich. "boah ey" - total neues Konzept ! -> Wikipedia siehe: Photo Porst Wie wärs den mit einem Recht auf Arbeit im Grundgesetz ? (zur Durchsetzung mischt sich dann der Staat in die Wirtschaft ein: mit gewaltsamer Aufteilung der Arbeit. Stichwort: VEB's) *gähn* >Ich bin immer stärker für die Freiheit die ein BGE ermöglicht, wo könnte ich mich >mehr informieren und wo könnte ich mich entsprechenden Diskussionsrunden >anschließen, wo finde ich dazu weitere Infos? *lach* das kommt mir bekannt vor. Mich hat es damals aus den Socken gehauen als ich von dem Milliardär und Konzernlenker Götz Werner gehört habe der so einen "Unsinn" fordert. Also niveauvoll kann man z.b. bei XING in der Gruppe "Grundeinkommen und Konsumsteuer" diskutieren. Am besten liesst sich zu Anfang das Buch "Einkommen für alle" von Götz Werner.

0 Überlegender 08.04.2010, 06:31 Uhr

Danke Ingo für die...

Danke Ingo für die Infos. Ich habe einiges gefunden was mir weiter hilft; http://www.archiv-grundeinkommen.de/index.html#regio Hier war dann auch was aus meiner Gegend dabei: http://www.bgeinfo.de/ Ich spreche übrigens lieber direkt mit den Menschen, als hier im Netz. Wundere mich etwas, das im öffentlichen Raum, so wenige Aktionen zu finden sind. Meine schon, das wenn das BGE bekannter werden soll, hier auf jedenfall mehr getan werden müßte, NICHT jeder liest im Netz! Bei meiner Suche bin ich auf das hier gestoßen, die Gedankengänge finde ich nicht unrichtig, ein kurzes Zitat daraus: "Auch die Gegner des bedingungslosen Grundeinkommens bezweifeln offenbar nicht ernsthaft die Finanzierbarkeit und beschränken sich eher auf moralinsaure Argumentationsketten." Zum ganzen Artikel: http://markt-zyniker.blogspot.com/2010/01/warum-das-bedingungslose-grundeinkommen.html Die etablierten Parteien, scheinen mir noch nicht viel vom BGE zu halten, was mich aber nicht wundert. Müßten diese doch einen Großteil ihrer Macht abgeben und es wäre nicht mehr so leicht dem Volk eine Bevölkerungsgruppe zu präsentieren, auf die das Volk einschlagen kann. Ich werde mich mit dem Gedanken des BGE intensiv auseinander setzen! @FMode, es ist immer gut wenn man für neue Gedanken offen ist:-)

0 Cornelius 08.04.2010, 07:55 Uhr

@ Ingo 07. April 2010,...

@ Ingo 07. April 2010, 12:53 . Lieber Ingo, liebe Freunde des BGE, wenn Sie den gesamtgesellschaftlichen Nutzen eines BGE (Testphase 3 oder 5 Jahre? Oder 10?) in maximal 25 Sätzen so darlegen können, dass ein jeder sein Kreuz darunter setzen mag, stelle ich Ihnen meine Argumente - in maximal 25 Sätzen - dagegen. . Wer unterliegt, spendet 100 € an den WWF.

Überlegender: "Wundere mich...

Überlegender: "Wundere mich etwas, das im öffentlichen Raum, so wenige Aktionen zu finden sind." Das kann ich nicht behaupten. Wenn Sie mal den Veranstaltungskalender betrachten (letzter Link meines letzten Postings), so werden Sie feststellen, dass mittlerweile kaum noch ein Tag vergeht, an dem nicht irgendwo in Deutschland eine oder sogar mehrere Veranstaltungen zum BGE stattfinden.

Ich denke, es ist auch ganz...

Ich denke, es ist auch ganz wichtig, in den Debatten über das Grundeinkommen sich über eines klar zu werden: Wir denken immer, wir könnten uns selbst versorgen, wenn wir durch Arbeit unser eigenes Geld verdienen. Das macht das Annehmen der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens für viele schwierig. Aber diese Annahme der Selbstversorgung durch bezahlte Arbeit ist im Grunde genommen eine Illusion: Faktisch kann sich niemand in unserer Gesellschaft selbst versorgen. Selbstversorgung hieße, ich baue mir meine Lebensmittel selbst an und/ oder jage Tiere im Wald, um davon leben zu können, ich baue mir mein Haus selbst; ohne dabei Hilfe anderer in Anspruch zu nehmen. In Wirklichkeit leben wir heute in der totalen Fremdversorgung. Das heißt, das, was ich in meiner Arbeit leiste, nehmen andere in Anspruch. Und das was ich in Anspruch nehme, haben zuvor andere für mich geleistet. Durch Geld wird diese Zusammenspiel ermöglicht. Heute aber wird menschliche Arbeitskraft mehr und mehr durch Maschinen und Methoden ersetzt. Halten wir weiterhin an der ausschließlichen Verteilung von Einkommen über Arbeitsleistung fest, führt das entweder zu steigender Arbeitslosigkeit oder zu sinkenden Einkommen. Und das ist ja derzeit unser Problem. Deshalb ist aus meiner Sicht das bGE ein guter Lösungsansatz für Gegenwart und Zukunft. Thomas Paine (wurde hier bereits zitiert) erkannte bereits im 18. Jahrhundert, dass Selbstversorung der Vergangenheit angehört und begründete das bGE folgendermaßen: "Alle Menschen sind von Geburt gleich und die Erde ernährt alle. Wenn ein Mensch geboren wird, hat er das Anrecht auf ein Stück Land, das ihn ernähren kann. Wenn aber alles Land schon aufgeteilt ist unter Wenigen, die meinen, das sei Ihr Eigentum, dann muss ein Ausgleich geschaffen werden. Dieser Ausgleich ist ein Grundeinkommen für diejenigen, die kein eigenes Land mehr haben und sich deshalb nicht selbst versorgen können."

0 Überlegender 09.04.2010, 06:01 Uhr

@Ingo, das meinte ich nicht,...

@Ingo, das meinte ich nicht, die Veranstaltungen habe ich gesehen, ist übrigens unvollständig! Mit öffentlichem Raum, meinte ich Plätze und Straßen, auf denen Infostände zu finden sind :-) Die Krönungswelle finde ich interessant, ist ein guter Weg der die Menschen erreicht. Das ist mein letzter Eintrag hier, ich weiß nun was ich zu tun habe!!

0 Phoenix2012 19.04.2010, 20:20 Uhr

Ich bin ein absoluter...

Ich bin ein absoluter Befürworter des BGE's und forderte dies auch bereits mehrfach auf Twitter, oder in meinen Blogs. Was der Autor dieses Artikels offenbar übersieht ist, dass Besserverdiener in diesem Fall nicht 1.000 EUR mehr in der Tasche hätten, da die Gemeinschaft der Erwerbstätigen das BGE ja zumindest mitfinanzieren müssten. Ein Teil könnte man über die Wirtschaft finanzieren. Zum Beispiel über eine Pauschale, die im Falle von Stellenstreichungen, an die Geschädigten-, sprich die ehemaligen Arbeitnehmer solange zu entrichten ist, bis diese sich wieder in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis befinden. Das könnte dann z.B. etwa 50% des früheren Lohnes sein, der Rest müsste dann halt wieder über die Steuerzahler reingeholt werden. Das BGE wäre praktisch das was einem ALG II Empfänger bereits heute schon vom Staat zugestanden wird, also sprich eine warme Wohnung a 45 m², plus dem ALG II-Satz (da wären wir dann in etwa bei 1.000,00 – 1.200,00 EUR), nur eben ohne Bedingungen. Das heißt kein durchleuchten der Bedürftigen, keine Zwangsarbeit, keine Schikanen, kein Unterdrucksetzen der eh schon seelisch leidenden Betroffenen. Schließlich gibt es keinen, der freiwillig-, oder gerne arbeitslos ist. Diese Menschen würden lieber heute, als morgen wieder zurück in ihren alten Beruf. Doch bestimmt die wenigsten von ihnen würden sich gerne durch entsprechende "Drecksarbeit" erniedrigen lassen. Denn genau dass ist die Strategie, die hier im Moment gefahren wird. Man versucht die Leute solange mit entsprechend üblen-, oder sinnlosen Angeboten und Tätigkeiten zu erniedrigen, in der Hoffnung, dass diese sich schon bald der angebotenen Arbeit verweigern werden, um ihnen dann die Bezüge streichen zu können. Schließlich wissen Amt und Regierung ganz genau, dass es viel mehr Arbeitslose, als freie Stellen gibt und sie daher diese Leute eh nicht alle vermitteln können. Doch da sie natürlich auch nicht gerne für diese Menschen zahlen wollen, versuchen sie die Betroffenen fertig zu machen, um sie dann sanktionieren zu können. Darüber hinaus wird seitens der Politik (gerade seitens der FDP) zurzeit versucht, Erwerbslose gegen Erwerbstätige-, durch entsprechende Hetzkampagnen, auszuspielen. Ein BGE wäre ein fester Grundstock, der jedem von uns ab der ersten Stunde, zur Verfügung stehen würde. Damit hätten wir in Deutschland endlich ein soziales Netz, durch dass keiner mehr fallen könnte. Zyniker bezeichnen dies gerne als "soziale Hängematte", doch mit diesen Leuten gebe ich mich eh nicht ab. In der Regel sind das ja die selben Leute, die auch im Zusammenhang von Leistungsbeziehern, von Sozialschmarotzern sprechen - sprich es sind die Westerwelles, Kochs und Henkels. Solche Leute sind einer führenden Position, eines sozialen Systems nicht würdig, daher sollten gerade diese, nach Möglichkeit nicht an die Macht, was natürlich bedauerlicherweise schon längst geschehen ist. Mfg. Phoenix2012

Wie frustrierend es wohl auf...

Wie frustrierend es wohl auf ewig bleiben wird, dass der Mensch sich komplizierte Mechanismen ausdenken muss und am Ende trotzdem nie die Utopie von Gerechtigkeit erreicht. Alles nur weil der Mensch als einzelner und als Gruppe einfach nie den Hals voll kriegt. Da ist es dann einfacher Jahrzehnte und Jahrhunderte lang über Staatsreformen einerseits, sowie Preise und Gehalt andererseits zu debattieren, ohne dabei jemals wirklich zufrieden zu werden. Ich will auch mehr und doch ärgert mich das, weil ich auch das Leben wie es derzeit Leben kann, bereits als sehr schön empfinde. Wozu muss auch immer alles noch etwas besser sein können, und wenn man alles hat, will man am liebsten noch 150 Jahre alt werden in gesundem Zustand. Könnte man den Menschen lehren, einfach mit weniger zufrieden zu sein, wäre Umverteilung kein Problem mehr. Man würde sich freuen, an der Schaffung einer glücklichen, ja utopiehaften, Gesellschaft Teil zu haben als erste menschliche Generation auf Erden.

0 JorgeLoma 28.04.2010, 04:52 Uhr

Wie war/ist das doch gleich...

Wie war/ist das doch gleich mit dem Modell Holland? Soweit ich das noch im Gedächtnis habe, wurden jedem Maler 900 Hfl. gezahlt. Dafür musste er x Bild(er) an die Stadt/ den Staat liefern. Die Magazine liefen über.

0 Heinz Schumacher 21.07.2010, 11:24 Uhr

Was für ein Unwissen hier...

Was für ein Unwissen hier verbreitet wird ist erschreckend. Die Konsumsteuer benachteiligt nicht die armen. Ihr werdet es auch noch herausfinden - bald. Auch wieder schade, das sich niemand die Mühe macht das selbst herauszufinden durch nachdenken zum Beispiel.

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.