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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Besuch bei Analphabeten und Zauseln

| 174 Lesermeinungen

In gewisser Weise scheint es mir gerechtfertigt zu sein, von Bloggern - wie ich einer bin - abfällig zu reden. Das tue ich auch, zudem halte ich Journalisten für nicht gesellschaftsfähig, spreche FDP-Politikern Bilung ab, und würde den Bundeshauptslum Berlin mitsamt Politikern gerne an die Russen oder die Kongolesen verkaufen. Meine ganze Welt besteht aus geprüften Vorurteilen, und ich bin keinem böse, der auch welche hat, solange sie nur so hochwertig wie die meinigen sind. Leider ist das allerdings bei der Abwertung von Bloggern definitiv nicht der Fall, weswegen ich langatmig ein paar Dinge klarstellen möchte.

Zur Klarstellung nach einer Woche mit diversen, begrenzt kompetenten Wortmeldungen, die ich so nicht unterschreiben würde

Wie es nun mal nach einer anstrengenden Tour über fünf Pässe sein kann, wache ich reichlich spät auf. Durch die grünen Fensterläden, die eine angenehme Reminiszenz an alte Bautraditionen darstellen, fällt lichter Sonnenschein auf den kaukasischen Läufer und die alte Reisetruhe eines längst vergessenen Vorfahren. Wie immer am See, betrachte ich meine Gemälde von Rupprecht Geiger an der gegenüber liegenden Wand, stehe auf und überlege mir, was ich heute, an jenem sonnigen Frühlingstag anziehen könnte. Angesichts des üppigen Kleiderschranks – Art Deco und innen Mahagoni, da war einiges an Geld in der Familie – und seines Angebotes gibt es leichtere Aufgaben. Ich entscheide mich für ein dezentes, sandfarbenes Glencheck-Sakko aus Seidenwollstoff von Carlo Barbera, eine passende, unauffällige Baumwollhose und zweifarbige Sportschuhe von Tricker’s. Im Glencheck ist ein wenig Blau, und nach etwas Suchen finde ich ein passendes Hemd mit Streifen. Es sind viele Hemden da, aber es ist nie ganz leicht, den richtigen Blauton zu finden.

Selbst in ihrem Weltbild unerschütterliche Netzmenschen wie der Berliner Felix Schwenzel, der in seiner Zotteligkeit dem Prototyp des Bloggers ziemlich nahe kommt
Harald Staun in der FAS

Über Nacht und, zugegeben, fast den gesamten Vormittag sind beim letzten Blogeintrag über die Bedeutung des Romans „Brideshead revisited“ für die Angehörigen meiner Schicht in den späten 80er Jahren einige sehr interessante Kommentare eingegangen, die ich nun leider verspätet freischalte. Beantworten kann ich sie aufgrund meiner Verpflichtungen im Augenblick nicht. Dann begebe ich mich nach draussen. Mein Gast ist lange vor mir erwacht, war aber so nett, mich schlafen zu lassen, und vertreibt sich die Zeit auf der Terrasse mit einem Buch aus der Bibliothek.

Bild zu: Besuch bei Analphabeten und Zauseln

Angetan hat es ihm „Karl August Böttiger: Literarische Zustände und Zeitgenossen. Begegnungen und Gespräche im klassischen Weimar.“ Wir plaudern etwas über die Zustände an jenem Hof und überlegen, wie Weimar seine Bedeutung für die Kulturschaffenden verlieren konnte. Im Biedermeier zog es die Literaten weg von den Höfen, wo man von der volatilen Gunst der alten Eliten abhängig war, hin zu den Salons der Städte, wo man offen war und froh um geistreiche Unterhaltung, wo man sich unterhielt, und nicht als redender Affe gehalten wurde – so zumindest interpretiere ich manch abschätzige Bemerkung des verehrten Heine über das deutsche Fürstenwesen.

„Schliesslich liest man im Internet nicht, man scrollt.“
Oliver Jungen bespricht das Buch „I am Airen Man“ des durch das kollektive Versagen deutscher Feuilletonisten im Hegemann-Skandal bekannt gewordenen Bloggers Airen in der FAZ

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Ich frage meinen Freund, ob ich ihm das angesichts der Zumutungen des modernen Literaturbetriebs vermutlich vergriffene Buch leihen soll, aber er hat es sich bereits im Internet antiquarisch bestellt. Wir begeben uns in die Küche und bereiten aus dem, was wir nördlich und südlich des Alpenhauptkammes erworben haben, ein nicht ganz karges, aber auch nicht allzu verfeinertes Frühstück; es findet sich ein wenig Parmaschinken und Salami aus Sterzing, Trüffelpecorino und diverse Brotsorten aus Brixen, ein Dutzend Wachteleier aus dem Donautal, französische Meersalzbutter, und zwei Arten Scamorza. Gerade der Scamorza aus diesem kleinen Geschäft in den Lauben von Brixen hat es uns angetan, er ist saftig geräuchert und von einem fast feuchten Aroma.

Ich glaube, dass das unendliche Mediengespräch des Netzes, in dem so viele sich verfangen haben und gefangen sind und das doch zugleich so immateriell und ungreifbar bleibt, eine tiefe Unsicherheit gegenüber allem produziert, was sich dieser unendlichen Plauderei entzieht.
Thomas Hettche in der FAZ

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Also, Brixen, das muss ich Ihnen erzählen, wir waren natürlich nicht zum einkaufen dort. Wir waren im Kreuzgang von Brixen, einem Meisterwerk der spätmittelalterlichen Kunst, und ich erzählte dem Gast etwas über die Bildprogramme der Parlerzeit; warum etwa die Auferstehung Christi zusammen mit Samson erscheint, der die Tore von Gaza zum Hügel bei Hebron trägt,  und daneben eine recht späte Darstellung des eher in der Spätantike beliebten Jonah zu sehen ist, der dem Wal entrinnt. Wir stehen im Kreuzgang, bis uns die Hälse weh tun. Ich mache das gerne, das kann ich wenigstens, ich bin ja kein Journalist, der sich das Zeug erst mal in der Wikipedia zusammenklauben muss, um darüber zu schreiben. Ich kann zwar nicht schreiben, ich habe das als Blogger ohne jedes Volontariat natürlich nicht gelernt, aber ich habe etwas Ahnung von der Kunstgeschichte des späten Mittelalters.

Stilistisch gelangt das Opus nirgends über den schnodderig-expliziten Tonfall und die Parataxe hinaus, welche die meisten Online-Foren prägen. Das Tempus ist der Tagebuchform wegen ein ödes Universalpräsens.
Oliver Jungen a.a.O.

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Jetzt aber unterscheiden wir uns nicht besonders von anderen Privilegierten an einem übervollen Frühstückstisch; Essen macht angenehm träge, und wir plaudern ein wenig über Themen, wie sie gerade kommen: Über den fiesen Lärm, den Passanten erzeugen, und der einem erst auffällt, wenn man an einer Anliegerstrasse in den Bergen wohnt. Über den geschmacklichen Unterschied zwischen Wachteleiern und normalen Eiern – ich meine, dass Wachteleier konzentriert alle guten Komponenten des Eigeschmacks mit sich bringen, ohne mit den unerfreulichen Aspekten zu ennuieren. Über das Für und Wider des bedingungslosen Grundeinkommens, und wie lustig das wäre, wenn zu dessen Finanzierung die Mehrwertsteuer in Deutschland auf 50% stiege – und hier das günstige Ausland vor der Haustür liegt, und ansonsten alle Steuern abgeschafft werden, wie das mancher wünscht. Das wären feinste Zeiten für uns, die wir hier leben.

Sie gingen an einen Ort, an dem noch keiner vor ihnen war und bauten an einer Gemeinschaft, wie es sie noch nicht gab.
Marcus Jauer im „Dossier Deutsche Blogger“ in der FAZ

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Es geht erstaunlich normal und zivilisiert zu, kein Rechner piepst und keine Zeitlinie wird ergänzt, oder was auch immer man erwarten sollte, wenn zwei bekannte deutsche Blogger zusammensitzen. Es ist recht frei vom Thema Internet, nur ab und zu wollen ein paar Kommentare freigeschaltet werden, man mag die Ruhe und die entspannte Haltung über all die Stunden in der Sonne hinweg kaum glauben, wenn man liest, was alles über Zausel und Analphabeten wie uns in der Zeitung, auch in dieser Zeitung steht. Natürlich machen wir, vom journalistischen Standpunkt aus, hassenswerte Dinge; wir plaudern, wir halten uns nicht an die relevanten Themenvorgaben der Medien, wir erzählen Geschichten so wie jene, die wir später in das Internet schreiben. Wir kennen uns auch aus dem Internet, später auch privat, es macht keinen Unterschied, wie auch nicht bei den vielen anderen, die ich kenne. Es geht um Gespräche, um das Amüsante, den Diskurs, es muss keinen Anfang und kein Ende haben, es darf sich verbindlichen Formen verweigern, weil die Formen keine Bedeutung haben, und die Leser sie noch nicht mal kennen. Wir arbeiten irgendwie bei Medien, aber wir kümmern uns nicht um das, was sie theoretisch einfordern, und es kommt erstaunlicherweise gut an, weil wir uns eher um das kümmern, was die Leser  sagen, wenn es im Netz steht.

Bloggen, nur um dabei zu sein, ist meine Sache jedenfalls nicht. Ich denke aber, dass Sie von mir lesen werden.
Bischof Overbeck im Gespräch mit der FAZ

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Also, Sie, liebe Leser, Sie merken schon, dieser Text zerfasert und läuft auf ein Ende zu, das keines ist, wie auch ein gutes Frühstück zum Ende hin zerfällt und zum Mittegessen übergeht, aber das, was ich hier am Tisch mit meinem Freund in Echt, in Echtzeit, in Realität mache, das möchte ich auch im Internet machen. Es ist eine Möglichkeit, die das „Bloggen“, um das Wort lässig auszusprechen, das so vielen Kollegen mit der gleichen Abscheu über die getippten Lippen kommt, wie das verrufene „Ich“, die dieses Bloggen zulässt, weil es mit Verboten und Regeln nicht funktioniert. Ich – Sie merken vielleicht, wie leicht ich das niederschreibe  – ich glaube, es ist ein ebenso üblicher wie massiver Fehler, Sie zu ignorieren, wenn ich nicht gerade etwas Angenehmes wie dieses Frühstück zu tun habe, und deshalb freue ich mich über Kommentare. Dafür stosse ich Sie mit meinem klar andersartigen Dasein auf der besseren Seite des Lebens mit unkorrekten Haltungen vor den Kopf, wo andere peinlich genau darauf achten würden, nur ja nicht selbst in Erscheinung zu treten. Diesem meinem Verhalten kommt man mit journalistischem Werkzeug nicht bei; nach der Theorie des Journalismus dürfte es das nicht geben, und wenn doch, dürfte es beim Leser nicht gut ankommen. Wenn es trotzdem gern gelesen wird, muss der Leser einen Fehler machen. Zu dumm, zu seicht, zu sehr auf Plaudern eingestellt. Irgendwas findet man immer, man muss sich nur einzelne Aspekte einer Sache oder, wollte ich feuilletonistische Überlegenheit demonstrieren, würde ich „Entität“ schreiben, rausgreifen, platt schlagen und mit ein paar hämischen Bemerkungen an einer dafür konstruierten Theorie, gerne auch mit Verweis auf Luhmann oder wenigstens Brechts Radiotheorie, scheitern lassen. So, wie das Deutsche Feuilleton dem Blogger Airen nie vergeben wird, dass sein geliebtes Haschibopperl Hegemann bei ihm abgeschrieben hat, werden Journalisten auch den Lesern nie verzeihen, dass sie sich bei ihrem Leseverhalten nicht an Regeln halten, die sie nicht kennen, und jene begünstigen, die auch ohne Regeln erzählen können.

im Internetkosmos, wo dieser narzisstischen Selbstbeschau immerhin die Gnade des Übersehenwerdens zuteil würde.
Oliver Jungen, a.a.O.

Nun ja.

Darf ich Ihnen noch eine Tasse Tee anbieten?

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174 Lesermeinungen

  1. Mal ne Frage, lieber Don -...
    Mal ne Frage, lieber Don – wann widmen Sie sich eigentlich „uns“?
    Das gehobene Bürgertum ist doch nun wirklich hinreichend abgehandelt worden (wenngleich Sie den echten Großbürgern in Hamburg oder München ja schreibend aus dem Weg gehen; immer nur Ingolstadt ist langsam etwas mühsam).
    Mit freundlichen Grüßen aus Frankfurt (!)
    Nitz

  2. Verehrter Don...
    Verehrter Don Alphonso,
    genauso wenig wie Sie sich am Geschwätz traditionalistischer Journalisten stören sollten, störe ich mich an Ihren mannigfaltigen Vorurteilen gegen die Branche, in der ich tätig bin: die Werbung. Ich kann sie sogar nachvollziehen, wenn ich mich im Kollegenkreis und meiner Vergangenheit ein wenig mit offenen Augen umsehe, was ich ganz gerne zu tun pflege, wenn ich nicht gerade der würdelosen Tätigkeit nachgehe, die mich ernährt. Ansonsten kann ich viele anregende Stellen in Ihren Texten finden, denn wir teilen Vorlieben in der Freizeitgestaltung Ihrer Kunstfigur. Ich schätze Ihren klaren Blick für Ästhetik, Ihre kulturellen Neigungen sowie die literarischen und alpinen Ausflüge, die Sie unternehmen und mit den Lesern teilen. Heute freue ich mich, dass der Tag für mich mit ihren Worten beginnt. Also ignorieren Sie doch ganz einfach in Gesellschaft Ihres Besuchs die unbeholfenen Hasstiraden der gedruckten Journale und erfreuen Sie sich weiter des jungen Frühlingstags. Was vermutlich sowieso gerade geschieht …

  3. Don, das Gekrampfe im Hinblick...
    Don, das Gekrampfe im Hinblick auf die Erzeugung von Objektivität können Sie sich allein schon deswegen sparen, weil Sie ja auch Ihre Kritiker jederzeit zu Wort kommen lassen und somit ausreichend Raum für den Leser bleibt, eine abweichende oder neutrale Position einzunehmen (selbst wenn man oftmals gar nicht mehr zu einer abweichenden Meinung kommen will; das ist aber was anderes). Genau das empfinde ich als sehr wohltuend.

  4. Habe schon immer gern mit den...
    Habe schon immer gern mit den Schmuddelkindern gespielt und ihre Lieder gesungen (frei nach FJD).

  5. Ja, lieber Don Alphonso, wenn...
    Ja, lieber Don Alphonso, wenn ich Ihren Eintrag richtig verstehe, geht es um die Behauptung, dass man (und frau) beim Bloggen Charakter haben, derweil gleichzeitig die geprintete Version der Feuilletons damit Mühe bekunden kann. Und, dass die Ursache, oder zumindest eine davon, jene ist, dass hier eine Permissivität à tout prix das Phänomen des gesunden Menschenverstandes, also der Kombination von Erziehung, Bildung und Lebenserfahrung, ersetzt.
    .
    Und die Tatsache, wie Sie schön nachweisen, dass dies selbst in der geschätzten FAZ passiert, ist in der Tat ein wenig erfreuliches Zeichen. Aber als Ihr treuer Leser stelle ich mit meiner subjektiven Wenigkeit fest, dass Ihr Autoren-Charakter eine erfreuliche, vitale, intellektuell aufrichtige, provokante und -auch- taktvolle Seite Ihrer Person vermittelt. Und das Wort „Treue“ nutze ich hier im Kontext der Internet-Zeitlichkeit. Denn die anderthalb Jahre, in denen ich Sie nun regelmässig lese, sind im Ablauf meines Alltags ansonsten nicht so rasch nobilitierungswürdig. Ich hoffe, Sie und Ihr Gast haben schönes Wetter.

  6. Gräflein - nie. Dafür gibt...
    Gräflein – nie. Dafür gibt es doch schon gala und Co., wie man hört.
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    weltfremd, ich hatte den Eindruck, dass in den letzten Tagen ein Raunen zu vernehmen war, dass dumm ist, wer sich mit Blogs abgibt, weil die ohnehin, von vielen Seiten betrachtet, wenig bis nichts bringen. Eine ganz eigentümliche Häufung, die einen sehr schrägen Eindruck vermittelt, von dem ich nur sagen kann, dass er hier mehr als nur fehl am Platze ist. Ich denke, man kann ja mal darauf hinweisen, dass diese Meinungen nicht der durchwegs gelebten Realität entsprechen. Manches, würde ich meinen, kann man einfach nicht unkommentiert stehen lassen.

  7. Sorry, liebe FAZ, aber Artikel...
    Sorry, liebe FAZ, aber Artikel die in Ihrer gedruckten Ausgabe erscheinen nehme ich in der Regel nicht wahr.
    Darum fällt es mir auch schwer nachzuvollziehen worüber dort Klage geführt wurde.
    Das Papierformat Ihrer alterwürdigen Zeitung ist mir einfach zu sperrig.
    Dann ist ja der ganze Frühstückstisch voll mit Zeitung.
    Da ist mir das LapTop schon lieber, ja ich gebe es zu, auch beim Frühstück mit Familie. Es nimmt einfach weniger Platz weg.
    Zusätzlich habe ich direkt die Möglichkeit meinen kleinen Kommentar abzugeben, nicht nur passiv das vorgedachte Wort zu konsumieren.
    Ich plaudere gerne.
    .
    Ich höre das Klagen der Fuhrknechte denen ihr Brot genommen wird, während die neue Eisenbahn laut und qualmend das Tal durcheilt.
    Die Zeiten ändern sich.

  8. Don Alphonso,...
    Don Alphonso, selbstverständlich bringen Blogs nichts, ebensowenig wie Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehen oder Radio. Alle erzeugen eine Realität, die der des Betrachters nicht unbedingt entsprechen. Wenn wir Glück haben, ist der kleinste gemeinsame Nenner aller zu einem Thema veröffentlichten Beiträge aller Medien ein Teil Wahrheit(Realität). Oder auch nicht. Und vor allem,wessen? Um mit Oswald Spengler zu sprechen: „Was ist Warheit?- Drei Wochen Pressearbeit, und alle Welt hat die Warheit erkannt. Ihre Gründe sind so lange unwiderleglich, als Geld vorhanden ist, sie ununterbrochen zu wiederholen.“

  9. Wehrter Don,
    sehr schön...

    Wehrter Don,
    sehr schön geschrieben. Doch ich habe eine Frage:
    “ Unterbrechen Sie eine Plauderei wirklich um Kommentare freizuschalten?“
    Herzlichst P.

  10. Ich bin von Natur aus morgens...
    Ich bin von Natur aus morgens nicht sehr gesprächig, möchte mich aber doch für die Tasse e-Tee bedanken und insbesondere dafür, dass es zu Ihrem elektronischen Frühstück nicht Ihre berühmte überfette Kürbistorte sondern diverse leckere Fleischprodukte gibt.

  11. Werter Don,
    ihre Bilder machen...

    Werter Don,
    ihre Bilder machen immer wieder Lust, sich an eine Ihrer Tafeln zu setzen. Zu charmant die Bilder und die Details, die sie zeigen. Mein Lieblingsbild ist Ihre Silberkanne, die Reflektionen auf dem Silber und die Teeflecken, sind malerisch und verleiten zum träumen.
    Und ist es nicht herrlich nur zu plaudern, zu palavern und reden, wie der Geist es einem beliebt? Ist das nicht auch ein Zeichen von Mensch sein, wenn die Grundbedürfnisse (Nahrung) befriedigt sind, dann sich kommunikativ zu betätigen. Zeigt doch auch, das man sich sicher fühlt und entspannt. Es geht uns gut.

  12. <p>muscat, Objektivität ist...
    muscat, Objektivität ist zumeist Lüge oder Selbsttäuschung. So einfach. Ich glaube nicht daran. Woran ich aber glaube, ist überdeutliche Subjektivität, die erst gar nicht erwartet, dass man darin etwas anderes erkennt, und die zum Denken anregt, weil man nicht frei mitgehen kann. Aber das ist ja auch nicht der eigentliche Kritikpunkt all der hier zitierten Texte. Das geht sehr viel weiter, und wenn jemand sagt, xy wäre der Prototyp der Blogger, ist das schon eine Angelegenheit, von der er sich sicher nicht wünschen würde, jemand von einer höheren Warte würde das gleiche mal über seinen Stand sagen. Man würde dann vielleicht mal einen Blick auf seine Schuhe werfen. Und das kann bei Journalisten böse enden.
    .
    TDTF, ich glaubem der grundsätzliche Unterschied ist, dass man mit Bloggern wenigstens überhaupt mal spielen kann.

  13. Liebe Rosinante, danke für...
    Liebe Rosinante, danke für das Lob. Generell denke ich ja, ist auch nichts gegen ein wertendes feuilleton einzuwenden, es kann auch ablehnen, aber in den letzten Tagen trat das doch so massiv auf, dass ich mich schon fragte, ob damit nicht auch eine Absage an das Format der Bloggerei sowie der Kommentatoren deutlich mitschwingt. Und Charakter ist zuerst mal ein wertneutraler Begriff.
    .
    Reiterjunge, es ist gerade die Kommentarlosigkeit, die manchen das gedruckte Wort so verleidet. Andere schätzen wiederum genau diesen Umstand. Der Klassiker der Nichtbeantwortung lautet denn auch „Keine Zeit“. Ich frage mich, wófür man eigentlich mehr Zeit haben sollte, denn für den teilnehmenden Leser in einer Sphäre, in der man nicht mehr durch Zeit, Ort und Abo gebunden ist. Aber da gehen die Meinungen auseinander.

  14. ego, Spengler ist mir da etwas...
    ego, Spengler ist mir da etwas zu negativ, um ehrlich zu sein. Aber natürlich ist das Konzept „Wahrheit“ keines, das evolutionär voran kommen würde, wie man leider immer wieder sehen muss. Insofern tendiere ich eher zu einem Konzept der hinterfragbaren Wahrheit – man kann das, was ich von mir gebe, natürlich auch ablehnen, und genau so ist es auch gedacht. Was ich allerdings nicht denke, ist eine oft durchscheinende Beurteilung der Wertlosigkeit dieses Ansatzes.
    .
    Paulchen, wenn es sich anbietet und eine natürlich Pause im Gespräch entsteht, entfleuche ich schnell an den Rechner. Dann vielleicht nicht alle 10 Minuten, aber wann immer es sich anbietet.

  15. Lieber Herr Don,

    das ist aber...
    Lieber Herr Don,
    das ist aber eine sehr unterkühlte Antwort. Geht es in Ihren Blogs tatsächlich NUR um den gehobenen Mittelstand der Mittelstädte?
    Was ist mit der Mutter aller Westviertel, den Elbvororten? Nicht bayerisch, nicht preussisch, aber Leitkulturbrutstätte für alle Kleinstadtbarbourjackenträger der Republik.
    Und warum zu verschnupft bei Thema „Adel“? Wenn die diesen auf das, was in der Gala zu lesen ist, reduzieren, dann unterstelle ich Ihnen einfach mangelnden Zugang zu diesem Schicht-chen. Was Alexander Schönburg kann, das könn(t)en Sie doch auch, oder?
    Viele Grüße
    das Gräflein

  16. <p>Der Tiger, der Gast isst...
    Der Tiger, der Gast isst Fleisch, und ich bin da nicht dogmatisch.
    .
    Blackjack, das ist die ganze Tafel:
    .

    .
    Leider muss man festhalten, dass „Plauderei“ ganz sicher nicht die Sache des schwerden deutschen Feuilletons mehr ist. Das war früher ganz anders, aber wie dieser oben zitierte Herr Jungen in seiner Airen-Besprechung nicht so schön ausführt:
    .
    „hält man heute jeden ins Blaue gebloggten Tagebuchexhibitionismus für Literatur. Und das, obwohl in den meisten Fällen die beiden einzig entscheidenden Kriterium fehlen: stilistische Meisterschaft und Relevanz.“
    .
    Man geht nicht falsch, das als Bubenstück zu bezeichnen, haben sich seine Kollegen bei Hegemann als völlig unfähig erwiesen, gerade den Mangel an stilistischer Meisterschaft im Plagiat zu erkennen, und haben sie doch dem Plagiat nur Relevanz zuerkannt, weil sie es für relevant hielten. Man kann darob den Kopf schütteln und von Dreistigkeit sprechen, aber damit ist zumindest klar, dass Witz, Charme, Spannung, Leichtigkeit, Esprit, wasauchimmer bei diesen Herren keine Bedeutung besitzt. Es braucht einen Stil, der ihnen geföllt, und wenn es den hat, ist es relevant. Das ist das Elend dieses Betriebes, und man tut gut daran, sich einen Seitenpfad zu suchen, die Giftpfeile zu meiden und ab und zu darauf hinzuweisen, dass man sich zu wehren versteht, wenn das Geraune zu laut wird.

  17. liebe zwei bekannte,...
    liebe zwei bekannte, zusammensitzende, ja deutsche Blogger: wie ergänzt man eine „Zeitlinie“?

  18. .
    ...jaah, dieses Ich und die...

    .
    …jaah, dieses Ich und die Vielen (anderen Ich), kann schon schwierig sein und
    manchem ein Graus.
    .
    Werter D.A. vielen Dank für diesen Artikel.
    …dürfte ich – abweichend vom Ritual – um eine Tasse Kaffee bitten…

  19. Bloggen und Journalismus sind...
    Bloggen und Journalismus sind einfach zwei Paar Schuhe. Ich lese gerne zum Frühstück die FAZ, schaue dann im Laufe des Tages in einige Blogs hinein. Von einem ordentlichen journalistischen Artikel erwarte ich schon insofern Objektivität, als daß der Journalist nicht nur seine private Meinung schreibt, sondern zu einem bestimmten Sachverhalt Informationen aus mehreren Quellen einholt, diese gewichtet und in seinem Artikel verarbeitet.
    An Bloggern – und vor allem Bloggerinnen – schätze ich hingegen die Subjektivität. Subjektivität ist die Voraussetzung für eine Wahrheit, die der schnöden Objektivität des Journalismus entgegenzusetzen wäre (wer’s theoretisch unterfüttert haben will, sei auf Benjamin oder Adorno verwiesen). Genau hier liegt, meines Erachtens, die Stärke des Bloggens. Es geht nicht um Konkurrenz zum Journalismus, sondern um eine ganz andere Art des Schreibens, der es in erster Linie nicht um Sachverhalte, sondern um Diskussion geht. Nicht um Fragen, was ist, sondern um Fragen, was sein soll.
    Deswegen ist die Kommentarfunktion (und trackbacks) für Blogs auch essentiell, während sie für journalistische Arbeiten eigentlich überflüssig ist. Bei Blogs gehören die Kommentare mit zum Text, bei echten journalistischen Arbeiten haben sie nur eine Funktion, wenn der Journalist nicht ordentlich recherchiert hat und ein unzureichend dargestellter Sachverhalt korrigiert werden muß.
    Ich möchte beides nicht missen: Ich brauche eine Zeitung, auf deren Informationen ich mich verlassen kann (okay, selbst bei der FAZ ist das gelegentlich nur ein frommer Wunsch), aber ich will auch die Diskussionen, wie sie zum Beispiel in diesem Blog geführt werden. Das eine gegen das andere auszuspielen halte ich für ziemlich unproduktiv.

  20. werter Don,
    das ist ein...

    werter Don,
    das ist ein traumhafter Blick, ich setze mich sogleich ins Auto und werde vom extrem ruhigen Freising (weil keine Flugzeuge am Himmel, höchstens im Bauch) zum Tergernsee fahren. Mal sehen, ob ich zumindest den Bäcker Ihres Vertrauens finde. Geniessen Sie den Tag und Danke für das Foto:

  21. Alter Bolschewik, ich...
    Alter Bolschewik, ich bezweifle, daß es einen Unterschied zwischen Journalismus und Bloggen gibt. Ersterer beruft sich auf die Objektivität, die meines Erachtens aber nicht existiert. Kein Mensch ist in der Lage, etwas nicht subjektiv zu betrachten. Insofern ist Ihre Unterscheidung nur eine Art des Glaubens, des Glaubens an die Objektivität.

  22. Blackjack, dieser Bäcker ist...
    Blackjack, dieser Bäcker ist leider nicht am Tegernsee, sondern in Brixen in der via portici maggiori, gleich beim Steg über die Eisack.

  23. Wachteleier sind mir zu klein....
    Wachteleier sind mir zu klein. Da lohnt sich doch die Schälarbeit gar nicht, und den Geschmacksvorteil gegenüber Hühnereiern nehme ich nicht wahr.
    .
    Kuckukseier dagegen sind wirklich exquisit.

  24. Sie wissen es ja selbst, aber...
    Sie wissen es ja selbst, aber ich möchte es trotzdem loswerden: Sie schreiben sehr gut über Notwendiges und Nichtiges. Danke.

  25. Alter Bolschewick,
    Wie...

    Alter Bolschewick,
    Wie verträgt sich Ihre unterstellte journalistische Objektivität mit der Feststellung
    eines früheren, bekannten FAZ-Redakteurs: da schreiben Ahnungslose für
    Ahnungslose?

  26. ego, es gibt so etwas wie...
    ego, es gibt so etwas wie objektive Sachverhalte. Wenn jemand behauptete, daß der Mond aus grünem Käse besteht, dann ist das einfach falsch. Von einem Journalisten erwarte ich, daß er Sachverhalte korrekt recherchiert und diese darstellt. Das ist oft genug schwierig, macht eine Menge Arbeit und, natürlich, es wird viel dabei geschlampt. Doch mit dem Hinweis darauf, alles sei sowieso subjektiv, untergräbt man den Wert guter journalistischer Recherche.
    Von Bloggern erwarte eine derartige Recherchearbeit nicht (auch wenn es Blogger gibt, die so etwas machen), von ihnen erwarte ich, daß sie aus mehr oder minder bekannten Sachverhalten – ganz subjektiv – Schlüsse ziehen. Hier geht es dann um mehr als nur Objektivität, nämlich die Bedeutung bestimmter Sachverhalte für die Gesellschaft oder auch das Leben des Einzelnen, so wie das der Don hier mit seinen inzwischen uns allen bekannten Präferenzen und Abneigungen zelebriert. Ich halte das für eminent wichtig, weshalb ich dafür das etwas hochtrabende Wort „Wahrheit“ im Gegensatz zu „Objektivität“ verwendet habe. Die Crux des Journalismus ist, daß er Objektivität mit Wahrheit verwechselt.
    Dennoch brauchen wir Menschen, die berufsmäßig Sachverhalte recherchieren und uns in möglichst objektiver Form darstellen. Das sind die Journalisten. Wahrheit wird daraus aber erst, wenn wir über diese Sachverhalte diskutieren und uns fragen, was sie für uns und unser Leben bedeuten. Klassisch passierte das in Parteien, später dann in Bürgerinitiativen, und inzwischen auch in Blogs. Aber diese wichtigen Diskussionen brauchen eine stabile Grundlage, und darin sehe ich die Aufgabe des Journalisten: Die Basis für derartige Diskussionen bereitzustellen. Und zwar so objektiv wie möglich.

  27. Die Aktion und der...
    Die Aktion und der anschließend zu beobachtende Aktionismus um den Fall Hegemann zeigen doch nur eines: dass da eine Clique eine raffinierte Form ihres Autismuses in der Öffentlichkeit auslebt, dessen lesende Zeugen wir sind. Lieber Don, korrigieren Sie mich, aber ich glaube, Sie haben es nur etwas ausführlicher, höflicher und geschickter formuliert.
    Und der von manchen vermisste Bezug zur „besseren Gesellschaft“, den sehe ich so: die einen, die Sie meinen, die hätten gerne recht, und es darf nicht sein was nicht sein kann. Die bessere Gesellschaft hat einfach nur, und zwar Genug, und ist (und isst wie man sieht1) einfach, aber sowas von auch.

  28. @ego,
    ich finde bei manchen...

    @ego,
    ich finde bei manchen bloggern ist es weniger Journalismus als häufig gutes Literarisches.
    .
    Das gefällt mir persönlich sehr gut bei den Blogs, die ich lese.
    DA nennt es auch Plauderei, für mich ist es nicht selten Literatur!

  29. Vielleicht hängt ja das...
    Vielleicht hängt ja das meutenhafte Einprügeln der Föhjeton-Journaille auf alles was bloggt, und das Absprechen jeglicher Relevanz damit zusammen, dass die repubsica justament im Reichshauptslum stattfand zusammen?
    Und Blogger, die sich dann noch erdreisten nach Brideshead Manier ( nur statt Erdbeeren nord- und südalpine) Leckereien zu sich zu nehmen und dabei einfach dahinplaudern – nein sowas trifft den Schreibknecht im klimatisierten Großraumbüro an empfindlicher Stelle – da bricht sich der Neid dann Bahn.
    P.S. „Haschibopperl“ – you made my day!

  30. Alter Bolschewik, ich stimme...
    Alter Bolschewik, ich stimme Ihnen ja zu, daß wir solche Leute brauchen, und ich möchte auch glauben, daß es solche Leute gibt.
    Doch wenn ich 5 Zeitungen lese, die das gleiche Thema in 5 Varianten darstellen, sind entweder mindestens 4 Journalisten nicht objektiv oder Objektivität relativ.

  31. Der Stilbruch und das nette...
    Der Stilbruch und das nette Geplauder
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    Apropos Hettche: Die FAZ-Redaktion hat mich kürzlich wieder mal gnadenlos zensiert, sodass mein Beitrag zu Hettche regelrecht im Sinn verkehrt wurde. Nämlich genau ab der Stelle, wo ich beginne, mich von einer konservativen Haltung zu verabschieden, wie eben auch von der eines Hettche, wird mein Text beendet. So konservativ, um nicht zu sagen: devot, wie ich da nämlich erscheine, und wie ich definitiv nämlich nicht bin, möchte ich besonders bei meinen konservativen Kritikern (die diesen Beitrag dann natürlich ins Grüne bewerteten) nicht in Erinnerung bleiben. Ich sende meinen Beitrag daher in der Hoffnung, dass möglichst viele von meinen Feinden unter der Leserschaft diesen lesen. Ich nehme es gerne in Kauf, dass ich dann dort nach rot abgestraft wird. Meinen empörten Protest hat die Redaktion weder beantwortet, noch gesendet.
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    Und was Hettche selber angeht, ich weiß natürlich nicht, inwieweit er auf die Kommentare zu seinem Artikel Einfluss nimmt (dass er die Leserbriefe hierzu bekommt, das nehme ich doch eigentlich an), aber wie kann man sich über das belanglose Plaudern in Blogs aufregen, aber die Fälschung der Ansichten seiner Kritiker (es mag natürlich gefallen, dass meine Kritik mit einer Streicheleinheit beginnt, welche sich dann am Ende als „Watschen“ herausstellt), nicht als Stilbruch geißeln.
    Da ist mir Ihr nettes Geplauder doch allemal lieber, zumal des gelegentlichen Tiefgangs wegen (den die meisten so gar nicht bemerken).
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    „Dafür stehen, was Literatur am wenigsten verträgt
    Es macht Freude das zu lesen, denn jeden Satz kann ich unterschreiben, wenn ich auch vermutlich nicht jedes Wort so gewählt gesetzt hätte, wie er, wie Thomas Hettche. Und doch nützt es nichts, jedes Wort, ja jede Silbe scheint vor die Säue, so wie auch eines Frank Schirrmachers Klagen ob eines jenes Internets Wirkung auf des Menschen geistige Freiheit. Ein Klagen, das mir kommt, wie eben als unfreiwillige Bestätigung eines solchen, was ja einem Ralf Singer nicht so richtig gelingen möchte, „Menschen” nämlich, als “unfreies Wesen“; so zumindest will uns die letzte technische Revolution eingeredet haben – postrevolutionär.
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    Denn auch hier ist es so wie es ist, nicht so wie wir es uns wünschen. Des Menschen Teilhabe nämlich, gleich an welchem Gut, ist so sehr der unaufhörliche Lauf der Dinge, ist das Rad in der Geschichte, das nicht zum Stillstand zu bringen ist, dass es einem schon irgendwie paradox erscheinen möchte, darin so etwas wie „Freiheit“ zu vermuten. Tragisch nur, dass dies passiert, d.h. dass die Auflösung der so bewährten Arbeitsteilung begonnen hat, wo sie doch noch nicht so richtig passen will, nämlich in die gewählte Zeit.
    Versucht die Klassengesellschaft, nämlich deren konservativer Geist, genau dieses doch zu unterbinden, also genau das, was diese Klassengesellschaft selber hervorbringt. Und zudem, kommt das alles daher als Subtext zu dieser Auflösung, die wir auch als Prekarisierung wahrzunehmen begonnen haben, eben auch jener Klassen.
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    Auflösung und doch keine, Klassengesellschaft und doch keine, Teilhabe und doch keine, Freiheit, die ich eben nicht meine. Das will mir das Drama sein, das ich beklagen möchte. Daher ist jede Kritik so revolutionär, wie eben auch konservativ, ein Umstand, der nicht nur den Konservativen Sorgen bereitet, denn offenbar erodierte, „prekarisierte“, diese Revolution, an die ich da gerade denke, schon vor dem ersten Gedanken an sie, schon lange vor dem heute und jetzt.
    .
    Revolution nicht als das, was der Mensch durchsetzt, sondern als das, was zu verhindern, ihm nicht gelingt. Einen nicht weniger dialektischen Materialismus, ja einen grauenhafteren Determinismus, konnten selbst die verbohrtesten Feinde, einem jungen Marx, und im völligen Missverständnis dessen, wofür er da zu wirken begann, nicht unterstellt haben, denn genau dieser hätte sich hiervon angewidert abgewendet.
    Die Freiheit liegt in der Entscheidung, nicht in der Notwendigkeit einer solchen, und somit nur noch in einer Hinwendung zu ihr. Und sei es auch zu dem Preis der Selbstverleugnung, ja der Selbstvernichtung.
    .
    Eine solche Dialektik hätte was religiöses, ja eigentlich christliches, ich gestehe es, dennoch nichts metaphysisches. Denn nicht wenige Revolutionäre wurden da “ans Kreuz” geschlagen, aber ihre Botschaft damit auch. Höher konnte man sie nicht hängen, jene Botschaften!
    Literatur sollte daher für etwas stehen, was sie selber offenbar am wenigsten verträgt, in ihren Kunstformen, in ihrem eigenen “lebenden” Organismus: Freiheit – die der anderen. “Grenzen setzen und diese überschreiten”, das ist kein Freiheitsrecht, nicht für die Literatur, sondern eine Botschaft an die Massen, nämlich, dass diese endlich “der Teilhabe” sich bemächtigen, die Grenze überschreiten.
    Die Tendenz zur Teilhabe, auch in der Form als „Lebensteilnahme“, drückt schon eine solche Freiheit aus, die, welche die letzte technische Revolution so nicht nur nicht zu unterdrücken vermocht hat, sondern höchstselbst erst schuf.
    .
    Die Literatur mag sterben, muss sterben, aber nur um sich zuvor in einer höheren Sphäre verwirklicht zu haben, in einer nicht mehr literarischen, nicht unähnlich darin dem Schicksal jener Philosophie, die sich schon seit einiger Zeit in den Formen der Physik darzustellen hat. Und einer solchen bedarf es dann wohl auch nicht mehr, es sei denn in der Zukunft, wo die Literatur dann als unverzichtbares Hilfsmittel bei der Spurensuche des Menschen, bei Erforschung seiner Geschichte, seiner ganzen „Vorgeschichte“ (Marx), erkannt werden könnte, und wo diese Literatur auch als einstmals einzig allgemeingültige Form der Freiheit, wenn auch als Privileg weniger, und solchermaßen sie überhöhend, gedeutet wird.“ (faz.net/Internet-Debatte:Wenn Literatur sich im Netz verfängt, Von Thomas Hettche,09.04.2010, vgl. auch: http://blog.herold-binsack.eu/?p=825)

  32. Zeitungen - und auch dem...
    Zeitungen – und auch dem bisweilen sehr geschätzten Feuilleton dieser Zeitung – geht es doch sehr häufig wie dem Pastor in der Kirche. Er kann völlig unbefangen von der Kanzel predigen und braucht den Widerspruch nicht zu fürchten.
    Zudem ist es höchst interessant, wie sich in den letzten Jahren die von Schirrmacher im heutigen Feuilletonbeitrag „Plötzlich sind wir alle Zuschauer“ zu Recht beklagten Algorithmisierung des Lebens und der Entscheidungen auch in den immer gleichen, politisch-korrekten, gleichheitshöhnenden- besserwisserischen Berichterstattung der meisten Zeitungen eingedrungen ist. Und nur wenige Qualitätsjournalisten von Qualitätszeitungen sich davon abheben.

  33. Lieber Don,
    das ist...

    Lieber Don,
    das ist meisterhaft reagiert: wie Sie Ihren Text, der von den Vorzügen einer Präsenzkultur berichtet, die Sie sich noch leisten können – den Stoff Ihrer Jacken, den Anblick der Brixener Kreuzganggemälde, den Geschmack ihres FRühstücks, das persönliche Gespräch – flankieren mit den Kommentaren der „Beobachter zweiter Ordnung“, die räsonnieren und deuten, ist wirklich gelungen, weil Sie so zeigen, dass das mit Ihrem Leben und dem was Sie tun nichts zu tun hat. Ich hatte mir wirklich richtige Sorgen um Sie gemacht: ich hielt Sie für eitel genug, um sich von den Artikeln zum Thema angegriffen gefühlt zu haben, eben weil Sie es nicht für Geld, sondern für die Anerkennung, die intellektuelle Satisfaktionsfähigkeit tun und die hatte man den Bloggern in diesen Dossiers ja abgesprochen (provokant seien sie schon, aber ohne Stil). Aber ich hatte Sie, das passiert mir nicht mehr, unterschätzt! Selbst wenn Sie manchmal nichts zu sagen haben, sagen Sie das ganz bezaubernd (um mit einem abgewandelten Oskar-Wilde-Zitat zu schließen) .

  34. Don Fernando, sie haben recht,...
    Don Fernando, sie haben recht, deshalb ist dies der erste Blog, den ich regelmäßig lese. Mir gefällt der Stil, sowohl des Gastgebers als auch der Kommentatoren.
    Passend natürlich ein Zitat, diesmal von Schopenhauer: „Daher nun ist die erste, ja schon für sich allein beinahe ausreichende Regel des guten Stils diese, dass man etwas zu sagen habe: O, damit kommt man weit!“

  35. Jaja, der Unterschied zwischen...
    Jaja, der Unterschied zwischen Berufsjournalisten und Hobbybloggern, dem Schreiben müssen und dem Schreiben wollen, dem Kommentare und Feedback hassen und Kommentare und Feedback haben wollen ist der entscheidende Unterschied zwischen Mainstreammedien und Bloggern.
    Am Ende ist das Schreibenwollen auch der Grund, warum Journalismus nie aussterben wird. Egal wie schwierig bis unmöglich die Refinanzierung ist. Am Ende ist es genau so wie in der Musikindustrie. Selbst wenn diese komplett verschwinden würde, gäbe es noch weiter Musik. Die gab es vorher, die gab es mit Musikindustrie und die wird es auch später noch geben. Optimisten glauben sogar, dass die Musik dann besser wird …

  36. Devin08
    Ich muß gestehen,...

    Devin08
    Ich muß gestehen, daß ich Ihren Beitrag nicht verstehe, wo ich mir doch
    einbilde etwas von Don Alphonsos Artikel zu verstehen, wobei mir die, von Ihnen attestierte Tiefe, sicherlich entgeht.
    .
    Sie sprechen von Zeit, das tut der Gastgeber auch, nur bietet er auch Raum.

  37. vonwegen Blogs:
    @Alter...

    vonwegen Blogs:
    @Alter Bolschewik: volle Zustimmung. Es sind verschiedene Genres und die erfordern unterschiedliche Behandlung.
    @DA: Sie sagen ja mitunter, daß es Ihnen um das Erzählen einer Geschichte geht. Ich bin auch der Meinung, daß das funktioniert, und auch, daß der Hunger nach Geschichten recht groß ist. Weil Geschichten eine Linie erzeugen, und man im Crisscross des üblichen Netzwerkdenkens (jaja, manche kennens immer noch nicht, andere gucken sich seine Ränder und Bedingungen an) sich an einem Faden festhalten will, um nicht verlorenzugehen.
    Selbstreferentiell Pseudotheoretisches langweilt mich meistens, darum gehe ich auch nicht zu IDZ-Veranstaltungen. Es ist in der Regel halbgar, d.h. so ungenießbar wie zuwenig gekochte Bohnen, und glotzt fasziniert auf den kreiselnden Kompaß, statt eine andere brauchbare Orientierung herzunehmen. Meine theoriehungrige Phase hatte ich im Hauptstudium, das wirkte sich u.a. so aus, daß ich einen Prof in der Diplomprüfung mit Luhmann quälte (ihn interessierte das nicht die Bohne und das war auch kein Lehrstoff, aber für mich wars halt eine Möglichkeit, mich dem eher analytischen Denken zu nähern). Danach wollte ich lieber machen und nicht drüber quatschen. Erst nachdem ich damit mehr Zeit verbracht hatte, kam dann wieder eine gewisse Notwendigkeit der Reflektion auf. Wenns um Technik geht, lese ich deswegen gerne mal Erfahrungsberichte von IT-Projekten, damit kann ich was anfangen, aber die Blasen, ob „wir werden alle störben/alles drängt zum Gold“, ob „Ende der Geschichte/ das Wachstum kann grenzenlos sein=New Economy“, die müssen sauber geerdet werden.

    vonwegen Essen+Trinken:
    doch, ich finds gut, daß es ab und an Wachteleier zu kaufen gibt (bei uns aus Sachsen-Anhalt oder Spanien). Die schmecken wirklich gut (hm, vielleicht könnte man Hühner ja so ausgeklügelt füttern, daß die Hühnereier auch so gut schmecken? Die wären dann weniger mühsam zum Öffnen.). Zwei-, dreimal im Jahr kann man sich die Schalenfummelei denn schonmal antun.
    Und ansonsten begrüße ich aufs Schärfste die Salami auf dem Teller und das erwähnte Brixener Brot, endlich mal was Handfestes und nicht immer nur Süßkram und Milchprodukte.

  38. Es mag Angst machen,

    Ich...
    Es mag Angst machen,
    Ich denke, dass man beim Journalismus des 20.Jhds Wahrheiten verwaltete; „Meinung“ war nur wichtig von „denen da oben“, die ja eigentlich nicht die hier besprochene bessere Gesellschaft sind, sondern nur deren Handlager und Hausmeier..
    Ergo führt die neue partizipative Medienlandschaft zu einer derartigen Umwälzung, dass die alten Medien probieren sich anzupassen (oder umgekehrt die Realität wieder ein wenig an sich anzupassen), indem Sie glauben man muss auto-suggestiv ins blaue hinein schreiben und einer psychotherapeutischen Sitzung gleich seine Neurosen und Psychosen ausleben. Und wenn das dann nicht wirklich klappt, wird das „Ding an sich“, der Blog und die Blogger verflucht..

  39. liebe runde, mir wurde einmal...
    liebe runde, mir wurde einmal von einer freundin ein nichtssagender artikel zugesandt, der von einem herrn mit dem nachnamen schmierer verfasst wurde.
    .
    lieber don, sie gefallen mir – zunehmend besser. sie setzen dem quasidiktatorisch sich gerierenden marketing-mainstream wohltuend individualität und zutiefst empfundenen bildungswillen hartnäckig entgegen. die machart des heutigen beitrags mit verschachtelungen des gleichzeitig ungleichzeitigen: placet.

  40. Gräflein, meine Erfahrungen...
    Gräflein, meine Erfahrungen sind mit diesem Bereich einfach nicht repräsentativ genug, um was Besonderes darüber zu schreiben. Eine ab und an angedeutete Person hat ein v im Namen, aber was soll’s. Man sollte sich vin der Illusion verabschieden, dass nach dem Westviertel noch was anderes kommt.
    .
    äh, das ist die Eindeutschung von „die Timelin updaten“. Machen leute, die twittern. Sagt man.

  41. Hm, wer richtet sich denn...
    Hm, wer richtet sich denn überhaupt nach den Ansichten der Feuilletonistas? Ich habe deren Beiträge mein Leben lang nur als unverbindliche Empfehlungen wahrgenommen. Ja, oft habe ich Bücher usw. nur deshalb gelesen, bzw. angesehen, WEIL sie vom Feuilleton verrissen wurden – und das war nicht selten ein Gewinn.
    Es mag arrogant klingen, aber wenn ich mich in meinem Bekannten- und Freundeskreis umschaue , dann achten eigentlich nur Leute auf das Feuilleton, die auch im Erwachsenenalten noch keinen eigenen Geschmack entwickelt haben. Und denen ist vermutlich nicht zu helfen …

  42. mina, danke, es gibt...
    mina, danke, es gibt Untersuchungen, dass Debatten unter Beiträgen vom Geraunze zum Diskurs umschlagen, wenn der verfasser mitredet. Ich kann das verstehen,das Gefühl nicht beachtet zu werden macht aggressiv.
    .
    Alter Bolschweik, ich glaube, Kommentre sollten auch unter normalen Beiträgen sein. Weil sie einen erden und ein Gefühl für die eigene Arbeit vermitteln. Aber natürlich kann man Diskurse auch steuern, anreizen und bremsen. Ansonsten muss ich aus meiner Erfahrung gerade bei meinen Spzielgebieten sagen, dass ich vom Journalismus gar nichts halte. Sowohl bei Kapitalanlagebetrug als auch in der Kulturgeschichte sind die Ergebnisse von Journalisten durch die Bank sehr bescheiden. Sei es, weil sie nicht hinschauen wollen, sei es, weil sie nicht in der Lage oder Willens sind, die Themen zu vermitteln. Wenn ich mit einem Bild aus dem 17. Jahrhundert 200 Kommentare diskutieren kann, heisst das ja: Es geht. Wenn man nur will. Und das wiederum ist die Krux.

  43. Der andere Udo, im zweiten...
    Der andere Udo, im zweiten teil würde ich zustimmen – bessere gesellschaft muss sich nicht begründen und ist deshalb besser. Was die Mechanismen des betriebs angeht, tendiert das Feuilleton sicher dazu, nicht nur die eigene Rolle zu überschätzen, sondern sich auch Räume zu schaffen, in denen die Überschätzung tatsächlich auch wie Realität aussieht. Natürlich ändert sich das im Internet, wenn man zur Debatte auch die Klickzahlen hat. Das Elend ist halt, dass die guten Ansätze unter dem system mitleiden, weil sie nicht mehr wahrgenommen werden. Und deshalb versuche ich, mich davon fern zu halten.
    .
    Don Ferrando, „plaudern“ klingt den Deutschen so läppisch, dabei ist es eine Kunst, klug zu plaudern. Aber das versteht man hier nur selten.

  44. HansMeier555, wenn man den...
    HansMeier555, wenn man den Bogen raushat, ist es ganz leicht, Wachteleier zu schälen. Ausserdem ist es was für den sportlichen Ehrgeiz.
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    Jeeves, danke, man bemüht sich.

  45. michael1366, Haschibopperl,...
    michael1366, Haschibopperl, das sagt man bei uns so. ich habe bei solchen Momenten generell den Eindruck, dass sich da zwei Systeme gegenseitig vormachen wollen, wie toll und wie wichtig sie sind, auch für die jeweils eigene Anhängerschaft. Und gerade im Feuilleton sitzen immer wieder Leute, die das Kunststücjk fertig bringen, mit einem auf ein Phänomen bezogenen Satz gleich alles und jeden abzufertigen. Siehe oben: ich habe mit vielen Bloggern zu tun. Kein einziger läuft irgendwie unsauber angezogen rum, und bislang hatte ich auch nicht den Eindruck, dass Redaktionen jetzt führend in Sachen Kleidergeschmack sind.
    .
    Devin08, ich denke, das ist keine Zensur – soweit ich weiss, kann man bei FAZ.net im Gegensatz zu den Blogs nur ene begrenzte Zahl Zeichen eingeben. Wenn man mehr einfügt, verschwindet der Rest einfach.

  46. "Objektivität ist zumeist...
    „Objektivität ist zumeist Lüge oder Selbsttäuschung. So einfach. Ich glaube nicht daran. Woran ich aber glaube, ist überdeutliche Subjektivität, die erst gar nicht erwartet, dass man darin etwas anderes erkennt, und die zum Denken anregt, …“ – das haben Sie wieder schön gesagt, Don Alphonso! Aus ganzem Herzen zustimmen möchte ich Ihnen auch, was die Wandgemälde im Brixener Domkreuzgang betrifft – ich hab sie vor zwei Jahren gesehen und war begeistert wie seitdem nicht wieder von irgendwelcher Kunst, obwohl ich von ihrer Ikonographie nun wirklich keine Ahnung habe. Aber man erkennt doch auch als Laie, ob etwas intensiv und relevant ist.
    Die banalen Besserwissereien der deutschen Printmedien dagegen sind wohl eher dem „fiesen Lärm, den Passanten erzeugen,“ zuzurechnen. Wirklich hinhören tun wir doch da nicht, oder?

  47. @Devin08
    Wenn Ihr Beitrag für...

    @Devin08
    Wenn Ihr Beitrag für die Papier FAZ so langatmig war wie ihr Blogbeitrag, wundert es mich nicht, dass ihn Don’s Kollegen gekürzt haben. Ich habe nach dem 3. Absatz den rotten Faden verloren und aufgegeben.

  48. danke. Damit ist dann meine...
    danke. Damit ist dann meine Zeitlinie aufdatiert. Bin eher Bücherleser (diese ollen Textdateien aus Papier).

  49. Habe mir vor drei Monaten oder...
    Habe mir vor drei Monaten oder so eine SZ beschafft (ich glaub sie lag im Zugabteil) und doch, da waren schon ein paar sinnvolle Artikel drin im Fölljetonn, ich war selber ganz überrascht.

  50. ego, minna, Don Alphonso, Sie...
    ego, minna, Don Alphonso, Sie haben ja alle irgendwie recht: Der real existierende Journalismus ist ein Trauerspiel. Das hängt meines Erachtens mit den miserablen Arbeitsbedingungen zusammen: Schlechte Bezahlung kombiniert mit gnadenlosem Zeitdruck führt dazu, daß nicht ordentlich recherchiert wird, und die schlechte Recherche dann auch noch schlampig dahingeschrieben wird. Das lädierte Ego wird dann dadurch wieder aufgepäppelt, daß man zu denjenigen eine ungute Nähe aufbaut, über die man distanziert berichten sollte: Die Mächtigen und Erfolgreichen. Das alles gebe ich gerne zu.
    Aber ich sehe Blogger dazu nicht als Alternative. Die Alternative zu schlechtem Journalismus ist guter Journalismus. Weswegen ich als dezidierter Linksradikaler die reaktionäre FAZ lese, weil der FAZ-Journalismus zwar immer noch kein guter Journalismus ist, aber immerhin besser als der in den meisten anderen Käsblättern dieser Republik. Dafür bin ich bereit, Geld zu zahlen, weil ich weiß, daß gute Recherche Zeit braucht und Geld kostet.
    Es kann deshalb nicht darum gehen, die Zeitung abzubestellen und nur noch Blogs zu lesen. Sondern man muß den Zeitungsverlegern irgendwie klarmachen, daß ihre Zeitungen nur überleben können, wenn sie das bieten, was Blogs in aller Regel nicht leisten können: Gute und damit leider auch teure Recherche.

  51. Verehrter Don,

    seien sie...
    Verehrter Don,
    seien sie unbesorgt. Was Ihr Blog mit „den Bloggern“ gemeinsam hat, ist doch nur die Software.
    Für das, was Ihre Beiträge von denen trennt, müsste man einen neuen Begriff erfinden.
    Ich schlage vor, Sie zetteln unter Ihren klugen Leserinnen und Lesern einen Ideenwettbewerb an. Erster Vorschlag:
    Das Feuilletonet.

  52. Ein gewisser Theodor Fontane,...
    Ein gewisser Theodor Fontane, manchen bemoosten Semestern noch bekannt als ein recht schreibbegabter Mensch, der charakterisierte sich selbst als ‚Causeur‘: Als einen Menschen also, der nahezu anlasslos, im ‚Plauderton‘ und oft recht abschweifend über ein vorgegebenes Thema aus der Fülle eigener Erfahrung heraus zu erzählen verstand. Dieser Ahnherr des deutschen Kulturjournalismus, der allabendlich in den Berliner Theatern herumsitzen musste, um Zeitungsspalten zu füllen, der verkörperte in eigener Person noch all das, was heutigen Feuilletonisten abgeht. Wir haben es in kritischer Hinsicht weit gebracht – weit hinter Fontane zurück. Heute geht’s nicht mehr um den Leser und den Lesegenuss, sondern um Selbstüberhöhung: „Stilistisch gelangt das Opus nirgends über den schnodderig-expliziten Tonfall und die Parataxe hinaus …“. Der angeblich so geschätzte Leser sollte ihm diese Parataxe rechts und links um die schnodderige Nase hauen!

  53. Die Leere....
    Die Leere.

  54. ego
    .
    Doch wenn ich 5...

    ego
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    Doch wenn ich 5 Zeitungen lese, die das gleiche Thema in 5 Varianten darstellen, sind entweder mindestens 4 Journalisten nicht objektiv oder Objektivität relativ.
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    das war einmal. heute lassen, zumindest die, die keinen überregionalen anspruch haben, bei den gleichen agenturen arbeiten, wem dpa zu teuer ist, geht zu ddp und das werden immer mehr.

  55. donna laura, mit einem...
    donna laura, mit einem dezidiert weiblichen Zugriff haben Sie das geschrieben, was dem männlichen Pferdehirn so nicht entsprang. thank’s.
    .
    HansMeier555, da hatten Sie mir Ihrer gefundenen SZ aber Glück.
    .
    Alter Bolschewik 18:30, danke, für die klaren und klugen Worte. Das Format, welches bei SZ und Zeit ähnlich unhandlich ist, ist vielleicht reformbedürftig. Aber das Printmedium hat durch die Beschränkung des Platzes und den Reibungskoeffizienten einer Redaktion -auch- die Vorgabe zur Prägnanz (neben Fachkompetenz -wenn diese vorhanden ist- Stil und Information), was dem Blog völlig abgeht.
    .
    Il Defonso, Ihr „Feuilletonet“ finde ich als Vorschlag prima. Don Alphonsos Forum ist weder Blog (dafür sind viele Beiträge -insbesondere die Einträge- zu qualitativ) noch Feuilleton (dafür sind die Kommentare zu privat und prononciert subjektiv).

  56. Damit sind wir dann glücklich...
    Damit sind wir dann glücklich zurück in den Siebziger Jahren mit ihrem De-Facto-Meinungsmonopol, das damals ja einer der Anstöße war, die taz zu gründen. Ein schöner Seyfried-Cartoon brachte es damals auf den Punkt: 10 Tageszeitungen laufen aus der Rotation, jede titelt mit „Na, sowas!“
    Btw vielleicht bringt die Hegemann demnächst einen Comic, zusammenkopiert aus leicht verfremdeten Bildern aus Werken von Serpieri, Manara und Lauzier mit Texten von Airen;-)

  57. "Das lädierte Ego wird dann...
    „Das lädierte Ego wird dann dadurch wieder aufgepäppelt, daß man zu denjenigen eine ungute Nähe aufbaut, über die man distanziert berichten sollte: Die Mächtigen und Erfolgreichen.“
    .
    Lieber Alter Bolschewik,
    da haben Sie allerdings recht. Und was mich am meisten verstört, ist daß Journalisten (meist solche, die „es geschafft haben“) und einen einflußreichen Redakteursposten besetzen (die glücklichen anderthalb Prozent im Ozean der Lohnschreiber, Volontäre und Freiberufler) damit auch noch ganz ungeniert angeben.
    „Bei meiner letzten Begegnung mit Joschka“ … „Mein alter Freund Ralf Dahrendorf“, und anderes Namedropping wird zentral im Beitrag plaziert. In den Augen dieser Schranzen legitimiert sich Deutungsmacht nicht durch irgendwelche Qualifikation, sondern dadurch, daß man sie eben ergattert hat.
    .
    Nun ist es aber müßig sich über die Haltung von Leuten aufzuregen, denen täglich ein Dutzend unterwürfige prekär beschäftigte und freie Mitarbeiter begegnen, die dringend ein Stück Brot brauchen.
    Man müsste den Blick schon weiter nach oben richten und mal nach der (vollkommen tabuisierten) Rolle der Verleger fragen.
    Was sind das für Leute, denen G + J, oder Holtzbrinck gehört? Worüber plaudern sie bei ihrem Frühstück und aus welchem Material sind ihre Schuhsolen? In welchem Westviertel wohnen die? Und wie sehen die ihre eigene Zukunft, wenn das mit den Qualitätsmedien immer enger wird?

  58. Liebe Rosinante,
    ist das nicht...

    Liebe Rosinante,
    ist das nicht ein Zirkelschluß: Was hohe Qualität hat, kann ja kein Blog sein?

  59. Online-Beitrag war bereits...
    Online-Beitrag war bereits gekürzt
    @Der Tiger: Ich habe speziell für die Online-Version – und um diese geht es nur, vorläufig – eine gekürzte Fassung (Sie wissen ja: mit 1200 Zeichen maximal) abgesandt, ein Tag nach dem Leserbrief an die Printabteilung (zunächst war Hettches Artikel gar nicht Online. Es gab also keinen Grund diesen Beitrag noch einmal zu kürzen, es sei denn mit der Absicht ihn zu fälschen.

  60. Lieber Don,
    Sie sagen, über...

    Lieber Don,
    Sie sagen, über dem Westviertel kommt nix mehr?
    .
    Darüber lohnt sich nachzudenken. Die Westviertel Westdeutschlands sehen sich doch irgendwie auch als Opfer der Entwicklung, der Globalisierung, der großen Finanzkrise usw.. Und auch denen, die finanziell gut dastehen, ist angesichts der beschleunigten Verprollung der „Leitkultur“ offenbar nicht immer ganz wohl (diesen Eindruck vermitteln mir Ihre Texte).
    .
    Wer sind dann aber die Beschleuniger? Wo kommen all die Leute her, die den Neuen Markt, das Privatfernsehen und die Lockerung der Finanzkontrollen angeschoben haben? Doch wohl nicht sämtlich aus den Barackensiedlungen im Ostviertel?
    .
    Oder anders gefragt: Müsste es im Westviertel dann nicht auch zu einer Differenzierung kommen: Zwischen neoliberalen Beschleunigern und altkonservativen Bedenkenträgern und Bremsern?

  61. Verehrter Don Alphonso,...
    Verehrter Don Alphonso,
    nachdem ich in den letzten Tagen die verwirrenden Artikel der FAZ-Feuilleton-Schreiber gelesen und mich damit erstmals umfassender mit dem bloggen und seinen Mainstream-Kandidaten auseinandersetzen konnte, finde ich Ihren Text geradezu stringent und gut gegliedert und die beglückende Antithese zum genannten FAZ Feuilleton. Ganz so, wie ich es aus Ihren Beiträgen der letzten Monate so schätzen gelernt habe, denn bis dahin war mir weder bekannt was ein blog ist noch wie das funktioniert und welche (Sub-)Kultur sich rund um diesen Begriff gebildet hatte.
    Ich stimme daher Il Defonso zu, dass dies hier nicht diesen Namen verdient, aber eine andere Alternative wäre falsch; sie würde den übrigen Bloggern nicht zeigen, dass es auch anders geht.
    Und mit Ihrem Blick auf den Rupprecht Geiger haben Sie mich eines Mal mehr sehr freudig überrascht. Geometrische Modelle oder Farbflächen?

  62. HansMeier555 19:19
    .
    Die...

    HansMeier555 19:19
    .
    Die Verleger haben es doch im ganzen 20.Jhdt. geschafft ihre Rolle zu
    tabuisieren. Da wundert es doch nicht, daß sie sich – und ihr Hofstaat mit
    ihnen – für unverwundbar halten.
    .
    Vielleicht die Macht der Archive?

  63. @Hansmeier: da ich vorher...
    @Hansmeier: da ich vorher gerade wegen etwas anderem die Forbes-Liste der 1000 reichsten Leute durchblättert habe, kann ich Ihnen sagen, daß zumindest ein paar deutsche Verlegernamen dort auftauchen. Möglicherweise „noch“, denn amerikanische Verlegernamen tauchen erst weiter hinten auf. Vielleicht muß man min. 2 Mrd haben, wenn man Zeitungen haben will, eine zum Versenken und eine zum Leben. Auch wenns länger geht, selbst eine Mia ist endlich. Aber da kennt sich MvB sicher besser aus damit.

  64. @- HansMeier555: Die...
    @- HansMeier555: Die Beschleuniger scheinen mir vor allem in den unsäglichen internationalen Management-Strategieberatungen zu sitzen. „Mit Beraterhintergrund“, das „adelt“ doch mittlerweile jeden Banker, Manager, Grosskanzleianwalt, Wirtschaftsprüfer und überzieht uns mit seinen „Netzen“. Und am Ende kommen die vielen Jungs und wenigen Mädchen meistens von den zwei Großen und gehören mittlerweile genauso zu den Strategieberatern der Politik (ob schwarz oder rot, egal), und beraten die Kanzlerin und den Oppositionsführer vor allem bei der Finanzmarktkrise, weil ihre Kollegen aus den Finance-Bereichen ja kurz zuvor das Debakel bei den Goldmännern & Co. angerichtet haben.

  65. @egghat: "Optimisten glauben...
    @egghat: „Optimisten glauben sogar, dass die Musik dann besser wird … “
    Davon bin ich voll und ganz überzeugt – man muß such nur mal anhören, wie viel richtig gute Musik es zum Beispiel auf Netlabels gibt, oder wie viele hochtalentierte Musiker sich auf Soundcloud finden… oder einfach mal auf youtube nach Pomplamoose suchen – die machen das auch ganz ohne Musikindustrie, und mit was für einer Spielfreude und Qualität…

  66. Selbstverständlich möchte...
    Selbstverständlich möchte ich mich nicht in das Management der FAZ einmischen, aber statt der Kontoverse Feuilleton versus Blog, könnte man das eine auch mit dem anderen verbinden. Man nehme zum Beispiel den Hauptartikel des heutigen Feuilleton: “Plötzlich sind wir alle Zuschauer”. Mich jedenfalls würde es sehr interessieren, was meinen verschieden Co-Bloggern zu diesem Artikel einfällt. Mein Vorschlag wäre, solche Internet relevanten Artikel nicht nur zu drucken, sondern auch nachher oder gleichzeitig in einen beliebten Blog als Gastbeitrag zu stellen, (da ein Herausgeber wohl kaum die Zeit hat, regelmässig einen eigenen Blog zu hüten).

  67. @virtualmono
    Dann müsste mit...

    @virtualmono
    Dann müsste mit dem Verschwinden der Verlagshäuser auch die Presse, das Feuilleton und die Literatur besser werden.
    Na denn!

  68. Don Alphonso, eine gute...
    Don Alphonso, eine gute Unterhaltung bei einem guten Frühstück ist Kultur. Zu einem Fest wird es durch Leidenschaft in der Zubereitung und der Diskussion. Unterbrechungen durch die Benutzung von Elektrogeräten sind meiner Meinung nach nicht förderlich. Zum Wachtelei empfehle ich die Zubereitung eines Omelettes mit Frühlingszwiebeln und wenig Scamorza. Etwas Pfeffer und Salz und niemand muß sich der Mühe des Pellens hingeben (ein Schuss Sahne schadet auch nicht). Die wundervolle Sonne liegt leider nicht in unserem Einflussbereich.

  69. Die Freiheit zur Anarchie.
    Ob...

    Die Freiheit zur Anarchie.
    Ob Blog oder Musik; heute in einer grossen Stadt am Rhein stand Klaus der Geiger in der Fussgaengerzone, wie seine zwei Kollegen nun doch sichtbar in die Jahre gekommen, spielte und sang er wie immer von der Gewalt der Maechtigen-und von der Schaefchenhaftigkeit des Restes. Um ihn herum standen ungefaehr 70 Leute nach der Kleidung zu urteilen, sehr unterschiedlicher Gesellschaftsschichten. Es gab viel Beifall und die Rubelchen klingelten im Geigenkasten.
    Etwas spaeter, meine Bierschwemme spuckte mich heiterster Stimmung aus, traf ich eine Gruppe russischer Strassenmusiker: zwei Akkordeons, eine Basstube, eine Riesenbalalaika und, als starker Solist, ein Geiger. Diese Fuenf gaben Vivaldi mit einer Verve, dass den Umstehenden die Treanen kamen. Eine sehr gepflegte Dame legte einen 10-Euroroschein nieder und beschwerte ihn mit etwas Kleingeld. Auch hier war der Beifall kraeftig.
    Was will der Dichter uns mit diesem Bild sagen? In der Qualitaet einer Kunst ohne die Beschraenkung durch herrschaftsergebenen Huren liegt heute unsere wirkliche Zukunft. Selbst wenn oft Mist produziert wird. Ein bisschen Darwinismus darf schon sein. Und Anarchie sowieso. In Grenzen. Natuerlich.

  70. Uebrigens eine beispielhafte...
    Uebrigens eine beispielhafte Karriere:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_der_Geiger

  71. Wo kommen all die Leute her,...
    Wo kommen all die Leute her, die den Neuen Markt, das Privatfernsehen und die Lockerung der Finanzkontrollen angeschoben haben?
    ————————–
    … also diejenigen, die der Lockerung der Finanzkontrollen das Wort gerdet haben, kamen aus der Wirtschaft, der Wissenschaft und natuerlich der Politik, ohne deren Segen ja nichts lief u. laeuft. Stichworte: Deregulierung, Flexibilisierung, Entbuerokratisierung, Freiheit etc.
    .
    Die „vielen Jungs und wenigen Mädchen meistens von den zwei Großen, von denen Justin Thynne schreibt, duerften in aller Regel die besten Hochschulen des Landes mit exzellenten Ergebnissen absolviert haben. Aufstiegswille, Arbeitswut u. Anpassungsbereitschaft sind unverzichtbare Ingredienzien solcher Sozialisation. Und wenn sich die hohen Boni, die man fuer ein auskoemmliches Leben in Manhattans besseren Wohnlagen, fuer eine Ausbildung der Kinder, die hinter der eigenen nicht zurueckstehen soll, usw. usf. nun einmal braucht, mit der Verwaltung von Sparbuechern und dem Verkauf von Bausparvertraegen nicht verdienen lassen, die auch die Renditevorgaben des eigenen Arbeitgebers mit Fuessen treten, ist eben Kreativitaet gefragt.
    .
    Jetzt pruegelt man auf Fabrice Tourre ein, eine Person, von der nicht einmal bekannt ist, ob sie ein Mann oder eine Frau ist. Die Verantwortlichen sitzen aber woanders. Wuerde mich stark wundern, wenn es in dem aktuellen Fall nicht zu einer aussergerichtlichen Einigung kaeme.
    .
    Die Politik haette die Moeglichkeit, diesem Treiben das Wasser abzugraben.
    G.S.

  72. Nach ein kleiner...
    Nach ein kleiner Nachtritt:…und ploetzlich bemerkt man wieder, dass eine grosse haessliche Stadt Seele hat. ‚Ne komische Seele. Aber was hat hat ein Kaff dagegen zu bieten?

  73. Lieber Herr Don,

    es kommt...
    Lieber Herr Don,
    es kommt noch GANZ VIEL oberhalb der von Ihnen mittlerweile recht umfassend skizzierten Westviertelgesellschaft der mittelgroßen Städte. Das echte Großbürgertum der Großstädte, der Adel als ganz eigene „Szene“; dann die interessanten Verflechtungen zwischen beiden Kreisen (z.B. Oetkter), dann die internationaleren Familien und deren Lebensweise.
    Sie sind doch ein sehr gebildeter und an gesellschaftlichen Dingen interessierter junger Mann – ich bin weiterhin ein wenig erstaunt über Ihr lakonisches Desinteresse an allem „über“ „Ihrem“ Westviertel.
    Das passt doch nun gar nicht zu einem weitgereisten Menschen wie Sie, oder?

  74. @hans meier:

    Die...
    @hans meier:
    Die Beschleuniger sind meistens die „Hungrigen“. In den Westvierteln der von D.A. erkundeten Klein- und Mittelstädte ist man zumeist schon etwas satter. Hungrige dagegen kommen eher aus dem kleinen bis mittleren Mittelstand, und „wollen auch mal Cabriofahren“. Im D.A.´schen leicht gehobenen Mittelstand ist ein solches gelegentlich vorhanden, und das reicht denen dann auch.

  75. @Gräfelein: Ihre Anregung,...
    @Gräfelein: Ihre Anregung, vielleicht sogar Ihr drängendes Wünschen, mag aus Ihrer Sicht sicherlich für sich haben. Aber in meinen Augen hat sich der so genannte Adel (wenn wir ihn nicht nur als Titularadel definieren) mit Beginn des Absolutismus aus der Weltgeschichte verabschiedet – und zwar als kulturell schöpferischer Faktor. Mit Sonnenkönig-Allüren hat man noch Pseudotrends gesetzt, und kraft seiner Macht und seines Geldes konnte man sich Philosophen und Maler und Dichter halten. Aber ein Voltaire, ein Schiller, ein Thomas Mann waren durchaus bürgerlich. Und auch heute ist der Blick in das großbürgerliche Schlafzimmer immer noch interessanter als in die Schlosskemenate. Einfach deshalb, weil dort immer noch mehr passiert.

  76. Gräflein, ich lasse Ihnen...
    Gräflein, ich lasse Ihnen natürlich gern Ihre Meinung, aber ich wäre dankbar, wenn Sie meine Entscheidung respektieren und daraus nicht das Recht ableiten würden, hier als Nervensäge in Erscheinung zu treten. Es ist hier so, wie es ist, und ich vermittle Ihnen gern die Adresse der FAZ, wo Sie fragen können, ob die Ihnen ein Adelsblog aufmachen.
    .

  77. Filou, die Frage ist halt, wie...
    Filou, die Frage ist halt, wie man die richtige Kunst zu den richtigen Leuten bringt, wohingegen in vielen Feuilletondebatten der Wunsch mitschwingt, es möge doch vor allem der Reputation unter anderen Schreibern zuträglich sein. Und der Leser, der nicht teilnehmen kann, möge in Ehrfurcht erstarren. Und wenn der Leser mal sagt: Nö. Dann wird er einfach ignoriert. Sprich, die Stehgeiger intonieren für sich selbst mässige 12-Ton-Musik und halten alle für Banausen, die weitereilen.
    .
    Wiesbadener, ich möchte die Schale sehen, die ist das Schönste am ganzen Ei. Ansonsten war es früher so: zeitung schrieb und glaubte, die Leute würden darüber reden. Heute schreibt sie im Internet und findet das lästig, wenn die Leute anders reden, als sie selbst. Machtverlust. So würde ich dann die bissigen Reaktionen erklären.

  78. @ - Gräflein: Der Adel hat in...
    @ – Gräflein: Der Adel hat in Deutschland und Österreich 1919 aufgehört zu existieren. Die öffentlich erkennbaren Mitglieder dieser ehemaligen Klasse werden zumeist an den Katzentischen des besseren Bürgertums geduldet. Wenn betitelte Mitglieder dieser Familien Glück haben, dann können Sie irgendwann in eine großbürgerliche Familie einheiraten. Das bürgerliche Patriziat hat seine Position – vor allem wegen ihrer gesellschaftlichen Durchlässigkeit (veramte Personen steigen ab, neue steigen mit nötigem Zeitabstand auf) – seine Position immer behalten. Und nur wenige Standesherren stellen das dar, was Sie sich wohl unter Adel vorstellen mögen. Und das dürfte hier kaum interessieren.
    Schön ist es in England, wo Titel nicht so inflationär vererbt werden, sondern nur an den ältesten Sohn und in einzelnen Fällen als Ehrentitel geführt werden, man aber großen Wert auf seinen guten Familiennamen legt, der alle Titel überdauert.

  79. lieber herr don,

    ich bitte...
    lieber herr don,
    ich bitte vielmals um entschuldigung, natuerlich ist dies hier „ihr“ blog und sie sollen natuerlich nicht genoetigt werden, sich mit dingen zu befassen, die sie nicht interessieren und/oder nicht kennen.
    vielleicht interessiert es sie aber doch, zu erfahren, dass normalerweise das von ihnen ebenfalls nicht besonders geliebte berlin in adelsfragen furchtbar verspannt/ungelenk ist. alexander schoenburg hat das mal ganz prima und viel eleganter als ich auf den punkt gebracht.
    im schoenen teil sueddeutschlands wie auch in salzburg, wien und s-tirol dagegen gehen die meisten menschen damit anders um, wobei es auch dort sonderlinge gibt, die den kardinal mit „herr lehmann“ und den herzog in bayern mit „herr von bayern“ anreden.
    da sie ja anscheinend bei dieser speziellen gesellschaftschicht etwas empfindlich reagieren, schlage ich doch vor, ob sie nicht zumindest einmal etwas ueber ihre england-erfahrungen schreiben moegen (die eigenenen, nicht die bei waugh gelesenen).
    viele gruesse
    graeflein

  80. Gräflein, es gibt hier zwar...
    Gräflein, es gibt hier zwar ein umfassendes Kommentarwesen, aber keinerlei Vorschlagswesen. Aud gutem Grund. Es gibt, was es gibt, und es mag lesen, wer will. Damit geht das hier gut, und so bleibt es dann auch.
    .
    Der Tiger, generell denke ich, dass man das selbst machen muss. Ich schreibe nachher einen Beitrag, der einen Teil der Analyse aufnimmt (nicht weil der andere von Herrn Schirrmacher ist, sondern weil er mir blendend ins Konzept passt), aber man kann Diskurs nicht delegieren. Am Ende ist das komplizierter und verlangt mehr Abstimmung, als wenn man es selbst tut. Insofern ist es halt schade, wenn man zwar gut schreiben kann, aber nicht die Zeit hat, den Diskurs zu steuern. Und bis man soweit ist, dass sich der Diskurs mit sich selbst vergnügt, dauert es eben.

  81. Also ich bin dem Gastgeber...
    Also ich bin dem Gastgeber dankbar, wenn es überall bröckelt, eine Nische
    zum Aufrichten.
    Auch danke Devin08, war der Verlinkung gefolgt – da wurde es auch nicht
    viel besser, aber manchmal fällt auch ein langsamer Groschen -auch Dank an
    Egghat.

  82. virtualmono, auch nach Jahren...
    virtualmono, auch nach Jahren kommt das halt bei den Massen nicht an, da geht es weiter wie gehabt. Auf der einen Seite sind die Möglichkeiten, auf der anderen deren Nutzung.
    .
    Justin Thynne, es sind zwei zusammengehörige Kreise (ich wollte schon länger mal darüber schreiben, komme aber nicht dazu). Ich sehe mich wirklich gern als Blogger, gerade weil es dort eine enorme Spannbreite der Möglichkeiten gibt. Mit jeder Festmachung mit einem Begriff würde man eine Rolle definieren, und ich bevorzuge die Freiheiten. Ich möchte, kurz gesagt, morgen etwas ganz anderes machen können, ohne mich dafür rechtfertigen zu müssen. Ausserdem gibt es ja einige ganz vorzügliche Blogs, die dem hier in Nichts zurückstehen.

  83. @justin:

    "aufgehoert zu...
    @justin:
    „aufgehoert zu existieren“???
    falsch.
    die v o r r e c h t e des adels wurden aufgehoben. aber e x i s t i e r e n, das tut eine gesellschaftschicht solange bis sie ausstirbt, das kann man nicht „anordnen“.
    selbst der russische adel im exil hat dort seine eigentuemlichkeiten gepflegt, untereinander geheiratet etc.
    und, nein, das betrifft n i c h t nur die standesherrlichen familien, sondern geht i.d.r. ab dem aelteren titulierten und besitzenden adel los. selbst die schlesier und balten (zumeist besitzlos) heiraten nur ganz ausnahmsweise „reiche“ metzgertoechter oder (noch schlimmer) professorensoehne….

  84. @Lieber Don,
    vielen Dank, für...

    @Lieber Don,
    vielen Dank, für das opulente Frühstück, was ich heute erst genießen konnte. Es ist gehaltvoll und schont doch die Hüften. Schön, dass Sie über das alte Weimar geplaudert haben. Ich stamme aus einer dort lange ansässigen Familie und hätte die ein oder andere Anekdote beisteuern können.
    @Werter Tiger,
    ich habe Ihre Anregung aufgenommen, und mir den von Ihnen zur Diskussion empfohlenen Artikel zu Gemüte geführt. Nun bin ich reichlich frustriert über die Gemengelage von halbgaren Informationen und Ansichten, die Herr Schirrmacher dort zusammengerührt hat. Wahrscheinlich hat er die letzten Tage auf irgendeinem Flughafen festgesessen, ist darüber sehr frustriert und sucht einen Schuldigen, denn irgendeiner muss ja schuld sein und der Vulkan lässt sich so schlecht verklagen.

  85. Lieber Justin Thynne, lieber...
    Lieber Justin Thynne, lieber Herr Schoenbauer,
    herzlichen Dank für Ihre Antworten.
    Aber die Frage nach der sozialen Herkunft ist mit dem Hinweis auf bevorzugte Ausbildungswege, Berufsfelder und Arbeitgeber nicht wirklich geklärt.
    Wenn die irren Beschleuniger aus der Mittelschicht stammen, so bleibt die Frage, wer sie hochkommen ließ, ihren Weg und ihr Engagement gefördert hat.
    Nach meiner Vermutung finden wir auch dort wieder das klassische Verhältnis von Auftraggeber und Macher.
    Und wer sind die Auftraggeber, die Initiatoren und Motoren der großen Beschleunigung? Das können eigentlich auch wieder nur angestammte Westviertelbewohner sein, wer denn sonst.
    Und die kommen sich jetzt halt irgendwie selbst ins Gehege. Ach wenn es doch nur möge, einerseits mit Privatfernsehen dickes Geld zu verdienen und gleichzeitig die bürgerliche Leitkultur aufblühen zu lassen. Warum geht das nicht: Gleichzeitig Konsum und Sparsamkeit, Hedonismus und christliche Werte zu predigen?

  86. Lieber Don! Ehrlicherweise...
    Lieber Don! Ehrlicherweise sollte ich zugeben, dass ich genau das erreichen wollte und den halben Tag darüber nachgedacht habe, wie ich meinen Wunsch diplomatisch verpacken kann. Jetzt bin ich auf Ihre Version sehr gespannt und auch auf die Photos mit denen Sie ihn garnieren werden.
    (Selbstverständlich werde ich es Ihnen nicht übel nehmen, wenn Sie diesen kleinen Kommentar nicht freischalten werden)

  87. Werter Don, ehrlich gesagt...
    Werter Don, ehrlich gesagt versteh ich die ganze Aufregung nicht! Wenn die Journaillie eimen Blogger Vorfürfe macht dann sollte man die doch mal fragen ob Sie noch alle fünfe beisammen haben. In Blogs wird geplaudert, diskutiert und auch mal ein Journalist oder Literat kritisiert! So soll das ja auch sein! Ihre Gemeinde, werter Don, wird Ihnen weiter folgen und nicht Kirre machen lassen von so ein paar beleidigten Kulturschaffenden. Auch ich bleib hier weiter amüsiert Gast und sage nur: Weiter so werter Don!
    Grüße FS

  88. ah, jetzt verstehe ich das...
    ah, jetzt verstehe ich das hier. ich reihe mich brav ein:
    „weiter so, lieber don, halten sie die fahne hoch, in ihren kreisen laesst man sowas doch st-eif an sich abprallen, sie wissen schon, stiff upper lip und so. echte qualitaetsjournalisten wie sie, und dann noch mit so viel lebensart (ich sage nur:silberkannensammlung!!!! aus echtem silber), die sollten sich doch von dem normalen schreibervolk nicht dissen lassen“
    so ok?

  89. ...ohne mich dafür...
    …ohne mich dafür rechtfertigen zu müssen.
    „Ausserdem gibt es ja einige ganz vorzügliche Blogs, die dem hier in Nichts zurückstehen.“ Bitte rechtfertigen Sie sich konkret für diesen letzten Satz.

  90. .
    ..."Nun bin ich reichlich...

    .
    …“Nun bin ich reichlich frustriert…“
    .
    dito. in Serie

  91. FS, man muss ja nicht jeden...
    FS, man muss ja nicht jeden Eindruck einfach so stehen lassen, und manchmal ist es auch gut, im Namen der Vielschichtigkeit der Meinungen etwas anderes zu sagen.
    .
    bloggermann, hier kann so ziemlich jeder so ziemlich alles sagen, solange es in einem gewissen höflichen Rahmen bleibt und nicht ausartet. Ich bin da recht offen.

  92. Dem wiederspreche ich nicht!...
    Dem wiederspreche ich nicht! :)

  93. Klassenkampf von ganz oben?...
    Klassenkampf von ganz oben? Den sollten wir lieber den Professoren überlassen, sonst bachelorisiert dieser Blog am Ende . .

  94. Meine Befürchtung ist...
    Meine Befürchtung ist eingetroffen.
    Haben Sie jemals weissgarnix mit weissgarnix verglichen? Modeste ja. Schreibt (oft abseits meiner Meinung) gutes Deutsch.

  95. Werter Don,
    der Adel hat uns...

    Werter Don,
    der Adel hat uns seit Anbeginn aller Zeiten derart durchdrungen, dass wir nur noch frühstücken lassen. Wir beschäftigen Leute, die für uns frühstücken und zwar nicht irgendwelche pifigen Wachteleier, sondern Straußeneier. Einfach um mehr Größe zu zeigen. Dann laden wir Journalisten ein, denen wir die Frühstücksbeschäftigten vorführen. Nur um dann als fettgedruckte Überschrift zu lesen „Der Adel isst groß. Straußeneigroß“. Aaacchh, wunderbar.
    Fernab dieser Realität bin ich aber heilfroh, dass es B- oder C- Quasiprominente in Massen gibt, über die es in den Medien zu berichten gibt. Uns lässt man in Ruhe. Nun aber zum wirklichen Geheimnis unseres Adels: Wir bestimmen über mehr als 80% dessen, was in Deutschland geschieht, gedruckt wird, gesagt werden darf und wohin wer wieviel Geld geben darf. Glauben Sie nicht? Prüfen Sie mal nach, wieviele Hochadelige nie in der Forbesliste stehen, obwohl sie über ein vielfaches des Vermögens der 1. bis 100. Platzierten verfügen. Naaaa?
    Beste Grüße aus dem Geldspreicher, morgen früh gibt es ein feudales adeliges Hühnerei, das alle Vorzüge besitzt, die einem Wachtelei fehlen: Größe
    MvB-B

  96. Verehrtes Gräflein und...
    Verehrtes Gräflein und Gräflein unterwegs, etc.
    darf ich Sie in meiner Funktion als Ihnen übergeordneten Adel empfehlen, den Herrn Don nicht herabzuwürdigen. Und in Ihren unteren Adelskreisen bitte ich darum, die Funktion meiner Person dem Don gegenüber zu respektieren. Es ist schon sehr peinlich für mich als Hochadeligem, dass Sie als Adeliger als Nervensäge zu bezeichnen waren….
    Wenn Sie unbedingt etwas besser erscheinen mögen, lade ich Sie gerne in mein nobilitas forum ein und sie können dort wettern. Für das Adelsgewettere gegen und mit dem Don bin ich da. Und schon sehr lange. Also bitte Contenance!
    Mit einem wuchtigen Gruß von Haus zu Haus
    MvB-B

  97. @HansMeier - versuchen Sie...
    @HansMeier – versuchen Sie doch mal: Spiegelwachteleier (Öl natürlich;-) gekocht – keine Ahnung, aber spiegeleiermäßig? Ganz was anderes (und dann das Ganze auf Minibrötchen packen – entweder als dankbar angenommener Geburtstagsgag für die Kinderparty oder als Kanapee für den erwachsnen Gaumen;-)

  98. Haha, haha. Grunz. Ist dat...
    Haha, haha. Grunz. Ist dat schoen!

  99. Liebe malena,
    danke für den...

    Liebe malena,
    danke für den originellen Tip!
    Als kulinarischer Analphabet glaube ich, daß die Bonsai-Ästhetik bei den Wachteleiern der eigentliche Clou ist.

  100. lieber HansMeier555, eine...
    lieber HansMeier555, eine kleine kulinarische ergänzung meinerseits, natürlich nur, wenn man nicht donaldduckmäuserisch drauf ist: es gibt auch konsumierbare enteneier. allerdings sollten diese zu oft mit keimen verunreinigt sein.
    ich hörte auch schon mal einen recht schmutzigen portugiesischen witz, bei dem es sich um als elefanteneier getarnte billardkugeln handlet, die einem ausgemachten, männlichen idioten untergeschoben wurden, die der ausbrüten soll… ich sage nur, nach dem griff unter die bettdecke: ja, sie schlüpfen schon…

  101. .
    "Wir bestimmen über mehr...

    .
    „Wir bestimmen über mehr als 80% dessen was in Deutschland geschieht,
    gedruckt,….etc“
    .
    MarkusvonBentheim-Burg,ich gehöre zu denen, vielleicht die einzigste hier
    im Blog, die Ihnen glauben und darüber nicht lachen können.

  102. "Ach, Du dickes Ei!" (Donald...
    „Ach, Du dickes Ei!“ (Donald Duck)

  103. Lieber HansMeier, nicht nur,...
    Lieber HansMeier, nicht nur, sondern auch. Die Menge des Dotters bezogen auffs Gesamtgewicht verschiebt die Verhältnisse zugunsten des Geschmacks. Im übrigen werden Wachteln in geringerem Umfang dem Fischfutter zugeführt (glaube ich;-) Natürlich, Bonsai, da haben Sie recht: Dinge „en miniature“ (aus diesem Grund liebten wir-als-Kinder Johannisbeertrauben) – sind niedlich. Gedenken Sie hierbei ruhig der Marcel Duchampschen Schachtel imKoffer ;-)

  104. herr von...
    herr von bentheim-burg
    .
    Fernab dieser Realität bin ich aber heilfroh, dass es B- oder C- Quasiprominente in Massen gibt, über die es in den Medien zu berichten gibt. Uns lässt man in Ruhe.
    .
    das ist richtig, wahrer adel ist unauffällig, sogar gloria von tutundtatnix hat das begriffen. mal so ein paar namen: württemberg, fürstenberg, waldburg-zeil.

  105. also ich finde den don toll!!...
    also ich finde den don toll!! ein echter lebemann und auch gentlemann!!!

  106. Unauffälligkeit paßt aber...
    Unauffälligkeit paßt aber nicht zu einer sieghaften Aristokratie. Unauffällige Adlige sind ja auch nur Bürger mit adligen Vorfahren.
    .
    Wahrer Adel meldet seine Ansprüche offen an:
    http://www.nzz.ch/images/__1.715585.1209110745.jpg
    .
    Es kommt auf die Haltung an. Herrschen zu wollen und niemals am göttlichen Recht zu zweifeln, das auch zu tun.
    Kleidung und äußerer Prunk sind dabei nur eine Komponente, auf die Charismatiker auch gerne mal verzichten:
    .
    http://www.kleio.org/de/geschichte/begegnungen/bilder/bild010.jpg

  107. Der Chef des Hauses hier kann...
    Der Chef des Hauses hier kann ja nicht alles fuer alle kochen. Aber ich stimme dem Graeflein zu, das ein „Adels-Blog“ durchaus verlohnende Einsichten und Diskussionen generieren koennte.
    Vorausgesetzt allerdings, dass darin weniger von Adel als von originaer aristokratischen Kulturtechniken, von denen einige gleich mehrere Renaissancen erlebt haben, die Rede waere.
    Beispiele koennte man einige aufzaehlen – von spezifischen Formen von Bildlichkeit und Koerperlichkeit bis hin zur Landbindung/Grossstadtfeindschaft -, aber wie der Hausherr zurecht verdeutlichte: „This is his house.“
    80% Adelseinfluss, das klingt mir zu sehr nach Bernt Engelmann.

  108. ja und noch ein paar namen:...
    ja und noch ein paar namen: solms-hohensolms-lich, douglas, montenuevo, bentheim und steinfurt, oettingen.
    und?
    was soll uns das sagen? nun – der adel ist des gehobenen buergertums albtraum. schliesslich kann man in ihn nicht hineinstudieren, trotz siebtem bildungsweg und ig-metall-stipendium. der gemeine adelige, selbst die aus den spaet geadelten offiziersfamilien, hat in der regel mehr schmiss, benimm und anstand als der ebenso gemeine promovierte (bildungs-)buerger.
    falls jemand gerne buecher statt blogs liest – das buch von christine bruehl empfiehlt sich ganz besonders, da wird u.a. eine adelstochter beschrieben, die kurz davor ist, sich in so einen eierkopf zu verloben. koestliche beschreibung.
    ich habe mal bei einer grossen wirtschaftspruefungsgesellschaft hospitiert und „sie“ da erleben duerfen, den herrn doktor (soviel zeit musss ein) mueller, den herrn doktor schmidt, den herrn doktor schneider. koestlich! gebildete, aber nicht parkettsichere gestalten.
    bildungsbuerger moegen den adel nicht, weil man sich’s nicht durch fleiss und ellenbogen aneignen kann wie den diplomkaufmann. der adel wiederum schaetzt gern die grossfabrikanten als heiratspartner, den die bringen geld zum schlossdachdecken in die familie und freuen sich ueber so viel gesellschaftliche aufwertung.
    gehobenes buergertum und titulierter/begueterter adel – ich kann mir keine schlechteren bettgenossen vorstellen:-)

  109. ach ja, mit etwas mehr bezug...
    ach ja, mit etwas mehr bezug zu den kleinstadtwestvierteln: ganz besonders putzig sind dort ja die juristen. sofern buergerlich benamt, erfolgt dann neben der promotion noch die doppelnamens-selbst“adelung“ plus initial. aus ralf mueller wird sodann doktor (soviel zeit muss sein) ralf p. mueller-wiedenburg (irgendwas mit …burg ist immer gut).
    aserate schreibt uebrigens ganz koestlich ueber dieses geheimnisvolle initial, welches in seinem herkunftsland eine voellig andere bedeutung hat und von den kleinstadtwestviertelbewohnen gruendlich missverstanden und -braucht wurde.

  110. ach ja, mit etwas mehr bezug...
    ach ja, mit etwas mehr bezug zu den kleinstadtwestvierteln: ganz besonders putzig sind dort ja die juristen. sofern buergerlich benamt, erfolgt dann neben der promotion noch die doppelnamens-selbst“adelung“ plus initial. aus ralf mueller wird sodann doktor (soviel zeit muss sein) ralf p. mueller-wiedenburg (irgendwas mit …burg ist immer gut).
    aserate schreibt uebrigens ganz koestlich ueber dieses geheimnisvolle initial, welches in seinem herkunftsland eine voellig andere bedeutung hat und von den kleinstadtwestviertelbewohnen gruendlich missverstanden und -braucht wurde.

  111. ja und noch ein paar namen:...
    ja und noch ein paar namen: solms-hohensolms-lich, douglas, montenuevo, bentheim und steinfurt, oettingen.
    und?
    was soll uns das sagen? nun – der adel ist des gehobenen buergertums albtraum. schliesslich kann man in ihn nicht hineinstudieren, trotz siebtem bildungsweg und ig-metall-stipendium. der gemeine adelige, selbst die aus den spaet geadelten offiziersfamilien, hat in der regel mehr schmiss, benimm und anstand als der ebenso gemeine promovierte (bildungs-)buerger.
    falls jemand gerne buecher statt blogs liest – das buch von christine bruehl empfiehlt sich ganz besonders, da wird u.a. eine adelstochter beschrieben, die kurz davor ist, sich in so einen eierkopf zu verloben. koestliche beschreibung.
    ich habe mal bei einer grossen wirtschaftspruefungsgesellschaft hospitiert und „sie“ da erleben duerfen, den herrn doktor (soviel zeit musss ein) mueller, den herrn doktor schmidt, den herrn doktor schneider. koestlich! gebildete, aber nicht parkettsichere gestalten.
    bildungsbuerger moegen den adel nicht, weil man sich’s nicht durch fleiss und ellenbogen aneignen kann wie den diplomkaufmann. der adel wiederum schaetzt gern die grossfabrikanten als heiratspartner, den die bringen geld zum schlossdachdecken in die familie und freuen sich ueber so viel gesellschaftliche aufwertung.
    gehobenes buergertum und titulierter/begueterter adel – ich kann mir keine schlechteren bettgenossen vorstellen:-)

  112. Reiten und Jagen ist ja auch...
    Reiten und Jagen ist ja auch nicht jedermanns Fall.
    .
    Historisch hat der Adel seinen Ursprung in der Barbareninvasion, und die Barbarenhäuptlinge waren seine Ahnherren.
    .
    Folglich ist es nur logisch, daß wir auch jetzt wieder durch eine Phase der Barbarenherrschaft hindurchmüssen, bevor daraus dann wieder eine neue Aristokratie entstehen kann.
    Glücklicherweise schafft die Globalisierung dafür die besten Voraussetzungen. Wir dürfen gespannt sein.
    .
    (Daß sich barbarophile Politiker gerne als spätrömische Dekadenzgegner tarnen, darf uns nicht irritieren)

  113. .
    Auf die künftige...

    .
    Auf die künftige Geschichtsschreibung über die letzten 30 Jahre, freu ich
    mich jetzt schon.

  114. Burgbengelchen,...
    Burgbengelchen, bentheimisches
    Nun scheint die Burg wohl perdu (17.20, 20.4.10), dem gewohnten Untertreibungsniveau nach, wahrscheinlich unter dem Gesäß weg-
    gepfändet. Hoffentlich wurde die Amtsperson (GV) höflich behandelt,
    handelte sie ja nur pflichtgemäß und sollte ehrlose (18.29, 10.4.10)
    Paukhiebe nicht zu fürchten genötigt sein.
    Geübt in der intertextuellen Überlieferung achtbarer Vermögenskonvolute
    wird der umfangreiche OE keine unüberwindbare Hürde gewesen sein.
    Nun, es wurde ja hier schon angesprochen, kleine Brötchen…, da wird
    sich schon was finden.

  115. @-Gothalektor: Merkwürdig,...
    @-Gothalektor: Merkwürdig, gerade Montenueove (warum nicht Neipperg) anzuführen – fürstliche Bastardabstammung ist ja bekannt und wenig werbewirksam und gehört ja eigentlich nicht mal in den Gotha.
    Großbürger haben keine IG-Metall-Kenntnis noch Stipendien. Spätadelige gehören in die verquarzte Abteilung Etagenadel, und das Buch von Frau Bruehl richtet sich wohl eher an Möchtegernadelige Marke Bunte-Voyeure.
    Und gehobenes Bürgertum, das müssen Sie erst einmal erklären, was das für Sie ist. Das scheint ein Soziologenbegriff wie wohlhabend zu sein. Dabei weiss doch jeder, entwerde hat man Geld oder keines, aber wohlhabend? Wann hat Ihre Familie denn ihren Coat of Arms erhalten. Wir ….
    Und jetzt sollten Sie vielleicht wirklich Ihre Adels-Blöggchen mit Standesgenossen Ihrer Haltung aufmachen. Marke „Gelber Kreis“, oder schlimmerer Veranstaltungen

  116. hach nein, ein blogger, der so...
    hach nein, ein blogger, der so feine wurstmahlzeiten zu sich nimmt – das ist natürlich gleich ganz was anderes…

  117. Werter Don Alphonso,
    vielen...

    Werter Don Alphonso,
    vielen Dank für die blog-Beispiele, da ich Intelligent Life regelmässig lese, werde ich da mal reinschauen, kann mir aber nicht vorstellen, dass man dort (bei dem Economist Hintergrund) den Plauderton des Causeur, Agent Provocateurs und Plauderers, der hier zumeinst in unterschiedlichen Arten genossen werden kann, beherrscht.

  118. der inbegriff von unmännlich?...
    der inbegriff von unmännlich? das jute alte blumengeschirr auf dem tisch…
    (nein, eine kleine litanei über die gute herkunft der alten stücke macht es nicht mehr schärfer)

  119. @- HansMeier555 (20.04. -...
    @- HansMeier555 (20.04. – 12:00): Da ich nichts von Soziologie verstehe, sondern allenfalls von individuellen Menschen Komödien, kann ich die Frage nach den Beschleunigern nur aus der Einzelfallbetrachtung und schon gar nicht nach empirischen Kriterien beantworten.
    Versuchen wir es trotzdem: Die meisten stammen wohl aus den an die Westviertel angrenzenden Randbezirken, die vor allem von mittleren und höheren Beamten und Angestellten besiedelt werde, viele im übrigen aus Lehrerhaushalten linksliberaler Prägung, deren Kinder vor allem die „ich will da raus“ Mentalität und viel Biss und eine gewisse Strukturiertheit bei der Umsetzung ihrer zielstrebigen Beschleuniger-Karriere mitbringen.
    Also Bildung ist vorhanden, Geld meistens nicht und das winkt dann beim obilgatorisch ersten Karriereschritt bei den Strategieberatern, die natürlich die besten, aber auch zielstrebigsten und vielleicht auch ausbeutbarsten und mit Geld köderbarsten Absolventen an sich binden und die für ein finanziell von Hause aus wohlversorgten Sohn oder Tochter mit Interessen im Geisteswissenschaftlichen nicht interessant sind.
    Die Gierigsten – zwischenzeitlich durch hohe Anfangsgehälter an einen bestimmten Standard gewöhnt, den man zuvor nicht kannte – werden die „big shots“, die anderen sortiert man aus und platziert sie zu Kunden, geräuschlos und im besten Sinne dem Netzwerkgedanken folgend, denn die können zumeist bei der Akquise neuer Aufträge, Studien oder Projekte hilfreich sein. Und auf dem Weg dahin füllen diese Freunde viele blogs, in denen auf quasi meinungsbildenden Seiten zur Zukunft des Landes Stimmung gemacht wird.
    So könnte es sein? Ist es so? Ich habe keine Ahnung! Und bin froh darüber.

  120. Es gibt charmantere Methoden,...
    Es gibt charmantere Methoden, sich präventiv auszuladen, auch wenn man nicht in der Lage ist, sich das dazugehörige Alpen- und Almenpanorama vorzustellen.

  121. zwischen grossbuerger...
    zwischen grossbuerger (buerger, also nicht adelig – aber dem adelsalltag nacheifernd, vermoegen seit mehreren generationen vorhanden, hauspersonal, umfangreiche besitzungen) und dem gehobenen buergertum (in der regel selbst erarbeiteter wohlstand, akademische leistungen, bildung hoeher schaetzend als materielle dinge) besteht durchaus noch ein sichtbarer unterschied.
    der notar in ingolstadt, der erfolgreiche facharzt in lueneburg, der senior in einer mittelgrossen steuerkanzlei in pforzheim – diese leute verdienen gut, sind und bleiben gehobene buerger.
    grossbuerger sind dann eher leute wir die (den adel liebenden) oetkers, die familienclans der textileinzelhaendler und lebensmitteleinzelhaendler etc.die wohnen auch nicht zwingend im „westviertel“ irgendeines nests, sondern bevorzugt abseits und in alleinlage. bzw da wo die sind, „ist“ das „viertel“ und das gehobene buergertum (s.o.) zieht nach.

  122. das panorama kenne ich nur zu...
    das panorama kenne ich nur zu gut…
    nicht jeder mutiert dadurch zu einem ewig-gestrigen…

  123. aber viel spannender als der...
    aber viel spannender als der hier nur den wenigsten persoenlich bekannte adel sind doch tatsaechlich die marotten der westvierteler in ingolstadt, lueneburg und pforzheim.
    „man“ tritt dann irgendwann erstmalig in den golfclub ein, mischt bei der stadtmarketing-gmbh mit, gibt sich den banalen buergernamen verlaengernde doppelnamen, die doppelgarage, die heilige doppelgarage, der neueste unterhaltungselektronikquatsch, saeulen(!) vor der einfamilienvilla…kurzum: das ganze arsenal der self-aufwertung der selfmademen.
    d a z u muesste doch auch unser bloggastgeber, der beim thema adel verhalten bis gar verschnupft reagiert, wieder dabei sein?

  124. dann, liebe elita, müssen Sie...
    dann, liebe elita, müssen Sie sich ja auch nicht entehrt fühlen.
    .
    Und ansonsten kann man hier natürlich weiter gepflegt Vorurteile austauschen über Adel und Bürgertum, aber das ändert nichts am eigentlichen Thema und der Eonstellung dieses Blogs (Zweck steht oben rechts. Nicht mehr, nicht weniger.)

  125. ahh... oh gott, säulen vor...
    ahh… oh gott, säulen vor dem eingang… säulen! man stelle sich nur vor, dass das in einem viertel kleinerer deutscher städte zu sehen ist!
    und dann noch menschen, die sich selber etwas erarbeitet haben und golf spielen, um sich gut und besser zu fühlen! aaahhhhh!

  126. rechts oben steht...
    rechts oben steht „volvic-machen sie den volvic-test“
    gott, schnell googeln, nicht dass ein einfacher selmademan den spaß hier mit seinem werbeetat unterstützen muss…

  127. @gothalektor et alii: wers...
    @gothalektor et alii: wers mag. Ich finde da den Gastgeber hier angenehmer, weil zugänglicher für Themen, die eben auch die ganz gewöhnliche Mittelklasse interessieren.
    @MvB: das finde ich nett, daß Sie mir ein wenig aushelfen mit dem Dunkelfeld der Forbesliste. Den Leuten Straußeneier überzuhelfen ist dagegen ein bißchen fies, denn die schmecken ja nicht.
    @andere Wachteleientdecker: ja klar, die Winzigkeit macht die Dinger so putzig, dazu die Jackson-Pollock-tarnfleckhafte Sprenkelfärbung. Als Spiegelei auf Buttertoast machen sie sich gut. Mein Mann hat die Versuchsreihe noch nicht durch (das ist eins seiner Hobbys), aber ein wachsweiches Wachtelei erzielt man etwa durch 1,5-3 min. in kochendem Wasser lassen. Wenn man denn ein solches will. Ich ziehe, wie gesagt, Spiegelei bei weitem vor, ich mag keine Rumpopelei am Eßtisch.
    @DA: danke für die Links. Im „weissgarnichts“ fand ich den Beitrag „Bürgerjournalismus-never!“ ganz interessant. Ich glaube, der ist recht nah dran an der Realität, allerdings befaßt er sich nicht mit Möglichkeiten, wie die Internetseite der Zeitungen aussehen könnte. Ansonsten, was Herr Schirrmacher so anspricht – ja, Zahlen- und Maschinengläubigkeit gibt es, und die Streamlinerei sowieso, aber wer erst auf sein Handy-Navi schauen muß, um festzustellen, daß er in eine Gegend geraten ist, in der arbeitslose Jugendliche Zeug verticken, ist doch sowieso von vornherein blind und ahnungslos.

  128. Lieber Don Alphonso, immerhin...
    Lieber Don Alphonso, immerhin ist zu bemerken, wie sich die Diskussionsverläufe in einem blog entwickeln können. Eine abwegige Meinung, der nächste Standpunkte, eine neue Intervention, ein weiteres Statement, eine lebendige Fort- und in diesem Fall leider auch Wegbewegung.
    Ein geistiges wandern, flanieren und in einigen Fällen auch irrlichtern oder herumirren, das läßt das Medium eines blogs zu.
    Das Feuilleton will bisweilen eine Meinung manifiestieren – hier stehe ich und nicht weiter. In ganz seltenen Fällen, meistens aus gekränkte Eitelkeit des einen oder anderen Spitzenintellektuellen gibt es eine Auseiandersetzung zwischen mehreren Feuilletons, die dann über Wochen zwischen Hamburg-Pressehaus und Frankfurt hin und hergeht und völlig unübersichtlich wird, so dass dann Wochenmagazine aus Hamburg und München und Tageszeitungen aus Hamburg und Berlin Zusammenfassungen drucken, und die Meinung der beteiligten Protagonisten am Ende kaum einer gelesen und noch weniger verstanden haben. Und wenn dies ganz gut läuft, wird es in die geheiligte Feuilletongeschichte eingehen, wie z.B. „der Humanistenstreit, „der Germanistenstreit“ …

  129. @donna laura: aha, Enteneier...
    @donna laura: aha, Enteneier sind also mit Vorsicht zu genießen. Wie sind die geschmacklich? Lohnend oder nicht? Haben Sie auch mal Gänseeier probiert? (Wenn man mal dazu kommt, hier in Brandenburg auf dem Land rumzugurken, trifft man allmählich auf Vielfalt. Da ist es dann gut zu wissen, was den Aufwand des Heimschleppens lohnt).

  130. @elita & Co.: So,...
    @elita & Co.: So, Sandmännchen ist vorbei, Zeit für euch Kinder, ins Bett zu gehen.

  131. Lieber Justin,
    herzlichen Dank...

    Lieber Justin,
    herzlichen Dank für Ihre Schilderung. Nun ja. Am Ende läuft es so auch bei den politischen Entscheidungen? Herr Asmussen ist, so sagt man, in der SPD?
    .
    Echte Aristokraten der Gegenwart sind für mich Persönlichkeiten wie Dick Cheney oder Rupert Murdoch. Leute, die den Willen ausstrahlen, Regeln zu machen. Und keine moralische Krise bekommen, wenn sie in Burgund und anderswo ein bissel Beute gemacht haben.

  132. Lieaber HansMeier555,
    eine...

    Lieaber HansMeier555,
    eine interessante Personalie ist in diesem Zusammenhang auch Markus Klimmer, früher wohl McK Haupstadtbüroleiter, dann Wahlkampfleiter von Steinmeier. Kein Schritt des Kandidaten ohne professionelle Beratung und einen Riesenauftritt vor den McK Allumni – hat trotzdem nicht gereicht.

  133. Orientierungslosigkeit...
    Orientierungslosigkeit allenthalben durchzieht die Plauderei. Wer bin ich, wo bin ich gerade, und: welche Himmelsrichtung ist oben?
    Dabei ging es doch um ein ordentliches Frühstück und ein bisserl Kwellenkritik, , , irgendwo muß sich ein Waggon entkoppelt haben.

  134. „…und würde den...
    „…und würde den Bundeshauptslum Berlin mitsamt Politikern gerne an die Russen oder die Kongolesen verkaufen.“
    .
    Welch herzerfrischende Provokation in Ihrer Einleitung, Monsieur Alphonso. Bravo! Dennoch wird’s die Unholde nicht kümmern, weil dort in ihren faulen Leibern kalte Herzen schlagen …

  135. Ach ja, das kommt davon wenn...
    Ach ja, das kommt davon wenn Baron Korff seinen Schabernack mit den Harmlosen treibt. Er ist ein Geist, der die Willigen verwirrt, Er macht das uebrigens sehr gut.
    Ausserdem geht’s hier manchmal zu wie bei Feydeau; eine Buehne, 20 Tueren-und aus jeder Tuer springt unvermutet eine Geliebte, ein Gehoernter, ein geistvoller Hochstapler, ein kastrierter Hengst, eine Katze-oder ein rabulistischer Geistlicher.
    Wie schade, dass ich nicht das Eintrittsgeld fuer den Rampenplatz habe. Aber oben auf den Stehplaetzen ist die Freude gross.

  136. Apropos, wie hiess doch gleich...
    Apropos, wie hiess doch gleich der Titel dieses Beitrages?

  137. cornelius, warum denn? Als...
    cornelius, warum denn? Als guter Kapitalist bin ich durchaus der Meinung, dass man, wenn der Preis stimmt, verstaatlichte Assets an den Mann bringen sollte. Und nachdem die Russen berlin schon immer haben wollten, kann man ja mal fragen. Der Kongo wiederum ist ein dermassen unterentwickeltes Land, dass dort sogar deutsche Regierungsbeamte noch was erreichen könnten.

  138. Ich wär ja auch dafür,...
    Ich wär ja auch dafür, geschätzter Don, zumal bei dem Geschäft ja selbst die soziale Komponente stimmt, weil ’s Volk von gefährlichen Schädlingen befreit wird und woanders mehr Brunnenbauer zur Verfügung stehen (humaitäre Komponente). Dafür sollte sich doch – ganz demokratisch – eine Mehrheit finden lassen.

  139. Verehrter alter...
    Verehrter alter Bolschewik
    .
    In Fällen, in denen ich, mit genügend Sachverstand und Detailkenntnis gerüstet, den Gegenstand von „ordentlich recherchierten, objektiven jounalistischen Artikeln“ tatsächlich bewerten und einschätzen konnte, war ich regelmäßig von „der gelieferten Ware“ enttäuscht. Der Jounalist gibt halt immer seine Meinung wieder wobei er sie i.d.R. nicht wirklich begründen kann. Er ist halt kein Sachverständiger (über die übrigens auch Bände gefüllt werden können). Jetzt frage ich mich natürlich in wieviel Prozent der Artikel auch der Jounalist (notgedrungen) die Meinung seines Brötchengebers oder die seiner Schwiegermutter hofiert (siehe z.B. Inhalte der Wirtschaftspresse vor der Wirtschaftskrise).
    .
    Bloggen ist Bloggen und meistens wird einfach nur so rumgebloggt. Das ist so ähnlich wie Rumhängen im Straßencafe. – Wenn man die Zeit hat. –
    Ein schöner Platz, den sich unsere beiden Blogger da ausgesucht haben, da würde ich auch gern mal bloggen und den Kühen bei der Arbeit auf der Weide zusehen. (Eine flottes Modell auf der Vespa wird in der Gegend kaum vorbeikommen). Hat auf jeden Fall mehr ÄNERGY als das Rumhängen in irgendwelchen dunklen Spelunken mit PRESSLUFTHUMMER-background.
    .
    Jetzt bin ich kein Blogger und auch kein Journalist, auch sonst nicht priviligiert sondern ich mach was Reeeeechts.
    .
    Verehrter alter Bolschewik auch wenn bei Ihnen Nomen Omen sein sollte ich meine ich es nicht bös – im Gegenteil – Wir brauchen Euch , wir lieben Euch und ohne Euch (besonders ohne den Don) würden wir im eigenen Saft verbruzzeln.
    .
    „Slow down to speed up – think different and Njoy“ ist die Message des Don von der sich jeder ein Scheibchen abschneiden kann wenn er diesen Platz im Internet besucht.
    .
    Natürlich brauchts heute auch eine Zweitmessage wenn man vorne bleiben will und die heißt beim Don: „Fürchtet Euch vor nichts außer vor dem eigenen Saft !“

  140. HansMeier555 "Liebe Rosinante,...
    HansMeier555 „Liebe Rosinante, ist das nicht ein Zirkelschluß: Was hohe Qualität hat, kann ja kein Blog sein?
    .
    Es ist mir nicht ganz verständlich, warum Sie mir diese Frage stellen. Vor ein paar Tagen (8.4.) schrieb ich „Und diese Form der Kommunikation über grosse Distanzen und dem Prinzip der Jederzeitigkeit finde ich toll. Und den Blog halte ich als Gemeinschaftsprodukt für eine der genuinsten Neuschöpfungen der sogenannten Community“. Der Gastgeber machte mich darauf aufmerksam, dass es das Blog hätte heissen müssen (danke).
    .
    Aber da es hier (bei allem Verständnis für die zwingende Diskussion über das Ei, seine Entschalung, seinen Geschmack und seine Zubereitung) irgendwo auch, wenn ich den Eintrag des Gastgebers nicht völlig missverstanden habe, um das Verhältnis von Blog und Feuilleton geht, so könnte man den entscheidenden Unterschied mit dem Wort „Informationsauftrag“ umschreiben. Eine seriöse Zeitung und ihr Ressort Feuilleton haben neben jeder Meinungsschiene einen Informationsauftrag. Ein Blog hat diesen nicht. Hier geht es mehrheitlich um Mitteilungsspontaneität, Erlebniskultur, Sprachfluss und political correctness. Dies kann man/frau, verehrter HansMeier555, ja als Qualität betrachten. Aber für mich sind diese Dinge ohne Grammatik, gedankliche Qualität, Stil- und Meinungssicherheit und –auch- eine allgemeinere Relevanz pubertäre Etüden auf dem Niveau einer Schülerzeitschrift. Dies mit Word und Wikipedia nobilitiert.
    .
    Auch die Finanzierung ist nicht ganz unwichtig, denn auch dieser schöne Blog hier ist Teil eines finanzstarken Printprodukts, nicht umgekehrt. Wir, etwa Sie und ich, haben hier als Menschen des westlichen Wohlstandszoos die Möglichkeit, unsere Meinung, unsere Bildung und unsere Eitelkeit zu präsentieren und auszutauschen. Und unser Gastgeber hat die schöne Freiheit, alle Themen nach Lust und Laune auszuwählen. Dass er dies mit Geschmack, einer feuilletonistischen Prosa und einem grossbürgerlichen Charme tut, macht diesen Blog selbst für alphabetisierte Pferde anziehend. Und keiner der Blogs, verehrter Don Alphonso, die Sie weiter oben angegeben haben, erreicht m.E. das Niveau des Ihrigen. Und dennoch ersetzen „Stützen der Gesellschaft“ nicht ein Feuilleton, welches diesen Namen verdient.
    .
    Das beliebte Argument, dass jetzt nur die Werbeeinnahmen der Printmedien auf die elektronische Schiene umzuleiten seien, um dieser medialen Kommunikationsform die Qualität und die Zukunft zu sichern, halte ich, verehrter HansMeier555 für den eigentlichen Zirkelschluss.

  141. PS....
    PS. http://www.moreintelligentlife.co.uk ist ein schöner Webauftritt der Beilage eines renommierten Printprodukts. Als tertium comparationis eigentlich ungeeignet.

  142. @ Rosinante: Das Feuilleton...
    @ Rosinante: Das Feuilleton setzt in der Regel nur die – durch Rezensionsexemplare und Ur- und Presseaufführungen – vorgegebenen Termine der ‚Kulturindustrie‘ öffentlichkeitswirksam um. Ein paar Jubiläen und Gedenktage kommen noch hinzu. Diese mediale Dienstleistung muss ich doch nicht gleich „Informationsauftrag“ taufen. ‚Axolotl Roadkill‘ ist bis auf weiteres kein Tsunami im Pazifik oder eine Weltfinanzkrise, wo das Ereignis eine ‚Informationspflicht‘ begründet …

  143. Man kann wirklich froh sein,...
    Man kann wirklich froh sein, dass dieses ganze überbordend anspruchsvoll Seiende nicht auch noch Tinte und Papier braucht.

  144. Sie meinten wohl...
    Sie meinten wohl Druckerschwärze.

  145. @ Don Alphonso, 19. April...
    @ Don Alphonso, 19. April 2010, 16:41
    .
    „Man sollte sich von der Illusion verabschieden, dass nach dem Westviertel noch was anderes kommt.“
    .
    Dem halte ich entgegen, dass selbst Westviertelbewohner, die Sie, geschätzter Don, so hoch ansiedeln, nicht in der Lage waren (und sind?), die über uns hereinbrechenden Krisen abzuwenden. Von einer führenden Bürgerschicht bzw. geistigen Elite, erwarte ich ritterliche Tugenden ohne primäre Selbsterhaltungsabsichten, wie ich sie z.B. Che Guevara zuerkenne: „Vaterland oder Tod.“ Nach dem Westviertel muss zwingend noch etwas anders kommen, weil wir sonst alle verloren wären …
    .
    @ HansMeier555, 19. April 2010, 20:29
    .
    „Oder anders gefragt: Müsste es im Westviertel dann nicht auch zu einer Differenzierung kommen: Zwischen neoliberalen Beschleunigern und altkonservativen Bedenkenträgern und Bremsern?“
    .
    Perfekt, lieber HansMeier: Die Beschleuniger und die Bremser kommen zu großen Teilen aus den Westvierteln. Ihre angeführte Differenzierung ist interessant, entlastet allerdings die Westviertler nicht, weil sich beide Verhaltensweisen negativ auf unsere Gesellschaft ausgewirkt haben und auch weiterhin auswirken …
    .
    @ MarkusvonBentheim-Burg, 20. April 2010, 17:11
    .
    Wenn der Adel, lieber Markus, „über 80% mitbestimmt, was in Deutschland geschieht, gedruckt wird, gesagt werden darf und wohin wer wieviel Geld geben darf“, dann bestätigen Sie mir ja, dass unsere, so hoch gehaltene und geschätzte Demokratie nur ein „Scheingeschäft“ der Macht- und Geldelite ist. Damit macht sich der Adel, wenn Ihre Angabe zutrifft, aber auch mitschuldig an der gesamtgesellschaftlichen Misere – als Beschleuniger und Bremser.
    .
    Was dem Adel (und den WestviertlerInnen) in meinen Augen fehlt, ist so ein kleiner Lord wie dieser Cedric Errol aus dem Roman von Frances Hodgson Burnett, der mit seiner Herzenswärme und kindlichen Unbekümmertheit die alten Denkstrukturen zum Wohle aller aufbrechen hilft, wie in diesem so wunderbaren und zu tiefst berührenden Filmklassiker, der immer wieder gern um die Weihnachtszeit ausgestrahlt wird. Dieser kleine Lord lebte wahre Größe, ohne es zu wissen …

  146. @Cornelius: na ja, die...
    @Cornelius: na ja, die Sehnsucht nach der Erlösung durch Politik. Es wird nicht gehen, weder die durchgehende Linearität, indem man die Pole „Bremser und Beschleuniger“ aufhebt (denn die werden beide gebraucht und sind auch nur Ausdruck dessen, was geht), noch das sich ausgießende Glück im Großen, denn auch das ist nur von begrenzter Dauer und müßte erstmal als solches angenommen werden. Das wirkliche Leben ist ein Gewurschtel; sowohl die Wirksamkeit von Helden als die des zähen Aushaltens sind begrenzt durch die Umstände.

  147. Klaus Jarchow, das Feuilleton...
    Klaus Jarchow, das Feuilleton ist ein Ressort in einer Tages- oder Wochenzeitung. Inwieweit es sich die Themen von der Kulturindustrie diktieren lässt, ist letztlich eine Frage seiner Qualität. Und bevor hier alle undifferenzierten Blogger, Sie offenbar eingeschlossen, hier weiterhin selbstmitleidige Plauderprosa verbreiten, sollte endlich einmal über Qualität diskutiert werden. Niemand nennt Kriterien, leider auch der Gastgeber nicht. Aber es hat ihn auf niemand aufgefordert, ein solch heisses Thema anzuschneiden

  148. Gerne: ich halte die...
    Gerne: ich halte die Fähigkeit, intelligent zu plaudern, für eine wichtige Qualität. Ich halte die Kompetenz auf Leser einzugehen für eine wichtige Qualität. Ich glaube, Charme ist eine wichtige Qualität. Ich denke, man muss einen gesunden Mittelweg zwischen Abgehobenheit und Gosse finden. Ich glaube, es ist eine hohe Kunst, Arrogantia, also Hochmut zu betreiben, und dabei nicht in die Superbia, die Überheblichkeit zu rutschen (Letzteres wäre auch generell mal ein gutes Thema).
    Arrogantia ist es, eine starke Meinung zu haben, und sie im Diskurs zu vertreten; Superbia ist, eine starke Einbildung nicht debattieren zu wollen. Und darum geht es auch im obigen Text.

  149. liebe colorcraze,
    auch auf...

    liebe colorcraze,
    auch auf die gefahr hin mal wieder zu spät zu kommen und das thema zu verdrehen – auch wenn wir hier die differenzierung zwischen adel und eierkopf diskutierten -, freue ich mich, ihre frage zu beantworten:
    enteneier sind etwas fetthaltiger, aber geschmacksintensiver, werden beim kochen jedoch etwas gummiartig und sind für baisers nicht zu verwenden. ob die sich lohnen? probieren sie es aus. gänseeier stellen, wenn durchgegart!, eine gute alternative zum gemeinen hühnerei dar, ebenso wie puteneier. krokodileier habe ich noch nicht probiert. und ich habe mir sagen lassen, dass hammelhoden nicht zu verachten wären.
    .
    mein heisser tipp wären jedoch perlhuhneier: ganz fein im geschmack. freunden sie sich mit den züchtern an! ach ja, und sie harmonieren aufs vorzüglichste mit erlesenen fischeiern…
    .
    an den hochwohlgeborenen MvBB die unterwürfigst gestellte frage: wie verspeisen sie denn ein weich gekochtes frühstücksei? à la 1789 oder zertrümmern, festhalten oder festhalten lassen?

  150. Don Alphonso, die...
    Don Alphonso, die Fähigkeiten, die Sie sich zugute halten, sprechen für Ihr Selbstbewusstsein. Und diese sind für mich nicht nur unbestritten, sondern ich habe sie an diesem Ort schon mehrmals und ausschliesslich positiv für Sie und Ihre Arbeit genannt. Da rennen Sie längst offene Türen ein.
    .
    Aber wenn Sie das Duo Feuilleton/Blog zu Diskussion stellen, dann recht eine Plauderei schlicht nicht aus. Diese Frage berührt für mich ein Grundthema zwischenmenschlich-kultureller Diskursform. Ich blödele wirklich gerne und durchaus leidenschaftlich, aber eine Grundsatzfrage der kulturellen Ökonomie darf man nicht sich selbst überlassen. Wenn Sie dies als Element von Superbia deuten, kann und will ich Sie nicht daran hindern.

  151. Werte Donna Laura,
    vielen Dank...

    Werte Donna Laura,
    vielen Dank für Ihre Eierauskunft, die mir bei Gelegenheit sicher nützen wird. –
    Ja, es klappt ein wenig nach in der Diskussion, die jetzt mehr zu Blog/Feuilleton/Ansprüche an Zeitungen überhaupt tendiert und zwischendurch die gegenseitigen Statusanimositäten zum Thema hatte; zu letzteren fehlt mir allerdings die praktische Betroffenheit und somit die Verve, mir hierzu etwas auszudenken und daran festzuhalten.

  152. @donna laura/21. April 2010,...
    @donna laura/21. April 2010, 13:46
    „und ich habe mir sagen lassen, dass hammelhoden nicht zu verachten wären.“
    .
    Schmecken wirklich nicht schlecht. Mein letzter Schwiegervater ass das zuweilen. Man nennt es „les amourettes“! Immer im Plural…

  153. @ Rosinante: Da der Don ja zu...
    @ Rosinante: Da der Don ja zu den Stilformen – dem ‚Causeurston‘, schon etwas gesagt hat, hier noch ein Paar Namen, die dem Feld-Wald-und-Wiesen-Feuilletonisten dazu dienen könnten, sich qualitativ zukünftig etwas mehr nach der Decke zu strecken: Polgar, Altenberg, Sieburg, Tucholsky, Roth, Kerr, Kästner, Henscheid, Jacobsohn, selbst Raddatz …

  154. Klaus Jarchow, bis auf...
    Klaus Jarchow, bis auf Henscheid und Raddatz bin ich mit Ihnen völlig einverstanden. Aus der aktuellen Produktion würde ich gerne die Namen Lueken, Weinzierl und Stadelmeier hinzufügen.

  155. @colorcraze- sandmännchen ist...
    @colorcraze- sandmännchen ist sicher manchem vorzuziehen…

  156. @ Colorcraze, 21. April 2010,...
    @ Colorcraze, 21. April 2010, 12:43
    .
    Und ob es geht: Kluge Politik, liebe Colorcraze, ist der Schlüssel für die Lösung aller gesamtgesellschaftlichen Probleme. Daran glaube ich. (Reform)Bremser und (Katastrophen)Beschleuniger sind zwar Ausdruck dessen, was geht, ja, aber für notwendig halte ich die nicht. Vielmehr ist es die Aufgabe einer klugen Politik, die (Reform)Bremser und (Katastrophen)Beschleuniger an die kurze Leine zu nehmen und wenn nötig auch ordentlich übers Knie zu legen.

  157. @Cornelius: ich will Ihnen...
    @Cornelius: ich will Ihnen ihre Überzeugung nicht miesmachen, eher Sie dazu ermuntern, Sinnvolles zur Geltung zu bringen – lernen Sie Politik. Aber erschrecken Sie nicht. Es verändert einen.

  158. @ Colorcraze, 21. April 2010,...
    @ Colorcraze, 21. April 2010, 21:31
    .
    Eine kluge Politik, wenn sie denn allgemein verständlich erklärt wird, würde große Mehrheiten auf sich vereinen können. Mit großen Mehrheiten ließen sich demokratische Spielregeln (Parteienfinanzierungsgesetz ändern und Numerus Clausus für Parteien und Politiker einführen) reformieren. Mit einer reformierten Demokratie ließen sich staatstragende Konzepte leichter und schneller umsetzen, die für nachhaltigen Wohlstand in allen Bevölkerungsschichten sorgen kann. Wird ein Bundesland reformiert und reiche Ernte eingefahren, ziehen alle anderen Bundesländer ruck zuck hinterher.
    .
    Die erste Nuss zu knacken ist `ne richtige Drecksarbeit, aber eine Partei muss sich diese Bürde aufladen. Werden wir weiterhin so schlecht regiert, erschlägt uns bald die Rentenkeule, die Demographiekeule, die Kriminalitätskeule und gewaltige Flüchtlingswellen aus den Schwellenländern. Diese längst sichtbaren Katastrophen sollte eine geistige Elite zu verhindern wissen, weil sonst nämlich irgendwann auch ihre Viertel brennen werden.

  159. @Cornelius: also ein bißchen...
    @Cornelius: also ein bißchen arg einfach stellen Sie sich das schon vor. Sie setzen nur das in ein anderes Verhältnis, was auf der Bühne steht, das Dunkelfeld (Auswirkungen über die Zeit, der Gesellschaftsschichten usw usf) bleibt bei Ihnen völlig außen vor.

  160. @ Colorcraze, 22. April 2010,...
    @ Colorcraze, 22. April 2010, 15:04
    Einfach nicht, aber machbar. > Und so notwendig wie nichts auf dieser Welt. Mit dem angeführten Dunkelfeld kann ich nicht viel anfangen. Können Sie da vielleicht etwas konkreter werden?

  161. @Cornelius: leider nein, sonst...
    @Cornelius: leider nein, sonst würde ich es ja nicht „Dunkelfeld“ nennen. Es ist halt nur meine Erfahrung, ob als zufällig mal in einen Akademischen Senat reingespülte Studentenvertreterin, ob als Softwareentwickler oder als Hausbewohner und Leserin dieses Blogs: es stecken eine Menge Interessen, ungeschriebene Regeln, fremdes Wissen und komplett andere Welten im Hintergrund, gegenüber dem man agiert. Und es ist meistens anders komplex als man sich das zunächst vorstellt.

  162. @ colorcraze
    .
    Ich dachte ja...

    @ colorcraze
    .
    Ich dachte ja bei „Dunkelfeld“ auch an Lobby und verborgene Interessen, aber wenn da noch komplett andere Welten mit ungeschriebenen Regeln mitmischen sollten, ist doch der Reiz umso größer, denen, die für’n Schlamassel mitverantwortlich sind, mal richtig ins Kreuz zu treten. Kann es eine größere Aufgabe geben, als in solche „Dunkelfelder“ Flutlicht zu werfen, wenn sie doch weltweit so große Schäden anrichten? Nichts ist so reizvoll, nichts von diesem Rang. Und nichts ist so wertvoll und wichtig, als die Unternehmung dagegen …

  163. @Cornelius: auch Sie werden...
    @Cornelius: auch Sie werden wahrscheinlich irgendwann begreifen (ich glaube ja an die Lernfähigkeit der Menschen), daß bloßes Dagegensein und Blasen zum Platzen bringen weniger wichtig ist als geistesgegenwärtig den entgegenkommenden Zug zu umkurven, bösartigen Unfug nicht durch Mitmachen unnötig zu vermehren, das geringere Übel zu finden, Verantwortung zu übernehmen und so zu lenken, daß ein erträgliches Weiterleben möglich ist. Unter anderem. Mir ist gestalten und entscheiden wichtiger als Skandalgeschrei, das außer selbstgerechtem Sich-auf-die-eigene-Schulter-Klopfen keine Folgen hat.

  164. @ colorcraze
    .
    Bloßes...

    @ colorcraze
    .
    Bloßes Dagegensein ist mein Geschäft nicht. Und Züge, in denen (Katastrophen)Beschleuniger u. (Reform)Bremser sitzen, sollten nicht umkurvt-, sondern auf tote Gleise gelenkt werden, damit sich der bösartige Unfug, wie Sie es schreiben, nicht weiter vermehren oder ausbreiten kann. Und, liebe colorcraze, die gesamtgesellschaftlichen Ansprüche sollten doch schon weit über ein „erträgliches Weiterleben“ hinaus gehen. So billig sind wir nicht zu haben …

  165. "Und Züge...sollen nicht...
    „Und Züge…sollen nicht umkurvt-, sondern auf tote Gleise gelenkt werden“
    .
    werter Cornelius, wo leben Sie eigentlich, genau das passiert doch!

  166. @ minna
    In meinem Bezug ganz...

    @ minna
    In meinem Bezug ganz sicher nicht, aber erzählen Sie ruhig Ihre Geschichte.

  167. Cornelius,
    ...bestimmt...

    Cornelius,
    …bestimmt nicht…

  168. Nachtrag
    Wenn man vergessen...

    Nachtrag
    Wenn man vergessen hat Ihre Expertise einzuholen, lohnt es sich
    auch für mich nicht, Ihnen meine Geschichte zu erzählen.

  169. Werter Don,
    auch wenn Sie sich...

    Werter Don,
    auch wenn Sie sich nach wie vor nicht mit mir unterhalten möchten, finde ich Ihre Reaktionen Dank genug für meine Statements….Muhahaha
    Wie belustigend all diese Resultate auf einige wenige Zeilen zweier Adeliger zu lesen. Köstlich!!
    Und da behaupten doch einige, dass meine 80%ige Einflussnahme Mumpitz sei. Lesen Sie den Reaktionsanteil mal. Köstlich! Ich lache mich scheckig in meinem Ziegenlederchesterfieldsofa, während die lolitahafte Tochter unseres Herrn Petersen mir dies verliest und schreibt. Wird auf jeden Fall in die Dienste der Familie aufgenommen…Später. Hoffentlich steht nicht bald ein rüpelhafter Franzosenkicker vor der Tür, der das Frl. Petersen kennenlernen möchte…
    Beste Grüße unter Gelächter
    MvB-B

  170. Angetan hat es ihm "Karl...
    Angetan hat es ihm „Karl August Böttiger: Literarische Zustände und Zeitgenossen. Begegnungen und Gespräche im klassischen Weimar.“
    .
    Dieser Empfehlung gefolgt habe ich das Buch im Gebrauchtbuchhandel bestellt, erhalten, angelesen und es geht mir ebenso. Danke für diese treffliche Empfehliung.
    .
    So gehet denn hin und tuet desgleichen, solange dies Werk noch wohlfeil zu haben ist.
    Wer da mag, nutzt die Gelegenheit und erwirbt aus gleicher Quslle auch noch Erich Trunz, Ein Tag aus Goethes Leben. Dann mag das Wochenende kommen.

  171. MvB-B, Ihr Auftreten ist...
    MvB-B, Ihr Auftreten ist zuweilen wenig standesgemäß, erinnert auch etwas an diesen „Prinz“ Frederic von Anhalt oder Ferfried Prinz von Hohenzollern, in seinen womöglich schlechtesten Zeiten. So trägt man zur Diskreditierung und zum Verfall des Adels bei. Wenn Sie dem überhaupt angehören, dann wohl nur im Rang eines Sebastian Flyte.

  172. Sehr schön, und wir wünschen...
    Sehr schön, und wir wünschen vor allem guten Appetit und weiterhin die angenehmsten Plaudereien!
    .
    Und war es nicht zu erinnern, dass es genannter Goethe war, der ungefähr die letzten beiden Lebensjahrzehnte keine Zeitung/en mehr las? Weil er fand, dass er besseres zu tun hatte? Fast so arrogant war, Zeitungsjournalisten und ihre Hervorbringungen/Ergüsse als „unter Niveau“ zu erachten? Also Faust II beendete? Und Faust I durchsah, d. h. alle – damals wohl überwiegend dem Französischen entnommenen – Modeworte ersetzte, weil Moden so schnell gehen wie sie kommen? (Und er es peinlich fand, dass sie ihm da überhaupt reingerutscht waren, solche Thorheiten, „beim ersten Schreiben“?)
    .
    Aber immerhin ist und bleibt unser Don, wie es scheint, ein schweifend Suchender, oder suchend Schweifender, ist also zum Glück noch jung genug, nicht so weit bei sich selbst angekommen zu sein, dass alle Fragen des Selbst und seiner sozialen Relativität bereits beantworte wären. Gut so. Petrifizierung kommt später. (Und die Besseren finden wohl überwiegend möglichst spät. Am besten nie. Aber auch das weiter noch nicht die meisten)
    .
    Unsere Erfahrung geht, salopp gesagt, ansonsten eher dahin, dass derjenige, der sowieso bereits „gefühlt auf der Grenze sitzt“, also somehow in mehreren Kulturen zu Hause ist, also heute in Florenz, morgen in München, oder heute in Paris, morgen in Frankfurt, „dessen Wohnsitz also auf der deutsch-italienischen Grenze ist“, nicht „Zentraldeutschland“ alleine identitätsstiftend findet, also nicht Bielefeld oder Paderborn, nicht Höxter oder Uslar die schönen und gelungenen Bestorte seiner Existenz alleine nennt, der also hat es klar leichter und besser. (Und seine Aufgabe wird sein, die anderen zu verstehen, nicht umgekehrt: Wir alle werden reicher durch Tun – und wollen das. Die meisten jedenfalls.)
    .
    „Ego-Tunnel“ ist wohl ein Zeitgeistwort dieser Tage dazu. „Jeder hat seinen eigenen“ (- logo was sonst?) sagt also das aktuelle Feuilleton. Und meint wohl auch, dass die Summe aller Zeitgeisttunnel die Befindlichkeit, den Zustand einer Gesellschaft an sich beschreiben würde. (Wenn man diese Summe nur kenne.) Aber netter Gedanke. (http://www.perlentaucher.de/artikel/5634.html)
    .
    Und bleibt: Das gibt es schon. Und schon länger. Wurde schon verschiedentlich gedacht und beschrieben. Und ausgelegt. Nannte sich wohl „W.a.W.u.V“ – „Welt als Wille und Vorstellung“, soweit wir wissen. Ca. 1819 zuerst. http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Welt_als_Wille_und_Vorstellung
    .
    http://www.arthur-schopenhauer-studienkreis.de/Lebensphilosophie/Welt-Wille-Vorstellung/welt-wille-vorstellung.html
    .
    Meiner Meinung nach kann also kein Land, also auch kein Vaterland „nebst Ureinwohnern“, schuld sein an unbeantworteten Fragen, weiter bestehenden Fragen und/oder Abgrenzungswünschen/-notwendigkeiten, wenn es sich vielleicht bloß um eine persönliche Variante von besagtem Tunnel handelte … .
    .
    „Unserem Don fehlt vielleicht ein richtiger Freund aus dem angelsächsischen Kulturkreis“, habe ich in letzter Zeit verschiedentlich gedacht, „vielleicht so eine Art „Lord Weidenfeld seiner Generation““. Eben einer, mit dem es sich austauscht, „wie das Leben so ist“ (ganz klasssich also, g.); Besuche in dessen Londoner Stadtwohnung macht, anstatt mit den von Don oben Genannten (teils virtuell, teils als bloß narzistische Kränkung Existenten) darüber zu rechten „wie er zu Glück nicht ist“, (sie aber).
    .
    W. hat sich um Integration verdient gemacht, nicht wahr? http://de.wikipedia.org/wiki/George_Weidenfeld
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    Die Franzosen hatten auch solche, „Ehrenbürger Europas“ z.B.: http://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Monnet
    .
    Und Berlin ist gar nicht so schlecht, wenn ich nur hinschaue: http://www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/forschung/international/europa/jean_monnet/jm_programm/index.html
    .
    Grüße also. Und ohne seine Blogs wäre die Welt ärmer. Definitiv.

  173. @perfekt: mit der...
    @perfekt: mit der Unterscheidung Binnenland und Grenze rühren Sie natürlich mein Gefühl auf, denn ich bin als als Grenzgebietsbewohner aufgewachsen, das Wort „Kurs“ war mir schon zu Kindergartenzeiten geläufig. Westberlin war ja auch Grenzgebiet, nur mit einer sehr undurchlässigen Grenze. Inzwischen hat Berlin ein weites Umland, aber so grenzgefühlsmäßig ist es, glaube ich, evt. Straßburg vergleichbar. Die Gegend ist halt hier flacher (ist ja eigentlich nur bepflanzter Strand), deshalb weitläufiger (an Hoch- und Oberrhein ist alles durch Hügel eingezwängt), aber daß die Grenze zu Polen nicht weit ist, ist zumindest am Rande schon präsent.

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