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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die Hoffnung mit der zertrümmerten Hand

| 144 Lesermeinungen

Oberitalien ist übervoll mit Kulturgütern, und so kann es schon mal passieren, dass man an einem Dorf vorbei fährt, ohne die Kirche zu beachten. Natürlich ist auch nicht jede Kirche grandios, aber in Breda Cisoni sollte man unbedingt halten, wenn man von Mantua nach Parma fährt. Dort ist ein Rokokojuwel zu finden, das auch nach einem Viertel Jahrtausend des Zerfalls sehr viel über unser Leben erzählt.

Denn durch Gottes wunderbares Gericht wird ein Jeder getrieben, auf eben dem Wege, auf dem er der verwirkten Strafe zu entfliehen vermeint, sich derselben schwerer entgegenzustürzen.
Dante Alighieri an die Florentiner, 1310.

Nur zu gern würde die Allegorie der Hoffnung dorthin zeigen, wo das ewige Leben verkündet wird, aber man hat ihr irgendwann die Finger abgebrochen, und so ist es nur noch ein verstümmelter Handstumpen ohne Aussicht auf Heilung, den sie nach oben, Richtung Heilsgeschehen hebt, während sie sich mit der anderen Hand auf ihr Symbol, den Anker stützt.

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Ein Anker oder etwas anderes, das Haltekräfte hat, wäre auch eine feine Sache für andere Bereiche gewesen. Sieht man den ersten Schaden, fallen im Halbdunkel weitere Fehlstellen auf. Der künstliche Marmor und der Stuck lösen sich auf, grosse Bereiche sind abgefallen. Wenn man nach dem Staub geht, der sich auf den aufgelesenen Fragmenten gesammelt hat, muss es schon ziemlich lang schlimm um die Substanz bestellt sein.

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Was einst eine prächtige Barockkirche war, und was auf den ersten Blick, beim Betreten des Kirchenraumes immer noch so erscheint, erweist sich bei genauerer Betrachtung als Abfolge von Schäden, die sich über alle Bereiche ziehen. Überall bröckelt etwas, die Farben sind verschmutzt, Risse ziehen sich über den Putz, und in den Putten hängen staubschwere Spinnennetze. All der Prunk und der Luxus von San Giorgio in Breda Cisoni, einer ausnehmend prunkvollen Kirche in einem scheinbar belanglosen Kaff, das man auf dem Weg von Mantua nach Sabbioneta und weiter nach Parma gerne übersieht, all der Glanz des Rokoko ist auf der Kippe, und ich frage mich, wo hier  noch die Hoffnung sein kann.

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Hoffnung ist ohnehin so ein seltsamer Begriff geworden, nicht nur wegen des Wahlkampfgetöses eines Präsidenten, der Hope und Change versprach. Gehofft wird ziemlich viel, gerade Eltern belieben es, ihrer Hoffnung Ausdruck zu geben. Zumeist ist es eine Hoffnung, dass nicht. Da ist ein klarer Wechsel in der Bedeutung, Hoffnung ist im christlichen Kontext als eine positive Erwartungshaltung definiert, und deshalb hat die Allegorie der Hoffnung auch einen Anker: Weil sie dem Menschen Sicherheit und Halt gibt. Eine Hoffnung, dass nicht, impliziert ein Ende der Sicherheiten. Dass die Tochter nicht ledig bleibt, dass sie die Arbeit nicht verliert, dass sie später einmal nicht Armut erleidet, dass die Inflation nicht kommt, dass sie nicht aufgrund des Drucks zusammenbricht, dass sie nicht so viel arbeitet und noch einen anderen Sinn im Leben sieht. Und dass die Opferbereitschaft der Eltern nicht sinnlos war, weil sich die Zustände so geändert haben, dass die Kinder es einmal nicht so gut haben werden.

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Da jedoch ist der Markt vor, der neue Gott dieser Epoche, vor dem alle gleich sind, und der mit seinen Scoringtabellen und Zielvorgaben nicht gnädiger als jene jüngsten Gerichte sind, derer man sich im Rokoko und seinen Freunde nur zu gern enthalten hat, das würde ja nur die Gläubigen beunruhigen. Der Markt stellt höhere Anforderungen bei gleichen Angeboten, was nur logisch ist, denn es ist immer noch die gleiche, alte Welt mit mehr Menschen und Möglichkeiten, überall Menschen gleich sein zu lassen, oder eben auch ungleich, wenn sie nicht spuren und funktionieren. Wenn sie funktionieren, müssen sie besser sein als alle anderen, und wenn im Rokoko das „besser“ nur bedeutete, dass sich zwei Architekten um einen Auftrag balgten, kann der Bessere heute in Bangalore sitzen, in einem billigeren Redaktionsbüro, oder in einem Code einer Maschine, die nicht besser, aber schneller und vertrauenserweckender ist. Alles will möglichst weit weg vom Unten, wo die Feuchtigkeit aus dem Boden die Mauern schimmeln lässt, und drängt nach oben, wo die Putten von den Wassereinbrüchen im Dach aufquellen unter dem Blattgold ihrer Flügel, während die gemalten Himmel über ihnen platzen und zu Boden stürzen, wo sie zertrümmert liegen bleiben.

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Um das alles zu erkennen, braucht man natürlich Zeit, die Geheimnisse des Zerfalls und den Niedergangs offenbaren sich nicht in den 10, 15 Minuten, die ein in diesem Kirchenraum Tourist allenfalls hat, wenn er neben Sabbioneta noch das Umland besucht. Man muss nah an die einzelnen Stellen gehen, auch wenn das flüchtige Gesamtbild weiterhin beeindrucken kann, man muss aus vielen, kleinen Veränderungen zum Schlimmen, den banalen Rissen und Brüchen ein Verständnis dafür entwickeln, dass hier kein überzeugender Raum mit einer Vision mehr steht, sondern ein Sanierungsfall, und wenn nicht genug Geld da ist, wird man sich eben überlegen müssen, was besonders wichtig und wertvoll ist, um den Glauben im Gesamtsystem zu halten, und was man weiterhin vor die Hunde gehen lassen kann, ohne dass es auffällt, bis vielleicht irgendwann doch ein paar Spenden kommen, oder auch nicht, dann geht der Verfall weiter, und man muss hoffen, dass nicht, auch wenn die Illusion des Raumes immer noch wirkt, nur eben für einen selbst nicht, weil man herausbröckelt, und es niemand merkt, weil noch so viel da ist.

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Ich glaube nicht an einen Gott und an die Kirche und vor allem nicht an die Menschen, als Kulturhistoriker würde man mit so einer Haltung kein Proseminar in Waffenkunde des dorischen Griechenlandes durchstehen, und keine Ausgrabung eines bajuwarischen Gräberfeldes. Aber nicht alle Eltern hatten die Möglichkeit, etwas vollkommen sinnloses zu studieren, sie haben einfach nur gearbeitet, Ziele verfolgt, Voraussetzungen geschaffen, ihren Kindern Startbedingungen geschaffen und sicher nicht gedacht, dass sie eines Tages einen Bekannten ihrer Tochter bitten werden, für sie eine Kerze anzuzünden, weil der Burnout nicht mehr die Zukunftshoffnung des Rokoko verspricht, sondern nur die Ausweglosigkeit einer vermauerten Krypta, tief unten in der Erde, keine Gerechtigkeit bewegte ihren Bauherrn, die Dummheit des Marktes schüttete sie zu, und jemand hat darüber Überstundenabrechnung gelegt, worauf geschrieben steht, wieviel Leben und Hoffnung man hier bitte abtun möchte, um nicht ins Hintertreffen zu geraten und in einen anderen Höllenkreis durchgereicht zu werden. Eine Kerze also, unter der ausnehmend hübschen Hoffnung mit dem jugendlichen Lächeln und der zertrümmerten Hand. Immerhin, etwas Hoffnung ist immer.

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Denn von aussen ist die Kirche eingerüstet, man hat sich, da die Region vor zwei Jahren zum Weltkulturerbe der Unesco erklärt wurde, endlich entschlossen, die Kirche von aussen wieder ansehlich zu machen, und sie neu zu decken und schön zu streichen. Dann sieht alles wieder überzeugend aus, und oben regnet es nicht mehr hinein, während unten, im Schatten der Altäre, weiter der künstliche Marmor ausbrechen wird.

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144 Lesermeinungen

  1. lieber Don Alphonso, es ist...
    lieber Don Alphonso, es ist wirklich schade, dass dieses offenbar schöne Bauwerk so vernachlässigt wurde. Aber HansMeier555s Feudalismus‘ hat hier so nachhaltig gewirkt, dass die italienische Gegenwart damit seit Langem überfordert ist. Sei’s drum. Ihr schöner Text ist von durchdachter und sympathischer Elegie und liest sich angenehm. Einen morgentlichen Dank. Und wenn nun das Dach repariert wird, die Fäulnis im Innern keine Nahrung mehr erhält und die Feuchtigkeit sogar abtrocknen kann, ist die eigentlich ein Zeichen der Hoffnung.

  2. Lieber Don, einerseits machen...
    Lieber Don, einerseits machen Sie sich über den Markt lustig, ja scheinen ihn sogar zu hassen. Andererseits ist es offenbar vollkommen normal für Sie, dass die Hoffnungen der Menschen fast ausschließlich monetärer Natur sind. Wie passt das zusammen?

  3. Ich sag ja, Sie sollten nach...
    Ich sag ja, Sie sollten nach Polen fahren.

  4. Sehr geehrter Don, Danke für...
    Sehr geehrter Don, Danke für einen ergreifenden Bericht, der den Leser sowohl an dem Verfall der Baukultur als auch an dem der bisherigen Gesellschaftsstruktur und der daran anknüpfenden Hoffnungen teilhaben lässt. Wenn manchen Eltern da, weil keine Apanage (mehr) möglich ist, wirklich nur die Bitte an einen Bekannten um das Anzünden der Kerze bleibt, so ist das wirklich schauerlich. Wie kann man aus Ihrer geschätzten Sicht „etwas hoffnung & glauben im Gesamtsystem“ für sich und andere bewahren? gruß aus HH.

  5. Aber wer wird denn dem...
    Aber wer wird denn dem Vorgestrigen nachweinen. Es reicht doch der äußere Schein. Wie es drinnen und wie es wirklich aussieht interessiert doch niemanden. Ob Rokkoko, Vernunft oder Verantwortung. Das braucht keiner solange der Schein stimmt.
    Es geht um Nutzen. Was nicht sofort auf den ersten Blick nützlich ist, wird nicht mehr gebraucht, nicht mehr geflegt, darf und soll nicht mehr leben. Unsere Wirtschaft denkt und handelt in Quartalen. Wozu da noch alte Kirchen. Es führt kein Weg mehr vom Gestern zum Morgen.
    In einer Gesellschaft in der die Superreichen den Armen nicht nur die Arbeit sondern das Existenzrecht absprechen ist das Schicksal der Vergangenheit und ihrer Künste wirklich kein wichtiges Thema. Lassen wir das alles ruhig verfallen. Aber wir sollten versuchen die Menschen zu retten.

  6. Die Vandalen müssen sich...
    Die Vandalen müssen sich beeilen. ..

  7. Ex oriente spes...
    Ex oriente spes
    .
    http://sobory.ru/photo/index.html?photo=40243
    .
    (Die neugebaute Kathedrale von Christus dem Erlöser, Kaliningrad)

  8. Es kann keinen Markt geben,...
    Es kann keinen Markt geben, wenn alle das gleiche machen bzw. wollen.
    Oder anders gesprochen: Für die Würde eines Menschen läßt sich kein Marktwert ermitteln.

  9. Eine Frage nur: wie, wenn man...
    Eine Frage nur: wie, wenn man nicht die Gnade der Geburt erfahren, Silberkannen erwerben zu können – wie dem ewig Gleichmachenden entkommen? Trotz Studium der Physik & Poesie & Philosophie, der völligen Nutzlosigkeiten, würde und muß ich gerade jeden Höllenplatz nehmen, der mir geboten wird. Wo bleibt da die Hoffnung? Für meinereins gibt’s jedenfalls nur einen Kurs: gnadenlose Anpassung, auch wenn die Systemfrage im Raume steht.

  10. In Italien dürfen ruhig die...
    In Italien dürfen ruhig die Hälfte aller Monumente verfallen. Schliesslich haben sie danach immer noch genug davon !
    .
    Aber einmal Spass beiseite: Die Welt, in der wir leben, ist auch nicht schlimmer (oder besser) als diejenige vor (sagen wir mal) 50 Jahren. Nur anders. Dass die Töchter (und Söhne natürlich auch) Probleme machen, das kann jederzeit passieren – vielleicht ändern sich die Gründe oder Ursachen ein wenig.
    .
    Nun ja, wenn wir mal das westliche Europa anders betrachten – bezeichnen wir es mal als das „Westviertel“ – da stechen doch einige Parallelen zum ursprünglichen Westviertel heraus: zunehmende Regionalität (politisches Gewicht), Tendenz zur Abkapselung, verhältnismässiger (aber eher abnehmender) Wohlstand…. (suchen Sie selbst weitere Bsp).

  11. @HansMeier555 Wer solch einen...
    @HansMeier555 Wer solch einen Ausspruch tut wie Sie, entbehrt vermutlich auch des noch so Geringsten, um über Polen urteilen zu können. „Nach Polen fahren“, wohín fahren Sie denn dort? Auf den Billigmarkt im nächstgelegenen Grenzdorf? Wie lange und wann haben Sin in Polen gelebt? In welchem Grad beherrschen Sie Polnisch, wo und wie lange haben Sie es studiert? Welche Bücher haben Sie über Polen geschrieben? Falls Sie all dies verneinen müssen, halten Sie sich bitte, um des Ansehens dieser Zeitung willen, hier mit solch plumpen Äusserungen zurück, danke.

  12. @HansMeier555
    Die Orthodoxe...

    @HansMeier555
    Die Orthodoxe Kirche hat halt noch eine anständige Liturgie, habe ich trotz traurigem Anlass bei der Beerdigung der Schwiegermutter eines Freundes erlebt.

  13. Sg. Herr Hoff, nur zu Ihren...
    Sg. Herr Hoff, nur zu Ihren letzten Sätzen: Vergangenheit und Künste, auch die vermeintlich vergangenen Künste, sind Bestandteil unserer Kultur, und gerade auch in einem engen Kulturbegriff. Ohne Kultur gibt es aber keine Gesellschaft, daher schlage ich vor, mit den Menschen die Kultur zu retten, denn ohne die Kultur kann man auch die Menschen nicht retten.

  14. @BertholdIV
    filioque schtonk!...

    @BertholdIV
    filioque schtonk!

  15. Lieber Soland33,
    mein polnisch...

    Lieber Soland33,
    mein polnisch ist rudimentär, es reicht grade, um Donald-Duck-Geschichten lesen zu können, wobei mir natürlich auch die Bilder eine wichtige Verständnishilfe sind.
    Klaas Klever heißt dort z.B. Kwakerfeller und das ist eine Anspielung auf Rockefeller.
    Kaczka heißt Ente, das hab ich schon verstanden.
    .
    Nähere Auskünfte erhalten Sie von ihrem ostindischen Gemeindepfarrer.

  16. HansMeier555, ich kann mit...
    HansMeier555, ich kann mit Polen wenig anfangen. Ich war dort. Ich fand es naja. So wie Ostdeutschland. Wasrum sollte das nicht jemand machen, der dafür Verständnis hat? Mir fehlt da einfach die richtige Ader. Und in Italien bin ich wenigstens kompetent, sprich, ich bin da nicht als Journalist unterwegs, ich kann wirklich etwas über meine Reiseziele sagen, ohne Wikipedia fragen zu müssen.
    .
    Rosinante, danke für das Lob, aber soweit ich das erkennen kann, wird die Restaurierung wenig bringen. Man hätte längst zumindest die Fragmente sichern müssen, denn die sind sehr teuer. Das zeigt nur die Wurschtigkeit, mit der dort agiert wird. Und dagegen kann man restaurieren, was man will: Es bringt nichts, solange sich die Mentalität nicht ändert (aber eigentlich geht es ja um Burnout).

  17. Wehrter Don,
    ist es nicht...

    Wehrter Don,
    ist es nicht schön, die Zeit und Kraft zu haben, der Welt
    im Zerfall zuschauen zu können?
    Herzlichst P.

  18. Liebes Paulchen, das wäre es,...
    Liebes Paulchen, das wäre es, würde man nicht Betroffene kennen, und ginge es nicht um Kunstwerke. Gegen eine Versteppung Berlins hätte ich nichts einzuwenden.
    .
    Lieber ErnstWilhelm, ich denke, die meisten Menschen wollen einfach ein ruhiges und zufriedenes Leben führen, ohne Not und zu grosse Aufregungen. Dagegen läuft aber die Ideologie des dynamisch-mobilen Arbeitnehmers, und daraus entstehen dann die Probleme, teils, weil die Leute nicht wollen, teils, weil sie sich zu viel Druck machen und den nicht ertragen. Und natürlich, weil sie keine andere Chance sehen, als sich dem Markt anzupassen, statt den Markt als etwas zu begreifen, den sie gestalten können.

  19. Weil die Kirchen dort voll...
    Weil die Kirchen dort voll sind und die Restaurierung von Barockkirchen keine finanziellen Probleme aufwirft.
    Gegenreformation in Echtzeit sozusagen.
    .
    Es geht ja auch nicht, die Kultur immer schon fertig und im Verfallsstadium bewundern zu wollen. Immer nur Patina, Patina.
    .
    Man darf sich nicht auf die Bausubstanz und ziseliertes Silber fixieren. Wichtig ist doch das, was lebt und entsteht.
    Den Duft der frischen Farbe genießen.

  20. Ich bin der Meinung das...
    Ich bin der Meinung das Vernachlässigung häufig die bessere Konservierung darstellt. Vieles was vor dreißig Jahren als feinsinnige Konservierung galt, geht heute als Vandalismus durch. So gesehen wurde ihre Barockkirche ideal in Stand gesetzt, neues Dach drauf und ansonsten in Ruhe lassen, besser kann man es nicht machen.(dasselbe gilt möglicherweise für ausgebrannte bessere Töchter, sicher bin ich mir da aber nicht)

  21. gutesrecht, bitte, gern...
    gutesrecht, bitte, gern geschehen. Die Apanage ist ja selten das Problem, die Eltern können Kinder schon auffangen, aber was wegbricht, ist die Hoffnung, dass die Kinder mal weniger arbeiten müssen und dennoch mehr vom Leben haben. In meiner Studienzeit wunderte man sich über Väter mit 50-Stunden-Wochen. Viele von damals empfinden heute 70 Stunden als normal.
    .
    Jochen Hoff, nunja, wenn die Reichen den Armen das Existenzrecht absprechen, dann ist das doch ein Weg vom Morgen ins Gestern.

  22. Dr. maus, der "Marmor" in...
    Dr. maus, der „Marmor“ in dieser Kirche ist Stuck, und wenn hier erst mal ganze Platten abfallen, gibt es immer einen Angriffspunkt für weitere Brüche. Armut ist nur dann der beste Konservator, wenn getan wird, was getan werden muss. Rausgerissene Sprossenfenster sind schlecht, jährlich gestrichene Fenster sind gut, nicht gestrichene Fenster sind schlecht.
    .
    muscat, es gibt dann eben einen Markt mit extrem ungleichen Preisen. Das ist nicht schön, aber am Ende läuft es eben auf eine formierte Gesellschaft hinaus. Und die, die in ihr keinen Platz haben, machen sich eine eigene formierte Gesellschaft auf, in der man Twitter lieben und Grundeinkommen erhalten muss.

  23. Don Alphonso, ich bin berührt...
    Don Alphonso, ich bin berührt wie wunderbar Sie es verstehen, uns Lesern den Zerfall hier wie da vor Augen zu führen … wie Sie beim Betrachten zerfallender Bausubstanz scheinbar mühelos in philosophische Betrachtungen über die „Hoffnung, dass nicht“ wechseln, zeigt Ihre Begabung …
    Verneigung vor Ihrem Können und Grüße, stola

  24. Bester Don Alphonso, Sie sind...
    Bester Don Alphonso, Sie sind hoffnungslos!
    Tendenzen zur Ungleichzeitigkeit resp. zum Aus-der-Gesellschaft-herausfallen gab (und gibt) es schon immer.
    .
    Könnte man nicht zB den jeweils 10 Bestverdienensten im Lande einfach brutal und per Dekret den Lohn auf Harzniveau senken – und die Einsparnisse auf die Twitterer verteilen?

  25. lieber HansMeier555, die Sache...
    lieber HansMeier555, die Sache mit der Gegenreformation in Echtzeit (köstlich) und den polnischen Barockkirchen finde ich auch prima. Aber wollen Sie damit sagen, dass ganz Polen aus Barockkirchen besteht? Italien oder Oberitalien aber, na ja, fast schon. Und dies trotz Bertolucci und Berlusconi.

  26. Liebe Rosinante,
    es geht nicht...

    Liebe Rosinante,
    es geht nicht nur um die IST-Werte, sondern ums Potential, die Wachstumskurve.
    Wozu eigentlich Barockkirchen restaurieren, wo das Volk nicht mehr knien will (außer vor den Märkten und Konsumtrends, versteht sich)?

  27. werter don,

    vielen dank für...
    werter don,
    vielen dank für diesen blog-eintrag. sie spannen einen weiten bogen. vieles davon erscheint schnell nachvollziehbar. klar und eindeutig.
    *
    was ihre bekannte betrifft, so kann man die frage stellen wie und warum es dazu gekommen ist?
    *
    ich finde wir leben in einer sehr spannenden zeit. sie ist nicht einfach, doch sie bietet viele möglichkeiten etwas zu ändern, wenn die menschen bereit dazu sind und sich mit nachdruck dafür einsetzen.
    *
    der luxus „etwas sinnloses“ studiert haben zu dürfen war vielleicht nie wertvoller als heute, vor allem wenn man aus eigener erfahrung auch die ausbildung in einem sehr beliebten und angeblich „sinnvollerem“ fach kennt.
    *
    doch blicken wir nach vorne…
    *
    http://www.youtube.com/watch?v=xpD2wDeVlp4

  28. Geschätzter Don,
    ob die...

    Geschätzter Don,
    ob die Menschheit mit oder ohne ihre Kunstwerke gerettet werden kann oder sollte, weiß ich nicht – ich danke für die Kerze. In der Situation der Tochter (und der Menschheit?) hilft nämlich jedes Licht, egal woher es kommt, wem es gewidmet ist und gleich ob man daran glaubt oder nicht . Hauptsache in der Krypta wird es ein wenig heller.
    Herzliche Grüße e.

  29. Tatsächlich tut es weh,...
    Tatsächlich tut es weh, lieber Herr Don, wenn man den Zerfall barocker Pracht erleben muss, insofern, HansMeier555, vielen Dank für den Hinweis auf Polen, wo die Restauratoren keine Mühen und Kosten scheuen, um diese Pracht zu erhalten. Auch wer Ostdeutschland (für mich der schönere Teil Deutschlands) von seiner schönsten Seite schauen will muss JETZT dorthin fahren, noch nie waren die historischen Innenstädte so schön wie derzeit! Der notwendigen Transferleistungen sei Dank! Danach kommt vielleicht nur noch, falls die Deutschen es wirklich schaffen, gemäss ihrer vermaledeiten Veranlagung, alles kaputt-und schlechtzureden, die Entvölkerung und der Zerfall.

  30. Nun gut Don, da war ich...
    Nun gut Don, da war ich vielleicht ein bisschen dogmatisch. Keineswegs hatte ich aber vor, Ihnen mit „ewigen Marmor“ o.ä. zu kommen.

  31. Die Geschichte lehrt, dass der...
    Die Geschichte lehrt, dass der Bezug zu Bauwerken und Religion irgendwann verloren geht, siehe Pyramiden. Diese wurden dann als Steinbruch genutzt. Benötigt jemand Marmor aus dem Petersdom für sein neues Badezimmer?

  32. "(...)– denn nur als...
    „(…)– denn nur als aesthetisches Phänomen ist das Dasein und die Welt ewig gerechtfertigt(…)“
    Das Morbide ist es doch, dass auch schön ist. Soll doch alles vergehen – genau das meint doch das Barock im Tiefsten. Und nichts ist geistlich armseliger als eine frisch renovierte Kirche.

  33. Mögen die Damen bitte meinen...
    Mögen die Damen bitte meinen Tippfehler entschuldigen, ich wollte den Marmor keineswegs nur den Herren anbieten. Es muss natürlich ‚ein neues Badezimmer‘ heißen. Mea culpa.

  34. Wir berauben uns der...
    Wir berauben uns der Fähigkeiten.
    wie hier http://schlossdebatte.de/?p=206 zu lesen ist.
    Durch die zunehmende verb.ldung unserer Nachkommen wird unsere Gesellschaft
    zukünftig garnicht mehr in der Lage sein den Verfall jedweder Art zu stoppen.
    cui bono ?
    Ich kann dieses Rätzel nicht lösen

  35. <p>V, nach den Marktgesetzen...
    V, nach den Marktgesetzen findet das sicher einen anderen Abnehmer, der es zu schätzen weiss (übrigens bin ich in drei Tagen in Rom an der Engelsburg, so schnell kann es gehen).
    .
    Das ist, nebenbei bemerkt, der Innenraum im teilweise Ganz:
    .

  36. Es gab ja mal eine Zeit, da...
    Es gab ja mal eine Zeit, da man sich die Ruinen fix und fertig ruiniert in die Gartenlandschaften stellte. Ironischerweise sind die manchmal besser erhalten als die zugehörigen Herrschaftsgebäude. Aber vielleicht täusche ich mich da auch.
    Der Zustand der Hoffnung in der heutigen Zeit – dazu, werter Don, haben sie ja bravourös den Bogen geschlagen – ist allerdings so angeschlagen wie dieses Kirchlein, da muss ich Ihnen Recht geben. Die alten Utopien an der Umsetzbarkeit und damit auch an der Bezahlbarkeit zu messen, war vernünftig. Wir Menschen werden kein Paradies auf Erden errichten können (doch ein bisschen besser können wir’s schon machen, diese Hoffnung geb‘ ich nicht auf. No, Sir). Was einen jedoch verwundern kann, das war der blinde Eifer, mit dem man sich nach den sozialen den wirtschaftlichen Utopien hingab. Sie klangen natürlich viel realistischer – man braucht nicht mehr auf das Gute im Menschen zu hoffen, wenn der Egoismus aller im Endeffekt etwas schafft, von dem alle nur Vorteile haben sollen. Dass diese Hoffnungen im Kleingedruckten auch auf irrealen Annahmen aufgebaut waren (z.B. die Verfügbarkeit der preisrelevanten Informationen unter den (selbstverständlich) rationalen Markteilnehmern), tja, wen kümmert das, so lange die Kurse steigen und das Geld zum Abholen bereit liegt.
    Was mich an diesen Finanzgezeiten mit am meisten ärgert, ist der Umstand, wie wenig von all diesen Fantastillionen, die sich da so wundersam vermehren, seinen Niederschlag in etwas Realerem findet. Ich denke da zum Beispiel an Fürst Pückler, einen der großen Verschwender vor dem Herrn (wahrscheinlich hätte er den Börsenboom geliebt) aber er wollte etwas erschaffen, das bleibt und wächst, zu allem Überfluss auch noch etwas, an dem das gemeine Volk teilhaben dürfen sollte – und er tat es auch. Dass sich die meisten Menschen an ihn nur noch wegen einer Eissorte erinnern, an der er völlig schuldlos war, ist natürlich auch nur so eine der Ironien der Geschichte.
    Vielleicht sollte man ihm ja nacheifern, mit den letzten Staatsanleihen, die noch zu kriegen sind, die öffentlichen Parks ausbauen und darin die eine oder andere geplatzte Staatsanleihe (oder was auch immer; setzen Sie einfach das Finanzgift Ihrer Wahl ein) als zeitgemäßes memento mori aufstellen.
    hansmeier555, nichts gegen frische Farbe, etwas Neues aufbauen und so weiter. Zur Abwechslung hätte ich aber ganz gerne mal etwas Solideres.

  37. immerhin scheinen der...
    immerhin scheinen der hübschen hoffnung, dem ersten bild nach zu urteilen, die richtigen finger abgefallen zu sein, sonst hätte der alkorhythmus sternchen aufmalen müssen.
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    kirchen sind jedoch recht weit verbreiteter betrachtungsgegenstand. berichten sie zur abwechslung doch mal über brücken, werter Don Alphonso.
    diese haben so etwas verbindendes, europäisches, bräuchten wir das jetzt nicht?
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    wobei es schon bezeichnend ist, dass die auf den euroscheinen abgebildeten brücken gar nicht existieren.
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    reale reiseempfehlung, allerdings nach frankreich, wobei ich im westen nichts neues, sondern etwas ziemlich antiquiertes empfehle: pont st. bénézet. dazu gibt es sogar musik. und hervorragende küche, sogar die sprache dürfte beherrschbar sein.
    allerdings birgt eine solche reise gefahren: quau se levo d’avignon se levo de la resoun.
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    die wahre dekadenz, denn nichts anderes ist der verfall, liegt im nichterkennen des notwendigen resp. des nicht-danach-handelns. ohne dauerhaft tragende substanz haftet weder stuck noch farbe. weder beim menschen noch sonst irgendwo.
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    aber Sinatai hat schon recht: just when you thought the rat race was over, along came faster rats.

  38. Werter Don,

    ein schöner...
    Werter Don,
    ein schöner Beitrag, die Kirche erinnert mich dann doch an die CDOs die wir die letzten Jahre strukturiert haben, von außen schön angepinselt und mit herrlichen Worten gepriesen, wenn man sie nur von außen anschaut (99% aller Betrachter) fällt einem nicht auf, was drinnen für ein Schmutz ist. Die CDOs verhießen risikoarme Rendite, die Kirche verheißt Erlösung und was weiß ich noch alles, aber bei genauem Hinsehen ist diese Hoffnung nur ein Trugbild, kaputt und marode.
    Nun fertige ich keine CDOs mehr sondern helfe den Banken, den Schmutz wieder loszuwerden. In 2 Jahren dann lassen wir uns wieder was einfallen, was risikoarme Rendite verspricht aber anders heißt und der Kreislauf geht ewig so weiter.
    Schöne Grüße aus dem Norden,
    Moritz

  39. lieber HansMeier555, dass Sie...
    lieber HansMeier555, dass Sie Prognosen über das Wachstumspontential des Barock in Polen anstellen, ist vernüftig, wenn nicht visonär. Aber solange die Kirche den Gang an die Börse nicht antritt und der Vatikan von einem CEO geleitet wird, haben Seelsorge und Kanzeln keine Chance gegen Privatfernsehen und dialektisch-materialistische Bildungssysteme. Knieen hin oder her, man kann nicht alle Jahrgänge kulturhistorisch ausbilden, wie unseren Gastgeber, nur damit sie die Proportionen und die Sinnlichkeit eines Kirchenraumes als beglückend empfinden, wie ihn der Don gerade gepostet hat.

  40. Simatai, wenn ich sage, es...
    Simatai, wenn ich sage, es bringt nichts, wenn man es nicht erheiratet oder ererbt, ist das auch kein Trost. Ich bin aber der Meinung, dass viele dieser Rattenrennen ihre Grundlage in der eigenen Überforderung haben, und viele gar nicht mehr wissen, wie man sich bremst und den Stift weglegt.
    .
    Kopfgeburt, es gibt eine elende Hektik, die man sich einkauft, wenn man oben bleiben will. Die Frage ist nur, wie man damit umgehen kann, aber die Geschwindigkeit der Prozesse hat sich enorm beschleunigt. Und tendiert dazu, die Menschen zu überfordern oder anzupassen. Beides ist nicht unbedingt schön, zumal man davor auch im Westviertel nicht weglaufen kann.

  41. Bester Don Alfonso,
    Natürlich...

    Bester Don Alfonso,
    Natürlich hat jede Zeit ihr ureigenstes Krankheitsbild. Und dass unsere Zeit an der sich rapide erhöhenden Geschwindigkeit krankt, diesem Befund stimme ich gerne zu.
    .
    Ja, aber: Wie hätten wir’s den gerne? Würde es reichen, zB die Übertragungsgeschwindigkeiten wieder auf analog herunterzuschrauben?
    Doch das ist graue Theorie – freiwillig lässt sich wohl nichts zurückschrauben.
    .
    Dann aber: Freiwillige Selbstkontrolle durch Nichterreichbarkeit? Oder müsste so etwas sogar behördlich geregelt werden (jede Woche mindestens einen Tag lang alle „electronic devices“ ausgeschaltet lassen müssen).
    Ich denke, irgendwann wird ein Filter eingeschaltet werden müssen, das werden möglicherweise in absehbarer Zeit die Gewerkschaften verlangen…

  42. "Der Bundesbauminister will...
    „Der Bundesbauminister will die Barockfassade nicht finanzieren, der Schlossverein kann es nicht.“
    .
    Na so was.

  43. lieber Don Alphonso,...
    lieber Don Alphonso, überforderung aus rattenrennen könnte auch eine wechselwirkung zwischen äusserer anforderung und innerem antrieb sein. sicher, wenn die arbeit aus dem ruder läuft und zur überforderung wird, ist es ein leichtes spiel, dem ausgezutzelten betroffenen auch noch die hauptschuld zuzuschieben. leider geht des dem arbeitnehmer nicht so wie dem frosch im butterfass; noch mehr strampeln führt nur in den leerlauf.
    .
    m.e. ist es vielmehr so, dass eine auf perfektionierung konditionierte welt unmenschlich ist.
    kein baum wächst gerade, also wieso sollte es der lidstrich sein (ich weiss, wie lange junge teenager vor dem spiel stehen und seufze).
    .
    gegen genauigkeit ist nichts einzuwenden, jedoch lasse ich mir gerne von den altvorderen erzählen, dass es noch in den 70ern für ein vorstandssekretariat akzeptabel war, einen mit tipp-ex korrigierten brief rauszusenden.
    heute verbessert die dame den brief am pc wegen eines nur optisch falsch stehenden semikolons den brief zum xten mal und vernichtet den wald im papierlosen büro, weil der chef sonst einen anfall bekommt.
    .
    das ist doch alles eine frage der anforderungen, der ansprüche (auch von aussen), der quantität und des tempos, wie sie auch zurecht erkennen.
    .
    vergleichen wir doch mal ein sehr gutes restaurant mit der betriebskantine. da sieht und akzeptiert man den unterschied, und beides hat seine berechtigung.

  44. donna laura
    "heute verbessert...

    donna laura
    „heute verbessert die dame den brief am pc wegen eines nur optisch falsch stehenden semikolons den brief zum xten mal und vernichtet den wald im papierlosen büro, weil der chef sonst einen anfall bekommt. “
    .
    Das schlimme an der Sache ist ja, daß esheute nur noch auf die Fassade ankommt. Alles Schlaumschlägerei, kein Inhalt, keine Substanz.
    Der Chef der Generation powerpoint kann sich gar nicht mehr richtig artikulieren und Gedanken und Überlegungen vernünftig in Worte fassen.
    Auch im moderen Geschäftsleben ist der Mamor eben nur Stuck, aber nicht so künstlerisch wie hier auf den Kirchenfotos.
    Vielleicht eher auf dem Niveau der Postkartenmalerei eines AH aus Wien.

  45. Das war hart wie echter...
    Das war hart wie echter Marmor. Aber gerecht.

  46. Don, 'deformierte'...
    Don, ‚deformierte‘ Gesellschaft trifft es wohl eher.
    Siehe den Kommentar von Moritz.

  47. Don F., sehr schön. Zum Thema...
    Don F., sehr schön. Zum Thema P-Point (die dazugehörige Grafik gab es leider nur in der Druckausgabe):
    http://www.sueddeutsche.de/V5c38x/3332409/Es-ist-alles-so-schoen-bunt-hier.html

  48. HansMeier15:03,
    da sehen Sie,...

    HansMeier15:03,
    da sehen Sie, der Vatikan muss an die Börse.

  49. Kann man von der Kirche nicht...
    Kann man von der Kirche nicht einfach nen Fork machen?

  50. "Power Point macht...
    „Power Point macht dumm“
    .
    Wuerde mich interessieren, welche Software die Taliban so benutzen

  51. Oder sollte man den...
    Oder sollte man den Bundesbauminister zum Kardinal erheben?

  52. HansMeier555 16:25
    Was meinen...

    HansMeier555 16:25
    Was meinen Sie mit „Fork“? Eine Abspaltung? Weiss ich nicht, ob das ohne Luther so einfach geht.
    Aber CDOs könnten sie doch produzieren!!! Verpfändet wird KirchenStuck, das sich als Marmor ausgibt.

  53. Ach Rosinante,
    zum Thema...

    Ach Rosinante,
    zum Thema katholische Kirche und Geld sag ich einfach mal gar nichts.

  54. Nach einem ganzen Studienjahr...
    Nach einem ganzen Studienjahr in Rom muss ich gestehen, dass mich die imposanten Ruinen der alten Römer damals weit mehr faszinierten als die Barockkirchen. Wenn man erstmal ein paar hundert Kirchen gesehen hat, braucht man ein Bier mehr als weitere hundert.

  55. Barockfassaden und -ornamente...
    Barockfassaden und -ornamente haben eine grosse Zukunft, und zwar als computergenerierte Simulationen in Hollywood-Blockbustern und Computerspielen.
    Irgendwas mit Hexenverbrennung oder so, natuerlich in 3D.

  56. Oder ein tolles...
    Oder ein tolles Strategiespiel. Ziel ist, ganz Europa von der Ketzerei zu reinigen wieder gut „katholisch zu machen“.
    Wenn Grafik und Sound gut genug sind, kann man es auch im Kommunionsunterricht einsetzen.

  57. @donna laura
    "vergleichen wir...

    @donna laura
    „vergleichen wir doch mal ein sehr gutes restaurant mit der betriebskantine. da sieht und akzeptiert man den unterschied, und beides hat seine berechtigung. “
    Guter Punkt! Diese Leitdifferenz würde auch den Wissenschaften einmal ganz gut tun; dort kommt man mittlerweile auch nicht mehr so oft zum Nachdenken wie früher.
    @kopfgeburt
    „Dann aber: Freiwillige Selbstkontrolle durch Nichterreichbarkeit? Oder müsste so etwas sogar behördlich geregelt werden (jede Woche mindestens einen Tag lang alle „electronic devices“ ausgeschaltet lassen müssen).“
    Ich glaube, bis das geregelt sein würde, wären wir alle ausgebrannt. Ich setze da auf außerparlamentarische Opposition. Wenn man nicht gerade Notarzt ist, braucht man auch nicht rund um die Uhr erreichbar zu sein. Wer Dauerbemailung braucht, um sich wichtig zu fühlen, ist es vermutlich sowieso nicht.

  58. @muscat: Sie haben Recht,...
    @muscat: Sie haben Recht, meine Arbeit ist das Produkt einer deformierten Gesellschaft, die das Streben nach Gewinnmaximierung über alle anderen Prinzipien gestellt hat, auch in Kauf nehmend, dass unser Finanzroulette die Wirtschaft an den Rande des Abgrunds gebracht hat. Das Interessante dabei ist, dass es oftmals nicht um die persönliche Bereicherung ging, sondern nur um die Anerkennung durch die „Peer Group“.
    Ach ja, unsere Produkt-Präsentationen wurden natürlich auch mit Power Point gemacht, und glauben Sie mir: unsere CDO war genausowenig mit PP zu erklären wie die Lage in Afghanistan…..

  59. Vatikan an der Börse, genau...
    Vatikan an der Börse, genau die fehlen dort noch, dann haben wir alle zusammen.

  60. Das Seelenheil der Kurie als...
    Das Seelenheil der Kurie als hinterlegte Sicherheit.
    Gebündelt und verbrieft.
    .
    Habeas papae animam.

  61. @ hansmeier
    .
    Ein kleiner...

    @ hansmeier
    .
    Ein kleiner Widerspruch…. Die Kirchen in Polen mögen zwar so barock wie voll sein, aber auch dort verliert sich die Jugend an den schnöden Mammon und mit den sterbenden Baretten werden auch Plätze frei. So ein Phänomen wie Radio Maryja ist das letzte Aufbäumen des polnischen Katholizismus. Offiziell sind zwar alle katholisch, zur Kirche gehen aber immer weniger und noch weniger wollen sich ihren Geboten beugen. Auf dem Lande ist von schleichender säkularisierung natürlich wenig zu spüren, aber das ist hier ja nicht anders.
    .
    @ Rosinante
    .
    Der Herr Meier hat da schon recht, in Polen hat man ziemlich gute Chancen auf Barockes zu stoßen. Kirchen gibts aber auch in stattlicher Größe in gotisch, wenn Sie das beruhigt.
    .
    Bevor hier mal wieder an der Kompetenz gezweifelt wird. Ja, ich war schonmal in Polen, habe da gar für eine Weile gelebt und es hat mir ganz gut gefallen. Der Landessprache bin ich inzwischen auch bis zu einem gewissen Grad mächtig, die Wyborcza versteht man… Orchideenfächer kann man auch heute noch studieren….
    Meine polnischen Bekannten bemängeln jedoch, dass Russisch und Ukrainisch so langsam ihr hässlichen Spuren hinterlassen würden.

  62. @ Don: "Das war hart wie...
    @ Don: „Das war hart wie echter Marmor. Aber gerecht.“
    .
    Don, Marmor zählt zu den Weichgesteinen.
    .
    [Eine, die aus der Heimat von Granit und Gneis kommt (Hartgesteine).]

  63. Observator 17:04
    Natürlich...

    Observator 17:04
    Natürlich bräuchten die meisten Menschen nicht 48-Stunden-täglich (plus die Nacht hindurch auch noch) erreichbar zu sein. Da bin ich ganz der Ihre. Das ist aber – wenn ich Don Alphonso richtig verstehe – nicht der ganze Punkt.
    Zusätzlich wird sowas von der eigenen Firma erwartet. Oder man glaubt, man sei es den andern schuldig, so zu sein, man fühlt eine innere Verpflichtung. (Sie nehmen doch auch immer den Hörer ab, wenn das Telefon klingelt, oder?). Und dann kann’s tragisch werden….!

  64. Mir scheint, es handelt sich...
    Mir scheint, es handelt sich eher um den realen Beweis, wie schlecht es selbst in Ländern mit Tradition sowohl Kultus als auch Kultur haben. Wurde früher der Kultus von der Obrigkeit gestützt und von der Masse – mit etwas Nachdruck von oben – finanziert und gelebt, so füllt die verbliebene kleine Schar die Kirchen nicht mehr und kann sie auch nicht unterhalten. Gelegentliche Anläufe wie der Versuch der Außensanierung führen da auch nicht weiter. Welcher Spötter sprach da von einem Bild der Kirche? Ich meinte doch nur templum und nicht ecclesiam. Was aber die Kultur angeht, so gehörte diese doch lange zum Vorrecht der höheren Stände, war das Opernabonnement, die Konzertreihe de rigueur. Und heute wickeln wir, unsere Honoratioren, die Theater und Orchester ab. Jedenfalls hier in NRW wo ich dienstlich bin und an der Ostsee wo ich mein Haus habe. So sei Bayern gelobt wo sich die Staatsregierung mit der Bischofskonferenz trifft und die Staatsoper samt Festspielen finanziert. Dazu Sinfonia Nr 8 aus „Die Elenden sollen essen“ BWV 75, Collegium vocale Gent, Herreweghe, wobei der Gemeinde das c.f. Thema „Was Gott tut das ist wohlgetan“ per hoher Trompete verdeutlicht wird.

  65. HansMeier555, schlicht und...
    HansMeier555, schlicht und dennoch einfach machen Sie die Barockfassade für das ausgeflippteste In-Publikum kompatibel: Hollywood/Blockbuster/ Hexenverbrennung/ Kommunikationsmittel, alles da. Wo bleibt Frau Schavan? Und dann noch die schöne Idee des Seelenheils als hinterlegte Sicherheit. Sogar verbrieft. Damit könnte man alle Kirchen Italiens restaurieren, Polen barock modernisieren und das Berliner Schloss finanzieren. Aber dies nur mir Kardinal Tiefensee.

  66. @Rosinante
    Sind Sie sich da so...

    @Rosinante
    Sind Sie sich da so sicher, daß auch die Märkte die Seele des Papstes mit AAA bewerten?
    In New York gibt es nicht nur Katholiken.

  67. ... wenn da ein paar...
    … wenn da ein paar Hedgefonds plötzlich anfangen, den Zollitsch zu shorten…

  68. @Kopfgeburt, 19.18
    Sicher, Sie...

    @Kopfgeburt, 19.18
    Sicher, Sie haben natürlich recht, die These war arg steil und hilft nur Menschen, deren Belastung selbst verschuldet ist. Als ich das Posting einstellte, erlebte ich selbst gerade eine dieser „Beschleunigungsphasen“, da sind mir ein wenig die Pferde durchgegangen.
    Abgesehen davon weiss ich aber wirklich nicht, wie sich dieses Übel beheben lassen sollte, es sei denn, man streut tatsächlich hin & wieder ein wenig Sand ins Getriebe. Darauf zu verweisen, dass Menschen ausbrennen, wird das Problem nicht lösen. Ausgebrannte lassen sich ersetzen, das zählt ja zur Logik des Systems. Wenn sich nicht Analogien zu Streiks oder anderen Formen der Auflehnung finden, werden die Ratten weiter rennen – oder aber aus dem Spiel aussteigen müssen. Aber ob das Bürgertum dazu bereit ist?

  69. "Ich glaube ... vor allem...
    „Ich glaube … vor allem nicht an die Menschen,
    und das glaube ich nicht.
    sie, „mister zeitgeist“. und das ohne kritik oder, was auch immer.

  70. Also ich kenne den Begriff...
    Also ich kenne den Begriff „Barock“ bloß aus dem Antiquitätenhandel; das heißt
    „Bar ohne Quittung“ – der Staat wird nicht beteiligt.

  71. Mir fällt da gerade noch...
    Mir fällt da gerade noch etwas zum Thema Beschleunigung ein. Keine Lösung, tut mir leid, nur ein symbolisches Stück Widerstand gegen den Wahnwitz dieser rasenden Welt. Seit 2001 wird in einer kleinen Kirche ein Stück von John Cage aufgeführt: as slow as possible. Ich habe gerade nicht die genauen Daten zur Hand, aber jedes Jahr finden nur ein oder zwei Tonwechsel statt. Das ganze Werk ist auf so ungefähr 600 Jahre projektiert. Ich weiss, ich weiss, Cage ist einer dieser schrecklichen Modernen (und es gibt, glaube ich, nicht einmal eine anständige Melodie). Aber dennoch: Das Konzept und die Kühnheit dieser kleinen Kirchengemeinde sind bewundernswert. Wir bräuchten mehr davon.

  72. Oh nein, verehrter Herr im...
    Oh nein, verehrter Herr im schwarz-blauen Kostuem, am Ende wird es doch nur HWV 61 „Let festal joy triumphant reign“.
    Und Cyros ist in meinem Hause nur eine Verstaerker-Marke. Auf dem liegt meine Katze.

  73. @ Simatai, 09:06, mit Verlaub,...
    @ Simatai, 09:06, mit Verlaub, Sie scheinen mir weit ärmer zu sein, als so manch verwahrlost aussehender Flaschensammler. Gnadenlose Anpassung, auch wenn die Systemfrage im Raum steht? Arm, das …
    .
    @ Kopfgeburt, 09:08, diese Monumente, wie Sie es schreiben, sind europäisches Kulturgut, und oftmals auch ganz offiziell Weltkulturerbe, welches auch für spätere Generationen erhalten werden sollte. Im ganzen Land verfallen 1000 Jahre alte Klöster, obwohl wir mehr als 8 Mio Erwerbslose haben. Ich wünsche allen die Pest an den Hals, die uns so schlecht regieren …

  74. vieleicht ist der heutige...
    vieleicht ist der heutige Burnout das, was früher der „Wink mit der Zaunlatte“ war. Außerdem empfinde ich in der Welt der Eitelkeiten viele formal Qualifizierte nicht unbedingt als Kenner geschweige denn Könner, sondern eher als aufgeblasene-viel-haben-Woller… Die durchaus ganz zufriedene Würstchenbrater sein könnten, wenn sie der Wink des Schicksals zur rechten Stunde ereilt. Auf welchen man so natürlich in keiner Schule vorbereitet wird. Besonders heute, wo man ja nicht mehr für’s Leben zu lernen scheint…
    Aber wie bei Gebäuden gilt auch hier: Hauptsache das Dach ist dicht!

  75. Zum besseren...
    Zum besseren Verstaendnis:
    http://www.youtube.com/watch?v=cQEPzV1shcQ
    .
    Ich moechte nicht hoffen, das dieser Herr eines Tages der Schwiegersohn einer mir bekannten, gebildeten Dame werden wird. Aber alles ist irgendwann dem Untergang geweiht. Er ist unausweichlich. Lasst ihn uns feiern.

  76. Diese Stadium des Zerfalls,...
    Diese Stadium des Zerfalls, die Vergewisserrung darüber bei näherem Herantreten, ist auch ein Gleichnis von der näheren und ferneren ökonomischen und sozialen Zukunft der M. Gerade las ich etwas ähnliches in anderen Worten von einem Bremer Sozialwissenschaftler und Historiker, der die Hoffnung auch nur -nicht ganz ausschließen- will, obwohl sie für ihn mehr Bedeutung hat, als er sich gerade vorstellen kann – als Marxist.
    Wenigstens wird der Rokokobau erst mal winterfest gemacht, vielleicht bekommt die Hoffnung dann auch neue Finger. Vielleicht bringt man sie aber sicherheitshalber vorübergehend bei Leuten unter, die noch keine griechischen Staatsanleihen gezeichnet haben.

  77. Ich finde immer wieder das man...
    Ich finde immer wieder das man von Italien, quaasi als Überbleibsel eines ehemaligen Westviertels, den gepflegten Niedergang lernen kann. Jeder wurschtelt lokal vor sich hin und wer will kann sich den Wolf in Global Playern abarbeiten (und als besondere Auszeichnung das Ausbrennen riskieren).
    Ähnlich die Griechen, Vertreter eines noch älteren Westviertels, welche sich diese Lässigkeit gerade vergolden lassen.
    Ich hoffe es liegt nicht nur an der Sonne, denn dann, bin ich mir sicher, wird es bei uns auch wieder entspannter. Bis die Chinesen den Tegernsee kaufen, nachdem sie vorher die Firmen gekauft haben in welchen sich die Menschen beim Schaumschlagen dieses „Burnout-Syndrom“ eingefangen haben…

  78. Guten Abend,
    eine Frauenstatue...

    Guten Abend,
    eine Frauenstatue die Hoffnung mit einem Anker verbindet – welch schöne Vorstellung in unserer heutigen Zeit. Aber heute hat Mann keine Hoffnung mehr und schon gar keinen Anker im nicht mehr vorhandenem Familienleben, wofür womöglich folgendes mitgesorgt hat:
    > Die Frauen haben die Familie im Nacken, die Männer haben Sie im Rücken und das wollen wir ändern>
    Renate Künast am 25.06 2000 im Deutschlandfunk.

  79. @Filou
    04. Mai 2010, 23:10
    Zum...

    @Filou
    04. Mai 2010, 23:10
    Zum besseren Verstaendnis:
    http://www.youtube.com/watch
    .
    Desolais: gerufen klingt das ja ganz schoen, aber wie muss das erst gesungen klingen…!

  80. Cornelius, was regen Sie sich...
    Cornelius, was regen Sie sich auf ueber die Flaschen, welche uns so schlecht regieren? Diese Regierenden sind echte Demokraten. Sie sind von Leuten geawehlt, die schlecht regiert werden wollen!
    Wer Wowereit waehlt, weiss, was er kriegt, wer Guido waehlt, weiss was er moechte. Und von den Leuten, die eine irre gekleidete Gruene oder eine Toyota-Reklamemacherin mit schmalen Mund und doofer Frisur waehlt, weiss auch, was er/sie tut. Wir hier in dieser komischen Republik sind natuerlich nicht die einzigen. Die Italienermit ihrem Berlusconi und die Griechen (man verbirgt sein trauerndes Gesicht)…
    .
    Ha, vor vor 15 Jahren (ca.) kaufte ich mir in Paris einen Bestseller, geschrieben vom ehemaligen Parlamentspraesidenten der Republique mit dem schoenen Titel :“C’es imbeciles qui nous gouvernont“. Habs natuerlich nicht gelesen, weil ich mein franzoesisch wie immer masslos ueberschaetzte.
    Diese Leute, die wir in der Regierung haben, sind doch nichts anderes als das Spiegelbild unserer eigenen mediokren Existenz.
    Wir muessen uns ueber unsere eigene Dummheit erheben, anstatt einen Bildungszirkus zu veranstalten, der nur dazu geeignet ist, auf andere herunter zu spucken.
    Ich komme, ich merk’s, in Fahrt. Nein, nicht mehr heute. Reservieren Sie mir zwei Laternen. Ist Monsieur Guilloutin in der Naehe? Gruessen Sie ihn von mir. Wir werden noch echte Freunde. Ca ira!

  81. Vielen dank an alle. das war...
    Vielen dank an alle. das war wieder mal ein netter Abend.
    .
    Mein besonderer Gruss gilt dem Hausherrn, einer feinen Dame, einem Dienstgetriebenen und einem grummelnden Buerger.
    .
    Ich verlasse nun meinen Apfelgarten. Gute Nacht.
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=WBlNlh_j10k

  82. @ Vroni 04-05-1o h ...
    @ Vroni 04-05-1o h 19:18
    gut gemacht ! MFG

  83. Grimaldeli, furchtbar. Dieser...
    Grimaldeli, furchtbar. Dieser soll es sein:
    http://www.youtube.com/watch

  84. Ist ja irre. Bei mir...
    Ist ja irre. Bei mir funktionieren die YouTube-Links.

  85. Werter Don zur Eingrenzung des...
    Werter Don zur Eingrenzung des Zerfalls eine m.E erbauliche Beobachtung von Ihnen, die ich gerne hervorheben möchte:
    ——
    weil sie keine andere Chance sehen, als sich dem Markt anzupassen, statt den Markt als etwas zu begreifen, den sie gestalten können.
    ——
    Es ist die Einsicht zur Selbstbestimmung, die das Leben lebenswert macht. Dazu braucht der eine 2 bis 3 Mio als fuck off money (zumindest wenn es nach einem Finanzanalytiker aus Reutlingen geht, der seine Faz Leserschaft beständig zu aberwitziger Ersparnisbildung antreibt – die Erben freuts!) oder einfacher nur der Reduktion der materiellen Ansprüche, um mehr Lebenszeit „ausserhalb des Hamsterrades“ zu finden.
    .
    Sie, werter Don, haben das für Sie geltende Gleichgewicht wohl erreicht – Sie „benötigen“ entsprechend nur die Barchetta für Ihre wunderbaren Passfahr-Erlebnisse – eben keinen Ferrari oder Maserati (obwohl das sicher auch für Sie einmal reizvoll wäre – oder?).
    .
    Eine üppige Apanage bzw Erbschaft ist zum Glück nicht allen vergönnt und ein bedingungsloses staatliches Grundeinkommen fördert -wie bei vielen jungreichen Erben oder Lottobeglückten- nur die Selbstzerstörung nicht aber die Selbstbestimmung!

  86. @DA: da haben Sie einen schön...
    @DA: da haben Sie einen schön weiten Bogen geschlagen und mit der fingerlosen Hoffnung ein ganz sprechendes Bild gefunden.-
    Was das vorgestellte Gebäude angeht, so meine ich, wenn da ein richtiges Dach drauf ist, dann ist es erstmal vor weiterem schnellem Verfall gesichert. Wasser von oben macht immer die größten Schäden. Das Innere wäre sicher reparabel, wenn man die richtigen Handwerker findet, die Semperoper hat man auch sehr schön wieder hinbekommen. –
    Der wirkliche Bruch ist dann erreicht, wenn sich kein Handwerker mehr findet, der noch einigermaßen weiß, wie das geht. Bei der Semperoper war das denkbar knapp, da fand sich nur noch ein ehemaliger Lehrling, der damals einmal gesehen hatte, wie die Marmorimitate glänzend gemacht wurden. Mit einigem Herumprobieren war es aber zu machen. Ob man es geschafft hätte, wenn der schon verstorben gewesen wäre, ist fraglich. –
    Bei einer Griechenlandreise vor Jahren fand ich den Unterschied zwischen spätantiken und frühbyzantinischen Fragmenten erschreckend. Da müssen zahlreiche Gewerke ausgestorben sein in der Zeit, das frühbyzantinische wirkte handwerklich amateurhaft, als ob es keine Steinmetze mehr gegeben hätte, die wirkliche Skulpturen zu schaffen in der Lage waren.-

  87. Moin,
    man könnte es auch...

    Moin,
    man könnte es auch anders ausdrücken. Die linke Hand, der linke Arm stützt sich auf einen Anker, der wiederum Entsprechung für die Festigkeit der Erde ist, auf der sich eben die Linke, Entsprechung für Gefühl, stützt.
    Die Rechte, emporgehoben in die Richtung von wo der Geist erwartet wird, drückt aus, dass die Erkenntnisse die erworben werden und die vielleicht sogar schwindelerregend sind, mit Hilfe des Ankers (Erde) dergestalt umgesetzt werden, dass diese hilfreich für die Menschen eingesetzt werden und nicht in Hysterie (Gefühlsebene) ausarten.
    Nur scheint der Wille Verstand, Vernunft (Ausdrücke des Geistes) empfangen zu wollen, nicht mehr vollständig vorhanden zu sein.
    Welch schöne Entsprechung unserer Zeit.
    Netten Tag noch….

  88. Filou, 00:22, manchmal bricht...
    Filou, 00:22, manchmal bricht sie eben ganz spontan heraus, die Aufregung über das dumme Regierungspack. Und die Anpasser werden eines Tages auch vor ’m Tribunal stehen, um ihre Feigheit zu erklären. Die nächsten Generationen werden viele Fragen an uns haben …
    .
    Hab mir vor etwa 15 Jahren auch etwas in Paris gekauft, Filou. Es war ein eleganter schwarzer Kaffeebecher, den ich heute noch gern verwende, und dabei automatisch an die Eleganz der Pariser Menschen denke. Und an die marokkanischen Kastanienröster auf den Straßen …
    .
    Ja, Filou, erheben müssen wir uns. Die Teufel sollen unsre Lanzen schmecken, sich krümmen und um Gnade betteln. Der Tag wird kommen. Dafür lebe ich …

  89. @...
    @ derherrsonichsovorstadtprolet Ihrem Kommentar entnimmt man eine gewisse Nähe zu dem Thema… was bei Herrn Maiers KOmmentar nicht der Fall war. Wo haben Sie denn gelebt? Nichts Schöneres und Besseres in Europa als die Wochenendbeilage der Gazeta Wyborcza!
    @ Hans Meier 555 Wenn Sie den Don auffordern wollten, nach Polen des Barocks wegen zu reisen, möchte ich Sie gerne unterstützen. Dann habe ich Sie falsch verstanden und etwas in Ihren Kommentar hineininterpretiert. Dafür möchte ich mich ausdrücklich entschuldigen.
    Allerdings finde ich, dass wir uns wirklich mehr mit unserem östlichen Nachbarn beschäftigen sollten, statt, wie klassischerweise den Blick nach Italien, Spanien, Frankreich und England zu richten. So viel Italien ist in Polen! Ganz Europa kann man in ‚Böhmen und Mähren‘ finden (wahrscheinlich muss man das Frühstück in Karlsbad ausser Acht lassen, berücksichtigend, dass diesem in Tschechien keine große Aufmerksamkeit geschenkt wird) ! Wie schön ist Ungarn, und ein wenig mehr Selbstverständlichkeit des Geistes von ‚Pieroschka‘, allen Kitsches ungeachtet, kann man sich nur wünschen, diese Lust der Entdeckung. (Die Reihe liesse sich fortsetzen.) Und es bleibt bewundernswerte Anerkennung.
    Die Befürchtung, dass uns all dies zu entschwinden droht, dass mit dem Traum vom geeinten Europa kein Staat zu machen, keine Realität zu gestalten ist, hilft uns heute nicht weiter … eine erschreckende, furchtbar desillusionierende Einsicht. Offenbar sind (und waren) wir Idealisten immer in Elfenbeintürmen und Wolkenkuckucksheimen.
    Auch die wunderschön wiederhergestellten Innenstädte östlich der Elbe werden uns in den kommenden Krisenzeiten als Fluchtpunkte dienen.

  90. colorcraze,
    schön Ihr...

    colorcraze,
    schön Ihr Hinweis, daß mit gesellschaftlichen Veränderungen auch Kulturtechniken
    verloren gehen.
    Welche sind das wohl im Moment, wo alles Wissen zerhackt und durch
    den Wolf gedreht wird?

  91. Filou 0:22
    Es ist heute ein...

    Filou 0:22
    Es ist heute ein schöner Tag. Die frohe Botschaft lautet: Deutschland übernimmt
    Verantwortung für Europa; d.h. die Regierung höchstselbst- auch Guido.

  92. lieber HansMeier555, Ihr...
    lieber HansMeier555, Ihr raumgreifender Feudalismus wird immer sympathischer. Nun erfinden Sie auch noch das Ethik-Rating. Ob’s hilft? Also ich gehe einmal mit gutem, selbstkritischen (extra für den Don!) Beispiel voran und attestiere mir eine 3,5. Ihnen, werter HansMeier555, würde ich eine 6-12 auf der nach oben offenen Richterskala geben. Wären Sie damit zufrieden?

  93. minna, ja, das ist aber toll!...
    minna, ja, das ist aber toll! Sind wir lieb, gell? Uebernehmen die Verantwortung fuer andere. Und wenn’s den Griechen wieder besser geht, kuemmern sie sich liebevoll um uns.
    Darauf ein schoenes Fruehlingslied:
    http://www.youtube.com/watch?v=xhw1wOBDTHg

  94. minna & Filou erhalten im...
    minna & Filou erhalten im neuen Ethik-Rating eine 15 (nach oben offen).

  95. Ach, mir würde ein wenig...
    Ach, mir würde ein wenig normale Moral schon reichen, gern auch doppelt.

  96. Grenzgänger, es ist in dieser...
    Grenzgänger, es ist in dieser Kirche so, dass gegenüber der Glaube (mit Kreuz) steht, und in der Mitte ein Altatbild ist, in dem die Liebe zu den Menschen und die Erlösung gezeigt wird. Glaube, Liebe, Hoffnung, das gute, alte Spiel. Leider habe ich kein Gesamtbild, aber vielleicht komme ich nächste Woche nochmal vorbei.
    .
    colorcraze, das Problem hier ist, dass es wirklich nur eine Dorfkirche eines winzigen Kaffs ist, fern aller alten Möglichkeiten der Wallfahrtskirche, und in italien gilt Rokoko absolut nichts. Das hat dort niemand mehr auf der Rechnung, das ist eine Niedergangszeit und auch nicht gerade ehrenhaft für das Land. Generell gibt es in Italien schon Spezialisten, aber zu viel Bedarf und viel zu wenig Geld. Gerade bei allem, was etwas abseits liegt (und das kann man von Sabbioneta nun wirklich nicht behaupten).

  97. Es kommt nur auf das Rating...
    Es kommt nur auf das Rating an. Die Bestnote heißt dann: aaa-moral
    .
    Es ist aber auch wirklich nicht einzusehen, warum die nach biblischem Ratschlag im Jenseits gesammelten, diebs- und mottensicheren Schätze nicht auch schon im Diesseits verpfändet und verbrieft werden dürfen sollten.

  98. Auch das aaa-moralische...
    Auch das aaa-moralische Kapital muß arbeiten und Zinsen bringen.

  99. Don Alphonso/05. Mai 2010,...
    Don Alphonso/05. Mai 2010, 12:45 – doppelt hält besser!
    .
    wer mit seinem latein (der moral) am ende ist, kann ja bei den griechen (der ethik) nachschlagen.
    .
    werter HansvonMeier555, initiieren sie doch die wiedereinführung von ablasszahlungen. dafür hätte ich sogar eine kontonummer übrig …
    .
    Filou, mein bester, ça ira ist ein alter hit, der der bürgerlichen gesellschaft letztlich ungeheuer viel gebracht hat, aber das folgende, das ist die malaise du moment: la liberté expirera, l’égalité la suivra, au diable s’envolera – le despotisme triomphera. egal, wer die tische dreht.

  100. Gehen in das Rating auch...
    Gehen in das Rating auch Output-Parameter ein? Anzahl erhörter Fürbitten, etc.? Der Ablasshandel wurde ja leider eingestellt.

  101. Mit Bezug auf: Die Rettung...
    Mit Bezug auf: Die Rettung Europas mit Scarlatti und Avison
    27. April 2010, 23:51 Uhr
    Betrifft: „@colorcraze/29. April 2010, 23:35
    @tiger: nein. Es ging mir allgemein darum, dass man eben einen Haufen Ärger hat, wenn einem an der Identität geflickt wird. Ob nun jemand meine Unterschrift fälscht oder jemand Ihr Konto ‚ableitet‘.“

    Colorcraze, Ich hab da etwas Interessantes für Sie:
    In der online Version der Neuen Züricher Zeitung gibt es ein 50 Minuten langes Interview mit dem ehemaligen Bundeskanzler von Österreich, Dr. Wolfgang Schüssel.
    http://www.nzz.ch/hintergrund/standpunkte
    Die Fragen stellen der Chefredakteur der NZZ (Markus Spillmann) und ein Journalist. Innerhalb von 5 Minuten erklärt der Ex-Kanzler, dass er während seiner Amtszeit das ‘anonyme Sparbuch’ hat aufgeben müssen (!). Nach den Worten des Ex-Kanzlers war das ein Nummernkonto, welches man eröffnen konnte ohne seine Identität der Bank gegenüber zu beweisen.

  102. verehrter HansMeier555, die...
    verehrter HansMeier555, die aaa-moralische Spitze wäre also das Ziel der Ziele. Und, dass dieses Ziel bewirtschaftet werden muss, liegt auf der Hand. Dennoch kann ich Ihrem Turbo-Feudalismus nicht mehr (ich bin Wahlschweizer!) ganz folgen. Ich fühle Schach-Matt und übergebe an Radio Vatikan.
    Als letzte ethische Handlung, wirklich ganz normal, würde ich Don Alphonso (12:45) gerne eine 30 (das doppelt-normale Rating von minna und Filou) geben. Wenn jetzt Polen in die Griechenland-Schlaufe kommt, werden sich Ihre Chancen, lieber HansMeier, ethisch schlagartig verbessern. Versprochen.

  103. @Cornelius 21:57: na, na, wann...
    @Cornelius 21:57: na, na, wann haben wir denn das letzte Mal als Hochschulabsolvent Bewerbungen geschrieben, um in die armselige Funktionselite unseres Wrackstaates aufgenommen zu werden? Wenn Sie außer Rückzug ins Private oder Hartz 4 noch einen besseren Plan haben: immer her damit. Dabei stehe ich noch ganz gut da mit Stipendien und vernünftigen Noten. Trotzdem habe ich mich noch nie so ohnmächtig und kontrollverlustig gefühlt wie dieser Tage… Wissen ist eben allein noch keine Macht.

  104. @ soland ...

    Krakau und...
    @ soland …
    Krakau und Posen…
    Werbung für den Osten kann ich soweit nur unterstützen, bezweifel aber, dass der Blogbesitzer dort seinem Schuhtick nachgehen kann. Trödel gibts dafür aber noch satt und genug …

  105. Es hat etwas mit dem...
    Es hat etwas mit dem Freischalten gedauert, aber jetzt bin ich in Mantua angekommen und kann wiederr.
    .
    donna laura, an eine Doppelmoral kann man mit guten Gründen glauben, aber an eine Ethik? Oh je. Da mangelt es immer an der Realität.

  106. Orthographie als Stilmittel?....
    Orthographie als Stilmittel?. zunächst,. habe ich irgendetwas verpasst? auch der Satzbau liess mich manchmal die Stirn runzeln.
    Natürlich, der Text ist angenehm zu lesen; er singt ..
    Aber er hat zu viele Ansatzpunkte, die wichtige Fragen provozieren.
    Geht es um Atheismus, den fehlenden Zugang zu Gott in einer Notsituation, weil er nie gelehrt wurde?..Geht es um die Sünde der ignoranz…etc.
    Zum Anfangszitat> David fragt Gott, warum er ihm auf dem Berge(Höhepkt. der Macht?..oder der Erkenntnis?.. die schützende Hand entzog>über ihm fortnahm)
    >wer kann jetzt noch für mich bitten?
    vermutlich war dieses wesentlich weniger erhaltenswert, als die von Don A. beschriebene Kirche….
    …..Nocheinmal zu David, um den Kreis zu schliessen,.. was ist, wenn man, weiss der Teufel wohin fährt, um dann festzustellen: das bin ich (wirklich)!.. eine alte..Kirche ..
    ein morscher Baum..oder eine Schneeflocke…der Weg !?

  107. Oder so:
    Wenn wir diese...

    Oder so:
    Wenn wir diese Anleihe nicht zurückzahlen können, verpflichten wir uns, ein limitiertes Kontingent von Frauen zu ordinieren.
    .
    Wie wär’s?

  108. lieber Don Alphonso -zunächst...
    lieber Don Alphonso -zunächst schön, dass Sie et al. gut angekommen sind- die Sache mit der Doppel-Ethik ist möglich. Bitte fragen Sie HansMeier555.

  109. Madame, Madame Laura, das von...
    Madame, Madame Laura, das von mir so geliebte „ça ira“ ist ein Lied des Aufruhrs. Lasst uns damit beginnen. Lasst uns dieses Lied zur Warnung der Traegen singen. Die Freiheit verhauchte in der nachrevolutionaeren Zeit. Der Gedanke aber blieb bestehen.
    Die auffliegenden Teufel konnten nur deshalb ihre Dreckshaufen machen, weil das Volk sie fuer Gold hielt. Aber welche Gesellschaft will die Massen lehren, den Unterschied herauszufinden? Will das Volk das alles ueberhaupt wissen? Interessiert sich der in Not Geratene fuer diesen Unterschied? Wahrscheinlich nicht. Ihm ist der Strohhalm wichtig. Ob er den rettenden Steg erreicht, ist eine Frage des Vertrauens in die eigene Kraft.
    Es gehoert zur ewigen Strategie des Machterhaltes, den Menschen dieses Selbstvertrauen zu nehmen und in die Abhaengikeit zu lancieren. Anfuettern und abhaengig machen, nennt man das. Auch in gehobenen Ganovenkreisen.
    Ich verbleibe, meine Allercharmanteste, mit der allergroessten Sympathie Ihr Filou.
    .
    PS. Eigentlich wollte ich hier eine kleine Frivoltitaet anbringen.

  110. Seltsam, wie dieses alte Lied...
    Seltsam, wie dieses alte Lied mein Herz bewegt.
    Wer weiss eine wuerdige deutsche Uebersetzung?
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=YMi5gDl34NE

  111. Betrifft einen ganzen Haufen...
    Betrifft einen ganzen Haufen nicht freigeschalteter Kommentare einer bestimmten Person. Nein, ich rufe niemanden an, nein, ich nehme hier keine Bilder raus, nein, ich habe auch keine Kommunikationswünsche auf anderen Kanälen, nein, es macht absolut keinen Sinn, hier etwas reinzuinterpretieren. Ich habe kein Interesse. An nichts.

  112. @Filou/05. Mai 2010,...
    @Filou/05. Mai 2010, 17:40
    Monsieur Filou, es war „comme un déluge“!

  113. Grimaldeli, bevor ich ins Bett...
    Grimaldeli, bevor ich ins Bett MUSS: Die Arche gezimmert, die Katzen gerettet, den Labrador an Bord gezerrt?
    .
    Gute Nacht!
    .
    (Muss morgen zum Onkel Doktor. Glauben Sie mir, es gibt nichts Bloederes als Allgemeinmediziner in der Provinz.)

  114. @Filou/06. Mai 2010,...
    @Filou/06. Mai 2010, 00:46
    Mein Jolle liegt gut vertaut im alten Hafen von Menton und ich leb auf dem Felsen. Da muss schon so etwas, wie ein Tsunami kommen, bis ich nasse Fuesse bekomme…
    Bonne nuit!
    http://www.nicematin.com/diaporama/les-photos-du-coup-de-mer

  115. @ Don A.

    Sagens Herr...
    @ Don A.
    Sagens Herr Alphonso,
    verzeihen Sie bitte die pers. Frage aber werden Sie hier tatsächlich gestalked? also nach alter Väter und Mütter Sitte mit (wenig) lustigen über und fehlinterpretationen, projektionen und allem was das Herz des Psychoanalytikers höher schlagen ließe ?
    Oder haben Sie da nur auf das Heranwanzen eines von Ihnen so außerordentlich geschätzten Internet und „nextbigthing“ jüngers reagiert?

  116. Da ist eine Person, die...
    Da ist eine Person, die glaubt, ich würde irgendwas von ihr wollen und meine Aussagen so interpretiert, als habe ich den dringenden Wunsch, sie zu treffen, sich selbst einlädt und hinter allem eine Seelenverandtschaft, um es noch dezent auszudrücken, wittert. Ich will hier gar nicht in die Details gehen, aber es ist leider weit jenseits dessen, was man hier jemandem zumuten möchte. Es ist für mich nur Mehrarbeit, den Krempel zu löschen, es nervt, es langweilt, es ist eine ständige Behinderung, und auch wenn ich das schon 5 mal gesagt habe – es kommt nicht durch bei der Person. Gestern dann der kuriose Einfall, ich hätte versucht, sie anzurufen. Und das ist dann der Punkt, wo ich sagen möchte: Stopp. Aus. Schluss. Ende der Veranstaltung.

  117. @...
    @ sosoderherrnichsovorstadtprolet
    interessant, in Posen habe ich auch gelebt, und in Warschau. würde mich sehr freuen über den Austausch einiger nachdrücklicher Erfahrungen. Sind Sie Polonist? Vermutlich gehen solche Anwandlungen weit hinaus über Sinn und Zweck dieses Blogs. (Siehe die letzten Einträge.) Verzeihung falls dies ungeschriebene Gesetze übertritt.
    @ Don Sind Sie wirklich auf Reisen? Sie sind zu beneiden. Wer hüttet denn das Domizil in Bayern? Grüße aus der Bretagne

  118. @sosoherrvortadt... / DA
    Mein...

    @sosoherrvortadt… / DA
    Mein Beileid, ganz aufrichtig. Ich hatte ein solches Problem einmal in einem anderen Internetkontext. Zum Glück kann man das in Foren verhältnismäßig einfach lösen.

  119. @minna: so einen guten...
    @minna: so einen guten Überblick habe ich nicht, daß ich das sagen kann. Ich weiß nur, daß es kaum noch Spengler und Sattler gibt.
    @DA: oh je, „desparate housewives“…
    @viele: Die Motion, sich mal mehr mit Polen zu befassen, kann ich nur unterstützen. Man sollte das auch besser kennen, nicht nur den Westen und Süden. Es gibt dort gute Handwerker, und da die Polen eine Menge Aufwand mit Restaurierungen und Rekonstruktionen betrieben haben, um ihre Seele zu retten, auch fähige Fachleute für ebendieses. Wie ich gehört habe, ist die Handwerkerausbildung dort sehr anders als bei uns, viel allgemeiner, nicht auf ein Fach beschränkt. Die spezialisieren sich dann wohl erst im Laufe der Zeit.

  120. @Tiger: mein Rechner hat...
    @Tiger: mein Rechner hat keinen Ton, ich kann mir das Video deshalb nicht ansehen. (Ja, das ist _meine_ „Technikignoranz“: ich will nicht, daß das Ding lärmt. Telefon, TV und Haustürklingel sind mir genug der Lärmquellen.). Ich kann Ihrem Beispiel also nur entnehmen, daß er sein Konto loswurde, aber nicht, wie und wodurch. Möglicherweise schlicht durch die Umstellung der Bankpolitik auf persönlich identifizierbare Konten.–
    Seit ich die Räuberpistole vom Hausverwalter, der mit weiterlaufenden Bezügen kaltgestellt wurde, gehört habe, und ein Zahnarzt immer Geschäfte mit dem fettesten Rotlichtmilieu machen wollte, bin ich auf Gruseliges zumindest ein bißchen gefaßt. –

  121. @ soland ... nein Polonist...
    @ soland … nein Polonist kann man das nicht nennen. die gibt es nur noch auf sehr wenigen universitären Inseln. Habe keine so sprachwissenschaftlich oder literaturwissenschaftlich ausgerichtete Ausbildung hinter mir. Ist heutzutage alles etwas breiter gefächert. Polnisch stand nur als erstes auf der Liste der Sprachen, daher auch die tieferen Kenntnisse und die längsten Aufenthalte. So es die Lebenszeit zulässt, stehen aber noch längere Aufenthalte in Ru oder der Ukr (west) auf dem Programm.
    Für tiefergehende Reflektionen zu dem Thema ist hier aber mit Sicherheit der falsche Ort. Beschränken wir das mal auf gelegentliche Einstreuer zur Erbauung der Leserschaft.
    .
    @ Don, na dann wünsche ich Ihnen mal, dass die Problematik aufs Netz beschränkt bleibt. Da ists „nur“ lästig.
    .
    @ colorcraze… leider ist der Osten Polens trotz Strukturfonds nur sehr dürftig wiederhergestellt. im Westen und Süden ist auch viel Geld aus der dt (und öst.) Wirtschaft geflossen. Man muss sich nur mal anschauen wer sich in Breslau die schönsten Fassaden gesichert hat…
    Wie dort ausgebildet wird kann ich Ihnen aber auch nicht differenzierter darlegen. Als Akademiker trifft man idr auch nur eben solche.

  122. @ Simatai, 14:53, dem Wissen...
    @ Simatai, 14:53, dem Wissen sollten Taten folgen, um die Kontrolle über den „Wrackstaat“ zu erlangen. Das ist nicht einfach aber machbar, sogar von Ihrem Rechner aus. Wenn Sie sich tiefer einlesen würden, wären Sie um die Erkenntnis reicher, was zu tun ist. Den Teufeln gehören die steinernen Herzen aus ihren fauligen Leibern gerissen …

  123. @sosehr..: hm, wüßten Sie...
    @sosehr..: hm, wüßten Sie einen Ort, wo dieses Thema am Platze wäre? Ich finde, man sollte die Nachrichtenverbindung dorthin keinesfalls abreißen lassen.-
    @cornelius/Simatai: denken Sie eher mal über Ziel und möglichen Weg nach, bevor Sie sich ans Lenkrad setzen.

  124. @ colorcraze
    .
    leider nein....

    @ colorcraze
    .
    leider nein. Habe mir zwar schon eine entsprechende Hausnummer bei einem größeren int. operierenden bloghoster geangelt, aber bin noch nicht dazu gekommen da auch mal content ( neutoitsch ist schön… ) einzupflegen.
    .
    zur Zeit bin ich mit dem realen Leben durchaus ausgelastet und schaffe es nichtmal mein so gar nicht geisteswissenschaftlich ausgerichtetes Projekt in halbwegs regelmäßigen Abständen nachzufüllen …
    .
    Wenn man sowas startet, dann auch vernünftig, jedes halbe Jahr mal einen halbgaren Artikel zu schreiben kann keine Lösung sein!

  125. colorcraze, obdenn ich nichts...
    colorcraze, obdenn ich nichts mit Ihrem Hinweis anfangen kann, habe ich stets ein offenes Ohr für sachdienliche Hinweise oder gute (bessere?) Ideen.

  126. @nurso: Ein eigener Blog...
    @nurso: Ein eigener Blog kostet einfach zuviel Zeit. Es hat schon seinen Grund, warum sich die Berufsbilder Journalist, Wirt und Pfarrer als bezahlte Stellen herausgebildet haben. Der Tagesspiegel hatte eine Zeitlang Korrespondenten in Polen, so daß man ein bißchen punktuell was mitbekam, was dort los ist. Leider haben sie das nicht so sonderlich weiterverfolgt. Hübsch wäre es, wenn man Artikel zu einem Thema aus verschiedenen Zeitungen zusammengestellt aufrufen und dort dann kommentieren könnte. Das wäre für jemanden wie Sie oder mich wohl die Variante, die am ehsten zum Schreiben reizt.
    @cornelius: naja, erstmal das Gemeinwesen im Alltag kennenlernen und da mittun erdet, auch sich unterhalten mit möglichst verschiedenen Leuten. Versuchen, die allgemeine Situation zu verstehen, wirtschaftlich, politisch, zivilisatorisch. Die Macht ereilt einen immer irgendwann, das hat noch jede Generation erfahren.

  127. colorcraze, zu privat...
    colorcraze, zu privat betriebenen blogs z.B. im Hobbybereich
    – neben Beruf/Familie und auf eigene Kosten betrieben – ist aufällig, daß gerade
    die besten und präsentesten auch den größten Nutzen für den Betreiber haben.
    Das reizvolle scheint zu sei, ein eigenes Projekt mit nur eigenen Mitteln unter
    eigener Kontrolle zu realisieren und die Resonanz zu erfahren.
    Ein Übungs-und Lerneffekt, der nicht zu unterschätzen ist – wenn man nur an
    das Zeitmanagement denkt, den inhaltlichen Ansporn, die Auseinansetzung mit
    den Sichtweisen anderer, den ungebetenen Gästen bis hin zur gelegentlichen
    Überforderung etc.
    Ich bin fast versucht zu sagen: Die Blogbetreiber stellen sich
    ein eigenes „Arbeitszeugnis “ aus.

  128. @minna: Da haben Sie durchaus...
    @minna: Da haben Sie durchaus recht, aber mir geht es damit wie mit Haustieren: einmal angeschafft, muß man sich auch um sie kümmern, und ist mit seiner Terminplanung entsprechend eingeschränkt. Das ist mir fürs Schreiben zuviel der Häuslichkeit und Festlegung.

  129. colorcraze, auch damit kann...
    colorcraze, auch damit kann ich nicht viel anfangen, da ich unser Gemeinwesen vom wohnungslosen Alkoholiker und Junkie über den Stadtrat, Unternehmer, die Krankenschwester, Studenten, Beamte, Huren, Ex-Knackis und Ex-Minister bis zum Einkommens-Millionär usw. gut kenne. „Ich hab Familie, ich muss mich anpassen.“ Ist es das, was Sie sich nicht zu „sagen“ trauen, aber meinen?

  130. @Cornelius: nein, keinesfalls....
    @Cornelius: nein, keinesfalls. Wenn Sie die Leute in ihrem Ort schon so gut kennen (ein paar Arbeiter und Angestellte wären zusätzlich nicht schlecht zur Abrundung des Bildes), dann eher lokal in die Politik einsteigen und mit den Institutionen und Leuten interagieren. Dann wirds konkreter.

  131. Lieber Herr Alfons,
    sie...

    Lieber Herr Alfons,
    sie beklagen den Niedergang der Baudenkmäler. Aber hat Goethe nicht einmal so treffend formuliert:“…denn alles was entsteht, ist wert, dass es zu Grunde geht.“
    Und überhaupt, haben Sie was gegen versunkene Maya-Städte? Vermutlich ist die Wieskirche in 500 Jahren auch nur ein begrünter Schutthügel. Störts wen?

  132. Cornelius, „Ich hab Familie,...
    Cornelius, „Ich hab Familie, ich muss mich anpassen.“
    .
    Dieser Spruch verfolgt mich seit meiner Kindheit. Ob DDR, BRD, BW, NL, immer dasselbe.
    Es hat keinen Zweck sich als Volkstribun darzustellen. Nein, ganz kleinbuergerlich, jeder fuer sich, sollte seinen Vorgarten aufraeumen. Wenn alle dies ohne grosses Aufsehen tun, ist das Etablierte bruechig.
    Wir bauen keine Barrikaden. Wir sollten den Grund anbohren.

  133. Filou, den Grund anbohren ist...
    Filou, den Grund anbohren ist eine Lösung, ist aber zu langwierig. Blitzkrieg ist effektiver: Mit einem perfekten Wahlkampf und herausragenden Mitstreitern könnten die alten Regierungsmehrheiten in jedem Bundesland zu Fall gebracht werden. Wo sind Sie aufgewachsen? Ein paar Straßen weiter, wo Georg Friedrich Händel einst gewirkt hat, steht mein Herd, in Halle an der Saale.

  134. Cornelius, wenn Sie an der...
    Cornelius, wenn Sie an der Nordspitze des Rosa-Luxemburg-Platzes das Museum fuer Vorgeschichte ins Auge fassen, dann den Blick nach rechts lenken, da steht ein Monstergymnasium (in meiner Zeit hiess das Arbeiter-und-Bauern-Fakultaet): da irgendwo. Gute Gegend. Dirigenten, Professoren…etc.
    Was fuer I. das Westviertel, galt in H. das Nordviertel, nur noch uebertroffen durch das Zooviertel. Das war besonders teuer.
    Mein Abenteuergebiet stadtseitig endete an der Moritzburg. Richtung Nord-Nordwest war’s die Heide, noerdlich war’s Trotha. Sueden: Terra Incognita. Im Osten begann Sibirien. Irgendwo in der Naehe soll es eine Stadt namens Leipzig gegeben haben. Angeblich soll ich auch da mal im Zuammenhang mit der Jugendweihe gewesen sein. Also zu Zeiten wuestester Pubertaet. Keine Ahnung.
    Silberhoehe und Hanoi gab es nocht nicht.

  135. Filou, schön zu lesen, dass...
    Filou, schön zu lesen, dass Sie aus meiner Heimatstadt kommen, obwohl ja meine Eltern und Großeltern in Königsberg Haus und Hof zurück lassen mussten, vertrieben wurden. Meine Vorfahren kamen aus Salzburg, die irgendwann in großen Trecks nach Ostpreußen ausgewandert sind, um die dort entsiedelten Landstriche (Pest um 1709/10) neu zu bevölkern. Friedrich Wilhelm I., König in Preußen und Markgraf von Brandenburg, Erzkämmerer und Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches, aus dem Haus Hohenzollern, schuf ein umfassendes Staatsfinanzwesen und führte straffe Sparmaßnahmen am preußischen Hofe ein. Aufgrund seiner umfangreichen Reformen wurde er als Preußens größter innerer König bezeichnet. Solche Helden bräuchte unser Land heute wieder. Friedrich Wilhelm hätte nicht rumgejammert, dass die Ärzte auf dem Land fehlen. Der hätte gewusst, was zu tun ist. Ich übrigens auch …
    .
    Im Erzbistum Salzburg hatte zu der Zeit Luthers Lehre frühzeitig Wurzeln geschlagen – zum großen Ärger der Gegenreformation unter dem Erzbischof Firmian. Er versuchte es mit Schärfe und Gewalt. Dennoch hatten sich über 20.000 rebellierende Salzburger entgegen der Willkür offen als Evangelische einschreiben lassen. Diese Gläubigen lehnten sich gegen die Schärfe und Gewalt ihrer alten Kirche auf. Sie wurden deswegen innerhalb von drei Monaten des Landes verwiesen. Der letzte Termin war der Georgitag am 23. April 1732. Dann begann der Auszug meiner Vorfahren aus ihrer seit Jahrhunderten angestammten Heimat des schönen Salzburgerlandes. Sie folgten ihrem religiösen Gewissen und stellten ihren Glauben hoch über alle materiellen Güter: für unsere Zeit heute fast unvorstellbar! Vielleicht liegt es ja in den Genen meiner Vorfahren, dass ich heute so reformfreudig und unerschrocken agiere …
    .
    Zurück nach Halle: Das Museumsviertel gehört neben dem Zooviertel natürlich heute noch zu den beliebtesten Wohngebieten, obwohl die ganze Stadt voll von schönen Bauten aus der Gründerzeit und des Jugendstils ist. Das Gebiet um die Moritzburg ist der liebste Ort für mich. Wunderbare Szenekneipen mit interessanten Leuten aus dem ganzen Land (Martin-Luther-Universität). Sollten Sie, lieber Filou, mal in der Nähe sein, dann können wir gern zusammen einen kleinen Stadtrundgang mit lecker Essen und kühlen Blonden machen. Sie sind herzlich eingeladen …

  136. Cornelius, zwei Jahre nach der...
    Cornelius, zwei Jahre nach der Wende ludt ich einen Studienfreund aus Tel-Aviv ein, mit mir durch die nahezu unzerstoerten Staedte der ehemal. DDR zu reisen.
    Hintergrund: die Eltern stammten aus dem Rheinland, entkamen sprichwoertlich mit dem letzten Dampfer auf Umwegen nach Palaestina. Der Freund kannte voher nur die archtektonisch ruinierten Nachkriegstaedte Westdeutschlands. Mitteldeutschland kam im WKII vergleichsweise glimpflich davon-sogar die Industriestadt Halle. Man bekommt angesichts der, zwar verlotterten aber bestanden habenden Stadtstrukturen einen ungefaehren Eindruck vom Lebensgefuehl der Menschen der Jahrgaenge 1908/ 1920.
    Es war einen kalte Reise bei viel Sonne. Es war November. Dem Freund gingen die Augen ueber, in Buchenwald wurden sie matt, als ich ihm erzaehlte, das links vom Eingang der Judenblock war, in dem sein Vater einige Monate in sog. Schutzhaft verbrachte.
    Alle paar Jahre kehre ich nach Halle zurueck, sehe mit Freude, dass der Soli nicht oellig verschleudert wurde, nehme Quartier im Dorint (anonym und komfortabel), spaziere einmal innen um den Stadtgottesacker und betrinke mich beim Sodan auf der Kulturinsel.
    In den Jahren davor machte ich mit hollaendischen Architekten oefters Reisen nach Halle. Sie sehen da etwas, dass ihnen voellig unbekannt ist, naemlich wie man in der Jahrhundertwende eine Boomtown menschenwuerdig planen konte.
    Aber ich bin leider nur Amatuerurbanist. Ich gaebe etwas darum, so etwas mit Expertise veranstalten zu koennen. Denn vom Osten lernen, heisst Siegen lernen. Naja, Sie wissen schon was ich meine.
    Also: Next year (month) in Jerusalem… (auch Halle genannt).

  137. Filou, Buchenwald hat mich...
    Filou, Buchenwald hat mich auch zutiefst erschüttert. Die sollten dort einen Gefängnisblock eröffnen, in den man alle Holocaustleugner steckt. Nix Kuschelknast mit Farb-TV und sauberer Bettwäsche – auf muffigen Strohmatratzen sollten die liegen. Na ja …
    .
    Die Heimat ruft, und wenn man noch so weit weg wohnt. Schön, dass Sie Halle regelmäßig besuchen, obgleich ich der Ansicht bin, dass mit dem bisherigen Soli zu wenig erreicht wurde. Zu viel Geld wurde verschwendet, weil das Politgesindel dafür nicht persönlich haften muss. Das muss sich ändern! Ändern muss sich auch die Vergabepraxis, weil es in allen Bundesländern, nicht nur im Osten, infrastrukturelle Defizite gibt, die man mit einer gerechteren Verteilung des Soli schwerpunktmäßig beheben müsste.
    .
    Ja, die Kulturinsel: Peter Sodanns Lebenswerk. Der hat wie ein Bär darum gekämpft. Mein Respekt! Mit Sodanns Tochter war ich mal Segeln. Kultivierte Frau … Die wohnt in einem sehr schönen alten Gründerzeithaus mit Bleiglasfenstern in der Burgstraße. Gehört einem Schulfreund. Klein ist die Welt …
    .
    Vom Osten, lieber Filou, wird irgendwann eine politische Revolution ausgehen, die ihren Weg in die Geschichtsbücher finden wird. Und dann könne Sie mir noch mal schreiben: „Vom Osten lernen, heißt Siegen lernen.“ ;-)

  138. Cornelius, noch eben eine...
    Cornelius, noch eben eine kurze Gutenachtgeschichte.
    .
    Ein guter Bekannter, Mitglied einer Architektensocietaet in Paris, fuhr zusammen mit zwei Kollegen 1995 nach Karl-Marx-Stadt. Sie hatten sich in Frankreich eine Strassenkarte gekauft, waren also korrekt auf dem Weg.
    Stundenlang, bis nach Mitternacht fuhren sie im Kreis. Immer an Chemnitz vorbei.
    Und wieder zurueck, und wieder an Chemnitz vorbei.
    Das finde ich komisch. Zum totlachen. Ich sehe die sie vor mir, die des Deutschen nicht maechtigen Fanzosen in Wild-East, auf der Suche nach Karl-Marx-Stadt. Und ich sehe den grossen Denker grinsen…

  139. @Filou, Cornelius: Sie sind...
    @Filou, Cornelius: Sie sind mir ja durchaus sehr sympathisch mit Ihrem Willen zur Unangepaßtheit und zur Hobbyurbanistik (da schließe ich mich doch gerne an), allein, ich bin in einem Alter, in dem ich mich nicht mehr verkämpfen mag, denn so groß sind meine Ressourcen nicht. Betrachten Sie es meinetwegen als eine gewisse Ernüchtertheit und Ermüdetheit vom Zusammenhalten des Alltags, daß ich bezüglich Politik und Zusammenleben ziemlich semper (allemannisch: wählerisch) bin. –
    So eine ganz ähnliche Geschichte mit dem Umherkreiseln habe ich mal von Deutschen gehört, die einen ganzen Tag in Frankreich umherirrten und die Grenze nicht fanden, weil sie nicht auf die Idee kamen, daß sie Richtung Aix-La-Chapelle fahren müssen, um in Aachen zu landen.
    Es reicht nicht, Karten zu haben, man muß auch den aktuellen Namen wissen.

  140. colorcraze, Wille zur...
    colorcraze, Wille zur Unangepassheit? Als voll integriertes Mitglied der Gesellschaft kann ich Sie versichern: Nein. Ich mache nur nicht jeden Quatsch mit (Naeheres auf Anfrage). Man lernt aus der Geschichte, dass man Orte groesserer Aufgeregtheiten aus der Distanz betrachten muss. Erst dann zeigt sich das Goteske, das Komische in seiner ganzen Theaterhaftigkeit.

  141. Filou, lag schon in den...
    Filou, lag schon in den Daunen. Ist mir auch schon passiert. Schön verfranst … Seit es Navi’s gibt, fahr ich keinen Meter mehr ohne, denn erst damit macht es so richtig Spaß, mal auszuscheren und neues zu erkunden. Auch wenn man gar nicht die Zeit dafür hat.
    .
    colorcraze, danke. Ihre leichte (?) Resignation habe ich schon länger bemerkt, dabei kann man gerade heute, mit relativ wenig Aufwand Giftpfeile auf die Teufel, die unsere Zukunft verspielen, schießen. Wer nichts tut, ist ebenso schuldig, wie jene, die den Karren in die Schlucht schieben.

  142. Cornelius, so geht eine...
    Cornelius, so geht eine schoene Geschichte den Bach runter. Jammer, jammer.
    Die Jungs aus Frankreich kauften eine Deutschlandkarte von Anno Tobak. Da war die sozialistische Welt noch in Ordnung und Chemnitz war ein Name, den nur Republikfluechtige kannten.
    .
    Navi? Aber gerne. Am liebsten auf dem nervenden Peripherique. Da ist er wirklich hilfreich.
    Aus sportlichen Gruenden, auch wegen des maschinenstuermerischen Aufstandes von Madame, verzichte ich auch schon mal auf das Teil. Wenns aber pressiert, dann allerdings immer.

  143. @Cornelius: ob man es...
    @Cornelius: ob man es Resignation nennen kann, weiß ich nicht, jedenfalls ist es mir zu 70ies oder zu 80ies, Giftpfeile zu verschießen – was fällt, fällt sowieso; als Honecker keinen Platz zum Übernachten mehr bekam, war mir klar, daß es mit der DDR endgültig und komplett zu Ende ist, denn da organisiert sich nichts Neues, wenn die Leute sich so eifrig mit Altem abschaffen befassen. Es war dann die vorhandene Organisation der BRD, aus der heraus die Absorption stattfand.
    @Filou: was, Sie empfinden sich als „angepaßt“? Das hätte ich ja nun nicht von Ihnen gedacht.

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