Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Retro oder der Sieg über die Zeit

| 102 Lesermeinungen

Manche sagen, man kommt nicht vom Morgen ins Gestern zurück. Das würde ich vielleicht auch sagen, wenn ich ein armes Schwein wäre, das keine Alternative zur Zukunft hat, weil die Vergangenheit eher wenig erbaulich war. Oder wenn ich keine Phantasie hätte, oder kein unsinniges Auto in Italien, wo sehr viele andere unsinnige Autos und Räder das Gegenteil belegen: Man kann immer Gestern, und dabei die Zeit und das Morgen ignorieren.

Jo, mia san mim Radl do
(trad.)

Irgendwann hatte ich nicht nur ein Rennrad, sondern mehrere. Ich fuhr damit im Sommer von München in die dumme, kleine Stadt an der Donau, an die Uni und in die Berge. Es war eine schöne Zeit, und hätten nicht Beruf und Heuschnupfen diesem angenehmen Treiben enge Grenzen gesetzt, wäre ich in den letzten Jahren vielleicht auch der Versuchung erlegen, mir mal wieder ein neues Rennrad zu kaufen. Schliesslich verschleissen Räder bei der Benutzung, und irgendwann lohnt sich ein Neukauf mehr, als die entnervende Suche nach Ersatzteilen und lange Reparaturen. So aber blieben sie an meinen diversen Wohnorten erhalten, wurden, jedes für sich, kaum gefahren, und mussten nicht ersetzt werden. Nur interessehalber, und weil zu wenig Zeit für einen Besuch in San Benedetto Po blieb, schaute ich jetzt mal wieder in Novellara in ein Geschäft für Rennräder.

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Das hat nur noch wenig mit dem zu tun, was ich heute noch fahre: Vollcarbon statt Stahl oder Aluminium, Schwarz statt Silber, weniger Speichen und mehr Flächen, enorm viele Aufschriften und dicke Rohre. Man kann das machen. Aber ich sah mir das Neueste vom Neuen an, und nahm zwei Erkenntnisse mit: Ich verstehe das alles nicht mehr, angefangen bei der bis ins Letzte ausgereizten Technik über das Material Plastik bis zu den extremen Preisen. Und: Ich würde das nicht kaufen wollen. Es gefällt mir nicht. Natürlich könnte ich damit fahren, es ist immer noch ein Rad; selbst wenn es wie ein Raubtier aus einer anderen Welt wirkt. Ich käme mir trotzdem darauf lächerlich vor. Sie können Carbon loben, wie sie wollen: Für mich ist es Plastik, und damit das gleiche Material wie jenes, aus dem man Einweggeschirr macht. Ich bevorzuge Metall, wie vor 100 Jahren. Wenn es damals ging, geht es heute auch noch.

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Dachte ich mir, packte meine Sachen, fuhr über Lugano, den San Bernardino und St. Gallen heim, packte frische Hemden ein und fuhr zurück nach Italien. Nun könnte man das alles natürlich als Starrköpfigkeit eines in die Jahre gekommenen Mannes betrachten, der früher jene Berge hinauf flog, die ihm heute die Vergänglichkeit alles Seienden vermitteln, und der an den Träumen seiner Jugend festhält, die sich mit einem Fahrradschloss tatsächlich halten lassen, und nicht mit zwei Kindern eine unglückliche Ehe mit einem anderen führen. Aber nachdem in Sachen Körperumfang ohnehin alles und jede Hoffnung im Besonderen zu spät ist, hielt ich in Sterzing an, und ging Apfelstrudel kaufen. Gleich neben Prenn ist ein feines Schuhgeschäft. Die führen brandaktuelle Herrensportschuhe mit exakt dem Schnitt, den meine allerersten Rennradschuhe aus den 70er Jahren hatten. Und in Mantua, wo ich gerade logiere, stehen keine Carbonrenner in den Schaufenstern der feinen Läden, sondern Nachbauten alter Herrenräder:

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Und die erfüllen fraglos auch die Zwecke der meisten Radfahrer: Sie bremsen, lenken, fahren und sehen nach einem angenehmen, nicht allzu hektischen Dasein aus. Ganz anders als jener bessere Sohn, den ich jüngst in St. Gallen sah, der sein vollkommen neues, 4000 Euro teures Carbonrad durch die Fussgängerzone schob und so abstellte, damit es auch jeder sah. Der junge Mann wollte zeigen, dass er auf der Höhe der Zeit ist, und sie von der Spitze her mit dem schnellsten Gerät beherrscht. Die alten Räder sind dagegen nicht einfach alt, sie stehen ausserhalb der Zeit. Dekaden sind über diese Entwürfe hinweg gegangen, aber sie rollen weiter, werden weiter gebaut, weil ihnen diese Dekaden nichts ausmachen. Das zumindest ist die Botschaft, die Menschen zu solchen Produkten greifen lässt, oder sie gleich dazu bringt, einen Tweed Run (Tweed, der englische Stoff, nicht Tweet, der Infomüll sexuell frustrierter Berliner) zu veranstalten (via).

Nun steht das hier im Internet, der Tweed Run wird im Internet geplant und dokumentiert, es gibt dort Plattenkameras, aber auch viel Digitales. Man kann diesen Nostalgikern nicht vorwerfen, dass sie reaktionär, rückschrittlich, antimodern oder zukunftsfeindlich wären.  Ich denke, es ist lediglich eine Abwehrreaktion gegen einige weniger schöne Nebenwirkungen dieser Epoche, in der die Geschwindigkeit in jenem Moment, da sie im realen Leben nicht mehr auf Strassen, Schienen und Luftwegen gesteigert werden konnte, in das Virtuelle ging und alles mit sich gerissen hat: Die jede Aufmerksamkeit wegschwemmenden Informationsflüsse der Medien, die sofort zu beantwortende Email mit ASAP und urgent, die rasend schnellen Updates der Netzwerkbekannten, die updaten müssen, damit sie ein Stück Erinnerung abbekommen, die stetige Erreichbarkeit. Viele wissen vermutlich, dass es nicht attraktiv wirkt, dass die grössten Netzwerkspieler in echt die kleinsten Würste sind, und die Apologeten der Netzzukunft eine miserable Gegenwart mit Billigdöner aus dem Fressnapf haben.

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Das war einmal anders, trotzdem fand man auch so Geschlechtspartner und Freunde, das Leben war nicht wirklich schlechter, aber sicher weniger hektisch. Man kann diese Haltung im realen Leben aufzeigen, indem man sich anders darstellt. Manager sind süchtig nach technisch rückständigen, mechanischen Armbanduhren. Junge Menschen greifen zu alten Fahrrädern. Man stellt sich damit ausserhalb des Zeitflusses, man nimmt eine Auszeit, man beweist sich, dass man davon nicht abhängig ist, der Herr der Zeit, der über ihre Geschwindigkeit entscheidet, und nicht getrieben ist. Und die Quintessenz all dessen, das ebenso tapfere wie mangelintelligente Negieren der Notwendigkeit von Anpassung, unter enormen Kosten für zurückgebliebene Technik auf miserablen Strassen bei hoher Ausfallwahrscheinlichkeit, die ganze Kraft der Illusion, sich gegen den Fluss der Zeit stellen zu können – das zu betrachten bin ich nach Italien zurückgekehrt.

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Denn es ist der 6. Mai. Und heute beginnt in Brescia die Mille Miglia, wo reiche und weniger reiche Fahrer veralteter, zerbrechlicher Selbstmordmaschinen unter millionenfachem Jubel mässig erfolgreich dem Strassengraben zu entgehen versuchen. Vollkommen idiotisch ist dieses Unterfangen, und so dumm heroisch wie die Überquerung des San Bernardino mit defekter Bremse, aber ich kann da natürlich nicht fehlen, bis Rom und wieder zurück nach Brescia.

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Es ist dumm und schön. Natürlich wird man gegen die Zeit nicht gewinnen, denn für das Neue muss das Alte verschwinden, und das geht reichlich schnell, wenn man vor der Engelsburg stundenlang giftige Abgase inhaliert. Aber am Ende stellt sich die Frage, ob man als Sklave der Zeit irgendwann totgepeitscht krepieren möchte, oder ob man die Unausweichlichkeit des Untergangs so stilvoll und angenehm wie möglich ignoriert. Das kann man freihändig am Steuer eines Bugatti bestens tun.

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Aber ein altes Fahrrad tut es genauso, und besonders ein guter, alter und sehr langer Kuss auf die Liebste, jenseits der Netzwerke.

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102 Lesermeinungen

  1. Sehr geehrter Don, vielen Dank...
    Sehr geehrter Don, vielen Dank für eine Erinnerung an schöne alte Autos und Räder, die noch heute das Herz schneller schlagen lassen. Neue Erscheinungen werden sich erst beweisen müssen: Der „Run“ auf CarbonRennräder, der selbst manchem Szenefachblatt suspekt und technisch fragwürdig erscheint, hat vielleicht auch etwas mit dem Feintuningwunsch des Eigentümers betreffend seine eigene Person zu tun (immer leichter, immer schneller, immer härter zu sein). Und mancher Retrotrend beim Rad erweist sich wahrlich als unpraktisch, z.B. das wohl aus dem 6TageRennen entlehnte Rad ohne Gangschaltung, aber auch ohne Bremse.
    Und das“Alte“ hat durchaus immer noch Strahlkraft, sei es bei der MM, sei es beim derzeit wohl besonders angesagtenSammeln von rennrädern aus den 1980ern (der wichtigste Sammler soll sogar aus Berlin stammen), sei es der sehr sehnsüchtige Blick aus Kinderaugen aus vorbeizischenden TDI-Expressen auf den genussvoll in der rechten spur gleitenden Oldie, die „unausweichlichkeit des Untergangs elegant ignorierend.“ Das „Duell Alt vs. neu bleibt also spannend. Gruß, gutesrecht.

  2. Herr Alphonso, wenn Sie so...
    Herr Alphonso, wenn Sie so weiter machen, entscheiden Sie sich gar noch für Kinder…

  3. Schuhe, Autos, Fahrraeder,...
    Schuhe, Autos, Fahrraeder, Doener, Teekaennchen, Schuhe, Autos, Fahrraeder, Doener Teekaennchen … und Kaffefahrten nach Italien, schoen, schoen- Aber: koennen wir auch mal wieder was anderes machen? Ikea? Perserteppiche? Mamma? Herrn Turi beschimpfen? Nicht dass hier noch Mangelerscheinungen auftreten …

  4. Das alles beschreibt so sehr...
    Das alles beschreibt so sehr und so treffend die Entwicklung meines persönlichen Lebens, das nach kleineren Irrungen und Wirrungen wieder die ursprüngliche Spur aufnimmt, dass ich trotz zwischenzeitlichen Grimms an dieser Stelle „Danke“ sagen möchte.

  5. Diese Zeilen beschreiben so...
    Diese Zeilen beschreiben so schön und treffend -bis auf die Sache mit dem Leibesumfang- die Entwicklung meiens persönlichen Daseins, welches nach kleineren Irrungen und Wirrungen die ursprüngliche Spur wiedergefunden hat, dass ich an dieser Stelle trotz zwischenzeitlichen Grimms einfach einmal „Danke“ sagen möchte.

  6. Es sieht gemeinhin so aus ,...
    Es sieht gemeinhin so aus , als hätten die älteren Herren jede Menge Spass daran.
    Zum Thema Ehe stimme ich zu. Es gibt Menschen, die sind nicht dafür gemacht.
    Und Fahradschlösser taugen eben nur für diese.

  7. der junge herr mit dem...
    der junge herr mit dem Carbonrenner belustigt mich dann doch etwas. so ein buntes Plastikvelo ist doch gerade als Spielzeug für die „alten Herren“ mit etwas zu viel Bauchumfang verschrien. Auch unter den jüngeren geht der Trend ganz klar wieder zum gemufften Stahlrenner aus italiänischer oder britischer Fertigung.
    Die überwiegende Teil der Fahrer belässt es auch im Stadtverkehr beim Orginalzustand, die etwas ambitionierteren Fahrer bauen ihre Räder dann auf wie das gute Stück dort im schaufenster. Viel Leder, wenig Technik und sehr klassische Farben. Ihr Campa würde vermutlich bereits als Papagei belächelt.
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    Denn auch hier gibt es die Leute, die ihr Rad bevorzugt schieben und das auch nur bis zur Eisdiele. Die Spreemetropole geht da mal wieder mit schlechtem Beispiel voran. Wer in den „In-Stadtteilen“ was auf sich hält besitzt natürlich die technisch simpelste Form des Velos, ein Fixie (also Starrgang, übernommen aus dem Bahnradsport, keine bremsen). Damit kann der Hipster (so die korrekte Bezeichnung dieser Sorte Agglomerationsbewohner) zwar nicht mal 5m weit fahren, für die Eisdiele und als Wandschmuck in der Werbeagentur reichts natürlich. Preislich kann man für alten Stahl dann auch kleine bis mittlere vierstellige Beträge ausgeben…
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    Einen Vorteil hat der Hype jedoch … Brooks muss wohl auch in der Krise keine allzu harten Einschnitte fürchten.
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    http://www.youtube.com/watch?v=z9w-y24Waz4
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    der letze Industriebetrieb der Insel ?

  8. Werter Don,

    sehr schön...
    Werter Don,
    sehr schön dieser Blick auf die modernen Irrungen und Wirrungen im Bereich des Konsums, bei Ihrem Blick auf Sportgeräte mußte ich an das Golfspiel denken.
    Wenn ich mich so auf meinem Golfplatz umschaue bin ich immer total baff mit welchem technischem Overkill versucht wird dort gute Ergebnisse zu erzielen, letztendlich ist Golf aber nur durch Können (errreicht durch viel viel Üben) mit Spass zu spielen. Ich finde es immer etwas traurig, wenn die Generation Tweet ihre Statussymbole präsentiert, die sie nur erreichen kann wenn sie sich bis zum Burnout knechten lässt. Wahrlich deprimierend.
    Schöne Grüße aus dem Norden,
    Moritz

  9. gutesrecht - Ich wusste...
    gutesrecht – Ich wusste garnicht, daß das Sammeln älterer Rennräder „in“ ist. Jedenfalls habe ich massive Probleme damit, Nisi Toro Felgen (36 Loch) für das Bavaria „Italia Super“ meines Vaters aus den 70ern zu bekommen. Das fuhr ich schon während des Studiums und leider hat eine Felge einen ziemlichen Schlag…
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    Ich selbst empfinde „Retro“ lediglich bei Produkten wie etwa den japanischen Motorrollern oder Motorrädern, die so aussehen sollen wie Vespas und Harleys. Ist der Roller aber von Piaggio aus Italen oder die Maschine von Harley Davidson in USA – was bitte soll daran „retro“ sein, die eigenen Formen fortzuführen?

  10. Moritz - sehr schön gesagt....
    Moritz – sehr schön gesagt. Ich zumindest lasse mich nicht knechten, verfüge aber trotzdem über so manche „Statussymbole“, die andere gelb vor Neid werden lassen. Diese sind aber alle fast ausschließlich direkt zweckgebunden, d.h. ich kaufe etwa ein Auto in erster Linie zum Fahren und der dazugehörigen Eigenschaften – und nicht zum Vorzeigen. Meistens ist es aber eben umgekehrt.
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    Beim Golfspiel muß ich schmunzeln, denn, abgesehen davon, daß ich meinen ersten kleinen Schläger bereits als Kind hatte, spielte ich jahrelang mit mir von einem Bekannten meiner Eltern geschenkten, geschmiedeten MacGregor Muirfield „Jack Nicklaus“. Großes Kopfschütteln bei sämtlichen Pros, ich aber dachte: völlig egal, mit welchem Schläger ich die Bälle in den Wald hooke. Irgendwann überredete man mich dann doch zu einem aktuelleren Schlägersatz, das ist aber auch schon fast 10 Jahre her und war sicher nicht die schlechteste Entscheidung…

  11. @mawu
    bzgl des Sammeltrends....

    @mawu
    bzgl des Sammeltrends. es gehen Gerüchte, die Japaner würden Mondpreise für italienischen Stahl bis in die 70er Jahre bezahlen. Der seit ca. 5-7 Jahren laufende Trend zum Velo in den USA trägt natürlich auch sein Scherflein zu den hohen Preisen bei.
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    Neben Brooks profitieren davon auch eine Menge kleine Klitschen, die sich der Herstellung maßgeschneiderter Räder aller Art verschrieben haben. Stahl ist dabei immer noch das Material der Wahl, aber auch ein Alu oder Titanrahmen aus so einem Haus kann beeindrucken.
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    http://3.bp.blogspot.com/_kFFsK9uidAo/S9BKiHyMpdI/AAAAAAAACIg/Ms6NPMGpAN0/s1600/LPB_Ti_SS_900px_1.jpg
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    Im Angesicht solcher (handgemachter) WiG-Nähte kann man sich nur bis unter die Grasnabe verbeugen.
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    Per Definition ist ersteinmal alles „Retro“, was sich in Technik oder Formensprache der Vergangenheit bedient. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich tatsächlich um Produkte jener Epoche handelt oder Dingen, die davon nur inspiriert wurden.
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    Hatte das Glück während des Tweedruns gerade in London unterwegs zu sein – macht was her wenn da gut gekleidete Menschen gleich im Dutzend durch Londons Straßen rauschen.

  12. Ich beherberge in meinen zwei...
    Ich beherberge in meinen zwei Doppelgaragen vier alte Autos, drei alte Fahrräder, ein Motorrad und einen Anhänger.
    Zur Buße für diese Maßlosigkeit habe ich mir gelobt die Fahrgeräte selber instand zu setzen und am Laufen zu halten.
    Wenn ich nicht muß, werde ich mir in meinem Leben nichts neues (oder auch altes) in dieser Richtung mehr zulegen.

  13. Werter Don,
    zum Thema...

    Werter Don,
    zum Thema Ästhetik von Fahrrädern haben Sie meine volle Zustimmung – Das Material Kohlenfaserverstärkter Kunststoff (Carbon ist englisch für Kohlenstoff und damit hier schlicht falsch) ist jedoch nicht zwangsläufig unästhetisch und ich habe eher den Eindruck, dass die besonders unansehnlichen Verwendungen insbesondere dort Auftreten, wo das Material nicht wirklich nützlich und nötig ist.
    Dem jungen Mann in St. Gallen sei übrigens die wesentlich exklusivere Variante empfohlen: http://www.renovobikes.com/
    Der einzige Gebrauchsgegenstand aus faserverstärktem Kunststoff, den ich regelmäßig verwende, ist das Fotostativ. Dies ist gleichzeitig ein gutes Beispiel, wie sich das Zeug völlig unspektakulär und trotzdem sehr nützlich einsetzen lässt.

  14. Lieber Don,

    Dies scheint mir...
    Lieber Don,
    Dies scheint mir der geeignete Moment, Sie auf Grant Petersens (Rivendell Bicycle Works) Fahrradphilosophie hinzuweisen:
    http://www.rivbike.com/article/misc/tips_for_happy_riding
    Mir scheint, Sie beide haben vieles gemeinsam.

  15. Lieber Herr Don Alphonso, Ihr...
    Lieber Herr Don Alphonso, Ihr Beitrag ist wieder besonders schön! Erinnert mich an meine Jugend. Einmal stritt ich mich fürchterlich mit meiner Mutter, setzte mich auf mein gangloses Bauerfahrrad und fuhr wutschnaubend von Frankfurt nach Strassburg. Als ich an die Grenze zum Elsass kam, wollten mich die deutschen Grenzer nicht weiterlassen. Mit roten Rattenschwänzen sah ich noch recht jung aus. „Ja“, antwortet ich Ihnen, „Ich bin von zu Hause weggelaufen, Darf ich doch. Ich bin schließlich schon 19 – steht doch in meinem Pass.“ Dem Pass zu glauben, viel den Grenzern schwer. Aber als sie mich nach mehrfachen Wälzen in ihrem dicken Computer-output nicht fanden, ließen sie mich durch. An der französischen Seite fragten die Grenzer dann: „Wollen Sie nach Paris? Sind sie die Schwester von Cohn Bendit?“ (der roten Haare wegen) Ihnen erklärte ich, dass ich, wenn ich zum Revolution machen nach Paris wollte, sicher nicht mit dem Rad dahinfahren würde. Das leuchtete 1968 sogar den französischen Grenzern ein, und sie ließen mich einreisen in was mir damals als Paradies erschien, die französische Lebensart mit Schnecken, Barguette, Camembert und elsässischem Wein.

  16. lieber, geschätzter Don...
    lieber, geschätzter Don Alphonso, tausend dank: das letzte bild ist eine richtig schöne zukunftsperspektive – ein rechter bildschirmschoner für meinen gemahl.
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    ein silbernes radl für den don – silber wäre auch ein metall … bitte nicht lackieren, höchstens emaillieren (an alle leihdönerbesitzer: nein, nicht emailen!).

  17. @mawu: Vertraut mann der...
    @mawu: Vertraut mann der Verlautbarung der ausgewiesenen Fachpublikation GQ, April 2010, so sind derzeit Rennräder mit folgenden 3Eigenschaften sehr begehrt: Herkunft Italien, Zeitraum 1950er bis 1980er Jahre, noch fahrbar. Besagter Berliner Sammler Dustin Nordhus soll etwa 40Räder in seiner 3Zimmerwohnung beherbergen, sein Laden unter http://www.cicli-berlinetta.de erreichbar sein. Als weitere vintageAdressen werden http://www.bianchistore.de in München und http://www.radsport-lindauer.de in Ramerberg/Bay. benannt. Mit den Hinweisen verbinde ich kfI aber einen herzlichen Gruß.

  18. Sehr verehrte Damen und...
    Sehr verehrte Damen und Herrn,
    um hier auf ein Missverständnis hinzuweisen: Das „Sammeln“ alter Räder hatte seinen Ursprung hier in der grössten dummen Stadt an der Donau an den Kunstakademien und anderen solchen Soziotopen; wo sich höchste Boheme und geringste Einkommen treffen, ergab sich das Heil aus Not und Notwendigkeit im Garagenfund. Es folgte eine Art von Drahteselgentrifizierung, die an Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist: Das Etikett „Vintage“ rechtfertigt derzeit offenbar jeden Preis. Überboten wird Sie nur durch die neobürgerliche Sehnsucht nach Solidem, die offenbar stark halluzinogen wirkt: Man lese sich die Anpreisungen im Manufactum-Katalog durch. „Nach Grossmutters Art“ mag beim Kochen noch angehen, bei technischem Gerät wird eindgültig die Schwelle von lächerlich zu peinlich mit unvermeidlich rahmengenähten Schuhe überschritten: Es ist als führe man erwähnte MM in einem modernen Nachbau, als klebe man sich Stuck in die Neubauwohnung.

  19. Verehrtester Don Alphonso: Mit...
    Verehrtester Don Alphonso: Mit defekter Bremse über den San Bernardino! Kommentar dazu erübrigt sich wohl….
    Wenn Ihre Bremse wieder hergerichtet ist, dann kann ich Ihnen allerdings den Splügen empfehlen (er ist jetzt auch geöffnet!). Einiges schöner und weniger befahren als der San Be.
    .
    Manchmal stehe ich vor der Tiefgarageneinfahrt einer grösseren Bank und schaue, welche Vehikel am Morgen da hinein verfrachtet werden – und am Abend wieder hinaus. Und frage mich, warum es zum zur Arbeit fahren SOLCHE Angeberautos braucht.
    Irgendwann kam mir blitzartig die Erleuchtung: Die armen Leutchen können sich keinen Zweitwagen zum Pendeln leisten! -> Konnte sich also der arme Student in St.Gallen kein Zweitfahrrad (Gebrauchsfahrrad) zulegen?

  20. @mawu: Ihre Unterscheidung...
    @mawu: Ihre Unterscheidung zwischen „retro“ und „Weiterführen eigener Formen“ erscheint mir bedenkenswert.-
    @donna laura: Döner kann man nicht leihen, nur sofort verzehren. Wir werden uns heute Brathähnchen gönnen, denn die sind sehr schmackhaft und in 10 Minuten auf dem Tisch.-
    @sonst: für mich als überzeugte fuß- und ÖPNV-bevorzugende Innenstadtbewohnerin sind Fahrräder ja kein Thema (bei meinem Mann ist es anders), wollte aber doch mal anmerken, daß unser Fahrradladen ums Eck nicht nur 1a Service bietet, sondern auch Stahl- und Maßräder in ansehnlicher Zahl hat.-
    Solcherart sind die Bequemlichkeiten der Innenstadt.

  21. colorcraze - Ihre ÖPNV- und...
    colorcraze – Ihre ÖPNV- und Fuss-Überzeugung teile ich. Und erstaunlicherweise ist mein Lieblingsfahrradladen ebenfalls gerade um die Ecke!
    .
    Sollten wir unbewusst in der Nachbarschaft wohnen – würde mich dies freuen.

  22. Du meine Güte, es sind ja...
    Du meine Güte, es sind ja sogar 5 Autos.

  23. @colorcraze - was sind denn...
    @colorcraze – was sind denn Ihre Bedenken bezüglich der Unterscheidung zwischen „retro“ und „Weiterführen eigener Formen“? Um einmal ein Beispiel aus einem anderen Bereich aufzuführen: ist denn etwa klassische Herrenbekleidung „retro“? Es gibt doch sicher technisch funktionelleres, als einen handgemachten Lederschuh oder einen Anzug, oder eben vielleicht auch nicht.

  24. Die Fotos sind wieder...
    Die Fotos sind wieder köstlich. Antiquitäten und ihre betagten Sammler sind immer amüsante Objekte. Wer ist jetzt älter — die Fahrer oder ihre Autos?

  25. @mawu: Mißverständnis. Ich...
    @mawu: Mißverständnis. Ich habe keine Bedenken gegen, sondern ich bitte um ein Bedenken, daß.

  26. Eigentlich mag ich die...
    Eigentlich mag ich die „grossen Kinder“ ganz gern, die alles Neue zuerst ausprobieren und damit spielen wollen. Wenn es ihnen dann langweilig wird damit – ab dann ist es ja, vielleicht, etwas für mich (vorausgesetzt man muss kein 300-seitiges Manual durchlesen).
    .
    Ohne mich dem Neuen grundsätzlich zu versperren halte ich doch das Einfache für förderungswürdig – aus welchem Jahrhundert es auch kommt. Mein Fahrrad ist ein Gebrauchsrad und muss einfach in der Umgebung funktionieren können. That’s it!
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    Don Alphonso: Ja, auch die Zeit besitzen für vollkommen unsinnige Sachen (die einem persönlich aber Freude machen), kommt uns halt doch manchmal abhanden (Ihnen zum Glück noch nicht!). Da nehme ich auch gerne mal ein paar Stunden Fahrzeit auf mich, um ein leckeres Eis zu essen. Und lese unterwegs (als Bahnfahrer) meinen Robert Musil….

  27. liebe(r) mawu,
    in vielerlei...

    liebe(r) mawu,
    in vielerlei Hinsicht ist klassische Herrenbekleidung (und ebenso klassische Damenbekleidung: der Kameelhaarmantel, das Tweedkostüm, das Leinenkleid) „retro“. Wenn man weder mit dem Auto noch mit dem Fahrrad fährt, sondern mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, wird man heutzutage leider sehr schmuddelig (falls die Sitze mit irgendwelchem Plüsch bezogen sind, überprüfen Sie vorm Setzen ob sie nicht feucht von Getränken oder nierenkranken Obdachlosen sind!). Alle Kleidung sollte durch die Waschmaschine und auch schnell (und ohne große Bügelei) trocknen. Da die Funktionskleidung so häßlich ist, muß man irgendeinen Kompromiß zwischen wash´n wear und Klassikresten improvisieren. — „Vintage“ hat meiner Erfahrung nach zwei Wurzeln: die Wertschätzung und Weiterverwendung schöner Erbstücke einerseits, und den kreativen Bohemien, der im Sperrmüll schöne Materialien und Formen entdeckt und sich so gegen die Kaufkräftigen behauptet.

  28. lieber Don Alphonso, ich danke...
    lieber Don Alphonso, ich danke für den Eigensinn, der sich im neuen Eintrag dieses Blogs ebenso behauptet, wie im neuen Artikel zum Thema Google Street View für die FAZ-Feuilleton-Medienseite. Bei beiden Texten geht es m.E. um eine analoge Ethik. Beim Fahr- oder Rennrad pladieren Sie für eine qualitative und gebrauchsgerechte Materialität und den kritischen Konsum. Und am Beispiel Ihres Bau-Bijoux’s in Ingolstadt wehren Sie sich gegen den totalitären Öffentlichkeitswahn des Netzes. Es lebe Ihr individuelles Beharrungsvermögen, und ich wünsche eine schöne Mille Miglia.
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    eine

  29. immer dieses luschige...
    immer dieses luschige Roadster-Fahren nach Norditalien. Wenn schon, dann in´s Vintschgau durch das Val d´Uina und über die Sesvennahütte, mit dem Militärfahrrad 05 auf dem Rücken. Das ! wäre retro. Und wenn man damit bei dem Schmugglerrennen teilnimmt, können soviele Goldbarren mitgeführt werden, wie der Rücken aushält. Sportliche Grüße !

  30. @Kopfgeburt: Hm, ich glaub...
    @Kopfgeburt: Hm, ich glaub nicht, daß wir sehr benachbart wohnen. Die Banken in meinem Umkreis haben keine Sprengkammern (Tiefgaragen). Die hausen ganz brav und solid in Jahrhundertwendehäusern.

  31. Unter Fahrrädern, falls...
    Unter Fahrrädern, falls dieses Wort noch geläufig ist, mag ich besonders jene, bei denen der „Kult“ entfällt. Deshalb mag ich besonders Fahhräder aus der Zeit, als die noch einen Nutzen für den Alltag hatten, nicht fürs Ego des Käufers.
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    Don, für die „Stunde der Schnüffler“ Dank. Sowas kommt leider zu selten…

  32. @Foersterliesl - Meines...
    @Foersterliesl – Meines Erachtens durchlebt jeder Gegenstand verschiedene Makro- und Mikrozyklen der Entwicklung, die genausogut wieder ein Stück „zurück“ führen, oder auch in einem anderen, parallel genutzten Gegenstand münden können.
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    Das „moderne Fahrrad“ etwa entstand aus vielerlei Variationen vor über 100 Jahren, die Grundform ist seither im Prinzip unverändert. Nachdem nun die Entwicklung im Detail auf die Spitze getrieben, und eben auch übertrieben wurde, kehrt sich der Trend derzeit zum Teil um, zurück zum „Klassiker“, zur bewährten Form eben. Man kann ein altes Fahrrad reaktivieren, oder ein neues nach klassischen Maßstäben anschaffen.
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    Als „Retro“ würde ich das ursprungslose, rein modische Element definieren, wie oben bei den Motorollern und -rädern ausgeführt.
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    Ein anderer Zyklus wäre zum Beispiel „Digital“ oder „Carbon“. Nachdem nun so gut wie alles auf die neueste Technik umgestellt worden ist, erkennt man rückwirkend bestimmte Vorzüge der alten Technik – und so kommt es dann oft eben doch wieder zu einer gewissen Koexistenz.

  33. @Foersterliesel: Bei dem...
    @Foersterliesel: Bei dem „nierenkranken Obdachlosen“ habe ich ob der Formulierung kurz geschluckt, aber Sie haben ja Recht. Man muss die Dinge beim Namen nennen dürfen. Auch Ihr Beitrag wirft eine wichtige Frage auf, momentan überlege ich mir ob einer signifikanten Gewichtsabnahme eine neue Barbourjacke zu kaufen und schwanke zwischen dem gewachsten Modellen, welche ich seit 22 Jahren trage, und den neuen Modellen die man glaube ich in der Maschine waschen kann. Schwierig…

  34. " man stellt sich ausserhalb...
    “ man stellt sich ausserhalb des Zeitflusses“,ist eine, von solch oben schönen Formulierungen,herr Alphonso.
    Meine Idee wäre noch,dass wir Menschen es lieben, zu sehen was die Dinge zusammenhält-im Falle der Fahrräder,Uhren,Oldtimer,Schuhe- simd es die
    glänzenden Schrauben,die Zahnräder,die Nähte, die dicken Knöpfe zum einschalten vom Radio u.v.m-das klingt vielleicht sehr esoterisch,dennoch vermittelt die Sicht auf den Tatbestand,was das Ding in seinem Innersten zusammenhält, eben auch Sicherheit.
    Eine Schraube ist eben schöner als eine Niete.

  35. Wer hat noch nicht, wer will...
    Wer hat noch nicht, wer will noch mal:
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    http://www.bilanz.ch/edition/artikel.asp?AssetID=6329

  36. hallo colorcraze, natürlich...
    hallo colorcraze, natürlich können sie sich einen döner leihen. sie müssen nur an der bude bleiben und rasch ordentlich etwas hinterherschlucken, dann rutscht ihnen die speisekarte locker wieder verkehrt herum raus. das wäre dann vintage- oder used-döner.

  37. Da die Qualität der Straßen...
    Da die Qualität der Straßen in Deutschland derzeit auch sehr „retro“ ist, bevorzuge ich bei den Fahrradrahmen ebenfalls Stahl anstatt Carbon. Diese neumodischen Plastik-Fahrräder überleben auf Dauer weder Altstadt-Kopfsteinpflaster noch die kaputtgesparten Asphalt-Buckelpisten der großen hässlichen Stadt.
    .
    High-Tech ist allenfalls die Bereifung. Ohne kevlar-gepanzerte Pannenschutzreifen bekommt man im Glasscherbenparadies Deutschland sehr schnell Probleme. Die beträchtliche Zunahme von Glasscherben auf den Fahrwegen finde ich übrigens in Anbetracht der Plastikflaschen-Schwemme im Getränkehandel erstaunlich.
    .
    Die Material-Magersucht bei den Fahrrädern erinnert mich auch zu sehr an das Effizienzgebrüll der „Neoliberalalas“. In unserer Gesellschaft gibt es keine Reserven oder Redundanz mehr, alles ist immer am Limit. Fallen dann einmal 5cm Schnee, bricht das Chaos aus – siehe Deutsche Bahn.

  38. gutesrecht, bitte, ich denke...
    gutesrecht, bitte, ich denke sogar, dass man komisch aus Carbon aussieht, wenn man nicht das Letzte gibt. Carbon muss schnell aussehen, un das Leb4en ist nun mal nicht immer schnell.
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    Lulu – niemals!

  39. anderl, zu oft ertappt man...
    anderl, zu oft ertappt man sich dabei, dass man denkt: So unrecht hatten die Eltern auch nicht.
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    Hartmut, ich brauche ein Geld für anderes, so einfach. Oh ja. Spass, den haben sie durchaus. Sehr sogar.

  40. soherrdesvorstadtproletariats,...
    soherrdesvorstadtproletariats, das Rennradscglachten für den Bau eines Bahnrades ist etwas, das halt wieder tgypisch für Berlin ist: Hohl, dumm und ohne Rücksucht vor dem Gewachsenen.
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    Reiterjunge, ich denke, es tut dem Menschen gut, wenn er hin und wieder was mit seinen eigenen Händen tut, und sei es nur das Reparieren eines Rades. Das erdet.

  41. liebe(r) mawu,
    aha, wäre...

    liebe(r) mawu,
    aha, wäre dann ein wash n´wear Kostüm aus Kunstfasern (gibts schon, natürlich auch bügelfrei) ein Äquivalent zum Carbon-Fahrrad (Form beibehalten, Material neu) ?
    lieber Moritz,
    ja, ich habe beim Tippen auch überlegt, wie ich es sage. Bis in die 80er gab es hier keine Obdachlosen; sicherlich aber Armut, versteckte, fast immer peinlich saubere Armut. Eine ganze Reihe von Faktoren (gestiegene Anforderungen an Arbeitskräfte auch im Niedriglohnsegment, starke Konkurrenz durch migrantische Billigst-und Schwarzarbeit, rigorose Mieteneintreibung auch in Sozialbauten, ambulante postpsychiatrische Versorgung/Vernachlässigung) ließ Obdachlosigkeit entstehen und ständig anwachsen. Jünge Leute können sich gar nicht vorstellen, daß es einmal anders war. Altmodische (gepflegte) Eleganz ist nur möglich, wenn man sich gegen die verelendeten Mitbenutzer des öffentlichen Raumes abschoten kann (und/oder will). Akademisches Prekariat und untere Mittelschicht können das eher nur symbolisch, nicht praktisch, so erklärt sich auch die Beliebtheit der neuen city-looks (schwarz, waschbar, teflonbeschichtet).
    ,

  42. lieber Moritz,
    noch was: ich...

    lieber Moritz,
    noch was: ich habe nun auch eine waschbare Barbourjacke (Bedale light); aber am besten sind die (ebenfalls waschbaren) aus Cordura, leider bis jetzt nur in Männergrößen erhältlich!

  43. Google Street View kann auch...
    Google Street View kann auch falsch liegen. Wenn man meine Adresse rein gibt, kriegt man das Nachbarhaus. Vielleicht passt den Google Leute meine weisse Gartenbank nicht ins Konzept. Meine Tochter hat übrigens mal ein Jobinterview mit Google gemacht. Fair und ernst gemeint war das von deren Seite nicht.

  44. Nur, weil man nicht evil ist,...
    Nur, weil man nicht evil ist, muss man noch lange nicht nett sein. Ich bin auch kein Mörder, und trotzdem mag mich nicht jeder.

  45. Ha! Barbourjacken. Wie...
    Ha! Barbourjacken. Wie Perlenketten ein Thema, das einmal einer positiven Betrachtung unterzogen werden muss. Das darf nicht unter die Passauer BWLer fallen!

  46. Lieber Don,
    wenn Sie wirklich...

    Lieber Don,
    wenn Sie wirklich mal wissen wollen, was Entschleunigung bedeutet, dann müssten Sie einfach nur eine Familie gründen.
    .
    Ansonsten ist mir aufgefallen, daß Sie nie was über Blumen oder Blumensträuße schreiben. Dabei gehören die einfach mal in jeden gepflegten Haushalt, und bitte immer schön frisch. Ohne Blumenstrauß ist auch die Kaffetafel nicht wirklich festlich, da kann so viel Silber herumliegen wie nur was.
    .
    Blumen und Kinder zeigen unerbittlicher als jede Digitaluhr oder jeder Kohlenstoffrennradrahmen, wie die Zeit vergeht.

  47. Perlenketten gerne, für...
    Perlenketten gerne, für Barbourjacken habe ich keine Verwendung und die sehen
    mir zu „schwer“ aus.
    Überhaupt mag ich Retro nur als Touristenattraktion; wenn schon `very brítish dann Dior H/W 2011, vorgeführt von herausordernd schnippischen Models.

  48. also, gestern hatte einer der...
    also, gestern hatte einer der Raser der Millie Miglia sein Kind mit am Steuer. Aber natürlich weiss ich auch, dass es wie ein Anker ist. Und ich will nach Rom. Entweder, oder.

  49. Ægopodium, man kann das neue...
    Ægopodium, man kann das neue Zeug ja auch nicht mehr reparieren. Integirerte Steuersätze, unzentgrierbare Laufräder – einen Rahmen aus Stahl kann man richten. Aus Carbon? Wegwerfware. Die vielen Scherben verdankt man den Jugendlichen in Verbindung mit den Getränkepreisen in den Kneipen.

  50. Moritz, ich frage mich ja...
    Moritz, ich frage mich ja auch, wo bei dem Technikfetischismus, immer das Neueste zu haben, der Spass bleibt. Da wird mit jeder neuen Produktgeneration der Ärger draus. Weil es teuer und doch nicht so gut war.
    .
    mawu, Herzeigen an sich ist ja nichts Schlechtes, solange es andere gibt, die es sehen wollen. Und so eine Vespa ist einfach eine nette Ergänzung im Strassenbild, solange sie nicht zu laut ist.

  51. So, jetzt hats also den...
    So, jetzt hats also den berüchtigten Zacken in der Börse. Man wills nicht wahrhaben und meint, es war „ein Tippfehler“ oder Griechenland. Nicht doch eher Shanghai? Passende Braudel-Lektüre: der Abstieg Amsterdams, und die Zeit Antwerpens davor (weil dort nichts für den Aufstieg passte, d.h. die Stadt dafür in keiner Weise vorbereitet war, und es ihr trotzdem „passierte“ qua Einwanderung der entsprechenden Leute). – Na, zum Glück bin ich meine paar Kröten in Anteilen von englischen und japanischen Einkaufszentren und Bürogebäuden noch losgeworden. – England hat also sein hung Parliament bekommen. Mahlzeit. –
    Sonst so: ich denke, in den nächsten Jahrzehnten stehen große Investitionen in Infrastruktur an. Einerseits Stromnetz – wie macht man das für die Hektik robust. Energie: da werden wir wohl von Rußland abhängig. Rohstoffe – da wirds vielleicht einen unerklärten Handelskrieg zwischen China und Zug/CH geben. Bahn, ach, Bahn – die wird noch unzuverlässiger werden, weil die Trennung in Netz und Betrieb noch nicht vollzogen ist, noch keine Koordinierende Behörde vorhanden ist (wenn im Betrieb Wettbewerb herrschen soll, braucht es eine Aufsicht)…das wird wohl noch grauslicher werden, von England lernen heißt leiden lernen.

  52. ... und da passen auch wieder...
    … und da passen auch wieder die Perlenketten!
    ,,,ansonsten stimme ich mawu zu, Autos/Bekleidung müssen ihren Zweck erfüllen;
    wenn man es dann noch so hinbekommt, dass die anderen blass vor Neid werden,
    umso besser; noch besser, wenn sie sich dies nicht einzugestehen wagen.

  53. colorcraze, so ist das eben,...
    colorcraze, so ist das eben, wir leben in spannenden Zeiten, und vertrauen auf die vernunft der Märkte (höhö). Wir bleiben wenigstens ein paar Dächer aus Ziegel und Blech über dem Kopf, wenn die Märkte sich mal richtig austoben. Trotzdem gibt es sicher eine rationale Erklärung, warum das alles gut ist und Goldman Sachs benötigt wird, wie auch der Eigenhandel.

  54. Chris, ach, ich weiss nicht....
    Chris, ach, ich weiss nicht. metall ist halt immer noch Metall. Ich mag dessen Gewicht und Kälte. Natürlich hat Carbon Vorteile. Aber brauche ich die?

  55. Blizzobizzo, nun, nach Berlin...
    Blizzobizzo, nun, nach Berlin ist dieser Trend erst nach Umwegen über London und den USA gelangt, wo man sich aufs Machen und nicht aufs Kopieren versteht. Und dort bleibt es auch, während, wie mir erzählt wurde, alte Mofas in Deutschland inzwischen der neue Kult werden sollen.
    .
    Stephen, vielendank – wohingegen mir die Pedersenräder etwas fremd sind, auch wenn ich sie probiert und dann, als seltsam empfunden, mir nicht tauflich empfand.

  56. Blizzobizzo, nun, nach Berlin...
    Blizzobizzo, nun, nach Berlin ist dieser Trend erst nach Umwegen über London und den USA gelangt, wo man sich aufs Machen und nicht aufs Kopieren versteht. Und dort bleibt es auch, während, wie mir erzählt wurde, alte Mofas in Deutschland inzwischen der neue Kult werden sollen.
    .
    Stephen, vielendank – wohingegen mir die Pedersenräder etwas fremd sind, auch wenn ich sie probiert und dann, als seltsam empfunden, mir nicht tauflich empfand.

  57. colorcraze, ob der Sanio recht...
    colorcraze, ob der Sanio recht hat? Andere behaupten, ihre „Zahlen“ würden
    dies nicht bestätigen.
    – nunja, bis die ihre Zahlen haben, ist die Sache wohl gegessen.

  58. Kleiner Tipp für einen...
    Kleiner Tipp für einen schönen Tagesausflug: im Lago Maggiore warten neben einem grandiosen Bugatti, einigen Ferraris 4 seltene Fettuccine Fahrräder auf die Bergung. Mit dem Erlös soll ein Gezeitenkraftwerk finanziert werden…
    Beste Grüße vom See und sich ganz altmodisch per Segel forbewegend :-)

  59. lieber Don Alphonso, von wegen...
    lieber Don Alphonso, von wegen Medienseite der FAZ; Ihre Google Street View-Schelte heute als Bundauftakt Feuilleton: Ich gratuliere.
    lieber HansMeier555, Ihre Blumen- und Kinderanregung finde ich erfrischend und konstruktiv. Aber ist für die Erfahrung der Vergänglichkeit nicht auch Frischobst ausreichend?

  60. Guten Tag,
    da der Don sein...

    Guten Tag,
    da der Don sein schlechtes Benehmen, nicht mehr mit mir zu sprechen, immer noch nicht angelegt hat, spreche ich gerne mit den besser gestellten und erzogenen Blogteilnehmern.
    Also, was der Herr Meyer so treffend schreibt, passt gut zu ihm. Aus allem eine Wissenschaft machen.
    Praktischer ist es, sein Velo seinen Gegebenheiten anzupassen. Wohne ich in einer Innenstadtlage und muss mein Rad auf der Straße campieren, so kaufe ich mir ein gebrauchtes Velo für unter 100 Euro. Möchte ich nicht ein überaltetes Stahlross einen Berg raufschleppen, kaufe ich mir ein Carbonrad, das die alten Stahlschlaffis versägt. Ich persönlich habe mir für meine Stadtbleibe das ultimative Rad besorgt. Hunderte von Jahren Fahrradkultur können nicht täuschen. Das Hollandfahrrad ist das Beste, das für die Stadt und Distanzen bis 400 Kilometer erhältlich ist. Hart im Nehmen, langlebig und total unbegehrt bei Dieben. Es ist praktisch, wartungsarm, es sei denn, man hat einen platten Reifen hinten, dann wird es technisch.
    Für das schwere Gelände ist das Cannondale Super V700 comp aus dem Jahre 1996 die beste Wahl. Einmal aufgebaut, hält es ein Leben lang. Es war seiner Zeit Lichtjahre voraus. Möchte man einen deutschen Klassiker kaufen, empfehle ich die Marke Müsing für alle Bereiche oder für den ganz harten Einsatz ein VOTEC Enduro, ebenfalls ein deutsches Produkt.
    Also Herr Meyer, fröhliches Italienisieren!
    Beste Grüße an Alle, ausser Herrn Don Meyershofen
    MvB-B

  61. @ stahl vs. plaste...

    da...
    @ stahl vs. plaste…
    da ists wie bei so vielen Dingen im Leben. high-end ist teuer und anfällig. der Hochgezüchtete Motor platzt halt mal, der Carbon-rahmen reißt halt irgendwann (kann auch 10-15 Jahre dauern). Viele, die zwar ambitioniert sporten aber keine Sponsoren haben, fahren darum auch im Training Alu oder Stahl und nur im Wettkampf den guten Yoghurtbecher.
    @ Markus … 1. Taschentuch? vlt noch ein paar Förmchen für den Sandkasten ?
    2. Ein „ideales“ Rad gibt es nicht. Es gibt wohl kaum etwas so subjektives wie die Wahl des „richtigen“ Fahrrads. Wenn ich so zurückblicke hat sich der persönliche Fahrstil meiner Bekannten (und der eigene nat. auch) über die Jahre schon sehr deutlich verändert, die Räder müssen sich dem anpassen oder gehen.

  62. Herr von Bentheim-Burg, Sie...
    Herr von Bentheim-Burg, Sie können sich m.E. glücklich schätzen, dass der Gastgeber Ihre Beiträge ungeachtet ihrer Masslosigkeit freischaltet. Rosinante

  63. @donna laura: Sie haben aber...
    @donna laura: Sie haben aber etwas seltsame Vorstellungen von leihen.
    @minna: möglicherweise. Aber es drehen jetzt eh alle am Rad.
    @Foersterliesel: so in etwa siehts aus. Wobei ich aber in Berlin nicht den Eindruck habe, daß sich die Obdachlosenzahl seit 10 Jahren groß verändert hätte.
    @MvB: nun fassen Sie sich mal wieder, anderswo ist nicht daheim.

  64. Burgbengelchen,...
    Burgbengelchen, bentheimisches
    wohl zuviel Bollerwagen gefahren und jetzt auch noch den Staub
    von den Kartoffelsäcken coram publico abhusten.
    Der breitspurige Stil läßt auf achtbare Stützräder schliessen.
    Nicht nur das Hollandrad, auch die Nachsicht des Lesers wird hier hart
    rangenommen.
    Wartungsbedarf scheint beim Bengel von erheblichem Reparaturanstau
    begleitet.
    Welches Werkzeug mag da weiterhelfen?
    Vielleicht wird der Schraubenschlüssel ja nicht nur fürs Rad benötigt.
    Nur mit einer Politur wird es jedenfalls nicht richten sein.

  65. Euer Durlaucht,
    Herr von...

    Euer Durlaucht,
    Herr von Bentheim-Burg,
    möchte unterthänigst zum Ausdruck bringen, daß ich Ihrer Leutseligkeit und Huld immer wieder Referenz zu erweisen nicht umhin kann.
    Stets der Ihre

  66. @waskostetdiewelt/07. Mai...
    @waskostetdiewelt/07. Mai 2010, 22:06
    Beim Lesen Ihrer Beitraege der letzten Wochen habe ich zuweilen das Gefuehl, Sie wuessten mehr, als wir anderen…..(?) Also Butter zu die Fish!!!
    .
    @Don Alphonso/07. Mai 2010, 12:45
    Schade, dass Sie letztes Weekend nicht in MC sein konnten! Das Meteo war zwar s..maessig, aber die Fahrzeuge…, ein Traum!
    .
    http://www.acm.mc/gpmh/gpmh_main.php?page=2010/galeries_2010.php
    .
    Auch der spaektakulaere Crash eines 1932 Alfa war zu sehn. Rep-Kosten geschaetzte 200tsd. So etwas ist natuerlich hart fuer den Owner.
    Aber alles im allem, wars schoen und vom 13. bis 16. 5 kommen als Gegensatz wieder die ganzen Jecken hierher. Ich werde fluechten! Bei schoenem Meteo aufs Wasser, bei schlechtem ins Hinterland!
    Viel Spass noch auf der MM!

  67. @försterliesl - Also hier in...
    @försterliesl – Also hier in München sind die Öffentlichen Verkehrsmittel hinreichend sauber, sodaß deren Verschmutzung sich im Allgemeinen nicht wesentlich auf Kleidung auswirkt. Ansonsten gibt es neben der entsetzlichen Gleichmacherei glücklicherweise auch noch andere Verkehrsmittel. So ganz recht verstehe ich übrigens nicht Ihre Beispiele der „Wash’n’wear“ Kostüme, vielleicht ist die Männermode einfach widerstandsfähiger, meine Frau trägt als Ärztin beruflich Kittel und wenn wir ausgehen fahren wir Auto oder Taxi.
    .
    @Don Alphonso, minna – natürlich ist das Herzeigen auch in Ordnung, nur sollte es eben nicht den Hauptzweck darstellen, der es aber meist ist. Ausserdem sollte ich klarstellen, daß ich persönlich mit „Fahren“ nicht den profanen Transport meine. Als Liebhaber von Sportwagen habe ich dabei eher das Sportliche im Sinn. Und im krassen Gegensatz zu dem, was uns die Werbeindustrie weismacht, sind es nur die absolut wenigstens Autos aktueller Produktion, die sportliches Fahren überhaupt aushalten und nicht nach ein paar Runden Nordschleife fertig sind. Mir gefällt Carbon; als gewichtsreduzierendes, steiferes Material meiner Sitze oder des Heckflügels. Während Fahrräder aber auf die Spitze getrieben zu sein scheinen, ist es bei sportlichen Autos eher umgekehrt – viel Geprotze, wenig Können. Andere Freunde von mir fahren Oldtimerrennen, wäre sicher auch schön, nur müsste mein dazu passender Wagen noch etwas mit Weber Vergasern u. dgl. „verbessert“ werden. Ach, wie schön waren die Sportwagen damals, zu Zeiten eines Ferrari 250 MM…

  68. Passende Bilder...
    Passende Bilder folgen!
    .
    MvBB, tja, so ist das nun mal. Marie Antoinette soll als einzigen Satz zur früheren Staatsmätresse „Es sind viele Leute hier in Bersailles“ gesagt haben. Ts.

  69. Grimaldeli, das Weter war auch...
    Grimaldeli, das Weter war auch hier mies, und ich meinte eine Beule im einzigen existierenden Cooper T33 gesehen zu haben. Ich werde im Sommer auch im Ennstal sein, und bei der Silvretta. (Warum ist eigentlich immer as Wetter so schlecht bei Rennen?)

  70. N°5, irgendwo habe ich noch...
    N°5, irgendwo habe ich noch einen Automaten und Flossen…
    .
    Rosinante, danke. Das war mir ein Bedürfnis.

  71. sterne, gern geschehen. Mich...
    sterne, gern geschehen. Mich langweilen solche Internetthemen inzwischen ein klein wenig. Ich möchte nicht über die Irren schreiben, die sich hier im Netz rumtreiben, sondern über das Schöne, das man hineintragen kann, um es schöner zu machen.

  72. Damals, in der Zeit der Gran...
    Damals, in der Zeit der Gran Tourismo, fuhr man eben noch richtige Straßenrennen oder zumindest auf Achse zur Rennstrecke – genau dafür waren die Autos, wie der Ferrari 250 MM, konzipiert. Supersportlich, wunderschön, minimalistisch. Einfach schön durch die Landschaft rasen, der Zwölfzyliner kreischt aus vollem Halse, alle freuen sich und dann einen Espresso – mein Gott wie wunderbar, mir kommen die Freudentränen…
    http://www.ferrari.com/Italian/GT_Sport_Cars/Classiche/Tutti_i_modelli/Pages/250MM.aspx
    Und wenn ich an heute denke – wo es „sportliche SUV“ mit Gewürznamen gibt, missratene viertürige Schiffe einem als „Gran Tourismo“ verkauft werden und „Sportwagen“ nicht mal ein bisschen forciertes Pässefahren aushalten, dann kommen mir auch die Tränen…

  73. <p>Kleiner...
    Kleiner Vortrag:


    .

    Bitte, ferrari 250, gestern Nacht in Rom

    .

  74. Lieber Don Alphonso, ganz...
    Lieber Don Alphonso, ganz genau so stelle ich mir Autofahren vor:
    http://www.youtube.com/watch?v=dgI9q61z93E
    Bei mir scheitert das glücklicherweise weniger an den Autos, als leider an freien Landstraßen. Daher würde mich auch die Tour Auto mal interessieren, in den Special Stages geht die auf Bestzeit und mit einer entsprechende Rennlizenz kann ich aufwarten…

  75. Ich stelle es mir nicht wie...
    Ich stelle es mir nicht wie „Im Regen nach Siena“ vor, aber das kommt jetzt.

  76. heutenursosehrprolet, naja,...
    heutenursosehrprolet, naja, manche benutzen Plastik ja auch nur zum Herzeigen. In der kleinen, dummen Stadt an der Donau gibt es so ein Cafe in der Altstadt, da kann man polierte Bergräder betrachten.

  77. Schöne Bilder. Schade daß...
    Schöne Bilder. Schade daß ich als 10jähriger nicht bei so was dabeisein konnte.
    .
    Aber der Sunbeam ist offenbar nicht mitgefahren. Und die Barchetta auch nicht.
    Und komischerweise hat auch keiner Fahrräder aufs Dach geschnallt.
    Nur die Kofferräume sind mit Schuhen und Parmaschinken vollgestopft….

  78. Und wer hat denn das Rennen...
    Und wer hat denn das Rennen jetzt gewonnen? Vielleicht ein Auto aus Deutschland? Das hätte mich als 10jährigen auch interessiert.

  79. @Don Alphonso/08. Mai 2010,...
    @Don Alphonso/08. Mai 2010, 09:58
    Bild N°2 ist aber, glaube ich ein 166 INTER.

  80. mawu, anfangs hat mich Ihr...
    mawu, anfangs hat mich Ihr Aufstand gegen die „Gleichmacherei“ etwas be-
    fremdet; nach Ihren bisherigen Kommentaren hierzu, möchte ich Sie jetzt von
    Herzen unterstützen.

  81. Sehr putzig, die Autobilder....
    Sehr putzig, die Autobilder. Was es nicht alles für Designs gab. Hat so bißchen was von Trachtenumzug. Eher ulkig fand ich mal einen Fahrwettbewerb englischer seltsamer Vehikel, bei dem eine motorisierte Badewanne vorkam. Ansonsten sehe ich hier viel Nostalgie pour le Midi, comme il etait. Kontrastprogramm hier aus dem Norden: heute ist Eröffnung Stadtpark Tempelhof und Richtfest in Schönefeld. Und das Waldorf Astoria am Zoo, man glaubt es kaum, wird tatsächlich gebaut, es ist immerhin schon ein paar Stockwerke hoch.

  82. http://vimeo.com/10063718
    ....

    http://vimeo.com/10063718
    .
    @mawu … ach seinen unvernünftigen hang zur raserei kann man auch jenseits der landstraße ausleben…. (siehe video)
    .
    @Don…
    Wenns nur ums Herzeigen geht, machts für mich keinen Unterschied, ob man mit seinem Sportgerät nun gerade seinen Stil oder highendfetisch unterstreichen möchte. Für nen seltenen Stahlrenner bezahlt man schnell mal 2-3000€, Plastikbergräder bewegen sich auch in der Region. Als Gemeinsamkeit bleibt, dass beide Parteien ihr Sportgerät nicht beherschen und es vermutlich nur die Funktion eines Talismans erfüllt.

  83. @vorherstadtprolet - genau das...
    @vorherstadtprolet – genau das meine ich ja eben: die Herzeigerei hat ja einen gewissen Reiz, letztendlich muß aber die Funktion stimmen. Beim Rennrad habe ich es einfach: ich kann zwar nicht gescheit fahren, aber das Bavaria „Italia Super“ in gelb ist aus den 70er Jahren von meinem Vater und aus Anfang der 90er stünde noch ein Eddy Merckx zur Verfügung – radtechnisch habe ich also ausgesorgt…

  84. verehrter mawu,
    Ärztekittel...

    verehrter mawu,
    Ärztekittel sind mir sehr sympathisch (die hierorts dazu oft getragene bunte Frau-Facharzt-Tahitiperlenkette allerdings nicht); es gibt auch für Foersterlieseln Berufskleidung, die sich in der schmuddeligen Großstadt bewährt: leise Gummisohlen und nicht raschelnde Regenjacken, in denen man geräuschlos samt Hund (der von den Hausmeistern gehaßt wird) an der Hausmeisterloge vorbeischleicht um sich Beschimpfungen („des müssens beweisen“ sagt der christlichsoziale Hausinhaber dazu) zu ersparen. Wien, lange grau wie Budapest, hat zwar etwas aufgeholt, ist aber immer noch lange nicht so proper wie München; das gilt leider auch für unsere Taxis. Von Autos versteh ich nichts, schätze aber Traktoren, Jeeps und Maybachs. Und ich vermisse die alten Citroens, im Kombi hatten bequem drei große Hunde Platz und man mußte so umsichtig reversieren wie mit einem Boot.
    Das Kostüm, früher mal ein Schneiderkunstwerk mit Hornknöpfen, Roßhaareinlage im Revers und über der Büste, Schulterpolstern und Rohseidenbluse mit heller Perlenkette und Manschettenknöpfen, hat sich als Formtypus erhalten und wird nicht nur von Anwältinnen (Windsor, cool wool, die Bedienerin bringt es in die Putzerei und holt es auch wieder von dort) sondern auch von alleinerziehenden schlecht bezahlten Rezeptionistinnen (vom deutschen Versandhaus, wash´n wear, dazu ein Body) und anderen zu white collar attire Verpflichteten getragen.

  85. Geehrte Foersterliesl, in...
    Geehrte Foersterliesl, in München gibt es nicht mal Hausmeisterlogen, schon gar keine besetzten, das ist der Unterschied zu Wien. Ich liebe München, bin hier geboren und aufgewachsen, verstecken braucht sich die Hauptstadt meiner Väter aber ganz und gar nicht. Natürlich ist nicht alles so herausgeputzt, aber die Substanz ist immens und die k.k. Überreste in jeglicher Hinsicht reichlich vorhanden. London, Paris, New York kennen wir ausgiebig, aber ich denke Wien ist schwer im Kommen.

  86. lieber mawu,
    ich mag München...

    lieber mawu,
    ich mag München sehr gern, leider war ich schon länger nicht mehr dort. „Proper“ meinte ich wirklich anerkennend. Wien war sehr lange schäbig; durch aggressive Vermarktung und Bewirtschaftung, häßliche Dachausbauten überall und zu glatte Renovierungen hat die Innenstadt an Schönheit eingebüßt.

  87. Echtes Holz, echtes Leder,...
    Echtes Holz, echtes Leder, echt Antik. Eine Freude fuer jeden Sammler und Sportsmann. Neben die Eisdiele gestellt, ein echter Hingucker. Die Maedels werden schwach und die Jungs werden neidisch.
    Ein wirkliches Westviertel-Objekt.
    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Draisine_or_Laufmaschine,_around_1820._Archetype_of_the_Bicycle._Pic_01.jpg&filetimestamp=20080719120045

  88. Liebe Foersterliesl, da ich...
    Liebe Foersterliesl, da ich erst in den letzten wenigen Jahren vermehrt in Wien war, ist mir ehrlich gesagt nur aufgefallen, daß es früher wirklich recht schäbig und nun irgendwie schöner ist. Mag sein, daß das eine oder andere durchaus kritikwürdig ist, zumindest aus der Ferne nehme ich eher das Positive war.

  89. die alten Zeiten waren früher...
    die alten Zeiten waren früher auch besser;

  90. @Foersterliesel: war die...
    @Foersterliesel: war die Dachausbauwelle auch in den 80ern/90ern? Hier in Berlin scheint sie mir nachgelassen zu haben. Was sind das für Leute in Wien in den Dachgeschossen? Auch so eher gutsituierte Mittelalte?

  91. vorherstadtprolet, solange sie...
    vorherstadtprolet, solange sie ohne Sturz hin und wieder nach Hause gelangen, ist alles in Ordnung (und immer noch besser als mit dem Auto die Altstadt verstopfen).
    .
    tiberiat, nun, eigentlich nicht. Man betrachte nur mal fortschrittsgläubige Zeiten wie die 50er mir der Idee, Autos mit Atomkraftzellen zu betreiben. Oder die Industrieakisierung. Es gibt immer wieder Schübe in die ein oder andere Richtung.

  92. liebe(r) colorcraze,
    in den...

    liebe(r) colorcraze,
    in den allerbesten Innenstadtlagen sind bereits alle Dächer ausgebaut, insofern ist dort Schluß; aber in den weniger guten Lagen mit älterem Hausbestand wird weiterhin ausgebaut. Und Sie haben richtig beobachtet, im Dachausbau wohnt mittleres Alter. Das deswegen, weil junge Erben ohnehin Immobilienbesitz haben (das Dach des geerbten Biedermeierhauses/der Villa im 13.oder 19.Bezirk wird denkmalschutzverträglich aber auch ausgebaut) und der Innenstadtdachausbau ein Aufstiegsnachweis ist, in dem Fachärzte, Architekten, Anwälte, Journalisten, Bankheinis u.ä. leben, die nicht (nennenswert) geerbt haben, sondern ein gewissen Alter erreichen bis sie genug Erfolg und Bonität erlangt haben. Ich habe selbst eine (kleine) Lebensphase unterm Dach gelebt und mochte weder die Raumproportionen, die ungewohnten Lichtverhältnisse, noch die Wendeltreppen und den sonnenverbrannten, windigen Dachgarten.

  93. Foersterliesel, es kommt...
    Foersterliesel, es kommt darauf an. Meine allerliebste Wohnung ist immer noch die kleine Wohnung ganz oben unter dem Dach, mit dem weiten Blick, der Offenheit, den recht praktischen Dachflächenfenstern, dem Licht. Es ist einfach etwas anderes, als die grosse Wohnung unten, intimer, charmanter, nicht so gezwungen. Ich denke, es ist auch eine Alterssache: Mit 60 geht man nicht mehr so leicht 5 Stockwerke zu Fuss.

  94. verehrter Don,
    ja, so eine...

    verehrter Don,
    ja, so eine kleine alte Dachwohnung ist hübsch! Die neuen Dachausbauten allerdings sind in der Regel großflächig, oft mit zwei Stockwerken (Treppchen innerhalb der Wohnung!) und mit stilistischen Anleihen beim Dekonstruktivismus (Prix und Swiczinsky sind ja Wiener).

  95. @Foersterliesel: mein...
    @Foersterliesel: mein Verhältnis zur Dachwohnung ist ähnlich, ich bin ganz zufrieden, daß ich keine habe, denn es ist im Sommer zu heiß und im Winter zu kalt. Dachterrasse sieht schön aus und man freut sich erstmal über den Platz, aber es ist dann doch nicht so recht was zum Verweilen wie eine Loggia. Die meisten Dachausbauten gefallen mir nicht, bei einer Bank in der Nähe haben sie das Jugenstildach verhunzt zu einem durchgehenden gotischen, nur damit sie nochmal eine Reihe Schwitzbuden aufsetzen konnten. In den 80ern wurden 2, 3 Häusern Aussichtstürmchen spendiert. Die sehen immerhin lustig aus.

  96. Foersterliesel, kurz:...
    Foersterliesel, kurz: Ungemütlich. Mir wurde das schon mal in Berlin angebotem, da bin ich hintrücks wieder rausgefallen. Furchtbar war das. So kalt, so leer. Früher waren das einfach Stübchen, aber man kann sie sich sehr charmant machen.
    .
    Mawu, ich glaube, Wien stirbts schon seit 1918 vor sich hin. Ich kenne es nur als das Berlin des Balkans.

  97. colorcraze, im Sommer zieht es...
    colorcraze, im Sommer zieht es in der Innenstadt nirgendwo besser durch, als im Dachstuhl. Das war 2003 meine Rettung vor dem Ersticken in München: Nachts die fenster auf und das Bett in die Mitte. Winter – ist es kalt. Aber dafür hat man länger Licht.

  98. @DA: das mit dem Durchziehen...
    @DA: das mit dem Durchziehen leuchtet ein, fällt hier in Berlin aber nicht so ins Gewicht, weil hier selten völlige Windstille herrscht (in Freiburg kann die im Sommer sehr quälend werden). Wenn man Fenster zum Hof und Fenster zur Straße hat, kann man auch ein paar Stockwerke tiefer prima Durchzug machen. In den Seitenflügeln geht das allerdings schlecht, weil die ganz zum Hof gehen. Gegen kalte Winter haben gescheite Leute schon vor Jahrtausenden die Heizung erfunden, und ich sehe nicht ein, warum man auf diese zivilisatorische Wohltat verzichten oder sie wirkungslos machen sollte!

  99. Über meiner 1. Friedenauer...
    Über meiner 1. Friedenauer Wohnung staubte eine gut erhaltene Waschküche aus den 1890er/1910er Jahren vor sich hin. In besonders heißen Sommern, die es in Berlin ja auch gibt, verbrachte ich dort meine Nächte, weil man da Sterne schauen konnte, es leicht moderlich duftete und Durchzug Kühle verströmte. Unangenehm waren lediglich die Nachtmaschinen nach Tempelhof um 3 Uhr morgens, aber nur für ein paar Minuten. Die störten auch die Großschriftsteller nicht, denen ich quasi auf die Schreibmaschinentasten staunen konnte: GG und UJ. Der eine schmauchte sein Pfeifchen, ich meine Gauloise.

  100. Was ich noch schnell...
    Was ich noch schnell anschließen möchte:
    Meine Kindheit verbrachte ich unter einem Zinkdach. Die streichelnden und prasselnden Regen vergesse ich nie! Das waren wahre Sinfonien a la Bruckner und Mahler. An meinen Studienorten wohnte ich meist im Parterre, weil meine Füße mir zu schwer waren – des Franken- und Dürnsteinerweins bzw. Frühkölschs halber. Aber einen Monat fühlte ich mich so recht als armer Poet
    im Turmstübchen einer berühmten Burg über einem berühmten See. Am Horizont das Alpenpanorama!

  101. Don Alphonso
    10. Mai 2010,...

    Don Alphonso
    10. Mai 2010, 13:45
    @DA
    Mawu, ich glaube, Wien stirbts schon seit 1918 vor sich hin. Ich kenne es nur als das Berlin des Balkans.
    sehe ich genauso, allerdings als „morbider Charme“ sehr angenehm. Oder liegt es an den Eingeborenen?

  102. Sterbende koennen noch einen ...
    Sterbende koennen noch einen wachen Geist besitzen. Die Sterbende vertrieb den Sohn eines Zollbeamten und Hausbesitzers (sic.), so steht’s auf dem Grabstein des Vaters, vom warmen Busen der Dekanz. Die Sterbende sorgte dafuer, das der Sohn nicht weiter in der Luderwelt der Boheme Geist, Gefuehl und Intellekt bilden durfte. So ging der Sohn zum Nachbarn, eine eigene Boheme zu gruenden; in hellen Erdfarben und der Unfarbe schwarz. Die Sterbende ist schwachen Koerpers, aber stark im Geist.

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