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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Der kleine Giftschrank der feinen Damen

| 185 Lesermeinungen

Es gab einmal eine Zeit lange vor Aktien und Internet, da waren Bildung und Konversationskunst herausragende Qualitäten von Angehörigen besserer Kreise. Belesenheit hatte einen Wert bei der Suche nach Geschlechtspartnern, und die Anzahl der Bücher war wichtiger als die Menge der Freunde bei asozialen Netzwerken. Ausserdem warf man sich nicht gleich dem nächsten Stalker an den Hals, sondern erwartete, dass der Herr in der Lage ist, die Dame angemessen zu umwerben. Um dabei zu helfen, oder Schaden für den Ruf abzuwehren, gab es sogar sprechende und diskrete Möbel, von denen eines hier vorzustellen mir eine grosse Freude ist.

Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten
(trad.)

Die freie Marktwirtschaft behauptet, sie würde jedes Bedürfnis zum günstigen Preis befriedigen und allen das geben, was sie wollten – solange sie nicht gerade in Afrika verhungern, von Hartz IV (demnächst nach Meinung von Frau Merkel noch schlechter) leben müssen, oder ein Faible für praktisch nicht zu findende Nachgüsse griechischer Büsten haben, möchte man hinzufügen, denn in vielen Bereichen herrscht blanke Not für Arm und Reich gleichermassen. Zudem ist der Kapitalismus immer noch unfähig, etwas anderes als das Jetzt herzustellen. Weder vermag er, zukunftssichere Computer, Speicherkarten und so etwas scheinbar banales wie Jahrhunderte klaglos funktionierende Türen zu liefern – etwas, das um 1600 noch vollkommen problemlos möglich war. Noch ist er in der Lage, Vergangenes herzustellen. Dafür kann er nichts, keine Frage, aber die Behauptung, er könne alles irgendwie – die ist falsch.

Bild zu:  Der kleine Giftschrank der feinen DamenIn Wirklichkeit kann der Kapitalismus lediglich eine aufgemalte Vielfalt über strengen Normen herstellen. Die Massenproduktion und der Maschineneinsatz zwingen zuerst zu einer starken Reduktion von Form und Gestalt, und man muss sich fragen, ob das Verschleifen von äusseren Unterschieden zwischen Arm und Reich, Mann und Frau gar nicht so sehr dem gesellschaftlichen Fortschritt, sondern vor allem der Unfähigkeit des Kapitalismus zuzuschreiben sind, unterschiedliche Normen günstig zu produzieren. Am Ende kommt eine Farbe, ein Bapperl und ein Marketing drauf, das die Produkte teuer oder billig macht, oder für Männer oder Frauen geeignet scheinen lässt. Schwarzes Notebook: Mann. Schwarzes Notebook mit rosa Rückseite und 7 Glitzersteinen: Frau. Anderes, wie etwa die kleine, zarte, nebenstehende Buchvitrine auf Pfeilerbeinen aus der Zeit um 1820 ist ein dezidiertes Damenmöbel – und heute ausgerottet. Gehen Sie mal in ein beliebiges Möbelgeschäft und verlangen sie eine Pfeilerbüchervitrine aus Nussholz, massiv natürlich, um sie einer lieben Freundin zu schenken. Es geht nicht. Und das, obwohl diese Vitrine eines der entzückendsten Damenmöbel ist, die man sich vorstellen kann: Sie ist ein sprechendes Möbel, und die Besitzerin kann damit Gespräche lenken und dezent ihre Wünsche äussern, ohne dass sie sie aussprechen müsste.

Zudem ist dieses Möbelstück etwas, das es heute nicht mehr als Möbelform gibt: Es ist diskret. Diskret, indiskret, das scheint uns heute eine erstaunliche Qualität eines Gebrauchsgegenstandes zu sein, aber tatsächlich spielten Möbel früher mit Gegensätzen wie vertraulich und distanziert, offen und verschlossen, gur befreundet und nur bekannt. Es war früher ein Unterschied, ob man Stühle und Konsolen an den Wänden entlang aufstellte und den Gast dort platzierte, oder ob man in der Mitte des Raumes ein „Indiscret“ aufstellte, ein Conversationsmöbel, in dem drei oder vier Sessel, Seite an Rückenlehne zusammengefügt, zu einem verschmolzonen und man stets mit der Drehung des Kopfes dem nächstsitzenden ins Ohr flüstern konnte. Empfing die Dame des Hauses auf der Chaiselounge im Bodoir, durfte man sich als guter Freund fühlen. Sass sie dageben bei Näharbeiten auf dem Stuhl, musste man überlegen, den Besuch kurz zu halten. Aus dieser Tradition nun stammt auch die Büchervitrine, denn sie ist nicht einfach nur ein Platz für Teekanne, Tasse, Kerzenhalter und Buch oben und ein paar weitere Bücher oben. Sie ist auch die Möglichkeit, schnell Literatur vor den Augen der anderen zu verbergen.

Bild zu:  Der kleine Giftschrank der feinen Damen

Schnell das gerade gelesene Buch in das Fach gestellt, ein Zug am kleinen, goldenen Knopf, und schon ist die Jalousie unten, und niemand, Vater, Mutter, Gast oder Ehemann weiss, was die Dame gerade gelesen hat. Wir befinden uns im 19. Jahrhundert, in einer Zeit der Zensur und der Unterdrückung bürgerlicher Freiheiten, da man Dichter noch einsperrt, Autoren verjagt und selbst harmlose Episteln verbietet. Es ist eine Zeit, in der es nicht klug ist, alles und jeden wissen zu lassen, denn mögen die Gedanken auch frei sein: Die Gesellschaft ist es nicht. Es muss gar kein früher Sozialist sein, in manchen Kreisen ist Heine schon verhasst und Börne verboten, so manches Gedicht gilt als Ausweis niederer Gesinnung und schlechten Lebenswandels. Da muss man vorsichtig um den eigenen Ruf sein, also, ratsch, ein Handgriff, und kein Besucher kann ohne gröbste Unhöflichkeit erfahren, was das Herz der Dame erfreute. Aber auch indiskrete Briefe, Liebesschwüre und Naschereien können hier schnell und rückstandsfrei verschwinden:

Ist was, mein Herz?
Nein, was soll sein?
Du blickest so… Dein Teint ist so anders heute…
Ach? Schönes Wetter, findest du nicht?
Ich hörte übrigens, dieser elende Heine in Paris hat wieder gegen uns Deutsche…
Ach je, ja, übrigens schrieb Tante Sophie-Clementine gestern…
So in der Art mus man sich die Conversation vor der geschlossenen Jalousie vorstellen.

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Natürlich liesse sich dergleichen auch mit einer schnöden Klappe bewerkstelligen, was nicht nur sehr viel weniger komplex in der Herstellung wäre, sondern auch noch nach Jahrhunderten funktionieren würde. Die Holzjalousie dagegen ist ein kleines Wunderwerk der Technik und entsprechend anfällig, weshalb nur sehr wenige intakte Besipiele auf uns gekommen sind – ich etwa suchte jahrelang, bis ich diesen kleinen, gut erhaltenen Giftschrank entdeckte. Normalerweise hakt es nach 200 Jahren, die Holzplatten laufen nicht mehr, oder sind gar ausgefallen, der dicke Stoff, auf dem sie befestigt sind, ist gerissen, die Schienen im Inneren sind verzogen, und so kann man auch nicht verstehen, wie sie wirklich funktionieren: Denn nur im Notfall, wenn man partout nicht auf die Bücher angesprochen werden wollte, schloss man sie wirklich. 

Aber welche Gebildete will schon verhuscht und ängstlich erscheinen? Welche Dame mit Anspruch will den Eindruck erwecken, sie fürchte sich vor der Unterdrückung durch Metternich, dem Urvater aller von der Leyenschen Internetzensoren? Eine ganz geschlossene Klappe könnte auch eine Flasche Likör verbergen, schlechte Literatur von Klopstock bis Hegemann, derer man sich schämen muss, und so konnte man auch ein klein wenig offen lassen – gerade so, dass ein Besuch erkennt, dass hier gelesen wird. Aber nicht unbedingt, was es ist. So entstehen Ahnungen, Vermutungen, die Dame sagt dem Besuch nur, dass sie nicht böse reagieren würde, wenn er nun von dieser dämlichen Strickarbeit auf ein geistig anregendes Thema käme; so kann der Herr darüber parlieren, was er gerne liest, sich fdamit als geistreich und belesen beweisen, und die Dame kann abschätzen, ob er ihrer würdig ist.

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Hat der Herr dann bei diesem Treffen jene Antworten gegeben, die sie gerne hört – er hat es keck und bübisch mit Balzac probiert, und, vom Lächeln ermutigt, auch den Stendhal erwähnt, den er jüngst erhalten hat, beim Buchhändler, der ganz neue Dinge aus Frankreich hat, auch solche, die ebenso geistreich wie eigentlich verboten sind – findet er beim nächsten Besuch die Lade vielleicht schon etwas mehr geöffnet vor. Nicht ganz offen, als ginge es darum, sich dem Besuch geistig an den Hals zu werfen, aber etwas mehr ist schon zu sehen. Die Titel, beispielsweise, wenn man genau hinschaut. Und der etwas überzählige Schmuck, den sie abgelegt hat, und nun gar nicht mehr so arg steif und vornehm wirkt. Es ist eine gute Gelegenheit, den Stuhl etwas näher zu rücken, um zu sehen, was sie da liest, wenn sie es schon so offenherzig darbietet. Sieh an, sie liest den Sommernachtstraum – das ist sehr fein. Oh, und auch noch die Liebeslieder von Heine. Und keine Bibel. Und auch kein bürgerliches Trauerspiel. Da könnte man vielleicht, also eventuell, moment, daneben, das ist schwer zu entziffern, etwas heranrücken und

So wird dann aus dem Giftschrank eine Möglichkeit, Stimmungen und Wünsche zu formulieren, ohne dass die Dame sie explizit ansprechen müsste. Sie ist immer die Herrin der Konversation, denn die eigentliche Aussage trifft die Büchervitrine, die, je nach Laune und Neckischkeit, als Einladung gesehen werden darf, oder eben nur als herumstehendes Möbelstück, das eigentlich nichts zu sagen hat, und das man nicht überschätzen sollte. Niemand ist gezwungen, bis zum letzten Moment seine Absichten so zu formulieren, dass es den anderen indignieren könnte; vor der ersten Berührung können die Belesenen alles über die Literatur ausdrücken, und wenn der Herr nur genügend Gedichte auswendig beherrscht, kann er sie alles wissen lassen, ohne es zu sagen. Niemand begibt sich in eine Lage ohne Ausweg, alles ist nur Literatur. Und so wacht der kleine Giftschrank auch darüber, dass die Dame ihr Herz nicht an einen ungebildeten, trampeligen Idioten verliert.

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Aber heute braucht man das ja nicht mehr, da holt sich der runtergeschlunzte Hipster am Rechner das Unterleibige über passende Gruppenzugehörigkeiten a la „Beine breit schon in der ersten Nacht“ und „Ich glühe härter vor, als du Party machst“ bei asozialen Netzwerken, und sagt dann, dass dieses Web2.0 eine wunderbare Sache ist, weil jeder mit jedem, und so. Und Gedichte muss man auch nicht mehr auswendig lernen, weil, die Bürgerlichkeit, ey voll daneben, die stirbt sowieso aus. Sagt auch Luhmann, dessen Zusammenfassung man irgendwo im Netz kopiert hat, auf seinem schicken Notebook aus chinesischer Massenproduktion, dessen Klappe immer offen ist.

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185 Lesermeinungen

  1. Ein Mensch kann sie wissen,...
    Ein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen, es bleibet dabei, die Gedanken sind frei.

  2. ...und er schrieb am Ende...
    …und er schrieb am Ende eines unverfaenglichen, heiteren Briefes: Willst Du Dein Herz mir schenken, so fang‘ es heimlich an.
    Sie besass viele Buecher, hatte sie gar gelesen, und doch wusste bald jeder im Dorf, was er diskret behandelt sehen wollte.

  3. Und sperrt man mich ein, in...
    Und sperrt man mich ein, in finstere Kerker…

  4. Es ist übrigens ganz...
    Es ist übrigens ganz erstaunlich, wie unglaublich wenige Bücher der Zeit vor 1850 wirklich noch ungelesen sind, wenn man das mit aktuellerProduktion vergleicht.

  5. Es gab noch eine Variante des...
    Es gab noch eine Variante des Beistelltischchen für den Herrn: Das Türchen bestand aus lauter Buchrücken, Leder, Goldprägung, zensurfreie Buchtitel. Hinter diesem Türchen, das vorgab eine Handbibliothek zu sein, standen dann die Bouteillen mit dem reinen Geist. Bürgerliche Verlogenheit demonstrieren auch die in der Biedermeier-Zeit so beliebten „Blender“: Wäscheschränke im Format eines Schreibsekretärs mit imitierten Schubladen und Schreibklappen. Man muß bei den besseren Exemplaren zweimal hinschauen, bis man erraten hat, ob sich hinter diesen Türen die auf Instandsetzung harrenden Wäschestücke oder die Korrespondenz des Hausherrn befanden. – Man hat eben seine Wirkung auf Dritte immer äußerst genau kalkuliert. Aber Ihre obigen Anbahnungsszenen, die ich mit viel Vergnügen gelesen habe, sind vielleicht doch etwas zu sehr von den romantischen Vorstellungen des Autors geprägt

  6. Es gab eine Zeit in der fasste...
    Es gab eine Zeit in der fasste man in Büchern noch die Gedanken der anderen zusammen und kommentierte sie lediglich. Heute maßt sich ein Jedermann an, all das Wissen aus seinem kleinem Kopf in vielfacher Wiederholung auf die Seiten von Büchern zu pressen.
    Es geht eben nicht mehr um Gefühl und Wissen sondern um Produktion.

  7. specialmarke, ich fürchte,...
    specialmarke, ich fürchte, der Trick war so erfolgreich, dass es diese Sorte vor dem verdienten Aussterben vor der Ankunft in der Gegenwart als theoriebesoffener Web2.0-Jubler bewahrt hat.

  8. Sehr schön. Genau richtig....
    Sehr schön. Genau richtig. Und wird sich nicht ändern. Auch das mit gewissen Obrigkeiten nicht. Leider nicht ganz, vorsichtig forumliert eben. Obwohl wir die eben teilweise auch selbst mit sind.
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    Was anderes. Aber in der Sache. Schon wohl seit geraumer Zeit darüber, wie man wohl mit etwas Fortune – und in Dons Geist – das ultimative Kunstwerk dieser Zeit, dieses Jetzt, formulieren und fassen wollte. (Nun werden die Kritiker sofort über das Wort „ultimativ“ herfallen wollen: Das macht aber nichts, es sind nur die Kritiker, qed)
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    Erstens gehört sicher dazu die Kenntnis einer durch und durch feudalen Grundhaltung – und sei es in diesem Heute nach Art des postmodernen Polyperspektivismus: Die Welt, das bin ich. (Sonst kann man weder verstehen, noch entwerfen.)
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    Und zweitens größtmögliche Verschwendung von Menschen. (Das hört sich bedenklich an? Ja, sehr sogar. Mehr noch: Ist es. Sehr bedenklich. Aber genau so und nur so funktioniert zu zeigendes Prinzip.)
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    Wie es also ginge? Wir kennen ja alle die Antwort schon nicht wahr. Daher schreiben wir nur auf, was ja eh alle sowieso schon denken und wissen:
    Wie wäre es, wenn wir zu genanntem Zwecke gedanklich ganz einfach einmal Hervorbringungen wie das Bernsteinstein-Zimmer ins Jetzt transponieren wüden? Und hier dann passend neu entwürfen?
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    Dann wäre sofort klar, wie wohl das Genie probehalber denken würde: Im Grunde geht es im die maximale friedliche Verschwendung menschlicher Lebenszeit und Arbeitskraft pro Zentimeter zum Quadrat. (Und das weder zu technisch noch menschenverachtend oder gefühlskalt gemeint. Sondern nur das Faktum hingeschrieben … .)
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    Und das voranstehend genannte Beispielswerk würde heute abgebildet, sagen wir, durch ein Uhrenzimmer: Die Wände gebildet aus lauter (natürlich handgefertigten, wie banal) Chronometern vom Glashüttentyp. Eine Uhr neben der anderen. Alle Anbieter der Welt demokratisch vereint. (Wie sonst? Zulieferer haben immer demokratisch zu sein. Nur die Herrschaft ists nicht.) 4 Quadratzentimeter 150.000 Euro. Ein Kubus von sagen wir 3 Metern Kantenlänge. Innen und außen eine solche handgefertigte Uhr neben der anderen. In gold- und diamantgefasten schmalen Rahmen, die sich maximal zurücknehmen, lediglich als Rahmen dienend da sein wollen, logisch. Und alle Tickwerke zeigen die Zeit, sicher. Sogar die richtige Zeit. Was sonst? (MinivideoKameraüberwacht und fernoptikausgewertet, *g*)
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    Und ganz sicher nach Belieben auch ohne Glas (Reinmraum). Ud dieser ganze Raum sicher schwingfähig gelagert zum Zwecke des „Handaufzuges“. (Natürlich ganz unauffällig ansteuerbar mit unterschiedlichen Bewegungsprogrammen für die unterschiedliche Typen. Elektronisch überwacht, ganz sicher.)
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    Dann das Ganze also eingebettet in einen Reinstraum. „Kein Stäubchen in eine Werk“. („Wir übertreffen Intel um den Faktor 10“. (Was auch sonst)). In einem postmodernen Neubau a la Guggenheim, wie man es heute halt so macht.
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    Und dann kann man rechnen, wie der Wert. Eben z. B. der rechenbare Wert an sich: Ein Kubus von 3 Metern Kantenlänge hat eine Oberfläche innen und außen. (Evtl. kann man den Boden von unten nicht sehen. Also 11x 9 Quadratmeter. Zu ca. nur 37.500 Euro pro Quadratzentimeter feinster, einzigartiger Handarbeit.
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    Und klar das alles nicht für die Allgemeinheit. Die kann im beigeordneten Museumsgebäude nebenan Fotos und Videoclips kaufen davon. Wird aber nicht reingelassen. Kann (für viel Geld!, logisch) höchstens eine 1:1 Kopie aus Hochglanz-Fototapete belaufen. Für entsprechenden Eintritt eben. Das Original nur für Könige, Kaiser und gekrönte Häuser. (Schauspielrinnen?)
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    Und natürlich baut man nicht direkt zu Ende: Läßt Platz für zukünftige, noch kommende Zeitpreziosen. Eben genau aus fürstlichem Grunde: Die Uhrmacher der Welt anzuspornen, die auch ein/ihr Meisterstück da haben wollen (müssen!) – und wehe wenn nicht, sie nicht von sich sagen können: Da bin ich auch! Dritte Reihe auf der zweiten Seite links oben, 17. von rechts, das ist meine. Stolz!)
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    Und klar stellt man sich in die Tradition des Bernsteinzimmers, rechnet vor, wieviele Handwerker daran wie lange gearbeitet haben, noch arbeiten werden, sollen werden müssen, rein zu Herstellung von Schönheit und Exxklusivität – und ist dann ein x-fach Übertreffer. Soviel leider dann immerhin am Ende doch. Und drückt die Möglichkeiten der Zeit aus. Der der Konzentration und Zuspitzung.
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    Wenn es einer machen will: Bitte jederzeit gerne. Unsere Sommerfrische erhebt keinen Anspruch auf Urheberschaft oder Tantieme.

  9. ein kleinod zum schwärmen,...
    ein kleinod zum schwärmen, lieber Don Alphonso! so ein schränkchen könnte sicherlich gute dienste leisten.
    .
    je nach lust und laune liessen sich gewisse werke so platzieren, dass ein geschätzter gast sie sehen und entsprechend reagieren kann, aber nicht sehen muss, wenn er entscheiden hat, sie nicht sehen zu wollen.
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    dumm ist nur, wenn der gast nur augen für die gastgeberin hat (ich habe dies einmal so erleben müssen) – und seine wohlerzogenheit in nicht vorhandener neugier ausdrückt, weil es sich nicht schickt, zu investigative blicke in schränkchen zu tun, selbst wenn sie etwas geöffnet sein sollten.
    sollte die dame dann das schränkchen umwerfen, so dass sich sein inhalt dann auf den zuvor günstig platzierten perserteppich ergiesst und, so ganz zufällig natürlich nur, sich gewisse seiten und bebilderungen präsentieren?

  10. Noch kurz zu bemerken: Und...
    Noch kurz zu bemerken: Und selbstverständlich muss die Reproduktion in Form der Fototapete für die Massen im Grunde besser sein als das Original. (Wir argumentieren nur sehr ungerne so, es ist aber leider was dran.)
    .
    Wie das geht? Natürlich so: „Für die Fotoqualität wurden nur die Höchstauflösendsten und Besten der sonst nur militärischen Zwecken vorbehaltenen CMOS-Chips verwendet.“ „Nicht unter 100 Millionen Megapixel pro Quadratmillimeter“. Oder so. Sonst kann ja die Reproduktion nicht besser sein, als das Original, wie für Jedermann leicht einsichtig ist.
    .
    Aber nur am Rande.
    .
    (Ein auch für uns maximal sinnvoller Verbrauch von Volkes Arbeits- und Leistungsfähigkeit? Für mehr Faulheit. Durchaus. Mehr Muße statt Knechtschaft.)

  11. "wie unglaublich wenige...
    „wie unglaublich wenige Bücher der Zeit vor 1850 wirklich noch ungelesen sind, wenn man das mit aktuellerProduktion vergleicht“ Das hat sich seit 2004 noch einmal deutlich verschärft, denn da kamen die Billig-Editionen (SZ-Bibliothek, BILD-Bestseller, FAZ-Comic-Edition, Brigitte-Edition) auf den Markt und haben aus dem Stand 6-7% Marktanteil erreicht.

  12. Ich wette sämtliche Perücken...
    Ich wette sämtliche Perücken meiner Oma, dass das Jalousieschränkchen seine zweihundertjährige Karriere neben dem Bett einer Dame als eleganter Nachttisch begann, in dem sie diskret das Meißener Porzellantöpfchen verbarg.
    Solchen Nachttopfschränkchen begegnet man heute noch in altmodischen Gasthöfen.

  13. Potschamperl hat man nicht...
    Potschamperl hat man nicht oben auf Pfeilerfüssen aufbewahrt, sondern meist irgendwo unten, in der Regel unter dem Bett – aber die Perücken will ich trotzdem nicht haben.

  14. "Wie heißen...
    „Wie heißen Sie?“
    „Mohammed“
    — fünf Sekunden peinliche Pause —
    „Mein Herr, ich weiß nicht, was Sie meinen und unsere Tochter liest sowas nicht“.

  15. Nachtrag: BWV 580...
    Nachtrag: BWV 580

  16. Das war sehr vergnüglich zu...
    Das war sehr vergnüglich zu lesen und anzuschauen, vielen Dank.
    Aber, Klopstock und Hegemann? Hm.
    (Wollen sehen, wann die Nußholz-Stäbchenjalousie im Appstore auftaucht …)

  17. Der Tiger: Irgendwie kann ich...
    Der Tiger: Irgendwie kann ich es verstehen, dass manche andere die Sache mit der ESA nun wirklich leid sind. Das hier ist eigentlich keine Plattform für persönliche Feldzüge, es sei denn, ich unternehme sie.

  18. schauerfeld, gibt es nicht...
    schauerfeld, gibt es nicht schon so Täschcen, in denen die etwas dezenteren Leute ihre iPhones versecken?
    .
    Benedikt, das steht ausser Frage – denn was nix kost, ist auch nix.

  19. ...
    @DA
    http://www.sulzbach-rosenberg.de/index.php?id=0,249
    Sehr nette Gesellschaft, auch wenn Prof. Battaferano nicht mehr vorsitzender ist. Im Juli gibt es die jährliche Tagung, diesmal passend zur Zeit über Apokalypse
    http://www.sulzbach-rosenberg.de/index.php?id=0,250
    also wenn Sie mal die Donau Richtung Norden überqueren wollen – eine knappe Autostunde. Ürigens war dort auch eine der größten jüdischen Druckereien in der Neuzeit.

  20. Don Alphonse @: La dame /...
    Don Alphonse @: La dame / demoiselle a également laissé Werthern disparaître à la hâte, le nombre prêts à broder napperons déjà allongé sur les genoux étroite. Angelica Kauffmann était déjà là un peu plus loin, tout comme le héros Lord Horatio Nelson Jeliebte , Lady Hamilton Emma. Femme d´ambassadeur de Grande Bretagne
    au court de Naples. Ou encore les soeurs Brontë.
    Napoléon Bonaparte, quand il était cadet à l’École d’artillerie, la couverture que pour l’attention en lisant la Werther. Dans la mémoire de la postérité est susceptible de rester rencontre légendaire de l’Europe avec Goethe, Napoléon, en 1808, sont imprimées sur le Congrès d’Erfurt, où Napoléon étonnamment comme un connaisseur de Goethe de Werther et a même fait d’une erreur de texte.
    Mon premier Roentgenmöbel, l`hype absolu des 18 Siècle. Est arrivé à la cour comme dans le milieu, j’ai vu pour la première fois dans le palais des princes de Waldeck et Pyrmont à Arolsen.
    Visitez virtuellement en temps realiter Neuwied et
    http://www.roentgen-ausstellung.de/
    Lady Emma Hamilton. Ou encore les soeurs Brontë schriftstellernden.
    Napoleon Bonaparte, quand il était à l’École d’cadet artillery, la couverture pour que l’attention de la Lisant Werther. Dans la mémoire de la postérité est susceptible de rester avec l’Europe de rencontre Légendaire Goethe, Napoleon, en 1808, sont sur le Congrès d’Erfurt imprimée, où Napoléon étonnamment dartat comme un connoisseur Werther de Goethe et de même a fait d ‚ une erreur de texte.
    Mon premier Roentgenmöbel, le tube 18 of the absolute Siècle. »Est arrivé à la cour comme dans le milieu, j’ai vu pour la première fois dans le palais des princes de Waldeck Pyrmont et à Arolsen.
    Visitez virtuellement en temps et realiter Neuwied
    http://www.roentgen-ausstellung.de/
    Catherine la Grande. possédait des meubles beaucoup plus, et tend à la correspondance avec Voltaire, le prince de Ligne (aphorismes mousseux) et à vos favoris Marechal Prince Potemkine, qui, certes, n’était pas seulement très approprié pour le lit.

  21. perfekt!57, aus genau diesem...
    perfekt!57, aus genau diesem Grunde kaufe ich ja auch Ölgemälde. (Auch wenn das hier nicht oft auftaucht) Davor liegen und faul sein ist auch prima.
    .
    donna laura, das Möbel ist, auch wenn es mit den dünnen Beinen anders wirkt, ganz erstaunlich stabil.

  22. Jetzt wissen wir endlich,...
    Jetzt wissen wir endlich, wofür unser Don die vielen Teekannen braucht: Seine Symbiontin Donna Laura verbeult sie alle, wenn sie das Schränkchen umwirft. Welcher Galan wollte schon eine zweifach gebeulte Silberteekanne aufheben? Und wer sich in Porzellanscherben wälzen?

  23. perfekt!57@:
    Dann lesen Sie...

    perfekt!57@:
    Dann lesen Sie mal von Walter Benjamin „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit “ da hammses aufn Punkt jebracht. Ansonsten gilt der Gegensatz von otium (Westviertler) et negotium (Nordviertler etc.)
    Don Alphonso@: Nun seien Sie doch nicht so, „Der kleine Prinz“ oder „Peterchens Mondfahrt“ haben doch auch was für sich. Wurde doch diese Contrebande sicherlich im Jalousienbüroschrank der ESA als erholende lecture versteckt. Ansonsten: Bin auf Ihre nächsten Feldzüge ausgesprochen gespannt.

  24. @Don Alphonso/06. Juni 2010,...
    @Don Alphonso/06. Juni 2010, 14:59
    Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, auf was sie sich beziehen. Ich war die letzten Stunden in Den Haag, um mir die Papier FAS zu kaufen und auf dem Flohmark unerfolgreich nach einer weiteren Silberkanne zu suchen.

  25. Also, Klartext: Bitte weder...
    Also, Klartext: Bitte weder Tigerparodien unter falschem Namen noch die unendliche ESA-Geschichte. Das hat hier alles nichts verloren, dann sind acun weitere Anraunzungen überflüssig, danke für die Aufmerksamkeit.

  26. Dies Möbel und sein Zweck...
    Dies Möbel und sein Zweck machen mein Herze lachen – Walnuss Vollholz? Jedenfalls kein Furnier über Buche. Ich freue mich schon auf den Zusammenbruch der Massenproduktionsweise. Hoffentlich können dann noch ein paar Leute so etwas Wunderschönes herstellen.
    @donna laura, umwerfen ist vielleicht eine Nuance zu deutlich. Wie wäre es, wenn Sie dem Herrn bedeuteten, dass sich das Möbel an einem anderen Platz günstiger machen würde? Er wird Ihnen dann schon behilflich werden und dabei nebenbei die Gelegenheit ergreifen, Ihrer Lektüre ansichtig zu werden.

  27. Für die junge Dame jener Zeit...
    Für die junge Dame jener Zeit ist dies das angemessenere Möbel. Lesen verbildet das weibliche Geschlecht…

  28. Zerlina, ach, wer weiss schon...
    Zerlina, ach, wer weiss schon Frauen recht zu lesen? Selbst besaesse man eine grosse Bilbliothek zum Thema…
    …prust, und wenn sie antquarisch werden, wer kauft den Nachlass?

  29. Bitte mein holpriges...
    Bitte mein holpriges Französisch zu entschuldigen.

  30. Lieber Don, schön,...
    Lieber Don, schön, stimmungsvoll und psychologisch glaubwürdig geschrieben. Und der Absturz am Schluss ist völlig ausreichend. Herzlichen Dank.

  31. Lieber Don Alphonso!
    Es ist...

    Lieber Don Alphonso!
    Es ist nicht das erste Mal, dass jemand unter meinem Namen einen Kommentar abgegeben hat. Folgender Kommentar war auch nicht von mir:
    Der Tiger/24. Mai 2010, 17:41
    Vermutlich war sie den perlenden Äppelwoi satt, Frau Unseld-Berkéwicz steht nu uff Berliner Weisse. Aber warum wg. des Getränkewechsels so ein Aufstand? Es war doch alles so schön eingefahren, mitsamt den Autorenlesungen (Frankfurter Buchmesse) So geht/schmilzt er dahin der Goldene Westen. S. Westliches Viertel, seine Helden, die starken emanz. Ehefrauen, und seine Perlen. Apopos: Meine Suhrkamp-Bändchen-Sammlung muss ich doch gelegentlich stark ausdünnen. Vieles ist doch obsolet geworden. sic transit gloria mundi.
    .
    Ich hab es reichlich satt, von anderen parodiert zu werden und ich kann von Ihnen nicht erwarten, meine Beiträge von anderen zu unterscheiden. Im Anbetracht dessen, werde ich keine Kommentare mehr schreiben.
    Mit freundlichen Grüssen
    Der Tiger
    (Dr. Lisbeth Heuse)

  32. @ Filou, ja der Nachlass auch...
    @ Filou, ja der Nachlass auch wenn er Tand ist, wer kauft ihn?

    Im Knoten ihres roten Haares steckte eine Nadel mit einer Glaskugel, die einen Smaragd vorstellen sollte, und trotz ihrer Trauer(so unbefangen war ihr schlechter Geschmack) trug sie Pantoffeln aus Strohgeflecht mit rosafarbenem Atlasbesatz, ein handelsüblicher Ramnsch, den sie wahrscheinlich auf irgendeinem Jahrmarkt gekauft hatte.

    Er bemerkte sie und machte ihr ein ironisches Kompliment darüber.

    „Machen Sie sich nicht über mich lustig“, entgegnete sie. Dann betrachtete sie ihn, angefangen von seinem grauen Filzhut bis hin zu seinen seidenen Strümpfen, und sagte: „Wie elegant sie sind!“

    Faubert, Erziehung der Gefühle

  33. @Der Tiger, gerade wegen...
    @Der Tiger, gerade wegen diesem Kommentar flog Ihnen mein Herz zu. Es verfehlte sein Ziel.

  34. lieber Tiger,
    bitte nehmen Sie...

    lieber Tiger,
    bitte nehmen Sie sich das nicht zu Herzen und schreiben Sie weiterhin Kommentare! So ist das eben im internet: man kann eine Identität prätendieren;
    aber mit etwas Lebenserfahrung merkt man ohnehin, wer über reale Erfahrungen schreibt und wer nicht. Die interessanten Kommentare kann man lesen, den Rest scrollen. Leute die berufliches Mobbing selbst noch nicht zu spüren bekommen haben, sind skeptisch und tun Berichte darüber gern als subjektive Wahrnehmung und Übertreibung ab.

  35. Das Kästchen war nicht für...
    Das Kästchen war nicht für Bücher, Don. Eine Feinststaubanalyse würde ergeben, daß da drin nur ihre eigenen gestanden sind. Der rettende Einfall: auch Frauen naschen gern. Da drin stand der Kuchen! Ein Kuchenkasten!! – Anstrengende Recherchen in meiner Bibliothek zur zeitgenössischen Literatur der jungen Dame machen es evident. In diesen Kasten paßt nur der Gugglhupf (siehe obiges Foto), Sahnetorte weniger…

  36. Der Kapitalismus könnte...
    Der Kapitalismus könnte möglicherweise schon, er will nicht, Sachen die 100 Jahre halten bringen einfach nichts. Das System will den tumben „Verbraucher“ im wahrsten Sinn des Wortes. Wozu Qualität, wenn’s auch anders geht, die verschwindende Minderheit, die sich für sowas exotisches interessiert ist keine relevante Zielgruppe mehr, außer für den Antiquitätenhandel und einige wenige andere Randbereiche des Wirtschaftssystems.
    Allerdings stirbt damit leider auch nach und nach das Können und das zugrundeliegende Fachwissen aus, zumindest partiell.
    Man muß nicht unbedingt bis 1820 zurückgehen um Qualität zu finden.
    Mein Schlafzimmer ist Art Deco, die japanisch beeinflußte Richtung. Die Wäscheschubladen bspw. sind so genau gearbeitet, daß sie nicht untereinander austauschbar sind. Aber selbst die Möbel meiner Mutter, die sie in den 50gern gekauft hat, die allerdings wahrscheinlich 10 Jahre vorher produziert wurden sind von ausnehmend guter Qualität.
    Ich glaube die Erfindung der Spanplatte in den 30gern und der Schrankwand in den 20gern markieren den Beginn des Endes der hochwertigen Möbeltischlerei.
    Was die Feinheiten des gesellschaftlichen Umganges angeht, nun dieses Kind ist entgültig in den Brunnen gefallen.

  37. Das Gesellenstück meines...
    Das Gesellenstück meines Vaters ist eine kleine auf Mahagony gebeizte Kirschbaumkommode im 40gerjahrestil. Links sind drei geräumige Schubladen, in denen Fotoalben verwahrt wurden, rechts ist eine abschließbare Tür, dahinter lagen die Agfa-Speigelreflex und das Uher-Tonbandgerat. Das Schloss ist lächerlich und soll eindeutig ablenken. Diese Kommode würde ich gern erben. Sie hat ein Geheimfach, das so geheim ist, dass ich es als Kind nicht finden konnte, und da hat man ja Einfälle genug. In das Schloss passte der Schlüssel vom Briefkasten. Aber dann war Schluss. Ich vermute heute noch, dass sich das Geheimfach in dem relativ massiven Deckenstück befindet. Was ich darin wohl einmal finden werde? Liebesbriefe an meine und von meiner Mutter? Aber so sind Männer nicht.

  38. "Sie mal in ein beliebiges...
    „Sie mal in ein beliebiges Möbelgeschäft und verlangen sie eine Pfeilerbüchervitrine aus Nussholz, “
    .
    @DA: Konnte man denn 1820 in einem beliebigen Möbelgeschäft soetwas kaufen, bzw gab es 1820 beliebige Möbelgeschäfte?

  39. Wieder schön zu lesen, Danke!...
    Wieder schön zu lesen, Danke!

  40. @kryptart, Zerlina: Im Grunde...
    @kryptart, Zerlina: Im Grunde markiert die Biedermeierzeit, den Endpunkt der handwerklichen Schreinerei. Mitte des 19. Jahrhundert enstanden praktisch alle holzverarbeitenden Maschinen, die Möbelindustrie wurde geboren. Statt schwer zu handhabenden Sägefurnieren gab es plötzlich Messerfurniere, Zierart wurde durch Fräsmaschinen und Drechselmaschinen mit Kopiereinrichtung plötzlich ungeheuer billig. Das Produkt waren hier in Deutschland die Möbel des Historismus, die sich in manchen bürgerlichen Haushalten immer noch großer Beliebtheit erfreuen. Damals fing man auch an, statt Stühle aus Nußbaum herzustellen, sie aus Buche zu machen und nußbaumfarben zu beizen. Die Buchen läßt man eigentlich besser im Wald; dort gefallen sie. Ihr Holz läßt sich höchstens für Schulbänke verwenden. – Wenn die nächste Restaurierung der Historismusmöbel fällig ist, werden viele Restauratoren wahrscheinlich die Furnierflächen an manchen Stellen durchschleifen. Sie übermalen dann das ein bißchen, aber es war bestimmt die letzte Restaurierung. Biedermeiermöbel haben meist zwei bis drei Millimeter starke Sägefurniere – die halten noch manche unsachgemäße Restaurierung aus.
    Vielleicht noch ein Hinweis bezüglich der Furniere: Kleinmöbel wurden manchmal massiv in Nuß oder Kirsch gebaut, etwa Dons Gugglhupftischchen. Die größeren Möbel – gerade die hochwertigen – wurden immer aus Fichte, Kiefer oder Eiche (es sind die stabileren Hölzer) gebaut und anschließend mit Hölzern furniert, die zwar sehr schön aussehen, aber für den massiven Möbelbau nicht besonders geeignet sind. Vor der Biedermeierzeit wurden die Möbelflächen dekorativ durch den Einsatz unterschiedlicher Hölzer gestaltet, die kunstvoll zu Formen und Strukturen zusammengesetzt waren. In der Biedermeierzeit wurde das Furnier, getreu klassizistischer Gestaltungsprinzipen, spiegelbildlich und in streng vertikaler Ausrichtung über das ganze Möbel gelegt. Sie verschaffen dem aus vielen Elementen zusammengesetzten Möbel – man denke an einen Schreibschrank – eine ganzheitliche Wirkung. – Viele empfinden dies als schön, manche nicht…Der Don findet es – glaube ich – langweilig.

  41. Zumindest war es um 1820 so,...
    Zumindest war es um 1820 so, dass es auch grosse Schreinereien mit Dutzenden von Mitarbeitern gab, und die wiederum produzierten nicht nur auf Auftrag, sondern auch auf Vorrat. Standardformen konnte man einfach so mitnehmen, und mitunter gab es damals sogar schon Saisonschlussverkäufe. Die Familie Röntgen hat sich mit so einer Aktion schon im 18. Jahrhundert einmal gerettet. Kleinmöbel waren jedenfalls schnell verfügbar. Mitunter hat man auch die Grundgerüste von Sofas vorproduziert und dann nur noch je nach Wunsch Lehnen angefügt.
    .
    Zerlina, beliebte Verstecke sind die Böden von Schubladen, oder auch die dickeren Bretter im Boden – meist ist dann irgendwo eine Feder eingesetzt, die es auslöst.

  42. Natürlich gibt es Dons Möbel...
    Natürlich gibt es Dons Möbel heute auch noch. Nur die Silberkanne kann man nicht drauf abstellen. Dafür ist mehr Platz – unsere Girls lesen ja heute viel mehr…

  43. Heutzutage müsste mindestens...
    Heutzutage müsste mindestens ein Jahrgang von Hugh Hefners Postillen hineinpassen nebst einer farbig bebilderten Ausgabe des Kamasutra, nicht zu vergessen Käsmanns Geschenke Gottes oder besser noch genopptes Gummi, damit nicht mehr so viele Dichter und Denker von der Syphillis dahingerafft werden. Hat doch gerade wieder so einer einen runden Geburtstag.

  44. In Ergänzung von Don: David...
    In Ergänzung von Don: David Röntgen war praktisch „Ikea für Reiche“ . Seine Möbel hatten abschraubbare Beine, damit man sie besser nach Moskau oder Paris transportieren konnte. Er fuhr häufig mit einer riesigen Wagenladung an die führenden Höfe Europas und stellte seine vor Ort von Schreinern aufgebauten Möbel vor. Er war mehr am Sofortverkauf als an Bestellungen interessiert. Notfalls veranstaltete er Lotterien und Versteigerungen, um die nicht verkauften Möbel abzusetzen. Die Qualität war allerdings weit jenseits von Ikea und anderen. Auf dem freien Markt sind sie heute – ähnlich den Picassos und van Goghs – praktisch nicht mehr erhältlich.

  45. DA, Es ist zwar aus der...
    DA, Es ist zwar aus der Erinnerung, die Schubladenböden kann ich aber definitiv ausschließen. Wir hatte die öfter draußen, wenn wir Photos geguckt haben. Die Bodenbretter sind allerdings ein guter Hinweis. Auf der Vorderseite unten ist über die gesamte Breite so eine Art Verblendung, die irgendwie keinen Sinn macht. Vielleicht schnappt die irgendwie zurück. Die Rückwand reicht bis kurz über den Boden. Das dickere Holz oben ist auf der Stirnseite, genauso wie auf der Rückseite. Danke!

  46. Wunderbar! Einfach Wunderbar!...
    Wunderbar! Einfach Wunderbar!

  47. specialmarke: Unsere Frauen...
    specialmarke: Unsere Frauen lesen viel, fahren Autos, diskutieren mit. Kinder daheim zu gebären oder die Konversation einer Dame beherrschen sie nicht mehr. Und am besten im Bett: Bei mir wars die katholische Krankenschwester. Friseusinnen sollen auch gut sein, mal abwarten…

  48. Fischkopf
    06. Juni 2010,...

    Fischkopf
    06. Juni 2010, 21:07
    So genau wollten wir es eigentlich gar nicht wissen!

  49. Bin weder Fräulein, weder...
    Bin weder Fräulein, weder schön — aber wenn ich irgendwo im ICE oder Flieger sitze, lege ich mein Buch auch immer grundsätzlich auf die Rückseite so hin, dass niemand sehen kann, was es für ein Buch ist.
    .
    Eine Frage, die ich schon zu Kindestagen nicht ausstehen konnte, war das unvermeidliche: „Ja was liest Du denn da?“. Nein, es waren keine Pornos oder so. Ich wollte nur einfach weiterlesen, aber mich nicht drüber mit irgendwem unterhalten müssen. Warum und wieso und wie ich es finde.

  50. Herzlichen Glückwunsch auch...
    Herzlichen Glückwunsch auch zu den einleitenden Bemerkungen zu Kapitalismus und Marxtwirtschaft. Sie sprechen mir aus dem Herzen.
    Die Reichen haben heute gar keine Möglichkeit, ihrer sozialen Stellung entsprechend zu konsumieren. Die blöden Ferraris, Armanis, Breitlings und Segeljachten unterstreichen das doch nur ungewollt.
    .
    Als erstes überlegen wir uns mal, wie ein Damen-Laptop aussehen müsste. Vielleicht mit einer Tastatur, die auch mit 3-5 cm langen Fingernägeln mit 300 Anschlägen / Minute bedient werden kann. Mit einem Geheimfach für Pillen, Kondome, Photoshop und einem zwar gehäuseinternen, aber festplattenexternen Spezialstick für diskrete Dateien. Oder…
    .
    Sagen Sie, Don, haben Sie in Ihren diversen Residenzen auch für sämtliche Rennräder Damensättel vorrätig? Falls mal eine Besucherin ein bestimmtes FAbrikat ausprobieren will? Die Kasel ist ja unisex.

  51. David Röntgen: Auf dem freien...
    David Röntgen: Auf dem freien Markt sind sie heute – ähnlich den Picassos und van Goghs – praktisch nicht mehr erhältlich.
    .
    Danke Specialmarke.
    .
    Hier bestätigen Sie glücklicherweise die Kapitalismus- und Marktkritk von DA!
    So einer Schweinerei ist nur der Markt fähig, daß diese Möbel nicht mehr erhältlich sind!
    .
    Oh wie böse und teuflisch sind Markt und Kapitalismus.
    Zum Glück gibt es Erben von Jesuitenkollegen, die ihre Wohnungen nur zum Selbstkostenpreis an H4 Bezieher vermieten, um aus ihrem Immobilienbesitz keinen Mehrwert zu erwirtschaften, um davon Silberkannen zu ersteigern.

  52. Don mit bewußter Dame. - Wo...
    Don mit bewußter Dame. – Wo ist das Gugglhupftischen?

  53. @HansMeier555
    06. Juni 2010,...

    @HansMeier555
    06. Juni 2010, 22:02
    Ich benutze als Schutzhuelle den alten Ledereinband eines Diary. Da bleibt die Anonymitaet gewahrt und ich hab noch Platz fuer den Stylo und fuer Zettelkram.

  54. @ HansMeier...
    .
    Das Problem...

    @ HansMeier…
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    Das Problem ist doch, dass der „Reiche“ von heute nicht konsumieren will. Statt sich Möbel zu kaufen, die mindestens 50 jahre halten, investiert man das „gesparte“ Geld lieber in Kabeljaubonds, Film und Schiffsfonds usw.
    .
    Wer heute noch individuelle Möbel sucht, der findet auch noch spezialisten für so etwas. Die fertigen dann auch mit Massivholz oder was auch immer dem geneigten Herren (oder der Dame) vorschweben mag.
    .
    Nähme man genug Geld in die Hand und frügte man den richtigen, könnte man auch einen massivholzlaptop bekommen. mit schnörkeligem zierrat obendrauf.
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    computer sind aber leider anders als fahrräder und Möbel wegwerfartikel, da wäre es in meinen Augen beinahe schade um die Arbeit und das Herzblut das da jemand hineingesteckt hat.
    .
    aber da sich inzwischen auch das westviertel mit presspappe (asiatischer produktion und schwedischen labels) zufrieden gibt … kein wunder, dass die binnenwirtschaft schwächelt.

  55. sehrdervorstadtprolet, das...
    sehrdervorstadtprolet, das Grundproblem der Umverteilung ist, dass das Geld wiederum in weitere Umverteilung investiert wird – nun aber nicht wie bei Marx in die kapitalistische Produktion, sondern in die Spekulation auf Basis eines reichlich fernen Produktion, Derivate, CDOs, Bankaktien…tatsächlich wäre es klüger, sich Möbel machen zu lassen, aber auch das geht nicht so oft, und ausserdem rennen genug Leute durch die besseren Kreise, die zu dummen Spekulationen auc noch am falschen Ende sparen. Deshalb bin ich auch für massivste Strafsteuern gegen Banken – wenn die weniger lukrativ sind, geht das Geld vermutlich in andere Richtungen.
    .
    specialmarke, danke für das Bild, das ist ja wie bei mir daheim.

  56. Don Ferrando, so teuer und...
    Don Ferrando, so teuer und selten ist nun Röntgen auch nicht, nur erheblich überbewertet im Vergleich zu weniger bekannten Herstellern. Es sind durchgängig Manufakturwaren, die Röntgens waren tatsächlich eher der Vertrieb und das Qualitätsmanagement, als die ausführende Hand; das sollte man bedenken. Letztlich geht es immer um den gerechten Preis, und bei Röntgen ist man bei unbedeutenden Stücken auch schon mit 20.000 Euro dabei – wenn man will. Ein Blick auf Deutschlands Überholspuren zeigt: Das könnten sich viele leisten. Zum Glück tun sie es nicht.
    .
    HansMeier555, es gibt an beiden Wohnorten auch damentaugliche Räder für solche Zwecke.

  57. Herr Lobsam, gern...
    Herr Lobsam, gern geschehen!
    .
    Zerlina, mitunter kann es auch in den Füssen versteckt sein, wenn die gross genug sind. Ich kenne ein Beispiel mit Chippendale-Klauen, die eine Kugel halten, und darin ist das Versteck. Im Notfall hilft es, an allen kleineren Hölzern etwas zu rütteln – zumeist ist damit der Mechanismus verbunden.

  58. specialmarke, das ist...
    specialmarke, das ist vielleicht etwas plakativ; ich denke, man liegt nicht falsch, wenn man sagt, dass Röntgens für ihre Zeit sehr gewiefte und anpassungsfähige Geschäftsleute waren. Allerdings nach meiner bescheidenen Meinung auch ziemlich überschätzt., ähnlich wie Chippendale, die ich jederzeit für Hepplewhite hergeben würde (was ich zum Glück nicht muss, denn ich habe keines von beiden). Letzthin sah ich aber einen gestempelten Sekretär eines Franzosen um 1770, mit feinen Holzarbeiten für 2700 Euro – so teuer ist das also alles nicht.
    .
    steelydan, ich glaube, das versteckt man heute nicht mehr, dazu gibt es auch kaum einen Grund, würde ich annehmen. Da muss man nur mal auf Unterwäsche-Plakate schauen.

  59. --off topic und bestimmt nicht...
    –off topic und bestimmt nicht nur meine Meinung: Lieber Tiger, BITTE weiterhin kommentieren und sich nicht ins Bockshorn jagen lassen !! — Wer soviel durchgestanden hat (bei der ESA u.a.) darf bei so einem (bis dato & relativ) anonymen Blog nicht aufgeben, wenn ihm/ihr der Wind mal ins Gesicht weht !!
    — back to topic: Luxus(?)Moebel in Form von Einzel~/Sonderanfertigungen bekommt man immer noch handgefertigt zu sehr guenstigen Konditionen, ebenso wie man qualitativ hochwertig restaurierte historische Moebel bekommt, wenn man weiss was man will und ‚jemanden kennt‘. — Der intarsienverzierte Sekretaer meiner Mutter (Perlmutt~/Rosen~/Eben~holz~einlagen, mit elfenbeinernen Knoepfen an den Schubladen), hat mich, nicht zuletzt durch seine div. ‚Geheimfaecher‘, schon frueh inspiriert und einen Kubus aus Sperrholz fertigen lassen welcher mein Tagebuch per ‚Geheimklappe‘ aufnahm. Schon im zarten Alter von ca. 10 Jahren war es gut Dinge (vor z.B. Geschwistern) verbergen zu koennen. — Jedoch, spaetestens seit ich ueber meine eigene Werkstatt verfuegte, kam es mehr als gelegen, dass ich in der Lage war meine Moebel a) selbst zu bauen, b) mit Vorrichtungen ausstatten zu koennen, welche nur ich im Stande zu bedienen war. Nicht, dass ich meinen Mitbewohner/Innen nicht getraut haette, nur hoerte beim Geld die Freundschaft auf.
    Heutzutage versuche ich durch lebhaften ‚App‘-Tausch und gegenseitigem update der neusten Funktionen Eindruck zu schinden…., …ich hab da auch schon was in Aussicht…
    …man druecke mir die Daumen !!
    ;-)

  60. ....nochmal zum Tiger: Ich...
    ….nochmal zum Tiger: Ich finde Lisbeth sollte sich nicht mit Horst solidarisieren und den Schwanz einkneifen, sondern weiterhin die Krallen ausfahren und Rosinante zeigen wo der Barthel den Most holt !!

  61. Lieber Don, das letzte...
    Lieber Don, das letzte Röntgen-Möbel, das meines Wissens auf dem Markt kam, war eines der vielen, hinreichend bekannten Verwandlungstischchen. Bei einer Auktion (Schätzpreis 60 – 80 000 Euro) am 15. Mai ging es weg für 190 000 Euro. Ein ähnliches Tischchen, vielleicht etwas hochwertiger erwarb 1978 das Frankfurter Museum für angewandte Kunst für 800 000 Mark. Ein Damensekretär, der im fränkischen Raum unerkannt in einer Ablaugerei aufgetaucht war, ging nach Identifikation für ca anderthalb Millionen Mark weg. Überbewertet, klar, genauso wie viele Maler, die man sich höchstens noch als Kunstdruck an die Wand hängen könnte. – Es gibt zu viele Leute mit zu viel Geld, auch wenn sie nur wenige sind.

  62. @Don Alphonso - Also Ihren...
    @Don Alphonso – Also Ihren „Marktwirtschaftsvergleich“ kann ich als Ökonom so natürlich nicht stehen lassen, aber es war von Ihnen vermutlich auch bewusst provokant formuliert. Sie implizieren, daß „Marktwirtschaft“ nur eine von vielen Möglichkeiten des Austauschs zwischen Angebot und Nachfrage wäre – und genau das entspricht absolut nicht den Tatsachen. Der Markt ist eine vollkommen natürliche Erscheinung zwischen Menschen, es gab ihn schon immer, er ist unausrottbar und in jeglicher Gesellschaftsform vorhanden, dann eben als „Schwarzmarkt“. Es kann in Wirklichkeit gar keine „Alternative“ zum Markt geben.
    .
    Ihr antikes Schränkchen hatte sicherlich einmal eine bestimmte Nachfrage, aufgrunddessen ist es seinerzeit ja auch, vermutlich von einem Schreiner, produziert worden. Heutzutage wird die sehr geringe Nachfrage nach solchen Schränkchen eben durch den alten Bestand befriedigt, vertrieben durch Antiquitätenhändler. Möchten Sie gerne ein neues Schränkchen, dann lässt sich sicher ein Schreiner finden, der ein solches anfertigen kann, wie damals auch. Ich frage mich: wo soll in diesem Fall nun eigentlich dieses „Marktwirtschaftsproblem“ herrschen?
    .
    Hier wird ja kritischerweise immer der umgekehrte Fall postuliert, nämlich der, daß die Nachfrage erst durch Werbung generiert würde. Und auch ich gebe zu, daß die Werbe- und Marketingmacht unerträglich geworden ist, damit bin ich völlig d’accord. Aber wie schon meine Mutter sagt „Es gehören immer zwei dazu“ – trotz aller Werbe- und Marketingmacht kaufen ich und andere in diesem Blog ja auch nicht jeden Mist. Es gibt aber leider genügend, die kaufen dann doch gerne den Schokobrunnen „Made in China“ und zahlen ihn über 24 Monate ab. Ich weiss auch nicht, wollen wir denen das verbieten, da wir ja schlauer sind und wissen, wie unnütz und schädlich dieses Verhalten ist?

  63. mawu, nun, ich denke, dass die...
    mawu, nun, ich denke, dass die mangelnde Nachfrage zum guten Teil auch daher stammt, dass der Kapitalismus versucht, den Markt in seinem Sinne massiv zu beeinflussen. Es wird den Marktteilnehmern also suggeriert, sie bräuchten nur das, was der Kapitalismus gerade auf Lager hat, und alles andere wird totgeschwiegen, ausgebremst, dem Vergessen anheim gegeben. Wieviele derartige Beiträge gibt es, und wie viel Kubiukmeter Werbepapier für CD-Ständer aus Metall und Lack? Ich glaube wirklich nur begrenzt anm einen freien Markt, genauso, wie ich nur begrenzt an eine freie Demokratie glaube, oder freie Medien. Was ich vor allem sehe, ist ein Mainstream des Billigen und der leicht Verfügbaren, der alles ausrottet, was nicht so ist – solange es nicht das leicht Verfügbare ist, das den Anschein macht, teuer zu sein und damit zu Luxus wird. Kapitalismus war mal eine gute Idee, aber heute ist Kapitalismus nur noch eine niedrige Ableitung aus dem Marketing. (Mehr dazu in einem der kommenden Beiträge)
    .
    specialmarke, bei Lempertz ging 2009 eine (gut, jetzt nicht allzu repräsentative) Kommode von Abraham Röntgen für 15000, also letztendlich mit Aufgeld und Steuern rund 20.000 an einen Bieter. Es ist halt immer die Frage, was man haben will, aber auch Röntgen hatte neben den wirklich üppigen Stücken mit komplexer Mechanik auch recht durchschnittliche Waren. Vollsortimenter, könnte man sagen. Und meines Erachtens immer noch viel zu teuer – aber wenn ich mich recht erinnere, war die grosse Zeit von Röntgen im Handel auch schon in den 90er Jahren.

  64. mawu,
    vielen Dank für Ihren...

    mawu,
    vielen Dank für Ihren Kommentar. Was stört – und ich spreche nur für mich-
    ist die aktuelle Interpretation von Markt und Kapitalismus , die mir nicht so
    sehr wissenschaftlich sondern mental begründet scheint.

  65. bloggoergosum, tja, ich habe...
    bloggoergosum, tja, ich habe noch nicht mal ein entsprechendes Endgerät, aber wer Möbel aufbauen und restaurieren kann, verschafft sich damit vielleicht ab und an mehr Dankbarkeit, besonders in Zeiten des allgemeinen Umziehens – solange er pünktlich ist (ahem).
    .
    Placebo, gern geschehen.

  66. minna, ach was - da sind Sie...
    minna, ach was – da sind Sie nicht allein.
    Gäbe es einen freien Markt, bekäme man für Griechen-Bonds nur noch 50 statt den ursprünglichen 100%. Aber so sehen wir dank intensiver Lobbyarbeit (um es mal ganz vorsichtig auszudrücken) eine erfolgreiche bail out-Spekulation nach der anderen.
    Nicht verboten, hat jedoch mit freien Märkten nix mehr zu tun.

  67. kryptart, die Frage der...
    kryptart, die Frage der Dauerhaftigkeit stellt sich vielleicht noch nicht mal; ich kenne das aus dem Bereich der Rennradkomponenten, in denen sich eigentlich seit 10 Jahren kaum etwas getan hat, und trotzdem findet man bestes Material für 1/10 oder weniger des ehemaligen Listenpreises. Und das, obwohl die fraglichen Firmen mit Dauerhaftigkeit werben! Die Leute wollen einfach immer das Allerneueste.

  68. @minna - Ich wollte in erster...
    @minna – Ich wollte in erster Linie mal wieder darüber aufklären, daß der Markt, bzw. die daraus abgeleitete Marktwirtschaft (Kapitalismus ist ja lediglich ein ideologisch geprägter Begriff) an sich nicht verwerflich und rational unvermeidbar sind. Jeder Flohmarkt entspricht der „Marktwirtschaft“.
    .
    Ein typisches Problem des Marktes ist das Entstehen von Monopolen. Oder Oligopolen. Oligopol bedeutet: einige wenige Anbieter stehen sehr vielen Nachfragern gegenüber – oder defacto ein Monopol einiger weniger Anbieter, die sich entweder bewusst absprechen oder sich durch ihr Handeln gegenseitig entsprechend beeinflussen. In unserem Markt, und nach der Globalisierung, gibt es fast nur noch solche gleichgeschaltet operierenden Oligopole, von der Mineralöl- bis zur Telekommunikations- oder Computerbranche.
    .
    Der Staat versucht nun, bzw. sollte dies tun, die Marktakteure entsprechend einzuschränken, durch die Kartellbehörde etwa, oder Kriterien zur Kreditvergabe bei Banken – die gibt es ja auch. Für Privatpersonen und Firmen. Eigentlich auch für Griechenland, nämlich im Euro-Stabilitätspakt. Aber das ist ja das Schöne in der Politik: wenn man sich irgendwie einig ist, kann man seine eigenen Gesetze erlassen – oder Vorhandene einfach mal schnell ändern!

  69. Lieber Don, da ist ihre...
    Lieber Don, da ist ihre Abraham-Röntgen-Kommode. Achten sie mal auf die Maße! Es handelt sich um eine Modell-Kommode, die Sie wahrscheinlich annähernd in ihrem Guglhupf-Tischchen unterbringen können. Eine richtig große Kommode von Abraham R. kriegen Sie vielleicht für 80 000 bis 100 000 Euro. Aber wer will schon Rokoko. Der Vater ist gegenüber dem Sohn David auf dem Kunstmarkt nicht viel wert. Und mich stören immer die vielen feuervergoldeten Bronze-Applikationen bei David Röntgen, die damals zum Teil teurer waren als die Schreinerarbeit. Übrigens, auch die eigens angefertigten Polsterstoffe von Rokokositzmöbeln waren oft teurer als die Gestelle.

  70. mawu
    .
    Den Markt gab es schon...

    mawu
    .
    Den Markt gab es schon immer und wird es immer geben — aber wo kann ich jetzt günstig einen Sklaven leasen, der das Tischler-, Drechsler- und Restauratorenhandwerk beherrscht?
    .
    Der Feudalismus hat schon Vorteile.

  71. @HansMeier555:...
    @HansMeier555: …“günstig“!?!…Sie nun wieder…Suchen Sie mal in Polen, aber die wollen allmählich auch nicht mehr…

  72. @Don Alphonso - meinen Sie...
    @Don Alphonso – meinen Sie denn ernsthaft, daß es jemals anders war, als das von Ihnen Beschriebene? Glauben Sie, daß wirklich, daß die Leute, das Volk, früher irgendwie „vernünftiger“ gekauft hat? Mit der Industrialisierung hat sich einfach die Situation geändert, es ist eben nicht nur der Schrank vom teuren Schreiner oder der billige vom Pfuscher verfügbar, oder vom Pfuscher, der vorgibt exklusiv zu sein. Sondern auch vom schlechten bis zum guten Industrieunternehmen. Ansonsten haben die meisten sicherlich schon immer hirnlos das billigste Zeugs angeschafft, das der lauteste Marktschreier ihnen verkauft hat.
    .
    Ihr geschildertes Problem, mit dem ich fast ausnahmslos übereinstimme, hat nichts mit dem Markt an sich zu tun, sondern mit seinen Akteuren, an menschlicher Psychologie. Das gleiche „Problem“ werden Sie in jedem Markt haben, in dem Menschen aufeinandertreffen, auch auf dem Schwarzmarkt. Der Markt ist eben nur so vernünftig, wie seine Akteure.
    .
    Abgesehen davon muß der Markt natürlich hier und da reguliert werden, das ist eher Gegenstand der Diskussion und nicht, ob Sklaven zu beschaffen sind, HansMeiner555. Für Geld bekommen Sie sicher welche, nur ist der Sklavenmarkt eben auf Null reguliert (bei Strafe) und die Nachfrage so relativ gering, daß es daher praktisch kein Angebot gibt. Ich erinnere dabei allerdings an diesen Kinderpornoring in Belgien.

  73. @HansMeier555 Ich empfehle...
    @HansMeier555 Ich empfehle Polen, etwa um Krakau ist solches Handwerk durchaus noch gängig!

  74. mawu,
    danke für die Antwort;...

    mawu,
    danke für die Antwort; nur hab ich ein weiters Problem: solche Oligopole
    entstehen ja nicht einfach so, irgendwer muß sie wollen und unterstützen,
    sie sind ja Teil der Realwirtschaft; die Auswirkungen und der Umgang mit ihnen
    ist kein Neuland.
    Die Unbilden, die uns teuer zu stehen kommen, lösen die systemrelevanten
    Finanzmärkte aus und da verhackt sich scheinbar alles.^^

  75. muscat,
    ...das tröstet!...

    muscat,
    …das tröstet!

  76. Solange wir weiter dem Glauben...
    Solange wir weiter dem Glauben anhängen, daß die Lösung aller Probleme in einem unbegrenzt möglichen Wirtschaftswachstum liegt( komischerweise bei begrenzten Ressourcen), muß sich die Umlaufgeschwindigkeit der hergestellten Waren ja verkürzen, weshalb Qualität und Haltbarkeit regelrecht systemschädlich wären. Wo kämen wir denn hin, wenn jeder Haushalt nur noch ein Auto oder einen Computer in 20 Jahren kaufen würde?;) Vielleicht würde eine Abkehr von diesem Dogma nicht nur die Welt verändern, sondern- sozusagen als Nebeneffekt – auch die Qualität verbessern. Allerdings wird das wohl niemand hören wollen, geschweige denn verändern oder wie soll ich dieses Zitat sonst verstehen (immerhin schon fast 40 Jahre alt)?
    „Jeder Tag weiter bestehenden exponentiellen Wachstums treibt das Weltsystem näher an die Grenzen des Wachstums. Wenn man sich entscheidet, nichts zu tun, entscheidet man sich in Wirklichkeit, die Gefahren des Zusammenbruchs zu vergrößern.“ – Dennis L. Meadows, Grenzen des Wachstums, 1972

  77. Ja, ja, die Kräfte des...
    Ja, ja, die Kräfte des Marktes… Bestimmt guckt unserem Blog ein chinesischer Unternehmer zu, der bislang Euro-Paletten produziert hat. Er hat schon Maß genommen an Dons Guglhupftischchen und im Spätsommer startet dann ein riesiger Frachter voll solcher Tischchen, nußbaumfarbig gespritzt nach Europa und ergießt sich über unsere Restkultur…
    .
    Biedermeier ist ja inzwischen in Deutschland Wohnstil der sich als Elite verstehenden geworden: Manager, Anwälte, Banker kaufen meist, nachdem ihre
    Designmöbel altmodisch geworden sind, das Zeitlose, Wertbeständige. Sie gehen in den nächsten besseren Antiquitätenhandel, der diese vielen schönen
    schellackpolierten Kirsch- , Nußbaum- und Mahagonimöbel aus dem frühen 19. Jahrhundert hat und richten sich ein. Ein Großteil dieser Möbel kommt aus Polen und ist gerade mal ein Jahr alt.

  78. Aufbau Ost, ich habe nichts...
    Aufbau Ost, ich habe nichts dagegen; schlimm wird es erst, wenn die Dinger dann wieder mit ein paar Spuren in Aktionshäusern landen, die das dünne Fornier übersehen. Letztlich geht halt doch nichts über das Geerbte, da weiss man, dass der Beschiss schon ein wenig her ist. Fälschung lohnt sich aber vor allem bei grösseren Dingen mit höheren Preisen und nichgt derartigen Petitessen.
    .
    ego, manche sagen ja, dass es inzwischen beherzigt wurde, und das Wachstum sich Bereiche suchte, die keine Grenzen mehr kennen: Erst die New Economy, dann die Subprimepapiere, und jetzt das Raubbankentum an der Allgemeinheit.

  79. Don Alphonso: Da wir ja...
    Don Alphonso: Da wir ja „glücklicherweise“ von einer dem Namen nach christlichen Partei regiert werden, kann dieses Problem doch im christlichen Sinne behoben werden:“Wenn er aber […] auf Zinsen gibt und Zuschlag nimmt, sollte der am Leben bleiben? Es soll nicht leben, sondern, […] soll er des Todes sterben; seine Blutschuld komme über ihn.“ – Hesekiel 18,13

  80. @minna - Ich muß Sie leider...
    @minna – Ich muß Sie leider enttäuschen, minna, Oligopole, und sogar Monopole entstehen im Markt meist „einfach so“. Und ich kann Ihnen auch sagen, wer dies anstrebt: praktisch jeder Marktteilnehmer. Wenn es regnet und Sie am Flohmarkt der einzige Kunde sind und eine tolle Silberkanne finden – ist das kein wunderbares Nachfragemonopol? Kein Konkurrent weit und breit. Konzentration der Hersteller (auch international) besorgt dann den Rest, und heute haben wir VW, Audi, Skoda, Lamborghini, Seat, Bentley und jüngst Porsche unter einem Dach – das waren mal alles unabhängige Firmen. Schon vor ca. 20 Jahren im Studium habe ich meine Witze darüber gemacht, daß wir in Zukunft alle Kunden der Firmen „Bank“ oder „Auto“ sein werden, wenn das so weitergeht.
    .
    Natürlich gibt es auch den Fall, daß Oligopole durch diese oder jene Bevorzugung entstehen, ich denke aber, daß es eigentlich meist „von selbst“ passiert. Man hätte es höchstens kartellrechtlch verhindern können, aber daran gab es kein übermäßiges Interesse, zumal dies international auch ziemlich schwierig wäre.

  81. Mal eine ganz andere Frage:...
    Mal eine ganz andere Frage: Wieso wir das Möbel als ‚Vitrine‘ bezeichnet? Da ist doch kein Glas drin. Eine ‚Vitrine‘ was bei mit immer ein Möbel mit (teilweisen oder kompletten) Glasfronten. Ich habe eine Biedermeiervitrine (außen hübsches Funier, innen irgendwas GANZ Solides), da verdeckt Holz die beiden unteren Fächer, und vor den drei oberen Regalen sind neckisch zwei gläserne Fensterbogenlein (spoonerism beabsichtigt), die den Blick auf den Inhalt teilweise freigeben. SEHR nützlich. Unten habe ich Kruscht & Materialien, oben ein paar interessante Gegenstände. Es kann auch kleine Vitrinen geben, mit einem Glastürchen. Aber sind solche Beistelltischchen mit Rollfront wirklich Vitrinen?

  82. Wehrter Don,
    meinen...

    Wehrter Don,
    meinen Glückwunsch das Ihr noch wohnt
    und nicht nur lebt.
    Herzlichst P.

  83. mawu,
    das mit "Bank" und...

    mawu,
    das mit „Bank“ und „Auto“ halte ich auch nicht so für“ aus der Welt“
    … im kleinen fängt es an.
    Ich erinnere mich nach der Wende von einer Ost-Bewohnerin gehört zu haben:
    Wozu man 5 verschiedene Sorten eines bestimmten Papiers bräuchte, dazu
    noch in 6 Farben, das sei nicht nötig. Die Geschichte fiel mir bei meinem letzten
    Besuch im Drogeriemarkt wieder ein – nur weiß in drei Sorten.;-)

  84. auch heute muss man nicht auf...
    auch heute muss man nicht auf hochqualitative möbel verzichten, wenn man keine alten oder antiken möchte.
    .
    zum einen gibt es immer die möglichkeit, die eigenen möbel zu entwerfen und vom schreiner des vertrauens erstellen zu lassen (so hat es mein elternhaus gemacht, als man das art deco-ensemble in toto leid war). stichworte: glück durch selbstermächtigung, unikate …
    .
    zum anderen gibt es hervorragende hersteller, die die möbel für die antiquitätengeschäfte der nächsten jahrhunderte auf den markt bringen (ich nenne hier nur orte – österreich, italien -, jedoch keine namen, aber intrelübke (‚tolle‘ scharniere) ist es gewiss nicht), stichwort z.b. asiatisch inspirierte hochmoderne der jahrtausendwende.
    .
    natürlich das alles nicht zum dumpingpreis. aber so ist das eben, wenn man ansprüche hat.

  85. mawu / minna, wir werden schon...
    mawu / minna, wir werden schon bald alle Kunden der Firma „Bank“
    sein. Und deren Mitarbeiter und Anteilseigner! Die Endstufe der Effizienz! Ich kanns kaum erwarten. Noch ein paar mehr Ökonomen in den Vorstandsetagen der DAX-Konzerne und es ist soweit.
    .
    Die Ökonomen sind nicht das Problem, eher die Ökonomiegläubigkeit – wenn man schon an sonst nichts glaubt.

  86. @mawu, dass es keinen...
    @mawu, dass es keinen Alternative zum Warentausch gibt, versteht sich von selbst. Das liegt an Spezialisierung, Automation und damit der gesellschaftlichen Organisation der Arbeit und der Produktionsweisen.

    Das es aber keine Alternativen zum kapitalistischen Wirtschaften gibt, ist m. E. genau so ein Dogma, wie das der staatssozialistischen Planwirtschft. Es wird durch gebetsmühlenartige Wiederhohlung noch kein Argument.

    Mit den gleichem zeitgemäßen Analyserüstzeug, das jetzt Bedarfe erzeugen hilft, die mittel- und langfristig essentielle Lebensgrundlagen zerstören, kann auch ganz realistisch geplant werden, worauf wir sehr gut verzichten können und worauf nicht. Das geschieht nicht, wo die Wertschöpfung als Prinzip verabsolutiert ist.

    Ein Beispiel ist das besinnungslose Abfackeln fossilier Energieträger. Wenn man das nicht will, braucht man einen Plan, nachdem man sich richtet, und ein auf Vereinbarung basierendes, kodifiziertes Sanktionsinstrumentarium, wenn sich jemand nicht danach richtet. Wenn „die Märkte“ sich selber so großartig regelten, hätten wir nicht ständig staatliche Intervention nötig, um ihre zyklischen Krisen auszubügeln.

    Bei jeder dieser zyklischen Krisen, so auch jetzt, versichern uns einige Ökonomen immer wieder, dass es nur darauf ankomme, die marktinternen Steuerungsinstrumente zu verfeinern. Bisher hat dies bei normal prosperierender Wirtschaft wenig vor Kaufkraftverlust, Armut und gefahrvollen sozialen Verwerfungen geschützt, und auf dem Höhepunkt jener Krisen, wenn Inflation und Kriege die Mehrheitheitsgesellschft existenziell bedrohten, schon rein gar nicht.

    Die Frage bleibt für mich im Raum, was wir denn eigentlich wollen: Ein bekanntes Wirtschaften, das Akkumulation und ein exponentiell steigendes Ungleichgewicht zwischen Mensch und Mensch und Natur und Mensch perpetuiert, oder eine Wirtschaftsform, die die wichtigsten Grundbedarfe analysiert und die Produktionsmengen und Produktionsweisen daran orientiert.Was darüber hinaus geht ist Luxus und auch sehr schön. Aber erst einmal muss das Grundsätzlichste, das Selbstverständlichste für alle stimmen.

    Bei knappen energetischen Ressourcen und weltweit steigendem gesellschaftlichen Ungleichgewicht führt an der letzterer Bedarfsorientierungsvariante, denke ich, kaum ein Weg vorbei.

    Ich hoffe, dass ich als Nichtökonom Ihren ökonomischen Sachverstand nicht zu sehr mit dieser nicht nur ökonomischen Fragestellung strapaziert habe.

  87. dona laura, Ihr Interieur...
    dona laura, Ihr Interieur würde mich in der Tat interessieren,
    denn die selbst kreierten Stücke Ihrer werten Eltern dürften sicherlich noch
    zu bewundern sein. … ein kleines Foto, oder auch mehrere???

  88. minna,
    .
    ich erinnere mich...

    minna,
    .
    ich erinnere mich daran, lange vor der wende derlei überlegungen von gewissen linkspietistischen sozialdemokraten und schon damals durchgeknallten grüninnen und grünen gehört zu haben.

  89. zerlina,
    .
    frau dr....

    zerlina,
    .
    frau dr. bundeskanzler arbeitet eben jetzt und eifrig daran, noch mehr menschen das glück der aus dem innern leuchtenden armut zu ermöglichen.

  90. liebe donna laura, mit Ihrem...
    liebe donna laura, mit Ihrem Plädoyer für die mögliche Qualität -mit potentieller Klassizität- beim aktuellen Möbelkauf flanieren Sie durch das offene Gatter meines Geheges. Wieha.

  91. Im Lauf des langen Lebens,...
    Im Lauf des langen Lebens, quasi als Ahasver auf 3 Kontinenten, trägt sich so manches zusammen und geht wieder verloren.
    So kann manches Haus durchaus verschiedene Stile vorzeigen, vorausgesetzt sie ordnen sich so zueinander, dass sie in der subjektiv empfundenen Spannung ihre Individualität bewahren.
    >
    Ich wohne in einem stinknormalen Reihenhaus in einem südlichen Vorort der Mega-Stadt.
    So blickt die Betende aus Khajuraho noch immer nach Osten neben einem sehr abstrakten Blumenmotiv auf rostendem Stahl (1×1 m). Gegenüber ein CD/DVD-Regal aus Aluminium (3×2 m;Spezialanfertigung) mit Musik vom Mittelalter über Mozart bis heute (außer Rap) und Fernseher direkt neben der breitesten Tür (Aluminium) zum Garten wegen des Lichts. Das alles, ein modernes Sofa vor einem signierten Stahlcouchtisch auf farblich lebendigen Bodenplatten, über dem Sofa ein kleines abstraktes Öl im Silberrahmen, das alles bildet die eine Hälfte der Sala. Zur anderen bilden zwei einander gegenüberstehende Ikea(!)vitrinen mit Repliken aus Museen von Berlin bis Acapulco (!) aus fast allen Epochen den Übergang, der sich auch in einem Tripychon: abstraktes Motiv „Vulkanausbruch auf Fuerteventura“ (2×1 m) einer jungen rheinischen Malerin anbietet. Unter der Decke schwebt an Stangen eine Lampenserie zur Beleuchtung der Bilderwand (Ich erinnere mich nicht, wie die mit Fachnamen heißen). Am Ende dieser Wand ein Öl (1×1 m) einer jungen Berliner Malerin, das jedem Besucher und mir immer etwas Anderes erzählt, je länger man hinschaut und eindringt.
    Mitten zwischen den Bücherregalen der Bibliothek von Gilgamesch bis Herta Müller der Schreibtisch (2×3 m): Aluminiumrahmen mit Glasplatte und eleganter Aluminiumschreibtischlampe. Zwischen den Regalen im Barockrahmen eine holländische Winterlandschaft (Rembrandtstil), ein Schlachtenmotiv von Heinrich Mayr, über einem Biedermeiersofa 4 Tierstiche und 4 persische Miniaturen und weiter etliche Portraits amerikanischer Dichter von Georg Cadora.
    Mein Lieblingsmaler ist Paul Klee.
    >
    Ich bin aufgewachsen in handgefertigten Eichenmöbeln in einem eher klassizistischen Stil auf Perserteppichen. Naja!
    >
    Die Einrichtung eines Hauses sollte für mich das Leben seiner Bewohner spiegeln: in meinem Fall: meine drei Kontinente und die zeitliche Tiefe meiner historischen Interessen vom Vorderen Orient bis hierher. Angelpunkte Berlin und Köln. In Berlin die Dahlemer Museen und die Insel, die Philharmonie, die Lindenoper und die Galerien; in Köln Wallraff-Richartz, die romanischen Kirchen und – Früh.
    Will ich mich in den Ferien suhlen, dann Nordspanien, Sizilien und Siena und Umgebung bis zum Castel del Monte mit Trullo: alle Arten von heimischen Rebensorten und Küchen. Und Musik von Granada bis Monteverdi bis Falstaff.
    Mein Garten ist ein Ozean aller hiesigen Farbenpracht.
    >
    Ich wage diese Beschreibung und antworte damit nur auf die verstreuten Bemerkungen und Fotos unseres Don Alphonso von seinen Domizilien. Bewegt hat mich die Jugend-Geschichte von der Errettung des alten Ingolstädter Teppichs. Auf Ihr Wohl aus dem väterlichen Rotweinpokal aus Rouen.

  92. @ DA
    .
    Ihr Einwurf mit den...

    @ DA
    .
    Ihr Einwurf mit den sich wandelnden Investitionszielen ist ein guter. wenn ich wählen dürfte würde ich aber die Investition in Produktionsmittel vor denen in Finanzvodoo bevorzugen. Fragens mi net warum, bin vermutlich stockkonservativ was manche dinge angeht.
    .
    @ mawu
    .
    Die natürlichkeit irgendwelcher Märkte wird von den WiWis ja gerne postuliert, aber die ethnologen setzen da ihre empirischen Befunde entgegen. Märkte sind auch nur soziale Konstrukte und man schaue sich nur mal die Geburtswehen unseres gegenwärtigen Marktsystems in den frühkapitalistischen zeiten an.
    .
    @specialmarke
    .
    könnens ein paar hinweise für die einfache unterscheidung von Polenware und orginal geben? habe entsprechende möbel bereits des öfteren vor ort auf den flohmärkten gesehen (die wo ausländer nur selten hinkommen) und konnte mich nur von der qualität der sachen überzeugen. die steht den Biedermeiergeräten, bei denen ich von ihrer Echtheit überzeugt bin in nichts nach.

  93. Zerlina,
    Sie haben mich nicht...

    Zerlina,
    Sie haben mich nicht angesprochen, erlauben Sie bitte mich zu Ihren Vorstellungen zu äußern:
    .
    Der Wunsch dem propagierten Sozialdarwinismus etwas gegenüber zu stellen
    hätte ich auch und einem friedvollem a uf Ausgleich und Mäßigung ausgerichtetem wirtschaften läßt sich nicht wiedersprechen… und doch gehen Sie m.E.von zuvielen
    Voraussetzungen aus. Insbesondere ist mir Ihre Wertschätzung des zeitgemäßen Analyserüstzeug aufgefallen. Sie verleiten mich eine Anleihe
    bei muscat16:39 zu machen: die Analyse ist nicht das Problem, sondern die
    Analysegläubigkeit.

  94. Ich habe mir erlaubt, einen...
    Ich habe mir erlaubt, einen Google-Hupf auf Ihren Titel „Beine breit schon in der ersten Nacht“zu machen und ich muß sagen „I was not amused – Scheren Sie sich zum Teufel, junger Mann!“.

  95. @Zerlina - Das Funktionieren...
    @Zerlina – Das Funktionieren der Märkte (nicht ihr Prinzip!) könnten Sie in etwa mit dem „Jäger-Beute-Schema“ vergleichen, die Population der Jäger und deren Beutetiere ist in einem schwankenden Gleichgewicht (http://de.wikipedia.org/wiki/Räuber-Beute-Beziehung). Das hört sich schön und auch so „natürlich“ an, bedeutet aber für die Tiere jede Menge persönliche Katastrophen und Leid. Einmal werden die Beutetiere fast ausgerottet, anschließend verhungern die Jäger (Ihre „zyklische Krise“).
    .
    Natürlich regelt sich der Markt irgendwie von selbst, und dazu gehören auch Krisen (siehe Jäger-Beute-Schema) nur ist dies eben nicht unbedingt angenehm und daher auch nicht erwünscht. Daher versucht man von Staatsseite entsprechend zu lenken, man hat es aber auch immer wieder mit neuen Phänomenen zu tun (wie etwa die automatisierten Computer-„Stop-Loss“ Orders, die den Börsencrash 1989 u.a. auslösten).
    .
    Mir ist klar, daß es nicht alle gut meinen. Ich habe mich auch schon immer gefragt wie es möglich ist, daß Banken nur noch auf eigene Rechnung spekulieren und an ihrem klassischen Kundengeschäft kein Interesse mehr zeigen (und dann noch zusätzlich vergiftete Papiere kaufen) oder Porsche mehr Gewinn als Umsatz macht. Diese Problem ist in seiner Dimension allerdings auch neu, aber hier wird wohl irgendwie reguliert werden müssen, um die „zyklische Krise“ zu vermeiden.
    .
    Ihr Argument mit den fossilen Energieträgern hat übrigens mit dem Markt nichts zu tun. Wenn man keinen Sklavenmarkt möchte, dann muß man ihn eben verbieten.
    .
    @dervollpfostenprolet – Um welche empirischen Befunde der Ethnologen geht’s denn da?
    .
    So, und nun die Musik für heute Abend: Bobo Stenson Trio, „War Orphans“, erschienen auf ECM Records. Dem werde ich nun genüsslich lauschen…

  96. @vollpfostenprolet: es gibt zu...
    @vollpfostenprolet: es gibt zu viele Varianten bei der Fälschung. Bei Kommoden werden gern ländliche Originale aus 19Hundert benutzt und überfurniert. Wenn das qualitätsvoll mit Sägefurnieren gemacht wird, tun sie sich sehr schwer mit der Unterscheidung: die Schubladen im innern sich echt und alt, die Schlösser sind echt und bei Restaurierungen muß ja auch manches erneuert werden. Die Fälschungen sind von der Furnierseite her in der Regel ohne Altersspuren; die meisten Käufer wollen das auch gar nicht, ähnlich den Sammlern von Blechspielzeug der 20er Jahre, für die das Prädikat „unbespielt“ höchste Qualität darstellt. Echte alte Möbel haben ihre Zeitspuren, und diese Patina ist ein wichtiger Teil ihres Reizes. Anders als in Deutschland ist die komplette Neupolitur eines Möbels in England wertmindernd, obwohl eine Neupolitur das Feuer des Holzes neu belebt. Da ja letztlich kein Liebhaber alter Möbel ein Sammler mit wissenschaftlichem Anspruch ist, ist es meiner Meinung nach kein Fehler nach dem Motto zu kaufen „Lieber eine gute Fälschung als ein schlechtes Original“ – denn Mittelmäßigkeit gab es bei der früheren Schreinergilde auch schon.

  97. ..werter Don, vielen Dank fuer...
    ..werter Don, vielen Dank fuer diesen Artikel.
    Wir haben vor 13 Jahren schon die Feststellung gemacht, dass Sonderanfertigungen vom örtlichen Schreiner günstiger als Moebelhausmassenware ist;
    Allerdings leben wir auch in einer Gegend mit extrem niedrigen Lebenshaltungskosten.
    Uebrigens, unser Schreiner koennte auch so Eon Schraenkchen bauen..

  98. @mawu: Höre Bobo Stenson...
    @mawu: Höre Bobo Stenson gerade auf Grooveshark – wirklich ein guter Tip!

  99. @ mawu, ich denke da in erster...
    @ mawu, ich denke da in erster linie an primitive „ökonomien“, wo im tauschhandel keine gewinnabsicht vorhanden ist. zugegebenermaßen handelt es sich dabei wohl überwiegend um monolithische kulturen ( mir ist zumindest gerade kein gegenbeispiel bekannt). in höher entwickelten kulturen scheinen sich zumindest in teilen marktsysteme zu etablieren. ich kenne mich aber zugegebenermaßen in der wirtschaftshistorie nicht besonders gut aus. ich will auch nicht ausschließen, dass sich ab einer gewissen komplexitätsebene sozialer systeme märkte herausbilden, es ging mir nur um die grundsätzliche infragestellung des marktdogmas als natürlicher teil menschlichen zusammenlebens.
    .
    @Specialmarke
    danke für den kleinen exkurs, die qualität des furniers hatte mich damals auch überrascht. zumindest mit flüchtigem blick ließ sich kein riss erkennen, der eigentlich zu erwarten gewesen wär nach langer zeit mit nicht immer konstanter luftfeuchtigkeit. dann denke ich nun zu wissen woran ich war ;)
    .
    gekauft hätte ich es eh nicht, mein Herz hängt da eher an der vom Don so verschmähten industrieware… große Teile meines mobiliars haben bereits 50 Jahre intensiver Nutzung hinter sich, es war unter Adenauer ja nicht alles schlecht…

  100. @ auch-einer, "aus dem innern...
    @ auch-einer, „aus dem innern leuchtenden armut“ das sehe ich auch so, aber nicht nur die Fr. Dr. arbeitet daran

    @minna, ich werde gern angesprochen, mit den Analyserüstzeug meinte ich eher das der Sozialwissenschaft, und nicht jenes, das die gottgleichen
    Weisheit der herrschenden Ökonomie aus mathematischen Axiomen ableitet.

    @mawu, wenn Sie mir die Ökonomie mit einem Gleichniss aus dem Tierreich erklären wollen, bin ich allerdings baff.

    Ich halte dagegen, dass ich nicht das liebe Vieh zu sein wünsche, sondern darauf bestehe, dass wir uns unsere gesellschaftlichen Modelle nicht aus der freien Wildbahn ableiten müssen, wenn wir nicht wollen. Keine zwingt uns dazu.
    Es gibt kein derartiges Naturgesetz.

    Sind die vorherrschenden ökonomischen Spielregeln nicht eher Glaubenssätze und die protagonistischen Aktuere der Ökonomie nicht eher Hohepriester einer Weltreligion?

    Bevor ich dem Fersehempfang entsagte, habe ich mit einer gewissen heimlichheimlichen Freude konstatieren dürfen, dass zwischen der Charismatik und der Sprache der Analysten, die im Bloomberg-TV auftreten und denen, die ich auf evangelikalen Kanälen 15 Jahre zuvor in den USA sah(die gibt’s bei uns ja auch inzwischen)kein wirklicher Unterschied besteht.

    Da reicht doch ein kleiner pfingstlicher Stimmenrausch und schon purzeln die Kurse und der Preis nicht industrieverwertbaren Edelmetallen steigt. Die „Flucht“ in irgendetwas -warum werden dieser und ähnliche Termini denn bei den Händlern benutzt?

    Das ist nach meiner Ansicht purer Irrationalismus, Aberglaube, wenn Sie so wollen. Irrational, wie die Annahme man könne aus dem verhaltenswissenschaftlich induzierten Jäger-Beute-Schema persönliche Katastrophen und Leid der Individuen in einer menschlichen Gesellschaft herleiten.

  101. Oh je, wo soll man nur bleiben...
    Oh je, wo soll man nur bleiben unter all den Jazzfreunden? Verloren steht der Idylliker vor dem Vertikow, das er so gerne los wuerde. Verzweifelt reibt er den Seidenstoff des Sesselchens den die Katze gerade versaute…
    „…ach Verzweiflung, grosse Verdammnis“ (Donald Duck als angestellter Klagender bei Onkel Dagobert)
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=Lbd9f_tw75c

  102. Und nun mache ich Schluss mit...
    Und nun mache ich Schluss mit den Nebenwidersprüchen. Der Vater, den ich nach zwei Monaten mal wieder anrief, hat es mir erzählt: Das Fach ist in der Seite der obersten Schublade. Es ist angeblich nichts drin.

  103. liebe Sophia-Erneste, mich...
    liebe Sophia-Erneste, mich ehrt ihre wissbegierde – ich bin ja hier bereits mehrfach gebeten worden, photos einzustellen. aber leider bin ich in diesen dingen technisch so unfähig und muss daher zwar ungern, aber doch enttäuschen.

  104. Filou, Großartig dieser...
    Filou, Großartig dieser Rameau mit den Capoeira-Einlagen und den Petipa-Elementen!!! Und Les Arts Florissants sind es auch. Der tenor is nich so doll.Modern und viel hübscher als die Möbe von diem schwedischen Discounter, wo der Name mir gerade nicht einfallen will. Topi Lehtipuu presst ziemlich.

  105. Der Tiger (06. Juni 2010,...
    Der Tiger (06. Juni 2010, 16:33)
    .
    Ihr Entschluss, uns zu verlassen, ist bedauerlich. Ich moechte Ihnen auch gerne erzaehlen, warum ich das finde:
    Eine meiner frueheren Freundinnen war rothaarig. Rothaarig mit grauen Augen, einem vollen Mund, mit jenen speziellen Zuegen in den Mundwinkeln, welche eine gewisse Sensibilitaet vermueten lassen, Gesichtszuege, an denen man Rothaarige erkennen kann, selbst wenn sie ihre Haare schwarz faerben.
    Dieses Maedchen interessierte mich ueberhaupt nicht. Was ging mich schon eine bleichhaeutige, sommersprossige, kratzige 20jaehrige an? Ausserdem fand sie mich bloed. Das stoerte mich nicht, denn bloed fanden mich die meisten.
    Wieso wir eines Nachmittags zusammen bei Bekannten am Kaffeetisch sassen, weiss ich nicht mehr. Die Dame des Hauses huschte vom Tisch zur Kueche, und zurueck; Kaennchen hier, Taesschen da, Bluemchen auf’s Filetdeckechen-der perfekt versaute Sonntag.
    Vor der Kaffeekanne stand die Vase mit Rosen. Die Hausfrau huschte immer noch hin und her. Man sah dieser Rothaarigen an, dass ihr des Getues langsam zu viel wurde. Um ihre Mundwinkel, die in dieser speziellen Art nur Wikingertoechter zu eigen sind, kuendigte sich etwas an. Ihr Blick ging zu mir. Ihr Blick folgte ironisch der hampelnden Hausfrau. Ihr Blick ging zur Vase mit den Rosen. Sie schaute in die Runde. Alle schauten zu ihr, denn sie war ja eine optische Sensation. Ihre Augen wandten sich mir zu. Sie laechelte. Dann griff sie zwei Rosen aus der Vase, schaute sie an, jeder erwartete ein zierliches Wort…
    dann biss sie beiden Rosen die Blueten ab und frass sie auf.
    Sie laechelte mich an, murmelte etwas von wegen Hunger und viel Warterei.
    .
    Rothaarige, das will ich damit sagen, werden gerne missverstanden. Sie machen es anderen mit dem Missverstehen aber auch sehr leicht. Niemand begreift, dass ohne diese sture Haltung Erik der Rote niemals nach Amerika gekommen waere.
    Nur eins frage ich mich: war der Rote Erik humorfest?

  106. Zerlina, ist auch ein...
    Zerlina, ist auch ein anstrengender Job. Muss man zugeben.

  107. Zerlina, (letztes Wort) der...
    Zerlina, (letztes Wort) der ganze Gesang interessiert mich nicht. Les Ballets sind gut. Hier, der kleine in der Mitten, der ist sowas von Sarko, aber sooowas von gut. Ich mag ihn nicht leiden. Aber gut ist er. Der Taenzer. Na klar.

  108. lieber Filou: eine schöne,...
    lieber Filou: eine schöne, sinnliche und versöhnliche Erzählung. Aber die Dame hat die Rosen gegessen.

  109. @Zerlina - Ich möchte doch...
    @Zerlina – Ich möchte doch nicht den Markt aus dem Jäger-Beute-Schema „herleiten“, sondern dies nur als Anschauungsbeispiel verstanden wissen, als ein System sich gegenseitig beeinflussender Faktoren, das auf sozusagen natürliche Weise gewissen Zyklen folgt. Zum Beispiel: Gut X ist teuer, die Nachfrage ist hoch da wenig vorhanden, immer mehr Anbieter produzieren X, das Angebot steigt, der Preis sinkt, die Produktion von X ist nicht mehr rentabel, Anbieter gehen Pleite, wenige bleiben übrig, Gut X ist teuer, da wenig vorhanden.
    .
    Ich bin sehr wohl der Meinung, daß es ein aus der menschlichen Psyche abgeleitetes „Naturgesetz“ des Marktes gibt, gefeilscht wird nämlich seit jeher. Die Güter der Gesellschaften, die derpfostenvollprolet beschreibt, dürften annähernd gleichen „Wert“ haben, ansonsten könnte es ja nicht auf Dauer funktionieren.
    .
    Ihre Kritik ziehlt ja eigentlich nicht auf den Markt an sich, das wollte ich in erster Linie herausstellen, sondern auf die rein monetär und kurzfristig ausgerichteten Gewinnerzielungsabsichten bestimmter Teilnehmer (der meisten leider). Der Markt reguliert einfach nur die Absichten der Teilnehmer – genau die sind das Problem, und nicht der „Markt“. (Abgesehen von den „Marktproblemen“, wie Konzentration, Oligo-, Monopolen usw.)

  110. auch-einer,
    was mich so stört...

    auch-einer,
    was mich so stört – um nicht zu sagen auf die Palme bringt – ist das ausschließen
    von Wahl/Entscheidungsmöglichkeiten, selbst in kleinen alltäglichen Dingen.
    .
    „Gegessen wird, was auf den Tisch kommt etc.“ oder eben „TINA“

  111. The battle of the lips...
    The battle of the lips (12):
    Die Nonnen hatten um Unterstützung bei den Zimmererarbeiten gebeten.
    Sie: Du Schakal!
    Ich: Ich kann Latein!
    Pas-de-deux.
    Ich : Ich wusste nicht, dass Du schwedisch kannst.
    Sie: Heißt das so?
    Der Mond wurde blau.
    Tränen flossen. Emotionen.
    Ihre Vorgesetzte: Wer war Schuld?
    Wir: Die Schlange war’s!
    Über einem Lektorat in München detoniert eine Wasserstoffbombe.
    Ihre Vorgesetze: Ha, Ha! Wer war Schuld?
    Wir: Die Schlange war’s!
    Über einem Lektorat…
    Wir…
    Wir…
    Wir…

  112. @Der Tiger
    Tschüs ok, Deern!...

    @Der Tiger
    Tschüs ok, Deern!

  113. Chaiselounge im Bodoir
    müßte...

    Chaiselounge im Bodoir
    müßte das nicht Chaise longue im Boudoir heißen?
    http://www.larousse.com/en/dictionaries/french/chaise/expression

  114. Oh je, da fühle ich mich...
    Oh je, da fühle ich mich glatt hin- und hergerissen zwischen Entzücken über das schöne Möbelchen und Entrüstung über überflüssige Mann/Frau-Plattitüden (gut, als waschechter Blaustrumpf würde ich eh kein rosa Laptop mit Glitzersteinchen kaufen. Ich lege auch eher Wert auf die Fähigkeiten wie Autofahren und eigenes Geld verdienen als Kinder zu Hause zu gebären oder damenhafte Konversation zu betreiben).
    Da es mit dem Erben solcher Möbel bei mir eh düster aussieht, begnüge ich mich damit, mich wieder mal aus der Ferne zu erfreuen :-)
    Zum weiteren Lästern über moderne Wohn(un)kultur empfehle ich herzlichst:
    http://unhappyhipsters.com/

  115. Ach Don,
    was macht eigentlich...

    Ach Don,
    was macht eigentlich Ihr Buchprojekt, Sie wissen schon.

  116. Unellen, danke für den Link...
    Unellen, danke für den Link und das Lob – man muss, denke ich, einfach sehen, dass auch Zeiten vor der Emanzipation nicht durchwegs grau, trist, dumm und voller Unterdrückung waren. Diese Zustände sind dennoch nicht wünschenswert, aber bevor jemand daraus den Metternich hervorkramt, sollte man die besseren Traditionen und Vorstellungen retten.

  117. Viel Überflüssiges wird dann...
    Viel Überflüssiges wird dann schon verloren sein…
    .
    @Zerlina: Es gibt keinen Grund mehr solches herzustellen, es sei denn als Plagiat für romantische Gemüter. Das Original gehört in seine Zeit. Es geht dabei nicht nur um die verloren gegangenen Fertigkeiten, solches zu produzieren – das ließe sich vielleicht gar noch bewerkstelligen -, sondern um den Bedarf, den es nicht mehr gibt. (Das Prachtstück ist doch nur noch schön, weil es alt ist, und somit eine nicht mehr einholbare Gediegenheit imaginiert.) Selbst Zensur ist im Zeitalter einer gleichgültigen Nonchalance obsolet: man liest sie vielleicht sogar, die verbotene Literatur, aber selten versteht man sie noch. Es sei denn, jemand glaubt da, er müsse seine „Feuchtgebiete“ verstecken, aber solches ist weder verboten noch verfemt, ja nicht einmal mehr Nachweis eines schlechten Geschmacks. Heute haben solche Möbelstücke vor allem einen Sammlerwert, sind also mehr Wertanlage als Gebrauchsgegenstand (Don Alphonso mag da eine Ausnahme von sein).
    .
    Der Eigenwert der Form hat sich nur noch in der Kunst erhalten, aber auch dort ist Design dem Zweck entsprechend oder Kitsch. Die Vermassung der Produktion entspricht der Notwendigkeit eines inneren Marktes, ohne den es einen Kapitalismus nie gegeben hätte. (Die dynastischen Gelüste einer Oberschicht alleine realisieren noch keinen Mehrwert und auch keinen Profit. Wer das bedauert, sollte bedenken: ohne die Vermassung, ohne die Bedürfnisse der Massen, würde auch der anspruchsloseste Ästhet verhungern.)
    .
    Durch dieses Nadelöhr müssen wir durch, bis die Massen, die Herren der Zeit geworden sind, die sie selber schon so lange prägen. Kunst und Kultur werden dann so wenig zu trennen sein, wie Geschmack und allgemeiner Wohlstand. Viel Überflüssiges wird dann verloren sein, aber dies nur, da es seines Wertes, seines Gebrauchswertes, schon längst überdrüssig geworden war, wie auch schon lange zuvor seines Tauschwertes, bzw. seiner herrschenden Klasse.

  118. Es gibt Laptops in rosa mit...
    Es gibt Laptops in rosa mit Glitzer? So wie mein Handy? Haben wollen!

  119. Ich glaube, Eduscho hatte das...
    Ich glaube, Eduscho hatte das mal im Angebot.

  120. Der Tiger
    (Dr. Lisbeth...

    Der Tiger
    (Dr. Lisbeth Heuse)@: Werteste, der inkriminierte Beitrag bezüglich Suhrkamp stammte leider von mir und war mir OHNE mein Wollen in Ihr Pseudonym geraten, habs leider überlesen und auch danach nicht mehr korrigiert (schäme mich deswegen).. … Er sollte wirklich eine reine Persiflage auf den hochbedauerlichen Weggang des Verlages von Frankfurt nach Berlin und gezeichnet von meinem alias bedeuten. Se sollten nicht tangiert werden!
    Bitte in tiefer Zerknirschung in aller Form um Verzeihung. Es sind manchmal die Tücken dieses Mediums, mittels dessen wir versuchen miteinander zu kommunizieren. Sprache kann dann sehr leicht zum Mißverständigungsmittel werden.
    Also: Bitte bleiben Sie diesem Forum mit Ihren geistvollen, kritisch-bissigen aber auch liebenswürdigen Beiträgen weiterhin erhalten.
    Mit freundlichem Gruß
    Dietmar Klose alias Plindos

  121. Was in meinen Kopf partout...
    Was in meinen Kopf partout nicht hinein will: dass seltsamerweise allgemein geglaubt wird, IKEA sei billig und Antiquitäten teuer.
    Das IKEA-„Ding“ ist doch schon auf dem Parkplatz nur noch die Hälfte wert. Nach 1x aufbauen dann gar nichts mehr.
    Von dem ästhetischen Verlust mal ganz zu schweigen.
    Mundus vult decipi ergo decipiatur.

  122. @Rosinante....und mich gleich...
    @Rosinante….und mich gleich mit.

  123. Schöne Betrachtung, Don...
    Schöne Betrachtung, Don Alphonso. Danke!
    Ihre Kritik der Marktwirtschaft trifft allerdings die Massengesellschaft. Und Kapitalismus heißt ja zunächst einmal die Erkenntnis zu nutzen, daß Kapitalakkumulationen (Mensch, Werkzeug/Maschine, Boden) Vorteile schaffen. Diese müssen nicht zur Massenproduktion verwendet werden – und werden es in aller Regel auch nicht – siehe zum Beispiel den mittelständischen Maschinenbau selbst. Allerdings deuen über 800.000 Vorschriften für alles und jedes Produktion in standardisierte Bahnen. Marktwirtschaft haben wir ja nicht. Nur ein wenig ausbeuterische Konkurrenz.
    @ego
    „Ressourcen“ sind keinesfalls endlich, und schon gar nicht in dem von Ihnen vorgetragenem Sinne. Denn schlichtweg alles ist potentiell Ressource, Verwendungen sind wandelbar, Lösungen können auf verschiedene Art ins Werk gesetzt werden, auch auf solche, die wir jetzt noch nicht kennen. War schon immer so.
    @mawu
    Monopole sind immer staatlich/herrschaftlich/politisch, auch historisch. Es ist zwar denkbar, daß in einer freien Marktwirtschaft Alleinanbieter existieren, die aber kein Problem sind, da ein freier Markt ja ein Hinzutreten erlaubt – und eine eventuell mangelnde Nachfrage danach zeugt von Zufriedenheit mit den Leistungen des Alleinanbieters. Ihre Vorstellung von Markt als Veranstaltung, gar politischer Kartellbehörden geht fehl. Dort geht es schlicht um Intervention und Zwangskonkurrenz, weil sich die politisch und nicht auf Märkten tätige Nomenklatura und ihre Bediensteten davon preiswertere Belieferung durch die sich Abstrampelnden versprechen.
    Zum Feudalismus:
    Viel besser als sein Ruf. Und übrigens ein Dienst und Treueverhältnis ohne staatliche Gerichtsbarkeit (die ja keineswegs neutral ist, wie einst angedacht).
    Letztendlich ist Handwerk nun einmal zu teuer: 4 bis 8 Stunden muß ein Handwerker arbeiten, um sich eine Stunde eines anderen Handwerkers anderer Zunft leisten zu können. Daran ist die weitgehende Sozialisierung des Lebens schuld. Wo aber das Eigene zurücksteht – und das Allgemeine politisch-gewaltsam bestimmend wird, darf nicht verwundern, daß auch Persönliches weithin Schaden nimmt – und durch die Masse, die sich ängstlich und demokratisch immer weiter selbst gleichschaltet, abgelöst wird. Soll doch heute gar der Mensch selbst nicht mehr Dame noch Ritter, nicht einmal männlich oder weiblich sein. Nur Herr sind alle – über alle. Nicht aber über sich selbst.
    Diesem Wahn war man im Feudalismus nicht verfallen: Hier war der Herr, der mit Herrenpflichten; der Belehnte versah die ihm möglichen Dienstpflichten. Dieses Dienst- und Treueverhälnis hat viel mit dem Markt zu tun: Vertrauen als Basis des Handelns zum gegenseitigen Vorteil. Auf freien Märkten handeln Menschen nicht zum Tausch, sondern zum beidseitigen Gewinn. Ohne Gewinnunterstellung unterbleibt das konkrete Handeln von Menschen schlichtweg (Praxeologie, Ludwig von Mises).

  124. Was das Original und die...
    Was das Original und die Fälschung anbelangt so ist das sö ähnlich wie mit den Wahr-heitstafeln in der Mathematik/Aussagenlogik. So viele Klassizistisches oder Biedermeier wie in den Salons des Westviertels oder den anhangenden Anwaltskanzleien/ Notariaten/Praxen etc. herumsteht kann nie und nimmer „in echt“ im 19. Jhdt. produziert worden sein. Ähnliches gilt m. E. für alle anderen Kunstwerke. Zumal wenn man bedenkt, dass ein Großteil dessen, was seit Jahrhunderten in diesme Sektor produziert wurde schlicht und ergreifend Vandalismus, Bränden und Kriegsläuften zum Opfer gefallen ist.
    S. der Roman des von mir sehr geschätzten US-Autors William Gaddis „Die Fälschung“
    Über die psychologische Seite, die der Besitz solchen Möblemangs, Auskunft gibt, kann ich nur Vermutungen anstellen. Es soll wahrscheinlich den Glanz von Sicherheit und Beständgkeit nach Innen wie Aussen suggerieren. Neue Sachlichkeit, Art deco oder hippenes Design vermag das auf einer anderen Metaebene gewiss auch und kann ebenso zu Übersättigung führen……..Kompromitierende Lektüre bei heutiger
    Einrichtung wegzustecken ist nicht mehr nötig, da es eh kaum noch Tabus gibt, somit erübrigt sich fast das Geheimfach.

  125. zu pinken Produkten möchte...
    zu pinken Produkten möchte ich nur auf folgende Seite verweisen:
    http://www.pinkstinks.co.uk/
    @Don Alphonso: Im Prinzip gebe ich Ihnen recht, auch wenn ich bei der Rettung der „besseren Traditionen und Vorstellungen“ sehr hellhörig werde, werden leider oft genug darin Vorstellungen versteckt, die ich aus feministischer Sicht für überholt halte (keine Sorge, Sie persönlich meine ich jetzt nicht damit). Aber die Pflege alter, schöner Möbelstücke ist sicherlich in jedem Fall wünschenswert. Zumal Sie sich ja nicht daran stören, dass es ursprünglich als „Damenmöbel“ gedacht war.
    @Devin08: Sehr interessanter Beitrag. Muss darüber nur noch ein bischen nachdenken.

  126. Und ich wollte gerade...
    Und ich wollte gerade erfragen, ob SPSS und R auch auf rosa Laptops laufen. Aber wenn das so uncool ist, lasse ich es lieber. Und mache noch ’nen Herzchenanhänger an mein Handy.

  127. lieber Filou, schön, dass Sie...
    lieber Filou, schön, dass Sie ganz verdaut wurden. :-)

  128. Lieber Rosinante, nach einem...
    Lieber Rosinante, nach einem Jahr verliess sie mich. Wie immer in solchen Faellen war ich untroestlich. Nach einem weiteren Jahr hoerte ich so dies und das ueber sie. Ich klopfte mir selbst auf die Schulter und lud ein paar Freunde ins Brauhaus ein.

  129. @Plindos: In England...
    @Plindos: In England charakterisiert man in den Upperclasses den Emporkömmling als jemanden, der sich seine Möbel selbst kaufen mußte.

  130. Malsoweit,

    TIGER, nun geben...
    Malsoweit,
    TIGER, nun geben Sie schon nach, bei so starken Stimmen, die Sie hier behalten möchten. (Bei mir wäre das mit Sicherheit nicht so)
    Und- Ihre äußere Erscheinung ist mit Sicherheit eine angenehmere Augenweide als die von der Streiterin aus dem Film >Vergebung< , welche allerdings auch mit dem entzückenden Vornamen Lisbeth benannt ist. Also Tiger, für Sie ist es noch nicht so weit wie hier: http://www.youtube.com/watch?v=HuYDrZLIQxk

  131. @minna: „Gegessen wird, was...
    @minna: „Gegessen wird, was auf den Tisch kommt.“ – Doch, da bin ich sehr dafür. Wenn nämlich zu dem Zeitpunkt, an dem gegessen werden soll, noch drüber diskutiert wird, was wer haben will, kommt kein gemeinsames Essen mehr zustande und einige gehen hungrig ins Bett. Wünsche äußern, einkaufen, kochen und aussuchen muß vorher passieren.
    @mawu: Sie haben völlig recht damit, die Marktbewegungen als eine Grundtatsache darzustellen. Man muß sie nicht mögen, aber kann ihnen nicht entgehen. Die Zünfte waren institutionalisierte Oligopole. Platon sah bereits einen Markt als Bestandteil seines Minimalstaates an. In der Bibel ist bereits Joseph der Pharaoberater erwähnt, dem die Ernteschwankungen auffielen.
    @unellen: bwahahaha, der Link war gut. Das sind so richtig auf die Spitze getriebene Moden, die in 10 Jahren keiner mehr sehen mag. So als Ausnüchterungszelle fehlt eigentlich nur noch das Gitter vor dem Fenster, aber das kommt wahrscheinlich noch nach dem 3. Einbruch.
    @Comicfreak: bitte schreiben Sie mir doch die Adresse dieses Schreiners auf meine Homepage, in den nächsten Jahren werde ich bestimmt mal ein paar Schränkchen bauen lassen wollen.
    @DA: Ihr Schränkchengetändel fand ich ja recht amüsant. Eigentümlich umständlich ist die Doppelsicherung durch Fenster und Rolladen. Bisher waren mir eigentlich nur Vitrinen oder Rolladenschränkchen bekannt, aber ein Möbel mit beidem sehe ich auf ihren Bildern zum ersten Mal.

  132. @ Devin08, in Vielem stimme...
    @ Devin08, in Vielem stimme ich Ihnen wie immer zu. Es folgt mit der Konjunktion allerdings:

    WG-Klosettspülkasten um 1900 (1984)

    In seinem Innern beim Versuch einer Reperatur
    Endeckte ich den defekten Absperrziylinder.

    Da ich annahm, die Dichtung sei ersetzbar,
    Entferne ich das schmutzige grüne Ding,

    Begann sein Messingblech zu schruppen –
    Eine Meereslandschaft war hinein graviert.

    Grundelnde Fische und Krebsgetier unter grüner Patina.
    Unberschreiblich war mein Glück vor diesem Handwerk.

    Fast hundert Jahre lang Klempnern vorbehalten,
    Dieses Wunder, die es wieder an seinen Platz räumten,

    Wo es ungesehen schön blieb, bis der nächste Klempner kam,
    Einen Riss im Blech lötete, und das Ding erneut verbaute.

    Heute ist da eine Zahnarztparaxis mit einem Spülkasten,
    Wie viele in der Wand, der Zylinder vielleicht in einer Vitrine.

  133. colorcraze, zu Ihrer Bemerkung...
    colorcraze, zu Ihrer Bemerkung an mawu: Am Kapitalmarkt interessiert sich leider fast niemand für Josef und den Pharao (ich schon).
    Dafür gibt´s „value at risk“. Funktioniert auch prima, wie wir alle gesehen haben.

  134. Filou,
    Einige der Tänzer der...

    Filou,
    Einige der Tänzer der Les Paladins sind ja wirklich ausgezeichnet anzuschauen, insbesondere der mit dem orangen Hemd und die schwarzgekleideten Kämpfer.
    Ansonsten doch wohl auch etwas absurdes Theater mit den weißen daherhoppelnden Kaninchen.
    Oder gar eine Hommage an Gender?

  135. specialmarke@:Je nun, wir...
    specialmarke@:Je nun, wir haben zwei Campagnen verloren und das wirbelte auch die potentiellen Erbscheinberechtigten mächtig durcheinander. Zum Andern:Andere wollten halt auch an die Futterkrippen. Schon Dostojewski hatte uns Deutschen
    ja gewisse Unsicherheiten nachgeschrieben. Auch Einrichtungen können etwas über
    politische Konjunkturen aussagen.
    Obwohl: Die Aufsteiger der franz. Revolution, les nouveaux riches, vormals Sansculotten, fühlten sich auch zu Höherem berufen, deren l`empire meubles (die echten!) sind auch nicht gerade wohlfeil bei bei Ikea zu haben. Ein kleiner Korporal konnte dazumal bei günstiger Konjunktion der Gestirne (Der Tiger sic!) sogar l`empereur werden……
    Mit dem Erbe, das ist ja auch so eine zweifelhafte Sache: Im Kakanien des anfänglichen vorigen Jhdts., sagte man, dass die Kutscher die Grafen machen und die Grafen die Kutscher. Da wären wir wieder bei der Ausgangsthematik glücklich anbelangt: Les doux secrets des dames et leurs billets.
    muscat@: Hier im Blog hat momentan nur T.M´s Zauberberg Chancen erklommen zu werden.

  136. Die Kloakenspülung –...
    Die Kloakenspülung – Masterprodukt der kapitalistischen Epoche
    .
    @Zerlina: Alles was uns aus früheren Zeiten als technisches Gerät überliefert, bzw. erhalten blieb, erscheint uns heute als Kunst und somit als wertvoller denn modernere Artikel. Diesen Streich spielt uns unser Gefühl für Ästhetik, eben nicht unser technisches Vermögen. Bezüglich letzterem sind wir doch in aller Regel Laien (bis auf die Techniker ihrer jeweiligen Zeit).
    .
    Ich habe da mal eine hydraulisch getriebene Uhr aus der griechischen Antike gesehen, ich war fassungslos ob deren technischen Aktualität. Aber auch dies folgt einem gewissen „Gesetz“ – Entwicklungsgesetz. Lenin nannte es „ein Schritt vor, zwei Schritte zurück“, es ist das Gesetz der Dialektik. Alles was durch seinen Widerpart negiert wird, fällt zunächst zurück, erholt sich, entwickelt u. U. neue Kraft, neue Potenz, und kommt unter veränderten Bedingungen, unter anderen Formen, und teils anderen Inhaltes, wieder zur Welt, oder es verschwindet ganz aus dieser Welt.
    Nur Nichtdialektiker wollen das als die „Immer-Wiederkehr-des Gleichen“, bzw. als die Metaphysik des Seins, verstehen, wie Nietzsche, zum Beispiel.
    .
    Große technische Werke wirken natürlich weit über ihre Zeit hinaus, entstammen sie doch großen Zeiten, revolutionären Epochen, technischen, wenn nicht gar sozialen, Revolutionen. Am Beispiel der Klosettspülung könnte man noch hinzufügen, dass die Abfallbeseitigung (das Verschwinden lassen von Kloake im städtischen Untergrund oder auf im Osten einer Stadt liegenden Müllhalden) als ein Masterprodukt der kapitalistischen Epoche bezeichnet werden kann. Und solange diese Epoche existiert, solange also die Müllproduktion als die einzig produktive erscheinen möchte (und auch mehr gefressen wird als umweltverträglich verstoffwechselt werden kann, vgl. „Das große Fressen“), wird die Klosettspülung noch so manch fröhliche Urständ feiern. Ihre Genialität muss uns also noch lange Zeit technisch begeistern.
    .
    Die nächste technische Innovation, und dessen bin ich mir ganz sicher, wird eine Klosettspülung sowenig erforderlich machen, wie einen Aschefänger in einem noch zu konstruierenden Verbrennungsofen.

  137. Plindos, ach nee, nicht schon...
    Plindos, ach nee, nicht schon wieder Davos.

  138. Devin08@:Siegfried...
    Devin08@:Siegfried Giedion(1888-1968) http://de.wikipedia.org/wiki/Sigfried_Giedion
    schrieb zu seinem Opus magnum „Die Herrschaft der Mechanisierung“ Zitat:“ Ich wollte wissen, was geschah, wenn die industrielle Produktion von der intimsten Sphäre des Menschen Besitz ergriff, und was geschah, wenn die industrielle Produktion versuchte, die organische Substanz zu meistern, wenn sie den Ackerbau mechanisierte (Zusatz von mir:revolutionierte),den Charakter des Brotes völlig veränderte (w.v. Chemobehand. Getreide, genmanipuliert), oder wenn sie versuchte, Tiere mechanisch zu töten(w.v. S. Döblin „Berlin, Alexanderplatz“) und vieles mehr. Die Schlußfolgerung von >Mechanisation Takes Command< deutet auf das kommende Ende der rationalen Auffassung der Welt, auf die Abkehr von der Einbahnstraße der Logik." Zitatende Zwei Erfinder machen sich den Rang streitig um die Erfindung des WC´s: Sir John Harington um 1596 und Alexander Cumming (* circa 1731-1733 in Edinburgh; † 8. März 1814 in Pentonville, London war ein Uhrmacher, Mathematiker und Mechaniker der sich in der New Bond Street in London niedergelassen hatte. Na ja vielleicht schaffen wir so´ne Art Entmaterialisation, maybe? Wo wir schon dermaßen durchgeistigt sind.

  139. Grenzgänger, tatsaechlich ist...
    Grenzgänger, tatsaechlich ist da was dran, denn die Geschichte handelt von der Verfuehrung eines alten, reichen Herren durch einen juengen Mann, der in Konkurrenz zu einem liebreizenden Maedchen steht. Ich hab‘ aber den Eindruck, das die Hintergrundprojektionen auch der Bild-und Ideenverliebtheit der Buehnenbildner zuzurechnen sind. Ist aber egal, es sieht huebsch aus, ist vergnueglich-nur die Saenger haetten an diesem Abend etwas besser in Form sein duerfen. Aber Kammerkaetzchen Zerlina ist diesbezueglich kompetenter als ich.
    .
    Den besten Rameau aus dem Hause Garnier gab es vor ca. 10 Jahren: Platée, eine ganz runde, witzige Angelegenheit.
    http://www.youtube.com/watch?v=5jF4YO_Ssso&feature=PlayList&p=362309F1EBFD4FF5&playnext_from=PL&playnext=1&index=1

  140. Devin08@: Sorry, vergass noch...
    Devin08@: Sorry, vergass noch zu erwähnen, dass im antiken Alexandria es eine Tempelanlage gegeben haben soll, deren Tore zum AH mittels einer Art Dampf-kompression bewegt wurden.

  141. @ Devin08: Zu Ihrer...
    @ Devin08: Zu Ihrer Enttäuschung, aber sicher zur Freude von HansMeier555 muß ich anmerken, daß das WC erst einmal eine ganz und gar feudale Errungenschaft war, da in einem Schloß nicht alle im Westflügel wohnen können. Das erste deutsche WC baute angeblich Klenze 1822 im Palais Leuchtenberg ein. Auch das Bad Homburger Schloß reklamiert für sich, Ort des ersten deutschen WCs zu sein. Des weiteren erheben die Coburger Kuratoren diesen Anspruch; zumindest heute noch vorhanden ist das WC im Schloß Ehrenburg aus dem Jahre 1860. Dort wurde es für Queen Victoria, die die Heimatstadt Ihres Gatten Albert mehrfach besuchte, unmittelbar neben dem Schlafzimmer eingerichtet. – Das WC ist aber ein schönes Beispiel für die These: was heute die Fürsten haben, besitzen morgen die Massen.

  142. Kloschüsseln aus massivem...
    Kloschüsseln aus massivem Gold.

  143. Der Spucknapf aus Platin, ein...
    Der Spucknapf aus Platin, ein Erbstück mit Gravur. Das gibt’s auch nicht beim Aldi.

  144. Es gab mal das Gerücht, es...
    Es gab mal das Gerücht, es gäbe im Präsidentenpalast von Usbekistan vergoldete Toiletten.

  145. @Devin08, Irrtum, der Zylinder...
    @Devin08, Irrtum, der Zylinder ist nicht deshalb Kunst, weil er über die Zeiten erhalten blieb, sondern weil er trotz seiner Zweckbestimmung zweckfreie künstlerische Arbeit enthält, die noch dazu kaum jemand je zu sehen bekommt. Das ist sozusagen die Akkumulation von Schönheit. Eine Akkumulation zu keinem anderen Zweck als zu betören. Wenn zufällig jemand die Augen offen hatte beim Abriss des Alten, dann wird es ihn noch geben. Aber Spülkastenzylinder sind ja leider nicht so augenfällig wie Fürstenschlösser.
    Ein anderer ästhetischer Fall sind die Hinterlassenschaften des Industriezeitalters, die ihren Zweck verloren haben. Hier bin ich ganz ihrer Meinung.
    http://www.agenturquerulant.de/2010/06/warum/

  146. Sehr hygienisch, wenn es kein...
    Sehr hygienisch, wenn es kein Talmi ist.

  147. @DA: Wahrscheinlich auch in...
    @DA: Wahrscheinlich auch in Nordkorea – ein Geschenk des Volkes an seine Herscherdynastie.

  148. lieber Hans Meier 555,
    Sie...

    lieber Hans Meier 555,
    Sie gehen von den nierenförmigen Stahlgefäßen, die man früher beim Arzt zu sehen bekam, aus. Spucknäpfe waren immer mit Sand gefüllt und recht groß.
    Angesichts der kühnen knapp-an-einem-vorbei-Spuckerei die man seit ein paar Jahren in Wien täglich erlebt,wäre das Aufstellen solcher Gefäße (samt volkserzieherischer Aufklärung, TBC etc.) wohl wieder angebracht…

  149. Apropos Kloschüsseln. So...
    Apropos Kloschüsseln. So hübsche Dinge, wie Zerlina sie fand, sind mir noch nicht untergekommen. Dafür hatte die alte gußeiserne Kloschüssel in Moabit (ist auch nicht mehr) die Form eines Schiffsklos. Die US-Amerikaner scheinen das WC für einen Schlüssel der Zivilisation zu halten, selbst in den unsinnigsten Gegenden (mitten in der Mojave-Wüste) verwenden sie dafür Unmengen an Wasser. Wenn ich mich recht entsinne, läßt sich schon Mark Twain in „Innocents abroad“ über die fehlenden WCs in Europa aus (und die Misthäufen im Schwarzwald. In meiner Kindheit gab es die noch.). Seit den 1960ern haben die WCs sich aber sehr ausgebreitet, in 20 Jahren werden sie wahrscheinlich auch in Bulgarien verstärkt zu finden sein. Nur meine vor wenigen Jahren verstorbene Großtante war resistent, sie änderte bis zum Tod nichts am von Kind an gewohnten Plumpsklo im elterlichen Bauernhaus.

  150. @Foersterliesel: Die...
    @Foersterliesel: Die biedermeierlichen Spucknäpfe in Kirschholz – wie sie schon sagten: oft ziemlich groß – hatten oft einen Zinkblecheinsatz und werden heute von den besseren Damen als Jardinieren gekauft und ganz reizend bepflanzt. – Hübsch, nicht war?

  151. Wo wir schon mal beim Thema...
    Wo wir schon mal beim Thema sind: Wussten Sie, dass die Einwohner von Singapur (Singapur, das Land mit der sechsthöchsten Staatsverschuldung weltweit übrigens) ihr Trinkwasser fortan zu gut 30% aus ihrer eigenen …. ähem, ja … gewinnen wollen? Reduce, reuse, recycle.

  152. liebe(r) specialmarke,
    ja,...

    liebe(r) specialmarke,
    ja, ganz richtig, oder auch als Papierkorb verwendet. Dazu eine Geschichte, die ich hier zwar schon einmal zum Besten gab, aber weil ich seh, daß Sie wirklich der Spezialist sind (und dankenswert viel Interessantes geäußert haben) eben nochmals (pardon in die Runde!): ein Biedermeier sammelnder Anwalt bekam mit einem Straffall „Antiquitätendiebstahl auf Bestellung“ zu tun und besah sich den Bestellkatalog der Diebe, große Fotos in Plastikfolie und Ringmappe. Und da entdeckte er seinen Spucknapf-Papierkorb und sein Säulenkästchen, eben die kleinen leicht transportierbaren Stücke. Putzfrauen genau ansehen!

  153. Filou,
    fachlich beurteilen...

    Filou,
    fachlich beurteilen kann ich es natürlich nicht, aber ich finde die Stimme des älteren Herrn, was wohl eine Baritonlage ist (wenn nicht, lasse ich mich gern belehren) ganz annehmbar. Die Stimme desjenigen, der die Schwulenfarben trägt….. nun ja.. meine Bestnote hätte sie nicht.
    Aber haben Sie denn mal bei der ersten Adresse hineingehört, die ich am 04.06. 21:24 bekannt gab?

  154. @muscat: Wenn ich mich recht...
    @muscat: Wenn ich mich recht entsinne, hieß es schon in den 80er Jahren, daß das Trinkwasser in NYC in Teilen schon mehrfach durch den Menschen hindurch sei. Aber das merkt man bei den Chlorwolken auch nicht mehr. Auf der ISS ist bestimmt auch das Wasser knapp.

  155. Erlauchte Körperteile und die...
    Erlauchte Körperteile und die Hochzeit der ersten bürgerlichen Revolution
    @Zerlina: Wenn der Zylinder nicht zunächst seinem technischen Zweck zugeordnet gewesen wäre, wäre auch die darin enthaltene „zweckfreie Kunst“ ohne Belang, wenn überhaupt als solche entstanden.
    .
    Bezüglich des WCs unter fürstlichen Hintern sollten Sie nicht übersehen, dass die Erfindung mitten in die Hochzeit der ersten bürgerlichen technischen Revolution hinein fällt, wenn auch zunächst nur zugunsten eben jener erlauchten Körperteile.

  156. Huch, Försterliesl,
    da haben...

    Huch, Försterliesl,
    da haben Sie mich erwischt. Zu meiner Schande weiß ich wirlich nicht, wie authentische Spucknäpfe aussahen.
    Jedenfalls sollten wir zusehen, wie wir das Sonnenblumkernekauen und -schalenausspucken wieder als Mode einführen. Und Kautabak für alle Rauchverbotzonen. Mal gucken, was die Stewardeß da für ein Gesicht macht.

  157. Geehrter HansMeier555, Kaiser...
    Geehrter HansMeier555, Kaiser (und sehr viele weitere Titel) Franz Joseph, gestorben 1916, hatte in Schönbrunn einen primitiven Blechtopf.
    .
    Geschätzter Tiger, also mir haben Ihre Kommentare aus einer mir vollkommen fremden Welt durchaus gefallen – leider halt ein posthumes Lob.
    Im christlichen Abendland gibt es da noch den Glauben an die Auferstehung.
    .
    In meiner abgrundtiefen Ignoranz denk´ich bei Röntgen – ich trau es mich kaum sagen – an die Kabinette der Davoser Sanatorien und die Mann´sche Schilderung im Zauberberg.

  158. Sobald wir unsere Gewohnheiten...
    Sobald wir unsere Gewohnheiten oder Moden und sonstigen Gewissheiten ändern, würden auch alle Monopole, Oligople etc. mangels Nachfrage in sich zusammen-sinken. Allein der Gedanke flottierende Papierchen könnten Sicherheit spenden ist ja schon für sich genommen verwegen genug. Systemisch diese auch noch von Staats wegen samt deren Emittenten zu stützen ist es nicht minder. Diese Papiere taugen ja noch nicht mal im Zeifelsfalle als ebenfalls systemisch notwendige Nebenausstattung eines WC´s gleich welcher Provenienz.
    In Japan sollen ja WC´s zur Produktionsreife gelangen sein, die besorgen vollautomatisch nach dem Akt der Defä……alles übrige, einschliesslich notwendiger Restreinigung des Benutzers. Auch soll kein H2O vonnöten sein. Wenn das kein Progress ist? Das würde doch die Errungenschaft des Papierhalters ad absurdum führen. Das ist ein Menetekel für Banken und ähnliche Institute.
    Tja, vielleicht bleibt uns ja trotzdem das Boudoir der Dame von Welt(-format) aus dem Westviertel über diese wackligen Zeitläufte hinweg samt Vertiko erhalten? Was meinen Monsieur Don Alphonso bezüglich dieser futurologischen Aussage /Annahme
    hinsichtlich der Möbel- und Sanitärbranche und deren betuchter Kundschaft?

  159. @colorcraze
    Dann muss es...

    @colorcraze
    Dann muss es gesund sein: Ein besserer Filter für alle wirklich giftigen Substanzen (Schwermetalle etc.) ist wohl schwer vorstellbar.

  160. @HansMeier555: Spucknapf,...
    @HansMeier555: Spucknapf, häßliches Exemplar – es gibt anmutigere…

  161. lieber Hans Meier 555,
    ja, das...

    lieber Hans Meier 555,
    ja, das ist interessant! Kautabak ist mehr was für outdoor boys, – die anderen Kau-Drogen wie Betel und Cocablätter sind in der 3. Welt ein Mittel gegen Erschöpfung und Hunger

  162. @HansMeier555: Spucknapf,...
    @HansMeier555: Spucknapf, königliches Exemplar in Gold…

  163. @Foersterliesl
    gegen...

    @Foersterliesl
    gegen Erschöpfung? Also genau das richtige für das Theater- und Opernpublikum.

  164. TIGER,
    nun ist es exakt neun...

    TIGER,
    nun ist es exakt neun (großes Yang) Stunden +5 Min. her, dass ich Sie bat, doch auf die kräftigen Stimmen zu hören. Der Plindos hat sich offenbart… Nun hören Sie doch! Und vertrauen Sie weiter auf sich. Sie taten es doch so: http://www.youtube.com/watch?v=gKxMzc6Rig4

  165. Grenzgänger, Zappa ist mir...
    Grenzgänger, Zappa ist mir ein ganz fremder Planet, und Jazz ebenfalls. Pop hoerte bei mir irgendwo bei Van Morrison, Peter Gabriel, Roxy Music und J.J. Cale auf. Ganz alte Klamotten also. Die Kreuzblende zwischen dem genannten Genre und „Alter Musik“ setzte aber bereits 20 Jahre frueher ein. Ohne kitschig werden zu wollen: die Musik des 17ten und 18ten Jhdt. entsprach mehr meiner eigenen inneren Melodie, also dem, was in mir klingt. Hoert sich abgehoben an, wie aber soll ich’s anders sagen.
    Es haftet dem auch etwas illusorisches an. Der Wunsch Frauen in huebschen weiten Kleidern zu sehn. Menschen, die sich anmutig bewegen, Gestik und Mimik die ihren Ursprung in innerer Harmonie hat. Kurz der ganze hoefische Opernwahnsinn. Geht nicht, gibts nicht. Schade.
    Also ungefaehr so (Ballet nicht authentisch):
    http://www.youtube.com/watch?v=LhS8TCckC6A

  166. "Diese Papiere taugen ja noch...
    „Diese Papiere taugen ja noch nicht mal im Zweifelsfalle als ebenfalls systemisch
    notwendige Nebenausstattung eines WC´s …“
    …und bald gibt es auch kein Zeitungspapier mehr.

  167. ... und was machen unsere...
    … und was machen unsere „Kläranlagen“ eigentlich – stellen die nicht
    auch wieder Trinkwasser zur Verfügung?

  168. Grenzgänger,
    sind Sie Herr...

    Grenzgänger,
    sind Sie Herr Lueg? Warten Sie auf den Ritterschlag von Herbert Wehner?

  169. Filou,
    nett was Sie da...

    Filou,
    nett was Sie da verlinkt haben. Ich zumindest mag auch so was hören.
    Aber Oper anmutig?
    Und 17 Und 18 jahrhundert weite Kleider? War es nicht schon zu dem Zeitpunkt so, dass sich die Damen in so enge luftabschnürende Korsetts zwängen mussten, abgesehen natürlich davon, dass das darüber sicherlich anmutiger gewesen ist als heute, in dem Punkt will ich Ihnen recht geben.
    Van Morrison? Dann muß Ihnen ja der Link, den ich so gegen 13:00 für den Tiger bekannt gab, gefallen haben.

  170. @derTiger
    vielleicht kann Sie...

    @derTiger
    vielleicht kann Sie das erweichen. Betrachten Sie Ihre Nachahmer einfach als Pseudepigraphen. Unter diesen hatte schon Paulus zu leiden (Kolosser, Ephesser- Titus und Timotheusbrief). Und diese sind eigentlich auch Parodien auf die richtigen Paulusbriefe und fragen Sie mal manch einen katholischen Priester… (Unterwürdfigkeit der Frau unter dem Mann laut Paulus)
    wie immer mal wieder ein Lob für einen der besten Gelehrten der alten Kirchengeschichte.
    # Norbert Brox: Falsche Verfasserangaben. Zur Erklärung der frühchristlichen Pseudepigraphie. Stuttgarter Bibelstudien 79. Kath. Bibelwerk, Stuttgart 1975
    # Norbert Brox (Hrsg.): Pseudepigraphie in der heidnischen und jüdisch-christlichen Antike. Wege der Forschung 484. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1977 (prägende Texte der Forschungsgeschichte, z.T. in Auszügen)

  171. Minna,
    wie der Name sagt, hier...

    Minna,
    wie der Name sagt, hier wird geklärt, also klargemacht, bereinigt.
    Das läuft ab in verschiedenen Stufen. Mechanische, biologische, chemische und weitere.
    Letztendliche Rückstoffe werden je nach Belastung als Dünger benutzt oder verbrannt. Wenn Sie sich näher und umfangreicher informieren wollen: http://de.wikipedia.org/wiki/Kl%C3%A4rwerk
    Zu Ihrer Frage vom 08.06. 23:35: Nö!

  172. Grenzgänger, das Korsett war...
    Grenzgänger, das Korsett war ja auch ein wenig abhaengig von der Figur der Dame; die eine musste mehr schnueren, die andere ueberhaupt nicht.
    Barockoper ist anmutig. Das war Verpflichtung-und Luege, aber ja. Kunst als Luege finde ich notwendig. Immerhin koennte ja daraus der Wunsch entstehen, die Illusion, zumindest einen kleinen Teil, Realitaet werden zu lassen. Ich probiere das staendig, scheitere staendig, bleibe aber unverdrossen.
    .
    Link von 13.00 Uhr: das ist der fruehe Van Morrison. Engtanzen auf Schulball, was man ja auch tat. Das Dylan’sche Original haetten nur Debile betanzt. Soll aber auch vorgekommen sein. Man machte jeden Sch**** mit, wenns was zum Balzen gab.

  173. Filou,
    nun, Kunst ist...

    Filou,
    nun, Kunst ist irgendwie immer ein wenig Lüge, manchmal mehr, manchmal weniger.
    Das der Wunsch entsteht, die Vorstellung zu einem kleinen Teil vielleicht Wirklichkeit werden zu lassen können, haben Sie schön gesagt.
    Und ja, die Version von V. Morrison ist zweifelsfrei die, die mehr ins Gemüt geht. Genauso wie diese Version eines weiteren Liedgut von Dylan hier:http://www.youtube.com/watch?v=9Xyjy7GUN4I
    Wie sagte doch Schiller: Kunst ist eine Tochter der Freiheit.

  174. Warum kümmert sich ...
    Warum kümmert sich eigentlich kaum jemand um das Thema des Tages
    und erregt sich nur über Steuern, Steuerhinterziehung und schlechte Re-
    gierungen, wo doch jedes Volk die Regierung erhält, die es verdient.
    (Irgendwo geklaut, aber nicht als Plagiat gedacht)
    Wie kommt man eigentlich von einem eher zierlichen Möbelstück zu
    Toilletten und Klärwerken? Doofe Frage, oder?
    Sehr geehrter Tiger,
    ich würde mich freuen, wenn Sie Ihre Entscheidung noch einmal über-
    denken würden und sich entschließen könnten hin und wieder einen
    Beitrag beizusteuern, es muß ja nicht unbedingt immer über die ESA
    oder Brüssel sein. Ansonsten: Hochachtungsvoll Trias.
    @Don Alphonso,
    der Fiat von früher ist doch wohl hoffentlich nicht die Antwort der Ober-
    schicht auf lhren Sunbeam.
    Folgendes hat nichts mit irgendwelchen Affenstämmen zu tun,
    Sehr freundliche Grüße von (Alfa) Trias.

  175. @JorgeLoma 08.06.2010 ...
    @JorgeLoma 08.06.2010 h 08:27
    manchmal können Sie wirklich nerven,
    wollen Sie wahrscheinlich auch.
    So schreibt man aber „Tschüß“.
    Moin, Moin.

  176. @Grenzgänger
    habe gerade ...

    @Grenzgänger
    habe gerade nichts besseres zu tun, aber ich bin neugierig ob und wie
    Sie Bob Dylan verstehen. Selbst nach zwanzig Jahren dort verstehe ich
    kaum ein Wort, welches er so dahinnuschelt. Irgentwelche Tips?
    MFG: Trias
    Vielen Dank im Voraus.

  177. Liebe...
    Liebe Wasserklosettspezialistinnen (beiderlei Geschlechts), vielleicht fehlt der Tiefgründigkeit des deutschen und bayrischen Wesens bei der Betrachtung des Phänomens „hydraulische Toilettenspülung“ etwas gar die Sinnlichkeit. In Ostasien kennt man zudem elegante Regeln zu Ort und Einrichtung (Tanizaki Jun’ichiro: Lob des Schattens. Entwurf einer japanischen Ästhetik, Zürich, Manesse, 1987).

  178. Dieses Bonmot, dass jeder...
    Dieses Bonmot, dass jeder Liter Wasser in NY mehrfach getrunken wird trifft auf Berlin und den Ruhrpott übrigens auch zu ;-)
    unsere Kläranlagen machen, wie schon angedeutet, eher das „Gröbste“ weg – trinkbar ist das was da rausfließt noch lange nicht. Deswegen wird geklärtes Abwasser zwecks Verdünnung und „Nachreinigung“ ;-) in Flüsse und Bäche eingeleitet.
    Was Trinkwassergewinnung angeht: Bei uns kommts entweder aus dem Grundwasserbrunnen, aus Oberflächenwasser oder aus Uferfiltrat, der Aufbereitungsaufwand steigt in genannter Reihenfolge.
    Man kann aber praktisch aus jeder Brühe Trinkwasser machen, man muss nur gut genug „filtern“ ; sogar Salzwasser, siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Umkehrosmose (ich hoffe der Exkurs ging nicht allzu weit, aber ich habe da berufbedingt einen gewissen Aufklärungsdrang).

  179. Guten Morgen
    Trias,
    ich...

    Guten Morgen
    Trias,
    ich empfinde es gar nicht so stark, dieses immer wieder behauptete Dylansche Nuscheln. Ich bin eher der Meinung, dass es Stücke von ihm gibt, die sind besser verstehbar und andere eben schlechter.
    Was Dylan etwas außergewöhnlich macht, sind eher die manchmal halbe Romangrößen umfassende Texte.

  180. Unellen, es gibt Leute aus dem...
    Unellen, es gibt Leute aus dem Norden, die wundern sich, warum der Tee in vielen Regionen Bayerns so anders schmeckt. Ich erkläre es dann mit dem besonders guten Wasser aus dem Jura und den Bergen, und nicht andersrum, man will ja niemanden indignieren.

  181. @Trias
    Wollte eigentlich...

    @Trias
    Wollte eigentlich „Moin“ schreiben. Klingt irgenwie flandrischer. Dann fand ich den Duden „Missingsch für Altonaer, Wandsbeker und Harburger“ nicht und kreiste dann – wie mancher Bloggolinguist in diesem Theater – adlergleich über dem s (Ich habe keine hamburgische Tastatur) und stieß zu, aber verhielt etwas länger – da wurds – ein ss. Das erschien mir aber doch gewagt, und ich drückte die bewusste Taste rechts oben. So wurds ein s.
    Wenn Sie aber meinen norddeutsch unterkühlten Abschied für zu cool halten: Ich hätte gern geschrieben: Deern, kieck mol wedder in! Nun?
    >
    Auch bei Möbeln gibt es wunderschöne Repliken – zur Not. Wie oben gesagt: Es kommt auf den Handwerker an!
    >
    Das offensichtlich so intensive Interesse an einem gewissen Spezialmöbel, das in gewissen Hochkulturen nicht beim Namen genannt werden darf, lässt sich durch auch scherzhafte Ersatzsynonyme, die alle Peinlichkeit aufheben, in seiner alle Sinne (akustisch, optisch, nasalisch) betäubenden Wirklichkeit noch näher beschreiben. Wer aber hätte gedacht, dass das Götterkind aus Salzburg in seinen „Bäsle-Briefen“ quasi auf jeder Seite von „Dreck“ spricht und jener humorige Sachsenkönig 1918 seinen Untertanen riet: „Macht euren Dreck alleene“! Was, glauben Sie, haben die denn vorher getan?
    >
    Was die Aesthetik betrifft: Verbringen Sie die frühe 5UhrStunde – nicht später – in Benares. Die Damen Ihres Geschmacks beim morgendlichen Bad in nasse hauchdünne körpermodellierende Saris gehüllt, oder – noch erotischer – verfolgen Sie halben Auges um die Ecke, wie jener Bade-Sari mit dem Apres blitzschnell von unten nach oben ausgewechselt wird. Männer sind dabei eher ungeschickt, weil sie keine Saris tragen. Die europäisch eher grobe Form würde der Netikette unterliegen. Ich erinnere mich allerdings an diskrete fragmentarische Kleidungsstücke meiner Oma an der Wäscheleine, die in nichts den eher praktisch unpraktischen Dessous von heute ähnelten. Man trug (s.Grass) zahlreiche Röcke zu Oscars Vaters Glück. Das berühmte Götz-Zitat wurde vom Dichter vielleicht so laut und bündig gesprochen, als der Burgherr, von der Meute da unten gestört, gerade auf dem balkonartigen Austritt austrat. Brrrr! Ja, dieser Göthe. Mephisto, immerhin 4facher Professor an der Luther-Universität, lässt nach „Eritis sicut Deus (sic!), …“ öffentlich vor dem Schüler (Missbrauch?) einen veritablen F… fahren. Und erst der große Reformator in seinen „Tischgesprächen“? Und die Handwerksburschen im „Woyzeck“?
    >
    In Ostia gibts Reihenklos wohl nur für Männer, was sich aus der eigentümlichen Form der Brille schließen lässt, darunter Wasserrinnen, kultivierter als wir das aus Zeltlagern als „Donnerbalken“ kennen. Jetzt wusste man induktiv mehr! Dann gibts noch(?) das italienische Stehklo: nach Magenverstimmungen nicht gerade empfehlenswert.
    Wenn Sie, Damen und Herren, Friedrichs Boudoir in Schloss Charlottenburg besuchen, achten Sie auf die Wendeltreppe (links), und in Schönbrunn in Maria Theresias Schlafzimmer neben dem Sitzbett bitte die Tapetentür links. Es stellt sich lediglich die Frage: Wie? In französischen Schlössern wurden zugemauerte Räume wieder geöffnet und siehe da … Es dürfte für Damen (s.Oma) gerade wegen Krinolinen/ Reifröcken mit großem Durchmesser leichter gewesen sein: einfach … Ja so! Auch bei Picknicken fortgeschrittener Jugend gelegentlich zu bemerken. Gewisse germanische Tiere haben laut Tacitus (?) keine Kniee.
    Der Wasserspülkasten hat sich aus bei Reparaturen unbequemen Höhenkraxeleien entlang der Kette mit Porzellangriff auf Oberschenkelhöhe herabgelassen. Modernst aber ist – nach dem Twainschen Misthaufen und dem „Heiserl mit Herzerl“ und ohne Spülung – das Ökoklo, das bei Niedrigwasser, quasi Steppe (Lüneburger Heide) und auf Schihütten (südliches Gefild) von Vorteil ist.
    > Halt, ich habe noch den Goldeimer vergessen, dessen Inhalt auch bei Neuschnee gewisse Spuren verschiedener Couleurs hinterlässt, besonders nach Einnahme von Erbsensuppe und Prontosil.
    >
    Warnung: Man kann in Indien gewisse oft ganz hübsch ziselierte Metallgefäße verschiedenen Durchmessers kaufen (so ich), die als Aschenbecher in Europa geeignet sind. Mein Landlord besuchte mich und gab sich seltsam reserviert. Nicht überall dort gibt es Papier, aber „Wasser“. Auch aus diesem Grund baumelt eine indische linke Hand immer unter dem Tisch.
    P.S.:
    Mancher hat dort seine kleine Handbibliothek, wenn auch nur Ärztewitze auf Samt-(nicht Sand-)Papier. Oder doch den „Zauberberg“?. Im Luxusfall kann man sich dann als Kaiser fühlen, der wenigstens hin zu diesem locus amoenus Fußsport treibt. Bitte um die (englische) Quelle: Der Kaiser soll in Waterloo kein WC und deshalb.
    Dem Glücklichen schlägt keine Stunde!
    >
    Genervt von meiner „Kurzen Klokulturkunde“? Ob sie der Netikette anheimfällt?
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    @Rosinante: Was meinen Sie mit „-innen (beiderlei Geschlechts)“? Danke für den Japaner!

  182. JorgeLoma, zunächst vielen...
    JorgeLoma, zunächst vielen Dank für Ihre anekdotischen Episteln zur internationalen Körperkultur. Lehrreich und amüsant. Mit (-innen) parodiere ich nur die zwanghafte feministische Linguistik (Luise Puch).

  183. @Don Alphonso, 09.06.,...
    @Don Alphonso, 09.06., 11:24
    Wäre eine gewisse Anlage zur vergrößerten Schilddrüse, die sich besonders gut zum Jodeln eignet, einer Freundin aus dem bayerischen Allgäu (Rosshaupten) nicht auch drin? In Füssen habe ich lederne Ersätze gesehen, damit sichs Deandl net schama muaß. Daas schreibt jedenfalls auch der Tschusch aus Prag im Münchner Simplicissimus.
    Nichts für ungut! Sie wissen, ich bin Halboberbayer (Korbiniansstadt), Möhlestr.1 und gelegentlich auch ein bisschen derb. Ich verkehrte dort am liebsten mit den vor der Stadt exilierten Roten und Flüchtlingen aus dem Leuwagenland.

  184. @Don: Habe grade mal...
    @Don: Habe grade mal interessehalber bei Ihren Stadtwerken nachgeschaut: Ihr Trinkwasser ist aus Brunnen (deswegen nicht gechlort) und ziemlich hart , dafür aber arm an Nitrat und Natrium. Geschmacklich ist das Fehlen von Chlor natürlich ein Pluspunkt, die Härte grade was Tee angeht aber in den Augen vieler Leute ein Minuspunkt (oder filtern Sie Ihr Teewasser?).
    Generell kann man nicht regional verallgemeinern, es kommt immer auf die spezifische Herkunft des Wassers an (Trinkwasser in Lindau schmeckt ganz anders als z.B. bei Ihnen, da ersteres aus dem Bodensee kommt). Trinkwasser aus Quell- und Brunnenwasser müssen in der Regel nicht gechlort werden, können aber je nach Untergrund recht hart sein. Trinkwasser aus angereichertem Grundwasser (=Uferfiltrat) und Oberflächengewässern müssen gechlort werden, sind dafür aber meist deutlich weicher. Gesundheitlich betrachtet ist hartes Wasser übrigens besser (ich persönlich mags auch lieber, aber das ist Geschnmackssache). Die Römer haben damals auch nicht aus Jux und Dollerei extra ein Aquädukt gebaut, um (kalkhaltiges) Wasser aus der Eifel nach Köln zu schaffen, denen war der Rhein damals schon zum Trinken zu schmutzig…
    Wer sich für das Thema interessiert, dem empfehle ich „Das Wasserbuch. Trinkwasser und Gesundheit“ von Kiepenheuer & Witsch (ist auch für Laien verständlich).

  185. Aber am besten gefällt mir an...
    Aber am besten gefällt mir an diesem Beitrag immer noch der Vorwurf an den Kapitalismus, er könne keine über Jahrhunderte problemlos funktionierenden Türen herstellen. Das ist mal ein Mißstand, der nur von soliden Menschen erkannt wird.

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