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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Moderne und Absolutismus 3: Der Ämterkauf

| 124 Lesermeinungen

Unter all den Schrecken des Feudalismus ist die relative Rechtlosigkeit der Untertanen vielleicht die drückendste Erfahrung gewesen - kein Wunder, dass die mittelalterlichen Reichsstädte so schnell wie möglich Bischöfe, Vögte und Adlige als Herrscher loswerden wollte. Das kostet mitunter sehr viel Geld und dauerte Jahrhunderte, aber am Ende setzte sich schiesslich eine Rechtsordnung durch, in der kein Amt mehr von einem inkompetenten Despoten gekauft oder verschachert werden kann. Wie gut, dass die Zeit der käuflichen Unterdrückung vorbei ist, mehr oder weniger.

Bringt mir den Zehnt ganz in mein Kornhaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, spricht der Herr, und prüft mich hierin, ob ich euch nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten in Fülle.
Maleachi 3,10.

Im 7. Jahrhundert ab Incarnatione Domini ging ein gewisser Herr Gallus, seines Zeichens Mönch und Prediger, durch ein finsteres, dicht bewaldetes Tal auf der Suche nach einer Heimstatt etwas ferner von den Menschen, die ihn bei seinem Wunsch der Weltabgewandtheit störten. Wie es in diesem Beruf zu diesen Zeiten üblich war, wurden derartige Stellen nicht durch Baugenehmigungen, sondern durch wundersame Begebenheiten festgelegt: Eine heiltätige Quelle, ein Reliquienfund, ein hilfreiches Tier, eine Erscheinung – bei Gallus war es dagegen prosaischer, denn er stürzte in einen Dornbusch und wertete diese schmerzliche Erfahrung als Fingerzeig Gottes, sich hier niederzulassen. So geschah es, und weil auch der beste Heilige nicht in Frieden leben kann, wenn es seinen wunderfordernden Nachbarn nicht gefällt, entstand statt einer Einsiedelei ein florierendes Kloster.

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Steht man heute in der um 1760 vollendeten Kirche der ehemaligen, an dem Ort des Dornbuschs errichteten Fürstabtei St. Gallen und blickt auf die für das Rokoko erstaunlich finstere und mit dunkeln Wolken ausgemalte Decke, an der sich Bischöfe, Äbte und Unterstützer des Klosters tummeln, fallen nach eine Weile ein paar weitere Besonderheiten auf. Das Bildprogramm ist geradezu besessen von Symbolen der Herrschaft, die von Engeln herangeschleppt werden, an allen Ecken und Enden wuseln Himmelsgeschöpfe herbei, um den Klosterbrüdern und ihren Freunden Bischofsstäbe, Mitren, Kronen, Szepter, Wappen und andere eindrucksvolle Machtmittel in die Hände zu drücken. Und wie so oft versucht das Bildprogramm damit Ansprüche darzustellen, die zum Zeitpunkt seines Entwurfs schon längst Geschichte sind: Der Ort des Dornbuschs erwies sich mittelfristig für das Kloster kaum weniger schmerzhaft pieksend, als für seinen Patron. Über Jahrhunderte focht die Abtei einen Dauerkonflikt mit der sie umgebenden Stadt aus, in dem es den Bürgern um nicht weniger als die Entrechtung des Äbte mit allen zu Gebote stehenden Mitteln ging; mal wurden Rechte mit Geld erworben, mal fuhr man Kanonen vor dem Kloster auf. 50 Jahre vor dem Deckengemälde hatte die Abtei dann ihren letzte kriegerische Auseinandersetzung gegen die Stadt verloren, und tröstete sich entrechtet wenigstens mit einem opulenten Deckenfresco voller Erinnerung an alte Grösse.

St. Gallen ist damit ein schönes Beispiel für die Emanzipation des Bürgertums, das seine Karriere als rechtloser Untertan vor den Klostermauern beginnt und zäh, verbissen und dauerhaft um seine Rechte kämpft, und das Ziel auch über Jahrhunderte nicht aus den Augen verliert. Ziel war es, über sich selbst bestimmen zu können, und nicht zuzulassen, dass ein verschwenderischer Abt die Rechte über die Stadt an den Meistbietenden verschachert, die Bürger ausbeutet oder ihnen seinen Willen aufzwingt.

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In anderen Regionen dauerte es damit noch recht lange, bis ins 20. Jahrhundert. Steuern etwa wurden früher durch „Ungelter“ eingetrieben: Freie Unternehmer, die vom Fürsten das Recht erwarben, ihm einen gewissen Betrag abzuliefern, und selbst von den durchgesetzten Mehreinnahmen zu profitieren. Adlige konnten Offizierspatente kaufen und Tausende auf den Schlachtfeldern krepieren lassen. Kaum ein Amt, das nicht käuflich zu erwerben und dann finanziell auszuschlachten war; auf die Betroffenen nahm man naturgemäss bei diesem Handel mit dem Recht keine Rücksicht. Es gab durchaus gute Gründe, warum man in den Städten alles daran setzte, sich selbst zu verwalten; war nicht jedes Recht durch ein paar wohlplatzierte Kanonenkugeln in den Garten von Abt, Vogt oder Fürst zu erhalten, musste meist viel bezahlt werden – langfristig lohnte es sich. Hatte man dann erst mal die Ämter erworben, setzte man dafür städtische Beamte ein, die man in einem Falle von Amtsmissbrauch mit einem Strick oder einem Schwert schnell wieder los wurde.

Uns besseren Bürgern mag diese brutale und wenig feingeistig-ausgleichende Art des Machterwerbs heute unwürdig, ja nachgerade barbarisch anmuten, die wir in einer Demokratie leben, deren Macht vom Volke ausgeht. Es ist eine absurde Vorstellung, dass Rechte mühsam erstritten werden müssen, dass der Besitzer von Geld oder Waffen mehr Rechte im Staat hat, und sie damit erwerben kann. Gut, es gibt eine gewisse Ungleichheit, mit der die Besitzenden aber durchaus leben können, und deren Sinnhaftigkeit den anderen vermitteln Gossenpresse und Privat-TV vermittelt wird. Aber prinzipiell gibt es Gesetze, an die sich jeder halten muss, wir sind schliesslich nicht im Feudalismus.

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Also, nicht so richtig. Im alten St. Gallen (Stadt) wurde beispielsweise geregelt, dass die Hausbesitzer nur sehr zurückhaltend ihre Tätigkeit im öffentlichen Raum bewerben durften. Ein wenig Stuck, ein Erker mit der Berufsbezeichnung, mehr nicht. Keinesfalls gab es den heute üblichen Werbeirrsinn, den Städte mit dem Verkauf des Rechts der Verschandelung des öffentlichen Raumes von Werbetafelaufsteller bekommen. Im alten St. Gallen gab es – soweit es damals möglich war – Verordnungen, wie die Abfälle zu entsorgen waren. Spekulativer Handel mit privat besessenen Emissionsrechten in den Händen oligarchischer Konzerne, wie es heute in der EU üblich ist, hätte damals vermutlich für Ärger gesorgt. Manche Städte haben  ihre Versorgungsbetriebe längst privatisiert, oder gar mit hochriskanten Finanzwetten Beratern und Banken ausgeliefert, die noch mehr juristische Stacheln als St. Galler Dornbüsche haben.

Verlage – und hier an vorderster Front der Springerkonzern – versuchen gerade mit aller Macht, sich ein reichlich einseitiges „Leistungsschutzrecht für Presseverleger“ in die Gesetzesbücher schreiben zu lassen. Wenn man diesen Hilferuf von Europaparlamentariern sieht, die sich bei der Bankenregulierung von Lobbyisten gegängelt und beeinflusst sehen, wenn man sich all die zugekauften Berater und Rechtsanwälte anschaut, die bar jeder demokratischen Legitimation in den Ministerien an jenen Gesetzesentwürfen mitschreiben, die immer wieder für Überraschung sorgen, wenn die Kollegen dr Autoren bald wieder Schlupflöcher finden – dann kann man sicher nicht vom guten, alten Ämter- oder Rechtekauf reden. Beim Ämterkauf wird das Recht an jemanden verkauft, der dafür eine Gegenleistung erbringt, sei es Geld, oder sei es nur, seine Kanonenkugel nicht abzufeuern. Beide Seiten haben etwas davon, das der Bürger versteht, ohne dass eine teuer eingekaufte PR-Agentur Kommunikationsziele für Unsägliches hätte entwickeln müssen.

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Die Klosterkirche St. Gallen ist Teil des UNESCO-Welterbes, aber sie lohnt einen Besuch nicht nur wegen der Kunst, sondern auch wegen der Ideologie und Propaganda. Gerade weil die Deckengemälde das Gegenteil dessen erzählen, was damals gelebte Realität in St. Gallen war. Und weil in Banken, Kanzleien, Beratungsfirmen, PR-Agenturen und Lobbygruppen niemand Deckengemälde pinselt, in denen den abgehoben über allen anderen schwebenden Partnern und Vorständen kleine, fette Bürgermeister- und Abgeordnetenputti mit verkümmerten Primärgenitalien Gesetzesbücher, Vorlagen und Richtertalare reichen. Deren Propaganda zeigt aufrichtige Geschäftspartner, zufriedene Familien, saubere Landschaften, Dynamik und Fortschritt. Es sieht gut aus, da kann man sicher besser verweilen, als in einem Dornenbusch, dessen Schmerzen man sofort spürt, ganz im Gegensatz zu all den verspätet auftretenden Folgen der Bankenrettung durch die öffentliche Hand, die Sparprogramme nach den Wahlen, und was die modernen Ungelter sonst noch alles wollen, ohne dabei selbst zu profitieren. Denn das Recht und das Amt zum Ungelten ist in der Moderne natürlich bei unserem Staat gelandet, das Recht und das Amt überlässt man ihm gerne, genauso wie den Wunsch der Bürger, den Rechteinhaber wie früher mit der Kanone zu entlohnen; nur der Profit daraus, der ist eine andere Sache bei einer anderen Seite.

Man nennt es, glaube ich, den Fortschritt. 

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124 Lesermeinungen

  1. So lange es nicht nur um...
    So lange es nicht nur um Primär- gen- Italien geht, trifft die gereichte Sichel doch immer den ,die Richtigen. Man findet sie einfach überall.
    Es ist immer reine Freude einen solchen Text am frühen Sonntagmorgen vor dem ersten Ausritt (Rennrad) zu sich zu nehmen. Herzlichen Dank.

  2. Sehr schön geschrieben,...
    Sehr schön geschrieben, danke!

  3. Oh bitte, es war mir ein...
    Oh bitte, es war mir ein Vergnügen (zumal die Ausmalung von St. Gallen ja ein echtes Randthema ist).

  4. Guten Morgen, Don Alphonso,...
    Guten Morgen, Don Alphonso, hmmm!
    gibts da (und allenthalben) nicht auch n „Hotel zum (g)rasenden (Alliteration)“? Manche heutigen Abderiten waren schlau, und später sind sie schlauer: Sie ließen sich 15%ig kaufen, und der Schlauberger schrumpft auf 5. Eisernes Zeitalter. Da möchte man doch gleich nach St.G. (Gallen) pilgern und in der Bibliothek die Schlusszeile der dort lagernden Handschrift B lesen: „…das ist der Nibelunge not“.

  5. Lieber Don, mit der Person des...
    Lieber Don, mit der Person des „Ungelter“ sprechen Sie -so scheint es- ein Stück Familienbiographie an. Ihre Serie zum Thema finde ich originell. Und, sie ist auch aktuell (wie jede Geschichte, der man die richtigen Fragen stellt).
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    Sie schreiben von der Emanzipation des Bürgertums (also der Wirtschafts- und Wissenschaftselite) wie auch dem Sprung in die Demokratie mit den heutigen Berufsgruppen, die diese medial und rechtlich legitimieren und ihren Machtanspruch laufend ausweiten. Alles wird engagiert benannt und bewertet. Es fehlt also an nichts. In den kirchlichen (selbstredend katholischen) und den säkularen Stimmen der Kommentare formiert sich die wohlmeinende Form der Disputatio. Aber die Geschichte findet ja einfach statt. Und die normative Kraft des Faktischen gilt auch für das 21. Jahrhundert. Also alles business as usual.
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    Aber um die Teleologie der Moderne und ihre Fortschrittskarawane zu bremsen braucht es ein neues Zentrum. Und, wenn HansMeier555 den Feudalismus predigt, sagt er ja nicht welchen. Obwohl, so nehme ich an, er schon jenen der europäischen Geschichte meint. Aber der europäische Absolutismus hat spätestens durch die informelle Vernetzung des Globus seine Exklusivität verloren. Und ich glaube, dass ein starres Festhalten an europäischen Überzeugungen in absehbarer Zeit zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen führt.
    Der Krieg zerstört materiell; der potentielle Faschismus der EU (Finanzausgleich/Wirtschaft, Bologna-Nivellierung/Bildung, Adoptionsrecht für Schwule und Lesben/Pseudohumanisierung der Anthropologie und der Künste) „nur“ psychophysisch. Dies ist zwar auch nicht lustig, aber eher zu reparieren (die Mütter dürfen jetzt nicht aufschreien, denn wer fundamentalen Pazifismus säht, wird Krieg ernten).
    Ähnlich der katholischen Kirche hat sich die religiöse Kultur Ostasiens als ebenso zeitresistent wie prägend etablieren können. Künftiges Zentrum kann deshalb nicht allein Rom mit seine linientreuen oder dissidenten Monarchien und ihren demokratischen Derivaten sein. Es bleibt so, wie es ab 1581 war, als die jesuitische Mission in China begann. Am kaiserlichen Hof war man fasziniert vom Buchdruck und dem Wissen, welches Mateo Ricci brachte. Behalten und kultiviert haben man (und frau) Jenes, was den eigenen Alltag und seine Wirtschaft verbessern konnte. Dabei kam die chinesische Kultur nie auf die Idee, anderen ihre Ideale aufzwingen zu wollen.
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    Nieder mit dem dialektisch-materialistischen Neo-Kolonialismus europäischer Provenienz.

  6. War gestern gerade im...
    War gestern gerade im Charlottenburger Schloss in Berlin wo ein stilgerechtes Konzert geboten wurde und habe dabei an die Rechte der Koenige, deren Lebensart und die Pflichten der Untertanen nachgedacht. Der sehr gute Artikel trifft den Nagel auf den Kopf. Vielen Dank!!

  7. Werter Don,
    eine nette...

    Werter Don,
    eine nette Geschichte für den Sonntagmorgen. Bei aller Abneigung gegen Gewaltanwendung fällt dabei auf, dass Kanonen und Schwerter als Mittel zur Austragung von Konflikten im Vergleich zum Geld ja doch etwas recht demokratisches haben…
    Wie Sie richtig erkannt haben, ist der Bedarf am Ämterkauf heute aufgrund des fehlenden Nutzens in Form von damit verbundener Macht vergleichsweise gering – was aber bleibt ist der Titelkauf aus PR-Gründen und der wird in Form von gekauften Doktortiteln (manch Bundestagsabgeordneter kennt sich ja damit aus) oder den gediegeneren Formen wie Honorarprofessuren weithin praktiziert.

  8. Nichts Neues unter der Sonne....
    Nichts Neues unter der Sonne. Die Nesseln, in die sich die Möchtegernmächtigen heute so ungern setzten, heißen Sozialabbau und Sparen. Da kauft man sich Amt und Würden lieber mit Spar(!)paketen, die zu Hälfte aus geplanter Steuereinführung bestehen. Und Leute, die an Dornbüschen rumzündeln, finden sich auch genügend. Vielleicht klappt es ja nochmal und sie hören dann eine Stimme, wenn sie schon nicht auf die der Vernunft hören….

  9. sehr schön don! man ist stolz...
    sehr schön don! man ist stolz auf sie zwischen rottach-egern, karlsruhe, frankfurt, hamburg und berlin.

  10. Werter Don, ich hoffe, im...
    Werter Don, ich hoffe, im Thomas-Dehler-Haus liest niemand Ihren Blog, sonst bekommen wir den Ungelter bald als Reforminitiative serviert.
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    Und was die vom Volke ausgehende Macht angeht: Die Exchefin von eBay hat vor Kurzem die republikanischen Vorwahlen für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien gewonnen. Man schätzt, dass sie pro Wählerstimme über 60 Dollar für Propaganda ausgegeben hat – und das war nur die erste Runde. Ämterkauf über Bande, sozusagen.
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    Merci für diesen schönen Sonntagstext.

  11. Solche Häppchen...
    Solche Häppchen kulturgeschichtlicher Unterrichtung verbunden mit Hinweisen auf heutige Zustände les ich immer gerne. Nicht nur Sonntags.

  12. Habe einen Vorschlag zur...
    Habe einen Vorschlag zur gegenwärtigen politischen Lage:
    1. Durch Grundgesetzänderung wird sichergestellt, daß das Amt des Bundespräsidenten nur noch ausschließlich repräsentativen Charakter hat. Man darf sich auf Staatsbesuch mit der Queen treffen, aber keine Gesetze mehr unterschreiben oder die Unterschrift verweigern. Dies überlassen wir gleich dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts.
    2. Das Amt des Bundespräsidenten wird ausgeschrieben und in einem langen und publikumswirksamen Verfahren meistbietend versteigert.
    3. Das neu zu schaffende Amt der first Lady wird ebenfalls meistbietend versteigert, am besten in einem anschließenden Bieteverfahren, das dem Inhaber des ersten Amtes die Möglichkeit eröffnet, seine Gattin oder eine andere Auserwählte an seine Seite zu holen.
    4. Für die Repräsentationskosten des Bundespräsidenten muß der jeweilige Amtsinhaber aufkommen.
    Man könnte erwägen, das Amt sogar jährlich neu zu vergeben. Amtsinhaber dürfen bis zu drei Mal das Amt neu kaufen. Die Bonität des Bewerbers hinsichtlich der von ihm zu erlegenden Repräsentationskosten muß nachgewiesen werden. – Die Einnahmen aus diesem Ämterverkauf werden zur Schuldentilgung eingesetzt. Man kann dann zu Recht erklären, der jeweilige Amtsinhaber habe sich um die Bundesrepublik verdient gemacht.
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    HansMeier555, ist das moderner Feudalismus in Ihrem Sinne?

  13. These: Es gibt heutzutage...
    These: Es gibt heutzutage weder Amterkauf, Nepotismus, schon garnicht Korruption!
    Es ist einer der beliebtesten Tricks von interessierter Seite, einem zu suggerieren, dass es in den sog. demokratischen Gemeinwesen (Verbandsgemeinde, Stadt, Land-, Nationalstaat, EU, Anderes mehr globalisiert ist noch im statu nascendi) kein Unterdennagelreissen mehr gäbe. Der Staat ist lediglich eine Art von Transferierer
    sowohl fürs Soziale (obenauf Gesundheit!) als auch fürs Kapitale in diesem dubiosen Handel verkommen, zwar komplett pleite dennoch agierend.
    Die Methoden sind andere, anonymer, subtiler aber um so effektiver geworden. Senderechte, Flugrechte (über ganze Regionen hinweg zu jeder Tages-u. Nachtzeit), Leitungsrechte zu Erde und unter Wasser, in der Luft, Exploitationen nach jeglicher Ressource bis in tiefste Meeresgründe, Bau von Logistikhallen und Einkaufsmalls von unglaublicher Ausdehnung und Hässlichkeit in sanften Landschaften finden Parteien aller Couleur(!), Politiker, Parlamentarier, Richter, Wissenschaftler, Consultants jeglicher Fasson, Medienvertreter, die noch nicht einmal gekauft werden müssen um all diesen Vorhaben etc. absolute Importanz , Genehmigungsfähigkeit zu attestieren, da dieses ihr Interesse eo ipso durch ihre Funktion allein schon legitimiert erscheint. Formal ist alles sauber und von höchster Korrektheit, durch Gestze, Verordnungen, Hearings, Planfeststellungsverfahren bis aufs letzte i-Tüpfelchen duchbuchstabiert und geregelt.
    Do feit si fei nixi! S. Biermöslblosn.
    http://www.youtube.com/watch?v=wD3UqTkzDJ4
    Allen deren Vertretern träuflet säuselnd das Gemeinwohl in endloser Suada von den Lippen. Institutionen, Gruppierungen, Vereinigungen, Kommissionen, Gremien von höchster Wichtigkeit schnalzen dem Bürger, der gleichzeitig irgendwie auch in diese invollviert ist, permanent ins geneigte Ohr, dies Alles geschähe nur zu seinem Wohle, für seine Sicherheit im Leben wie im Sterben, zur Zukunftsfähigkeit von allem und jedem.
    Nein wirklich, ein Immodevelopper, Großsonstewas, ein Hedgefondsmanager, ein Pfandbriefanstaltsvorsitzender braucht kein Stifterbüldnis gar nie nicht mehr, ihm reicht eine Filla im Westviertel oder in der Schweiz, allenfalls lässt er sich´s höchste Sternderl im Staate am Bandl auf die Philantropenbrust heften. Ansonsten: Lieber kein direktes Aufsehen erregen. Das TV suggeriert dem Bürger Teilnahme an diesem Geschäft in Form von Talkshows, Nachrichten die meistens keine sind, geduldete Kaberettsendungen.
    So ein Lokator wie Heinrich (sowohl einmal II., als auch XII.) der Löwe einer war, Herzog in Bayern und Sachsen, Schlächter der Wenden und Liutizen, Gründer von Minga, wäre heute absolut rand-, unan,-rück,-ständig. Die Zeiten haben sich halt geändert, sind schnörkelloser, stromlinienförmiger aaaaaaber nicht minder brutal geworden, wen es um das Eingemachte geht.
    Der Abriss der Innenstädte von Frankfurt a. M., Peking oder Shanghai, die Disneylandi-sierung unserer kleineren Städte mit ihren Speckgürteln sind nur der sichtbare Ausdruck von einem Streben, welches sich noch nicht mehr einmal mit Zügen von Lemmingen zu vergleichen lohnt.
    S. dazu auch
    „Dieser Schrott soll schön sein?“ von Maritn Mosebach in dieser Ausgabe der FAZ

  14. Während wir hier noch...
    Während wir hier noch Späßchen machen, ist die Wirklichkeit längst weiter. Wulff hat sich jetzt als künftiger BP indirekt in eine Reihe mit Friedrich dem Großen gestellt. Nicht Heuss, Heinemann: Friedrich der Große. Und warum auch nicht, er hat das sicher mal irgendwo gelesen, Friedrich und Voltaire, Carl August und Goethe, die ganze Geist-und-Macht-Klamotte, und das will er jetzt auch. Christian I. am Musenhof, halten zu Gnaden.
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    Wäre es nicht nett, wenn DL zur Abwechslung mal wieder von Erwachsenen regiert würde?

  15. Rosinante@: Sehr guter...
    Rosinante@: Sehr guter Kommentar,…. lediglich säen, sät (Grimm´sches Wörtbuch Band 14, S. 1630. Tschuldigung). “ Herrlich:..denn wer fundamentalen Pazifismus säht, wird Krieg ernten. Wie wahr!
    Bei China vergessen Sie nicht den Rheinländer Schall von Bell SJ, der den chin. Kalender reformierte und Hofastronom wurde. Wenn ich nicht irre, sogar die 1. Kaiserliche Sternwarte europ. Prägung in Peking einrichtete.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Adam_Schall_von_Bell
    specialmarke@: Wirklich, Ihre Idee hat ausgesprochen spätdemokratischen Charme.

  16. Die meisten Ihrer Fans, lieber...
    Die meisten Ihrer Fans, lieber Don Alphonso, haben bereits den einen oder anderen Ihrer Artikel zum Allerbesten erklärt. Heute ist es an mir, diesen sonntäglichen Lobgesang über das schöne Sankt Gallen innerhalb und außerhalb der Klostermauern als wirklich gelungen zu preisen. Der alte Ire Gallus in seinem Dornbusch hätte bestimmt seine helle Freude daran gehabt, wenn er nur deutsch verstanden hätte.

  17. "Dabei kam die chinesische...
    „Dabei kam die chinesische Kultur nie auf die Idee, anderen ihre Ideale aufzwingen zu wollen“: Rosinante, ich vermute, dass man darüber in Lhasa und Urumqi anderer Meinung ist.
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    „Wer fundamentalen Pazifismus sät, wird Krieg ernten“: Gut, dass wir diesen Fehler am Hindukusch nicht gemacht haben. Haben Sie schon Ihren Herbsturlaub in Kandahar gebucht?

  18. ....ein Wimbledon-Tor ist noch...
    ….ein Wimbledon-Tor ist noch kein gekauftes (Ämter-)Tor. Schaugn ma hoit amoi! Werma scho segn!
    Rosinante@:
    The Germans to the Front! 22. Juni 1900. Boxeraufstand in China.

  19. Giannozzo@: Wulff, ein...
    Giannozzo@: Wulff, ein Königsmacher von eigenen Gnaden. Man muß halt die Lufthohheit über den Schlagzeilen haben. Saubere PR-Arbeit, oder?

  20. Dunnhaupt, das ehrt mich sehr,...
    Dunnhaupt, das ehrt mich sehr, selbst wenn der Text zu meinem Bedauern nur mit leichter Hand hingeworfen wurde.
    .
    Plindos, rechnet man das Gute und das Schlechte der Jesuitenmission zusammen – versteht man vielleicht, warum man das in China nicht dauerhaft hinnehmen wollte.

  21. sorry..meinte natürlich...
    sorry..meinte natürlich Wembley
    Don Alphonso@:….wieso das Schlechte der SJ in China?….überhaupts sind wir mittlerweile hier in Old Germany über TCM, Qigong bis chinese martial art sowas von 中国- kolonisiert ;-))

  22. im vergleich zur heutigen...
    im vergleich zur heutigen parteibuchwirtschaft war der ämterkauf vergleichsweise gerecht. es kann sich jeder selber ausmalen, für welche stellen es bei der derzeitigen regierung geradse noch gelangt hätte…

  23. - reinschleicht-
    "Danke für...

    – reinschleicht-
    „Danke für den Text“, sagt.
    – rausschleicht-

  24. Der Begriff "Absolutismus" ist...
    Der Begriff „Absolutismus“ ist in der Überschrift eigentlich fehl am Platz (höchstens als Epochenbezeichnung tolerabel). Tatsächlich sehen wir eine Vielzahl von „Playern“, die zueinander in Konkurrenz stehen, sich bekämpfen, dann aber auch wieder Bündnisse schließen usw.
    Es geht ja nicht um absolute Fürstenmacht, sondern mehr allgemein um feudale Verhältnisse. Diese aber lassen sich keineswegs mit den Begriffen „Monarchie“ oder „adlige Privilegien“ fassen.
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    Allgemein gesprochen unterscheidet sich feudale Herrschaft von der modernen Dmokratie dadurch, dass sich definitiv NICHT aus irgendeinem philosophischen Konzept der (Rechts-)Gleichheit aller Menschen (unabhängig von Abstammung, Religion, Geschlecht, etc.) herleitet.
    Ob diese Herrschaft eine adlige, klerikale oder bürgerliche ist, ist eigentlich zweitrangig. Denn auch die Städte der damaligen Zeit waren feudale Korporationen, die — genau wie der Adel und der Klerus — ebenfalls Privilegien genossen. Der „Bürger“ des achtzehnten Jahrhunderts war Mitglied einer durchaus elitären Korporation, keineswegs aber repräsentierte er den „demokratischen Wahlbürger“ im heutigen Sinne.
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    Das korporierte Bürgertum scheint mir heute eher zukunftstauglich zu sein als der Geburtsadel. Anstelle der Städte könnten multinationale Konzerne (engl: corporation) treten, die weltweit Hoheitsrechte erwerben, managen und mit ihnen spekulieren. Der Nachfahre des neuzueitlichen Patriziers wäre dann ein „global citizen“, seine Rechte besäße er in Form eines größeren Aktienpaketes der jeweiligen Konzerne.
    Allerdings – und das muss mit allem Nachdruck gesagt werden — müssten diese modernen Korporationen auch das Erbe von Adel und Klerus wieder beleben, um ihrer Herrschaft Dauer verleihen zu können. Das gilt vor allem für Glanz, Pracht, Sex, Verschwendung, Religion und Kunst.
    Das haben sie, auch unter dem Einfluß einer militant agnostischen, positivistischen, neoliberalen Propaganda in den letzten 50 Jahren zu sehr vernachlässigt.
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    @Specialmarke: Nein, nicht wirklich, denn Repräsentation muß auch irgendwas repräsentieren, und zwar reale Macht. Ansonsten ist es moderne Kunst.

  25. ich habe lange überlegt, ob...
    ich habe lange überlegt, ob ich nicht doch besser Feudalismus sage, aber die Strukturen, um die es geht, sind tatsächlich absolutistisch, sprich, eine übersteigerte Form des ja durchaus mitunter auch milden Feudalismus. Ich bin mir der Schwächen des Begriffs voll bewusst.
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    Holly01, danke, und bitte, wenn’s gefällt, bleiben Sie doch.

  26. Das Konzept, hoheitliche...
    Das Konzept, hoheitliche Aufgaben zu privatisieren, zu handeln, zu verbriefen, damit zu spekulieren, etc., wie wir es zu Ungelters Zeiten gesehen haben, könnte im 21. Jahrhundert eine große Zukunft vor sich haben.
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    Die Unsitte, Individualrechte universal zu postulieren, gerät allmählich außer Mode und kann auf dem Umweg über Dritt-Territorien mit unklarem Status limmer leichter umgangen werden. Und das ist auch gut so. Damit wird die Bahn frei gemacht für einen neuen Feudalismus in einem neuen herrlichen Zeitalter.
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    Die Bastille steht schon wieder. Jetzt baut uns auch ein neues Versailles!

  27. Kann man etwas Unsinnigeres...
    Kann man etwas Unsinnigeres ausdenken als eine derartige Gleichheit und Freiheit für alle zu dekretieren. – sagte Pius VI. über die Menschenrechte. Ich vermute ja auch, dass dieses Kind des 18. Jahrhunderts sich im späteren 21. Jahrhundert an der Spitze einer Bank durchaus wohl fühlen würde. Allersings denke ich auch, dass die entsprechenden Firmen die wirklich unerfreulichen Aufgaben meiden werden. Dazu hat man ja den Staat.
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    Rosinante, die spannende Frage ist, ob man bereit ist, einem Ideal hinterherzukämpfen, für das sich nicht mal diejenigen interessieren, die davon profitieren würden, oder konstatiert man nüchtern die Veränderungen und überlegt, was man da noch tun könnte. Also die gleiche Frage wie die, die gerade beim G20-Gipfel in Sachen Bankenkontrolle so unbefriedigend nicht gelöst wurde. Die dazu gehörenden Erkenntnisse mögen unschön sein, aber ich glaube, man wird darüber reden müssen.

  28. wolff, gern geschehen, der...
    wolff, gern geschehen, der nächste Bundeskanzler wird sowieso wieder ein feudaler Abkömmling sein, man gewöhne sich also besser daran.
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    Werter Chris, man hat bebenWege gefunden, an den Ämtern vorbei zu profitieren. Und das Dr. vor dem Namen, da muss ich schon bitten: Jeder bildungsferne Ministerpräsident kann sich heute hinstellen, Bundespräsident werden wollen und was von Voltaire grosskotzen.

  29. Toll geschrieben DA. Immer...
    Toll geschrieben DA. Immer eine Freude für den ganzen Tag!
    an Josephine ……und Dresden

  30. @Don
    Eben. Institutionen wie...

    @Don
    Eben. Institutionen wie „Staat“ und „Staatsbürgerschaft“ dienen künftig nur noch der Untertanenbetreuung, „indirect rule“.
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    Heute war ich in einem balkanesischen Provinzkaff, wo man am Hauptbahnhof mangels Unterführung über die Gleise laufen muss.
    Und habe dort nach Fremdenführeraussage das „größte zusammenhängende Silberservice der Welt“ gesehen, mit einem Gesamtgewicht von 600kg. Also wenn das stimmt.

  31. Thukydides, und dabei habe ich...
    Thukydides, und dabei habe ich doch nur schnell in der Nacht gesudelt – aber danke, vielen Dank.
    .
    Wien, nehme ich an? Schrecklicher Ort. Das Berlin der Karpaten. Ich denke, Staatsbürgerschaft wird sowas wie ein gemeinschaftliches Gängelband zur verbesserten Zuführung werden. Etwas, ohne das man vollkommen rechtlos ist, und das man deshalb zwamgsweise erträgt. Ausser den Fusifans natürlich.

  32. Schepenese, nun, nachdem der...
    Schepenese, nun, nachdem der Gott dieser Leute auf den Namen „Mammon“ lautet, habe ich gar keinen Zweifel, dass sie entsprechende Stimmen hören. Täglich. Immer. Auch beim elenden Frass (Gaumendornbüsche), den man in Berlin Menschen zumutet.
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    josefine, und genau deshalb bin ich ja auch in die Schweiz geflohen. Man brint um, was man mag, das war in Deutschland schon immer so.

  33. "der nächste Bundeskanzler...
    „der nächste Bundeskanzler wird sowieso wieder ein feudaler Abkömmling sein“
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    was? der vonundzu?? kanzler???
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    dann aber gleich noch die tutundtatnix zur bundespräsidentin gemacht.

  34. Es ist nun mal so, dass man...
    Es ist nun mal so, dass man als adliges Kabinettsmitglied gar nicht so sehr Unwahrheiten verbreiten kann, dass einen die Bürger in Operettendämlichkeit nicht doch wählen würden, sagen zumindest – formal anders, inhaltlich jedoch ähnlich – manche Wahlforscher.

  35. @plindos
    Martin Mosebach ist...

    @plindos
    Martin Mosebach ist doch der der immer die trientinische Messe so hochlobt.
    Da hat ein Bekannter von mir Theologieprof. in Frankfurt vor kurzem so bös geantwortet in einem Interview in CIG. Ich glaube wenn die trientinische Messe (ich nenn sie jetzt mal so – in der Leonhardkirche in frankfurt können Sie eine besuchen, vgl natürlich das motu proprio von BXVI: http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/motu_proprio/documents/hf_ben-xvi_motu-proprio_20070707_summorum-pontificum_lt.html) Ich werde den Verdacht nicht los, dass solche Anhänger uns Katholiken „veräppeln“ wollen. Wenn wir uns dann wirklich dahin entwickelt haben, trientinische Messe, Stufengebet…, haben wir um mit dem Petrubrief zu reden keinerlei Vernunft und Theologie mehr in unserem Glauben und werden ja was eigentlich…

  36. @Plindos 16:06, säen und...
    @Plindos 16:06, säen und ernten, wie wahr und Dank. Die Jesuiten haben in Beijing viele nachhaltige, auch baukuturelle (weniger nachhaltige) Spuren hinterlassen. 16:59, mit dem Hinweis auf die Gefahr eines fundamentalen Pazifismus möchte ich aber nicht den wilhelminischen Militarismus (Boxer-Aufstand) reaktivieren.
    .
    @Giannozzo, Sie verwechseln chinesische Politik mit chinesischer Kultur. Aber die ganze -europäisch gedachte- Menschenrechtsdiskussion gehört zum Neo-Kolonialismus (auch die Feministin ist nur ein höheres Säugetier). In China gilt etwa als Menschenrecht, dass man ausreichend zu Essen hat. Zu Hindukusch siehe Plindos 16:59.
    .
    @D.A., Ihre Frage finde ich wegweisend für die Überlebensfähigkeit Europas in den nächsten Jahrzehnten: Anspruchsdenken zurückentwickeln, personale Verantwortlichkeit fördern, soziales Leben an die Anthropologie menschlicher Existenz koppeln.
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  37. @ BertholdIV 27. Juni 2010,...
    @ BertholdIV 27. Juni 2010, 20:41:
    Einsetzbar wird die Kirche. Damit kann man Sie in Stellung bringen und inhaltsmoven, wie Parteien, Philosophien (kennt ja eh keiner mehr) oder auch Einzelpersonen.

  38. @ Rosinante 27. Juni 2010,...
    @ Rosinante 27. Juni 2010, 20:49 :
    War der Boxeraufstand nicht eine der letzten englischen Kolonialaktionen ?
    .
    .
    Vergessen Sie bitte nicht unsere Schulen. Was sich in den letzten 40 Jahren im deutschen Schulwesengetan hat spottet jeder Beschreibung.
    Was sichgerade beginnt zu entwickeln ist ausserhalb jeder Tolleranzschwelle. Wir sind tatsächlich gezwungen, unseren Kindern das Wissen ausserhalb der Schule zu vermitteln, weil es innerhalb nicht mehr stattfindet.
    Zu allem Übel ist diese Verdummung politisch gewollt. Es hat schon lange vor den Migrationsdeutschen angefangen.

  39. Don, kommen Sie mir bloß...
    Don, kommen Sie mir bloß nicht mit diesem möchtegern-Friedrich-Grinsekater. Ein gutes hätte seine Wahl wenigstens – Sie würden uns sicher hier im Blog mit einer schönen Geschichte dazu erfreuen. Kombiniert mit einigen Auszügen aus der preußischen und hannoverschen Geschichte – wie wärs?
    HansMeier555, Silberservice 600kg? Da fällt mir sofort ein: http://www.travelpod.com/travel-photo/hamiltonfamily/1/1240972140/silver-urn-at-jaipur-palace.jpg/tpod.html
    – ziemlich eindrucksvoll, wenn man davor steht, aber ich denke dafür bräuchte der Don ein anderes Auto…

  40. @Holly 01, Schulunwesen...
    @Holly 01, Schulunwesen politisch gewollt? Ich habe eher den Verdacht, dass die Politik populistisch einem unguten Trend folgte. Trendbeginn ca. 1970.

  41. lieber HansMeier555,
    "Jetzt...

    lieber HansMeier555,
    „Jetzt baut uns auch ein neues Versailles!“. Ich kann Franz Blei’s Geist und Sitten des Rokoko einfach nicht finden (auch bei den Büchern im Keller nicht), deshalb kann Ich’s nur rekonstruieren: Blei zitiert dort Louis Quatorze mit dem sinngemässen Satz, dass er jeden Tag zehn „Herzöge machen könne, aber ihm ein Mansart nur alle 250 Jahre käme“.
    .
    Also, die Adlaten der Macht sind Legion, die grossen Architekten Jahrhunderfälle. Dies muss man -zumal nach den Ekzessen der Baukultur in den letzten 200 Jahren- nicht unterschreiben. Aber die Richtung, in die der Mega-Absolutist, finde ich bedenkenswert. Zumal er mit Le Nôtre und Prestre de Vauban zwei weitere Jahrhundertarchitekten massgeblich beauftragte.
    .
    Das Meisterwerk von Schloss und Park in Versailles repräsentiert die absolute Macht mit der absoluten Vertikalität künstlerischer Arbeit. Nur fordern Sie in der -weit mehrheitlich- horizontalen Ödnis heutiger Kultur einen Epochenbau. Wen bitte, möchten Sie damit beauftragen?
    Ihr Rosinante

  42. Rosinante, glauben Sie...
    Rosinante, glauben Sie ernsthaft, dass ein tibetischer Mönch, der gefoltert und für 20 Jahre in den Knast gesteckt wird, weil er seine Religion auf eigene Weise praktizieren wollte, Menschenrechte als Form des europäischen Neo-Kolonialismus betrachten würde? Hier geht es nicht darum, dass wir uns schicke Schlagwörter um die Ohren hauen, sondern um fürchterliche Schmerzen, Hunger und oft genug um ein elendes Verrecken in der Kerkerzelle. Ich wüsste keinen Grund, warum ich das gut finden sollte. – Ihre Trennung von Politik und Kultur läuft im Übrigen ins Leere. Die chinesische Kolonialpolitik in Tibet und anderswo ist natürlich von der jahrtausendealten Kultur des Sinozentrismus nicht zu trennen. Oder zählen Sie zu „chinesischer Kultur“ nur Tuschebilder und Gedichte im Mondenschein?

  43. Holly01, der Boxeraufstand war...
    Holly01, der Boxeraufstand war eine Strafexpedition unter deutschem Kommando nach der Ermordung des deutschen Gesandten.

  44. Gianozzo, Ihren moralinsaurer...
    Gianozzo, Ihren moralinsaurer Zeigefinger finde ich höchst deplaziert. Kennen Sie den tibetanischen Mönch persönlich? Woher haben Sie Ihre Informationen? Die chinesische Kultur besteht aus Tuschebildern und Naturlyrik, Sie besteht auf strengen Hierarchien und kompromisslosem Materialismus. Und die Region des östlichen Himalaya gehört seit rund 3000 Jahren zum quasi innenpolitischen Machtbereich des chinesischen Staates. Hier von chinesischem Kolonialismus zu sprechen, reduziert den historischen Diskurs. Und, was Ostasien gar nicht schätzt, ist anmassende europäische Überlegenheitspädagogik.

  45. Schöner Artikel. Klasse!...
    Schöner Artikel. Klasse! Diese herrlichen Parallelen in die Moderne, köstlich! Also, ich habe ja nichts gegen Vetternwirtschaft, wenn die Bedachten von allerhöchster Güte sind. Nur dann!
    .
    Rosinante, nicht nur die europäische Politik wird in den nächsten Jahrzehnten eine überaus positive Kehrtwende erleben. Irgendwann wird das heutige Anspruchsdenken viel mehr an erbrachte Leistungen gebunden sein. Vor allem im Hinblick auf die Leistungen unserer Staatsdiener/innen.
    .
    Davon bin ich überzeugt!

  46. Ich bitte um Verzeihung. Ich...
    Ich bitte um Verzeihung. Ich weiß, in diesem Salon sollte es vor allem um Witz (im alten Sinne), eine gute Unterhaltung und Silberkannen gehen. Und ich möchte niemanden langweilen. Aber sei’s drum. Der Boxeraufstand, liebe Rosinante, war natürlich keine Strafexpedition unter deutschem Kommando, sondern ein Aufstand von Teilen der ländlichen chinesischen Bevölkerung, der sich zunächst gegen die (als Fremdherrscher empfundenen) Manzhu-Kaiser und die Ausländer, später allein gegen die Ausländer richtete. Das waren keine besonders gebildeten Leute; eher eine Art chinesischer Taliban, die glaubten, mit Zaubersprüchen und ein bisschen Kungfu (daher „Boxer“) gegen Gewehrkugeln anrennen zu können. Gebildete Chinesen standen der Bewegung in der Regel sehr distanziert gegenüber. Als die Boxer 1900 nach Peking eindrangen und begannen, das dortige Botschaftsviertel zu belagern (auch den deutschen Gesandten erschossen, der sich in völliger Verkennung der Sicherheitslage in einer Sänfte durch die Stadt tragen ließ), hatten die Kolonialmächte einen willkommenen Vorwand, um eine Strafexpedition auszurüsten und die Insassen des Viertels (und für sich selbst später hohe Reparationszahlungen) herauszuschlagen. Deutsche waren dabei übrigens kaum vertreten, denn das von Willem Zwo losgeschickte Expeditionsheer („Hunnenrede“, Sie erinnern sich) kam für die eigentliche Aktion viel zu spät – hielt sich dann aber mit einem Rachefeldzug durchs Land schadlos, dessen Brutalität selbst die Daheimgebliebenen erschreckte. Das operettenhafte Nachspiel können Sie unter dem Stichwort „Sühneprinz“ nachschlagen.

  47. Dieser Blog ist mal voller...
    Dieser Blog ist mal voller oder leerer, aber immer voller Lehrer.

  48. Die Migrationsdeutschen...
    Die Migrationsdeutschen spielen aber derzeit wirklich schön anzusehenden Fußball.

  49. Ich bekomme das vor lauter...
    Ich bekomme das vor lauter Restaurierungsarbeiten gar nicht mit (Biedermeierpastell reinigen).
    .
    Filou, man kann es ja auch mal mit Schülersteichen probieren.

  50. Giannozzo, genieren Sie sich...
    Giannozzo, genieren Sie sich nicht! Ein jeder, wie er mag.
    .
    Zu Tibet: Tatsächlich ist das auch in diesem Jaherhundert noch eine Art Fortführung St. Gallener Verhältnisse des Hochmittelalters gewesen, aber China – nun, was China angeht, da bin ich nur begrenzt angetan.

  51. Filou,
    .
    ...da fehlen nur noch...

    Filou,
    .
    …da fehlen nur noch die Juristen und schon hat man ein Parlament!
    Geht doch…

  52. @ Schluchten-Ossi : Recht...
    @ Schluchten-Ossi : Recht haben Sie. Auch nach dem Spiel sehr schön anzusehen, wei die miteinander und mit den Fans feiern und wie offen die mit den Briten umgegangen sind. Also war mein Ausdruck „Scheiss“ in Richtung dieser Mannschaft sicher deplaziert.
    .
    Ansonsten könnte man den Handel mit Titeln auch noch erweitern. Quasi Familienhistorisch:
    Für eine Million war die Familie dann Bischof in der Region xyz (das weiss doch eh keiner mehr …).
    Der Onkel mütterlicherseits war Sekretär bei Bismark (kaum nachvollziehbar).
    Der 3.Großvater väterlicherseits war bei der Landung der Deutschen in Deutsch-Südost in der ersten Linie und beschloss eine Jahrhunderte währende Militärtradition.
    u.s.w Wer richtig reich ist, der braucht nicht nur einen Titel. Nein, da muss es schon eine Familiengeschichte sein.
    Ich sehe da einen riesen Markt.

  53. Langweilige Hausbesitzer, die...
    Langweilige Hausbesitzer, die immer dageblieben sind. Aber auch das hat seinen Reiz.

  54. @ DA : Kommune 1 oder...
    @ DA : Kommune 1 oder 68´Frontveteran, das sind doch Titel für Linksintelektuelle.
    Wie währen „Originalfotos“ in die man die entsprechenden reinretuschiert?
    Da geht doch was ……
    .
    Immer dageblieben kann man schwer vermitteln. Da gibt es ja immer den Klüngel, der wirklich immer da war und die sind ja wirklich kleinlich darin.
    Wir wollen ja verkaufen oder?
    Je nach Sicht Titel oder „für dumm“ …

  55. Don Alphonso,...
    Don Alphonso, Biedermeierpastell reinigen? Das koennen Sie auch? Ich hoffe, dass Sie eines trueben Novembertages, wenn Sonne und Freundin zeitlich entschwunden sind, darueber berichten werden.
    Aber kein Fahrrad mehr, geen fiets, no bicycles, pas des bicyclettes. Nachdem die Gastritis weg ist, und die mitfuehlenden Seelen in mein Abendgebet aufgenommen waren und ich nun der Dankespflichten ledig bin, ist Platz fuer einen Sunbeam, eine Benzinpumpe, sowie zwei Zylinderkopfdichtungen. Aber kein Radl mehr, ich flehe Sie an.

  56. minna, und schon ist guter Rat...
    minna, und schon ist guter Rat teuer.

  57. Es soll da eine...
    Es soll da eine steueroptimierte Stiftung in einem lippischen Kaff am Bullerbach geben, die hat einen think-tank, aus dem sich so mancher bildungsferne Bastamann gerne bedient hat. Und das auch noch für lau.
    Ist das nicht umgekehrter Ämterkauf? Erst kommen die staatlichen Steuergeschenke der dummdreisten Fürsten in der Hoffnung, die großzügig Beschenkten würden Staat machen, will meinen, Waxtum generieren, was wiederum dem Wahlerfolg der Schenker zugute kommen soll. Es sieht so aus, als würde nicht mehr die Steuer verpachtet, sondern die Bildung.
    Der Protestantismus ist da weiter. Er feiert schon pharmakologisch-feministische Heldentaten als Geschenk Gottes. Ist der Schnapserfinder eigentlich schon heilig gesprochen?

  58. Ach, ich denke, Holly01, dass...
    Ach, ich denke, Holly01, dass ich das als Nachhaltigkeit und Konstanz verkaufe.
    .
    .
    Filou, ich habe heute einen leichten Fehlkauf getätigt – ich dachte, als Gegenstück zu einem lockeren Frauenzimmer in Pastell nehme ich eine Papst, namentlich Pius VI, als Gegenstück – prompt gewinne ich in einerf Auktion einen Apollo in Öl, und der Papst ist umsonst sauber geworden. So ist das manchmal.

  59. Rosinante, den chinesischen...
    Rosinante, den chinesischen Staat gibt es, beim besten Willen, überhaupt erst seit 2200 Jahren. Und damit lassen wir es vielleicht besser gut sein …

  60. Holy01,
    tut mir leid, aber...

    Holy01,
    tut mir leid, aber diese Idee ist geklaut.
    M.W. hat sich schon nach Kar d.Gr. die damalige Society über eine wundersame
    Vermehrung ihrer glorreichen Ahnen gefreut.

  61. Filou,
    ...mhmh, Sie meinen...

    Filou,
    …mhmh, Sie meinen „daher“ die hohen Schulden?

  62. hansgeier333, aus beinahe...
    hansgeier333, aus beinahe wissenschaftlich betriebener Alkoholfoschung (Abtl.: musikliebende Konsumenten) glaube ich zu wissen, dass der eine oder andere Stifter eines Klosters wegen seiner genialen Erfindungen auf dem Sektor Knickbiere, Likoere und Weine in die Sonderabteilung des Himmelreiches einging.
    Von Ehm Welk kann man erfahren, dass ein bestimmter Wein nur deshalb gut geriet, weil der Abt vor der Vergaerung seine gebrauchten Stiefel in die Maische gab.
    Was fuer’ne Brauerei betreibt der Papst eigentlich?

  63. @ filou 23:24
    Die...

    @ filou 23:24
    Die Sunbeam-Renovierung ist ein Puzzlespiel. Eine Herztransplantation ist die beste Therapie. Ein zeitgemäßer Motor und ordentliche Bremsen, und schon ist die Barchetta ein Opfer der nächsten Abwrackprämie. Dann gibt es zwar keine Preise für Originalität, aber das Ding gibt auf der Autobahn wenigstens nicht rauchend seinen Geist auf.
    Ein wohlhabender Freund aus dem Westviertel – zur Sparsamkeit erzogen – befand die Preise für die Shims (Unterlegscheiben für die Ventilspieleinstellung) für sein dem Boxeraufstand zeitlich nahestehendes zweirädriges Gefährt japanischer Provenienz eines durchaus renommierten Herstellers, der auch in der MotoGP reüssiert, für zu hoch und wurde bei einem Automobilhersteller am Lake Michigan fündig, der in einer rheinischen medial geprägten Stadt eine Filiale betreibt, die ihm die Dinger für Pfennige offeriert.

  64. minna!!! Hergottnochemal! Ja,...
    minna!!! Hergottnochemal! Ja, das ist die Ursache. Wieso sind wir nicht frueher drauf gekommen?

  65. Herr Filou,
    das...

    Herr Filou,
    das Branntweinmonopol, eine der letzten Bastionen des Feudalismus! Da sind uns ja die letzten Hinterwäldler der neuen Welt voraus. Brennblasen für alle!

  66. Aber wenn unser Kriegsminister...
    Aber wenn unser Kriegsminister zurücktritt-kann der dann noch Bundeskanzler werden?

  67. @Don
    Nein nein, nicht Wien!...

    @Don
    Nein nein, nicht Wien! Gegen Wien kann ich guten Gewissens gar nix sagen. Dort gibt es immerhin öfter mal Kirchenmusik umsonst.
    .
    @Rosinante
    Wenn der Auftraggeber weiss, was er will, dann findet er auch einen Künstler. Aber er muß sich halt auch selbst als Mitschöpfer begreifen. (Beim Film nennt man es „Produzent“). (Wenn man die Architekten zur Rede stellt, jammern sie immer, der Auftraggeber sei an allem schuld. Sie haben recht, so oder so.)

  68. @Don
    P.S.: Und...

    @Don
    P.S.: Und Boulevardzeitungen.

  69. hansgeier333, ...und Schwerter...
    hansgeier333, …und Schwerter zu Braukesseln!

  70. @Don
    P.P.S.
    Wie war es denn...

    @Don
    P.P.S.
    Wie war es denn auf dem Medienseminar in der weniger dornbuschigen Bischofsstadt Köln?

  71. Paul VI. hat immerhin seine...
    Paul VI. hat immerhin seine Krone verhökert, um den Kindern in der Dritten Welt zu helfen. Oder so. Und an der Beseitigung der Flurschäden, den er mit dem zweiten Vatikanum der Alleinseligmachenden angerichtet hat, rackern sich seine Nachfolger bis heute ab.
    .
    Wenn römische Patrizier plötzlich fortschrittlich sein wollen, kommt halt so was dabei raus.

  72. HansMeier555, danke für die...
    HansMeier555, danke für die Antwort. Aber, wie Sie ja bemerkten, war meine Frage eine rhetorische. Was die dringend notwendige Vertikalität betrifft -glaube ich- gibt’s ja keinen Dissens.
    .
    Gianozzo, Geschichte und kulturelle Kausalitäten kann man nicht mit Zahlen begreifen. Und die Ethik lässt sich nicht mechanisieren. Und Ihre Auslassungen über den Boxer-Aufstand kann ich via copy paste auch von Wikipedia abschreiben. Aber um was es bei der „aphoristischen“ Erwähnung dieses innen- (China) und aussenpolitisch (Russland, England, etwas Deutschland) komplexen Vorgangs ging (und auch meine flappsigen Fussnoten erklärt), können Sie nur dem Verlauf der Kommentare dieses Blog-Eintrags entnehmen.
    .
    Aber -so glaube ich- es geht nicht um „China“ oder „Tibet“ sondern das Wort „Linksfaschismus“ (wozu ich, mea culpa, auch das anmassende Phänomen des europäischen Menschenrechtsgerichtshofes und den Dalai-Lama-Kitsch zähle). Aber bitte, dann argumentieren Sie doch dagegen.
    .
    Filou, „leerer/Lehrer“, da haben Sie schon Recht, und ich ziehe mir den Schuh an. Aber es mag Sie trösten, dass ich -fast- alle Kommentare lese. Auch die Ihren. Bitte kein böses Blut.

  73. @ minna : Es wird sehr schwer...
    @ minna : Es wird sehr schwer ein Vermartungskonzept für Ämter, Titel und Familiengeschichten zu finden, welches nicht schon hinreichend historisch benutzt wurde.
    Der Hut ist schliesslich so alt, daß er schon mehrfach wieder modern wurde.
    .
    Ich würde mehr auf Pippin dem Älteren gehen als Ahnherrn. Das kann so klingen als wären die militärischen Karolinger bekannter, aber der eigene Familienzweig einfach intelekueller.
    Man kann ja erzählen, man habe für Wallenstein Friedland kultiviert. Der Walli war ja nie dort ….
    Hach ich glaub da könnte man einige ganz neue Aspekte in der deutschen Geschichte schaffen xD.

  74. Zitat von Rosinante:
    "Der...

    Zitat von Rosinante:
    „Der Krieg zerstört materiell; der potentielle Faschismus der EU (Finanzausgleich/Wirtschaft, Bologna-Nivellierung/Bildung, Adoptionsrecht für Schwule und Lesben/Pseudohumanisierung der Anthropologie und der Künste) „nur“ psychophysisch. Dies ist zwar auch nicht lustig, aber eher zu reparieren (die Mütter dürfen jetzt nicht aufschreien, denn wer fundamentalen Pazifismus säht, wird Krieg ernten). “
    Bin ich die einzige hier, die mit diesem Statement ein massives Problem hat?!
    ich wunder mich auch was die Heerscharen von tibetischen Frauen, deren Föten zwangsabgetrieben wurden und die danach zwangssterilisiert wurden zum Thema „chinesischer Kolonialismus“ zu sagen haben (Peking rühmt sich ja immer, in Tibet eine Krankenhausinfrastruktur geschaffen zu haben. Nützt aber nicht viel, wenn sich die Hälfte der Bevölkerung aus Angst vor einer Zwangssterilisierung selbst in medizinsichen Notfällen gar nicht erst dort hin traut) aber Feministinnen sind ja auch nur höhere Säugetiere, ich vergaß. Solang sie genug zu essen haben…

    Um zurück zum Thema zu kommen: Wieder einmal ein schöner Text vom Don, und auch die Bilder sind toll (wobei ich beim letzten Bild auf den ersten Blick den Eindruck hatte, der Putto wolle den Herrn eher mit dem Sensenstiel scherzhaft in die Seite pieksen.

  75. Rosinante, Sie schrieben (27....
    Rosinante, Sie schrieben (27. Juni 2010, 10:46):
    „Der Krieg zerstört materiell; der potentielle Faschismus der EU (… Adoptionsrecht für Schwule und Lesben…) ’nur‘ psychophysisch.“
    Das verstehe ich nicht ganz. Welche psychophysischen Zerstörungen richtet das Adoptionsrecht für Schwule und Lesben an? Und was hat das mit Faschismus zu tun? Sind Schwule und Lesben gar, wie Sie andeuten, Profiteure von irgendwie faschistischen Zuständen? Und sind Schwule und Lesben am Ende qua Schwul- und Lesbischsein auf gleichsam natürliche Weise faschismus-affin (die ganze SA war schwul, da hätten wir’s doch!)
    Könnten Sie dies näher erläutern?
    .
    „Wer fundamentalen Pazifismus säht, wird Krieg ernten.“
    Einerseits überzeugend, wie man am Fundamentalpazifismus der Bush-Regierung sah; andererseits etwas verwirrend, da die Logik „Einen Krieg verhindert man, indem man ihn führt“ nicht ohne weiteres mit dem kompatibel scheint, was ich bei Aristoteles über Logik lernte.

  76. FEUDALISMUS
    .
    Sie kauft sich...

    FEUDALISMUS
    .
    Sie kauft sich einen Feudel
    und einen Puderzuckerbeutel.
    Sie nahm den Feudel in die Hand
    und regiert damit das Land.

  77. unellen, Nörgler, da bin ich...
    unellen, Nörgler, da bin ich aber froh, dass das Salz in die richtigen Wunden kam. Ich bin Ihnen, unellen, keine Rechtfertigung Ihrer Information (woher?) schuldig, und werde Ihnen, Nörgler, keine näheren Auskünfte zu Ihrer -in Deutschland seit Dezenien praktizierten- „Faschismuskeule“ geben. Die heutige (oder morgige) FAZ-Feuilleton-Glosse beschäftigt sich mit der angeblichen Forderung des Präsidenten des Deutschen Architektenbundes (oder -kammer?) zum Abriss des Deutschen Pavillons in den Giardini von Venedig, da dieser……und so weiter, und so fort.
    .
    Aus diesem einseitigen Denken, welches in der DDR als Antifaschismus etikettiert war, entwickelten sich jene Denkmuster, denen Sie, unellen, und Sie, Nörgler, Ihre Empörung verdanken. Es wird Aufgabe der historischen Forschung in den nächsten Jahrzehnten sei, die Formen des linken Faschismus mit jener Akribie zu untersuchen, mit der jener der Rechten zuteil wurde. Die Verbrechen der Linken sind so montrös, dass jede Rechtfertigung nicht einmal Mitleid verdient. Das schlimmste ist, es fehlt jedes Unrechtsbewusstsein. Aber es fehlt nicht an Arroganz, mit diesem Dünnpfiff weiterhin die Welt retten zu wollen. Der letzte Halbsatz kommt Ihnen vielleicht bekannt vor. Nur aus anderem Kontext.
    .
    Ich wiederhole: „Nieder mit dem präfaschistischen, linken Neo-Kolonialismus europäischer Provenienz“.

  78. Holy01,
    Okay, nehmen wir...

    Holy01,
    Okay, nehmen wir Pippin den Älteren – einverstanden – gute Wahl!

  79. ...jetzt müssen wir es nur...
    …jetzt müssen wir es nur noch Hausmeier555 sagen…

  80. @Rosinante: Was bitte haben...
    @Rosinante: Was bitte haben denn „linke Verbrechen“ mit den Menschenrechten homosexueller Menschen zu tun? (nur so als Randnotiz: für mich fallen die von mir zitierten Menschenrechtsverletzungen in China eindeutig unter die Kategorie „linke Verbrechen“). Oder ist jetzt überhaupt die Formulieren von Menschenrechten eine Konsequenz von „linken Faschismus“?
    Bitte klären Sie mich auf, ich bin reichlich verwirrt (bitte sehen Sie mir das nach, ich bin schließlich noch unter 30, also eigentlich noch ein halbes Kind)

  81. Ich weiss schon warum ich...
    Ich weiss schon warum ich meistens über die angestrengten Kommentare des Don Quichote-Maulesels hinweglese (27.06. 10:46). Hier hat einer aber ganz offensichtlich nicht mehr alle Tassen im Schrank, das EU-Konsensmodell mit dem Faschismus zu vergleichen! Devin08 übernehmen Sie!

  82. Der Hausherr hat Pastetchen...
    Der Hausherr hat Pastetchen serviert und hier wird über rote Grütze palavert…

  83. Der Grundgedanke der "linken...
    Der Grundgedanke der „linken Deutungshoheit“ ist schon der Betrachtung wert, genauso wie die der Gruenen. Auch die Auswirkungen auf die nationale Oekonomie.

  84. Rosinante, der Topos vom Salz...
    Rosinante, der Topos vom Salz in der Wunde paßt zu Ihrer wenig furiosen, dafür immerhin furienhaften Antwort besser als zu meinen Fragen. Was aber diese Fragen mit Verbrechen irgendwelcher Art oder der DDR zu tun haben, ist beim besten Willen nicht erkennbar. Auch der Dt. Architektenbund findet recht überraschend Eingang in die Diskussion.
    .
    Der von Ihnen intendierte Umkehrdiskurs mißlingt. Das ist wohl ursächlich für Ihre jüngsten paroxystischen Exaltationen. Sie selbst haben die „Faschismuskeule“ geschwungen, und zwar gegen Schwule und Lesben.
    Damit überbieten Sie noch das in Kreisen der Neuen Rechten wie auch seitens gewisser feministischer Theorien populäre Ansinnen, das sog. „3. Reich“ komplett zum schwulen Projekt zu erklären (alle scharf auf HJ-Jungs! Doppeltes Patriarchat! Die Breker-Statuen!), ein Verfahren, dessen Struktur Sie übernehmen, so dass auch Sie in Ihrer Eigenschaft als hysterisch homophobe Zeiterscheinung sich in der Lage sehen, den politisch korrekten Antifaschismus zu pflegen.

  85. Filou,
    das mit den...

    Filou,
    das mit den Auswirkungen auf die nationale Ökonomie halte ich für überbewertet.
    Die unter 40er haben dazu eine sehr abgeklärte Einstellung. Vielleicht weil sie
    wissen es wird viel
    —————————–P L A T Z—————————————————————
    dasein.

  86. Sehr geehrte unellen,
    Ihre...

    Sehr geehrte unellen,
    Ihre gedankliche Analogie: China/ Verbrechen/ linker Faschismus ist logisch. Aber diese ist auch political correct. Falls Sie wirklich noch so jung sind, kann ich dies aus eigener Biographie gut nachvollziehen. Das Problem, welches ich provokant anschnitt, ist ein riesiges, denn es betrifft nicht weniger als das dominante, geisteswissenschaftliche Denken der westlichen Welt seit Ende des WK2.
    .
    Zudem, so entnehme ich Ihren Kommentaren, sind Sie Naturwissenschafterin, womit Sie im beruflichen Alltag wie einst im Studium damit -wenn überhaupt- nur am Rande in Berührung kamen. Nun wollen Sie von mir eine stringente Argumentation. Dafür muss ich leider Ihre Geduld etwas strapazieren. Ich kopiere Ihnen die Passage eines jüngeren Briefes von mir ein, wo ich dieses Denken erklärte:
    .
    „Allerdings gibt es seit rund 250 Jahren in der westlichen Geistesgeschichte ein gedankliches Paradigma, welches die Entwicklung und die Geschichte des Menschen dialektisch-materialistisch deutet und welches im Kern positivistisch und teleologisch ist. Und, und dies ist ganz entscheidend, dieses Denken entstand in Europa, genauer in Mittel- und Westeuropa, und hier hat es wissenschafts- und alltagspolitisch auch die bisher prägendsten Konsequenzen erreicht. Dieses Denken geht, Sie wissen es, von einem gesellschaftlichen Antagonismus aus, den eine homogenisierte Welt aufheben kann. Und dieses Denken entstand im Rahmen der europäischen Kultur. Es entspricht beispielsweise nicht der südostasiatischen Kultur, dem einzigen geographischen Raum dieses Planeten, dessen historisches Kontinuum “ kultürlich“ mit Europa vergleichbar ist. Bereits für die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte gilt dieser Vergleich gesehen auf das Ganze nicht mehr. Und für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg gilt er bedingt. Und nun, ausgelöst durch die Veränderungsenergie der Elektronik, bald gar nicht mehr. Denn die Kräfte, die dort wirken, und Sie riefen mich ja wegen des neuen Buchs von Herrn (….) an, können Europäer mit jahrhundertelang geübter Überlegenheitspädagogik abwerten. Aber dies ist Japanern, Koreanern oder Chinesen, die von Europa nichts oder sowenig wissen wie viele US-Amerikaner, völlig wurscht. Die Geschichte interessiert sich nicht dafür, ob uns Europäern dies gefällt oder nicht. Wir müssen umdenken und demütiger werden. Dies gilt –m.E.- für Alle, gleich welcher politischer Couleur.“ (Zitat Ende)
    .
    Auf dem skizzierten, gedanklichen Fundament findet m.E. auch die gesamte Diskussion über Minderheiten- und Menschenrechte statt. Und diese Ansicht kommt nicht -oder nicht nur- aus dem Elfenbeinturm einer europäischen Bibliothek, sondern auch Reisen und der Lebensgemeinschaft mit einer engagierten Anthropologin (in Lehre und Forschung).
    Ganz freundlich
    Ihr Rosinante
    .
    deren Länge ich ie hoffentlich nicht zu maist Ihnen daraus keinerlei Vorhaltung zu machenund

  87. ...und das geht soweit, daß...
    …und das geht soweit, daß den unter 20ern die Klimakatastrophe am A….
    vorbei geht.

  88. Ich glaube schon auch, dass...
    Ich glaube schon auch, dass mit der Demokratisierung der Kauf von Pfründen nicht mehr ganz so einfach ist. Sei es, dass man in der Partei die richtige Position erreichen muss, um dann in der Politik ebenfalls eine Art Gegenstück einnehmen zu können, sei es, dass man ja öffentlich gewählt wird.
    .
    Eine gewisse indirekte Alimentierung ist indes immer noch vorhanden (zB wieviel Mittel hat eine Partei zur Verfügung um Werbung zu machen.). Und auch Lobbyisten wissen, dass man Politiker zu bestimmten Zwecken käuflich erwerben kann.
    .
    Während also früher die Ämterkorruption öffentlich war, und jeder wusste, wieviel das oder jenes Amt für den jetzigen Besitzer gekostet hatte, läuft das heute eher ein wenig versteckt/verschämt ab. Und uns wird suggeriert, dass sei dann die selbständige und unabhängige Meinung eines Entscheidungsträgers. Und wir können ganz und gar nicht sicher sein, dass dem so ist.
    .
    (*Seufz!*) Manchmal wünsche ich mir die Klarheit des Feudalismus zurück (Ja, Hansmeier555).
    .
    Bester Don: Gelungenes Geschreibe: gut geschwungener Gänsekiel. Gratulation.

  89. Öhm ... ist das so ein...
    Öhm … ist das so ein Seitenstrang den man interessiert verfolg oder ist das so eine Sache bei der es erlaubt ist den Seiten- zum Hauptstrang zu machen.
    Ein paar Inhalte sind ja wirklich herrlich angreifbar (Inhalte, nicht Personen !)

  90. si vis para bellum (Caesar,...
    si vis para bellum (Caesar, selbst der grösste Ämterkäufer, S. Bert Brecht“ Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar) so könnte man vielleicht Rosinante interpretieren.
    Der Gärtner@: Habe mich hier im Raum schon mal selbst über meine Dreschflegelargumentationsreihenkleisterungen entschuldigt, wenn Sie nicht für immer hier auch für einen Mörder gelten wollen, nachahmenswert!
    BertholdIV: Der Zweifel schützt Sie, seien Sie dessen versichert. Ob die bessere Theologie oder das bessere (elegantere) Latein als „der“ Code zum Einlass in Beatricens Gefilde dienen kann, wage und kann ich (non expertus sum) nicht beurteilen…
    Bezüglich Nebenstrang China/Tibet: Bei George Bataille kann man nachlesen, dass die Tibeter im 1. Jahrtausend n. Chr. Peking erobert haben sollen. Als Knäblein hatte ich mit Wonne die Reiseberichte Sven Hedins nach Tbet gelesen (jener u. das 3. Reich ein Sonderkapitel). Diese asiatische Variante eines klerikal regierten Staates war in vielem dem Vatikan bis 1870 nicht unähnlich.
    unellen@: Rezept: Viel lesen und danach noch verwirrter sein.
    Don Alphonso@: Macht und Architektur ist ein weites, riesiges Feld: Viel Selbstüberschätzung auf beiden Seiten, sowohl bei den Auftraggebern wie den Architekten (s. A. H. u. Speer). Das Staatspropaganda aber auch soviel großartiges (bisweilen) hervorrufen konnte, grenzt wahrlich an ein Wunder. Nach den Kosten (Blut/Geld) bitte nicht fragen. Wäre ein weiterer Nebenstang für sich, ebenso Bauten für die Kirche.
    Der hier zitierte Maréchal und Militärarchitekt Prestre de Vauban war ja u. a. auch ein ausgemachter Städtezerstörer, 56 siegreiche Belagerungen werden ihm nachgesagt, samt der Einmauerung Frankreichs an seinen Grenzen, weit über 150 gössere und kleinere Fortifikationen unter seiner Ägide entstanden.
    Ähnlich hantierte Alexander d. Gr S. z. B. u. a. Persepolis.
    Ein guter Architekt /Bauherr ist auch ein guter Abbruchunternehmer: Aus alt mach neu. Das belebt´ s Geschäft/Konjunktur und macht neue Pfründe sowie Satrapen.
    (S. auch Ämterkauf).

  91. minna@: Rechnete zu meinem...
    minna@: Rechnete zu meinem Bekanntenkreis einen höheren Kommunalbeamten, der sich im jugendlichen Alter von 45 J.(sic!) schon Sorgen um einen Platz in einer adäquaten Seniorenresidenzia machte. Bedenken Sie aber auch bei der Platzfrage den horror vacui.
    Was das Klima anbelangt: Seien´s nachsichtig, de junge Leit heitzutag wissen jo no net amoi mea wos a veritables Fegefeier is! Da Himmivota oda da Teifi werdn´s scho richtn!

  92. Plindos, nicht für ungut,...
    Plindos, nicht für ungut, langsam kapituliere ich. Bataille mag eine prima Quelle für chinesische Foltermethoden sein. Aber wenn ein Tibeter im 1. Jtsd. bis nach Peking gekommen wäre, hätte er dort nichts gefunden als ein paar Schafherden. Von einer Eroberung ganz zu schweigen.

  93. @ Plindos : Der Herr Beamte...
    @ Plindos : Der Herr Beamte möge einrechnen, daß der Staat ihn bis Sankt Nimmerlein im Amt halten kann, wenn die Finanzlage dieses erzwingt.
    Auch eine unschöne Reduzierung der Grundversorgung via Pension wäre durchaus in den nächsten Jahren möglich.
    Von Nullwachstum der Ansprüche bei gleichzeitiger inflationärer Entwicklung will ich da garnicht erst orakeln.
    Beamtentum hat auch seine Tücken.

  94. .... nichts fuer ungut,...
    …. nichts fuer ungut, verehrte Rosinante, aber irgendwie scheinen Sie da einiges nicht verstanden zu haben.
    Das dialekt.mat. Denken wuerde ich mit Marx, Engels und Lenin in Verbindung bringen, die vor 250 Jahren das Licht der Welt noch nicht erblickt hatten.
    Dass dieses Denken „das dominante, geisteswissenschaftliche Denken der westlichen Welt seit Ende des WK2“ gewesen sein soll, wie Sie schreiben, ist sicherlich verkehrt, wenn Sie auch die USA zur westlichen Hemisphaere zaehlen, wo, wie auch anderswo, ausserhalb des einstigen „Ostblocks“ Modernisierungstheorie angesagt war; ich erinnere mich an eine laenger zurueckliegende Einschaetzung von Ihnen: Habermas hat sich zwar auch mit einer Evolutionstheorie abgemueht, aber mit Marx, Engels und Lenin nun wirklich nichts im Sinn.
    Dass der dialekt. Mat. (genauer gesagt, waere es der Hist. Mat.) im Westen entstanden ist, ist doch klar, weil hier die Entwicklung der buergerlichen Gesellschaft und des Kapitalismus, die damit primaer entschluesselt werden sollten, am weitesten fortgeschritten war.
    Ob dieses Denken Aufklaerungspotential fuer Gesellschaften bietet, die diesen Weg spaeter gegangen sind (de te fabula narratur), kann man zumindest ueberpruefen, und wurde z.B. nach der Meiji-Restauration von tausenden und aber tausenden von japanischen Geistes- und Sozialwissenschaftlern geprueft; wahrscheinlich gibt es auch heute nirgendwo mehr marxistische Denker als in Japan. Und Sie schreiben: dieses Denken entspricht der südostasiatischen Kultur nicht. Warum denn nicht, wenn die Gegenstaende dieses Denkens auch in der dortigen Wirklichkeit gegeben waren/sind?
    MfG
    G. Schoenbauer

  95. "Si vis para bellum" – ja,...
    „Si vis para bellum“ – ja, Plindos, Bildung ist Glückssache. In diesem Sinn kann man Rosinante dann schon interpretieren.

  96. @Rosinante: Aha. Die...
    @Rosinante: Aha. Die europäische Überlegenheitspädagogik in Bezug auf China leuchtet mir ein – ist ja auch nicht so, als ob man mit diesem Konzept auch als nicht-Geisteswissenschaftlerin nie in Berührung kommen würde (zumal ich Ingenieurin und damit strenggenommen keine Naturwissenschaftlerin bin). Sie können mir aber glauben, dass ich meine Meinungen nicht gemeinhin darauf prüfe, ob sie politisch korrekt ist oder nicht (z.B. ist meine Meinung was Entwicklungshilfe angeht völlig politisch unkorrekt, aber das ist ein anderes Feld). Europäische Überlegenheitspädagogik hin oder her, ich bin dennoch der Meinung dass die Menschenrechte einen kulturübergreifenden Konsens darstellen (UNO, 1948 und so, Sie wissen schon) – auch wenn die Ursprungsidee aus europäisch-geprägtem Denken stammt.
    Was mir von Ihnen jedoch noch fehlt, ist eine schlüssige Erklärung warum Adoptionsrecht für Homosexuelle uns „psychophysisch“ (tolles Wort übrigens. Kannte ich vorher noch gar nicht) schädigen soll und was das nun bitte mit „linkem Faschismus“ zu tun haben soll. Da gehen meine Gedanken eher in die des Nörglers (danke übrigens, Sie haben schön formuliert was mir dazu unausgegorem im Kopf herumging).
    @minna: Also in meinem persönlichen Umfeld ist es eher so, dass den über 40-jährigen die Klimakatastrophe am A**** vorbeigeht, frei nach dem Motto: „dann sind wir eh nicht mehr“.

  97. P.S. Was ich noch vergaß von...
    P.S. Was ich noch vergaß von wegen die Chinesen hätten anderen nie ihre kulturellen Ideale aufzwingen wollen – ich habe mal gelesen (und finde das Argument sehr schlüssig) dass wir Europäer heute zu Buddha statt zu Christus beten würden wenn die Chinesen schneller im Erfinden von genauer Seenavigation, Handfeuerwaffen, dem effektiven Verbreiten von Krankheiten, Industrialisierung, Telegrafie und anderen „westlichen Errungenschaften“ (bewusst in Anführungsstrichen gesetzt) gewesen wären. Soweit ich mit der Geschichte Chinas vertraut bin mangelte es dort ja ebenfalls nicht unbedingt an Bemühungen, den eigenen Kulturkreis auszudehnen (incl. der Aufzwingung kultureller Ideale).

  98. Nachtrag:
    Im alten Rom gab es...

    Nachtrag:
    Im alten Rom gab es den Typus des Steuerpächters, Publicani, der im öffentl. Auftrage die Taxe eintreiben durfte. Auch bauten diese für den Senat/Kaiser
    öffentl. Bauten in Form von Vorfinanzierung, Vorform des heutigen public leasing. Daduch wurde der öffentl Haushalt nicht direkt belastet. Diese Pfründe wurden meisbietend an Private oder Gesellschaften versteigert. Das System stellte sich doch letztlich für den Staat als zu strapazierend heraus. S. panem et circenses eine Art Hartz IV mit eingebautem Spassfaktor. S. auch aktuell nicht ganz passend „unter spätröm. Dekadenz“.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Publicani
    http://oraetlabora.blogger.de/stories/1584754/
    Im Zeitalter des aufkommenden Merkantilismus gab es ähnliche Typen. Z. B. Lavoisier in la belle France, der war durch seine Methoden so verhasst, dass er später unter die Guillotine kam. Geschäftsrisiko. Ob so ein Ausfallrisiko die Allianz versichert hätte?
    Einer der Staatssteuerpächter übertrieb, er baute sich ein dermassen prächtiges Schloss, die königlichen Hotels kamen da nicht mit, dass der König vor Neid bei der festlichen Einweihung erblasste, prompt ein cachet d`arret erliess mit anschliessender Hinrichtung des Mannes unter Einziehung des gesamten Vermögens.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Absolutismus
    Einer unserer Begabtesteten ähnlicher Provenienz konnte/durfte sich in sein Schloss in Norditalien am Gardasee, unbehelligt an Leib und Leben, zurückziehen.

  99. Giannozzo@:.... werde Ihnen in...
    Giannozzo@:…. werde Ihnen in Bälde die Belegstelle nachreichen. Ungeprüft ist es, ob es eine der anderen vielen Hhauptsstädte, wie etwa Nanking, war.

  100. Giannozzo@: In diesem Werk...
    Giannozzo@: In diesem Werk geht es um die Thematik vulgär ausgedrückt: Wie wird der gesellschaftlich erarbeitete Mehrwert zerstört / verkonsumiert? Als Beispiel nann- te er im eigentlichen den tibetischen Klerikalstaat, der zuvor zeitweilig ein aggresiver Kriegerstaat unter der vorherrschenden Bönreligion war (präbuddh.).
    http://www.emmet.de/g_h_boe.htm
    Zu Bataille´s zitiertem Werk (unvollendet)
    Das theoretische Werk I: Die Aufhebung der Ökonomie (Der Begriff der Verausgabung – Der verfemte Teil – Kommunismus und Stalinismus.)

  101. unellen, dass Sie sich am Ende...
    unellen, dass Sie sich am Ende Ihres Kommentars für meine Mühe doch noch bedanken, tröstet. Ansonsten weise ich auf die Bemerkung von Plindos: mehr Lesen und noch verwirrter sein. Erkenntnis gibt’s nicht als fast food, und, wenn Sie mit kritischer Offenheit durchs Leben gehen, ist Lebensklugheit eine Frage der Zeit.

  102. Das, Rosinante, ist keine...
    Das, Rosinante, ist keine Antwort auf unellens Frage, die Sie wohl überlesen haben. Daher darf ich diese Frage nochmals zitieren:
    „Was mir von Ihnen jedoch noch fehlt, ist eine schlüssige Erklärung warum Adoptionsrecht für Homosexuelle uns ‚psychophysisch‘ schädigen soll und was das nun bitte mit ‚linkem Faschismus‘ zu tun haben soll.“
    .
    Schräge Thesen produzieren und sich bei Nachfragen einen schlanken Fuß machen – ist das Ihr Verständnis von „kritischer Offenheit“? Daß „Lebensklugheit“ und homophober Hate Speech für Sie vereinbar sind, verwundert dann kaum noch. Ist Ihnen klar – nein, ist es nicht –, daß solche Ausgrenzungs-, Abwertungs- und Pathologisierungsdiskurse die Schwulen und Lesben „psychophysisch“ zerstören?
    Die Diskriminierung destruiert den Diskriminierten. Auf das Nachdenken darüber dürfen Sie jetzt mal Ihre Lebensklugheit und kritische Offenheit richten.
    Es ist zwar unerheblich, aber wo soll denn im Kommentar 14:53 unellen sich bei Ihnen bedankt haben?

  103. filou,
    .
    schon der (sehr zu...

    filou,
    .
    schon der (sehr zu unrecht zu wenig bekannte) ritter lang wusste:
    (er wandelte wohl das „in hoc signo vinces“ etwas ab und hatte wohl auch den einen oder anderen grund dafür)
    .
    unter diesem brauhauszeichen
    wirst du geld und ruhm erreichen,
    und den himmel obendrein
    richtst´ du auch eine wallfahrt ein.

  104. Nörgler, in London gibt es...
    Nörgler, in London gibt es eine Speakers Corner und in Jerusalem eine Klagemauer. Gute Reise.

  105. Lieber Rosinante,
    wie der...

    Lieber Rosinante,
    wie der Nörgler (dem galt übrigens mein Dank für das Ausformulieren dessen was mir wie schon geschrieben unausgegorem im Köpfchen herumschwebte) schon ausgeführt hat sind Sie in der Tat noch eine Antwort schuldig. Ich finde es auch ein wenig unfein, erst eine These aufzustellen, dann nicht auf Nachfragen einzugehen und Nachfrage auch noch an die Speakers‘ Corner und die Klagemauer zu schicken. Das gehört sich so nicht.
    Seinen Sie doch so gut und klären mich Unwissende, Bildung in Fast-Food-Manier konsumierende doch auf was die destruktive psychophysische Wirkung vom Adoptionsrecht für Homosexulle sein soll.

  106. @unellen: jaja, zum...
    @unellen: jaja, zum Kinderschreck hats die Klimakatastrophe geschafft, aber zum Finanzierungsvehikel hats noch nicht gereicht. Wo doch in der Ferne goldene Zeiten fürs Ingenieurswesen blinken, wegen Infrastrukturumstellung und so. Ja, wer soll die Pleiten denn alle bezahlen, die da noch kommen werden, wenn der erste Versuch so richtig schiefgeht? Da muß man doch einen Ablaßhandel einführen. (Leider paßt das jetzt nicht zum Absolutismus, der war erst danach.)

  107. unellen, Ihnen bereitet eine...
    unellen, Ihnen bereitet eine philologische Insuffizienz Probleme. Ich formulierte keine Thesen, sondern Behauptungen. Diese mag man teilen oder nicht. Und die erläuterte politische Philosophie wird von Ihnen nicht verstanden oder negiert. Kokett kultivieren Sie ein Unwissen. Aber weder Print noch Blogs der FAZ bekommt frau voraussetzungslos. Bleiben Sie dran.

  108. Wer vermisst noch in der...
    Wer vermisst noch in der Entourage den christlich-sozialen Alchemiker und seinen Kollegen … „Außen Friedrich, innen Ephraim“? Auch eine Kulturgeschichte (s.Lehman Brs und UnLtd.).

  109. Nörgler, unellen, geben Sie's...
    Nörgler, unellen, geben Sie’s auf. Aus dieser Ecke kommt nur heiße Luft.

  110. Die Kotel, primär ein Ort des...
    Die Kotel, primär ein Ort des Gebets, nicht der Klage, steht für die Unauflöslichkeit des Bundes Gottes mit seinem Volk.
    Achten Sie darauf, Rosinante, daß Ihre Realidentität niemals einem religiösen Juden zur Kenntnis gelangt. Denn ein persönliches Zusammentreffen könnte aufgrund Ihres Kommentars 28. Juni 2010, 21:15 für Sie unerfreulich enden.

  111. @ Gianozzo: Sie haben...
    @ Gianozzo: Sie haben natürlich recht. Aber manchmal braucht heiße Luft auch frischen Gegenwind.
    .
    Den Kommentar 6:18 sah ich erst später.
    .
    Mit der „erläuterten politische Philosophie“ meinen Sie, Rosinante, wohl Ihren Kommentar 28. Juni 2010, 12:49. Daß daran alles so falsch ist, daß nicht einmal das Gegenteil richtig wäre, hatte Ihnen bereits G. Schoenbauer 28. Juni 2010, 14:34 erläutert, auf den Sie – ganz erfüllt von Ihrer kritischen Offenheit – ebenfalls nicht eingingen.
    .
    „Ich formulierte keine Thesen, sondern Behauptungen.“ Danke, schärfer hätte selbst ich es nicht sagen können. Aber wie es zu der Behauptung der psychophysischen Zerstörungskräfte eines Adoptionsrechts für Schwule und Lesben kommt, wüßte man denn doch gerne.
    Denn wenngleich es bei der von Ihnen „erläuterten politische Philosophie“ um blanken Unfug sich handelt, so finde ich hierin dennoch nicht den Übergang zu jenem Adoptionsverbot.
    Die Frage danach bereitet Ihnen Pein, die wiederum die Ursache für den Affront („Kokett kultivieren Sie ein Unwissen“) gegen unellen ist. Das alles wirkt nicht so souverän, wie es wirken möchte.

  112. Don Alphonso, sind Drohungen...
    Don Alphonso, sind Drohungen (Nörgler, 29.6., 9:21) in Ihrem Blog zulässig?

  113. Rosinante, ich habe das nicht...
    Rosinante, ich habe das nicht als Drohung verstanden – und muss leider, leider, leider aus persönlicher Betroffenheit sagen, dass gerade die Extremisten auf jüdischer Seite wirklich ätzend sein können. Habe ich als Macher einer Gemeinderadiosendung selbst schmerzlich erleben müssen, da gab es beim kleinsten Witz schon die schnellsten Forderungen nach der Abtrennung meines losen Kommentatorenmauls mitsamt Kopf vom Rest.

  114. Don Alphonso, danke für die...
    Don Alphonso, danke für die Antwort. Ich habe da offenbar Etwas missverstanden.

  115. Es ist so: Rosinante will mich...
    Es ist so: Rosinante will mich als Dummschwätzer qualifizieren. Es werden dann Orte genannt, an die ich als Dummschwätzer mich begeben soll, da es Orte des dummen Geschwätzes sind: erstens die bekannte Stelle im Hyde Park, was unproblemtisch ist, und zweitens die Klagemauer, deren Identifizierung als Dummschwätzerort ich schlichtweg für empörend halte.

  116. @Nörgler, Giannozzo: wir sind...
    @Nörgler, Giannozzo: wir sind uns ja offenbar einig :-) Zum Weiterstreiten fehlt mir bei der Hitze ehrlichgesagt die Lust, und mein gutgemeinter Versuch der Mäeutik hat ja leider auch versagt.
    Möchte vielleicht jemand ein Glas kalten Grüntee mit Zitrone und Minze? (mein favorisiertes Aufputschmittel im Büro bei so einem Wetter).

  117. Leider ist es nicht sinnvoll,...
    Leider ist es nicht sinnvoll, hier zu sagen: Oh ja, gerne! Wo ist das Büro?

  118. Für mich ohne Zitrone, bitte....
    Für mich ohne Zitrone, bitte. Und jetzt muss ich meinen Garten bestellen.

  119. Bei so einem Wetter ist Koeln...
    Bei so einem Wetter ist Koeln der reine Mord.
    Koebes, zwei Koelsch! Eins gegen den Durst, das andere zum wonniglichen Nachzischen.
    Ach, und wenn Sie grad hier sind, bringen Sie schnell noch eins, danke.

  120. Ooooh, so ein Kölsch wär...
    Ooooh, so ein Kölsch wär jetzt auch nicht schlecht wenn ich a) nicht arbeiten müsste und b) mein Büro nicht einige hundert Kilometer zu weit südlich wäre, um noch im Kölsch-Raum zu liegen (in einem kleinen Bundesländchen wo die meisten Leute entgegen der allgemeinen Meinung der französischen Sprache in der Regel nicht mächtig sind).
    @Giannozzo: Bitte sehr. Und viel Freude noch bei der Gartenarbeit.

  121. Sowas aehnliches gabs aber...
    Sowas aehnliches gabs aber auch schon beim Dicken. Da hiess der Pickel Thorsten Windhose oder so.
    Wie war das? Der Typ ist 25, und sitzt seit 2000 im NRW-Landtag? Kennen die kein Jugendschutzgesetz?.
    unellen, achja, Saarbruecken. Ich hab’da mal das Stadtzentrum gesucht…

  122. Werter HansMeier555, ich...
    Werter HansMeier555, ich vergass, auf Ihren Kommentar vom 28. Juni und 00:52 Uhr zu reagieren. Sie haben völlig Recht: „Wenn der Auftraggeber weiss, was er will, dann findet er auch einen Künstler“, und benennen damit gleichsam das Dilemma der „Demokratie als Bauherr“. Und das „Jammern“ der Architekten muss man nicht Ernst nehmen, denn diese Berufsgruppe pflegt einen häufig abstossenden Opportunismus. Und schon sind wir wieder beim Problem der kulturellen Deutungshoheit. Und, da ich im obigen Kommentar-Strip die Gemüter etwas fest erhitzte, lasse ich’s bei dieser schmerzlosen Sachlichkeit.

  123. Adoptionsrecht für...
    Adoptionsrecht für Homosexuelle? Warum nicht gleich ein Recht auf Spendegliedmaßen von zum zeitpunkt der Transplantation Gesunden für Amputierte? Ist wie die verlogene Auslandsadoptiererei (weil es den Kindern dort ja so schlecht gehen würde, wobei man die armutsproblematik vor Ort nicht lösen kann).
    Die Resource Kind läßt sich nicht industriell produzieren. Daher gibt es einen Intressenskonflikt mit den tatsächlichen Eltern. Nur weil die feministsichen Emanzen ihren Sorgerechts-Egotrip („Erzeuger“) durchgestzt haben (seit dem 04.12.2009 laut EGMR rechtswirdig) heisst das noch lange nicht, daß man deren Unfug nahcmachen muss.
    kranker Machbarkeitswahn: Nur weil ich eine Atombombe bauen und abwerfen kann bedeutet das noch lange nicht daß dies wünschenswert ist.

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