Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Das Knallbunt des Geldes

| 169 Lesermeinungen

Früher verewigte sich man mit möglichst imposanten Bauten im Stadtbild, während die Stadteliten versuchten, dieser Verschwendung mit Verordnungen und Steuern entgegen zu treten. Heute baut man dezent hinter Hecken und streicht das Haus im immer gleichen Weiss. Kehrt man jedoch zurück in die Altstadt, und erwirbt man dort ein Haus, gelten plötzlich wieder die alten Regeln des papageienbunten Auffallens.

Wea zu vui Göid hod, und is dumm, kaaft a oids Haus, und bauds dann um.
(Bayerisches Sprichwort)

Die Gerüste stören sie. Sie stehen unten und schauen hinauf, wo Gestänge und Bretter Schatten werfen, und nicht wirklich erkennen lassen, wie die Farben einst auf dem ganzen Haus wirken werden. Immerhin sind sie jetzt schon so weit, dass sie sich über die Farben Gedanken machen können. Es ging, wie eigentlich immer in alten Häusern, nur wenig nach Plan. Alte Häuser haben Jahrhunderte Zeit, Marotten zu entwickeln und Überraschungen zu bereiten, und all das tritt versammelt zu Tage, wenn jemand so ein Haus kauft und den Beschluss fasst, es mit allen Möglichkeiten der Steuerbegünstigung für Denkmäler zu sanieren. Für Spitzenverdiener ist das besser als eine Stiftung in Liechtenstein, wenn alles nach Plan geht. Aber so ein Unterfangen ist wie Krieg: Alle Pläne sind nach dem ersten Hammereinsatz hinfällig. Wenn man die Farben aussucht, tut man das zumeist im Zustand der Ausblutung und Erleichterung, und nicht, wie zu Beginn erhofft, im Siegesrausch. Man kann gegen ein Haus nicht gewinnen.

Bild zu: Das Knallbunt des Geldes

In diesem Fall hat es ein lockeres Jahr länger als geplant gedauert. Das ist gar noch nichts, könnte man die Besitzer trösten, in der Hauptstrasse hat ein Notar den Zeitplan mit seinem Altstadthaus um drei Jahre überschritten; mit allen unerwarteten Kosten und Problemen wurde aus dem Steuersparmodell ein mörderischer Gegner, der dem Notar alles abverlangte. Diese alten Häuser sehen so nett aus, mit ihren schnuckeligen Fassaden, den Sprossenfenstern und den alten Holztreppen. Man kann mit ihnen leben, wenn man in ihnen aufgewachsen ist, und ihre Marotten resigniert hin nimmt. Für den kleinen Provinzmillionär, der von all dem keine Ahnung hat, wird das Leben nie mehr langweilig sein, wie bei anderen hochriskanten Anlagen auch. Und wenn das Haus fertig ist, stellt sich heraus, dass das eingemauerte Fallrohr von 1890 durchgerostet ist und

Das sagt man nicht. Und was sagt der Herr Nachbar, fragt man mich, der ich mich dazu geselle. Der Herr Nachbar ist etwas neidisch, weil sich bei ihm nie die Frage stellte, wie das Haus anzustreichen ist: Weiss mit gelben Zierelementen, das sind die Farben der Kirche und der Gesellschaft Jesu, die einst das Haus errichtete. Es stimmt, aber es ist auch etwas fad; hier jedoch hat man einige alte Fassungen gefunden, die alle für bestimmte Epochen richtig sind, und man kann sich frei entscheiden: Das Moogrün des Biedermeier mit roten Fenstern? Das Rosa und Lichtgrau des späten Rokoko? Rosa und Grau gibt es schon recht oft in der Altstadt, aber das Moosgrün ist noch selten. Vor allem, gebe ich zu bedenken, man tendiert immer dazu, es erst mal dezent zu probieren. Und dann ärgert man sich Jahrzehnte über die fade Farbe. Wenn, dann gleich richtig. So wie sie es früher auch gemacht haben, wenn sie es sich leisten konnten. Die dafür nötigen Pigmente waren damals sehr viel kostbarer, als in unserer Zeit, da der grösste Posten die Arbeit der Handwerker ist. Also liess man es richtig krachen.

Bild zu: Das Knallbunt des Geldes

Den früheren Hausbesitzern der Altstadt wäre es widersinnig erschienen, das zu tun, was ihre Nachfahren in den Vierteln vor der Stadt in diesem und im letzten Jahrhundert trieben: Siedlungen von uniform weiss gestrichenen Häusern zu errichten. Es muss etwas mit der veränderten Haltung des Bürgertums im 20. Jahrhundert zu Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit zu tun haben, mit dem Versuch, nur ja nicht aufzufallen oder anzuecken, sich zu exponieren und auf sich hinzuweisen,. Angesichts sonstiger architektonischer Missgriffe und Auffälligkeiten mag das ein schales Lippenbekenntnis sein – aber tatsächlich kenne ich in unserem Westviertel keinen Turmanbau, der nicht weiss wie alle anderen Häuser wäre. Egal ob Glasbausteinverbrechen der 60er Jahre, Butzenscheibenimitate der 70er oder Doppeltüreingänge in Vollholzfälschung der 80er,  alles wird in Weiss umrahmt. Weiss, rein, kalt und einheitlich, ist das Merkmal dieser Epoche. Es ist die Farbe der ordentlichen Hausfrau und des geordneten Lebens, es ist der nach aussen gekehrte Beweis der Sauberkeit, angepasst und nichtssagend, diskret und dezent.

Und auf Dauer auch die Farbe, die am schnellsten verschmutzt. Weiss sieht bei der kleinsten Verwaschung schlampig aus, und nachdem irgendein Haus gerade immer frisch gestrichen wird, wirken daneben alle anderen grau, schmutzig, leicht heruntergekommen. Echte Farben bekommen Patina und Leben, wenn sie altern, altes Weiss dagegen nimmt die Farbe von Dreck an, das typische Beige und Hellbraun ostdeutscher Tristesse. An ein paar unrestaurierten Häusern in der Altstadt erkennt man noch, wie das nach ein paar Jahrzehnten aussieht.

Bild zu: Das Knallbunt des Geldes

Aber das sind wiederum genau jene Häuser, auf die schon begierige Blicke geworfen werden. Hier ist etwas zu tun und Geld zu investieren, das der Staat steuermindernd anrechnet, und weil so viel anderes schon durchsaniert ist, ist die Altstadt heute schöner, als sie seit Menschengedenken gewesen ist. Man hat wieder Immobilien in dieser Lage, es ist dank des Reichtums der Stadt eine Spitzenlage, und die Quadratmeterpreise erreichen Münchner Niveau. Das ist nicht mehr das eigene Privathaus in einem abgeschiedenen Viertel mit Anliegerstrassen, das sind Trophäen, Statussymbole, in denen andere wohnen, und da macht es nichts aus, wenn es nach all den Arbeiten und Niederlagen gleich richtig bunt wird. Man muss sich anstrengen, hier noch aufzufallen, denn fast alles ist bunt. Weiss sind eigentlich nur noch manche Studentenwohnheime und die letzten Ecken der Stadt mit weniger begüterten Mietern. Es ist wieder wie früher: Weiss ist die Farbe einer nicht gehobenen Wohnlage. Oft städtischer Besitz. Na ja. Dann doch das kräftige Moosgrün.

Manches Beispiel mag schon jenseits dessen erscheinen, was man für schicklich halten würde. Manche Besitzer, darunter auch welche, die andere erst auf die Idee bringen und an ihren Vorhaben beteiligen, lassen aus Werbegründen etwas zu tief in die Farbtöpfe greifen, das Grün wird zu intensiv und das Violett zu indezent. Den Schlangen der Mietsuchenden davor tut das keinen Abbruch, aber da schlägt es fast schon um, von der Lust an der Farbigkeit hin zum Wunsch, die anderen zu überflügeln und unscheinbar zu machen. Es ist letztlich wieder wie früher. Aber wenn es wirklich zu bunt wird, wartet man eben 20 Jahre, bis das Wetter und die Abgase ihr zerstörerisches Werk getan und die Fassade patiniert haben.

Bild zu: Das Knallbunt des Geldes

Vielleicht möchte man zu jenem Zeitpunkt auch eine andre Farbe haben, und so rücken die Maler erneut an, bepinseln eine Ecke, man beredet es mit dem Denkmalschutz und rechnet durch, wie es sich steuerlich bewährt, es kommen neue Gerüste und vielleicht wieder eine böse Überraschung, ein Riss in der Fassade oder morsche Balken in den Böden, und das Farbenspiel beginnt von Neuem. Touristen werden kommen und sich fragen, wem das wohl gehören mag, und wie viel Liebe in den Fassaden steckt, und wie viel Geld. Nicht wenig. Aber es rechnet sich. Es ist wie eine grosse Modelleisenbahn. Ein Spielzeug für Männer, die für viele andere Spiele zu alt sind, aber nicht zu alt, um nicht noch einmal der Welt, der klitzekleinen Welt ihrer kleinen, dummen Stadt einen bunten Stempel aufzudrücken, bevor sie wieder in die weissen Villen des Westviertels fahren, und sich über Golfkatalogen und Überweisungsträger für die Söhne in fernen Städten langweilen. 

0

169 Lesermeinungen

  1. Hat in Ihrer dummen Stadt denn...
    Hat in Ihrer dummen Stadt denn noch niemand den klugen Vorschlag gemacht, mal tief unter der Erde nach Wärme zu bohren?

  2. Geschätzter Don,
    nachdem ich...

    Geschätzter Don,
    nachdem ich mich gestern mit der Konstruktion und Schönheit gotischer Rosettenfenster während einer Zugfahrt beschäftigt habe und über die nach der Restaurierung neu erstrahlte grellbunte Farbigkeit einer Klosterkirche berichtet bekam, passt Ihr Artikel wunderbar als Folgelektüre.
    Die Zeilen regen fast zu einem Ausflug in die kleine, dumme Stadt an, um sich den Regenbogen der Eitelkeiten vor Ort zu betrachten. Als Erholungsausflug böte sich dann die Theatinerkirche an. Danke für den zumindest schon gedanklichen Exkurs.

  3. Wer in einem holländischen...
    Wer in einem holländischen Backsteinhaus wohnt, kann leider nicht mir bunten Geldsteinen werfen.

  4. es gibt also noch städte, die...
    es gibt also noch städte, die die farbgebung der baudenkmäler im ensemble noch nicht durch satzung geregelt haben.

  5. Einen schönen Sonntagmorgen...
    Einen schönen Sonntagmorgen und buntes Dankessträußchen! Ja, über Geschmack bzw. das Nichtvorhandensein desselben läßt sich vortrefflich diskutieren. Hier geht es um die alten Fassaden, also das äußere Erscheinungsbild, aber wie sieht es innen aus? Da werden Zwischenmauern aus Rigips eingezogen, Türen zugemauert, Speisekammern zu Duschen umfunktioniert, aus einer Wohnküche die Hälfte abgetrennt und dadurch Nassraum „gewonnen“. Freilich kann man heute nicht mehr mit dem Ausguß auf halber Treppe wohnen, aber der Sünden was den Wohnungsschnitt und den Innenraum angeht, sind gar viele begangen worden. Da lobe ich mir alle jene, die Geld für ein harmonisches Innen und Außen ausgeben. Es ist allemal besser als Partei- oder Kriegskassen per Geldanlage zu füllen.

  6. HansMeier555, nach ein paar...
    HansMeier555, nach ein paar Metern kommt die Hölle, auf deren Schlot die Stadt steht – das ist vermutlich keine sogute Idee.
    .
    weltfremd, die Maria de Victoria und das Münster sind schon herausragende Beispiele der Bau- und Malkunst, da lohnt sich der Ausflug immer.

  7. Kommentar zum...
    Kommentar zum kommentieren:
    .
    Früher wusste Psychologie: „Die im Grunde noch überwiegend wirklich vergleichsweise häßliche Raupe kommt gekrochen, verpuppt sich (und auch die Puppe ist eben noch nicht wirklich schön, will, muss erst noch was werden), in ihrem Inneren geht irgendwie die geheimnisvolle, geheimnisvoll-notwendige Metamorphose von sich – und am Ende fliegt der wunderschöne Schmetterling glücklich davon, den Sonnen, dem Lichte entgegen.“
    .
    Heute weiß Psychologie (manche wären versucht zu sagen „auf dem Niveau von „Psychologie heute“): „Die wunderschöne und bislang völlig zu Unrecht von den Meisten viel zu wenig beachtete wunderbare Raupe kommt gekrochen, verpuppt sich zur ebenfalls wunderschönen und zu oft ob ihrer wahren Schönheit von den dummen Massen der Mitmenschen leider im Allgemeinen ebenfalls völlig verkannten Puppe (aber wir bekehren die anderen Menschen alle noch! man muss nur ggfls. etwas nachhelfen!), darin geht die aufregend-gefährliche Metamorphose vor sich – und heraus kommen diese komischen und gefährdeten Schmetterlinge, die sich am Ende bloß alleine für schön halten; wie sie dann so komisch unsicher und taumelnd davon fliegen, sollte eigentlich allen intelligenten Menschen schon längst mal immer als komisch und unökonomisch aufgefallen sein (aber es gibt ja leider heutzutage so wenig intelligente Menschen, sagen alle unsere Freunde, mit denen wir immer zum Italiener gehen, auch); fliegt also davon, um lediglich Opfer zu werden, von Fressfeinden, die er, der Schmetterling, in seiner schönen Dummheit nicht mal ahnt; wie blöde: wäre er doch bloß Raupe geblieben, oder aus der Puppe zurück zur Raupe: Das wäre nämlich wirklich klug gewesen!
    .
    Aber leider ist ja die Natur ohne unsere klugen Eingriffe am Ende doch so unfertig. Und außerdem könnte man ja für die Schmetterlinge was tun: Mindestens eben Vorsorge, also Beobachtungsgebot für alle Raupen und Puppen, damit eben jeder geschlüpfte Schmetterling (und zwar – wie leicht einsichtig von allen Nicht-Verbohrten – seinem eigenen Vorteil!) schnell, rasch und sicher seine ganz eigene und individuelle Registriernummer auf die Flügel bekäme – und Mini-RFID in flugfähiger Ultraleichtausführung und GPS dazu, damit sich sein Schicksal zukünftig sicherer verfolgen lässt und ausdeuten. Und die Schmetterlinge müssen viel besser geschützt werden. Am Ende sogar vor allem vor sich selbst! Wie wahre Intelligenz eben heute endlich leicht feststellt. Wie auch die Freunde vom Italiener sagen. Denn kluge Meinung ist nie allein.
    .
    .
    Nachtrag: Dabei ist heute in Wahrheit eigentlich schon längst alles anders: Denn heute bin ich – der glücklichen und guten Postmoderne sei Dank – alle drei Zustände stets nebeneinander zugleich. Denn sonst bin ich nicht heute, q.e.d..
    .
    Und was was ist, und was welcher Anteil gerade macht, lediglich Sache durchaus überwiegend selbstgewählter Balance, gerade auch gemäß allgm. und spezieller Ästhetikkriterien: Wenn ich den Vorhang zuziehe, kann ich Puppe sein oder Schmetterling (oder Raupe Komma auf der Stelle kriechend, *g*), ganz nach Laune und Phantasie. Und vor und zurück geht fast von alleine. Und leiden tun auch weiterhin höchstwahrscheinlich nur die, die nicht unterricht sind, die Nicht-Unterrichtbaren zumal.
    .
    Aber wie immer nur am Rande. Und unseren Dank für die erfolgreiche Ausübung der Schreibkultur auch weiterhin erfinden die Finger der Tastatur.

  8. Der Tiger, tja, Hollend ist da...
    Der Tiger, tja, Hollend ist da eben doch traditionell uniform.
    .
    auch-einer, oh doch, es ist geregelt – das Problem ist, dass man natürlich historische Farbgebungen heranziehen kann, und die sind bei uns schon immer heftig gewesen. Ich hatte hier im Haus mehr als ein Dutzend Farbschichten, und nichts davon war weiss.

  9. escalera_de_caracol, es gab in...
    escalera_de_caracol, es gab in der Stadt ein vom Stadtrat abgesegnet Verbrechen einer „Residenz“ und etliche Abbrüche zu viel, aber in den Innenräumen ist der Denkmalschutz auch sehr rührig, und wer verzichtet schon auf die grossen Steuervorteile? Gut finde ich es, wenn die Veränderungen rückbaubar sind.

  10. Ich habe kürzlich eine/meine...
    Ich habe kürzlich eine/meine Fallgrube verkauft.
    Und ich fühle mich endlich wieder frei.
    Überraschungen gibt es wirklich Angenehmere, als die..von alten Häusern.

  11. Adolf Loos und Paul Engelmann...
    Adolf Loos und Paul Engelmann sind Schuld in zwischen gibt es Hundertwasser wer es klassisch Katholisch mag kann auch auf Gaudi zurück greifen der ist auf dem Weg zur Seeligsprechung.Diese Borg Kuben kann doch niemand mehr sehen ich bekomme da immer Würgereize bei so viel Gewalt.
    Ich wußte nicht ihr beizukommen,
    Mit Wellen, Stürmen, Schütteln, Brand –
    Geruhig bleibt am Ende Meer und Land!
    Und dem verdammten Zeug, der Tier- und Menschenbrut,
    Dem ist nun gar nichts anzuhaben:
    Wie viele hab ich schon begraben!
    Jetzt Probiert er es halt mit weißen Häusern…

  12. 1,)Leit, de wo koa Göd net...
    1,)Leit, de wo koa Göd net ham, redn allaweil davo.
    2.)Mei, wonnst inaram oidn Heisl an Bodn auffamacha duast, kimmst mitm Göid (GOLD) neischüttn nimma nach.
    3.)Unzählige Infestierer sand an da Saale hellem Schtrand (Altbauten 1990-2010)verbluat, Notare, Architektn, Zahnärzte, Statiker, Schornalistn,Schteierberoda, Bänka, Lehra etc.
    4.)Dito (1975-2010)Rheinufer, Ruhr, Düssel, Elbe, Donau, Main.
    5.)Des scheenste Foarbkastl, des wos gebn duat, is weid und breid Landshut.
    6.)De scheenst Fruchtfolge de wo a Bauer kennt is: Ackerland, Bauerwartungsland, Bauland.
    Ramma damma, auffi geht´s, da Blanungsauschuss ruaft.

  13. Weil so vieles mit allem...
    Weil so vieles mit allem co-existiert, und vor allem „nichts wissen auch nichts macht“ (hinsichtlich der Kapitalienverbleibe bei Frankfurter Sparkassen von Annotuck, z. B.), im sehr viel kleineren – und manchmal doch gerne genommenen – Maßstab noch kurze Bemerkung:
    .
    Wie uns kürzlich erst auffiel, bekommt der geneigte, meist wohl schon etwas ältere Käufer von Wohnmobilen der 200.000,- Euro-plus-Klasse meist – und ganz sicher zu Recht – ansehnliche Profi-Qualität, fast jedenfalls, so scheint es.
    .
    Z. B. kommt bei den bekannten Clou-Liner von N&B bewährte MAN-TGA-Technik zum Einsatz. D.H. der gesamte Fahrerbereich inkl. Anzeigen, Pedalen, aller Technik und Ergonomie usw., inkl. Scroll-Layout der Bordelektronikanzeigen, etc. alles ist halt eins-zu-eins von den LKW MAN TGA.
    .
    Wohl auch deshalb kommt dem ein- oder anderen der LKW MAN-TAG (z.B. 18.440) vor, wie „ein Wohnmobil der Oberklasse mit hinten angeschlossenen, etwas vergrößertem Gepäckabteil“. Allerdings insgesamt noch etwas professioneller gemacht, noch besser verarbeitet und abgestimmter, als das bloß in kleinerer Serie gefertiget Wohnmobil (bei dem z.B. der relativ vergrößerte Innenraum dank Einheit mit hinten schall- u. klima/heizungstechnisch, wie leicht einsichtig, von Nachteil).
    .
    http://www.google.de/imgres?imgurl=http://campery.pl/niesmann/images/content/modelle2008/clou.jpg&imgrefurl=http://www.campery.pl/niesmann/campery/clou_992.html&usg=__cCC53YWb76YfqpZJ-FNbnf03UEU=&h=290&w=406&sz=20&hl=de&start=33&um=1&itbs=1&tbnid=0Ywzd1RqK6CcMM:&tbnh=89&tbnw=124&prev=/images%3Fq%3Dclou%2Bliner%26start%3D20%26um%3D1%26hl%3Dde%26sa%3DN%26rlz%3D1T4GZEZ_deDE308DE308%26ndsp%3D20%26tbs%3Disch:1
    .
    http://www.man-mn.com/datapool/mediapool/109/TGX_V8_dt_2008.pdf (Seite 6) (Natürlich heutzutage alles „Ein-Knopf-fahren“, 12-Gang Vollautomat mit „Fly-by-Wire“: Im Innenraum nur der elektr. Minischalter für „Vorwärts“ resp. „Zurück“(welches vollständige Entkopplung von Fahrzeug und Fahrerhaus nebst durchgängiger Schall- u- Wärmeisolation ermöglicht.) Und bärenstarker Retarder: Mit Tempomat 86 (mit Retarder-Überschwingweite bergab 4 KM/h) fährt alles alleine: bergrauf/bergrunter ohe jedes Zutun ganz von alleine). Nur lenken und Sinfoniekonzert hören muss man noch selbst.
    .
    Auch weiterhin erfinden die Finger die Tastatur.
    .
    Und morgen am Genfer See. Für manche via Strassburg und Basel dahin. Wetter soll ja schön werden.

  14. Die Leitln doamma itza...
    Die Leitln doamma itza auszutzln, de kemman foluntaristisch zum ausnemma, aus is!
    Dös is freili a Ölung, wia mas grad brauchtd do herin!
    ..
    http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~ED406148D38444B08810FB7E1A615073E~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  15. werter don, das eingangszitat...
    werter don, das eingangszitat trifft zu! einerseits.
    andererseits:
    wenn man ältere häuser saniert, muss man auf das haus rücksicht nehmen. es wird keine rücksicht auf den menschen nehmen.
    .
    neunziggradwinkel sind nur die knabenmorgenblütenträume von neunzigiqpunktigen reihenhausarchitekten und nie angemessen. begradigen sie dies, fällt auf, dass die decke schief ist. die wird dann abgehängt. dann aber fällt auf, das das fenster in der ecke da hinten schief sitzt. dann braucht es also ein neues fenster.
    eines, nein?
    ganz gallien wird neu ausgerüstet.
    der abfallende boden wird begradigt. isolierung nicht vergessen.
    das perpetuum-mobile eines veritablen alptraums.
    und hinterher sieht niemand mehr, dass es mal ein altes haus war.
    so ein unsinn.
    .
    einige erfahrung im umgang mit alten häusern aufbietend, lernt man, dass man sich den gegebenheiten passen muss wie naturereignissen (manchmal naturkatastrophen), und mit ihnen, nicht gegen sie zu arbeiten.
    dann ist eben mal die treppe schief, vielleicht war sie das schon seit hundert jahren, nachdem sich das haus setzte (als es sah, wer einzog).
    das ergebnis hat viel mehr charme, war viel günstiger, und nicht so nervenaufreibend, und lässt sich sehr viel besser weiterverkaufen …
    .
    (achja, off limits: was sie dringend benötigen, ist noch ein (wegen der menschenwürde) sauberer bretterverschlag für den architekten, aber wem sage ich das, lieber Filou: dort sitzt sicher bereits ihr fassadengespenst drin. aber sicher gibt es noch platz für meinen &%$§=?€%…)
    .
    schöne, alte baumaterialien (türklinken, hübsche fenster, türen, holzleisten, paneele) werden von mir günstig eingekauft, ein wenig aufgemöbelt und schliesslich eingebaut, falls passend. meine halle dafür ist gar nicht so klein – aber alles meins ;-)
    ich liebe es!
    .
    es gibt übrigens noch mutige ritter, die sich mit säbel und degen dazwischenwerfen, wenn eine dame, wie neulich bei d. ex m. geschehen, angegangen wird: merci infiniment!
    .
    in den nächsten tagen werde ich einem solchen fast faustischen projekt wie oben angedeutet widmen und daher ein wenig von der blogfläche verschwinden.

  16. @Donna laura, zur Erhaltung...
    @Donna laura, zur Erhaltung der Kultur sollte dies selbstverstaendlich sein. Wo kommen wir denn sonst hin.
    @Geehrter Don, ich habe festgestellt, dass man eher geneigt ist, ein Bauwerk als pittoresk zu bezeichnen, ist nur die Farbe entsprechend – wie im Suedlaendischen. Niemand kaeme indes auf die Idee, einen Berliner Hinterhof als solchen zu bezeichnen, broeckelt dort der Putz in ebensolcher Weise wie in der Altstadt von Palma oder an der Piazza del Popolo in Rom.
    Koestliches Sahnehaeubchen zu Knubberkirschen der letzte Satz. D. A. pur.

  17. "auch-einer, oh doch, es ist...
    „auch-einer, oh doch, es ist geregelt – das Problem ist, dass man natürlich historische Farbgebungen heranziehen kann, und die sind bei uns schon immer heftig gewesen. Ich hatte hier im Haus mehr als ein Dutzend Farbschichten, und nichts davon war weiss.“
    .
    wo liegt da ein problem? eigentlich müsste ich jetzt enttäuscht sein, weil alles geregelt ist.
    aber weil man im einzelfall, wenn das so ist, wiederum so ziemlich machen kann, was man will*), freuts mich sakrisch.
    dann gibt eben die vorliebe des baubürgermeisters den ausschlag, was der am wenigsten mag, wird recht dick aufgetragen, damit er lang dran eine freude hat.
    .
    ——
    *) stimmt gar nicht. man könnte, aber man soll nicht mehr machen, was der untergrund, das dazu passende malmittel und die dazu passenden pigmente hergeben – auch so ein kapitel beim altbau und seiner erhaltung, besser gar nichts als das falsche. ich nehme aber an, dass in der kleinen dummen stadt die maler, die sich damit auskennen, bei den eigentümern solcher objekte namentlich bekannt sind.

  18. Feind Nr 1 - die...
    Feind Nr 1 – die Sprayers.
    http://www.graffitischutz.com/?gclid=CMay36qimKMCFYiT3wodkWwonA

  19. Wir hatten evtl. vergessen zu...
    Wir hatten evtl. vergessen zu sagen:
    .
    Der „natürliche Vorteil des Wohnmobils“ (falls Wohnmobile überhaupt Vorteile haben) ist eben, dass es zwar zum Wohnen taugt (wie überall die Einschränkungen um so geringer, je Höher der Preis), es aber als Ergänzung zu allen anderen Immbobilien eben nicht immobil ist.
    .
    Und wir mögen auch Luxuswohnmobile nicht. Ziehen feste Häuser vor. Und bloß keine Hotels.
    .
    Und ja: Die Farben des Geldes sind die klassischen Farben. Eben wohl die, der Einrichtungsgewohnheiten des Adels von Alters her. Wand für Wand, Zimmer für Zimmer in je einer Farbe. Ein Gelbes Zimmer, das Rote Zimmer, das Blaue Zimmer, usw. Und das Aubergine Zimmer; natürlich hochglanz gelackt die Wände. Wie sonst.
    .
    Und es gibt im Allgemeinen wohl eher doch sehr viele hochgebildete und daher gelassene Bauherrn:
    .
    Als Beispiel taugt hier vielleicht das bekannte Haus des ehemaligen Frankfurter Verleger Lunkewitz, der genanntes Haus in Frankfurt/Main von einem Architekten bauen ließ, welcher von sich und ganz selbstverständlich – und ganz selbstverständlich öffentlich – sagt und sagte: Er, der Architekt baue Häuser für für ca. 300 Jahre. Und da wäre ihm der Wille und Stil des Bauherrn ggfls. sowieso vollkommen egal. Der Wille des Hauses und des Standortes stünden ja sowieso immer im Vordergrund. Und bei 300 Jahren würden so ca. 10 bis 15 Generationen durchgehen. Darum würde er sich auch um Anstriche oder Möblierungen oder etwas Niederes wie „Innenarchitektur“ nie kümmern. Denn das wäre eben etwas für „die Niederen“.
    .
    Und der wirklich kluge Bauherr, ein wenig vorangekommen im Leben mit Ausbildung und Selbstausbildung – der, von dem das dann auch andere sagen und wissen – wählt wohl genau einen solchen Architekten. Eben darum.
    .
    Aber wie immer nur am Rande.
    .
    „In Deutschland ließ sich der Frankfurter Verleger Bernd Lunkewitz eine palladianische Villa bauen, auch setzen sich immer mehr Architekten hierzulande wieder mit dem klassischen Vokabular auseinander. “
    .
    http://www.welt.de/kultur/article2725191/Man-sollte-wieder-Villen-wie-Palladio-bauen.html
    .
    Nun denn.

  20. Nicht bei uns - der letzte...
    Nicht bei uns – der letzte Sprayer wurde 1983 der Donau übergeben, seitdem sind die hier ausgestorben.

  21. Nanuk@: In jeder Stadt,...
    Nanuk@: In jeder Stadt, Deutschlands, Europas, deren Geschichte mindestens 100 Jahre zurückreicht, gibt es Häuser aus den Zwanziger und Dreissiger Jahren, (altes Westviertel?) die weisen noch die Proportionen, Würde und Harmonien auf, die Sie möglicherweise vermissen. Z. B. Haus Langen von Mies van der Rohe in Krefeld,Backsteinbau. Oder seine Villa Haus Tugendhat in Brünn 1930. Adolf Loos war´s nicht schuld, sondern eher ungebildete Epigonen. Der gute Hunderwasser ist m. E. einfach verschwurbelt, hat letztlich keine Schule gemacht.
    Spitzenklasse auch der Slowene Jože Plečnik, der Beste aus der Schule Ottos Wagners, und dessen Architekturen in Prag, Wien und Lubljana, auch seine stadtgärtnerischen Planungen hervorragend.
    ..
    http://www.google.de/search?sourceid=navclient&hl=de&ie=UTF-8&rlz=1T4ADFA_deDE351DE351&q=Jo%c5%bee+Ple%c4%8dnik
    ..
    donna laura@: Lassen´s den Armen wieder raus, sein Compi droht abzustürzen….
    Es gibt halt Chevaliers, die können noch mit dem spitzigen Rapier umgehen…;-)

  22. fionn et Don Alphonso@: Bin...
    fionn et Don Alphonso@: Bin eigentlich ansonsten ein umgänglicher Mensch, man sollte sie, die Sprayer, als abschreckendes Beispiel in so ein Eisenkasterl sperren, wie derer 3 Stck. an St. Lamberti in Münster hängen.

  23. Oh ja, das Eingangszitat ist...
    Oh ja, das Eingangszitat ist sehr treffend, und donna laura illustriert es sehr hübsch. Man muß ein altes Haus mögen und ihm ein Eigenleben und eine Gewordenheit zugestehen, sonst wird man darin nie seines Lebens froh. Das mit der historischen Farbgebung ist auch recht hübsch illustriert; es fragt sich immer, „welche denn?“. Je älter das Haus, desto mehr Architektur-, Farbgebungs- und Benutzermoden hat es mitgemacht. Manchmal entschieden sich mehrere Besitzer für dieselbe oder eine ähnliche Farbgestaltung. Mitunter wird aber radikal der Mode angepaßt. Am unzuträglichsten für ein altes Haus sind nach meiner Beobachtung 2 Sorten Menschen: die mit viel Geld, die aus dem alten Haus ein neues machen wollen (die zerstören die komplette Innenraumgestaltung), und die mit ganz wenig Geld, die sich keinen reparierenden Sachverstand leisten können und mit ungeeignetem Material flickschustern. Die machen meistens zuviel kaputt. Die Harmlosen sind die, die die Gegebenheiten respektieren, die Grundzüge belassen und sich darin nach ihrer Facon einrichten, egal ob mit viel oder mit wenig Geld. Aber jedes Gebäude hat so seine eigene Geschichte von Bau und Pfusch, Umgestaltung und Erhaltung…

    @DA (bzgl. weiß): Auf Menorca wurden die Häuser traditionell 1x im Jahr gekalkt, habe ich mir sagen lassen. Arg viel längere Intervalle bekommt man auch durch haltbarere Farbe nicht hin, weil sich der Dreck eben immer draufsetzt. – Bei dem eingerüsteten Haus im Bild finde ich seltsam, daß die Fenstersimse nicht farblich abgesetzt wurden.

  24. Naja, es ist wie immer: you...
    Naja, es ist wie immer: you get what you pay for. Unsere Jugendstilvilla von 1891 (schon Elternhaus meiner Mutter) hat den Feuersturm 1945 überlebt und noch so manche andere Katastrophe. Fast alle Fenster sind noch original (die Scheiben- die Rahmen sowieso) und der Erhaltungsstand erstklassig. Aber- ständiges Überwachen der Marotten tut not und wie eingangs erwähnt, der Bauherr hat an absolut nichts gespart. Die Klinkerfasade (war Ziegelfabrikant) mit Sandsteinelementen sieht heute noch schmuck aus, natürlich muß auch hier alle paar Jahrzehnte der Fachmann kommen und restaurieren, nacharbeiten, beschichten, beschützen. Dito die Stuckdecken. Holzbalkendecken und Parkett sind aber etwas pflegeleichter.
    Zum tapezieren eines (!) Raumes (>60m², Deckenhöhe > 4m) bestellte dereinst meine Mutter den Wandbelag. Darauf die Frage des Verkaufsberaters, „Gnädige Frau, die Tapete ist ja wirklich schön, aber wollen Sie damit die ganze Wohnung tapezieren?“
    Im übrigen hat unser werter Don wieder einmal recht (ich interpretiere ganz leicht): wer nicht in einem alten Haus aufgewachsen ist, sollte am besten die Finger davon lassen („da kriagst sonst an Vogl“). Handwerker, die an einem solchen Objekt Arbeit suchen, werden immer fündig… ;-) .

  25. Brummel, Dandy, es gibt...
    Brummel, Dandy, es gibt vieles, was einem an guten, alten resozialisierungsmethoden aus diversen Kulturräumen einfällt.
    .
    colorcraze, generell kann man festhalten, dass jeder zerstörende Eingriff ein Fehler ist. Man hat sich ja früher etwas (und zumeist sehr viel mehr als heute) dabei gedacht, und vor allem auf lange Sicht sind so ziemlich die meisten modernen Materialien eher unerfreulich, und später weiter kostenintensiv, wenn sie wieder raus müssen. Man muss das tun, was man beim Auto als „rolling restaration“ bezeichnet.

  26. OtoE, die Frage ist halt, ob...
    OtoE, die Frage ist halt, ob man immer ein klein wenig Arbeit will, oder einen Neubau und damit 10 Jahre Ruhe hat. Nach 20 Jahren kommen die ersten Probleme, nach 30 Jahren ist kein Unterschied mehr zum normalen Altbau aus der Zeit vor 1900, und nach 40 Jahren kann sich der Erbe damit rumärgern. Böse könnte man sagen: Man wächst auch mit einem neuen Haus in die Aufgaben hinein.

  27. perfekt!57, nachdem man hier...
    perfekt!57, nachdem man hier in den Vororten das Spiel mit klassischen Zitaten in einer Form, die vermutlich auch Gossenschreibern von Springer gefallen könnte, bewundern kann, muss ich sagen:Bloss nicht. Grauenvoll. Säulen und Tempelfronten sind hierzulande immer peinlich.

  28. PS.: die "Blaue Lagune" liegt...
    PS.: die „Blaue Lagune“ liegt an der Wiener Peripherie, nahe einer Shopping City, und man kann dort viele verschiedene Modelle von Fertighäusern besichtigen

  29. @Brummel
    Ein Kubus bleibt ein...

    @Brummel
    Ein Kubus bleibt ein Kubus und die Gewalt in den Gebäuden offenbarte sich dann ja später auch im fröhlichem Metzeln von Menschen… die 30iger sind nun wirklich kein Vorbild… diese reaktionäre Periode europäischen schaffens… die kann man höchstens noch als Mahnmal stehen lassen.

  30. @Foersterliesel,...
    @Foersterliesel, Maedchenhandel, Prostitution, Bettlerausbeutung, Autoklau?

  31. "Man muss das tun, was man...
    „Man muss das tun, was man beim Auto als „rolling restaration“ bezeichnet.“
    .
    Ich weiß, daß ich jetzt OT gehe und noch dazu einen wunden Punkt anspreche: aber was macht eigentlich der -auch so schön grüne- Sonnenstrahl?
    .
    Ich hatte ja sehr gehofft, daß Sie und Ihr Restaurator mich eines besseren belehrten, als ich die Corniche erst für 2011 vorhersagte.

  32. Ersatzteilproblem wegen...
    Ersatzteilproblem wegen Zylinder Nummer 3.

  33. lieber Filou,
    und:...

    lieber Filou,
    und: Waffenhandel und organisierte Fasanjagden (mit Fasanen aus eigener Fasanerie, in denen sie dicht gehalten werden, was die Tiere so streßt, daß sie sich gegenseitig attackieren; deswegen werden ihnen die Schnäbel durchbohrt und mit Plastikdingern versehen…)

  34. Als ich immer noch Studentin...
    Als ich immer noch Studentin in London war, wohnten meine Eltern damals in einer Wohnung (gebaut im 19.Jht) in Wimpole Street (siehe Link unten). Eines Abends wurden die Eltern eingeladen, und ich hatte ein Rendezvous mit meinem damaligen Freund – er kam punktlich vorbei, wir sassen in der Wohnküche bis er sagte „Time to go, I’ve booked a table for dinner“. Als wir später zurückkamen, sah die Wohnküche wie ausgebombt – die Zimmerdecke war eingestürzt. Latten (thin strips of wood) und Verputz lagen überall.
    http://www.panoramio.com/photo/37814286

  35. Mithin, liebe Foersterliesel,...
    Mithin, liebe Foersterliesel, eine wahre Stuetze der Gesellschaft. Charmant.

  36. Die Amerikaner machen es...
    Die Amerikaner machen es richtig, mit ihren Einweghaeusern.
    Billige Leichtbauweise, sieht aber 20 Jahre lang manierlich aus, haelt zur Not nochmal 30 Jahre und danach kann man es mit gutem Gewissen vom Bulldozer flachwalzen lassen und wieder so ein Ding hinstellen.

  37. Hier wurde alles seit...
    Hier wurde alles seit Jahrhunderten aus roten Backsteinen gemauert, sogar die Kirchen – zur Wahl stünde höchstens die Farbe der Fensterrahmen. Gelegentlich nahm man Findlinge vom Acker für die Grundmauern. Putz und Stuck gelten als Geschmacksverirrung heimatloser Zugezogener.

  38. @Foersterliesel: die...
    @Foersterliesel: die Roma-Villen sind ja verblüffend. Ich finde, die sehen geradezu indisch aus mit ihren Stufendächern und Treppen.

    @DA (zuOttoE): So ist das wohl, ja. Egal was für ein Haus, man kommt nicht drumrum, sich mit der Wartung zu befassen. Beim einen früher, beim anderen später.

    @DA: hm, wenn man es schafft, die Originalteile nach Verschleiß wieder durch Teile in derselben Machart und demselben Material auszutauschen, weiß man halt wenigstens, was man hat bzw. was einem erwartet bzgl. Wartung und Pflege. Wenn man „aktuelles“ Material nimmt, nicht, das ist meist gerade mal 10 Jahre getestet und wie es sich mit der hergebrachten Substanz verträgt, garnicht. Und natürlich ist das Bauen ein weites Feld, was Unverträglichkeiten, Unwissen und Experimentierfreude angeht. – Bei unserem Haus haben sie die Spätjugendstilküchenfenster mit den minimen Rahmen ausgetauscht gegen solche mit „heutigen Wärmeschutzvorschriften entsprechenden“ dicken Gläsern und entsprechend dickeren Rahmen. Dabei haben sie aus 2 Fensterflügeln einen gemacht, und der ist natürlich zu groß und immer dann im Weg, wenn man die Speisekammertür aufmachen will. Ich könnt jedesmal den Schreikrampf und Tobsuchtsanfall kriegen deswegen. Ich verstehe ja, daß es nicht leicht ist, hergebrachte Maße und neue Fensterdicke zu integrieren, aber ich halte es nicht für unmöglich, wenn man da genug Hirnschmalz reinsteckt. Der Architekt hatte sich bei der Fensterflügelgröße was GEDACHT, und zwar was ganz richtiges: daß auch die geöffneten Fenster nie im Weg sind. Aber sowas ist Neubaubepfuschungstrampeln ja egal.

    @fionn: oha lätz. Das ist ja gerade noch mal gut gegangen. Mich beschleichen manchmal auch Bedenken, wenn der Kronleuchter wackelt und klirrt und der Holzboden mit dem schweren Metallschreibtisch drauf schwingt, weil die Nachbarschritte resonieren – ich hab zwar nur im Web Bilder von eingestürzten Holzbalkendecken gesehen, aber die waren böse.

  39. Danke für den Schluss! Ich...
    Danke für den Schluss! Ich war schon ganz nervös, weil ich nach dem „nicht gewinnen“ am Anfang so lange auf das Spielen warten musste. Aber warum nur Männer? Basteln und Malen ist auch was für Frauen.

  40. Nanuk@:Rechtschaffen nicht...
    Nanuk@:Rechtschaffen nicht über den Tellerrand schaun (wollen), die Metzelsuppe samt dem Kind im Bade ausschütten, von Ihnen könnte ich noch etliches lernen…
    Olbricht, Mendelsohn, Poelzig, Ernst May, Hugo Häring demnach alles reaktionäre Burschen, sauba sog I. Beneidenswert schlichtes Weltbild haben Sie.
    ..
    foersterliesel@: Hat das ev. entfernt mit dem Café Dehmel, Schiffchenversenken und ominöser (Atom-)Schrottladung samt Versicherungs-fraud und dem Suizid eines österr. Heeresgenerals vor ca. 25-30 Jahren zu tun?
    ..
    Diese Nachkommen von Haiphästos sind vielleicht vom Stamme Nimm?

  41. Sie sind mir langsam...
    Sie sind mir langsam unheimlich, Don Alphonso, immer am Puls der Leser, Kompliment!
    Hingegen Ihr Schoßhündchen, HansMeier555, das ist ja ein echt nerviger Dampfplauderer. Nun ja, sei’s drum.

  42. Weisser und buntgemalter Putz...
    Weisser und buntgemalter Putz ist wirklich typisch deutsch.
    Kann mich an den Farbschock erinnern, als ich nach längerem Aufenthalt in der französischen Provinz nach Deutschland zurückfuhr.
    Nach all den Naturstein- und Bröselfassaden glaubte ich niemals so was buntes gesehen zu haben wie den Marktplatz von Mühlhausen.

  43. @Hansmeier: auch. Aber wie der...
    @Hansmeier: auch. Aber wie der Herr Jarchow richtig erwähnt, gibt es auch die Backsteingegenden. Und überhaupt, die klassischen griechischen Tempel waren auch knallbunt!

  44. Perfekt!57@: Der Architekt ,...
    Perfekt!57@: Der Architekt , welcher momentan auf sich hält, macht Anleihen im
    math.-topologischen Formenarsenal, Torus, verwundener Kreis als Endlosschleife, Hyperparaboloide etc., es geistert viel glatte science-fiction in den Köpfen herum.
    So eine Art moderner Piranesiductus.
    Die hermetisch-gläsernen Erzeugnisse in Echtzeit aus den Designoffices kann doch in zwanzig Jahren auch niemand mehr sehen (wollen). Mir sind die Bauten von Wren, Schlüter, Fischer v. Erlach, Balthasar Neumann, Dientzenhofer, Gebr. Asam allemal noch lieber.
    Über Alberti und Palladio existieren zwei Aufsätze von mir im Net, allerdings nicht unter obigen Nickname.;-)
    ..
    HansMeier555@: Die „weiter oben angesiedelte Schicht“ in den USA beschäftigte so Leute wie Sullivan, F. Lloyd Wright, R. Neutra, Kahn, Rudolph etc. die Maßstäbe setzte.
    Diese Pappdeckel-Erzeugnisse in den USA mit Architektur in Zusammenhang sehen zu wollen-dazu gehört schon ein gewaltiges Stück geistiger Selbstzensur. Hoffentlich habe ich Sie mißverstanden.

  45. @Brummel, Dandy, nee, das war...
    @Brummel, Dandy, nee, das war der Procksch, Udo. Der Erfinder der vertikalen Beerdigung. Kein Witz. Gern gesehener Gast in deutsche Talksows.

  46. colorcraze@:Gottfried Semper...
    colorcraze@:Gottfried Semper (Semperoper Dresden) bestätigt Ihre These in zwei fulminanten Bänden „DerStil“

  47. ... nicht nur die Tempel, auch...
    … nicht nur die Tempel, auch die Statuen, wird behauptet.
    Schöne Klassik das, damals.

  48. Die Diskussion, wie man in...
    Die Diskussion, wie man in historischen Bauten für eine zeitgemässe Nutzung eingreifen darf und soll, ist, wie unser Gastgeber im aktuellen Eintrag betont, sehr vielschichtig. Und dies gilt bei Bauten ab etwa 1930 so beliebig rückwärts, wie diese die Geschichte überlebten.
    .
    Da die Moderne und Ihre Ideologie, der dialektische Materialismus, in ihrer gedanklichen Endlosschlaufe immer nur diffus nach Vorne schauten und schauen, hat man die historisichen Strukturen von Städten, sofern diese den WK2 überstanden, nachhaltig verschandelt und die gewachsene Substanz dezimiert. Auf dem Land tendenziell weniger, aber nicht weniger konsequent. Die meisten Hochschulen und ihre Lehrpläne begünstigen dies bis heute.
    .
    Ein Leuchtstern, wie Karljosef Schattner in Eichstätt, wurde viel gelobt, war als Katholik und im Dienst der katholischen Kirche jedoch nicht als Identifikationsfigur geeignet. Aber, da das geographische Zentrum dieses Blog’s ja nur einen Katzensprung entfernt ist: Arbeit und Ergebnis der 30 jährigen Arbeit des Baumeisters in und um Eichstätt ist der wichtigste Beitrag der Bundesrepublik zum internationalen Architekturdiskurs während der letzten 50 Jahre (meine Meinung).
    .
    Jede Restaurierung und jede Um- oder Neunutzung, bei denen es um subtile Erhaltungung von Material, Proportion und Würde des historsichen Artefakts ebenso geht, wie um den Einbau modernster Haustechnik (Lärm- und Wärmeschutz, Elektronik, Heizung, sanitäre Infrastruktur) in einer Formensprache der Gegenwart, verlangt auch Entscheidungen zur Farbe. Bei baulichen Prozessen, wie diese Schattner vorführte, ergaben sich diese, so scheint es, quasi von selbst.

  49. Meister des Handwerks, die...
    Meister des Handwerks, die etwas so Kluges wie Wahres sagen: “ …wer billig kauft, bezahlt zweimal!“, werden selten erhört. Vielmehr sind die meisten darauf erpicht, mit viel Geld sich selbst und andere abzuwerten. Das trifft sicher nicht nur auf die Billigheimer zu, die die Landschaften okkupieren. Blödheit mit System – im ganz großem Stil. Zu Weihnachten möchte ich einen Phaser (sind leichter zu bedienen als Photonentorpedos)haben! @Brummel, Dandy: Klar: einige Behausungen etwa von Ernst May oder Le Corbusier, Olbricht, Mendelsohn, Pelzig, Hugo Hering, Schlüter , Rem Kohlhaas und soweiter etcpp. verdienen mehr Aufmerksamkeit, horizontal und vertikal!

  50. Vroni, als "Nachtrag" zu D. ex...
    Vroni, als „Nachtrag“ zu D. ex M.: „Ich alter Nicht-Internetausdrucker Ich.“ Sie haben völlig Recht.

  51. Jetzt weiss ich, was ich dort...
    Jetzt weiss ich, was ich dort vergessen habe: Den Ausdruckknopf!

  52. Wenn ein Ausdruckknopf...
    Wenn ein Ausdruckknopf möglich wäre, lieber Don, wär das ein Gewinn.

  53. Er hätte zwar keine Funktion,...
    Er hätte zwar keine Funktion, wäre aber immerhin da.

  54. Aha, dies ginge nur als...
    Aha, dies ginge nur als Dekoration. Also, wie gehabt, das Geschreibsel sorgfältig vor dem Posting durchlesen.

  55. Wir könnten es auch als...
    Wir könnten es auch als Podcast machen, dann verstehen es sogar schreibunkundige Nerds und Web2.0ies. Aber will ich das?

  56. Lieber Brummel-Dandy,
    setzten...

    Lieber Brummel-Dandy,
    setzten diese Leute wirklich Masstäbe? Ich meine, nicht nur in den hübschen Bildbänden, sondern auch auf dem Markt?
    Meine These ist ja, dass das Bürgertum sowieso unfähig ist, bleibende Werte selbst hervorzubringen. Dann sollen sie auch konsequent sein und so bauen, dass man es leicht wieder abreissen kann. Meinetwegen auch ein neues Berliner Stadtschloss.

  57. Lieber Don, ich weiss jetzt...
    Lieber Don, ich weiss jetzt wirklich nicht, was Sie wollen. Sie sind der Chef. Machen Sie, bitte.

  58. „Die Shaker erkannten sehr...
    „Die Shaker erkannten sehr wohl, dass ihre Lebensweise nicht jedermanns Sache war, und konnten über die von Außenstehenden geäußerte Besorgnis nur lächeln, dass eines Tages „die ganze Welt zum Glauben der Shaker konvertieren“ könnte (und damit das Aussterben der Menschheit besiegelt wäre).“ Sprigg/Rocheleau: Shaker-Architektur, Seite 73.
    „Es gab Männer und Frauen, die sich verliebten und gemeinsam davonzogen – …“

  59. shaker-boxes und Möbel, sehr...
    shaker-boxes und Möbel, sehr schön! auch shaker brooms, so elegant können Besen sein http://broomsandboxes.com/index.html

  60. lieber Beau Brummel, das war...
    lieber Beau Brummel, das war Udo Proksch http://www.udoproksch.at/ , aber die Torten ibeim Demel waren hervorragend

  61. Ich war ein einziges Mal in...
    Ich war ein einziges Mal in der kleinen dummen Stadt als Zwischenstation einer längeren Fahrt und hatte Gelegenheit, weil ich kein ordentliches Mittagessen bekam und daher nach einer DönerBude suchte, diese Puppenstubenstadt zu besichtigen, die in ihrer farblichen Pracht von der Disney-Company konzipiert schien und so herrliche Sachen enthielt, wie eine quietschgelbe Post und als Demonstrationsobjekt für den Niedergang der Architektur zwei nebeneinanderstehende Rathäuser, das modernere ein häßlicher Kasten aus den 50ern, das alte eine Art Bürgerschlösschen, in dem vormals der dickleibige Bürgermeister mit Weste und goldener Uhrkette residierte. Ich habe auch die aufs Prächtigste herausgeputzte Jesuitenbibliothek gesehen, noch einen Kaffee getrunken und bin dann wieder auf die Autobahn geflohen. – Wahrlich eine niedliche Stadt…
    .
    Vor zehn Jahren habe ich mal in Goethes Gartenhaus im Weimarer Ilmpark Möbel vermessen und gezeichnet. Das ging mehr oder minder nur auf dem Fußboden während der Öffnungszeiten. Daher wälzte sich ein endloser Besucherstrom über mich und meine Aufzeichnungen und ich hatte Gelegenheit, an der Ergriffenheit der Deutschen angesichts dieser einfachen Wohnung des deutschesten aller deutschen Dichter teilzunehmen. In einem solchen Haus wohnen, davon träumten die Besucher und sahen sich um in den grün getrichenen Räumen, ohne das Fehlen einer Toilette, eines Wasseranschlusses oder einer gediegenen Heizung zu bemerken. Es gab einen Kanonenofen und einen schlecht heizenden Kamin, für die Notdurft war das Nachtgeschirr oder ein Holzverschlag am Misthaufen – denn über Pferde verfügte Goethe – es gab wohl auch irgendeine Magd, die ihm etwas zusammenkochte.
    Dieses graue schmucklose Haus, das Goethe auch noch behielt, als er seine wesentlich größere und komfortablere Wohnung am Frauenplan nahm, wäre, wenn Goethe darin nicht in seiner ersten Weimarer Zeit gelebt hätte, längst abgerissen worden. So aber wurde es bald nach Goethes Tod zum Wallfahrtsort für die Verehrer des deutschesten aller deutschen Dichter. Die unglückseeligen Museumskustoden haben später vielfach das Interieur neu gruppiert und drapiert und mit frei hinzugefügten zeitgenössischen Haushaltsgegenständen zu einer netten Puppenstube gemacht, an der sich die Besucher erfreuen konnten. In den letzten Jahren des DDR-Regimes wurde dann wieder ein Großreinemachen veranstaltet und es blieben nur ein paar Möbel übrig, von denen belegt ist, daß sie dem Hausherrn einst gehört hatten. Wie es bei Goethen wirklich ausgesehen hatte, weiß so genau eigentlich niemand.
    .
    Interessant ist noch, daß Goethes Gartenhaus im Dritten Reich durch den Architekten Paul Schmitthenner, der von Adolf Hitler in die „Gottbegnadetenliste der wichtigsten Architekten“ aufgenommen worden war, zum Prototypen des deutschen Wohnhauses erklärt wurde. Es ging da um das Kastenförmige, das
    steile Walmdach, die Anordnung von Fenstern und Türen. Und natürlich war der deutsche Putz weiß bis gelblich, ins bräunliche gehend vielleicht, so der Verputz
    mit dem lokal vorkommendem Ocker dahin tendierte. Das Gelb von Ingolstadts Postgebäude hätte der Herr Schmitthenner nie erlaubt, der übrigens trotz der Wertschätzung durch den Führer die üblichen Überprüfungen unbelastet überstand und für seine Verdienste später das große Bundesverdienstkreuz mit Stern erhielt. – Ihm zum Trotz wollen wir getrost unsere durch den Zweiten Weltkrieg zerstörten deutschen Städte mit Pink, Quietschgelb und anderen Tönen der Teerfarbenpalette vollends zugrunde richten. Hauptsache, es gefällt denen, dies in Auftrag geben.

  62. Das ist der richtige Link,...
    Das ist der richtige Link, hoffe ich…

  63. ... HansMeier555 (18.01) hat...
    … HansMeier555 (18.01) hat leider zum groessten Teil Recht: die Haeuser hierzulande sind meist ’stick and stucco‘, da billig und leicht zu fertigen. Ich hab (bis dato) an der Gestehung von dreien mitgewirkt. — ABER, es geht auch anders !! — Unser Haus, Bj. ’47, hat hohle, doppelt ausgefuehrte, Ziegelstein Aussenwaende, die Innenwaende bestehen zwar aus besagtem Holzstaendergeruest mit Streckmetallauflage, sind aber von Hand verputzt und alle Deckenecken sind sorgfaeltig, d.h. uebergangslos, zur Wand hin gerundet, das erzeugt einen echt laessigen Raumeindruck. — Die aeussere Suedwand leuchtet in ‚teapot green‘ in den Garten hinein, die nach Osten gerichtete Wand des (=meines) Gaestehauses begruesst die Sonne mit einem ebensolchem Gelb, die Rahmen (der von mir fast ueberall eingebauten Doppel~/Isolierglas~) Fenster zeigen sich in ‚Periwinkle‘, genau wie die umlaufenden faciaboards. Der Laubengang vom Carport zum Haupthaus, welchen ich aus ueberzaehligen Dachlatten konstruierte, wechselt weisse und eben quasi-lila farbene ab und traegt erheblich zur Beschattung (=KUEHLUNG !!) des Gaestehauses bei. Heute vollendete ich eine aehnliche Beschattungsanlage vor dem Kuechenfenster (jenes vorletzte Woche als Panoramafenster eingebaut), natuerlich auch in weiss-fliederner Dachlattenkonstruktion…
    Den Rest des Hauses hab ich mit Dryvit ‚in weiss‘ verputzt, was anderes macht auch keinen Sinn, da die Sonne ALLES andere schonungslos ausbleicht. Genau deswegen streichen die auf Menorka und anderwo jedes Jahr (mind.) ein Mal mit Kalk. Das hat mit zeitgleich einhergehender ’spiritueller Reinigung‘ ungefaehr genausoviel zu tun wie eine Shimano-Schaltung mit Zwetschgen-datschi.
    Ab naechster Woche kann ich auch wieder ae, ue, oe im Original, denn dann gucke ich in Landshut bei der Familie und den bunten Haeusern vorbei….
    ….achja: als ich das letzte Mal in Holland war, hatten die voll die bunten Geldsteine, die konnte man prima auch aus Klinkerhaeusern werfen, weil da waren keine Gardinen davor !!
    /
    ;~)

  64. "Backsteine" gibt es nicht....
    „Backsteine“ gibt es nicht. Weiß jeder Maurer.

  65. Als junges Mädchen in London...
    Als junges Mädchen in London lernte ich Klavier, und später insbesonders Early Keyboard Music (Scarlatti, Frescobaldi usw): meine Mutter hat mir ein Square Piano geschenkt, mit 5-1/2 Oktaven, gebaut ca. 1790 im Atelier George Astor, Cornhill, London. Der jungere Bruder Johann Jakob Astor verliess D-Walldorf und hat bei George Astor in London gearbeitet. Erst ein paar Jahre später wanderte er nach New York aus. Sein Lebenslauf ist äusserst interessant (ergoogeln).
    Solche Klaviere sind immer noch relativ günstig zu haben: als Antiquitäten sind sie viel weniger gefragt als Möbel usw.
    http://www.kbbantiquepianos.com/georgeastor.html

  66. Don (17.03 Uhr), der Lunkewitz...
    Don (17.03 Uhr), der Lunkewitz hat noch weitaus schlimmere Bunker in seinem Frankfurter Portfolio. In einem davon habe ich mal gewohnt. Innen alles ordentlich, aber die Fassade ist ein Schandfleck auf der Schweizer Straße. Noch dazu wurde regelmäßig bei den dort stattfindenden Volksfesten nachts in die Garageneinfahrt gep….
    Ich beneide Sie um die Puppenstubenhaftigkeit Ihres Städtchens (manchmal). Aber Freipinkler gibt es ja bei Ihnen auch, wie ich gelesen habe. Ich hoffe die neue Farbe hälts aus.

  67. specialmarke hat vollkommen...
    specialmarke hat vollkommen recht: wo in deutschland gab es jemals grellgelbe, signalorange, neongrüne oder weinrote putzfassaden? die farbe des putzes ergab sich aus der kombination der regional gewonnenen materialien. maximal vorstellbar waren vereinzelt weiß gekalkte fassaden. es ist kein wunder, daß in der heutigen allein fassadenfarblichen reizüberflutung keine geistigen und technischen höchstleistungen mehr zu erwarten sind.

    und natürlich müssen häuser IMMER wie neu aussehen. alles glatt, keine risse, keine fehlstellen im putz, bloß keine patina, bloß kein charakter. entweder ist das zwanghaft oder es ist angst vor dem verfall. oder beides. deshalb sehen die städte inzwischen auch aus wie in die jahre gekommene narzißten, die ihr alter durch schreiende kleidung, auffällige frisuren und schminke sowie christbaumartigen schmuckbehang zu kaschieren versuchen. von denen sie wahrscheinlich auch bewohnt werden.

    das wabi (oder auch wabi sabi) der japaner begegnet diesem zwang, stets alles in neuwertigem zustand erhalten zu MÜSSEN, dadurch, daß bereits von vornherein mängelbehaftete und bereits mit patina versehene materialien verwendet werden, um sicher einerseits die überhöhung unversehrter gebrauchsgegenstände zu mindern, andererseits scheint da auch eine natürliche und vernünftige faulheit vorzuherrschen: auf die pflege neuer, makelloser gegenstände wird mehr aufmerksamkeit verwendet als auf solche mit gebrauchsspuren und abnutzungserscheinungen.

    die neuen, ‚leicht zu reinigenden‘, industrieell gefertigten oberflächen sehen nur gut aus, wenn sie ständig mit den vorgeschriebenen reinigungsmitteln gepflegt oder und am besten garnicht benutzt werden. sobald die ersten, jedoch unausweichlichen, spuren von abnutzung auftreten, werden sie unansehnlich, sehen schäbig aus und müssen in einem ‚ordentlichen haushalt‘ ausgetauscht werden. so haben wir zwar durch technik zeit gewonnen, die jedoch durch den reinigungsaufwand wieder aufgefressen wird. ganz zu schweigen vom höheren anschaffungspreis, der anderweitig erarbeitet werden muß.

    alle technik und alle erfindungen können die wirkungen des 2. (alles geht vom höheren zum niederen) und 1. hauptsatzes der thermodynamik (zur erreichung oder erhaltung eines höheren zustandes ist arbeit erforderlich) nicht außer kraft setzen. wir können zwanghaft dagegen angehen – das kostet kraft, sieht idiotisch bunt aus, beflügelt die industrie zu immer neuen und kranken erfindungen und sorgt für beschäftigung. oder wir akzeptieren die vergänglichkeit, erfreuen uns an den erscheinungen des alterns, die dem material über die zeit stets neuen ausdruck verleihen und genießen unsere gegenwart, indem wir ihrem ohnehin unausweichlichen rhythmus folgen.

  68. @Don Alphonso & Fionn:...
    @Don Alphonso & Fionn:
    .
    Manchmal können Sprayer doch auch nützlich sein. Wenn man einige dieser „Künstler“ mal auf die HafenCity loslassen würde, könnten die da eventuell noch etwas machen. Alles wäre dort besser als der Ist-Zustand.

  69. Ein bißchen Teerfarben-Lyrik...
    Ein bißchen Teerfarben-Lyrik gefällig?
    .
    Heliogengrün, Indanthrenblau,
    Irgazingelb, Hostapermrot,
    Isoindolorange, Cinquasia-Kastanienbraun,
    Dioxazinviolett.
    .
    Gubbiorot und Alizarinkrapp,
    Brillantgelb, Permanentgelb, Studiogelb,
    Quindorosa und Heliogenblau,
    Palliogenmaron und Paliotolorange,
    .
    dazu immer Titanweiß, Titanweiß, Titanweiß…

  70. Ja, dunklen Klinker finde ich...
    Ja, dunklen Klinker finde ich auch schön, zeitlos, und er macht Fassenpflege einfach. Holland und England. Das ist dann wohl die Weisheit des Bürgertums. Aus der Not (dem Fehlen von Natursteinen) eine Tugend gemacht.
    Ja doch, das geht, auch mit Efeu und patinatauglich.
    Aber es ist auf die Dauer auch irgendwie sehr langweilig. Zu perfekt eben. Seit 300 Jahren unverändert. Wie kann sich der Hauskäufer da noch verwirklichen? Rasenpflege?

  71. Naja, Klinker ist ja fast...
    Naja, Klinker ist ja fast alles, nur die wenigsten Häuser sind aus echten Steinen errichtet. Normalerweise ist der Übergang vom Holz(fachwerk)haus zum Haus aus Backstein fliessend, ausserdem hat Backstein auch noch etliche andere Vorteile: Er ist auch für eher ungelernte Handwerker zu verwenden, was bei Bruchstein ein Problem ist.

  72. @ anderl: Das sagen Sie mal...
    @ anderl: Das sagen Sie mal den Kunsthistorikern. Die reden sogar von der „norddeutschen Backsteingotik“ …

  73. Sehr, sehr cool welch...
    Sehr, sehr cool welch zusammhangloses Gesabbel in meiner geliebten faz so moeglich ist (round robin ueber alle Kommentare hier) – machen Sie weiter so, und: HansMeier555, da geht doch noch was, oder?

  74. Don Masterfood, es ist Ihnen...
    Don Masterfood, es ist Ihnen gern überlassen, das Niveau zu heben.

  75. <p>Es gibt, das sei hier zu...
    Es gibt, das sei hier zu Backsteinen vermerkt, auch einen Unterschied zwischen Backstein und Klinker: Klinker ist so heiss gebrannt, dass das Material versintert, und dazu ist das Ausgangsmaterial mit Schamott auch ein anderes. Backstein wird nur so weit gebrannt, dass sich die Magerungsmaterialien auflösen und das Wasser verdampft. Backstein nimmt Wasserr auf und wird deshalb normalerweise verputzt, Klinker ist wasserresistent.
    .
    Und: Backstein ist schön rot. Klinker ist eher scheusslich violett.

  76. @Don Alphonso
    es scheint...

    @Don Alphonso
    es scheint wirklich schwierig zu sein neben Ihnen recht zur Geltung zu kommen.
    Arme Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia, gerade mal eine handvoll Einträge.

  77. tiberiat, ich habe da ja ein...
    tiberiat, ich habe da ja ein Auge drauf, und es läuft doch sehr gut. Man darf es nur nicht in Beziehung zu den Stützen setzen, die sind seit über einem Jahr eingefahren. Vergleichsmaterial bieten eher die anderen FAZ-Blogs. Und da läuft es prima.

  78. Mein Chef will hier nix...
    Mein Chef will hier nix verbessern, wenn der Kuchenteig gammelig ist nuetzt es nichts weitere Rosinen hineinzustecken – aber wir denken, die faz haelt das aus.

  79. Es hat sich jedenfalls noch...
    Es hat sich jedenfalls noch keiner allzu offen mit echtem Namen beschwert, und würde er es tun, sollter er mal zeigen, ob er es besser kann.

  80. Ach, never mind with the...
    Ach, never mind with the Procter And Gamble Family, es geht doch gar nicht ums „besser machen“, bloggen Sie hier mal ruhig weiter, stoert ja keinen, und wie gesagt, die FAZ haelts aus, ab und an eine Blaehung, ja nun.

  81. Ich finde es vor allem der...
    Ich finde es vor allem der Qualität abträglich, wenn hier Leute unter drei verschiedenen Namen kommentieren. Die fliegen dann aber auch raus.

  82. Tiberiat: aller Anfang ist...
    Tiberiat: aller Anfang ist schwer und mühsam – wollte ich mich mit DA vergleichen, wäre das nicht gut für mein Gemüt. Der ist – wissen wir doch alle – eine Liga für sich.

  83. @DA: da Sie Bruchstein...
    @DA: da Sie Bruchstein erwähnen. Ganz Menorca ist parzelliert mit Trockenmauern, mit wandern oder spazierengehen ist da nichts. Und das ist wohl schon seit ca. 10.000 Jahren so. Die Trockenmauern aufzuschichten (dabei wird kein Mörtel verwenedet), daß sie halten, ist eine Kunst für sich. An den neuen Touristenburgen sieht man öfters die Schnellpfuschversion von Trockenmauer, erkennbar an einer oft weißgestrichenen Mörtelkrone, die das ganze zusammenklebt. Diese sind weniger sorgfältig aufgeschichtet und krachen wenn dann in größeren Stücken zusammen, wohingegen die nach herkömmlicher Art langsam und mit viel Überlegung im Steinaussuchen aufgeschichteten allenfalls oben ein Stückchen abbröseln, und durch erneutes Aufschichten wieder repariert werden können. Solche Trockenmauern gibt es auch in Dalmatien, wahrscheinlich ist das eine ganz alte Art, die wenige vorhandene Erde vor Austrocknung zu schützen und Erosion zu verhindern. – Ich nehme an, bei Bruchsteinmauern wird man ähnlich verfahren wie bei Trockenmauern.

  84. @DA: Sie haben es in der Hand,...
    @DA: Sie haben es in der Hand, das Trollgejaule abzustellen. Es ist ja hier nicht Usenet.

  85. Colorcraze, das gibt es auch...
    Colorcraze, das gibt es auch im Altmühltal und ist ganz grosse Kunst – diese Häuser sind wirklich für die Ewigkeit gebaut. Es ist vermutlich eine Frage der MKöglichkeiten: wenn die Steine ohnehin überall herumliegen, und man zum Brennen auch noch Holz schlagen müsste, und damit die Hänge erodieren, ist es nur logisch, Bruchsteone zu nehmen und den Umgang zu perfektionieren. Nur wäre es heute fast unbezahlbar.

  86. colorcraze, schon geschehen....
    colorcraze, schon geschehen.

  87. Hmm, ich finds bei...
    Hmm, ich finds bei Restaurierungen auch immer schwer den richtigen Grad zwischen weißem Einheitsbrei und Disneyland-Look zu finden…
    aber im Zweifelsfall ist mir bunt lieber, z.B. wie in Telc:
    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/40/Telc109.jpg
    hat so was von Puppenstübchen, mir gefällts jedenfalls.
    Das ach so idyllische Trastevere hat hingegen für meinen Geschmack schon zu viel Patina:
    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/46/Roma-piazza_santa_maria_in_trastevere.jpg

  88. fionn, das sind üble...
    fionn, das sind üble Erlebnisse – London wurde in aller Regel schnell und billig errichtet, teilweise wurden ganze Blöcke hochgezogen, das hatte alles nichts mehr mit der Bauqualität zu tun, die man andernorts noch lange hichgehalten hat. Das Wohnhaus als reines Investitionsgut kommt auch aus dem London des 17. Jahrhunderts, wenn ich recht informiert bin

  89. Schon im alten Rom gab es zu...
    Schon im alten Rom gab es zu hohe insulae, unbeachtete Brandschutzvorschriften und Korruption – was hat sich geändert?

  90. In Rom? Nein. Es ist eher...
    In Rom? Nein. Es ist eher schlimmer geworden.

  91. unellen, das ist eben Italien....
    unellen, das ist eben Italien. Und dort ist es nun mal üblich, das Haus aussen sehr lange bröckeln zu lassen, weil es nichts ausmacht, beim dortigen Klima. Ich finde Trastevere gerade richtig, immer schön unterschiedliiche Stufen des Zerfalls.

  92. @Don Alphonso
    Ich hatte übers...

    @Don Alphonso
    Ich hatte übers Wochenende das Vergnügen eine Dokumentaion (ARTE) über Barbara Klemm zu sehen. Wahrscheinlich ist sie Ihnen persöhnlich bekannt. Photografierte alles monochrom, mit außergewöhnlichem Blick fürs Alltägliche.
    Nur an Ihre Tortenbilder, da reicht/e sie nicht ran.

  93. "Conversation" zwischen zwei...
    „Conversation“ zwischen zwei Sprayers in einer Schweizer Kleinstadt in der Zentralschweiz während einem „Downturn“ in der Wirtschaft. Auf dem Regierungsgebäude hat Sprayer Nr 1 „Zukünftsangst? Was tun?“ in schwarz gesprayt. Am nächsten Tag sah ich die Antwort (in weiss) von Sprayer Nr 2 – „Arbeiten!“.
    @ DA 12.13h. Wahrscheinlich haben Sie recht. Schon im 19.Jht gab’s „jerry-builders“.

  94. Äh...Trastevere? Bröckeln?...
    Äh…Trastevere? Bröckeln?

  95. Schon ziemlich, ich war...
    Schon ziemlich, ich war letztes jahr ja lange dort.
    .
    fionn, haben Sie für die keine Abgründe an der Stelle, wo wir die Donau haben?
    .
    Es waren schon immer zu viele Menschen in London, und beim schnellen Aufbau nach dem grossen Brand von 1666 kam es ja auch schon zu Schludrigkeiten aller Art, weil es nicht schnell genug gehen konnte.

  96. tiberiat, ich kann gerne noch...
    tiberiat, ich kann gerne noch eine Tarte nachreichen, Torte passt gerade nicht zu meinen Sportambitionen.

  97. @ DA. 14.12h Ich verstehe...
    @ DA. 14.12h Ich verstehe den Satz „haben Sie ….Abgründe an der Stelle, wo wir die Donau haben?“ nicht ganz.
    Re London, ich habe von einem „unteriridischen Fluss“ sowie von „sumpfigem Boden“ gehört.

  98. Wie oben angemerkt, werden in...
    Wie oben angemerkt, werden in meiner Heimat die Sprayer in Donauwasser aufgelöst. Sagt man. Wir haben jedenfalls keine mehr.

  99. tiberiat, danke für die...
    tiberiat, danke für die schöne Beobachtung, dass das Totenphoto bei Barbara Klemm völlig unterentwickelt ist. Man fragt sich, wie das FAZ-Feuilleton während der letzten Jahrzehnte bei diesem Zuckermangel überleben konnte. Vielleicht liegt hier das Erfolgsgeheimnis von Don’s Blog: Endlich Torte in der FAZ.

  100. ohjee, es muss Tortenphoto...
    ohjee, es muss Tortenphoto nicht Totenphoto bei Barbara Klemm heissen.

  101. @Rosinante
    was ist schon ein...

    @Rosinante
    was ist schon ein verlorenes „r“ gegen diese wunderbare Frau und ihre Kunst.
    .
    Freuen wir uns auf das nächste Photo von DA, Tarte für alle!

  102. @D.A. (16:05): Das liegt an...
    @D.A. (16:05): Das liegt an der regionalen Kleingeisterei, die bei der Jugend jede Kreativität erstickt. Wahrscheinlich flieht man nach München oder Berlin… Außerdem, bei diesen papageienbunten Fassaden kann man sich als Sprayer ja nicht mehr richtig bemerkbar machen.
    .
    In meiner dummen kleinen Stadt im Oberfränkischen haben sie einen neuen Busbahnhof gebaut, in edelstem grauen Gußbeton, eine Einöde sondergleichen.
    Das scheinen die Erbauer schon im Planungsstadium begriffen zu haben. Also wurde eine monströse Videoüberwachungsanlage mit Direktleitung zur Polizei konzipiert, um mögliche Sprayer gegebenfalls auf frischer Tat zu ertappen. Die Sprayer, die es gegenwärtig auch hier kaum gibt, waren tatsächlich der Grund, nicht allgemeine Sicherheitskonzepte. Man hätte den Busbahnhof ja ganz einfach freundlicher gestalten können, aber wahrscheinlich fürchtete man, daß sich dann dort nicht nur Fahrgäste, sondern auch ein paar Penner wohlfühlen könnten. – Dem Sprayer, der dort tätig werden möchte, würde ich mit einigem Vergnügen die Farbe spendieren…

  103. Müsste mal wieder ein richtig...
    Müsste mal wieder ein richtig guter Blogbeitrag kommen.

  104. "Dann sollen sie auch...
    „Dann sollen sie auch konsequent sein und so bauen, dass man es leicht wieder abreissen kann. Meinetwegen auch ein neues Berliner Stadtschloss.“
    .
    ätschbätsch.
    ,
    Hiermit behaupte ich fest und feierlich mein Urheberrecht auf die
    (Vohang auf. Tusch.) Berlinäähr Kulissenmlööösung:
    .
    Stahlgerüst, mit Stoff bespannt (in Mitte umd Prenzelberg Hanfgewebe mit Biosiegel, Kreuzberg Baumwolle, naturbelassen, anderswo Trevira oder Dederon, je nachdem Berlin-West oder Hauptstadt der DDR) , grell angemalt oder auch nicht und fertig ist die Reichshauptstadt.
    Fürst Potkemkin liess seine Dörfer in Holz bauen, das ist Geschichte. Jetzt kommt die Berliner Kulisse (c), sieht erst gut aus, hält dann nicht lange, ist aber spottbillig in der Anschaffung, dabei pflegeleicht.
    Arm aber sexy, wie dieser verwegene Menschenschlag zu sagen pflegt.
    .
    Achten Sie die Kulissenlösung nicht gering, sie hat eine grosse Zukunft vor sich.

  105. @Kunstrat Fraischdörfer: Sie...
    @Kunstrat Fraischdörfer: Sie werden ganz schön dumm gucken, was dieser Mist kosten wird…

  106. Ich denke, werter tiberiat,...
    Ich denke, werter tiberiat, Barbara Klemm würde bei der Lektüre lustvoll schmunzeln. Ihre Wertschätzung teile ich vollauf.

  107. Kunstrat Fraischdörfer, die...
    Kunstrat Fraischdörfer, die Kulissenlösung hat ihre beste Zeit hinter sich. Ja was meinen Sie denn, was in Mitte die letzten Jahre so rumstand? Seit in den frühen 90ern eine französische Kunststudentin auf einen Gerüstbauer traf und die Idee, Baugerüste mit gemalten Fassadenbildern zu behängen, Anklang fand, wurden hier schon X Gebäude auf diese Weise simuliert. Inzwischen hängts einem, wie auch die Großplakate auf Baugerüsten, zum Hals raus. Man wills nicht mehr sehen. Man will endlich mal wieder schlicht Gebäude und etwas Ruhe.
    @specialmarke: ich bin da ganz bei Ihnen, manche extratristen Umgebungen machen einfach spraywütig.
    @DA: An dem Trastevere-Bild sieht man schön, wie sich die althergebrachte Farbe verändert. Ich finde das auch gerade richtig in der Mischung. Verfall sieht anders aus. – Gibt es denn im Altmühltal noch jemanden, der das Aufschichten von Bruchsteinen beherrscht und ausübt?

  108. @Don Carlos: Leuchtendes Gelb...
    @Don Carlos: Leuchtendes Gelb als Fassadenfarbe hat in München eine gewisse Verbreitung. Das wurde natürlich aus Italien übernommen. Die Theatinerkirche ist das deutlichste Zeichen.

  109. Ach der arme kniaz Potjomkin,...
    Ach der arme kniaz Potjomkin, immer muss er da als schlechtes Beispiel herhalten. Dabei waren das haltlose Verleumdungen seiner Neider am Hofe der Katharina. Tatsächlich war er im Süden als Generalgouverneur so erfolgreich, dass er für die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation auf der Krim auch von den Krimtartaren den Ehrentitel „Tawrischeski“ ( „Der Taurier“) bekam.
    Es gibt auch wiss. Literatur dazu:
    Isabel de Madariaga: Russia in the Age of Catharina the Great. London 1981.
    Claus Scharf (Hrsg.): Katharina II., Russland und Europa. Beiträge zur internationalen Forschung. Mainz 2001
    Also nichts mit Kulissen, sowohl seine militärischen als auch seine wirtschaftlichen Erfolge hat er reell errungen. Dass er sich dabei bereicherte, ist dem Verfahren der vom Don gern erwähnten früheren Steuerpächter ja gar nicht so unähnlich.

  110. 30.12.1989. letzter termin zur...
    30.12.1989. letzter termin zur abholung des ‚begrüßungsgeldes‘. ‚komm doch mit. wenn die so doof sind und dir hundert mark schenken wollen, hol sie dir ab, dann fahren wir zurück.‘ verlassen der grauen sowjetzone bei morgendlicher dunkelheit. tittenglatte straßen mit blendend reflektierenden mittel- und seitenstreifen. grellste verkehrszeichen. der straßenverlauf zwanzig kilometer weit erkennbar. wo bleibt der kick einer richtungsänderung im straßenverlauf hinter einem anstieg? dann die einfahrt in einen ort im harz. fachwerkhäuser mit panoramafenstern und statisch undenkbaren schaufensterdimensionen. dazwischen siebzigerjahresuperstmärkte. in der kalten morgendämmerung eine geleckte fußgängerZONE. alles neu. sprossenlose, ungeteilte fenster. neue dächer. weiße fassaden, braunes fachwerk. dann gibt ein weit geöffnetes tor den blick in den geräumigen hof hinter einer prachtfassade frei: grau. bröckelnder putz. instandsetzungsbedürftiges dach. hoftüren aus holz, das so geschwunden ist, daß es wirkt wie eine gittertür. stroh hängt aus einer halb aus den angeln hängenden luke unter dem dach. ein misthaufen, eine gosse quer über den hof, rostige werkzeuge am fachwerk der nebengebäude aufgehängt. ’shit, du hast dich verfahren! wir sind in polen gelandet!‘, ‚aber goil, die haben deutsche straßennamen…‘

  111. Barbara Klemm. Große...
    Barbara Klemm. Große Photographin. Sie hat das Leben gezeigt, das Leben, das Frankfurt am Main etwas interessanter machte als das in den Oberzentren am Donauoberlauf.

  112. Dass es nicht so spannend ist...
    Dass es nicht so spannend ist (oder sich nicht so spannend verkauft, ich fand Frankfurt ja immer noch öder als meine Heimat), ändert nichts daran, dass es so ist, wie es ist.

  113. Werter Don, sehr schön:...
    Werter Don, sehr schön: <<<... wenn das Haus fertig ist, stellt sich heraus, dass das eingemauerte Fallrohr von 1890 durchgerostet ist...ist doch lecker...<<< . ... und dann kommt neben den Denkmalfritzen mancherorts noch der Tag des Denkmals . Aufsperren für die interessierte Öffentlichkeit ... das würde der Italiener nie zulassen. Der Italiener lässt es aussen verfallen und übt sich drinnen im Prunk.

  114. „Die städtischen...
    „Die städtischen ArbeiterInnenquartiere waren immer noch von einer unglaublichen Dichte geprägt, die hygienische Situation war schlecht, und in den Augen der bürgerlichen Klasse herrschten dort Unmoral und sexuelle Promiskuität. In den 20er Jahren begann ein großer Angriff auf die proletarischen Lebensformen. Sie begannen mit dem Neuen Bauen, dass noch heute von vielen StadtplanerInnen und ArchitektInnen als sozialreformerisches Vorbild betrachtet wird, wurde von den NationalsozialistInnen mit der Sanierung von Altstadtquartieren vorgesetzt und endet in den Großsiedlungen der Bundesrepublik und DDR. (Mümken, J. „Wohnhaft“, 1998)

  115. ...der gute Potemkin ist ja...
    …der gute Potemkin ist ja nach wie vor mein groesstes Vorbild als ehem. & selbst. ‚Kulissenbauer‘ fuer die deut. Filmindustrie. Seine Doerfer erinnern an das was die Deutschen (und deren Gegner) in WW II an Attrappen aufgebaut hatten um die jew. gegn. Luftaufklaerung zu verwirren. Das gelingt heutzutage nur noch dem Iran durch ‚echte‘ Massivbauten.
    /
    Wenn mich mein Gedaechtnis nicht truegt, findet sich in Landshut der hoechste Backsteinturm der Welt in Form der Martinskirche; den sollte man aber besser nicht verputzen.
    /
    ;~)

  116. Die Fassadenkulissen Pappe gab...
    Die Fassadenkulissen Pappe gab es in der DDR, immer wenn Parade war (1.Mai, 7. Oktober), und ein Foto geschossen werden sollte.
    Ansonsten gab es die lackierten Fassaden an der „Protokollstrecke“ Greifswalder Strasse, die von Mitte nach Wandlitz führte.

  117. @ Köstlich
    das fasziniert...

    @ Köstlich
    das fasziniert mich auch in lissabon – außen heruntergekommen (wobei sich derselbe zustand unverändert hält – vielleicht soll es nur heruntergekommen wirken), innen dieser reichtum. der gegenentwurf zu unserem baumarktcharme außen und der ödnis innen.
    @ Plakatgucker
    die proletarischen lebensformen sind aber wieder groß im kommen. inklusive massenquartieren, eigentumsdelikten, katastrophalen hygienischen zuständen und müllentsorgung im wald.

  118. @ferrie<(y!?)..phase..; sind...
    @ferrie< (y!?)..phase..; sind die noch modern?..wer hat ihn noch schwerpkt.-mässig benutzt?..>tonumkehr ….roxy..m.?
    Ist es nicht möglich, mit einem normalen Comp.-programm den Effekt zu erzielen?
    …und dann zu Weihnachten was vernünftiges wünschen.

  119. ....man fuehre sich u.a. ...
    ….man fuehre sich u.a. http://www.faz.net/s/RubCCB49507459C498F8E6FA9E990486D14/Doc~E4BB7D0564C944372A8FA8FE7C46E6816~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    vor Augen, da wird in so manchem Sozialgefuege Einiges klarer.
    /
    @ di: Ich wuensche mir „mehr Geduld/Verstaendnis fuer ALLE“ zu Weihn8ten.

  120. Da ist noch lang hin, und...
    Da ist noch lang hin, und generell bin ich da auch eher pessimistisch – wegbrechende Moralsysteme sind nicht besonders hilfreich.

  121. @bloggoergosum
    Schon wieder...

    @bloggoergosum
    Schon wieder Prof. Helbig. Vielleicht sollten manche Journalisten der FAZ erst mal
    dessen Veröffentlichungen lesen..
    Dazu Spin-Glas-theorien auf Transportsysteme anzuwendne ist nicht deshalb richtig, weil es bei Spin-Gläsern funktioniert hat.
    Wie hat einmal jemand in dieser Fachvereinigung der DPG gesagt, wenn uns gar nichts mehr einfällt, dann holen wir nochmal die Supraleitung hervor, aber ein zweites mal glauben Sie uns das alles nicht…

  122. Aha? Wo genau liegt da das...
    Aha? Wo genau liegt da das Problem (ich frage, weil es mich interessiert)?

  123. ...aber gerade deshalb nicht...
    …aber gerade deshalb nicht zwingend ausser Mode !
    /
    …wie heisst es so schoen: ‚Die Hoffnung stirbt zuletzt‘
    /
    ….ich erinnere in der kleinen dummen Stadt an der Donau, welche Ihr Euer ‚zuhause‘ nennt, die Hoffnung gehabt zu haben am sog. ‚Wasseruebungsplatz‘ die mit ca. 35km/h dahinfluechtende Schoenheit durch den Einsatz von sieben hart kaempfenden Soldaten per Schlauchboot queren zu koennen.
    /
    Jahre spaeter (als Student) war ich als Teppichbodenverleger bei einer Leiharbeiterfirma beim ‚Woerl‘ in der Innenstadt unterwegs. — Noch spaeter als Brunnensanierer im Kraftwerk gegenueber.– Schade, dass sich das West4tel bis dato meiner Kenntnis entzog….
    /
    ;~)

  124. Das waren die bösen, alten...
    Das waren die bösen, alten Zeiten. Der Ort hat einen langen Weg hinter sich, aber es ist sicher besserr als früher. Früher war das Militär tonangebend, heute ist es die Fabrik, und die weiss, dass es keinen Sinn macht, die Stadt als zurückgebliebenes Kaff zu verkaufen.

  125. ...aufgrund der...
    …aufgrund der Zeitverschiebung/Freischaltung div. Beitraege ergeben sich versch. Schwierigkeiten zwengs der ‚communication‘, ABER : ich bin mit Berthold(und seinen roemischen Ziffern), HansMeier(mit den vielen 5en), colorcraze, rosinante, fionn, donna laura etc. voll d’core. —
    ;~)

  126. ..vor dem Biebricher Schloss...
    ..vor dem Biebricher Schloss schwimmt zur Zeit ein weiblicher Mittelsäger(im Rhein) herum.
    ..zu dieser Zeit?? jene Art???? bei uns????
    ..was das mit dem bunten Bauen zu tun hat??
    ..stellen sie sich das Biebricher Schloss in blau vor!..
    oder ohne Fenster, oder in gelb, grün- orange…usw.-usf.
    .oder auf der anderen Rheinseite o. umfunktioniert zum …
    kann man ewig weiterführen..

  127. Tatsächlich: Kopftuchmädchen...
    Tatsächlich: Kopftuchmädchen Kübra Yücel kennt dieses Land besser als der Olle von der Bundesbank.
    Zwei Anmerkungen:
    Richtig ist, dass mit steigendem Ausbildungsgrad auch das Wissen um Verhütungstechnik proportional steigt. Irgendwo stand was von „dringend benötigten Akademikerkindern“. Da scheint es ein Problem in den Schulen bzw. Gesellschaft zu geben.
    Richtig ist auch, dass türkische und arabische Jugendliche teilweise unemanzipiert sind, d.h. sich von der Familie Ehepartner aufschwatzen lassen. Welcome to germany: Das muss aufhören!
    Wenn ein Deutscher mit türkischem Migrationshintergrund sich in der Türkei in eine Schönheit verliebt und diese mitbringt. Oder ein paar Jahre dort und ein paar Jahre hier verlebt. Geht in Ordnung. Lernt, Euren Eltern in der Ar*** zu treten.
    Ansonsten: Es gibt genug ugly germans. Sich derart im Ton zu vergreifen, muss nicht sein.
    (Der Autor dieser Zeilen Ü40 hat sich grade einen Katalog fernöstlicher Schönheiten zum Ankreuzen beschafft).

  128. Was hat das mit diesem Beitrag...
    Was hat das mit diesem Beitrag zu tun? (frag ja nur)

  129. @prince Matecki 02. August...
    @prince Matecki 02. August 2010, 20:47 – Potjomkin –
    Danke für die wie immer gute Info. man wird wirklich schlauer hier

  130. prince Matecki, man muss...
    prince Matecki, man muss natürlich sagen, dass es damals genau so üblich war – und obendrein mit Privatisierung auch wieder üblich werden wird, ja, es wäre gar eine gute Idee, um die Politikverdrossenheit gegen einen Hass auf Steuereintreiber zu ersetzen.

  131. @ di: Der Phaser ist ein...
    @ di: Der Phaser ist ein Verzögerungszeitbasierter Effekt, mit dem Steve Reich schon experimentiert hat (Tonbänder synchron abspulen), was heutzutage digital erledigt wird.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Steve_Reich
    http://www.youtube.com/watch?v=pZRBfRXJyak&feature=related
    Nein, ich dachte eher an ein kleines handliches Gerät, mit dem man greulich Inhumanes, Widerwärtiges, Unerfreulichkeiten allenthalben, mal eben schnell und dezent pulverisieren kann, wie z.B. hirn- und lustlos dahin gefrimelte Bauweisen. Real ist das natürlich nicht machbar, aber über ein intelligentes Computerspiel, mit dem man etwa Spaniens Küsten wieder befreien kann, könnte ich mich bestimmt freuen.

  132. @Plakatgucker: allzu...
    @Plakatgucker: allzu proletarisches Volk war vielleicht als Roßknecht zu gebrauchen, aber nicht als Bäckereiverkäuferin, Putzfrau, Hausmeister, Portiersche, Kellner. Eben drum.
    @Köstlich: ich hab mal Bilder von einem Haus in Sizilien gesehen: außen eine graue, unscheinbare Hütte, innen ein Palast mit teuersten geschnitzten Vollholzmöbeln.
    @di: Nein, hier ist kein Ort für Effekte.
    @bloggoergosum/BertholdIV: das ist ja ein sehr müdes Interview, klingt wie kurz vorm Einschlafen, wenn die Gedanken kreisen. Soweit ich das aus den Nachrichten und auch aus eigenem Erleben übersehen kann, ist „Massenpanik“ ein ganz irreführendes Wort für solche Ereignisse wie in Duisburg (bei indischen Großfesten kommt ähnliches auch immer wieder vor). Die Leute werden überhaupt nicht panisch, nein, sie bleiben ganz besonnen und helfen sich gegenseitig, so gut es geht (Hingefallene hochziehen), nur werden sie einfach durch den schieren Druck der Nachfolgenden zusammengequetscht.
    @Don Alphonso: „die Fabrik weiß, daß es keinen Sinn hat, die Stadt als heruntergekommenes Kaff zu verkaufen.“ Oh, da bekam ich jetzt einen leichten Schreck. Ich habe es nämlich schon mehrfach erlebt, daß eine Fabrik oder ein Haus neu hergerichtet wurden und dann abgerissen bzw. verkauft. Von daher ziehe ich die Brauen zusammen, wenn Alteigentümer plötzlich sichtbar Geld ins Aussehen stecken. – Ansonsten ist mir nach Ansicht der Bilder jetzt aber plausibel, woher diese heftige Aversion gegen Sprayer kommt. Weil das Bemalen der Häuser zu den am liebsten gepflegten und ständig genutzten Vorrechten der Besitzer gehört und sie sich in ihre Gestaltung nicht reinpfuschen lassen wollen. Andernorts ist diese Gestaltungslust nicht so ausgeprägt und man läßt es zur Tristesse verkommen – dann schlägt die Stunde der Sprayer.

  133. <p>Es ist für jemanden, der...
    Es ist für jemanden, der sein Haus liebt, wie ein Schlag ins Gesicht. Deshalb bekomme ich auch Lust auf Körperlichkeiten, wenn ich an solche widerwärtigen Gestalten denke.Wenn die sich an einer Betontristesse austoben: Mei. Das das Pack, das für Eishockeyclub alles mit dem Gründungsdatum verschmiert, ist mit aller Härte zu behandeln.

  134. @DA/fionn: Soso, in London...
    @DA/fionn: Soso, in London gibts flächendeckend „schnell+billig“. Naja, in Berlin haben wir auch einige (v.a. Staats-)Neubauten aus den 90ern in der Art, das Kanzleramt mußte neulich gemacht werden, Merkel mußte ihr Büro verlegen. Die pfuschige Altbausubstanz dürfte aber inzwischen fast vollständig abgerissen sein (passiert v.a. in den 70ern und 80ern), es steht nur noch die solide.

  135. @DA: das ist wohl der Punkt,...
    @DA: das ist wohl der Punkt, daß jemand das Haus liebt und pflegt. Das geht manchen Autobahndurchfahrten eben ab.

  136. Im späten 19. Jahrhundert,...
    Im späten 19. Jahrhundert, beim grossen Ausbau von Berlin, hat man die Blöcke praktisch einheitllich vorgefertigt und dann je nach Laune mit Stilfassaden versehen. Das muss generell nicht schlechte Bausubstanz sein, aber es war vor allem ein Investmentgeschäft, das sich beim Verkauf rechnen musste. Und das ist nun mal selten gut, gerade wenn es mit einem Hype zusammentrifft. Aber Risse kann man ja verrigipsen, wie es beim 2. Hype in den 90ern üblich war.

  137. Es ist nicht alles schlecht,...
    Es ist nicht alles schlecht, was als Investment hochgezogen wird. Die New Yorker Wolkenkratzer von Anfang des 20. Jhdts sind recht nobel – nachdem es dort grauenhafte „Tenements“ gegeben hatte. – Nachbarn wohnen in einem, wie man doch meinen sollte, recht soliden 60er-Jahre-Haus. Hat aber auch Risse. Der Untergrund ist halt matschig. Wenns bei der Hagia Sophia gereicht hat, Risse zu verputzen, wirds hier auch reichen..

  138. Don, Sie müssen aufs Rad....
    Don, Sie müssen aufs Rad. Frische Luft für die Gedanken!

  139. Wer wäre gern Winzer sein und...
    Wer wäre gern Winzer sein und in einem passenden „Winzerhaus“ wohnen?
    http://www.swisscastles.ch/vaud/chateau/vincy.html

  140. fionn, ich täts schon nehmen....
    fionn, ich täts schon nehmen. Allerdings je nach Preis. Die Lage am Zipfelchen der Schweiz hat sicher auch Nachteile. Gehen die Besitzer noch herunter mit den Franken?

  141. (Um Dons Frage zu...
    (Um Dons Frage zu beantworten)
    „Das Leben ist eine Ponyhof“. Süddeutsche Zeitung 30.6.10, Bildquelle: Ostkreuz.
    Bildunterschrift: „(…) Geld wird in Deutschland woanders verdient.“
    Ha Ha! Ja wo denn? Bei der HRE etwa? Der West/LB? Conergy? Schmack?
    Mein Arbeitsort hieß LSD-Dreieck, in der Lychener lief ein genialer Tom-Waits-Film (Er die ganze Zeit mit einer angeschalteten Bauarbeiterhandlampe auf der Bühne).
    Und nachdem Gustav den Sterbenden Schwan aufgeführt hatte, hatte ich meinen Brötchengeber Supernova getauft. Holger hatte noch (vor Alimenteblues) seine Kneipe am Platz. Wo also sind die Dreiecke von morgen? Lichtenberg? Treptow?
    Die Zukunft des innerstädtischen Wohnens, eben nicht in „Witwengräbern“ am Stadtrand, sozialverträglich, bezahlbar und eben doch auch als Eigentumswohnung. (… Mieterverein ist besorgt (BZ)). Weil: Immokrise in USA beruht auch darauf, dass plötzlich Singels befanden Haus und Hof am Stadtrand haben zu müssen.
    Somit: Ein Staat ist finanziell nur so gesund, wie sein Immobilienbestand.
    (Da gibt’s ein neues Flughafen-Terminal, was ich so gerne brennen sehen würde. Schade.)

  142. Schnurpelchen 17.08. Ich...
    Schnurpelchen 17.08. Ich glaube nicht, dass Lord Norman Foster le château de Vincy verkaufen will. Allerdings ich mag Chasselas Weisswein nicht.
    Ich nehme an, Sie trinken lieber Pinot-Noir oder Gamay? Passt ausgezeichnet zu Rösti.
    http://www.swisscastles.ch/vaud/chateau/montsurrolled.html

  143. @colorcraze
    ja das ist müde....

    @colorcraze
    ja das ist müde. Wie gesagt es gibt einen Arbeitskreis AKSOE der DPG und in diesem sind auch die Verkehrsphysiker. M.E. ist das nicht so spannend, zumindest das, was ich dort auf den Vorträgen gehört habe.
    Zudem bezüglich Fußgängermodellierung:
    1) gibt es gute SW dazu z.B. incontrol
    2) frage ich mich ob die physikalischen modelle darauf passen wie spin glas. das nagel schreckenberg modell ist einigermaßen berühmt, aber ich sehe das keien so spannenden ergebnisse der letzten jahre. Bei der Finanzphysik läuft ähnliches, dort traue ich mir aber mehr zu sagen. Es werden auch irgendwelche physikalischen konzepte drauf angewandt, ein modisches thema ist im moment fat tail. Von der wirklcih wichtigen aktuariellen diskussion (artzner, delbaen…) scheint man m.E. aber gar nichts mitzubekommen.
    Aber zu den Fußgängern: Prof. Helbing hat in Mekka ein Konzept für die Besucherströme entwickelt; es gibt halt im deutschprachigen Raum eine gut etablierte Wissenschaftlergruppe. Das hat sich gezeigt im „Kampf“ um den Vorsitz dieser o.g. Fachvereinigung innerhalb der DPG, deren Vorsitzender Prof. Helbing jetzt ist.

  144. @BertholdIV: also bei...
    @BertholdIV: also bei Fußgängerstrommodellierung leuchten mir physikalische Konzepte unmittelbar ein, schließlich ist der Mensch sein Körper, aber Finanzphysik? Worin sollen sich denn Physik und Geld gleichen? Ich sehe da keinen Zusammenhang. Artzner+Delbaen habe ich nachgeschaut, die haben was zu Risikoberechnung veröffentlicht, aber das sieht mir eher nach Finanzmathematik aus. Das dahinterliegende Modell kann ich nicht beurteilen.

  145. Werter Don, die Sprayer waren...
    Werter Don, die Sprayer waren schon in Ihrer Stadt, um die Jugend anzuleiten. Wurden die Alle in der Donau versenkt?

  146. Sehr geehrter Don...
    Sehr geehrter Don Alphonso,
    .
    wie stets ein Lesevergnuegen, dieser Beitrag. Gut getroffen die Beobachtung, Restauration sei die Maerklinbahn des wohlsituierten Herrn.
    .
    Vielleicht mag deshalb meine leider verwitwete Mutter den „Haueserkampf“ aufgegeben haben. Sie selber aber, aufgewachsen in einem Altstadthaus aus dem 14. Jahrhundert, wird nun nicht mehr muede, die Schoenheiten der neuesten Neubauten zu preisen- sei es in Dubai, sei es in China. Vielleicht muss man erst echte Erfahrung mit den Widrigkeiten alter Haueser gewonnen haben, bevor man die Vorzuege der Moderne preisen mag.
    .
    Was aber alt ist, ist relativ. Meine Frau, deren Heimatland dieser Tage den 45.sten Jahrestag der Staatsgruendung begeht, kommentierte den dortigen Abriss eines Gebauedes von 1978 mit den Worten: „Das war ja auch alt genug“.
    .
    Seinerzeit als frischgebackene Studentin in Oxford war ihr erster Kommentar auf die Frage, wie es ihr denn so gefiele: „Hier muss mal gruendlich renoviert werden“. Inzwischen teile ich ihre Meinung…

  147. Geschätzter Don...
    Geschätzter Don Alphonso,
    vielen Dank für die beiden weiteren konkreten Reisetipps. Bisher kenne ich nur das medizinhistorische Museum in der bunten Stadt. Da ich Cosmas Damian Asam ohnehin schätze und deshalb schon öfter Fürstenfeldbrucks Klosterkirche besucht habe, werde ich mich wohl bald auf den Weg machen.

  148. ...was nur der Berthold mit...
    …was nur der Berthold mit seinem Prof. Helbing hat, ….ob der das spin-glas erfunden hat ?? — Als ehem. Werkstofftechnik Student sollte ich das eigentl. wissen, aber wer erinnert sich nach mehr als 25 Jahren an ALLES ?? — Ich geh gleich mal googlen–
    /
    …schade nur, dass die Besucherstroeme sowohl in Mekka, als auch in Duisburg, keine Ruecksicht auf die von besagtem Professor durchgefuehrten Studien/Erkenntnisse nahmen, sonst haetten wir es nicht mit (insgesamt) mehr als 400 totgetrampelten Menschen zu tun, sondern 4lleicht nur mit 18,5.
    ;~)

  149. Da braucht's keinen Helbing....
    Da braucht’s keinen Helbing. Eine gewisse Rueckwaertsgewandtheit haette auch schon helfen koennen:
    http://www.community.augsburger-allgemeine.de/forum/blogs/rainer+bonhorst/3889-die-roemer-konnten-es-besser.html

  150. fionn, die Schweiz muss mit...
    fionn, die Schweiz muss mit solchen Trauben zurecht kommen. Hin und wieder gelingt das, am See wegen der feuchtkühlen Nächte nicht einmal so schlecht.

  151. So! Nun hab' ich die Faxen...
    So! Nun hab‘ ich die Faxen dicke. Wo sind meine verschmockten Stuetzen? Die mit den sich verwebenden Nebenstraengen, die mit den Todernsten, den Komikern, den Geistvollen, Hochstaplern und Angebern. Den Leuten, die nach einem Drittel ernsthafter Diskussion sich mit Whisky, Wein und Limonade zu Grueppchen versammelten und froehlich im wohlbekannten Haus den Teppich zertraten?
    Alle im Urlaub? Na dann is ja jut.

  152. Kommt heute Abend wieder....
    Kommt heute Abend wieder. Jetzt muss ich erst mal mein Auto besuchen und dann eine Runde radeln.

  153. Wie schoen!!! Madame klingelte...
    Wie schoen!!! Madame klingelte schon mit dem Ritalin-Flaeschchen.

  154. @Filou/04. August 2010,...
    @Filou/04. August 2010, 17:39
    Was ist „Urlaub“?
    Wieder mal so ein Wort, welches ich nicht kenne!

  155. @Filou: die verehrte Donna...
    @Filou: die verehrte Donna Laura hat sich abgemeldet, weil sie sich um ein altes Haus kümmern muß, ein Teil verteilt sich gerade nebenan beim Maschinengott, und ein paar sind in der Tat gerade abwesend.

  156. @Grimaldeli, es geht mir wie...
    @Grimaldeli, es geht mir wie Ihnen. Nur Sie im warmen und ich im feuchtkalten.
    @colorcratze, ich weiss, ich weiss, aber so langsam vermisse ich den leichten Irrsin, der diesen Blog umweht.

  157. @Filou/04. August 2010,...
    @Filou/04. August 2010, 21:51
    Filou, hier ist es nicht warm! Wir haben seit Wochen Canicule!!!
    Ich bin jeden Tag von morgens bis abends auf meinem Yoghurtbecher so 2,3 Meilen vor der cote! Nur dort laesst es sich derzeit aushalten. Was mir dort fehlt, ist halt internetanbindung; vieleicht demnaechst ueber 3G.
    A+

  158. <p>Grade warm ist es auch bei...
    Grade warm ist es auch bei uns nicht gewesen.
    .

    .
    Aber ganz hübsch war es trotzdem auf dem Ernesto

  159. @Filou: na, der leichte...
    @Filou: na, der leichte Irrsinn wird schon wiederkehren, wenn wieder alle an Bord sind. Halten Sie aus! Bleiben Sie uns gewogen!

    Ansonsten nannte mir aaO jemand einen Link über Statik und Kuppeln, den ich der werten Gemeinde nicht vorenthalten will, falls doch jemand der Mitleser hier viel Geld haben sollte und sich nicht mit einem alten Haus herumplagen will, sondern lieber ein eigenes neues mit Kuppel bauen:
    http://www.st.bv.tum.de/content/people/wunderlich/FF_Knittel90Bk.pdf
    Auch der gemeine Riß kommt vor, und zwar der in Brunelleschis Florentiner Kuppel. Angeblich hälts trotzdem.

  160. @Grimaldeli, Anfang Oktober...
    @Grimaldeli, Anfang Oktober sind wir oberhalb von St. Tropez. Ich bete, dass der Pool noch warm ist. Aber ich habe ein paar RC-Boote dabei. Falls es zu kuhl ist, werde ich am Rand sitzen und doof sein. Ich kann das. Stundenlang.

  161. @Don Alphonso
    04. August 2010,...

    @Don Alphonso
    04. August 2010, 22:42
    Desolais, Don, ich meinte den Superlativ.
    Will sagen: Canicule= Hundshitze=Sauna!
    Aber das ist jedes Jahr von Juli bis Ende August so und in der ersten Septemberwoche faellt seltsamerweise das Thermometer dann auf ein angenehmeres Niveau

  162. @Filou/04. August 2010,...
    @Filou/04. August 2010, 23:14
    Ende September bis ende October ist eine schoene Zeit.
    Monsieur T-shirt mit den Socken und Sandalen ist weg, die italiener sinds eh.
    Das ist die Zeit, wo ich aufbluehe.
    Normalerweise schwimme ich bis Ende october; da hat das Wasser noch so gut 20°.
    Aber fahren Sie mal im Dezember nach St. Tropez . Essen Sie im l’Escale am Hafen oder oben im alten Grimaud oder in la Mole oder,oder, oder. Es gaebe einige Adressen…! Un rêve…

  163. @Grimaldeli, wie schrieb Curt...
    @Grimaldeli, wie schrieb Curt Goetz als Exilant 1943 ueber die Sommer in Kalifornien: Es ist so heiss hier. Man kann sich nur noch totlangweilen oder totlieben.
    Ich altes Ferkel kann mir da einiges vorstellen, so 6 Km vor der Kueste….

  164. @Grimaldeli, Ende Dezember?...
    @Grimaldeli, Ende Dezember? Ha, da unterliege ich wieder den Zwaengen des Erwerbslebens. Das tue ich uebrigens nicht ungern. Danke, ich werde die Adressen, so noetig, wohl zu finden wissen. Bei uns wird’s leider meistens nur Bistro, weil wir am grossen Getue der besseren Restaurants zuviel Komisches finden- und regelmaessig die sog. „gute Kleidung“ in NL vergassen. Is aever immer joot jejange.
    Bonne nuit mon chere.

  165. @Mondry
    Entkernen? Fassade...

    @Mondry
    Entkernen? Fassade stehenlassen (wiederherstellen), innen Stahlbeton?

  166. @HansMeier555: Was Oxford...
    @HansMeier555: Was Oxford angeht, ist Entkernen… na ja sagen wir mal: einzig korrektes Sakrileg.
    Allerdings sind dort die wirklich alten Haeuser, insbesondere die Colleges natuerlich, gut im Schuss. Wo es hapert, das sind die „normalen“ Haeuser. Und, natuerlich, die Nasszellen. (Hat da jemand Badezimmer gedacht?)

  167. @Filou/05. August 2010,...
    @Filou/05. August 2010, 00:14
    Sie haben eine falsche Vorstellung von den erwaehnten Lokalen.
    Wenn die mich mit 3tagesbart in Jeans ohne Socken mit Pullover da reinlassen, werden die einen Filou genauso nett empfangen.
    Wir gehoeren doch nicht zu den „statusorientierten Vermögenden“.
    Kann aber sein, dass sowas dann am Nebentisch sitzt.
    Und das bringt zuweilen auch Freude, wenn die Blonde z.B. nicht mit der Languste klarkommt.

  168. @bloggoergosum
    Spinglas habe...

    @bloggoergosum
    Spinglas habe ich nicht erfunden. Nur von zu vielen tollen Projekten angewandter Forscher insbesondere Physiker zu viel gehört…
    Aber mir wäre das alles Wurscht, von mir aus zapfen sie Forschungsgelder im Milliardenbereich ab zur Optimierung der Routen ostbayerischer Milchtanklastzüge mittels Spin Glas und mit der obligartorischen Monte Carlo Simulation unter Berücksichtigung der feiertage in Bayern.
    Aber aus diesem Umfeld der Verkehrsphysik gab es laut FAZ ein Gutachten zu dieser Veranstaltung und wir kennen das Ergebnis (und es gibt Software die anscheinend funktioniert). Wenn ich als Gutachter auf einem anderen Gebiet so etwas abliefere, dann wäre ich in schwerstem Gewässer – solche Versicherungen für solche Fehler sind sehr sehr teuer und das im Schadensfreiheitsfall.

Kommentare sind deaktiviert.