Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Wikileaks und die Zivilgesellschaft

| 239 Lesermeinungen

Wikileaks gilt gemeinhin als Projekt obskurer Hacker, die man keinesfalls auf eine Gartenparty einladen sollte, wenn man es nicht in ein anständiges Westviertel in Oberbayern geschafft hat, sondern nur amerikanischer Präsident, britischer Premier oder gar nur deutscher Verteidigungsminister werden konnte. Trotzdem wage ich zu behaupten, dass Julian Assange und seine Mitstreiter mehr Stützen der Gesellschaft sind, als jene, die angeblich die westlichen Werte mit dem Blut anderer Leute verteidigen, und dabei die Grundfesten der Zivilgesellschaft erschüttern.

Ja sag’n Sie selbst, ist das normal,
aus dem wird nie etwas, der bleibt a General
Georg Kreisler, Der General

Alles wird gut. Nach schwierigen Zeiten, so steht es unter dem Bild, werden die Künste nun wieder zu neuem Glanze gebracht, von Rechts schwebt Athena mit einem trompetenden Siegesengel heran, und wohlig räkeln sich die zuvor vermutlich leidenden Musen. Welche schweren Zeiten es sind, was den göttlichen Eingriff nötig macht, um die Damen zu päppeln, erfahren wir nicht. Wohl aber, wem dieser erfreuliche Umstand zu verdanken ist: Einem mit länglichen Superlativen eingeführten Herrscher namens Ludwig XIV, König von Frankreich. Na, dann ist ja alles gut.

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Dieser Stich entsteht im letzten Lebensjahr von Ludwig XIV., und er vereint noch einmal den Glauben an die Grösse und Macht des Herrschers mit emsiger Propaganda im Auftrag des absolutistischen Systems. Die Realität sieht zu dieser Zeit anders aus; Frankreich ist durch den 11 Jahre andauernden und wenig erfolgreichen spanischen Erbfolgekrieg ausgeblutet und am Rande des finanziellen Zusammenbruchs. Fast 700.000 Soldaten mussten in dieser Zeit bezahlt und versorgt werden, und auch, wenn sich die Kriegsgräuel im Ausland abspielten, hungerten die Menschen in Frankreich. 1715 starb Ludwig, und die Bevölkerung feierte in den Strassen von Paris. Davon jedoch erzählt der Stich natürlich nichts, ausser der Erwähnung von unbestimmten „schwierigen Zeiten“. In ganz Europa und in den Kolonien krepierten Hunderttausende. Schwierige Zeiten eben. Aber alles wird jetzt schon gut werden.

Die Armeen sind in jener Zeit Sammelplatz fragwürdiger Elemente und zum Heeresdienst erpresster Menschen, deren Leben keinen Wert hat, und Arbeitgeber vieler Adliger, die sonst keine Aufgabe hatten. Kriege waren Arbeitsbeschaffungsmassnahmen, und es sollte noch etwas dauern, bis sich Widerstand gegen das Morden rührte. Aber während die heute peinlich wirkende Propaganda dieser Tage vergessen ist, und bei mir auch nur auf dem Klo hängt, erinnert man sich allseits gern an die Anklage gegen den Krieg: Mit dem „Candide“ schuf Voltaire knapp 50 Jahre später einen Text, der gleich zu Beginn den Krieg in all seiner Abscheulichkeit vorführt. Voltaire ist, das liegt in der Natur von staatlich organisierten Schlächtereien, nicht der erste, der den Krieg diskreditiert, aber er ist derjenige, dessen Wort im aufkommenden bürgerlichen Zeitalter Gewicht hat, er ist derjenige, der sich damit auf die Seite der normalen Opfer stellt, und der sich nicht der Propaganda des siebenjährigen Krieges unterordnet, die sich seit Ludwig XIV nicht geändert hat. Es geht Voltaire schlicht darum, dass nicht einfach jeder Kriegsherr einmarschieren und Menschen schlachten, vergewaltigen und berauben darf.

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Das klingt für uns heute selbstverständlich, aber für die Zeit um 1750 war es eine ziemliche Anmassung gegen die herrschenden Zustände. Wir empfinden heute Voltaires Haltung als die einzig Richtige, und die der meisten Adligen dieser Zeit als verbrecherisch. Wir empfinden so, weil sich das Bürgertum in Europa nach vielen Kriegen und Schlachten inzwischen zu den Maximen der Aufklärung durchgerungen hat. Und weil das so ist, druckt die Militärpropaganda keine Stiche mit Musen mehr, sondern verheimlicht jene Aspekte ihrer Tätigkeit, die sich seit den Zeiten Voltaires nur wenig verändert haben.  Wenn man so will, passt sich die Propaganda den veränderten Herrschaftsstrukturen der bürgerlichen Gesellschaft an, anstelle der Musen treten angebliche Schulen in Afghanistan und Demokratie im Irak, und so ist das bis heute: Schwierige Zeiten. Aber alles wird jetzt schon gut werden. Solange keiner stört und hinschaut und einen auf Voltaire macht.

Und zeigt, wie Hubschrauberpiloten arglose Zivilisten mit zynischen Sprüchen ohne Warnung niederschiessen. Und belegt, dass am Hindukusch, wo die Freiheit des Westens verteidigt wird, Todesschwadronen jenseits des Völkerrechts agieren. Oder Dokumente vorlegt, die aufzeigen, dass angeblich von Taliban getötete Kanadier amerikanischen Soldaten zum Opfer gefallen sind. „previously hidden behind a screen of misinformation“ nennt das der Guardian reichlich dezent. Dieser screen of misinformation ist die moderne Form des allegorischen Kupferstichs. Schwierige Zeiten, wenn man das plötzlich erklären muss. Dann liest man Beschwichtigendes, Beteuerungen, so mancher Medienvertreter, der nie etwas dergleichen  geleistet hat, mäkelt auch an dem Material herum, und andere halten Politikern Diktaphone vor die Münder, aus denen Behauptungen komnmen, da sei nichts Neues dabei. Deshalb wird auch gegen die Hubschrauberbesatzung nicht ermittelt. Nur der Informant, der den Film an Wikileaks weitergegeben hat, der wird festgenommen.

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Nun ist es ein Leichtes, die Website Wikileaks und ihre Betreiber zu Helden der Aufklärung zu machen, und es besteht auch kein begründeter Zweifel, dass man sie dereinst in eine Reihe mit den Stichen von Callot, den Zeichnungen von Goya und den Bildern von Robert Capa sehen wird – in Jahrzehnten, wenn die Taten ungesühnt blieben und die Verfolgung eine historische Anekdote ist. Die wahrhaft unangenehme Überlegung aber ist die Frage, was für eine Gesellschafts- und Herrschaftsform wir haben, wenn es eine Organisation wie Wikileaks braucht, um den Militärs Grenzen zu setzen, und die Gesellschaft ein Stück weit ehrlich zu informieren. Die Frage ist aus dem bürgerlichen Selbstverständnis heraus auch keine unbedeutende; schliesslich waren es im letzten Jahrhundert zwei mit enorm vielen Lügen geführte Weltkriege und Niederlagen, die die Militärs aus den Machtpositionen verdrängten, und – zurecht oder nicht, ist eine andere Frage – den Weg frei machten für die Zivilgesellschaft. Eine Zivilgesellschaft, deren politische Vertreter heute erst wieder Wikileaks brauchen, um sich über einen Krieg zu informieren, in den sie ihre Soldaten schicken, weil ihnen Informationen vorenthalten werden. Das ist nicht nur paradox oder eine schwierige Zeit. Das sind Grenzen der demokratisch legitimierten Macht an einem System, das sich offensichtlich nicht darum schert, solange es sein Tun gut genug aus der Debatte halten kann.

So gesehen ist Wikileaks nicht im Mindesten eine Ansammlung obskurer Hacker mit Drohpotential, oder Helfer von Terroristen, oder was sonst noch von gewissen Medienvertretern verbreitet wird, sondern eine zutiefst bürgerliche Angelegenheit der Selbstverteidigung, wie der Steuerberater gegenüber dem Finanzamt und der Anwalt gegenüber dem schlechten Berater in der Bank. Die Dokumente, die Wikileaks bringt, sind nicht die Dokumente „des Militärs“ oder „der Regierung“, es sind in Demokratien die Dokumente des Volkes. Wenn es dem Volk nicht gefällt, ist es nicht das Problem des Volkes, sondern das Problem derjenigen, die ihm dienen. Solange es noch eine Demokratie ist, und nicht wieder die Diktatur ostelbischer oder mittelwestlicher Junker- und Republikanergeneräle und ihrer aufgepappten Ministerallegorien auf dünnem Papier.

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Der Fortbestand von Wikileaks ist für den Bürger eine ähnlich erfreuliche Angelegenheit wie die Existenz von Steuerhinterzieher-CDs aus der Schweiz: Es kann sich niemand mehr sicher sein, ob er mit seinen Taten nicht morgen schon auffliegt. Ob seine Berichte nicht schon längst, auf CDs kopiert, in Richtung Wikileaks unterwegs sind.  Die andere Seite hat nur zwei Möglichkeiten: Sie vertuscht besser und verursacht eventuell einen noch grösseren Skandal, wenn das Material letztlich doch bei Wikileaks auftaucht. Oder sie versucht, sich so regelkonform zu verhalten, dass Öffentlichkeit nicht schadet. Es sind schwierige Entscheidungen in schwierigen Zeiten, aber wenn Wikileaks Bestand hat, wird es für die Zivilgesellschaft schon gut werden.

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239 Lesermeinungen

  1. Hallo Don...
    Hallo Don Alphonso,
    interessantes Thema. Nachdem es schon 3 Versuche gab die Afghanistan Mission den Bürgern näher zu bringen, war ich ja auch gespannt was als nächstes kommt. Es kam Wikileaks mit 92.000 Dokumenten.
    Die ganze Angelegenheit roch von Anfang an nach Geheimdienstoperation. Also was hat man Wikileaks „mitteilen lassen“?
    1) Es ist alles sehr schwierig. (wissen wir schon).
    2) Es ist fast alles schon mal igendwo zu lesen gewesen (die Regierungen waren ehrlich zu uns, also kein Grund zu Misstrauen).
    3) Es wird mehr Geld und Personal gebraucht (jo, das hat man schon von Seiten Generalinspekteur, Minister der Verteidigung und Wehrbeauftragten gehört).
    4) Den Einsatz zu beenden wird nicht leicht (das kommt darauf an was man zurücklassen will).
    Der Versuch den Bürgern die Inhalte näher zu bringen dürfte weitestgehenst geglückt sein. Glückwunsch an BND, CIA und was weiss ich wen noch.
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    Wikileaks ansich ist sicher wichtig und es ist gut, wenn die Leute dort ihre Arbeit weiter machen. Die persönlichen Risiken der Macher darf man nicht unterschätzen. Der patriot Act in den USA ist immer noch in Kraft und von einer Verschleppung oder Verhaftung, bis zu rechtelosen Zuständen wie in Guantanamo wird da alles angedroht.
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    Schon sonderbar, wie alles was man den sogenannten „undemokratischen“ Staaten vorgeworfen hat, inzwischen bei uns auch umgesetzt wurde.
    Über schwebende Gerichtsverfahren zu berichten ist nur sehr eingeschränkt erlaubt.
    Internetsperren sind möglich, es reicht den Behörden nur nicht.
    Die USA erhalten (ohne es im Einzelfall zu ordern oder auch nur pauschal zu begründen bräuchten) Daten über Auslandsüberweisungen, Flugbuchungen, Auslandsaufenthalte und Abhebungen oberhalb 10.000€.
    Unsere Behörden bekommen die nur im Tatverdacht, naja oder retour pauschal von den USA bei der „Zusammenarbeit“.
    Wir haben ein Datenschutzgesetz für die ganze EU und ein eigenes für die Republick, aber wenn der Keller der Behörde tiefer als 30m reicht ist das Gesetz gegenstandslos und jede Datensammlung und Datenzusammenführung ist im Rechtsfreien Raum.
    Datenserver im Ausland zu betreiben ist erlaubt, welche Daten da gesammelt und verbunden werden dürfen, definiert kein Gesetzt, weder deutsches noch europäisches (man darf doch einmal etwas vergessen oder?).
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    Ja unabhängige Medien sind wichtig. Ganz sicher sogar. Sie sind nur leider extrem selten.

  2. War es nicht Churchill, der...
    War es nicht Churchill, der sinngemäss in etwa sagte, dass Demokratie die beste aller schlechten Staatsformen sei? Tja eben: Macht korrumpiert!
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    Ich sehe es so, dass es zu jeder Zeit und überall ein Kontrollorgan gegenüber der Macht braucht. Wikileaks ist ein gutes überstaatliches Beispiel. Analog dazu gibt es im Saloon (WildWest-Wirtschaft) den Whistleblower.
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    Falls Ihnen, bester Don, liebe BloggerInnen, was wissen sollten, das sich die korrupte Macht wieder fein ausgedacht hat: Nur her damit – und an den Pranger!

  3. @Don Alphonso: Richtig!...
    @Don Alphonso: Richtig! Richtig! Richtig! Und mir – gewissermaßen – von ganzem Herzen geschrieben. Ihre Einschätzung aber, dass ’sich das Bürgertum in Europa nach vielen Kriegen und Schlachten inzwischen zu den Maximen der Aufklärung durchgerungen hat‘, erscheint mir dennoch zu optimistisch. Denn die vielen Leserkommentare auch dieser Online-Zeitung zeigen doch, wie blutdurchtränkt und hasserfüllt unsere so liebevoll ‚als schweigende Mehrheit‘ apostrophierte bürgerliche Mitte argumentieren und lamentieren kann, wenn es um Bundeswehreinsätze geht, wenn man es den Taliban mal so richtig zeigen muss, wenn der Kopftuchgefahr mit Streubomben und dem Barte des Kalifen mit Napalm begegnet werden muss. Dann ist bei vielen nichts, aber auch gar nichts vom Wunsche nach Aufklärung zu spüren, sondern nur nach Befriedigung von sehr dunklen Trieben der sehr dunklen Seite ihrer Seele.
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    Und, als Ergänzung noch: Merkwürdigerweise jubeln doch immer eben jene westlichen Rädelsführer, wenn basisdemokratische Netzwerke, welche durch das Internet erst so richtig möglich wurden, als Kampfmittel gegen missliebige Systeme eingesetzt werden. Wenn also, wie kürzlich im Iran, die Menschen während der ‚grünen Revolution‘ sich selbstständig Informationen beschafften und sich auf diese Weise auch selbstständig organisieren konnten. Dann, so schreiben dann auch gewisse bundesrepublikanische Medien, die gegen Wikileaks gewissermaßen den Schaum des Verräter-Verdachts reflexartig vor dem Munde führen, ist das Internet gut. Dann haben Graswurzelbewegungen ihre Berechtigung. Dann ist Subversion richtig. Aber da richtet sich die Subversion ja auch gegen die Bösen. Unsere Schlächtereien in Afghanistan sind aber nicht böse und daher müssen ‚unsere Jungs‘ vor solchen Dolchstößen geschützt werden… Wo da die objektive Berichterstattung bleibt, ist mir schleierhaft.

  4. Wie lange wird die...
    Wie lange wird die Aufklärungsverhinderungsbehörde, deren ehemaliger Chef die Chuzpe hatte, sich als Präsikandidat aufstellen zu lassen, noch die Pappdeckel der Schande auf den veröffentlichkeisbedürftigen Akten quetschen dürfen?

  5. Habe ich das richtig...
    Habe ich das richtig verstanden? Wikileaks setzt dem Militär Schranken…Ich dachte wie holly01 das wäre Teil des Systems. Sind das nicht ähnlich totalitäre Systeme in denen sogar die Opposition Teil davon ist,? weitere Beispiele CSU in Bayern (integrierte Opposition ÖDP und oberbayerische Grüne), Katholische Kirche (integrierte Opposition Priesterbruderschaft Pius X und publik forum)…Alles Windhauch

  6. Sehr guter kritischer, aber...
    Sehr guter kritischer, aber nicht hysterischer Beitrag.
    Da wünscht man sich wirklich mehr von.
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    Ich werde es nie verstehen, das mit dem Krieg. Sorry, liebe Männer…

  7. Der Eintrag ist (zum...
    Der Eintrag ist (zum wievielten mal?) auch eine Blamage für den „Qualitätsjournalismus“, der eine derart tiefgehende, detaillierte und mit dem historischen Blick gesegnete Analyse schlichtweg nicht hinbekommt.

  8. auch in deutschland...
    auch in deutschland funktioniert es mittlerweile hervorragend, als regierende partei mit hilfe eines staatsanwaltes, der zufällig derselben partei angehört, gegen politische meinungsgegner ermitteln und das durch freunde in der regionalpresse als abschreckung breittreten zu lassen. sehr beliebt sind dabei vorwürfe wie der ‚gebrauch nationalsozialistischen vokabulars‘ oder die konstruktion von straftatbeständen. so wurde gegen einen beamten ermittelt, der die beschriebenen zustände durchaus treffend mit ‚gleichschaltung‘ beschrieb sowie gegen flugblattverteiler, die mit der darstellung einer brennenden schule gegen die schließung ihres gymnasiums protestierten. alles im sinne der sicherheit für die bürger, die vor anderen meinungen geschützt werden müssen durch politiker, die genau wissen, was für die masse gut und was störend ist. und so steuern wir einundzwanzig jahre nach der wende wieder auf eine situation zu, in der sich jeder bürger unversehens im vertieften gespräch mit einem uniformierten wiederfinden kann, der ihm darlegt, daß sich nicht jedes würstchen einbilden darf, sich in irgendwelche politischen diskussionen einmischen zu können und es bei fortbestehendem unverständnis über die realen verhältnisse durchaus methoden gäbe, den lernprozeß zu unterstützen. es geht nichts über eine ordentliche demokratur!

  9. Werter Don,
    ich denke, Sie...

    Werter Don,
    ich denke, Sie malen die Zukunft, in der eine Organisation wie Wikileaks als Kontrollinstanz der Gesellschaft fungiert, in allzu rosigen Farben. Genau wie der Inhalt von Steuerhinterzieher-CDs ist die Auswahl von durch Wikileaks veröffentlichten Informationen enorm selektiv und Wikileaks ist dadurch kein neutraler Aufklärer sondern dient politischen oder wirtschaftlichen Interessen. Ich denke, die Medien haben dies schneller begriffen als die Regierungen und Geheimdienste dieser Welt. Ich vermute deshalb, dass über Wikileaks auf absehbare Zeit nur noch Informationen veröffentlicht werden, welche sich gut vermarkten lassen.
    .
    Sobald jedoch Wikileaks solchen Einflüssen unterliegt braucht jemand, der diese Möglichkeiten nutzen kann, kaum mehr die Bloßstellung durch Veröffentlichung vertraulicher Informationen über sich zu befürchten.

  10. Werter Don, Wikileaks hat...
    Werter Don, Wikileaks hat sicher durchaus seine Berechtigung, wenngleich ich mir nicht ganz sicher bin, was der Gründer+Betreiber Assange genau im Schilde führt; die wochenendreportage in der jüngsten FT las ich daher durchaus mit mixed emotions. Hilfreich ist Wikileaks sicher insofern, als plötzlich Schattenorganisationen sichtbar werden, die wohl gerne das Licht der Öffentlichkeit gemieden hätten. So soll ja der Soldat, der W. die Heli-Videos zugespielt hat, von einem „freiwilligen Mitarbeiter“ der „organisation“ PROJECT VIGILANT enttarnt worden sein, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den datenverkehr von 12 regionalen internetserviceprovidern zu überwachen und die hieraus erlangten erkenntnisse an bundesbehörden zu übermitteln…..quite murky, wie auch gerade das wetter in HH, grüßend gutesrecht

  11. "Alle große politische Aktion...
    „Alle große politische Aktion besteht im Aussprechen dessen, was ist, und beginnt damit. Alle politische Kleingeisterei besteht in dem Verschweigen und bemänteln dessen, was ist.“ (Ferdinand Lassalle)- Nun, dann können wir die Qualität der Politik einschätzen.

  12. @ Ephemeride:
    "Denn die vielen...

    @ Ephemeride:
    „Denn die vielen Leserkommentare auch dieser Online-Zeitung zeigen doch, wie blutdurchtränkt und hasserfüllt unsere so liebevoll ‚als schweigende Mehrheit‘ apostrophierte bürgerliche Mitte argumentieren und lamentieren kann (…)“
    – Wohl wahr, nur: wie repräsentativ sind diese denn? Online-Leserbriefe scheinen mir noch viel weniger als gedruckte geeignet , ein zutreffendes Bild von Einstellungen des Publikums wiederzugeben.
    Und im Übrigen: „Die Decke der Ziviliation ist doch hauchdünn“ (Rainald Grebe).

  13. @ Don Alphonso, ein sehr guter...
    @ Don Alphonso, ein sehr guter Artikel, der mich berührt – wie dieser aus der FAZ 30.07 10, wenn auch ganz anders.
    http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/Doc~EEDDFFC6598104478B941601C5901E83E~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  14. Wir leben in einer...
    Wir leben in einer Bundesrepublik.
    Republik leitet sich bekanntlich ab von ‚res publica‘ also ‚öffentliche Sache‘ oder ‚öffentliche Angelegenheit‘.
    Die politische Kaste (Politik = ‚Dinge, die das Gemeinwesen betreffen‘) macht daraus immer mehr zum eigenen Vorteil, der da heißt Wiederwahl, ein ’nichtöffentliches Ding‘.
    Dieses Verhalten ist durchaus nachvollziehbar, aber völlig inakzeptabel. Nur, würde man selber anders handeln?
    Im konkreten Fall, Landeinsatz deutscher Truppen im Ausland, empfiehlt sich jedenfalls der sofortige Abzug.
    .
    Wie konnte überhaupt – mit Blick auf die eigene Geschichte – der Bundestag diesem Einsatz nur zustimmen?

  15. Don Alphonso,

    schön, dass...
    Don Alphonso,
    schön, dass Sie Wikileaks und die Steuer- CDs in einem Atemzug nennen. Krieger, der liechtensteinische Datendieb, wird oftmals als Held bezeichnet (wenn er, für den gleichen Preis, die CDs an eine Bank anstelle das Finanzamt verkauft hätte, würde er allüberall als Industriespion bezeichnet). Wikileaks dagegen wird in letzter Zeit oftmals in einem Atemzug mit Terrorismus genannt. Oder als „nicht= patriotisch“ bezeichnet, wobei mir nicht klar ist, welche Patria hier betrogen wird von einer internationalen Vereinigung.
    In der allgemeinen Diskussion beider Phaenomene (nicht in diesem Blog) wird dem Brutal- Pragmatismus gehuldigt. Also letztlich eine zutiefst menschenverachtende Sichtweise bevorzugt, ähnlich der Ständegesellschaft in vordemokratischen Zeiten. Zwar haben sich nun die sozialen Grenzen verschoben, auch wohl die relative Bedeutung einzelner Gruppen.
    Aber das aufgeklärte Buergertum, das hat leider nicht mehr das Sagen, es darf nur noch reden (oder bloggen).
    Vielleicht wäre es an der Zeit, für eine Restauration zu kämpfen?

  16. Lieber Don,

    ich glaube...
    Lieber Don,
    ich glaube Wikileaks wird überbewertet. Was kann diese Seite denn wirklich leisten und welche Wirkung geht von ihr aus?
    Wenn die sportlichen Läuferinnen und Läufer brav um den See in der Nachbarschaft des Westviertels laufen, dann nehmen Sie vielleicht punktuell zur Kenntnis was dort jenseits des Weges noch alles passiert, doch ich habe noch nie jamanden deshalb stoppen sehen. Sie rennen alle viel lieber immer brav im Kreis um den See.
    Wikileaks sorgt für Aufmerksamkeit und Emotionen in der Öffentlichkeit. Doch die Qualität öffentlicher Diskurse wird dadurch nicht besser. Die Hauptakteure verändern ihr Verhalten nicht. Ich sehe kein Interesse an qualitativ hochwertigen Diskussionen in den dt. Medien. Die Lage hat sich seit dem Rücktritt des ehemaligen Bundespräsidenten nicht geändert. Ich glaube die Protagonisten werden weiterhin – wie bisher – täglich zu bestimmten Zeiten auf den gut befestigten Wegen um den See rennen.

  17. "Ich werde es nie verstehen,...
    „Ich werde es nie verstehen, das mit dem Krieg. Sorry, liebe Männer…“ Puh, was für eine billige Schuldzuweisung. Muscat, sie könnten Innenministerin von NRW werden.

  18. Werter Don, ein guter Artikel,...
    Werter Don, ein guter Artikel, der einen Blick richtet auf sich wiederholende Geschichte. Es ist ja auch immer noch so, dass die Streitkräfte dieser Welt sich immer noch aus Bürgern rekrutieren, die mangels sonstiger Chancen im Soldatenberuf eine Möglichkeit für eine Karriere sehen. Beispielhaft in Deutschland eben vorwiegend junge Männer aus den „neuen“ Bundesländern, in den USA analoges Phänomen. Wer Abitur hatte in meinem Abijahrgang hat verweigert (95%), die hingegangen sind haben halt Medizin studiert.
    Wikileaks sehe ich zwar auch nicht nur positiv, grundsätzlich finde ich es aber begrüßenswert, dass es noch jemanden gibt, der was aus dem Sumpf ans Licht bringt. Die 4. Gewalt, vulgo unsere Medien, haben es mit ihren vorab autorisierten Interviews und wahllosem Veröffentlichen von Presseagenturmeldungen geschafft, diese Rolle zu verspielen. Aber wahrscheinlich würde ich es auch aus meinem Partikularinteresse heraus doof finden, wenn jemand eine CD veröffentlicht, auf der alle verzeichnet sind die Illegale beschäftigen…
    Schönen Gruß aus dem Norden,
    Moritz

  19. Maggie Thatcher war ein Mann?...
    Maggie Thatcher war ein Mann?

  20. Schnurpelchen, möglicherweise...
    Schnurpelchen, möglicherweise meinte muscat dies im Sinne einer Bertha von Suttner. Und bitte, in NRW ist es die politische Kaste gewiss auch nicht schlechter oder besser als z.B. in Bayern.

  21. @Chris
    <i>ich denke, Sie malen...

    @Chris
    ich denke, Sie malen die Zukunft, in der eine Organisation wie Wikileaks als Kontrollinstanz der Gesellschaft fungiert, in allzu rosigen Farben.
    War da im letzten Satz nicht auch eine Prise Ironie? (Vgl. mit dem als Rahmen dienenden Anfang,.. der quasi die Kontrafaktizität dieses sich selbst schon nicht mehr überzeugen koennenden Optimismus durchschimmern lässt…)
    [Ansonsten bleibt mir nichts als mich muscat anzuschliessen und der bürgertumskritischen Einlassung Ephemerides -.. und Vielen Dank für diesen ergötzlichen Beitrag, werter Don.]

  22. Schnurpelchen, nur Empirie,...
    Schnurpelchen, nur Empirie, sonst nichts. Wie viele Kriege kennen Sie, die von Frauen angezettelt wurden? Was ja umgekehrt auch nicht heißt, dass ALLE Männer Kriege führen.
    Also weder Emanzenalarm noch Generalabrechnung mit dem männlichen Geschlecht. Bedauere, wenn das jedoch so bei Ihnen ankam.

  23. muscat, Katharina die Grosse,...
    muscat, Katharina die Grosse, Friedensfuerstin?

  24. Maria Theresia von...
    Maria Theresia von Oesterreich, Jeanne d’Arc?

  25. Filou, man(n) kann sich da nie...
    Filou, man(n) kann sich da nie ganz sicher sein:
    http://www.youtube.com/watch?v=SohMW2aa9IQ

  26. Sie haben mit diesem Beitrag...
    Sie haben mit diesem Beitrag sehr genau wohl noch blutende Wunden beschrieben. Hochachtung, ganz präzise

  27. Aha, Maria Thersia hatte eine...
    Aha, Maria Thersia hatte eine Leihmutter.

  28. Gibt es etwas Vergeblicheres...
    Gibt es etwas Vergeblicheres als Aufklärung?
    Gibt es etwas Anderes, Besseres als Aufklärung?
    .
    (Ja, natürlich: Revolution oder Feudalherrschaft – aber wollen wir das?)

  29. Ich würde bei Gelegenheit...
    Ich würde bei Gelegenheit gerne mal erklärt bekommen, was Geheimdienste eigentlich so machen. Also: außer geheim sein.

  30. Zeitungsausschnitte sammeln,...
    Zeitungsausschnitte sammeln, Steuergelder verbraten, nichts sagen.

  31. @ Don,

    gut gemacht! Mir gibt...
    @ Don,
    gut gemacht! Mir gibt es jedenfalls zu wenige Wikileaks oder unabhängige Aufklärer in dieser Welt! Mir wird zu viel „unter den Tisch“ gekehrt oder darunter gehalten.
    Leider sieht es – meiner Meinung nach – bei uns in der BRD nicht anders aus. Wir sind weitestgehend ein Überwachungs- und Polizeistaat geworden. Eine immense Sammlung von Daten, ganz egal ob von Telefon, Internet, Fax oder E-Mail. Alles wird „furchtbar“ gerne gesammelt und wenn es denn auch geht, ausgewertet. Fast könnte man behaupten; wir nähern uns dem ehemaligen Unrechtstaat der DDR an.
    Wie viele heutige Politiker (1, 2 und 3 Riege) sind in diesem DDR-Staat aufgewachsen, großgeworden und hatten sich dort eingerichtet. Wer es nicht „besser“ weiß, der bringt es uns nahe!
    Heute ist Deutschland größer geworden und überwachter. Offenbar stehen die Bürger dieses Staates alle unter Generalverdacht …
    Irgendwie vermisse ich zunehmend Menschen, die einen Missstand erkennen und diesen klar, deutlich und unmissverständlich aufklären, an die Öffentlichkeit gehen und somit auch Staaten korrekte Grenzen aufzeigen.
    Statt diese Menschen zu bestärken wird meist versucht, sie auszuschalten. Das geht heute soweit, dass persönliches Gefährdungspotential für Leib und Leben besteht. So jemanden wirtschaftlich zu ruinieren ist ja mittlerweile schon eine gefestigte Standardmethode.
    Sehr gefährliche Entwicklungen hin zum totalen Überwachungsstaat, der dann auch noch entsprechendes reglementiert, zementiert und platt macht – alles zum Wohle seiner Bürger. Wie zynisch!
    Mehr unabhängige Aufklärung kann da helfen. Ich jedenfalls wünsche mir das sehr!
    Viele Grüße Tom2010

  32. @N.A.v.Saage( nebenbei, haben...
    @N.A.v.Saage( nebenbei, haben Sie das Indiscretius wegen dem Apronym weggelassen): laut Tim Weiner „CIA-die ganze Geschichte) nichts Sinnvolles, viel Geld verpulvern, sich in Vergangenem sonnen, in einem halben Jahrhundert zweimal richtig liegen und ihre Unverzichtbarkeit betonen.

  33. ...ihre geheimen Geheimnisse...
    …ihre geheimen Geheimnisse an geheimen Orten mit anderen Geheimnisträgern austauschen.

  34. Muscats Unverständnis bezieht...
    Muscats Unverständnis bezieht sich wohl nicht auf die, die andere in den Krieg schicken, sondern eher auf jene, die sich hinschicken lassen.

  35. ilnonno: 100 Pkte....
    ilnonno: 100 Pkte.

  36. 1984 jemand?
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    Habe mir sagen...

    1984 jemand?
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    Habe mir sagen lassen, dass die schweren Jungs Wichtiges eh nur von Mann zu Mann besprechen und die Chipkarte aus dem Handy nehmen ehe sie zu einem wichtigen Treffen gehen.
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    Davon, dass auch von regulären Einheiten westlicher Staaten auf die eigenen Leute geschossen wird oder, gerade bei Antiguerillakriegen, Frauen, Kinder und Greise geschunden, vergewaltigt und gemeuchelt werden – natürlich wahrscheinlich nicht als systematische Taktik aber so wie jemand mal im Suff in den Graben rast, dürfte niemand überrascht sein, der je mit einem ehemaligen Infanteristen i.w.S. in einem nachdenklicheren Augenblick gesprochen hat: Hass, Psychopharmaka oder Alkohol, ANGST, Gruppendynamik veranlassen so etwas. Vielleicht hat nur unsere Friedensgeneration dieses Wissen um die Natur des Menschen verloren. Ich habe damit nicht gesagt, dass jeder Soldat so etwas getan hat oder alle Soldaten Verbrecher sind. Im Gegenteil. Aber möglicherweise ist der, der nie gefehlt hat auch nur der, der nie in der entsprechenden Situation war.
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    Der Kampf ist wahrscheinlich Teil des Dunklen im Menschlichen. Zu reduzieren, zu zivilisieren, zu zähmen vielleicht und bis zu einem gewissen Grade. Aber nicht auszuschliessen. In Si vis pacem para bellum ist mehr Wahrheit als mir gefällt. Es heisst auch nicht dass Alles dazu taugt und damit getan oder finanziert werden muss. Aber so lassen sich Menschen, zumindestens die Generation derer die sich nach 9-11 engagierten, auch in den Krieg ziehen.
    Mal abgesehen davon dass zumindestens Afghanistan kein Krieg ist, dazu braucht es nämlich mindestens zwei Staaten und das ist auch schon eine erste Zivilisierung des gegenseitigen Abschlachtens.
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  37. Sehet hier das...
    Sehet hier das Flintenweib,
    Schiesst Maenner ab zum Zeitvertreib.
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    http://syllabicinterlude.files.wordpress.com/2009/11/la-commune-stamp.jpg

  38. Filou, ich möchte Ihre...
    Filou, ich möchte Ihre gestrigen Bemerkung zu den Abwesenden (in den Kommentaren des letzten Eintrags) aufnehmen: kaum sind die lebenserfahrenen Stimmen in den Ferien, werden in Don’s Blog Themen auf Robinsonspielplatzniveau verhandelt. Krieg, Männer, Geheindienste. Die Stützen der Gesellschaft als Geisterbahn. Wir bauen die Zukunft!
    .
    Übrigens, Nicander A. von Saage, interessieren Sie sich deshalb für Geheimdienste, weil Sie gestern die Frage von HansMeier555 (zu Ihrem Eintrag) nicht beantworteten?

  39. A propos geheime Papiere: Hat...
    A propos geheime Papiere: Hat es nun Mondlandungen gegeben oder nicht? Der FAZfürst ist dafür, scheints. Und hier? filou? muscat? specialmarke? Don? v.Saage? Ihre Meinung, bitte.

  40. Schnurpelchen, ganz sicher gab...
    Schnurpelchen, ganz sicher gab es immer nur die Landungen hinter dem Mond.

  41. Wehrter Don,
    Ihr schreibt...

    Wehrter Don,
    Ihr schreibt einen sehr interessanten Artikel.
    Doch möchte ich Euch zwei Fragen dazu stellen, so Ihr erlaubt.
    “ Glaubt Ihr das die vom Volk gewählten Vertreter der Demokratie dienen?“
    “ Ist die jetzige Form der Regierung noch eine demokratische Regierung?“
    Endschuldige Sie meine Aufdringlichkeit, einen angenehmen Tag
    wünsche ich Ihnen noch.
    Herzlichst P

  42. Zitat einer Freudin:...
    Zitat einer Freudin: „Wikileaks ist die Weiße Rose unserer Zeit.“

  43. Die Mondlandung hat es NICHT...
    Die Mondlandung hat es NICHT gegeben. Keine einzige gab es. Im Auftrag der amerikanischen Regierung inszenierte der englische Regisseur Stanley Kubrick unter geheimsten Umstaenden alle Landungen. Kubrick verwendete dazu die Kulissen seines Filmes „Odyssee im Weltraum“, die sich noch im Fundus der Produktionsgesellschaft Paramount befanden.
    Als Ende der 60er Jahre Zweifel an der Echtheit der Ereignisse auftauchten, ersann das CIA eine Vernebelungsgeschichte, die es unter dem Namen „Unternehmen Capricorne“ verfilmen liess. Dies diente allein dem Zweck, eventuelle Verschwoerungstheorien der Laechelichkeit preiszugeben.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Unternehmen_Capricorn
    .
    (Quelle: Encyclpedia Filusia, Salon-de-Provence, 1999)

  44. Angeblich sind in den...
    Angeblich sind in den veroeffentlichten Dokumenten auch Namen von Afganen enthalten, die mit den Amerikanern kollaborieren. Die sollten sich jetzt alle verstecken muessen. Dass es im Namen der Sache Opfer geben wird, ist doch wohl klar.

  45. Besucher, das hat sie sehr...
    Besucher, das hat sie sehr schön gesagt.
    .
    Paulchen, sagen wir so: Es macht Druck auf die Politiker, sich eine andere Rolle zu suchen. Oder in Angst zu leben. Es verändert die Machtbalance. Nicht umfassend, aber bedeutend.

  46. Schnurpelchen, mal ehrlich:...
    Schnurpelchen, mal ehrlich: Ist das von Bedeutung? Ich glaube schon, aber auch wenn nicht: Es ändert nichts an meinem Leben.
    .
    Rosinante, es ist natürlich nicht das Kernthema, aber es war mir nach einigen weniger geistreichen Wortmeldungen des „bürgerlichen“ Lagers der Militärfreunde ein Bedürfnis, mal meine Sicht der Dinge aufzuschreiben.

  47. Nein, Schnurpelchen, die...
    Nein, Schnurpelchen, die Mondlandung war eine Erfindung der Geheimdienste. Die Logistik dieses Bluffs und seiner somnambulen Statisterie hat Steve Jobs pränatal entwickelt. Alle Hintergründe werden im nächsten Jahr in Form von 5,6 Millionen Seiten auf Wikileak geschaltet. Aber bitte, nicht verraten. Und übrigens, da Wikileak ja der neue Voltaire ist: Steve Jobs ist der neue Robin Hood und unser Don der neue Denis Diderot. In Hollywood soll unter dem Arbeitstitel (ich übsetz‘ ‚mal) „Die Nerds im 18. Jahrhundert“ gerade ein Drehbuch geschrieben werden. Sollte Brad Pitt in der Produktion eine Hauprolle erhalten, will er seine Gage dem Human-Event „Blumen für Kabul“ abtreten.

  48. @ Nicander A. von Saage und...
    @ Nicander A. von Saage und alle anderen,
    erinnern Sie sich an Bölls Berichte zur Gesinnungslage der Nation? Diese Satire zu Geheimdienstaktivitäten ist zwar schon etwas älter (1975 wenn ich mich nicht irre), ich mag sie aber, und daher sei sie wärmstens empfohlen.

  49. Rosinante, für den Diderot...
    Rosinante, für den Diderot bin ich zu monogam.
    .
    expat, das behauptet der ehemalige, hierzulande würde man sagen rechtsextreme Redenschreiber von Rumsfeld und Bush in der Washington Post. Das ist ähnlich überzeugend wie eine Aussage zur CSU im Neuen Deutschland.

  50. Monogamie ist wie Mumps, eine...
    Monogamie ist wie Mumps, eine Krankheit die man einmal kriegt-und vergeht.

  51. Wazzerpferdt, ich empfehle zu...
    Wazzerpferdt, ich empfehle zu dem Thema stets „Mohrenwäsche“ von Tom Sharpe.
    .
    icke, es ist gerade ein Zeichen von entwickelten Zivilgesellschaften, dass sie keine Lust auf Kämpfe haben, und die menschliche Natur…. natürlich finden manche Ballerspiele spannend, aber meine Natur ist anders.

  52. Die Deutschen und die...
    Die Deutschen und die Franzosen sind Nachbarn, sie reden miteinander doch kaum – warum denn nicht? Für 2 SFR habe ich in einem Antiquariät in Zug ein, auf amerikanisch, Coffee-Table-Book – „Voltaire Chez Lui – Genève et Ferney“ gekauft. Auf S. 8 „On sait que l’expérience de Voltaire à Berlin et Potsdam auprès de Fréderic II, s’acheva désastreusement. Le Roi de Prusse sut faire savoir lequel des deux était le mâitre….Voltaire prend alors, à la fin de 1754, le chemin du Léman…“

  53. Filou, da sagt meine Erfahrung...
    Filou, da sagt meine Erfahrung etwas anderes. (Vielleicht werde ich aber einfach nur alt)
    .
    Tom2010, genau über solche Fragen, die ja immer an Computern und Daternübertragung hängen, soll es hier bei uns auch gehen. Aber auch, was man dagegen tun kann.

  54. Don, ts ts, Tom Sharpe. Was...
    Don, ts ts, Tom Sharpe. Was Sie so alles lesen.
    # 16:14, das kann ich nachvollziehen. Einfach liegen bleiben und warten bis die Naechste kommt (siehe das Gleichnis von der Strassenbahn).

  55. muscat, hihi.
    Din Alphonso:...

    muscat, hihi.
    Din Alphonso: Wäre das von Bedeutung, hätte ich nicht gefragt. Privatissime meine ich: falls es die Mondlandungen nie gab, sind sie doch gut erfunden. Mich interessieren dennoch die fachlichen Meinungen der klugen Commentaristas hier.

  56. Filou, die "Odyssee im...
    Filou, die „Odyssee im Weltraum“ ist derart schlecht gemacht, dass sie die Qualität der Mondlandefälschung (falls eine) gut erklären würde. Ich selbst war zu Zeiten der echten oder falschen Mondlandung noch nicht sublunar, muss mich also auf Worte gereifterer Menschen verlassen. Vor allem derer, die damals schon mit Verstand vor den Bildschirmen sitzen konnten.

  57. @Nicander A. von Saage:...
    @Nicander A. von Saage: Löcher ins Celler Gefängnis sprengen zum Beispiel als False Flag Aktion. Oder selbst gekauftes Uran mit einer Verkehrsmaschine nach Bayern ’schmuggeln‘, um die ‚Schmuggler‘ höchstderoselbst festzunehmen. Geheimdokumente privat an andere verkaufen. Braune NPD-Sauce mitköcheln. Dazumalen den Eichmann decken vor deutscher Justiz und israelischen Geheimdienstlern. Ach, und so weiter, und so fort. Etwas weiter westlich begnügt man sich mit solchen Mumpitz natürlich nicht. Da werden demokratisch gewählte Regierungen gestürzt (Guatemala, Chile), Diktatoren und Fundamentalisten unterstützt (Taliban, Pakistan) und Waffen-Waffen-Waffen in eine-schmutzigere-als-die-andere Hand zirkuliert…
    .
    Welche Antworten wohl aber die Kinder solcher Schlapphüte bekommen, wenn sie fragen: ‚Papi, was machst Du eigentlich so den ganzen Tag?‘

  58. Den Kommunismus hat es auch...
    Den Kommunismus hat es auch nicht gegeben. Er ist eine Bismarck’sche Erfindung, um das Zarenreich langfristig zu schwaechen. Ein russischer Lehrer (schon wieder die Lehrer) setzte sich an die Spitze der Bewegung, transkribierte die Marx’schen Theorien in russische Verhaeltnisse und verstand dabei alles falsch. Die Ergebnisse sehen wir heute: Merkel, Teuerung, Afghanistan, Mauerfall, Till Schweiger.

  59. Don Alphonso eine gute...
    Don Alphonso eine gute wertvolle Betrachtung. Nur der gleichwertige Verweis auf die Steuer-CD hinkt. Du prangerst die Macht des Staates an und deren Auswüchse. Bei den Steuern stellt sich möglicherweise die Frage anders als beim Krieg. Ist es unter Umständen nicht auch zügellose Macht des Staates wenn er einfach bestimmt wieviele Steuern zu zahlen sind? Ist dann möglicherweise die Steuerflucht nicht ein Mittel, um sich gegen diesen Machtmissbrauch zu wehren? In der Schweiz stehen die Gemeinwesen im Steuerwettbewerb und die Bürger haben Einsicht in die Rechnungen der Gemeinden, der Kantone und des Bundes. Sie können auch über Ausgaben und Steuerfüsse bestimmen. Dadurch wird die Macht des Steuereintreibers beschränkt und der effiziente Umgang mit dem Geld des Bürgers gefördert. Und wie ist es in der Bundesrepublik? Wie kann der Bürger die Steuereintreibende Macht kontrollieren? Darf sich der Staat mit gestohlenen Daten seine Steuermacht sichern? Ist das bürgerlich? Mir scheint das alles ist nicht so einfach.

  60. Schnurpelchen, zu Zeiten der...
    Schnurpelchen, zu Zeiten der Mondlandung (der ersten) war ich Werkstudent. Von einem gereiften Menschen kann also nicht die Rede sein.
    Ich musste damals meine pelzige Zunge (die Chemieluft Leverkusens) mit viel Bier gesunden lassen.

  61. Filou, also waren Sie dabei,...
    Filou, also waren Sie dabei, wenn auch nicht durchweg nüchtern. Wenn Sie als Augenzeuge also eine Fälschung erkannten, wird es eine Fälschung gewesen sein. Erscheint mir auch so, denn zu meiner späteren Werkstudentenzeit hat man uns Kurzreisen behäbiger Fähren als „Raumfahrt“ verkauft. (Flughöhe < 400 km, von München aus also kaum bis nach Frankfurt gepurzelt.) Bis zum Mond ists doch etwas weiter und bräuchte wohl bessere Technologie...

  62. Im Grunde ist es doch völlig...
    Im Grunde ist es doch völlig egal, ob wir von Kriegsverbrechen in Regierungsauftrag erfahren oder nicht.
    .
    Es gibt überhaupt kein „liberales Bürgertum“, zumindest nicht als politischen Faktor. Es gibt vielleicht so Bürger, die persönlich ganz liberal eingestellt sind und auch so daherreden. Das schon. Aber die können Staat und Politiker getrost ignorieren.
    .
    Die Mehrheit der (sowohl der Bürger wie der Bevölkerung) unterstützt prinzipiell immer den Machtstaat und würde sich niemals einfallen lassen, wegen irgendwelcher Freiheitsrechte irgendwelcher linken Spinner oder islamistischen Terroristen irgendwelche Nachteile zu riskieren.
    .
    Die Politiker wissen das auch und können ruhig weiter Zivilisten ermorden lassen. Im Zweifelsfall engagieren sie sich einen Juristen, der dann erklärt, warum das alles völkerrechtlich legal ist und damit hat es sich dann.

  63. Aber einen Fernseher hatte ich...
    Aber einen Fernseher hatte ich damals auch schon. Es geht das Geruecht, die Hebamme habe nach meiner Geburt statt der Placenta einen Fernsehapparat aus dem Schoss gezogen (bei Hollaendern ist’s ein Fahrrad).

  64. @Don: Schöner Artikel -...
    @Don: Schöner Artikel – Wikileaks hat natürlich ein Mengenproblem, so wie alle anderen Informationsverarbeiter auch (und wer kann schon ernsthaft 90.000 Dokumente verdauen).
    Von daher werden auch nur die ganz großen Dinge auf Wikileaks landen, während der normale Bürger mnachmal auch gerne ein Wikileaks für die Kommunalverwaltung seines Heimatdorfes hätte.

  65. Rechtzeitig zum 80. Geburtstag...
    Rechtzeitig zum 80. Geburtstag von Neil Armstong landet also Wikileaks auf der Schattenseite der Gesellschaft und funkt uns Bilder zu. Wir jubeln Fortschritt. Und sind 384.400km weit weg.

  66. So so "Wikileaks ist Weiße...
    So so „Wikileaks ist Weiße Rose“, bedeutet dies, dass die Gegner dann auch gleichzusetzen sind – die Illusion von Rechtsstaat und Demokratie also aufzugeben ist?
    .
    Wenn nicht, warum braucht es dann Wikileaks? Warum müssen diejenigen. die auf die Wahrheit hinweisen sich gut verstecken und „brauchen ein schnelles Pferd“? Warum werden sie als Denunzianten oder Nestbeschmutzer beschimpft?
    .
    Wäre in einem demokratischen Rechtsstaat Schutz von Whistleblowern nicht besser und systemkonformer durch Recht als durch Anonymität (solange sie denn hält) zu gewährleisten? Warum diskutiert alle Welt über Wikileaks aber kaum jemand darüber was insoweit zu tun wäre?
    .
    Fangen wir z.B. damit an illegalen Geheimnissen den Schutz der Rechtsordnung zu versagen, Repressalien gegen Whistleblower zu verbieten und unabhängige Ermittlungsbehörden in Duisburg und im Rest der Republik zu schaffen!

  67. jetzt habe ich ganz vergessen...
    jetzt habe ich ganz vergessen es rechtzeitig zum jahrestag zu posten:
    2. August 1980 10.25
    http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3862&alias=wzo&cob=510014

  68. Besucher05. August 2010, 15:45...
    Besucher05. August 2010, 15:45 Zitat einer Freudin: „Wikileaks ist die Weiße Rose unserer Zeit.“
    Sie wissen schon, d ass die weisse Rose das Zeichen der „Bürgerlichen“ (schon wieder auf den Sprachgenrauch der FDP hereingefallen) ist, in Aut m.W. zur Parlamentseröffnung das der ÖVP…

  69. Berthold, und dazu das Buch...
    Berthold, und dazu das Buch von Umberto Eco.
    .
    A propos Weisse Rose: ich halte den Vergleich fuer nicht haltbar. Die Geschwister Scholl und ihre Freunde handelten ihrem Gewissen folgend individualistisch, idealistisch- und unter UNMITTELBARER Lebensgefahr. Es war zu den Zeiten verdammt viel gefaehrlicher sich mit den Nazis anzulegen, denn als Internet-Unternehmen in einem Rechtsstaat (die USA sind es noch) Dokumente zu veroeffentlichen.

  70. @ Schnurpelchen :
    a) Die Amis...

    @ Schnurpelchen :
    a) Die Amis waren auf dem Mond. Dann haben die in einer miondestens ebenso grossen Leistung von Dummheit die Unterlagen der Raketenpläne verbummelt und das knowhow an hundertausenden Kleinigkeiten zum Flug schlicht vergessen.
    b) Sie waren nicht auf dem Mond. Wo sind die Abermilliarden geblieben?
    .
    Die Wahrscheinlichkeit ->HEUTE<- auf den Mond zu kommen ist hoch. Der Aufwand wäre immens und die Technik müssste in hunderttausenden Jahren Ingineursarbeit entwickelt werden. Eine Rückkehr vom Mond (nach einer Landung) halte ich auch heute für vollkommen ausgeschlossen. Die Amis waren nie auf dem Mond und sie haben den 9-11 selbst gemacht. Soweit meine 5Cent dazu.

  71. @ Guido Strack 05. August...
    @ Guido Strack 05. August 2010, 17:35 :
    Die Antwort ist simpel : keiner lässt sich gerne den Spiegel vorhalten, wenn da eine hässliche Fratze zu sehen ist.
    Die westlichen Demokratien haben die restliche Welt nicht beglückt, sondern dransaliert.
    Das der Westen auf einem sehr dünnen Eis läuft und sich selbst durch Übertreibungen im Wirtschaftsbereich in Hintertreffen gebracht hat verstärkt die Angst vor „Wahrheit“.
    Die Rache macht Angst.
    .
    Im Übrigen ist „Wahrheit“ ein höchst subjektiver Begriff ohne jeden Inhalt. „Ich sage die Wahrheit“ bedeutet nur : ich sage was ich denke zu wissen und versuche meine persönlichen Interessen hinten an zu stellen.
    Wahrheit ist eine Illusion.

  72. Wehrter Don,
    danke für Ihre...

    Wehrter Don,
    danke für Ihre Antwort.
    Herzlichst P.

  73. @ Don

    ich halte es...
    @ Don
    ich halte es persönlich so, dass ich versuche in meinem direkten sozialen Umfeld – also Familie, Freunde, Kunden und zufälligen Begegnungen (wenn es passt) – aufzuklären und-/oder zu informieren.
    Das ist schon eine Menge …
    Ich halte es selber so, dass ich nicht predige, sondern vielmehr versuche über einigermaßen intelligente Fragestellung zum Nachdenken anzuregen. Leider erschöpfen sich damit dann langsam auch meine persönlichen Möglichkeiten.
    Wenn wir jetzt technische Möglichkeiten betrachten, dann rate ich gerne dazu sich zu überlegen was man möchte oder bezwecken will.
    Sollen Unterlagen persönlich und vertraulich bleiben, bedarf es natürlich einer entsprechenden Verschlüsselungstechnologie zwischen E-Mail und Serveraustausch. Der Server selbst sollte innerhalb bestimmter Bereiche ebenfalls verschlüsselte Verzeichnisse bieten. Die sicherste Möglichkeit ist natürlich einen eigenen Server zu administrieren oder über einen eigenen Server zu verfügen, der einen direkten Anschluss in das Internet bietet.
    Quelloffene Open Source Software bietet die höchsten Standards zwecks Verschlüsselung und kommerzielle Software ist undurchsichtig. Niemand weiß ob es keine Schnittstelle zum mitlesen gibt. Für wen auch immer. Bei Open Source arbeiten viele daran und es wird einem davon immer auffallen, ob hier ein Hintertürchen aufgelassen wurde.
    Man sollte sich auch klar machen, dass z.B. eine E-Mail wie eine Postkarte ist. Wer teilt auf einer Postkarte vertrauliche Informationen mit??? In jeder E-Mail findet sich massenhaft vertrautes.
    Beim privat oder beruflich genutzten PC unter Windows könnte man auch sämtliche Protokollierungen abstellen. Wer tut das denn? Der PC sprich das Betriebssystem von Windows protokoliert alles, ständig und andauernd. Das lässt sich alles hervorragend auslesen und der, der es tut ist bestens informiert. Das könnte ich jetzt stundenlang weiter ausführen, denke aber dies sprengt den Rahmen hier.
    Es bedarf immer und jederzeit eines persönlichen Sicherheitsbewusstseins und eines persönlichen Sicherheitskonzeptes, auch für den, der nichts „Böses“ im Schilde führt. Privat ist privat und sollte es auch bleiben! Dies betrifft selbstverständlich auch geschäftliche Informationen und ich möchte gerade selbst nicht wissen, wer alles momentan Konstruktionspläne, E-Mails, Schriftverkehr, Patente, Anträge, Steuerbescheide, Bankkonten, Datenübertragungen, etc. – alles Inhalte, die nur für einen bestimmten Personen gedacht sind – mitliest, protokolliert, abspeichert und auswerten lässt?!
    Längst haben wir uns daran gewöhnt – zumindest die überwiegende Mehrheit der Bürger – alles ohne eigene Vorkehrungen mal schnell zu senden. Fahrlässig nenne ich so etwas!
    In diesem Sinne und viele Grüße
    Tom2010

  74. "Die wahrhaft unangenehme...
    „Die wahrhaft unangenehme Überlegung aber ist die Frage, was für eine Gesellschafts- und Herrschaftsform wir haben, wenn es eine Organisation wie Wikileaks braucht, um den Militärs Grenzen zu setzen, und die Gesellschaft ein Stück weit ehrlich zu informieren. “
    Gute Frage! Und Danke für diesen wichtigen Artikel!

  75. Warum regen wir uns über die...
    Warum regen wir uns über die Washington Post auf, wo wir doch die ZEIT oder den Berliner Tagesspiegel haben?
    .
    Als im Mai 2004 die Bilder aus Abu Ghuraib auftauchten, hat Josef Joffe die deutsche Presse dafür getadelt, dass sie hysterisch von „Folter“ reden, wo die professionelle US-Presse nur von „Misshandlungen“ spräche — und ausserdem sei auf den Bildern von Folter gar nichts zu sehen, sondern nur von „Sado-Maso-Spielchen“. Folter sei das gewesen, was Stalin und Hitler gemacht haben.
    .
    Tatsächlich hat mir dann der freundliche Community-Organisator und ZEIT-Redakteur Johannes Kuhn ein anderes Mal den Begriff „Folterstaat“ aus meinem Kommentar entfernt. Für die USA dürfe ich den nicht benutzen, schrieb er mir in einer Mail. Denn selbst wenn die USA hin und wieder tatsächlich ihre Häftlinge foltern, dann sei das ja dort immer noch eine Ausnahme.
    .
    (Zitate sinngemaess und aus dem Gedaechnis).

  76. Das muss ich dem Wolfgang Blau...
    Das muss ich dem Wolfgang Blau erzählen, wenn ich nochmal mit ihm auf einer Veranstaltung sein sollte. Soweit ich weiss, hat sich beim Communitymanagement bei der Zeit viel getan.

  77. Danke, wir stimmen herzlich...
    Danke, wir stimmen herzlich zu.
    .
    Sicher ist es auch so, dass viele deutsche Bürger sich in den letzten Jahrzehnten zwischen den Blöcken – und vielfach auch aus nachvollziehbren Gründen – relativ bequem eingerichtet hatten. Und sich nun dies auch ändert.
    .
    Wer mag schaue bei Google Earth von oben auf folgenden Orte herunter und sehe sich z.B. mal die dort befindllichen Flughäfen aus Zeiten des Kalten Krieges an. Infrastruktur, die zum Teil auch heute noch genutzt wird. (Es sind hier u. u. auch viele Orte in Fankreich, weil es wie bekannt mit Mach 2 für einen Angreifer aus dem Osten nur 20 Minuten gedauert hätte, die BRD zu überqueren; zu wenig Zeit, dichter an der Zonengrenze Militärflughäfen zu haben … .)
    .
    Damblain – Spangdahlem – Trapani/Birgi (Sizilien) – Luxeuil-Les-Bains/Saint-Sauveur – (westl.) Malbouhans – (nordwestl.) Mirecourt – Geilenkirchen – Ochey/Thuiley-aux-Grosilles – Araxos (Penopoles) – Rosieres-en-Haye – Liehon – Metz/Frascaty (südl.; zur Zeit von deutschem Oberst kommandiert)- Ramstein – („Robinson“) westl. Saint-Dezier – Klein-Brogel (Peer, Belgien) – Dommartin-la-Chaussee – (westl.) 2x Montichiari – Regniowez – Rouvres-en-Woevre – Fontaine / Reppe (bei Belfort) – Bitburg – Rota bei Jerez (Rota Naval Station) – Büchel -Serra Porto de Urso/Villa Real – Sandelerburg/Jever – Hahn – Ippenschied (Bad Sobernheim) – ohne jeden Anspruch auf Vollzähligkeit
    .
    Diesen Nato-Flughäfen (wohl überwiegend NATO) stand seit 1982 in entsprechender Qualität, wie Wikipdia sagt, ein DDR-Flughafen gegenüber: Holzdorf (Jessen, Elster; südl. Berlin) (http://de.wikipedia.org/wiki/Fliegerhorst_Holzdorf)
    .
    Die Landesvereidigung hat Europa wohl die letzten Jahrzehnte durchgängig viel Geld gekostet. Und der Nato-Generalsekretär Manfed Wörner hat, wie man zu wissen meint, unter den jungen deutschen Männern anscheinend überwiegend keinen starken Run auf dies Amt ausgelöst. „NATO-Generalsekretär? Möchte ich auch mal werden!“ haben sich anscheinend beispielsweise eher wenige gesagt.

  78. @HnsMeier555, echt? Das hat...
    @HnsMeier555, echt? Das hat der geschrieben? Folterstaat gestrichen? Ein Redakteur?
    Ich fasse es nicht.

  79. @ HansMeier555 05. August...
    @ HansMeier555 05. August 2010, 18:42:
    Wir haben eine Politikerkaste, die mit den Schulen die Axt an der Wurzel der denkenden Menschen ansetzt.
    Die paar die in Deutschland lesen und schreiben beherrschen müssen, holen wir aus dem Ausland. Da wird sowieso das bessere Deutsch gesprochen und geschrieben …………
    Es lebe das Volker der Dichter und Denker.

  80. Zitat Joffe (Mai 2004, aus dem...
    Zitat Joffe (Mai 2004, aus dem Tagesspiegel: „Fragen an Josef Joffe“)
    „Die Amerikaner wissen, anders als die hiesigen Medien, sehr wohl zwischen „Folter“ und „Misshandlung“ (abuse) zu unterscheiden. „Folter“ sind unerträgliche Schmerzen bis zum Tod, wie es Gestapo und NKWD mit ihren Opfern gemacht haben; was in Irak geschehen (bzw. auf Bildern zu sehen) ist, sind Erniedrigung, Bedrohung und SM-Rituale (der Gefangene an der Leine der jungen Soldatin). Trotzdem haben sich Präsident und Verteidigungsminister klaren Wortes entschuldigt und rechtliche Schritte eingeleitet, was dem Moralgefühl der Amerikaner entgegenkommt, die diesen Krieg für gerecht, ohne sich selber für unfehlbar zu halten.“
    .
    Damit wollte er, wir mir scheint, sagen:
    1. Folter ist definitionsgemäß immer nur das, was die anderen machen.
    2. Was Folter ist, definieren die Eigentümer der Medienkonzerne
    3. Abu Ghuraib war kein Folter-Gefängnis, sondern ein Gratis-Puff.

  81. @Filou
    Das war in einem...

    @Filou
    Das war in einem Online-Kommentar wie hier, ich habe dort nicht als Journalist gearbeitet oder so.
    Das man als Begriff der deutschen Qualitätspresse in Bezug auf die USA diesen Begriff nicht gebrauchen darf (ausser vielleicht hinten im Feuilleton oder so) ist mir auch klar.

  82. Ich kenne einige Leute, die...
    Ich kenne einige Leute, die die Zeit wegen Joffe gekündigt haben. Und die waren alle nicht links.

  83. ""Sehr geehrter HansMeier555,...
    „“Sehr geehrter HansMeier555, …
    Uns ist es wichtig, dass in unserer Community kontrovers diskutiert wird, auf unnötige Polemik aber verzichtet wird. Den Begriff „Folterstaat“ für die USA sehen wir deshalb als unangemessen an, weil diese Benennung nur der Polemik, nicht aber der Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Thema oder der tatsächlichen Problematik dient. Zudem dürfte die damit einhergehende implizite Wertung der USA als totalitäre Nation objektiven Kriterien nicht standhalten. Sie können gern auf das von Ihnen genannte Problematik hinweisen, bitte aber auf einer argumentativen Ebene. Wir bitten Sie in jedem Fall, auf Ihre Wortwahl zu achten, auf Polemik zu verzichten und zu einem sachbezogenen Diskussionsverlauf beizutragen. Mit freundlichen Grüßen, Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT online““

  84. Holly01, Sie haben Rothenburg...
    Holly01, Sie haben Rothenburg bei Goerlitz vergessen. Wahrscheinlich noch ein paar mehr.

  85. Lieber Holly,
    die Deutschen...

    Lieber Holly,
    die Deutschen sind nicht besser als die Amerikaner, sondern nur bequem, ausser Übung und weit ab schon Schuss.
    Aber wir arbeiten ja daran.

  86. Sechault -...
    Sechault – vassimont-et-chapelaine (Vatry) – 02870 vivaise – etc., etc.

  87. @ Filou : verwechseln Sie das...
    @ Filou : verwechseln Sie das eventuell mit perfekt!57 ? Ist laut laut „earth“ aber eine schicke Gegend ;-).

  88. perfect!57, das galt...
    perfect!57, das galt Ihnen.
    Pardon Holly, kommt sicher noch mal vor. Ich kenne mich.

  89. @ Filou : Kein Ding. Ich...
    @ Filou : Kein Ding. Ich wollte nur sicher sein, daß ich nichts verpeile.
    Wenn ich direkt angesprochen werde, versuche ich auch adäquat zu antworten.

  90. @ Holly01
    Wahrheit ist ein...

    @ Holly01
    Wahrheit ist ein subjektiver Begriff – Sie haben doch in Ihrem Unterricht sicher die Patterntechnik gelernt, die von den Medien gern in ihrer mißbräuchlichen Form (der out of context Methode) verwendet wird. Wenn ich die Beiträge der letzten Zeit in diesem Forum betrachte, die sich zu einem bemerkenswerten Pattern formen, zeigt sich bereits eine charakterliche Tendenz.
    Ein einzelner Vorgang kann Zufall sein (Koinzidenz). Ein zweiter Vorgang läßt aufhorchen. Ein dritter Vorgang – Achtung! Da zeichnet sich doch ein Pattern ab!
    Es ist keine Erklärung oder Analyse notwendig. Der Fakt spricht für sich selbst! Der wichtigste Wirkungsfaktor des Patterns ist ihre Unbarmherzigkeit. Aber es
    ist nun mal der einzige Weg der existiert betreffs des Erkennens und der neutralen Beurteilung des wahren Charakter eines Menschen. Es gibt keinen andern Weg, so bitter das Charakterbild auch sein mag! Und so jemandem soll man vertrauen?
    Und zu Ihrem Wahrheit ist Illusion – versuchen Sie einfach mal, in die Schuhe eines anderen Menschen zu steigen und den Weg desjenigen, der vorher drin stand zu gehen. Ich wette, daß Ihnen bald jedwedes Sprechen oder Schreiben
    vergeht, weil Sie erkennen werden, wie Wahrheit „schmeckt“! Vonwegen dann Illusion!
    Ich hab´s mir abgewöhnt, über Menschen zu urteilen, in deren Schuhen ich noch nie gegangen bin – alles Erfahrungssache – Sie werden auch älter!

  91. @DA
    nachdem gerade heute deer...

    @DA
    nachdem gerade heute deer 20. Band bei mir eingetroffen ist
    http://www.sulzbach-rosenberg.de/index.php?id=0,250
    Investieren Sie doch nächstes Jahr im Juli mal eine Stunde für die Fahrt nach Norden.

  92. Ein Aspekt, der vor allem mir...
    Ein Aspekt, der vor allem mir Angst macht, ist der der Gewöhnung.
    Ein wirklich unschätzbarer Verdienst von Wikileaks ist es, dass hier und heute die bürgerliche Gesellschaft Farbe bekennen muss. Neben der Judikative (die ja laut Westerwelle falsch liegen dürfte).
    An wieviele Opfer gewöhne ich mich, bevor mir wieder einfällt, dass der Staat mit allen Mitteln daran gehindert werden muss, darüber zu entscheiden, wer lebt oder stirbt?
    In welch einer Gesellschaft wollen wir leben?
    In einer, die tötet um nicht näher definierte Ziele zu erreichen, die rein gar nichts mit Verteidigung zu tun haben? Sondern nur mit Machtpolitik, die am Souverän vorbei diskutiert wird? Wozu die Veranstaltung dann noch Demokratie nennen?
    Menschen wachsen an ihren Aufgaben und sie verkümmern an ihrer Ohnmacht.
    Mit jeder Lüge, mit jedem Coup und mit jedem Betrug an unserer Bevölkerung wird diese stumpfer, uninteressierter, roher, und letzlich asozial.
    Wikileaks, und man darf von Assange halten, was man möchte, bietet ein Forum für Dissidenten in dunklen Zeiten.
    Meine Unterstützung haben die.

  93. @ Der Schuh des Manitou 05....
    @ Der Schuh des Manitou 05. August 2010, 19:41 :
    Sie haben Recht („Recht“ haben ist auch subjektiv und inhaltslos, da es immer definiert und beschrieben werden muss).
    Ich interpretiere des Sachverhalt nur etwas anders als Sie.
    .
    Online und ohne Angst vor Repressalien zu schreiben verführt. Man (ich) neigt zu Pauschalurteilen, welche zu schnell und auf zu geringer Sachkenntniss beruhen. Man (ich) neigt zu starken Worten bei schwachen Inhalten.
    Ich (nicht man) bin 46. Wenn Alter bedeutet weiser zu werden muss ich sicher noch sehr viel älter werden.
    .
    a) Ich setze auf „Softpower“ und hoffe auf den Verstand der Leser. Meine Meinung wird ja schliesslich nicht angenommen, sondern höchstens zur Kenntniss genommen.
    b) Wenn ich etwas sehe: „weiss, einen halben Meter hoch, Watschelgang, orangene Füsse und geschwungener Schnabel“, dann schreibe ich „aha eine Ente“.
    Wenn es eine militärische Bombenattrappe mit Näherungssensor ist, dann habe ich Unrecht.
    Die Verifizierung von Argumenten und Meinungen, die in Presse, Online oder Bekanntenkreis geäussert werden, ist für Inhalte die einem wichtig erscheinen persönliche Verpflichtung.
    .
    Denken lassen kann man bei der einschlägigen Presse leichter haben als online.

  94. Wasser predigen und Wein...
    Wasser predigen und Wein saufen. Damit ist der Westen seit mehr als 60 Jahren höchst erfolgreich. Denn all die anderen stellen sich noch unmoralischer und vor allem dümmer an. Die Verteufelung der USA in diesem Zusammenhang in Deutschland hat eine lange Tradition, ebenso wie ihre Wirkungslosigkeit. Die Politik und Gesellschaft der USA kontrolliert sich nämlich selbst, trotz extremer, auch krimineller Ausschläge. Ja, auch Wikileaks ist vor allem amerikanisch. In diesem Forum hätte ich diesbezüglich etwas mehr Realitätssinn erwartet.

  95. Holly01

    Ich verstehe Sie sehr...
    Holly01
    Ich verstehe Sie sehr gut. An anderer Stelle schrieb ich bereits einmal, daß mich in meiner Heimatzeitung nur die Todesanzeigen interessieren – makaber – aber ich weiß, von welcher Partei diese Zeitung vereinnahmt ist. Warum muß ich mir dies antun, den Schmarrn, der links steht, rechts dementiert zu sehen. Und ohnehin zu wissen, in welche Richtung ich seit Jahrzehnten manipuliert werden soll.
    3 Jahre lang besaß ich sogar ein Parteibuch – das war die Zeit um 87 rum, als es hieß, Farbe zu bekennen. Es war ein Zufall, daß ich im Flieger neben einem Abgeordneten der Partei saß, zu der ich mich bekannte. Sie war auch nicht besser als alle anderen. Und die Nachfolgepartei eines Geschwaders gutzuheißen, das die Niederschlagung des Prager Frühlings ausdrücklich befürwortete – bitte – kommen Sie mir mit keiner Partei mehr an. Wenn Sie mich überzeugen möchten, dann tun Sie sich allerdings keinen Zwang an.
    Im Übrigen, ich war Klosterschüler und erinnere mich noch gut, daß wir vor den Wahlen beten mußten, daß die „richtige Partei“ die Wahl gewinnt. Damals haben sich vor den Apotheken meiner Heimat keine Schlangen gebildet, die Valium benötigten, weil sie Angst vor dem Wahlausgang hatten! Er war so sicher wie sein Chef.

  96. Ich schreibe dann doch mal...
    Ich schreibe dann doch mal was. Zunächst zu den durchgeleckten Informationen auf wikileaks. Da kommt also dieser Gefreite Tausendsassa, kopiert Dinge auf Medien (DVD, usb…) und sucht einen Weg wie er das weitergibt. Nach Zeitungsmeldungen gestern und Notizen auf Foren ( heise Verlag, ct, usw) half ihm ein „Hacker“. Der kanalisierte das zu wikileaks. Allerdings, Mr Hacker arbeitet sonst als Consultant für IT Sicherheit. Näheres dazu soll man in Langley, Va, erfahren können.
    Soso….
    Ich kenne einen hohen Offizier, der immer mal wieder in den Sitzungen des Verteidigungs-Ausschusses ist. Der könnte schwören, dass manche Themen wie etwa die „capture or kill Liste“ und die Frage was machen wir damit und dazu mit wem Thema im Ausschuss gewesen sind. Die Mitglieder (aller Fraktionen ) waren da, haben zum Beispiel dem Herrn Generalinspekteur (schon General W.) Fragen gestellt dazu, sie fanden seine Antworten etwas weit ausholend. Sie haben nachgefragt.
    Der Verteidigungsausschuss tagt nicht-öffentlich, die Unterrichtungen zur Einsatzlage sind – wie man an der geschlossenen Tür im Paul Löbe Haus und der Schrift auf dem Schild daneben erkennt, wenn man draußen warten muss – GEHEIM. Deswegen hier keine weiteren Details.
    Aber neu für die drin sitzenden Insider ist das was da in wikileaks steht eben nur in der Menge der Details.
    Andererseits, in der Welt schreibt derzeit ein Hauptmann über seine Einsatzerfahrungen aus Afghanistan, er ist dort Chef einer der Sicherungskompanien. Heute war in der Welt online sein Bericht über ein Feuergefecht mit den INS (Insurgenten) (so steht es in unseren Berichten).
    Die haben keine leaks, sie nehmen keine Rücksicht, sie befolgen keine Regeln. Das macht es schwer sich selbst an solche zu halten.
    Wenn man wissen wie es im Kampf im Soldaten aussieht lese man Keegan The face of battle (Gut referiert hier: http://en.wikipedia.org/wiki/The_Face_of_Battle)- Oder auch E.J.

  97. Das Gewohnheitsrecht auf...
    Das Gewohnheitsrecht auf Folter und die allegorischen Leichen im Keller
    .
    Ja, das hat schon was, insbesondere auch dieser geradezu prophetische Satz (siehe auch weiter unten @ HansMeier555): „Solange es noch eine Demokratie ist, und nicht wieder die Diktatur ostelbischer oder mittelwestlicher Junker- und Republikanergeneräle und ihrer aufgepappten Ministerallegorien auf dünnem Papier.“ Oh ja, und doch darf man sich nicht wundern, wenn die Geheimdienste in Zukunft da etwas mitspielen und eben Wikileaks mit Falschinformationen versorgen. Wie gesagt: es geht um den Krieg um Information und Gegeninformation (vgl.: http://blog.herold-binsack.eu/?p=1007).
    .
    @HansMeier555: Mir hatte da die Zeit-Redaktion vor nicht all zu langer Zeit gleich 2 meiner Beiträge, und dies zusammen mit der Stornierung meines Leseraccounts, gelöscht, nachdem ich nämlich im Zusammenhang mit der Neudiskussion um die Barschelaffäre von den „Leichen im Keller der Berliner-, resp. Bonner Republik“ sprach – und dies ohne weiteren Kommentar oder gar eines nett formulierten Hinweises bzgl. meiner Verfehlungen. – Kafka lässt grüßen! (Vgl.: Herold Binsack – ein Portrait, http://blog.herold-binsack.eu/?page_id=6.)
    .
    Den auch allegorischen Gehalt dieser meiner Anspielung wollte man mir offenbar nicht abnehmen.
    .
    Im Übrigen gibt es natürlich einen Unterschied zwischen einem Folterstaat und einem Staat der nur „gelegentlich foltert“. Dieser Unterschied dürfte in etwa parallel liegen zu dem zwischen einem faschistischen Staat und einem sich faschisierenden. Und was die USA angeht, da gibt es gleich zweierlei zu bemerken:
    .
    Erstens bleibt eine jahrzehntelange Kriegsführung nicht ohne Auswirkung auf die innenpolitischen Verhältnisse, sprich: auf die damit einhergehende Faschisierung, und zweitens ist das natürlich dieser Hinweis auf das „gelegentliche Foltern“ nicht nur eine geradezu rührende, denn vor allem unverschämte Verharmlosung gerade des wahren Ausmaßes der Folter unter US-Führung. Im Zusammenhang mit allen Kriegen der USA nach dem 2. Weltkrieg und noch mehr im Zusammenhang mit den von den USA installierten faschistischen Regimes in dieser Welt seit dem (da dürfte keines ohne die Hebamme USA/CIA auf die Welt gekommen sein, vgl. auch eines Henry Kissingers Kommentar im Kontext des Putsches in Chile: http://blog.herold-binsack.eu/?p=316), darf man davon ausgehen, dass für die USA, zumindest aber für deren Geheimdienste, die Folter die Regel sind. Vielleicht gar sind jene grotesken, um nicht gesagt zu haben: filmreifen Szenen in Abu Ghuraib eben auf dieses „demokratische Selbstverständnis“, nämlich auf ein Gewohnheitsrecht auf Folter im Namen der Demokratie, zurück zu führen.
    .
    Das in etwa hätte ich auch diesem Herrn der Zeit geantwortet.

  98. P.S: Mein Urlaub geht nächste...
    P.S: Mein Urlaub geht nächste Woche zu Ende, das ist mein einstweiliger Einstand.

  99. Lieber prince Matecki
    Stimmt...

    Lieber prince Matecki
    Stimmt es eigentlich, dass die Taliban keine Rücksicht nehmen und keine Regeln haben?
    Nehmen wir mal an, sie würden sich an unsere demokratischen Regeln halten und in Übereinstimmung mit diesen auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland „verdeckte Aktionen“ durchführen und „gezielte Tötungen gegen Entscheidungsträger der Bundeswehr“ durchführen, z.B. in Berlin. Wie fänden Sie denn das?
    Nehmen wir an, die deutsche Polizei schnappt so einen Taliban in flagranti, und er beruft sich auf das Kriegsrecht und sagt, dass er als Kriegsgefangener behandelt werden will, weil er ja nur legitime Ziele (z.B. Bundestagsabgeordnete) angreifen oder töten wollte.
    „Wir haben Regeln und die nicht“ — das sagt sich so leicht.

  100. @ prince Matecki - 05. August...
    @ prince Matecki – 05. August 2010, 21:10
    schon interessant was Sie da schreiben und eigentlich nur ein Beleg dafür, wie leicht es ist Insiderwissen zu erhalten und nur weil Sie jemanden kennen – obwohl GEHEIM.
    Wenn Sie es nun erfahren haben ist es ja nicht mehr geheim. Ein anderer Freund oder Bekannter hat es ja vielleicht auch schon erfahren und ob der Herr „hohe“ Offizier es nicht auch schon wieder anderen, weiteren Personen mitgeteilt hat, stelle ich mal dahin.
    Was ist nun geheim??? –
    „Deswegen hier keine weiteren Details“ schrieben Sie und deshalb muss ich nun davon ausgehen, dass Sie genau diese Details ja kennen!
    Schöne Geheimhaltung ist das! … und nur ein weiterer Beleg dafür, wie leicht es sich doch menschelt , so in der Welt des GEHEIMEN!
    Nix für ungut … Viele Grüße Tom2010

  101. Als Bush drohte, in den Irak...
    Als Bush drohte, in den Irak einzumarschieren, habe ich das bis zuletzt für Bluff gehalten, weil eigentlich klar war, daß dies keine einfache und schnelle Besetzung zwecks Installierung einer Demokratie werden könnte. Das Scheitern der Mission war im Grunde sicher. Um das einem Präsidenten zu sagen, dazu wären im Idealfalle Geheimdienste da. – Und wozu waren sie da? Damit der Präsident auf die unmittelbare Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen verweisen kann, die einem Präventivschlag dringend erfordern. Die Geheimdienste haben das herausgefunden. Nun ja, es ist bekannt, später fand sich nichts von diesen Massenvernichtungswaffen. Und der CIA hat zusammen mit der Army bestimmt sehr gründlich gesucht.
    .
    Dies allseits bekannte Beispiel zeigt eigentlich, wo das Problem liegt: Es gibt in den USA eine einflußreiche rechte Politikerkaste, deren Vertreter nur über ein sehr rustikales Weltbild verfügen. Provinzialismus, religiöser Fundamentalismus und die Gier nach Geld und Machtfülle bringen Leute an die Spitze eines Staates, die eigentlich in die Psychiatrie gehören.
    .
    Die Paranoia der Herrschenden halten die Geheimdienste am Leben und bedienen die Paranoia immer wieder von neuem aufs allerbeste. Und auch demokratische Politiker, wie der derzeitige Präsident, versuchen nicht ernsthaft, den Einfluß der Geheimdienste zu reduzieren oder besser zu kontrollieren. Die Arbeit von Wikileaks, die ich ohne Vorbehalte für außerordentlich wichtig halte, wird vermutlich nur dazu führen, daß der Apparat zur Überwachung des Internet ausufert zu einer erstickenden Kontrollinstanz.
    .
    Naiv wie wir waren, haben wir früher geglaubt, daß der aberwitzige Anfall von Verdachtsdaten zum Zusammenbruch eines Kontrollsystems führen wird. Der Stand der Technik ist leider anders. Daten speichern ohne Ende, kein Problem.
    Daten zusammenführen und mithilfe massenstatistischen Methoden zu den Profilen der Randständigen, der Oppositionellen, der unrechtmäßig Handelnden zu kondensieren, das geht längst alles. Wikileaks könnte zur Rechtfertigung einer zunehmenden Überwachung der Zivilgesellschaft durch die Geheimdienste werden.
    .
    Und schließlich Afganistan und alle künftigen Kriegsgegner. Die finden ganz gewiß alle ohne uns dem Weg in die Gegenwart. – Und mir fällt seit langem zu diesen Kriegen nur ein, daß sie zu einer Verrohung der amerikanischen und inzwischen auch unserer Gesellschaft beitragen und tausende von Soldaten als psychische Wracks zurücklassen, die mit ihren Problemen dann mitten unter uns leben. Man könnte sagen, der Krieg am Hindukusch kommt inzwischen auch nach Hindelang…

  102. Die Informationen, die wenigen...
    Die Informationen, die wenigen die ich habe, brachten mich auf eine steile, aber plausible Idee:
    .
    1. Am 11. September 2001 wurden die USA von islamistischen Irren angegriffen.
    2. Darauf muss jede Nation eine robuste Antwort finden.
    3. Der Feind war schnell ausgemacht, ebenso der Aufenthaltsort. Der Feind heisst Taliban, das Land heisst Afghanistan.
    4. Um diese Taliban zu vernichten, muss eine Art Krieg gefuehrt werden, wie er bisher nicht ueblich war. Dieser Krieg ist asymmetrisch, weil der Gegner sich nicht an die Regeln einer ordentlichen Kriegsfuehrung haelt, seinen Kombatantenstaus nicht zeigt etc.
    5. Der Gegner muss mit gezielten Aktionen eliminiert werden. Ein Krieg gegen ein ganzes Land, eine ganze Bevoelkerung ist nicht moeglich, sogar kontraproduktiv. Es ist kein Krieg der Nationen. Es ist ein Krieg gegen Banden.
    6. Fuer dieses Vorhaben braucht man Raum und Zeit.
    7. Die NATO-Partner dienen dazu, die afghanische Bevoelkerung so gut wie moeglich von den amerikanischen Aktionen fernzuhalten. Die USA wollen ihren Job ungestoert erledigen, die Partner halten ihnen den Ruecken frei.
    .
    @specialmarke, genau. Wenn der Normaalfghane von den Bedrohungen der Warlords und religieusen Irren befreit ist, wird er irgendwann seinen Weg finden. Ob das eine Demokratie im westlichen Sinne sein wird? Wozu? Hauptsache, die Leute koennen in Ruhe erst mal ihren Acker (oder Mohnplantage) bestellen.
    .
    Anmerkung: Die Hollaender haben ihre Sache wieder mal sehr ordentlich gemacht. Das Mandat in A. war befristet, eine Verlaengerung war parlamentarisch nicht mehr durchsetzbar. Als sind sie seit 1. August d.J. auf dem Rueckzug.
    Versprechen eingeloest. Vertrag erfuellt. Respekt.

  103. "Die Hollaender haben ihre...
    „Die Hollaender haben ihre Sache wieder mal sehr ordentlich gemacht“
    .
    Was heißt „wieder sehr ordentlich“
    .
    Wie in Srebenica ??

  104. matecki, man könnte...
    matecki, man könnte natürlich auch direkt mit den Leuten reden, die dort waren. Ob es zum Beispiel ein Konzept gibt. Falls ja, ob es die Leute verstanden haben. Und ob es funktioniert.

  105. zu den Daten: da ich gerade...
    zu den Daten: da ich gerade mit einem der großen Datenbankanbieter dabei bin ein Finanzsystem einzuführen: Da wird ein Plattenplatz von sagen wir mal 10 TeraByte konzipiert. Das ist mir schon jenseits von gut und böse vorgekommen. Mir hat dann ein anderer Berater gesagt, dass Boeing Datenbanken in der Größe von Exabyte hat. Damit ist die Mär, dass irgendjemand zu viel Daten sammelt, die er nicht mehr verwalten kann….

  106. Kritiker werfen den...
    Kritiker werfen den niederländischen Blauhelmen vor, sie hätten Teile des Massakers mitbekommen und durch Nicht-Einschreiten geduldet.
    In diesem Zusammenhang wird auch von Beihilfe zu einem Kriegsverbrechen gesprochen.
    Diese Kritiker konstatieren ein Versagen des niederländischen Bataillons, dem sich gezielte Vertuschungsversuche niederländischer Militärs und Politiker anschlossen.
    Versprechen eingeloest. Vertrag erfuellt. Respekt. – Nein!, denn keinen Respekt! Viele Grüße Tom2010

  107. Don Ferrando, Srebrenica ist...
    Don Ferrando, Srebrenica ist ein Schandfleck. Die Diskussion in NL war riesig. Daraus hat man die Lehren gezogen. A propos, haben Sie die herzzereissende ARTE-Dokumentation „Warriors“ gesehen? Da ging es um den Einsatz der Briten in der Gegend. Die Briten haben eine kriegserfahrene Armee. Das was dort geschah, hat sogar die alten Haudegen erschuettert. Man muss den Hollaendern gegenueber Gnade walten lassen. Nicht mehr und nicht weniger.

  108. @ BertholdIV,

    mitnichten,...
    @ BertholdIV,
    mitnichten, denn unabhängig des Speicherumfanges der Datensätze lassen diese sich wiederum mittels Softwarehilfe qualifizieren und somit auslesen, verarbeiten und zuordnen. Die schiere Größe spielt heute eher eine vernachlässigbare Größe.
    Viele Grüße Tom2010

  109. Tom2010, in Afghanistan haben...
    Tom2010, in Afghanistan haben sie ihren Vertrag sauber erfuellt. Mehr darf man nicht verlangen. Ich wuerde mir wuenschen, das die Deutschen auf eine aehnlich klare Art handeln wuerden. Den Hollaendern wurde gesagt, sie haetten die Amerikaner zu unterstuetzen, und dies fuer eine festgelegte Zeit plus Option auf Verlaengerung. In Deutschland laberte man von der Freiheit Deutschlands, die am Hindukusch verteidigt werden muss. Bis jetzt hat uns keiner deutlich gesagt, was wir da verloren haben. Immer dasselbe: wenn die Berliner Blaskapelle tutert, ist der Verstand im Arsch.

  110. Die Faschisierung der...
    Die Faschisierung der kleinbürgerlichen Demokratie
    .
    @Specialmarke: Sehr gut! Und ergänzen möchte ich, dass dieser Krieg in Afghanistan, der ja nun auch „unser Krieg“ ist, nicht ohne Auswirkungen auf die innere Verfasstheit dieser Bundesrepublik bleiben wird. Alles was ich zu den USA sagte, gilt selbstredend auch für Deutschland. Den Sicherheitsstaat ausrufen, das war nicht nur eines Schäubles Anliegen, das ist längst nämlich die ideologische Matrix für gegenwärtige wie zukünftige Regierungen (eines Köhlers Vorstoß führte nur deswegen zu dessen Sturz, weil alle Beteiligten bestürzt waren, über diese Plaudertasche). Alle Parteien, die sich dem anschließen, werden Regierungsparteien seien – im Bund, in den Ländern, wie in den Kommunen. Es ist daher auch nur eine Frage der Zeit (ein Thema abhängig von einer gewissen Schamfrist vielleicht: wann wird die „Gier“ z.B. eines gewissen Parteivorsitzenden linke Semantik überhaupt obsolet werden lassen?) bis sich die Partei „Die Linke“ da einfügen wird. Ist sie doch schon Regierungspartei in so etlichen Ländern, direkt oder indirekt. Klassenspezifisch gesprochen könnte man auch fragen: Wann wird sich das Kleinbürgertum (einschließlich seiner arbeiteraristokratischen Teile) auch in dieser Frage restlos der Bourgeoisie untergeordnet haben? Spätestens dann wird dieser Krieg in Afghanistan die Innenpolitik verändert haben. Die bürgerliche Demokratie, die ja im Wesen eine kleinbürgerliche Demokratie ist (die Bourgeoisie ist alles andere als demokratisch gesinnt!), ist mit der Wiedervereinigung eigentlich schon erledigt gewesen. Die (Finanz-)Krise, und natürlich auch die (Dauer-)Krise um den Krieg um Afghanistan hat den Herrschenden etwas das Konzept verdorben.
    .
    „Greenspan“ (http://blog.herold-binsack.eu/?p=1008), Goldman-Sachs und nun vielleicht gar Deutsche Bank referieren auf einen etwas anderen „Terrorismus“ als man ursprünglich dem Volk zu offerieren vorhatte. Gottseidank gibt es da die Edlen unter dieser Klasse, die Spender, die, die ganz sicherlich einen Sloterdijk zum „Weiter-so-Philosophieren“ ermutigen, die Gates, die Buffets und die anderen „Welt-Philanthropen“ (http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~EC88034BE87BE4AA9A43EB24828AB04E8~ATpl~Ecommon~Scontent.html) aus dieser Klasse. Soll doch Buffet gesagt haben, dass gewisse seiner Finanzkonstrukte „Massenvernichtungswaffen“ (ebenda) seien.
    .
    Das Kleinbürgertum hofft nun über die Skandalisierung eben solcher Themen seine Position zu stärken, der Bourgeoisie gewisse Teile seiner Macht abzuringen, oder wie die DKP (Deutsche Kommunistische Partei, unseligen Angedenkens) das mal ausdrückte: die Monopolbourgeoisie zurück zu drängen (so als wäre der Klassenkampf eine Art Stellungskrieg unter Gleichen).
    .
    Das was wir gegenwärtig erleben, ist eine Art Endkampf diesbezüglich, und selbstredend steht eine Faschisierung auf der Agenda. Das traurige dabei, aus der Perspektive der Helden eben dieses Kleinbürgertums, ist allerdings, dass dieses Kleinbürgertum dabei keine rühmliche Rolle spielen wird, keine wirkliche demokratische, obwohl genau dessen Demokratie auf dem Spiel steht. Wir kennen den Ausgang, denn wir begannen erst unsere neuere Geschichte an dessen Ende, dem vorläufig letzten.

  111. @ Filou,

    schade! ... "mehr...
    @ Filou,
    schade! … „mehr darf man nicht verlangen“.
    Doch! …
    Jetzt erst recht! Wir sollten alle anfangen „mehr“ zu verlangen, denn das wenige was uns geboten wird, ist mir persönlich zu wenig! – und vielen anderen wohl auch. Ständig höre ich, „wir können ja nichts anderes tun“ und dies soll wohl als Entschuldigung der eigenen Hilflosigkeit dienen.
    Im Grunde stimme ich Ihnen zu – zumindest in Punkto „hilfloser Hindukusch-Reaktion der westlichen Welt“ – und es ist so oder so ein besonders trauriges „Trauerspiel“ was uns geboten wird.
    Viele Grüße Tom2010

  112. @Tom2010
    das sollte anders...

    @Tom2010
    das sollte anders ankommen… Nein, erstaunlich wie viele Daten man verwalten und mit ihnen rechnen kann, aber ist nicht meine Welt die Datenbanken jenseits von ein paar sql statements

  113. @ Filou (21:37) "Hauptsache,...
    @ Filou (21:37) „Hauptsache, die Leute können in Ruhe erst mal ihren Acker bestellen“. Welch schöne Kurve zurück zum Candide (d.h. dessen letztem Satz)
    Und bei dieser Gelegenheit herzlichen Dank, lieber Don, für diesen klarsichtigen Artikel. Wikileaks und Robert Capa – yep, das ist mal ein knackiger und nachvollziehbarer Vergleich. So einfach, so wahr. Und mit der Erwähnung von Tom Sharpe gab´s für schlichte Gemüter wie meinereiner sogar noch eine Zugabe. (Darauf eine Dose „JoJo Hunde- und Dienstbotennahrung“)

  114. @ BertholdIV,

    entschuldigung...
    @ BertholdIV,
    entschuldigung an Sie und das war nur Zustimmung zu dem von Ihnen vorgetragenen.
    Ist meine persönliche – manchmal doofe Art – jemanden Recht zu geben!
    Entschuldigung! … und viele Grüße Tom2010

  115. Tom2010, diese unklare...
    Tom2010, diese unklare Definition hat uns eine fruehere Regierung eingebrockt. Irgendwas werden die sich wohl gedacht haben. Irgendwas Diffuses eben. Der damals posierende Aussenminister und zu Schroeder wuerdige Vizekanzler mit seiner mehr als dummen Aussage zum Balkan „Nie wieder Auschwitz“ hat doch mitgefummelt an der komischen Haltung zu Kriegseinsaetzen. Es sind Kriegseinsaetze-keine Frage. Aber die Lauwarmbader in Berlin haben wahrscheinlich garnicht begriffen, worum es geht. War der Fischer beim Bund? War der Scharping beim Bund? Der Struck? Die ganzen Pfeifen hatten vielleicht mal ein gutes Buch gelesen (zweifelhaft, sehr zweifelhaft) ueber den Krieg und seine Folgen. In den 60ern Joan Baez gehoert in der WG haben sie. Und von einer besseren Welt getraeumt. Das man fuer eine bessere Welt auch
    k a e m p f e n muss wenn’s noetig ist-ach was…

  116. Fast schon rührend, wie Sie...
    Fast schon rührend, wie Sie selbst im Angesicht der Auswüchse der bügerlichen Gesellschaft, und der republikanischen Neigung, diese doch lieber nicht an’s Tageslicht kommen zu lassen, oder gar zu zensieren, noch die bürgerlichen Werte trotzig hochhalten.
    Dennoch möchte ich eigentlich gar nicht meckern, sondern Ihnen zu diesem großartigen Artikel gratulieren! Bürgertum hin oder her, den Kern treffen Sie wie so häufig mit traumwandlerischer Sicherheit und stilistischer Souveränität. Eigentlich gehört sowas in die Leitkommentare.

  117. Die Haltung unserer Politiker...
    Die Haltung unserer Politiker zu bewaffneten Konfliktsituationen kann man in einen Satz fassen (ich zitiere mit Einverstaendnis des Hausherrn:
    .
    „Keine Haare am Sack, aber ’n Kamm in der Tasche!“
    .
    (Geht sich endlich einen verdienten Calvados eingiessen. Und eine halbe Oper anhoeren)

  118. @Tom: wieso soll es für...
    @Tom: wieso soll es für Insider schwer sein, Insiderwissen zu erlangen, wenn sie doch Insider sind?
    @Filou: so ungefähr. Wobei ich mir den Irakkrieg etwas anders erkläre. Nämlich so, daß man sich den Irak als ein Land, in dem ein Tunichtgutpotentat weg muß, und bei dem etwas Reeducation wie im Nachkriegsdeutschland reicht, ausgeguckt hatte (durch die Sanktionen wurde es dort immer mieser, und ohne politische Änderung war ein Herauskommen aus den Sanktionen nicht mehr möglich: es wäre bis zu Saddam Hussein biologischem Tod so weitergegangen, danach ungewiß, womöglich mit langdauerndem Bürgerkrieg, weil sich keine der Gruppen durchsetzt). Dann war 9/11: Schock, weil erster Angriff auf US-Festland überhaupt. Angreifer: kein Staat. Wie reagieren? Depressive Weinkrämpfe à la Gore ergeben womöglich große wirtschaftliche (finanzielle) Verwerfungen->unbekanntes sehr großes Risiko. Also Aktionismus, mal eben schnell Bullshitkulisse produzieren (ich glaube nicht, daß der CIA damals selbst geglaubt hat, daß es im Irak Massenvernichtungswaffen gab – für derart mies informiert halte ich die denn doch nicht), auf in den Irak ->bekanntes mittelhohes Risiko. Ändert zwar nichts an Bin Laden, baut aber wahrscheinlichem Nach-Saddam-Chaos vor, in das dann nicht mehr eingegriffen werden kann. Für Afghanistan kann man sich 100 oder keine Erklärung ausmalen, eine mir so recht plausible habe ich nicht.

  119. @ Filou,
    ich befürchte, dass...

    @ Filou,
    ich befürchte, dass die heutige Welt den Umfang „ihrer“ Kriegseinsätze und den Schaden, den sie damit anrichtet bis zum heutigen Tage nicht wirklich begriffen hat.
    Mir selbst fällt das „begreifen“ bis zum heutigen Tage schwer. Das fing mit dem sog. Vietnam Krieg an und hält bis heute vor … – bewusste – rein persönliche – Wahrnehmung!
    Vom 1. und dem 2. Weltkrieg will ich gar nicht sprechen. Selbstverständlich sind mir wirtschaftliche und territoriale Interessen durchaus gegenwärtig, verstehen muss ich sie deshalb noch lange nicht.
    Gerne! … und dann kämpfen wir eben für eine bessere Welt. Wenn dazu gehört, dass jeder selbst in seinem Umfeld aktiv wird und versucht „Missstände“ zu beseitigen um zu einer besseren Welt beizutragen, dann bin ich gerne inhaltlich und auch aktiv bei Ihnen.
    Viele Grüße Tom2010

  120. @ colorcraze,

    Ich hatte...
    @ colorcraze,
    Ich hatte geschrieben:
    „wie leicht es ist Insiderwissen zu erhalten und nur weil Sie jemanden kennen – obwohl GEHEIM“.
    Da ist also einer „kein Insider“, kennt aber jemanden, der es vermeintlich ist! … und jetzt sollte es klar sein!
    Viele Grüße Tom2010

  121. @colortatze, ich komme...
    @colortatze, ich komme offensichtlich nicht mehr an meine Operndroehnung. Ich habe mir damals die grosse Veranstaltung mit der laecherlichen Kraftpunkt-Praesentation angesehen. Es war erbaermlich. Die Amis koennen sonst mit allem Moeglichen aufwarten, Satellitenfotos zum Beispiel. Und dann steht da der Powell mit handgemalten Folien und schafft es tatsaechlich, einem willigen Publikum etwas von Massenvernichtung zu erzaehlen. Und da, da muss man den Joschi loben, der Joschka war not convinced.
    .
    Afghanistan leuchtet mir ein. Dort sitzen die Buben. Da muss man was machen. Alleine kriegt man es nicht gebacken. Da muessen andere mithelfen. Die Anderen haben gute Gruende den Amis beizustehen, denn die Welt dreht sich schon etwas laenger als 20 Jahre. Die Hollaender, die Belgier, die Franzosen etc. sind den Amis noch viel schuldig. Nicht nur aus WK II. Auch aus der Zeit des Kalten Krieges. Und dann war mal wieder Zahltag. Das ist nicht schoen. Aber so sind die Geschaeftsbedingungen.

  122. filou:
    "in Afghanistan haben...

    filou:
    „in Afghanistan haben sie (die Niederlande?) ihren Vertrag sauber erfuellt.
    .
    Einen Vertrag mit wem?
    .
    Ich schließe jetzt einen Vertrag mit irgendwem, Sie zu verhauen. Danach geh ich heim und alle sind zufrieden? So einfach geht das?

  123. Das war mir fast zu harmlos...
    Das war mir fast zu harmlos und zu weichgespült.
    Ich gebe zu, da gehe ich lieber auf den Rebellmarkt und hol mir die Torpedos ab, die diese wirklich brauchen.
    Die Rücksicht auf die Atlantiker der FAZ lässt die Sprache nach meinem Geschmack nicht deutlich genug werden. Das ist ein echtes journalistisches Dilemma diesmal.
    Ich will einen schärferen Don. :-)

  124. @ilnonno, ich gehe keiner...
    @ilnonno, ich gehe keiner Keilerei aus dem Wege. Haetten Sie ausser dem noch ein Argument anzubieten?

  125. Als Nicht-Militarist, als...
    Als Nicht-Militarist, als Pazifist, hätte man es ja wirklich leicht. Wenn es nicht in Mitteleuropa ein Volk gegeben hätte, das den historisch einzigen Grund für einen wirklich berechtigten und nachvollziehbaren Krieg geliefert hat.

  126. Hi Don,

    back to the roots!...
    Hi Don,
    back to the roots! …
    Es gibt tatsächlich Software, die Szenarien des Krieges simuliert. Nicht nur bei den Militärs sondern auch im zivilen Leben.
    Die gibt es für Wirtschaft, Vereine, Unternehmen, etc. – eben simulierte Szenarien!
    Toll !!! …
    und wem hilft das weiter? Vielleicht hilft – ein solch absurdes – Thema hier auch weiter? Eine gute Nacht wünscht jetzt Tom2010

  127. Der wikileaks'sche collateral...
    Der wikileaks’sche collateral damage film, kundus und unsere generalbundesanwaeltin. So schnell kann man sich irren. Was hatte sich der Oberst Klein alles gedacht. Zynisch sollen die Ami-Soldaten gewesen sein. Wie zynisch war unsere generalbundesanwaeltin, als sie dem Obersten einen Irrtum zubilligte? Gab es in und um Kundus Leute, die mehr wussten, wurden sie angeklagt? Wir wissen nichts. Was wissen wir durch den Film? Das amerikanische Saldaten Fehler machen. Nun schiessen sie meist nicht mehr aus Hubschraubern auf Leute auf der Strasse, sondern heldenhaft mit Joystick und Drohne auf Doerfer, immer schlechter und schlechter, wenn es darum ginge Kombattanten zu treffen. Sie arbeiten nach Listen. Wer stand denn in Kundus auf der Liste? Und wer nicht? Sieht das nicht nach klarem Wissen aus? Die Generalbundesanwaeltin brauchte ueber die Verhaeltnismaessigkeit des Kollateralschadens nicht zu entscheiden. Das waere mal eine Grosstat gewesen. Im Ernst! Die Verhaeltnismaessigkeit im Sinne des humanitaeren Voelkerrechtes ist doch ein unbestimmter Rechtsbegriff. Ermessen gibts da nicht. Der Begriff ist voll nachpruefbar. Sie hat gekniffen.

  128. Die Hollaender haben es...
    Die Hollaender haben es wirklich gut gemacht. Sie sind da ohne Helm herumgelaufen oder geradelt, zur Freude der Afghanen, und wenns brenzlich wurde, haben sie es immer sofort gemerkt. Jetzt sind sie wegen einer politischen Entscheidung weg. Politik ist Trumpf. Andere rollen dauernd im Panzer herum und kriegen nichts mit. Nach Politik wird nicht gefragt. Politiker dozieren ueber abstrakte Rechtsfragen. Gezielte Toetungen von Kombattanten, net moeglich, sind erlaubt. Und wer ist ein Kombattant?

  129. Sehr schoen:

    <<
    das den...

    Sehr schoen:
    < < das den historisch einzigen Grund für einen wirklich berechtigten und nachvollziehbaren Krieg geliefert hat. >>
    Wenn es denn der Kriegsgrund gewesen waere.

  130. Wikileaks und die...
    Wikileaks und die Zivilgesellschaft
    Macht korrumpiert, das bedeutet, dass in allen wichtigen Bereichen der Demokratie Kontrollinstanzen unerlässlich sind. Sind diese Kontrollen nicht vorhanden, so könnt man den Schluss ziehen, ist keine Demokratie vorhanden, sondern eine Oligarchie oder im schlimmsten Fall ein totalitäres, menschenverachtendes System.
    Ein Beispiel aus D ist auf der Webseite http://www.fxdirekt.in beschrieben und durch Dokumente belegt. Wenn also ein Bürger Deutschlands gezwungen ist, Strafanzeige gegen Staatsanwälte in Duisburg wegen Rechtsbeugung und Amtsmissbrauch bei der Bundesanwaltschaft und anderen Strafverfolgungsbehörden zu erstatten, ist das ein Armutszeugnis. Alles im Zusammenhang mit einer Bank, die von keiner Aufsichtsbehörde, Justiz und Strafverfolgungsbehörde in ihre Schranken verwiesen wird. Es ist schon fast anzunehmen, dass dahinter System steckt.
    Es wird sehr spannend, was in den nächsten Wochen passiert. Der Kopf dieser Aufklärungskampagne hat sich fest vorgenommen, mit anderen aufklärenden Menschen wie den Gründern von Wikileaks und Filmemachern Kontakt aufzunhemen, um alles einem breitem Publikum nahezubringen. Wer die Wahrheit nicht sucht, findet sie eben heute nicht mehr !

  131. Da Kriege nicht immer (mit...
    Da Kriege nicht immer (mit welchen Gruenden auch) vermeidbar sind, sollte man sich Folgendes zu Ungemuete fuehren:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Haager_Landkriegsordnung
    .
    Wunsch und Wirklichkeit liegen meistens weit auseinander.
    .
    Wie sagte doch der alte Indianerhaeuptling „Drei-Skalps-sind-nicht-genug“:
    Wenn der letzte Pfeil verschossen,
    Die letzte Huette verbrannt,
    Der letzte Duldsame zerschlagen im Schlamm liegt,
    Dann werdet ihr begreifen, das Frieden nicht kostenlos ist.
    Zur Rechten Manituos sitzen die Tapferen,
    Die Klugen,
    Die Stolzen.
    Die Braven bekommen Pampers,
    Bis ueber die Ohren,
    Und einen Friedenspreis,
    Des Deutschen Buchhaendler-
    Verbandes.
    .
    Noch ein Pfeifchen?

  132. Die Zivilgesellschaft hat...
    Die Zivilgesellschaft hat nichts mit „zivil“ zu tun, sie ist die materialisierte political correctness, das Gegenteil von Recht und Freiheit.

  133. Lieber Filou,
    Sie...

    Lieber Filou,
    Sie argumentieren:
    .
    „… Um diese Taliban zu vernichten, muss eine Art Krieg gefuehrt werden, wie er bisher nicht ueblich war. Dieser Krieg ist asymmetrisch, weil der Gegner sich nicht an die Regeln einer ordentlichen Kriegsfuehrung haelt, seinen Kombatantenstaus nicht zeigt, etc.“
    .
    Ich glaube, da haben Sie dickes Balkenende im Auge.
    Oder halten sich die westlichen Demokratien etwa an diese Regeln? Die erklären vorher immer den Krieg und benennen ihre Gründe? Bombardieren etwa nicht einfach drauflos („Vergeltungsschlag“)? Und führen niemals „verdeckte Aktionen“ durch?
    .
    Tut mir leid, unsere Demokratien besitzen zwar alle eine ordentlich uniformierte Armee, nutzen daneben aber auch das ganze Spektrum terroristischer Kriegsführung sehr intensiv.
    .
    Und nun könnte man den Spiess umdrehen und fragen: Ja was sollen denn die Afghanischen Dorfbewohner, wenn sie mit der westlichen Fremdherrschaft nicht einverstanden sind?
    Haben sie etwa kein Recht auf Widerstand?
    Und welche Möglichkeiten haben sie dazu, ausser irregulären?

  134. Die Holländer haben es schon...
    Die Holländer haben es schon 1940 sehr „ordentlich gemacht“.

  135. prince Matecki, 05. August...
    prince Matecki, 05. August 2010, 21:10
    .
    danke.
    .
    sie bestätigen meine vermutung, dass es sich bei der wikileaks-aktion und auch bei dem authentischen hauptmann um gemachtes wetter handelt.
    .

  136. Die Frage, was Geheimdienste...
    Die Frage, was Geheimdienste so machen, beantwortet das ZDF (einaeugig, oeffentlich-rechtlich, buergerlich, zivil, unabhaengig) in der Serie SPOOKS
    http://www.zdf.de/ZDFde/suche.html?pn=1&kw=spooks&Suchen.x=13&Suchen.y=6

  137. Nachdem sich die Mehrheit der...
    Nachdem sich die Mehrheit der Forenteilnehmer im Zynismus fast selbst ertraenkt hat, gibt es hier die Moeglichkeit, zur neuen Nase beizutragen:
    http://www.grossmanburnfoundation.org/

  138. ZU den Regeln: Wir sind...
    ZU den Regeln: Wir sind aufgrund einer Resolution (inwzischen mehrerer) des Sicherheitsrates der VN ( SCR – UN) und eines Abkommens mit dem was derzeit de facto für die legitime Regierung Afghanistans gehalten wird dort, unterfüttert durch einen (inzwischen mehrere) Entsendugsbleschluss des Deutschen Bundestages. Aufgrund der Guerilla- und „Befreiungskriege“ der 60er und 70er Jahre hat der Sicherheitsrat 1968 die Resolution 2444 zu Regularien entsprechender Konflikte verabschiedet, die ihren konkreten Ausfluss in den zwei sogenannten Zusatzprotokollen zu den Genfer Abkommen von 1949 gefunden hat. Das zweite Zusatzprotokoll beschäftigt sich mit nicht zwischenstaatlichen bewaffneten Konflikten und dem Status der Kombatantten in solchen Konflikten. Die Bundesrepublik Deutschland hat das zweite Zusatzprotokoll ratifiziert, ist also völkerrechtlich daran gebunden. Nicht alle an ISAF teilnehmenden Staaten haben das ratifiziert.
    Diese Regularien binden aber grundsätzlich beide Konfliktparteien, sie geben auch bestimmte Mindestanforderungen für legitime Kombatantten vor. Beide Seiten sind zum Schutz der Zivilbevölkerung verpflichtet und zur Sorge für Verwundete sowie zur Achtung der Einrichtungen, die unter dem Schutz der Schutzzeichen (Rotes Kreuz, Roter Halbmond, Roter Diamant) die Versorgung der Verwundeten übernehmen. Inzwischen wurden aber nach glaubwürdigen mehrfachen Berichten der dort eingesetzten Sanitäter die Sanitätsfahrzeuge gezielt und bevorzugt angegriffen. Daraufhin hat das Verteidigungsministerium entschieden, das Schutzzeichen abzudecken und – soweit technisch möglich – die Sanitätseinsatzfahrzeuge zu bewaffnen.
    Ich darf darauf hinweisen, dass der Tod eines Sanitätsoffiziers (und seiner Assistenz) im April auf das Feuer mit einer Panzerabwehrwaffe auf das Sanitätsfahrzeug zuzrückzuführen war.
    Im übrigen rechtfertigt der Rechtsverstoß der einen Seite nicht den der anderen, heutige Völkerrechtler würden das selbst für die in der Vergangenheit als legitim angesehene angekündigte und zunächst angedrohte, dann ausgeführte Repressalie ( „Vergeltung“) so sehen und diese nicht mehr zulassen.

  139. das betrifft mehr...
    das betrifft mehr Menschenleben
    http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~EFEA62299F5644344BEF29E2EEBBA1FE9~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    Das wird die Rentnerbestände der gesetzlich Krankenversicherten vielleicht sogar auch die der Privatversicherten auf ein für die Renten und lebenversicherer gutes Maß bringen – oh das war jetzt etwas zynisch.
    Nichts gegen gesundheitszentren, aber wenn ich schon wieder den Namen Rhön Klinikum höre

  140. Werter Don, mir scheint nach...
    Werter Don, mir scheint nach dieser freitagmorgenlektüre, als hätte „doin the right thing“ früher mal eine positivere Bedeutung gehabt(spike lee, irgendwie), zugleich eine bittere bestätigung der „Richtigkeit“ Ihrer Ansicht…..:
    The Pentagon has demanded that WikiLeaks immediately erase the huge cache of secret US military files about the Afghan war it has posted online and hand over another 15,000 classified records in its possession.
    Condemning the whistleblowers‘ website for inciting the leaking of military secrets, the Department of Defence warned it would examine ways to compel WikiLeaks to „do the right thing“ if it did not do so voluntarily.
    „The only acceptable course is for WikiLeaks to take steps to immediately return all versions of all of those documents to the US government and permanently delete them from its website, computers and records,“ Pentagon spokesman Geoff Morrell said yesterday.
    „If doing the right thing is not good enough for them then we will figure out what alternatives we have to compel them to do the right thing.“
    Although the defence department has no independent power to enforce its demands, its increasingly threatening language is seen as a bid to deter WikiLeaks from releasing the 15,000 Afghan war records it has not published as well as an encrypted file recently added to the site entitled „insurance“.
    WikiLeaks posted more than 76,900 records of incidents and intelligence reports about the Afghan war on its website last month, providing a devastating portrait of the failing war. They reveal how coalition forces have killed hundreds of civilians in unreported incidents, how Taliban attacks have soared and how Nato commanders fear neighbouring Pakistan and Iran are fuelling the insurgency.
    The publication of the files, which were made available to the Guardian, the New York Times and the German weekly Der Spiegel, was one of the biggest leaks in US military history.
    Morrell said public disclosure of the secret documents had already threatened the safety of coalition troops and Afghan informants, a charge which WikiLeaks’s founder, Julian Assange, denies. Morrell said disclosure of any further material would „only make the damage worse“.
    He said a task force of about 80 government intelligence experts was examining the files already published on WikiLeaks and were doing „proactive“ work to assess the risk posed by the other 15,000 records, which Assange has said the site held back to protect innocent people from harm.
    Army private Bradley Manning, who has already been arrested and charged over leaking classified material to WikiLeaks in a previous case, was also described by Morrell as a „person of interest“ in the current investigation over the latest huge leak.
    Wikileaks Afghanistan files: download the key incidents as a spreadsheet
    Wikileaks Afghanistan files: every IED attack, with co-ordinates
    shop Loose top socks by HJ Hall Twelve pairs (black, navy, grey and oatmeal) for only £24.99
    guardian.co.uk © Guardian News and Media Limited 2010

  141. Ich glaube, Wikileaks wird...
    Ich glaube, Wikileaks wird überbewertet. Einmal, wie von HansMeier555 schon gesagt, gibt es keine nennenswerte Zahl von Bürgern, die wirklich etwas ändern wollen. Und wenn ich Whistleblower wäre, würde ich mich bestimmt nicht an wikileaks wenden. Denn ich fürchte, daß die bald von Geheimdiensten durchsetzt sein werden und ich dadurch identifiziert werden könnte. Über youtube und anonyme Webseiten bleibt man sicherer anonym.

  142. Verehrter HansMeier555,...
    Verehrter HansMeier555, möglicherweise herrscht heute eine Freitagskrise, aber es entspricht überhaupt nicht meiner bisherigen Leseerfahrung, wie Sie Filou (6. August 2010, 07:12) abspeisen. Was würde denn Alarich dazu sagen?

  143. Hey - ist Don Alphonso schon...
    Hey – ist Don Alphonso schon wieder aktiv als Deus ex Machina? Die langen Sätze, das blumige Stil, die Abbildungen und das Thema (eher pikant)….

  144. Icke sagt:
    „Si vis pacem...

    Icke sagt:
    „Si vis pacem para bellum ist mehr Wahrheit als mir gefällt.“
    Aber nur, weil der Satz bellizistisch verdreht wird! Er heißt nämlich: Wenn du Frieden willst, bereite den Krieg vor.“ „Vorbereiten“(!) ist das Wort.
    .
    Aber bei den Preemptive Striklern, den „Saddams Raketen erreichen London in 45 Minuten“-Lügenbolden und den schon mal vorsorglich die Hütten der anderen Verbrenner ist von Vorbereitung keine Rede mehr.
    Deren Übersetzung heißt: „Wenn du Frieden willst, führe den Krieg!“
    „Vorbereitung“ ist das Gegenteil. „Vorbereiten“ = „nicht führen“. Vorbereiten ist Abschreckung, um einen Krieg nicht führen zu müssen. Vorbereiten heißt, einen Gegner nicht durch eigene Wehrlosigkeit anzustacheln.
    .
    Das sieht man am Irak. Wäre dessen militärische Potenz nur annähern so groß gewesen, wie es erstunken und erlogen ward, dann wäre der Irak gar nicht angegriffen worden. Der Einmarsch im Irak fand statt in Kenntnis der Wehrlosigkeit.
    Afghanistan dito – glaubte man, trotz der Warnungen zB von Peter Scholl-Latour, und trotz der üblen Erfahrungen diverser Großmächte. Und jetzt, Uuups, stellt sich heraus: Die sind ja gar nicht wehrlos. Tja, das nennt man Situation falsch eingeschätzt.
    .
    Anders Nordkorea: Die machen es nicht wie der um Frieden winselnde Saddam, der am Ende sogar erklärte, freie Wahlen unter UN-Aufsicht zuzulassen. Nö, die erzählen ganz locker, dass sie die USA vernichten, verbrennen und sonst was wollen, und es geschieht nichts.
    Wenn du Frieden willst, bereite den Krieg vor – das haben die Nordkoreaner begriffen.
    ____________________________
    Filou sagt:
    „A propos Weisse Rose: ich halte den Vergleich fuer nicht haltbar. Die Geschwister Scholl und ihre Freunde handelten ihrem Gewissen folgend individualistisch, idealistisch- und unter UNMITTELBARER Lebensgefahr. Es war zu den Zeiten verdammt viel gefaehrlicher sich mit den Nazis anzulegen, denn als Internet-Unternehmen in einem Rechtsstaat (die USA sind es noch) Dokumente zu veroeffentlichen.“
    Darüber sprechen wir nochmal, wenn die ersten Whistleblower und Wikileaker in rumänischen CIA-Geheimgefängnissen verschwunden sind, und ohne Zeugenschutzprogramm wäre der Lichtensteiner Steuer-CD-Lieferant schon tot.
    ____________________________________
    Rosinante sagt:
    „(…) kaum sind die lebenserfahrenen Stimmen in den Ferien, (…)“
    Aber ich bin doch garnicht in den Ferien!
    Und wenn Ihre These stimmte – wie wäre dann Ihre Lebenserfahrung zu bewerten, da Sie gleichfalls nicht in den Ferien sind?
    ____________________________________
    Don zeigt im aktuellen Eintrag einmal mehr: Was der bürgerlichen Gesellschaft als bürgerlicher an der Kragen geht, sind nicht „Linke“, „68er“ und „materialistische Dialektik“. Es ist die bürgerliche Welt selbst, welche die Bürgerlichkeit abschafft. Das zieht sich wie ein roter Faden durch alle von Dons Weblogs. Das ist es, wogegen er anschreibt.
    „Längst kennen die Bürger ihre eigene Philosophie nicht mehr“ – so heißt das bei Adorno. Daß der Ur- und Erzbürger Adorno kontinuierlicher Denunziation von sich bürgerlich dünkender Seite ausgesetzt ist, belegt schon alleine den autoaggressiven Impetus der Bürgerwelt.
    Das ist auch der Grund, warum leicht ins Abseits gerät, wer „Bürgerstolz vor Fürstenthronen“ (Schiller) aktiv praktiziert. Und daher finden wir diesen Bürgerstolz auch nur noch ausnahmsweise vor – zB bei DonAlphonso. Dass er nun jedoch gerade nicht ins Abseits gerät, ist ein bewundernswertes Kunststück.

  145. fionn, nein, das eine andere...
    fionn, nein, das eine andere Autorin. Ich mache da nur einmal im Monat was.

  146. Lieber prince Matecki,
    danke...

    Lieber prince Matecki,
    danke für Ihre informativen Auskünfte.
    .
    Der (berechtigte) Hinweis auf Kriegs- und Völkerrecht lenkt in diesem Kontext aber davon ab, dass die westlichen Armeen dort längst nicht mehr vorrangig militärische, sondern politische Ziele verfolgen. Sie wollen die Bevölkerung dazu zwingen, sich einer bestimmten Bürgerkriegspartei (dem Karzai-Clan) anzuschließen, und dieser gegenüber Wohlverhalten zu bezeugen.
    Es geht nicht darum, Schlachten zu gewinnen, sondern einen bestimmten politischen Zustand herbeizuführen.
    .
    Die militärische Schlacht ist längst entschieden. Militärisch hat die NATO klar gewonnen, und schon ím Herbst 2001. Die Frage bleibt aber, ob der militärische Sieger daraus auch politische Rechte ableiten darf?
    .
    Früher war die Antwort klar: Der Sieger plünderte die Stadt, die Verlierer wurden getötet, vergewaltigt und versklavt. Das war legitim. Wilhelm der Eroberer wurde König des eroberten England und verteilt das Land an seine Recken.
    Militärische Leistung schuf politische Legitimation.
    .
    Heute tun wir uns schwer damit, uns offen zum Feudalsystem zu bekennen. Aber was besseres ist uns auch noch nicht eingefallen.
    Letztlich läuft es aber doch genau darauf hinaus, dass man einen alten paschtunischen Aristokraten als Feudalherren einsetzt, der seine eigene Rolle dann auch genau so interpretiert.
    .
    Das Argument „wir halten uns ja an Regeln und die nicht“ läuft letztlich auf den Wunsch hinaus, auch heute wieder politische Legitimation aus militärischer Überlegenheit abzuleiten.
    .
    Der Standpunkt des Westens ist etwa so:
    „Wenn diese Moslems endlich einsehen würden, dass sie gegen uns militärisch, wirtschaftlich, kulturell und moralisch nicht ankommen, wenn sie daraus endlich die vernünftige Konsequenz ziehen und sich uns entsprechend unterordnen würden — dann wäre ja alles in Ordnung.
    Aber da sie, obwohl wir sie doch militärisch in die Knie gezwungen haben, trotzdem immer weitermachen — da bleibt uns ja gar nichts anderes übrig, als …“

  147. Danke für den klügsten...
    Danke für den klügsten Beitrag, den ich zu diesem Thema bisher gelesen habe.

  148. Oh bitte, gern geschehen, es...
    Oh bitte, gern geschehen, es war mir ein dringendes Bedürfnis, das zu schreiben.

  149. Der Afghanistan-Einsatz ist...
    Der Afghanistan-Einsatz ist doch gar kein „Krieg“, sondern eine fortgesetzte Ausübung diktatorischer Herrschaft auf fremdem Territorium.

  150. @colorcraze06. August 2010,...
    @colorcraze06. August 2010, 00:15
    /
    Geschätzte Kosten der deutschen Beteiligung am Krieg in Afghanistan ca. 50 Milliarden Euro? Geschätzte Kosten der USA pro Kriegstag? (1 Mio???) – Worin könnte der Gegenwert bzw. der Gewinn eines solchen „Unternehmens“ liegen? Strategische Stellung, Rauschgift, Öl, Waffentests?

  151. <<
    die Moeglichkeit, zur neuen...

    < < die Moeglichkeit, zur neuen Nase beizutragen >>
    Erstmal ist das Abschneiden einer Nase besser als das Totschlagen. Oder totschiessen mit Joystick und Drohne vom fernen Californien. Willkuer ist beides. Dann war der Ehemann zwar ein Taliban, handelte aber als Privatmann. Was niemanden vom Spenden abhalten sollte. Man sollte aber weitersehen. Humanitaet ist keine Frage des technischen Entwicklungsstandes. Und keine Frage der Parteizugehoerigkeit. Was war denn an der Northern Alliance schoener? Dass sie fuer die Amerikaner metzelte? In anderen Laendern wurden Menschen Arme und Beine abgehackt und wir fragen nach den sogenannten Blutdiamanten. Das Diamantenmonopol ist in Gefahr. Denkt jemand, Mandela haette nicht genau gewusst, wer da neben ihm am Tisch sass?

  152. <<
    Wenn diese Moslems endlich...

    < < Wenn diese Moslems endlich einsehen würden, dass sie gegen uns militärisch, wirtschaftlich, kulturell und moralisch nicht ankommen, wenn sie daraus endlich die vernünftige Konsequenz ziehen und sich uns entsprechend unterordnen würden -- dann wäre ja alles in Ordnung. >>
    Genau! Kuerzer formuliert: Jeder, der die Weltherrschaft der USA stoert, ist ein Feind der Menschheit. Egal wo. Wobei dieser Krieg mit einem Bombenanschlag auf ein Kriegsschiff in Kenya angefangen hat. Unverschaemtheit.

  153. "Hey - ist Don Alphonso schon...
    „Hey – ist Don Alphonso schon wieder aktiv als Deus ex Machina?“ fionn, Don Alphonso ist der Deus ex machina schlechthin. Obwohl seine macchina zuweilen nicht fährt (daher „ex“). Aber das wird schon.

  154. <<
    Strategische...

    < < Strategische Stellung >>
    Weltherrschaft.

  155. @HansMeier555
    Sehr gut Ihr...

    @HansMeier555
    Sehr gut Ihr Beitrag. Aber entschieden wird das doch wo anders außer man würde zu großem Genozid aufrufen, nämlich über die Demographie. Der Islam ist deswegen so gefährlich für den Westen, da er ähnlich wie „Freikirchen“ keine – ich nenn es mal apostolische Sukzession hat – und damit die Gläubigen auch nicht kontrollierbar sind. Nichts besseres als z.B. eine römische Kirche mit klarer Hierarchie, klaren Ansprechpartnern für die Machthaber, Kontrolle der Gläubigen bis in den letzten Winkel des Unbewussten (Trienter Konzil).
    Es gibt ja die verschiedensten Ansätze (Vatikan, oder Schäuble noch als Innenminister (sehr beeindruckend das Interview von ihm in der SZ anlässlich des ökumenischen Kirchetags – traute sich die FAZ das nicht zu drucken -, in dem er berichtet wie das Erzbistum Freiburg seinen Vater drangsaliert hat, nur weil er seine Kinder evangelisch taufen lies, da ging es uns als Oberpfälzer unter Maximilian ja noch fast gut. in diesem Sinne mit Gerhard Polt „Mahlzeit“

  156. Der Krieg in Afghanistan hatte...
    Der Krieg in Afghanistan hatte seinen Ausgangspunkt am 9. September 2001.
    Ich hab‘ da mal ’ne Frage:
    Wie haetten sich die USA nech diesem Ereignis verhalten sollen?

  157. Danke für diese treffende,...
    Danke für diese treffende, klare, unmissverständliche Klarstellung, dass dies nicht das Werk eines Haufens anarchischer Spinner ist sondern die Selbstverteidigung des freiheitsliebenden, aufgeklärten Bürgers.

  158. Was ist denn hier los?...
    Was ist denn hier los? Wiki-Leaks = weiße Rose? Mondlandung und 9/11 waren Fakes? Die armen Afghanen werden von der NATO drangsaliert? Zum Schluss behauptet noch einer, Bielefeld gäbe es wirklich!
    Zum Thema Afghanistan: Dort herrscht Bürgerkrieg. In diesem Krieg werden (inzwischen) ausländische Soldaten (NATO) von einer unfähigen Regierung in einem innerafghanischen Konflikt eingesetzt. Dass Karzai und Co. unfähig sind, das Land zu regieren, ist doch allen Beteiligten klar. Das Problem ist nur: Ist überhaupt jemand in der Lage dieses Pulverfass nach Maßstäben zu regieren, die, wenn schon nicht demokratisch, dann zu wenigstens die Mindestregeln der Humanität beachten. Ich halte Afghanistan für ein Fass ohne Boden. Es gibt derzeit zuviele Machthaber dort, die den Status quo aus den verschiedensten Gründen für sich persönlich mehr schätzen als einen Frieden unter einer afghanischen Zentralregierung. Die zwielichtige Rolle Pakistans in diesem trüben Spiel kommt noch hinzu. Und unter den gegenwärtigen Umständen blüht der Opiummarkt so gut wie selten zuvor.
    Als anfänglicher Verfechter des Afghanistaneinsatzes verliere ich mehr und mehr den Glauben daran, dass dieser Einsatz in der jetzigen Form überhaupt noch einen Sinn hat. Unsere Soldaten riskieren für nicht und wieder nichts täglich ihr Leben und Unsummen werden für diesen Einsatz ausgegeben. Ich kann nicht erkennen, dass es unter den Afghanen eine kampfbereite Mehrheit gibt, die gewillt ist, diesen internen Konflikt endlich mit eigenen Kräften zu lösen. Es ist auch politisch und militärisch viel bequemer, andere für sich kämpfen zu lassen. Die Opferrolle ist in diesem zynischen Spiel die politisch erfolgreichste. Diese Art von Krieg trägt offenbar nur für diejenigen Früchte, die er eigentlich bekämpfen soll. Wenn wir aus einer Vielzahl von Gründen den Krieg dort nicht anders führen können, als es derzeit geschieht, sollten wir in absehbarer Zeit den Rückzug antreten und den Afghanen das Feld überlassen. Teurer kann ein Kampf gegen den Terror in anderer Form kaum werden.
    @perfekt!57, 05. August 2010, 18:47
    Sie wollen doch wohl nicht behaupten, es habe auf dem Gebiet der DDR nur einen Fliegerhorst, nämlich den in Holzdorf gegeben? „Fliegen“ Sie mal mit Google Earth über dieses Gebiet und Sie werden sich wundern.

  159. @BertholdIV
    Cuius regio, eius...

    @BertholdIV
    Cuius regio, eius religio.

  160. @schnurpelchen, Mondlandung...
    @schnurpelchen, Mondlandung (Fragen ueber Fragen):
    http://www.tvmovie.de/War-die-Mondlandung-echt.84.0.html?&detail=15031206

  161. Fünf afrikanische...
    Fünf afrikanische Großmütter kingeln an einer Hochhaustür.
    (Tür geht auf) „Ihr habt ja schöne Trachten“.
    „Hi Sasha, wir wollten mit Dir über afrikanische Rituale sprechen“
    „Das ist aber schön, also, das ist aber,… “ (Tür wird zugeschlagen)
    Draussen: Wir warten.
    Drin: Meine Jungs werden mich befreien!
    Draussen: Ja, wo laufen sie denn?
    Drin: Okay, dann wird Alice Schwarzer für mich kämpfen!
    Draussen: Wer zum Taufel ist Alice Schwarzer?
    Drin: Eine Deutsche. Mag Euch nicht. Die wird für mich kämpfen!!!
    Draussen: Mal sehen. Sie sollte nicht allein kommen.

  162. Aus heutiger Sicht ist es...
    Aus heutiger Sicht ist es erstaunlich, in welchem Masse reguläre Armeen früher fähig waren, ganze Länder zu befrieden und „geordnete Zustände“ zu schaffen.
    Im WK2 lief das so:
    Die Armee rückte ein, ein Offizier erklärte sich zum Stadtkommandanten, klebte mehrsprachige Plakate an alle Wände und die Einwohner hielten sich dran.
    .
    So wurden die europäischen Juden und sogar die italienische Armee verhaftet.
    .
    So wurden die deutschen Ostgebiete ethnisch gesäubert. Die Sowjetarmee und polnische oder tschechische Verwaltung produzierte einen Befehl, und die Deutschen packten ihre Köfferchen und fanden sich an angegebener Stelle zum Abmarsch bzw. Abtransport ein — Operation durchgeführt, Schlesien entgermanisiert, fertig!
    .
    So wurde die SBZ sowjetisiert, so wurde die DDR gegründet, so gewann die SED dort ihre Volkskammerwahlen, so ging der 17. Juni zu Ende: Die Panzer rücken ein, und schon herrschte wieder Ordnung. Schiessen mussten die gar nicht, vielleicht einmal in die Luft, aber das reichte dann auch.
    Von Partisanenkrieg keine Spur.
    So wurde die Mauer gebaut, so wurde der Prager Frühling beendet.
    .
    Alles zwar unter militärischem Druck der Besatzungsmacht, aber doch ohne diese jemals herauszufordern. Die bloße Präsenz reichte. Die Russen hatten den Krieg gewonnen, und das war halt die Konsequenz. Man musste sich fügen, man hatte keine Wahl, man mußte freiwillig in die FDJ, freiwillig zur NVA und freiwillig in die SED eintreten und man musste freiwillig andere dazu nötigen, auch wieder freiwillig dasselbe zu tun. Man konnte doch gar nicht anders.
    .
    So ähnlich stellt sich die NATO wohl auch ihre Auslandseinsätze vor. Einfach mit Humvees einrücken und dann per Plakatanschlag die gewünschten Zustände herbeiführen…
    Da diese Wilden dort unten aber nicht immer so gefügig sind wie wir an ihrer Stelle wären, muss halt hin und wieder Luftunterstützung angefordert werden.

  163. Lieber Filou,
    .
    Wie hätten...

    Lieber Filou,
    .
    Wie hätten sich die Österreicher 1914 verhalten sollen?
    .
    Die USA hätten die afghanischen Stammesführer darum bitten sollen, Bin Laden und den Rest der Al-Qaida auszuliefern. Sie hätten ihnen auf Nachfrage hinreichende Beweise ausliefern sollen, die die Urheberschaft von Bin Laden beweisen — so wie es im Völkerrecht vorgesehen ist.
    .
    Der 11. September war nicht der erste Terroranschlag der neueren Geschichte und wird auch kaum der letzte bleiben. Wo käme man da hin, wenn das getroffene Land jedesmal Krieg anfangen würde?

  164. "Wie hätten sich die USA nach...
    „Wie hätten sich die USA nach diesem Ereignis verhalten sollen?“ – Filou, die Frage ist naheliegend, aber vielleicht so nicht ganz richtig gestellt. Die USA haben lange vor 9/11 selbst geholfen, die Taliban zu päppeln, als die nämlich noch Russen und keine NATO-Soldaten in die Luft gesprengt haben – Fehler Nr. 1. Nach 9/11 gab es dann die Möglichkeit, nach Afghanistan zu gehen oder es nicht zu tun. Ich meine generell, in 99% solcher Fälle wäre „nicht gehen“ die richtige Antwort, allein schon deshalb, weil Gesellschaften Biotope sind, die man nicht so ohne Weiteres in ein paar Jahren umkrempelt, von humanitären Gründen zu schweigen. In diesem besonderen Fall konnte man imho aber durchaus für „gehen“ sein, im Sinne einer Notwehrsituation eben – allerdings nur, nachdem sehr nüchtern geklärt ist: Was wollen wir dort, wie machen wir es, wie kommen wir schnell wieder raus. Das ist offenbar nicht passiert – Fehler Nr. 2. Nehmen Sie dazu noch einen Kretin im Weißen Haus, der nach ein paar Monaten die Lust an der Aufbauarbeit verliert (für die es in der ersten Zeit zumindest wohl eine kleine Chance gegeben hätte), weil er lieber woanders einen Krieg gewinnen möchte – Fehler Nr. 3 -, und Sie haben ein Rezept für das Desaster, das wir heute erleben.

  165. Das Bürgertum - gar das...
    Das Bürgertum – gar das deutsche – wird mir hier doch zu arg glorifiziert: Welches Bürgertum ist denn historisch gemeint? Etwa jene Pfahlbürger, die nach zwei Tagen Hambacher Fest brav ihre Fahnen wieder einrollten und fortan vor jedem Polizisten kuschten? Etwa Heinrich Manns Diederich Hessling, Unternehmer und Untertan zugleich, der sich selbst zu einer gottergebenen Hofschranze des Kaisers umformte? Die gehirnverblasene akademische Jugend, die sich vor Langemarck mit dem Deutschlandlied auf den Lippen willig in den Tod stürzte? Ein Ludwig Thoma etwa, der völlig im seelischen Einklang mit dem Tegernseer Besitzbürgertum über die ‚Berliner Judenrepublik‘ der Weimarer Zeit herzog? Die bürgerlichen Juristen, die noch am Vorabend der Niederlage im Zweiten Weltkrieg flüchtende Bauernjungs wegen ehrloser ‚Flucht vor dem Feind‘ vor die Wand zu stellen pflegten? Etwa die saturierten Fressordensträger des Wirtschaftswunders mit ihren dicken Zigarren, immer die Furcht vor ‚dem Iwan‘ im Sinn?
    Kurzum: Die ‚wikileaks‘ vergangener Zeiten, das waren immer nur ganz wenige ‚Aufklärer‘, trotz bürgerlicher Herkunft eher außerhalb des Bürgertums stehend, so bspw. ein Gumbel, der in der Weimarer Republik ‚die Morde von rechts‘ dokumentierte, ein Tucholsky, der den deutschen Offizier, so wie er soff, hurte und war, beschreibend aus der Etappe ans Licht zerrte, auch ein Theodor Lessing usw. Alles das sind aber Solitäre, Einzelne, kein ‚Bürgertum‘ als charakterlich und sozial homogene Schicht. Dessen Prototypus ähnelt doch eher dem Bürger Schippel aus Sternheims ‚Hose‘ – oder von mir aus auch den Bildern eines George Grosz.

  166. Ein Volk, dass mit CNN als...
    Ein Volk, dass mit CNN als Informationsvirenschleuder leben kann, wird auch billig und legal importiertem Opium aus Afghanistan nicht abgeneigt sein.
    Die Steuereinnahmen gehen dann in die Suchtprävention; es gibt wieder neue Jobs, alle freuen sich, halleluja – ähem.. Muschallah and thank you for smoking!

  167. HansMeier555, pardon, aber das...
    HansMeier555, pardon, aber das ist mir jetzt ein bisschen zu einfach. 3000 Tote sind nicht irgendein Terroranschlag. Die Urheber waren bald bekannt, und man konnte mit Recht davon ausgehen, dass sie mit Billigung der damaligen afghanischen Machthaber handelten. Außerdem wusste damals niemand, ob nicht weitere schwere Anschläge in Planung waren. Wohlgemerkt, ich verteidige fast nichts an diesem Krieg. Aber die grundsätzliche Entscheidung, in Afghanistan aktiv zu werden, konnte man unter den damaligen Umständen durchaus treffen.

  168. .... schoene "Befriedung", z....
    …. schoene „Befriedung“, z. B. im Warschauer Ghetto, lieber Hans Meier 555, aber Sie uebersehen u.a., dass die Amerikaner u. ihre Bundesgenossen Afghanistan ja nicht unter Kontrolle haben. Wenn „Macht“ ein Vermoegen ist, den eigenen Willen gegen Widerstand durchzusetzen, beschraenkt sich dieses Vermoegen auf Kabul und die naehere Umgebung ihrer Militaerstuetzpunkte. Ob man ihnen Massenexekutionen zutrauen kann oder nicht, ist von daher sekundaer.
    MfG
    G.S.

  169. HansMeier555, Ihren zwei...
    HansMeier555, Ihren zwei letzten Aussagen von 13.16 und 13:32 möchte ich inhaltlich ausdrücklich zustimmen.
    Was unterscheidet eigentlich die (Militär-)Politik der USA von der der alten Römer? Ich meine, da gibt es sehr viele Parallelen.

  170. @gianozzo
    Ich glaube nicht,...

    @gianozzo
    Ich glaube nicht, dass es in Afghanistan je die Chance für eine „Aufbauarbeit“ gab. Es gab und gibt dort zu viele Kräfte, die vom Krieg und Terror ganz hervorragend leben. Der Frieden stört nur ihre Geschäfte. Und jeder, der diese Geschäfte stört, wird beseitigt. Wer glaubt, es müßten nur die westlichen Soldaten abziehen und schon dürften unsere Entwicklunghelfer dort Schulen, Straßen und Brunnen bauen ohne in die Luft gesprengt zu werden, ist ein Traumtänzer.

  171. ach, sehr geehrter Don...
    ach, sehr geehrter Don Alphonso, bitte als erstes um Nachsicht wegen der späten und langen Antwort, und: natürlich glaubte auch ich, als mir mein Glauben noch nicht abhanden gekommen war, dass Kampflosigkeit, oder, genauer gesagt, die Vermeidung von Rohem Saufen, Prügeln, Rammeln, Zeichen der höher entwikelten Zivilisation ist. Doch leider, nachdem ich von Land und Klasse fortgewandert bin, glaube ich niht mehr, dass selbige natürliches Ziel aller historischen Entwicklung ist. Ist Ihnen darüber hinaus schon aufgefallen, dass Voltaire, Diderot usw. noch aus der Generation vor der bürgerlichen Machtausübung kamen? Die Umsetzung in der französischen Revolution ist ja dann sehr rasch aus Angst in den Terreur abgerutscht. Ausserdem, scheint mir, dass wir in Zeiten der alten Bundesrepublik mit Friedens- und Umweltbewegung satt Geprägten den Durchsetzungswillen der hungrigen Ratten unterschätzen.
    Und das ist die weiche Flanke der geschätzen Gesellschaft: die Unkenntnis des und Unfähigkeit zum Kampf, die Verkäufer von Sicherheit unter Aunsnutzung von Angst (nicht nur der Militärisch Industrielle Komplex) einfallen können um unsere Gesellschaft auszuhöhlen. Sie machen uns weis, irgendwelche Islamischen Horden würden demnächst bei uns einfallen (halte ich für Unfug, wenn man von dem einen oder anderen Anschlag absieht), der Feind sei vielleicht schon unter uns (schon eher, aber nicht konventionellen militärischen Mitteln bezwingbar, und kennen Sie eine bürgerliche Gesellschaft, die einen Guerillakrieg gewonnen hätte). Und so finanzieren wir – vor allem die Amerikaner, eine grundsätzlich bürgerliche Gesellschaft – wahnsinnige Rüstungsprogramme und erlauben ausgehorcht ausgespät und überwacht zu werden. Schliesslich habe ich einem Artikel der FAZ entnommen, dass auch diese Überwachungsorganismen von einer Art Zivilgesellschaft finanziert und aufrecht erhalten werden: Bürgern, mit den nötigen finanziellen Mitteln und dem Gemeinsinn, der sie sich um ihre eigene Gesellschaft sorgen lässt. Und Bürgern, die dem eigenen Staat misstrauend stolz darauf sind, demokratische Beschlussfindungen zu umgehen.
    Manchmal beneide ich Menschen wie Sie, die noch glauben.

  172. Lieber Giannozzo,
    .
    Die Anzahl...

    Lieber Giannozzo,
    .
    Die Anzahl der Toten war tatsaechlich sehr hoch, aber das ist zweitrangig für die Frage, ob es ein Terroranschlag war oder ein feindlicher Angriff.
    Wichtiger ist die Frage, wie die Täter organisiert sind, wie sie vorgehen und welche Art von Ziele sie verfolgen. Die Al-Qaida war trotz allem keine reguläre Armee und auch sonst in keiner Weise fähig, die USA ernsthaft zu gefährden.
    .
    Und konnte man wirklich davon ausgehen dass die „damaligen afghanischen Machthaber“ da vorher eingeweiht waren? Und wieviel Macht hatten die „afghanischen Machthaber“ überhaupt? Und hätte man sie nicht einfach dazu bringen können, der Al-Qaida ihre Unterstützung zu entziehen? Etwas anderes tut die NATO da im Grunde bis heute nicht: Sie versucht, die Clanchefs und Dorfältesten auf ihre Seite zu ziehen. Das hätte man wirklich einfacher haben können.
    .
    Das wäre auch die beste Chance gewesen, Bin Laden zu schnappen.
    .
    Ob weitere Anschläge in Vorbereitung sind oder nicht, weiss man bei Terroranschlaegen naturgemaess nie. Auch jetzt, wo ich das schreibe, sind vermutlich „weitere Anschlaege in Vorbereitung“, vermutlich sogar bei eben demselben Bin Laden.
    .
    Wenn die Zahl der Anschläge seitdem zurückgegangen ist, dann lag das wohl eher an verschärften Sicherheitsbestimmungen, Flughafenkontrollen und einer allgemein intensivieren Fahndung, und nicht an der Besetzung von Afghanistan.
    .
    Auch die Franzosen haben 1995 trotz zahlreicher islamistischer Anschläge in der Metro darauf verzichtet, Algerien erneut zu besetzen. Und die Russen haben 2008 darauf verzichtet, in der georgischen Hauptstadt Tiflis einzumarschieren.
    .
    Auch an Sie die Frage: Was hätten die Österreicher 1914 tun sollen? Auch damals gab es Anzeichen dafür, dass die serbische Regierung den Terror unterstützte…

  173. Elbsegler, allein die USA...
    Elbsegler, allein die USA haben in den Irak-Krieg bislang über 700 Mrd. Dollar gesteckt, Folgekosten nicht eingerechnet:
    http://www.fas.org/sgp/crs/natsec/RS22926.pdf
    Nur die Hälfte davon gut koordiniert in die Entwicklung Afghanistans investiert, und man hätte weitersehen können (wobei „Aufbau“ den notwendigen Schutz ja nicht ausschließt). Ich weiß, das ist alles Spekulation, leider. Es stört mich nur etwas, dass heute, wo die Sache gründlich schiefgegangen ist, es alle schon immer besser gewusst haben. Und dass über sinnvolle Dinge wie Straßen und Schulen mitunter in einem Tonfall geredet wird, als seinen das alles Hirngespinste naiver Idioten.

  174. @ elbsegler

    sie haben recht,...
    @ elbsegler
    sie haben recht, für westliche Besucher aus welchem Bereich auch immer wird das Land verloren sein, aber auch unter den Taliban herrschte eine relative Stabilität . der Afghanische Bürgerkrieg war von einigen kleineren Unruheherden (Panjir z.b.) einmal abgesehen praktisch beendet. Wenn die bärte dort jetzt wieder an Gewicht gewinnen muss deren Herrschaft vor Ort wohl als das kleinere Übel angesehen werden…

  175. @ Elbsegler
    es gibt auch in...

    @ Elbsegler
    es gibt auch in deutschland zuviele machthaber, die den status quo aus verschiedensten gründen für sich persönlich mehr schätzen als einen frieden unter einer zentralregierung. vielleicht ist das ja der grund, weshalb ‚islamische fundamentalisten‘ (was immer sich dahinter verbergen mag) ebenfalls meinen, hier ordnung reinbringen zu müssen.

  176. Mensch, elbsegler, ich hatte...
    Mensch, elbsegler, ich hatte Sie schon in den stürmischen Fluten des gewaltigen Nordlandstromes verloren gegeben. Mast- und Schotbruch, Käptn!

  177. HansMeier555, ich verstehe...
    HansMeier555, ich verstehe Ihre Einwände. Dennoch (und auf die Gefahr hin, mich als Blog-Falke zu etablieren):
    – Man muss davon ausgehen, dass die Taliban-Regierung Al-Qaida aktiv gedeckt hat; die Auslieferung Bin Ladens hat sie vor Kriegsbeginn abgelehnt. Ob dies ein Selbstverteidigungsrecht gegen den Staat Afghanistan begründet, ist – soweit ich weiß – eine nicht ganz einfache völkerrechtliche Frage; die UN scheint diese Frage bejaht zu haben. Jedenfalls kann die Situation mit Algerien (das sich 1995 selbst im Bürgerkrieg mit Islamisten befand) nicht wirklich verglichen werden.
    – Gewiss sind Terroranschläge auch heute jederzeit möglich. Aber wir wissen inzwischen auch, dass die westlichen Länder für Al-Qaida eher ein Nebenschauplatz sind, verglichen mit der „Heimatfront“. Das war damals nicht ganz so klar.
    – Aus der damaligen Situation heraus gedacht: Welches friedliche Druckmittel hätte es denn auch geben sollen, um die Taliban zur Herausgabe von Bin Laden zu bewegen? Ein Diktator alter Schule wie Saddam stützt sich auf gewachsene Institutionen (Militär, Geheimdienste etc.); zeigt man ihm auf, dass man ernsthaft gewillt und in der Lage ist, diese Institutionen zu zerschlagen, kann man ihn, wie es vor dem Irakkrieg wohl möglich gewesen wäre, zur Aufgabe zwingen. Guerillakämpfer wie die Taliban kann man nur physisch vertreiben und hoffen, in dem kurzen Zeitfenster, das anschließend bleibt, Strukturen aufzubauen, die eine Rückkehr erschweren.
    .
    Nun gut, ich plädiere hier in einem verlorenen Fall. Viel lieber würde ich mir Gedanken darüber machen, wie der ganze Schlamassel doch noch positiv aufzulösen wäre. Irgendwelche Geistesblitze dazu, HansMeier555 et al.?

  178. Ich fürchte, ich muss mal...
    Ich fürchte, ich muss mal ganz altmodisch auf Klärung einiger Begriffe dringen. Krieg (ja auch so ein „nicht zwischenstaatlicher Bewaffneter Konflikt“ ist ein Krieg, vielleicht ein Bürger-K., vielleicht auch ein kleiner) ja also Krieg ist eine Fortführung der Politik unter Beimischung militärischer Mittel. Endzweck ist es den Gegner zur Erfüllung unseres Willens zu zwingen.
    In diesem Fall:
    Gegner = Taliban soweit sie organisierte aggressive Terroristen ( Bin Ladin et al) decken
    Beimischung militärischer Mittel = Internvention
    Unser politischer Wille = Auslieferung der Hauptterroristen, Einstellung der Ausbildung weiterer in Ausbildungslagern
    (und nicht: humanitäre Hilfe, Emanzipation der Frauen, Menschenrechte, Schulen, Verbesserung der Lebensmöglichkeiten)
    Daher der Versuch eines Bündnis, gestützt auf die UN und deren Resolutionen, sowie ein Abkommen mit einer provisorischen Regierung des Landes, diesen Willen militärisch durchzusetzen.
    Darf ich erinnern dass Deutschland die erste politische Konferenz dazu einlud und durchführte (Petersberg)?
    Darf ich daran erinnern dass ein Bundeskanzler möglicherweise A sagte und abstimmen ließ um nicht B (oder sollte ich im sprachlichen Bild bleibend besser sagen „I“) sagen zu müssen?
    Darf ich daran erinnern dass die Beschlüsse des Deutschen Bundestages zur Entsendung unserer Soldaten mit breiten Mehrheiten von über 400 Abgeordneten (zuletzt) bis knapp 600 (zu Anfang) gefasst wurden, d.h. unsere Damen und Herren Volksvertreter sich (bewusst?) anders entschieden haben als die Mehrheit der Bevölkerung, wenn man den Umfragen glauben darf.
    .
    Ich möchte – angesichts der oben reichlich artikulierten Kritik an den Regeln des Kriegsvölkerrechts noch ergänzen:
    Die Einführung von Regeln selbst für den Krieg ist eine erhebliche zivilisatorische Errungenschaft, von Hugo Grotius bis Henri Dunant und den ersten UN- Generalsekretären ( Hammerskjöld).
    Das von mir oben angeführte „Zweite Zusatzprotokoll“ ist gerade aufgrund der Erfahrungen in Vietnam geschaffen worden, um Regeln zu haben, die auch auf solche Situationen passen.
    .
    Und schließlich: Im Bereich der Gefahrenabwehr ist auch in Deutschland im Frieden die gezielte Tötung als letztes Mittel straffrei und vom Gesetz gedeckt. Man vergleiche die Polizeigesetze einiger Bundesländer und den dort definierten „finalen Rettungsschuss“ etwa bei Geiselbefreiungen. Eine entsprechende erfolgreiche Aktion bei einem Banküberfall mit Geiselnahme konnte man vor rund 25 Jahren im Fernsehn bewundern, einige der älteren könnten sich erinnern.
    Wir (Bundesrepublik und damit Bundeswehr) haben die c&K Liste stets so interpretiert dass der Festnahme der Vorzug zu geben ist, das gilt im Rahmen der multinationalen Operationsplanung als „nationales caveat“.

  179. @sterne
    Unkraut vergeht nicht!...

    @sterne
    Unkraut vergeht nicht!

  180. Die von Giannozzo zitierte...
    Die von Giannozzo zitierte Untersuchung über die Kosten amerikanischer Kriege ist nicht so sehr wegen der nackten Zahlen interessant, sondern deshalb, weil die Kosten lediglich in Dollar aufgelistet und die Toten dabei übergangen werden, von den Überlebenden ganz zu schweigen. Und immerhin ist es ja seit langem Taktik aller Kriege, die gegnerischen Kombattanten eher nicht zu töten, sondern in einen Zustand zu versetzen, der die Kräfte des Gegners bindet. Der fast Tote, der Schwerverletzte, der Krüppel ist das Ziel und in neuerer Zeit wahrscheinlich auch der schwer traumatisierte Soldat. Darin liegt die Chance asymmetrischer Kriegsführung. Deshalb werden wohl auch Sprengfallen gegen Drohnen siegen.
    .
    Der Vietnamkrieg mußte beendet werden, als der Blutzoll der Amerikaner auf ein gesellschaftlich nicht mehr akzeptiertes Maß anstieg. Fast jeder Amerikaner kannte einen Toten in seinem Bekanntenkreis. Die Logik der Politik: die USA hatten fortan eine Berufsarmee, basierend auf freiwilligen Jobsuchenden. Wo auch das nicht mehr akzeptiert ist, wird der Tod privatisiert: Blackwater hieß die Privatarmee bis zum vergangenen Jahr, jetzt heißt sie unauffällig „Xe Services“ – Fensterputzer oder so was.
    .
    Wenn wir jetzt zu Wikileaks zurückkehren: Berichte über tote Bauern, Hochzeitsgesellschaften und Soldaten der afghanischen Armee, die man versehentlich getötet hat, interessieren die amerikanische Gesellschaft wahrscheinlich kaum. Der Tod von Kombattanten aus der westlichen Welt schon eher, obwohl die professionelle Sichtweise unserer Militärs sagen wird, daß solche Dinge vorkommen können, wenn man einen Krieg führen muß.
    .
    Uns Zivilbürgern in einer eher amerikakritischen Gesellschaft stört es wahrscheinlich schon, daß die 3 000 unschuldigen amerikanischen Bürger, die in den Twintowers starben, inzwischen zu einer mehrfachen Anzahl Kolateraltoten in Irak und Afghanistan geführt haben. Und es stört, daß die USA mit der Legitimation 9/11 offenbar wahllos und weltweit ihre Todeslisten durch den Einsatz von Drohnen abarbeiten, in Pakistan, in Jemen – irgendwann vielleicht auch in Deutschland, wenn man von einer hochrangigen Zielperson erfährt. – Insofern ist Aufklärung über diesen
    Krieg auch mittels wikileaks wichtig, nur beendet wird er wohl nur, wenn der Druck in den USA übermächtig geworden ist. Wann das sein wird, läßt sich nicht absehen, aber der allmähliche Rückzug der Verbündeten – sprich: auch der Bundesrepublik – aus diesem Krieg wäre sehr hilfreich.
    .
    Ob wikileaks eine wichtige Rolle bei der Beendigung des Afghanistankrieges spielen wird, läßt sich gegenwärtig wohl kaum absehen. Aber brauchen werden wir die Dienste dieser Einrichtung auch künftig. Die allgemeine Neigung, alles zur Geheimsache zu erklären, was gesellschaftlichen Widerspruch hervorrufen könnte, ist ja groß wie nie zuvor. Früher waren Geheimpapiere (ob Militär, Industrie oder andere Org.) im Safe untergebracht und mußten aber zur Abklärung mit den Experten vervielfältigt werden. Seit es Kopierer gibt, war damit die Geheimhaltung in Frage gestellt. Jetzt gibt es nur noch Dateien mit Zugangsberechtigung und Kopierschutz. Da helfen nur noch Datenkopien durch das Fachpersonal, die der Sache wegen ungehinderten, aber nicht unkontrollierten Zugang haben müssen. Der Zugang wird zunehmend protokolliert. Da müssen wir dann auf das Wartungspersonal hoffen, das uns durch Hintertüren Zugang zu problermatischen Sachverhalten über die Clearingstelle „wikileaks“ verschafft. – Für eine aufgeklärte Gesellschaft hätte die Computerisierung unserer Gesellschaft eigentlich den unschätzbaren Vorteil, daß es für alle relevanten Vorgänge eine Protokollierung gibt, in Form eine Berichts oder eines Videos – nichts Unrechtes bliebe uns verborgen…(Das ist die gute Nachricht)

  181. @DA
    wann gibt es den neuen...

    @DA
    wann gibt es den neuen Eintrag von Ihnen? Könnte der nicht keines dieser Themen des militärisch industriellen Komplexes behandeln, hier gibt es doch keinen Erkenntnisgewinn – die direkte Sprache über diese Probleme ist vermint. Deshalb – frei nach Gerschom Scholem – lieber ein einziges Buch über z.B. die Kabbala und das in der ärmsten Hütte am Ende der Welt. Dort findet sich wenigstens Freude an und Erkenntnis und die Erkenntnisse, die wir dort gewinnen könnten wir dann auch übertragen und das, was in Afghanistan passiert verstehen.
    Ich schlage folgendes Thema vor, da in der 19. Tagung der Christian Knorr von Rosenroth Gesellschaft behandelt wurde unter dem Thema Konversion und Wissenstransfer: “ Tritt auch der Leib über? zur Psychosomatik der religiösen Konversion im Ausgang von Jeshuda Halevi“

  182. @Giannozzo
    Die Afghanen haben...

    @Giannozzo
    Die Afghanen haben sich damals nicht geweigert, Bin Laden auszuliefern. Sie haben verlangt, dass die USA ihnen zuvor Beweise vorlegen, aus denen hervorgeht, dass Bin Ladin tatsächlich der Urheber ist.
    .
    Welche Druckmittel es gegeben hätte? Ist das eine ernst Frage? Das mächtigste Land der Welt, Wirtschaftsmacht Nr. 1 mit zahllosen Verbündeten auch in der islamischen WElt, das gleiche Land, das in den 80ern die Mujaheddin mit Flugabwehrraketen ausgerüstet hat, damit sie die sowjetischen Militärflugzeuge abschiessen können — dieses Land soll keine Druckmittel haben?
    .
    Lieber prince Matecki,
    ich wäre gewiß der letzte, der den Sinn vom Kriegsvölkerrecht bestreiten würde. Gerade darum bin ich ja so entsetzt darüber, wie leicht und wie schnell sich das alles beseite schieben lässt. Der Afghanistan-Krieg 2001 war zugleich auch die Geburststunde von Guantanam. Und dieses Lager besteht bis heute.
    Amerikanische Politiker sagten damals Sätze wie: „Die Genfer Konvention ist veraltet“, „Die UNO sind irrelevant“, „Das bisherige Völkerrecht entspricht nicht unseren Interessen“, etc. pp.
    Na bitte. das sind unsere Verbündeten. Aber die Taliban sollen sich wohl an die Genfer KOnvention halten, was?

  183. @ Filou 06. August 2010, 12:21...
    @ Filou 06. August 2010, 12:21 :
    Auch wenn ich der Meinung bin, die USA oder besser einer der vielen Geheimdienste hat das Attentat von 9-11 ausgeführt haben Sie mit Ihrer Frage ja durchaus den Kern getroffen.
    Die Folgen bzw. die gewünschten Folgen der Attacke.
    1.) Deutschland hat wieder Soldaten mit Kriegserfahrung. Die Materialbeschaffung wurde umgestellt und an die neuen Offensivforderungen angepasst.
    Die Soldaten und die Öffendlichkeit wurden daran gewöhnt, daß eine Lebensmittelvergiftung nicht das schlimmste ist, was einem Soldaten im Auslandseinsatz passieren kann.
    Die Politik darf ihre Konflikte wieder mit Waffengewalt fortsetzen und dafür Unsummen ausgeben.
    Die Bürgerrechte wurden erheblich eingeschränkt und gleichzeitig wurden die Datenerhebungen erheblich ausgeweitet. Niemanden aus den Machtzentren der Republik scheint das zu störten.
    Illegale Gefängnisse? Verschleppung deutscher Bürger durch die USA? Alles alte Hüte die keinen hinter dem Ofen hervorlocken.
    Die EU hat diverse Datenabkommen mit den USA geschlossen, nicht in einem wird der Rückfluss der Informationen geregelt. Die Geheimdienste und die Polizei der Republik sind getrennt, aber die kommunizieren via USA.
    Was ein Müll das alles ……..
    Zum X-ten Mal : nicht der marginal gefährliche Terror macht Deutschland kaputt, die Politik zerstört Deutschland mit den Reaktionen.

  184. Einen Bin Laden einzufangen,...
    Einen Bin Laden einzufangen, so es ihn als Einzelperson gibt? Das scheint mir so ziemlich das letzte sein, was die Amerikaner im Sinn hatten und haben.

  185. @ Filou 06. August 2010, 12:21...
    @ Filou 06. August 2010, 12:21 :
    2.) Die USA haben genau das, was die wollten. Sie sind an der Stelle auf der Weltkarte wo sie hin wollten. Sie werden dort nie wieder ganz weg gehen.
    Die strategische Situation entspricht den amerikanischen Wünschen.
    Ein Sieg über die Taliban war nie geplant oder gewünscht. Man braucht die Taliban als Grund für den Aufenthalt.
    Gewinnen wäre kontraproduktiv.
    Btw : Bin Laden ist nach meiner Einschätzung der klassische Doppelagent, also im Dienste der USA und im Dienste der Taliban.
    Die Schnittstelle um 9-11 zu lenken. BL ist Saudi ………….. seine Familie ist reich und angesehen in Saudi Arabien.

  186. Don Alfonso: "Wir empfinden...
    Don Alfonso: „Wir empfinden heute Voltaires Haltung als die einzig Richtige, und die der meisten Adligen dieser Zeit als verbrecherisch. Wir empfinden so, weil sich das Bürgertum in Europa nach vielen Kriegen und Schlachten inzwischen zu den Maximen der Aufklärung durchgerungen hat.“
    Meiner Ansicht nach sind Kriege und Schlächtereien nie verhindert worden,“weil das Bürgertum sich zu den Maximen der Aufklärung durchgerungen hat“.
    Die Maximen der Aufklärung trug das Bürgertum – besonders das Bildungsbürgertum – vor 1933 als Banner vor sich her. Es war mit der Aufklärung gewissermaßen imprägniert.
    Das hat aber nicht dazu geführt, dass sich das Bürgertum auch nur ansatzweise den Schlächtereien des „Dritten Reiches“, welche die von Ihnen beschriebenen Greuel bekanntlich um ein Vielfaches überstiegen, auch nur ansatzweise intellektuell oder politisch entgegengestemmt hätte.
    Und nach 1945? Wollen Sie ernsthaft bestreiten, dass es kein „Bürgertum“ mehr gibt? Wie definieren Sie „Bürgertum“? Als Schicht oder Klasse ist es doch erloschen. „Bürgertum aus Gesinnung“? Das halte ich für eine Idealisierung. Ich sehe nur eine amorphe Masse. Darin mögen sich ja einige Bürger-Dinosaurier verstecken. Aber sie verstecken sich gut.

  187. Das Bürgertum hat 1933 en...
    Das Bürgertum hat 1933 en bloc für das Ermächtigungsgesetz gestimmt. Auch das Zentrum, auch die Liberalen. Mitten im Frieden.

  188. uiuiui, einmal ist man nicht...
    uiuiui, einmal ist man nicht da, und dann tanzen die mäuse mit ihren fläusen auf den tischen des roten salons cancan…
    .
    ich für meinen teil liebe verschwörungstheorien, wenn sie anderer vorträgt. da weiss man wenigstens, mit wem man plaudert.
    vanitas vanitatum, et omnia vanitas, liebe geschätzte runde (ich nehme an, damit mache ich mich nicht beliebt; aber ach, was soll’s.)
    .
    werter don, liebe grüsse! mit der gut konzipierten und gemeinten fazblogattacke tendenziell interessanter beiträge überfordern sie in ihrem leben sich nicht langweilende leserinnen und leser enorm, zumindest meine wenigkeit. holla, die waldfee, das gibt ein chaos. ich für meinen teil muss mich, mit anständigem bedauern und mit einigen ausnahmen, passenderweise auf die sdg beschränken.

  189. Hi Holly01,
    wuerde staerker...

    Hi Holly01,
    wuerde staerker differenzieren. Ob die US-Kriegs- u. hier Afghanistan-Pol. a. vornehmlich den Interessen von einheimischen Waffenherstellern und Armeedienstleistern (Hallibuton etc.) nuetzt, ob sie b. auch in einem mehr oder weniger „aufgeklaerten“ (Morgenthau) nationalen Interesse liegt, oder ob damit c. eindeutig imperialistische Zielsetzungen (Weltherrschaft etwa im Sinne von Cheney, Rumsfeld etc. (http://www.newamericancentury.org/statementofprinciples.htm) verfolgt werden.
    Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass das mit Blick auf b. u. c. ein Schuss in den Ofen war u. ist.
    Dass man unter dem Gesichtspunkt a. die Taliban erfinden muesste, wenn es sie nicht gaebe, ist schon klar. Unter den Aspekten b. u. c. sind wohl irrelevant.
    Gruss
    G.S.

  190. @donnalaura
    Das mit den...

    @donnalaura
    Das mit den Weltverschwörungen entlarvt doch beide, den der diese lächerlich macht und den der sie vorträgt oder?
    Hat es nicht zu aller Zeit Spott über berechtigte Anliegen gegeben. Ein Beispiel aus meiner Heimat wäre der Begriff Winterkönig für einen berechtigten Ansatz Böhmens sich aus der Zucht der wortbrüchigen Habsburger (jan Hus in konstanz, oder Rekatholisierungen in der Steiermark) zu befreien.
    Wenn Sie ein aktuelleres beispiel wollen, sehen sie sich den Anschlag in Bologna am 2.8.1980 an. Vor zwanzig Jahren wäre jeder, der sagt, dass dies nicht die roten Brigaden waren in Ihrer Schublade der Weltverschwörer verschwunden.
    Aber umgekehrt ist natürlich – wie sagen sie Weltverschwörung – der Begriff geht logisch gar nicht BTW – oder Sie definieren den begriff Welt um – auch nicht auf.
    Wie sagte mein Homilethiklehrer immer: Nur das Tagesevangelium auslegen, und es sucht sich schon seinen Verbindung mit dem zeitgeschehen beim hörer.
    Also bitte @DA etwas mehr Themen, die nicht so an der „Tagespolitik“ kleben

  191. Ghostwriter, das Definieren...
    Ghostwriter, das Definieren von Bürgertum ist eine nicht ganz leichte Sache; Zivilgesellschaft passt da schon besser in diesem Kontext. Deshalb steht es ja auch drüber. Dass das Bürgertum auch oft mit dabei war – keine Frage. Aber es hat sich auch gewehrt oder wenigstens unter Druck gelernt.

  192. Lieber Don, ich möchte mich...
    Lieber Don, ich möchte mich BertholdIV mit seinen Bedenken anschliessen. Wenn Sie (und Ihrer Seele sei dies ja gegönnt) solch polarisierende Tagesthemen anschneiden und dazu political correcte Positionen einnehmen, mag dies zwar einer ökologischen und fleischlosen Sicht der Wirklichkeit entsprechen, aber es entspricht fast nie der Realität. Und „Stützen“ sind auch Elemente der Statik, die Lasten tragen können (und müssen/wollen). Aber dies nur auf der Basis von Schwerkraft und Erdanziehung.

  193. "Was Du ererbst von deinen...
    „Was Du ererbst von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen“ – Karl Marx
    .
    Und die FAZ könnte evtl. darüber nachdenken, Don zu unterstützen, in dem sie die E-Mail-Adresse „wikileaks@faz.de“ einrichtet.
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    Und die Welt wird sich, wie auch immer, höchstwahrscheinlich auch weiterhin ein Faible bewahren „for people with a nice english upper-class accent“.
    .
    Wir bitten also darum, dass Don auch in Zukunft schreiben möge, was er schreibt, nämlich Blogs des Inhalts „Vom Nutzen und Nachteil der Bildung für das Leben“ (Wie letztendlich bekannt, ist Bildung ja überwiegend schädlich fürs Leben – aber wie Don das immer schreibt, ist so schön, daher.)
    .
    Die Masse erinnert sich schließlich gerne an ihre humanistische Bildung, die sie als Absolventen eines Realgymnasiums mit auf den Weg bekommen haben.
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    Schade eigentlich, dass Don jetzt also als „Gefährder“ unter Beobachtung zu stehen hat, aber eben kein Wunder, denn so wie er geschrieben hat, das hat ihm schließlich auch keiner erlaubt oder gesagt, dass er es soll. Und wo kämen wir denn da hin.
    .
    „Wenn man stimmgewaltig unter Gehörlosen ist, muss man nicht auch noch laut singen, um zu beweisen, dass man mehr kann“ sagt perfekt!57 immer. Hochmut kommt schließlich vor dem Fall. Aber Freiheit der Meinung, Grundrecht wäre mehr?
    .
    Und schon die Absetzung der Sendung „Lesen!“ durchs ZDF war Zeigerpflanze für den Problemzustand dieser Republik, wie viele fanden. Aber den dummen fehlt sie nicht. Die Zeigerpflanze.
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    „Rufet alles nach dem Großen Manne – und grauet ihnen gleich, wenn er sich zeiget“ – traditionelle Intellektuellenweisheit. („Seit wann waren Intellektuelle jemals weise?“ wissen auch viele, „sie wären es gerne, das ist aber auch schon alles!“)
    .
    „Der Staat wird sicherer? – Oh weh, der Staat nimmt ab!“ Friederich Nietzsche
    .
    „Man muss auch mal was arbeiten, man kann sich schleßlich nicht den ganzen Tag mit seinen Gedanken befassen, das ist nicht gesund“ – auch schon daher sollte der Gedanke am besten eher selten sein. Und oder besser gut versteckt.
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    „Dir stieg der Jupiter, der Helle, bei Deiner Geburt hinab – Du kannst in die Geheimnisse nicht schauen!“ Wenn das z. B. auch mal die Bewerber für Geheimdienste alle wüssten, dass das so ist. Z. B. dass man Finanzkrisen so nicht vorhersagen kann.
    .
    Außerdem kann es im Zeitalter des real existierenden Dekonstruktivismus nämlich auch so sein, dass die Staaten sich durch ihre Handlungen und Nicht-Handlungen allesamt mehr oder weniger schnell selber dekonstruktuieren. Und nicht einmal die Fokussierung des schwachen Staats auf äußere Feind, welche auch innen sein können, wird evtl. mehr bewirken, als eine vorübergehende Verlangsamung des Vorganges.
    .
    Und der Norweger Knut Hamsun bleibt außerhalb Norwegens und der Intellektuellen wohl auch vergessen, der, der für seine (tatsächlich völlig falsche) Meinung und mehr über den Nazionalsozialismus zur Untersuchung seines Geisteszustandes in die Klapse kam. Ein klassicher Fall von Altersstarrsinn wohl auch. Denn Hamsun war zu dem Zeitpunkt bereits 88 Jahre alt. Eine Verurteilung als „dauernd seelisch geschwächt” widerlegte Hamsun sowohl in seiner Verteidigungsschrift 1947 als auch mit seinem letzten, bei klarem Verstand und mit unverminderter Seelenkraft geschriebenen Buch På gjengrodde Stier (Auf überwachsenen Pfaden, 1949), in dem er sein Verhalten begründet, ohne zu bereuen.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Knut_Hamsun Das er nicht einsichtig sei konnte natürlich vor allem schade. (Am Rande: http://de.wikipedia.org/wiki/Auf_%C3%BCberwachsenen_Pfaden (Der urteilende Psychologe hoffte wohl auch auf einen quasi einmaligen Karrierehöhepunkt angesichts des bekannten Schriftstellers und war sicher, seinen Namen für immer an den des Schriftstellers heften zu können, wie die Biographen Hamsuns berichten. Beweggründe bleiben vielfach trübe. Aber nur am Rande)
    .
    „Your peers are your natural allies“ – das man sich am Ende auch noch dieser Unterforderung stellen muss.
    .
    Dekonstrutivismus – ein … „philosophisches Konzept, das seit den 1960er Jahren besonders in den Geisteswissenschaften als Analyseverfahren Bedeutung erlangte. Ausgehend von der Theorie, dass jedes sprachliche und bildnerische Kunstwerk von vielschichtigen und widersprüchlichen Strukturen geprägt sei, bestreitet der Dekonstruktivismus einen rekonstruierbaren Sinnzusammenhang, da das Wirkliche an sich nicht darstellbar sei. Der Dekonstruktivismus lehnt die traditionellen Interpretationsverfahren ab, da diese die Vielschichtigkeit von Kunstwerken, insbesondere von Texten, gegen das Werk selbst reduzierten. Dagegen strebt er eine Lektüre- und Analysetechnik an, die in der Freilegung der Widersprüche und in der Aufhebung sowie Zergliederung (→ Dekonstruktion) der innewohnenden Strukturen und Regeln den Weg zum objektiven Verständnis sieht. “ http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/unterhaltung/index,page=1081302.html
    .
    „Das Genie aber schöpft immer breiter, als der vorfindliche Rahmen“ – eine von Luthers 95 Thesen, so sagt man, mit denen er sich, quasi mit halben Nebensätzen seines Denkens, für Jahrhunderte in den Mittelpunkt der Welt stellte. Wie leicht mancht man es nach.
    .
    Wer nochmal hat vergeblich „einen soldiden Kabbalisten gesucht, mit dem man Staaten defekt machen kann“? Richtig, es war Isaac Simon Landauer – bei Lion Feuchtwanger im Roman „Jud Süß“. Und er wollte überhaupt keinen finden.
    .
    Frankreich und die Flüsse: „La Saonne. Zu Bocuse (nach Collonges-au-Mont-d’Or) gingen ausnahmsweise am Ende sogar mal die, die sonst reine Flüssignährer wären“´
    .
    „Träumende Thesen werden zu eins“ – so entsteht die literarische Welt.

  194. na, da bin ich wohl jemanden...
    na, da bin ich wohl jemanden auf die – zugegeben recht langen – zehen getreten. das war natürlich keine absicht, und nicht einmal spott, pardon!
    wissen sie eigentlich, werter BertholdIV, was ich mit verschwörungstheoretikern mache?
    ich sage es ihnen gern, völlig ironiefrei (wenn das bei mir irgendwie geht, doch ich fürchte: nein):
    .
    ich hole mir ein glas wein, lasse sie reden, lasse beiläufig ein paar worte fallen, bin interessiert, damit sich das gespräch entspinnt, und es tut sich wortreich eine doch recht interessante welt auf, wenn sie sich nicht in leeren schleifen verliert, aber das tut sie bei rechten (= richtigen) und intelligenten theoretikern selten … ich lerne gerne … und habe erfahrungen sammeln dürfen:
    die alten glauben alles, die menschen im mittleren Alter misstrauen allem, die jungen wissen alles.
    .
    der viele lesestoff, der jetzt von den fazblogs ausgeht kann auch zu flüchtigem lesen verführen.
    und überhaupt, wie oft schon tat sich hier nicht der verdacht auf, dass weiland z u flüchtig gelesen werde … wo, bitte, monsieur, rede ich von welt?
    .
    apropos welt: die welt ist in zwei klassen geteilt, in die, die das unglaubliche glauben, und die, die das unwahrscheinliche tun.
    .
    lieber perfekt!57, zum dekonstruktivismus: der gebildete widerspricht den anderen, der wahre weise sich selbst.
    .
    lieber Rosinante, fleischlose sicht: sehr amüsant!
    .
    aber gehen wir doch mal einen schritt weiter:
    http://www.youtube.com/watch?v=fANSCb3zJCg

  195. @donna laura
    uuups, ja Sie...

    @donna laura
    uuups, ja Sie haben das Wort Welt gar nicht benützt – Sorry- , aber es hätte so schön gepasst. ex falso quod libet… irgend einen Sinn muss ja mein schlampiges Lesen Ihres Beitrags haben – wofür ich mich nochmals entschuldige – , zumindest ist meine Folgerung dadurch unangreifbar

  196. @perfekt57!
    Sehr gut Ihr...

    @perfekt57!
    Sehr gut Ihr Beitrag über Hamsun. Die Diskussion hatten wir ähnlich vor zwei? Wochen über die weleda… Wieder die gleiche Antwort: ich sage dann unserem jüdischen Kinderarzt, das das nicht geht, das er auch solche Produkte empfiehlt und stehe dann auf Seite zwei des Standards als Rechtsradikaler Deutscher in Wien. Ich glaube Antisemitismus ist ernster um ihn mit solchem „Klamauk“ zu bekämpfen und ein Abdriften und Aufgeben von bürgerrechten wird m.E. sicherlich nicht mit Wikileaks bekämpft.

  197. "Zivilgesellschaft" finde ich...
    „Zivilgesellschaft“ finde ich fast noch schlimmer als „Bürgertum“. Das Bürgertum existiert irgendwie immer noch als soziale Kraft, das kann man nicht leugnen. Auch wenn ihm Menschen- oder Bürgerrechte, die sog. „bürgerlichen Werte“, vollkommen schnuppe sind.
    (Abgesehen natürlich vom Bankgeheimnis).
    .
    Unsere „Zivilgesellschaft“, das sind steuerfinanzierte Parteienstiftungen, das ist allenfalls die Gesamtheit der Interessenverbände und Lobbyagenturen, wie z.B. die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft der der ADAC. („Freie Fahrt für freie Bürger“).
    .
    Da kann ich wieder nur einmal den Scharfblick von Hannah Arendt bewundern, die schon vor circa 70 Jahren gesagt hat, dass „Thomas Hobbes der einzige Philosoph ist, auf den das Bürgertum sich je hätte berufen dürfen“.
    .
    Wir sind Leviathan.

  198. @DA
    wie halten Sie es damit,...

    @DA
    wie halten Sie es damit, oder tragen Sie kein Polohemd?
    Mine Mutter sagte immer, dass ihr Vater immer welche getragen hat und es für einen älteren Herrn – ich glaube wir sind so weit vom Jahrgang nicht auseinander – das angesagteste Kleidungsstück ist im Sommer
    http://www.wienerzeitung.at/default.aspx?tabID=4152&alias=wzo&cob=510983

  199. Berthold, "Der Antisemitismus...
    Berthold, „Der Antisemitismus ist eine zu ernste Sache um ihn allein den Antisemiten zu ueberlassen!“
    (Karl Kraus, unplugged)

  200. @ BertholdIV
    ihr 'sorry'...

    @ BertholdIV
    ihr ’sorry‘ fällt auf fruchtbaren boden …
    .
    das vanitas-diktum düften sie instinktiv mit ‚die welt ist ganz eitel‘ übersetzt haben. diese übersetzung stammt, soweit ich mich korrekt erinnere, weniger aus dem mund des lateinlehrers, wohl aber aus einem almanach namens asterix.
    .
    jedoch: unangreifbarkeit, mein bester, ist ein ding für fei-äh-nichtmutige. ich wäre da eher für ‚kopf hoch und voran‘.
    interessant ist auch das betrachten des eigenen fehlers und nicht des antwortenden textes.
    man sollte niemals anderen zuhören. es ist ein zeichen von gleichgültigkeit den eigenen zuhörern gegenüber, n’est-ce pas?
    .
    aber halten wir hier kein duell ab: noch einen sherry? ein sandwich? mit gurke? lachs? ei?

  201. @Holly01, ich werde Ihrer...
    @Holly01, ich werde Ihrer Theorie nicht widersprechen, obwohl ich sie fuer reichlich gewagt halte. Aber die Menschheit musste seltsame Erfahrungen machen, wie die, dass die deutschen Juden sagten: „Niemals werden die Nazis uns vernichten. Das sind doch Deutsche-ein Kulturvolk!“ Wir wissen wie’s gekommen ist.
    Mit der Hoffnung deutscher Militaers, bei kleinen Kriegseinsaetzen endlich wieder kriegserfahrenes Personal zu bekommen-da bin ich mit Ihnen einer Meinung. Das liegt aber auch in der Logik der Sache.

  202. @donna laura
    ich würde darauf...

    @donna laura
    ich würde darauf sagen, die anderen wie Sie existieren nur qua und in meines(m) Intellekts; gleichgültig bedeutet, dass ich gleichgültig bin gegenüber mir, da muss ich nachdenken darüber…in diesem sinne.. danke gerne ein sanwick mit gurke

  203. lieber BertholdIV,
    gurke,...

    lieber BertholdIV,
    gurke, dachte ich es mir doch …
    .
    werter HansMeier555,
    geschätzte runde,
    liebe mitstreitenden,
    h o b b e s ist im sinne des erkenntnisstrebens stets eine gute idee.
    .
    mit bezug auf leviathan: die freiheit der sicherheit zu opfern ist wohl eine weniger gute idee.
    .
    aus realistischer betrachtungsweise lässt sich aber argumentieren, dass man versucht, das böse zu vermeiden und nicht, das gute zu schaffen. q.e.d.
    .
    .
    als d i s k u s s i o n s t h e s e (conclusio der obigen beiträge) mal ein wort zum m e p h i s t o ex negativo:
    der staat als ein teil von jener kraft, die stets das gute will und stets das böse schafft?
    en garde!

  204. Das ist ja alles hier...
    Das ist ja alles hier wunderschön zu lesen, all die Betroffenheit, für Friede, Backe,
    Eierkuchen, einer zitiert den Cäsar, der andere Clausewitz, WK I u. WK II, das Stillehalten geschurigelter Bevölkerungsgruppen, Genozid möglichst an ganzen Nationen ausgeübt, findet Erwähnung, demokratisch entschuldigte Foltereien usw. Alles folgenlose Räsonnemennts. Jeder der heutzutage lsen und schreiben kann ist auf vertrackte Art und Weise einem Ungeheuer an fettem, gesichtslosem Nihilismus unterworfen, welches in der Geschichte seinesgleichen sucht.
    ..
    Selbst diejenigen, deren Idealismus, deren Religiöstät noch unverbraucht sind, die aktiv sich gegen diese industiealisierte Sinnlosigkeit aufbäumen, werden gnadenlos mit verdaut.
    ..
    Was tun? Nichts. All die Emsigkeit, all das wissende Getue, all diese sog. Politik und Ökonomie, all das ganze nihilistische leere Rauschen einfach einstellen.
    Man stelle sich vor: Keine Betriebsamkeit mehr, die Bildschirme zeigen nur noch ein letztes Flackern, no bits, no fun, no risk, no guns, no motion, no money making….Stille, das Blut im Kopf rauschend hören. Lächelnd aus der selbstverschuldeten, freiwilligen Servitude aufwachen…..Adam & Eva nach dem Sündenfall ;-)kien nieder und schlagen einen Purzelbaum, küssen die Schlange und lassen den Apfel am Bbaume hängen bis er reif von allein herunterfällt…
    ..
    Oder so ähnlich. Donna Laura. wir fassen uns am Händchen und tanzen mit der Vroni und dem Gigolo Ringelreihen, der Filou gibt einen aus, danach gehen wir mit dem Don Alphonso und all den Anderen in die Messe, die Islamisten haben sich schon vorher, freiwillig, taufen lassen…..

  205. Je heißer die Diskussion,...
    Je heißer die Diskussion, desto flüchtiger wird gelesen. Ich hatte ja darauf hingewiesen, dass einige Staaten die Zusatzprotokolle nicht ratifiziert haben. Man könnte sogar mal googlen oder bei Wikipedia nachsehen oder auf der Homepage des IKRK und der UN, welche Staaten das sind.
    Glauben Sie mir, meine Kameraden und ich waren keineswegs scharf darauf (um ein anderes Wort aus dem derzeitigen Jungendjargon mit Mühe zu vermeiden) wieder praktische Kampf- und Kriegserfahrung zu haben. Wenn man über 40 ist reizt einen das Übernachten in Straßengräben auch nicht mehr sonderlich. (Achtung, Zitat, wer mir sagt wo es steht darf sich nach Wahl eine Confiserie- Praline oder ein Glas 25 Jahre alten Calvados abholen)
    Zur Zivilgesellschaft habe ich so meine Zweifel, wenn es hart auf hart kommt schaut man dann doch hilfesuchend auf die Militärs, siehe gerade im Kapf mit dem Fundamentalismus im Islam etwa Algerien (und in gewisser Weise auch die Türkei).
    Bis dahin gern noch ein Sandwich und einen Sherry.

  206. HansMeier555@: Gewiss sind wir...
    HansMeier555@: Gewiss sind wir Alle der Leviathan Hobbe´scher Prägung, auf den Erstausgaben war der Titelkupfer immer aus einem riesigen gekrönten Titanen bestehend, der aus vielen kleinen Menschlein zusammengesetzt zu sehen ist.
    Dagegen hilft als Gift z. B. Étienne de La Boétie und sein „Discours de la servitude volontaire“
    Bon soir

  207. nihil admirare, man kann und...
    nihil admirare, man kann und soll sich hier anders Gehör verschaffen.

  208. Don Alphonso@: Na gut denn,...
    Don Alphonso@: Na gut denn, Sie sind es, der zu bewundern ist, alldieweil Sie so großmütig hier die kunterbunte ungewöhnliche Meinungsvielfalt zulassen ;-))
    prince Matecki@: …vielleicht „Im Westen nichts Neues“? von E. M. Remarque.

  209. @perfekt!57: Es mag mein...
    @perfekt!57: Es mag mein Problem sein, daß ich Ihren wüsten Assoziationsketten nicht immer zu folgen vermag, aber wenn sie Goethe zitieren „Was Du ererbt von Deinen Vätern…“), sollten Sie nicht Marx zum Autoren machen (Ihr Beitrag von 16:34)…

  210. Für mich persönlich war das...
    Für mich persönlich war das eine grosse Entdeckung, wie „links“ wie illusionslos antibürgerlich Hannah Arendt in der McCarthy-Ära argumentiert hat, geradezu linksradikal. Ihre Passagen über den „Imperialismus“ beziehen sich auf das späte 19. Jahrhundert, wirken aber heute wieder hochaktuell.
    .
    In Deutschland gibt es ein Bürgertum, das sich gerne als „liberal“ bezeichnet, aber das ist von Anfang an ein plumper Trick der Selbstvermarktung gewesen, auf den schon die 1848er Revolutionäre zu ihrem Unglück hereingefallen sind.
    .
    Im Zweifelsfalle untersützten diese Liberalbürger immer das preussische Militär.

  211. @nihil admirare
    ach dann...

    @nihil admirare
    ach dann lieber Henris Barbusse, Le Feu, das ist deutlich pessimistischer und auch politisch kritischer. Graves, The End of all this, oder Hemingway, A Farewell to Arms (warum der deutsche Titel wohl ein anderer ist?)
    Aber inzwischen höre ich George Frederic, Dettingen Te Deum. Uns fehlt nicht nur der Frieden, uns fehlt auch die Feier dazu, an den Gott dem ein te Deum darzubringen wäre glaubt auch noch kaum einer, und den Komponisten dafür suchen wir auch vergebens. ( Händel übrigens durfte auch den Frieden von Utrecht bejubeln)

  212. @perfekt!57: Und in welcher...
    @perfekt!57: Und in welcher These Luthers soll er gesagt haben „Das Genie aber schöpft immer breiter als der vorfindliche Rahmen“. Weil ein Luther kaum das Wort „Genie“ in den Mund genommen haben dürfte, habe ich mir die Mühe gemacht, seine 95 Thesen zu überfliegen und dabei Ihr Zitat nicht gefunden. Vielleicht habe ich es ja übersehen, andernfalls ist eine solche „Citiererey“ nicht der Ausweis redlicher Argumentation…

  213. En garde? Gerade legte ich den...
    En garde? Gerade legte ich den Degen ab, um mich dem Tischlein mit Champagner zuzuwenden. Ein Staatsmann am Hofe des hier so geschmaehten Louis XIV (sein Name ist mir nicht mehr gelaeufig. Das Alter! Der Wein!) sagte ungefaehr, dass es nicht Aufgabe eines Staates sei, seine Buerger gluecklich zu machen, sondern das Unglueck nicht zu vergroessern.
    .
    (Welch eine Frechheit! Da tanzt doch dieser junge Spund mit meiner Geliebten! Sie verzeihen, ich muss…)

  214. geschätzte donna laura
    ja...

    geschätzte donna laura
    ja genau gurke – ein bisschen manichäismus, geht zuchini auch als gurke durch? gestern gab es im kaffee kunsthalle (tip für die wien reisenden) im mittagslunch eine vorzügliche kalte zuchinisuppe
    http://www.kunsthallewien.at/cgi-bin/page.pl?id=995&lang=de
    btw: sehen sie prince matecki beschwert sich auch über das flüchtige lesen:
    wird hier flüchtig gelesen ? doch eher richtig interpretiert und selektiv wahrgenommen von den antwortenden

  215. nihil admirare/19.14:...
    nihil admirare/19.14: sapperlot! war das jetzt ein hilfeschrei nach zensur? bunt zu grau (lassen sie das mal colorcraze nicht hören), aber selber herumschwurbeln, ts ts.
    .
    lieber specialmarke, dito.
    .
    wohl suchte er nach folgendem mot des meisters (marx):
    ‚der ehemalige geldbesitzer schreitet voran als kapitalist, der arbeitskraftbesitzer folgt ihm nach als sein arbeiter; der eine bedeutungsvoll schmunzelnd und geschäftseifrig, der andre scheu, widerstrebsam, wie jemand, der seine eigne haut zu markt getragen und nun nichts andres zu erwarten hat als die – erberei.‘
    .
    (bon, ich gestehe zuweilen zu blödeln, doch nur anregungen sind es, aber wer vermisste noch den irrsinn?
    .
    war es nicht Filou, der sich dem schlimmsten in der welt hingegeben sah, dem ennui, und mit ihm Rosinante? freunde!)

  216. @prince Matecki: Wie wäre es...
    @prince Matecki: Wie wäre es mit Ernst Jünger? – Ich rate nur…

  217. @ HansMeier555 07. August...
    @ HansMeier555 07. August 2010, 19:22 :
    Ja, das hat Tradition und darauf schütte ich mir mal fix ein eiskaltes Dunkelbier ein.

  218. in Militärischen Sachen kenne...
    in Militärischen Sachen kenne ich mich ja nicht aus, aber was ist denn in der Türkei los mit den Angriffen gegen die Armee. Vor knapp einem Jahr als ich noch öfters von FRA nach VIE flug hat mir mal spätabends ein Kurde und studierter Soziologe, der unter Kreisky noch Asyl in Aut gefunden hat und als Taxifahrer arbeitet das erklärt, so in der Art, dass das Militär in der Türkei gegen die stärkere Präsenz der USA in kurdistan wäre und deshalb Erdogan dem Militär etwas ans Leder dürfe. Ohne Geheimisverat zu begehen, können Sie mir das etwas erklären?
    BTW: da kenne ich mich wieder besser aus: Das Wort Fundamentalismus kommt aus der protestantischen Welt m.W. wollte es nur gesagt haben..

  219. chère donna laura, quel...
    chère donna laura, quel plaisir, que vous êtes revenue. Ich gab mich, wie fast immer, in dieser Zeit dem ennui hin [C].
    .
    Ihr Fragezeichen „der staat als ein teil von jener kraft, die stets das gute will und stets das böse schafft?“ ist wirklich rhetorisch. Wie könnte es anders sein, denn der Staat ist als Kollektiv nur eine Summe von Individuen. Ich finde dies übrigens eine der schönsten Formulierungen im Faust. Hätte sich auch als Eingangszitat dieses Eintrags gut gemacht.
    .
    Und was die Fleischlosigkeit Ihres Schlingensief-Links betrifft, so bin ich nicht sicher, ob mir diese Inszenierung der Banalkultur oder die Tatsache Weh tut, dass dieser Event-Gockel vergangenes Jahr in Bayreuth inszenierte. Dieses Jahr war mit Hans Neuenfels wenigstens einer der Papas dran. Im Vergleich werden die dünnen Derivate von Schlingensief und Marthaler dann noch unerträglicher.
    .
    Den Lachs gibt’s bei Ihnen sicher auch mit Sahnemerettich?! Hmmmmmm.
    Viva Tio Pepe.

  220. werter BertholdIV, mei, dann...
    werter BertholdIV, mei, dann bleims hoit a schlampernder leser, von wega richtig interbrediert. hauptsach, die grammatik is foisch, un da rest a. nix fua unguat, aba so isses doch.

  221. Papa, Lima, India, November,...
    Papa, Lima, India, November, Delta, Oscar, Sierra. Ziel erkannt. Feuer!

  222. @donna laura
    schlamberder oder...

    @donna laura
    schlamberder oder sind wir hier in franggnn? haaid statt hoit oder zumindes hoidd (kein frangn). Der Austausch des l durch i ist typisch für mittelbayerisch, wie mir ein Sprachforscher sagte. Ich spreche nordbayerisch m.W.
    http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=10009&pk=371625&p=1

  223. [beiseite gesprochen: oh,...
    [beiseite gesprochen: oh, BertholdIV, mit verlaub, sie sind ein rechthaber!]
    .
    lieber Rosinante,
    ja, ich freue mich auch, schön wieder hier zu sein; es war recht aufreibend, aber nicht ohne erfolg …
    .
    vertrauen sie nie einer donna laura, ohne (exakt zu lesen, aber das tun sie ja, und) zu kontrollieren, was sie sagt (das geht durchaus, ist aber ein wenig wie die berühmte jagd nach dem schnitzel):
    denn ich bin da sehr wohl perfide und habe zuweilen etwas [6] an mir …
    .
    allein, das sätzchen lautet korrekt:
    ein teil von jener kraft, die stets das böse will und stets das gute schafft. gemeint ist mephisto, und ich scherzkeks musste den satz verdrehen.
    ich hoffe sehr, dass sie mir nicht böse darum sind.
    .
    auch marx hat nie etwas von erberei, wohl aber von gerberei gesagt.
    aber Devin08 ist ja nicht da, der hätte mich gewisslich und zu recht ermahnt.
    .
    aber zur sache, pferdchen (pardon für den kalauer, bin heute zu scherzen aufgelegt):
    ich habe die frage durchaus nicht rhetorisch gemeint, und es muss bedauerlich sein, ihn als solchen verstehen zu müssen.
    bedauerlich, weil dies anzeigt, dass man recht wenig vertrauen in die positiv(gemeint)en kräfte des staates hat. nun mag ein jeder seine wahrhaften gründe dafür haben. [ich kürze ab, daher gehe ich jetzt nicht näher darauf ein.]
    ich freue mich aber, dass meine provokation, und so war der satz gemeint, wirkt.
    .
    schlingensief … der arme kerl. ich durfte ihn einst kennenlernen. persönlich absolut einwandfrei, anständig, aufrichtig (gut, man möchte da nicht mitarbeiter sein, aber wo schon in der kunst und in der politik?).
    der gute veranstaltet jedoch meist etwas schmerzhafte, im wahrsten wortsinn peinliche events, die verwirren ohne deixis.
    will sagen, sie verweisen auf ein ‚???‘ des kunstgeniessenden.
    ich fürchte, dass dies darin gründet, dass seine ironie keine ist.
    d.h. ich unterstelle ironie, suche sie – und finde sie nicht.
    oder: ich suche sie nicht, und es drängt sich auch keine ironie auf.
    in der ironiefreiheit hat er etwas kindliches.
    .
    aber man lacht trotzdem. oder ist sehr betroffen.
    er lässt eine saite im menschen schwingen, die heutzutage absolut ungewöhnlich ist:
    er ist wütend, er ist moralisierend, er hat angst, er simplifiziert ohne doof zu sein, er spottet, er ist in seiner offenheit mutig, er ist theatralisch (darf er ja sein), er dreht durch, er nervt, er macht einen fertig.
    das ist eben kuns(ch)t.
    ob es einem gefällt, ist eine ganz andere frage.
    eben die nächste frage: hat kunst etwas mit gefallen zu tun? wenn ja, warum. wenn nein, dito.
    .
    selbstverständlich serviere ich das lachssandwich mit sahnemeerrettich. leider sind die sandwiches in anbetracht der fortgeschrittenen uhrzeit bereits geschichte, und dies zum glück, würde ich sagen, denn ich vermute, nach stunden an der luft, verträgt sie nicht einmal mehr ein pferdemagen, der doch einigermassen empfindlich ist.
    .
    noch eine praline zum cognac? seien sie schnell, denn der cognac verdunstet in der nähe meines hausfreundes wie die renditen eines papiers, das man auf empfehlung des bankberaters kaufte …
    wir haben den kamin wieder mal angeworfen. ist das ein sommer …!

  224. werte donna laura, da sprach...
    werte donna laura, da sprach ich offenbar wunde Punkte an, oder mussten Sie in Sachen Faust und Schlingensief jenen Dampf ablassen, der eigentlich BIV galt.
    .
    Dass das Mephisto-Zitat von Ihnen instrumentalisiert wurde (sympathisch natürlich) hielt ich nicht für erwähnenswert. Aber, dass Sie damit die Nation in Schutz nehmen müssen, ist auch ein wengerl naiv. Es gibt ja keinen Zweifel, dass der Staat notwendig ist. Aber es gibt auch keinen Zweifel, dass Teile jenes Handlungsgefüges, welches Goethe in der Person Mephistos literarisch personifiziert, einem strafrechtlichen Tatbestand unterliegen und unterliegen müssen. Oder zweifeln Sie daran?
    .
    Darin liegt ja das Wesen der Macht, die gut und böse, falsch im Richtigen und richtig im Falschen sein kann (und einen Teil der obigen Kommentare dann so schwer erträglich macht). Und wenn man (und da sind wir schon bei Christoph Schlingensief) oder frau (denn Annette Schavan ist physiologisch kein Mann) intelligenten und wissensbegierigen Menschen diesen zentralen Inhalt der deutschen (oder deutschsprachigen) Literatur entweder durch Banalisierung verlächerlicht (Schlingensief) oder durch Bologna verflüchtigt (Schavan) wird einer Kultur auf längere Sicht irreparablen Schaden zugefügt.
    .
    Ich war mir im ersten Moment nicht sicher, ob Sie das Schlingensief-Posting Ernst meinten. Offenbar taten Sie’s. Tucholsky nannte das, was Schlingensief (dessen Lustigkeit, Verletzlichkeit. Gutmeinentum, Mut und Offenheit ist keineswegs bestreite) zur Kunst erklärt, ein Siebenmonatskind. Alfred Kerr wurde in diesem Punkt ungewohnt kräftig. Für das Künstlerinnentum (beiderlei Geschlechts), werte donna laura, liegt die Latte wesentlich höher.
    Sie haben doch hoffentlich keine Eventagentur und der Bürgermeister (mit Rado) ist Ihr Catering-Chef?

  225. Der Sommerabend, wie die...
    Der Sommerabend, wie die jungen Leute mit dem Bierglas in der Hand im Prater an der Kastanienallee herumstehen, plaudern, und hin und wieder mal einen Blick in Richtung Geschrei werfen, wo gerade eine Helmut-Kohl-Puppe geköpft wird, deren Birnenkopf dann stilecht einige Meter über den Boden kullert und wenige Zentimeter vor dem Bühnenrand zum liegen kommt…
    .
    Schlingensief und Tarantino:
    Zwei, die ich als Mephisto im Fegefeuer fest aneinanderketten würde.
    Sich selbst zur Buße und den armen Seelen zur Erbauung.

  226. Apropos Helmut Kohl, werter...
    Apropos Helmut Kohl, werter HansMeier555, auf dem Bild (Bundauftakt) im FAZ-Freitagsfeuilleton (Print) sieht man zum lustigen Text von Theodor W. Adornos „Maximal Ferialia“ den Meister in Sils-Maria mit seiner Gattin Gretel. Würde man Helmut Kohl und seine verstorbene Hannelore am Wörthersee daneben platzieren, wäre die Unterscheidung schwer.

  227. sorry: "Maxima Ferialia"...
    sorry: „Maxima Ferialia“

  228. neinnein, lieber Rosinante,...
    neinnein, lieber Rosinante,
    die reitgerte können sie im schrank lassen. hier liegen offensichtlich kräftige missverständnisse vor.
    man könnte über politik, religion, kunst, lebensweisen in divergenzen geraten(wie man ja recht oft aus der ferne beobachten darf), aber so etwas langweilt zutiefst.
    .
    interessanter ist es doch, über gegensätzliche perspektiven das plaudern voranzutreiben. wenn sich alle einig sind, verstummt es letztlich.
    .
    das sieht man auch am blog; wenn nicht mehr viel geht, gehen immer noch kochrezepte, fahrräder und kronleuchter. und blödeleien.
    das reizen und provozieren gehört zu einer geistreichen unterhaltung dazu, das spitzfindige dagegenhalten ebenso wie ein klares wort, und – in bezug auf die sprechsituation konsensdominierte – ungenauigkeit ist der urahn dieser kommunikation.
    ironie wird leider oft nicht verstanden, weil jeder von uns andere annahmen über die kommunikationssituation hat, in der wir uns befinden.
    .
    exkurs beginn:
    zur kuns(ch)t, (<- so steht es dort auch, vgl. bitte oben): unterschiedliche sichtweisen, wie auch immer sie verbreitet werden, ob bspw. als verschwörungstheorie oder als kunst getarnt , sind m.e. zunächst einmal zu akzeptieren als solche. wer wird denn hier scheuklappen anlegen, ich meine, freiwillig? lassen sie es doch einfach offen. es geht doch um lernprozesse. . aber was ist kunst, ist ja wohl ihre frage. vielleicht ein vom menschen hergestelltes mit der absicht zu erbauen? ich gehe davon aus, dass sie zu einer beantwortung beitragen können. . zum staat: ganz grob formuliert, damit beinahe schon sträflich simplifiziert, denn ein ding/wesen etc. ist stets multifacettiert und hat niemals nur zwei seiten: man darf stets vertrauen in beide seiten haben, in die gute, wie in die böse. zum equilibre und zur entfernung von der naivität gehört beides dazu. alors: nur gut ist abzulehnen, nur schlecht ist abzulehnen. weil zu simpel. also scheinen wir uns da irgendwo zu treffen. exkurs ende . na? immer noch garstig? ich hätte noch haferkekse.

  229. Das mit dem Staat ist in der...
    Das mit dem Staat ist in der Neuzeit viel zu weit gegangen.
    Mir wären Verhältnisse lieber, wo öffentliche Gewalten, Privilegien, Pründe, Regalien und Gerechtsame immer auch privat vererbt, vermietet, verpfändet oder einfach der Kirche überschrieben werden können.

  230. @muscat: apropos "Sorry, liebe...
    @muscat: apropos „Sorry, liebe Männer…“
    „If his status ain’t hood
    I ain’t checkin for him
    Betta be street if he lookin‘ at me
    I need a soldier
    That ain’t scared to stand up for me
    Known to carry big things
    If you know what I mean
    If his status ain’t hood
    I ain’t checkin‘ for him“
    Quelle: Destiny’s Child, siehe auch hier, http://www.youtube.com/watch?v=wSREkIYJr8U if you know what I mean.

  231. liebe donna laura, ich habe...
    liebe donna laura, ich habe den haferkeks schon gegessen. Er schmeckte wie Zitronensorbet, nur viel besser. Hablando se entiendo. Bitte, nichts für Ungut. Da meldete sich meine Künstlerseele.

  232. @specialmarke 19:50 gut...
    @specialmarke 19:50 gut geraten, „Straßen und Gärten“ 1. Auflage (die angeblich im Krieg zu über 90 % nach einem Bomben- bedingten Brand im Auslieferungslager zerstört wurde, aber einige Exemplare haben doch überlebt)
    Konfiseriepraline oder alter Calvados?

  233. "Die wahrhaft unangenehme...
    „Die wahrhaft unangenehme Überlegung aber ist die Frage, was für eine Gesellschafts- und Herrschaftsform wir haben, wenn es eine Organisation wie Wikileaks braucht, um den Militärs Grenzen zu setzen, und die Gesellschaft ein Stück weit ehrlich zu informieren“
    .
    das problem sind nicht die militärs, sondern, dass jeder die regierung bekommt, die er verdient. im falle von frau dr. hosenanzug waren im september 2009 bundestagswahlen, es ist also noch kein jahr her, und da müsste doch der deutsche einsatz in afghanistan das bestimmende wahlkampfthema gewesen sein, oder? er war es nicht.
    .
    frau dr. merkel hat nicht umsonst noch in der ddr agitation und propaganda, agitprop eben, studiert und war auch sonst gut beraten: sie setzte auf den mutti-anschi-wohlfühl-faktor, bot nichts inhaltliches, dafür ein weichgespültes weiter so! das brachte ihr mehrheit und wahlsieg (ja, eigentlich hat sie verloren, aber die spd kriegte richtig senge, dagegen sah frau dr. wie eine siegerin aus).
    .
    den stützen der gesellschaft /wie bezirksschornsteinfegermeister, notare, apotheker und was sich sonst noch alles auf dem freien markt behaupten muss) wurden vom schönen schido und vizekanzler in spe ganz frech und ohne rücksicht auf tatsachen steuerserkungen versprochen, sollen doch die armen sparen. der freund des echten beachvolleyballs (männer) hat seine wähler ebenfalls richtig eingeschätzt und so das beste ergebnis seit anno liberallala eingefahren.
    .
    unter solchen umständen hätte es ein voltaire auch schwer gehabt, keine gegner, nur eine pfarrerstochter und ein schwiegermuttertraum, keine argumente, nich nicht einmal aussagen, nur watte, watte, watte.
    .
    ach so, die liberale forderung nach einer berufsarmee ist im grunde noch dreister als die sozialpolitik auf kosten der armen: berufsheer ist, wenn die dümmeren und ärmeren den klügeren und reicheren die kastanien aus dem feuer holen. zumindest hätte ein voltaire das so sehen können.
    .
    die vorstellung von medien als der vierten staatsgewalt, als ein korrigens der macht ist leider auch nicht mehr als pathos, der nicht einmal mehr zu feierstunden ankommt. es ist ganz anders, die medien leben in symbiose mit dem staat, noch nicht einmal der parasit hat ein interesse am absterben seines wirts. wenn dann in zukunft das fernsehen über die verdummungabgabe der haushalte finanziert wird, wird sich sicher noch einer finden, der dieses finanzierungsmodell für die tagespresse argumentativ unterstützt.
    .
    es geht um etwas ganz anderes, nämlich um die anbindung dieser republik an die us of a als schutzmacht. ein austritt aus der militärischen integration (wie das ein de gaulle durchzog) ist nicht thema, austritt schon gar nicht, die spd spricht, nachdem sie nicht mehr an der regierung ist, ganz zaghaft vom abzug, wahrscheinlich weil die wissen, dass sie in nächster zeit darüber nicht zu befinden haben, das macht das fordern leichter.
    .
    nur die linke und die npd sind sich in der ablehnung einig. bei die linke ist noch unklar ob das gesinnung, taktik oder die ausführung von aufträgen dritter ist. bei der npd weiss man, das ist gesinnung und wünscht, dass die mit dieser gesinnung nie an den trog der macht kommen.
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    was auch zu denken gibt: der kanzler, unter dem die ersten truppen nach afghanistan gesandt wurden, ist, seitdem er nicht mehr bundeskanzler ist, für eine dritte macht tätig. hat er im amt soviel herrschaftswissen gewonnen, dass er in der nato und dem bündnis mit den usa keine zukunft für deutschland sieht und deshalb schon einmal den türöffner für seinen freund putin und die russische föderation macht?
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  234. @prince matecki: Ich hatte...
    @prince matecki: Ich hatte „Straßen und Gärten“ vor rund 20 Jahren sogar mal gelesen, mich aber natürlich nicht an das Zitat erinnert. Aber es paßte zu Jünger, auch von der Biografie her. Ich freue mich ob Ihres ausgelobten Preises, schlage aber vor, wir trinken den Calvados zusammen, falls wir uns wider Erwarten einmal begegnen. Ich bin leider fast nie in München…

  235. @donna laura
    Wenn ich jetzt...

    @donna laura
    Wenn ich jetzt die real existierende Person „Donna Laura“ verletzt habe, tut es mir leid, dann bitte ich um nachsicht. Aber eigentlich will ich der Figur BertholdIV nicht so viel Eigenleben einhauchen – offensichtlich ging das gerade falsch – sondern als Person/Maske benutzen um bestimmte Themen Publicity zu verschaffen. Das ist ein Sinn von Bürgergesellschaft durch Diskurs und Publicity gesellschaftliche Änderungen zu schaffen und wir dürfen das hier im Hof der FAZ tun – immer dran denken -.

  236. lieber auch-einer, im grossen...
    lieber auch-einer, im grossen und ganzen gut gesprochen. danke!

  237. @specialmarke
    Es fällt,...

    @specialmarke
    Es fällt, nachdem er als (reaktivierter) Kompaniechef mit einer Infantriekompanie im Westfeldzug voranmarschiert (realiter per pedes) und auch draußen mit seinen Männern nächtigt und nach dem Sieg das Angebot erhält als Kriegstagebuchführer im Hauptquartier des Militärbefehlshabers West eingesetzt zu werden. Aus der Position des sieben mal Verwundeten schreibt sich das natürlich nonchalant.
    Ich bin (leider) auch nur noch selten in München, ich könnte Bonn oder die Ostseeküste anbieten um die Ehrenschuld zu liquidieren. Eigentlich die einzig zulässige Art des Liquidierens…

  238. @ spezialmarke
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    "Was Du...

    @ spezialmarke
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    „Was Du ererbst von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen“ – Das ist doch ganz sicher von Karl Marx – schließlich geht es im Leben wirklich vor allem um Besitz, also um Dinge, die man anfassen kann, also Wohnhäuser, Geschäftshäuser, Fabriken, Strassenbahnen, U-Boote, Autobahnen, Rathäuser und so weiter.
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    (Und am Rande neuerdings evtl. auch um ganze Fliegerhorste nebst Inhalt: Was ich ganz interessant fand war, dass der SWR 4 berichtete, dass die Verwendung dieser (womöglich doch nicht) letzten Atombomben auf deutschem Boden an den Tornado gekoppelt seien. Weil andere, jüngere Flugzeuge eben diese Bomben nicht mehr tragen können. http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video681554.html )
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    Erwerben wir also, was wir besitzen.

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