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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Das Bedenken der Veränderung

| 195 Lesermeinungen

Unter Kohl war Konservativismus eine einfache Sache: Es war, wie es war. Ein paar Geschichtsumdrehungen weiter ist gar nichts mehr, wie es einmal gewesen ist, und Frau Merkel fordert, Veränderungen zu bedenken. Natürlich muss sie sich da die Frage gefallen lassen, warum man das als normaler Polizeirufer bei nächtlicher Ruhestörung tun sollte - würde man das wollen, wäre man doch Trotzkist, Anarchist oder wenigstens Entwicker riskanter Derivate an der Wall Street geworden, aber sicher nicht konservativ.

Konservativ heißt also nicht, dass alles so bleibt, wie es ist, sondern das man mit Bedacht verändert.
Angela Merkel

Letzthin konnte man viele bedauernde Worte über den Umstand lesen, dass Helmut Kohl, Bundeskanzler a. D. und immer noch mit dem machiavellistischen Mangelwohlgeruch der schwarzen Kassen behaftet, schon wieder nicht den Friedensnobelpreis bekommen hat. Es wäre doch endlich mal Zeit, seine Leistung bei der Wiedervereinigung zu würdigen. Mir mag scheinen, damit ist die Hoffnung verbunden, dass Kohl, historisch an den richtigen Platz gerückt, wieder eine Sehnsuchtsfigur werden kann, wie es in Deutschland die Bundeskanzler Schmidt und Brandt und in Bayern der Franz Josef längst geworden sind. Ein wenig schwingt herbstschwere Nostalgik mit; damals konnte man noch konservativ sein, ohne sich um die Veränderungen aussenrum kümmern zu müssen. Es gab keinen echten Modernisierungsdruck jenseits der Frage, ob man die neue, rundgelutschte S-Klasse ab 1991 gegen die alte, kantige, aber auch imposante Version eintauschen sollte. Die Mehrheit blieb dann bis 200.000 Kilometer noch bei der alten Baureihe, und erst dann durften die Töchter den blaugrauen Wohlstandstraum zwischen Nürnberg und Würzburg in die Leitplanke setzen.

Bild zu: Das Bedenken der Veränderung

Anstelle des Modernisierungsdrucks gab es dafür einen gewissen gesellschaftlichen Druck der Beharrung. Denn im Gegensatz zu der in besseren Kreisen verbreiteten Ansicht ging es draussen, jenseits der Gärten und Konzertvereine, natürlich weiter mit der Entwicklung. Und, so mag sich auch mancher gedacht haben, manche konservative Überzeugung ist vielleicht doch etwas zu hart. Die Haltung zur Abtreibung etwa ändert sich rapide, wenn die eigene Tochter unter den falschen Mann ohne Heiratsabsichten und Karrierechancen gefallen ist. Die Haltung zur Atomkraft bleibt nicht gleich, wenn nebenan eine Wiederaufbereitungsanlage gebaut wird. Die Haltung zum Wehrdienst hat nur begrenzt Bestand, wenn das eigene Kind nach vier Wochen Pornokonsument, nach vier Monaten Kettenraucher und nach Abschluss des Dienstes ein Fall für Station 36 ist. Die Sache der Konservativen wäre einfacher gewesen, wenn sie auf Kinder verzichtet hätten. Durch die Kinder kamen die Veränderungen der Welt auch in die Familien, denen Kohl profitable Stagnation versprochen hatte.

Denn an den Kinder dieser Generation konnte man in besseren Kreisen erleben, dass die vollmundigen Versprechen dieser Bewahrung nicht für alle Zeiten und Nachkommen galten. Apotheker kratzten sich erstaunt am Kopf, wenn sie von den neuen Anforderungen ihres alten Studiums erfuhren. Anwälte wunderten sich über die enormen Rechnungen der Repetitorien, die aus München kamen. Und während manche Eltern ihre Kinder noch zum klassischen Medizinstudium drängten, machten manche Chefärzte ihren Töchtern klar, dass sie im Dentalbereich, wenn überhaupt, bessere Chancen für ein gutes Leben haben würden, in dem man ohne Sorgen langfristig Karten für die Opernfestspiele in München bestellen konnte. In den späten Jahren der Kohlregierung stellten Kinder und Eltern dann gleichermassen überrascht fest, dass die 50-Stunden-Wochen der als arbeitsam geltenden Eltern in vielen Branchen für Neueinsteiger gar nicht vorgesehen waren – bei weitaus geringeren Löhnen.

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Kurz, die moderne Welt hatte sich entschlossen, die Familien wie eine Auster zu knacken – unbarmherig an ihrer weichsten Stelle, unter Missachtung der festgefügten, lange gebauten und falsch schimmernden Schale konservativer Gewissheiten. Und Herr Kohl, dem man vieles vorwerfen kann, aber nicht die Veränderungen der Welt, konnte nichts dagegen tun, oder wollte es nicht, denn das hätte für ihn bedeutet, die Veränderungen anzuerkennen und seinen Wählern nahezubringen, dass sie sich damit auseinander setzen müssen – und dass ihnen diesmal kein Staat und keine Wahl dabei helfen kann, egal wie konservativ das Ergebnis formal ist. Logischerweise entscheidet man sich nicht für einen konservativen Lebensstil, um dann gezwungen zu werden, alles und sich selbst dauernd neu zu überdenken. Man ist vielleicht, allenfalls, noch liberal-konservativ, um anderen Strömungen liberal zu gestatten, sich mal testweise die Finger an dieser Moderne zu verbrennen, damit man sich überlegen kann, was man davon gefahrlos integrieren kann.

Davon ist, ausser vielleicht ein paar wenig glaubwürdigen Werbesprüchen einiger Investmentfonds, wenig geblieben. Und so muss sich in Zeiten von Bankenkrisen und Währungsentwertung, von Pr0n im TV und von der Polizei blindgeprügelten Rentnern, unter verschärftem Druck der Aussenwelt jeder selbst ein paar halbwegs schlüssige Fragen einfallen lassen, wie er es mit den veränderten Umständen hält. Wenn er nicht gleich den einzig legitimen Erben Kohls, den schöpfungsbewahrenden und dennoch in Afghanistan Krieg führenden Grünen und deren neuen Gewissheiten  – ja, ihr bekommt eine geförderte Solaranlage auf das Dach, garantiert biologisch-dynamisch eingeflogene Äpfel und das gefühl der Welt etwas Gutes zu tun – gemütlich in die Arme und Kirchkernkissen zu sinken.

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Nachdem aber die Herausforderungen sehr unterschiedlicher Natur sind, ist es für die Restkonservativen gar nicht so einfach, gemeinsame Antworten zu finden: Gibt man sich der Logik der globalen Märkte hin, oder möchte man lieber die gute, alte Raiffeisenbank? Ist man weiterhin strikt antikommunistisch, oder lebt man damit, dass die neue Kamera aus einer kommunistischen Diktatur kommt? Will man Frauen lieber am Herd sehen, oder kann man sich mit Frau Merkel arrangieren? Sind Osteuropäer die Diebe des deutschen Ostens oder nicht doch willkommene Pflegekräfte? Will man einen neuen Bahnhof oder einen alten Schlosspark? Geht man noch in die Kirche, oder tritt man aus? Ist eine Scheidung schlimmer als der Depp, den die Tochter geheiratet hat? Wirft man das alte Goldrandgeschirr endlich weg, oder findet man neues Porzellan wie Maria weiss viel zu modisch? Ist die Waldorfschule wirklich noch der kommunistische Unsinn, der sie früher gewesen ist, als nicht überall über die Deutschfeindlichkeit auf den Schulhöfen zu lesen war? Darf die Gattin eines Ministers eine TV-Show eines Gossensenders moderieren? Ist das deutsche Produkt noch führend, wenn seine Innereien mehrheitlich aus dem Ausland kommen? Und: Ist der A5 nicht doch schicker als die dicke, neue S-Klasse?

Man kann jede Frage so oder so beantworten, aber mit etwas Pech steht dann der parkschützende A5-Fahrer, während daheim die Rumänin den Haushalt besorgt, nicht nur in der Frage der Religion dem Bahnhofsfreund mit der S-Klasse und dritter Ehe gegenüber. Und das, obwohl beide mit Fug und Recht und besten Argumenten eine durchgehend konservative Haltung für sich in Anspruch nehmen können. Was immer aber die Antwort auf die Frage nach der richtigen Lösung sein mag: Es ist vermutlich auch vielen Konservativen klar, dass die Antwort nicht die heimelige Ignoranz sein kann, der man sich unter Kohl stets hingeben durfte, ohne dass es jemand gewagt hätte, allzu sehr zu stören. Es ist keine Frage einer Partei, oder einer Person, oder eines Systems, oder eines Wertekanons, oder einer Weltanschauung, oder der 68er, oder der Kochs oder der Merzens. Und schon gar keine Frage einer Reideologisierung gesellschaftlicher Konflikte: Da bräuchte man welche, die mitmachen, aber ein Blick in die enorme Zubehörliste von Audi zeigt, wie wenig Zeit heute für andere Dinge bleibt. In Variantengewittern! Allein die Ledersorten! Auch das war unter Kohl bei der S-Klasse noch anders. Aber unter Frau Merkel muss man mit Bedacht die Farben verändern.

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Doch ist dies, in Wählerstimmen ausgedrückt, nur eine kleine Gruppe in kleinen Vierteln am Rande kleiner Städte: andernorts, bei den Schützenvereinen und Kriegerorganisationen, im Vorstand der Raiba und den Bierbänken der Volksfeste mag das noch anders sein. Dort blickt man nur mit Verachtung auf die Entscheidungsnöte derer, die ihren Abend nicht beim Schafskopfturnier zubringen, die schon immer irgendwie anders waren, aber sich inzwischen auch sehr anders benehmen, die sich früher besser fühlten und inzwischen auch zu gut für eine anständige Haltung, was immer die gerade sein mag. Es wird gerade etwas einsam, wenn man konservative Seiten an sich trägt, man verliert mit dem Nachdenken die gesicherte Basis und mit den Entscheidungen die unbedingte Richtigkeit, und keine Bildzeitung, kein Sarrazin, kein neoconservativer Spiegelautor und kein Nobelpreis für Kohl kann die Scherben der garantierten Sicherheiten kitten, die unter den Kronleuchtern drohend funkeln, wie das zertrümmerte Goldrandgeschirr nach einem erbitterten Erbschaftsstreit.

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195 Lesermeinungen

  1. Es bleibt die Frage, ob die...
    Es bleibt die Frage, ob die bürgerlichen Konservativen irgendwann einmal richtige Konservative waren. Oder ob vielmehr der wirkliche Konservative nicht zwangsläufig aus dem Adel kommen muss(te). Jedenfalls sehe ich durchaus Probleme im bürgerlichen Individualismus (die auch schon im 19. Jhr. eine Art der Selbstverwirklichung war) und der Sichtweise, nur ein Glied in einer langen Kette zu sein. Damit eine Aufgabe zu haben.
    Sie müssen mir noch die Frage erlauben: ist diese Plastik attisch oder antoninisch?

  2. "Keine Experimente"...
    „Keine Experimente“ CDU-Wahlplakate in den Fünfzigern. Basta!

  3. Konservativ, so sucht es auch...
    Konservativ, so sucht es auch schon der R. Koch MP a.D. ist nur ein Wort, aber das Leben der Eltern zu führen ist ein Grund die Heiligkeiten zu bestehen.
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    Je knuffiger die Rennkisten, um so härter wollte man arbeiten.
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    Der Merkel nur wenig nachgesagt sind die Botaniken in der Regenrinne, das eher schlampig als gediegen und könnte gewechselt werden.

  4. Wieso hat Frau Merkel soviel...
    Wieso hat Frau Merkel soviel an Popularität eingebüsst? Ist Deutschland nach links gerutscht?

  5. Don, wie macht sich das Licht...
    Don, wie macht sich das Licht des Kronleuchters im neuen Spiegel?

  6. Ich muss erst noch warten, bis...
    Ich muss erst noch warten, bis es Nacht wird. Das Problem: Der neue Spiegel ist nicht aus der Zeit zwischen 1870 und 1910 wie die anderen beiden Pseudovenezianer aus Fürth, sondern ein echter Venezianer aus den 50ern (?), und das ist ein anderes, helleres Glas.

  7. @sterne:
    Der Don hat Sie...

    @sterne:
    Der Don hat Sie erhört! ;-)

  8. Das Köpfchen ist antiker...
    Das Köpfchen ist antiker Vollkitsch, eine sogenannte Tanagrafigur nach einem hellenistischen Vorbild – und ich würde in meinem Fall auch wetten wollen, dass es selbst nur eine Fälschung des 19. Jahrhunderts ist.

  9. Das ist natürlich fürwahr...
    Das ist natürlich fürwahr ein Problem. Hängen denn die Spiegel sehr nahe beieinander?

  10. Auf verquere Art und Weise...
    Auf verquere Art und Weise hatte H. Th. Fontane in „Der Stechlin“ anrührend das Problem des (alten) Konservatismus in Zeiten des Umbruchs in der Person des Protagonisten, des Altadligen Dubslav von Stechlin, geschildert. Man kann das Buch natürlich bezogen auf heutige Zeiten nur transitorisch lesen. Aber das die Konservativen, und nicht nur die, in eigenartige Spannungslinien unversehens geraten sind, steht m. E. völlig ausser Frage. Wie die Phase bewältigen? Stellschräubchen auf hoher See nachschärfen? Orakel befragen? Vielleicht jenes von Delphi? http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Stechlin_(Roman)

  11. Nein, aber bei einer Grösse...
    Nein, aber bei einer Grösse von 120 mal 65 und einem, äh, sagen wir mal. doch recht verschnörkeltem Äusseren bringen ein paar Meter Wand auch nicht viel.

  12. Fontane hat, nebenbei bemerkt,...
    Fontane hat, nebenbei bemerkt, einen sehr interessanten Lebenslauf.

  13. DA@:
    In Bezug auf Ihre Zweifel...

    DA@:
    In Bezug auf Ihre Zweifel hinsichtlich der Zuschreibung und Datierung des Bestandes Ihres Museums empfehle ich (s.aktuell Auktionshaus Lempertz in Köln und Div. dazu in der FAZ) das Buch von William Gaddis „Die Fälschung der Welt“ als Anleitung zum besseren Erkennen der Provenienzen.

    „Ich muss erst noch warten, bis es Nacht wird.“ Abwandlung von Wellingtons Ausspruch in der Schlacht von Waterloo mit seinem Wunsch nach: es würde Nacht und Blücher käme?

  14. Gute Darstellung Don, ist...
    Gute Darstellung Don, ist Heiner Geißler jetzt ein Konservativer der Stunde?

  15. herrkotz, was war an kohl...
    herrkotz, was war an kohl konservativ?
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    der wollte an den trog, egal wie, und dorthin ist er auch gekommen.
    nicht zufällig haben die satiriker und karikaturisten der frankfurter schule ihn als birne verspottet und bewusst die parallele zu louis philippe gezogen, der seinerzeit auch mit einem kräftigen: bereichert euch! an die macht kam.
    .
    ein wirklicher konservativer wird den niedergang konservativer art (ich blogge bewusst nicht, denkens) exakt mit dem beginn der ära kohl ansetzen.

  16. krusty20, tät ers nur öfter....
    krusty20, tät ers nur öfter.

  17. Kirchkernkissen! Das wäre...
    Kirchkernkissen! Das wäre vielleicht das bayerisch-katholische Patentrezept gegen die fortschreitende Säkularisierung…

  18. Da habe ich zwecks Umzugs grad...
    Da habe ich zwecks Umzugs grad meine Bücher verpackt und bin im Moment jetzt in der Stimmung, „Il Gattopardo“ rauszuholen. Keine Chance.

  19. schusch. Es gibt da ein...
    schusch. Es gibt da ein Weinpaket was passend zum Il Gattopardo angeboten wird. Vielleicht hilft das über den Winter.

  20. @Plindos
    Beim Stechlin fand...

    @Plindos
    Beim Stechlin fand ich spannend, wie Fontane in den verschiedenen Figuren diverse Varianten von konservativ durchdekliniert und gegeneinander ausspielt. Die „progressiven“ Heißsporne spielen doch eher eine randständige Rolle.

  21. Das "C" ist ja eher...
    Das „C“ ist ja eher Lifestyle-Design, als Inhalt. Der alte Konflikt der CDU: Macht, Technokratie und Wirtschaftsliberalismus, oder „die gute alte Zeit“, was immer man dafür jeweils gerade hält. Geeint hat dabei nur die Abneigung gegen Basisdemokratie und Transparenz, ein guter Schuss autoritäres Denken, die Kommunisten, Sozis und sonstiges Pack, und natürlich die Annehmlichkeiten des Filzes. Dabei bewirkte der Blick auf die Wirtschaftsdaten, respektive das eigene Bankkonto, dann doch meistens ein seufzendes „Heute macht man das eben so“. Dann gründet man eben das Privatfernsehen, und zeigt sich da dem Herrn Kirch sehr aufgeschlossen, um dann Jahre später lautstark und redegewandt Niveau, Unbildung und Trash zu beklagen, um dann wenig später später als Gattin des Unionshoffnungsträgers Trash-TV im Unterschichtenfernsehen zu moderieren. Oder was wär die CDU ohne die unappetitliche Bildzeitung? Aber darüber wird eben einfach geschwiegen. S’ist halt so, seufzt man behaglich.

  22. @schusch – Auch mir fiel...
    @schusch – Auch mir fiel sofort der klassische Ausspruch des Leoparden von Tomasi di Lampedusa ein: ‚Es muß sich alles ändern, damit es bleibt, wie es ist.‘ Wie langweilig ist dagegen der oben zitierte Satz von Frau Merkel – so langweilig wie ihre Politik!

  23. Warum immer diese...
    Warum immer diese Etiketten?
    Wenn man als Unabhängiger Geist denkt und handelt, hat man kein Selbst-Klassifizierungsproblem. Man wird dann bei Betrachtung der eigenen Person schon feststellen, wo man steht. Warum soll ein Liberal-Konservativer dann nicht entdecken, dass er im Einzelfall mitunter linke oder rechte Positionen einnimmt?

  24. Konservativ -- eine...
    Konservativ — eine euphemistische Umschreibung für einen sympathischen Loser.
    .
    Nicht wahr, Rosinante?

  25. @Dipsy.

    Der Wein ist auch...
    @Dipsy.
    Der Wein ist auch verpackt. Ich sitze nur noch in der alten Bude, um über das Internet zu erfahren, was der Konservatismus heute so macht.
    Und da er langweilig wie immer ist, geht ich jetzt was Essen.

  26. "Der Tiger
    15. Oktober 2010,...

    „Der Tiger
    15. Oktober 2010, 18:20
    @schusch – Auch mir fiel sofort der klassische Ausspruch des Leoparden von Tomasi di Lampedusa ein: ‚Es muß sich alles ändern, damit es bleibt, wie es ist.'“
    Entschuldigen Sie bitte den korrigierenden Eingriff, es war Tancredi, der jung-dynamische Opportunist, der dem alten Leoparden etwas „verkaufen“ wollte.
    Aber natürlich ist dieser brilliante Satz mein Aufhänger.

  27. Papsilein, unabhängiger...
    Papsilein, unabhängiger GEist!
    .
    Konservativ sein heisst ja auch immer, sich und seine ganze Moral nach den bereits bestehenden Abhängigkeiten, in die man hineingeboren wurde, auszurichten. Diese Abhängigkeiten nicht zu verleugnen und zu bejahen.
    Ansatt dem Kult einer (ohnehin nur eingebildeten) „Unabhängigkeit“ zu frönen, der vor allem unter Jugendlichen populär ist, die ihren elitären Lebensstil ausschliesslich dem Reichtum der Eltern verdanken.

  28. @schusch – Sie haben Recht,...
    @schusch – Sie haben Recht, genaugenommen stammt der Ausspruch vom Babyleopard des Tomasi di Lampedusa.

  29. Ändert sich die Einstellung...
    Ändert sich die Einstellung zur Abtreibungsfrage denn wirklich, wenn es in der eigenen Familie passiert?
    .
    Ich dachte immer, dass die Stützen, stets völlig zu recht davon ausgingen, dass sie selbst im Zweifelsfalle vor äußerer Strafen verschont bleiben werden. Die Frage, ob man Abtreibungen strafrechtlich verfolgen soll, war ja auch vor 100 Jahren nur in Bezug auf die abhängigen Unterschichten von Belang. Nur um die ging es, nicht um einen selbst.
    .
    Man selbst musste sich dafür immerhin vor seinem Gewissen rechtfertigen! Und hatte es so gesehen ja viel schwerer als die einfachen Leute, die so was nicht kannten.

  30. Gut, das war jetzt, dem Zwecke...
    Gut, das war jetzt, dem Zwecke gehorchend, mehr als nur vereinfachend. Und man könnte dazu ein extra Thema schreiben. Es fängt schon damit an, dass unverhältnismässig viele der Fälle, die ich kenne, es sich erst überhaupt nicht den Eltern sagen trauten. Andererseits habe ich den Eindruck, dass man die Ablehnung der Abtreibung nicht besonders überdenkt, wenn man sie äussert. Ich kenne keinen Fall, in dem jemand dazu gezwungen wurde, aber ich weiss von etlichen, bei denen ehemalige Totalablehnung durch eine „Wenn es gut ist für das Kind ist es gut für mich Haltung“ ersetzt wurde. Generell ist es aber ein Thema, mit dem ich aus naheliegenden Gründen eher kein Geld verdienen möchte.

  31. @Dipsy.
    Auf Ihre Frage von 16...

    @Dipsy.
    Auf Ihre Frage von 16 Uhr 21 hat Hegel schon die passende Antwort gegeben.
    .
    Aber im Ernst: Natürlich kommen Sie immer schnurstracks zurück zur Gretchenfrage. Wie hast Du’s mit der katholischen Religion? Für Katholische Theologen war schon Immanuel Kant ein Rotes Tuch, von der eigentlich liberalen Ideologie ganz zu schweigen.

  32. 'die heimelige Ignoranz [...],...
    ‚die heimelige Ignoranz […], der man sich unter Kohl stets hingeben durfte, ohne dass es jemand gewagt hätte, allzu sehr zu stören.‘ –
    lieber Don Alphonso, wie wahr, wie wahr. so lebt die ältere generation heute noch. und glaubt steif und fest, damit recht zu haben. die macht des zu erwartenden erbes zwingt zum kopfnicken.
    .
    ist dies ein blutfleck neben dem teller im obersten bild? wenn ja:
    was haben sie denn angestellt? noch nicht etwa unschickliches, bei d e r uns hier so oft vorgestellten lektüre auf ihrem nachtisch…?
    .
    oder sind die nur die tränen der wahrheit über den untergang einer längst untergegangenen welt, deren erinnerungen nicht so der welt verhaftet bleiben werden wie die obstflecken auf dem teller daneben?

  33. Das ist mein Lebenselexier...
    Das ist mein Lebenselexier Tee. (Und ich muss mal wieder die Marmorplatte putzen)

  34. sie junggeselle!...
    sie junggeselle!

  35. die sich unter den...
    die sich unter den Kronleuchtern drohend funkeln, wie das zertrümmerte Goldrandgeschirr nach einem erbitterten Erbschaftsstreit….
    sich funkeln….
    Kleiner Anmerkung eines sprachverliebten Zeitgenossen, der nicht gerne Texte liesst, die flüchtig geschrieben solche sprachlichen Unsauberkeiten aufweisen und seien sie auch nur klein und kaum zu bemerken.
    Also ruhig noch mal durchlesen, bevor Sie die Texte abschicken!
    Ansonsten, wieder einmal ein schön und unterhaltsam geschriebener Einblick in das Innenleben der besitzenden Klasse.

  36. Haha!
    Jetzt kommt sogar Mutti...

    Haha!
    Jetzt kommt sogar Mutti mit dem christlichen Menschenbild, an das sich die Moslems gefällig anpassen müssten!
    .
    Da sieht man mal wieder, warum die Geisteswissenschaften sterben müssen, damit Deutschland leben kann: Es gibt einfach immer noch viel zu viele Leute hierzulande, die den Irrsinn solcher Parolen auf Anhieb durchschauen. Weil sie immer noch viel zu gebildet sind. Die Bildung der Vielen (oder Vielzuvielen) ist ein echter Standortnachteil, ein Faktor der Zersetzung! Solange jeder Bafög-Empfänger alte Sprachen studieren kann, wird es nichts werden mit der machtvollen Behauptung einer Jüdisch-Christlich-Abendländischen Identität.
    .
    Aber wir arbeiten daran.

  37. @HansMeier
    genau: Deshalb hat...

    @HansMeier
    genau: Deshalb hat ja CHE die Bolognaprozesse initialisiert. Früher war ein Dipl.-Ing nicht satisfaktionsfähig – angewandte Wissenschaft sind keine-, heute gehen FH’S (auf dem Niveau eine Lehrlingsausbildung) als Akademiker durch.
    Ansonsten: Psalm 1 Über seine Weisung/Torah nachdenkt bei Tag und Nacht. Wie Sie sagen, das verhindert auf solche Luftblasen jüdisch-christliches Abendland hereinzufallen.
    Aber trotzdem bin ich verwundert: Das ist doch das rkk-Programm die Leute vom eigenen Bibelstudium (können Sie genauso über andere Originaltexte ausweiten) abzuhalten

  38. Apropos Kohl
    .
    Woran ich mich...

    Apropos Kohl
    .
    Woran ich mich genau erinnere, das ist die Enttaeuschung des Milieus darüber, dass der Dicke die im Jahre 15 nach 68 so dringend ersehnte Geistigmoralischewende eben doch nicht herbeiführte, ja nichtmal einen Versuch unternahm.
    Stattdessen: Süssmuths AIDS-Propaganda und der Honeckerbesuch! Strauss und Dregger waren schon Anno 86 nur noch Anhaengsel, um das Milieu bei der Stange zu halten.
    Niemals war die geistige Hegemonie der Linken in D-land dominanter als in den spaeten 80er Jahren.

  39. Liebe Donna Laura,
    .
    meinen...

    Liebe Donna Laura,
    .
    meinen Handkuss, gnädigste, für Ihre Offenherzigkeit:
    .
    „die macht des zu erwartenden erbes zwingt zum kopfnicken“
    .
    Und zwar die ersten drei bis sechs Lebensjahrzehnte, nicht wahr?
    .
    Ich nehme an, dass genau dieses Lebensschicksal auch auf die meisten derjenigen Zeitgenossen ereilt hat, die den Geringverdienern, Hartzern und überhaupt allen Vermögenslosen immer ihren Mangel an „Selbständigkeit“ und „Eigeninitiative“ zum Vorwurf machen.

  40. @Berthold IV
    .
    Mein...

    @Berthold IV
    .
    Mein RKK-Vorschlag wäre. Militärhilfe für Israel kann vermittelt werden, aber nur wenn sie sich endlich taufen lassen. Und zwar katholisch. Dann hätten die Kreuzzüge am Ende doch noch zu ihrem Ziel geführt.

  41. In den superben Tagebüchern...
    In den superben Tagebüchern von Fritz Raddatz (Fritz J. Raddatz, Tagebücher 1981-2001, Rowohlt) findet sich auf Seite 582 folgendes Fontane-Zitat:
    „Wenn man von Flemming heißt und auf einem hinterpommer´schen Gute wohnt, muß man durchaus konservativ sein – von dieser Regel darf nur der eine Ausnahme machen, der sehr klug ist. Ein kleiner Durchschnittsmensch muß innerhalb seiner Klasse bleiben und darf nicht halbgenialen Allotria treiben.“

  42. Was ist "A5" ?...
    Was ist „A5“ ?

  43. Papsilein, nachdem es exakt...
    Papsilein, nachdem es exakt diese Haltung ist, die Deutschland seinen führenden Kriegvebrecher und Massenmörder gegeben hat, möchte ich da doch erheblich und deutlich widersprechen.

  44. Da liegt ein Kreuzzug in die...
    Da liegt ein Kreuzzug in die SBZ näher. Die Erzkonservativen und Rückwärtsgewandten von Der Linken missionieren und mit etwas Jordanwasser reinigen.

  45. Das bringt nur...
    Das bringt nur Kryptokommunisten, und sind denn nicht schon genug knallrote Kader in anderen Parteien in Führungspositionen?

  46. Wenn hier vom Konservatismus...
    Wenn hier vom Konservatismus in der Gegenwart die Rede ist, wäre es wirklich interessant zu betrachten, zu welchen Zeiten was als konservativ galt. Meine Vermutung: Auf was sich später Konservative beziehen, war zu seiner Zeit oft neu und revolutionär. Und jeweils gab es auch damals Konservative, die etwas früheres erhalten wollten. Beispiele: die franz. Revolution. Die 50er Jahre. Das Christentum war einmal ganz neu in Europa. Oder auch der Übergang von Jägern und Sammlern zu einer sesshaften Siedlungslebensweise. Oder, um den Bogen zu schließen, der Werkzeuggebrauch und das technische Verständnis, das uns per definitionem vom Tier trennte: Das Feuer. Gern würde ich mittels einer Zeitmaschine an einem paläolithischen Dinner teilnehmen, bei dem Konservative gegen Rad und Feuerstein wettern. Lange sahen sich wohl auch Technokraten nicht als Konservative, sondern als Bringer des Fortschritts. Allerdings wurde spätestens in den 60/70er Jahren des letzten Jahrhunderts deutlich, dass technischer und gesellschaftlicher Fortschritt sich nicht unbedingt gegenseitig bedingen, oder miteinander Schritt halten müssen. Das Dilemma von modernen Konservativen war also auch immer, dass sie einseitig einer Art von technischem Fortschritt anhingen, aber selektiv, auf anderen Gebieten, gerne den Status quo behalten, oder gar zurück in die Verganenheit wollten. Eine andere Frage ist die psychologische und emotionale Motivation von Konservatismus. Man macht sich etwa gerne lustig über heimelige Spießigkeit und Zukunftsangst, das hilflose klammern an scheinbar Bewährtes. Aber vielleicht beschränkt sich das ja heute nicht mehr auf Konservative, und das Unbehagen an Art und Richtung gegenwärtigen Fortschritts technischer Art ist ja vielleicht durchaus legitim. Was größtenteils fehlt, ist ja ein breiter gesellschaftlicher Diskurs darüber, was vom Machbaren denn aus welchem Grund wünschenswert wäre – das meiste passiert ja einfach so, legitimiert nur durch Wirtschaftlichkeit. Womit wir wieder in Stuttgart am Bahnhof stehen.

  47. @HansMeier555 16. Oktober...
    @HansMeier555 16. Oktober 2010, 09:25
    „Apropos Kohl.
    Woran ich mich genau erinnere, das ist die Enttaeuschung des Milieus darüber, dass der Dicke die im Jahre 15 nach 68 so dringend ersehnte Geistigmoralischewende eben doch nicht herbeiführte, ja nichtmal einen Versuch unternahm.“
    Also in der Diözese Regensburg der RKK war geistig moralische Wende eigentlich Rückdrehen des § 218 STGB. Das war dann nichts, vielleicht wollte man das selber auch nicht, aber in jeder Predikt, Katholikentag etc. war das das Thema und deswegen z.B. Rita Süssmuth das Feindbild. Geblieben ist dann der Rückbau der Möglichkeiten, dass auch Prekariatsschichten Ihre Kinder auf gute Schulen schicken konnten (Schülerbafög-Streichung und Bafög mit Rückzahlung etc.).
    Aber ich denke § 218 ist nichts für diesen Blogg

  48. @hansMeier555, Plindos...
    @hansMeier555, Plindos etc.
    http://www.kreuz.net/article.12015.html

  49. Bitte irrwitzige...
    Bitte irrwitzige Verschwörungsseiten wie kreuz net nur mit Hinweis auf den Charakter der Seite verlinken.

  50. Und das ist die andere...
    Und das ist die andere Perspektive.
    http://www.kath.net/detail.php?id=28468
    Manchmal lernt man sogar, wenn man kreuz.net liest.
    Aber eine Seligsprechung JPII, wäre (Legionäre Christi, Pater Marcial Maciel) m.E. schon….

  51. @DA
    disclaimer, wie schon so...

    @DA
    disclaimer, wie schon so oft gesagt in diesem Blogg.
    – D-I-S-C-L-A-I-M-E-R –
    Beginn
    ich bitte die Aussagen von kreuz.net kritisch zu sehen.
    Ende
    Im Gegensatz zu unserer kanzlerin möcht ich aber kein Anathema – nicht hilfreich – aussprechen über solche Internetseiten
    BTW: nach dem der Risikovorstand der Deutschen bundesbank weg ist – Anathema – muss jetzt Herr prof. Weber fleißig Staatsanleihen Portugals und Griechenlands aufkaufen

  52. Irgendwoher brauchen die...
    Irgendwoher brauchen die Spanier ja das Geld, um HochTief zu schlucken.

  53. Konservativ sein heisst, sich...
    Konservativ sein heisst, sich von Eltern und Erbonkeln Lebensweise, Meinung und Lebenspartner vorschreiben zu lassen, in der Erwartung, während der zweiten Lebenshälfte dann selbst den eigenen Nachkommen alles vorschreiben zu dürfen.
    .
    Jetzt bleibt die Frage (vielleicht auch ein Blog-Thema?) was im Unterschied dazu nun „liberal sein“ heissen könnte.

  54. Und um noch ein mal auf...
    Und um noch ein mal auf Stuttgart zurückzukommen, besonders interessant ist diese ganze Ambivalenz des Konservatismus ja dort in der Figur des Stuttgart21-Pfarrers Bräuchle. Was will er erhalten und bewahren, was ist für ihn Fortschritt?
    http://www.youtube.com/watch?v=UYmXVl-_AB0

  55. Verschwören wir uns doch...
    Verschwören wir uns doch lieber mal in der Praxis.

  56. Um nochmal die methode unserer...
    Um nochmal die methode unserer hochgeschätzten Kanzlerin vorzuführen:
    http://www.publik-forum.de/f4-cms/tpl/pufo/op/archivartgrp/art/display.asp?cp=pufo/op89740/aktuelleausgabe/art2231
    Das ist jetzt das gleiche, was auf kreuz.net steht, aber jetzt auf publik forum und darum braucht es keinen Disclaimer.
    In der FAZ der letzten Tage steht, dass Ignaz Bubis die Phillip Jenninger Rede nochmal in der frankfurter Synagoge gehalten hat ohne Protest.
    Irgendwie laufen die Inszenierungen immer gleich ab. Schade nur, dass man das Pulver – ächtung als Rechtsradikaler – so leichtfertig verschießt
    @DA da Sie wieder die RaiBa erwähnen:
    in Analogie zu Herrn Thurnher (falter.at) bin ich im Übrigen der Meinung dass der Raiffeisenkonzern zerschlagen werden muss.

  57. HansMeier555@:Habe mich, was...
    HansMeier555@:Habe mich, was heroisch genug war, durch Kant hindurchgefressen:
    Staubtrocken. Dagegen z.B. Plato, seneca, Augustinus, Nikolaus von Kues zu lesen war dagegen ein Vergnügen, ja sogar Schopenhauer oder Nietzsche. An den hochgepriesenen kategorischen Imperativ hält sich hierzulande kaum jemand. Mir reicht völlig das Neue Testament als Richtschnur, damit ich ein halbwegs anständiges Leben führe. Diese Richtschnur reicht auch aus um Abtreibung als unmoralisch anzusehen. Dafür benötige ich als Stütze kreuz.net n i c h t. Für meine Äusserungen übernehme ich gern die Haftung.

  58. es ist doch verflixt:...
    es ist doch verflixt: schreiben und korrekturlesen am pc fordert dahingemeuchelte opfer:
    orthographie (nachtisch! nachTtisch! mensch!), grammatik (halb verdrehte sätze, die andere verben erforderten), semantik (falsche adressaten! im ‚überdruck‘-blog).
    arrghhh!
    .
    bester HansMeier555, merci beaucoup für den formvollendeten e-handkuss:
    die lebensspanne stimmt. die frage ist nur, ob devotes verhalten den eltern und erbtanten gegenüber sich auch auf bereiche ausserhalb der familienzusammenkünfte bezieht.
    denn das wäre wirklich nicht klug, es sei denn man wäre masochistisch.
    man hat ja nur ein leben.

  59. Ja, das ist eben Dialektik:...
    Ja, das ist eben Dialektik: Die Konservativen stellen manchmal fest, das Fortschritt eben nicht immer schlecht ist. Und die Berufsrevoluzzer hängen plötzlich an städtischen Altbauwohnungen und kitschigen Stadtbrunnen. Und da wären auch noch die eisenharten Nobel-Physiker, die die Entstehung des Alls erklären können und im hohen Alter plötzlich religiös werden. – Verrat der Überzeugungen, wo man auch hinschaut…

  60. donna laura, das macht die...
    donna laura, das macht die Geschwindigkeit des Mediums.
    .
    yast2000, der Verrat macht eben mehr Spass als die Linientreue.

  61. @ Don Alphonso: Seelenfrieden...
    @ Don Alphonso: Seelenfrieden ist aber auch ein hohes Gut.

  62. Da das feudalistische...
    Da das feudalistische Manifest von HansMeier555 („Zuwendung, Distinktion, Gnade“) und die aktuelle Lektüre es mir nahelegen, möchte ich gern den Blick auf die Zeit vor tausend Jahren richten. Der Protagonist ist Fulko III. von Anjou, genannt Nerra, der Schwarze (972-1040). Aus heutiger Sicht ein Feudalherr der konservativsten Art. Seinem Herrn, dem König des westfränkischen Reiches treu, aber ihn unablässig bekriegend. Seine Bauern zwirbelnd, daß es nur so eine Art hatte und seine Souveränität stabilierend wie einen rocher von bronce. Seine Distinktion war ihm wichtig, die Zuwendungen an seine Getreuen waren bedeutend, nur die Gnade war ausbaufähig. Er hielt es eher mit Ehescheidung auf sizilianisch. Dabei war der Mann ein Genie und Revolutionär! Wie alle genialen Ideen war die seine sehr einfach. Er erkannte nämlich, daß der Burgenbau nicht nur nützlich gegen äußere Feinde sondern auch zur Disziplinierung aufmüpfiger Untertanen einsetzbar war. Ein paar Palisaden mit Bewaffneten dahinter und aus einer Horde unordentlicher Bauern war ein Dorf mit glücklichen Steuerzahlern geworden. Und aus dem Grafen von Anjou einer der reichsten Männer des Frankenreiches. Was will uns das sagen? Lampedusa hatte vollkommen recht! Konservativ ist, was die beati possidentes bei ihrem Besitz erhält. Ideologische Kinkerlitzchen sind dabei zu vernachlässigen, der aktuelle Habitus richtet sich nach den Gegebenheiten. Vorübergehende Momente der Verunsicherung wie 1348 oder 1789 ändern daran nichts.

  63. Savall, die...
    Savall, die „vorübergehende[n] momente der verunsicherung“ mit der umverteilung von werten und gütern sowie änderungen von aggregatszuständen können sehr nachhaltige sein.
    die welt ist nie so, wie so vorher war.

  64. Das wäre eben die Frage,...
    Das wäre eben die Frage, Donna Laura, ob sich die Welt verändert oder nur die Kostüme. Die Fürstenbergs, Thurn und Taxis, Solms und unser hiesiges angestammte Herrscherhaus, die Wettiner, sind jedenfalls quicklebendig. Ich sah diese Woche eine sehr sehenswerte Dokumentation über Max von Oppenheim (den Ausgräber von Tell Halaf, ein bemerkenswerter Mensch). Ein Sprecher der Familie sprach es in vollstem Stolz aus: Bankhaus und Familie hätten in den letzten zwei Jahrhunderten 10 politische Systeme überstanden. Das nenne ich wahrhaft konservativ.

  65. yast2000@: Napoleon I. hatte,...
    yast2000@: Napoleon I. hatte, in anderem Zusammenhange gesagt: Ich liebe den Verrat aber nicht den Verräter. Aber vielleicht sind diese Vagabundierenden nie richtig einer Klasse zugehörig gewesen und konnten demnach auch keine verraten. Als Besitzer einer Altbauwohnung ist man ja noch lange kein Latifundifundienbesitzer oder Elbjunker. Es sei denn man hätte die Gunst der Stunde wahrgenommen und schamlos geklaut, wie manch ein LPG-Leiter der sich ein Rittergut nach der Wende zueignete…..
    Aus einem nouveau riche wird erst nach etwa drei Generationen ein Konservativer, je nach den Aggregatzustandsänderungen (S. donna laura), auch gegebenenfalls ein noble man.

  66. Savall@: Denken Sie an die...
    Savall@: Denken Sie an die Rothschilds. Seit 1500 in Frankfurt nachweislich im Geschäft. Amschel R. finanzierte Hessen-Kassel bei der Verleihung von hessischen Truppen an das Vereinigte Königreich für den Krieg in den späteren USA mit gewagten Wechseldiskontierungen.
    Der grösste Coup: Die blitzschnelle Umwandlung, unter Nathan R., des gehorteten Goldes um Napoleon weiteren erwarteten Sieg nach seiner Rückkehr von Elba 1815 zu finanzieren, in Britische Staatsanleihen nach der Schlacht von Waterloo…..
    Das Haus, bzw. die Dynastie Rothschild, existiert, trotz allen Wechselfällen der Geschichte, immer noch.

  67. Don, Sie sind ein Talent von...
    Don, Sie sind ein Talent von solchem Rang, dass man Sie zu hochdotierter Festungshaft verdonnern sollte, nur eines Romans wegen. Fast schade, dass Sie dafür zu reich sind. Oder habe ich hier draußen etwas verpasst?

  68. "Standard: Kommt das immer...
    „Standard: Kommt das immer gut?
    Schirach: Es interessiert mich nicht wirklich, wie das ankommt. Ich bin so unabhängig, dass ich sagen kann, was ich für richtig halte. Das ist ein Privileg. Wenn man sich zu sehr dafür interessiert, wie man auf andere wirkt, handelt man am Ende wie Frau Merkel: Man versucht, allen nach dem Mund zu reden und verliert dabei sich selbst. “
    aus:
    http://derstandard.at/1287099235741/anders-gefragt-Liebe-ist-immer-das-viel-spannendere-Motiv

  69. Der Schlussatz ist noch wert...
    Der Schlussatz ist noch wert zitiert zu werden:
    „Standard: Letzte Frage: Worum geht’s im Leben?
    Schirach: Um nichts. (Renate Graber, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 16./17.10.2010)“
    Fast schon dialektische Theologie

  70. @Savall 18:49 Bitte?...
    @Savall 18:49 Bitte? Oppenheims Bank hat 10 Systeme und soundsoviel Krisen überstanden? Habe ich da neulich im Wirtschaftsteil meiner Zeitung was falsch verstanden oder gehören die jetzt zur Deutschen Bank unter Ablösung der bisherigen persönlich haftenden Gesellschafter im Vorstand. Ein Schelm wer böses dabei denkt ! oder ein Ackermann….
    Nunja, einige waren immer schon gut in Propaganda.
    Und was den lieben Herzog von Palma angeht, vergessen sie nicht er hat seinen Roman ex post geschrieben, 1954 aus der Erfahrung zweier Kriege und eines familiären Desasters.

  71. Da sich männliche Sekretäre...
    Da sich männliche Sekretäre weigerten die neuartigen Schreib-Geräte zu benutzen, wurden weibliche klavierkundige Bürgertöchter angestellt.
    Teilweise waren diese ihren Chefs dann einfach überlegen.
    .
    Dies führte zu nachhaltigen Verschiebungen.
    Aber mit niedlich oder mit plumpem Metall-in-der-Stimme hat Autorität nichts zu tun.
    Auch netzwerkende Pistenschönheiten sind ….
    .
    http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/34792
    .
    Freies Regensburg oder sterben!

  72. @Plindos – nicht nur...
    @Plindos – nicht nur Rotschild kann bis 1500 zurückgehen. Meine Ahnenkette kann ich bis zu einem Urur..großvater zurückführen, der 1544 als evangelischer Pfarrer eingesetzt wurde. Dieser Urahne hat Luther persönlich gekannt, das heißt den Mann, der den Mut hatte, als kleiner Mönch seine Gewissenentscheidung dem Kaiser gegenüber zu verteidigen.

  73. 'Es wird gerade etwas einsam,...
    ‚Es wird gerade etwas einsam, wer konservative Neigungen pflegt.‘
    Selbst wenn dem so sein sollte, lieber Don; ich für meinen Teil halte mich da gerne an ein Zitat Ernst Jüngers aus dessen Buch ‚Auf den Marmorklippen‘: „Lieber mit den Freien einsam fallen, als mit den Knechten im Triumph zu gehen“.
    Verstehen kann ich natürlich jeden, der sich nicht einem Roland Koch und seiner Definition des Konservatismus anschließen möchte; auch wenn man dieser zu Gute halten kann, etwas gegen den linksfließenden Strom der CDU anzuschwimmen. Aber wieso gegen den Strom schwimmen; man kann auch aus dem Fluß steigen. ;)

  74. Ja , wirklich, die S- klasse...
    Ja , wirklich, die S- klasse unter sich…
    http://erggertshofen.blogspot.com/2008/12/montagsmaler.html
    Schürlregen im Altmühltal ach was solls

  75. Eines der grössten Rätsel...
    Eines der grössten Rätsel der jüngeren deutschen GEschichte ist für mich immer noch das Ende der Monarchien im November 1918. Dass sie alle so schmählich und sang- und klanglos einfach davongelaufen sind. Beim Wilhelm-2 kann ich es verstehen, aber bei all den anderen?
    Nachdem die Jahrzehnte davor in D-land von einer Republikanischen Bewegung kaum was zu sehen war.
    Und dass danach, als sie plötzlich weg waren – PLOP – kaum jemand versucht hat, die Monarchien wieder herzustellen.
    Die Konservativen (die eben darum diese Bezeichnung schon damals nicht verdienten) haben sich stattdessen schon 1919 in Richtung Faschismus orientiert und von reinigenden „Stahlgewittern“ geträumt.

  76. Es gibt ein klares...
    Es gibt ein klares Distinktionsmerkmal für alle die sich selbst im landläufigen Sinn
    als konservativ bezeichnen:
    Der unbedingte Drang oben schwimmen zu wollen und diesen Zustand zu erhalten.
    Oder auch nur der Wunsch dazu zu gehören.

  77. Ach, was heisst schon "dazu...
    Ach, was heisst schon „dazu gehören“: Das ist halt so, aber das ist auch nichts Besonderes. In aller Regel: Zu viel schlechte Gesellschaft. Siehe den SPON-Fleischhauer und seine Anbiederung.

  78. Der Oppenheim-Film ist schon...
    Der Oppenheim-Film ist schon 2006 entstanden, prince Matecki, es hat also nichts mit Propaganda zu tun. Man hat die Wiederholung bei Phönix wohl wegen der Tell-Halaf-Ausstellung im kommenden Jahr gesendet. Mir ging es auch nur darum zu illustrieren, daß ein waschechter Konservativer eben zuerst konservativ ist und dann die aktuellen politischen Standpunkte vertritt. Ein Max von Oppenheim war 1906 genauso konservativ wie sein Großenkel 2006, nur die politische Agenda war eine andere. Oder andersherum: das Verschwinden einzelner aktueller konservativer Standpunkte, wie Don Alphonso insinuiert, bedeutet nicht das Verschwinden der Konservativen. Das ist nur Akzidens und nicht Substanz. Die Frage nach zeitgemäßen konservativen Inhalten kann ich aber auch nicht beantworten, ich bin kein Konservativer.

  79. "Das wäre eben die Frage,...
    „Das wäre eben die Frage, Donna Laura, ob sich die Welt verändert oder nur die Kostüme. Die Fürstenbergs, Thurn und Taxis, Solms und unser hiesiges angestammte Herrscherhaus, die Wettiner, sind jedenfalls quicklebendig.“
    .
    es verändern sich die kostüme, aber manchmal auch die welt mit ihnen. wenn der konservativismus wirklich erfolgreich gewesen wäre, unsere vorfahren wären nicht von den bäumen gestiegen und in die savanne gerannt, den faustkeil hätten sie gar nicht erst in die hand genommen.
    .
    letztlich geht es beim konservativismus darum, umstände zu erhalten, die einem förderlich erscheinen. den gegnern des konservativismus scheinen jene umstände eher hinderlich, auch wären sie gerne ganz vorn am trog, wo schon andere stehen. darum geht es im grunde, wer vorn am trog steht und wer hinten wartet.
    .
    so gesehen ist der begriff des konservativismus im bezug auf die stuttgarter vorgänge wenig hilfreich.
    .
    mp mappus will bleiben wo er ist. seine partei ebenfalls, sie ist dort, seit es den südweststaat gibt. mit dem unterschied, dass es aus sicht der cdu baden-württemberg sehr erheblich ist, dass sie regiert, weniger erheblich ist, wer gerade ministerpräsident ist. damit das weiter so bleibt, haben sie manchen manches versprochen und möglicherweise auch schon die provision kasssiert.
    .
    die stuttgarter haben verstanden, dass das projekt nicht in ihrem interesse betrieben wird, mehr noch, dass sie die last, das risiko und die kosten tragen werden. ausser versprechen, dass alles gut und schön und gar nicht teuer werden wird, haben sie bisher nichts bekommen. dafür hat sich ihr ministerpräsident als haudrauf in württemberger herrschertradition geoutet, nur eine grävenitz fehlt noch, dann wäre die traditionswahrung komplett.
    .

  80. Ja, sicher waren wir, sicher,...
    Ja, sicher waren wir, sicher, daß mit einem ordentlichen Abitur und dem richtigen Studium, der passenden Verehelichung und der dazugehörenden Lebensgestaltung eigentlich die Zukunft in trockenen Tüchern läge… Und dann gings los, der Onkel trat plötzlich den Grünen bei und revoltierte gegen AKWe (was man in der Schule lieber nicht erzählte), die Eltern ließen sich SCHEIDEN (was man in der Schule nur hinter vorgehaltener Hand und nur dem Vertrauenslehrer erzählte), der Bruder durfte nicht zur Bundeswehr (was man empört JEDEM erzählte, ein schiefer Rücken macht einen untauglich? Unverschämtheit!) … Selber denken? Hatte man doch in der Zeit gar nicht geübt, es war doch alles klar, die Lehrer brachten einem bei, was sie selber gelernt hatten, die Zukunft war eine Autobahn, für die man nur den richtigen Wagen brauchte. Da war Strauß ein Vorbild, Kohl ein Held und blühende Landschaften waren im Garten doch wohlgepflegte Realität…
    Und dann kam man aus der Schule und stellte fest, daß man im Windschatten des Elternhauses doch verblüffend fern der Realitäten aufgewachsen war und die Stürme deutlich heftiger wehten und und der faule Lebensentwurf mit ihnen davongetragen wurde. Doch, die Enttäuschung war schon groß, und eine Adaption an die Wirklichkeit verlief nicht ohne Sinnkrisen, aber man hat sich doch inzwischen mit der Unsicherheit der Zukunft abgefunden und macht das Beste daraus. Wie weit wir damit kommen wird sich zeigen und das Beste wird auch immer subjektiv bleiben, aber bleiben wir doch offen und versuchen, in unserem Rahmen positiv zu wirken (nicht im Sinne von Schein, sondern von Tun). Ich bin jedenfalls gespannt, wie die eigenen Kinder in dieser Welt zurechtkommen werden, in der die einzige Sicherheit die Unsicherheit zu sein scheint, Westviertel hin oder her. In diesem Sinne werde ich jetzt Tee machen gehen, sicher eine gute Idee.

  81. cvk@: Hoc est facile dictu....
    cvk@: Hoc est facile dictu. Fange mal von rückwärts an: Sie werden´s schon schaffen die lieben Kleinen, da Bapa werd´s (im Zweifelsfalle, wenn es ganz arg kommt) scho richtn. Was Sinnkrisen anbelangt, wenn es sein sollte schmeckt auch Brot ohne Butter und Schinken sehr gut. Sie glauben garnicht was dies die Sinne befriedigen kann. Getz ist Merkel und Mappu angesagt, die (Leid)-Figuren von damals sind nicht mehr.
    HansMeier555@: Die Leibgarde des Königs von Württemberg wollte noch Salven gegen die Räte abgeben, der legitime König hattte es ihnen untersagt auch nur einen einzigen Schuß abzufeuern. Ihm war, wie seinen Kollegen, die innere Überzeugung seiner Legitimität abhanden gekommen. Die Fürsten etc. waren schlicht verbürgerlicht, sie waren nicht mehr der wahre Souverän in der fraglichen, alles entscheidenden Stunde. Das muß man dem hier in den letzten Beiträgen oft zitierten C. Schmitt zugute halten, präzise analysierte er die Differenz von Legitimität und wer in der Stunde des Staatsnotstands der wahre Souverän sei..

    Die Tigerin@: Meine Vorfahren der einen Hälfte waren nur ganz arme Fischer an der Odermündung, zäh und unverdrossen, egal ob die Zeiten altwendisches Heidentum, katholisches oder evangelisches Bekenntnis verlangten.
    Die der anderen Hälfte waren biedere Handwerker und Kleinbauern. Bei Lichte besehen, als Salz der Erde waren sie die wahren Konservativen ;-) Viele ev. Pastoren zeigen in letzter Zeit rudimentär Verlangen nach kath. Meßornaten. Das Bäffchen allein ist halt doch arg dürr und kurz.
    Back to the roots?

  82. In unserer kleinen Stadt gab...
    In unserer kleinen Stadt gab es einen Hausarzt wie aus dem Bilderbuch: Bescheiden, zuverlässig, diskret, hatte die Praxis auch am Samstag offen, kam auf Zuruf zum Hausbesuch, machte es kurz und schnell (sah immer gleich, was los war), verschrieb wenig und verlangte auch nur niedrige Honorare.
    .
    Und in seinem Wartezimmer lagen immer die Ausgaben des SPIEGELS der letzten beiden Jahre. Also etwas, womit man zu Hause nie hätte aufkreuzen dürfen.

  83. konserativ war doch in...
    konserativ war doch in deutschland bisher nur die meute, die im durcheinander und mangel der nachkriegsjahre, meist ohne fachliche qualifikationen einen gefühlten oder tatsächlichen status erreichen konnte. es wurden lehrer, dozenten, professoren, höhere beamte, ärzte, ingenieure, geschäftsführer usw. benötigt. doch durch den krieg herrschte ein mangel an qualifiziertem personal. so wurde vielen eine qualifikation per handauflegen zugestanden.

    es wäre ungerecht zu behaupten, sie wären den anforderungen nicht in den meisten fällen gerecht geworden. viele bekamen dadurch auch die chance zu einer persönlichen entwicklung, von der sie ohne diese außergewöhnliche situation ausgeschlossen gewesen wären. man kann sagen, sie haben das beste aus der situation gemacht.

    was sie jedoch diskreditiert, ist, daß sie den nachfolgenden generationen die entwicklungsmöglichkeiten verwehrten, die sie selbst genossen haben. nachfolgende generationen hatten eignungstests und examen zu bestehen, wo ihre prüfer ohne besonderen eignungsnachweis einfach TÄTIG werden durften. die nachkriegsgeneration mußte und konnte experimentieren, um den weg zum erfolg zu finden. ihre nachfolger hatten sich strikt an vorgegebene verfahrensweisen zu halten, waren stellenweise zur untätigkeit gezwungen oder in ihren handlungsspielräumen eingeschränkt.

    diese nachkriegsgeneration stirbt jetzt allmählich aus. doch der weg für neue denkweisen ist damit noch nicht frei, denn sie hatten sich nachfolger herangezogen und bei deren auswahl weniger wert auf qualifikationen als auf anpassung gelegt. wer den vorgegebenen verfahren folgte, war geeignet, wer abwich, schied aus. doch dieser nachfolgegeneration fehlt auch der zwang und drang zum erfolg sowie die kreativität ihrer vorgänger. umso stärker ist ihr festhalten an ‚alten werten‘, was jedoch nicht mehr ist als ein festhalten am erlangten status und die abwehr von konkurrenz. die beschränkungen werden noch stärker und beginnen, die leistungsfähigkeit und den optimismus der gesellschaft einzuschränken.

    um den mangel an gestaltungs- und führungseigenschaften nicht eingestehen zu müssen, wird der konservativismus dieser schicht mit dem festhalten an ‚alten werten‘ und ‚traditionen‘ verbrähmt, von denen es im nachkriegsdeutschland an sich jedoch keine mehr geben kann. auf welche traditionen wollten sich diese kreise beziehen? traditionen aus dem kaiserreich oder dem dritten reich scheiden offiziell aus, und andere gesellschaftsordnungen gab es in deutschland nicht, bis auf die kaum nennenswerte phase der weimarer republik, in der eine bürgerliche schicht durch unauthorisierte zugeständnisse an die siegermächte zum zuge kam.

    insofern gibt es in deutschland keinen konservativismus, der auf traditionen, zermonien, pflichten, werten und akzeptierten privilegien beruhen könnte. es gibt nur ein beharren auf einem status quo, der in einer notsituation erschaffen wurde und der deshalb auch diese improvisierte, zeitweilige und kulturlose note besitzt, der dieses allgegenwärtige und bei den meisten nur unterschwellige unbehagen auslöst, welches dieses seltsame und in der welt einzigartig muffige lebensgefühl in deutschland ausmacht.

  84. Wenn die Kirchen ein bisschen...
    Wenn die Kirchen ein bisschen schlauer wären, dann würden sie jetzt viel aktiver versuchen, das offenkundige Identitätsbedürfnis unserer Angstgesellschaft auszunutzen.
    Es ist doch reichlich paradox, dass die Leute den Kirchen scharenweise davonlaufen und sich im gleichen Moment ganz agressiv auf ihr „christliches Menschenbild“ berufen.
    Ich würde sagen: Die Kirchen brauchen nur eine geeignete Marketingstrategie, dann könntn sie jetzt in D-land eine tolle Renaissance erleben.
    .
    Und ein bisschen Zynismus brauchen sie auch. Denn sollten sie künftig nicht mehr auf die Beschützung von Pädophilen Priestern verschwenden, sondern lieber mal auf die Integration der fremdenfeindlichen und kirchenfernen „Konservativen“.

  85. Es ist schon gut, wenn manche...
    Es ist schon gut, wenn manche ins grübeln kommen. Vielleicht sollte die chinesische Geschichte des 19. jahrhunderts mehr popularisiert werden.
    Wie erstarrt war die damalige führende Gesellschaftsschicht.
    In der dritten Generation in einem Konzern arbeiten und nur jammern allein hilft nicht.

  86. > Doch ist dies, in...
    > Doch ist dies, in Wählerstimmen ausgedrückt, nur eine kleine Gruppe in kleinen Vierteln am Rande kleiner Städte: < Nicht unbedingt. In der unteren Mittelschicht läuft es ähnlich wie in der oberen Mittelschicht, nur auf einfacherem Niveau. Früher dachten die CSU-Wähler vom Land, dass man was wird, wenn man sich anstrengt. Das funktionierte auch einigermaßen, zumindest für Männer, die mit einer Technikerstelle in der Industrie zufrieden waren oder sich einen kleinen Handwerksbetrieb aufbauten oder vom Vater übernahmen. Heute sehen sie, dass ihre Kinder einen guten Realschulabschluss haben und tüchtig im Beruf sind, aber nach der Ausbildung nicht übernommen werden. Und so stellt man plötzlich in der eigenen Familie fest, dass nicht jeder Arbeit findet, der arbeiten will. . Und die Nachbarn sind neuerdings bei den freien Wählern oder beim Bund Naturschutz und gehen auf Demos gegen den Flughafenausbau oder gar gegen Atomkraft, solche aufmüpfigen Leute kannte man ja früher gar nicht. . Wer ist nun konservativ - der Law-and-Order-Typ mit Strauß-Porträt an der Stubenwand, oder derjenige, der auf Demos zur "Bewahrung der Schöpfung" geht?

  87. @Plindos
    War neulich auch an...

    @Plindos
    War neulich auch an der Odermündung. Schöne Landschaft, die Störche ziehen ihre Kreise. Und die Maikäfer.
    Der Grund für die Misere ist schnell ausgemacht: Er liegt im Aussterben der Greifenherzöge im 17. Jahrhundert. Mit einer funktionierenden Dynastie wäre das alles so nicht passiert.
    Ob das die Rache Gottes war als Strafe für die Reformation?

  88. @Plindos
    Was Sie zu 1918...

    @Plindos
    Was Sie zu 1918 sagen, stimmt genau.
    .
    Den Bürger in sich selbst zu bekämpfen — das sei unser erstes Gebot.

  89. "Die Kirchen brauchen nur eine...
    „Die Kirchen brauchen nur eine geeignete Marketingstrategie, dann könntn sie jetzt in D-land eine tolle Renaissance erleben.“
    Das ist genau das, was Frau Merkel zu S21 auch nur einfällt: „Argumente deutlicher herausstellen“ …vulgo: noch mehr Reklame machen.

  90. @ Plindos – Ich gebe Ihnen...
    @ Plindos – Ich gebe Ihnen völlig Recht, viele evangelische Pfarrer sind dem dürren und kurzem Bäffchen nicht gewachsen. Das gewissensgesteuerte Verhalten und die damit gehenden Anfeindungen sind aber auch nicht ein Produkt der Reformation, sondern so alt wie die Menschen selbst. Schon vor mehreren tausend Jahren schrieb ein sprachbegabter Mensch in Psalm 55:
    .
    ‚Klagend und seufzend irre ich umher
    vor dem Geschrei des Feindes, unter dem Druck der Frevler.’
    .
    und
    .
    ‚Tag und Nacht machen sie auf ihren Mauern die Runde.
    Mitten in ihr ist Quälerei und Unrecht,
    mitten in ihr herrscht Verderben,
    nicht weichen von ihrem Markt Betrug und Erpressung.
    Denn nicht ein Feind beschimpft mich
    – das könnte ich ertragen,
    nicht einer, der mich hasst, tritt groß gegen mich auf
    – vor ihm könnte ich mich verbergen.
    Nun aber bist du es, ein Mensch meines Standes …..’
    .
    Da wir nun schon beim Alten Testament sind, Moses zog sich zurück, um sein Gesetzwerk zu gestalten. Für einen gläubigen Juden oder Christen stammen die 10 Gebote direkt von Gott. Als säkularer Christ glaube ich, dass Moses sie einem Steinmetz diktierte, weil er erkannt hatte, dass er für sein Volk eine Rechtsgrundlage bräuchte.
    .
    Logischerweise könnte man jetzt die Frage stellen, wer hat Moses (oder Luther)die Idee in den Kopf gegeben? Das aber geht meiner Meinung nach in den Bereich der Religion und des Glaubens an Gott, worüber schon Moses schreiben ließ: ‚Du sollst dir kein Bildnis machen’.

  91. In der Tat sind die Fürsten...
    In der Tat sind die Fürsten in Deutschland 1918 daran verzweifelt, dass ihnen die innere Überzeugung ihrer Legitimität abhanden gekommen war wie Rückert der Welt im Mahler Lied, beiläufig sozusagen. Aber das fing schon früher an. Werner Hahlweg, seinerzeit Professor für neuere Geschichte in Münster, hat frühe Schriften und Dokumente zu Clausewitz ediert. Darin findet sich, dass die konservativ – fortschrittlichen Berater ( an der Spitze Scharnhorst als Kriegsminister, Gneisenau als Stabschef, Clausewitz als erster Generalstabsoffizier) den Monarchen drängten, gleichzeitig zum Tiroler Aufstand einen Volksaufstand in Preußen gegen Napoléon zu entfesseln. Friedrich Wilhelm weigerte sich, an die Vorlage schrieb er: „Taugt nur als Poesie!“ . Die Vorlage kam zurück, Clausewitz schrieb unter des Königs Hand: „Es ist die Poesie die den Majestäten Throne baut.“ Wie recht er hatte, mag auch die heutige Poesie fallweise als Illustrierte mit Berichten zu fremden Königshäusern daherkommen. Dagegen kommt auch unseren Politikern die Legitimität in den Augen des Volkes abhanden, so wie den Politikern, bei denen Glaube und Überzeugungen von Analysen der Meinungsumfragen und Durchwursteln abgelöst wird.

  92. Die Veränderung kommt mit den...
    Die Veränderung kommt mit den Kindern. Das ist ein kluger Satz. Denn auf einmal werden die Eltern gezwungen, die Welt auch aus anderen Perspektiven zu betrachten, sich mit den Fragen und Zweifeln ihrer Lieblinge auseinanderzusetzen und aus dem Bunker ihrer Gewissheiten gelockt. Ich habe es an meinem Vater beobachten dürfen und daraus den Schluss gezogen, dass Kinder auf ihre Eltern einen grösseren Einfluss ausüben als Eltern auf ihre Kinder.
    Interessant finde ich die Frage, ob Konservative für diese Art der Veränderung durch ihre Kinder anfälliger sind als andere Bevölkerungsgruppen.

  93. Irene@:Ob es vielleicht so...
    Irene@:Ob es vielleicht so geht: Alle Seiten, also beide.
    ..
    Don Carlos@: Das ist Ihre Version, die rauhe Wirklichkeit war viel besch…….
    Ansonsten: Es kommt, gerade wenn es sparsamer zugeht, darauf an, wer die Oberhohheit über die Initiationsriten ausübt, wer der pontifex maximus ist. War schon immer so, lediglich das Ornat wechselt schon mal.
    Meine Empfehlung bezüglich fehlender Arbeit oder deren Plätze lautet, sich auf die eigenen Fähigkeiten besinnen, aus der Komfortzone rausgehen.

  94. Das Bedenken der...
    Das Bedenken der Veränderung….Schengen. In ein paar Wochen findet eine Volksabstimmung in der Schweiz statt. Es geht um die Aussschaffung von kriminellen Ausländer – den CH-Medien zufolge wollen 61% der SchweizerInnen
    „Ja“ stimmen. Céline Amaudruz (UDC Genève) a dépeint une image apocalyptique de son canton „avec la plus fort taux de criminalité de Suisse“, à cause de Schengen – „Dealers africains, cambrioleurs géorgiens, mendiants roms, toxicomanes lyonnais et autres escrocs balkaniques empoisonnent le quotidien des Genevois“ a-t-elle martelé („Le Temps“ Genève 16.oct)

  95. Ich sehe gerade, dass meine...
    Ich sehe gerade, dass meine Auffassung von Mittelschicht etwas veraltet ist. Heute zählt anscheinend jede ungelernte Aushilfe, die noch ohne Hartz IV auskommt, zur Mittelschicht.
    .
    Siehe http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1275025/
    .
    In diesem Sinne wären diejenigen, die ich unter oberer Mittelschicht verstanden hätte (erfolgreiche Freiberufler, leitende Angestellte, Beamte im höheren Dienst) schon Oberschicht, und über die tatsächliche Oberschicht (Vorstände großer Konzerne, Industriellenfamilien und sonstige Erben großer Vermögen) spricht man gar nicht mehr.

  96. Der Tiger@: Meine Kindheit...
    Der Tiger@: Meine Kindheit verbrachte ich im Bayerischen Wald, Diozöse Passau, dort gab es Kapellen, in deren Giebeldreieck war das strahlende Auge Gottes eingemalt. Fand ich sehr faszinierend. Überhaupt dies vollständige Arsenal der dargestellten Marterwerkzeuge J. Chr. liessen einen so richtig schön erschaudern. Und dann die wunderbaren Kalvarienberge mit den Stationen unter prächtigen, uralten Linden. Wir hatten als Jungs unsere eigene Bilderfrevelei entwickelt und den Römersoldaten sowie Pontius Pilatus der Stationshalbplastiken, vor lauter Empörung über deren Verhalten, die Nasen und Ohrwaschel abgeschlagen.
    Und dann die Messen: Goldener altbairisch-katholischer-gegenreformatorischer Barock in Latein abgehalten.
    Ha, die Gewissensanfeindungen, wie wunderbar diese doch sind. Denken Sie nur an den Hl. Antonius, der konnte sich nicht genug tun damit. Indezent: Lieben Sie auch so Ihre seductiven Gewissensanfeindungen? Kämen Sie ohne aus?
    Die feinen ausdifferenzierten Unterschiede im Protestantismus: Calvinisch, Zwinglianisch, Lutherisch-Evangelisch, die Brüdergemeinden, Elbische Kirche,
    Hessische Kirche, die Evangelischen Glaubensbekenntnisse im Württembergischen:
    eius regio, cuius religio.
    …Moses sie einem Steinmetz diktierte…in Römischen Zahlen? Der Rest wurde oral weitergegeben. Und später Luther mit seinen Katechismuskommentaren, seinem „was ist das?“, elende Konfirmandenquälerei.

    prince Matecki@: Für den Regierenden der Stein´schen Ära waren dies alles Jakobiner, Clausewitz hatte überhaupt keine gute Nummer bei Hofe. Wäre Prinz Ferdinand im Gefecht bei Saalfeld, Tage vor Jena-Auerstedt, nicht gefallen, wäre womöglich manches anders gekommen. Sie hatten den Militär Christian Karl August Ludwig Freiherr von Massenbach erwähnen sollen, dem man die versiebte vogenannte Schlacht anlastete. Er hatte mit Scharnhorst die notwendigen Reformen der Preuss. Armee trotz großer Widerstände eingeleitet. Es war aber vorerst zu spät. Friederizianische (konservative?) Militärdoktrin gegen die neue pragmatische Taktik Napoleons. Massenbach als Stabschef riet Hohenlohe die Schlacht durch Rückzug zu beenden, mit anschliessender Kapitulation bei Prenzlau. Um ein Massaker zu vermeiden. Später dann, 1813-1815, waren noch genügend Kader vorhanden. Dennoch, „Preussens“ trugen es ihm immer nach. Steckten ihn sogar in Festungshaft.
    Legalität und Legitimität, zwei Paar Schuhe. Können fallweis auseinandergehen.
    http://www.ens-info.com/napoleons-route.html

  97. natura: Vor einer Stunde zogen...
    natura: Vor einer Stunde zogen annähernd 200 rufende Kraniche gen Süden über
    unser Haus hinweg.

  98. liebe Der Tiger, cher Plindos,...
    liebe Der Tiger, cher Plindos, wie wäre es mit einem abstammungsquartett: es ist gesichert, dass mein stamm bis ins jahr 1100 zurückblicken darf… er sass nicht auf bäumen, weder früher noch jetzt in s.
    .
    Savall, hinsichtlich der manifestiertheit von systemen an sich ist ihnen zuzustimmen; doch es macht eben doch etwas aus, wer in den kostümen drin steckt. und ob die kostüme noch bedeutung haben. zudem ändern sich systeme.
    .
    bester HansMeier555, unsere nächsten (zunächst) gewählten(!) monarchen könnten doch aus dem vergleichsweise niedrigen adel entstammen, der zurzeit sein wesen in berlin treibt. die knallpresse wäre mit ihnen, und mit ihnen fast die hälfte des volkes.
    endlich wieder jubeln und fähnchen schwenken…

  99. donna laura@: Also bis Adam...
    donna laura@: Also bis Adam und Eva wollen wir´s nun grad nicht treiben. Sie persönlich entstammen doch auch irgendwie? Hat nichts mit Ariernachweis zu tun, das war eh absoluter Schwachsinn. Die Hunnen waren z. B. bis zu den kata-launischen Feldern bei Reims gekommen, die Mongolen bis Liegnitz, die Ungarn bis zum Lechfeld. Die Burschen waren doch bestimmt nicht sonderlich keusch gewesen.

  100. Ach Massenbach, ein - wenn...
    Ach Massenbach, ein – wenn auch begabter – Gamaschenknopf. Die editierten Protokolle der Militärreorganisationskommission ( heute sagt man nur „Weise – Kommission“) zeigen den Kampf quer durch die Generationen und Ideen. Erhebliche Prozentsätze der Generale und Stabsoffiziere wurden zwangspensioniert (hat PSZ nicht auch davon erzählt sie wollten einige mehr für den einstweiligen empfehlen – aber das gehört wohl nicht hier her).
    Clausewitz schwärmte für parlamentarische Monarchie à l ´Anglaise, er wäre mit seiner Frau, einer Brühl gern Botschafter in London geworden. Stattdessen machte man ihn, den gebildeten Theoretiker, zum Kommandeur einer Kriegsschule ohne Unterrichtsaufgabe und ohne Einfluß auf den Lehrplan – er durfte die Urlaubsanträge der Offiziere unterschreiben.
    Gleichwohl, in der Stunde der Not, 1848, holte man den letzten Überlebenden der jakobinischer Reformer und Verfechter des Landsturms (und der Wehrpflicht) Boyen, noch einmal zurück als Kriegsminister.
    Übrigens hat er ganz lesenswerte Erinnerungen hinterlassen.

  101. Verehrte Donna Laura, der...
    Verehrte Donna Laura, der Konter des Freiherrn im heute journal des ZDF war nicht von schlechten Eltern, „Denken Sie morgens beim Aufstehen schon daran wie Sie ZDF – Intendant werden können?“ da konnte der Moderator auch nur grinsen.
    (Er hatte KT zG zu seinen angeblichen Kanzlerambitionen befragt)

  102. 'Meine Empfehlung bezüglich...
    ‚Meine Empfehlung bezüglich fehlender Arbeit oder deren Plätze lautet, sich auf die eigenen Fähigkeiten besinnen, aus der Komfortzone rausgehen.‘

    Plindos, was bringt Sie zu der ansicht, ich befände mich in einer komfortzone…? meine tätigkeit besteht darin, die technischen, ökonomischen und menschlichen fehlentwicklungen zu korrigieren, die aus dem wirken eben dieser beschriebenen generationen entstanden, bei deren überlegungen die kostenfrage nur eine nebenrolle gespielt zu haben scheint, technik um der technik willen angeschafft wurde, ohne sich über den erhaltungsaufwand auch nur ansatzweise gedanken gemacht zu haben und für die sich eine fachliche qualifiation hauptsächlich in einer devoten haltung ausdrückte.

    jetzt, wo geld wieder eine knappe ressource wird, sich die technischen ‚errungenschaften‘ nicht amortisieren und die an die veränderte situation nicht anpassungsfähigen berufslobhudler ihre unfähigkeit zwar selbst eingestehen müssen, aber aufgrund jahrzehntelanger betriebszugehörigkeit und der resultierenden unkündbarkeit damit irgendwie auch kein problem haben, verabschiedet sich die beschriebene ‚konservative‘ meute in einen vorruhestand, dessen finanzielle absicherung alle werte übersteigt, die sie selbst geschaffen haben.

    durch ihr wirken wird die junge generation gezwungen, angesichts dieser versorgungsmentalität zu resignieren oder sich in praktika zu vergeuden, bei denen sie ständig die frage unterdrücken müssen, warum diese sattgefressene gewinnergeneration stur und boshaft an arbeitsplätzen festhält, deren anforderungen zu erfüllen sie weder bereit, noch in der lage ist.

    naturgemäß wird sich diese situation in den nächsten jahren ändern. doch der rückbau und die anpassung der protzprojekte an die realität werden wohl ebenfalls noch zwei generationen beschäftigen, die ihre aufgaben in demut und kargheit erfüllen werden und dabei das altern der spezialgeneration beobachten können, die in einem bisher nie dagewesenen und wohl kaum wiederholbaren wohlstand leben und wirken durfte, sich dabei trotzdem immer irgendwo benachteiligt fühlte und an sich kaum mit der schaffung von historischen werten beschäftigt war, sondern mehr mit der schaffung überdimensionaler mengen austauschbarer und jetzt nicht mehr gefragter verbrauchsgüter.

  103. HansMeier555@: Die...
    HansMeier555@: Die Greifenherzöge Pommern-Stettin waren mit allen Häusern des alten Europas verwandt, insbesondere den polnischen Herzögen bis hin zu den Piasten in Schlesien. Einer der Greifen, von der hinterpommer´schen Linie, war sogar als Erich VII. von 1397 bis 1439 nordischer Unionskönig.
    Die Landschaft nördlich von Stettin ist von berückender Stimmung und Schönheit. Hier gibt es noch Bestände von Seeadlern.
    Solche Spekulationen, wie die von Ihnen geäusserten, können einem ankommen.
    Es gelten aber immer schliesslich die Fakten, alles andere ist m. E. pure Romantik. Will man die Fakten ändern, dann muss man sich warm anziehen.
    An dem Zugangstor zum ehem. Fort Alexander (sog. Löwentor) in Koblenz sind zwei übermannshohe gusseiserne geflügelte Greifen flankierend angebracht (Sayner Hütte). Eine Reminiszenz an die Übernahme Pommerns vieleicht durch das Haus Brandenburg-Hohenzollern nach dem Aussterben der Greifenherzöge.
    Ein ähnlicher Fall wie bei den Piasten im 17. Jhdt., die nachfolgenden Erbauseinandersetzungen führten schliesslich im 18. Jhdt. zum siebenjährigen Krieg.

  104. Don Carlos@: Verzeihung, Sie...
    Don Carlos@: Verzeihung, Sie waren doch nicht persönlich gemeint. Es war nur laut vor mich hingedacht.

  105. Ökonomischer Übergang
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    Was...

    Ökonomischer Übergang
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    Was die Rückkehr feudaler Verhältnisse zwangsläufig macht, ist der bevorstehende ökonomische Übergang. Damit meine ich, dass die Wirtschaft der westlichen Ländern nach circa 200 Jahren rasanten Wachstums nur noch sehr langsam oder gar nicht mehr wachsen wird.
    .
    Man kann sich den ökonomischen Übergang so ähnlich vorstellen wie den hinlänglich bekannten demographischen Übergang: Im Mittelalter stagnierte die Bevölkerungszahl bei hoher Fertilität und hoher Mortalität. Als es gelang, die Mortalität zu senken, trat eine Phase schnellen Bevölkerungswachstums ein, die so lange andauerte, bis auch die Fertilität sank. Heute stagnierte die Bevölkerungszahl erneut, nur eben bei niederiger Mortalität und niedriger Fertilität.
    .
    So nun auch die Wirtschaft: Im Mittelalter stagnierte die Wirtschaft bei niedriger Prouktivität, heute stagniert sie bei hoher Produktivität. Fest steht jedenfalls, dass reales Wachstum nur noch auf dem Papier stattfindet. Man kann es daran siehen, dass seit der Einführung der 40-Stunden-Woche vor 50 Jahren keine Arbeitszeitverkürzungen mehr durchgesetzt werden konnten.
    .
    Aber selbst wenn man mit Blick auf diverse technische Kennziffern davon ausgeht, dass die Wirtschaft in den letzten 30 Jahren trotz allem irgendwie gewachsen sein muss (zumindest gemessen am Verbrauch von Kilobyte und Flugmeilen) dann bleibt doch festzuhalten, dass es aus irgendwelchen ewigen, ehernen und unveränderlichen höheren Gesetzen vollkommen unmöglich ist, die einfachen Arbeitnehmer an diesem Wachstum in der Weise zu beteiligen, die von diesen selbst gewünscht wird, d.h. in Form einer unbefristeten, die Existenz garantierenden Festanstellung mit Rentenanspruch.
    .
    (Die Gründe, weshalb das nicht geht, sind von führenden Wirtschaftswissenschaftlern x-mal mit zwingender Logik dargelegt worden — es gibt keinen Anlass, das hier zu wiederholen).
    .
    Eine nichtwachsende Gesellschaft mit einer nichtwachsenden Wirtschaft, in welcher zwar Billigwaren immer billiger, unbefristete Vollzeitarbeitsplätze aber immer teurer und immer seltener werden, kann ja gar nicht anders als feudal regiert werden.
    .
    Da es nur noch eine sehr begrenzte Menge an bürgerlichen Existenzplätzen zu verteilen gibt, wird am Ende nicht irgendeine „Leistung“, sondern die Politik — das heisst die Regeln der Verwandtschaft, Freundschaft und Beziehungen — darüber entscheiden, wer nun die Existenzlizenz erhält und wer für fünf Euro pro Stunde als Fahrradkurier oder Supermarktkassierein arbeiten muss.
    .
    Es kömmt aber darauf an, daraus nun die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen: Dass wir feudale Verhältnisse brauchen wie die Luft zum Atmen. Denn in unserem christlich-abendländischen Europa gibt es einfach keine anderen kulturellen und sittlichen Vorbilder dafür, wie die durch Vermögen privilegieren Klassen ihrer sozialen Verantwortung besser gerecht werden könnten als eben dadurch, dass sie die Rolle des gnädigen Guts- oder Grunherrn übernehmen, der die unmündigen Unterschichten mit väterlicher Strenge (und Milde) so integriert, dass sie trotz allem nicht vollkommen verwahrlosen und zumindest für ihr Seelenheil Sorge getragen wird.

  106. @ Blindos - der vorteil zu...
    @ Blindos – der vorteil zu zeiten der duelle war, daß sich die zahl der laut vor sich hin zu denken meinenden auf einem niveau einpegelte, das der bedeutung ihrer gemeinten gedanken entsprach.

    HansMeier3x5, oswald spengler ist hier einhellig, aber zu unrecht verpönt. wovon Sie sprechen, bezeichnet spengler als preußischen sozialismus, der bei ihm nicht eine diktatur des proletariats darstellt, sondern dienst für die allgemeinheit, welcher entsprechend der übernommenen verantwortung zu kargen privilegien berechtigt. wobei mir auffällt, daß das ‚preußisch‘ in einem bayerischen blog wohl zwangsläufig auf widerspruch stoßen muß. was an sich auch nachvollziehbar ist, denn ohne die ‚befreiung‘ bayerns von den franzosen durch die preußen läge jetzt frankreich fast vor der haustür. vielleicht erränge ein französischer sozialismus mehr zustimmung.

  107. @Don Carlos:
    Nein, ich meine...

    @Don Carlos:
    Nein, ich meine keinen „preussischen Sozialismus“, sondern feudale Grundherrschaft, am besten mit katholisch-gegenreformatorischer Tendenz.
    .
    Vielleicht hat Oswald Spengler ja dazu auch was Positives geschrieben? Das würde mich interessieren.

  108. @BertholdIV: portugiesische...
    @BertholdIV: portugiesische Staatsanleihen? Eiei. Es geht also wie gehabt weiter. Aus England hört man so völlig garnichts. Was dort wohl los ist?
    @Savall: Ein Interview mit dem Baron Rothschild war mal ganz spaßig. Anlaß war, wie dieses Jahr der Wein geraten war. Er erzählte ein bißchen übers Geschäft, und der Wein läuft wohl recht gut, weil er zum einen auf diesem Gut besonders gut gedeiht (sie haben wohl noch ein anderes, aber da könnten sie machen, was sie wollten, es werde einfach nicht so gut) und weil er eben bekannt ist und jedes Jahr eine ganze Menge Neukunden dazukommen (derzeit vor allem Chinesen). Die Familie hat die Banken schon durch :-P und befaßt sich jetzt mit dem ganz Soliden. Wie die Thurn+Taxis wohl schon seit einigen Generationen.
    @Dipsy(voriger Blogbeitrag): naja, die Abstraktion – jedes System bildet notwendigerweise teilweise falsch ab, weil es naturgemäß nie vollständig sein kann. Insofern neige ich eher zum Durchtunneln von Komplexität.
    @Jeeves: wohl wahr. Daß mehr Reklame nicht funktioniert, sehe ich täglich an meinem Briefkasten. Ich schließe mal umstandslos von mir auf andere: die Leute sind inzwischen ziemlich werbungs- und marketing-inert.

  109. HansMeier555@:Selbst wenn man...
    HansMeier555@:Selbst wenn man die Schlußfolgerungen von Ihnen wie von alias Don Carlos zusammenwirft, die im übrigen beide durchaus stringent (partiell) in ihrer Beweisführung sind, kommt es letztlich anders. Weil: Geschichte wiederholt sich nicht.
    Sie Herr HansMeier555 führen einen Telos vor, der nicht in der von Ihnen skizzier-ten Form eintreffen wird, es wäre dann ja wohl sozusagen eine Art konservativer Revolution von oben.
    Ihren Paranthesen-Anführungen mißtraue ich zutiefst. Wir hatten in Deutschland schon oft, sogar als Staatsmaximen, festgeschriebene wissenschaftl. Ziele-projektionen erlebt, sie sind sang-und klanglos verschieden im Orkus.

    Die Luft in Ihrer Doktrin ist mir schlicht zu museal. Sie führen das christlich-abendländische Europa an und kommen umstandslos zu den, durch Vermögen, privilegierten Klassen, und erhofffen sich von denen die gütige Einsicht in eine wie auch immer geartete Änderung? Da müssen Sie schon mehr aufbieten, auch unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Natur-u. angewandten Wissenschaften. So unmündig wie Sie meinen sind die Menschen, der von Ihnen so apostrohierten Unterschichten, nicht, dass man Ihnen per Gnadenakt das ihrige zukommen liesse.
    Das die Frage einer gestärkten Einbindung von Religion in die Polis zwingend ist, scheint mir evident zu sein. Eine andere Form der Machtausübung scheint gewiss notwendig zu sein, allerdings Diktatoriales wird sich nicht durchsetzen lassen, auf die Dauer sind Bajonette als Sitz ungemütlich und führen nur zu sklerotischen Erscheinungen S. z. B. Nordkorea.

    Das die Ressourcen knapp werden liegt m. E. an deren unintelligenter „Ausbeutung“
    das Wort allein ist schon verräterisch genug, klingt ähnlich wie unter Stalin und Konsorten nach Tonnenideologie, nur unter anderem Vorzeichen. Auch der sog. Energiehunger, der auch noch als besonders zukunftsfähig herausgestellt wird, zeigt deutlich, dass es allgemein gesehen eine Fahrt ins Blaue ist, auf der wir uns befinden.
    Allerdings wird eine gigantische Menge an Mumpitz produziert, da gebe ich Ihnen völlig recht, verehrter Don Carlos. Egal, das geht in momentan in die Wachstums-ziffern von Volkswirtschaften ein, was bringt eigentlich effektiv Globalisierung? Warum müssen z. B. Autos, produziert in Eurapa, nach Japan und von dort Produzierte nach Europa verfrachtet werden?
    Mit anderen Worten, es ist ganz bestimmt lohnend über unsere Grundbedingungen
    des Handelns und des Lebens tiefer nachzudenken, ohne Pausbäckigkeit und ohne Dogmengläubigkeit. Dieser Blog selber ist deswegen für mich so faszinierend, weil hier unbefangen heterogene Meinungen und Auffassungen aufeinanderprallen, ohne Scheu diskutiert und zumindest Neues, wie ungewiss auch immer, angerissen wird.

    Warum gibt es eine Erscheinung wie die jetzigen Machthaber in Persien? Was sind die tieferen Gründe, wo liegen die wahren Antriebskräfte, wie können sie transformiert werden. Schön, wie dann, wie im gehabten Kalten Krieg, von einem neuen Raketenring, aus obigem folgernd, die Rede ist, der dann in relativ kurzer Zeit wieder unbrauchbarer Schrott sein wird. Deswegen muss man kein weltfremder Pazifist sein um ev. zu einer anderen Sicht der Dinge zu kommen. si vis pacem, para bellum.

  110. Don Carlos@: Geben Sie...
    Don Carlos@: Geben Sie Gedankenfreiheit, Sire! Frei nach Marquis Posa in „Don Carlos“ von Friedrich von Schiller. Wüsste mich allerdings durchaus meiner Haut zu wehren, falls Sie das duellieren ernsthaft in´s Auge fassen sollten;-)

  111. colorcraze@: Klasse Ihr: "...
    colorcraze@: Klasse Ihr: “ Insofern neige ich eher zum Durchtunneln von Komplexität.“

  112. @555 Da es nur noch eine sehr...
    @555 Da es nur noch eine sehr begrenzte Menge an bürgerlichen Existenzplätzen zu verteilen gibt, wird am Ende nicht irgendeine „Leistung“, sondern die Politik — das heisst die Regeln der Verwandtschaft, Freundschaft und Beziehungen — darüber entscheiden, wer nun die Existenzlizenz erhält und wer für fünf Euro pro Stunde als Fahrradkurier oder Supermarktkassierein arbeiten muss.
    Chapeau, so wird es sein. Am Ende ist doch alles vom Zufall der Standeszugehörigkeit abhängig. Kein Problem für mich, aber der Leopard zahlte ja noch Stipendien an talentierte Jung-Organisten aus. Heute dagegen plündern jene Kreise, Familien, Clan (wieimmer Sie sich ausdrücken wollen) hemmungslos den Staat. Die machtlosen Generationen führen also einen aussichtslosen Zweifronten-Krieg: gegen die abgeschottete Nachkriegsgeneration der Selbstbediener und Schuldenmacher, wohlversorgt bis zum Ende, und gegen die inkompetente Oberschicht, der ebenfalls alte Institutionen wie Universität, Hospital und Museum gleichgültig geworden sind.
    Die „Existenzlizenzverteilung“ funktioniert nur, solange alle brav in der Schlange stehen. Wenn Sie auch noch Gendarmen bezahlen müssen, wirds teuer.
    Ihr Duell mit Don C. empfehle ich digital auszutragen, die „Spieleindustrie“ hat bestimmt eine Lösung.

  113. bester HansMeier555/20.44u/1....
    bester HansMeier555/20.44u/1. abs.: wenn sie nicht verlangen, dass man die religion ernster nehmen soll, als sie es verdient, dann wäre mein clan grundsätzlich dabei.
    und *hüstel*, dem land zu dienen, das einem selbst gehört, sollte man sich nicht zu schade sein.
    .
    cher Plindos, sie bezweifeln die erst fremd- und dann selbstverschuldete unmündigkeit zahlreicher bürger, nur weil sie in der lage sind, marmorne pflastersteine aufzuklauben?
    .
    eine diktatur scheint nicht unnötig zu sein, und so wie sich der wohlgeborene aus franken offensichtlich nicht nur m.e. verhält, könnte man die sedierung sehr viel friedlicher haben.
    .
    ach ja, apropos sedierung und beschäftigung: wer plazierte noch einmal das diktum vom opium des volkes?
    nun, wieso nicht. ist doch praktisch…

  114. @colorcraze
    vor ein paar...

    @colorcraze
    vor ein paar Wochen war ich bei einem Vortrag von Herrn Dr. Thomas Mayer Chefvolkswirt der db. Die Gesamtverschuldung Portugals (Staat + privat) ist..
    Das ist in der Branche das neue Griechenland. Das dumme ist, dass Versicherer und Banken noch Unmengen von diesen Dingen im Bestand halten => weiterhin über zwei-drei Jahre langsam die Luft raus lassen und einen Antrag beim Bafin stellen bei alten Versicherungsverträgen die garantierte Verzinsung senken zu dürfen

  115. an colorcraze
    seit wann ist...

    an colorcraze
    seit wann ist ein system falsch, wenn es unvollständig ist?
    war herr newton da irgendwie falsch?
    habe ich da irgendwo nicht aufgepasst?
    allerohnzielsetzlichst
    Saknussemm

  116. @Donna Laura
    Die Religion...

    @Donna Laura
    Die Religion ernst nehmen muss dann v.a. das Gesinde, das Gescherr und die Auftragnehmer — die Herrschaft hat eine Hauskapelle, und ob und was da passiert, geht niemanden was an.

  117. ceterum censeo: Die...
    ceterum censeo: Die selbstverschuldete Vernichtung des Ostelbisch-Norddeutsch-Protestantischen Konservatismus ist die schwerste Last unseres Landes; nicht zuletzt auch durch die wirtschaftliche Lage von Bremen über Niedersachsen bis zur Oder.
    Nicht umsonst sind konservativ und schwarz synonym, so weit, daß selbst unsem Gastgeber der Phantomschmerz darstellt, er ihn spürt, ohne seine Ursache zu erwähnen.

  118. Re Berthold IV / Dr Thomas...
    Re Berthold IV / Dr Thomas Meyer de DB. Die Währungen der Club-Med Länder (drachmae, pesetas usw) waren immer schwach in der Vergangenheit. There was a Greek joke „How can we make the drachma worth more?“ Answer „Drill 4 holes in all drachma coins and sell them as buttons“… Nichts hat sich geändert… Auf der anderen Seite, ohne ein paar PIGS in der Eurozone würde der €uro schnell viel stärker werden, was der deutschen Wirtschaft enorme Schwierigkeiten bereiten würde.

  119. eine hauskapelle! ich wusste...
    eine hauskapelle! ich wusste doch, dass uns noch etwas fehlt! gute idee, danke!
    .
    was ist eigentlich von dem ranking zu halten, das die gattin von o’bama zu mächtigsten frau der welt, nein, des universums ausgerufen hat?

  120. Reste einer Hauskapelle sind...
    Reste einer Hauskapelle sind bei uns mit drin – aber es ändert auch nichts an der Wohnqualität.

  121. HansMeier555, spenglers...
    HansMeier555, spenglers preußischen sozialismus würde ich als eine form des feudalismus deuten, dessen adel jedoch nicht durch geburt erworben wird, sondern durch verdienste an der allgemeinheit. spengler berücksichtigt damit, daß es nunmal menschen mit größeren fähigkeiten und damit auch größeren handlungsmöglichkeiten gibt.

    das unterscheidet seine theorie grundsätzlich vom marx’schen sozialismus, bei dem die herrschaft von den bedienern der maschinen ausgeht. spengler leugnet die notwendigkeit von arbeitern und angestellten nicht und er wertet ihre leistungen auch nicht ab. doch er stellt fest, daß ihre leistungen und ideen nicht dieselben auswirkungen auf die entwicklung einer gesellschaft haben können wie die erfindungen und visionen einer geistigen elite.

    es gibt für ihn also eindeutig ein ‚oben‘ und ‚unten‘, wobei das ‚oben‘ nicht zu gnadenloser ausbeutung anderer und zur selbstbereicherung berechtigt, sondern es verpflichtet vielmehr zur übernahme von verantwortung für die entwicklung des gemeinwohls entsprechend den vorhandenen fähigkeiten und möglichkeiten. er nennt diese form der gesellschaft ‚preußischer sozialismus‘ in anlehnung an die regierungsführung durch friedrich II. von preußen, der zwar absolut herrschte, jedoch hauptsächlich seinem land diente – und diesen dienst auch von anderen verlangte – , um es in kultureller, wissenschaftlicher, technischer, verwaltungsmäßiger, militärischer und politischer hinsicht weiter zu entwickeln.

  122. Konservativ sein heisst eben...
    Konservativ sein heisst eben auch, aus Abhängigkeiten kein Tabu zu machen.
    .
    Wenn die FAZ fragt, ob z.B. Lehrer über S-21 mitbestimmen dürfen sollen, so kann die konservative Antwort nur negativ ausfallen.
    Lehrer verdanken ihre Existenzlizenz ihrem Dienstherren, der von ihnen folglich auch politische Gefolgschaft erwarten darf.
    Mein Vorschlag wäre ja auch, dass alle Beamten und Staatsangestellten ihr Stimmrecht verlieren, bzw. dass ihre Stimme bei allen Wahlen jeweils automatisch derjenigen Regierungspartei zugerechnet wird, denen sie ihren Existenzlizenz verdanken — und zwar solange, wie das Existenzverhältnis besteht.
    .
    Ebenso bei allen anderen Existenzverhältnissen: Wer bei DB arbeitet, tritt auch sein Stimmrecht an den DB-Vorstand ab, der dann die Stimmrechte frei ausüben kann.
    .
    Wer Sozialhilfe bezieht, verliert alle Stimmrechte.
    .
    Eine solche Praxis würde viel zum sozialen Frieden beitragen. Und verhindern, dass irgendwelches unmündige Volk sich in Angelegenheiten einmischt, die es nichts angehen.

  123. @fionn
    Ja, richtig: Die BRD...

    @fionn
    Ja, richtig: Die BRD konnte fleißig nach Europa und außerhalb des EUR-Raums exportieren. Ich bin der Meinung Siemens, VW etc sollten die griechischen Staatsanleihen zwangsweise halten müssen.
    Ansonsten:
    http://www.kreuz.net/article.12036.html
    Der übliche Disclaimer: Das ist auch wenn die größte RKK-Seite nicht hilfreich um mit Mutti zu sprechen-
    Interessant: Offensichtlich muss sich die Wahrheit im bereich der Hirntod Diskussion schon bei solchen Web-pages Asyl suchen…
    Zur Ehrenrettung, die FAZ hat diesen „Nepp“ mit der Umdefinition des Todes auch schon kritisiert

  124. lieber Don Alphonso, ich weiss...
    lieber Don Alphonso, ich weiss es ja, dass in dieser hinsicht bei ihnen ebenso wie bei meiner wenigkeit hopfen und malz hoffnungslos verloren sind.
    .
    nein, als eine verbesserung des interieurs wäre dies auch nicht gemeint. schliesslich müsste man bauen. es liefe bestenfalls auf eine optimierung des exterieurs hinaus.
    .
    lächerlich wäre ein solcher bau dennoch nicht, denn man könnte sich auf alte familientraditionen als ort des innehaltens und gruft berufen, die selbstverständlich auch als kompensationsbestrebung divergent gerühmter taten von mitgliedern der famille anzusehen sind.
    .
    und es lässt sich damit so schön heucheln. dies schafft stets auch respektvoll gestimmten abstand, insbesondere zu solch schlichten gemütern wie beispielsweise meinem bürgermeister.
    ein nicht zu vernachlässigender aspekt.
    .
    hm, vielleicht sollte ich heute nachmittag unser altes wappen mit dem flattermännchen abstauben lassen…
    .
    Hansmeier555, mein bester, ihr ziel liesse sich eleganter erreichen. man könnte die stimmrechte schliesslich nach klassen bündeln und gewichten.

  125. Das macht der Baron Rothschild...
    Das macht der Baron Rothschild ganz richtig, colorcraze. Die wahren Werte stecken eben in eigenem Grund und Boden. Diese ganze windige Couponschneiderei hat keine Zukunft und kann nicht konservativ sein. Literaturhalber bin ich gerade bei Charles-Joseph de Ligne: Tausend Jahre Landbesitz, dabei ein Freigeist und Libertin und von wahrhaft europäischer Gesinnung. Das war ein echter Konservativer. Vielleicht ist also die Idee mit dem Guttenbergschen Freiherrn gar nicht so übel.

  126. @Donna Laura,
    .
    Sie meinten,...

    @Donna Laura,
    .
    Sie meinten, Gnädigste, wohl nach Stand?
    Klasse klingt so nach einem Kampfbegriff.
    Wobei wir tatsächlich nicht mehr einfach so die Stände nach dem Recht des ancien régime einführen können.
    .
    Ich meine, dass jeder, der eine abhängiges Beschäftigungsverhältnis eingeht, damit auch seine Stimmrechte an den Existenzgewährer abtritt.
    Auch wenn er adliger Herkunft ist.
    Soviel Gleichheit muss schon sein.
    .
    Ihr untertänigster Diener

  127. Um nochmal auf die Urheberin...
    Um nochmal auf die Urheberin des Eingangszitats zurückzukommen, sie ist offensichtlich nicht nur bedächtig sondern ganz offensichtlich auch nicht mutig. Was soll man von einer Kanzlering halten, die vor Putin’s schwarzen Hund Angst hat? (Papier FAZ, heute Seite 29)

  128. Werter Don Carlos,
    danke für...

    Werter Don Carlos,
    danke für die richtigen und vorzüglichen Ausführungen zum wirklich „konservativen“ Spengler. Der Mann ist nach wie vor zu Unrecht in einer Grauzone, wer hingegen mal seine Werke liest, wird erstaunen, was und mit welcher Treffgenauigkeit er u.a. voraussah.
    „Konservativ“, was ist das in der BRD? Das Wort hat in Deutschland m.E. nicht erst seit 1945 keinerlei Bedeutung mehr, man muß vielmehr das Verfallsdatum auf 1933 festlegen. In den Schüssen vom Juni 1934 und Juli 1944 wurden auch die letzten Reste eines aufrechten Konservatismus abgeknallt – man darf nie vergessen, das die Nazis sich für fortschrittlich hielten und es eben auch waren. Echte Konservative wie Spengler oder Jung waren bestenfalls lästig und schlimmstenfalls Volksschädlinge, die es auszumerzen galt.
    Und 2010, wer und was ist das Konservativ? Um den Begriff als Feindbild aufrecht erhalten zu können, wird das Prädikat den Unsympathen der Republik angehaftet. Jene nehmen den Ball gern auf, wissen sie doch, daß große Teile des Volk ja wirklich konservativ sind und mit dem Begriff daher noch immer Gutes verbinden…
    PS: Ich habe mich für die Option des Reaktionärs entschieden. Denn gegen die heutige Welt konspirieren wirksam nur die, die insgeheim die Bewunderung der Schönheit verbreiten.

  129. Zwei Bedingungen echter...
    Zwei Bedingungen echter Konservativität konnten Bürgerliche – auch solche aus dem Westviertel – niemals erfüllen:
    1) Eine langfristig gesicherte materielle Basis, die eigene Arbeit überflüssig macht
    und
    2) Eine ebenso langfristig gezüchtete Überzeugung, einer Elite anzugehören, die sowohl die Verpflichtung hat, dem eigenen Land zu dienen, als auch die Verpflichtung, die unwissenden Massen souverän zu führen und vor Unmssigkeit zu bewahren
    Beide Haltungen schlossen zu der Zeit, in der ihre Träger aus dem Adel unangefochten die Macht besassen, sinnvolle Veränderungen niemals aus, solange die Haltungen als solche nicht von der Realität gefährdet wurden. Sogenannte bürgerliche „Konservative“ dagegen zeichneten sich schon immer durch zwei miteinander absolut vereinbare Geisteshaltungen aus: Die der Bequemlichkeit geschuldete Überzeugung, alles Bestehende sei gut und ewig. Und die der Furcht geschuldete Bereitschaft, für die Sicherung der eigenen, historisch fragilen, materiellen Grundlagen notfalls über Leichen zu gehen. Das „damals konnte man noch konservativ sein“ für die Zeit von Helmut Kohl nimmt bereits das Wort für den Inhalt, Edmund Burke hätte für moderne „Konservative“ des Jahres 1994 nur Verachtung übrig gehabt.
    Just my 5 cents,
    Thorsten Haupts

  130. Prunkvenezianer dürfen hoch...
    Prunkvenezianer dürfen hoch hängen, dürfen auch zwischen zweien Fenstern enge hängen. Nur eins dürfen sie nicht: in farbloser Umgebung hängen. Der Venezianer geht auf deutschtypisch weiß gekalkter Wand gar nicht. Altrosa hat die Wand zu sein, ein zartes gelb ginge.

  131. donna laura@: Werteste, Sie...
    donna laura@: Werteste, Sie schreiben ja m. E. sehr intelligente Kommentare, aaaaber Ihre Kleinschreibung, ist die forciertem Antikonservatismus geschuldet oder progressivem Modernismus? Ordinäres granitenes Mittel-und Großpflaster, so zuhanden. täte es bei Emeuten durchaus. Marmor vielleicht in Siena. Aber muß das denn sein?

    HansMeier555@: Ab welchem Aggregatzustand gehört man, nach Ihrer Lesart, zum unmündigen Volk?
    Das Wahlrecht war noch im 19. Jhdt. meistens durch Bedingungen an Stand, Besitz (Kurienwahlrecht), Bildung oder Steuerleistung (Zensuswahlrecht) auf einen kleineren Teil der Gesamtbevölkerung beschränkt, dahin wollen Sie in etwa, wenn überhaupt, zurückrudern?.
    Ihrer Diktion zufolge gehören Sie also mindestens zur unantastbaren Kaste (Khsatria od. Brahman nach indischer Lesart). Das Volk, das unmündige, hat sich eher viel zu wenig als zuviel in die öffentlichen Angelegenheiten in den Jahren seit 45 einge-mischt. Eine gewisse Renitenz wäre durchaus angebracht gewesen. Die Schweizer, sind ja von ihrer Grundhaltung her gesehen, i. A. konservativ gesinnt, das Gros nimmt rege am politischen Leben anteil. Natürlich gibt es auch abgeschottete Schichten dort, wie der „Teig“ in Basel, oder die Reste der Patrizier von Zürich und Berrn. Diese vermögen sich dennoch in Volkes Stimmlage zu artikulieren. Was den Diridari angeht, da kennt diese Schicht allerdings keinen Spass. Noch im Verlauf der ersten Hälfte des 20. Jhdts. schoß die Armee auf Streikende. http://www.woz.ch/archiv/old/01/47/7339.html

  132. Liebe Leser und...
    Liebe Leser und Leserinen!
    Ische musse Ihne leider sage, dasse deme Don seine Schpiegel gefalle ist auf den capo, dasse isse der Kopf leider. Quindi also er machet Pausa mit dem Schreiben. Hate er niemande wo half bei Aufhänge das Schpiegel. Poverino, will sage basta für oggi. Si.

  133. @saknussem: Sie werdens schon...
    @saknussem: Sie werdens schon noch merken, irgendwann.
    @BertholdIV: naja, daß Portugal fällig ist, war ja klar (da war vor 1990 jahrhundertelang Krise, und jetzt ist es halt wieder so „wie immer“), die Frage ist, wann kommen Spanien, Irland und … die anderen (inkl. uns selbst). Wir dürfen England noch auf Knien danken, daß es seinen Kram selber machen will, denn das wäre die absolute Bombe gewesen. So brennt nur die Lunte, und obs nur leise „puff“ macht oder richtig kracht, ist noch nicht ausgemacht.
    @fionn: ich bin mir nicht so sicher, ob die Währungsunterschiede noch so eine Rolle spielen, ich denke, die Öllieferanten werden bald gern auch Euro nehmen und nicht auf dem Dollar beharren, vielleicht auch bald Yuan. Die deutschen Exporte muß man doch inzwischen eh großenteils in Anführungszeichen setzen, denn ein Großteil geht in die EU, d.h. Binnenmarkt, so hoch wie ehedem ist die Abhängigkeit von außen nicht mehr. Weswegen mich die Wirtschaft des EU-Raums zuvörderst interessiert, wie die innerhalb ordentlich zum Laufen gebracht werden kann.
    @donna laura: ah, mit der irgendwann jeder Frau auf die Füße fallenden Befassung mit der Grabpflege sollten Sie sich noch ein wenig Zeit lassen, bis die Kinder erwachsen sind. Und einstweilen lieber die Wildschweine in verträglichen Größenordnungen halten. Nicht daß die wieder über den Kudamm laufen und Passanten erschrecken, statt einen Obelix-gerechten Braten abzugeben.

  134. @Berthold IV
    Komisch, dass die...

    @Berthold IV
    Komisch, dass die Todesdefinition Sie so umtreibt. Ihre Seele kann eh keiner transplantieren.

  135. Das Bedenken der Veränderung...
    Das Bedenken der Veränderung hat stattgefunden – qualitative Zuwanderung on a points system wie früher in der Schweiz. Maybe Germans are like Swiss Germans („They get out of bed early but they wake up late“ (Willi Ritschard, Altbundesrat).

  136. Entschuldigung, ich war...
    Entschuldigung, ich war unterwegs und hatte zu tun, und das mit dem Freischalten habe ich leider suboptimal kommuniziert.

  137. @HansMeier555
    Ja aber wenn sie...

    @HansMeier555
    Ja aber wenn sie die Seele transplantieren und ich bin nicht tot, dann wird das kompliziert, dann bin ich doppelt und vielleicht auch die Seele.
    vgl: Die Auferstehungsmaschine. in: Stanislaw Lem ,Die phantastischen Erzählungen, Frankfurt/M. : Suhrkamp, 2003.
    BTW: wieso jetzt der heidnische Begriff Seele; ich glaube an eine Auferstehung der Toten

  138. @Savall: ja, das fand ich...
    @Savall: ja, das fand ich auch, daß er das ganz richtig macht. Darum habe ich leise in mich hineingekichert, als er andeutete, daß Banken eben durch seien in seiner Familie. Essen und Trinken hat immer Bestand. Und die Qualität hochzuhalten ist eine noble Sache. – Meine Vorfahren dürften auch 1000 Jahre ihre Felder bestellt haben, wenn auch in weit kleineren Verhältnissen (die Urgroßeltern galten als reich, weil sich der Sohn einen Leinenanzug leistete). Aber im 20. Jhdt. hat sies erwischt, sie gingen unter die Handwerker und Einzelhändler und zogen in die nächste Kleinstadt. Ich konnte nun nutzloses Zeug studieren und hänge mit annähernd 50 immer noch in der Luft. Nun ja, aber das geht anderen meiner Generation auch nicht anders.
    @ThorHa: ach Gottchen, „über Leichen gehen“. Soll man sich etwa danebenlegen und heulen, wenn man noch lebt? Das beeindruckt keinen mehr, wenn keiner mehr da ist. Ich bin da mehr fürs tischlermäßige Einsargen. (Ich muß sagen, daß mir die Nüchternheit meines verstorbenen Vaters in „den letzten Dingen“ im Nachhinein, da ich inzwischen einige arg gefühlig-schreckhafte Nicht-wahrhaben-Woller treffen mußte, ziemlich imponiert. Er mußte schon als Bub seinen Tischlereltern in solchen Fällen zur Hand gehen.)
    @sterne: Farbvorschläge sind genehmigt.
    @Plindos: das Marmorpflaster liegt in Lissabon, aber dort werfen die Leute eher nicht mit Steinen. Sowas macht man dort einfach nicht. Nicht in 500 Jahren.
    @DA: „suboptimal“ tät ich mir für die schweren Fälle aufheben. „Verbesserungsfähig“ höchstens. (Man muß das Optimum ja nicht in den Sternen ansiedeln)

  139. @BertholdIV: ja, das mit dem...
    @BertholdIV: ja, das mit dem Doppeltsein, das wäre dann ja wieder dieses gräßliche Multitasking. Kann man nicht so wirklich wollen.

  140. lieber don, das ist doch...
    lieber don, das ist doch völlig in ordnung, wir warten gerne auf sie. na, alle schräubchen bekommen? und schön den spachtel angerührt?
    .
    geschätzter HansMeier555, sie kratzfüsseln im übrigen recht gekonnt.
    gerne könne wir uns auf den begriff ’stände‘ einigen, da bin ich emotionslos; die permeabilität der einzelnen gruppen hat ohnehin abgenommen.
    aber wie darf ich sie verstehen, dass man sein stimmrecht an den arbeitgeber weitergibt?
    es müssten ausnahmen geschaffen werden, denn sonst dürften sich die d-manager madame merkl und kt gutttenberk sich nicht selbst wählen, sondern an ihrer statt wählten dann… -äh.
    erklären sie es mir, bitte.
    .
    liebe colorcraze, das ‚puff‘ hatten wir bereits. wann das ‚kawumm‘ kommt, und ob es mit einem anschwellenden ‚krakatamm‘ anfängt, das ist die grosse frage. derzeit brechen sie doch alle wieder in jubel über die wirtschaft aus…
    .
    es wäre doch recht stilvoll, sich in der kapelle, die man vielleicht auch noch selbst entworfen hat, beerdigen zu lassen… gedenke, mir zeit zu lassen.
    .
    bester BertholdIV, holladiewaldfee, auferstehung der toten in ihren einzelteilen??
    und die seele? wozu dann die ganzen ablasszahlungen an die unter ständiger geldnot leidenden päpste? hätte man sich sparen können, also wirklich!
    .
    cher Plindos, herzlichsten dank für die rosafarbenen blumen, die mit recht gerötetem und leicht geneigtem köpfchen bescheidenst entgegengenommen werden.
    die kleinschreibung wird distinktiv verwendet. vermieden wird damit, dass man sich an ungeeigneten stellen verplappert und der maske einbüsst. nicht täuschen lassen; sie hat nicht die bedeutung wie bei bdsm (wiken/gugeln; schönen abend noch)!

  141. @donna laura
    wohl war das mit...

    @donna laura
    wohl war das mit den Ablasszahlungen. Bei Martin Luther gibt es einen Spruch, wo die enden, die sich mit solchen Dingen retten wollen und die Befürworter und Makler solcher Produkte.
    Da kann man nur hoffen, dass wenigstens die Lutheraner unter den vatikanischen Rockschößen wieder hervor kriechen.
    @colorcraze: Wenn Sie dem Vatican folgen, dann ist das, was Stanislaw Lem beschreibt genau das, was bei auf Vorrat eingefrorenen befruchteten Eizellen passiert – die Kurzgeschichte von Lem ist wirklich sehr witzig.

  142. Kriegerverein &...
    Kriegerverein & Schützenverein heute :o)
    http://www.youtube.com/watch?v=T9W1a0Wr0n8 (quer im BR, 6 min)
    (der Typ im roten Janker!)

  143. @colorcraze: daß man...
    @colorcraze: daß man „nutzloses Zeug“ studieren kann, bezweifele
    ich irgendwie. Manchmal mag es nicht beim Geldverdienen helfen, aber
    man hat doch wenigstens ein subjektiv schönes Hobby. mfG. T.

  144. @Donna Laura,
    .
    Wie das mit...

    @Donna Laura,
    .
    Wie das mit den Stimmrechten geht? So ähnlich wie im Aktiengesetz.
    .
    Wichitiger als das dynastische wird im künftigen Feudalwesen das korporative Prinzip sein (das aber auch im alten Europa sehr wichtig war). Man erbt zwar weiterhin privat das Vermögen und Anspruchstitel, aber die hoheitlich-grundherrschaftliche Gewalt wird von Korporationen ausgeübt, bei denen der jeweilige Elitionär nur Mitglied ist (so ähnlich wie früher im Ritterorden oder Domkapitel).
    .
    Diese Korporationen bündeln dann die Stimmrechte der von ihnen abhängig Existierenden, und üben sie auch aus.
    .
    Frau Merkel tritt ihr Stimmrecht an den CDU-Vorstand ab und übt es in dieser Eigenschaft dann selber aus. Das ist nicht schwer zu verstehen.
    .
    Der Vorteil wäre auch, dass man Wahlen erst gar nicht abhalten muss. Der Konzernvorstand schickt seine Abgeordneten mit imperativem Mandat in den Sejm und kann sie von dort aus auch jederzeit wieder abberufen und durch andere ersetzen.
    .
    Die Regierung wird so ähnlich geführt wie ein Unternehmen bzw. der Malteserorden oder eine Liechtensteinische Familienstiftung. Sie wissen schon.

  145. Das mit den Ablasszahlungen...
    Das mit den Ablasszahlungen war ein vergleichsweise solides, klar strukturiertes, für jedermann nachvollziehbares Finanzprodukt.
    .
    Natürlich musste die Gnadenblase irgendwann platzen und Europa in eine säkulare Krise stürzen, in der wir uns immer noch befinden.

  146. @Don
    .
    Mal was über...

    @Don
    .
    Mal was über Augsburg, bitte.

  147. Veränderung - in den USA. ...
    Veränderung – in den USA. Aus der NZZ am Sonntag / Zürich
    „Joe Arpaio „der härteste Sheriff der Welt“ verkörpert das Ende der USA als Einwanderungsland. Wehe den illegalen Immigranten aus Mexiko, die ihm in Arizona in die Finger geraten“. Er hat publicityträchtige Wildwest-Methoden wie die „chain gangs“ sogar für Frauen wieder eingeführt. Dabei müssen Sträflinge in Ketten und bekleidet mit gestreiften Anzügen auf Feldern arbeiten.
    P.S. Joe Arpaio ist Sheriff von Maricopa County, der Landeskreis ist halb so gross wie die Schweiz und umfasst die Haupstadt Phoenix. Vier der sechs Millionen Einwohner von Arozona leben in Maricopa County.

  148. @irene
    Ach die Biermöslblas'n...

    @irene
    Ach die Biermöslblas’n gibt’s auch noch…Die AntiWAA (da haben sie in 86 mal gespielt) unter den Ultramontanisten. Die stehen doch schon unter „Artenschutz“. Aber die Preissn freit’s b’stimmt, wann’s sualche Bair’schn Burschn segn

  149. Donna Laura,

    das Gesinde und...
    Donna Laura,
    das Gesinde und den Hofknix muss man selbst beherrschen, Orthographie kann man delegieren.
    Herzlichste Grüsse auch an die Fräulein Töchter —

  150. Die Sache mit dem Sejm würde...
    Die Sache mit dem Sejm würde ich mir nochmal überlegen, HansMeier555. Das liberum veto hat seinerzeit den ganzen Staat ruiniert. Eine schöne Einkommensquelle, gewiß, aber nicht wirklich zukunftsorientiert.

  151. bester HansMeier555, so wie...
    bester HansMeier555, so wie das x beim kni, nicht wahr? aber so landen sie wenigstens nicht versehentlich im kniggebereich, falls irgendjemand auf der faz-seite nach benimmmregeln sucht.
    .
    die compliments werde ich ausrichten… da die äpfelchen in vielerlei hinsicht nicht weit vom grazilen, doch hochgewachsenen stamm gefallen sind, werden sie mich sicher fragen, wie der freundliche herr ausschaut, der so herzlichst grüssen lässt.
    (Filou versucht es mit der quasimodo-attitüde; ein schief gewachsener alter onkel mit schnapsfahne (hehe, das dürfte ihn aus seinem versteck herauslocken) ist für die quietschlebendige erbinnenschar natürlich alles andere als interessant.)
    .
    aber vorsicht, falls sie nicht aus dieser unserer gruppe stammen (was ich ihrem einmaligen spitzen aufheulen in einer anderen diskussion, als es um die bürgerlichkeit im geiste ging, so entnommen habe), dürfte für sie ihrer konsequenz nach ausschliesslich eine im feudalwesen gut nutzbare position als cicisbeo in frage kommen, da ansonsten das jeweilige mädel seinen titel einbüsst, was, da ich ihnen ambitionen unterstelle, ungeeignet wäre für weitere schritte im politischen bereich.
    das verlangt selbstverständlich einiges ab.
    .
    wollten sie nicht ohnehin
    eine hohe schule für die ausbildung
    von
    mätressen (m/w)
    etablieren?

  152. HansMeier555. Fürchten Sie...
    HansMeier555. Fürchten Sie nicht um Ihren (klugen) Kopf?
    Immerhin könnte man dem gewöhnlichen Volk zutrauen sich an dieses Instrument zu erinnern:
    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Guillotinemodels.jpg&filetimestamp=20060907085723
    Und die Massen könnten so vulgär sein es wieder zum Einsatz zu bringen, wenn liebgewonnene Freiheiten und Gleichheiten auf einmal nur einigen Brüdern (und Schwestern) zustünden.

  153. @Savall
    .
    Wer braucht schon...

    @Savall
    .
    Wer braucht schon den Staat? Der Staat ist das Problem und nicht die Lösung.
    Feudale Korporationen lassen sich von keinem Staat entmündigen, sie vertrauen ganz auf ihre Eigeninitiative.

  154. HansMeier = Hausmeier,...
    HansMeier = Hausmeier, fränkischer
    555 = Chlothar I, Frankenkönig
    .
    Beides Hinweise auf ein Faible für die Merowinger?

  155. Solche Korporationen haben wir...
    Solche Korporationen haben wir doch schon: Die Atom-, Rüstungs- und Pharmalobby.

  156. Aber den Lobbies fehlt noch...
    Aber den Lobbies fehlt noch Stil und Wappen.
    Und ausserdem das innere Bewusstsein von der Berechtigung ihrer Herrschaft.
    Sie agieren immer noch so verdruckst, hintenrum, irgendwie im Verborgenen.
    .
    Warum eigentlich? Es gibt keine Gründe mehr dafür. Die Angst, durch ein allzu freches Auftreten irgendwelche Bürger-Proteste hervorzurufen, halte ich für absolut unbegründet.

  157. donna...
    donna laura@:DerPeterpfennig(-vulgo Cent) muß sein, die ganze Vatikanstadt verschlingt Unmengen an Nebenkosten, allein schon der Erhalt des Weltkulturerbes.
    Ausserdem sind die örtlichen Verhältnisse zu beengt, als das man dort eine lukrative Ex- u. Importindustrie hätte aufbauen können, seit 1861 u. 1870 wurde der Vatikan
    auf seine heutigen Verhältnisse reduziert. Was wieder einmal echte historische Sauerei mit unabsehbaren Folgen war. Insofern war der Abschluß des Konkordats vermittelt durch den Nuntius E. Pacelli (Pius XII.)vom 20.07.1939 zumind. ein Teilsegen.
    ..
    Man schaue sich nur mal an, was aus dem Potala in Lhasa gemacht wurde. Wer aber noch genauer hinschaut, erkennt, trotz Karaokebars, Glitzerbahnhof, Touristen (und Paramilitär; Panzerspähwagen in den Seitenstrassen) die Volksfrömmigkeit lässt sich nicht unterkriegen.
    Werde deshalb einen Rosenkranz zur Befriedung unserer Seelen und und für Ihre Wiederauferstehung beten. (Sie können an der Großschreibung ungescheut erkennen, daß ich aus meiner freundlichen Gesinnung keinerlei Hehl mache).
    ..
    Hymne des Vatikans: Inno e Marcia Pontificale
    Roma, alma parens, Sanctorum Martyrumque,
    Nobile carmen, te decete, sonorumque,
    Gloria in excelsis, paternæ maiestati
    Pax et in terra fraternæ caritati
    Ad te clamamus, Angelicum pastorem:
    Quam vere refers, Tu mitem Redemptorem!
    Magister Sanctum, custodis dogma Christi,
    Quod unun vitæ, solamen datur isti.
    Non prævalebunt horrendæ portæ infernæ,
    Sed vis amoris veritatisque æternæ.
    ..
    Salve, Roma! In te æterna stat historia,
    Inclyta, fulgent gloria monumenta tot et aræ.
    Roma Petri et Pauli, cunctis mater tu redemptis,
    Lúmen cunctæ in facie gentis mundique sola spes!
    Salve, Roma! Cuius lux occasum nescit,
    Splendet, incandescit, et iniquo oppilat os.
    Pater Beatissime, annos Petri attinge, excede
    Unum, quæsumus, concede: Tu nobis benedic.

    colorcraze@ Besten Dank für den Hinweis, man bewarf sich damals, so heißt es, als dem Salazarregime die Puste ausging lediglich mit Nelken. In Mocambique und Anngola ist man zuvor weniger behutsam mit den Nativos umgegangen. Aber so sind sie halt manchmal die Latinos.

    Da wir schon von Steinen reden: Sie können übrigens unschwer meinem Alias entnehmen, das er schlicht und ergreifend „Ziegelstein“ bedeutet. Damit werfe ich ab und zu, wenn es mich kitzelt, symbolisch versteht sich, auf Vorurteile aus meinem Glashaus.

    HansMeier555@: Das Spanische Hofzeremoniell sollte man nicht vergessen, gerade bei mindestens halbkonstitutionellen Anlässen leistet es unschätzbare Dienste. Und überhaupt die verloren geglaubte Etikette sowie die Prozessionen, allfälligen Paraden etc. pp…auch sollte in Latein wieder festlich deklamiert werden s. o.
    Herr Lindner, der Erzrepublikaner, wird, wenn er eines Tages „angekommen“ ist
    bestimmt auf das zuvor geschilderte decorum zurückgreifen wollen.
    ..
    Auf den Burgen hatte man für die Orthographie und das Aufsetzen der pacta im MA die scriptores und für´s Seelische die Burgkapläne. Der plebs weiß heutzutage eh schon viel zu viel von denen Arcana der Herrschaftsausübung. Man sollte eh das Net unter Zensur stellen, lediglich panem et circenses zulassen.

  158. @V
    Die Volksmassen, haha....

    @V
    Die Volksmassen, haha.
    .
    Die klatschen nur Ausländer. Und heulen dabei auf vor Freude und aufrichtiger Dankbarkeit, wenn die Elite ihnen dazu die gnädige Lizenz erteilt.

  159. Tja, das ist so eine Sache mit...
    Tja, das ist so eine Sache mit der Korporation, HansMeier55. „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ Und da war dann die Rzeczpospolita futsch, als es Österreich, Rußland und den Preußen nicht gefiel. Obwohl man sich doch so schön korporativ eingerichtet hatte und tapfere Kavallerieattacken ritt.
    .
    Die drei Fragezeichen: im Jahr 555 waren die Merowinger noch frisch und übermütig. Die Hausmeierei kam 50 Jahre später.

  160. ???@: "Die Merowinger oder die...
    ???@: „Die Merowinger oder die totale Familie“ von Heimito von Doderer, darinnen Alles vor dem hochwohllöblichen publico abgekläret und erläutert.

    donna laura@ Die Stelle des cicisbeo ist doch schon anderweitig vergeben n´est ce pas?

    Savall@ …und August der Starke von Sachsen als polnischer Wahlkönig ruinierte auf´s Schönste seine Staatsfinanzen in Folge.

    HansMeier555@: Der Präsident des Deutschen Bundestages führt die Öffentliche Liste über die Registrierung von Verbänden und deren Vertretern. Die Anzahl der Einträge wächst, im Juni 2010 waren 2.136 Verbände registriert…..zwecks halbverborgener, wohlfeiler Atzung an der Krippe.

  161. Madame bräuchte einen neuen...
    Madame bräuchte einen neuen gummizug. jedoch haben sie vielleicht die intention, ihre bewundernswerten vorzüge der geneigten öffentlichkeit zu präsentieren. jeanne d’arc und quasimodo, soso. aha. haha. was ist dem in dem krug?
    .
    die familien haben ihre markenzeichen und zentralen. ihre administranten treten zuweilen in schaltungen der sender auf und verlautbaren statements. natürlich nicht im titoornat.
    .
    verdruckst? hm. gerade auf silvesterpartys geht es richtig rund, nicht nur das eheroulette, sondern auch aufgrund der speziellen aussagen, die durch alkoholinduzierte lockerungsübungen für die zunge hervorgerufen werden.
    den zuarbeitenden jeglicher branche kann dies nicht verborgen bleiben.
    .
    andererseits: zuweilen fällt mir auf, dass mein schlappes kleines abgeschabtes autobahnwägelchen – nein, es ist nicht aus weissach, noch aus maranello oder sant’agata bolognese – mehr ressentiments hervorruft als früher.
    auch daher gelegentlich der volvo – ein richtiger stealth, nur eben (noch) nicht von lockheed.
    .
    lieber Plindos, ich schätzte HansMeier555s frage dergestalt ein, dass sein gruss sich v.a. deshalb an meine t ö c h t e r richtete, da er sich eventuell vorteile familiär-vertraglicher art versprach (keine tat ohne grund – nichts für ungut!).
    .
    allein, abgesehen davon, dass die meisten noch ziemlich minderjährig und allein aufgrund dessen deutlich interesselos sind,
    ziehen wir aber ebenso in betracht, dass feudale verhälnisse, wie unser freund sie sich zu wünschen scheint, noch etwas zeit benötigen, also auch meine mädchen dann nach und nach in heiratsfähige alter kommen.
    .
    dann wiederum wäre es äusserst ungünstig, als bürgerlicher eine nichtbürgerliche heiraten zu wollen, und schliesslich zu hoffen, in den stand zu kommen, den sie durch die heirat verlöre, s. vereinrechtliche bestimmungen zur ebenbürtigkeit.
    daher verfiel ich auf die idee, dass er sich überlegen möge, als cicisbeo zur verfügung zu stehen, wenn nicht gar gründungsmitglied der entsprechenden eliteuniversität zu werden.
    falls die zeit eher reif sei: ich habe noch einen hübschen sohn, der zumindest bisexuell ist. der ist 17. im moment liest er platon, aber wer weiss, was er nächste woche liest.
    .
    es wäre eine grundsätzlich interessante frage, ob hier eine eheschliessung mit komplettem erhalt aller privilegien möglich wäre…
    .
    dies wäre eindeutig eine fortentwicklung des konservatismus.

  162. Polen war halt ein Vakuum...
    Polen war halt ein Vakuum geworden, und so was erzeugt Unterdruck und füllt sich irgendwann wieder auf.
    Genau so wie heute die bürgerliche Demokratie ein Vakuum ist, ein Handschuh, der nur drauf wartet, dass irgendein Player sich ihn überstreift.

  163. Oh ja, Plindos, das tat August...
    Oh ja, Plindos, das tat August der Starke. Aber er tat es mit Stil! Übrigens hat der Fürst de Ligne die Gräfin Cosel in Stolpen besucht. Auf seine Frage, wie es denn mit Augusts, hm, Stärke bestellt gewesen sei, antwortete sie: es wäre nichts besonderes dabei gewesen. Da August zuviel soff, wäre sie nächstens eigentlich immer nur beschäftigt gewesen, ihn mit Wasser wieder leidlich nüchtern zu kriegen. Aber vermutlich mußte er sich als polnischer König auch die Realität schönsaufen. Da man ja auch im Plenum des Bundestages schon schwankende Gestalten erlebt hat, kann es mit der Veränderung nicht so weit her sein. Konservatismus überall.

  164. Don Alphonso@: Ihrer Replik...
    Don Alphonso@: Ihrer Replik auf Papsileins Vortrag muß ich wiederum wider-sprechen: Adolf Hitler hatte durchaus etwas Genialisches (ob halb, gedrittelt, gequartelt wie auch immer) an sich, das war ja gerade das hochexplosive Element an ihm, das er nicht in seiner Klasse bleiben wollte. Wenn er wenigstens Bohémien geblieben wäre, dann hätte er nur zuckrige Bilder verbrochen (Verweigerung seiner beworbenen Aufnahme an der Wiener Kunstakademie).

  165. ...hhm, 1789 und 1917 sind...
    …hhm, 1789 und 1917 sind wohl ähnliche Fehleinschätzungen aus den Palästen zu vernehmen gewesen.

  166. @HansMeier555 11:55: Es gibt...
    @HansMeier555 11:55: Es gibt KEINE Berechtigung zu irgendeiner Herrschaft. Höchstens primus inter pares. Oder mit Heine „Ja, mich dünkt zuweilen, der Teufel, der Adel und die Jesuiten existieren nur so lange, als man an sie glaubt.“ Und da schliesse ich Politiker, Lobbyisten etc. mit ein. Feudalismusanhänger nicht, da weiss ich, daß sie nicht mehr existieren können.

  167. Lieber V,
    .
    Wären die...

    Lieber V,
    .
    Wären die russischen Eliten im Februar 1917 nicht so blöd gewesen, den Zaren zu stürzen (und es waren die reaktionären Eliten, die das gemacht haben), dann hätte es dort auch keine Oktoberrevolution gegeben.
    Die Bolschewiken sassen alle noch schön brav im Knast und „analysierten die Lage“. Dann aber kamen diese Elitespinner auf die Idee, jetzt in Russland mal ein bisschen Pseudodemokratie aufzuziehen, damit die Franzosen, Engländer und auch prospektiv der US-Präsident Wilson mehr Unterstützung leisten. Tja, und dafür hat man dann die Geister aus der Flasche gelassen, den Offizieren Anweisung gegeben, dass sie die Frontsoldten künftig zu siezen hätten, etc.
    .
    Kein Wunder, dass die Meute bald so frech war, dass man sie nicht mehr bändigen konnte. (Das hat dann erst wieder Trotzki gemacht, der auf Präsdent Wilson weniger Rücksicht nahm).
    .
    Genauso 1789: Wer war auch so blöd die Generalstände einzuberufen.

  168. *husthusthust*
    .
    zum glück...

    *husthusthust*
    .
    zum glück gibt es so viele musicalausbildungsstätten und supertalentshows. ach (seufz), das hat es früher nicht gegeben!

  169. Liebe Leser und...
    Liebe Leser und Leserinen!
    Iche penso che il Don vermuteliche gefahren ist forte mit seine italianische Bicicletto unde nix mache neue kluge Testi! Vero.

  170. Savall@:Nu Stil, hat er kaum...
    Savall@:Nu Stil, hat er kaum zahlen kennen de Diskontierung, nebbich! Der Dresdner Zwinger allein schon ist mit seinen Sammlungen ein Gedicht.

    V@: Stammtt das Photo von einer adligen Tumba? Im Ernst, wer hat sie schon wirklich gelesen, die gemeißelten Sätze?
    Jean Jaques Rosseau: Du contrat social ou Principes du droit politique. Nu nochmal nebbich, 1789 diese Menschenrechte hatten die Adligen scheints zur Gänze verwirkt, da gabs kein Vertun seitens der Jakobiner mit ihrem selbstgerechten Anhang. S. auch die Massaker von Lyon und in Nantes, die Niedermachung der Vendée. Ansonsten schrieb J. J. R. unerträglich sentimentalen Kitsch, zumindest meiner unmassgeblichen Meinung nach. Das sentimentale Zeitalter war nur eines in den lettres und jener die Salons (eigentlich denen der zukünftig abzuschaffenden Adligen zu eigen) bevölkernden Philosophes (Schriftsteller).

    donna laura@: Bezüglich Ihrer Bedenken: Sollte es dazu kommen, es gab und wird im „Zweifelsfalle“ auch wieder Nobilitierungen aus de Lamäng geben, sofern entspr. Meriten dafür sprechen würden. Da sorgt Regent HansMeier555 schon für ;-) Noch im späten 18. Jhdt. hatten die Grafen zu Wied-Runkel bei diesfallsiger vorstellung-werdender Avancen & Notwendigkeiten gegen Bares von der Hofburg die Fürstung mit Patent erhalten. Bei gutem Willen geht alles. Bien sure.

  171. Ich habe im Moment ein sehr...
    Ich habe im Moment ein sehr umfassendes und zeitintensives Privatleben, das ist alles.

  172. O caro Don, dann besser ist...
    O caro Don, dann besser ist wenn nix fare racconti, prego.

  173. HansMeier55519. Oktober 2010,...
    HansMeier55519. Oktober 2010, 15:16 @: Kann man unter Alexander Solschenyzin sehr schön in seinen Werken „August Vierzehn“,“November sechzehn“,“März siebzehn“ nachverfolgen. Allein der unselige Kerenski mit entourage ist schon die eine Hauptkatastrophe. Lässt alles verhaften oder niedermachen was irgend die Chose hätte retten können um dann, im Scheitern, sein Heil in der Flucht zur Entente zu suchen. Er lebte noch bis 1970.

  174. Plindos.
    Ich stimme Ihnen...

    Plindos.
    Ich stimme Ihnen insoweit zu, dass eine Feudalherrschaft, wie von HansMeier555 angedacht, nicht mit friedlichen Mitteln zu Wege gebracht werden könnte, sondern mit noch unfriedlicheren Mitteln vom Plebs abgewehrt würde.

  175. Nich, die is ziemlich mopsig...
    Nich, die is ziemlich mopsig obenrum? Zeigt sich aus Mitleid mit mir so. Ewig verspottet und gedemueticht, aber so’n Schuss als Freindin. Da hingt es sich gleich dobbeld so froehlich.
    Der mit der Kanne ist ein ambulanter Rotweinschaenker. Er folgt mir wie ein Gespenst. Nachts werdch wach, Esmeralda schnarcht; da kichert’s nehm meim Bett: „Na, willste noch‘ Schlueckchen?“

  176. @Donna Laura 13:04 Verehrte...
    @Donna Laura 13:04 Verehrte Donna, grüßen Sie den Filius, was liest er denn? Ich würde ja Symposion der Politeiea vorziehen, vom ersteren habe ich eine schöne Handpressenausgabe im Pergamenteinband daheim.
    Was die standesgemäßen Verbindungen angeht, früher pflegten die Ritterschaften bzw. Adelsverbände in den jeweiligen Regionen Bälle zu veranstalten, die wir schnoddrig jugendlich als „Mischehenverhütungsbälle“ zu bezeichnen pflegten. In den konfessionell gemischten Regionen wurde dabei zusätzlich auf diesen Aspekt geachtet. Vielleicht gibt es das wieder oder man führt es wieder ein….

  177. ps und wenn er das im...
    ps und wenn er das im Symposion geschilderte ausleben möchte, so würde ich es mit dem Hl Augustinus halten, der ja über Plotin mit Platos Lehre gut bekannt war:
    amo et fac quod vis!

  178. @Plindos
    Kerenski: So ein...

    @Plindos
    Kerenski: So ein liberaler Bürger halt.

  179. Das mitteljugendliche...
    Das mitteljugendliche Bürgertum kennt es auch, und nennt es Reste zu Beginn, und den Rest miuss man sich denken. Da fehlen eben ein paar Jahrhunderte Stilbewusstsein.

  180. Der FREITAG hat den...
    Der FREITAG hat den Feudalismus auch noch nicht so gut begriffen wie die Holtzbrinck Korporation
    http://www.freitag.de/politik/1041-lobbyisten-paeppeln-mit-der-zeit

  181. @donna laura: naja, zur Zeit...
    @donna laura: naja, zur Zeit versuchen sich alle im Gutwettermachen. Wenigstens das Gemüt nicht zu sehr beschlagen lassen. – Die „Permeabilität der Gruppen“ folgt halt der gefühlten wirtschaftlichen Aussicht, das war doch schon immer so.
    @Trias: doch, natürlich kann man nutzloses Zeug studieren. Heute mehr denn je. Das ist alles, was nirgendwo in profundis geht. Zum Hobby taugt Universaldilettantentum nämlich nicht so recht. Aber, wie sagte doch mein Vater so schön, als er sich das Autolackieren beigebracht hatte (damit verdiente er fortan weitaus mehr als mit dem erlernten Beruf, in dem er eine recht gute Ausbildung hatte) – „man muß nicht alles in der Schul lernen.“.
    @BertholdIV: mit „Lem“ sagen sie was. Ich hab von dem als Jugendliche mal was gelesen, und habe das als sehr unterhaltsam, phantasiereich und amüsant in Erinnerung. Vielleicht sollte ich doch mal ein wenig Platz in meinem Bücherregal schaffen…
    @HansMeier: Das Thema Augsburg tät ich unterstützen. Aber das wird sehr schwer für einen Bayern, denn das ist tiefstes Schwaben, und Schwaben ist einfach anders.
    @Savall: nehmen Sie ihm doch nicht seine Jugendträume. (Jeder, der mal ein Jahr oder länger in irgendeinem Gremium oder Verein war, weiß, daß imperatives Mandat nicht funktioniert)
    @Filou: schön, daß Sie mal wieder reinschauen!

  182. Was ist an Augsburg dran?...
    Was ist an Augsburg dran? Silberschmiede? Ulrich und Afra? Fugger? Religionsfriede? Irgendwelche Wünsche?

  183. das fac macht er sicher,...
    das fac macht er sicher, lieber prince Matecki.

  184. @plindos und alle, die sich...
    @plindos und alle, die sich mit den habsburgerischen abenteuern im letzten jh rumplagen. hier wird es erklärt
    http://www.youtube.com/watch?v=uk37TD_08eA

  185. @colorcraze
    Solche Bildung wie...

    @colorcraze
    Solche Bildung wie bei Lem war vielleicht nur in Zeiten des kalten Krieges im Osten möglich, so wie wir immer die russischen physikbücher gelesen haben. Was ist aus dem verlag Harry Deutsch geworden…
    Solaris finde ich allerdings sehr trocken, aber Sterntagebücher und Futurologische Kongress…

  186. @colorcraze
    noch als...

    @colorcraze
    noch als nachtlektüre
    http://www.youtube.com/watch?v=3n03GM6dhzQ&feature=related

  187. bester prince Matecki,
    ich...

    bester prince Matecki,
    ich wollte ihnen ungern eine antwort auf ihre freundliche nachfrage zur lektüre meines zweiten schuldig bleiben, nur ging es gestern abend – mal wieder – etwas hektisch zu, weshalb ich zwischendurch nur einen leisen, aber naheliegenden scherz billig loswerden konnte.
    .
    was genau er liest, das entzieht sich meiner kenntnis, und aushorchen werde ich ihn nicht. er hat sich einen sammelband, der damals fürs das studium von gary herhalten musste, geschnappt und ist damit abgetrabt – da ist etliches enthalten. ich vermute aber schwer, dass es tatsächlich das symposion sein wird.
    .
    denn er spekuliert zusammen mit seinem fröhlichen vater heftig über die genaue zusammensetzung des kugelmenschen, dem er sich zugehörig fühlen mag. wir sind sogar schon bis zu kugelclustern vorgestossen!

  188. Leider nicht im Lande gewesen,...
    Leider nicht im Lande gewesen, aber auch im Nachklapp liest sich die Diskussion spannend! Was konservativ ist, wird sich paradoxerweise erst in der Zukunft erweisen; es ist das, was dann noch vom Heute erhalten sein wird.
    @donna laura:
    Um auf eine ältere Anfrage zurückzukommen: Oh ja, ich mag Whisky.
    @savall:
    Danke für Ihren Tipp mit der „Schussfahrt“. Es dauerte eine Weile, bis ich sie sehen konnte, aber ich habe mich köstlich amüsiert!

  189. @donna laura: Ah, die...
    @donna laura: Ah, die Geschichte mit den Kugelmenschen. Da soll noch einer sagen, altes Zeug wäre langweilig – mich hats fast verrissen vor Lachen, als ich das las. Sowas kann einem auch nur beim Zechen einfallen. In diesem Sinne ist das mit dem Weingeist so verkehrt nicht.

    @BertholdIV: ja, da haben Sie wohl recht.

    @DA: Gold, Silber, Aufstieg und Fall der Fugger natürlich, und die seitherige Stille und immer noch vorhandene Fuggerei. Gern auch die Silberschmiede, wenn Sie darüber persönlich etwas in Erfahrung bringen können.

  190. Noch ein Hinweis zu Lem:
    Er...

    Noch ein Hinweis zu Lem:
    Er ist gelernter Gynäkologe, theologisch gebildet (im 2.WK schlug er sich in Krakau durch, womöglich traf er da Herrn Woytila). Ein Buch zur Technikfolgenabschätzung heißt nicht umsonst „summa technologiae“.
    Theologisch – philosophische Fragen spielen auch in der Futurologie die den Professor in „Die Stimme des Herrn“ umtreibt, ein gewichtige Rolle. Die Pointe ist, dass die vom Radioteleskop aufgezeichneten Signale Offenbarung sein könnten, aber das darf im wissenschaftlichen Sozialismus nicht sein!
    Und im „Hospital der Verklärung“ beschreibt er etwas, dass mit seinen Erlebnissen nach dem Einmarsch der Deutschen nach der polnischen Niederlage eng zusammenhängt. Ein gutes Antikriegsbuch. Angehende Sanitätsoffiziere sollten es lesen und nicht nur die „unsichtbare Flagge“….

  191. @prince Matecki: das mit dem...
    @prince Matecki: das mit dem theologisch angehauchten hatte ich so etwa in Erinnerung, daß er Gynäkologe ist, überrascht mich (aber, nun ja, man braucht halt einen Brotberuf, und Döblin schrieb ja auch).

  192. Während schlechter Zeiten hat...
    Während schlechter Zeiten hat er im Krieg und kurz danach auch mal als Automechaniker gearbeitet. (Stanislaw Lem)
    Ab mitte der 60er Jahre hat er nur noch geschrieben, da verkauften sich seine Bücher zunächst im Osten später im Westen so gut dass es reichte.

  193. @prince Matecki: gut, daß er...
    @prince Matecki: gut, daß er später so viele zahlende Leser fand. Wäre sehr schade gewesen, wenn er nicht zum Schreiben gekommen wäre.

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