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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
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Die wegsterbenden 68er als Erblasser

23.11.2010, 08:44 Uhr  ·  Auch für die Generation jener, die in Papas Porsche 911 zur Demo fuhren, kommt unweigerlich die Zeit, dass sie Abschied nehmen müssen von Maobibel, Lebensabschnittsgefährtin und den diversen Immobilien, die sich am Wegesrand beim Marsch durch die Institutionen so ansammelten. Und wäre die Weltrevolution gekommen, hätte man das alles sicher auch gern dem grossen Genossen Mao überlassen - aber es regieren Union und FDP, und die brauchen Geld für das Fiasko in Irland. Kein Wunder, dass sich die Erbschaftssteuer für die wegsterbende Generation der kinderlosen Genieser und ihrer Erben so unerfreulich gestaltet.

Von

S’Bluat laft zsam.
Bayerische Weisheit

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Das ist ein Friedhof in Österreich, gleich an der Grenze zu Deutschland. Wenn man hier lebt und stirbt, erben die Erben alles. Allerdings ist es Österreich, und wie überall auf dem Balkan gab es dort naturgemäss keine 68er, sondern nur staatliche Repressalien. Der Unterschied zu anderen Balkanstaaten ist, dass die Unterdrückung nicht von einer Staatspartei, sondern von zwei Staatsparteien ausgeübt wurden, die sich die Macht teilten. Ansonsten war es wie halt sonst auch im Ostblock: Die Moderne des Westens war fern, man machte weiter, die Winter waren lang und kalt, also zeugte man weiter Kinder, wenn man nicht die Krone las, und folglich ist das mit der Erbschaftssteuer eh wurscht, weil der Österreicher im Todesfall zig Erben hat, die sich um in Leder gebundene Jahresausgaben der Krone, des Osservatore Romano, die Bibliothek der Landser- und Loreromane und die Einweckgläser prügeln.  Da bleibt nicht viel für jeden übrig, was man besteuern könnte.

Gestorben wird hüben und drüben, aber auf der deutschen Seite hört man im lieblichen Tegernseer Tal, das sich bald hinter der Grenze öffnet, eher andere Dinge: Erfolgreicher Unternehmer A. traf im Alter von 75 beim Berglauf der Herzinfarkt. Immobilienmakler B. mit 72 und 2,7 Promille mit dem Porsche in den See gefahren und ertrunken. Dortselbst Selbstmord von der alkoholkranken C., Witwe des bekannten Düsseldorfers D.. Investmentprofi E. beim Paragliden im Alter von 70 70 Meter tief gestürzt. Es ist, das darf ich als Anwohner bemerken, das Sterben an diesem See naturgemäss nicht billiger, aber gleich tot ist man nachher trotzdem. Und es sterben nicht nur die Dementen in den Heimen des Vegessens im finsteren Kreuth, sondern auch die noch aktiven, jugendlichen Vollgasalten. Die kinderlosen Ex-Maobibelauswendiglerner, die die Kurve zum Ferrari noch rechtzeitig bekommen haben. Und die es nicht wahr haben wollen, dass mit über 70 auf einen eher der Tod denn die junge Studentin hinter der nächsten Ecke wartet.

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Und gerade zur beginnenden Skisaison stellt man sich deshalb schon mal besser seelisch darauf ein, dass nicht jeder Alt68-Aktive seinen Apres-Ski jenseits der Kühlräume der Krankenhäuser begeht. Als “Erbonkel” oder “Erbtanten” haben sich die Betroffenen natürlich nie gesehen: Geboren im Wirtschaftswunder, demonstriert in Berlin, vieles ausprobiert und im Wohlstand beschlossen, dass sie es mit mehr oder weniger lockeren Partnerschaften bis zum Ende aushalten, ging es ihnen zeitlebens bestens. Da denkt keiner gerne an den Tod. Testamente werden nicht gemacht, man sieht sich auch nicht in der Rolle der Förderer irgendwelcher Kinder, die weniger auf Vollgas bedachte Geschwister zur Welt brachten. Im Prinzip muss das Geld nur für sie reichen – Zielzeit 95 Jahre nach Geburt. Senst sie der Tod bereits mit 70 von der Bar des Sugar Shake in Rottach Egern (keine Phantasie ist schlimmer als die Realität in diesem Tale), stehen die Erben in Deutschland schlecht da, wenn der Tote auch nur ein paar lumpige Hunderttausend in Barschaft und vier Häuser hinterlässt: Dann senst auch das Finanzamt mit der Erbschaftssteuer. Und das nicht zu knapp.

Bis vor drei Jahren konnte man dem übrigens entgehen, wenn man, wie viele Reichere hier, zum Sterben nach Österreich ging, wo es diese Steuer nicht gibt. 2007 wurde das den deutschen Schröpfbehörden zu viel, man kündigte das Doppelbesteuerungsabkommen mit dem Balkan, und somit gab es auch keinen Grund für viele hier residierende Reiche mehr, sich über der Grenze eine kleine, formelle Wohnung zu halten. Nur war derlei Vorsorge den Altaktivisten ohnehin stets sehr fremd, und im Gegensatz zu ihren Vorfahren, die sich ohne eigene Nachkommen der Jugend in der Familie annehmen, ist es ihnen zudem egal, was nach ihnen einmal kommt. Würde man ihnen sagen, dass für Neffen und Geschwister gerade mal Steuerklasse II mit lausigen 20.000 Euro Freibetrag gilt, und man schon ab 300.000 Euro 25% und ab 600.000 Euro 30% Steuern zahlen muss – sie wüssten es nicht. Sie haben nicht darüber nachgedacht. Fatal für die besseren Kreise, die es oft schon in den 50er Jahren bei zwei Kindern belassen haben: Dort steht dann das reiche, schwarze Schaf der Familie oft nur einem Bruder und einer verbleibenden Nichte gegenüber. Wären es derer 10 junge Damen, alles würde sich steuervermeidend bestens im Clan aufteilen.

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Für bessere Clans, die ohnehin in der Überzeugung leben, der Staat würde ihnen stets alles, aber wirklich alles nehmen, sind dergleichen Aussichten natürlich wenig erbaulich, selbst wenn der Erbonkel als guter, alter Street Fighting Man die Tafelpapiere rechtzeitig dem Zugriff des Staates entzogen hat, und die beeindruckende Sammlung antiker Möbel ebenso als wertlos umschrieben werden kann, wie der in der Dreifachgarage rostende, na gut, einen Rostpickel habende und fast nicht mehr fahrtüchtige 190 SL mit karlmarxrotem Leder. Die Petitessen so eines Erblassers bekommt man stets in Griff, aber im Grossen hat man fast keine Gegenwehr gegen das Finanzamt: Da heisst es dann abwägen, ob man die Villa mit Bergblick aufgibt, an der so viele Erinnerungen hängen, oder doch eher die erbtechnisch nutzlose Wohnung in der südlichen Schweiz, oder die Aktien. Früher war das mit dem Wohneigentum und der Bewertung noch eine lockere Sache, da konnte man auch Bestlage im Münchner Süden fast zum Nulltarif erben – heute verlangt der Staat auch hier Ehrlichkeit. Als ob die besseren Kreise solche sein würden, wenn sie immer ehrlich wären.

Nur ein theoretischer Ausweg aus diesem Dilemma wäre es dagegen, wenn es den Erbonkel nicht im Sugar Shake in Rottach-Egern (doch wirklich. Das gibt es) sofort dahinrafft, sondern er zu später Stunde noch im Night Club des Bachmair am See oder im Stylealbtraum des Hotels Überfahrt kinderfreudige und entsprechend aufgehübschte Bekanntschaft macht. Mit 50 mag das Kinderkriegen langfristige Probleme bereiten, aber mit 70 kann es einem wieder so egal sein, als wäre man als Landespolitiker in Berlin. Genauso irrelevant könnte für einem in dieser Lage auch das gerümpfte Näschen der Nichte sein, wenn man in diesem Alter doch noch das Eheglück und einen steuerlich bessergestellten Partner für die letzten Wochen und Monate findet. Man kümmerte sich 69 beim Prozess wegen Drogenbesitz nicht um das Ansehen der Familie, warum sollte man es mit 70 jetzt tun? Aber, wie schon erwähnt, ist die Steuervermeidung um diesen Preis nun auch nichts, was man in klassischen , gutbürgerlichen Familien neben solchen, also solchen Neuzugängen sehen möchte.

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Hungerleidende und ahnungslose Journalisten sprechen ja gern von der sogenannten “Erbengeneration”, ohne das Kernproblem zu erkennen:  Hier laufen drei fatale Entwicklungen zusammen. Da sind die kinderlosen, schwarzen Schafe, da sind die bessergestellten Kleinfamilien in ihrem Umfeld, und ein Staat, der seine Gesetze offensichtlich noch an den Idealen der 50er Jahre orientiert, als auf die alt’Tant’Teres noch 40 Erbberechtigte und ein gigantischer Familienstreit wegen des geklauten Rubinschmucks nachfolgten. Da konnte man mit läppischen Freibeträgen leben, da blieb wenig genug für jeden. Heute wäre genug für alle Verbleibenden da – aber dann drängelt sich der Staat hinein und tut, als ob er Teil der Familie wäre. Ein Blick auf die Finanzbeamten in Miesbach und Bad Homburg jedoch zeigt, dass dem nicht so ist: Schäbig, schäbig ist das alles, und dennoch wollen sie selbst für kleinste Millionenvermögen 30%.

Also muss man verkaufen, Positionen auflösen, und zumeist steht den Nichten nicht der Sinn nach Wohneigentum in fernen Regionen. Es bringt die Rottacher Villen auf den Markt, und die alten, grossen Grundstücke im Münchner Süden, die man sich nach dem Steinewerfen und ein paar Jahren als Anwalt durchaus leisten konnte, es ruft Bauentwickler auf den Plan, die auf 4000 m² Platz für 10 Toskanabunker “in Bestlage” sehen, auch wenn Wohnungsgrössen ab 50m² mit Gartenanteil das Gegenteil verheissen. Das alte Gesetz des Haltens und nicht mehr Hergebens, das uns vermögend machte, wird aufgebrochen durch einen Staat, der nicht bereit ist, die veränderten Lebensgewohnheiten seiner Bürger zu berücksichtigen. Da muss es einen nicht wundern, wenn die Alt-68er nochmal Vollgas geben: Besser das Geld verjubeln, als es dem Staat geben. Und für die Nichte aufschreiben, bei welcher Bank in der Schweiz die Tafelpapiere vom Grossvater liegen, der das steineschmeissende, systemkritische Kind letztlich doch lieber als den Rechtsstaat mit einem Erbe versah. Bei Steuern werden wir schliesslich alle zu Anarchisten.

 
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Lesermeinungen zu diesem Artikel (221)
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Habe ich immer gesagt: Steuern...

Habe ich immer gesagt: Steuern sind eine spannende Sache. Da ist Schluß mit lustig. Die mächtigste Behörde in diesem Land: Der BND? Der Verfassungsschutz? Polizei? Pah! Lesen Sie mal § 413 AO.

0 Weltenbummler 23.11.2010, 09:49 Uhr

Werter Don, das mit den...

Werter Don, das mit den Tafelpapieren in der Schweiz wird demnächst auch nicht mehr so geräuschlos über die Bühne gehen. Stillschweigend ist ein Finanzabkommen in Vorbereitung. Kommendes Jahr werden Onkel oder Nichte dann Post aus einem südlichen Kanton bekommen, in dem man um Auskunft bittet, bei welchem Finanzamt und unter welcher Steuernummer eben jene Hinterlassenschaft angemeldet und geführt wird, damit die Ertragssteuern künftig direkt dorthin abgeführt werden können.... :-O . Vielleicht ist es dann doch besser, kurzfristig in Zürich oder Genf in eine Immobilie zu gehen, denn Immobilien werden auch weiterhin vor Ort versteuert. Oder man investiert kurzfristig vor Ort (CH) in Klassiker mit Wertsteigerungspotential, z.B. eine Pattek mit Schlagwerk und ewigem Kalender, die man unauffällig über Umwege ins Land bringt und hier in ein paar Jahren zu passender Gelegenheit in eine Aukion einbringt... Es wird halt immer schwieriger mit dem Familienvermögen. Dereinst wird es noch soweit kommen, daß Erben kein Geschäftsmodel mehr sein wird. Was wird dann aus uns?

Werter Don, ein großes...

Werter Don, ein großes Problem gelassen angesprochen, insbesondere beim Erbonkel wird es raubritterartig was die Freibeträge angeht. Ich fürchte es wird kein Weg dran vorbeiführen in Dubai ein Konto zu eröffnen und die Kohle dahin zu transferieren, da es sich um eine Übersee-Erbschaft handelt....Probleme über Probleme. @muscat: Danke für den Link zur AO, der Paragraph ist ja ein echter Kracher, da hoffe ich mal, dass unsere Steuerstunts unentdeckt bleiben. Schöne Grüße aus dem Norden, Moritz

0 Schepenese 23.11.2010, 10:36 Uhr

Meine Empfehlung: Zum Notar...

Meine Empfehlung: Zum Notar und Erbschaft ausschlagen!! Materiall sind wir ja eh bestens versorgt und es ist doch amüsant zuzusehen, wie sich der Rest des Rudels um die Beute balgt.

Lieber Don, warum nur haben...

Lieber Don, warum nur haben Sie sich so eine gefährliche Gegend ausgesucht? Das senst der Tod mit Eile. Und Sie sind ja auch nicht mehr der Jüngste. Haben Sie wenigstens Ihr Testament gemacht? Für die Nichte?

Moritz, aber bitte doch... Ich...

Moritz, aber bitte doch... Ich schätze mal, dass Ihre "Stunts" solange unentdeckt bleiben, bis das Besoldungsrecht geändert wird und die Finanzbehörden Ex-Berater und Spezis zu einem ordentlichen Gehalt (und vergleichsweise angenehmen Arbeitszeiten) einstellen können.

0 Der Tiger 23.11.2010, 11:06 Uhr

Der letzte Satz ‘Und für...

Der letzte Satz ‘Und für die Nichte aufschreiben, bei welcher Bank in der Schweiz die Tafelpapiere vom Grossvater liegen, der das steineschmeissende, systemkritische Kind letztlich doch lieber als den Rechtsstaat mit einem Erbe versah’ trifft auf meine Familie nicht zu. (1)Mein (sehr) reicher potentieller Erbonkel hat bewusst einen Grund inszeniert, um sich mit seiner Tigernichte zu streiten und seiner Frau gegenüber zu demonstrieren, dass ich rücksichtslos und undankbar bin. Deswegen ich bin ich sicher, von ihm nie etwas zu erben, obwohl ich keine Steine geworfen habe. (2)Mein reicher kinderlosen Bruder gab mir schriftlich, dass er lieber sein Geld verprasst als es ins Studium meiner Tigerbabies zu stecken. Das freiwillig festzuhalten, hat er für nötig gefunden, obwohl wir viel zu stolz gewesen wären, ihn danach zu fragen.

0 Don Ferrando 23.11.2010, 11:14 Uhr

...

@Weltenbummler, Auslandsimmobilien werden im Inland versteuert. Und zwar nach dem Verkehrswert, den das Finanzamt auch schätzen darf. Und es wird immer im obersten Bereich geschätzt. . @DA, ein schönes Foto von der Nordrampe des Stilfser Joches, das allerdings seit 1919 nicht mehr zu Österreich gehört. Oder wollten Sie uns nur den unaufälligen Weg zur Bündner Kantonalbank im Münstertal zeigen, der kurz hinter der Paßhöhe rechts am Umbrail abzweigt.

Oft erleiden die Leute doch...

Oft erleiden die Leute doch Totalverlust beim Versucht dem Finanzamt zu entkommen Warum also nicht Steuern zahlen und den erklecklichen Rest behalten?

0 Schluchten-Ossi 23.11.2010, 12:24 Uhr

Von Südtirol nach Müstair...

Von Südtirol nach Müstair ist unauffälliger als am Fürstentum Liechtenstein vorbei, wenn man von der berühmten kleinen Stadt an der Donau kommt.

0 donalphonso 23.11.2010, 12:28 Uhr

Mache ich mich verdächtig,...

Mache ich mich verdächtig, wenn ich sage, dass es oben am Umbrail keine Grenzkontrollen mehr gibt?

0 donalphonso 23.11.2010, 12:31 Uhr

muscat, die Finanzämter sind...

muscat, die Finanzämter sind nun mal die Geldbörse des Staates, da hat er natürlich ein Augedrauf. . Werter Weltenbummler, die Schweiz wäre nicht die Schweiz, wenn ihr nicht auch dafür ein Schlupflöchlein einfallen würde. Ausserdem, Dividende: Das ist doch egal. Hauptsache, das geld ist sicher! (Und man muss nicht sagen, wo er herkommt - wichtig für Parteischatzmeister).

0 donalphonso 23.11.2010, 12:35 Uhr

Werter Moritz, alternativ...

Werter Moritz, alternativ bleibe noch die Adoptierung durch den Onkel, oder häufige Treffen und der Aufbau grösserer Barvermögen - aber dann frisst die Inflation. Vielleicht sollte man das Geld einfach verjuxen, dann kann es keiner mehr wegnehmen. . Schepenese, das bereut man bitter, wenn die anderen sich dann schneller einigen und einen zurücklassen - nein, ich glaube, gekonntes Erben und Erbkriegen gehört einfach dazu zum Erfahrungssschatz.

0 donalphonso 23.11.2010, 12:39 Uhr

Liebe Arabella, mehr als ein...

Liebe Arabella, mehr als ein wenig Schlitten fahren, zur Konditorei rollen und 150 Kilometer radeln ist bei mir sowieso nicht mehr zu wollen, was soll da schon passieren? Nein, echte Männer machen keoine Testamente, die orgeln alles selber durch. . Das ist eben so wie beim Tigerbruder. Natürlich ist "nett" etwas anderes, aber nicht allen ist es gegeben, Kinder zu mögen. Ferraris enttäuschen einen auch, aber die kann man wenigstens danach verkaufen - bei Kindern ist das nicht der Fall!

0 donalphonso 23.11.2010, 12:43 Uhr

Don Ferrandeo: The best...

Don Ferrandeo: The best driving road of the world. Mir läuft jedesmal ein Schauer den Rücken runter, wenn ich das Bild sehe. . tiberiat, darüber müsste man mal einen eigenen Beitrag schreiben. Weil sie glauben, dass sie nicht nur reicher, sondern deshalb auch klüger sind, und ihre Fallensteller sich dümmer stellen, damit die Illusion erhalten bleibt. Reiche lieben es, bei scheinbar minderbemittelten Immobilienverwaltern ihr Geld zu lassen.

@muscat - nein. § 413 AO...

@muscat - nein. § 413 AO heißt nicht, daß staatliche Stellen aufgrund dieser Norm ein Recht haben, die genannten Grundrechte einzuschränken. Die Norm ist eine Folge des Zitiergebots nach Art. 19 Abs. 1 S. 2 GG. Danach muss in Gesetzen, die Grundrechte einschränken, das eingeschränkte Grundrecht genannt werden. Dies geschieht in der AO durch § 413 AO. Darüber hinaus hat die Norm keine eigenständige Bedeutung.

Don Alphonso, die Aussage...

Don Alphonso, die Aussage "Ausserdem, Dividende: Das ist doch egal. Hauptsache, das geld ist sicher!", ist mir tatsächlich in letzter Zeit vereinzelt begegnet. Da zahlen Leute Geld auf neu eröffnete Schweizer Konten, deren Augenmerk bislang nur auf der Rendite lag davon. Wichtig sei nun, dass das Geld zumindest nicht weniger wird.

Bloss keine Liebe zu...

Bloss keine Liebe zu französischen Immobilien entwickeln! Auch nicht zu in Kapitalgesellschaften gelagerten. Es gibt da zwar jetzt ein Doppelbesteuerungsabkommen aber trotzdem. Und besser als die Deutsche Steuer: versuchen Sie mal Frankreich. Da geht das alles auch ohne 413 AO. Ausserdem gibt es hier ein hübsches Zentralregister aller Konten samt Inhaber, selbstverständlich dem Fiskus zugänglich.

tberger, das habe ich auch...

tberger, das habe ich auch nicht geschrieben, wenn Sie richtig gelesen haben.

Aber bitte sagen Sie dem...

Aber bitte sagen Sie dem Alt-68, dass er den Hinweis mit den Tafelpapieren nicht ins Testament schreibt, denn davon bekommt das Finanzamt meines Wissens eine Kopie.

Don, ich bitte Sie. Bei der...

Don, ich bitte Sie. Bei der heutigen Lebenserwartung, was sind da schon 30% Erbschaftssteuer - da macht doch trotzdem noch jede Generation einen Nettogewinn!

0 Der Tiger 23.11.2010, 14:33 Uhr

Don, ist diese fabelhafte...

Don, ist diese fabelhafte Kurvenstrecke zufällig die Auffahrt zum Timmersjoch? Von Italien her ist es die beste alpine Strecke, die ich kenne. Meinen Vater, der in seinen jüngeren Jahren auch Passstrassen liebte, habe ich da hoch gefahren als er schon 88 war. Er bekam dann aber doch eine weiße Nase und murmelte, ich solle beim Reden bitte die Hände am Steuer halten. Dabei habe ich ihm nicht einmal gesagt, dass es draußen auf dem Pass an dem kühlen Septembertag schon knapp um Null Grad war und ich nur Sommerreifen drauf hatte. Stattdessen versuchte ich ihn mit dem amüsanten Gedanken abzulenken, was es wohl für einen eleganten Erbschaftsstreit gäbe, wenn wir jetzt zusammen den Berg herunterrollen würden.

Der Tiger, damit haben Sie den...

Der Tiger, damit haben Sie den alten Herrn sicher aufgeheitert. Idealerweise malt man das Abrutschen und vielfältige Auf- und Überschlagen in allen Details aus und macht dazu passende Geräusche. Macht Laune!

anderl 12.53h "Hauptsache...

anderl 12.53h "Hauptsache das Geld ist sicher". The only certainties in life are taxes and death.

0 Googlehupf 23.11.2010, 15:04 Uhr

...et maintenant la terreur en...

...et maintenant la terreur en Allemagne: Passend zu den Nachrichten, dass die Öffentlchkeit verunsichert wird, dass das Gorgonenhaupt des Terrors allenthalben drohend seine Fratze zeigt, gleich als Nachschub der Gedanke von "allerhöchster" Warte, die BW im Inland einzusetzen, die sog. Dienste zusammenzulegen und griffiger zu machen. Honi soit qui mal y pense. Wir sollen auch eine Finanzpolizei bekommen. Dieser Hinweis wäre damit der gleitende Übergang zur Thematik des Blogs, hin zu den Erbschaftssteuern ect. pp. http://www.juraforum.de/gesetze/ao/413-einschraenkung-von-grundrechten -- Ein Mitschüler wurde der "Erblaßer" tituliert. Er hatte in der fraglichen Stunde geschwänzt als die Thematik des Vererbens durchgenommen wurde und dieses Wort eigenwillig für sich neu ausgelegt als nach seiner Bedeutung in einer Arbeit gefragt wurde. -- Lieber Herr D. A.: Man kann auch Kinder verkaufen, wird in den sog. Schwellenländern tagtäglich praktiziert. http://www.blick.ch/news/ausland/artikel64846

0 Planlos in Havanna 23.11.2010, 15:12 Uhr

@Don: die 68er haben zumeist...

@Don: die 68er haben zumeist gute soziologische Grundkenntnisse. Meines Wissens liegt Maserati derzeit auf der Nordkurve vorn. @Dulicina: Hatte in Madrid mit Theaterkarten auf Dich gewartet. ??!?? (Wegen sowas habe ich mir mal aus Frust eine Georgette-Dee-CD gekauft. Habe ich aber zwischenzeitlich eingetauscht.)

0 Konfuzius sagt 23.11.2010, 15:15 Uhr

S einzige, was umsonscht isch,...

S einzige, was umsonscht isch, isch dr Tod. Un der koschtets Läbe.

0 Weltenbummler 23.11.2010, 15:19 Uhr

Werter Don Ferrando: im...

Werter Don Ferrando: im Erbfall mag das so sein. Bisher waren die hiesigen Quästoren aber mit der Versteuerung der Immobilien- Auslandserträge und Verkaufsgewinne im Ausland einverstanden (soweit angefallen etc.). Werter Don Alphonso: gute Idee! an die Schlupflöcher hatte ich noch gar nicht gedacht.. . Man sollte halt wieder mal in den südlichen Kanton fahren und hören. Die Botschaft vom sicheren Geld hör ich wohl, allein' mir fehlt (dazu) der Glaube! Auch Helvetier kennen Inflation, Spekulation, demographische Entwicklungen und Niedrigzinsphasen. So weit entfernt sind sie von uns nicht. Hinzu kommen zwei Besonderheiten in der Vermögensverwaltung: ein wehrhaftes Bürgertum (positiv) und der Negativzins (nicht so positiv, aus unseren Augen gesehen). Werte Der Tiger: das müssen komische Leut' sein. Würde mir nie einfallen, meiner Schwester ein Schriftstück dieser Art zu überreichen... - Zwar sah es lange Jahre so aus, als ob ich dereinst ohne Nachwuchs dahin gehen würde, dennoch habe ich mich gerne um die Balgen meiner lieben Schwester gekümmert (soweit möglich). Das trägt Dividende: heute kommen die kleinen Weltenbummler (beide mit 2 1/2 bereits Vielflieger) zur Tante resp. Vetter / Base, wenn wir mal ein Wochenende ausspannen wollen. Geht doch.

0 donalphonso 23.11.2010, 15:26 Uhr

Googlehupf, das ist ein sehr...

Googlehupf, das ist ein sehr krankes Thema - allerdings vermutlich mit der Abschaffung der Wehrpflicht gar nicht zu machen. Und was den Verkauf von Kindern angeht: Natürlich ginge das. Aber es gäbe sicher Gerede bei den Nachbarn, und viel ist da nicht zu verdienen.

0 Karfried Kabotageverbot 23.11.2010, 16:16 Uhr

Wir hatten Foto von und Blick...

Wir hatten Foto von und Blick nach Nordosten auch gleich erfreut erkannt. Immer wieder ein gücklicher Anblick. . Und selbstverständlich gibt es auch an genannter Stelle am Umbrail weiter Kontrollen. Wenn auch nur an unterschiedlichen Stellen und zu unterschiedlichen Zeiten, temporär halt. . Und Anarchistenverbot.(Mit dem MAD fängt es an) . Und Grüße.

0 Fridbeert Finkstulle 23.11.2010, 19:10 Uhr

Alles so schön ruhig hier, da...

Alles so schön ruhig hier, da darf ich auch mal: . Wenn wir nachdenken oder lesen stellen wir fest: Gerade heute geht es anscheinend weiterhin nur um eines, nämlich den in der Sezession freiwillig weltflüchtig gewordenen Menschen aus den "Landheim seiner selbst" in "die Wirklichkeit" zurückzuholen. . Es ist der Ehrgeiz der Moderne, ihm eine einzige Staatsbürgerschaft aufzuprägen, die alles gibt und nimmt: In-der-Welt-sein. Sie bindet ihn an ein Gemeinwesen, das keine Auswanderung mehr kennt. Seit wir in ihm leben, besitzen wir alle den gleichen Pass, ausgestellt durch die "Vereinigten Staaten der Gewöhnlichkeit": Man muss daher auch fürderhin von Gott große Quanten an Energien abziehen, um endlich für die Menschenwelt in Form zu kommen. . Und so tritt uns mit Don Aplphonso - und so symphatisch - der Archetyp einer "Neuen Welt" entgegen. In seinem Coupe kommt er daher wie der erste "Amish der Postmoderne": Erst seit dem die Abwanderung aus dem Jenseits Züge einer Massenflucht angenommen hat, wird es an den oberbayrischen Seen so eng. . Dabei bleibt "das Prinzip Hoffnung" der Proviant der Verzweifelten; "primum mobile", weiter in Richtung auf bessere Zeiten, dabei existieren Menschen eigentlich nicht nur in "materiellen Verhältnissen", vielmehr auch in symbolischen Immunsystemen und rituellen Hüllen: . Im Grunde geht es also eben nicht um die "Wiederkehr des Verdrängten", sondern um die "Wiederkehr des Unverstandenen", Rotationsphänome dieses Typus aber sind - auch gesellschaftlich - von Zeit zu Zeit nun einmal unausbleiblich. . Mehren wir also das kognitive Kapital unserer Gesellschaft! . Und Grüße!

0 perfekt!57 23.11.2010, 20:00 Uhr

Mit Jahrgang 1939 und 36...

Mit Jahrgang 1939 und 36 gehören sie eigentlich nicht ungefähr schon nicht mehr zu den "68ern" - und außerdem sind sie Renter - und doch unternehmen Bruni & Norbert Fuchs (http://www.vulpes-vulpes-sam.com/78379.html) was: . "Die geplante Überwinterung in Tunesien haben wir gestrichen! Wir haben uns (stattdessen) für eine geführte Asientour angemeldet, die am 15.Mai 2011 in Riga losgeht. Bis dahin bleiben noch etliche Dinge zu erledigen, so dass uns die Zeit zu knapp wird, wenn wir diesen Winter auch noch nach Tunesien fahren. Hier schon einmal ein Hinweis auf die voraussichtliche Reiseroute: . Deutschland: Bad Hersfeld - Litauen - Lettland: Riga – Russland: Moskau – Goldener Ring – Ural – Nowosibirsk – Irkutsk – Baikalsee – Mongolei: Ulan Bator – China: Karakorum – Gobi – Peking – Xian – Hochland von Qinhai – Taklamakan – Kashgar – Kirgisistan: Issykkulsee – Osch – Usbekistan: TienShan - Taschkent – Samarkand – Buchara – Turkmenistan: Karakumwüste – Iran: Yazd – Shiraz – Persischer Golf – Isfahan – Teheran – Armenien: Erewan – Sewan – Georgien: Tiflis – Batumi – Türkei: Ostanatolien – Istanbul - Griechenland: Thessaloniki - Patras - Italien: Ancona - Bologna - Trient - Bozen - Österreich: Innsbruck - Deutschland: Bad Hersfeld . Fahrtstrecke: ca. 35.000 KM" http://www.vulpes-vulpes-sam.com/4554.html . Außerdem sind die beiden auf vier Reisen insgesamt 83.883 KM durch die USA getourt. http://www.vulpes-vulpes-sam.com/269930/index.html (siehe Kart) Als Vorbereitung sozusagen. . Evtl. kommen wir ja auch noch mal weiter als bis Meran, Turin, Sils-Maria oder Nizza. In die USA brauchen wir ja eher nicht mehr, s. o., aber so eine Fernreise gen Osten wäre auch mal ganz nett, wobei die wegsterbenden 68er inzwischen tatsächlich schon so ziemlich überall ihre (Reifen-)Spuren hinterließen ... . . Und die beiden haben auch das schon durch: Sie hinterlassen eher nur ihre Blogs und Reiseberichte, eben die neue, andere Art der Erblasserei, kein bloßer Egoismus: . "Gleich nach der ersten Fahrt nach Marokko treibt es uns um. So kann es nicht weitergehen. Wir sind uns sicher, dass wir Haus und Garten aufgeben müssen. Aber einmal will ich nicht, dann will Bruni nicht. Mitte 2003 haben wir dann den inneren Schweinehund endlich überwunden. ... Wir beauftragen einen Makler, unser Haus zu verkaufen."(im ersten Link) .

0 donna laura 23.11.2010, 20:00 Uhr

"Ferraris enttäuschen einen...

"Ferraris enttäuschen einen auch, aber die kann man wenigstens danach verkaufen - bei Kindern ist das nicht der Fall!" / "Mit 50 mag das Kinderkriegen langfristige Probleme bereiten, aber mit 70 kann es einem wieder so egal sein, als wäre man als Landespolitiker in Berlin." geschätzter witziger don, sie haben mich mal wieder zum lachen gebracht - mille mille grazie! . auf die erbfolgekriege um die hütte am meer, die mein grossonkel mit dem recht lockeren lebenswandel dereinst hinterlassen wird, darf man gespannt sein. vor meinem geistigen auge sehe ich bereits das schlammcatchen der ortsansässigen juniorinnen um die rangliste des rabiatesten erben im trockengelegten, aber versandeten swimming pool, weil sich niemand verpflichtet fühlen würde, die wasserrechnung zu begleichen. vielleicht überlegt er sich nach unseren, mit rücksicht auf seinen selbstverständlich immer noch nicht aufkeimenden altersstarrsinn dezent gehandhabten hinweisen auf die dann ungeklärte situation aber doch, wie er klugerweise vorgehen könnte. schliesslich liegt der sitz in la france, und dort haben sie meinen vagen informationen nach ein recht unbekömmliches erbrecht. die makler, ja, die vögel mit der hohen courtage, haben immer zu tun. . liebe Der Tiger, dann hoffe ich für sie, dass auch sie reich sind, wenn der rest der familie, so grässlich, wie sie zu sein scheint, es ist. . bester HansMeier, wo bleibt das ei?

0 Foersterliesel 23.11.2010, 20:01 Uhr

verehrter Don, wunderbares...

verehrter Don, wunderbares Bild vom Timmelsjoch, danke! Allerdings gabs am Balkan schon ein bißchen 68. Den Zagreber Frühling 1971 (Drazen Budisa, Vlado Gotovac et alii) und die Belgrader Praxis-Gruppe (nette Treffen auf Korcula). Meiner Erfahrung nach waren Nachlässe früher besser geordnet, oder gab es nur weniger früh einsetzende Demenzen?

0 donalphonso 23.11.2010, 20:10 Uhr

Kurzer Hinweis: Das ist das...

Kurzer Hinweis: Das ist das Stilfser Joch, vom Vinschgau und Meran kommend.

0 Der Tiger 23.11.2010, 20:27 Uhr

Sehr verehrte Donna Laura!...

Sehr verehrte Donna Laura! Nein, ich bin nicht reich, zumindest nicht gemessen am Standard meiner Familie. Aber ich bin intelligent und selbstbewusst genug, mit dem was ich habe, ein sehr amüsantes Leben zu führen…. Wie Sie sicher schon von diversen Kommentaren innerhalb dieses Blogs gemerkt haben.

0 Foersterliesel 23.11.2010, 20:29 Uhr

Stilfser Joch, aha, dankesehr!...

Stilfser Joch, aha, dankesehr! Macht Fernweh!

@ perfekt!57 20.00h Zwei...

@ perfekt!57 20.00h Zwei Brüder (früher waren unsere Familien Nachbarn) nahmen vor einigen Wochen an dem Pekin-Paris Rally teil; wir sind die ganze Zeit im Kontakt (per computer) geblieben: alles ist problemlos gelaufen, nur in Osttürkei hatten sie Problemen mit den Einheimischen.

0 Richard der III. Rubicon 23.11.2010, 20:50 Uhr

Lieber Tiger, dass es daher...

Lieber Tiger, dass es daher kam war uns doch noch nicht aufgefallen, danke also!

0 "Steuerbürger" 23.11.2010, 21:00 Uhr

"Bei Steuern werden wir...

"Bei Steuern werden wir schliesslich alle zu Anarchisten." Na, schön wärs: http://de.wikipedia.org/wiki/Pierre-Joseph_Proudhon

0 perfekt!57 23.11.2010, 21:10 Uhr

Noch mal wir: . Wenn wir die...

Noch mal wir: . Wenn wir die Biographie des jetzt in die Rampenlichter getreten niedersächsichen Innenministers lese, möchten wir evtl. zukünftig auch nicht mehr so viel hinterlassen ... . . "Schünemann besuchte das Gymnasium an der Wilhelmstraße in Holzminden und erwarb dort im August 1984 das Abitur. Im Anschluss absolvierte er eine Ausbildung zum Industriekaufmann. 1987/88 leistete er den Grundwehrdienst beim Pionierbataillon 1 in Holzminden ab. Bis zur Wahl in den Landtag 1994 war er als Industriekaufmann im Export bei der Firma Haarmann & Reimer GmbH in Holzminden beschäftigt. Dort lernte er auch seine spätere Frau Ines kennen, die als Ingenieurassistentin für Kosmetologie ebenfalls bei diesem Unternehmen tätig war und ihn später zur Kandidatur für den Landtag bewog. Zur Familie Schünemann gehören noch ein Sohn und eine Tochter. . Schünemann spielte beim MTV Altendorf jahrelang Basketball und erreichte mit diesem die Bezirksoberliga. Schünemann ist Mitglied im Sportschützenclub v.1955 e.V. Holzminden. . Weiterhin ist er Mitglied im Stiftungsrat des Evangelischen Krankenhaus Holzminden, Mitglied des Verwaltungsrates der Niedersächsischen Lottostiftung und Mitglied des Aufsichtsrates der Investitions- und Förderbank Niedersachsen." http://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Sch%C3%BCnemann . S. wird wohl gute Gründe haben, warum er den Einsatz der Bundeswehr auch im Inneren fordert. (Nicht nur weil er als Pionier gedient hat, sondern überhaupt. Und Evangelischen Krankenhaus Holzminden. Und die Frau hat auch so was interessantes studiert.) . Und immerhin hat sich die FAZ auch schon frühzeitig um die Hinterlassenschaft von Brigitta Eisenreich verdient gemacht. http://www.faz.net/s/Rub79A33397BE834406A5D2BFA87FD13913/Doc~EEBD713854448472DA41ED570ED27DD3C~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Wie gern wuerde ich hier...

Wie gern wuerde ich hier mitplaudern. Aber leider wurde ich von meiner gut gestellten Verwandtschaft beim Erben voellig uebergangen. Und als meine Madame mich gegen meinen Rat auf die eheliche Leimrute lockte, wurde auch sie von ihren gut gestellten Eltern enterbt. Darauf floetet die Jugend und stellt realistisch resignierend fest: Man muss auch alles selber machen. . (Mal sehen, was als naechstes Thema ansteht. Bis dahin: Seit nett zu Onkels und Tanten und erbt mal schoen. Wenn's ohne Verbiegungen geht. Geht das ueberhaupt?)

Ja die...

Ja die Leimrute: http://www.youtube.com/watch?v=g04o9ZwLlq4&feature=related

0 steelydan 23.11.2010, 22:29 Uhr

Die 68er machen sich doch...

Die 68er machen sich doch gerade auf ins Dschungelcamp, um ihre Kasse aufzubessern; die springen noch langhans nicht in die Kiste. Vielmehr sind sie durch den Genuss von Alkohol und Räucherwaren bestens konserviert und werden uns noch durch viele spontane Aktionen begeistern, wenn sie nicht gerade auf europaparlamentarischen Sesseln verrotten. Wie diese ökonomischen Trittbrettfahrer vererbbares Vermögen angehäuft haben sollen, ist mir schleierhaft; ehrliche Arbeit kann es jedenfalls nicht gewesen sein.

..also das Bild von...

..also das Bild von studierenden Tigerbabies ist irgendwie sympathisch..und überhaupt-kürzlich bei einem langen Gespräch mit einem Tigerpfleger..bekam die Thematik eine Gestalt. Er erzählte von der Zucht, den Krankheiten und dem Tod seiner Schützlinge.. Früher hat er mit eigenen Pferden gearbeitet und jetzt mit Tigern , die jemand anderem gehören ; jedes seiner Tiere habe einen eigenen für ihn erkennbaren Charakter und-- der Grösste wurde durch die Gitterstäbe gestreichelt, wobei ich die Luft anhielt... .was man so alles (nebenher) über Tiger erfährt/bei Mainz...... ..ich finde Tiger interessanter als Erbstreitigkeiten von Hippies.... ..bei den Passtrassen provoziert man zunehmend Gedanken, dass es darum geht, wer am weitesten pinkeln kann,..höher , länger , weiter.. der Albula ,mit seinen vielen Kürvchen, der spielzeughaften Räthlibahn und den malerischen Engadinaus/ansichten ..ist dabei anders als die anderen.., wenn sie wissen was ich meine..

Wenns um Steuern geht kommen...

Wenns um Steuern geht kommen sie auch mal wieder auf die Startseite ! Schön ;-)

Die 68er sollten nicht...

Die 68er sollten nicht sterben... sie sollten explodieren!

0 fazfazfaz123 24.11.2010, 01:06 Uhr

Die koennen immer stiften und...

Die koennen immer stiften und das machen ja viele auch. Zustiften, anstiften usw, wie die Hochschulen und IBM.

0 fazfazfaz123 24.11.2010, 01:11 Uhr

Besonders gut hat das doch...

Besonders gut hat das doch Freund Plattner am Griebnitzsee gemacht. Acht Sorten Apfelkuchen in seiner Cafeteria und Wildschwein und Forelle fuer die Studenten in der Mensa. So macht lernen und forschen Spass.

was für tigerbabys eigentlich...

was für tigerbabys eigentlich ?

0 ihoplappare 24.11.2010, 02:56 Uhr

Mit Verlaub. Ein furchtbar...

Mit Verlaub. Ein furchtbar schlecht geschriebener Artikel. Es zeugt von Schwachsinn. Es ist weder ein Ansinnen noch ein roter Faden erkennbar. Was soll das?

0 donalphonso 24.11.2010, 03:08 Uhr

Nun, es ist Geplauder, und man...

Nun, es ist Geplauder, und man muss darin nichts finden.

Nach meiner Rechnung sind...

Nach meiner Rechnung sind Leute über 70 in den 30igern und nicht in den 50igern geboren und somit keine Wirtschaftswunderkinder. Wäre ich heute über 70 und sowas lesen würde ich ihnen die Pest an den Hals wünschen !

0 HansMeier555 24.11.2010, 06:22 Uhr

Donna Laura, . verehrteste,...

Donna Laura, . verehrteste, verzeihen Sie mir meine Blödigkeit, Ihren Wunsch zu erraten. Was macht Ihr Tattoo? Besuchen Sie schon wieder die Stallungen? Grüsse an die Familie

0 Kopfgeburt 24.11.2010, 07:16 Uhr

Ach ja, das schöne...

Ach ja, das schöne Erben.... Irgendwo in meiner Verwandtschaft lebt auch noch so eine Tante, die - vielleicht - was vermachen könnte. Allerdings ist sie schon ziemlich unklar im Kopf (und ich wage zu behaupten, wenn sie mir was abgäbe, dann wäre sie WIRKLICH ziemlich unklar da oben...). Und wahrscheinlich hat sie gar nie ein Vermächtnis/Testament gemacht - dann wird es wohl so richtig spannend, denn die Verwandtschaft ist keine kleine..... . Also bleibt es wohl bei dem, was ich selber ergaunert habe.... Nun ja. . Werter Don - immer mal wieder amüsant, bei Ihnen reinzuschauen. Vielen Dank!

0 HansMeier555 24.11.2010, 07:27 Uhr

Hänsel, dem das Dach gut...

Hänsel, dem das Dach gut schmeckte, riss sich ein grosses Stück davon herunter, und Gretel stiess eine ganze runde Fensterscheibe heraus, setzte sich nieder und liess es sich schmecken

0 Don Carlos 24.11.2010, 08:42 Uhr

es geht wohl weniger um die...

es geht wohl weniger um die beeindruckenden fähigkeiten der bundeswehr in der bekämpfung von terrorismus als vielmehr um die fähigkeit, eine unbeliebte regierung unter bürgerkriegsähnlichen bedingungen seit nunmehr fast neun jahren an der macht zu halten...

0 hansgeier333 24.11.2010, 08:59 Uhr

@ ihoplappare: Der rote Faden...

@ ihoplappare: Der rote Faden steckt im karlmarxroten Leder des 190ers SL. Das Ansinnen ist das Anklicken dieses Blogs, denn davon hängt Dons Zukunft ab, auch wenn er das ständig bestreitet. Und dass er wieder einige Novizen wie Sie aufgerissen hat, zeugt nicht von Schwachsinn, sondern von subtiler Kenntnis des neuhochdeutschen Mitnehmens (hieß früher: anmachen, aufreißen, abschleppen). Wir gehen ihm alle auf den Leim. Willkommen im Club!

0 Je viens d'une lointaine planète 24.11.2010, 09:19 Uhr

Für die Mehrzahl von uns...

Für die Mehrzahl von uns Emporkömmlingen ist Erben eher kein erquickliches weil wenig gestaltbares Ereignis. Klar, ein gesundes Frühstück schlägt man nicht aus, mehr gibt ess aber dazu eigentlich nicht zu sagen. Unsere in der Mehrzahl kleinbürgerliche Herkunft, die solide aber wenig beachtliche Vermögen hervorbrachte, ist ohnehin noch nicht zur dynastischen Familienplanung in der Lage, dazu braucht es offenbar in der Familie mehr Zaster, Bildung, Kultur, Moral, Historie. Große Vermögen sind eher in einen gesellschaftlichen Kontext eingebettet, der es auch für den Erblasser sinnvoll erscheinen läßt, mit Hilfe des Vermögens über die Generationen hinaus zu leben, und damit auch im Tod Zukunft zu gestalten. Und daß dies gelingt, kann man an der erfolgreichen, generationsübergreifenden Monopolisierung der deutschen Vermögen in relevanten Kreisen eindrucksvoll studieren. Feudalismus ist vielleicht doch ein dem Menschen eigenes, geradezu naturgesetzliches soziales Phänomen, und vielleicht sind gerade Dynastien doch die Stütze der Gesellschaft. Wie dem auch sei, mit den Niederungen des kleinbürgerlichen Erbens, von denen Don Alphonso hier zotig und amüsant vom Leder zieht, hat solche Macht- und Finanznachfolgegestaltung wenig zu tun. Hier geht es wohl eher um Erbfolklore, um den Entwurf eines neuen Heimatfilms, der durchaus witzig mit anzusehen ist, sozusagen die Fortsetzung des klassischen Streites um die Erbtante. Leichte Kost eben. Für uns politisch denkende Deutschlandbewohner wäre es hingegen viel interessanter gewesen, einmal einen Zusammenhang hergestellt zu finden zwischen dem nun am Ende des Lebens immer offensichtlich werdenden Charakter des Alt68ers und der von diesen angerichteten demographischen Katastrophe. Die 68er Bewegung als politische Avantgarde? Daß ich nicht lache. Ganz zum Schluß nehmen sie ihr fettes Hedonistengrinsen ins Grab und hauchen noch im letzten Satz "war doch alles nur Spaß". Krasser kann der Gegensatz zwischen der Jugendbewegung der Väter der 68er, die ihre Existenz ja bis zum Untergang dem völkischen Untergeher verschrieben, und deren Kinder als hedonistische Verantwortungsflüchtlinge nicht sein. Wir sind somit Zeugen gleich zweier, mit einander eng verknüpfter kleinbürgerlicher Revolutionen in nur einem Jahrhundert. Beide sind grandios gescheitert:Die eine hinterließ 58 Millionen Tote, die andere hinterläßt nichts. Ideenloser als hier und heute wurde eine Nation von ihren Vorvätern wahrlich noch nie stehengelassen. Was machen wir Restbürger daraus? Wir homogenisieren mit unseren hübschen Blogs den Brei. Wie trist ist das. Lieber Blogvater, dem Land wieder ein Vision zu geben, das wäre meiner Meinung nach eher das Programm, das die Überschrift "Stützen der Gesellschaft" verdiente.

0 donalphonso 24.11.2010, 09:28 Uhr

Birdie, oho, die Pest gleich!...

Birdie, oho, die Pest gleich! Naja, wolllen Sie sich mal ein paar Geburtstage führender 68er anschauen: Fritz Teufel: 17. Juni 1943 Rudi Dutschke: 7. März 1940 Bernd Rabehl: 30. Juli 1938 und so weiter: 68 begann ja nicht 68, sondern hat ein paar Jahre Vorgeschichte. Wer 68 28 war, ist heute in Rente. Ist halt so. Auch ohne Pest. Und Cholerischea.

0 hansgeier333 24.11.2010, 09:32 Uhr

Wer Visionen hat, der soll zum...

Wer Visionen hat, der soll zum Psychiater. Unser Don beschreibt nur, er richtet nicht.

0 Foersterliesel 24.11.2010, 09:44 Uhr

Visionen? Von Visionen...

Visionen? Von Visionen verehrter"je viens d´une planete lointaine" hat mir zuletzt ein sympathischer junger Mann gesprochen, für den ich immer um 14 Uhr und um halb fünf Pause mache, damit er seinen kleinen Teppich (den er in einer stylischen Männertasche mit sich trägt) ausrollen und sein Nachmittagsgebet verrichten kann. Diese Polarisierung/Kombination von harter Strukturierung des Tages und der Gewohnheiten und Visionen, also, naja

0 Foersterliesel 24.11.2010, 09:50 Uhr

Die Tiger sind leider eine...

Die Tiger sind leider eine gefährdete Art, da gabs doch erst kürzlich eine Konferenz: http://kurier.at/multimedia/bilder/2051705.php

"Es ist weder ein Ansinnen...

"Es ist weder ein Ansinnen noch ein roter Faden erkennbar." Seien wir froh.

Da haben Sie sich aber mit...

Da haben Sie sich aber mit Fritz Teufel und Rudi Dutschke ausgerechnet diejenigen herausgesucht die man nicht als erstes mit der Toskanafraktion und Wirtschaftwunderkindheit in Verbindung bringt. Natürlich ist auch mir klar das eine 68ziger Bewegung sich nicht nur aus einigen wenigen Jahrgängen zusammensetzt und einen historischen Vorlauf hat. Aber gerade diejenigen die vor 45 geboren wurden und ihre Kindheit zwischen Trümmern verbracht haben (damit meine ich übrigens Kriegskindheiten allgemein nicht nur die deutschen) passen evtl gar nicht in die Gruppe die sie da beschreiben. Ich denke das die große Masse der 68iger gut 10 Jahre jünger ist als die von Ihnen Angesprochenen. Ich finde das wichtig weil ich glaube, das diese 10 jahre einen großen Unterschied im Denken und Fühlen bewirken. Ok das klingt vielleicht ein wenig ernst als Reaktion auf Ihren Text. Aber ich finde Ihn ein wenig ungerecht für diese Jahrgänge die heute 70 oder älter sind. Für die anderen, jüngeren denke ich sind ein bißchen Witz und Ironie durchaus erträglich.

0 PetraMeyer 24.11.2010, 10:54 Uhr

hansgeier: Mehr kommt nicht?...

hansgeier: Mehr kommt nicht? Außer einem alten plattgewalzten Spruch? Alles ist so schön bunt hier, wir beschreibens ab und zu mal ganz nett, aber ansonsten glotzen wir TV? Und wenn uns einer stört, dann, oh Freunde, nicht solche Töne, laßt und freudenvollere anstimmen beim Smalltalk? Der alte Don hat schon mehr drauf als nur die Beschreibung, denn das allein wär dem doch viel zu langweilig. Ob er richten will, weiß ich nicht. Aber daß er viel bewegen will, belegt er täglich hartnäckig. Ob er dabei einen Plan verfolgt was und wohin er bewegt, das stelle ich allerding vehement in Frage und zur Diskussion. Försterlieselchen: Daß die Teppichausroller im Gegensatz zu uns schönen Geistern eine Vision haben, ist ja Teil des Problems, das wir nicht einfach so wegträumen sollten. Nennen Sie es wie Sie wollen, aber möchten wir langfristig überleben, sollten uns schon als Gemeinschaft begreifen und dazu gehört eben auch der Blick in die Glaskugel. Warum Sie allerdings für den Teppichleger Pause machen, erschließt sich mir nicht, vermutlich ist dies aber unerheblich für unsere Diskussion.

0 donalphonso 24.11.2010, 11:03 Uhr

Birdie, nun, für die...

Birdie, nun, für die Jüngeren ist es dann eben ein Hinweis auf das, was auch nicht mehr so weit weg ist. Und in Bayern hat man halt oft einen lescheren Umgang mit dem Tod, erfreulich ist er nicht, aber ich finde, man kann da schon mal drüber reden - es gibt ja sonst genug angenehmes publizistisches Umfeld. Die einen schreiben über Aufspritzen, ich schreibe darüber, wenn Spritzen nicht mehr helfen. . Abgesehen davon kenne ich natürlich auch Ältere, und deren Erzählungen aus der Nachkriegszeit sind auch nicht nur Elend und Jammer. Bei uns haben die Kinder Munition aus der Donau getaucht und im Stadtpark zur Explosion gebracht, ein Heidenspass soll das angeblich gewesen sein - und Brennholz gab es auch. . Je viens d'une lointaine planète, ich denke, dass das, was man als 68 betrachtet - Mao gut finden, dumme Theorien verbreiten und sich später genau andersherum verhalten - etwas anderes als die weit verbreitete Familienplanung ist, die gar nicht so ideologisch sein muss. Vielmehr hat es einfach etwas mit der Frage der Selbstverwirklichung und dem Nutzen von Chancen zu tun: Aufstieg in den 70ern war nun mal an wenige Kinder und Doppelverdiener gebunden. Das hat absolut nichts mit linken Theorien zu tun, sondern mit der Pille und den daraus erwachsenden Möglochkeiten, das Leben effektiv zu planen und zu steuern. 68 lieferte dazu vielleicht eine extreme Form der Rückendeckung, unter der sich das entwickeln konnte, weil die bürgerlichen Abwehrkräfte sich mit dem Linksextremismus auseinander setzen mussten.

0 Der Tiger 24.11.2010, 11:06 Uhr

@Foersterliesel - Die...

@Foersterliesel - Die Gefährdung ist nicht mein Problem. Für mich gilt: „Der Tod geht mich eigentlich nichts an.
Denn wenn er ist, bin ich nicht mehr,
und solange ich bin, ist er nicht.“ (Epikur)

Bei einem größeren Vermögen...

Bei einem größeren Vermögen könnte auch über eine Stiftung nachgedacht werden... (Bitte gegebenenfalls aber die Pflichtteilsrechte beachten.)

"Unser Don beschreibt nur, er...

"Unser Don beschreibt nur, er richtet nicht." Außer 3-4x tägl.

0 l’astéroïde 325 24.11.2010, 12:07 Uhr

Herr Alfons: Ich ging nie...

Herr Alfons: Ich ging nie davon aus, daß die 68er irgendwelchen Ideologien anhingen, vielmehr halte ich das für eine Fama. Links blinken und rechts fahren war wohl mal en vogue, weshalb auch immer, aber mehr nicht. Die letzten Ideologen, die in unseren Breiten ihre Ideologie aus freien Stücken nachweislich gelebt haben, sind die Väter der 68er. Deren Kindern blieb als radikalste Gegenbewegung im Wohlstandskontext wohl nur die eine Antwort übrig: "ICH". In der Konsequenz waren diese Leute noch nicht einmal in der Lage, Kinder (ebenso schändlich) als Teil der Selbstverwirklichung zu begreifen, sondern lediglich als ökonomische und spaßhemmende Störfaktoren. In diesem Punkt unterschieden sich die 68er Wichte tatsächlich wenig von Ihren gehaßten Eltern, bei denen Kinder eben meist auch nicht viel mehr als Pflichtübungen waren, sei es weil es sich so gehörte, sei es weil "es" eben passierte. Daß gerade diese Konzeptlosigkeit der 68er Ich-elite nach deren Tod für das Land noch sehr schlimme Folgen haben wird, haben Sie ja aus schälkischem Blickwinkel schön dargestellt. Ich fühle mich unbehaglich bei dem Gedanken, daß wir diese Sinnleere fortschreiben und auch künftig unserer Nation zum Leitbild geben wollen. Meine Frage und mein Vorschlag richtete sich deshalb nach vorne. Die Bürgergemeinschaft benötigt für ihr Überleben eine Vorstellung von ihrer Zukunft. Ein klareres Wort als "Vision" hat dafür der deutsche Wortschatz nun mal leider kaum zur Verfügung, auch wenn man sich damit doofen Wortspielen im Kielwasser des Helmut Schmidt auszusetzen droht. Klug war der gegen Brandt gerichtete Ausspruch mit dem Arzt nebenbei schon 1980 nicht, aber er saß eben und blieb dann hängen. Small world, small minds. Da unsere Vor- und Vorvorväter keine unmittelbar sichtbare, beständige oder nutzbare Leuchttürme hinterlassen haben, müssen wir selbst nachdenken und gestalten. Und das geht eben nicht so flachsig wie im Quatschcomedyclub. Das ist meine Kritik und auch meine Erwartung an mediale Auseinandersetzungen mit „Stützen der Gesellschaft“, gerade wenn es um das Erbe (in jeglicher Form) der nun langsam aussterbenden Gestalter der gesellschaftlichen Unverbindlichkeit und des glücklichen Konsums eines halben Jahrhunderts geht.

"Ich fühle mich unbehaglich...

"Ich fühle mich unbehaglich bei dem Gedanken, daß wir diese Sinnleere fortschreiben und auch künftig unserer Nation zum Leitbild geben wollen." Wer wollte das? Außer den Grünen fällt mir spontan niemand ein. l’astéroïde 325, da mache ich mir keine Sorgen. Und gerade der Blogger hier schreibt doch mit hoher Emotionalität gegen jede Sinnleere an.

0 je suis née en même temps que le soleil 24.11.2010, 13:43 Uhr

Arabella: Die Hoffnung stirbt...

Arabella: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Jedoch bei gerade nóch 70 % Wahlbeteiligung, Tendenz rapide fallend, sollte man sich schon allmählich Fragen stellen, was die Menschen denn noch Gemeinschaftliches umtreibt. Sie haben allerdings Recht, meine Kritik sollte sich weniger an den Blogger selbst als an das vorgefundene Wechselspiel aus Blogger und Kommentaren richten. Ich finde hier die Skizze eines eigentlich sehr spannenden Sujets vor, an dem man so einige aktuelle Themen spiegeln könnte. Dann folgen Kommentare zu roten Ledersitzen des SL190, Kurven des Stilfzerjoches oder Tipps zur steuermindernden Erbschaft - und das alles, um die Diskussion auf das Schild des gesellschaftlich Relevanten zu heben? Ich weiß ja nicht, meinen Anforderungen an Sinnstiftung entspricht das nicht. Oder verstehe ich da was falsch und die Kommentatoren müssen alle hinter vorgehaltener Hand in Zungen reden um nicht ihren Karrieren zu schaden, in Wirklichkeit tauschen sie hoch konspirative Nachrichten in einer mir nicht geläufigen Metasprache aus?

0 p.sobanski 24.11.2010, 14:00 Uhr

wie von der CDU bei den...

wie von der CDU bei den Vorschlaegen ueber die mithaftung der anleihenbesitzer mitgeteilt: die marktfaehigkeit der laender pruefen... "Also muss man verkaufen, Positionen auflösen, und..." also marktfaehigkeit einer volksgemeinschaft ist etwas neueres ala gute alte marktfaehigkeit einzelner Mitglieder einer bekriekten volksgemeinschaft. verzeihung, gar nicht zum thema. gruesse

0 HansMeier555 24.11.2010, 14:05 Uhr

@Birdie 10 Jahre jünger das...

@Birdie 10 Jahre jünger das wären dann die Jahre 1948, 1950, 1953. Diese waren 1968 dann 20, 18 und 15 Jahre alt. Die APO existierte da aber schon ein paar Jahre und die Schah-Demo war schon 1967. Oder sie behaupten, 68 sei eigentlich von Schülern vom Zaun gebrochen worden. Was ja nicht vollkommen falsch wäre. . Mir scheint, die 68er Bewegung existierte nie anders denn als Negativabdruck im emotionalen Gedächtnis einer konservativen Mehrheitsgesellschaft, deren Erwartung an die "Normalität" seit Ende der 50er Jahre immer häufiger enttäuscht worden war, und bei denen diese narzisstische Kränkung bis heute als giftige Ingredienz im Magensaft fortexistiert. . Und das gilt ausdrücklich auch bei denjenigen, die ihre damaligen Werte längst aufgegeben und sich mit Homosexualität und der Oder-Neisse-Linie abgefunden haben. Die Überzeugungen schwinden, das Ressentiment bleibt. Und wenn man es vererbt, werden keine Steuern fällig.

0 donalphonso 24.11.2010, 14:06 Uhr

Also, ich sehe in "Relevanz"...

Also, ich sehe in "Relevanz" ja einen Götzen, dem zu huldigen mir nicht befohlen wird. Manchmal gerne, aber ich plaudere lieber. Wer sich das Relevante herausziehen will - gerne! Für mich wird das Thema jedoch erst relevant, wenn es auf die persönliche Ebene herabgezogen wird - und der kleine, antialtlinke Seitenhieb mit dem karlmarxroten Leder ist nur eine Dreingabe.

0 HansMeier555 24.11.2010, 14:20 Uhr

68 war die dritte grosse...

68 war die dritte grosse narzisstische Kränkung. Die tüchtigste, leistungsfähigste, in jeder Hinsicht zur Weltführungsrolle bestimmte Nation verliert zwei Weltkriege, verliert ein enormes Territorium, wird besetzt, geteilt, halb enteignet und von den Russen kommunistisch gemacht... . Und dann kommen auch noch diese 68er, mit den langen Haaren, den Drogen und der Affenmusik. Das war einfach zuviel.

0 HansMeier555 24.11.2010, 14:26 Uhr

Relevanz: Als Titel und Anrede...

Relevanz: Als Titel und Anrede eine höchst willkommene Ergänzung zu "Exzellenz" und "Eminenz". . "Seine Relevanz der Vorstandsvorsitzende haben geruht, den Bundeskanzler darauf hinzuweisen, dass..." . Steigerungsform: Seine Systemrelevanz.

Werter Don, vielen Dank fuer...

Werter Don, vielen Dank fuer den exzellenten Beitrag der wieder mal einen Sturm ausgeloest hat. Er hat mein Denken verbessert und in die Realitatet gerichtet, die Kommentare sind auch interessant. Ich falle in den Zeitraum der 68er die ich nie verstanden habe, denen ging es einfach zu gut. Sie haben die Redefreiheit und das Schuldbewusstsein der Nation uebelst ausgenutzt und wie ein Knallfrosch nur Laerm und Rauch erzeugt. Leider wurde dann auch gemordet und so wurden sie das Spielzeug und Werkzeug des Stasi und der Geheimdienste. Sie haben Recht, das Thema wird erst relevant wenn es persoenlich genommen wird. Vielen Dank fuer den Beitrag!!!

0 nachhaltiger 24.11.2010, 15:06 Uhr

70% von viel ist doch besser...

70% von viel ist doch besser als 100% von Nichts. Die 68er sind doch die Generation der Schuldenmacher für ihre Anlagen und profitieren doch wunderbar von den Zinsen.

0 Kopfgeburt 24.11.2010, 16:00 Uhr

Bester Wolff Ich denke, dass...

Bester Wolff Ich denke, dass Sie jetzt den 68ern doch ein wenig Unrecht tun. Meiner Ansicht nach haben die 68er damals innerhalb der Gesellschaft erst den Rahmen des zulässigen Denkens erweitert und Anstösse gegeben zu einigen nicht unwichtigen Themen (dass es dann einige übertrieben haben - von mir aus auch übelst - sei unbestritten).

0 donna laura 24.11.2010, 16:02 Uhr

hier sind ein paar poupées de...

hier sind ein paar poupées de socké aufgeschlagen, non? . lieber HansMeier555, ihr letzter absatz mit den vererbbaren ressentiments war sehr hübsch. und auch hier möchte man nicht, dass der staat prozente davon für sich abzweigt, gerade wenn man die erbschaft ausschlägt. wirklich nicht. . noch besser ist die anrede ihro systemrelevanz - man hat hier sehr gelacht. sehr! . apropos - um auf ihre nachfrage von heute morgen einzugehen: ich frug an, ob sie uns die freundliche milde erwiesen, die in gespannter erwartung harrende kommentarorenschaft zu erlösen, und die früchte ihres sinnierens, auf das ihr vielfaches gackern (erst gackern, dann ei) im vorigen beitrag hindeutete, im roten salon zu publizieren - kurzum, mein freund: wer ist denn ihrer einschätzung nach der feudalherr (m/w) in deutschland? debout, legen sie! . dankesehr ebenso für ihre weitere nachfrage nach dem stand meines befindens: die arme sind wieder blütenweiss, dank der cremes (eine gegen die bläue, eine gegen die beschwerden) nach wenigen tagen nur. nur der daumenballen meldet sich zuweilen. die riesentiegel sind übrigens wieder zum terminator gewandert, der ob einer kampfverletzung *hüstel* alle weitere aktivitäten für eine gewisse zeit besser einstellen sollte. ciccio frohlockt, dafür muss er ins konzert mit. moses ist im nebel herumtrabend glücklich, immanuel leuchtet, wenn er den schnee fallen sieht und er drinnen im gemütlichen stall drei haferzweige malmt. so ein fauler wallach!

0 specialmarke 24.11.2010, 16:10 Uhr

Wenn hier fortwährend von...

Wenn hier fortwährend von 68ern die Rede ist, sollte man gerechterweise mal erwähnen - denn die jüngeren Generationen wissen das offenkundig nicht (DA incl) - was alles auf der politischen Agenda der Linken stand: die Kolonialherrschaft europäischer Länder in Afrika, der Vietnamkrieg der USA, die Diktaturen in Lateinamerika, die Diktatur in Persien (Schah), der Hunger in der Dritten Welt, die Nazivergangenheit politischer Repräsentanten in der BRD (Globke u. a.), die "Bildungskatastrophe" (in meinem Jahrgang betrug der Abiturientenanteil 7 %), die fehlende Bildungsförderung Nichtprivilegierter (BaföG gab es erst später), die Wiederbewaffnung der BRD, die Atomwaffen (Ostermarschierer), autoritäre Intoleranz in allen Institutionen (Studenten wurden von der Universitätsleitung Räume für Vortragsveranstaltungen verweigert, wenn den Herrschaften der Vortragende nicht paßte - Kuby), die Unverhältnismäßigkeit von Polizeieinsätzen (2.Juni), zahlreiche sozialpolitische Mißstände unterschiedlichster Art und letztlich auch die sexuelle Repression des StGB (Kuppeleiparagraph, Verbot der Homosexualität, Verbot des Schwangerschaftsabbruchs). Es ist mit Sicherheit falsch, wenn behauptet wird, die 68er-Bewegung hätte nichts erreicht oder nachfolgenden Generationen nichts zurückgelassen. Und vor den individuellen Leistungen einzelner Vertreter der Bewegung wie Fritz Teufel, der mit seinem anarchistischen und widerständigen Verhalten (Angeklagter, stehen Sie auf! - Wenn es der Wahrheitsfindung dient, Herr Richter...) die damaligen Herrschaftsstrukturen bloßstellte, habe ich den größten Respekt. Er hinterließ bei seinem Tod keinen 190 SL mit roten Ledersitzen, sondern bloß eine kleine Wohnung im Wedding und ein Fahrrad, mit dem er zeitlebens als Fahrradkurier tätig war...

0 steelydan 24.11.2010, 16:47 Uhr

Reden wir hier von...

Reden wir hier von Wendehälsen/Durchstechern/Altersweisen? Hosenlatz und Wesen offen, geil, galant und stets besoffen! Visionen, aber erst nach dem zehnten Bier und der dritten Tüte. Die Entzugskliniken sind voll davon; in eine "Seniorenresidenz" haben es nur die mit gemeinwohlorientiertem Mandat geschafft. Wie im Zoo kann man aber solche noch auf machen Wahllisten der Linken ergaffen. Und mehr als einen im Bundetag, gestern sogar in der Glotze.

HansMeier555 14.20h Ein...

HansMeier555 14.20h Ein Fiasko nach dem andern, und nun geht's schief in der €urozone. Bad luck or bad judgment or what? Gern höre ich Ihre Meinung dazu.

Hansmeier555 ist heute echt...

Hansmeier555 ist heute echt gut in Form. Wenn hier nun mal wieder die Krokodils-Tränen vergossen werden über das Zerrbild, das man sich so als 68er imaginiert, so sollte man doch auch daran erinnern, wie "liberal" und verstockt sich diese Bundesrepublik zuvor darstellte, von Kindern im Matrosenanzug oder mit Krawatte a la "kleiner Lord", über prügelnde Eltern und Erzieher in religiösen Kinderheimen, bis hin zum allfälligen "wir haben ja nichts gewusst", auch gerne in der Variation "wir sind wieder wer!" . Sieht man sich heute, nein nicht "Comedy", sondern Gerhardt Polt- oder Loriot-Sketche an, bekommt man noch den Hauch einer Ahnung, wie das damals so zugegangen sein muss, als "Jeans" und "lange Haare" noch "Skandal" bedeuten konnten, Männer ihren Ehefrauen das Arbeiten untersagen konnten, und die Pensionswirtin misstrauisch fragte, ob man denn verheiratet sei. Es gab mal eine hübsche Doku aus den 60ern, wo junge "Gammler" herumhängend im Münchner Englischen Garten portraitiert wurden. Sie liessen den lieben Gott einen guten Mann sein, spielten langhaarig auf ihrer Gitarre, schmusten unter Bäumen. Das führte zu erregten Menschenaufläufen, und in die Kamera geäußerten Wünschen von Passanten, von denen "Ab ins Arbeitslager!" noch zu den harmloseren gehörte... . Leider sind die 68er in den wichtigen politischen Punkten weltweit gescheitert, und dann kamen die Eso-70er Brandt, Schmidt, und dann die dumpfen 80er. "Geistig-moralische Wende", Privatfernsehen, Spendenaffären, "Wallstreet", und weitere Grundsteine für die heutige Krise. Das ist jetzt übrigens auch kein Plädoyer für eine "Toskana-Fraktion" (der Seeheimer Kreis, anyone?), oder für die heutigen Grünen. Die haben wenig mit 68 zu tun, und die Chance, nach Kohls Abgang wenifgstens gemäßigt mal etwas modernes und neues zu probieren, haben sie ja unter Gerhardt "Tony Blair für Arme" Schröder ängstlich versemmelt: stattdessen gabs Hartz4, und alles wurde privatisiert - nicht unbedingt die Kernforderungen von 68 ("Demokratisierung der Universitäten, der Betriebe, der Gesellschaft"), etc, etc, etc... ich bin ganz froh über meine 68er-Lehrer und Profs gewesen. Besonders um Nachhinein, zu schulzeiten waren das eher noch die vereinzelten schrägen Vögel in den Laberfächern, bei denen man mehr Scheiß machen konnte als bei den CDU-Kostgängern, die meist ebenso verstockt wie doof waren, und deren Weisheiten mich im späteren Leben so wenig voranbrachten, dass ich sie alle schon vergessen habe. Was ich bei den 68ern dagegen lernte, hat weiterhin höchste Relevanz für mich und ist mein meinen Augen verteidigungswürdig. Selbst wenn sie jetzt auf ihre alten Tage dafür ihr kleines bis größeres Erbe in der Toskana, in Griechenland, auf Gomera oder am Tegernsee (?) verjubeln mögen. Trotz all der späteren Renegaten, Neonazis, Gornys, Fischers, Rabehls. Ohne 68 wäre dieses Land noch viel peinlicher, wie auch der Rest der Welt. Mario Savio FTW!

0 Folkher Braun 24.11.2010, 18:05 Uhr

Werter D.A., mit Ihrer...

Werter D.A., mit Ihrer Einschätzung der 68er als heutige Vererber von Geld und Sachvermögen liegen sie nach meiner Beobachtung völlig falsch. Die haben nichts zu vererben, weil sie an die Futtertröge im Öffentlichen Dienst nie herangekommen sind und in der Industrie hatten sie sowieso keine Chance. Den Rest erledigte das "Berufsverbot" vom Genossen Willy. Nicht zu vergessen: das Treiben der RAF und ihrer Folgevereine, also dieser Spezialfraktion endgültig durchgeknallter Söhne und Töchter der kleinen Bourgeoisie, erstickte jede weitere Debatte über die Themen, die specialmarke gerade aufgezählt hat. Übrig blieb der duckmäusernde Karrierist in der Verwaltung und der munter plappernde Oberlehrer an der Schule. Diese sammelten sich je nach Plapperlaune politisch bei Rot und Grün. Nur so ist es zu erklären, dass R&G mit der "Agenda 2010" vor allem den Facharbeiter oder Ingenieur aus der Industrie ausräubert, der als Arbeitsloser Mitte 50 datt Häusken und die Ersparnisse verfuttern muss. Der hat schon mal nichts zu vererben. Das hat höchstens der Oberlehrer, der aber - frühpensioniert - als Generation Wohnmobil durch die Gegend gondelt. Allein Anschaffung und Unterhalt dieses Dieselstinkers entspricht dem einer 60 m² Eigentumswohnung. Schon wieder nichts zu vererben. Jetzt mal abgesehen von der Tatsache, dass man manchen Exemplaren der Generation Golf nichts vererben sollte, da ihre Ferne zu messbaren Arbeitsleistungen die ihrer Eltern noch übertrifft. gruß fb

0 Foersterliesel 24.11.2010, 18:17 Uhr

Die 68er waren eine sehr...

Die 68er waren eine sehr erfolgreiche Generation, für sich selbst und für die anderen auch. Colorcraze hat das dankenswerterweise genau aufgezählt. Nicht jede Generationskohorte (oder halbe Kohorte) kann so eine historische Rolle spielen und dabei noch recht gute Positionen für sich besetzten; das generiert selbstverständlich Neid. an alle aus dem französischen Sonnensystem (die köstlichen "poupees de socke" von Donna Laura) Sie haben ja (irgendwie) recht, aber man braucht auch kleine Konversationspausen beim Weltretten liebe Petra Meyer, also die Pausen fürs Nachmittagsgebet mache ich, weil ich verstehe und respektiere daß der Betende es so wünscht und es ihm Trost und Halt gibt und weil es niemanden anderen stört. Außerdem hoffe ich, daß meine Toleranz seine Vision ein wenig überflüssiger macht. Repressive Toleranz, wenn Sie so wollen. liebe Der Tiger, es war nur ein a propos und ich meinte die echten Tiger, keinesfalls Sie. Hier noch eine Tigergeschichte: http://kurier.at/tv/detail.php?aID=216-0-26532676

0 Foersterliesel 24.11.2010, 18:29 Uhr

oh, das war Spezialmarke mit...

oh, das war Spezialmarke mit der verdienstvollen Aufzählung! Dankeschön!

0 HansMeier555 24.11.2010, 19:15 Uhr

Liebe Donna Laura, um es...

Liebe Donna Laura, um es kürzestmöglich zu fassen: Bürgertum (vom Don meist als "Westviertel", selten auch versehentlich als "Elite" bezeichnet) heisst eben Bürgentum, weil es, wie im letzten Beitrag ausgeführt, am Ende für alles bürgt. . Und diejenigen, die für nichts bürgen, aber nach jeder Pleite um einen zweistelligen Millionenbetrag reicher geworden sind, die sind zusammen der neue Feudalherr.

"Der Begriff Bürger leitet...

"Der Begriff Bürger leitet sich von „burga“ (ahd = Schutz) ab, ursprünglich ein befestigter Wohnsitz, eine Burg, in dem sich Gewerbetreibende und Händler niederließen. Im Englischen ist „borough“ (und speziell in Schottland in der Form „burgh“) als Bezeichnung für eine Stadt mit Stadtrechten bzw. eine freie Stadt weiterhin gebräuchlich." Im Schatten der alten und neuen Burgen. Woher kommt der citoyen eigentlich etymologisch?

0 HansMeier555 24.11.2010, 19:40 Uhr

P.S. zu 68: Die 68er gab es...

P.S. zu 68: Die 68er gab es nicht. 1968 bezeichnet keine bestimmte Gruppe, sondern eine intensive psychologische Situation, die es nur ein paar Jahre lang gab. Augenblicken . 40 Jahre sind ein kurze Zeit, und selten haben sich Moral, Mentalität und Lebensverhältnisse so stark verändert wie in der BRD zwischen 1945 und 1985. Diese Veränderung war viel zu allgemein, als dass man sie einer bestimmten Gruppe wie etwa "den 68ern" zuschreiben könnte. . Entsprechend peinlich wirkt der Versuch. Unternommen wird er einerseits von damaligen Linksaktivisten, die dadurch ihren Markenwert steigern wollen, andererseits aber von pseudokonservativen Ideologen wider besseres Wissen in der Hoffnung, dass ihre Prostitution für die Rüstungs- Atom- und Bankenlobby weniger auffällt, wenn sie einen Sündenbock präsentieren können, an dem sich das Unbehagen der Mehrheitsgesellschaft entladen kann. Die 68er haben gegenüber den Türken als Sündenbock den Vorteil, dass sie real nicht existieren, sondern eine Phantomgruppe sind, zu der jeder jeden zählen kann, den er nicht mag.

Schulbub 19.27h Citoyen

Schulbub 19.27h Citoyen < civis (latein) > civil > civilian. Es gibt über 500'000 Wörter in der englischen Sprache, davon sind etwa die Hälfte allemanisch, die meisten haben mit dem täglichen Leben zu tun z.B. house (Haus), cow (Kuh), milk (Milch), hair (Haar), shoe (Schuh), bed (Bett) ....eigenartig, oder?

0 guts pie earshot: DAN-TE XX 24.11.2010, 20:11 Uhr

Oh, ist der schön...

Oh, ist der schön geschrieben: http://www.faz.net/s/Rub6F18BAF415B6420887CBEE496F217FEA/Doc~E37941BB93DF84740A500522304823A0E~ATpl~Ecommon~Scontent.html

0 HansMeier555 24.11.2010, 20:54 Uhr

Zum Erbschaftsproblem: Das...

Zum Erbschaftsproblem: Das Vererben ist ja nix für Tote, sondern eine soziale Praxis, die man als noch Lebender ausübt, aber so, dass man tatsächlich noch nichts abgibt. Virtuose Vererber setzen erst einmal Gerüchte über ungeheure Reichtümer in Umlauf, die auf Vertreter der 68er Generation, die ihr Weltbild ja wesentlich den Geschichten von Micky Maus und Donald Duck verdanken, auch bei geizigster Lebensführung nicht unglaubwürdig wirken können: ("wo hat dieser Dagobert sein ganzes Vermögen gebunkert?"). . Dann sollte man aber auch schon eine gute Strategie haben, wie man die zu erwartende Hilfsbereitschaft der Erbneffen und -nichten ordentlich ausnutzt. Geeignete Schablonen liessen sich bei Dagebert Duck schon finden. (Urlaubsbegleitung ist ja als Wohltat gemeint, Geld leihen auch kein Problem, Mithilfe bei Renovierungs-, Umbau- Umzugs- und Gartenarbeit selbstverständlich, Krankenpflege sowieso). . Also, wenn diese 68er Vollgasopas niemals verstanden haben, aus ihrem Onkelkapital eine zusätzliche steuerfreie Neffenrente herauszuschlagen, dann ist das allerdings das schockierendste Beispiel dafür, wie weit der Verfall elementarer familiärer Werte schon damals fortgeschritten gewesen sein muss, das ich mir vorstellen kann.

0 Der Tiger 24.11.2010, 20:56 Uhr

@specialmarke – Ihre Liste...

@specialmarke – Ihre Liste ist sehr ausführlich, aber das Thema von 1968, an das ich mich erinnere, fehlt: die Notstandsgesetze. Die Frankfurter Uni wurde wochenlang besetzt und im verschmuddelten Rektorat beobachtete ich als Schülerin mit Interesse, wie sich die Revolutionäre auf den Ledersesseln wälzten und von der Befreiung der Arbeiterklasse redeten. Ich hatte schulfrei, denn sogar in meiner sehr braven Klosterschule für Mädchen fiel der Unterricht aus, weil die Schüler der lokalen städtischen Schule angekündigt hatten, unsere Schule zu stürmen, um uns zu erziehen. Nachdem die Notstandsgesetze nach langer Diskussion und öffentlicher Aufregung durchgezogen worden waren, ist das Thema in Vergessenheit geraten, aber das angeberische Geschwätz der Revolutionäre auf den gediehenen Ledersesseln ist mir in bleibender Erinnerung geblieben. . @Folkher Braun – meine Erfahrung ist da anders als Ihre. Von denen, die zu meiner Studienzeit links argumentierten und mich für meinen Individualismus als bürgerlich kritisierten, haben sich die meisten sofort nach dem Studium erfolgreich an den öffentlichen Futtertrog gedrängt, und heute sind sie Honoratioren im Lions Club. . @Foersterliesel – wollen Sie damit sagen, dass ich kein echter Tiger sei?

"a muss es einen nicht...

"a muss es einen nicht wundern, wenn die Alt-68er nochmal Vollgas geben: Besser das Geld verjubeln, als es dem Staat geben." Ja mei, wenn's gut ist für die Konjunktur, habe ich nix dagegen ;-)

0 Foersterliesel 24.11.2010, 21:22 Uhr

liebe Der Tiger, das wollte...

liebe Der Tiger, das wollte ich selbstverständlich nicht! Diese zahmen Tiger bei den Mönchen in Thailand spielen zuerst ganz wild miteinander, danach gibts Futter und wenn sie dann müde und satt sind können sogar Gäste sie streicheln.

0 specialmarke 24.11.2010, 21:27 Uhr

@HansMeier: Das, was heute...

@HansMeier: Das, was heute unter 68ern subsummiert wird, ist durchaus genauer eingrenzbar: die studentische Bewegung an der FU Berlin brachte Weihnachten 1965 ein Flugblatt mit einer Persiflage des Weihnachtsevangeliums hervor, unterzeichnet mit "Subversive Aktion", fast zeitgleich kam es zu Demonstrationen gegen den Staatsbesuch des kongolesischen Ministerpräsidenten Tschombé, unterstützt vom SDS und den meisten linken und linksliberalen Gruppierungen. Es kam zu einer Bloßstellung eines Lehrstuhlinhabers der Theaterwissenschaften mit Nazivergangenheit, es wurde ein Direktor der Psychiatrischen Klinik an der FU wegen seiner Gerichtsgutachten angegriffen und bloßgestellt. Ab Anfang 1965 kam es zu regelmäßigen "Informationsveranstaltungen über die Lage in Vietnam, federführend dabei der SDS, im März wurde eine geplante Veranstaltung zum 20. Jahrestag der Kapitulation durch den FU-Rektor kurzerhand abgesagt, vom AStA der FU dann kurzerhand in die TU verlegt. Erich Kuby, eingeladen von den Studenten, durfte an der FU nicht sprechen; daraus entwickelte sich eine immer weiter eskalierende Auseinandersetzung, die den Raum der Universität alsbald verließ. Im Mai kam es zu einer Diskussion über Geburtenregelung: "Ist der Staat sexualfeindlich?" der Gesellschaft "Pro Familia" und des AStA...Seit etwa Mai 1965 kam es zu einer starken Politisierung der Studenten, an der sich selbst der Ring Christlich-demokratischer Studenten beteiligte. Anfang 1966 erschien in "konkret" Ulrike Meinhofs Artikel "Vietnam und Deutschland". Die Berliner Presse, überwiegend in Springers Besitz, hat ebenfalls frühzeitig ihren Beitrag zur Politisierung der Studierenden geleistet...Die weitere Geschichte ist ja besser bekannt und mit dem 2. Juni 1967 (Schah-Demonstrationen, Tod Benno Ohnesorgs) hat die Protestbewegung dann endgültig den universitären Raum verlassen und ist das geworden, was man dann "ausserparlamentarische Opposition" nannte und zunehmend nichtstudentische Kreise umfasste...

fionn, So eigenartig finde ich...

fionn, So eigenartig finde ich das gar nicht. Da gehts ja um die nahezu archetypischen Basics, die seit Jahrtausenden (+-Neolithikum?) in diesem Sprachgebiet und anderswo beständig Relevanz im Alltag haben. Ob man sein Hair/Haar nun mit Bier spült oder mit einer Regenerationskur von Garnier, ob man die Milk von der Cow pasteurisiert im Supermarkt kauft oder wie dereinst im Stall zapfen lässt. Später kamen dann eben noch neue Wörter für neue Sachverhalte dazu, teils dem Französischen entlehnt. Interessant auch die Dinge/Ideen, die an Relevanz verloren, bis man irgendwan keine Namen mehr für sie brauchte und sie vergaß. Eine Burg wiederum hat heute ja eine ganz andere Relevanz als anno dazumal. Niemand braucht heute noch Burgen, auch wenn es natürlich weiterhin Festungen gibt. Heute ist so eine Ritterburg etwas romantisches (evtl.), oder ein Wohnsitz für den Guttenberg. . Dieses Klischee der "obrigkeitshörigen Deutschen", gab es das eigentlich schon vor der Kaiser-Wilhelm-Zeit und Preußen?

0 steelydan 24.11.2010, 21:33 Uhr

Verehrtester Tiger, war da...

Verehrtester Tiger, war da nicht noch was mit Brioni und Havanna? Vier Ringe sollen auch noch mit im Spiel gewesen sein. Oder gilt diese charge schon als Achtundsiebziger? Jedenfalls sind sie keinen extra blog wert.

0 donna laura 24.11.2010, 21:41 Uhr

aha und danke für ihre...

aha und danke für ihre replik, geschätzter HansMeier555, eine wirtschaftskrake und ihre tentakeln meinen sie also. so, wie man es im leviathan nachlesen kann?

0 specialmarke 24.11.2010, 22:11 Uhr

@Der Tiger: Ja, die...

@Der Tiger: Ja, die Notstandsgesetze und einiges andere habe ich vergessen, da ich mich mehr mit den Anfängen beschäftigt habe. Nach den Schüssen auf Rudi Dutschke im April 1968 kam es bundesweit zu gewaltsamen Aktionen gegen den Springer-Verlag. Am 2. Mai kam es zu den Straßenschlachten an der Pariser Sorbonne. Dies hatte Signalwirkung auf die meisten deutschen Hochschulorte. In Frankfurt war ja auch der SDS stark präsent...Die Notstandsgesetze vom 30. Mai 1968 (dritte Lesung im Bundestag) waren schon seit 1966 Anlass für Diskussionen und Demonstrationen in vielen Städten, da sich auch der DGB damals sehr gegen das Gesetz engagierte. In Berlin kam es zur Besetzung zahlreicher Institute und Vorlesungsstreiks; am 30. Mai 1968 wurde die Ordinarienuniversität als abgeschafft erklärt und in den Instituten die Vollversammlung als beschlußfassendes Organ etabliert...

0 HansMeier555 24.11.2010, 22:54 Uhr

@specialmarke . Was Sie da...

@specialmarke . Was Sie da beschreiben, sind bestimmte linke Aktionen in einem kurzen Zeitraum. Aber von denen redet doch längst keiner mehr! . Stattdessenn schreiben alle über die "68er-Generation", d.h. über gleich alle, die bestenfalls zugeguckt haben. Nehmen Sie nur das Klischee vom "Alt-68er-Studienrat". Bei näherem Hinsehen hat dieser an der PH Paderborn studiert, kannte den SDS nur vom Hörensagen und bezog sein Weltbild aus dem Spiegel und rororo aktuell. Das reichte ja vollkommen, um in der Kleinstadt der 70er oder 80er Jahre als linksradikaler "Alt-68er" zu gelten.

0 HansMeier555 24.11.2010, 23:00 Uhr

@donna laura . Noch leben wir...

@donna laura . Noch leben wir im Kommunismus. Unbegreiflich wieso, aber es ist eine Tatache. . Die Polizei z.B. kommt auf Wunsch zu jedem, ohne ihn erst um seine Kreditkartennummer zu bitten. Für Steuerzahler wie mich ein Skandal. Da profitieren manche Leute von einer Sicherheit, die sie sich selber niemals leisten könnten. Der Staat garantiert allen die Sicherheit, einfach so, "für jeden", egal wer er ist, was er leistet, und wie nützlich seine Sicherheit für all die anderen ist, die das alles finanzieren müssen. Das kann doch auf Dauer niemals funktionieren.

0 colorcraze 24.11.2010, 23:18 Uhr

@Forsterliesel: ob den 68ern...

@Forsterliesel: ob den 68ern das Prädikat „verdienstvoll“ zuzubilligen ist, wird die Geschichte erweisen. Meiner Meinung nach haben sie die gebotene Chance zur Liberalisierung genutzt und sich dann oft als Denkmäler ihrer selbst ihrem Spieltrieb gewidmet (wenn ich jetzt an bestimmte Personen denke). Mich verbindet mit dieser Generation nicht so sehr viel. Meinesgleichen (die etwa zwischen 58 und 64 Geborenen) suchten sich abzugrenzen qua Ironie („Du hast keine Chance, aber nutze sie.“), Musikstil (Punk, Newave, Hiphop, Rave, Techno), etwas Idyllik (manche Hausbesetzer), und gaben sich ansonsten Mühe, angesichts abgesägter Aufstiegschancen und einem Leben im Wartezustand nicht zynisch zu werden. Was unsereins gelernt hat, ist jedenfalls, daß gut gemeint etwas anderes ist als gut oder auch gut gemacht.

0 donna laura 25.11.2010, 00:05 Uhr

die 68er - simplifizierend in...

die 68er - simplifizierend in der darstellung, doch nicht so simpel hinsichtlich des inhalts, wie auch HansMeier555 darstellt. praktisch und arbeitserleichternd mögen etikettierungen sein, der gesellschaftlichen diskussion sind sie jedoch, im gegensatz zur rhetorischen zuspitzung, nicht zuträglich, eine tendenz, die man bedauerlicherweise im zwischennetz recht gut verfolgen kann: wer laut schreit, kann nicht analysieren, und nicht selten wird es umgekehrt sein. . hinsichtlich der befreiung des individuums haben die 68er als generation ganz sicher ihre nicht zu unterschätzenden verdienste - wofür ich im prinzip dankbar bin, ausser dass sie nicht weit genug geht und nicht besonders haltbar zu sein scheint -, und sicherlich haben personen, allein gemessen an ihrem moralischen anspruch, gefehlt oder sind deutlich über ihr ziel hinausgeschossen. weit davon entfernt, extremfälle relativieren zu wollen: kaum eine biographie verläuft wie im schulbuch. . den 68ern, wie eigentlich jeder divergent zusammengewürfelten gruppe, würde man doch eher gerecht werden, sie nach foucault mit borges gewisser chinesischer enzyklopädie zu katalogisieren (http://de.wikipedia.org/wiki/Taxonomie; bei 2.4). . lieber HansMeier555, ein kurioser kommunismus, das! . liebe colorcraze, so hätte ich sie eingeschätzt. schön, dass man auch so merkt, welch zeiten kind man ist, ohne einander ins auge zublicken...

@colorcraze: das ist ja ...

@colorcraze: das ist ja einmal etwas wahres in sehr entspannter Weise ausgesprochen. mfG T.

egal wie man die so ...

egal wie man die so tollen 68 er nun wirklich definieren will, wenn man knapp jünger ist , fühlt man sich von denen doch eher verraten und ver- kauft. Große Klappe, nichts wirklich vollbracht und jetzt auch noch stolz darauf. Die etwas jüngeren baden das schon aus, wenn sie nicht mit dem Bade ausgeschüttet worden sind. mfG T.

0 Folkher Braun 25.11.2010, 01:58 Uhr

@ Der Tiger, mag sein, ich...

@ Der Tiger, mag sein, ich habe das Treiben in Berlin nur von 9/69 bis 4/74 miterlebt und kenne gerade zwei Mitstreiter, die die ÖD-Karriere hingelegt haben, einer in Potsdam bei den Wetterforschern und einer beim Landesamt für Statistik. Wer, wie ich, in die Alt-Bundesländer zurückgesiedelt ist, hat schnell gelernt, dass FU Berlin, Bremen und Frankfurt als Studienorte absolut unerwünscht waren. Aachen für die Ingenieure, Köln für die BWLer und Münster für furchtbare Juristen ging schon. Aber: Jacke wie Buxe: das ist heute beim Studi-Anteil von 30 % völlig irrelevant. Die Surplusproduktion von Akademikern senkt deren Preis, nur den Installateur für den Wasserkran können wir bald nicht mehr bezahlen. Der vererbt aber dem Don seine 68er Immobilien, weil er selbige vom zahnlosen Oberstudienrat wegen dessen Zahlungen an misratene, weil arbeitsfaulen Kinder & Enkel günstig erwerben konnte. gruß fb

Foersterliesel @ 19:17: Das...

Foersterliesel @ 19:17: Das 'franzoesische Sonnensystem' ist wohl eher ein kleiner Prinz gewesen (ohne es moentan im Original nachschlagen zu koennen, wuerde ich auf Exupery wetten). Fionn @ 20:44: gar nicht eigenartig (vergleiche 'beef'/'cow'). Woher kam die andere Haelfte der 500000 Woerter wohl?

0 donalphonso 25.11.2010, 06:51 Uhr

Hier friert eher die Hölle...

Hier friert eher die Hölle zu, bevor ich irgendwas von "Inge" freischalte. Reine Zeitverschwendung, das zu versuchen.

@ kiwi 02.02h Die andere...

@ kiwi 02.02h Die andere Hälfte der Wörter kommen aus dem Latein, Altgriechisch und Französich. Ich musste Altgriechisch in der Schule studieren - 2 Stunden Mittwochnachmittags, und war wirklich überrascht in Athen als Erwachsene ein bisschen Zeitung sowie das Telefonbuch lesen zu können.

Don, die eagles haben´s doch...

Don, die eagles haben´s doch auch geschafft. Take it easy.

0 donalphonso 25.11.2010, 08:14 Uhr

Es kostet meine Lebenszeit,...

Es kostet meine Lebenszeit, den Stalkermüll jeden Tag 5, 10, 20 mal zu löschen - ich sehe das nicht ein.

0 specialmarke 25.11.2010, 08:17 Uhr

Werter Don, wer ist Inge?...

Werter Don, wer ist Inge?

0 donalphonso 25.11.2010, 08:27 Uhr

Ich will das jetzt gar nicht...

Ich will das jetzt gar nicht weiter ausführen, aber wenn mir per Kommentar angekündigt wird, man käme gleich mit dem Zug bei mir vorbei, weil in meinem Beitrag eine Einladung stünde, hört sich der Spass auf. Geraunze gegenüber anderen macht es auch nicht besser.

0 specialmarke 25.11.2010, 08:27 Uhr

@Trias: Ich habe da...

@Trias: Ich habe da Verständigungsprobleme. Was gab es für die Nach68er denn auszubaden? Und was hätten sie vollbringen müssen - die sozialistische Revolution etwa? Diese Leute haben sich gegen die Zumutungen eines restaurativen Staatswesens gewehrt - und rückblickend in vielen Fällen vollkommen zurecht. Ich habe die Liste der Themen der 68er ja deshalb aufgeführt, um zu vergegenwärtigen, was von der Politik zur damaligen Zeit alles nicht angemessen aufgearbeitet wurde. - Vielleicht sollte man mal "Dschungelcamp" organisieren: Rückkehr in die frühen 60er. Da waren die Beatles aber das einzige erfreuliche...

0 steelydan 25.11.2010, 08:31 Uhr

Die eagles hatten sogar zwei...

Die eagles hatten sogar zwei Dons: Don Henley und Don Felder, beide in 1947 geboren. Gelten die auch als 68er? Meiner Meinung nach haben sie der Welt mehr gegeben als Legionen turnschuhbesolter Demonstranten, Ho-Ho-Ho-Tschi-Ming auf den Lippen und A 15 im Hinterkopf, getarnt als Marsch durch die Institutionen.

0 HansMeier555 25.11.2010, 08:43 Uhr

@specialmarke . Auch das...

@specialmarke . Auch das konnte man anders erleben, selbst im Rückblick. . Eine Welt, wo alle Menschen, selbst kleine Angestellte und Jugendliche, immer adrett gekleidet sind, immer mit Krawatte und Hut auf dem Kopf, und wo immer ein sauber gebügeltes Tuch auf dem Tisch lag, von dem man aß, und in der Kinder zwar nur reden durften, wenn sie gefragt waren, aber dafür immerhin existierten -- die hatte auch ihre schönen Seiten. Samstags wurde gebadet und am Sonntag gingen alle im Sonntagsstaat in die Kirche. . Was war daran eigentlich so schlecht? Musste man das wirklich alles kaputt machen?

Nun, als Spätgeborener (im...

Nun, als Spätgeborener (im selben Jahr kam ich zur Welt und Kohl an die Macht) habe ich mich bei den "68ern" immer vor allem eines gefragt: Wieso immer Sozialismus? Am besten noch ML? Die allermeisten weltanschaulichen Fordeungen, für deren Durchsetzung meine Generation dankbar sein muss - und es auch ist! - sind doch in erster Linie liberal. Die Öffnung zu diversen Lebensformen und die Ablehnung blinden Gehorsams macht doch gerade die Überwindung von Nazimuff oder auf dem Lande auch von Kirchendiktatur (insbesondere in katholischen Gebieten) aus; lustigerweise also den Lebensstil, den vor ein paar Wochen alle möglichen Dumpfbacken als "christlich-jüdisch" titulierten. Man brauchte die Unterfütterung mit diesen Ideologien doch gar nicht! Wieso also immer ML?

...

Btw.: http://www.youtube.com/watch?v=1p_u0nahatM

steelydan, sehr richtig, ich...

steelydan, sehr richtig, ich denke auch, dass die Musik den psychologisch wirkungsvollereren Einfluss auf die Menschen in einer bestimmten Epoche ausübt. . Sag mir, was du hörst und ich sage dir, wer du bist.

0 Pschipschi 25.11.2010, 09:07 Uhr

Mit großer Freude nehme ich...

Mit großer Freude nehme ich zur Kenntnis,daß sich auch zu Ihren Landen die Kenntnis und das Bewußtsein durchgesetzt habe,der Balkan beginnt doch bereits in Frankfurt! Hat zwar etwas gedauert,dennoch Glückwunsch!

0 specialmarke 25.11.2010, 09:09 Uhr

@HansMeier555: Nun, als ich...

@HansMeier555: Nun, als ich mich als 17jähriger weigerte, den langweiligen Sonntagmorgenspaziergang an der Uferpromenade weiter mitzumachen, wurde ich von meinem Vater verprügelt...so waren die frühen 60er!

0 donna laura 25.11.2010, 09:19 Uhr

T.I.M. hat recht - ich sah...

T.I.M. hat recht - ich sah gerade ihren beitrag aufscheinen, als ich den meinen absenden wollte. um himmels willen, lieber guter spezialmarke: 'sozialistische revolution' mit dem verb 'müssen' in einen satz zu packen! . man hätte sich auch anders gegen die verstaubte gesellschaft von damals wenden können, das wäre doch nicht nötig gewesen, dass es gleich der sozialismus hätte sein müssen. . es war nur äusserst praktisch, dass es dazu ziemlich viel ausreichend komplizierter literatur mit fremdwörtern als beschäftigungstherapie und kanalisierung sowie eine solche lebensform bereits auf dem erdball gab, und dass diese die verstaubten kreise ganz besonders ärgerte, auch, weil jene diese politische seite - freilich aus ihrer perspektive - ganz anders erlebte. damit liess es sich gut schwurbeln, angraben, sich aufregen... . ausserdem ist mir die chose zu subkomplex, lediglich von zwei seiten auszugehen (kapitalismus - sozialismus), als ob diese in reinform aufträten: ungeheuer simplifierend, um all jene mitstreiter für eine eigene sache zu gewinnen. denn bedauerlicherweise gilt für menschenmassen: je komplizierter, desto weniger capé. . nun schliesse ich, aber nicht, ohne mich artig für ihren freundlichen und wohl fundierten unterricht in jüngerer geschichte zu bedanken. . lieber steelydan, wir haben noch glück, dass wir den don nicht mit doctor anreden müssen. nicht wahr, sir - äh: don?

0 HansMeier555 25.11.2010, 09:20 Uhr

@TIM Bin viel älter als sie,...

@TIM Bin viel älter als sie, habe mir die selbe Frage auch immer gestellt. . Meine Antwort ist die, dass die übergroße Mehrheit der "68-er Generation" in Deutschland nie andere als liberale (genauer linksliberale, im Spektrum SPD-Gürne) Werte und Ideologien vertreten hat. Nur ganz ganz wenige bekannten sich zum ML und wollten tatsächlich die parlamentarische Demokratie oder das Privateigentum abschaffen. Ihre geringe Anzahl machen sie durch Organisations-und Arbeitseifer wett. . Aber gerade diese ganz Wenigen dominier(t)en immer den Diskurs unter Studenten. Das ist kein Zufall. Gerade weil sie in seriösen Institutionen (SPD, DGB, etc.) nie Fuß fassen konnten, mussten sie sich mit aller Kraft auf die studentische Jugend konzentrieren. Das haben sie dann auch getan (tun es immer noch) und investieren einen großen Teil ihrer Intelligenz und ihrer Lebenszeit dafür. Bedenkt man, dass diese Leute oft weder dumm noch faul sind, es mit ihren Fähigkeiten anderswo zu etwas bringen könnten, muss man sich über diese Art der Selbstzerstörung wundern. . Die liberale Mehrheit konnte den ML-Radikalen im AStA und Schülervollversmamlungen (oder jetzt auf Kindymedia) getrost das Feld überlassen, da sie sich sicher sein konnte, dass ihre Position in der Erwachsenenwelt (Bundestag, Behörden, Presse, etc.) nicht erschüttert werden konnte -- jedenfalls nicht von links. . Für die verfassungskonforme, nichtrevolutionäre Linke stand spätestens seit Ende der 70er Jahre die Grüne Bewegung als große Spielwiese bereit.

0 specialmarke 25.11.2010, 09:22 Uhr

@ T.I.M. : Warum immer...

@ T.I.M. : Warum immer Marxismus-Leninismus? - Ich habe in den frühen 70er Jahren nach einer Berufsausbildung an der FU Berlin studiert und habe mich heftig gegen die Ideologisierung aller Inhalte durch Marxisten jeder Couleur gewehrt. Aber der Marxismus war eben für die damaligen Intellektuellen ohne große Lebenspraxis die einziger Theorie, die die Widersprüche dieser Welt und die Praktiken von Politik und Wirtschaft hinreichend erklärte und Handlungsanweisungen lieferte. Und natürlich hat man auch "Ho-Ho-Tschi-Minh!" gebrüllt, weil das die Gegenseite so sehr ärgerte ...

0 steelydan 25.11.2010, 09:26 Uhr

@ muscat: Die Herrschaften vom...

@ muscat: Die Herrschaften vom Wiener Kongress mögen auch die eine oder andere Komposition von Beethoven gehört haben; bewusstseinsverändert hat es offensichtlich nicht gewirkt. Als Hesse möchte ich nicht mit den hochherrschaftlichen Landgrafen in einen Topf geworfen werden; am Tisch würde ich das Tischtuch zerschneiden.

0 HansMeier555 25.11.2010, 09:29 Uhr

@specialmarke . Ja aber...

@specialmarke . Ja aber mussten Sie sich denn unbedingt weigern? Was ist denn so schlimm an ein bißchen Langeweile? Wenn Sie Ihren Eltern dadurch eine Freude machen können. Kann man einem Jugendlichen soviel Einsicht und Reife nicht zumuten? Und wenn man das nicht kann, wie soll es dann jemals mit dem Sozialismus klappen? Wo einem noch viel mehr Entbehrungen und Opfer abverlangt werden als nur ein bißchen spazierengehen. Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit, das hat doch auch Engels gesagt, oder nicht? . Und wenn die 68er in Wirklichkeit unter körperlicher Elterngewalt litten, warum haben sie dann nicht genau dagegen (also gegen die Prügelstrafe) demonstriert, sondern gleich gegen den Kapitalismus? Was hatte denn der damit zu tun?

steelydan, keine Regel ohne...

steelydan, keine Regel ohne Ausnahme. Die Hessen hören ja auch FFH.

@ DA 08.14h Maybe you need...

@ DA 08.14h Maybe you need an assistant? Or better, imo, limit imcoming mails to a maximum of, let's say, 10 lines, then cut off the rest - "chop, chop".

@ muscat Ihr Mail @ 09.43h -...

@ muscat Ihr Mail @ 09.43h - nur 11 Wörtern - vorbildlich!

0 donna laura 25.11.2010, 10:00 Uhr

nun, liebe muscat, wer bin ich...

nun, liebe muscat, wer bin ich denn: http://www.youtube.com/watch?v=KhVxBBpWJB0&feature=related + http://www.youtube.com/watch?v=fdZEkXN2zgA (cher Filou, hören sie mal den popov!) + http://www.youtube.com/watch?v=D_lYvGymyxw&feature=related

@Tim, Hansmeir555, . U all das...

@Tim, Hansmeir555, . U all das zu verstehen, müsste man sich wohl damit beschäftigen, woher denn die Ideen der 68er kamen, welche Bücher sie lasen. Da gäbe es etwa die "Dialektik der Aufklärung" von Horkheimer/Adorno, da gäbe es "Der eindimensionale Mensch" von Herbert Marcuse (http://de.wikipedia.org/wiki/Der_eindimensionale_Mensch), und weiteres. Kurz gesagt: Die schlaueren 68er wollten so etwas wie einen liberalen, demokratischen Sozialismus, und traten deshalb auch in den 70ern massenweise in die SPD ein, um dies so zu erreichen. Als Reaktion darauf gründeten sich übrigens die Vorgänger der Seeheimer...

0 HansMeier555 25.11.2010, 10:21 Uhr

Anstandsbücher der 50er Jahre...

Anstandsbücher der 50er Jahre sind immer wieder eine herzerfrischende Lektüre. In einem habe ich einen langen Abschnitt gefunden, dass Jugendliche sich prinzipiell nicht über Politik äußern sollten, weil sie davon nichts begreifen könnten. . Was soll man dazu sagen: Es stimmt.

fionn, dazu folgende Anekdote...

fionn, dazu folgende Anekdote aus der Examenszeit: Zivilrechtsklausur (simpler Sachverhalt und zufällig simple Lösung) - 120 schwitzende Leute für 5 Stunden in einem Saal - manche pinselten 4 1/2 Stunden die Blätter voll und wunderten sich hinterher, warum sie durchgefallen waren. . Liebe donna laura, das sage ich Ihnen später. Muss ich mir in Ruhe anhören.

0 specialmarke 25.11.2010, 10:44 Uhr

@HansMeier555: Ich muß Sie...

@HansMeier555: Ich muß Sie enttäuschen: Ihr Zitat ist von Hegel...

Sie sind eklektizistisch,...

Sie sind eklektizistisch, Donna Laura. Willkommen im Club. Im Übrigen bitte ich, die Leute am schlechten Russentisch, also meine Wenigkeit zum Beispiel, nicht zu vergessen. Hierzulande gab es kein 68, wenn man von jenen absieht, die wegen der CSSR-Proteste nach Bautzen wanderten. Zu vererben gibt es auch wenig, außer schlechten Erinnerungen. Ich glaube im Übrigen, dass das Phänomen „68“ nur Schaum auf der Welle war. Die zunehmende Liberalisierung und Säkularisierung aller Gesellschaften nach der Weltkriegsepoche beruhen auf den Erfahrungen aus genau dieser Zeit. Zerstörung der Lebenszusammenhänge, Verschiebung ganzer Länder und Völker, der Wert des einzelnen Lebens eine quantité négligeable. Man vergleiche nur eine Landkarte von 1914 mit einer Landkarte von heute. Nach der ähnlich furchtbaren Epoche von 1600-1650 griff auch so eine Art von Liberalisierung und Hedonismus um sich. Die Welt ist daran nicht zugrunde gegangen und wird es auch dieses Mal nicht tun.

@HansMeier555, spezialmarke:...

@HansMeier555, spezialmarke: Danke, Sie bestätigen meine Vermutung, dass die extremen Linken auch damals nur eine (vermutlich nicht so kleine) Minderheit waren, alleredings besonders gut in AgitProp. Und wie viele von denen Adorno und Marcuse tatsächlich gelesen (geschweige denn verstanden) haben, sei auch mal dahingestellt. @Savall: Der Unterschied ist, dass es nach der Pest und dem 30jährigen Krieg die Pille noch nicht gab! Naja, solange es keine spätrömische Dekadenz ist ;-)

0 Der Tiger 25.11.2010, 13:22 Uhr

@Savall - Den Russentisch von...

@Savall - Den Russentisch von 1968 habe ich kennengelernt. Ich war ein paar Monate, nachdem die Russen den Prager Frühling niedergewalzt hatten, in Prag. In den 8 Tagen sah ich nie jemanden auf der Straße lachen. Das Essen war furchtbar. Das Einzige, was unter den russischen Verhältnissen nicht merkbar gelitten hatte, war ein künstlerisch sehr interessantes Puppentheater (ohne Worte) in der Innenstadt und das lokale Bier. Ich mach mir eigentlich nicht viel aus Bier, aber nach drei Tagen selbstauferlegtes Fasten von dem unessbaren Futter dort, trank ich für den Rest meines Aufenthaltes schon zum Frühstück Bier.

0 Der Tiger 25.11.2010, 13:55 Uhr

@Savall – gerade fiel mir...

@Savall – gerade fiel mir noch etwas ein, was dem russischen Einmarsch Stand gehalten hatte, ein Theater namens Laterna Magica (oder so ähnlich). Es gefiel mir sehr gut und war phantasievoller als alle Theater in Frankfurt, die ja auch den Geist der Zeit wiederspielten.

0 colorcraze 25.11.2010, 14:05 Uhr

@HansMeier: „Kann man einem...

@HansMeier: „Kann man einem Jugendlichen soviel Einsicht und Reife nicht zumuten?“ – Nein. Never. Das ist gegen das Wesen der Jugend. Jugend will Aussicht, nicht Einsicht. – „Und diejenigen, die für nichts bürgen, aber nach jeder Pleite um einen zweistelligen Millionenbetrag reicher geworden sind, die sind zusammen der neue Feudalherr.“ Also das find ich jetzt irgendwie arg – enttäuschend. Das ist kein Ei, allenfalls ein Stück ins Nest gefallene Eierschale. Wo Sie doch sonst so farbige Ideen haben. @donna laura: Gehe ich richtig in der Annahme, daß Sie zwischen 45 und 35 sind? Mich dünkt, Sie seien jünger als ich, und gehörten zu den „weißen Flecken“ meinerseits, d.h. zu den Generationen, von denen ich keine Vertreter persönlich kenne. Von den jetzt etwa 30jährigen sind mir ein paar über den Weg gelaufen, ich fand sie sehr pragmatisch, eher wie meine Elterngeneration.

0 donna laura 25.11.2010, 14:24 Uhr

lieber Savall, man könnte...

lieber Savall, man könnte hier sicher auch einen verein halbe leber etablieren…

0 Schnurpelchen 25.11.2010, 14:41 Uhr

Lieber Don, Sie bauen die...

Lieber Don, Sie bauen die Figur Inge gekonnt auf. wir sind alle sehr neugierig geworden! More about Inge!!

0 Ghostwriter 25.11.2010, 15:26 Uhr

@Donna Laura: Als...

@Donna Laura: Als "wegsterbende 68erin " im Büßergestus diesen Blog öffnend, um mich, passend zum tristen Novembertag ("Wer jetzt kein Haus hat...") mit meiner verbleibenden sozialen Funktion als potentielle Erblasserin zu konfrontieren, stoße ich auf Ihren Link zur Cantiga 100 von Alfons dem Weisen. Welch köstliche Eskapade eröffnet sich mir! Ich habe beschlossen, die Frage des Wegsterbens und Vererbens auf den November des nächsten Jahres zu verschieben.

0 perfekt!57 25.11.2010, 16:08 Uhr

@ fionn - danke für die...

@ fionn - danke für die info! . dank auch an den linkgeber bzgl. Annemarie Kremer - Luisa Miller - sehens und hörenswert. . wir finden das personal dieses blogs und die aufgezeigten beispiele auch weiterhin durchaus sehr heterogen. . ansonsten scheint es uns eher trend zu sein, das festgestellt wird, dass eben alles vererbt wird. straßen, plätze, häuser, botschaften, patente, silos, flughäfen, ministerien, bodenschätze, weltraumbahnhöfe, telekomsateliten, eine ganze halbe generation könne eine ziemliche zeit lang nichts machen, evtl. außer halbtags. . Daher auch verändert sich die Gesellschaft. Evtl. würde es reichen, wenn Meinungsfreiheit bei voller Entfaltung bis an die Grenze zur Öffentlichkeit reichte. . http://www.youtube.com/watch?v=SBl-KI2jLK4 . 1. Die Würde des Menschen ist unantastbar. 2. Die maximale Entfaltung von Würde findet durch Arbeit statt. 2.1 Das Nähere zur Aufrechterhaltung maximaler Arbeit für viel Würde regeln daher die Freiheitsausführungsbestimmungen unserer verdienten Arbeitgeberverbände. 2.2 Ständige Anwesenheit am Arbeitsplatz ist daher zur bestmöglichen Förderung maximaler Freigeitswürde für alle, die guten Willens sind, leicht einsichtig unverzichtbar 3. Besitz belastet nur, und Lasten sind der Würde abträglich. . Es muss ja in Zukunft jetzt endlich mal so vieles neu und endlich auch richtig gemacht werden. . (Nein, wir arbeiten nicht)

0 Chat Atkins 25.11.2010, 16:20 Uhr

Was hat Biologie mit Ideologie...

Was hat Biologie mit Ideologie zu tun? Jeder, der ungefähr zwischen 1940 und 1950 geboren wurde, ist heute ein Alt-68er ...

Hm, ist Inge nun...

Hm, ist Inge nun vorbeigekommen? War es schlimm? Leben Sie überhaupt noch?

0 HansMeier555 25.11.2010, 18:19 Uhr

Inge Holm...

Inge Holm

0 gheluveld 25.11.2010, 19:02 Uhr

Kurzer Abriss der Psychologie...

Kurzer Abriss der Psychologie des Hasses auf die alt 68er Ein Vater-Sohn Konflikt von einem in den 60 er geborenen Sohn mit einem alt 68 Vater ( ca. 1940 geboren) wird nicht verarbeitet , der Vaterkonflikt wird auf eine gesamte Generation ( 68er) übertragen und alles negative auf diese projiziert. Die 68er Generation hatte als Väter die Jung-Nazigeneration ( Jahrgänge 1900 bis 1910) Als Reaktion und Verarbeitung wird ein Gegenmodell entworfen, mit sit ins, happenings, Verantwortungslosigkeit, Faulheit, Marihuana Das geringste Problem hatten vielleicht die Nachfahren der weissen jahrgänge ( 1930 bis 1936) oder der Flakhelfer (jg. 1927 -1929) so kommt es, dass einem beliebigen menschen, der 1967 geboren ist , das 68er problem egal oder eben nicht egal ist

0 HansMeier555 25.11.2010, 19:04 Uhr

Und weil sie sich nicht mehr...

Und weil sie sich nicht mehr zu fürchten brauchten, gingen sie in das Haus der Hexe hinein. Da standen in allen Ecken Kästen mit Perlen und Edelsteinen. "Die sind noch besser als Kieselsteine", sagte Hänsel und steckte in seine Taschen, was hineinwollte, und Gretel sagte: "Ich will auch etwas mit nach Hause bringen", und füllte sich ihr Schürzchen voll.

0 HansMeier555 25.11.2010, 19:37 Uhr

@specialmarke Man kann dem...

@specialmarke Man kann dem Jugendlichen soviel Einsicht nicht zumuten, aber diese Einsicht wiederum den Eltern ebensowenig. . Dass der neue Feudalherr so farblos und schal auftritt, ist nun wirklich nicht meine Schuld. Die Kohle hätte er zwar, aber das Schloss zu bauen ziert er sich noch. Genau das ist m.E. der eigentliche Skandal, gegen den ich hier ja immerzu anschreiben möchte. Die Bereicherung der Reichen an und für sich finde ich eine gute Idee, die leider nur falsch umgesetzt wird. . Wo steckt Dipsy? . Die moralische Katastrophe namens "1968" indirekt mitverursacht zu haben ist die eigentliche Schuld der Nazigeneration. Noch unsere Enkel werden an ihr knabbern! . Die fünziger Jahre: Ein goldenes Zeitalter fast ohne Plastikmüll, Fernsehsender, Staatsschulden oder Sexszenen im Kino. Das bringt uns keiner zurück.

0 Foersterliesel 25.11.2010, 19:48 Uhr

liebe colorcraze, wie ältere...

liebe colorcraze, wie ältere Geschwister haben die 68er in mancher Hinsicht allen Spaß und allen Ruhm für sich gekapert, einige wurden keine besonders netten Menschen und Partner, das stimmt, dennoch haben sie eine Bresche geschlagen. La breche hieß auch die trotzkistische Zeitung, KPler und Maoisten waren ja eher dumpf. Der Hinweis mit dem Kleinen Prinzen ist sicher richtig und Hans Meier 555 wieder groß in Form! Aber er hat recht, in Familienangelegenheiten galt bis nach 68 noch der Code Napoleon. Wenn man 68 noch mit Burschenschaftern tanzte, konnte man sich aber 86, als die 68er voll installiert waren, noch mit öffentlichem Unterschreiben irgendeiner kritischen Forderung in die Bewegung "einkaufen", und das taten viele.

0 Köstlich 25.11.2010, 19:51 Uhr

Werter Don, die 100%...

Werter Don, die 100% Erbschaftsteuer muss man nur zu Ende denken, dann hat man keine Angst mehr vor übermächtigen (privaten) Firmen sondern nur vor (politischen) Insitutionen. Denn die politischen Institutionen gewinnen in unserem real gelebten Sozialismus (bedingungsloses Grundeinkommen!) immer weiter an Boden. Wir brauchen ein privates Real-Geld, das gedeckt ist durch die Anteile an Arbeit (Aktien aber keine Anleihen!) und Kapital (Boden = Grundbuchanteile). Die Verwaltung wird in Form eines privaten Fondsmanagements erbracht. . Dies muss auch ermöglichen, dass private Fonds wertlos werden. . Erst mit einem Real-Geld, das nicht durch die heutigen Institutionen (EZB und Banken) beliebig vermehrbar ist entfällt die Angst vor der Inflation. . Um zu den 100% Erbschaftsteuer zurück zu kommen: Im Todesfall wird kein Anteil vererbt, sondern erst der Todesfall ermöglicht der privaten Verwaltungsgesellschaft die Anteile erneut zum dann aktuellen Wert an die nachwachsende Generation auszugeben. Mehr Todesfälle als Nachwachsende in der Population -> der Wert des Real-Geldes sinkt. Klingt sozialistisch ist aber pure Marktwirtschaft! Und bedenken Sie bitte auch die Wirkung auf den Konsum, wenn jeder weiss: Du kannst es nur konsumieren aber nicht für die Nachbrut investieren!

Neben diversen...

Neben diversen zivilisatorischen Rückschritten seit 1650, T.I.M., hat es eben auch den einen oder anderen Fortschritt gegeben. Den entehrten Dienstmädchen und armen Kindsmörderinnen jener Zeit hätte die Pille den Hedonismus viel angenehmer gemacht, das ist wahr. Vom späten Rom trennen uns noch ein paar Jahrhunderte. Ich denke, wir haben vergleichsweise im vergangenen Jahrhundert das julisch-claudische Haus überlebt. Hoffen wir, daß für uns erstmal die antoninische Epoche kommt und die Goten erst nach meinem Ableben. . Wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht, Der Tiger, dann hat die samtene Revolution von 1989 in der Laterna Magica ihren Anfang genommen und so schließt sich der Kreis wieder. Dem Verein halbe Lunge sollte man nicht nacheifern, das hat keine Perspektive. Immerhin hat die Toskana-Fraktion den Barolo salonfähig gemacht, was ich ihr gern als Verdienst anrechnen werde.

0 specialmarke 25.11.2010, 20:10 Uhr

@DA: Jetzt haben Sie schon...

@DA: Jetzt haben Sie schon Opel-Werbung in Ihrem Blog, den man eigens wegklicken muß, um hier lesen zu können... . Fubdstück: "Die Erfahrung lehrte ihn, daß dies die Liebe sei. Aber obgleich er genau wußte, daß die Liebe ihm viel Schmerz, Drangsal und Demütigung bringen müsse, daß sie überdies den Frieden zerstöre und das Herz mit Melodieen überfülle, ohne daß man Ruhe fand, eine Sache rund zu formen und in Gelassenheit etwas Ganzes daraus zu schmieden, so nahm er sie doch mit Freuden auf, überließ sich ihr ganz und pflegte sie mit den Kräften seines Gemütes, denn er wußte, daß sie reich und lebendig mache, und er sehnte sich, reich und lebendig zu sein, statt in Gelassenheit etwas Ganzes zu schmieden... Dies, daß Tonio Kröger sich an die lustige Inge Holm verlor, ereignete sich in dem ausgeräumten Salon der Konsulin Husteede, die es an jenem Abend traf, die Tanzstunde zu geben; denn es war ein Privat-Kursus, an dem nur Angehörige von ersten Familien teilnahmen, und man versammelte sich reihum in den elterlichen Häusern, um sich Unterricht in Tanz und Anstand erteilen zu lassen." (T.M.:Tonio Kröger)

Mais non, Savall, Sie haben...

Mais non, Savall, Sie haben Marivaux unterschlagen! Wer wäre aber dann der Cinna von heute, wenn die vielen Sullas so unübersehbar sind?

gheluveld, warum ist dem einen...

gheluveld, warum ist dem einen 68 egal und dem anderen nicht? Schlichte Ignoranz hilft da. Wer mit der Einsicht lebt, dass er mit Parolen nichts anfangen kann, besonders, wenn er seine Kindheit in einer parolenueberfrachteten Welt erlebte, der wird zwar dumm geheissen, aber er ueberlebt unbeschadet. Dummheit hilft da sehr. Die erwaehnten gesellschaftlichen Aenderungen, waren notwendig, wurden aber von der "stillen Boheme" immer schon gelebt. Man lebte ein fortschrittliches Gesellschaftsmodell ausserhalb der verzagten Nachkriegsbuergerwelt im Halbgeheimen. Ich kenne viele, die so handelten-und das sind nicht die schlechtesten. Allerdings reden sie nicht viel darueber. . Donna Laura, mit vielen Gruessen aus meiner Welt: http://www.youtube.com/watch?v=a1CGAh49Cj8

0 HansMeier555 25.11.2010, 20:35 Uhr

So bunt waren die...

So bunt waren die 50er: . http://www.youtube.com/watch?v=XKIWGFd-3Fg&feature=related . So schöne Filme drehen sie auch heute noch oft und ich krieg es nur nicht mit.

0 Wimmerl d. Ä. 25.11.2010, 21:39 Uhr

Jo mei, de Achtasechzga, wos...

Jo mei, de Achtasechzga, wos isn mit denni, ha? Nix host mera gseng vo dera Pagasch! Des sand koane Abstinenlzla worn, des sand ois Impotenzla worn, weils eh woahr is. Kennst oan vo deni wo aan Buam odara Dochta hikriagt hom, ha? Do gibts halt aa gar nie nix zum vaeabn. A Bluat hams aa net seng kenna bei dera Revoluschion, die wo eh koane warr. Grod de Vaschprengtn vo der RAF homs gmoant, sie wärn pfeilgrad de Avantgarde vo de Massn, de oba vui liaba inn Ualaub gfoarn sand af Italien zua. Und de elitärrä Indelligens is a liaba Lehra oda Prof woarn zwegn da Rentn und dera Bension. Komma a vaschteng, des woar hoit da schpezielle Marrsch duach de Inschtiduzionen: Mei da Mensch lebt halt doch vom Brod, gelt? Und a Bier und an Radi und a Gsölchts brauchts aa dazua. Passt scho. I gib mia aa koane Illusionen hi, da Hof wiad aan Junior iebagebn, und mi und mei Oidi druckta ins Austrogheisl eini, wanns guat geht, wanna net schaugt, dos ois Bauland werd, dea Hundling, dea Strizzi und kaft si rentierliche Schtaatspapierl de wo nocha nix mea wert sand, wanns drauf okimmt..... Mei, wo denk i heit hi, weils grod Novemba itza is. Oidi bring ma an Schnaps doda-hea. Aus is! Mi leckst!

@Savall: Ich dachte Ihre Goten...

@Savall: Ich dachte Ihre Goten waren die Sowjets. @HansMeier555: Die 50er zurück? Die Frage lautet also Youporn oder Peter Alexander? Hmmm...

0 colorcraze 25.11.2010, 21:57 Uhr

@gheluveld: „Das geringste...

@gheluveld: „Das geringste Problem hatten vielleicht die Nachfahren der weissen jahrgänge ( 1930 bis 1936) oder der Flakhelfer (jg. 1927 -1929)“ – gut möglich. Meine Eltern sind aus diesen Jahrgängen, und ich habe mich bezüglich Nazizeit wenig mit ihnen gezofft. Sie gingen auch ziemlich offen mit ihren Kriegserlebnissen um. Von daher konnte es nie so explosiv werden wie bei jemand, der Eltern hatte, die damals leitende Funktionen hatten und die dann später „geheimnisvoll“ wurden. @Arabella/Schnurpelchen: blättern Sie halt mal in alten Blogeinträgen und verschaffen sich selbst einen Eindruck. @Försterliesel: Ihre Zusammenfassung hat einiges für sich. @Savall: und Sie rücken es schön unaufgeregt in die Langfristperspektive. @Ghostwriter: Je nun, wenn Sie sich zieren, gehts halt nach Gesetz, und statt einem Familienangehörigen verramschts halt dann die Stadt, und die Nachbarn ärgern sich. @Köstlich: wir sind nicht in den 20er Jahren. Es wird nicht zu solch disruptiven Mitteln gegriffen.

0 colorcraze 25.11.2010, 22:04 Uhr

@Filou: und vor allem kann man...

@Filou: und vor allem kann man sich die Leute ja nicht schnitzen. Sie sind begrenzt beeinflußbar.

@corcraze: Ehm!...

@corcraze: Ehm!

0 colorcraze 25.11.2010, 22:13 Uhr

@T.I.M.: wie ich aus berufenem...

@T.I.M.: wie ich aus berufenem Munde einer 68erin hörte, waren die 1950er wohl recht anders als die Nachgeborenen meinen - offiziös herrschte "Moral" (das ist das, was gedruckt und gesendet erhalten geblieben ist), de facto war das Liebesleben wohl ein recht häufiges, vielfältiges und wechselhaftes (das sind die Lebensumstände) - anders gesagt, man machte das wohl eher selbst, anstatt Bildchen zu begucken.

...und nicht nur das...

...und nicht nur das Liebeleben. Im Untergrund, sogar im Spiessbuergerlichen, herrschte eine Toleranz so vielem gegenueber, eine Toleranz, die dann spaeter die 68er fuer sich reklamierten. Die einen machten stille Umgestaltung, die anderen bruellten Revolution. Die Zeiten waren einfach reif. Die 68er waren die Trittbrettfahrer des Trends.

Untre diesen Umstaenden...

Untre diesen Umstaenden sollten wir den wohltuenden Einfluss Amerikas nicht vernachlaessigen. Die Amerikaner wirkten gewaltig in jenen Jahren.

0 Köstlich 25.11.2010, 23:33 Uhr

@ Colorcraze: Wer die...

@ Colorcraze: Wer die Revolution scheut den trifft der schleichende Tot .... Schade dass sie nicht leben wird ... aber wer tut das schon? (vgl. R. Scotts Blade Runner)

0 steelydan 25.11.2010, 23:56 Uhr

@ filou: Das mit dem...

@ filou: Das mit dem fortschittlichen Gesellschaftsmodell der stillen Boheme - geht das heute auch noch? Oder braucht man heute gar kein Gesellschaftsmodell oder keine "Vision" mehr, schert sich einen Dreck um die Sorgen anderer Leute und macht sein Ding. Scheinbar haben die Weltverbesserer keine Konjunktur mehr. Sind wohl eher ein wenig konservativ, um nicht zu sagen, restaurativ geworden. Juchtenkäfer statt Ho-Tschi-Ming!

0 hansgeier333 26.11.2010, 04:35 Uhr

Die Gnade der späten Geburt...

Die Gnade der späten Geburt hat nunmehr auch Claudia Roth erreicht. Man stelle sie sich an der Spitze einer Demo vor! Nach hundert Metern müsste sie in der Sänfte getragen werden.

0 Excellenz 26.11.2010, 08:07 Uhr

Die Witzchen des Hofnarren...

Die Witzchen des Hofnarren Geiermeier sind reichlich schal. Man verpasse ihm zehn Stockschläge auf seinen Allerwertesten und drei Tage Kerker. Er möge alsdann in alter Frische sprühen...

0 donalphonso 26.11.2010, 08:14 Uhr

Ein neues Thema könnte...

Ein neues Thema könnte natürlich auch helfen.

0 hansgeier333 26.11.2010, 08:23 Uhr

Wie wär´s mit...

Wie wär´s mit Promi-Stalkerei? Dann käme Inge vielleicht mal zum Zuge.

0 HansMeier555 26.11.2010, 08:26 Uhr

Und muslimische...

Und muslimische Parallelgesellschaften gab es in den 50ern auch noch nicht. . Man litt zwar noch unter den Kriegsfolgen, aber andererseits sorgte die Bedrohung durch die Russen ja auch für so ein schönes pathetisches Zusammengehörigkeitsgefühl. Kerzen im Fenster für die Brüder und Schwestern im Osten. . Die territorialen Verluste liessen sich leichter verschmerzen, da sie ja vorerst nur in der Realität, aber noch nicht auf den Landkarten existierten. . Und in den Kirchen gab es noch die lateinische Liturgie. . Es hätte alles wieder gut werden können. Aber dann kamen diese linken 68er und haben alles zersetzt und zerstört. Schlesien den Polen geschenkt und den deutschen Frauen die Pille zugesteckt.

0 Köstlich 26.11.2010, 08:38 Uhr

Werter Don: "Delay and pray"...

Werter Don: "Delay and pray" als neues Thema? Oder heisst das bei den 68ern "Delay and play"? . http://m.ftd.de/finanzen/maerkte/marktberichte/:das-kapital-passt-scho-weiter-so/50198665.html?mode=simple

In Koeln nie Kerzen im Fenster...

In Koeln nie Kerzen im Fenster gesehen ("Macht das Tor auf!") Pathetisches Zussamengehoerigkeitsgefuehl=Springerquatsch (damals schon erkannt) Portugiesische, spanische, jugoslawische, italienische Parallelgeselschaften (Barracken, mehrfach belegte Zimmer) Klagen uebr die Oder-Neisse-Linie ueberliess man den Vertriebenen (die hatten Phantomschmerzen) Haette der Russe kommen wollen: Freitag nach 17 Uhr. Da waren die Kasernen leer. So einfach war am Anfang die Pille nicht zu kriegen. Dafuer brauchte es einen netten, verstaendnisvollen Arzt.

steelydan, wahrscheinlich...

steelydan, wahrscheinlich gibts die immer noch, und immer noch still. Wenn es darum geht, seine unsterbliche Seele zu retten, bescheisst man das Sytem. Egal, ob 1962, 68, oder 2010. Was nicht passt, wird vom Buerger passend gemacht. Stuttgart? Der Aufstand der Menopausenschabracken, Dackelrentner und Halbkindern, denen es in Stuttgart zu langweilig ist.

Don Alphonso, es könnte....

Don Alphonso, es könnte.

Hans Geier, ist Don Alphonso...

Hans Geier, ist Don Alphonso ein Promi? Ich denke nicht, dass es schon so schlimm um ihn steht.

0 specialmarke 26.11.2010, 10:28 Uhr

@HansMeier555: Die "Pille"...

@HansMeier555: Die "Pille" wurde 1961 in der Bundesrepublik zugelassen - hat nichts mit den 68ern zu tun. Und die lateinische Liturgie in der RKK haben sie bestimmt auch nicht abgeschafft...

Die "68er" entschuldigen...

Die "68er" entschuldigen nichts. Wer nicht klar kommt, möge eine andere Ausrede suchen. ("Die Kirche", "Die Gutmenschen" oder soetwas.)

Köstlich, "delay, play AND...

Köstlich, "delay, play AND pray", so müsste es bei den ganzen Phantastilliarden wohl eher heißen. Dennoch, ich liebe diese FT-Kolumne.

0 Max von Meißen 26.11.2010, 10:53 Uhr

ieber on, arum ehlen ie rsten...

ieber on, arum ehlen ie rsten uchstaben ei orzellan nd ayenzen?

0 donalphonso 26.11.2010, 11:05 Uhr

eiss ch eider uch icht, and s...

eiss ch eider uch icht, and s ber itzig.

0 Der Tiger 26.11.2010, 11:08 Uhr

@Filou - dann haben Sie nicht...

@Filou - dann haben Sie nicht aufgepaßt. An irgendeinem Weihnachten in den 60zigern haben sogar meine Eltern, die eigentlich keinen ausgeprägten patriotischen Kitschnerv hatten, am Heiligabend im Wohnzimmer zwei Kerzen ins Fenster gestellt.

Frage in die Expertenrunde -...

Frage in die Expertenrunde - ich zitiere zunächst eine Lesermeinung zu dem Artikel "Londoner City kritisiert Berlin immer schärfer". . "Im vergangenen Jahr hätten wir eines verhängnisvollen Ereignisses gedenken können. 1909 wurde zuerst in Frankreich, dann in Deutschland und anderen (Ländern) Papiergeld als verpflichtendes Zahlungsmittel vorgeschrieben. Das Gedenken fiel wohlweislich aus. . Erst mit diesem aus dem Nichts erzeugten Geld, dem Fiat Money, waren der erste Weltkrieg und alle nachfolgenden zu führen. Mit echtem, gedecktem Geld, wäre dieser schon nach kurzer Zeit zu Ende, schlicht weil die Kriegsparteien pleite gewesen wären." (Zitat HQuednau.) . Über diesen Zusammenhang zwischen Papiergeld, das es ja bereits seit längerer Zeit gab, und der Finanzierung von Kriegen habe ich noch nie nachgedacht. Ich frage mich nun, ist die These 'Ohne-Papiergeld-Staatsbankrott-und-Krieg-zwangsläufig-beendet' überhaupt haltbar? . Befürworter dieser These habe ich bereits gefunden, z.B. hier: http://www.goldseitenblog.com/peter_boehringer/index.php/2010/07/18/wie-haeltst-du-es-mit-der-direkten-demok-1 . Gibt es auch Gegner bzw. konträre Ansichten, oder handelt es sich vielmehr nicht um eine These, sondern um ein Faktum?

Ich sollte vielleicht noch...

Ich sollte vielleicht noch ergänzen, dass mit Blick auf Irak und Afghanistan, bzw. auf US-amerikanische Militärausgaben im Allgemeinen, die 'Systemrelevanz' von Banken eine etwas anders geartete Bedeutung bekäme.

0 donalphonso 26.11.2010, 11:55 Uhr

Das ist schwer zu sagen, weil...

Das ist schwer zu sagen, weil Menschen im Krieg teilweise andere Interessen als "geld" haben, und der Staat und die Banken auch anders "rauben" können, wenn das Geld ausbleibt. In England und Frankreich ging man den Weg der Vermögenssteuer, in Deutschland den Weg des Gelddruckens mit der Erwartung auf den Kriegsgewinn. Inflation gab es zwischen 1910 und 1925 weltweit, nur halt nicht so schlimm wie in Deutschland und Österreich.

0 colorcraze 26.11.2010, 12:09 Uhr

@V: ja gut, WK1 und 2 wären...

@V: ja gut, WK1 und 2 wären nicht möglich gewesen, aber Mondlandung und Wirtschaftswunder auch nicht. Und nu? Ob man Aufbau oder Abriß finanziert ist für die Existenz von Finanzierung als solcher wurscht, man braucht sie für beides. Und wenn man schon Papiergeld betrachtet, dann möge man doch bitte die lange chinesische Erfahrung damit nicht untern Tisch kehren, gelle. Abgesehen davon haben wir schon lange kein Papiergeld mehr, sondern Datensätze auf Bankenrechnern. Muß man anscheinend erwähnen, weils wegen Alltäglichkeit so schnell vergessen wird. - Es ist ja recht, wenn man sich um ein Begreifen zum Zweck des Sicherermachens der Geldwirtschaft bemüht, und das Einziehen eines Fallbacks kann man dabei durchaus in die engere Wahl kommen, aber was die da produzieren empfinde ich als Spökenkiekerei und nicht geeignet, sich über das, was ist, Klarheit zu verschaffen.

0 steelydan 26.11.2010, 12:13 Uhr

@ V: Wenn der Rettungsschirm...

@ V: Wenn der Rettungsschirm aus Papier ist, geht es daneben, denn Gold gab ich für Eisen. Bis ihnen das Benzin knapp wurde, haben die Nazis die Rechnungen der Rüstungsindustrie und den Wehrsold mit Wechseln und dem beschlagnahmten Vermögen der Juden und der besetzten Gebiete beglichen. Schon Wallenstein bevorzugte letztere Art der Finanzierung.

0 colorcraze 26.11.2010, 12:20 Uhr

@Köstlich: Jaja, das...

@Köstlich: Jaja, das Verhältnis zum Heiligen. "Revolution" ist das säkulare Pendant zu "Erlösung" (bzw. Erleuchtung). Bewußtseinsschub zwecks Weiterentwicklung. Beim Christentum setzte der Ernüchterungsprozeß wohl mit Konstantin ein, als es Staatsreligion wurde. Es veränderte sich ziemlich, weil es nicht in seiner weltabgewandten Märtyrerpose bleiben konnte. Mit Oliver Cromwell, the New Model Army und den Puritanern setzte der Reigen der europäischen Revolutionen ein. Auch Oliver Cromwell war siegreich, und verpaßte England einen Erneuerungsschub. - Aber für sowas müssen Zeit und Ideen reif sein, sonst gibt es keine Revolution, sondern nur einen anomischen Bürgerkrieg mit allgemeiner Verblödung.

0 Schwarzbrenner 26.11.2010, 13:43 Uhr

colorcraze@: Die begangenen...

colorcraze@: Die begangenen Fehler laufen uns immer nach. Selber zahle ich immer noch bar. Man muß diese armen Würstchen gesehen haben, wenn sich die lange Schlange hinter ihnen ballt, jenen mit rotem Köpfchen, denen die Maschine das Placet verweigert. Licet vastum traieceris mare, licet, ut ait Vergilius noster, "terraeque urbesque recedant", sequentur te, quocum que perveneris, vitia. (Sen.epist.28)

0 HansMeier555 26.11.2010, 13:58 Uhr

Die 50er hab ich nicht bewußt...

Die 50er hab ich nicht bewußt erlebt, aber wenn ich die Bilder sehe, werde ich immer ganz nostalgisch. . Ich sehe dort das Bild einer entfremdungsfreien heilen Welt ganz ohne Linke im eigenen Nest. Die Guten und die Bösen klar getrennt. Wer soll da kein Heimweh bekommen?

colorcraze. Danke für Ihre...

colorcraze. Danke für Ihre sehr klugen Ausführungen zu Allgemeinplätzen.

0 colorcraze 26.11.2010, 14:58 Uhr

@Schwarzbrenner: c'est la vie....

@Schwarzbrenner: c'est la vie. "Cha me mache nüüt, mue me luege zue" (kann man nicht ändern, - zweideutig - muß man sich damit befassen / kann man nur dabei zugucken). - Mpf, ansonsten, wie könnte sich der Elefant geschmeidiger bewegen, so daß er im Porzellanladen nicht alles runterreißt? London bewegt sich auf dünnstem Eis, wir dürfen nicht so poltern. Nur ist die deutsche Öffentlichkeit anders aufgebaut wie die britische, und nicht ohne weiteres zu ändern (Elefant bleibt Elefant). Und es geht weder ohne Porzellanladen (Großbritannien, die europäische Händlerinsel mit dem Geldverstand) noch ohne Elefant (der die großen Brocken bewegen kann). Wenn der Elefant Panik bekommt, ist schlecht. Normalerweise ist er gescheit, wenn auch ein wenig langsam. Zwischendrin die schweißgebadeten Pulverfäßchenentschärfer, die von allen Seiten Ratschläge zugerufen bekommen, während sie eigentlich arbeiten sollten, weil alle Angst haben vor den Pulverfäßchen.

0 Schwarzbrenner 26.11.2010, 15:16 Uhr

HansMeier555@: Nostalgie:...

HansMeier555@: Nostalgie: Dagegen hilft ein tätiges Leben bis zum letzten Atemzug. Die Zeiten waren schon immer so, so. Rückwärts gewandt ver(un)klärt sich so mancher Murks in höchste Qualität. Ob Sie es nun glauben oder nicht, ich gehörte schon immer zu den Guten, die Bösen ...nun ja.

0 Schwarzbrenner 26.11.2010, 15:27 Uhr

steelydan@:Darüber nahm sich...

steelydan@:Darüber nahm sich Wallensteins Finanzier der Hoffaktor Hans de Witte 11. September 1630 sein Leben. Schon in der Zeit wurde exemplarisch vorgeführt wie man ganz modern Währungen manipuliert und sich anderer Leute Vermögen im Handstreich zueignet. Wie im I Ging: "Mit leichter Hand das angebundene Schaf wegführen."

0 HansMeier555 26.11.2010, 15:34 Uhr

Und die Autos waren schöner....

Und die Autos waren schöner.

0 specialmarke 26.11.2010, 15:41 Uhr

HansMeier555, Sie gucken...

HansMeier555, Sie gucken wahrscheinlich die falschen Bilder an. Das Elend wurde ja auch nicht fotografiert. "Fahrraddiebe" von Vittorio de Sica spielt zwar im Italien der 30er Jahre, aber die 50er hierzulande waren auch nicht sehr viel anders. Die Stimmung war natürlich besser, weil die Versorgung mit Nahrungsmitteln allmählich wieder funktionierte und die Arbeitslosigkeit stetig zurückging. Die geistigen Freiräume dieser Zeit können Sie ausloten, wenn Sie die Literatur der "Pinscher" (Ludwig Erhard) und "Schmeißfliegen" (Franz-Josef Strauß) - gemeint waren Böll, Grass u. a. - lesen und sich fragen, womit sie diese Beschimpfungen verdient haben...

0 specialmarke 26.11.2010, 15:52 Uhr

..Sie meinen doch nicht den...

..Sie meinen doch nicht den Lloyd, das Goggomobil, die Isetta, den NSU Prinz oder den VW-Käfer - das Auto ohne Kofferraum ...

0 HansMeier555 26.11.2010, 15:57 Uhr

Immerhin gab es relevante...

Immerhin gab es relevante Literatur. Sogar Thomas Mann lebte noch.

Doch, doch, specialmarke, das...

Doch, doch, specialmarke, das Elend der 50er wurde sehr wohl fotografisch dokumentiert (auf die Schnelle gefunden: Chargesheimer). Die oberen 2 Bilder: http://www.google.de/imgres?imgurl=http://www.migrationsroute.nrw.de/images/erinnerungsort/weideng_thema01_li_01_01.jpg&imgrefurl=http://www.migrationsroute.nrw.de/themen.php%3Fthema_id%3D40%26erinnerungsort%3Dk%25F6ln&usg=__mVKFOmtEbwnn12L5QWC9BWPuya4=&h=336&w=436&sz=56&hl=de&start=34&zoom=1&um=1&itbs=1&tbnid=EmdtOe58b6r_iM:&tbnh=97&tbnw=126&prev=/images%3Fq%3Dchargesheimer%26start%3D20%26um%3D1%26hl%3Dde%26sa%3DN%26rlz%3D1R2GGIE_en%26ndsp%3D20%26tbs%3Disch:1

0 HansMeier555 26.11.2010, 16:14 Uhr

Danke für den Hinweis zu...

Danke für den Hinweis zu "Fahrraddiebe". Den Film habe ich nicht gesehen. Aber wenn ich den Wikipedia-Artikel dazu lese, werde ich auch schon wieder nostalgisch. Sehen Sie es so: Damals war die Unterschicht noch unbedingt arbeitswillig und noch nicht so eine verwöhnte Anspruchsgesellschaft wie heute. Die Armut erzeugte noch echte Dramen und zwang die Familien, zusammenzuhalten. . Wenn wir doch unser heutiges RTL-glotzendes Prekariat nur wieder gegen solche "Fahrraddiebe" eintauschen könnten.

0 bertholdIV 26.11.2010, 16:16 Uhr

...

@specialmarke Danke http://www.italica.rai.it/cinema/neorealismo/ladri.htm

Und diese zwei PrekaierInnen...

Und diese zwei PrekaierInnen haben sich gerade den Kommentar von 17:14 vorlesen lassen: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0a/Heinrich_Zille_Standesunterschiede.gif

Hier ist die Luft aus den...

Hier ist die Luft aus den Fahrradschläuchen, gell? Max von Meißen: ch ehe un n in ternerestaurant nd sse in aar terne. uf hr ohl!

0 specialmarke 26.11.2010, 17:08 Uhr

Ja, Thomas Mann lebte noch -...

Ja, Thomas Mann lebte noch - in der Schweiz... . Auszug aus Wikipedia: "Thomas Mann und das Nachkriegsdeutschland [Bearbeiten] Als einige Zeitungen nach Ende des Kriegs Thomas Mann als ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland ins Gespräch brachten, wies dieser das Ansinnen erschrocken von sich, meinte aber selbstbewusst in einem Anflug von Ironie: „Ich habe ein gewisses fürstliches Talent zum Repräsentieren – wenn ich einigermaßen frisch bin“. Ob er die Idee, das Amt zu übernehmen, jemals ernsthaft in Erwägung gezogen hätte, bleibt fraglich, denn Mann selbst hatte zwischen sich und Nachkriegsdeutschland einen Keil getrieben: In seinem offenen Brief Warum ich nicht nach Deutschland zurückkehre vertrat er die These von der Kollektivschuld der Deutschen. Drohbriefe und Verrisse seines Doktor Faustus waren die Folge. Die Bombardierung deutscher Städte während des Zweiten Weltkrieges kommentierte er mit den Worten: „Alles muß bezahlt werden.“ Es mussten einige Jahre vergehen, bis sich in der deutschen Öffentlichkeit wieder eine versöhnlichere Haltung gegenüber Thomas Mann einstellte." - Da war er dann schon tot...

0 specialmarke 26.11.2010, 17:14 Uhr

@Filou: Ja, Danke für den...

@Filou: Ja, Danke für den Hinweis. Aber gegen die nostalgischen Exzesse von HM555 ist wohl kein Kraut gewachsen...

specialmarke, der will nur...

specialmarke, der will nur spielen. Der meint das nicht so. (In Oesterreich, Schweiz und Deutschland sind fehlgeleitete Bananenkisten angekommen)

Aber nein, T.I.M., die Sowjets...

Aber nein, T.I.M., die Sowjets waren keineswegs Goten und Vandalen. Ich sehe sie vergleichsweise zeitlich und charakterlich in der Nähe der Kelten. Merkwürdige Kleidung, merkwürdige Sitten und vollkommen durchgeknallte Druiden. Letzen Endes hatten sie mehr Respekt vor der deutschen Kultur als die deutschen Kommunisten. Ich denke da an die russischen Kulturoffiziere wie Alexander Dymschitz, die sicher gebildeter und kultivierter waren als 90 % der deutschen Bevölkerung, von den Kommunisten ganz zu schweigen. Ich will allenthalben vorgekommene Greueltaten nicht verniedlichen, aber wie wäre es nach einem Einmarsch des böhmischen Gefreiten in Moskau zugegangen? Selbstverständlich fiel Dymschitz später in Ungnade, immerhin verschwand er nicht im Gulag. Und das ist der Punkt, in dem ich wirklich einen massiven Dissens zur Generation von 68 habe: die Verharmlosung von Verbrechen. Es war ja im Sinne der Weltrevolution und die Partei, die da kämpft für das Recht, die hat immer recht. Dieses Erbe schlage ich aus, aus freiem Willen und bei vollem Bewußtsein.

0 Giannozzo 26.11.2010, 19:37 Uhr

Thomas Mann, Hesse, Zuckmayer:...

Thomas Mann, Hesse, Zuckmayer: Da gab's schon einige, die es nach 45 nicht unbedingt nach Deutschland zog. Sogar Brecht wollte nach dem Krieg gern in der Schweiz bleiben (man ließ ihn aber nicht). Andere versuchten die Heimkehr und haben es bereut: Mascha Kaleko zum Beispiel, als Jüdin vertrieben, als Lyrikerin in den Fünfzigern mit einem bescheidenen Comeback, 1960 sollte sie den Fontanepreis bekommen - mit einem SS-Mann in der Jury! Gestorben ist sie, wen wundert's, in Zürich.

0 HansMeier555 26.11.2010, 19:44 Uhr

Entwicklungsfähig bleibt der...

Entwicklungsfähig bleibt der Aspekt Erbschleicherei. Wie gräbt man die 68er Vollgasopas richtig an? Die meisten von denen sind ja noch gar nicht tot, ja noch nichtmal im Pflegeheim. Da sollte noch genug Zeit bleiben, das Problem strategisch anzugehen.

0 Köstlich 26.11.2010, 20:20 Uhr

Werter T.I.M. als ich las,...

Werter T.I.M. als ich las, dass Sie zur Machtersitzung unseres Helmuts geboren wurden dachte ich zunächst Sie hätten hinter ML das P vergessen, danach an Mona Lisa (die Fernsehsendung die ich selbst beim Zappen vermeide) danach an Marktliberalismus und erst später ward ich an meine Studienzeit und die ganzen verquasten Marxistisch Leninistischen Gruppen erinnert. Gab es die zu Ihrer Studienzeit immer noch?

0 colorcraze 26.11.2010, 20:58 Uhr

@HansMeier:...

@HansMeier: "Entwicklungsfähig bleibt der Aspekt Erbschleicherei." Genau, Sie bringen das Thema nach all den Abschweifungen doch mal wieder in die Spur. Die Wohnmobilrentner, die allenfalls noch ein Bankkonto haben, sind diesbezüglich wohl ein recht hoffnungsloser Fall, und auch bei der Südsonnenimmobilienfraktion (Kanaren, Alanya) wird wahrscheinlich kaum was über Reise- und Beerdigungskosten hinaus übrigbleiben. Da müßte man sich schon an die bei Don aufschlagende Fraktion halten. Vielleicht schleicht sich ja dort bei manchen das von Försterliesel einmal erwähnte Schicksal an.

0 donalphonso 26.11.2010, 21:02 Uhr

So, passend zum Tage, bin ich...

So, passend zum Tage, bin ich fertig! . http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2010/11/26/der-bank-run-allein-reicht-eliten-nicht.aspx

0 colorcraze 26.11.2010, 21:04 Uhr

@Köstlich: ich las Anfang der...

@Köstlich: ich las Anfang der 90er in der Mensa gelegentlich das Blättchen der "Agentur zur Selbstaufhebung des Proletariats". Ich dachte, wenn man sich so einen Autorennamen ausdenken kann, muß das einen gewissen Unterhaltungswert haben. Zumindest die bizarre Seltsamkeit der Abgrenzungsattitüden enttäuschte nicht.

...

http://golemxiv-credo.blogspot.com/2010/11/who-bankrupted-ireland.html Das waren wir nicht, das, das, das waren die 68er!!!!

0 Spiegelfechter 27.11.2010, 12:31 Uhr

Lieber Don, wie viel Hass...

Lieber Don, wie viel Hass steckt in dir, um so zu schreiben?

0 donalphonso 27.11.2010, 12:37 Uhr

Lieber Spiegelfechter, wo ist...

Lieber Spiegelfechter, wo ist bei dieser kleinen, amüsierten Betrachtung über die Endlichkeit der "Hass"? In mir ganz sicher nicht.

0 donalphonso 27.11.2010, 12:38 Uhr

(Allenfalls österreichische...

(Allenfalls österreichische Balkanbewohner könnten sich beschweren, aber die hasse ich auch nicht - sie versperren mir nur den Weg nach Italien)

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.