Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Der Reichtum der Urenkel

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Alle müssen sterben, und wer später stirbt, kann sich am Erbe der anderen erfreuen. Solange es irgendwie nutzbar und praktisch ist. Oft genug aber entspricht das alte Erbe nicht mehr den Conveniencevorstellunmgen junger Leute. Ein guter Grund, entweder betrügerischer Anlagebrater zu werden oder ihnen zu sagen: Stellt Euch nicht so an!

Es gibd soicharne und soicharne
Bayerische Volksweisheit

Es war ein Haus, wie es üblich war, nach dem 1. Weltkrieg: Nicht mehr verspielt oder verschnörkelt, aber immer noch gross, mit hohen Räumen und einem imposanten Walmdach. Zum Garten hin öffneten sich Flügeltüren, nach vorne hinaus führte eine kleine Freitrappe zur Auffahrt, rechts war das Hausmeisterhäuschen angebaut, und links die Remise mit Platz für eine Kutsche und ein Auto. Erbaut hatte es die reich verheiratete Urgrossmutter, und weil sie auch nach dem grossen Krieg noch romantische Vorstellungen von der Natur und Gartengesellschaften hatte, war die Auffahrt zur Strasse klein, und der Garten dahinter gross. Es war ein gelungenes Ensemble am Rand einer unterfränkischen Stadt, und das Haus und der Garten beherbergten über Jahrzehnte die immer gleiche Familie.

Bild zu: Der Reichtum der Urenkel

Ich war nie dort. Ich kannte nur eine der vielen Urenkelinnen der Familie, und als ich die Bilder vom Haus sah, war ihre Grossmutter, die darin gewohnt hatte, bereits gestorben. Wer sich so ein Haus leisten kann, kann sich auch die Bildung der Kinder leisten, und alle sind sie etwas geworden, alle hatten sie studiert und ihren Weg gemacht; später wurde mangels Interesse der Kinder auch die Firma verkauft, die den Bau des Hauses erst ermöglicht hatte. Die Kinder zogen in Städte, die man mit der Kutsche nicht erreicht hätte. Aber mit dem Auto waren sie nie zu weit weg, als dass sie sich nicht an einem Sonntag bequem unter den alten Bäumen der Heimat hätten treffen und wieder heimfahren können.

Nun sind solche Häuser aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts weder besonders selten noch allzu reizvoll; sie haben im Stil der Zeit keinen Stuck und keine verschnörkelten Türgriffe, sie sind fast etwas ärmlich in der Anmutung, und technisch gerade so schlecht den modernen Ansprüchen genügend, dass man damit leben kann, wenn man unbedingt will. Diese alten Häuser sind etwas für Familien, die gerne eine kleine, vertraute Welt um sich haben, die sie von Kindesbeinen an kennen,  in dem man jedes Knarzen der Treppe erfühlt und mit einem Luftzug ahnt, welche Tür nicht ganz geschlossen ist. Es gibt, von unserer Zeit aus gesehen, klare Mängel, um die Menschen aber herumwachsen, wie sich der Efeu um Äste windet. Und so mangelhaft sah das Haus auch auf den Bildern der Urenkelin aus.

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Vielleicht hätte ich es mir einmal anschauen können; schliesslich habe ich etwas Erfahrung mit alten Häusern, und eine Einladung, so einen alten Schuppen zu betreten, schlage ich nie aus. Steht in Italien zufällig mal ein alter Palazzo offen, drücke ich mich schnell durch die Tür und schaue hinein; das hat man bei uns schon immer so gemacht, und sollte sich jemand beschweren, behaupte ich einfach, mein Hund sei ausgebüchst. Dieses Haus aber hatte einen grossen Garten, und als die Besitzerin gestorben war, sahen sich die Erben dem Problem gegenüber, ein altes, unmodernes Haus mit hohen Decken und schlechter Heizung in einem Grundstück zu besitzen, das schon lange nicht mehr am Rande einer fränkischen Stadt stand. Es war, marktwirtschaftlich gesprochen, ein Sanierungsfall inmitten von 2500 Quadratmeter Baugrund inmitten einer neu entstandenen Siedlung. Einer hätte es übernehmen müssen, aber keiner wohnte mehr dort. Einer hätte sich darum kümmern müssen, aber keiner hatte Lust auf den Ärger mit den Mietern. Einer hätte die anderen ausbezahlen können, aber sie alle hatten Kinder, die ein neues Auto brauchten, ein Auslandssemester oder eine Wohnung irgendwo in einer anderen Stadt. Das Haus war wertlos, aber der Grund war zu teuer für einen von ihnen.

Also sah ich nur die Bilder, die die Urenkelin beim Ausräumen gemacht hat. Danach wurde das Haus verkauft, der Erlös aufgeteilt, der Käufer riss es ab und baute renditeträchtige Mehrfamilienhäuser hinein – so viele, wie halt auf 2500 Quadratmetern und mit seinen Kontakten zur Stadtverwaltung genehmigt wurden. Es ging wohl nicht ohne ein gewisses Bedauern, ja vielleicht sogar Wehmut ab, dieser Verkauf und das Abholzen der Bäume; Menschen sind da komisch, sie nehmen das Geld gerne und denken trotzdem, dass es schön war, in dem Garten, den sie zerstören lassen. Aber es wohnte keiner dort, kein normaler Käufer konnte so viel zahlen, und so wichtig war es ihnen auch nicht. Es bliebenschöne Bilder, auf denen man die fränkische Sommerluft ahnte, die in Räume wehte, an deren Wänden man die Abdrücke der Bilderrahmen sah.

Bild zu: Der Reichtum der Urenkel

Gerne wird ja behauptet, die Jugend auch der besseren Kreise gäbe sich masslos dem Kapitalismus und den Zwängen der Globalisierung hin; wir sähen nur noch den Preis der Dinge, aber nicht mehr ihren Wert, und die Fliehkräfte der Märkte würden uns hinaustragen in die Unverbindlichkeit anonymer Wohnsilos und schneller Kontakte bei sich elitär gebenden Partneranzeigen. Überhaupt, man ist heute ja Partner wie in einer Kanzlei, und keine Liebschaft mehr. Aber spricht man diese Urenkel dann an und fragt sie, ob sie nicht einen anderen Weg gesehen haben, eine andere Lösung als die Abrissbagger, kommen nur all jene zweckmässigen Argumente, die sie daheim am Küchentisch schon von den Eltern gehört haben: Der Aufwand, die Kosten, die Probleme, die Unsicherheit, zu viele Erben, keiner könnte es allein machen… als ob es die gleichen Probleme nicht früher auch schon gegeben hätte, als man sich trotzdem für so ein Haus entschied. Weil es einem wichtiger war, so ein Haus zu haben, als vieles, was heute als wichtiger, ja unverzichtbar angepriesen wird. Das muss nicht das neue Mobiltelefon sein; Eltern von Urenkelinnen setzen da durchaus auf jene Anlagen mit scheinbarer Sicherheit im Alter, die uns gerade TV-Berichte über AWD und ihre Praktiken bescheren.

Natürlich ist es leichter, beim Makler ein Preislimit zu nennen, zu warten und dann einen Notartermin zu besuchen, als einen Kostenvoranschlag zu lesen. Es gibt immer leichtere Wege in einer Welt, die den leichteren Weg als Geschäftsmodell entdeckt hat, vom Convenience Foodmüll, für den man nicht abwaschen muss, bis zum Vermögensverwalter, der schon wissen wird, was gut für einen ist. Die aber stehen erst am Ende einer langen Entwicklung, es ist die letzte Konsequenz eines Wandels. Und während die Urgrossmutter noch wusste, von welchem Baum welcher Apfel für den Kuchen stammt, kann die Enkelin nur darauf hoffen, dass die Anlage gut ist und woher auch immer, Kinderarbeit, Staatsanleihen aus Portugal, AKW-Betreiber, Derivate, chinesischen Giftmüll, die Rendite für Zinsen und den Kuchen aus der Grossbäckerei erwirtschaftet. Neben all den Kickbacks, Schmiergeldern und Banksterboni.

Bild zu: Der Reichtum der Urenkel

Das Hinterhaus bei uns ist keine Fabrikantenvilla, sondern ein Hinterhaus. Das Erdgeschoss ist noch aus dem Mittelalter, darüber sind die ehemaligen Lager und Dienstbotenzimmer, darüber ein weiterer Ausbau aus dem 20. Jahrhundert. Der Denkmalschutz würde einem Abriss nicht im Wege stehen, und vieles muss neu gemacht werden. Der Kostenvoranschlag ist so, dass ich überlege, vom Journalismus auf Heizungsbau umzusatteln. Es ist kein Herrenhaus, es hat ein paar Vorteile, wie in der Altstadt seltene Balkone, und ein paar Nachteile, wie in der Altstadt häufige steile Treppen. Der Grund ist einiges wert, und das Gebäude eher nicht. Ich weiss, dass die Urenkelin heute, 10 Jahre später, immer noch zur Miete wohnt, weil Wohnungen so teuer sind, und man sich eine gewisse Flexibilität erhalten will, selbst wenn sie dafür einiges an Unflexibilität auf sich nehmen muss. Und ich weiss, was ich dieses Jahr tun werde, und da gibt es keine Alternativen mit dreimonatiger Kündigungsfrist. Es gibt nur alte Mauern, die mich, wie alle anderen meiner Sippschaft auch schon, überdauern werden.

Aber dafür gibt es auch kein flaues Gefühl, wenn ich später einmal Bilder vom Haus sehen sollte, wie es früher war. Kein flaues Gefühl gegenüber einem Bankberater. Ich finde ja, dass ein Mangel an flauen Gefühlen auch eine Art Wert sein können, und es gibt eben solcherne Urenkelinnen und solcherne Urenkel.

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190 Lesermeinungen

  1. Werter Don,

    sie sprechen mir...
    Werter Don,
    sie sprechen mir aus dem Herzen, ich befinde mich zur Zeit bei einem nicht ganz freiwilligen Aufenthalt bei meiner 100 jährigen Großmutter in Ihrem Haus in Lübeck.
    Die Ansicht meines Buders deckt sich mit der meinen, aber nicht mit der meiner Mutter.
    Ihrer Ansicht nach gehört, das Haus versilbert, so das es für einen angenehmen Lebensabend reicht. Die Sintflut ( in Form von Beratern) lässt grüßen.
    Ein vorzügliches Spannungsfeld, in dem ich gerade die Pflege der Großmutter übernommen habe.
    Schöne Grüße von der Waterkant

  2. pietätlos, sein ererbtes...
    pietätlos, sein ererbtes elternhaus zu verkaufen,
    lieber, wenn die liebste mal die kehre macht, dort wieder einziehen und an kamin und brunello die demenz vergessen.

  3. Wenn es die ehemalige Geliebte...
    Wenn es die ehemalige Geliebte denn zulässt. Trennung ist oft auch keine Lösung.
    .
    Hartmut, da wünsche ich jeden nur denkbaren Erfolg und Ihrer Mutter alles Gute, auf dass sie sich das nochmal überlege.

  4. Bei uns heißt es: Es gibt...
    Bei uns heißt es: Es gibt sonne, sonne und Gesprenkelte (bei denen sich Glück und Leid womöglich die Waage halten).
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    Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach, es wankt der Grund, auf dem wir bauten. (Schiller)

  5. Werter Don Alphonso, Sie...
    Werter Don Alphonso, Sie beschreiben das Haus meiner Großeltern. Da es aber nicht inmitten einer fränkischen Stadt steht, sondern immer noch am Rande einer rheinischen Stadt im Abwärtstrend, hat es mein Vetter erhalten und modernisiert!
    Auch solche Fälle gibt es.
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    Der Ihre ist aber doch ganz anders. In der Donaustadt sind die Mieten astronomisch und Sie wollen auch absahnen. Mittelbar profotieren Sie auch von den Anlagen in Kinderarbeit, Staatsanleihen aus Portugal,Windrad-Betreiber, Derivate, chinesischen Giftmüll, die Rendite für Zinsen, die Ihre Mieter erziehlen müssen, um die wahnwitzigen Mieten in einem Alstadtpalais zahlen zu können, auch wenn dieses dann außer den Fundamenten größtenteils aus den 1960er Jahren stammt!
    Honni soit qui mal y pense!

  6. Lieber Don F.,
    .
    Sie zeigen da...

    Lieber Don F.,
    .
    Sie zeigen da ein bedauerliches Unverständnis für die Kräfte des Marktes, für Kausalität und für Zurechnung. Haben Sie je eine Universität bezogen, ich würde auf Studien in Sozialpädagogik an einer dieser neuen Universitäten im Ruhrgebiet tippen.
    .
    Man hat auch heute noch die Wahl und nur die eigene ist einem zuzurechnen. Die Entscheidungen der anderen wirken auf einen ein, und man kann sich ihnen nur begrenzt entziehen.
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    Pfeifend,
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    Paule

  7. @DA: Ja, halten Sie Ihr Haus!...
    @DA: Ja, halten Sie Ihr Haus!
    [x] Dafür!!
    Ganz richtig, wenn so ein Haus nicht jedesmal, wenn Wechsel ansteht, jemand findet, der es nimmt, ist es vorbei damit.
    In diesem Sinne bin ich froh, daß seinerzeit ein Käufer für das alte Bauernhaus einer Großtante gefunden wurde, der es nicht abgerissen hat, sondern die Arbeit auf sich nehmen wollte, es zu modernisieren (Plumpsklo und eiserner Holzofen sind halt nicht mehr so ganz der heutige Stand).
    Bei dem geschilderten Beispiel mit dem 20er-Jahre-Haus mit Garten, das jetzt mitten in einer Siedlung liegt – derlei Beispiele sind mir aus Anschauung aus meiner Herkunftsgegend auch bekannt – ist es halt so: entweder man macht da was eher Öffentliches draus – z.B. ein Café, wo die Leute dann im Garten sitzen können – oder man hat von dem Garten nicht mehr so recht was, weil man für sämtliche Nachbarn Theaterbühne ist. Hier in Charlottenburg habe ich gerade 2 Minuten zu Fuß ein Anschauungsbeispiel in groß: die alte Villa Oppenheim, die ursprünglich einen weitläufigen Park mit Tennisplätzen hatte, und die dann um die Jahrhundertwende so mit 5stöckigen Stadthäusern umbaut wurde, daß die Familie die Villa an die Stadt verkaufte, die dort nebenan eine Schule baute (die heute noch in Betrieb ist), und ein Stück Park als öffentlichen Park herrichtete. Die Villa blieb erhalten, weil immer eine Nutzung dafür gefunden wurde, aktuell wird sie umgebaut, weil das Heimatmuseum Charlottenburg da rein umziehen soll. Aber wenn es halt an jemand gerät, dem keine Nutzung mehr einfällt, ist halt Schluß.
    Wenn der Urbanisierungsdruck sich verstärkt, werden die alten Dorf- und Vorstadthäuser eben durch Stadthäuser ersetzt. (Fontane, der wohl aus Neuruppin war, spottete seinerzeit bei seiner Apothekerlehre, die er in Berlin machte, daß in Berlins Hauptstraßen die Häuser nicht mal zweistöckig seien, wie aus Neuruppin gewohnt.) Das wird schon sehr, sehr lange so gemacht.
    Mit dem Haus, in dem Sie wohnen, ist es aber mMn anders als mit dem Haus mit Garten: Ihr Haus ist ein Stadthaus und war von Anfang an als solches konzipiert. Deshalb finde ich es ganz richtig, daß Sie Ihres halten und das andere abgerissen wurde. In Basel und anderen alteingewohnten Städten (auch in Jüterbog, gell) gibt es ja manchmal noch Häuser, die über 500 Jahre alt sind und noch bewohnt. Die haben halt immer wieder Liebhaber gefunden!

  8. @Don Ferrando: genau, sehen...
    @Don Ferrando: genau, sehen Sie, so ist es: Stadt im Abwärtstrend, also nachlassender Urbanisierungsdruck, also Vorstadtidyll die nächsten Jahrzehnte bleibend.
    @Paulchen P: Daß da ein Markt ist, erklärt nicht, was es auf dem Markt gibt.

  9. @Hartmut: Alles Gute und viel...
    @Hartmut: Alles Gute und viel Kraft, und setzen Sie sich mit List und Beharrlichkeit durch! Lübeck ist so eine schöne, aber arme Stadt.

  10. Werter Paule,
    mein Posting...

    Werter Paule,
    mein Posting sollte nicht wissenschaftlich fundiert sein, sondern plaudernd DA zu einer schönen Replik animieren. Insoweit haben Sie recht, daß es möglicherweise an Unverständnis für die Kräfte des Marktes, für Kausalität und für Zurechnung krankt.
    .
    Womit Sie allerdings völlig daneben liegen, ist Ihre Vermutung des Studiums der Sozialpädagogik (die übrigens nicht an Universitäten gelehrt wird) im Ruhrgebiet!
    Es grüßt Sie herzlich DF.

  11. Don, wenn Sie schon bei...
    Don, wenn Sie schon bei elitepartner verlinkt sind, können Sie auch gleich bei myhammer den Kostenvoranschlag Ihres Klempners einstellen. Da werden Sie geholfen. Am besten erst ab dem 2. Mai anfangen, wegen den neu einwandernden Dumpinglöhnern, oder gleich alles schwarz wie Ihre Seele machen lassen.

  12. @ Paulchen P.
    "Die Kräfte das...

    @ Paulchen P.
    „Die Kräfte das Marktes“, das klingt wie wenn der Markt ein eigenständiges unkontrollierbares Wesen für sich sei. In Wirklichkeit ist er ein Werk der Menschen.
    „Der Markt“ „verlangt“ im Moment beispielsweise, dass „er“ zwar Bio-Eier kaufen würde, aber bitte nur billig. Das sind aber Menschen! (die dazu immer noch nicht genug nachgedacht haben, wenn sie solche hirnrissigen Forderungen stellen.)
    .
    Und Menschen haben entweder ein Gefühl dafür für die wahren Gesamtkosten. Auch denen eines Gebäudes, an dem Geschichte udn Erinnerungen hängen. Zu den Kosten sidn immer auch die seelischen Kosten rechne, die entstehen, wenn man sich und andere verrät, Gefühle nicht zulässt: man freiwillig entfremdete Arbeit macht oder sich entfremden lässt, indem man rasch das Haus der O-Mama als unrentabel vertickt. Weil es ja „einfacher“ gehe. Einfacher?
    .
    Seelische Kosten sind nie einfach: beispielsweise dauernde Müdigkeit, Depressionen, Zusammenbrüche, Gleichgültigkeit, zerstörte Beziehungen, Kälte, innere Kündigung, sinnloses Umziehen und Zerstörung gewachsener Verhältnisse. Welches uns alles gigantisch viel kostet, eventuell eben auch kürzere Lebenserwartung und ein schlechtes, unangenehmes, stressiges Leben. Wahre statistische Alleskönner haben bereits die wirtschaftlichen Kosten solcher Un-Verhältnisse errechnet. Weil heutzutage ja alles im Blickwinkel des Geldes gesehen werden will, sonst wird es als ernsthaftes Argument anscheinend nicht ernst genommen.
    .
    All das neben den Kosten für die Natur, die „der Markt“ ebenfalls supergern nie einrechnet und daher böswillig unterschlägt, weil „der Markt“ ein sehr schlechter und vergesslicher Rechner ist. = Menschen sind sehr schlechte Rechner: Sie vergessen eben einfach auch die menschlichen Kosten, wie paradox.
    .
    Ein Mensch, der das Haus der Großmutter wieder liebevoll herrichtet, sich das Kostenvoranschläge Lesen und die Arbeit der Bauleitung antut, verhält sich natürlich nach den Milchmädchen-Rechnungen der marktgläubigen Kostenvergesser nicht „marktkonform“. Für mich verhält er sich menschenkonform, d.h. ab da geht für mich der Mensch erst los. Und nicht die eh falsch programmierte „Markt“-Rechenmaschine, die die wichtigsten Kosten vergisst. Auf den Müll mit ihr.

  13. @hansgeier: Oh Mann, doch...
    @hansgeier: Oh Mann, doch nicht für Heizung. Für Abriß immer.

  14. Die Hälfte des Werklohns für...
    Die Hälfte des Werklohns für Gewährleistung einbehalten, Mängel geltend machen, den Mob von der Baustelle jagen und ansonsten gut versichern. Geiz ist geil.

  15. Mei hi is, des Eckhaus des wo...
    Mei hi is, des Eckhaus des wo des öldste im Moarkt gwengn is. 16. Jhdt. hams gsogt
    de Hearrn vom Denkmalschutz z´Passa. Alloans die oidn Gwelbä wias de friahna gmauat hom, des ko jo heitzutog koana mea. A Kolonialwarengeschäft is drin gweng im Eadgschoss, soweit wiar i mi darinnern ko bis in mei frühasti Kindhait….mit Reklame füar Kathreinerkaffee un Guatzln host kaffa kenna fier a Zehnerl….
    danach schpäda wars a Bauschparkassn dodrinn. Eisane Lädn in de Rundbegn-Schaufensta warn einibaut worn, wia mas hoit früahnas a so gmacht hot. De broade Stiagn drin zu dene drei Schtock aufi sand aus Granit gschichtlt woarn füar Riesnfüass.
    De dickn Mauan sand im Somma sche kühl gweng, mei im Winta hot ma scho gschpürrt dass koit is. Genarationen sand do drin aufgwachsn un gschturbn. Wias hoit a so ganga is in olli Zeitn. Rundum an de zwoai Seitn zua Schtrossn un dem Platzl is a schtoanene Granitbank gweng. Da ham mia Kinda allaweil gschpuit und hom uns Gschichtn zum Dableckn un zum Lacha vazöllt.
    I woas no de letztn Kriagstog homs an Soidatn dea nima gwoit hot in Kella eigschperrt durtn. Mia hom eam ollaweil Brod zuagschteckt durch de vagittaten Fensta. An Tog bevor da Ami kemma is homsn daschossn. De Ami ham a oan vo da SS eigschpeat, a poar Dog lang. Daschossn homsn net.
    Oana hot gmoant, weil de Erbn vakaft hom, do muass a SB-Verbrauchermarkt hi,
    an Vollsortimenter hots braucht. De Leit hom dischkariert, de Gmoandrät a, nacha hot as duachikriagt. Hot soforti des Zeigl weggagrissn. Ausgschaugt hots nocha greisli, wiar a Zahnlückate Letschn neben dene Nachbarheisln. Wias halt a so gehn duat, Pleite hota gmacht. Baut is bis heit net worn, seit a poar Jahr net.

  16. lieber Don,
    wie gut, daß Sie...

    lieber Don,
    wie gut, daß Sie mit dem „Sach zusammenhalten“-Gen gesegnet sind! Zu den traurigen Dingen gehört, wenn man Häuser und Gärten der Kindheit nicht mehr betreten kann weil sie verkauft, abgerissen, verbaut worden sind. Dazu kenne ich viele Beispiele. Allerdings gibt es auch Gegenbewegungen: eine Freundin, die nun ein Häuschen gekauft hat um ihre im Ausland aufwachsenden Enkelkinder über die Sommerferien einladen und versammeln zu können, damit die sich überhaupt besser kennenlernen und eine Geschwistergruppe aus meiner Generation, die eine Mühle gekauft und renoviert hat, damit alle Kinder gemeinsam mit einem großen Garten aufwachsen.
    Danke auch für die Verlinkung der AWD-Geschichte. Auch bei uns wird der AWD, der Finanzberater der kleinen Leute, von tausenden Kunden belangt und hat versucht die von Konsumentenschützern initiierten Sammelklagen zu verhindern.

  17. @hansgeier: das kennt man...
    @hansgeier: das kennt man schon, das geht so aus wie die Geschichte von Krampfhenna.

  18. Jede Familie hat eine...
    Jede Familie hat eine Geschichte.
    Eine Fabrik in Athens ca. 1920/1930. Die Frau der Besitzer war Schweizerin, hat ihr Geld in der Schweiz investiert, nach dem Tod ihres Mannes 1926 kehrte sie in die Schweiz zurück. Das alte rote heruntergekommene Familiehaus ist immer noch da, das Fabrikgelände hingegen ist heute (seit 2000) ein Park.
    http://athinapisovitrina.blogspot.com/2010/04/blog-post_27.html

  19. @fionn: jetzt dachte ich schon...
    @fionn: jetzt dachte ich schon Athens/Georgia/USA. Aber nein, Sie meinen Athen bzw. Athinai. – Ja, die Griechen haben immer noch zuwenig Reiche und zuwenig situierte Mittelschicht, trotz kurzer Europarty. Die richtig Reichen sind sie in den 1920ern losgeworden (die saßen in Kleinasien), das ist ihr Problem. Jetzt ist kaum einer da, den man zu einer Liturgie nötigen und dem man dafür einen Dreifuß auf die Akropolis setzen könnte.

  20. ARD, 21:45, AWD! Also...
    ARD, 21:45, AWD! Also jetzt.
    (War natuerlich wieder OT)

  21. Damit sich die GEZ ein wenig...
    Damit sich die GEZ ein wenig lohnt.

  22. Architektur ist natürlich...
    Architektur ist natürlich auch ein ganz ganz wichtiges Thema für die Refeudalisierung.
    .
    Damit unsere Elite endlich auch wieder in ihren Stadtschlössern wohnt und repräsentiert.

  23. @colorcraze
    das erste was es...

    @colorcraze
    das erste was es zu überlisten galt, war der Lebenswille der Oma.
    Nochzu sind diese Hanseaten ein ähnlich eigenwilliger Schlag wie die Bajuwaren.
    Nur mit einer besonderen Art von Humor. Ein Beispiel:
    Im Gespräch, Sie niesst, Ich: Gesundheit, Sie : das ist Paradox

  24. Was gibt es denn überhaupt...
    Was gibt es denn überhaupt für Gründe so ein Haus behalten zu wollen? Einige Gründe dagegen hat Don Alphonso ja schon angedeutet. Aber dafür? Kein flaues Gefühl, wenn man später einmal Bilder vom Haus sehen sollte ist ja ein bisschen dünn.

  25. @Hartmut: Am Lebenswillen kann...
    @Hartmut: Am Lebenswillen kann man nur mit schierer Präsenz arbeiten.

  26. Über dieses Haus sind in der...
    Über dieses Haus sind in der Zeit meiner Familie vier Währungen mehr oder weniger wertlos geworden, aber das Haus hat seinen Wert behalten. Es bietet Sicherheit gegen Inflation, man hat wenigstens ein sicheres Dach über dem Kopf und etwas anzubieten, was praktisch jeder braucht. Solange es in der richtigen Region ist, natürlich. Und es erdet recht hübsch.

  27. Lieber HansMeier, Sie wissen...
    Lieber HansMeier, Sie wissen natuerlich, dass die Eliten des Spaetfeudalismus mit ihren schoenen Maisons und Hotels sich ziemlich ruinierten.

  28. @destello: "Kein flaues...
    @destello: „Kein flaues Gefühl ist ein bißchen dünn“ – durchaus. Also, Gründe sind, daß man es später immer noch zu einem guten (oder vielleicht noch weit besseren) Preis loswird, und daß es einfach am richtigen Ort liegt (also lebensmittelpunktstechnisch sehr günstig) und nicht das aufbringbare Einkommen übersteigt. Jetzt zufrieden? (Man nennt das Rahmenbedingungen. Die sind immer gegeben. Nur bei Wohnungssuche und -wechsel werden sie manchmal teilweise bewußt.)

  29. @colorcraze: ich glaube das...
    @colorcraze: ich glaube das wichtigste ist getan, die alte Dame hat heute Ihre ersten 40 Schritte getan.
    Nur mein ungeplantes Fortbleiben bei meiner Arbeitsstelle hat nur zur Folge das ich Gelegenheit bekomme, meine Lebensplanung neu zu Überdenken: I am fired….

  30. Perfekt beschrieben!
    wie bei...

    Perfekt beschrieben!
    wie bei Tschechow – Der Kirschgarten

  31. Haus meint immer zweierlei:...
    Haus meint immer zweierlei: Das Gebäude und die Familie.
    Wozu, lieber Don, das erste erhalten, wenn das zweite ausstirbt? Da könnte man doch genausogut alles abreissen und einen LIDL hinklotzen, mit Tiefgarage drunter und einem Solarium- und Fitneßcenter obendrüber.
    .
    @Filou: Wahre Eliten verstehen es, die Einnahmen den Ausgaben anzupassen. Dafür regiert man ja.

  32. Nur nochmal zur Inflation,...
    Nur nochmal zur Inflation, dazu konnte die alte Dame eine lebendige Geschichte erzählen.
    http://erggertshofen.blogspot.com/2008/12/gesprch-mit-mariechen-zu-weihnachten.html

  33. @HansMeier, Sie meinen die...
    @HansMeier, Sie meinen die deutschen Krautjunker? Fragen Sie mal unseren Herrn Matecki wie oft diese Herreschaften ihre Groschen umdrehen mussten. Und fragen Sie mal wie viele Generation es brauchte zur Errichtung eines halbwegs repraesentiven Schlosses. Und was heisst hier Schloss?
    Theater, Oper, Ballett? Das alles waren Hobbys zum Statuserhalt und fuehrten endlich zum nachhaltigen Ruin.

  34. liebe runde, merci
    -
    merci...

    liebe runde, merci

    merci beaucoup
    für die warmen worte, die gedanken und, ja, die kerzen – mögen sie geholfen haben in der krise, und mögen sie weiterhin nutzen:
    eine geduldserprobender, ausnehmend wichtiger kampf von sechs bis acht wochen, endgültig, radikal und positiv auszufechten, steht bevor. denn man hat ja nur ein leben.
    .
    das beste hoffen,
    mon coeur.

  35. @Hartmut: ich drücke Ihnen...
    @Hartmut: ich drücke Ihnen die Daumen.

  36. auch ich wünsche lhnen ...
    auch ich wünsche lhnen alles erdenklich Gute und meine allerbesten
    Wünsche sind mit lhnen, verehrte donna laura. herzliche Grüße, T.

  37. @HansMeier:

    genau so isses....
    @HansMeier:
    genau so isses. Meine Lebens- und Immobilienpartnerin stand vor einem Jahr auch vor der Entscheidung, ein (ihr Eltern-) Haus in Westfalen (12 km entfernt von der bekannten Atom-Zwischenlagerbude) Baujahr 1954 und 1000 qm Grund entweder als zukünftiges gemeinsames Domizil aufzurüsten oder es zu verkaufen. Für uns wäre das Haus samt sozialer Umgebung sehr fremd gewesen, obwohl wir in den letzten Lebensjahren ihrer Eltern dauernd vor Ort waren. Jetzt besitzt ein Paar das Haus, die sind nicht mal halb so alt wie wir (zusammen 119 Jahre gegen 58), sind vor Ort bestens vernetzt, was Handwerker betrifft (die Installateurs-Kalkulationen vom D.A. kann ich bestätigen, wenn an am Markt kaufen muss ohne „connections“). Jetzt müssen wir nur noch unsere Eigentumswohnung in D´dorf verballern, dann geht es gemütlich in eine motorradfreie Zone der Eifel. Als Mieter. Im Alter sollte man keine Investitionsprojekte an den Hacken haben.
    gruß fb

  38. @Filou
    Preussische...

    @Filou
    Preussische Krautjunker, pfffz. Ich meinte mehr polnische und russische Magnaten, ansonsten schaue ich in die Zukunft. Nach vorn.

  39. DA 22:13: "Über dieses Haus...
    DA 22:13: „Über dieses Haus sind in der Zeit meiner Familie vier Währungen mehr oder weniger wertlos geworden, aber das Haus hat seinen Wert behalten“
    .
    Ihre Familie hat eben Glück, daß sie in der Donaustadt residierte.
    Die Familie eines entfernteren Großonkels hatte ihr Anwesen unweit Königsberg und war nach 45 froh, daß sie noch ein ansehnliches Depot mit Daimler Aktien besaß. Das Haus war weg!

  40. @donna laura
    ich habe mir...

    @donna laura
    ich habe mir erlaubt ihr anliegen ins anliegenbuch der dominikaner in wien zu schreiben. hoffentlich hilft’s. gutes gelingen

  41. @Krampfhenna
    Cooler...

    @Krampfhenna
    Cooler Bloggername-Glückwunsch. Den namen benützt meine Mutter auch immer

  42. @Filou
    Noch mal zu den...

    @Filou
    Noch mal zu den Krautjunkern: Die lebten in einem preussischen Staat, der eben schon damals viel zu kommunistisch organisiert war, mit zentralen Instanzen wie etwa einem Eisenbahnministerium und so. Kein Wunder, dass Leute wie Lenin sich genau dieses Staatsgebilde zum heimlichen Vorbild genommen haben.
    Der Feudalismus existierte dann nur noch auf den Landgütern wie Dreck unter den Fingernägeln, und in den 20er Jahren war der Preussische Staat die Festung der Sozialdemokratie, welche darum 1932 von rechts geschleift werden musste („Preussenschlag“).
    Die Feudalherren der Zukunft werden den Fehler nicht noch einmal machen. Sie werden keine proto-kommunisitsche Zentralregierung über sich dulden, die jederzeit Steuern oder Krankenversicherungen einführen kann, wenn sie nur will.
    Ich glaube, das Modell der polnischen Recs pospolita ist da weitaus attraktiver.

  43. donna laura, von Herzen alles...
    donna laura, von Herzen alles Gute!
    .
    Don Ferrando, man kann ja über Bayern sagen, was man will, aber seit der Landnahme im 7. Jahrhundert ist Bayern nie dauerhaft erobert und besetzt gewesen, und gerade die kleine, dumme Stadt an der Donau hat sogar den Schweden und den Österreichern widerstanden. Der Bayer als ein solcher ist zudem ein geborener Hausbesitzer und in einem Land voller Hausbesitzer geht es nun mal anders zu als in einem Land voller Mieter. Man muss nur mal schauen, wie bei uns pünktlich um halb sieben die Trotwahs geräumt werden, und wie in Berlin die Bürgerrutschsteige eisig belassen werden. Das Volk selbst ist hier der beste Schutz der Immobilien, und wer in Bayern herrschen will, kann es nur durch die Hausbesitzer tun.

  44. @donna laura
    Sagen Sie Ihren...

    @donna laura
    Sagen Sie Ihren Kindern sie sollen eine Votivtafel malen für die Hauskappelle.

  45. Nichts gegen Votivtaferln....
    Nichts gegen Votivtaferln. Hier in Bayern ist das Kerzenanzünden sogar unter Atheisten nicht selten anzutreffen.

  46. Wenn die Hausbesitzer mal...
    Wenn die Hausbesitzer mal nicht aussterben.
    Am Ende landet alles bei amerikanischen Immobilienholdings.
    Könnte mir gut vorstellen, dass es in den nächsten Jahren in Filetdeutschland genau die Immobilienblase gibt, die Iren, Spanier und Briten grade hinter sich haben.
    Sorry, das Telefon —

  47. Nichtpraktizierende Atheisten....
    Nichtpraktizierende Atheisten.

  48. DA "in Bayern ist das...
    DA „in Bayern ist das Kerzenanzünden sogar unter Atheisten nicht selten anzutreffen.“
    .
    Wie war !
    http://rebellmarkt.blogger.de/?day=20101026

  49. @Werte Donna Laura,
    auch von...

    @Werte Donna Laura,
    auch von mir die wärmsten Wünsche um Glück und Kraft für Sie und Ihre Lieben für diese schweren Wochen.

  50. Atheistischer...
    Atheistischer Opportunismus.
    Bei Immobilien gibt es ein paar simple, historische Richtwerte. Solange die Rendite in einem Korridor zwischen 5 und 7 Prozent ist, und 1/3 des Einkommens für die Miete aufzuwenden ist, ist eigentlich alles im Rahmen. Eine Blase entsteht eigentlich erst, wenn die Rendite bei steigenden Hauspreisen in den Keller geht – das ist ein Zeichen für eine Verzerrung im Markt. Was wir hier im Moment erleben, ist das Gegenteil: Die Rendite steigt deutlich an, und angesichts der Unmöglichkeit, die Altstadt noch mehr zu verbauen, wird sich daran auch kaum etwas ändern. Die Strasse runter zahlt man in einem ausgesprochen teuer sanierten Haus im Erdgeschoss 15 Euro m², die Strasse rauf sind gerade Wohnungen mit weit über 4000 Euro/m² verkauft worden – natürlich ist das, relativ gesehen, teuer, zumal es echte Preise sind, und nicht irgendwelche überzogenen Maklerangaben. Aber es ist damit im Vergleich immer noch billig. Man muss nur mal schauen, was salbst in nicht besonders herausragenden italienischen, österreichischen oder französischen Städten verlangt wird.

  51. Echte Katholiken "rudschn ahf...
    Echte Katholiken „rudschn ahf Oideding“ (rutschen nach Altötting), dagegen ist das Anzünden von Kerzen eine lässliche Nichtsünde.

  52. @HansMeier: Immobilienblase in...
    @HansMeier: Immobilienblase in D mit Mietobjekten in den nächsten Jahren halte ich für durchaus möglich, diverse panische Großanleger suchen natürlich auch im Euroraum. Ob sie in das Kleinteilige reinkommen (die von DA beschriebene Hausbesitzerkultur), steht jedoch dahin, das läßt sich schlecht von einer großen Zentrale aus organisieren.

  53. @DA: Sie wohnen in einer...
    @DA: Sie wohnen in einer Aufschwunggegend. Das betrifft eigentlich fast ganz Süddeutschland. Vermutlich den ganzen Raum um die Alpen herum – in Frankreich gibt es auch so eine Art Wohlstandssaum an der Schweizer Grenze. Entsprechende Karten für Österreich, Slowenien, Italien fehlen mir leider, ich wüßte gerne, wie es dort aussieht.
    @donna laura: Bleiben Sie mutig!

  54. was "erheiterndes" zu den...
    was „erheiterndes“ zu den ganzen ernsten krankengeschichten
    http://www.swr.de/blog/terrorismus/?p=2567#more-2567
    verwirren tut mich, dass man die sicherheitsvorkehrungen runterfährt bei diesem prozess…

  55. @colorcraze:
    Verbriefen,...

    @colorcraze:
    Verbriefen, verbriefen!
    Gründen Sie eine Firma, die das macht (die kleinteiligen Mietwohnungen in BAY, BW, Ö und CH bündelt) und verkaufen Sie dann die Papiere an reiche Amerikaner, Russen und Chinesen.
    .
    Sie können es natürlich auch sein lassen und freiwillig arm bleiben.

  56. und das bka hat sogar die...
    und das bka hat sogar die verhaftung in singen als spielfim nachgestellt.
    am besten als doku veröffentlichen mit einem vorwort und begleitung von herrn leyendecker von der sz
    http://www.swr.de/blog/terrorismus/

  57. @Vroni, 19.27
    .
    Da sind wir ja...

    @Vroni, 19.27
    .
    Da sind wir ja völlig einer Meinung! Aber dem Don vorzuhalten, er sahne ab, indem er die dem Mietspiegel der Belegenheit seiner Immobilie entsprechenden Mieten nehme, ist doch daneben. Es gibt eben Entscheidungen, die man beeinflussen kann (Abriss oder Erhaltung) und solche die man allein nicht beinflussen kann (Mietspiegel=Markt).

  58. @HansMeier: wenn ich wüßte,...
    @HansMeier: wenn ich wüßte, wie man eine tüchtige Hausverwaltung qua Fernwartung betreibt vielleicht… daran haperts doch. Sonst ist die Verbriefung nur so ein tolles Vehikel wie die Wasa http://de.wikipedia.org/wiki/Vasa_(Schiff), keine Apollo 11.

  59. Werter Don!
    Bei traditionellen...

    Werter Don!
    Bei traditionellen Familien mit großen Häusern hilft wohl nur eines, nämlich der Erbverzicht der jüngeren (und weiblichen) Geschwister, um den Besitz für kommende Generationen zu erhalten. Das wird auch heute noch praktiziert.
    Mein Mann pflegt deshalb zu sagen: „Brüderlich geteilt heißt: der Älteste kriegt alles, die anderen gehen leer aus.“ -Ob das noch in der nächsten Generation funktioniert, wird sich zeigen…

  60. @ Paulchen: Mietspiegel...
    @ Paulchen: Mietspiegel bedeutet nicht, daß man die höchstmögliche Miete auch verlangen muß.
    Ich kenne Vermieter, die immer wenniger als möglich verlangt haben, weil ihre Rendite dennoch stimmte und langfristig die solideren Mieter gefunden wurden und stabilere Mietverhältnisse bestanden.
    Vielleicht handelt DA auch so !

  61. Don Ferrando, die Erfahrung...
    Don Ferrando, die Erfahrung zeigt auch, dass die Mieter mit den höchsten Preisen auch die schlimmsten Nörgler sind, insofern kommt es da auf ein gewisses Augenmass an. wenn ab und an ein Mieter klingelt und fragt, ob man noch etwas hätte, weil eine Bekannte das hier so gut fände und auch gern kommen würde, weiss man, dass es stimmt. Bei uns bringen die Mieter meistens gleich die Nachmieter, wenn sie ausziehen.
    .
    Liebe Gretel, das war früher auch bei den Bauern so, um Erbteilungen zu vermeiden, aber heute ist das anders und wird gerechterweise auch anders gemacht. Die Frage ist dann halt, wer was bekommt. Ein Weg sollte sich eigentlich immer finden lassen. Zudem ist ja nicht gesagt, dass alle Geschwister gleich angetan von alten Mauern und ihrer Wartung sind.

  62. @Don Ferrando: so sieht sie...
    @Don Ferrando: so sieht sie aus, die Langfristkalkulation.
    @Gretel: es müssen nicht unbedingt die jüngeren und weiblichen sein, nur halt die, die es nicht in der Gegend und im gleichen Geschäft hält.

  63. Selber drin wohnen ist ja ok,...
    Selber drin wohnen ist ja ok, aber hinzukaufen… da rät sogar schon ein Großteil der vermeintlichen haute volée der VV von ab. Und meint, dass man nur mit Aktien und Rohstoffen noch seriöse Vermögensverwaltung betreiben kann. Ah ja.
    Wenn ich mir nur mal die Fonds von diesem Aktientyp vom Tegernsee anschaue, dann hat der es doch tatsächlich fertiggebracht, in der Rallye letztes Jahr sagenhafte -15% zu machen.
    http://www.faz.net/s/RubBA38892BD32C4247883F32A9066B139A/Doc~E2B8C4A59A9064378B1F9B8FFD86260F7~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  64. In traditionellen Familien...
    In traditionellen Familien wird der Älteste eben noch so erzogen, dass er sich verpflichtet fühlt, daheim bleibt und auf seine Erbe achtet. Dafür muß er aber auch eine Frau finden, die gewillt ist, die Schwiegereltern zu pflegen…

  65. Danke für die Korrekturen....
    Danke für die Korrekturen.

  66. @gretel: nun ja, es gibt viele...
    @gretel: nun ja, es gibt viele Sorten Leute, vielleicht auch noch einige Familien, in denen das heute noch so ist, wie Sie sagen. Wie ich bereits in einem früheren Blogbeitrag (anhand der letzten 3, 4 Generationen meiner Verwandtschaft) ausführlich dargetan habe, haben sich aber nach meinem Empfinden diese Traditionen bereits ab der Jahrhundertwende aufgelöst. Ich kenne auch welche in der weiteren Bekanntschaft, die darin verhaftet geblieben sind – und schwer abgestürzt (Geschäft pleite, Haus weg, Frau weg etc.).

  67. @colorcraze
    Hausverwaltung...

    @colorcraze
    Hausverwaltung sollte doch ein Geschäft sein, dass sich ebenfalls standardisieren lässt, oder nicht? Man könnte einen bestimmten Leistungsumfang definieren und den den Investoren immer gleich mit anbieten. Dann wissen die, dass sie nicht selber nachts um drei den Anruf bekommen, wenn ein Rohr geplatzt ist.
    Dienstleistungsfordismus oder so. Reden Sie mit den richtigen Amerikanern und seien Sie der erste auf dem (süddeutschen) Markt.
    Sie brauchen nur ein Team aus ein paar Anwälten, Steuerberatern, Maklern und Sklavenhändlern, und schon kann die Blase aufgepumpt werden…

  68. Die Zeiten des Fideikommiss...
    Die Zeiten des Fideikommiss haben 1938 geendet, aber es gab später immer wieder Versuche Töchter aus dem Erbe zu drängen. Allerdings haben Frauen aus wohlhabenden Familien heutzutage gute Ausbildungen und sind auch nicht bereit Schwiegereltern zu Hause zu pflegen, wie die ausgebuchten teuren Stifte zeigen.
    Eine moderne Lösung sind Stiftungen, die ein ausreichend großes Vermögen voraussetzen und Ausschüttungen an alle Erben tätigen müssen.

  69. liebe Donna Laura,
    alles Liebe...

    liebe Donna Laura,
    alles Liebe und Gute!

  70. @muscat
    wenn man sich den cv...

    @muscat
    wenn man sich den cv ansieht, so geht das nach der db aber schon anwärts – ich weiss, ich habe eine vorliebe für die db –
    http://www.dsc-teg.de/index.php?page=p_geschaeftsfuehrung_dr_seibold

  71. Cher Don, mit den Heizungen...
    Cher Don, mit den Heizungen ist es wie mit den Eiern: entweder man nimmt die billigen und weiss, dass es Beschiss ist oder man zahlt und wäre im recht, sich über Pfusch zu beklagen.
    Ein Bekannter erzählte dazu folgende Geschichte: der Techniker vor Ort nahm ein Lieferung Rohre für den Bau einer Gasleitung ab und sah bas erstaunt, dass diese geschweisst waren. Fragt er den Lieferanten aufgebracht, was das solle. Der verteidigt sich: Dein Bureau hat die bestellt. Wütender Anruf im Planungsbüro: welcher Volltrottel hat denn…? Erwiederung (erfahrene Leute im Planungsbüro wissen, dass der Ton auf der Baustelle manchmal etwas herber sein kann): wieso, wo ist das Problem? Antwort des jetzt endgültig verdatterten Technikers: Gasrohre müssen gezogen sein wg. eventueller Mängel der Schweissnaht gescheisster Rohre. Und jetzt, Antwort aus dem Planungsbüro, Trommelwirbel ….“Ach so, jetzt weiss ich auch warum unsere Kostenvoranschläge unschlagbar niedrig sind!“
    .
    Gretel: dagegen hilft weise Planung durch das Familienoberhaupt unter Heranziehung eines erfahrenen Notars.
    .
    HansMeier555: ist es in Frankreich schon weitgehend. Aber vielleicht ist auch hier die Deutsche Struktur von Familieneigentum und Discountern ähnlich abweisend wie im Einzelhandel.

  72. In der Sache haben wir seit...
    In der Sache haben wir seit Jahrzehnten immer den gleichen Mann, da kann nichts anbrennen.

  73. bertholdIV, der CV geht m.E....
    bertholdIV, der CV geht m.E. bereits nach den ersten beiden Zeilen abwärts.
    Spaß muss sein, gell.
    So sah übrigens die Tochtergesellschaft Ihres erklärten Lieblings letztes Jahr aus:
    http://www.dws.de/DE/facts/FactSheetPerformance.aspx?FundId=863&ticks=634307328000000000
    Auch nicht wirklich der Burner. Aber hey, bei dem Peanuts-Volumen kann man das Ding ja demnächst auch wieder unbemerkt einstampfen.

  74. An dieser Stelle, von der...
    An dieser Stelle, von der Beobachtung der Konkurrenz zurückgekommen, möchte ich mich bedanken, dass es hier sehr viel gesitteter als bei Spiegel Online zugeht.

  75. @muscat
    muss sie leider...

    @muscat
    muss sie leider enttäuschen… bezüglich der tochtergesellschaft bin ich relativ neutral eingestellt. eher interessiert mich db-x trackers.
    aber zur dws: der landeshauptmann von nö, der bei der der dws seine wohnbaugelder angelegt hat und danach die dws verklagt
    http://derstandard.at/1284594738957/NOe-Fonds-Anzeige-gegen-Deutsche-Bank

  76. Den gleichen oder denselben ?...
    Den gleichen oder denselben ? (ok, bei mir hätte es Erwiderung heissen müssen). Dass Sie immer den gleichen, also einen Klempner, nähmen hätte ich gedacht.

  77. Oh ja, habe vorhin auch kurz...
    Oh ja, habe vorhin auch kurz reingeschaut. Da gruselt es einen. Der arme Kleine, möchte man fast sagen. Das Thema hätte ich mir an seiner Stelle nicht mehr angetan.

  78. @icke
    In Frankreich fehlen die...

    @icke
    In Frankreich fehlen die passenden Immobilien. Entweder Paris/Blauküste (teuer) oder Provinz (wo alles verrottet). Das geht gleich hinter Belfort schon los.

  79. WEnn man sich den...
    WEnn man sich den globalisierten Hausverwaltungsdiscounter als richtige Mafia vorstellt, kann man auch noch viele Nebeneinnahmen erzielen, indem man den Informationsvorsprung vor den Eigentümern (und vor allen anderen) ordentlich ausnutzt.
    Das bringt auf Dauer mehr als FAcebook und Google Street View zusammengenommen, würd ich mal schätzen.
    Sind sich natürlich alle potentiellen Investoren wieder viel zu fein dafür.

  80. HansMeier: Frankreich ist,...
    HansMeier: Frankreich ist, ausser Paris und evtl. Blauküste, gruselig. Und auch die Gebäude in Paris können einen das Gruseln lehren. Ausserdem ist der Markt da schon besetzt. Für den Discounter: schicken Sie doch mal ’nen Businessplan, gerne auch per Brieftaube.

  81. re SPON: Dann schon lieber...
    re SPON: Dann schon lieber gleich Biild lesen

  82. "Informationsvorsprung vor den...
    „Informationsvorsprung vor den Eigentümern“ –
    lieber Hans Meier555, in der Tat, da is was drin

  83. "Sind sich natürlich alle...
    „Sind sich natürlich alle potentiellen Investoren wieder viel zu fein dafür.“
    mit Weinverkostungen lassen sich a paar Dumme einfangen

  84. Kehre erleichtert aus den...
    Kehre erleichtert aus den Rieselfeldern von SPON zurück. Als ich die Augstein-Kolumne heute morgen las, war noch kein Kommentar da, oder der Administrator noch nicht aufgestanden. 670 Kommentare in acht Stunden! Fürchterlich – vor allem, weil das so kein geeignetes Thema für einen Block ist. Diese unnötige Erhitzung der Gemüter! – Ich ziehe mich ja schon hier zurück, wenn wieder mal der Euro gerettet wird…

  85. @Don Alphonso
    13. Januar 2011,...

    @Don Alphonso
    13. Januar 2011, 15:14
    Immerhin hat der dolle Dolly Dollar Articel schon 25 Comments.
    Wobei ich die Claqueure (leicht erkennbar) mitgezaehlt habe.
    .
    Und Lobo, nunja, liest sich wie Unter-, Obersecunda und man fragt sich, wie 1984 im amerikanischen Wahlkampf: „Where’s the beef?“

  86. Lieber Meier, darf ich noch...
    Lieber Meier, darf ich noch mal auf den Neofeudalismus kommen?
    Sehr schoene Idee die Sie da auf die Zukunft richten. Besonders mit Polen im 18ten Jhdt als Vorbild. Aber dafuer brauchen wir keine feudalistischen Eliten. Handlungsunfaehig einer Regierung kann der BRD-Plebs auch so-und ohne Adel. Ach so, stimmt ja; der Buerger ist der neue Adel (wenn mir da nicht ein Zacken aus der Krone fliegt. Vor lauter Lachen.).
    Tja, und russische Oligarchen als Meiersche Zukunftshoffnung? Das hiesse Umverteilung von Vermoegen im Supertempo. Was diese Leute an Luxus brauchen, welche Schloesser sie sich errichten muessen um halbwegs konkurrenzfaehig zu sein! Was das kostet! Und schon ist wieder ein Haufen Geld von der Pyramidenspitze in eine breite Basis geflossen. Abgesehen davon wird natuerlich wieder das Erzeugen hochwertiger Produkte erlernt. Sowas kann nie schaden.
    Insgesamt finde ich Ihren Denkansatz diskussionswuerdig. Er muesste allerdings genauer ausgefuehrt werden bevor wir zur Gruendung der DFU (Deutsche Feudalistische Union) als Partei schreiten. Nach Erreichung der Macht muss sie selbstverstaendlich wieder abgeschafft werden. Braucht man ja dann nicht mehr.
    In Anlehnung an den Gruss der Kommis, erhobene Faust (Rot Front), verwendet der Sympathisant der DFU die erhobene Rechte mit aneinandergeriebenem Daumen und Zeigefinger. Kampfruf: „Non olet!“
    .
    PS: Wie wuerden Sie unter diesen Umstaenden Ihre eigene gesellschaftliche Position sehen? Als Hauslehrer mit dem Kommunistischen Manifest unter’m Kopfkissen, weil Opposition muss sein?

  87. Grimaldeli, der Spiegel hat...
    Grimaldeli, der Spiegel hat trotzdem die Macht, das durchzudrücken. Weil sie sechs mal so viele Leser haben und ihre Debatten so ernst nehmen, dass sie 24 Stunden auf der Hauptseite sind. Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich sage, dass beim vorhergehenden Beitrag keine 1000 PIs den 2 Stunden am Sonntag Abend zu verdanken sind, da er hier auf der Hauptseite war. Und die mehr als 26.000 restlichen anderen Quellen zuzuschreiben sind. Einfach, weil das hier anders gehandhabt wird.

  88. HansMeier555, ich denke, die...
    HansMeier555, ich denke, die klassische Hausverwaltungsfirma ist schon so teuer, dass man sie nicht umsonst als „2. Miete“ bezeichnet. Warum sollte man beim Ausbeuten der Opfer noch mit anderen teilen?

  89. @Don
    Ganz ohne Investor bzw....

    @Don
    Ganz ohne Investor bzw. Eigentümer geht es halt auch nicht.

  90. Naja, während der Ton auf...
    Naja, während der Ton auf SPON-Blogs ein unangenehm ruppiger ist,
    feudalt es mir hier ab und an zu sehr in den Kommentaren.

  91. Lieber ein falscher Baron als...
    Lieber ein falscher Baron als ein echter Gossenbewohner, möchte ich da sagen. Man muss sich den Herausforderungen stellen, aber das heisst nicht, dass ich das, was bei SPON läuft, hier haben wollte.
    .
    HansMeier555, gemeinhin ist es ja so, dass man in grösseren Komplexen gar keine Wahl hat. Da gibt es eben Beschlüsse von Eigentümerversammlungen, und damit basta. Das geht, wenn die Besitzer selbst drin wohnen und die Mieter dedurch nicht aufkommen müssen. Aber in Renditeobjekten gibt es keine Frechheit, die sich eine Hausverwaltung nicht leisten könnte.

  92. Lieber Filou,
    .
    Sie sind ein...

    Lieber Filou,
    .
    Sie sind ein gutes Beispiel für jemanden, dessen Blick durch die Erfahrung der letzten 400 Jahre getrübt ist. Sie können sich alle Politik immer nur als staatliche oder staatsförmige Politik vorstellen. Politische Macht stellen Sie sich als etwas vor, das man mit Hilfe von Parteigründungen erobert auf dem Wege demokratischer Wahlen erobert. Sorry, aber das ist falsch.
    .
    Versuchen Sie doch mal einem vierjährigen Kind zu erklären, was ein „Staat“ ist. Es wird nichts begreifen. Das Kind kennt Mama und Papa, und erkennt natürlich auch den König mit der goldenen Krone auf dem Kopf und seine Tochter, die Prinzessin mit dem hübschen Kleid und die zwölfspännige Kutsche, mit der beide ins Schloß fahren. Notfalls erkennt das Kind vielleicht auch noch den Polizisten mit der Pickelhaube. Aber was ein „Staat“ sein soll, versteht es trotzdem nicht.
    .
    Geht nicht schon daraus hervor, dass Staaten eine widernatürliche Erscheinung sind, die viel Schaden anrichten und kaum was nützen? Alle großen Verbrechen des 20. Jahrhunderts sind im Namen staatlicher Regierungen verübt worden. Müsste nicht allein das schon Grund genug sein, dieser Art von Institution und der zugehörigen Ideologie ein für alle Mal abzuschwören?
    .
    Um die Macht von Königen, Grafen und Bischöfen zu respektieren, brauchen wir weder Staat noch Verfassung noch ein Gesetzbuch noch all die anderen verworrenen Instanzen, die alle nur Geld kosten, das Leben erschweren und uns davon abhalten, irgendwelche bleibenden kulturellen, geistigen und sittlichen WErte zu erschaffen.
    .
    Unser ganzes Streben sollte dem Ziel gelten, eine Welt zu schaffen, in welcher der staatliche und der demokratische Diskurs nicht mehr exisitieren und wo stattdessen die natürlichen, von Gott so gewollten Machtverhältnisse von jedermann mit der gleichen heiligen Naivität akzeptiert werden können wie heute leider nur noch von Kleinkindern und Focus-Lesern.

  93. Lieber Herr Meier, leider...
    Lieber Herr Meier, leider treibt mich mein Anhang in die Kueche (wer am wenigsten schlecht kocht, muss diese Arbeit uebernehmen).
    Als Interludium: L’etat c’est moi!
    .
    Ich melde mich zurueck, gestiefelt und gespornt. Mit einer Pulle Beaujolais in der Schlaghand.
    Bis dann!

  94. @Don
    .
    Trotzdem scheinen mir...

    @Don
    .
    Trotzdem scheinen mir die Hausverwaltungen immer noch recht klein zu sein, so schmierige Klitschen eben, die örtlich Oligopole bilden. Könnte ein strategischer Investor, der in 100 deutschen Städten gleichzeitig antritt, den Markt nicht kräftig aufmischen wie seinerzeit die Billigfluglinien den Luftverkehr?
    .
    Das alles nicht nur, um mit diesem Service Geld zu verdienen, sondern v.a. mit dem strategischen Fernziel, die günstigen Objekte zu finden und in hinreichend grosser Menge dem verzweifelt nach Anlagemöglichkeiten suchenden Großkapital anzubieten?
    .
    Ich meine, wenn schon Fakebook 50 Billigionen wert ist.

  95. Hausverwaltung als die...
    Hausverwaltung als die Hardwarecoverversion von Social Media?!

  96. Es gibt ja eine Reihe von...
    Es gibt ja eine Reihe von grossen Gesellschaften, Hermes, Schörghuber, um nur mal zwei zu nennen. Allerdings lohnen sich da Konzentrationsprozesse nicht wirklich, weil mit kleineren Orten die Rendite stark fällt.

  97. Und wenn man in den kleineren...
    Und wenn man in den kleineren Orte größere Marktanteile auf einmal kauft? Und gleichzeitig dafür sorgt, dass das Mietrecht ein wenig dereguliert wird?

  98. Dazu müsste man praktisch...
    Dazu müsste man praktisch ganze Hausverwaltungen übernehmen, und das ist angesichts des Geschäftsmodells mit langfristigen Kundenbeziehungen gar nicht so einfach. Dazu kommen regional sehr unterschiedliche Märkte, man muss die Schlosser, Heizungsbauer und Handwerker vor Ort kennen… hohe Markteintrittsbarrieren bei relativ niedrigen Gewinnmargen. Das lohnt sich eigentlich nur dann so richtig, wenn man zigtausend Wohnungen an einem Ort hat, und mit einem Facility Manager 5 bis 10 Objekte machen kann. Irgendwelche Anlagen mit 10 Wohnungen sind da eher irrelevant.

  99. O je. Dann müssen die...
    O je. Dann müssen die Heuschrecken, die keine Lust haben, den ganzen Tag deutsche Kleinanzeigen zu lesen, also aus unserem Wohnungsmarkt draussen bleiben? Und mit ihnen das viele viele schöne Geld?

  100. Für die heuschrecken gibt es...
    Für die heuschrecken gibt es in Deutschland einen riesigen Markt mit Immobilien aus Fonds mit Schlagseite, die verkaufen müssen, dazu auch verspekulierte Skandinavier, die vor 2009 nach Berlin drängten, endlos Platte im Osten, renditeoptimierte Gemeinnützige, und das aufgrund der Menge zu recht guten Preisen. Allerdings sieht es nicht so aus, als käme es hier zu den Blasen, auf die gewettet wurde – gerade in Berlin. Ich weiss, man liest immer wieder die Extrembeispiele von 8000 Euro plus pro m², aber die Realität sieht gar nicht gut aus.

  101. @Donna Laura: Bleiben Sie...
    @Donna Laura: Bleiben Sie stark, wir alle hier wünschen Ihren Erfolg!

    @Hartmut: Die alte Dame macht Fortschritte, gut So!.
    Der Job ist perdu-im Moment brummts so, das sollte kein Problem sein. ich bin sicher Sie finden wieder was, habe kurz durch Ihr Blog gesurft, das reicht mir um Ihre Chancen zu kalkulieren ;-) Alles Gute der Dame und Ihnen.

    Ich lese übrigens gerade „Draußen nur Kännchen“ und kann es diesem Klientel nur anempfehlen

    Mit den vorzüglichsten Wünschen,
    RealMash

  102. Herr Meier: Und die...
    Herr Meier: Und die Errungenshaften des 30jährigen Krieges?

  103. Ja und Altbayern?...
    Ja und Altbayern?

  104. Lieber Hans Meier, es gibt im...
    Lieber Hans Meier, es gibt im übrigen auch noch Mieterschutzgesetze und eine durch Jahrzehnte gefestigte Rechtsprechung. Man braucht sich als Mieter wirklich nicht alles gefallen zu lassen – und das ist durchaus gut so, auch wenn es dem Renditegedanken von Objektsanierern und Verwaltern im Wege steht. Und der Deutsche Mieterbund kann sich die Kraft eines Automobilklubs entfalten, wenn die Abzockerei wieder allzu gravierende Ausmaße annimmt. – Suchen Sie sich doch einfach ein anderes Betätigungsfeld. Wenn Sie die normalen Wohnungsnehmer in Hartz IV und Plattenbau abdrängen, dann sind die bisher guten Innenstadtlagen bald nichts mehr wert. „Gated Communities“ wären dann vielleicht noch ein Geschäftsfeld. Die Reichen sperren sich selber ein und Sie können dann ein bißchen mitverdienen, mit Wachschutz, Frühstücksbrötchenlieferung und Callgirl-Ringen. Viel Spaß dabei…

  105. Hausbau ist doch immer einer...
    Hausbau ist doch immer einer Frage der Einstellung, der inneren, nicht der architektonischen. Deswegen heißt es doch im Ps 126 „Nisi DOMINUS aedificaverit domum, vane (aut Vulgata : in vanum) laboraverunt qui aedificant eam“. Und ER selbst nutzt als Gleichnis in Lukas 14, 28 den Turmbau: „Quis enim ex vobis volens turrem aedificare non prius sedens computat sumptus qui necessarii sunt“. Also erst Rechnen welche Mittel gebraucht werden (jedem Bauherren ins Stammbuch geschrieben, aber das dicke alte Buch ist leider so aus der Mode).
    Übrigens steht der alte Psalmvers (wie auch pax huic domui) an einigen Häusern aus der Gründerzeit in einer Vorstadt, dort wo ich wohne. Man war damals schon nicht mehr so fromm, aber man beschwor es wenigstens.
    Und merkwürdigerweise blieben die lateinischen Sprüche in der DDR Zeit an den Fassaden.
    Um auf die Krautjunker – Anspielungen weiter oben zu antworten: Ja, der preußische Staat mit seinen Steuern und Ansprüchen war lästig, aber bis ins späte 19. Jahrhundert, mit preußischen Gouverneuren in Poznan, die aus der Radziwill Familie kamen, nicht so ganz konsequent, eher „leben und leben lassen“.
    Wir haben die jüngeren Söhne teils mit Pferdeschmuggel durch die Warthe finanziert, Pferde waren wegen der eigenen Zucht (Trakehner) in Preußen teuer und im Zarentum (Polen) billig. Der Rest war eine Frage dunkler Nächte.
    Selbst die staatliche Umgliederung nach 1919 hat unsere Familie eher weniger betroffen, das Herrenhaus (nur Residenzen sind „Schloß“) wurde 1926 umfangreich renoviert. Das war auch durchaus solide finanziert, man hatte nicht das Ersparte in Kriegsanleihen versenkt. Ähnlich ging es anderen Familien, selbst die junge Sowjetunion hat die ausländischen Hochadelsfamilien auf den Schlössern bis weit nach Weißrussland und die Ukraine hinein ( Schloss Lancut, die alten Potocki – Besitzungen usw) durchaus noch ein- und ausreisen lassen.
    Schlimmer wurde das erst Ende der 20er, aber die Schlösser waren noch gut erhalten als Udo v Alvensleben sie im Rahmen militärischer Nebentätigkeit (eigentlich war er Gartenbauarchitekt) in den 41/ 42 er Jahren sah. Sie eigneten sich darum auch gut als Stabsquartiere für Armeeoberkommandos und Heeresgruppen. Selbst der bürgerliche Rommel wohnte ja gern in La Roche-Guyon.
    Tempi passati
    Aber irgendwie passend der Buchtitel den Alvensleben für einige seiner Beschreibungen aus der Zeit wählte, als die Häuser noch bewohnt waren:
    „Mauern im Strom der Zeit“, das hätte auch der Don schreiben können.
    .
    Ich erwähnte glaube ich schon dass wir stramm katholisch sind, dementsprechend sind wir früher nach Grüssau gewallfahrtet, und nach 45 nach Kevelaer. Neviges ist nur was für Gläubige mit fanatischem Furor für moderne Architektur. Der südpolnische ZWeig natürlich nach Tschenstochau.
    Meine Mutter erzählte mal dass man sich Ende der 20er kurzfristig entschloss, mal eben zur Goldenen Muttergottes im Großen Tor von Wilna zu wallfahren, per Autokonvoi, mitsamt Dienerschaft. Aus der Pleschen / Posener Ecke doch etliche 450 km über staubige Landstraßen. Meiner Mutter war damals 4 oder 5 Jahre, aber der Ablauf, die Frömmigkeit und die Nonchalance mit der man zwei, drei benachtbarte Familien zusammentrommelte und sich mit 8 oder 10 Autos, hoch bepackt, die Koffer hinten oder auf dem Dachaufgeschnallt, auf den Weg machte, hat ihr sehr imponiert. Wilna war damals polnisch.
    Das ist eine Lebensart, die ist doch fast völlig entschwunden, ebenso die Feste die damals gefeiert wurden, bei denen es unerlässlich war die Mehrzahl der Gäste wegen der langen Anreise irgendwo im Haus unterzubringen.

  106. Hans Meier, andere waren schon...
    Hans Meier, andere waren schon vor Ihnen in diesem Geschäft. Kaußen hat auch in Berlin gewütet, namentlich in Kreuzberg…

  107. Um Gottes heiligen Willen,...
    Um Gottes heiligen Willen, Don Alphonso, sprechen Sie!
    Das letzte Wort, von Sarah Palin, es darfs nicht sein.
    Ich beschwöre Sie reden Sie, erlösen Sie uns, sagen Sie das Wort der Erlösung,
    oder, schweigen Sie für immer!

  108. Herzlichen Dank, Pan Matecki,...
    Herzlichen Dank, Pan Matecki, für diese nette Schilderung!
    Genau so stelle ich mir das vor, nur halt mit noch viel viel weniger Preussentum im Hintergrund.

  109. ich sitze gerade an was...
    ich sitze gerade an was anderem für Deus Ex Machina.

  110. Berlin und alles nördlich der...
    Berlin und alles nördlich der Mainlinie: Das zählt nicht.

  111. Hans Meier, weitere Anregungen...
    Hans Meier, weitere Anregungen für Ihr Geschäftsmodell. – Die Main-Linie hat Kaußen übrigens nie gestört….

  112. @prince Matecki
    interessant...

    @prince Matecki
    interessant ist an Ihrer Beschreibung eigentlich Schloss Lancut , das ich zu bewundern gelernt habe. Einiges besteht weiter. Und man bemueht sich nach Kraeften, es zu erhalten. Und einiges, aufzubauen. Vilnius hab ich dagegen nie gesehen, aber habe es vor. Was das Haus Hohenzollern anhgeht; gemischt die Gefuehle eines polnischen Staatsbuergers, einerseits Lob gegenueber der Leistung (aus Sand und Fleisch zu eiserner Macht) und gleichzeitig Verwunderung vor Wiederstandskraeften eines andern Volks. Ziemlich uneuropaeische Konfrontation. Keine Seite profietierte von der anderen. Na ja vielleicht die polnische ettwas von der andern.
    Gruesse aus Niederschlesien an Diskutanten

  113. die Idee des Beitrags hat...
    die Idee des Beitrags hat selbstverstaendlich Sinn; man wohnt lieber in geliebter Umgebung als in Berlin – Spandau oder Warschau – Mitte.

  114. Lieber Meier, der Gedanke...
    Lieber Meier, der Gedanke einem scheinbar unuebersichtlichen Schlamassel dadurch zu entgehen, indem man sich einen weisen Herrscher, oder deren mehrere, herbeiwuenscht, ist immer recht populaer gewesen. Es ist jedoch ein Traum.
    .
    Einem Kind braucht man „den Staat“nicht zu erklaeren; es erkennt den Staatsgedanken in seinen Eltern. Wenn die Eltern klug sind, ueberfuehren sie spaeter die elterliche „Eliteherrschaft“ in eine „geleitete Demokratie“ und spaeter in die Freiheit des Individiums. So soll es sein. In klugen Elternhaeusern ist das die Regel. Staatenbildung ist unvermeidlich, in einer Kraehenkolonie, im Ameisenhuegel, bei Bienen oder Menschen.
    Die Frage ist nur, unter welchem Ungluecksplaneten ein Staat sich bildet. Die Gruendung des Deutschen Kaiserreiches war zu Lasten der Franzosen ein Gluecksfall, worin aber der Untergang des Deutschen Reiches bereits angelegt war-und sich boese erfuellte.
    Die Macht von Bischoefen, Kaisern und Partikularfuersten ist keineswegs immer von Klugheit begleitet gewesen. Sie sind endlich alle untergegangen, in der Regel nicht durch die Einwirkung boeser, fremder Maechte. Sie eliminierten sich selbst. Die Kriege, welche zur Selbsteliminierung fuehrten, sind eine schwache Entschuldigung. Dies zu diskutieren ist ein zu weites Feld.
    .
    Aber worueber reden wir hier? Sie finden Ihr Vergnuegen in der Provokation, und ich finde mein Vergnuegen in der Zofferei mit Ihnen. Na, da hammwer doch was Konstruktives geleistet.
    Ich hab‘ noch was in meiner Primeurpulle. Wollnse was abhaben? Das Glas ist sauber.

  115. oder down manhattan? ich...
    oder down manhattan? ich jedenfalls glaube es nicht wirkliich!
    Gruesse!

  116. @specialmarke
    .
    Danke, passt...

    @specialmarke
    .
    Danke, passt schon. Aber 1981 herrschte ja auch in Westdeutschland noch der finsterste Kommunismus, der jede unternehmerische Initiative im Keim erstickte. Heute sollten da ganz andere Projekte möglich sein.

  117. @DA
    Ich lese Ihren Blog seit...

    @DA
    Ich lese Ihren Blog seit einigen Monaten.
    Ich bin sehr erfreut über das hohe Niveau!
    Viele Grüße
    Peter Wolf

  118. Don,

    In unserer Familie gibt...
    Don,
    In unserer Familie gibt es ein Objekt, das genauso ist wie von Ihnen beschrieben: meine drei Grosstanten wohnten ihr gesamtes Leben in dem Haus, das mein Urgrossvater in den 20er Jahren erbaut hat. Es sieht noch immer aus wie anno dazumal, die Einrichtung stammt grossen Teils aus den 50ern, das einzige Zugeständis an die Moderne ist ein LCD Fernseher. Alles ist sehr gepflegt und gut in Schuss. Leider steht das Objekt weit entfernt in Dorsten. Die verbliebene Grosstante ist kürzlich in ein Altersheim gezogen, das Gebäude steht wohl zum Verkauf.
    Falls jemand eine Idee hat, was man mit solch einem Objekt anfangen kann, bitte melden. Es wäre wirklich eine Schande, das Gebäude abzureißen.
    Viele Grüß,
    John

  119. In Frankfurt ist es schon...
    In Frankfurt ist es schon losgegangen, glaubt man dieser Zeitung. Also da, wo die Leute wohnen, die es wissen müssen.

  120. P.S.: Stadtgebiet Frankfurt...
    P.S.: Stadtgebiet Frankfurt zählt ausnahmsweise auch nördlich der Mainlinie.

  121. Lieber Hans Meier, das Ende...
    Lieber Hans Meier, das Ende der Kaußen-Geschichte war mir entgangen. Auch nicht uninteressant. – Liegt Kalifornien auch nördlich der Main-Linie?

  122. @specialmarke
    Nichtmal...

    @specialmarke
    Nichtmal Vancouver liegt nördlich der Mainlinie.

  123. Mir war das Ende nicht...
    Mir war das Ende nicht entgangen, ich erinnerte mich noch ganz genau. (…)

  124. Die Fuggerei instandbesetzen...
    Die Fuggerei instandbesetzen und von dort aus beide Amerikas erobern…

  125. @icke: danke für das Beispiel...
    @icke: danke für das Beispiel mit den Gasrohren, das ist dann eben, was passiert: Deprofessionalisierung und gefährlicher Murks. – Soso, in F haben sie die Hausmeistertätigkeit standardisiert. Hier in Berlin gibt es ja auch seit langem diverse große Hausverwaltungen, die viele auseinanderliegende Häuser betreuen, aber ich denke, das läßt sich hier doch weitaus besser bündeln als in den eher ländlichen Siedlungszonen. F hat ja auch die Kinderbetreuung als Geschäft viel stärker standardisiert, die haben einen ziemlich anderen Lebensstil.
    @DA: also, wenn er das Geschäft zumacht, bleibt Ihnen nichts anderes als Wechsel! – Wir haben jetzt welche, die die Klempnerei zu zweit betreiben, praktisch die beiden Inhaber, ohne Gesellen. Die sind gut, aber wenn die mal krank werden, sind sie gleich in Gefahr…
    @Grimaldeli: Lobo~Obersekunda – da haben Sie jetzt mein Empfinden, das ich beim Lesen seines Beitrags hatte, treffend auf den Punkt gebracht!
    @HansMeier: Hausverwaltung ist mit Facebook in keiner Weise zu vergleichen. Für Facebook genügen ein paar Rund-Um-die-Uhr-Server und –Programmierer, die an einem für sie günstigen Ort hocken können. Hausverwaltung muß rumreisen, selber gucken, Termine machen usw. – verstehen Sie, der Widerstand des Physischen.
    @John: über die örtliche Sparkasse an eine Familie im Ort bzw. in der Umgebung, die in den Ort ziehen will, zu verkaufen wäre ein üblicher Weg – wer sonst sollte so ein Haus brauchen können?

  126. OT - mir gehen so diverse...
    OT – mir gehen so diverse Fälle von Durchdrehen zusammen: die Amokschüler, der Ausbruch in Arizona neulich, und nun das hier: http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/radolfzell/13-Jaehriger-dreht-durch-ndash-seine-Mutter-steht-vor-einem-Raetsel;art372455,4673577
    Auch soziale Eingebundenheit hilft anscheinend nicht immer gegen destruktive Tendenzen.

  127. Nochmal OT: jetzt also auch...
    Nochmal OT: jetzt also auch ein Aufstand der Wutbürger in Tunesien. Ob das so ausgeht, daß sie sich nicht von Al Quaida in eine religiöse Richtung drängen lassen? Wie war eigentlich die Entwicklung der letzten Jahrzehnte in Algerien?

  128. Hebet an ein Geschrey unter...
    Hebet an ein Geschrey unter den Dupes ohn Untrlasz uff den Straszen ond auch dero benamsten & fürtrefflichen Gazetten.
    So seynd da etliche onter den Adlichen & den Civilpersonen gewest deren Membres, sintemalen noch in den Zeytläufften Anno 2008-2010, barhäuptig Abbitte vor dem Allerhoechsten geleystet hinsichtlich aufgehaeufelter Credite deren sie nur irgend habhafft werden kunnten umb sie in Zinshäuser, Manufakturgebaulichkeyten ond anderer Sonderlichkeyten umbstandslos zu investieren, vermeyneten dies zum Seelenheyle tun zu müszen. Ohngerechnet der Staatsanleihen & al. papierener Schuldscheyn so da die wundersam Promess in sich tragend zinsheckend dem publico offerierend seynd for einen garantirten Lebensabend sans souci.
    Glaubend an ein grosz Mirakulam als da seynd Erträgniss ohn Endt. Pustekuchen ward die grauslige Folg wie die Fama und Zeytung & alterierender Mär Uns ohn Unterlass zum Plaisir & Ergötzen kundtut, allTäg so da die Sonn aufgeht in onserer democratisch konstituirten et gouvernirten res publica. Still
    über die Scene gezogener Pleyten, Insolventia, Bancrotterey von Institution, als da gutbeleumundeter Banken, Developer etc. pp. soll per exemplum hierorts nit gedencket seyn. Auch nitr etwelcher verheerender Kriegslaeufft so da gar viel Residencen ect. zerschmissen. (Man lugenur in die Contracte der providenten Versicherer & dero excludenten Pragraphen).
    Hat schon im 17. Jhdt ein groszer wortgewaltiger Prediger in Wien , Abraham a Sancta Clara vor etwelcher Bauwurmb-Spintisierey von der Cancel gewarnet. Solve et coagula, er sprach gegen den Wind.

  129. Abraham a Sancta...
    Abraham a Sancta Clara…..hatte auch, wie wohl weiland der hochgelahrte scriptor et blogensius Donatus Alphonso, in Ingolstadt das dortige Gymnasium unsicher gemachet.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Abraham_a_Sancta_Clara

  130. Bravo Bauwurmb!!
    Höchst...

    Bravo Bauwurmb!!
    Höchst ergötzlich!
    Pst, lieber Filou,
    Katze, Katze
    http://www.syberberg.de/Syberberg4_2011/14_Januar-11.html

  131. @sobanski
    Ein Teil meiner...

    @sobanski
    Ein Teil meiner Familie hat sich schon vor den Teilungen, etwa Ende der 1730er Jahre, für Preußen entschieden. Anscheinend fanden sie es – gegenüber dem damaligen Polen mit slachta und liberum veto, den moderneren, verlässlicheren und gerechteren Staat. Tatsächlich konnte der Müller gegen den adeligen Großgrundbesitzer vor Gericht obsiegen (mit freundlicher Nachhilfe des Monarchen) und Dorothea Erxleben als erste Frau weltweit überhaupt in Humanmedizin promovieren (auch mit freundlicher Nachhilfe des Monarchen).
    Der mochte zwar die „ganze verdammte Bande auf -ski“ nicht, aber er hat sie toleriert, Karriere machen lassen usw. So auch unter seinen Nachfolgern. Der Prinz Radziwill, der als preußischer Gouverneur in Poznan amtiert hat, hat eine vollständige Bühnenmusik zu Göthes Faust komponiert. Er hatte mit dem Dichter korrespondiert und auch mit Mendelssohn und anderen. Die Germanisierung kam später, mit voller Wucht im letzten Drittel des 19 Jahrhunderts, und dann natürlich nach 1939.
    Die höheren Adelsfamilien haben immer versucht, den Besitz zusammenzuhalten, und wenn die Zeiten schlecht waren und die eine Generation nicht sonderlich erfolgreich, dann wurde auch eine Tochter an die Uni, gar in die Schweiz geschickt, und durfte alsdann ihr Glück als Verwalterin versuchen (Marion Dönhoff).

  132. 1730, so kurz nach Thorn! Hmm....
    1730, so kurz nach Thorn! Hmm. Und in Petersburg/Kurland lief nix?

  133. @ prince Matecki
    "Ich...

    @ prince Matecki
    „Ich erwähnte glaube ich schon dass wir stramm katholisch sind,“
    in diesem Sinne mit dem üblichen disclaimer: lesen sie diese seite nur nach rücksprache mit….
    http://www.kreuz.net/article.12537.html
    wenn man jetzt daran denkt, wie sorgfältig missbrauchsanzeigen unter diesem pontifikat nachgegangen wurde, ist die seligsprechung ja was eigentlich?

  134. Pan Matecki, ist das nicht ide...
    Pan Matecki, ist das nicht ide Grundlage der Freiheit, dass man dien anderen alle nicht mögen muss und ihnen trotzdem ihr Recht zubilligt?

  135. prince matecki@:
    Der Fürst...

    prince matecki@:
    Der Fürst Janusz Radzwill, der Changierer, war ja schon sehr gewitzt. Er hatte sogar den deutschen SD gegen den sowj. NKWD ausgespielt und umgekehrt. Mußte er wohl auch, schon um der polnischen Nationalhymne Folge zu leisten: „Noch ist Polen nicht verloren….“
    Die Radziwills hatten insgesamt bisweilen eine eigenartige Rolle in der polnischen Geschichte gespielt. Sie waren im 19. Jhdt. schliesslich sogar durch Familienangehörige als Mitglieder im Preussischen Herrenhaus und im Reichstag vertreten. Sogar mit den Hohenzollern verwandt. Was wohl letztlich den div. Polnischen Teilungen geschuldet ist.
    Fürst Stanislaw Leszynski, zeitweilig König von Polen, war auch so eine tragische Figur, aber immerhin hat die Stadt Nancy durch ihn das unvergleichliche Juwel des nach im benannten Platzes erhalten.
    ..
    http://de.wikipedia.org/wiki/Janusz_Radziwi%C5%82%C5%82_(1880%E2%80%931967)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Place_Stanislas

  136. Mal wieder so was von typisch:...
    Mal wieder so was von typisch: Tunesien hatte keiner auf dem Radar.

  137. @Berthold Wiewohl ich und mein...
    @Berthold Wiewohl ich und mein Haus dem Herren dienen wollen fassen wir kreuz.net nur mit der Kneifz… äh dem Junk-Filter an.
    @icke In der Tat, das war die ursprüngliche Liberalität des „Suum cuique“ bevor man solche Sinnsprüche über die Eingangstore von Konzentrationslagern anbrachte.
    @ HansMeier555, in St Petersburg haben wir uns Titel abgeholt und Feste (mit) gefeiert, aber als Staat erschienen uns die Reußen nicht sonderlich berechenbar und verlässlich. Noch mein Urgroßvater erlebte wie nach 1939 das alte Gut für einen Truppenübungsplatz im „Warthegau“ enteigent wurde. Immerhin durfte er, als Kornett im Dt.Frz. Krieg gewesen und als Stabsrittmeister d R im „großen Krieg“ (WK I) im Herrenhaus wohnen bleiben. Steinalt, empfand er im Winter 44 die Russen doch nicht als Befreier sondern wurde in Stücke geschossen als er sich auf der Freitreppe mit dem Jagdgewehr in der Hand gegen sie verteidigen wollte.

  138. @Foersterliesel, dieses Katz...
    @Foersterliesel, dieses Katz hat noch viel Liebe und viel Futter noetig.
    Aber keine Sorge, dass kann noch was werden. Der Sohn bekam so ein armes Tier, gefunden in einer Muelltonne, ins Haus geliefert. Und? Jetzt ist es sooo ein Kawentzmann:
    http://www.fotos-hochladen.net/…/sohnkatz5yhomedb.jpg
    (Hatten wir schon. Trotzdem)

  139. @Plindos Nicht nur die...
    @Plindos Nicht nur die Radziwills, fast alle höheren polnischen Adelsfamilien haben den „Pfalzgrafen“ oder kaiserlichen Notaren horrende Summen gezahlt um ihre Adelstitel im Hl Röm Reich Dt Nation anerkannt zu bekommen. Äußerstenfalls wurden kleine Grundherrschaften innerhalb des Reiches gekauft und dann die Titelerhöhungen und Wappenbesserungen (von der Freiherrschaft auf den eigenen Grafen- oder Fürstentitel) bezahlt.

  140. @prince
    Mit dem Jagdgewehr,...

    @prince
    Mit dem Jagdgewehr, sagen Sie?
    .
    Man kann über die Russen sagen was man will, in puncto Polen waren sie mit Bismarck vollkommen einer Meinung.
    .
    What about Habsburg?

  141. @prince
    Möglicherweise hätte...

    @prince
    Möglicherweise hätte Ihr Urgroßvater anders empfunden, wenn er sich (ganz im Sinne des dialektischen Historizismus) vergegenwärtigt hätte, dass wir Stalin letzten Endes doch nichts weniger als die Rekatholisierung Pommerns und Schlesiens verdanken.

  142. "Made in Germany" ist nun mal...
    „Made in Germany“ ist nun mal Goldstandard, nicht erst heute für Automotoren, sondern schon damals für Adelstitel.

  143. Moin.

    Gibt es vielleicht ein...
    Moin.
    Gibt es vielleicht ein Interesse, zu dem ursprünglichen Thema des D.A. zurückzukehren? Soweit ich es verstanden habe, ging es um den Erhalt großbürgerlicher – im Sinne von für mehrere Generationen – tauglichen Immobilien und der besonderen Berücksichtigung der heute kurzfristigen Verfallsdaten von Arbeits- und Lebensbeziehungen. (Sollte ich hier irren, bitte ich um Korrektur). Ich stehe auf dem Standpunkt, nach den oben beschriebenen Unwägbarkeiten der Renovierung älteren Gebälks, komplett neu zu bauen, nach Energiestandards, ebenerdig und behindertengerecht. Das alles noch so konzipert, dass man mehrere Wohneinheiten bei Bedarf aneinander blocken kann, denn aufgrund der Entwicklungen in der Rentenversicherung, kann sich der regelmäßige Einzahler dortselbst nur noch retten über die Reduzierung der Gemeinkosten – wie wir das in den Studenten-WG vor vierzig Jahren auch schon gemacht haben.
    gruß fb

  144. @HansMeier555
    "Möglicherweise...

    @HansMeier555
    „Möglicherweise hätte Ihr Urgroßvater anders empfunden, wenn er sich (ganz im Sinne des dialektischen Historizismus) vergegenwärtigt hätte, dass wir Stalin letzten Endes doch nichts weniger als die Rekatholisierung Pommerns und Schlesiens verdanken.“
    Sehr schön die Bobachtung. Es geht halt doch nichts über eine gute Dialektik.
    Wien gedenkt gerade dieses Mannes, alleine schon wegen seiner durch Lebenserfahrung getränkten Reserviertheit gegen das Christsoziale, Dollfuß etc. feiernswert
    http://www.falter.at/web/print/detail.php?id=1314
    Das glaube ich ist aber im moment nicht mehr in der BRD vermittelbar, dass ein katholischer ständestaat (Seipel, dollfuß etc.) etwas abgrundtief böses ist und all das boden bereiten für…

  145. Nicht mal mehr einen...
    Nicht mal mehr einen Austrofaschisten darf man feiern! Wenn das der Jörgl wüsst!

  146. lieber Filou,
    danke!

    lieber...
    lieber Filou,
    danke!
    lieber Hans Meier555,
    ich schätze ja Ihre didaktischen Provokationen, aber diesmal wars daneben

  147. @Bert-4
    .
    Sie immer und ihre...

    @Bert-4
    .
    Sie immer und ihre Semitophilie! Was halten Sie von: Georgisch-orthodox?

  148. Liebes Försteliesl,
    .
    In...

    Liebes Försteliesl,
    .
    In Böhmen war es leider unterm Strich konfessionsneutral, und die Österreicher sind ja (unverdientermassen, wie jeder zugeben wird) viel zu schnell und glimpflich davongekommen.
    Die Wege des Weltgeistes sind verworren…

  149. lieber BertholdIV,
    der Artikel...

    lieber BertholdIV,
    der Artikel von Helli Maimann ist wirklich lesenswert. Haben Sie Kreisky persönlich erlebt?

  150. lieber Hans Meier555,
    ja,...

    lieber Hans Meier555,
    ja, Österreich hatte Glück, Jalta hätte ein bißchen nach Westen rutschen können;
    ich hoffe Ihr Herr Urgroßvater starb einen friedlichen Tod.

  151. @Foersterliesel
    nein leider...

    @Foersterliesel
    nein leider nicht. sie? bestimmt sehr spannend. aber für meine kollegen, die aus den övp-raiffeisen-rkk-nahen studenten/schüler-verbindungen kommen, ist er schon das schreckgespenst (fpö beteiligung, polemiken mit wiesenthal) schlechthin. annähernd ähnlich nur der jetzige bp fischer, der als ganz ganz böser ideologischer linker apparatschik gilt
    http://www.falter.at/print/F2004_03_1.php
    um die brücke zur brd zu schlagen, die spö ist sehr erfolgreich mit ihren adretten neuen jungen gesichtern.
    http://derstandard.at/1293370722777/Laura-und-die-Buberlpartie
    da sollte sich die spd, aber vor allem die grünen mehr abschauen

  152. @HansMeier555
    nachdem wir uns...

    @HansMeier555
    nachdem wir uns (rkk) jetzt so gut mit der orthodoxie verstehen, ist die beziehung zu diesen aufmüpfingen im hause der orthodoxie schwierig.
    btw: was sagt die othodoxie eigentlich zur seligsprechung jpii?

  153. @berttholdIV
    Weiss nicht, ob...

    @berttholdIV
    Weiss nicht, ob die dazu was sagen.
    Iwan der Schreckliche ist offenbar in der Pipeline steckengeblieben.

  154. Jopa2 ist vielleicht die...
    Jopa2 ist vielleicht die bedeutendste Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts.

  155. @Försterliesl
    So eine...

    @Försterliesl
    So eine Reitpeitsche taugt in ostburgenländischen Bauunternehmerfamilien mehr für innerfamiliäre Auseinandersetzungen. Niemand hätte je versucht, damit die Russen aufzuhalten.

  156. berthold,
    die spd retten keine...

    berthold,
    die spd retten keine neuen gesichter, die muss sich neu erfinden oder ihre laufenden geschäfte abwickeln.

  157. @HansMeier555
    "15. Januar...

    @HansMeier555
    „15. Januar 2011, 07:53
    Jopa2 ist vielleicht die bedeutendste Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts.“
    karol woytila, nichts gegen sein verhalten in polen zus zeit der bestzung durch die deutschen, alles sehr ehrenwert.
    aber wenn sie jopa2 sagen, dann würde ich sagen ein bestenfall mittelmäßiger theologe, der sehr gut im sinne der westlichen geheimdienste bei der destabilisierung des osten mitgewirkt hat. in der rkk hat er die selig und heiligsprechungen inflationiert, dafür autochton verankerte kirchen
    zum teufel gejagt (südamerika den freikirchen überlassen) und es selbst noch am rechten rand geschafft eine spaltung herbeizuführen (pius x).
    und dann haben teile seiner kurie, für die er verantwortlich war noch kindesmissbrauchsermittlungen zumindest blockiert.
    aber wenn man natürlich der meinung ist, dass solidarnosz etc den bösen osten gestürzt haben…, oder ist das bedeutend gar nicht positiv besetzt?
    ach ja: in der kirche österreichs hat er natürlich sehr positiv gewirkt – hätte ich jetzt fast vergessen.
    m.e. eines der unglückseligsten pontifikate seit sehr sehr langem…

  158. Naja... die Kirche ist sehr...
    Naja… die Kirche ist sehr alt, da gäbe es viel zu vergleichen. So schlimm war das dann doch nicht, relativ gesehen. Das Berufsbild des Bloggers bei der FAZ etwa ist im Vergleich sehr viel weniger historisch belastet als das des Papstes.

  159. Aber die Unfehlbarkeit ist die...
    Aber die Unfehlbarkeit ist die gleiche

  160. @steelydan
    wie pflegen wir bei...

    @steelydan
    wie pflegen wir bei uns in der Marine zu sagen: Treffer, versenkt.

  161. Die anderen Heiligen waren...
    Die anderen Heiligen waren auch nicht alles Heilige.
    .
    Die Spaltung am rechten Rand entstand schon unter P-6.
    .
    Wojtyla hat den Papst als globale Marke etabliert. Durch seine zahllosen Gastspiele ist er der ultimative Medienstar, der jetzt völlig selbstverständlich allüberall als Vertreter der Christenheit schlechthin auftreten kann.
    .
    Wenn Sie den Glanz und die Grösse des heutigen Papsttums anderswo nicht erkennen können, dann wohl doch am zährenden Neid in den Augen der auf ihre Plätze verwiesenen Protestantenbischöfe beim Betrachten der TV-Live-Übertragung von „Urbi et Orbi“…

  162. Don, ich habe mich diesmal...
    Don, ich habe mich diesmal zurückgehalten, um den bemüht gehaltenen Plauderton mit meiner brachialen Intellektualität nicht zu zerstören. Ich habe also gelesen: Zwei Häuser, zwei Menschen und eine Geschichte über idellen Werterhalt ohne Moral. — Kommentar: Dass wir unsere Häuser gestalten und danach die Häuser uns, ist eine alte menschliche Weisheit; ich wusste bloß nicht, dass diese Gestaltung sogar auf Hausbesitzer übergeht….

  163. Nun, ich kenne historische...
    Nun, ich kenne historische Immobilien nur als Mieter und es war scheußlich. Das Haus unseres Vermieters, in dem ich von 1962-1981 wohnen durfte/mußte, war von einer Verfallenheit, die ihresgleichen suchte. Natürlich kann man dem Vermieter keinen Vorwurf machen. Das Haus war in Privatbesitz, Baujahr 1910, und der Eigentümer bekam für 60 qm Wohnraum 16 DDR-Mark Miete im Monat. Und trotzdem: lieber Platte als Mauerwerk mit, äh, Plumpsklo. Wenn es in den letzten hundert Jahren zivilisatorischen Fortschritt gegeben hat, dann beim Wohnen und in der Medizin. Ich habe meine Kindheitsumgebung naturellement geliebt, aber ich würde sie auf keinen Fall wiederhaben wollen. Romantische Erinnerungen sind nicht alles. Wer das Geld hat, solche Substanz zu erhalten sollte das auch tun. Alle anderen dürfen ohne schlechtes Gewissen zum Abrißhammer greifen. Veränderung ist das einzig verläßliche.
    .
    Lieber Pan Matecki, der „Müller von Sanssouci“ war ein klarer Rechtsbruch Friedrichs. Man sympathisiert mit dem Ergebnis, allein es bleibt ein Rechtsbruch. Es wäre seitens Friedrichs viel korrekter gewesen, den rechtmäßigen Spruch des Kammergerichts anzuerkennen und den Müller anschließend privat zu entschädigen.

  164. Hoppla, pan Matecki, ein...
    Hoppla, pan Matecki, ein Mädchen verliert doch nicht an Tugend, wenn es vergewaltigt wird (suum cuique).
    Ist es nicht eher die Manie, Alles aus einem politischen Winkel zu betrachten, sich zu fragen, ob etwas „im Sinne der Sache ist“ die, von den Nazis verbreitet, die Freiheit schmälert? Und die andere, die auch selbigen gepflegt wurde, Worte nach ästhetischem Empfinden statt nach ihrem hergebrachten Sinn zu verwenden, die dei Schärfe des Denkens aufgeweicht hat? Und das Vergessen, dass letztlich die Sonne über Gute wie Böse scheint und deshalb auch meinem Feind Notdurft und Wort zu gewähren sind?

  165. Jede Jeck is andes jeck. So...
    Jede Jeck is andes jeck. So säht ma in Kölle. Für ons Narrekappe hätt de Rainald v. Dassel unger dämm Kaisa Barbarossa de „Hillige Drey Könije“ us Mailand jekläut. Watt willste maache. Jetz hamma de Salat. Loht doch de Polacke ühren Woytala hillisch wäde, is doch ne joode Mann jewest. Et hätt Schlimmer jejove de wo se hillisch jeschproche han, bischpillswis de Konstantin d. Gr. De hätt in dämm ahle Byzanz seyne Zigg bey enem zivilen Auffschtand 30.000 (i.W. drissigtusend) Bürjer över de Kling schpringe losse. Wenn dat nix is, dann weiss ich nisch, watt jett is.
    Trotzdäm isse de jruusse Retter vo der Kiresch un hillisch ooch no ens. Bess op de hüddije Dach (aeternae urbis moenia). Do kannste systemisch nochens jet vo liehre, wie de de Korv kreje kanns. Fass esu johd wie ons Kanzlerin et met de kapottene Banke hekreje hätt.
    Mr hätte dä Herr HansMeier555 Papst solle wädde losse, do kömm ene neuye Wend en dä Laade (Omnia dicta factaque quasi papavere et sesamo sparsa)…..
    Dä Rheinländä alls solscher kann übrijens(fast) alles erklären, hätt ewer vo nüs Ahnung( frei nach Beikircher)
    Allso, bess dan emol.

  166. In Sachen Subito Santo muß...
    In Sachen Subito Santo muß ich doch noch einiges pro domo sagen: Ich bin ja qua geographischer und damit auch historischer Lage in spezieller Position. Als Johannes Paul zum Papst gewählt wurde war ich Kind. Als Kind stellt man die hergebrachten Werte, in diesem Fall sozialistische, nicht in Frage, sie sind einfach gegeben, normal. Johannes Paul stellte das alles in Frage und vor „1989“ gab es „1981“, nämlich den Papst und Polen und Solidarnosc. Es gibt natürlich viele Verschwörungstheorien, wie gewöhnlich. CIA, Mossad und MI5 hätten den Zusammenbruch des Ostblocks verursacht u.s.w. Das alles ist falsch. Es kann sein, daß die Geheimdienste auf der Welle ritten, aber sie haben die Welle nicht hervorgebracht. Die eigentliche Ursache waren der polnische Nationalismus und die polnische Katholizität. Ich bin weder polnischer Nationalist noch Katholik geworden. Aber das weiß ich, weil ich es erfahren habe: ohne beides wäre das russische Imperium nicht zusammengebrochen. Also bin ich ihnen dankbar dafür. Eine Seligsprechung eines Papstes halte ich für eine contradictio in adiecto. Aber daß Johannes Paul eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts war würde ich jederzeit unterschreiben. Ich habe es erlebt.

  167. prince Matecki@: Der Ihnen...
    prince Matecki@: Der Ihnen „benachbarte“ Herzog von Kurland , Biron, Ernst Johann Reichsgraf von Büren, war ja nicht ganz satisfactionswürdig für Ihre Kreise, aber immerhin hatte er Rußland nicht zu unterschätzende Dienste geleistet. Sein unermesslches Vermögen, Schlösser, Haushaltung konnte nicht auf die Urahnen vererbt werden.
    http://de.wikisource.org/wiki/ADB:Biron,_Ernst_Johann_Reichsgraf_von

  168. lieber...
    lieber BertholdIV.,
    rückblickend und im Vergleich mit dem Gegenwärtigen erscheint es mir als ein historischer Luxus, daß wir jemanden wie Kreisky zum Kritisieren hatten. Ich verstehe ja Ihre Abneigung gegen Ihre Kollegen (aus der Provinz, in Wien ist die ÖVP ja am Austrocknen)- nach Regierungswechseln ergeben sich halt Karrierechancen und für überlebt gehaltene Vorfeldorganisationen erleben Zulauf und man trifft wieder auf jugendliche Reaktionäre. – zum SP-Nachwuchs: Generationsablöse wird halt oft als kränkend erlebt, die engagierteren Jugendlichen sind bei den Grünen, aktive StudentenpolitikerInnen wurden ausgebremst, aus welchen politischen Bewegungen sollte denn Nachwuchs kommen? Und daß man in einer Arbeiterpartei zum Bürger aufsteigen kann wurde ja schon von meiner Generation (begann es mit den Weinseminaren der AZ?) instruktiv vorgelebt.

  169. ...Lapsus-Korrektur: Muß...
    …Lapsus-Korrektur: Muß natürlich in Bezug auf den Herzog Biron v. Kurland ….Urenkel… heißen.

  170. lieber Hans...
    lieber Hans Meier555,
    Burgenland gehörte ungarischen Magnaten, die Bevölkerung war sehr arm (als ich das erstemal hinkam und die staubigen Dorfstraßen mit den niedrigen Häuschen sah bin ich regelrecht erschrocken), es gab kein bürgerliches Unternehmertum sondern große Armutsmigration vom Burgenland nach Amerika, aus dem Burgenland kamen die Bauarbeiter für Wien, in bösen Burgenländerwitzen verspottet, im Burgenland hielten sich die Niedrigstlohnbetriebe (Textil) noch am längsten. Dennoch, trotz Armut, wechselvoller Staatszugehörigkeit (schaun Sie in die wikipedia) und traditioneller Mehrsprachigkeit (Deutsch, Ungarisch, kroatische Sprachinseln unter osmanischem Druck nordwärts geflohener Kroaten) sind die Burgenländer verträgliche, zu keinerlei nationalistischen Aktionen neigende Leute geblieben. Die erfolgreichen Wiener der 70er und 80er kauften sich billig im Burgenland an (altes Geld hat seine Sommerfrischen im Westen).
    Den von Ihnen imaginierten burgenländischen Bauunternehmer mit der Reitgerte gabs 1945 (soziologisch) nicht.

  171. @Foersterliesel,...
    @Foersterliesel, „StudentenpolitikerInnen“, haben Sie eventuell Rechtschreibkrämpfe?

  172. lieber...
    lieber Savall,
    Rechtschreibkrämpfe? Üblicherweise nein, ich schreibe wie meine Großmütter und Großtanten autokratisch-idiosynkratisch. Im konkreten Fall war das Binnen-I praktisch, denn tatsächlich handelt es sich um eine junge Frau aus der Studentenvertretung, deren politisches Talent nicht erkannt wurde, man fischte lieber im eigenen Genpool.

  173. @HansMeier555
    "Wojtyla hat den...

    @HansMeier555
    „Wojtyla hat den Papst als globale Marke etabliert“
    das ist beredt genug ihre aussage-so deutlich wollte ich sein pontifikat nicht kritisieren, aber sie haben vielleicht recht, dass es zu einem label geworden ist, dass mit bild (volksbibel etc.) kompatibel ist.
    haben sie mal die enzykliken gelesen und beachtet wie weit bxvi davon in seinen abrückt…

  174. @DA
    vorsicht, sie müssen...

    @DA
    vorsicht, sie müssen schon die pontifikate in die jeweilige zeit einordnen und theologisch ist da schon viel brandgefährliches produziert worden, dass wir jetzt erst aufräumen müssen.

  175. @savall
    dann will ich sie...

    @savall
    dann will ich sie nicht stören in ihrem glauben an die auflösung des ostblocks durch die solidanosz etc (alles anständige leute). ich dachte eigentlcih immer, dass das in den 70ern schonverursacht war, aber vielleicht haben die rkk ja die bessere publicity

  176. @et Jüppche
    den karol kann...

    @et Jüppche
    den karol kann man schon selig sprechen von mir aus. das pontifikat: G-tt sei dank hat er wenigstens kein dogma erlassen

  177. Liebes...
    Liebes Försterliesl,
    „Burgenland“ ist ja (genau wie Ö insgesamt) ein neumodisches Splittergebilde ohne passenden Namen — gemeint habe ich natürlich das Komitat Vas mit seinen barocken Kleinstädten, das Ihnen auch nicht unbekannt ist.
    .
    Das beschriebene Familenidyll (Mésalliance mit der verwöhnten Tochter eines Grazer Schnapsfabrikanten) war 45 nur noch ferne Erinnerung, der erwähnte Urgroßvater schon lang nicht mehr am Leben. Hätte auch nicht mehr soviel Spaß gehabt an seinen teuren Kurzurlauben nach Baden bei Wien…

  178. @B4
    Encycling, Recycling......

    @B4
    Encycling, Recycling…

  179. @B4
    Ihr Problem ist, dass Sie...

    @B4
    Ihr Problem ist, dass Sie eine aufgeklärte RKK haben wollen.
    .
    Aber wahrlich wahrlich ich sage Ihnen: Keine Seele braucht eine aufgeklärte RKK. Weil überhaupt niemand mehr die Aufklärung braucht. Genau davon gehen wir ja aus! Ziel und Zweck warum wir hier das alles überhaupt machen, ist ja die Frage, wie es mit unserem postchristlichen Mitternachtsland nach dem Scheitern der Aufklärung weitergehen könnte. Im Rahmen der neofeudalen Lehre sind viele verschiedene Antworten möglich. Aber die RKK wird, soviel steht fest, eine zentrale Rolle dabei spielen müssen.

  180. "vorsicht, sie müssen schon...
    „vorsicht, sie müssen schon die pontifikate in die jeweilige zeit einordnen und theologisch ist da schon viel brandgefährliches produziert worden, dass wir jetzt erst aufräumen müssen.“
    .
    berthold, wer ist wir?

  181. Meier 3x5, ohne Aufklärung...
    Meier 3×5, ohne Aufklärung wären Truppen wie die Ihren immer noch in der Ministerialbürokratie.

  182. @gretel, DA zu Erbteilung:
    Bei...

    @gretel, DA zu Erbteilung:
    Bei uns funktioniert das seit mehr als 250 Jahren so:
    Schritt eins: Bereits in jungen Jahren kristallisiert sich heraus, welches der Kinder übernehmen könnte und vielleicht auch dazu geneigt wäre.
    Schritt zwei: Dem Betreffenden wird es in Aussicht gestellt.
    Schritt drei: Spätestens ab der Übernahme heißt es solide wirtschaften und sparen um bei Gelegenheit Grund und Boden zuzukaufen. Übergibt dann der Betreffende einmal selbst an den Geeignetsten der nächsten Generation, werden mit den zugekauften Gründen dessen Geschwister entschädigt. Der ursprüngliche Familienbesitz blieb unangetastet bis WK II – dann gab es einen geteilten Familienbesitz und ein Soldatengrab in Belgien.

  183. lieber Hans Meier555,
    ja diese...

    lieber Hans Meier555,
    ja diese kleinen barocken Städtchen (Medjumurje, Slowenien, Slavonien, Baranja)
    sind wirklich sehr hübsch. Sie liegen bei der Militärgrenze, antemurale christianitas, die nicht nur cordon militaire sondern auch cordon sanitaire (mit Isolierstationen wegen der Pest) gewesen ist und an der orthodoxe Wehrbauern angesiedelt wurden.

  184. @HansMeier555
    die aufklärung...

    @HansMeier555
    die aufklärung ist gescheitert, aber nicht die dialektik der aufklärung. also eine dialektisch aufgeklärte rkk ohne r (das r kann ja anders gestaltet werden)
    @Foersterliesel
    haben sie ihn persönlich erlebt? sie haben recht, das ist heute ein phantomschmerz in der politik, aber nicht nur in aut.

  185. "Don Alphonso: Das hier ist...
    „Don Alphonso: Das hier ist kein Problem – es geht eher um eine Expansion.“
    *
    Also ich bin dabei. Ich würde gern von Herrn Schirrmacher ein philosophisches Statement zu seinem Satz „Der Algorithmus hat immer recht!“ lesen und darauf antworten. Es ginge hier nicht um Geschichte, sondern um Zukunft.

  186. lieber Berthold IV,
    zu Ihrer...

    lieber Berthold IV,
    zu Ihrer Frage: ja, und (rückblickend) viel zu wenig geschätzt; meine Generation hatte sehr viel Glück, das begreifen wir erst jetzt so recht.

  187. Liebes Försterliesl,
    .
    Das...

    Liebes Försterliesl,
    .
    Das Ostburgenland liegt heute immer noch in Ungarn und Sie waren sicher schon ein paar mal dort.
    Mit Aprikosischen Grüssen

  188. @urriegel: so funktioniert...
    @urriegel: so funktioniert das. Anders meistens schlecht.
    @prince Matecki + Mitdiskutanten: danke für die Seiteneinblicke in die Geschichte, irgendwie ist es schon schade um die verflossene Pferdezivilisation.

  189. lieber Hans Meier555,
    ah, Sie...

    lieber Hans Meier555,
    ah, Sie meinen die schöne Gegend in der die Wiener billig zum Zahnarzt, Tierarzt, zum Friseur und zur Kosmetikerin, zum Essen und wöchentlich zum Hamstern fahren und in der sie sich auch gern ein Häuschen für die Pension erwerben um dann dort noch dreißig Jahre kaufkräftig und ohne mehr als drei Worte Ungarisch zu erlernen zu leben? Gegend und Städtchen sind sehr schön, ich war dort nur schauen und Somlói Galuska essen.

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