Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Alternativlose Bailout-Junkies von Davos bis Kairo

| 203 Lesermeinungen

Mubarak, Tegernsee, Bailout, Bankster, wie reimt sich das zusahammen, wie reimt sich das zusammen? - Da Mubarak bringt d'`Demonsdrandn um; - Om Tegansee liegn ondare Nazis rum; - Beim Bailout schaugn d'Leid dumm; - De Bankster bilanzian's krumm; - So reimt sich das zusahammen, so reimt sich das zusammen.

He may be a bastard, but he is our bastard
US-Staatschef Richard Nixon über seinen nicaraguanischen Amtskollegen Somoza

Der ägyptische Staatschef Mubarak könnte an den Tegernsee ziehen, wenn er es unter seinen unhöflichen Landsleuten  nicht mehr aushält. Wir haben hier ganz famose Einrichtungen für Alterskrankheiten, zum Beispiel. Ausserdem ist der See schon länger bei Leuten beliebt gewesen, die als starke Persönlichkeiten und Führer gelten können. Bei Gmund, links im Bild etwa, hatte Heinrich Himmler sein Privathaus. Auf der anderen Seite, in Bad Wiessee, feierte Röhm mit seinem Anhang die letzte Party. Ein wenig südwestlich des Sees versteckte sich nach dem Krieg der spätere BND-Chef Reinhard Gehlen für ein paar Wochen vor den Amerikanern. Und hinten rechts, in Rottach und Kreuth, liessen sich nach dem Krieg eine Menge höherer Chargen aus Wehrmacht und Waffen-SS nieder. Darunter vermutlich auch manche, die in der ein oder anderen Kriegswoche im Osten weniger als 100 tote Zivilisten auf dem schwach ausgeprägten Gewissen hatten. Keine Frage, wir haben hier eine blendende Infrastruktur für arabische Diktatoren.

Bild zu: Alternativlose Bailout-Junkies von Davos bis Kairo

Naja, böse alte Geschichten, kann man sagen, die alten Nazis liegen längst auf dem Rottacher Friedhof, und ansonsten ist hier alles ganz normal, nur ein wenig besser. Kein Wunder, muss man sagen, die Anwohner haben die Krise gut überstanden, und die paar Euro mehr für das Benzin können sie sich auch leisten. Schliesslich sind die Depots wieder werthaltig und die Wirtschaft blüht auf, und es war auch bei diesem Spiel wie drüben in der Spielbank von Bad Wiessee: Am Ende gewinnt immer die Bank. Und gezahlt haben die Staaten, die das als „alternativlos“ ansahen. Dafür dürfen sie sich gerade in Davos kostenlos von echten Fachleuten anhören, wie schlimm und schrecklich doch jeder Versuch wäre, sie jetzt zu regulieren, wo doch alles gut läuft und zu aller Wohlergehen beiträgt, zumindest in diesem kleinen Kreis, Banken, Politik und ein paar Journalisten, die das alles aufschreiben und im vollen Brustton der eigenen Bedeutung in einem scheusslichen Alpenkaff der Welt dann mitteilen.

Und tatsächlich können die Staaten wenig anderes tun, als bei diesem Spiel jetzt weiter mitmachen. So ein Staat will Schulden verkaufen und kurzfristig finanzieren, er kann sich keine Staatspleiten wie in Griechenland leisten, denn sonst würden die Rentenkassen, die griechische Schulden besitzen, und andere systemwichtige Institutionen leiden, und am Ende würde es wieder jene Steuerzahler treffen, die schon die Bailouts der Banken finanziert haben, und dann wäre auch der Rentner am Tegernsee nicht mehr froh und gelassen… das System läuft, für alle ist es die beste aller möglichen Welten, die einen müssen am Ende vielleicht weniger zahlen, und die anderen kassieren wieder schöne Boni für ihre Leistungen, solange sie nicht im Gefängnis sitzen, aber das tun nur wenige. Dem Rest geht es prima. Die Banken verdienen wie 2007, nur die Staaten haben weniger, aber dafür das Wort „alternativlos“ für die Einsicht in die Realitäten. Homma wieda wos gleant, sagen wir in Bayern am Tegernsee.

Bild zu: Alternativlose Bailout-Junkies von Davos bis Kairo

Mit den Staaten – man sieht es in Davos – kann man es ja machen. Leise Töne, dezente Gespräche, keiner stellt sich hin und nennt die Schuldigen verdammte Kriminelle, Verbrecher, Mörderbande, widerliches Gesocks, dafür sorgt schon die Security vor Ort, selbst wenn ihre Spekulationen mit dem nachgeworfenen Geld der Notenbanken die Preise für Rohstoffe nach oben treibt. Rohstoffe wie Getreide, die bei uns für eine kleine Inflation sorgen, und in Nordafrika für Hunger, weil die Staaten dort die Brotpreise nicht mehr subventionieren können. Und dann werden die Leute eben hungrig. Sie werden hungrig, schlecht gelaunt, daheim gibt es Ärger, sie sind wütend und möchten nicht nur mehr essen – statt froh zu sein, dass sie sich nicht wie manche Tegernseerin dem Fettabsaugen unterwerfen müssen – sondern möchten auch noch etwas vom Geld der Reichen. Jener Reichen, die halt gerade in ihrem Land greifbar sind, dazu auch Mitbestimmung, damit sie an das Geld kommen, Demokratie, weniger Unterdrückung, gar Korruptionsbekämpfung und für bayerisches Verständnis ähnlich irrationales Zeug. Wenn man so will, verlangen sie von ihren Staaten und Herrschern eine Art Schuld ein und sind auch bereit, sie einzutreiben. Man könnte die Revolten als Bank Run der Entwicklungsländer bezeichnen.

Und tatsächlich haben die Aufstände in der arabischen Welt eine überraschende Ähnlichkeit mit der Bankenkrise: Zuerst geht es den Leuten schlecht, sie können nicht mehr bezahlen, was sie zum Leben brauchen. Das Problem wird kleingeredet, kaschiert, es gibt ein paar Versprechungen und Beschwichtigungsversuche, die Aufforderung, den Mund zu halten, aber was hilft das, wenn man Hunger hat? Irgendwann überschätzt man an der Spitze die eigene Unfehlbarkeit und Machtposition, das to big to fail, und plötzlich wollen alle ihre Rechte, weil das Vertrauen weg ist: Die Revolution in Tunesien ist der Lehman-Moment in Nordafrika. Es geht, begreifen die anderen Armen und Unterdrückten, die in einer ähnlichen Lage sind. Sie sehen, dass sie ausgebeutet werden, und an der Spitze geht die Party weiter. Wenn Tunesien Lehman Brothers war, ist Ägypten Goldman-Sachs: Systemrelevant. Man hat im relativ unbedeutenden Tunesien gesehen, welche überraschenden  Auswirkungen so ein Umsturz haben kann. Und, so bemüht sich die Lobby von Mubarak zu betonen, damit steht und fällt die Strabilität in der Region, die über Wohl und Wehe der Weltwirtschaft und US-Aussenpolitik entscheidet. Es muss nur jemand den Suezkanal bestreiken – schon steigt der Ölpreis in Regionen, die jeden Versuch der Wirtschaftserholung in den USA zunichte machen.

Bild zu: Alternativlose Bailout-Junkies von Davos bis Kairo

Und wie bei der Bankenkrise wird nun betont, welche entsetzlichen Risiken da lauern. Die Muslimbrüder zum Beispiel. Was das für die Menschenrechte bedeuten könnte (Staatsterror wie bisher vielleicht)! Scharia (wurde in Ägypten schon 1980 als Besänftigung dieser Gruppe als Gesetzesgrundlage eingeführt)!Der Friede im Nahen Osten (den sie seit 1979 nicht weiter gebracht haben)! Israel (gegen das als Sündenbock im ägyptischen Staatsfernsehen ununterbrochen gehetzt wird)! Ägypten unter Mubarak, sieht man, ist zwar nicht fein, aber auch alternativlos. Natürlich wäre es nett, wenn die Oligarchen etwas von ihrem Reichtum abgäben und demokratischen Wandel einführten, der zum gewünschten Ergebnis führt, wie man auch von den Banken hoffte, dass sie keine irrwitzigen Derivate mehr erfanden, und sich schamlos bereicherten, wenn man ihnen Milliarden gab. Die Banken lernten, dass man ihnen jede Zockerei vergab, wenn sie nur laut genug den Zusammenbruch des Systems beschworen. In Ägypten führen vermutlich 150 Tote die Aufstände nicht dazu, dass 1,5 Milliarden Dollar amerikanischer Hilfe überprüft werden. Mubarak mag alt und krank sein, aber so senil, dass er sich nicht ausrechnen kann, wieviele Menschen er pro Woche seine Schergen risikolos für die Stabilität ermorden lassen kann, ist er vermutlich doch nicht.

Und wie es der Teufel haben will, ist man gegenüber der ägyptischen Oligarchenblase genauso in der Verantwortung, wie man es mit der Notenbank und ihrer Politik des lockeren Geldes gegenüber den Banken war. Man hat Mubarak und die Banken einfach machen lassen. Man kann nicht umhin, sich den Zorn der Bevölkerung zuzuziehen, um das System zu retten, zu dessen Teil man sich gemacht hat. Man kann die Partner bitten, jetzt umzudenken und anders zu werden, aber das hat bei den Kleptokraten in den Banken nicht funktioniert. Warum, könnte man sich fragen, sollte es bei einem nahöstlichen Gewaltherrsc… Aber die Muslimbrüder! Die Menschenrechte unter dem Islam! Man kann doch nicht einfach so einen Partner hängen lassen!

Bild zu: Alternativlose Bailout-Junkies von Davos bis Kairo

Steht in den Medien, sagt der Aussenminister, blöken alle, die bislang über die Defizite des Systems hinwegsagen. Also mahnt man etwas und bailt aus, man hebt den Zeigefinger und schreckt gleich wieder zurück. 1,5 Milliarden Dollar, das ist letztlich nur Papier wie all das andere Papier aus der Notenbank. 150 tote Ägypter sind schlimm, aber nach der Rechnung der westlichen Freiheit besser als 15 Selbstmordattentäter. Für manche sicher erstaunlicherweise hat man bislang in Kairo so Dinge wie Meinungsfreiheit, Demokratie und ein Ende des korrupten Systems gefordert, zum Gewaltverzicht aufgerufen und auch keine antiamerikanischen oder antisemitischen Sprüche geschrien. Die Nuslimbrüder haben lange gebraucht, bis sie sich anschlossen. Man könte Mubarak vermutlich mit viel Geld retten, und das System eine Weile stabilisieren, in der Hoffnung, dass es schon wieder wird, und der Terror des Regimes mit den Aufständischen aufräumt.

Die Bankenkrise ist nicht vorbei, sie wurde nur zu einer Währungs- und Staatsschuldenkrise. Mit etwas Pech könnte ein Bailout von Mubarak den Aufstand auch verschieben, hin zu einer umfassenden Glaubwürdigkeitskrise. Man mag mich einen Egoisten nennen, aber mir wäre es lieber, wenn Mubarak baldmöglichst ein nettes Fleckerl auf dem Kirchhof von Rottach gleich neben einem Nazigeneral erwerben würde, und in zehn Jahren die radikalpolitischen Zinsen für eine Niederschlagung der Demokratiebewegung zahlen muss.

0

203 Lesermeinungen

  1. aber hallo, aktuelle Politik;...
    aber hallo, aktuelle Politik; und gleich so scharfsichtig!

  2. Ah! ça ira, ça ira, ça ira...
    Ah! ça ira, ça ira, ça ira
    les aristocrates à la lanterne!
    Ah! ça ira, ça ira, ça ira
    les aristocrates on les pendra

  3. Erdbeben in Egypt - "Die...
    Erdbeben in Egypt – „Die Revolution in Tunesien ist der Lehman-Moment in Nordafrika“ (tolle Metapher, DA). Power to the People. Democratie – o kratos tou demou (lit. the power OF the people).

  4. Guten Morgen werter Don !
    Die...

    Guten Morgen werter Don !
    Die Zinsen zahlt wiedermal der Michel in Form von 2 €/ L Sprit, wetten dass?
    Sir Ralf Darendorf im DLF auf die Frage wie es möglich sei diese Unsummen zurück zu zahlen:
    1.Die Steuern werden erhöht bis aufs Blut
    2.Die Schulden werden per Inflation beglichen
    Zu sehen in diesem Sommer- spätestens!

  5. So mögen wir unseren...
    So mögen wir unseren Don!
    Danke.

  6. Demokratien entstehen...
    Demokratien entstehen offensichtlich manchmal überraschend und lehren ältere Demokratien die plötzliche Selbstreflexion. Das betretene Schweigen Europas in den letzten Tagen war beschämend. Im Wind der Veränderung muss man die Segel setzen, was zumindest die ganz alten Chinesen wußten. Demokratien mögen ja instabil sein, aber gebe Gott, dass sie sich ein für alle Zeiten als alternativlos erweisen mögen, damit dieses Unwort wieder zum Wort wird. Uns sollte dabei im Blick über das Mittelmeer hinaus nicht entgehen, dass sie, Demokratie, sich zu jeder Zeit auch im Sinne von Wachsamkeit und Selbsterneuerung weiterentwickeln muss. Alles Gute nach Ägypten, und möge das auch ein guter Tag für Europa werden.

  7. Auch wenn man Menschenleben...
    Auch wenn man Menschenleben nicht gegeneinander aufrechnen soll:
    .
    Selbstmordattentäter bringen nicht nur sich selbst um, sondern dazu noch andere (notabene meistens das einfache Volk, das sie „befreien“ möchten). Das bedeutet, daß die zahlenmäßige Bilanz schon bei je 10 unschuldigen Opfern pro Selbstmordattentäter ausgeglichen wäre.
    .
    Insoweit vernachlässigen Sie bei Ihrem Vergleich wesentliches – kaum ein Argument, um über eine „Rechnung der westlichen Freiheit“ zu lästern.
    .
    Ansonsten stimme ich Ihnen zu: Mubarak sollte abtreten, ehe nur noch Radikale als mögliche Nachfolger bereitstehen.

  8. Sie könnten glatt Ihre alte...
    Sie könnten glatt Ihre alte Domain mal wieder auferstehen lassen – allerdings eine Nummer größer als dotgovtod…

  9. Humpty Dumpty sat on a...
    Humpty Dumpty sat on a wall,
    Humpty Dumpty had a great fall,
    All the King’s horses and all the King’s men,
    Couldn’t put Humpty together again.

  10. Die Karawane zieht weiter, der...
    Die Karawane zieht weiter, der Sultan hätt Doosch!
    Nihilismus am Nil kostet nicht viel.
    Bis irgendein seniler Sozi die Meinung vertritt,
    unsere Demokratie müsse gleich hinter El Alamein verteidigt werden.

  11. @Hartmut: Das ist ja nun keine...
    @Hartmut: Das ist ja nun keine sehr aktuelle Äußerung: Dahrendorf ist seit zwei Jahren tot…

  12. tiberiat, 2 Kannen Tee und...
    tiberiat, 2 Kannen Tee und eine kleine Nachtschicht. Icxh kann sowas nicjt am Tag.
    .
    Ottilie, am Tegernsee wird es für solche Leute nur eng, wenn sie kein Geld mehr haben – und das sollte Mubarak nicht passieren, nehme ich an. Allerdings liefert Deutschland aus.

  13. fionn, ich weiss gar nicht, ob...
    fionn, ich weiss gar nicht, ob das so gut ist, letztendlich… Staaten haben ein Recht, andrs zu sein als Banken. Vor einer Bank kann man davonlaufen, bei Staaten ist es schwieriger.
    .
    Hartmut, es ist doch so: Psycho-Ben und die Bankster brauchen 2-3% Inflation, Minimum, für weiteren Terror gegen die Bürger. Da kommt eine Ölkrise gerade recht, zumal man damit den Staat in vielerlei Hinsicht (Ölbohrungen in Alaska und Golf von Mexiko) erpressen kann.

  14. Die nordafrikanischen Unruhen...
    Die nordafrikanischen Unruhen einmal aus einer anderen Perspektive betrachtet, sehr lesenswert! Nachdem uns die „Mullahs“ nahegbracht wurden und man uns die „Al Qaida“ vorgestellt hat, sollen wir jetzt offenbar die „Muslimbruderschaft“ lernen. Ist das so etwas wie der „gemäßigte politische Arm“ der „Al Qaida“, oder was steckt dahinter?

  15. @specialmarke : da sieht man...
    @specialmarke : da sieht man mal wieder, wozu ein Gedächtnis gut ist.
    Wenn der Flächenbrand erstmal entfacht ist, wird das schon… mit der Inflation.
    Wie an anderer Stelle erwähnt: ein gesunkener Tanker im Suez Kanal und der Jubel-aufschwung ist in der Tonne und der Sprit bei 3€.
    btw , gibt es eigentlich schon einen Differenzwert zwischen gefühlter und gelebter Inflation ?

  16. muscat, gern...
    muscat, gern geschehen.
    .
    Curzio, was mich anwidert, ist der Vergleich zum Iran. Da gab es seitenweise nichts ausser der begeisterten Hoffnung, dass die Iraner endlich Demokraten werden. Und die Ägypter werden von der gesamten westlichen Politikerkaste geschnitten. Man kann nur hoffen, dass sie nicht merken, wie man sie den eigenen Interessen opfert.

  17. Don Aldduck, ich denke, wenn...
    Don Aldduck, ich denke, wenn Mubarak weg ist, wird man nachrechnen, wievielen Menschen die ganze Geschichte das Leben gekostet hat. Ein Rechtsstaat muss sich an anderen Massstäben als ein Terrorist messen lassen, und die Frage, was hier nun was bedingt – nun, die können wir auch nicht klären. Es ist schwierig, keine Frage, aber dass man so, wie es jetzt ist, nicht wieter kommt, ist vermutlich allen ausser Mubarak und Clinton klar. Und mit jedem Tag wird es gefährlicher.
    .
    w.schmid, zu wenige Pleitekandidaten – es sei denn, es schwappt nach Indien und China. Ausserdem wäre es angesichts der Opfer wirklich zynisch.

  18. Ägypten ist irgndwie nicht...
    Ägypten ist irgndwie nicht systemisch, der DAX steigt und die Aktie der Germanischen Bank mit ihm. Aus Davoser Sicht ist ganz Ägypten offenbar nur ein peanut. Wirklich wichtig ist der Auftritt einer gewissen Lena Meyer-L, da geht es offenbar um sehr sehr viel, um Ehre und unser Ansehen in Europa.
    Wie wird Mubarak denn bei Ladbrokes gehandelt, weiß das hier jemand?
    Gruß K

  19. Immerhin kann man sich mit der...
    Immerhin kann man sich mit der Hüpfdohle und ihrem Schleichwerber über die Erkenntnis hinweglügen, dass Al Jazeera alle anderen Medien weltweit sehr schlecht aussehen lässt. Aber Meta-meta-Berichte über das Dschungelcamp sind natürlich schneller in das CMS geschmiert. Peanuts möchte ich aber bestreiten – ein Ölpreis von 120 Dollar, und die USA können GM gleich nochmal outbauílen.
    .
    Alice, Hmpty-Dumpty hatte aber keine Marktschreier, die sich vor das Elend stellten und sagtem, das wäre schon ok so mit Humpty-Dumpty.

  20. Also _der_ Text war eine...
    Also _der_ Text war eine durchgemachte Nacht mit 2 Kannen Tee wert. Dieses zart hingetupfte Geschäftsmodell „Privatiers versorgen“, diese Assoziationen…
    Ja, für die Politik besteht richtungsweisender Äußerungszwang, und sie machen mal wieder alles andere als bella figura, möglicherweise wird bald wieder die Oberpeinlichkeitsstufe wie damals gegenüber Ghaddafi erreicht. Daß der Jubel verhalten ist, hat genau mit dem Iran zu tun: man hat gesehen, daß es eben nicht wirklich besser wurde.
    @Freidenker: die Muslimbrüderschaft gibts schon lange, wikipädieren sie mal, die spielte in Ägypten seit den 50er Jahren oder noch früher eine ziemliche Rolle.

  21. Als ob Demokratie etwas besser...
    Als ob Demokratie etwas besser machen würde. Demokratie ist doch letzten Ende nur ein Weg, missliebige Regenten ohne Gewalt zu entmachten (falls sie es mit sich machen lassen). Was danach die Macht ergreift, wissen dann die Götter. Besser ist es aber selten.
    Mubarak ist auf Grund seines Alters sowieso eher in der Nähe eines Mumifizierungsprozesses. Lasst doch der Natur ihren Lauf und stellt ihn zusammen mit Ramses und Mao aus. Aber bitte nicht in Oberbayern. Noch mehr Tourismus tut nicht gut.

  22. Schepenese, giftige Mumien...
    Schepenese, giftige Mumien darf man wegen der Wasserqualität sowieso nicht am See lagern. Der Kirchhof von Rottach ist wirklich schön!

  23. @Don
    Ja, stimmt! Daran kann...

    @Don
    Ja, stimmt! Daran kann man mal sehen, dass es bei ‚Alice im Spiegelland‘ mitunter vernünftiger zugeht als im echten Leben.

  24. Wir hier merken die...
    Wir hier merken die Bankenkrise nicht über Arbeitslosigkeit und Hunger.
    .
    Beim ägyptischen Volk sehit das anders aus. Da ist genau diese Auswirkung der Bankenkrise nicht der einzige, aber einer der wichtigen Treiber für den Aufstand.
    .
    Das ganze Instabilitäts-Gerede jetzt (oweh der DAX! o jammer das Öl!), das den Aufstand kleinreden will, regt mich auf. Banken haben keine Instabilitäten verursacht? Herrscher sind nicht hochgradig instabil mit ihren neurotischen, unberechenbarem Getue? (By the way, was ist eigentlich mit Oberst Gaddafi, der hat doch der Schweiz den Krieg erklärt…). Und der Iran, so etwas ist den Ägyptern eh ein Greuel, da wollen sie nie hin. Ihnen den Iran vorzuwerfen, ärgert mich aufrichtig.

  25. Bailout von Pleitevasallen...
    Bailout von Pleitevasallen bedeutet die Umwandlung von Protektoraten in Kolonien.
    Im Kosovo, in Afghanistan und im Irak haben wir schon ein paar davon, bald kommen noch mehr dazu.
    .
    Möchte an dieser Stelle, wo wir so oft über die Käuflichkeit der Q-Medien lästern, auch einmal ausdrücklich meine tiefe Verachtung gegenüber Verfassungsrichtern und den akademisch etablierten Völkerrechtlern zum Ausdruck bringen, die sich immer neue absurde Konstrukte ausdenken, mit denen sie diesen ganzen Interventionspraktiken als völkerrechts- und verfassungskonform erklären kann.
    .
    Anstatt dass sie die Bundesreegierung einfach mal zur Beendigung der Auslandseinsätze verurteilen, wie es sich für einen Rechtsstaat mit Gewaltenteilung und unserem Grundgesetz eigentlich gehören würde.

  26. Kommt mir doch arg bemüht...
    Kommt mir doch arg bemüht vor, der Versuch zwischen Nordafrika und Lehmannpleite einen roten Faden zu spinnen.
    Systeme tendieren nunmal dazu sich selbst zu erhalten, wen wunderts. Da werden Bankster genauso gestützt wie Potetaten a la Mubarak, solange am Horizont das systemische Grauen leuchtet. Nur da hören die Parallelen auch schon auf. Die Finanzwelt hätte und kann kontrolliert und gelenkt werden, wenn der politische Wille da wäre.
    Im Nahen Osten geht mit politischem Willen, Geld und Diplomatie schon lange nichts mehr. Nach Mubarak kommen die Muslimbrüder und damit ein zweiter Iran.
    Aber wir können ja mal Frau Ashton nach Kairo schicken, vielleicht hilfts ja. Obwohl ich fürchte,dass die Frau eigentlich nur ein Avatar ist und nur in der Glotze existiert.
    Das einzig Gute an den aktuellen Entwicklungen ist besagter Ölpreis. 3€ sind noch besser als 2€ , das katapultiert die Welt technologisch ganz schnell 50 Jahre nach vorn. Ein bischen Kolateralschaden in der Wirtschaft macht da nix.
    Ich brauch nur 400l Sprit im Jahr. 300€ oben drauf machen nix.

  27. @ herrohlsohn
    "Die Finanzwelt...

    @ herrohlsohn
    „Die Finanzwelt hätte und kann kontrolliert und gelenkt werden, wenn der politische Wille da wäre. “
    .
    Ha, die Fantasien sind wieder da ….
    Das seh ich anders.
    Diese Meta-Meta-„Finanzprodukte blickten nicht einmal die Banker selbst. Da gibt es inzwischen Aussagen dazu.
    Wie will man von der Politik und von mäßig begabten Politikern erwarten, dass sie dann so etwas steuern können. Man kann nur steuern, was man versteht, epic fail. Politiker verstehen: nichts. Mir kommen sie sehr dumm vor.
    Mein Vater sagte zu solchen immer: „Merken nichts von zwölfe bis es schlägt!“ Also null.

  28. das to big to fail,

    Können...
    das to big to fail,
    Können Sie beim „to“ noch’n „o“ ranhängen und dann diese Mail vergessen? Danke.

  29. "Möchte an dieser Stelle, wo...
    „Möchte an dieser Stelle, wo wir so oft über die Käuflichkeit der Q-Medien lästern, auch einmal ausdrücklich meine tiefe Verachtung gegenüber Verfassungsrichtern und den akademisch etablierten Völkerrechtlern zum Ausdruck bringen, die sich immer neue absurde Konstrukte ausdenken, mit denen sie diesen ganzen Interventionspraktiken als völkerrechts- und verfassungskonform erklären kann.“
    Und welche Alternativen schlagen Sie vor, lieber HansMeier555 ?
    Den Dingen ihren Lauf lassen, für Afghanistan eine tschetschenische Konstruktion und den Kosovo als innerserbische Kolonie (Bodenschätze, billige Arbeitskräfte) belassen? Bitte erklären Sie sich doch ein bißchen!
    PS: zu den Muslimbrüdern: diese besonders in der armen und ungebildeten Bevölkerung gut verankerte Organisation gibts schon sehr lange, auch eine ganze Reihe von Konflikten mit ihnen, eine Radikalisierung ist tatsächlich zu befürchten und El Baradei wird nicht gegen die Religiösen auftreten, dazu sind sie viel zu wichtig. Es wird aller politischen Geschicklichkeit bedürfen um Kompromißregierungen zu etablieren und für viele der Jungen, Gebildeten werden die eine Enttäuschung darstellen. Ein Frage ist auch, was mit dem Repressionsapparat (Polizei, Geheimdienst) passiert und wie die Armee optiert.
    .

  30. o-oops....
    o-oops.

  31. @Vroni: niemand wirft den...
    @Vroni: niemand wirft den Ägyptern den Iran vor, es steht nur die Furcht im Raum, daß bei allzuviel Überschwang im Wegwerfen nachher noch mehr von ihnen arm sind und eine noch kleinere Mittelklasse anfängt, Händeleien zu treiben à la Atomprogramm.

  32. @Försterliesel: Sie sagen es....
    @Försterliesel: Sie sagen es. Lauter wunde Punkte, die man so gern verdrängt.

  33. Nun... sie sind gerade dabei,...
    Nun… sie sind gerade dabei, sich ins Bewusstsein zu drängeln.

  34. Und wer schwurbelt da gerade...
    Und wer schwurbelt da gerade auf der FAZ-Online-Titelseite von „Staatsversagen“ und darüber, dass aber nie, niemals keineswegs überhaupt gar nicht die Banken- und Finanzderegelierung irgendwie mit der Finanzkrisekrise zu tun haben könnte? Eine interessante Theorie! Naja, ich hab keine Zeit für solche Spinnereien, ich guck auf Al Jazeera dem Sturz des Pharaos zu.

  35. Anderes Ressort. Nicht meine...
    Anderes Ressort. Nicht meine Meinung. Übrigens wackelt jetzt auch Jordamien:
    http://english.aljazeera.net/news/middleeast/2011/02/20112113957115258.html

  36. Schepenese, ich hatte Sie...
    Schepenese, ich hatte Sie Mumie vermisst. Aber dass das Thema Sie locken würde, war meine Hoffnung. Grufti ahoi! Und nehmen Sie nicht übel. Dass der Don Mumien für giftig hält, liegt daran, dass es von der Oberpfalz doch recht weit nach Karnak ist.

  37. Habe seit Tagen Aljazeera an....
    Habe seit Tagen Aljazeera an. Machen einen guten Job.
    Die deutsche Presse kannst vergessen, ein Jammertal

  38. Nehmen Sie mal ein Stück...
    Nehmen Sie mal ein Stück davon (am besten mit etwas Flüssigkeit), dann reden wir weiter.

  39. Anderes Land, gleiches...
    Anderes Land, gleiches Problem. Verdoppelung der Bevölkerung alle 30 Jahre, zuwenig Wasser und viel zu wenig Agrarflächen und natürlich auch kein PlanB für die Nachpotentatenzeit.
    Trotzdem werden es die bösen Spekulanten sein, die mit den Spargroschen meiner Kinder die Weizenpreise nach oben spekulieren und deshalb flugs verprangert gehören.
    Ich fürchte die Schweißausbrüche im israelischen Kabinett, lassen bald die Scheiben dort beschlagen. ..

  40. Leicht verändert kopiert aus...
    Leicht verändert kopiert aus Deus ex machina:
    Wenn die deutsche Regierung den Entschluß fassen würde, die Steuer(n) für Benzin und Diesel während der Zeit einer krisenbedingten Preiseskalation für Rohöl auszusetzen, dann wird’s an der Tankstelle sogar billiger.
    …Wer hat eigentlich richtig Ahnung von den Verhältnissen in Ägypten? Bekannt ist doch vor allem, dass von den rund 80 Mio Einwohnern die Hälfte unterhalb der Armutsgrenze (2 Dollar pro Tag) leben muss. Ist man ab 2,10 Dollar aus dem Gröbsten raus? Wenn man jedenfalls Bevölkerungszahl, Armut und Bildung in ein Verhältnis setzt, dann regen sich bei mir Zweifel an einer demokratisch-aufgeklärten Zukunft im Land der Pyramiden.
    Während meiner Jahre als Gastarbeiter im Mittleren Osten gab’s ein Sprichwort, frei nach einem Popsong aus den Achtzigern: Lie like an Egyptian. Und das war kein stumpfer Rassismus, sondern häufige Arbeitserfahrung. Political correctness war halt noch nie mein Ding. Dafür aber (auch) arabische Musik. CD-Tipp des Tages: Oum Kalsum (oder: Umm Kulthum) – the voice of Egypt. Gibt’s häufig schon für 7,95 € im Angebot (also 4 ägyptische Pro-Kopf-Tageseinkommen oder wie sagt ein Elektronikhändler neuerdings: geil ist geil).
    Einen Marsch der Millionen gab’s übrigens bei Umm Kulthums Beerdigung
    im Jahre 1975. Da waren angeblich bis zu 5 Millionen Menschen auf Kairos
    Straßen und trugen den Sarg zur Sayyid-Husayn-Moschee. Mal abwarten wieviel heute Abend unterwegs sind.
    Viel Glück jedenfalls für Ägyptens Zukunft und ganz persönlich für den ägyptischen Kantinenkoch Mustafa aus meiner o.g. Zeit in Middle East. Einer der bemerkenswertesten Menschen, die mir dort begegnet sind. Und seine Lasagne und die Lammkoteletts waren legendär.
    Noch ein Reisehinweis: Araber fahren viel seltener an den Tegernsee als nach Sellamse. Nein, das ist nicht im schönen Oman, sondern in Österreich (Zell am See). Vermutlich gibts dort auch einen wunderbaren Friedhof, wenn auch sicher nicht in der arabischsprachigen Imagebroschüre des Fremdenverkehrsamtes vermerkt.

  41. Im Leben würde ich Schepenese...
    Im Leben würde ich Schepenese nicht anknuspern!
    .
    Was macht die Entscheidung?

  42. Jemen, Syrien,...
    Jemen, Syrien, Saudi-Arabien… Jetzt fällt den Neocons ihr eigener Zynismus auf die Füße. Wie sagte Gorbatschow 1989 so schön:
    .
    „Ich glaube, Gefahren warten nur auf jene, die nicht auf das Leben reagieren. Und wer die vom Leben ausgehenden Impulse – die von der Gesellschaft ausgehenden Impulse aufgreift und dementsprechend seine Politik gestaltet, der dürfte keine Schwierigkeiten haben, das ist eine normale Erscheinung.“
    .
    Sollen 8 Millionen sein, die in Ägypten gerade landesweit auf der Straße sind. Und alle heiser.

  43. sterne, late afternoon, sagen...
    sterne, late afternoon, sagen sie in Brescia.

  44. Ja, es sieht so aus, als wäre...
    Ja, es sieht so aus, als wäre heute der Tag.

  45. Don,
    Ihre Bemerkung, ein...

    Don,
    Ihre Bemerkung, ein Rechtsstaat (halten Sie Ägypten etwa dafür? Ihr Beitrag klang anders) und ein Terrorist könne nicht nach gleichen Maßstäben beurteilt werden, versteh ich nicht so ganz. Welche sollen das den jeweils sein?
    .
    In einem Rechtsstaat wird der Staat jedenfalls auch mal zur Verantwortung gezogen (auch wenn man manchen Verfahrensausgang als Fehlurteil bezeichnen mag), während Terroristen die ewigen Wahrheiten gepachtet zu haben glauben und nie für etwas einstehen.
    .
    Im Übrigen darf ich darauf hinweisen, daß Sie die Verbindung zuerst hergestellt haben.

  46. Mubarak - Look at this! ...
    Mubarak – Look at this! Amazing.
    http://www.manager-magazin.de/finanzen/boerse/bild-742646-175075.html

  47. @herrohlson: so siehts aus,...
    @herrohlson: so siehts aus, ja.
    @DA: also Montag mittag ist jedenfalls schonmal durch.

  48. Zustände wie in Stuttgart -...
    Zustände wie in Stuttgart – was ist nur aus Ägypten geworden.
    http://www.guardian.co.uk/world/gallery/2011/feb/01/egypt-protest-signs-in-pictures

  49. fionn, what do you see in the...
    fionn, what do you see in the mangermagazin?

  50. @HansMeier555, 01. Februar...
    @HansMeier555, 01. Februar 2011, 13:55
    Zu Ihrer Äußerung: „Anstatt dass sie die Bundesregierung einfach mal zur Beendigung der Auslandseinsätze verurteilen, wie es sich für einen Rechtsstaat mit Gewaltenteilung und unserem Grundgesetz eigentlich gehören würde.“
    .
    Das ist naiv. Recht besehen, hat keinerlei Gericht selbst irgendeine Macht. Selbst wenn die Verfassungsrichter ein Verbot aussprächen, wozu ich hier den Willen überhaupt nicht erkennen kann, wie könnten sie es denn durchsetzen? Eine Regierung könnte dem doch immer mit dem überzeugenden Argument der Alternativlosigkeit entgegentreten, notfalls mit dem Notstand, und wer wollte dem widerstehen? Also werden Richter lieber ihren Nimbus retten als sich selbst in die Nesseln setzen. Die Strafjustiz spannt ein Netz gegen kleine Diebe und nicht gegen systemische Gauner, die Verfassungsgerichtsbarkeit gegen übereifrige Chargen und gegen Regierungspolitik nur, insoweit es um Petitessen geht. Sie werden sehen, diese beim BVerfG hängigen Klagen wegen Europäischer Vertragsverletzung von wegen Rettungschirme und No-Baiwerden werden ausgehen wie das Hornberger Schießen.
    Staaten, die sich etwa selbst den Angriffskrieg verbieten, machen ihren Verfassungsrichtern nur für diesen Fall unnötige Arbeit beim weihevollen Palmwedeln.
    Zudem denken die Verfassungsrichter natürlich immer an „das Ganze”, weswegen etwa eine Regierung, die den Zivildienst gegenüber dem Wehrdienst verlängern will, entgegen dem Wortlaut der Verfassung, allemal Recht bekommt, wenn sie nur argumentiert, allein mit dieser Maßnahme könne die Republik vor dem Überfall der bösen Russen gerettet werden. Man sagt dann wohl, jedes Grundrecht der Verfassung sei im Lichte der anderen zu betrachten und finde an denen seine Schranken o.ä. Und es gibt da ja verdammt viele Artikel … Die Angelsachsen sind da etwas unverblümter, vom Supreme Court gilt der Satz, „The constitution says what the Supreme Court says it says.“ In USA bezeichnet man übrigens die Justiz auch als ein „branch of government”, was auch etwas realistischer klingt.
    In anderen Fällen mag man es ja begrüßen, wenn man in Karlsruhe nicht zu litteralistisch ist, wenn das BVerfG etwa sich ein „Recht auf informationelle Selbstbestimmung” aus den Fingern saugt, das dann ein paar Jährchen gilt, bis eine größere Macht auftritt und die Sache durch Fait accompli wieder aus der Welt schafft.
    Allegorie:
    Il est juste que ce qui est juste soit suivi, il est nécessaire que ce qui est le plus fort soit suivi. La justice sans la force est impuissante ; la force sans la justice est tyrannique. La justice sans force est contredite, parce qu’il y a toujours des méchants ; la force sans la justice est accusée. Il faut donc mettre ensemble la justice et la force, et, pour cela, faire que ce qui est juste soit fort, ou que ce qui est fort soit juste.
    La justice est sujette à dispute, la force est très reconnaissable et sans dispute. Ainsi on n’a pu donner la force à la justice, parce que la force a contredit la justice et a dit qu’elle était injuste, et a dit que c’était elle qui était juste. Et ainsi, ne pouvant faire que ce qui est juste fût fort, on a fait que ce qui est fort fût juste.
    (Blaise Pascal, Pensées [Br 298])

  51. bassorider, die finanziellen...
    bassorider, die finanziellen Superstars der Region sind in der Tat die Palästinenser. Auch wenn Hamas und Hisbollah die internationalen Hilfsgelder abkassieren und von der Bevölkerung hohe Schutzgelder erpressen: es bleibt vom Geldsegen für jeden (muslimischen) Palästinenser so viel, dass die ärmeren Ägypter (die mit einem Hundertstel auskommen müssen) neidvoll nach dem reichen Palästina schauen und sich fragen, wie sie an Hilfsgelder in gleicher Höhe kommen.

  52. Wir bailouten uns ins...
    Wir bailouten uns ins Aus
    Klasse Kommentar!
    „Wenn Tunesien Lehman Brothers war, ist Ägypten Goldman-Sachs: Systemrelevant.“
    Treffer!
    „… wie man auch von den Banken hoffte, dass sie keine irrwitzigen Derivate mehr erfanden, und sich schamlos bereicherten, wenn man ihnen Milliarden gab.“
    Zumindest tat man so, als ob man darauf hoffte.
    „Man kann die Partner bitten, jetzt umzudenken und anders zu werden, aber das hat bei den Kleptokraten in den Banken nicht funktioniert. …
    Die Bankenkrise ist nicht vorbei, sie wurde nur zu einer Währungs- und Staatsschuldenkrise. Mit etwas Pech könnte ein Bailout von Mubarak den Aufstand auch verschieben, hin zu einer umfassenden Glaubwürdigkeitskrise.“
    Und auch die Bankenkrise selbst wird logisch zwingend wiederaufleben, da die Banken weiterhin „irrwitzige Derivate erfinden“ und „sich weiter schamlos bereichern“, wie Sie ganz richtig bemerkten, und das Roulette immer weitergeht. Aufgrund der Staatsschuldenkrise wird der Staat mit etwas Glück beim nächsten Mal nicht mehr helfen können, und aufgrund der Währungskrise auch die Notenbank irgendwann nicht mehr, so dass die Derivatebanken am Schluss doch schließen – wenn man einmal das Szenario einer Megainflation ausschließen will.
    Der lachende Dritte ist am Schluss China, bei dem schließlich nicht nur die USA, sondern, wenn es weiter auf Bailout macht, auch Deutschland verschuldet sein wird. Die Bailouterei beschleunigt die Machtverschiebung von Washington nach Peking; im Falle Deutschlands und der EU setzt sie sie dagegen unnötigerweise erst in Gang.
    Im übrigen sind weder Ägypten noch irgendwelche Banken „systemrelevant“ – die Kanzlerin wars, die letzteres erfand.
    Die Glaubwürdigkeit des „Westens“ gegenüber Ägypten, Afrika, eigentlich allen Schwellen- und Entwicklungsländern, oder irgendein „umfassender Aufstand“ dort spielen dann eigentlich keine Rolle mehr, weil, und da schließt sich der Kreis, sich Länder wie Ägypten dann sowieso nicht mehr an den jetzt schon bankrotten USA, sondern an der neuen Weltmacht ausrichten. Was uns im Prinzip egal sein könnte, nur dass Deutschland und Europa dabei mit absteigen, ist nicht „alternativlos“. Aber man arbeitet in Berlin und Brüssel daran.

  53. Liebes Foersterliesl:
    Wenn Sie...

    Liebes Foersterliesl:
    Wenn Sie so direkt fragen: Ja, genau, den Dingen ihren Lauf lassen. Das ist im Prinzip meine Position.
    .
    Und genau das tun wir ja auch sowieso ständig. (So wie z.B. jetzt in Ägypten, wo die westlichen Regierungen dem tollwütigen Hund ja wieder einmal NICHT in den Arm fallen). Oder wie in Palästina, wo niemand ernsthaft vorhat, Israel an der Fortsetzung seiner ethnischen Säuberungsmassnahmen zu hindern. Wir lassen den Dingen ihren Lauf und schlafen gut dabei.
    (Obwohl das jetzt nicht ganz richtig ist: Tatsächlich leisten wir den Tätern oft aktive Unterstützung (und sind somit auch selber Komplizen und Mittäter) aber das will ich hier gar nicht weiter ausführen. Jedenfalls ist Zuschauen und Nichtstun (im Sinne von: nichts tun, um die armen Opfer der Welt vor den bösen Tätern zu schützen) ist durchaus die gemeinhin übliche Praxis.)
    .
    Bitte nehmen Sie es mir nicht übel, wenn ich ganz offen bin. Was ich Ihnen jetzt sage, ist nicht persönlich gemeint. Aber nach meiner Erfahrung ist das von Ihnen vorgebrachte Argument („was hätten wir den sonst machen sollen ausser Krieg anzufangen“) typisch für aufgeklärte westliche Demokratiebürger, die mit dem Informationsangebot der Massenmedien im großen und ganzen zufrieden sind und bei denen die Meinung von TV-Journalisten hohe Autorität genießt. Eine besonders herzerfrischende Erfahrung war es für mich 1999, dieses Argument aus dem Munde von Jungintellektuellen zu hören, die vor dem Mauerfall allesamt den Wehrdienst verweigert hatten — und zwar aus Gewissensgründen.
    .
    Von ein und dem selben Gewissen, das ihnen in den 70er und 80er Jahren strikt verboten hatte, eine Waffe auch nur in die Hand zu nehmen und damit einen (real existierenden und gefährlichen) Gegner auf Abstand zu halten, von diesem Gewissen fühlten sie sich nun, 1999, so sehr gequält, dass sie einfach nicht anders konnten, als ganz laut nach Luftangriffen auf Belgrad zu schreien.
    .
    Haben Sie sich, liebes Försterliesl, jemals gefragt, wie Sie auf Ihre Frage („was sollen wir sonst machen…“) antworten würden, wenn sie nicht von einer aufgeklärten westlichen Demokratiebürgerin, sondern an dieselbe von Russen, Chinesen, Afghanen oder Palästinensern gestellt würde: „Was sollen wir denn sonst tun, ausser gegen Euch Krieg zu führen?“.
    .
    Wobei die Russen und Chinesen ja noch gar nicht damit angefangen haben.
    Aber lassen Sie mich vermuten: Wenn die Rohstoffe einmal richtig knapp werden, mag es vielleicht schon vorkommen, dass urplötzlich mehrere 100 Millionen Chinesen unerträgliche Gewissensnöte erleiden werden, die ihnen einfach keine andere Wahl lassen werden, als hier und da ein paar afrikanische Völker „vor dem Genozid zu retten“ …
    .
    P.S.: Und überhaupt: Was ist von den „Gewissensnöten“ von Personen zu halten, für die „Gutmensch“ ansonsten immer ein Schimpfwort ist?

  54. @ocb
    danke, dass sie das zitat...

    @ocb
    danke, dass sie das zitat richtig bringen. nachdem damals die cdu oder wer war das eigentlich dieses in zu spät und ähnliches umgefälscht hat

  55. Les Arabs, - Indignez-vous...
    Les Arabs, – Indignez-vous !
    allerohnzielsetzlichst,
    Arne Saknussemm

  56. Oh, wie sie sich winden...
    Oh, wie sie sich winden …
    .
    „Trotzdem ist damit eine Unbestimmtheit verbunden, wie der politische Prozess in Ägypten weitergehen wird.“ (Merkel)
    .
    „Präsident Mubarak hat in der Vergangenheit eine sehr konstruktive Rolle im Nahost-Friedensprozess geleistet. Das kann ja nicht wegdiskutiert werden.“ (Außen-Guido)
    .
    „There is a risk (sic!) of an infectious momentum.“ (der kleine Freiherr)
    .
    Ein vernünftiger Ägypter sollte sich jetzt ins Badehaus verkriechen wie Merkel in die Sauna beim Mauerfall. Damit bloß nichts passiert.

  57. Kann mal einer was sagen zum...
    Kann mal einer was sagen zum von Meier555 behaupteten Genozid im Gazastreifen?
    Soviel man weiss, ist Gaza ziemlich dicht bevoelkert. Taeglich werden es mehr. Feiner Genozid ist das.

  58. @Filou
    Ich sprach nicht von...

    @Filou
    Ich sprach nicht von einem „Genozid im Gazastreifen“, sondern von einer ethnischen Säuberung. Diese findet v.a. im Westjordanland und in Jerusalem statt, wo große Gegenden langsam aber sicher araberfrei gemacht werden. Mit stillschweigender Zustimmung des aufgeklärten Westens.
    .
    Die Blockade des Gaza-Streifens ist eine politische Erpressung, bzw. eine Wählerbeeinflussung. Die Bewohner sollen nächstes Mal eine Regierung wählen, die bereit ist, auf alle Ansprüche zu verzichten, welche die Palästinenser derzeit noch haben, ohne dafür eine andere GEgenleistung als nur die Aufhebung der Blockade zu verlangen.
    .

  59. "wie Merkel in die Sauna beim...
    „wie Merkel in die Sauna beim Mauerfall“ – Giannozzo: Congratulationen! (Schenkelklopf!)

  60. filou, mit den Juden hat es...
    filou, mit den Juden hat es der 555. Meier nicht so. Aber die 554 vor ihm taten sich auch schwer. Sehen Sie drüber hinweg. In zwei- bis dreihundert Meiern wird es anders sein.

  61. @HM555, wohin werden die denn...
    @HM555, wohin werden die denn ethnisch hingesaeubert? Nach Aegypten, Jordanien, Libanon? Niemand will sie haben. Nur die, die zaehneknirschend der normativen Kraft des Faktischen gehorchend, aufnehmen wollen muessen, da wollen die Palis nicht.
    Lassen wir es fuer heute dabei. Wir weichen vom Thema ab. Aber ich bin sicher, wir Zwei treffen uns noch auf der Waldlichtung. Nach Art alter Feudalherren: Reiten, Schiessen, Fechten. Sie erkennen mich am schwarzen Kaschmirmantel, Missonischal und Borsalino. Silbern blinkt der Degen in der Morgensonne.

  62. HansMeier555, Filou et al.,...
    HansMeier555, Filou et al., bevor hier die Wellen hochschlagen und die Anliegen der Ägypter unter sich begraben:
    http://www.bpb.de/publikationen/CNS5FN,3,0,Das_besetzte_Pal%E4stina_zwischenMacht_und_Gerechtigkeit.html#art3
    Nicht ganz aktuell, aber dafür (wie meistens) recht ausgewogen, wie mir scheint.

  63. "150 tote Ägypter sind...
    „150 tote Ägypter sind schlimm, aber nach der Rechnung der westlichen Freiheit besser als 15 Selbstmordattentäter.“ Ja, Don Alphonso, so ist es (leider?). Die 15 Selbstmordattentäter könnten mich treffen, die ägyptische Diktatur dagegen nicht. Zeigen Sie uns bitte einen Staat, eine Gesellschaft oder nur eine grosse Menschengruppe, die das ausweislich eigener Handlung wirklich anders sieht? Oder in der Geschichte jemals anders geshene hat? Anders gefragt – für wie gross würden Sie die Unterstützung Ihrer Kommtatorengemeinde für die Revolution in Tunesien oder Ägypten halten, wenn dabei ziemlich sicher eine islamistische Demokratur a`la Iran rauskäme?

  64. @Filou, 01. Februar 2011,...
    @Filou, 01. Februar 2011, 17:06
    .
    Bitte, wo hat HansMeier555 denn vom Genozid im Gazastreifen geschrieben? Ich finde das Wort bei ihm nur in einer parodistischen Ausführung, angeregt offenbar von westlichen Kriegsvorwänden und nun bei ihm eben übertragen auf mögliche analoge einer aufsteigenden Drittweltmacht. Ansonsten spricht er von ethnischer Säuberung, und das Wort finde ich nun allerdings zutreffend, aktuell nach der Methode petit à petit, in früheren Kriegen auch schon massiver.
    .
    Darf ich auch Sie etwas fragen? Haben die Spartaner bei ihrem jährlichen Kriegszug gegen ihre Heloten nun eigentlich einen Genozid verübt oder nicht? Wahrscheinlich ja dann nicht, denn es blieben ja immer genügend viele von denen übrig. (Vermutlich ohne Aufwuchs wie im Gazastreifen, was ich Ihnen gerne zugebe, ohne darüber dann ähnlich wie sie anscheinend empört zu sein.)
    .
    Die Spartaner brauchten sie nämlich als Sklaven. Sklaverei ist immer eine recht Versicherung gegen das Ausgerottetwerden, vgl. Peonage und südamerikanische Indianer gegenüber den nordamerikanischen oder den australischen Ureinwohnern, für die Ambrose Bierce die Sache schön auf den Begriff gebracht hat: „ABORIGINIES, n. Persons of little worth found cumbering the soil of a newly discovered country. They soon cease to cumber; they fertilize.” Der gute Rabin hat sich übrigens gewünscht, dass Gaza im Mittelmeer versänke. Man braucht die Palästinenser nämlich nicht. Ich sage das alles nur, um den Raum der Möglichkeiten erschöpfend zu beschreiben.
    .
    Und damit keine falschen Unterstellungen kommen: Ich halte alle Staaten für geleitet von Eigeninteressen und bei Bedarf zu jeder Schandtat bereit, vor allem natürlich im Krieg, sehr guten Gewissens im selbstgerechten Krieg.
    Manche Staaten besitzen sogar die Möglichkeit, auf einen Schlag Millionen Menschen zu töten. Deshalb sind sie sehr besorgt um die Menschheit, wenn das nämlich noch andere auch könnten. „Qui dit humanité veut tromper.” (Auguste Proudhon)

  65. Lieber Filou,
    .
    Die Araber...

    Lieber Filou,
    .
    Die Araber werden aus den attraktiven Lagen in die schlechteren verdrängt.
    Dass diesSiedlungsbau- und Verdrängungspolitik am Ende ihr Ziel verfehlen könnte, deuten Sie ja selber an. Aber noch hält man blind daran fest und nimmt alle Opfer in Kauf.
    .
    Eine gewaltsame Umsiedlung nach Madagaskar wurde m.W. bisher noch nicht vorgeschlagen, aber nach Jordanien schon. Das wäre zwar völkerrechtswidrig, aber das Völkerrecht befindet sich ja, wie schon festgestellt, in einer Phase der dynamischen Fortentwicklung entsprechend den Wünschen der bestbewaffneten Länder.
    .
    Sie haben einen wesentlichen Aspekt angesprochen: Die Palästinenser können nirgendwohin auswandern, die Israelis aber, wenn sie wollen, jederzeit dahin auswandern wo sie hergekommen sind (Europa, Nordamerika, Polen, Schleswig-Holstein) und erhalten problemlos eine Aufenthaltsgenehmigung.

  66. @ThorHa 01. Februar 2011,...
    @ThorHa 01. Februar 2011, 18:12
    Solange Sie sich nicht moralisch aufplustern und den andern nicht absprechen, was Sie sich selbst zubilligen, ist das eine konsistente und sogar herausragend ehrliche Haltung. Unstimmig finde ich dagegen die Selbstgerechtigkeit, von andern unbedingte moralische Observanz zu verlangen und sich selbst aus interessenpolitischen Gründen Exemptionen zuzubilligen. Oder sich über von Irregulären am Leib gezündete Bomben zu empören und vom Flugzeug abgeworfene für unbedenklich zu halten.
    .
    Also wie wär’s damit: Die Unabhängigkeit des Hindukuschs wird auch in deutschen U-Bahnschächten verteidigt. (Derzeit ja noch nicht. Kommt aber vielleicht noch, welcher Undank!)
    .
    Im übrigen: Was tut Ihnen persönlich die Islamische Republik Iran an?
    .
    Sagen Sie jetzt bitte nicht, es empöre sie, dass dort die Frauen den Schleier tragen müssten (wie in Saudi-Arabien), oder dass es dort die Todesstrafe gibt (wie in den USA), oder dass dort massiv Wahlbetrug stattgefunden habe (wenn’s denn stimmt – anders als in Saudi-Arabien) oder dass sich dort die Mächtigen bereichern (wie – wo eigentlich nicht?). Dann wollen sie nämlich „the white man’s burden” tragen. Aber dann ohne mich!

  67. Mein Beileid. Fahren Sie...
    Mein Beileid. Fahren Sie trotzdem hin, bitte. Und für die nächsten MM beschaffen Sie sich ein angemessenes Gefährt, und sei es leihweise. Ok?

  68. Mitleid ist gut wenn das Elend...
    Mitleid ist gut wenn das Elend weit weg ist. Tote Ägypter oder auch Selbstmordattentäter, wahrlich dramatisch. Aber das es niemals ein Asylantenheim für Flüchtlinge (die z.b. politisch verfolgt werden in ihren Heimatländern) am See geben wird ist irgendwie auch klar, oder?
    Gruß Kaktus

  69. @Kaktus
    Ach wo, Mitleid. Um...

    @Kaktus
    Ach wo, Mitleid. Um ehrlich zu sein, ich empfinde weder mit Ägyptern noch Palästinensern viel „ehrliches Mitleid“.
    Meine Haltung erklärt sich eher aus ganz diffusen, irrationalen Ängsten.
    .
    Könnte es sich nicht irgendwann rächen, so frage ich mich, wenn man die legitimen Ansprüche all derjenigen einfach so beiseteschiebt, die sich grade nicht wehren können, weil sie im gegenwärtigen Jahrhundert zu schwach, zu unaufgeklärt, zu arm, zu unproduktiv, zu ungebildet und zu schlecht bewaffnet sind? Werden wir (oder unsere Kinder) nicht irgendwann einen Preis dafür bezahlen müssen? Was wird passieren, wenn sich die Kräfteverhältnisse irgendwann ändern sollten und sie es dann genauso mit uns machen werden? Was wird sein, wenn die Chinesen nicht nur unsere Industrieprodukte kopieren, sondern auch unsere Vorstellung von „mehr-Verantwortung-in-der-Welt-übernehmen“?
    .
    Groteske Wahnvorstellungen, wegen denen ich demnächst mal zum Arzt gehen sollte und denen Sie keine Beachtung schenken müssen.

  70. nach erfolgreichem umsturz...
    nach erfolgreichem umsturz könnte man ja den dicken oggersheimer nach ägypten schicken, um denen die wahl der cdu schmackhaft zu machen. im gegenzug gäbe es den euro, baumärkte, asphaltstraßen, das deutsche baurecht und entvölkerte landstriche. auf diese weise ließe sich in deutschland der mangel an billigen arbeitskräften und cdu-wählern beheben sowie durch den geburtenrückgang eine ausweitung des islam verhindern. hat ja so ähnlich schonmal geklappt.

  71. "Der lachende Dritte ist am...
    „Der lachende Dritte ist am Schluss China, bei dem schließlich nicht nur die USA, sondern, wenn es weiter auf Bailout macht, auch Deutschland verschuldet sein wird. Die Bailouterei beschleunigt die Machtverschiebung von Washington nach Peking; im Falle Deutschlands und der EU setzt sie sie dagegen unnötigerweise erst in Gang.“
    .
    von wegen, onzapintada.
    .
    da ist zunächst mal eine weltmacht, die so lange noch weltmacht ist, wie peking weiter kreditiert, ach ja und die verbündeten, wie japan oder europa.
    europa, das ist die eine macht am zipfel von asien hängend (mal auf einem globus nach europa suchen, es wird da manches klarer), die zwar wirtschaftlich eine grossmacht ist, aber so ähnlich wie der papst nicht über die entsprechenden divisionen einerr politischen supermacht verfügt. bisher hatte man dort verbündete, und man wird in zukunft verbündete brauchen, wenn die usa die grätsche machen. zwei prätendenten stehen schon bereit:
    .
    die eine macht an europas ostgrenze war mal eine weltmacht, bis sie dann ihr europäische glacis gegen hartgeld verkaufen musste. übrigens ein brilliant gemachter rückzug, das damals, schauen wir einmal, ob frau palin das auch so gut zuwege bringt. inzwischen versucht im grossrussichen restreich ein geheimdienstlich geschulter ehrgeizling die revision von 1989 zu betreiben. diesmal nicht mehr mit marxundengels, diamat und wissenschaft, sondern mit ganz gewöhnlichem chauvinismus, volk ohne raum, verfolgende unschuld und dergleichen dinge, wie man sie hier beim nemetz sattsam kennt und ihr ergebnis auch. dabei ist die russische rechnung einfach: europa ist die entente cordiale zuwischen frankreich und deutschland. wenn die zerbricht, wars das für europa und deutschland ist reif für die übernahme, ein kalter winter, und die fronten sind klar. börsentechnisch gesehen shortet putin die eu und bundeskanzler a.d. schröder shortet mit.
    .
    die andere, etwas weiter von europa weg. dafür näher an der westküste der us of a, hält sich für die macht mit der grossen zukunft, vermutlich zu recht. schon jetzt der exportweltmeister und eine grossmacht, ist china eben dabei, den griff nach der weltmacht zu wagen. knackpunkt wird taiwan sein, wenn die us of a in all ihrer stärke und pracht der vereinigung chinas mit taiwan (die taiwanesen nennen es anders, vermutlich zu recht) nichts mehr ernsthaftes entgegenzusetzen haben, ist klar, wer vorgänger und wer nachfolger ist. nun wissen die chinesen auch, was die russen vorhaben, und stützen deswegen europa.
    .
    europa wird sich demnächst entscheiden müssen, wie und mit wem. wer europa erhalten will, wird mit china besser bedient sein.

  72. lieber Hans Meier555,
    vielen...

    lieber Hans Meier555,
    vielen Dank für Ihre emphatische und emotionale Antwort, die mich besser verstehen läßt, wie Sie sich die Dinge denken. Persönlich angegriffen fühle ich mich nicht, keine Sorge. Ich möchte mich nicht ausführlich zum middle east Problem äußern, nur soviel: es gibt eine ganze Menge junger Europäer die Friedensdienste u.ä. für die Palästinenser leisten, das hat eigentlich das früher übliche Orangenpflücken im kibbuz abgelöst.
    Europa war unfähig zu einem containment im Balkankonflikt und mußte froh sein daß die Amerikaner eingriffen. Sie scheinen dem serbischen Narrativ anzuhängen; vermutlich wegen WK2. Wie hätte, Ihrer Meinung nach, der Krieg anders beendet werden können, nachdem die EU jahrelang unfähig war den ethnischen Säuberungen zu begegnen und dauerhafte Waffenstillstände durchzusetzten?

  73. @Kaktus: und auch wenn das...
    @Kaktus: und auch wenn das Geld im Häusle am See beim zugezogenen Privatier ausgeht, ist das Mitleid wahrscheinlich nicht so arg groß.

  74. @HansMeier ("Wobei die Russen...
    @HansMeier („Wobei die Russen und Chinesen ja noch gar nicht damit angefangen haben.“) eben, kommt noch.

  75. Ach wie erfrischend die...
    Ach wie erfrischend die Wahrheit doch sein kann, auch die zur jährlichen Zusammenrottung in Davos – vielen Dank!

  76. @vroni
    ist der anstieg der...

    @vroni
    ist der anstieg der brotpreise nicht vom westen gewollt? oder was soll der nonsens mit biogas, biodiesel (1ter oder 2ter generation). wir reduzieren damit CO2 (was ist mit Mtehan etc…) aber vor allem nehmen wir produktionsfläche weg in der hoffnung, dass das anheizen der inflation in getreide, reis z.b. china das genick bricht.
    mit opium/heroin/kokain kriegen geht es vielleicht noch in mexico (natürlich schweinegrippe ich vergaß) aber nicht mehr in china und irgendwie müssen wir den anstieg dieser länder verhindern…

  77. @Foersterliesel
    erlauben sie,...

    @Foersterliesel
    erlauben sie, aber im kosovo hänge ich auch dem serbischen narrativ an. da gibt es übrigens jetzt ethnische säuberungen, aber diesmal gegen die serben, über idee der organspenden als wirtschaftszweig im kosovo muss ich mich mal informieren…
    sidestep
    http://organdonationstatement.blogspot.com/
    aber auch hier ist bewegung, offensichtlich sind vor allem die orthodoxen juden hellhörig geworden (s.1.ter satz)

  78. @ Berthold
    Die steigenden...

    @ Berthold
    Die steigenden Getreidepreise sind für mich vorwiegend ein Werk der Börsenspekulation. Es sollte nicht über Grundlebensmittel spekuliert werden dürfen. Eher über Trüffel. Bin für eine Trüffelbörse (defakto gibt es sie schon).
    .
    Über Biogas und Biodiesel, auch Algenkultivierungen habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Sie sind sehr extensiv, verbrauchen viel Fläche und nehmen andere weg. Für Massenproduktion als Ersatz für Erdöl und Erdgas ist das derzeit nichts, ist noch ein weiter Weg. Sagte auch mein Töchterchen in ihrer Diss über CO2-freundliche Algenenergie mittels Hydrogenase (Alge: Chlamydomonas reinhardtii). Die skalierte Algenproduktion sollte zumindest auf Landflächen stattfinden, die unbrauchbar ist für Lebensmittellandwirtschaft.
    .
    Ob wir mit hohen Getreidepreisen hoffen, dass es China das Genick bricht, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass China in Afrika seit geraumer Zeit versucht, dort viel Land für Produktion zu kaufen (Baumwolle, Reis, keine Ahnung).
    Nicht gut für Afrika, wenn es Lohnbauer auf dem eigenen Land sein soll. Das gibt Ärger.

  79. @BertholdIV: die Chinesen...
    @BertholdIV: die Chinesen sorgen da schon vor und kaufen Flächen in Afrika. Inwiefern nimmt Biogas Produktionsfläche weg? Ich dachte, das ist Güllenglump, also Resteverwertung?

  80. Sehr geehrter HansMeier 555,...
    Sehr geehrter HansMeier 555, ich habe zu Ihren Worten „Eine gewaltsame Umsiedlung nach Madagaskar wurde m.W. bisher noch nicht vorgeschlagen, aber nach Jordanien schon.“ nur eine klitzekleine Anmerkung: Israel könnte es, tut es aber nicht. Ich habe umgekehrt nicht den Schatten eines Zweifels, dass die palästinensischen Führungen jeder Couleur es längst getan hätten …
    Was den Balkan betrifft, bin ich nicht Ihrer Auffassung, man hätte die Dinge einfach laufen lassen sollen. Ich möchte zumindest auf meinem Heimatkontinent, da, wo es sich durch uns wirklich verhindern lässt, keine Massenmorde und keine ethnischen Säuberungen. Und wenn aus keinem anderen Grunde, dann aus wohlverstandenem Eigentinteresse. Bezüglich China scheinen Sie (wie viele Foristen) in die subversive Kraft von eigenem Denken (durch gebildetes chinesisches Volk) genausowenig Vertrauen zu haben, wie über nunmehr Jahrhunderte die meisten alten Machteliten. Sie werden sich schlicht irren, die sich irrenden Machteliten der Geschichte wurden alle abgelöst. Die letzte derartige Ablösung passierte 1989/90 und wurde unsinnigerweise als „Wunder“ beschrieben. Man kann auch zuwenig Vertrauen in Menschen haben …

  81. Ah, jetzt begreife ich. Wir...
    Ah, jetzt begreife ich. Wir schauen alle auf die (bisher) sanfte Revolution in Nahost, und projezieren dabei unsere Hoffnungen, die aus tiefer hilfloser Frustration kommt, in die Geschehnisse dort.

  82. ...ex oriente lux....
    …ex oriente lux.

  83. .. und wenn das stimmen...
    .. und wenn das stimmen sollte, dann werden in einem halben Jahr die Israelis ihr teilkorruptes Regime ins Paradies schicken.
    Doch, das koennte sein. Wenn ihr wollt, wird es wahr.

  84. @Vroni: Algen ist ja spannend....
    @Vroni: Algen ist ja spannend. Könnte man die nicht in Becken in Hochhäusern übereinanderstapeln?

  85. Liebes Foersterliesl,
    .
    in...

    Liebes Foersterliesl,
    .
    in puncto Bosnien folge ich bestimmt keinem „serbischen Narrativ“, und was man da hätte besser machen können, weiss ich tatsächlich auch nicht. Und ich glaube auch nicht an eine völlig gewaltfreie Welt.
    .
    Es war nicht „Europa“, das versagt hat, sondern die UN (die Russen legten stur ihr Veto ein). Und die Franzosen und Engländer litten einerseits an serbophiler Nostalgie und andererseits keineswegs an der Chuzpe, sich über ein UN-Veto einfach so hinwegzusetzen.
    .
    Das Verhalten der Jelzin-Regierung in diesem Punkt war allerdings eine Schande, diese rein ideologisch motivierte „Solidarität“ mit einem nichtverbündeten „Brudervolk“, das man mit seinem UN-Sicherheitsratsveto bedingungslos und uneingeschränkt unterstützt, weil nationalreligiöse Spinner im eigenen Land es so wollen…
    (Vielleicht wartete man in Moskau auf ein finanzielles Angebot.).
    .
    Es rächt sich, wenn man mit seinen völkerrechtlichen Machtmitteln so unverantwortlich umgeht.

  86. @Vroni: wenn Sie Spekulation...
    @Vroni: wenn Sie Spekulation über „Grundlebensmittel“ verbieten wollen, hätten Sie vorher die Erfindung der Landwirtschaft verbieten müssen.

  87. lieber Hans Meier555,
    gute...

    lieber Hans Meier555,
    gute Analyse.
    lieber BertholdIV,
    die EULEX untersucht die Vorwürfe; die Minderheitenrechte im Kosovo sind
    de jure gesichert, ich glaube, daß die Vertreibungen eher Roma als Serben betreffen; Kriminalität ist sowohl im Kosovo als auch in Serbien ein großes Problem.

  88. Gudrun Harrer ist die Fachfrau...
    Gudrun Harrer ist die Fachfrau für die Region
    http://derstandard.at/1295571303091/Mittwoch-13-Uhr-Chat-mit-Gudrun-Harrer-zu-Aegypten

  89. @ Colorcraze
    Leider nicht,...

    @ Colorcraze
    Leider nicht, denn die kleine Alge braucht von jeder Seite optimale Beleuchtung.
    Sie arbeitet mit Photosynthese.

  90. @ThorHa:
    "Israel könnte es,...

    @ThorHa:
    „Israel könnte es, tut es aber nicht.“
    .
    Ob Israel das könnte oder nicht, hängt davon ab, wie man unsere Reaktion auf einen solchen Schritt einschätzen würde. Denn Israel ist trotz allem ein sehr kleines, von Europa abhängiges Land.
    .
    Aber vielleicht haben Sie Recht und die gesamte israelische Palästinenserstrategie beruht letztlich auf Erpressungsphantasien, die am Ende doch keiner realisieren will?
    .
    Das hoffe ich jedenfalls. Mancher könnte aber auf die Idee kommen, gezielt eine Situation zu provozieren, in der das Undenkbare plötzlich als gerechtfertigt erscheint.
    .
    Vielleicht bin ich tatsächlich Verschwörungstheoretiker oder noch schlimmeres, aber ich habe doch den VErdacht, dass all die Anti-Islam-Propaganda, die wir die letzen Jahre zu hören bekamen, nicht zuletzt auch dem Ziel dient, eine solche Massnahme am TAg X (an dem die Autobusse bereitstehen werden) als „überfällig und alternativlos“ hinstellen zu können: Je schlechter das Image der Moslems in Europa, umso größer wäre das Verständnis für einen solchen Schritt. (Geerd Wilders PVV z.B. wird laut blog.fefe.de vom Mossad gesponsert).
    .
    „Ich habe umgekehrt nicht den Schatten eines Zweifels, dass die palästinensischen Führungen jeder Couleur es längst getan hätten…“
    .
    Zu Beginn des 20. Jahrhunderts funktionierte das Zusammenleben ja noch ganz leidlich.

  91. Allerdings, lieber Meier, war...
    Allerdings, lieber Meier, war ich doch selbst sehr ueberrascht, als nach Wegfall des urspruenglichen Feindes Kommunismus, in den 90ern, ganz schnell der Islamismus gefunden wurde. Allerdings frage ich mich, ob das die ganze Erklaerung ist. Wir spraechen dann ueber eine gigantische Verschwoerung. Wer ist so maechtig, etwas derartiges anzuzetteln? Dann die Frage, wer ist so irre, ganze Voelker gegeneinander aufzuhetzen. Oder haben sich da konkurrierende Systeme abgesprochen, um etwas Leben in die Brauerei zu bringen? Ist der Satan allgegenwaertig? Faucht er in der christlichen Seele, wie in der juedischen und moslemischen?
    Oder ist die Welt einfach so?

  92. Unglaublich starker...
    Unglaublich starker Kommentar!
    Das Verhaltensmuster aller (!) westlicher Regierungen zeigt doch mal wieder wie Realpolitik funktioniert. Tunesien kann man fallen lassen, doch Ägypten scheint da schon eine ganz andere Nummer zu sein…scheinheilig!

  93. Ob Haiti, Somalia oder...
    Ob Haiti, Somalia oder Palästina – es gibt einfach Weltgegenden, in denen Politik keine Ansprechpartner hat.

  94. Der Don macht auf zwei...
    Der Don macht auf zwei wichtige Punkte aufmerksam: „Für manche sicher erstaunlicherweise hat man bislang in Kairo so Dinge wie Meinungsfreiheit, Demokratie und ein Ende des korrupten Systems gefordert, zum Gewaltverzicht aufgerufen und auch keine antiamerikanischen oder antisemitischen Sprüche geschrien.“
    .
    Ad 1: Nahezu keiner hatte auf dem Zettel, dass die chronisch rückständigen Araber tatsächlich etwas mit den – von Regierungsseite dort üblicherweise als „westlich“ titulierten – Menschenrechten anfangen würden können. Meine Meinung: Der Demokratiemission von George W. Bush, ausgehend von dem leergebombten Irak, konnte man sinnvollerweise nicht trauen. Aber die Jahre der „Asymetrischen Kriegsführung“ sowie weitere Schlagworte („Internationaler Terror“; clash of civilisations) haben auch ein Gefühl von „wir hier und die da drüben“ verstärkt.
    .
    Ad 2: Sämtliche Gründe, weshalb sonst der – jedenfalls massenmedial übermittelte – Zorn arabischer Massen hervorgerufen werden konnte, scheinen auf den Straßen (noch) keine Rolle zu spielen. Meine Erwartung: Sollten die Demonstranten doch einmal die Aktenschränke der Ministerien – gefüllt – auffinden, so dürften die Erkenntnisse über die Unterstützer der Geheimdienstarbeit und über Waffenlieferanten an das Regime – unter den Abnehmern deutscher Waffen aus den Entwicklungsländern liegt Ägypten an der Spitze mit 77,5 Mill. EUR in 2009 – wohl noch etwas wachsen.

  95. @Vroni
    rechnen's mal - das...

    @Vroni
    rechnen’s mal – das geht auf dem bierdeckel – wieviel biodiesel sie z.b. auf der landwirtschaftlichen fläche der brd produzieren können und vergleichen sie es mit dem verbrauch der pkw’s, dann wissen sie alles humbug.

  96. @foersterliesel
    sein's mir...

    @foersterliesel
    sein’s mir nicht böse, aber ich glaube sie üben ein bisschen arg viel nachsicht mit der „räuberbande“, die sich regierung „nennt“ im kosovo.
    http://www.guardian.co.uk/world/2011/jan/24/hashim-thaci-kosovo-organised-crime

  97. @foersterliesel
    Danke für den...

    @foersterliesel
    Danke für den namen EULEX. Das kannte ich gar nicht, was die Eu (?) nicht alles hat.
    ansonsten: man soll ja vielleicht dem cia nicht immer trauen, aber viele serben sind da nicht mehr
    https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/kv.html

  98. @bertholdIV
    Freilich Humbug,...

    @bertholdIV
    Freilich Humbug, der Biodiesel. Sagt irgendwer was anderes?
    (Gottseidank fahr ich eh kein Auto mehr und unsere Rechner gehen mit Wasserkraft.)
    .
    Zum Abschluss des Tages: Bin heute schwer beeindruckt von den Ägyptern. Mal schaun wie’s weiter geht. Meine Wette gilt noch: maximal eine Woche. Bis dahin halte ich die Luft an. (Metapher natürlich)

  99. Die einzigen Gewinner einer...
    Die einzigen Gewinner einer Destabilisierung der gesamten Region sind die Israelis. Die Anerkennung Palästinas ist in den Hintergrund gerückt.
    Die Staaten Nordafrikas und der arabischen Halbinsel versinken in der Orinetierungslosigkeit und brauchen jahre um sich zu reorganisieren, von Zusammenarbeit ganz zu schweigen.
    Zweistaatenlösung ? Ich höre schon, wie die Israelis fragen : mit wem denn?
    Es ist ein Hohn, wenn ich höre, es gehe um Demokratie.
    Es wird der amerikanische Machtverlust kompensiert, indem man jede Macht im israelischen Umfeld kippt, destabilisiert oder die Gesprächspartner kippt.
    Bravo CIA, bravo Mossad, bravissimo EU.
    Es lebe die Festung Europa mit nicht existierendem Widerstand gegenüber Repressalien und Einschränkungen.
    Auf zu neuen Ufern.

  100. @Filou, 01. Februar 2011,...
    @Filou, 01. Februar 2011, 23:27
    .
    eine von Ihnen HansMeier555 gegenüber ironisch unterstellte Verschwörungstheorie braucht es gar nicht, ich glaube, dass da mehrere begünstigende Umstände zusammenkommen. Es ist aber ein schwieriges Thema, da es dabei massenpsychologisch wird, und so recht solide ist so etwas dann nie. Es handelt sich also ausdrücklich um Hypothesen von mir. Fangen wir mit dem Verschwörungs-Ähnlichsten an:
    .
    1. Wirkung der Krakeeler und Hetzer à la de Winter, Broder usw. bis hinab in die geistlose Hölle von Politically Incorrect, ob nun von interessierter Seite gefördert oder nicht. Die hauen immer in dieselbe Kerbe. Jüngst las ich, dass nach Umfragen immer noch 30–40% aller US-Amerikaner an Kollaboration von Saddam Hussein mit Al Qaida glauben, wohl dank der ihnen zuteil gewordenen medialen Bearbeitung. Es bleibt halt jedesmal etwas hängen. Ebenso vom als Captatio benevolentiae gebräuchlichen, aber unbedarften „Nicht alle Muslime sind Terroristen, aber alle Terroristen sind Muslime.” Bei dem man offenbar die Spitzenleistungen Prabhakarans ganz vergessen hat.
    .
    2. Bedürfnis vieler Menschen nach einem totalisierenden Weltbild. Die Guten und die Bösen sollen sauber getrennt werden, die Sortierung progrediert per Assoziation zur Exhaustion, alle Grautöne sind nämlich höchst verstörend und deren Erwähnung macht die Fanatischen sogar toll, weswegen sie den Feind zwar hängen, dem Kritiker aber dazu noch am liebsten vorher Zunge und was weiß ich noch alles herausreißen möchten. Ich habe darin leider das Schauspiel eines langjährigen Freundes vor Augen, bestimmt kein Dummkopf, der als – vielleicht schon immer etwas zu galliger – säkularer Spötter angefangen hat, dann plötzlich sich fortschreitend zum vorbehaltlosen Israelverteidiger entwickelte (europäische Presse – alle feige oder vom arabischen Ölgeld gekauft!, Israelkritiker – alles Antisemiten!, Muslime – vermehren sich absichtlich wie die Karnickel, um das Abendland zu überlaufen!, kriegsunwillige Europäer – abendlandvergessene Idioten!), der noch nicht einmal mehr schweigendes Nicht-Zustimmen ertragen konnte, um denn heute als Lefebvrist zu wirken, der die Wurzel allen Übels im Liberalismus des 18. Jahrhunderts und dem Abgehen von der gottgewollten Ordnung der alten katholischen Kirche erblickt. Es gibt sehr viele Menschen, die den Zwiespalt, dass irgend ein Mensch oder eine Menschengruppe zwei Seiten hat, besonders wenn sie denen emotional nahe stehen, einfach auf Dauer nicht ertragen und dann rigide flurbereinigen. Es genügt dazu, Mütter bei der Verteidigung ihrer Kinder gegen Anschuldigungen zu beobachten: „Nein, der meine ist ja so brav, der hat die Scheibe bestimmt nicht eingeworfen, das muss der vom Nachbarn gewesen sein!” Und die glauben das auch! Zugleich will man natürlich bei den „böse” Eingeordneten noch alles andere draufpacken – hässlich, faul, dumm, feige usw. sind sie dann auch bald noch. Montaigne argumentiert gegen diese also anscheinend damals auch gängige pauschale Herabsetzung des Feindes in seiner Bürgerkriegszeit so: Nur weil eine Hure („putain”) ist , muss sie noch lange keine Schlampe („punaise”) sein. Siehe an, im Deutschen überlappen sich die Begriffe! Warum wohl?
    .
    3 Vorprägung, Milieu, Voreingenommenheit. Araber als Menschen tauchen im Bewusstsein des Durchschnittsdeutschen erst in den Sechziger- und Siebzigerjahren auf, Israelis sind Europäer ehrenhalber, gegen die diese Araber („Kameltreiber”, „Ölscheichs, die uns unser Öl nehmen wollen”) kämpfen, womit sie konsequenterweise natürlich böse sein müssen. Im Vorderen Orient natürlich gerade andersherum. Mir ist in meiner Jugend ein Pfarrer begegnet, den offenbar die jüdische Landnahme immerhin etwas irritierte – damals gewiss keine Selbstverständlichkeit – der sich aber dann doch einen passenden Reim zurechtlegte: In den Jahren nach ihr hatten ihm zufolge die Niederschläge im Heiligen Land zugenommen, was doch ein klarer Fingerzeig Gottes sei usw. usf. Wer sucht, der findet, sobald nur das Bedürfnis da ist.
    .
    4. Viele Menschen brauchen einen Hassfeind, sozial am günstigsten ist natürlich der konventionelle äußere.
    .
    5. Die (nicht nur deutsche) Urangst. Sie verlangt nach einer Personifikation des Bösen in einem Teufel, denn im Herzen jedes ordentlichen Atavismus steckt nun einmal ein Animismus.
    .
    6. Deutsche Schuldbewältigung wegen des Judenmordes. Scheint mir, als Herzens- und nicht nur Plapperthema, vor allem bei der älteren Generation eine Rolle zu spielen und läuft im Prinzip auf zwei Arten: Heute seltener, durch Verleugnung und Relativierung, vgl. zu letzterem die Hohmann-Rede. Häufiger durch Identifikation mit den Opfern, daraus per gedankenfauler Assoziation mit den heutigen Israelis und ihrem Staat, und wieder bekommen es dann natürlich die bösen Araber ab.
    Sie sehen, es gibt gute soziale Gründe für die Existenz dieses Feindbildes, Gründe für die Konvergenz auf ein einheitliches und auch Gründe dafür, wieso man es dann lange pflegt, als Heger des vertrauten eigenen Wahns oder als fauler journalistischer Aufgussschreiber. Manipulationen gibt es durchaus manchmal, die sind das Samenkorn, aber der größere Teil sind, wie meist, ein Haufen aus Dummheit, Denkfaulheit, Leichtgläubigkeit und zwanghaft moralisierendem Weltbild, in welchem es sich prächtig entwickelt.

  101. @Vroni:
    Haben Sie ein eigenes...

    @Vroni:
    Haben Sie ein eigenes kleines Wasserkraftwerk?
    Wenn nicht, läuft Ihr Rechner mittelbar natürlich auch mit Atomstrom, genauso wie die der korrupten von der Wind-und Solarstrom gekauften sogenannten Ökoparteipolitiker!

  102. afrika brennt, weil die masse...
    afrika brennt, weil die masse der armen so schnell so groß geworden ist – da halfen auch keine condomverbote….das es so schnell gehen würde , na ja, denn eigentlich hatte ich nach einer fahrt vor genau 10 jahren vorbei an kilometerlangen, 6 meter hoch eingezäunten gut bewachten wohnsiedlungen für reiche mitten in der steppe von nevada damit grechnet, das zunächst die häuser in diesen fast mittelalterlich anmutenden burgen der amerikaner brennen würden, da in den schönen, pitoresken gründerbauteneingängen der san fanziscoianer die armen schon auf pappen in deren hauseingängen schliefen und der herr des hauses nach abgabe eines morgentlichen dogbags über diese hinweg zur berufswelt schritt…aber egal, wie gut man seine burgen baut, bisher hat noch jeder hunger im magen oder nach gerechtigkeit die wälle der egoisten zum einsturz gebracht…..wie lange können wir dies wohl noch aus der ferne betrachten?

  103. lieber Berthold IV,
    als klar...

    lieber Berthold IV,
    als klar war, daß Thacis Partei die (überwachten) Wahlen (nach teilweisen Wahlwiederholungen) knapp gewonnen hat und er Premier sein würde, tauchten die Vorwürfe (wieder) auf. Nun ist mir schon klar, daß eine Rebellengruppe sich nicht mit der Spendenbüchse finanziert, aber ob diese Vorwürfe stimmen, können weder Sie noch ich beurteilen. Thaci hat innenpolitische und vor allem außenpolitische Gegner. Sind Sie der Meinung, daß lediglich Thaci und/oder seine Partei weggehört oder Kosovos Eigenstaatlichkeit? Finden Sie, daß der Politiker Thaci eine Erfindung Albrights und eine US-Marionette ist? Welche Gruppe präferieren Sie gegenüber Thaci (gegen 30 Gruppierungen traten an)? Kennen Sie die unterschiedlichen Konzepte dieser Gruppen und die strittigen Punkte? Haben Sie Kontakt mit intellektuellen Kosovaren und einfachen Leuten, die Ihnen sagen, was sie von der Situation halten, wie die Gruppen im Land agieren, welche Klientele sie bedienen? Wissen Sie jemanden der Rugovas Erbe weiterführen könnte? Kennen Sie die Bücher des Guardian Korrespondenten Misha Glenny über den Balkan? – Was halten Sie eigentlich von der innenpolitischen Situation Serbiens und den Ermittlungen gegen die Mörder von Zoran Djindjic?

  104. @Filou,
    kann Pérégrinateur...

    @Filou,
    kann Pérégrinateur soweit zustimmen: Es war keine „Verschwörung“, es war das Wabern der sowieso vorhandenen Ressentiments.
    Die Öffnung der Ostblock-Grenzen führte nicht nur zur Euphorie, sondern auch zu neuen Ängsten: „Was ist, wenn die jetzt alle zu uns kommen?“
    .
    Um 1990 fürchtete man sich noch nicht so vor „Moslems“, sondern vor „Asylanten“.
    .
    Diese Ressentiments gegenüber Türken, Arabern, etc. waren aber schon lange vor der Maueröffnung da.
    Und dann gab es natürlich den Golfkrieg 1991.

  105. @foersterliesel
    ja, keine...

    @foersterliesel
    ja, keine eigentstaatlichkeit für kosovo oder wir spalten die gebiete mit serbischer mehrheit wieder ab, eigener mini zwergstaat, ist aber der kosovo auch schon…

  106. @ Filou 01. Februar 2011,...
    @ Filou 01. Februar 2011, 22:27
    Die Welt ist so, weil der Mensch so ist. Wir brauchen Feinde und Sündenböcke, damit wir uns nicht mit unseren eigenen dunklen Seiten beschäftigen müssen.

  107. Ich glaube, das sollte ich im...
    Ich glaube, das sollte ich im Kollegenkreis verschicken:
    .
    http://sarthanapalos.wordpress.com/2011/01/31/a-guide-how-not-to-say-stupid-stuff-about-egypt/
    .
    Und was den Kommentar angeht, den ich nicht freischalten kann: Ja, ich finde auch nicht, dass die Berichterstattung gut ist. Ich hänge auch an Al Jazeera. Aber nein, ich kann das auch nicht ändern.

  108. lieber BertholdIV,
    na gut,...

    lieber BertholdIV,
    na gut, also keine Eigenstaatlichkeit für den Kosovo; denken Sie, daß Serbien die Minderheitenrechte der Kosovaren in einem gemeinsamen Staat respektieren würde oder halten Sie es für wahrscheinlicher, daß Minderheitenrechte für die Serben in einem neu anerkannten, Kleinstaat (in verschiedener Hinsicht schwach, ja stimmt) unter Monitoring respektiert werden?
    Der Kosovo hat im Norden ein geschlossenes serbisches Siedlungsgebiet, das die Wahlen boykottiert hat, offenbar wird dort (wie in Bosnien) auf Splitting hingearbeitet. Sprechen Sie von aktuellen Vertreibungen serbischer Kosovobürger, oder beziehen sie sich auf die 90er Jahre? Es gibt ein überwachtes Häusertauschprogramm, meinen Sie das?
    Wie stellen Sie sich ein effizientes appeasing am Balkan vor?
    Glauben Sie daß BiH weiterexistieren oder zerfallen wird?
    Zur Kriminalität: Nepotismus und Familien/Dorfclans begünstigen kriminelle Organisationen, da sie bereits Loyalitäts-und Abhängigkeitsstrukturen vorfinden, eine praktische soziale Infrastruktur sozusagen. Andrerseits gibt es neben diesen Loyalitätsstrukturen keine Tradition bürgerlicher Sicherheiten.

  109. Wir sollten, während wir in...
    Wir sollten, während wir in Nordafrika gute Ratschläge geben, uns auch fragen wie es sein kann, dass in unserer EU jemand wie Berlusconi in Italien machen kann was er will.
    Wenn er nicht so schrill wäre, liefe alles reibungslos.
    So wie bei uns.
    Ruhe ist erste Bürgerpflicht.
    Ich sehe eine mit Wohlstand gekaufte Republik.
    Würde bei uns das Brot knapp, fürchtete ich mich am meisten vor den Sarrazinis in den Westvierteln.
    Vor jenen, die die Städte verraten, weil sie immer nur mit dem dicken Auto ins Büro, oder Theater ect. fahren.

  110. Artikel: "Man mag mich einen...
    Artikel: „Man mag mich einen Egoisten nennen, …“ Ist das so, dass Sie sich Gedanken darum machen, was andere über Sie denken oder reden? Das ist doch in Wirklichkeit nur Getue, oder?

  111. Natürlich ist es mir egal! Da...
    Natürlich ist es mir egal! Da war keinerlei „ach bitte bitte habt mich lieb“ gemeint. Das habe ich nicht nötig.

  112. "Natürlich ist es mir egal!"...
    „Natürlich ist es mir egal!“
    Somit sind Sie also auch völlig schamlos.

  113. Ich bin ehrlich, und kann mir...
    Ich bin ehrlich, und kann mir das leisten.

  114. Also ist also die...
    Also ist also die Schamlosigkeit, die Sie z.B. an Banken kritisieren, an sich nicht das Problem, sondern dass diese sich das Schamlosseindürfen nicht durch Ehrlichkeit verdient haben.

  115. Was ich an Bankstern...
    Was ich an Bankstern verachtungswürdig finde, ist die dreiste Lüge, ihre eigene schamlose Bereicherung wäre eine Wohltat für den Kapitalismus und deshalb für alle von Nutzen.

  116. xxx / DA
    Ehrlichkeit (wenn...

    xxx / DA
    Ehrlichkeit (wenn auch ironisiert) gibt ja schon das Motto der „Stützen“, siehe rechts oben vor.
    Es besteht hier -durch die Kommentatoren- immer wieder die Gelegenheit die eigenen Standpunkte zu spiegeln, zu überprüfen und zu ändern.
    ThorHa- Zitat: Wir brauchen Feinde und Sündenböcke, damit wir uns nicht mit unseren eigenen dunklen Seiten beschäftigen müssen.
    Man kann, wenn man will, sich auch ändern, das ist das Spannende beim älter werden.
    Dazu braucht man allerdings Zeit, eigene Zeit.

  117. Da loben wir doch die...
    Da loben wir doch die Ehrlichkeit der Blogster, die eine Bereicherung für das Feuilleton und damit eine Wohltat für die Meinungsfreiheit und deshalb für alle von Nutzen sind.

  118. Ich sehe das hier als...
    Ich sehe das hier als Bereicherung auf Gegenseitigkeit.

  119. Wie meinen Sie das Wort...
    Wie meinen Sie das Wort „dreist“ genau? Im Sinne der wikipedischen Definition: „“Dreist“ zu sein, wird oft im Rang tiefer Stehenden vorgeworfen, die sich das Gleiche heraus nehmen, was man selber selbstverständlich tut.“ Und welche dreisten Lügen meinen Sie genau?

  120. Alt-Chefvolkswirt Norbert...
    Alt-Chefvolkswirt Norbert Walter von der Deutschen Bank hat einmal gesagt, wenn jeder jedem in die Tasche greife und dies als allgemeines Wirtschaftssystem ausgerufen werde, könne etwas nicht stimmen.

  121. Germany was a banana republic...
    Germany was a banana republic (Norbert Walter):
    „Bis 1995 haben die Deutschen im Jahr mehr Geld für Bananen als für Aktien ausgegeben, wir waren eine Bananenrepublik“.

  122. @ Don Fernando
    A su a...

    @ Don Fernando
    A su a Schmarrn!! :-) Natürlich hängt mein Rechner nicht an Atomstrom.
    Aber nett, dass Sie fürsorglich versucht haben mich aufzuklären. Weibchen sind ja immer a bissi dummdumm und verstehen nix von Technik und den bösen Atombuben.
    .
    Aber jetzt wieder zu den Kleptoclans.
    :-)

  123. @Pérégrinateur, HM555,...
    @Pérégrinateur, HM555, Israel stand beim jetzigen Beitrag DAs nicht zur Debatte. Es ist aber leider so, dass HM es immer wieder schafft, einen Schlenker auf dieses fuer ihn wichtige Thema machen. Dies tut er mit der Argumentation á la ‚Junge Welt‘ etc. Ich falle immer wieder darauf herein.
    .
    Ich wundere mich nur, das im Orient, beginnend mit Marokko, endend an der tuerkisch-griechischen Grenze, mit Ausnahme Israels, ausschliesslich autokratische Regime herrschen. Wollen wir diese Systeme der USA-zionistisch gesponserten Weltverschwoerung zurechnen?
    Wenden wir den Blick auf die Zeiten vor dem 1ten Weltkrieg, stellen wir fest das diese Region damals in einer noch schlimmeren Verfassung war als heute. Israel gab es noch nicht und die USA hatten ganz andere Sorgen.
    Eine treffende Beschreibung der Region findet man bei Mark Twain, der 1869 Teile dieser Gegend bereiste. Dann darf man sich beunruhigende Gedanken ueber den segensreichen Einfluss des arabisch gefaerbten Islam sowie der jahrhundertelangen tuerkischen Herrschaft machen.
    Pérégrinateur, Leon de Winter ein Hetzer? Na hoeren Sie mal…
    .
    Ich moechte mich aus diesem Teil der Debatte verabschieden, bin aber gerne bereit-dann aus gegebenem Anlass-mit Mantel und Degen an jedem Scharmuetzel teilzunehmen.

  124. @fionn,
    Ach, für Aktien gibt...

    @fionn,
    Ach, für Aktien gibt man Geld aus? Ich denke, von denen kriegt man Dividende.

  125. Lieber Filou,
    gestern 16:41...

    Lieber Filou,
    gestern 16:41 habe ich Israel erwähnt, aber nur als ein Beispiel unter anderem in einem ziemlich langen Beitrag.

  126. Was für ein Glück, dass die...
    Was für ein Glück, dass die Anhänger des Maulhelden Zawass sich – noch – nicht durchgesetzt haben. Sind sind grausam entlarvt: Wer heute noch die Nofretete-Büste diesem unfähigen Großkotz ausliefern will, will nur eines: die Zerstörung dieses einzigartigen Werkes. (Schade, dass wohl manche Kriecherli die Zerstörung des Tutenchamungrabes so dringend brauchten, um Reste ihres Verstandes wiederzufinden. Wenn aber die Nofretete nun sicher ist, wäre der Preis nicht zu hoch.)

  127. @ Don: wir haben Sie aber...
    @ Don: wir haben Sie aber lieb. Versuchen Sie, damit zurecht zu kommen :-)

  128. @ HansMeier555. Sie sind ein...
    @ HansMeier555. Sie sind ein Super-Blogger – und Sie sind fair (es gibt dieses Wort nur auf E oder? Mein erster Boss (ein Deutscher) hat immer gesagt „Ich bin hart aber fair“. We had a lot of laughs together, but no hanky-panky :-)

  129. „europa wird sich demnächst...
    „europa wird sich demnächst entscheiden müssen, wie und mit wem. wer europa erhalten will, wird mit china besser bedient sein.“
    Hamse gedacht, auch einer. Wo ist denn da Ihr Gegenargument?
    Stellt sich erstmal die Frage, ob Europa entscheiden KANN, und ob vor allem Deutschland strategische Entscheidungen überhaupt selbst treffen DARF – nach wie vor hat die – wenn auch inzwischen wirtschaftlich bankrotte – Besatzungsmacht hier Raketen und GI’s stationiert. Und der Zweite wie der Erste Weltkrieg ging darum, die ökonomische Konkurrenz zu vernichten bzw. nicht hochkommen zu lassen, alles andere sind Märchen.
    Wenn Deutschland überhaupt einen Spielraum hat, um den Bailoutereien zu entkommen, dann nur im ganz engen Zusammenschluss mit Russland oder Frankreich, oder alle drei zusammen. Bei Frankreich stellt sich aber das Problem, dass es ebenfalls Deutschland die ganzen Rettungsaktionen zahlen lassen will, so dass Deutschland über den Mechanismus der Rettungsschirme am Ende bei China verschuldet sein wird, wenn es hier wieder gehorcht.
    Die USA als Führungsmacht können Sie wegen wirtschaftlichen Totalausfalls komplett vergessen. Nach dem dortigen Bürgerkrieg : ) ist eine Zusammenarbeit vielleicht wieder denkbar, aber mit den USA nur als Partner, nicht mehr als Hegemon.
    Bliebe auch hier nur ein Zusammenschluss mit Russland und Frankreich, um ein Gegengewicht zu China zu bilden.
    Es stellt sich aber außerdem die Frage, ob die Deutsche politische Klasse überhaupt noch fähig ist, strategische Entscheidungen zu treffen.
    So wie es aussieht nicht, dann liefe alles auf China als alleinige Weltmacht hinaus, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.
    Und jetzt zu Ägypten: Es kann dem Euroland völlig wurscht sein, ob dort ein Mubarak regiert oder die Moslembruderschaft, und infolgedessen die US-Ölprotektorate auf der arabischen Halbinsel wie Dominosteine umfallen. Wir zahlen mit selbst erarbeiteten Euros, und die würden auch von einem unabhängigen Arabien gerne genommen werden.
    Die Yankees zahlen mit bedrucktem Papier, das nur solange etwas wert ist, wie sie ihr Militär bezahlen und mit Krieg drohen können. Wenn sie unbedingt weitere Kriege gegen mohammedanische Länder führen wollen, sollen sie doch, was geht uns das an?

  130. "Was ich an Bankstern...
    „Was ich an Bankstern verachtungswürdig finde, ist die dreiste Lüge, ihre eigene schamlose Bereicherung wäre eine Wohltat für den Kapitalismus und deshalb für alle von Nutzen.“
    .
    Ja – aber das ist Ideologie, wirtschaftlicher Liberalismus, „trickle-down-theory“. das haben sich die Bankster nicht selbst ausgedacht, das kommt von Hayek, Mises, Reagan, Thatcher. Und Leute wählten und wählen noch immer diese Politiker, die sowas vertreten, und glauben daran. Es ist ja mehr oder weniger Glaubenssystem, und wenn nichts herunter-trickelt zu den Armen, wurde eben noch nicht genug privatisiert, liberalisiert, reformiert, und die Idee ist trotzdem richtig. Es ist Religion, die von der FAZ über Achgut.de bis hin zu CDU, FDP und Teilen der SPD aggressiv vertreten wird. Warum soll man nun ausgerechnet den Bankstern verübeln, dass sie ihren persönlichen größten Vorteil suchen, wenn sie nach Smith und Hayek so dem Allgemeinwohl dienen?
    .
    Gut, man könnte sagen, es gibt auch noch sowas wie Gefühle, Empathie, oder ein Gewissen. Damit kommt man aber in der Konkurrenzwelt der Einzelkämpfer nicht weit. Topmanager können sich solche Sentimentalitäten nicht leisten, es sei denn gelegentlich als werbeträchtiges „Engagement“.

  131. @Filou, 02. Februar 2011,...
    @Filou, 02. Februar 2011, 12:56
    was mich beim Thema Naher Osten/Islam/Israel manchmal etwas erregt, ist die weite Verbreitung von Doppelzüngigkeit und zweierlei Maß bei dem Thema. Wenn’s zu weit ging, bitte ich um Verzeihung. Ich stöbere nämlich in der Hauptsache nach Inkonsistenzen in Argumentationen, und bei dem Thema sind die frappant, und natürlich nicht nur auf einer Seite. Diese religiösen Einschläge bei diesem und anderen Gegenständen sind mir von Herzen zuwider; ich denke mir manchmal, was sich auf dem Feld seit Julian Apostata getan hat, war ein unnötiger Umweg.
    .
    Nach meinem Eindruck sind die großen organisierten Weltreligionen innen ausreichend hohl, um mit allem ausgefüllt werden zu können, was gerade gebraucht, erwünscht, vorteilhaft ist, Exegese sei Dank. Mithin zweifle ich auch etwas, ob nun die beklagenswerterweise vor allem intellektuelle Rückständigkeit auf den arabischen Islam zurückzuführen ist. Dessen Gestalt könnte vielleicht auch nur abhängige gesellschaftliche Variable sein. Zugegeben, ich kenne mich darin nicht aus, erlaube mir aber bei nur anekdotisch gestützten Behauptungen das Nego consequentiam. Gesellschaftliche Kausalität ist ohnehin immer etwas undurchsichtig. Einzelne Personen erreichen ihre geistigen Befreiung wohl tatsächlich über die irreligiöse Kritik an der eigenen Religion. Ob dafür fremde und interessierte Lehrmeister hilfreich sind?
    Aber lassen wir das Thema. Für Rencontres au petit matin mit Mantel, Degen und Sekundant bin ich vermutlich weder satisfaktionsfähig noch wach genug. Beim letzten solchen Duell jedenfalls, bei dem ich Zeuge war, schlug man sich um Wirksame Gnade, Erwählung und Gute Werke – und ich bin im Dämmer eingenickt.
    .
    Wie wär’s stattdessen nach dem Krieg um sechs im Kelch? (Bei den Wassertrinkern in der Ecke.)

  132. Nun, Europa kann sich...
    Nun, Europa kann sich natürlich entscheiden, ob man Mubarak weiter stützt, nur dabei steht oder so auftritt, dass den Leuten an der Spitze klar ist, dass sie nichts mehr von ihnen zu erwarten haben. Das ist natürlich schwer, aber aben auch „alternativlos“.

  133. Währe eine Demokratiebewegung...
    Währe eine Demokratiebewegung nicht zu allererst darauf gerichtet die bestehenden meinungen zu Bündeln gegeneinander auszugleichen und die Mehrheitsmeinung umzusetzen?
    Ist der Mob auf der Strasse, der als einziges gemeinsames Ziel eine Abkehr der bestehenden Politklasse hat nicht das genaue Gegenteil?
    Der Mob auf der Strasse öffnet doch nur den üblichen Verdächtigen die Tür : agressiven Kriminellen, von aussen gesteuerte in den Medien Präsente (Geldpräsenz) und Popilisten (die das Gemeinwesen nicht weiterentwickeln).
    Das Aufkommen der Anarchie ist ganz sicher -keine- Demokratiebewegung, sondern ausdruck der Unzufriedenheit.
    Mit 1 Millirde bringt jeder in Deutschland 1-2 Millionen auf die Strasse, die sich einig sind unzufrieden zu sein …….. wer würde das Demokratiebewegung nennen?

  134. @Holly: Nein, warum? Es...
    @Holly: Nein, warum? Es bedeutet mehr Sicherheit, wenn man halbwegs absehen kann, was auf einen zukommt (wenn sich mal wieder ein Angriff auf die Staatlichkeit zusammenbraut), als wie wenn man ständig mit eruptiven, erratischen Lawinen rechnen muß.
    Deswegen haben die Israelis durch eine Destabilisierung überhaupt nichts zu gewinnen, im Gegenteil, sie handeln sich eine noch viel schlechter handhabbare Situation ein. Drum beten sie ja auch für Mubarak, und wahrscheinlich auch schon leise für Abdullah und Assad…
    @Pérégrinateur: Die Urangst und wie man sie überwindet ist ein guter Gesichtspunkt. Mir scheint, hauptsächlich dadurch, daß man sich – zunächst mal als Kind – auf Versorgung und Leben gelassen werden von den Anderen (es sind immer Andere da.) verlassen kann. Dabei steht man immer in Konkurrenz zu anderem (Geschwister, Beschäftigung der Eltern mit anderen Dingen als einem selbst), die nur erträglich wird, wenn das Überleben beider als zuversichtlich gesichert erscheint. – Unter anderem.
    @xxx: Ihr Zitat versucht, Dreistigkeit zu rechtfertigen („machen doch alle“), geht damit aber völlig daran vorbei, daß die meisten Menschen wissen, was ihnen und auch anderen zu- und ansteht.
    @Vroni: ich bin hin- und hergerissen. Einerseits freue ich mich für die Ägypter für diese Tage des gemeinsamen Sich-selbst-Feierns, nur… da ist keine organisierte säkulare politische Kraft sichtbar, die nach Mubarak den Staat erhalten könnte. Wenn die sich weiterhin alle nur verweigern, löst sich die Exekutive auf. Und diesmal steht dann keine Großmacht mehr bereit, die das Zusammenkehren der Scherben ermöglicht.

  135. @ Colorcraze
    Wir dürfen...

    @ Colorcraze
    Wir dürfen gerade anhand der jetzigen Straßenschlachten beobachten, was passiert, wenn Mubarak von außen nicht deutlich genug gesagt bekommt, was Sache ist. Anstatt dessen: Rumeiern. Ich finde, dass gerade das Rumeiern Verwerfungen verursacht, die es nicht braucht.

  136. @colorcraze: Mir ist WIRKLICH...
    @colorcraze: Mir ist WIRKLICH immer noch nicht klar um welche dreisten Lügen von Bankern es hier genau geht. Bitte ein konkretes Beispiel.

  137. life blog von...
    life blog von BBC
    http://www.bbc.co.uk/news/world-middle-east-12307698

  138. @xxx
    AAA....

    @xxx
    AAA.

  139. @ Vroni 16:11 : Mubarak ist...
    @ Vroni 16:11 : Mubarak ist alt und krank. Eine lange Zeit im Amt hätte er mit und ohne Demonstrationen nicht gehabt.
    Herumeiern?
    Ich habe den Eindruck, die Leute auf der Strasse wollen nicht den pro westlichen Politausschuss.
    Wir wollen aber auch so garnicht das, was (anscheinend) Mehrheitsfähig wäre; nämlich eine vom Westen losgelöste und auf eigene Wege setzende Bewegung, die sich als Alternative zum alten Regime versteht.
    So entwickelt sich eine Hängepartie ……

  140. @ colorcraze 15:54 : Ich habe...
    @ colorcraze 15:54 : Ich habe etwas gezögert, weil mir die Formulierung, die DA freischalten kann, nicht direkt einfallen wollte.
    Israel als Staat ist abhängig vom Widerstand der umliegenden Staaten. Nur sieser Widerstand eint die Nation nach innen und erbringt die Gelder von Aussen.
    Selbstmordattentäter, Taten von ein paar Gruppierungen an der Grenze und öffendliche Verbalhetze …. sind das Wasser auf der Mühle der israelischen Politik.
    Eine Destabilisierung der gesamten Region und ein Zusammenbruch der geordneten Staatsapperate, ist also quasi das Wunschszenario eines israelischen Politikers, der den Status quo aufrecht erhalten möchte.
    Diese Position wird in Israel schwächer und es gibt auch andere, aber die Regierung in Israel vertritt genau diesen Weg.

  141. Mubarak steht nun mal für...
    Mubarak steht nun mal für unsere geliebte Stabilität, und um das zu demonstrieren, marschieren heute Zivil“polizisten“, NDP-Anhänger und herbeigekarrte Schlägertypen mit Messern und Knüppeln auf, schütten kochendes Wasser auf die Bürger und werfen nun Molotow-Cocktails auf sie. Es soll schon nachmittags 500 Verletzte gegeben haben. Was war noch einmal die Definition von „Terrorismus“?
    .
    Der EU-Außenministerin fällt dazu nur ein, dass doch alle Seiten etwas mehr Zurückhaltung üben sollten, und Mubarak doch auch mal mit der Opposition reden soll. Your tax money at work.
    .
    Zur Erinnerung: gestern demonstrierten Millionen friedlich, auf dem Platz war Volksfeststimmung, und Obama im TV pries „passion and dignity“ der Demonstranten, und sagte „we hear your voices“.

  142. Ja, Mubarak zeigt dem Westen...
    Ja, Mubarak zeigt dem Westen nochmal richtig, wie man das im Nahen Osten macht, mit den Menschenrechten. Wenn der Westen den nicht bald nach saudi-Arabien scheucht, wird das alles noch sehr bitter.

  143. Es ist der Todeskampf eines...
    Es ist der Todeskampf eines sterbenden Regimes. Auf dem Tahrirplatz rufen sie weiterhin „Nieder mit Mubarak“. Die „Schlagenden Argumente“ Mubaraks scheinen endgültig nicht mehr zu ziehen. Und wer immer die Idee hatte, Schläger loszuschicken, die einen Al-Arabya-Reporter verwunden/erstechen (unklar), jemanden von CNN verprügeln, einen belgischen und eine ZDF-Reporterin zu „verhaften“, der hat wohl nichts mehr zu verlieren und weiß es. Mubarrak meinte gestern, die Geschichte werde über ihn richten. Das denke ich auch.

  144. Na gut. Dass Bänker lügen,...
    Na gut. Dass Bänker lügen, das wird wohl so sein. Dass man Aktionäre, die Bürger etc nicht belügen soll, auch wenn dies vielleicht alle tun, da bin ich völlig d’accord. Ich wüsste nur weiterhin gerne, worin die Dreistigkeit der Bänkerlügen besteht. Für mich sind es einfach Lügen, welche begangen werden um andere zu bescheißen. Aber dies macht sie noch nicht zu dreisten Lügen. Aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben. Vielleicht werde ich ja noch aufgeklärt.

  145. Jemand hat es so formuliert:...
    Jemand hat es so formuliert: „Kaufen Sie einen ägyptischen Freund des Westens und erhalten sie einen Ceaucescu gratis dazu“.

  146. @ ocb 18:13 : Es ist das...
    @ ocb 18:13 : Es ist das Signal : schaut her, der Westen ist garnicht unser Freund. Damit ermöglicht es uns, eine Distanz herzustellen, mit der sich nachher besser manövrieren lässt.
    Ansonsten wäre ich extrem misstrauisch in Bezug auf die Positionen, insbesondere wer wen vorschickt.
    Mubarak hat an Eskalation keinerlei Interesse. Seine Gefolgsleute haben ebenso kein Interesse daran.
    Also wer fischt im trüben ?
    Money makes the world go around …………

  147. @ Holly
    Eine klare Haltung...

    @ Holly
    Eine klare Haltung anderer Länder ist doch kein Politauschuss. Jetzt sehen wir, was passiert, wenn man eiert und abwartet: Mubarak hält Eiern und Abwarten für ein positives Signal. dass er weiter mit Finten und Gewalt arbeiten kann. Es geht um die Signalwirkung.
    .
    Ob das ein alter kranker Mann ist, der eh bald weg ist, spielt keine Rolle. Wenn das ägyptische Volk beschließt, dass er weg soll, dann ist das so. Und dann darf man dem Despoten nicht auch noch von außen Signale geben, dass er so bis September weiterwurschteln kann.

  148. Nun, wie die New York Times...
    Nun, wie die New York Times schreibt, kam mit den Pro-Munbarak-„Demonstranten“ auch das Staatsfernsehen plötzlich daher, um zu zeigen, was da in Mubaraks Sinne los ist. Ich denke, man sollte bei der angelegenheit wirklich nicht an den Honecker denken, sondern an Ceaucescu und dessen letzte Tage. Das da unten sind einfach keine Politiker, die eine Demonstration zulassen, wenn es auch anders geht.

  149. Onzapintada,
    .
    "Stellt sich...

    Onzapintada,
    .
    „Stellt sich erstmal die Frage, ob Europa entscheiden KANN, und ob vor allem Deutschland strategische Entscheidungen überhaupt selbst treffen DARF – nach wie vor hat die – wenn auch inzwischen wirtschaftlich bankrotte – Besatzungsmacht hier Raketen und GI’s stationiert.“
    .
    ich gehe davon aus, dass der nächste predsident of the united states den gorbi machen muss. darunter verstehe ich den rückzug der usa auf ihr eigenes land, sollne die verbündeten sehen, was aus ihnen wird, wenn sich nicht mal mehr eine eins-a schutzmacht leisten können.
    (eigentlich stelle ich mir das so vor, dass die vr china einen erfolg braucht, also wird den us of a angekündigt, dass die vereinigungsfeiern in bejing bereits vorbereitet werden. dann hat frau palin – genau, frau palin, warum bleibt die nicht in alaska, dort ist es kühl, das hält sie länger frisch – zwei möglichkeiten: entweder sie schickt die nayy mitsamt den marines in den pazifik, und gleich drauf ist der usd not worth a continental, ohne moos nix los, das gilt auch fürs pentagon, und die verbündeten in taiwan, afghanistan, israel und eben in europa sind die lackierten.
    .
    oder aber, sie merkt, wer wo an welchem hebel sitzt und erzählt den taiwanesen und den chinesen allerhand, macht aber klar, dass es für die us of a beim reden bleiben wird. und die verbündeten in taiwan, dann auch in afghanistan, israel und europa sind die lackierten.
    .
    dann wird sich europa entscheiden müssen, wie und mit wem weiter.
    deutchland wird sich dann entscheiden müssen, welchen weg es gehen will, den mit europa oder den mit russland. meien einschätzung ist, dass sich russland von eienm schwachen europa eien stärkung erhoffr, russland setzt auf eien auseinanderbrechen der eu und wird im zweifel deutdhcvland ein angebot machen, das es schwer ausschagen kann: diesmal nicht neutralität sondern energie. tatsache ist, dass sich nach bisherigem politikbetrieb russsland eben nicht darauf detzt, europa zu stärken um dort einen angemessenen und auch berechtigen platz einzunehmen, putin ist russischer chauvinist, nichts weiter, die fortsetzung der ochrana mit anderen mitteln.
    .
    „Wenn Deutschland überhaupt einen Spielraum hat, um den Bailoutereien zu entkommen, dann nur im ganz engen Zusammenschluss mit Russland oder Frankreich, oder alle drei zusammen. Bei Frankreich stellt sich aber das Problem, dass es ebenfalls Deutschland die ganzen Rettungsaktionen zahlen lassen will, so dass Deutschland über den Mechanismus der Rettungsschirme am Ende bei China verschuldet sein wird, wenn es hier wieder gehorcht.“
    .
    wobei frankreich von vorn herein klar gemacht hat, dass für die grande nation stabilität eines von mehreren politischen zielen ist, also im zweifel jederzeit andere politische ziele über eien staatsverschuldung finanzeren wird. für frankreich stellt sich auch das problem, dass die verlängerung der achse moskau – berlin nach paris sowohl die polen wie auch die tschechen von ihrer bishereigen frankophilie recht gründlich kurieren wird. es ist wohl so, dass frankreich im augenblick eher ohne optionen ist, die mittelmeer-union und der französische einfluss im amhgreb vertschüssen sich eben jetzt, die deutschen sind im zweifel unsichere kantonisten.
    btw, so eine bailouterei käme doch auch russland sehr gelegen, ja, ich weiss, die haben im augenblick wenig schulden, aber das kann sich im rahmen der achse moskau-berlin schnell ändern, russland istdoch ein erstklassiger schldner, oder? und wer eien leitwährung hat, bestimmt sie terms of trade, so läuft da spiel schon seit längerem, im comecon leif es auch so, keien wunder, will putin wieder an die grossen zeizen der siegermacht anknüpfen. die landesbanken stehen schon bereit, dort weiterzumachen, wo sie neulich aufhören mussten.
    .
    also, auch hier wieder die wahl, russland oder china. wenn sie russland den vorzug geben, bitte sehr. ein bundeskanzler a.d. tut das auch, der ist von beruf anwalt, solche leute tun nichts, gar nichts, von dem sie nicht annehmen, dafür honorar liquidieren zu können.
    .
    „Und jetzt zu Ägypten: Es kann dem Euroland völlig wurscht sein, ob dort ein Mubarak regiert oder die Moslembruderschaft, und infolgedessen die US-Ölprotektorate auf der arabischen Halbinsel wie Dominosteine umfallen.“
    .
    da wäre ich mir nicht so sicher. es liefe daraus hinaus, den deutschen ihr liebstes spielzeug zu nehmen. gibt vielleicht randale, aber an die wird sich berlicn ohnehin gewöhnen müssen. mit der zeit werden auch die deutschen damit leben, dass, wer keinen holzvergaser hat, dann eben mit der bahn fahren muss. schliesslich hat die ddr in den siebzigern vorgemacht, wie man eine volkswirtschaft von öl auf braunkohle umstellt und dann weiter bis zum ende, wie man eine volkswirtschaft mit ebendieser heimischen braunkohle betreibt.
    .
    „Wir zahlen mit selbst erarbeiteten Euros, und die würden auch von einem unabhängigen Arabien gerne genommen werden.“
    .
    fehlt nur noch der ruf nach der starken dem. wenn es den usd falzt, kann man auch den eur knicken. barter trade, tauschhandel, ist die leitwährung der zukunft, auch das hat es schon einmal gegeben, damals mit der su und dem comecon.

  150. @Holly. Mubarak hat an Gewalt...
    @Holly. Mubarak hat an Gewalt kein Interesse? ich glaube eher, er hat kein Interesse an friedlichen Millionen-Protesten für seinen Sturz und für Demokratie, bei denen die Welt zuschaut. Es ist eine scare-tactic, die Leute sollen sehen, dass mehr Demokratie und Wandel nur Chaos und Anarchie bedeuten. Dass nur er Stabilität garantieren kann. Dass die Demonstrationen aufhören müssen. Am besten alles so wie früher. Natürlich könnte er jetzt einfach Platz machen – aber das geht wohl gegen seine Ehre. Und das führt er oder sein (neuer?) Innenminister gleich mal anschaulich vor. Auf dem Tahrir-Platz haben Bürger mehrfach Schläger festgenommen, und deren Polizeiausweise in die Kameras halten. Wer hat was zu verlieren? Mubarak, sein Machtapparat, die NDP, die „Stützen der Gesellschaft“ – der alten. Berichte über bezahlte „thugs“ gab es jetzt auch mehrmals, genauso wie Angestellte von Staatsunternehmen, die aufgefordert wurden, am Pro-mubarak-Protest teilzunhemen. Und natürlich Parteimitglieder. Das ancien regime hat alles zu verlieren.

  151. @foerterliesel
    danke für den...

    @foerterliesel
    danke für den link. ich wusste es immer, der standard ist ein rechtes blättchen, aber dass man so weit geht und die hss zitiert hätte ich nicht gedacht.
    na ja immerhin schreibt der standard die hans seidel stiftung als csu nah.
    @DA
    in den 80ern war das bei den nicht-ju der running gag, alleine der name sorgte für heiterkeit. so ändern sich die zeiten
    ansonsten: mubarack hat die zeichen des westens verstanden und prügelt los. das zdf zeigt derweil kochsendungen

  152. Zusätzliche Anmerkung aus der...
    Zusätzliche Anmerkung aus der NYTimes-Berichterstattung.
    Anscheinend werden zur Niederschlagung der Proteste zivil gekleidete Sicherheitskräfte, sowie bezahlte Schlägertruppen (interessanterweise sind am Wochenende massivst Gefängnisinsassen „geflohen“).
    Diese „zivilen“ Kräfte sind anscheinend in Diktaturen das derzeitige Mittel der Wahl zur blutigen Niederschlagung von Demokratiebewegungen, so kann man gegenüber dem Ausland und der eigenen Bevölkerung die Hände in Unschuld waschen und auch die „westlichen“ Regierungen können weiterhin windelweiche Erklärungen abgeben ohne die „Beziehungen“ dauerhaft zu stören.
    Man kann gar nicht soviel essen, wie man k…… könnte….

  153. Naja, das muss auch hart sein,...
    Naja, das muss auch hart sein, innerhalb einer Woche stürzt alles ein, woran man beteiligt war und woran man geglaubt hat. Die Ordnung zerbricht, eine neue deutet sich an. Plötzlich sind die Parteikarriere, die Loyalität oder die Connections nach oben ohne Wert, schlimmer noch, ein Hemmschuh für die Zukunft. Das Gesindel von der Straße und irgendwelche Internetkids machen alles zunichte. Und kommen tatsächlich damit durch.
    .
    Und alles begann, als ein paar Ägypter auf facebook beschlossen, den anstehenden jährlichen „Tag der Polizei“ zu ignorieren, und stattdessen lieber mal einen „Tag des Zorns“ auszurufen. Eine Jugendbewegung, die sich nach der grausamen Ermordung eines Bloggers durch „Sicherheitskräfte“ gebildet hatte. Das ist die Mutter aller Shitstorms.

  154. @ vroni 18:51 und ocb 19:08...
    @ vroni 18:51 und ocb 19:08 :
    Also russische Medien kolportieren, dass Mubarak schon 2010 verärgert war, weil die USA die Oposition aufbauen.
    Auf Wikileaks ist zu lesen, die USA haben in 2009 und 2010 mindestens 120 Millionen über ihren diplomatischen Dienst in die ägyptische Opposition investiert.
    Vielleicht steht der Fön für diesen Sturm doch in USrael und die Amis sind garnicht so übergerascht….

  155. Ich kann es ja schon mal...
    Ich kann es ja schon mal sagen: Wir starten morgen früh ein neues Blog, und Sie alle sind herzlich dazu eingeladen, dort mit Meinungen, Quellen, Informationen und Hinweisen beizutragen. Es wird nicht ganz leicht sein, in dieser Lage angemessen kulturtheoretisch über die Geschehnisse zu reden, aber wir würden es zumindest gerne versuchen, und freuen uns über entsprechende Hilfe.

  156. @Holly So ein Quatsch. Die USA...
    @Holly So ein Quatsch. Die USA haben sich sicher Gedanken gemacht, was dereinst mal nach Mubarak kommt, und vielleicht wollten sie sogar irgendwann mal eine sanfte Revolution stagen, um demokratische Wahlen herbeizuführen, in jedem Fall einen Draht zur jungen Opposition. . Aber so haben sie sich das sicher nicht vorgestellt. Und Israel hat bis gestern Mubarak gepriesen, langsam beginnt man nun, sich mit den neuen Verhältnissen zu arrangieren. Was für lustige Informationsquellen konsultieren Sie denn, in denen sowas steht? Sind das die selben, die rausgefunden haben, dass Wikileaks vom CIA gesteuert wird? Wie wenig trauen Sie denn der ägyptischen Bevölkerung zu?

  157. lieber Berthold IV,
    ja, ich...

    lieber Berthold IV,
    ja, ich hab mich auch gewundert über den Standard, aber offenbar sind deutschsprachige Tunesien-Ekschperten dünn gesäät und sie konnten nix aus französischen Zeitungen übernehmen … normalerweise wird am ÖIIP angefragt.
    Haben Sie die Runde nach dem Abendjournal um 18.25 auf Ö1 gehört?
    lieber Hans Meier555,
    „AAA“ – Respekt!
    liebe Vroni,
    ein trauriger Nachmittag!

  158. @auch-einer: In der Frage...
    @auch-einer: In der Frage Russkand oder China gibt es pro und contra. Sicher ist nur, dass Deutschland mit der jetzigen Konstellation verliert.
    Sehe ich übrigens auch so, Putin ist ein Mann der Ochrana plus Siegermachtgehabe. Und das geht gar nicht in einer Partnerschaft unter Gleichen, wo Deutschland und Russland davon abgesehen in Symbiose leben könnten, zum beiderseitigen Vorteil. Aber zumindest an dem Verhängnis Versailles war Russland nicht beteiligt.
    Bei China ist es umgekehrt: Mit China hatte Deutschland nie gravierende politische Probleme, andererseits ist es wirtschaftlich der schärfte Konkurrent.
    Ob der Euro am Ende ist, wenn es den USD früher oder später falzt, ist nicht entscheidend, solange die Industriekapazitäten in Deutschland vorhanden sind.
    Und Spielzeuge sind nur Spielzeuge, also austauschbar. Nach dem Ölzeitalter wären Reiten oder Segeln die angemessenen Sportarten. :)
    Allerdings: Wenn Deutschland diese Klippen einigermassen heil umschiffen will, muss es zwecks Schonung der Reserven sämtliche Rettungsaktionen einstellen bzw. noch nicht in Anspruch genommene Teile der Garantierahmen sogar widerrufen, z.B. die Steinbrücksche Bürgschaft von 2008 (immerhin 480 Milliarden Euro). Und darauf hoffen, dass das alte System (z.B. in einer Situation wie der von ihnen geschilderten politischen Krise) so bald wie möglich zusammenkracht.
    Ich weiss, mit dem derzeitigen Personal alles schwer vostellbar.

  159. @ ocb 20:01 : Ich traue den...
    @ ocb 20:01 : Ich traue den medialen Geheimdiensten jede Menge zu. Und natürlich habe ich lustige Quellen.
    Wir werden sehen wie es in 6 Monaten so ausschaut…….

  160. @Holly: (Ägypten) so in etwa....
    @Holly: (Ägypten) so in etwa. (Israel) überzeugt mich nicht so ganz, ich halte allerdings Netanjahu nicht unbedingt für den hellsten. Ist das schon bekannt?: http://www.tagesspiegel.de/politik/gas-vor-zypern-beunruhigt-die-tuerkei/3790240.html

  161. @auch-einer
    ohne lang zu...

    @auch-einer
    ohne lang zu überlegen, wenn ich mir nur rapallo ansehe, die deutschen sind mit russland weit besser gefahren als mit dem westen, aber vielelicht will der deutschsprechende teil (aut, köln) doch zum westen, man wird sehen

  162. ...
    http://www.amazon.de/Freiheit-Wieviel-Demokratie-vertr%C3%A4gt-Mensch/dp/3423343877/ref=sr_1_12?ie=UTF8&qid=1296679606&sr=8-12
    Lesenswertes Buch, und gute Zusammenfassung von Volkmar Weiss.
    Aller Tigerstaaten haben ihre Wirtschaft unter autoritaeren Verhaeltnissen aufgebaut, dann kamen demokratische Freiheiten. Und so wird’s auch hier enden.

  163. Hoffen wir das Beste, lieber...
    Hoffen wir das Beste, lieber Leser.
    http://www.nypost.com/p/news/opinion/opedcolumnists/after_mubarak_fwe4IpN6jQ22HbQ93qa6FN

  164. Danke für die schönen...
    Danke für die schönen Hinweise.

  165. @Filou: oh, ein Optimist. Ich...
    @Filou: oh, ein Optimist. Ich werd nur irgendwie die Befürchtung nicht los, daß sich die Mehrheit nicht lange an Demokratie erfreuen wird, weil sie ihr wirtschaftlich nichts bringt, und dann kommt wieder Option 33. Aber Mubarak ist alt, Ablösung muß eh her.

  166. Naja - wenn man Mubarak nicht...
    Naja – wenn man Mubarak nicht nur abserviert, sonder auch noch sein Geld konfisziert… da kann man schon mehr als eine Party für alle finanzieren.

  167. @colorcraze, Option 33 ist...
    @colorcraze, Option 33 ist wieder mal eine Begriff aus dem Buch, dass ich nicht kenne, gell?
    Wirtschaftlich? Ach, ich bin seit meiner Geburt Optimist. Das hat sich trotz vieler Entaeuschungen immer ausgezahlt. Die Bilanz ist positiv. Doch, doch, ist sie.
    So habe ich mich immer gefragt, seit ich erfuhr wo Israel ueberhaupt liegt, warum um Himmels Willen die Nachbarn des 1948 hinzugekommenen Staates nichts von ihm wissen wollten, obwohl selbst die bescheidensten wirtschaftlichen Erfolge Baende sprachen. Es lag alles auf der Hand. Man haette die olle Beute-Lee-Infield wegschmeissen sollen und mal lernen, was diese komischen Juden so auf die Beine stellen.
    Drei Jahre nach dem Jom-Kippur-Krieg fuhr ich mit meinem Kumpel auf der alten Strasse Jaffa-Jerusalem nach Jerusalem. Links der Strasse lag das alte Jordanien in baumloser Felsenlandschaft, rechts der Strasse gruenten die Baeume. Das ist meine erste und tiefste Erinnerung.
    Das die Israelis furchtbare Armleuchter ohne jeglichen Benimm sind, ist das Eine, das Andere ist, dass man sich unter diesem Haufen Irren ausgesprochen wohl fuehlen kann. Dafuer muss man nicht selbst irre sein, dafuer bedarf es nur einer gewissen Lebensbejahung.
    Darum hoffe ich dringend, dass sich ueber den Weg der aegyptischen Revolution endlich friedliche Verhaeltnisse eintreten moegen. Glauben Sie mir: die Israelis sind die Letzten, die sich einem gedeilichen Zusammensein mit friedlichen Nachbarn verschliessen wuerden.
    Naja, wie gesagt, ich bin Optimist. Obwohl ich fest an die Borniertheit der Menschen glaube.
    Aber: wenn ihr wollt, bleibt es kein Maerchen! ICH will, und andere wollen auch.

  168. Werter Don, Ihrem Wunsch,...
    Werter Don, Ihrem Wunsch, „Mubarak baldmöglichst ein nettes Fleckerl auf dem Kirchhof von Rottach“ zu verkaufen, kann auf historische (!) Weise nachgeholfen werden:
    Die Franzosen müssten nur ein erprobtes Museumsstück kurzfristig nach Kairo ausleihen: Die Guillotine!
    Ein Nationalheiligtum im Rang des 17. Juni und der Marseillaise, so wunderschön zum Thema passend geschmettert von Mireille Mathieu…
    ein Genuss: http://www.youtube.com/watch?v=SIxOl1EraXA

  169. Rein finanziell brauchen die...
    Rein finanziell brauchen die Mubaraks eigentlich keinen Bailout:
    http://abcnews.go.com/Business/egypt-mubarak-family-accumulated-wealth-days-military/story?id=12821073&page=1

  170. wenn wir schon bei...
    wenn wir schon bei buchempfehlungen sind. etwas alt und passt auch nicht ganz zu ägypten
    http://www.foreignaffairs.com/articles/40456/john-c-campell/the-mantle-of-the-prophet-religion-and-politics-in-iran

  171. Ich kann jetzt jede derartige...
    Ich kann jetzt jede derartige Hilfe mit Links und Verweisen gut brauchen:
    http://faz-community.faz.net/blogs/sofa/archive/2011/02/02/ihr-sofa-auf-meinem-teppich.aspx

  172. Foersterliesel for...
    Foersterliesel for President!
    …. und alles wird gut.

  173. @Filou: Mit "Option 33" war...
    @Filou: Mit „Option 33“ war die Wahl des Irren 1933 in D gemeint. – In Ägypten geht es jetzt um Mubaraks (und seiner Leute) Altenteil. Er will ein Haus, etwas Geld behalten, ein Flugzeug zur Klinik und die Zusicherung, für seine Regierung nicht belangt zu werden. Er ist Ägypter durch und durch und möchte in Ägypten sterben.

  174. PS: Den "17.Juni" in Ehren,...
    PS: Den „17.Juni“ in Ehren, aber ich meinte den „14.Juli“…
    Der 14.Juli, die Guillotine und die Marseillaise sind wertvoller als alle Gesetze zusammen. Weil sie nicht „interpretierbar“ sind. Es sei denn, auf künstlerische Weise… Zur Besinnung zwei Interpretationen desselben Nationalheiligtums…
    süss geträllert: http://www.youtube.com/wa
    tenorös getragen: http://www.youtube.com/wa
    Diese Freiheits- und Nationalsymbole waren noch nie so wertvoll und zeitgemäss wie heute – und haben in 200 Jahren schon ganz andere Polizeistaaten besiegt. Und werden nirgendwo so schön gepflegt werden wie bei unseren altfränkischen Nachbarn, den Franzosen!
    à bientôt ;-))

  175. Es sind hauptsächlich...
    Es sind hauptsächlich britische Journalisten, die nun Al-Jazeera leiten – haben Sie das schon gewusst? Ich nicht.

  176. DA 02.02 um 18.56h Was heisst...
    DA 02.02 um 18.56h Was heisst „kulturtheoretisch“? Ich fühle mich schon jetzt „intellectually challenged“.

  177. Er wird radikaler. Genauer: Er...
    Er wird radikaler. Genauer: Er lässt so langsam die Maske fallen. Seine eigentlichen Ansichten werden sichtbar. Viele haben es so gewußt und drauf gewartet. („So einer wie der hat doch sowieso eigentlich noch nie wirklich richtig in die FAZ gehört. Und am Tegernsee wohnt er doch wohl auch nur zur Miete“)
    .
    Wir aber teilen seine Ansichten gerne (z.B. vom Steg aus, g)
    .
    Und es ist, wie es ist: Amerika bleibt vorne. Man lese z.B. Auchincloss „Manhattan Monologe“ – ein us-amerikanischer Don Alphonso par excellance wenn man so will. Für DA tatsächlich Pflichtlektüre, sollte er das noch nicht kennen, meint man. (Erst lesen, dann werten)

  178. Nächste Woche jährt sich der...
    Nächste Woche jährt sich der Kauf zum driten Mal – aber es ist ja nur eine ganz kleine Wohnung.

  179. Viertwohnung, um genau zu...
    Viertwohnung, um genau zu sein.

  180. Wenn Frau Dr. Merkel besser...
    Wenn Frau Dr. Merkel besser beraten gewesen wäre, hätte sie dem Ägyptischen Volk bereits im Laufe des Montagvormittag angeboten, dass Deutschland (also Deutschland alleine) in Zukunft die 2 Milliarden Dollar US-(Militär)Hilfe eins zu eins in Euro übernimmt, z.B. für die nächsten 20 Jahre: Zwei Milliarden Euro pro Jahr von uns als Friedensdividende fürs großartige und vorbildliche Ägyptische Volk (evtl. gekoppelt an die kleine Bedingung, dafür eben von Amerika kein Geld mehr anzunehmen, auch keine Waffen mehr zu kaufen, was ja leicht fällt; stattdessen friedlicher Aufbau, gerade eben mit D und EU und auch Firmen von hier… , auch schon auf Grund der großen regionalen Nähe… Die Institutionen rsp. Firmen, die das können und wollen, sind ja bekannt.)
    .
    Und das wäre natürlich auch kein Affront für Israel. Schließlich wollen alle nur friedlich zusammenleben. Und auch die Rüstungsindustrie, z.B. in Amerika, wäre in diesem Falle sicher einsichtig.

  181. Es tut sich überall was....
    Es tut sich überall was. Heute im DLF auch langer Bericht über den verstorbenen Édouard Glissant (http://www.wunderhorn.de/wunderhorn/content/buecher/pool/978_3_88423_041_1/index_ger.html) dessen These vereinfacht war, dass wir wg. der Globalisierung früher oder später (in Jahrzehnten) alle nur noch „Mischvölker“ sein werden. Und das nennt sich „Kreolisierung“.
    .
    „Er war der bedeutendste Autor der französischsprachigen Karibik und intellektueller Vordenker einer Poetik und Philosophie der Weltbeziehung und der Vielheit. Sein wichtigstes Thema war der Diskurs über die Kreolisierung der Gesellschaft, mit dem er international im Zentrum intellektueller Diskussionen stand. Glissant war seit 1993 Ehrenpräsident des Internationalen Schriftstellerparlaments. Seine Werke sind in über zwanzig Sprachen übersetzt. Er lebte in Paris, auf Martinique und in New York, wo er an der Universität unterrichtete. Er starb am 3. Februar 2011 82jährig in Paris.“
    .
    OK, am Tegernsee etwas später.

  182. Eines meiner Lieblingsbücher...
    Eines meiner Lieblingsbücher ist vin Jorge Amado, die Geheimnisse des Mulatten Pedro. Da geht es genau darum. Ein wunderbares Buch.

  183. Kann man so sehen, Don. Muss...
    Kann man so sehen, Don. Muss man aber nicht, es geht alles auch ein bisschen rationaler á la cablegate. Der tunesische Herrscher ist schlicht und einfach an seiner raffgierigen Frau gescheitert, die als Frisörin aus der Unterschicht ihren zehn(!) Brüdern den gleichen Lebenstandard bieten wollte. Das erzeugt Neid bei den Nicht-Brüdern und deshalb kam es – lapidar verkürzt – zum Aufstand.
    *
    in Ägypten sieht die Sache geopolitisch ganz anders aus: Ägypten erzielte sein BIP ziemlich exakt jeweils zur Hälfte aus dem Suezkanal und dem Tourismus, der Rest waren äußerst sinnvolle Zuwendungen der internationalen Gemeinschaft für die Stabilität in der Region. Durch die gescheiterte Befriedung Somalias der UNO 1992/93 (Amerikaner, UNO-Pakistani und UNO-Malaysier) entstanden die Schiffs-Piraten, viele Schiffe fuhren nun nicht mehr die Route über das Rote Meer und den Suezkanal. Dadurch sanken die Einnahmen Ägyptens am Suez um die Hälfte und viele junge Leute wurden arbeitslos. Mubarak hat das (ähnlich wie Honecker, der sich sein Westgeld ja auch woanders besorgte) schlicht und einfach ignoriert und mit harter Hand durchregiert, was man bei einem Kulturvolk wie den Ägyptern eben nicht ewig machen kann. Deswegen sind diese jungen Leute jetzt auf der Straße, und dass sich die Armee so neutral verhält wie seinerzeit die Grenzer bei der Maueröffnung, hat einen gewissen Charme und zeigt an, dass es hier wirklich um eine Zeitenwende der Generationen geht.
    *
    Als ich durch Marokko (ähnlich wie Ägypten) mit dem alten VW-Bus bis in die Westsahara tuckerte, drückten mir von Tanger bis in die Wüste viele Ahmeds ihre Visitenkarte in die Hand, sprachen deutsch mit mir, hatten von Flensburg bis Stuttgart irgend etwas gelernt und kannten den aktuellen Stand der Bundesliga aus dem Kopf. Das sind die Arbeitskräfte, die wir hier in Deutschland vermissen.

  184. @fionn: was, das war Ihnen...
    @fionn: was, das war Ihnen nicht bekannt? – Wo hätte Al Jazeera denn Journalisten hernehmen sollen? So lang läuft das noch nicht, daß die Qataris damit schon Erfahrung hätten…
    @yast2000: in Sachsen-Anhalt und MeckPomm gibts genug Arbeitskräfte ohne Arbeit.

  185. Sie verzetteln Sich, mein...
    Sie verzetteln Sich, mein Herr. Seit Sie mich nicht mehr mögen, wanken hier die Stützen, deren letzte Sie vor nunmehr 4 (vier) Tagen einschlugen. Stuck und Kronleuchter müssen her, nicht aufwiegelnde Tiraden!

  186. Zum Wochenende gern, aber...
    Zum Wochenende gern, aber morgen gibt es wichtigeres (im Archiv sind hunderte hübsche Altbeiträge!)

  187. @ colorcraze 03.02 um...
    @ colorcraze 03.02 um 22.25h
    Mubarakobama…
    What will be the
    next big drama?
    P.S. Sir David Frost soll auch bei Al Jazeera tätig sein.

  188. Zitat: "Die Finanzkrise hat...
    Zitat: „Die Finanzkrise hat dazu geführt, dass das Ende der Handlungsfähigkeit des Staates als Konfliktversicherer, Lückenbüßer und Retter absehbar geworden ist. Das ist wahrscheinlich ihr nachhaltigster Effekt: dass sie die halbherzigen Konsolidierungsversuche des letzten Jahrzehnts beendet. Zutiefst alarmierend an dem neuerlichen Wachstumsschub bei den Staatsschulden ist, dass er kein einmaliger Zwischenfall ist, sondern die Fortsetzung eines langen, aber eben nicht unendlich verlängerbaren Trends. Möglich, dass der finanzielle Kraftakt, den wir derzeit beobachten, der letzte ist, zu dem das westliche Staatensystem in der Lage ist. Danach wäre der Kapitalismus, wie er immer gewollt hat, sich selbst überlassen. Käme er damit zurecht? Und was täte die Gesellschaft, wenn ihr wichtigster Schutz vor der launenhaften Profitgier der „Marktkräfte“: der demokratische Staat, sich beim Lückenstopfen verausgabt hätte?“ Wolfgang Streeck (Direktor des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung in Köln)
    Wann ist also auch bei uns Kairo? Muß die Summe von Schulden und Vermögen nicht Null sein? Wer hat also das Geld? Der Staat wohl offensichtlich nicht. Heißt es nicht, daß sich in Deutschland (und extrem in den USA) der größte Anteil des Volksvermögens in Besitz eines nur sehr kleinen Bevölkerungsanteils befindet? Und ist das Nachdenken darüber „eine Neiddebatte“ oder bereits eine Vorstufe im Kampf ums Überleben? Wird die Finanzmafia jetzt auf „demokratischem“ Weg gestoppt oder muß es später „erst wieder soweit kommen“?

  189. Überschrift im...
    Überschrift im Spiegel:
    Washington erwägt Mubaraks Ausreise nach Deutschland
    ;-)

  190. Verstehe ich nicht. Für einen...
    Verstehe ich nicht. Für einen solchen Auftrag würde doch der Prof. Hagen bestimmt auch nach Kairo reisen.
    .
    Oder es wurde schon der Tausch Zug-um-Zug gegen Nofretete mit dem Neuen Museum verhandelt; könnte auch sein.

  191. Geschätzter Don...
    Geschätzter Don Alphonso,
    Ist Ihnen Ihre Revolutions-Couch nicht langsam fad?
    Mit der Bitte zwischendurch mal wieder was Passendes für den Salon „hinzuschmieren“ verbleibe ich
    mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung

  192. Schluchten-Ossi, junger Mann!...
    Schluchten-Ossi, junger Mann! Revolution macht jung, macht sexy. Che! Fidel! Joschka! Muammar! Don! Was soll daran fad werden? Frauen finden Revolutionäre aufregend. Also Revolutionssofa! Sich wie 20 fühlen – und weil mans nicht mehr ist, am besten vom Sofa aus.
    .
    Weitermachen! Wir sind heiter!

  193. Wer den Umbruch 1989 verpennt...
    Wer den Umbruch 1989 verpennt hat, will das nun nachholen. Ist ja auch gratis und kostet nicht die eigenen Knochen.
    Hoch lebe die internationale Solidaritaet!

  194. Ja, nur rein in meine Wunde,...
    Ja, nur rein in meine Wunde, kein Problem, ich halte das aus…

  195. Hier passierte ja garnichts...
    Hier passierte ja garnichts mehr. Und auch ich bin muede. Erschoepft, halbtot bin ich. Fuenf Tage im Bett, das waere die Loesung. Ein unschuldiges Buch, das man mit frischen fetten Fingerabdruecken zum definitiven Eigentum erklaert, alle drei Stunden ein Kaennchen Tee, Rauchen muss nicht sein-ach waere das schoen. Eine Grippe waere angesagt; faul sein und lesen und doesen…
    .
    …Madame hat das das Krankenlager so gedreht, dass ich aus dem Fenster das stuermische Wetter beobachten kann. Die Daemmerung ist bereits eingetreten, bald wird es Nacht sein. Rechts auf den Klippen blinkt der Leuchturm in unbestimmbarem Rhytmus, ein wuetender Sturm laesst die Meereswellen wuetend an den Klippen zerschellen. Etwas unter dem Horizont sehe ich das auf und ab schwankende Positionslicht eines Bootes.
    .
    Ich knippse das Nachtlicht an. Der Leuchturm blinkt noch immer, Regen klatscht gegen das Panoramafenster. Zehn Haende pressen sich gegen die Fensterscheibe. Zwischen zwei Handflaechen jeweils ein nasses Gesicht: zwei Maenner, eine langhaarige Frau, ein Kind. Blonde Locken. Ein Maedchen. Die nassen Haare aller kleben am leichtgruenen Kopf. Bewegungslos starren sie auf mein Bett. Der letzte Nasse ist ein alter Mann mit Kapitaensmuetze. Ernst schaut er aus. In seinem langen Bart zappelt ein Hering.
    .
    Das Fieberthermometer zeigt 38,9 Grad. Alles klar, ein Fiebertraum. Frueher traeumte ich von Frischitte Partuh, die mich kuehlte. Nun sind es ertrunkene Fischersleute. Egal: kalt ist kalt. Und Traum ist Traum.
    .
    Diese unbeweglichen Augen. Wie sie mich anglotzen. Nun bewegen sich die Muender als wollten sie eine Botschaft sagen. Am linken Fensterrand kommt keckernd ein Zwerg angehuepft. Rote Muetze, blaues Wams, in der rechten Hand haelt er einen Kescher. Er erreicht den alten Mann, lacht schrill auf-und mit einer schnellen Bewegung fischt er den zappelnden Hering aus dem Bart.
    .
    Wenn ich wieder auf den Beinen bin, gehe ich in Kairo Pharaonen stuerzen.
    Noch ein Aspirinchen gefaellig?

  196. Moin,
    wo bleibt der neue Blog...

    Moin,
    wo bleibt der neue Blog ? Sie sind doch nicht etwa wieder Schlitten gefahren ?
    Falls doch …
    Gute Besserung !
    herrohlson

  197. Nana, die Herrschaften, morgen...
    Nana, die Herrschaften, morgen wieder, vielleichht, ansonsten gibt es wichtigeres als Lüster.
    http://faz-community.faz.net/blogs/sofa/archive/2011/02/08/in-kairo-nichts-neues-nur-bewundernswerte-geduld.aspx

  198. Valete columnae...
    Valete columnae societatis.
    Der werte Gastgeber kommt von seiner Couch so bald nicht los …

  199. Bitte. Ich habe schon...
    Bitte. Ich habe schon angefangen zu schreiben, morgen gibt es Nachschub, aber jetzt kommt erst mal eine gute Freundin. Der erste zivilisierte Tee seit 10 Tagen. Das wird man mir doch wohl nöch gönnen?
    .
    Zu Algerien kann ich wenig sagen, da gäbe es andere Spezialisten.

  200. Ihnen gönne ich nur das Beste...
    Ihnen gönne ich nur das Beste von der ganzen Welt.

Kommentare sind deaktiviert.